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ga250 INHALT Ein RÜckblick aus dem Jahr 1920 Zur Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der ANTHROPOSOPHISCHEN BEWEGUNG Anspracbe uon Rudolf Steiner am Vorabend des Beginns des ersten anthroposophischen Hocbscbulkurses im Goetbeanum, Dornach, 25. September 1920 25 Rückblick auf die Entstehungszeit der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Der Münchner Kongress 1907. Theosophie von Beginn an Anthroposophie. Die Akyone-Affäre. Der Kongress in Budapest 1909. Die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1912/13. Dreigliederungs-lmpuls. * * * Zur Entwicklung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft i902-i9i3 Aus dem Jahr i902 Zur zwölften Zusammenkunft der Europäischen Sektion der Theosophischen Gesellscbaft, Juli 1902 (Ausführungen des Herausgebers) . 45 Auflösung der Europäischen Sektion; Bildung der Europäischen Föderation. Beschluss zur Durchführung von jährlichen europäischen Kongressen. Zur Aufgabe der Deutschen Sektion innerhalb der Europäischen Föderation. Die Bildung der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft i8. und i9. Oktober i902 [in Berlin] Bericht von Richard Bresch, ·Der Väbam', Jahrgang lV, Nr. 5 und Nr. 6, Nouember, Dezember 1902 49 Gründungsversammlung der Deutschen Sektion. Wahl des Vorstandes mit Rudolf Steiner als Generalsekretär. Ansprache von A. Besam zur integrativen Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft. Hinweis auf R. Steiners Vortrag über praktische Karmastudien. Fragenbeantwortungen  von A. Besant. R. Steincrs öffentliches Bekenntnis zur Theosophie. Vortrag von A. Besant über den Zusammenklang zeitaktueller psychologischer Forschung mit theosophischem Weisheitsgut. Aus dem Jahr i903 Bericht über die dreizehnte Jahresversammlung der BRITISCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT VOM 3. BIS S.JULI I903 IN LONDON Scbn/'tlicber Bericht uon RudolfSteiner, «Der Väbam, Jahrgang CC Nt. 1, Juli 1903 62 Leitung des Kongresses durch H. S. Olcott. Kurze Hinweise über die Vorträge von B. Keightley (Theosophie betont die Selbstlosigkeit im Erkennen der Welt), G. R. S. Mead (Die Bedeutung des inneren Christus im frühen Christentum) und von R. Steiner (Theosophie und deutsche Kultur). Theosophie und deutsche Kultur London, 4. Juli 1903, Autoreferat von RudolfSteinek «Luzifer·, Nt. 5/1903 64 Hinweis auf die Übereinkunft der europäischen Sektionen, alljährlich einen Kongress veranstalten zu wollen. Bericht zu R. Steiners Vortrag: Das ganze Wesen des deutschen Volksgeistes dränge zur Theosophie (einerseits die mittelalterlichen Mystiker, andererseits der deutsche Idealismus). Goethes theosophische Betrachtungsart. Jean Pauls Lehre der Wiederverkörperung. Erste Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Bericbt von Richard Brescb, ·Der Väban·, Jabrgang Y Nr. 5, Nouember 1903 66 Überblick über die Logen-Tätigkeiten. Unterstützung durch E. von Rosen. Vortrag R. Steiners über okkulte Geschichtsforschung. Zum fünften Geheimnis. B. Hubo empfiehlt zwei Werke von C. du Prei.  Bericht zur ersten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Okkulte Geschichtsforschung Berlin, 18. Oktober 1903, Autoreferat von Rudolf Steiner ·Luzifer", Nr. 6/1903 72 H. P. B. Blavatskys ·Geheimlehre Wahl von M. v. Sivers zur Sekretärin der Deutschen Sektion. Neu im Vorstand anstelle von B. Berg und W. Hübbe-Schleiden: H. Lübke und M. Scholl. Zu Kassenrevisoren werden gewählt: K. Motzkus, F. Seiler. Protokoll der Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Berlin-Wilmersdorf, 19. Oktober 1903 75 Zum Aufnahme-Verfahren für Neumitglieder. Vorstandswahl, Wahl der Kassenrevisoren. Zum Anschluss von Deutschschweizer Logen an die Deutsche Sektion. Aus dem Jahr i904 Der theosophische Kongress in Amsterdam Bericht von Rudolf/Steiner in ·Lucifer - Gnosis·, Nr. 13/1904 . . . . . . . . . . 80 Leitung des Kongresses durch A. Besant. Bericht über den Ablauf des Kongress-Programmes. A. Besants Ausführungen über die Notwendigkeit der Ergänzung der materialistischen Gegenwartskultur durch eine geisteswissenschaftliche Orientierung; neue Psychologie. Kurzbericht über die verschiedenen Kongressreferate. Ausführungen über R. Steiners eigenen Vortrag über Mathematik und Okkultismus: Mathematik als Vorbereitung zum sinnlichkeitsfreien, geistigen Schauen. Der Kongress zu Amsterdam am i9., 20. und 2i. Juni i904 Bericht von Ludwig Deinbard, ·Der Väban», Jahrgang VI, Nr. 1, Juli 1904 91 Dank an die holländischen Organisatoren des Kongresses. A. Besants Einführungsrede, ihr Anliegen, das Ästhetische in die Theosophie einzuführen. Hinweis auf die Kunstausstellung während des Kongresses. Kurzberichte über die verschiedenen Kongressreferate.  Bericht über die Jahrestagung in Amsterdam Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 4. Juli 1904 101 A. Besants drei Vorträge als Repräsentanten für Denken, Fühlen und Wollen: Die Aufgabe der theosophischen Bewegung bestehe in der Spiritualisierung der ganzen Kultur im Auftrag der Weißen Loge (Gemüt). A. Besants zweiter Vortrag über ·«Neue Psychologicm (Wissen) und ihr dritter Vortrag über Okkultismus (Wille). Ausführungen über R. Steiners eigenen Vortrag über Mathematik und Okkultismus. Kurzbericht zu den verschiedenen Kongressreferaten. Dank an die Organisatoren. Theosophie, Wissenschaft und Religion. Annie Besant Vortrag von Rudolf Steiner Berlin, 12. September 1904 . . . . . . . . . . . . . . . 115 Vorblick auf die bevorstehende Vortragsreise A. Besants in Deutschland. Ihre dem Pfingstwunder vergleichbare Fähigkeit, alle Gemüter ansprechen zu können; Betonung ihres Zugangs zur indischen Volksseele. Über A. Besants «Neue Psychologiem Wie sich die zeitaktuelle Forschung der Theosophie nähert. Aufgabe der theosophischen Bewegung. Theosophie und moderne Wissenschaft Öffentlicher Vortrag von Rudolf Steiner im Rahmen derJahresversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Dresden, 25. September 1904. Bericht in der · Theosophischen Rundschau·, Nr. 1-2/1904 130 Kurzbericht zu den beiden Vorträgen von F. Hartmann und R. Steiner über Schulungsweg. Okkultismus und moderne Naturwissenschaft. Protokoll der Jahresversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) Berlin, 23. Oktober 1904 132 Jahresrückblick, Mitgliederbewegungen, Kassenstand. Wem gehört die Theosophische Bibliothek? Zur Entgeltung der Vorträge Rudolf Steiners. Mutationen im Vorstand. Vorblick auf die Generalversammlung der Deutschen Sektion. Private Studienzirkel. Protokoll der zweiten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Berlin, 30. Oktober 1904 139 Rechtfertigung R. Steiners zu seinem Vortrag auf dem ·sezessionistischen» Kongress in Dresden am 25. September 1904. Wahl von F. Seiler  zum Kassierer. Ergänzung des Vorstandes durch S. Stinde. Berichte der einzelnen Zweige. Diskussion über die Teilnahme am geplanten Kongress der ·sezessionistischen» Gesellschaft in Nürnberg. Diverses. Jahresversammlung der Theosophischen Gesellschaft, 29. und 3o. Oktober i904, Berlin Bericht vermutlich von RudolfSteiner in «Lucifer - Gnosis», Nr. 19/1904 152 Abdruck des Beschlusses der Generalversammlung in Bezug auf die Beteiligung an sezessionistischen Veranstaltungen. Hinweis auf Vorträge von R. Bresch und R. Steiner. Bericht über die Generalversammlung der Deutschen Sektion, 29. und 3o. Oktober i904, Berlin Bericht von Richard Bresch, «Der Vähan», Jahrgang VI, Nr. 5, November 1904 154 Von der Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft. Über Rudolf Steiners Vortrag auf dem ·sezessionistischen» Kongress in Dresden am 25. September 1904. Zur Beteiligung am geplanten Nürnberger Kongress 1905. Diverses. Aus dem Jahr i9oS Das Wesen der theosophischen Bewegung und ihr Verhältnis zur Theosophischen Gesellschaft Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 2. Januar 1905 158 Von der Notwendigkeit der Selbstschulung. Das theosophische Streben als ein Innewerden der schaffenden seelischen und geistigen Wesenheiten in der Welt. Dadurch auch Einsicht in die Evolution der Erde möglich. Die nachatlantischen Kulturepochen. Das Wirken der weißen Loge. Zum Praxisbezug der Theosophie. Die Bedeutung der spirituellen Gesinnung in der Zweigarbeit für die Welt. Protokoll zur ausserordentlichen Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) 22. Januar 1905, Berlin 173 Auseinandersetzungen zur Frage der Durchführung privater Zusammenkünfte, zur Theosophischen Bibliothek, zu den Vorträgen Rudolf Steiners im Architektenhaus. Animositäten gegenüber M. v. Sivers. InFrage-Stellung Rudolf Steiners in Bezug auf seine administrative Leitung.  Protokoll zur ausserordentlichen Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) 5. Februar 1905, Berlin 183 Rückblick auf die Wirkenszeit R. Steiners in der DTG. Rücktritt M. v. Sivers', F. Kiem, R. Steiners aus dem Vorstand der DTG. Der theosophische Kongress in London Bericht von Rudolf/Steiner in · Lucifer - Gnosis>, Juli - August, Nr. 26-27/1905 195 Leitung des Kongresses durch A. Besant. Zu Licht- und Schattenseiten H. P. Blavatskys. Kurzberichte über die verschiedenen Kongressreferate. Theosophie und Helena Petrovna Blavatsky Vortrag von Rudolf Steiner Berlin, 2. Oktober 1905 . . . ..........................200 Zum Grundsatz der Theosophischen Gesellschaft, den Kern einer allgemeinen Brüderschaft zu begründen. Die Lehre der Theosophie: nicht private Meinungen, sondern Einsichten in die geistige Welt. Die Bedeutung H. P. Blavatskys für die theosophische Bewegung. Von der Notwendigkeit, ein geistiges Selbstverständnis zu entwickeln. Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 22. Oktober i9oS» Berlin, Motzstr. i7 Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scholl, Nr. 1/1905 212 Beschluss, das Recht der Veröffentlichung über die Generalversammlung ausschließlich dem Generalsekretär zuzugestehen. Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs: Zu H. P. Blavatsky; zu A. Besant; Personenkultus; zum Kongress in London. Rechenschaftsbericht des Kassierers. Mitgliederentwicklung. Gesuch von R. Bresch, dass R. Steiner auf seine Wiederwahl verzichten möge. Wiederwahl des Generalsekretärs und des Vorstandes. - Antrag und Diskussion zum Fuente-Nachlass. Zur Hensoldt-Broschüre über A. Besant. Beschluss der Herausgabe eines eigenen «Nachrichtenblattes» unter der Herausgeberschaft von M. Scholl. Antrag von M. Scholl, dass R. Bresch und F. Löhnis aus der Gesellschaft austreten mögen; der Antrag wird abgelehnt. Übergabe der Theosophischen Bibliothek an die Deutsche Sektion. - Korrekturen zum Bericht über die Generalversammlung im Vähan.  Bericht zur Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 22. Oktober i9oS Bericht von Felix Löhins, ·Der Väbam, Jahrgang VII, Nr. 5, November 1905 230 Die Generalversammlung als Personenkult gegenüber R. Steiner. R. Steiner habe eine Apotheose auf A. Besant und H. P. Blavatsky gehalten. Vorwürfe der Unterschlagung von Spendengeldern. Statt für die Wahrheit einzutreten, herrsche bei den Mitgliedern Furcht vor der Wahrheit. Ankündigung, dass der Vähan sich nicht mehr mit Angelegenheiten der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft beschäftigen werde. Aus dem Jahr i906 Auflösung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) Protokoll der Generalversammlung des Berliner Zweiges der Theosophischen Gesellschaft (DTG), Berlin, 15. Januar 1906 . . .................................. 233 Beschluss zur Auflösung des Berliner Zweiges (DTG). Über den Fall Leadbeater Mündliche Mitteilung von RudolfSteiner für die deutschsprachigen Teilnehmer am Theosophischen Kongress, Paris, 2. Juni 1906 . . ............ 234 Mitteilung: Gesuch des von H. S. Olcott einberufenen Rates vom 16. Mai, dass Leadbeater aus der Gesellschaft austreten solle. Erste Einschätzung Rudolf Steiners: Ein für die Gesellschaft schwieriger Fall, die Lehre einer solchen Persönlichkeit vertreten zu müssen, die ausgeschlossen sei. Der Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft vom 3. bis S. Juni i906 in Paris Bericht von Rudolf Steiner in ·Lucifer - Gnosis· Nr. 31/1906 . . . . . . . . . . 236 Leitung durch H. S. Olcott. Das Engagement der französischen Gastgeber, Kunst in den Kongress einfließen zu lassen. Kurzberichte über Debatten und Vorträge. Detaillierter Bericht über den Kongressverlauf.  Theosophie in Deutschland vor hundert Jahren Autoreferat RudolfSteinen zu seinem Vortrag beim Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft, Paris, 4. Juni 1906 246 Der Deutsche Idealismus als Fortsetzung der Deutschen Mystik. Schillers Kunstauffassung als ästhetisch-künstlerisch gewordene Mystik. J. G. Fichtes Ich-Erlebnis als Typus aller höheren okkulten Erlebnisse. Novalis' spirituelle Auffassung von Mathematik und Kunst. Weitere Vertreter einer spirituell orientierten Weltauffassung (u. a. Oken, Carus, Schelling, Troxler). Aussprache zum Fall Leadbeater der deutschen Teilnehmenden am Theosophischen Kongress in Paris Von Rudolf Steiner geleitete Diskussion, Paris, 7. Juni 1906 . ...................262 Unterscheidung zwischen common sense und okkulten Maßstäben. Kaffeeklatsch okkult betrachtet folgenschwer. Okkultist mit Moral der Zukunft. Wo Kaffeeklatsch auch viel Schauen. Bedeutung von Gesinnung und spiritueller Persönlichkeit. Nachruf auf Gräfin von Brockdorff, Bericht über den Pariser Kongress, zum Fall Leadbeater Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 25. Juni 1906 266 Das Anliegen der Gräfin Brockdorff, einen Kern der theosophischen Arbeit in Deutschland zu bilden. Bericht über den Kongress in Paris. Zum Fall Leadbeater: Grenze zwischen schwarzer und weißer Magie; Ausartungen in den Mysterien der Vorzeit; Vorwürfe gegen Leadbeater im Umgang mit Schwierigkeiten beim erwachenden Geschlechtstrieb. Karma als der unbestechliche Richter. Leadbeaters Meinung, richtig gehandelt zu haben im Gegensatz zur Meinung derjenigen, die ihn verurteilt haben. Das Kulturübel der Schattenseite des sexuellen Lebens. Vierte Generalversammlung der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 2i. Oktober i906, Berlin, Motzstr. i7 Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. lV/1907 285 Bericht des Generalsekretärs. Die materialistische Vorstellungsart als Hindernis für die theosophische Bewegung. Ankündigung der Durchführung des Kongresses 1907 in München. Mitgliederbewegungen, Be richt des Kassierers. Endgültige Übernahme der Theosophischen Bibliothek durch die Deutsche Sektion. Aus dem Jahr i907 Nachruf auf Henry Steel Olcott, gestorben am i7. Februar i907 Vortrag von Rudolf/Steiner, Berlin, zwischen dem 4. und 14. März 1907 . . 293 Thematisierung der mit Olcotts Nachfolgewunsch verbundenen Problematik. Zur Wahl des neuen Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft Ansprache Rudolf Steiners, Berlin, 25. März 1907 296 Thematisierung der mit Olcotts Nachfolgewunsch verbundenen Problematik. Der theosophische Kongress in MÜNChEN Bericht von RudolfSteiner in ·Lucifer - Gnosis·, Nr. 34/1907 . . . . . . . . . . 298 Zur Gestaltung des Veranstaltungsraums: Die rote Farbe, die apokalyptischen Siegel, die sieben Säulen, die zwei Säulen (rot, tiefrotblau), die vier Sprüche der Säulenweisheit. Zur Gestaltung des Programmheftes im Anschluss an die Rosenkreuzertradition. Detaillierte Schilderung des Programmablaufes. Edouard Schurés ·Heiliges Drama von Eleusis·. Zur Kongress-Ausstellung von Kunstwerken. Bericht über die Gestaltung und den Verlauf des Kongresses in MÜnChen Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 12. Juni 1907 319 Theosophie soll ins Praktische gehen. Die Aufgabe der künstlerischen Gestaltung des Lebensumfeldes. Zur Gestaltung des Veranstaltungsraums: Die rote Farbe, die apokalyptischen Siegel, die sieben Säulen. Zur Gestaltung des Programmheftes im Anschluss an die Rosenkreuzertradition. Edouard Schurés ·&eiliges Drama von Eleusis». Worte für Annie Besant nach der Präsidentenwahl Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 7. Oktober 1907 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 322 Zur Vergrößerung des Zweigraumes in Berlin, zur Wahl A. Besants zur Präsidentin und zu ihrem 60. Geburtstag. Die drei Grundsätze der  Theosophischen Gesellschaft. Hauptaufgabe der Theosophischen Gesellschaft: die Pflege des Okkultismus. Fünfte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, 20. Oktober i907, Berlin, Motzstr. i7 Bericht in den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. VI/1908 329 Begrüßung durch den Generalsekretär: Theosophische Arbeit als Friedensarbeit. Zu H. S. Olcott; Hinweis auf Wahl A. Besants zur Präsidentin; zu A. Besant. Kurzer Rückblick auf den Münchner Kongress, Dank an die Mitarbeitenden und Helfenden. Totengedenken. Mitgliederbewegungen, Rechenschaftsbericht des Kassierers. Wahl von W. Tessmar in den Vorstand anstelle von B. Hubo. Diskussion über verstärkte Propaganda. Aus dem Jahr i908 Siebte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, 26. Oktober i908, Berlin, Victoria-Luisen-Platz 6, Aula des «LETTE-VEREINS» Bericht aus den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. Vlll/1908 345 Bericht des Generalsekretärs: Rückblick anlässlich des siebten Jahres der Deutschen Sektion. Totengedenken. Mitgliederbewegungen. Bericht des Kassierers. Neuwahl des Vorstandes. Neuregelung: nach siebenjähriger Vorstandstätigkeit lebenslange Vorstandszugehörigkeit. Einführung eines Areopags und dessen Erweiterung gemäß Mitgliederzahl. ·Ausschluss» von H. Vollrath. Aus dem Jahr i909 Der Budapester Internationale Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft i909 Vortrag von Rudolf Steiner beim Berliner Zweig am 21. Juni 1909 . . . . . . 376 Zur Gestaltung des Versammlungsraumes. Die plastische Kunst E Heymans. Leitung des Kongresses durch A. Besant. Zu der Frage unter schiedlicher Ergebnisse geisteswissenschaftlicher Forscher. Meisterbriefe. Vortrag von A. Besant ·Der Christus - wer ist er?». Rudolf Steiners Vortrag: ·Von Buddha zu Christus». Betonung der Harmonie. Verleihung der Subba-Row-Medaille an R. Steiner. ·Die Tragödie des Menschem von E. Madách. Diverses. Persönlicher Bericht über den Budapester Kongress, 3q. Mai bis 2. Juni i909 von Alice Kinkel 400 Die Gastfreundschaft in Budapest. Überblick über den Kongressverlauf. Einheit von A. Besant und R. Steiner. Hinweis auf den anschließenden Zyklus R. Steiners: Theosophie und Okkultismus des Rosenkreuzers. Achte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 24. Oktober i909, Architektenhaus Bericht in den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scbol1·, Nr. 10/1910 406 Eröffnungsrede des Generalsekretärs: Zum siebenjährigen Bestehen der Sektion, Hinweis auf Unverständnis in der Gegenwartskultur] das Verhältnis der Mitglieder zum Lehrer. Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs. Totengedenken. Mitgliederbewegungen, Bericht des Kassierers. Diverses. ÜBER DEN SIEBENJÄHRIGEN BESTAND DER DEUTSCHEN SEKTION der Theosophischen Gesellschaft Vortrag von Rudolf/Steiner, Berlin, 2. November 1909 . . . . . . . . . . . . . . . . 422 Vergleich der Entwicklung der Sektion mit der Entwicklung des Kindes. Erziehung der Theosophischen Gesellschaft durch die Selbsterziehung der Mitglieder. Die Bedeutung des Buches ·Theosophie·. Die ersten sieben Jahre der Sektionsarbeit: Grund- und Richtlinien. Die Evangelien-Zyklen und die Größe der Christus-Wesenheit.  Aus dem Jahr i9io Neunte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 3o. Oktober i9io, Wilhelmstrasse 92/93, Architektenhaus Bericht in den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. 11/1910 431 Mitgliederbewegungen. Bericht des Kassierers. Bericht des Generalsekretärs: Das Leben und die Entwicklung der Deutschen Sektion. Toten-gedenken. Diskussion um die Regelung der lebenslänglichen Verlängerung der Amtszeit nach siebenjähriger Vorstandstätigkeit. Antrag, den geplanten Zentralbau der Deutschen Sektion nicht in München, sondern in Weimar zu errichten; Diskussion über Berlin als etwaigen Standort. Diskussion um das Datum der Generalversammlung. Aus dem Jahr i9ii Der sistierte sechste Kongress der Föderation der Europäischen Sektionen in Genua im September 1911 (Ausführungen des Herausgeben) . . . . . . . . 452 Zu den Gründen der Absage des Kongresses durch O. Penzig. Zehnte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Berlin, 10. Dezember i9ii, Wilhelmstrasse 92/93, Architektenhaus Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scbol1·, Nr. 13/1912 454 Eröffnungsansprache des Generalsekretärs: Aufführung der Mysteriendramen, der Stuttgarter Zweigraum, die rechte Gesinnung als die beste Werbung. Stimmrecht von Mitgliedern aus der Schweiz, die Begründung einer Schweizer Sektion. Stimmrecht von zweigunabhängigen Sektionsmitgliedern. Mitgliederbewegung. Totengedenken. Bericht des Kassierers. Die Eingaben von M. Headicke. Zur Absage des Kongresses in Genua. Der Fall H. Vollrath, A. Besants Positionierung dazu. Der Orden vom Stern im Osten. Beschluss einer Resolution an die Leitung in Adyar. Diverses.  Warum wurde bisher das, was unter theosophischer Bewegung zu verstehen ist, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft vertreten? Ansprache von Rudolf Steiner bei der Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 14. Dezember 1911 ..... 534 Rückblick auf die Entstehungszeit der Deutschen Sektion und der Tätigkeiten Rudolf Steiners. Die Theosophische Gesellschaft als Hindernis für die Theosophie. Das Verhältnis der Sektionen zur Leitung in Adyar. Uneinigkeiten zwischen A. Besant und R. Steiner. Der Orden vom Stern im Osten. Nicht Auflösen der Gesellschaft, sondern etwas Positives in die Welt setzen. Ein esoterisch-sozialer Zukunftsimpuls — Versuch zur «Stiftung» einer Gesellschaft für theosophische Art und Kunst Ansprache von Rudolf Steiner bei der Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 15. Dezember 1911 (Vormittags) 547 Der Versuch einer Stiftung (nicht der Begründung) einer Gesellschaft für Theosophische Art und Kunst. Esoterische Anknüpfung an Christian Rosenkreutz. Mitgliedschaft allein durch positiven Tätigkeitswillen möglich. Bekanntgabe der Ämter und derer personellen Besetzung. Das Spirituelle als conditio sine qua non. Aus dem Jahr i9i2 Bundesgründung Bericht von Carl Unger in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben von Mathilde Scbol1·, Nr. 13/1912 . . . . . . . . . . . . . 565 Darstellung der Entstehung des Bundes am 15. und 16. Dezember 1911. Anknüpfen an die Rede von Baron von Walleen und an die Eindrücke der Generalversammlung 1911. Gründung eines unabhängigen Bundes, um eine freie rosenkreuzerisch-spirituelle Arbeit und einen freien Zusammenschluss von Interessierten zu ermöglichen; mit Rudolf Steiner im Lehramt. Schaffung einer Zentralstelle. Betonung der Vorläufigkeit evtl. dauerhafte Begründung in München im Sommer 1912. Name des Bundes noch offen.  Aus dem Jahr i9i3 Zusammenkunft anlässlich der angekündigten elften General-Versammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 2. Februar I913g Wilhelmstrasse 92/93, Architektenhaus Bericht in den -Mitteilungen für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft (theosophischen Gesellschaft), herausgegeben von Mathilde Scholl Nr. 1/1913 569 Eröffnungsansprache durch den Generalsekretär: Ausschluss der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft Adyar, daher keine Generalversammlung. Totengedenken. Zum Ausschluss der Mitglieder des Ordens vom Stern im Osten. Rückblick auf die Entwicklungen: W. Hübbe-Schleiden, C. W. Leadbeater, A. Besant, Orden vom Stern im Osten. Hübbe-Schleidens Broschüre zu seinem ·Undogmatischen Verband». Auseinandersetzungen mit A. Besant. Brief von A. Besant: Ankündigung des Ausschlusses der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Jesuitenvorwurf. Antwortschreiben des Vorstandes der Deutschen Sektion. Debatte. Mitgliederentwicklung, Bericht des Kassierers. Diverse Anträge. Zu Max Heindel. Autobiografischer Vortrag über die Kindheits- und Jugendjahre bis zur Weimarer Zeit Vortrag von Rudolf Steiner, Berlin, 4. Februar 1913 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 622 Autobiografische Darstellungen zur Kindheit und Jugend Rudolf Steiners bis zum Abschluss seines Studiums und bis zum Beginn seiner Tätigkeit in Weimar zur Widerlegung des Jesuitenvorwurfes. Zu den jüngsten Ereignissen Zwei Ansprachen von RudolfSteiner, Den Haag, 20. und 29. März 1913 . 658 Rückblick auf die Ereignisse, die zur Abtrennung aus der Theosophischen Gesellschaft geführt haben. Erste Vortragsreihe im Rahmen der Anthroposophischen Gesellschaft.  ANHANG Brief von Rudolf Steiner an Wilhelm Hübbe-Schleiden vom 15. Oktober 1912 Die [elfte] Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophical Society Adyar in Berlin am 2. Februar 1913 Persönlicher Bericht von Hugo Höppener (Fidus)........................................................................................................ Ergänzung zum Bericht zum 2. Februar 1913 Briefvon Hugo Höppener (Fidus) an Wilhelm Hübbe-Schleiden vom 25. März 1913 Faksimiles und Fotos Charter-Erteilung durch H. S. Olcott an die Deutschen Sektion 1902 Entzug der Charter durch Annie Besant 1913 . .......................... Eintragungen in das Album von Fossi Vonklar .......................... Eintrag im Notizbuch 577 (vermutlich aus dem Jahr 1903) .................Foto der Teilnehmenden vom Kongress in Paris 1906 . ..................................................................................... Foto der Teilnehmenden vom Kongress in München 1907 ...........Foto der Teilnehmenden vom Kongress in Budapest 1909 . ...........Fotos verschiedener Persönlichkeiten zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft 1902-1913 671 673 681 685 686 687 688 690 690 691 691 Zu dieser Ausgabe 699 Zur allgemeinen Textgestalt 700 Überblick über die Geschichte der Theosophischen Gesellschaften 701 Hinweise zum Text 720 Sonderhinweis zu Äußerungen Rudolf Steiners über «Rassen» in der Rudolf Steiner Gesamtausgabe 869 Namenregister 872  EIN RÜCKBLICK AUS DEM JAHR 1920  ZUR ENTSTEHUNGS- UND ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DER ANTHROPOSOPHISCHEN BEWEGUNG Ansprache von RudolfSteiner am Vorabend des Beginns des ersten anthroposophischen Hochschulkurses im Goetheanum, Dornach, 25. September 1920 Meine lieben Freunde! Wir stehen zweifellos mit dem morgigen Tage, da wir unsern hiesigen Hochschulkursus beginnen, vor einer sehr wichtigen Etappe unserer Bewegung in anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft. Und wenn es auch nur ganz kurz sein soll, so wird es mir gestattet sein, mit ein paar Worten auch heute wiederum einmal auf das Werden dieser Geisteswissenschaft hinzudeuten, nachdem es vor einiger Zeit, vor einigen Monaten hier notgedrungen durch [gegnerische] Angriffe - schon innerhalb gewisser Grenzen geschehen ist. Trotzdem möchte ich heute Ihren Blick wiederum auf einiges gerade in dieser Richtung Liegende hinwenden. Wir werden in einem zwar noch unvollendeten, aber doch schon so weit gediehenen Bau, sodass in den nächsten Wochen darinnen wird gearbeitet werden können, in dem Goetheanum selber, in dem Bau des Goetheanum, diesen Kursus für geisteswissenschaftliches Erkennen eröffnen. Und wenn ich nun den Namen «Goetheanum», der ja in der Ihnen bekannten Weise diesem Bau hier gegeben worden ist, ins Auge fasse, so muss ich eines der Ausgangspunkte dieser Bewegung gedenken. Diese unsere Bewegung geht ja - ich habe es öfter angedeutet, und auch mit ein paar Sätzen dann in der Einleitung meines Buches «Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens» drucken lassen - es geht ja diese Bewegung aus von den Vorträgen, die ich im Beginne des Jahrhunderts in Berlin vor einem engeren Kreise gehalten habe. Dieser engere Kreis in Berlin bestand zum Teil aus Leuten, die sich damals Theosophen nannten; aber es gehörten zu diesem Kreis auch solche Persönlichkeiten, die dem, was die ändern Theosophie nannten, ganz fern standen. Dieser Kreis versammelte sich jede Woche einmal im Hause der Gräfin Brockdorff in Berlin, und es wurden da aus den verschiedensten Gebieten des Geisteslebens, des öffentlichen Lebens überhaupt,  Vorträge gehalten; es wurde auch manches Künstlerische gepflegt. Ich wurde einmal aufgefordert in diesem Kreise nun auch einen Vortrag zu halten. Und ich sagte zu, trotzdem ich vorher niemals in diesem Kreise gewesen war, auch durchaus nicht wusste, ob ich die eine oder andere Persönlichkeit dieses Kreises kennengelernt hatte; jedenfalls: Die Hausfrau und den Hausherrn kannte ich nicht. Nicht wahr, es gibt ja Momente im Leben, wo man höflich ist. Nachdem ich also durch eine Mittelsperson zugesagt hatte, den Vortrag, der gewünscht wurde, über Nietzsche zu halten - es war ja längere Zeit nach der Abfassung meiner Schrift «Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» -, da fiel mir ein: Du musst doch höflich sein, du gehst jetzt zu der Hausfrau und dem Hausherrn. Also ich schrieb zunächst einen Brief an die Gräfin Brockdorff und bat sie in diesem Briefe, bevor ich in dem Hause den Vortrag halten solle, ihr einmal einen Anstandsbesuch machen zu dürfen. Da schrieb mir die Gräfin Brockdorff zurück: Das sei gar nicht nötig, ich solle nur zum Vortrag - ich weiß schon nicht mehr, an welchem Tage das war, am nächsten Vortrags[abend] eben - kommen. Und da kam ich denn in diesen Kreis und hielt einen Vortrag über Nietzsche. Man lud mich am Ende dieses Vortrags ein, in der Wintersaison bald noch einen Vortrag zu halten. Und ich sagte dann sogleich: Ja, ich würde einen Vortrag halten über dasselbe Thema, über das ich im &1agazin für Litteratur», das ich damals redigierte, geschrieben hatte zu Goethes hundertfünfzigstem Geburtstage. Ich hatte nämlich zu Goethes hundertfünfzigstem Geburtstag geschrieben: «Goethes geheime Offenbarung». Ich sagte: Ich wolle über dieses Thema «Goethes geheime Offenbarung» sprechen bei dem Vortragsabend, zu dem ich da eingeladen worden war. Der Vortrag kam zustande. Und ich versuchte alles dasjenige, was sich anschließen lässt an Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie», in diesem Vortrag dazumal vorzubringen. Das war eigentlich doch, ich möchte sagen, die Urzelle dieser Bewegung, meine lieben Freunde. Die Urzelle war jener Vortrag über Goethes geheime Offenbarung. Dessen muss ich gedenken, wenn wir nunmehr morgen beginnen mit einer wichtigen Etappe in unserer Bewegung hier im Goetheanum. Eigentlich ist es sehr schön, dass diese Bewegung damit zu ihrem Anfange - wenigstens für mich und dasjenige, was ich zu tun habe in der Bewegung - zurückkehrt.  Es ist mit Goethe begonnen worden, und nun beginnen wir morgen etwas außerordentlich Wichtiges in dem Bau, der von Goethe seinen Namen erhielt. Sie sehen also, es ist etwas von Konstanz, von Stetigkeit schon in dem ganzen Fortgänge unserer Bewegung. Der Vortrag, den ich [damals] gehalten habe über Goethes geheime Offenbarung, er hat dann dazu geführt, dass ich in jenem Kreise im Laufe des nächsten Winters vorzutragen hatte im Wesentlichen den Inhalt desjenigen, was nun in meiner Schrift «Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens» im Zusammenhang mit der neueren Naturwissenschaft enthalten ist. Also: Aus Goethe entsprungen, setzte sich das dann fort in jene Schrift hinein. Vor einem erweiterten Kreise trug ich dann dasjenige vor, was enthalten ist in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache». Schon dasjenige, was in meinem Buche «Die Mystik» steht, hat dann dazu geführt, dass ein großer Teil dieser «Mystik» ins Englische übersetzt worden ist. Und das führte dann dazu, dass ich auch aufgefordert worden bin, für das, was in ihren verschiedensten Formen «Theosophische Gesellschaft», «Theosophical Society» war, Vorträge zu haken. Nun werde ich mir niemals irgendwie das Recht nehmen lassen, die Vorträge zu halten, da hinzugeben dasjenige, was ich zu vertreten habe, um es zu vertreten, wo man mich dazu auffordert. Daher hielt ich auch für diejenigen, die sich Theosophen nannten, unter anderen Vorträgen solche, die aber, wie ich von vornherein jedem sagte, der es hören sollte oder hören wollte, nichts enthielten, was nicht meinen eigenen Forschun gen entsprungen war. Ich nahm dann teil an verschiedenen theosophischen Kongressen. Mittlerweile hatte diese Bewegung, die so entstanden war, innerhalb Mitteleuropas Mitglieder erhalten, Mitglieder, die im Wesentlichen durch die Weltanschauung zusammenhielten, welche schon dazumal von mir vertreten worden war. Als ich den Vortrag hielt über Goethes geheime Offenbarung, bedeutete es nicht sonderlich viel, dass dasjenige, was so vertreten wurde, auf Einladung der Theosophical Society hin vertreten worden ist. Bei einem der Kongresse in London sah ich dann auch Olcott, den Präsidenten der Theosophical Society. Er sagte mir dazumal ungefähr: Ja, mit dieser Deutschen Sektion, da ist es doch eine missliche Sache. - Ich meinte: Warum? - Ja, die Mitgliederlisten, die laufen bei uns so schlecht  ein. - Ich sagte: Mich interessieren die Mitgliederlisten nicht, mich interessieren mehr die Mitglieder; und wenn die Mitglieder nur da sind, dann ist es mir ziemlich gleichgültig, ob sie auf der Liste stehen. - Nun, ähnliche Bemerkungen kamen noch öfter vor. Nachdem wir verschiedene Stadien durchgemacht [hatten, fand dann einmal in München - es war 1907 - ein Kongress statt] mit den anderen Theosophen zusammen. Und damals wunderte man sich sehr, dass diese Bewegung so schnell innerhalb Mitteleuropas, wie man sich ausdrückte, aus dem Boden herausgeschossen sei. Denn es war ein Diktum, welches von einem zum ändern immer mitgeteilt worden war unter Mitgliedern der Theosophical Society, insbesondere in den Kreisen derjenigen, die ·advanced» waren - so nannte man diejenigen, die da oder dort etwas dirigierten; und dieses Diktum, das da und dort unter diesen Leuten immerfort ausgesprochen worden ist, das war: Germany is not ripe for this. - Deutschland ist nicht reif für die Theosophie. Nun, dieses Diktum, das wurde dann in München damals ein bisschen unterdrückt. Aber eigentlich kam mir dieses Diktum doch nicht ganz unberechtigt vor; denn für dasjenige, was die Theosophical [Society] in ihrem Schoße barg, waren wir allerdings nicht reif, sind es auch heute nicht, und machen uns, denke ich, gar nichts daraus. Wozu dann diese «Unreife» geführt hat, war ja dieses, dass wir nicht reif geworden sind, diesen Hinduknaben, Alcyone - oder so ähnlich hieß er - anzuerkennen, der ausersehen worden war - als andere, in denen eine Zeit lang die Christus-jesus-Seele inkarniert sein sollte, sich als nicht geeignete Kandidaten erwiesen hatten -, der ausersehen worden war, die Christus Jesus-Seele in sich zu tragen. Und wir erwiesen uns gänzlich unreif. Und daher kam es ja, dass wir dann herausgeworfen wurden. Und so bildete sich immer mehr und mehr dasjenige aus zu äußerer Klarheit, was heute anthroposophische Bewegung ist. Es bildete sich aber damit einfach nur dasjenige, was ursprünglich, ganz ursprünglich da war. Denn, sehen Sie, ich hatte eben gewiss in der Theosophical Society vorzutragen, und gründete eben auch 1902 eine Deutsche Sektion in Berlin; aber während der Gründung, Gründungsverhandlungen, Gründungsversammlung musste ich weggehen; denn ich hatte in einem anderen Lokal einen Vortrag zu halten, der einem Zyklus angehörte, der sich nannte «Anthroposophische Betrachtung der Weltgeschichte» Und  so sehen Sie, dass ich, während die Theosophical Society ihre Deutsche Sektion gegründet hat, über Anthroposophie gesprochen habe. Es ist heute nichts anderes da als dasjenige, was aus dieser Urzelle «Die geheime Offenbarung Goethes» eigentlich entstanden ist. Und Anthroposophische Gesellschaft ist eben nur dasjenige, auch dem äußeren Namen nach, was von mir immer gewollt worden ist. Es war 1909, da war in Budapest der Theosophische Kongress. Damals brodelten in dem Zentrum, in dem Adyar-Zentrum der Theosophical Society schon allerlei kuriose Dinge. Es hatte sich ein Teil der, wie ich glaube - aber das ist eine subjektive Meinung - der vernünftigeren Leute dazumal von der Theosophical Society abgespalten, und dieser Teil brauchte einen Namen. Er wandte sich an mich. Ich hielt den Zeitpunkt noch nicht für gekommen dazumal, um unmittelbar unter der wirklichen Flagge der anthroposophischen Bewegung hervorzutreten. Und so sagte ich denn dazumal: Ich wüsste schon einen Namen, den man geben müsste, wenn einmal diese Bewegung eine vernünftige Form annehmen sollte; aber den brauche ich einmal später, den will ich jetzt noch nicht missbraucht haben. - So sagte ich 1909. Ich meinte den Namen «Anthroposophische Gesellschaf>. Und dann kam es eben 1913 auch zu dieser Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft. Die dann da waren als die Mitglieder, die, insofern sie noch Mitglieder dieser Theosophical Society waren, wurden von dieser Letzteren herausgeworfen, gleich in Bausch und Bogen, alle. Diese Dinge muss man wirklich ins Auge fassen, wenn man die ganze Kontinuität dessen, was heute vor uns steht, meine lieben Freunde, übersehen will; denn da hängen wirklich Anfang und Ende zusammen. Und auch im Laufe der Entwicklung werden Sie Brüche im Grunde genommen nicht wahrnehmen, wenn Sie sie nicht künstlich konstruieren. Dann kam die Zeit, auf welche innerhalb unserer anthroposophischen Vorträge ja oftmals aufmerksam gemacht worden war, die Zeit, wo sich innerhalb der neueren Zivilisation der Niedergang im eminentesten Sinne zeigte: Es kamen die furchtbaren Jahre seit dem Jahre 1914, und es kam der mitteleuropäische Zusammenbruch, der aber in Wirklichkeit ein Zusammenbruch der ganzen modernen Zivilisation ist. Und es musste notwendigerweise hineingenommen werden in die Strömung unserer anthroposophischen Bewegung dasjenige, was jetzt, ich möchte sagen, als ein sozialer Flügel innerhalb dieser Bewegung sich bewegt.  Wer die Bewegung innerlich verfolgt, der sieht ja, wie ganz organisch herausgewachsen ist auch die Dreigliederungsbewegung aus dieser anthroposophischen Bewegung. Durch die Dreigliederungsbewegung kamen allerlei neue Elemente in die anthroposophische Bewegung mit hinein. Allerdings, die Persönlichkeiten, welche die Träger dieser Elemente sind, sie waren zu gleicher Zeit schon da; es kamen allerdings auch andere hinzu, aber wie gesagt: Die Persönlichkeiten, die die Träger dieser Elemente waren, sie waren zu gleichen Zeiten da. Aber bei einer Anzahl von Persönlichkeiten wirkte eben der Dreigliederungsgedanke so, dass in ihnen ein neuer Impetus, ein neuer Impuls aufging. Es ist mir nicht recht ersichtlich, wie dieser Impetus hätte aufgehen können etwa aus der Theosophical Society heraus. Denn, sehen Sie, wenn ich diese wirklichen, realen Momente des Werdens, der Genesis der anthroposophischen Bewegung ins Auge fasse, da muss ich doch immer an solche Dinge denken, wie ich sie auch schon öfter erwähnt habe. Ich war einmal auf einer theosophischen Veranstaltung in Paris. Da redeten zum großen Teil die Leute, die «advanced» waren. Und hinterher sprach man dann so seine Urteile aus über dasjenige, was da - ich kann nicht sagen - geredet worden war; denn man redete nicht über dasjenige, was geredet worden war, sondern die «advanced», namentlich Damen, die bewegten sich zum Teil behende, zum Teil aber auch etwas schläfrig umher und erklärten überall: Da waren so wunderbare Vibrationen in diesem Räume, während der oder jener sprach! - Und man hörte überall loben diese ganz brillanten «vibrations». Und aus alledem, was da geredet worden war hinter den verschiedenen Vorträgen, da konnte ich mir nur die Vorstellung bilden, dass man ja eigentlich bei demjenigen, was vorging im Saale, nicht die Ohren gebrauchte als Vermittler, sondern mir schien die Nase gebraucht zu werden. Denn die Art, wie man da redete hinterher, die war eigentlich doch so, als ob man diese «vibrations» eben gerochen hätte. Sodass da eigentlich Theosophie gerochen werden musste. Aber ich muss schon sagen: Ich glaube nicht, dass aus diesen Berichten, aus diesen Reden viel Soziales hätte herausgerochen werden können! Denn es lag in alledem, was da heimisch war, durchaus nichts von einer Stoßkraft, die dahin gegangen wäre, das lebendige Dasein, das volle Menschentum unmittelbar zu ergreifen.  Die Notwendigkeit, dieses volle Menschentum zu ergreifen, die kam allerdings im zweiten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts ganz gewaltig herauf. Und hätte die anthroposophische Bewegung nicht verspürt, dass sie soziale Elemente in sich aufnehmen müsse, besser gesagt: aus sich hervorgehen lassen müsse, dann hätte sie sich eben als irgendeine in der Ecke stehende Sekte erwiesen, aber nicht als dasjenige, [als] das sie von allem Anfänge an gemeint war: die Wiedererneuerung des geistigen Lebens aus dem geistigen Urquell heraus für die Entwicklungsnotwendigkeiten der neueren Menschheit. Das sollte innerhalb unserer Bewegung durchaus verstanden werden. Und vor allen Dingen sollte verstanden werden, dass, wenn Anthroposophie ihre Aufgabe erfüllen soll, dass sie dann tatsächlich ihre Strömungen hineinergießen muss in alle einzelnen Zweige des modernen Erkennens, dass sie ergreifen müsse alle Wissenschaft. In dieser Beziehung war ja in alledem, was auf anthroposophischem Boden erstrebt war, nichts Ähnliches dem, was etwa auf dem Boden der Theosophical Society erstrebt worden ist. Denn, sehen Sie, da hatte man auch allerlei Kompromisse mit der Wissenschaft geschlossen, aber es waren Kompromisse. Wenn man wiederum in Italien oder in England oder sonst irgendwo glänzen konnte mit einer professoralen Eroberung, die man gemacht hatte in dem oder jenem, selbstverständlich glänzenden, Namen, dann - dann war man froh: Der Professor so und so ist Mitglied der Theosophical Society geworden - eine glänzende Errungenschaft! So hat man die Linie hin gezogen zu den Wissenschaften. Aber diese anthroposophische Bewegung sollte ihre Linien so nicht ziehen. Gewiss, man könnte einigermaßen Erfolge haben, wenn man dienerte vor der gewöhnlichen Wissenschaft; aber das haben wir nicht getan. So habe ich mich, wenigstens nach jener Seite hin, unliebsam bemerkbar gemacht. Ich könnte viele Beispiele anführen, ich will nur eines anführen. Da war ein an sich charmanter Mann [...I innerhalb der Theosophical Society. Der kam einmal in einen CK wo wir einen anthroposophischen Zweig hatten. Er war Botaniker. Mein Trachten war immer auf diejenigen Dinge gerichtet, von denen ich glaubte, dass sie zufällig interessieren könnten. Und so sprach ich denn mit dem Professor der Botanik, und ich sprach über einige Einzelheiten der botanischen Wissenschaft. Es interessierte ihn gar nicht, nicht im Mindesten. Er war sogar etwas unzufrieden, denn er liebte «Theosophie», und von der setzte er voraus, dass sie sich  doch nicht einmische in seine Botanik. Er dachte sich: Botaniker - das ist man im Stile der modernen wissenschaftlichen Entwicklung. Das ist doch selbstverständlich, dass da alles in Ordnung ist. Und dann nimmt man, wenn man so nebenbei Bedürfnisse hat auch die Theosophie auf. Aber da hat man zwei ordentlich voneinander gesonderte Schubfächer: hier Botanik, hier Theosophie. Und da redet das eine dem andern nicht hinein. Daher wurde es ihm höchst unbehaglich, vom anthroposophischen Gesichtspunkte aus über Botanik zu hören. Ein Beispiel für viele. Aber wir konnten das doch nicht unterlassen, überall dasjenige, was aus den Quellen anthroposophischer Forschung kommt, hineinzuergießen in die spezielle Lebensbetätigung, in alles dasjenige, was eben der Welt angehört. Das wurde vielen Leuten unangenehm, recht unangenehm. Denn, nicht wahr, man konnte ein guter Botaniker sein im Sinne der Anforderungen der Zeit, denn man hatte sein Gymnasium absolviert, hatte dann seine Spezialstudien gemacht, hatte seine Dissertation geschrieben, war dann Privatdozent geworden, hatte sein Buch geschrieben, war Professor geworden - nun, man hatte auch seine botanische Sammlung -, es war alles in der Ordnung; das hatte man hinter sich. Wozu da irgendwie dreinreden? Aber man brauchte, weil das unbefriedigend war, etwas für die anderen Bedürfnisse des Menschen. Da nahm man die Theosophie. Leicht zu ergreifen war sie [im Verhältnis] zu den vielen Büchern, die man absolviert hatte, bis man endlich Universitätsprofessor geworden war. Da kaufte man nun noch ein paar andere, also theosophische, Bücher noch hinzu. Nun hatte man auch noch etwas für das andere. Da durften die Kreise nicht gestört werden. Aber so konnten wir es eben nicht machen. So artig, meine lieben Freunde, konnte ich insbesondere nicht werden. Und so war ich denn genötigt, aus anthroposophischen Untergründen heraus in alle Wissenschaften hineinzureden, einfach den Leuten zu sagen: Nein, das geht nicht; mit einem Scheuleder brauchen wir nicht an die Sachen heranzutreten, sondern in jedem der anderen Fächer muss ordentlich aufgeräumt werden; da ist ja alles tot geworden und muss wiederum lebendig werden. Die ganze Sache hängt zusammen mit unseren sozialen Forderungen. Denn hätten wir nicht dieses grässliche Sich-Spezialisieren in lebensfremde Einzelwissenschaften, hätten wir nicht dieses Unverständnis gegenüber dem Leben durch diese abgesonderten Einzel-Wissenschaften, dann wären wir in das Unglück der letzten Jahre nicht hineingetrieben  worden. Und wir müssen dadurch wieder herauskommen, dass wir am rechten Ende anfangen, in die Schubfächer ordentlich hineinzudringen. Sodass der Geist, der allein die Entwicklung der Menschheit tragen kann, auch in allen einzelnen Betätigungen des Erkenntnislebens ist. Und alles dasjenige, was aus diesem Erkenntnisleben hervorgehen soll, das war drinnen in unserer anthroposophischen Bewegung. Und als nun die neuen Elemente kamen, die durch den Dreigliederungsgedanken und durch manches andere, was in der anthroposophischen Bewegung in den jüngsten Jahren vorging, sich angeregt fühlten, da kam auch der Anstoß dazu, jenen Weg zu gehen, der nunmehr führte zu dem, was morgen als unser anthroposophischer Hochschulkursus hier beginnen soll. Doktor Boos, der Begründer, der Führer des schweizerischen Dreigliederungsbundes, der ist es vor allen Dingen, dem diese Stoßkraft innewohnte, die dann zu dem führen konnte, was wir morgen beginnen. Man musste in einer gewissen Weise zunächst ganz darinnen stehen in der Einsicht in die Notwendigkeit, alles wissenschaftliche, alles künstlerische, soziale Leben von der Anthroposophie aus zu befruchten. Man musste mit der innerlichen Kühnheit ausgerüstet sein, wirklich zu verbinden absolut klares, scharf umrissenes Denken mit jener nötigen Intuition, die einsieht, dass dasjenige, was durch die Ströme des Anthroposophischen fließt, wirklich in die Wissenschaften hinein dasjenige liefern kann, was geliefert werden muss. Dann muss man jenes heilige Feuer haben, das sich eben einer solchen Arbeit widmet. Das ist in einer Weise, für die man nicht genug danken kann, durch unsern Freund Doktor Roman Boos geschehen, und ihm haben wir es eigentlich zu danken, dass wir dieses sein Werk vor uns haben, diesen anthroposophischen Hochschulkurs, der morgen beginnen soll. Selbstverständlich dürfen ja nicht vergessen werden alle diejenigen, die in reichlichem Maße mitgearbeitet, mitgewirkt haben; aber eine treibende Kraft muss in all solchem stecken. Und diese treibende Kraft muss, ich möchte sagen, ein sozialer Impetus sein. Das war vor allen Dingen notwendig. Das haben wir in Bezug auf diese Unternehmungen gehabt, und ich möchte nur wünschen, dass wir mit Doktor Boos noch recht viele Unternehmungen hätten; dann werden wir schon vorwärtskommen. Und so können wir dasjenige, was ich mir erlaubte, Ihnen heute in der Urzelle vorzuführen, in seinem Wachstum verfolgen, wie es sich verzweigte zu dem Leben in den einzelnen Wissenschaften, wie es herbeirief  alle die Freunde, die wir nicht warm genug begrüßen können, die sich nun als Vortragende widmen werden der Ausgestaltung der Anthroposophie in die einzelnen Wissenschaften und Lebenszweige hinein. Gerade wenn wir imstande sind, dies vor die Welt hinzustellen, wie Anthroposophie in die einzelnen Wissenschaftszweige hineinwirkt, werden wir auch die nötige Stoßkraft für das soziale Wirken der Anthroposophie bekommen. Das aber, meine lieben Freunde, ist dasjenige, was uns beseelen soll, indem wir miterleben diesen Kursus des anthroposophischen Hochschulwesens. Wünschen möchte man, dass recht, recht viele neue Keime aus allem Einzelnen, was hier getan, gesprochen, gezeigt werden wird, hervorgehen mögen. [Es folgen Ausführungen, die nicht unmittelbar in Bezug zur Gesellschaftsgeschichte 1902 bis 1913 stehen:] «Wir werden also dem Programm gemäß morgen beginnen mit diesem anthroposophischen Hochschulkursus. Wir werden als erste Veranstaltung morgen die haben, welche gewissermaßen der Ausgangspunkt sein soll. Zuerst werden wir beginnen morgen um fünf Uhr mit einem musikalischen Vorspiel von unserem Freunde Stuten. Dann werden Ansprachen folgen, unter denen meine sein soll über Wissenschaft, Kunst und Religion, die aber hoffentlich eine ganze Reihe von Ansprachen anführen wird, durch die in der verschiedensten Weise kurz hingedeutet wird auf die Bedeutung des Momentes, der sich in die Gegenwart so hineinstellt]L dass von hier aus, von diesem Goetheanum aus wirklich versucht wird, jenen Impuls in die Welt zu leiten, der vor allen Dingen auf eine Erneuerung des Wissenschaftslebens ausgeht. Dann wird folgen eine Probe der Vertonungen unseres Freundes Schuurman, nämlich seine Vertonung eines poetischen Einzel-Einschiebsels in der <Chymischen Hochzeit> des Christian Rosenkreutz. Dann wird eine Pause sein. Nach einer Pause werden Deklamationen, andere musikalischen Leistungen folgen. Dann wird diese Morgenfeier schließen mit einer eurythmischen Aufführung. Sodass wir zunächst hinweisen auf die verschiedenen Betätigungsrichtungen, die hier von diesem Goetheanum aus gepflegt werden sollen. Heute, meine lieben Freunde, würde es wohl zunächst unsere Aufgabe sein, zu denken an die Bewältigung der Arbeit, die uns zufällt, indem wir  ja dafür zu sorgen haben, dass die ganze dreiwöchentliche Veranstaltung in würdiger, aber auch in praktischer Weise verläuft. Es ist dazu notwendig, dass die Herren von unserem schweizerischen Dreigliederungsbund, die Herren des Goetheanums, vom Verein des Goetheanismus und so weiter, die Damen und Herren unterstützt werden durch eine Reihe anderer Persönlichkeiten, welche - bitte, nehmen Sie mir die Dinge nicht übel, sie sind ja nicht immer so schlimm gemeint, wie sie sich ausnehmen - für Ordnung sorgen, nicht wahr, denn wenn sie schon vorher draußen vor dem Eingänge gestanden sind, ist es wirklich nicht notwendig, dass man noch eine Stunde damit zubringt, bis alle auf ihren Plätzen sitzen, sondern dass man dafür sorgt, dass jeder möglichst rasch seinen Platz findet, dass also ausgeführt wird dasjenige, was höchst bald zum Stillsitzen und Zuhören führt. Ich muss sagen, dass es mir morgen eigentlich leidtut, dass ich just reden muss: Ich fände es viel reizvoller, ein Ordner zu sein; denn man kann da, wenn man ein Ordner ist, so schöne Talente entwickeln. Erstens nimmt sich ein Ordner so schön aus, wenn er recht behände ist, wenn er nicht ungeschickt ist, wenn er ein Billett in die Hand bekommt - verzeihen Sie, es ist ja nicht schlimm gemeint -, es erst von allen Seiten ansieht, so wie ein ungeschickter Postbeamter am Schalter mit dem Brief es macht, sodass man in Verzweiflung kommt, bis man seinen Zettel bekommt für einen Einschreibebrief etwa, sondern mit einer schnellen Bewegung sofort weiß: Da ist der Platz -, sodass der Betreffende laufen kann und sofort an seinen Sitz kommt. Also schnell anweisen, aber in gelassener Ruhe, und dabei noch charmant sein, nicht derb, sodass derjenige, der den Platz angewiesen bekommt, eine große Freude hat; sodass keiner die Meinung haben kann: Da wird man angeschnauzt. Das also finde ich eine gute Gelegenheit, seine schönsten Talente zu entwickeln; das ist eigentlich außerordentlich begehrenswert. Und so bitte ich denn namentlich die Herren, charmant zu sein. Ich glaube, es wird in diesem Falle gerade sehr schön sein, wenn die Herren sozusagen amtlich charmant sind; die Damen ohne Amt so zwischendrinnen charmant sind. Ich bitte die Herren nach zwei Gesichtspunkten hin zu streben, das blaue Bändchen hier, welches den Ordner auszeichnen soll, ins Knopfloch zu bekommen. Ich denke mir, dass es wirklich ein erstrebenswertes Ziel sein wird, besonders für diejenigen, die aus monarchischen Staaten kommen, wo ja jetzt nichts anderes mehr zu bekommen ist ins Knopfloch, ein zeitgemäßes Ideal sein wird. Wir werden also alle diejenigen, die bestrebt sein  werden, die Eintrittskarten so schnell anzusehen, den Platz anzuweisen und charmant zu sein, mit einem blauen Bändchen schmücken - nicht mit einem roten etwa, damit die Schweizer nicht denken, wir seien Sozialisten oder so etwas; nicht wahr, man kommt ja jetzt in alle möglichen üblen Reden durch den Pfarrer Kully vielleicht, wenn man den Leuten rote Bänder gibt; also Sie bekommen blaue Bändchen und werden alle charmante und behände Saalordner sein. Von diesen zwei Gesichtspunkten aus bitte ich das zu betrachten. Der eine Gesichtspunkt ist der, wenn man weiß, man ist einer von denen, die behände und charmant sein können, dann unterlasse man es ja nicht, sich an der Ordnung zu beteiligen. Und wenn man wissen sollte, dass man vielleicht im Laufe der letzten Jahre zu viel Militarismus in sich aufgenommen haben könnte, sodass man solche Eigenschaften nicht entwickeln könne - es ist aber nur in Parenthese gesagt und wirklich nicht schlimm gemeint -, also wenn jemand im Laufe der letzten Jahre zu starke militärische Neigungen in sich aufgenommen hätte, die dann nicht taugen dazu, charmant zu sein und dergleichen, also wenn man etwa zu stark zu kommandieren sich angewöhnt hat, dann möge man anthroposophische Selbstbescheidenheit üben und das unterlassen, sich am Ordnen zu beteiligen. Aber wie gesagt, das sage ich nur, wie man in der alten Wissenschaft gesagt hat: der Wüstheit halber'. Ich will gleich Alternativen vorbringen. Man muss in der Wissenschaft vollständig sein. Wir haben ja jetzt einen wissenschaftlichen Kursus. Nicht wahr da braucht man nicht gleich so radikal zu sein, wie die eine Persönlichkeit von der Nachbarschaft hier, die, als sie das erste Mal hier heraufgekommen ist, nicht versäumen wollte, uns gleich zu tadeln, weil wir - die wir doch ein <Neuerer> sein wollten -, nun überall, wo man hinblicke, <olle Kamellen>, wie der Berliner sagt, von Doktor-Titel und so weiter hätten; wenn man schon mit dem Erneuern anfange, meinte die Persönlichkeit, so solle man einmal solche Titel weglassen. Nun, nicht wahr; darüber kann man ja verschiedener Meinung sein, wenn man das oder jenes machen wolle, sich einen neuen Rock anziehen solle; nur wollen wir nicht in Äußerlichkeiten unsere Ideale sehen, und deshalb habe ich auch der Vollständigkeit halber das zweite genannt, und hoffe im Ernste, dass es nicht nötig gewesen ist, dass ich es erwähnen musste. Nun, damit würde ein Teil desjenigen, was wir heute zu absolvieren haben, erledigt sein, wenn uns die betreffenden Persönlichkeiten, die  sich als Ordner nach dem voraus Gesagten nun ganz besonders berufen fühlen, uns kund und zu wissen tun, dass sie dieses blaue Bändchen für die nächsten Tage ins Knopfloch bekommen wollen, und besonders für morgen. Vielleicht könnte es so sein, dass Doktor Boos selber oder jemand, den er dazu ernennt, nachher die Namen derjenigen entgegennimmt am Schlusse, die sich zu solch hohem Amt berufen fühlen. Das wird das eine sein. Das andere würde sein, dass ich bitte, dass diejenigen der verehrten Herren, welche vortragen werden und schon heute da sind, sich vielleicht am Schlusse des heutigen Abends bei mir melden, weil noch einiges besprochen werden muss. Das wäre zunächst dasjenige, was ich zu sagen hätte. Und ich werde jetzt, da ich ja erst seit heute da bin und die ziemlich umfangreichen Vorbereitungen, die nötig waren, um diesen Kursus in die Weg zu leiten, nicht habe mitmachen können gerade in den letzten Tagen, Doktor Boos bitten, die Leitung des heutigen Abends zu übernehmen, und uns vorzuschlagen, was nach dieser Richtung noch weiter zu geschehen hat. Wir werden aber dann, wenn wir die für morgen und die folgenden Tage zu besprechenden Dinge absolviert haben, noch einige andere Dinge für den heutigen Abend zu besprechen haben, die sich auf einige andere Ereignisse beziehen. Aber zuerst wollen wir die Tagesordnung für den Kursus besprechen. Dr. Boos bringt die notwendigen Maßnahmen und Einrichtungen zur Besprechung. Am Schluss ergreift Dr. Steiner nochmals das Wort: ·Ich möchte nur noch bemerken für diejenigen Freunde von auswärts, die als Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft gekommen sind, dass ja am Sonnabend und Sonntag anthroposophische Vorträge wie bisher, wenn ich in Dornach anwesend bin, stattfinden werden, und ich glaube auch Eurythmie-Vorstellungen am Samstag und Sonntag. Die Vorträge werden nach der Eurythmie um acht Uhr oder wenn keine Vorstellungen am Samstag und Sonntag sein sollten, um halb acht Uhr stattfinden, und zwar, wenn wir alle unterbringen können, hier in der Schreinerei, sonst drüben im Bau. Die Eurythmievorstellungen werden ja auch hier in der Schreinerei sein>  Dr. Boos macht Mitteilung von verschiedenen Umtrieben, die hetzerisch und verleumderisch wirken wollen, und fordert auf, sich zu äußern zu einem Vorschlag, der ihm gemacht worden sei, auch etwas in die Presse zu schicken von der Versammlung, die nun schon beisammen sei. Dr. Schmiedel meint, man solle die Anzahl der Gäste angeben. Dr. Boos, sagt, dass er es auch schon überlegt hatte, meint, durch eine Massenversammlung hier eine Resolution zu verfassen, in der dann auch die noch nicht hier Anwesenden inbegriffen sein können der Stimmung nach, man braucht nicht mit Zahlen aufzurücken; durch knappe, kurze Form wäre eine Resolution außerordentlich wirksam. Eine Annahme der Resolution wird vorgeschlagen. Da keine Abänderungen vorgeschlagen werden, will er nochmals fragen. - Es ist Einstimmigkeit zu konstatieren. Damit ist diese Angelegenheit auch zum Abschluss gebracht betreff dieser Resolution. Rudolf Steiner: «Ich glaube, es ist nicht nötig, dass dasjenige, was durch die Presse gegangen ist über die Versammlung, die ja hier stattgefunden haben soll in Dornach, die offenbar einberufen worden war durch die Umtriebe von Pfarrer Kully und Pfarrer Arnet, ich glaube, es ist nicht notwendig nach dem Pressebericht viel zu reden über diese Versammlung. Es sind gewisse Dinge mitgeteilt worden, die ja allerdings einem vielleicht nahelegen könnten, das oder jenes andere zu bemerken. So zum Beispiel ist es eine immerhin bemerkenswerte Tatsache, dass diese Herren, die nun aus dem absolut unwahren, verlogenen Sinn heraus alles Mögliche zusammentragen, was nicht wahr ist, dass diese Herren also in der Lage sind, oder wenigstens in der Lage sein sollen, genaue Berichte zu haben über sagen wir zum Beispiel die Feier unserer Grundsteinlegung und dergleichen. Es sind überhaupt alle Ansätze dafür vorhanden, dass den beiden Herren, die ja die Seele der Gegenaktion, der entstehenden Bewegung sind, im Grunde genommen vonseiten unserer Leute, unserer Mitglieder so ziemlich alles, was die Herren haben wollen, ausgeliefert wird. Meine lieben Freunde, es ist dann natürlich schon bald ein Unsinn noch in geschlossenen Kreisen Versammlungen zu liefern, wenn gerade  aus unserm Kreise heraus alles dann an Pfarrer Kully und ähnliche Leute getragen wird. Nicht wahr, es muss so etwas schon gesagt werden, weil ja eben durchaus die Dinge sich äußern. Die Versammlung selbst geht einen erstens nichts an; denn dasjenige, was die Leute unter sich ausmachen wollen, das mögen sie unter sich ausmachen, mögen sie so unanständig sein wie nur immer; unanständig genug waren sie ja, wie wir bereits wissen. Dasjenige, wogegen sich die Resolution, die wir soeben haben vorgeschlagen bekommen von Doktor Boos, wendet, ist eben das, was sie als Unrat nach außen ausgeschieden haben, und was durch eine Schweizer Presse sogar verbreitet worden ist. Gegen das müssen wir uns selbstverständlich wenden. Was sie unter sich ausmachen, das mögen sie unter sich selbst ausmachen. Wenn wir nicht gerade darüber hören, dass es durch geisteswissenschaftliche Mitteilungen vonseiten unserer Mitglieder geschieht, über Dinge, von denen man glauben sollte, dass sie innerhalb unserer Kreise bleiben. Es wird zum Beispiel gesagt, dass jener Herr, von dem wiederum mitgeteilt wird, dass er sich in Ur-Schwizerdütsch ausgedrückt haben soll, dass der solche Schweinereien geredet haben soll, dass nun die Leute sich bemüßigt gefunden haben sollen, nun einfach das Schweinische herauszulassen. Aber wie gesagt, die Leute mögen unter sich alles mögliche ausmachen, das geht uns ja vorläufig nichts an. Ich bemerke, dass sie es wirklich unter sich ausmachen sollten. Denn denjenigen, die nicht dazugehören und sich nach jener Versammlung begeben haben sollen, wurde ja in einer sehr unanständigen Weise gezeigt, dass sie nichts zu reden haben, und sie wurden in unanständiger Weise an die Luft gesetzt. Sodass also irgendwelche Nichtdazugehörige zu den Leuten zum Schlusse oder wenigstens bei einem Teil der Versammlung gar nicht anwesend gewesen zu sein scheinen. Es mögen einige wenige nur dort gewesen sein. Aber auf der anderen Seite möchte ich davor warnen, dass gar zu sehr man sich wiederum einlullt und sich dem hier oftmals charakterisierten Schlaf wieder hingibt. Dieses Schlafen gegenüber den Gefahren, die uns von jener Seite kommen, das ist eben das Allerschlimmste, das eigentlich in unsern Reihen passieren könnte. Und geschlafen wird ja nach dieser Richtung viel. Auch heute, nachdem ich kaum zurückgekommen bin, hörte ich schon wiederum, dass in einer gewissen Behaglichkeit Nachrichten verbreitet werden, dass ja das Auftreten der Katholiken in einer solchen schmähli chen Weise, wie es geschehen ist, uns überall unter den Nicht-Katholiken gute Freunde gebracht habe. Also es handelt sich bei einer großen Anzahl von unseren Mitgliedern nicht darum, den Sachen ins Auge zu schauen, sondern darum, dass man nun wiederum eine Ausrede für sich selber findet, um sich hübsch aufs andere Ohr, auf die andere Seite zu legen, wenn in das eine Ohr hineindringen will, was im Dornacher «Ochsen» verhandelt wird - in jener Versammlung, von der gesagt worden sein soll - ich weiß nicht, ob es wahr ist, ich betone das ausdrücklich -, von der gesagt worden sein soll: Eine so große «Ochsen»-Veranstaltung hat in Dornach noch niemals stattgefunden. - Aber das ist nur aus dem Grunde gewesen, weil die Versammlung im «Ochsen» war. Aber denjenigen, die sich gleich wieder auf das bequeme Schlafohr legen möchten, denen möchte ich empfehlen, in jenem Bericht, der geschrieben worden ist über diese Versammlung, eine gewisse Mitteilung, die schon verstanden werden soll, und die zeigen könnte, wie bedeutsam die Angriffe eigentlich sind, zu beachten. Es wird da gesagt - ich finde es im Augenblick nicht wörtlich, aber es steht in einem der Berichte -, dass die Art und Weise, wie der Pfarrer Kully in jener Katholikenversammlung gesprochen hat, eine ganz merkwürdige gewesen sei. Derjenige, der das mitteilt, ist offenbar eigentümlich berührt gewesen, frappiert gewesen von der besonderen Redewendung des Pfarrers Kully. Der sagt nämlich: Ein einheitlicher Gedanke ging weiter nicht durch die Rede; viel Sinn hatte die Rede auch nicht; aber sie war aus lauter einzelnen Bildern, die in gewisser Weise vor die Leute hingestellt wurden, bestehend, die nur zusammengefasst waren durch alles dasjenige, was Hass bewirken konnte, dass diese Bilder, diese Imaginationen vor die Leute hingestellt wurden, die durch das Element des Hasses zusammengehalten wurden. 'Wer weiß, welcher Art die Methoden und Polemiken auf gewissen Seiten sind, der weiß auch, dass solch eine Mitteilung außerordentlich viel zu bedeuten hat, und dass diese Dinge wirksam sind. Es ist schon notwendig, oder wäre wenigstens notwendig, dass schließlich auf unserer Seite gewusst werden könnte, nachdem Jahrzehnte lang Anthroposophie getrieben wird, dass über solches nicht ohne Weiteres hinwegegangen werden könne, und dass man sich nicht beruhige dadurch, nun, dass man sich sagt: Jetzt wird auf jener Seite gehetzt und in sehr schamloser Weise gehetzt ... Dadurch gewinnen wir gerade auf der anderen Seite wieder besondere Freunde. Es handelt sich darum, dass  man schon versucht, den Dingen ganz unbefangen ins Auge zu sehen; denn die Leute - ich habe das schon öfter gesagt -, die Leute, die auf jener Seite kämpfen, die wissen ganz gut, was sie wollen, wissen ganz gut, wie sie wirken sollen, und wie sie die Dinge steigern sollen, und wie sie dann zuletzt zu ihrem Ziele durch diese geschickte Steigerung und Stimmung kommen. Also es wäre besser, zu versuchen, der Sache ins Auge zu sehen und zu wissen, dass tatsächlich die Situation für uns eine sehr fatale ist, hier, wo wir gerade dasjenige hingestellt haben, was uns am heiligsten sein soll. Und es wäre notwendig, zu berücksichtigen, dass wir gerade aufwachen sollen, und zu berücksichtigen, dass es doch immer wieder und wiederum möglich ist, dass die Dinge, die unter uns bleiben sollten, sofort also auch dem Pfarrer Arnet zugetragen werden. Oder ist es denn nicht zum Beispiel sehr merkwürdig, wenn hier eine Mitteilung steht: Der Pfarrer Arnet habe gesprochen davon, wie viele Leute in schlimmer Weise in ihrer Gesundheit beeinflusst werden durch dasjenige, was von meinen Übungen ausgeht; wenn er weiter reden wollte über dasjenige, was ihm alles zugetragen wird, müsste er das Beichtgeheimnis übertreten. Also, es wäre schon ein wenig notwendig, auch innerhalb unserer Reihen auf dasjenige zu sehen, was durch solche Dinge immer wieder an die Oberfläche kommt. Im Übrigen halte ich es eben für unwürdig, dass wir uns mit der Versammlung beschäftigen; denn, nicht wahr, über gewisse Dinge lässt sich eben einfach nicht mehr verhandeln, wenn sie anfangen, ein gewisses Niveau unterhalb des Anstandes als das ihre zu betrachten, so kann man nicht mehr verhandeln, kann über die Sache gar nicht mehr im Ernste reden. Aber das soll nicht dazu auffordern, dass man eben gegenüber demjenigen, was von dort ausgeht, nicht wachsam sein sollte. Ich glaube nicht, dass wir sonst noch etwas zu besprechen haben heute. Ich würde also bitten, dass sich diejenigen verehrten Freunde, welche das blaue Bändchen ins Knopfloch zu erwerben wünschen, dann bei Doktor Boos melden. Und nach einigen Minuten werde ich auch wieder hier sein und werde bitten, diejenigen Freunde, welche in den nächsten Tagen vortragen und heute schon hier sind, sich zu einer ganz kurzen Besprechung über ein paar Punkte zusammenzufinden, über die wir uns verständigen müssen. Ich werde also in einigen Minuten wieder hier sein.  ZUR ENTWICKLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT 1902-1913  Zur zwölften Zusammenkunft der Europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Juli 1902 (Ausführungen des Herausgebers) Vom 5. bis 7. Juli fand 1902 in London die zwölfte, jährliche Zusammenkunft der Europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar statt. Marie von Sivers reiste bereits Mitte Juni nach London. Rudolf Steiner folgte am 1. Juli als designierter Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft und blieb dort bis zum 11.Juli. Von Bertram Keightley,' dem damaligen Leiter der Europäischen Sektion wurde Rudolf Steiner zur Mitarbeit in der Kommission berufen, die sich mit der Frage der zukünftigen Zusammenarbeit der europäischen Sektionen auseinanderzusetzen hatte. Nachdem (unter Einbezug der zu diesem Zeitpunkt noch bevorstehenden Gründung der Deutschen Sektion) die verschiedenen Landessektionen als gegründet betrachtet werden konnten, wurde die vormalige Europäische Sektion aufgelöst. Es wurde beschlossen, für die zukünftige Zusammenarbeit der europäischen Landessektionen jährlich einen Kongress der Europäischen Föderation der Landessektionen durchzuführen. In seinem Lebensgang schreibt Rudolf Steiner rückblickend: ·Ich habe, als ich 1902 zum ersten Male in London auf dem Kongresse der Theosophischen Gesellschaft sprach, gesagt: Die Vereinigung, die die einzelnen Sektionen bilden, soll darin bestehen, dass eine jede nach dem Zentrum bringt, was sie in sich birgt; und ich betonte scharf, dass ich für die Deutsche Sektion dies vor allem beabsichtige. Ich machte deutlich, dass diese Sektion niemals sich als Trägerin festgesetzter Dogmen, sondern als Stätte selbstständiger geistiger Forschung betätigen werde, die sich bei den gemeinsamen Zusammenkünften der 1 Bertram Keightley: 1860-1944, Mitarbeiter Helena Petrovna Blavatskys und später Annie Besants, war 1891 bis 1893 Generalsekretär der Indischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Benares; 1901-1905 Generalsekretär der Britischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar. In seinem Lebensgang schreibt Rudolf Steiner: ·Ich wurde sehr befreundet mit ihm» (GA 28, Dornach 2000, S. 397). Rudolf Steiner wohnte vom I. bis 11. Juli 1902 bei Bertram Keightky in London Bayswater. Im Brief vom 1. Juli 1902 schreibt Rudolf Steiner an seine erste Ehefrau Anna Eunike (1853-1911): ·Fr1. von Sivers führt mich zu Mr Keightley. Ein reiner Segen: In England muss man in solchen Häusern jeden Morgen baden. Also erste Londoner Erfahrung: ein Bad. Dann Frühstück bei Mr Keightley. Das ist ein recht sympathischer, durchaus liebenswürdiger Mensch. Mittag wollte ich heute nicht mitessen. Denn es scheint mir doch das Beste, wenn ich mich nicht so an Zeiten binde. Also sitze ich denn da mittags 2 Uhr - da ist es aber in Berlin schon 3Uhr - und habe eben gegessen: Stewed kidney Lyonais. Du würdest das Ding geröstete Niere nennen. Heute Abend für 7 Uhr habe ich mit Keightley dann eine Konferenz, wo er einmal hören soll, wie es sich mit den deutschen Theosophen verhält.· Zitiert aus: Briefe, Bd. II, GA 39, Dornach 1989, S. 412.  ganzen Gesellschaft über die Pflege echten Geisteslebens verständigen möchte» (GA 28, Dornach 2000, S. 415). Im Oktober 1918 äußerte sich Rudolf Steiner wie folgt über diese erste Ansprache auf einem internationalen Treffen der Theosophischen Gesellschaft: «So zum Beispiel versuchte ich,' als ich das erste Mal teilnahm an einem Kongress der ·Theosophica1 Society> in London, einen gewissen Gesichtspunkt hineinzubringen. Ich hielt eine ganz kurze Rede. Es war in der Zeit, als eben die Entente cordiale geschlossen worden war, und als alles unter dem Eindrucke der eben abgeschlossenen Entente cordiale stand.' Ich hatte versucht zu charakterisieren, dass es sich in der Bewegung, die die <Thcosophicä1 Society> darstellen will, nicht darum handeln kann, von irgendeinem Zentrum aus irgendetwas als theosophische Weisheit zu verbreiten, sondern dass es sich lediglich darum handeln kann, dass das, was die neuere Zeit von allen Seiten der Welt heraufbringt, gewissermaßen an einer gemeinsamen Stätte eine Art Vereinigungspunkt hat. Und ich hatte dazumal geschlossen mit den Worten: Wenn wir auf den Geist bauen, wenn wir geistige Gemeinschaft in wirklich konkreter, positiver Weise suchen, sodass der Geist, der da und dort erzeugt wird, nach einem gemeinsamen Zentrum der <Thcosophicä1 Society· getragen wird, dann bauen wir eine andere Entente cordiale. Von dieser anderen Entente cordiale sprach ich dazumal in London. Es war meine erste Rede, die ich in der <Thcosophicä1 Society> gehalten habe, und ganz in aller Absicht sprach ich von dieser anderen Entente cordiale. [...I Aber die Sympathien waren durchaus nicht auf meiner Seite». Die Zusammenkunft fand in einem Anbau der renommierten St. James Hall statt. In einem zwar gedruckten, aber nicht publizierten Bericht über das Treffen wird auch kurz der Vortrag Rudolf Steiners referiert. Steiner sprach in Deutsch und Marie von Sivers übersetzte ins Englische. Der Bericht lautet wie folgt: «He said that he had been sent over by the Berlin Lodge to learn something of the Theosophical Movement at its fountain-head. In Germany they were about to found a new Section, and he would endeavour to give an idea of the state of things there. They had but few people at present who had the least idea of theosophical teachings, but there were some diligent workers in several large eitles, and there was much latent power in Germany and a strong desire to seck for further spiritual understanding. Rationalistic philosophy possessed a great influence among the classes it was most desirable to reach, and this philosophy might be made the greatest enemy if not encountered properly, 2 So zum Beispiel versuchte ich ... nicht auf meiner Seite: Aus dem Vortrag vom 27. Oktober 1918, in: Geschichtliche Symptomatologie, Dornach 1982, GA 185, S. 145. Von der Rede selbst in London am 5.Juli 1902 ist keine Mitschrift überliefen. 3 Es war in der Zeit, als eben die Entente Cordiale geschlossen worden war: Die Entente Cordiale, das Abkommen zwischen Frankreich und Großbritannien über Kolonialbesitztümer in Afrika, wurde allerdings erst am 8. April 1904 abgeschlossen. 1907 wurde auch Russland einbezogen.  or, on the other hand, it could be of greatest assistance if the foundation of Theosophy in Germany were laid on the writings of the great German philosophers. Such men as Leibniz, Schelling, Fichte and Hegel were real theosophists and they should attach themselves to the teaching these men had left» (Zitiert nach Crispian Villeneuve: Rudolf Steiner in Britain, A Documentation of his Ten Visits, Vol I, 1902-1921, Forest Row 2004, S. 29-30. Ein -möglicherweise sogar nur ·das» - Exemplar des gedruckten, aber nicht publizierten ·Report of Proceedings» befindet sich laut Aussage von Crispian Villeneuve in der Zentrale der Theosophischen Gesellschaft in England am Gloucester Place in London). In deutscher Übersetzung vom Herausgeber: «Er sagte, er sei von der Ber liner Loge herübergeschickt worden, um etwas über die theosophische Bewegung an ihrem Quelltopf zu erfahren. In Deutschland sollten sie eine neue Sektion gründen, und er würde sich bemühen, eine Vorstellung vom Stand der Dinge dort zu geben. Gegenwärtig hätten sie nur wenige Menschen, die eine gewisse Ahnung von theosophischen Lehren hätten, aber es gäbe einige fleißige Arbeiter in mehreren großen Städten, und es gäbe in Deutschland genügend latente Kraft und einen starken Wunsch nach weiterem spirituellem Verständnis. Die rationalistische Philosophie habe einen großen Einfluss auf jene Klassen ausgeübt, die am wünschenswertesten zu erreichen wären, und diese Philosophie könnte zum größten Feind gemacht werden, wenn sie nicht richtig angetroffen würde; oder sie könnte andererseits von größter Hilfe sein, wenn die Begründung der Theosophie in Deutschland auf die Schriften der großen deutschen Philosophen fuße. Solche Männer wie Leibniz,' Schelling,' Fichte' und Hegel' seien echte Theosophen und man solle sich an die Lehre halten, die diese Männer hinterlassen hätten.· Weitere Dokumente zu Rudolf Steiners Darstellungen auf diesem zwölften Kongress der europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) liegen nicht vor. 4 Leibniz: Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, Universalgelehrter der Aufklärung. 5 Schelling: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854), deutscher Philosoph und Anthropologe, Nachfolger auf dem Lehrstuhl Hegels in Berlin. 6 Fichte: Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), deutscher Philosoph des Idealismus. 7 Hegel: Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), deutscher Philosoph, Vertre ter des deutschen Idealismus. - zu Fichte, Schelling, HegeL' Siehe hierzu u. a. Rudolf Steiner Die Rätsel der Philosophie, GA 18. Die erste Ausgabe hiervon erschien unter dem Titel Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert, Band I im Jahr 1900 und Band II im Jahr 1902, beide in Berlin. - Siehe insbesondere auch: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchener Kongress P/Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284. Auf dem Kongress der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft 1907 in München ließ Rudolf Steiner vor der Bühne die Büsten von Fichte, Schelling und Hegel aufstellen.  Außer Rudolf Steiner und Marie von Sivers nahmen aus Deutschland teil: Henriette von Holten ' Adolf Kolbe,' Ludwig Deinhard.'° Bemerkenswert ist noch, dass es hier wohl auch zu ersten Begegnungen mit Elisabeth Vreede" und Daniel Nicole Dunlop" kam. 8 Henriette von Holten: 1845-?, geb. Borcher¢ keine näheren Angaben bekannt. 9 Adolf Kolbe: ?-1934, Mitglied der Theosophischen Gesellschaft seit 1897, gründete 1898 mit Bernhard Hubo den Hamburger Pythagoras-Zweig, der zu den Zweigen gehörte, die 1902 die Deutsche Sektion bildeten. Von 1905 bis 1913 im Vorstand der Deutschen Sektion, esoterischer Schüler Rudolf Steiners. 10 Ludwig Deinbard: 1847-1917, Ingenieur und Industrieller, 1894-1896 Leiter eines der ersten theosophischen Zweige in München. Wirkte seit 1900 für die Bildung einer Deutschen Sektion und gehörte von 1902 bis 1908 zu deren Vorstand. Sein Buch Das Mysterium des Menschen im Lichte der psychischen Forschung. Eine Einführung in den Okkultismus, Berlin 1910, wurde von Rudolf Steiner sehr geschätzt. Vgl. dazu auch den Vortrag vom 19. Mai 1917 in Mitteleuropa zwischen Ost und West, GA 174a, 2. Aufi. Dornach 1982, S. 155-175 und Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264. - Gehörte anfänglich dem Kreis um Karl du Prel an, später zum Kreis um Hübbe-Schleiden, schloss sich dann aber ganz Rudolf Steiner an. 11 Elisabeth Vreede: 1879-1943, Mathematikerin, Astronomin und Philosophin. Seit 1914 Mitarbeiterin am Goetheanum, wo sie ab 1919 das Rudolf Steiner Vortragsarchiv einrichtete. 1920 Gründungsmitglied und dann Sekretärin des Zweiges am Goetheanum. Von 1923 bis 1935 Mitglied des Gründungsvorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und Leiterin der mathematisch-astronomischen Sektion der Freien Hochschule am Goetheanum. 12 Daniel Nicole Dunlop: 1868-1935, Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in England von 1930 bis 1935, Organisator der International Summerschools 1923 (in Penmaenmawr) und 1924 (in Torquay). Gründer der British Welda Company.  DIE BILDUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT 18. UND 19. OKTOBER 1902 [IN BERLIN] Bericht von Richard Bresch «Der Vähan», Jahrgang IV, Nr. 5 und Nr. 6, November Dezember 1902 Nachdem bereits am Abend des 18. Oktober zwischen einzelnen Delegierten Vorbesprechungen stattgefunden hatten, begannen die Verhandlungen programmmäßig mittags um halb eins Uhr im Saale der Theosophischen Bibliothek und ehemaligen Wohnung des nach Meran übergesiedelten Grafen Brockdorff, [Berlin] Charlottenburg, Kaiser-Friedrich-Str. 54a. Eingeleitet wurden dieselben durch eine passende Ansprache des Vorsitzenden Dr. Steiner. Wer die Zeichen der Zeit verstehe, dem könne es nicht entgehen, dass wir vor einer neuen Geistesepoche ständen, dass sich eine neue Wende vorbereite, die ebenso wichtig und bedeutsam sei wie die zu Zeiten Augustins oder etwa des 16. Jahrhunderts, ein Wandel, in dem speziell Deutschland zu etwas ganz Großem berufen sei; der deutschen Wissenschaft falle dem Materialismus gegenüber die wichtigste Aufgabe zu, nur Hand in Hand mit ihr würden wir wirken können ... Vertreten waren die mit dem Sektions-Charter bedachten zehn Logen wie folgt: Berlin durch Charlottenburg » Hannover » Lugano » München » Düsseldorf » Kassel » Stuttgart » Leipzig » [Hamburg » Dr. Rudolf Steiner, Julius Engel, Wilhelm [Eggers], Dr. Hübbe-Schleiden, Ludwig Deinhard, Bruno Berg, G. F. Scharlau, Fr. Pfundt, Richard Bresch. Bernhard Hubo]  Diese kamen zunächst darin überein, dass den Satzungen der europäischen Sektion entsprechend bei den Abstimmungen die mehr als 25 Mitglieder zählende Loge Berlin drei, alle übrigen Logen aber nur zwei Stimmen haben sollten. Auf die einzelnen Paragrafen der neuen Satzungen ausführlich einzugehen ist, da Letztere demnächst separat im Druck erscheinen dürften, hier nicht der Ort, bemerkt sei hier nur, dass, damit möglichst alle Logen im Vorstande vertreten wären, beschlossen wurde, außer den, den Satzungen der europäischen Sektion entsprechend, in oder bei Berlin als Hauptquartier wohnenden vier noch zehn weitere, im ganzen also vierzehn Vorstandsmitglieder zu wählen. Die Wahl fiel nun auf Dr. Steiner als Generalsekretär, auf Frau von Holten als Schatzmeister, auf Julius Engel, Fräulein von Sivers und Herrn Rüdiger (Charlottenburg) als in oder bei Berlin wohnenden, und ferner auf die Herren Dr. HübbeSchleiden, Ludwig Deinhard, Günther Wagner, Bernhard Hubo, Adolf Kolbe (Hamburg), Bruno Berg, Dr. Noll (Kassel), Oppel (Stuttgart), Richard Bresch. Alle wurden auf drei Jahre gewählt. Das Rechnungsjahr schließt mit dem 30. September, und es wurde beschlossen, keine für das laufende Jahr bereits nach London gezahlten Beiträge zurückzuerbitten, sodass also für das bereits begonnene Rechnungsjahr die für jedes Mitglied mit drei Mark festgesetzten Beitragsgebühren von den Zweigen jetzt einzuziehen und an den neuen Schatzmeister abzuliefern sind. Die, abgesehen von außerordentlichen, jährlich stattzufindende Generalversammlung soll am 19. Oktober tagen. Mitzustimmen auf derselben haben außer den Logen-Delegierten nur der Generalsekretär und Schatzmeister. Die von Dr. Steiner beabsichtigte Herausgabe einer Zeitschrift unter dem Namen «Lucifer», deren erstes Heft etwa im Januar 1903 erscheinen wird, soll die Tendenz haben, alle Fäden und Richtlinien, die aus Natur Kunst, Philosophie, Wissenschaft und sozialem Leben zum Geistigen hinführen, bloßzulegen und zu sammeln, also zur Theosophie hinüberzuleiten. Dieses Unternehmen wurde allerseits als ein durchaus zweckmäßiges, ebenso mühevolles wie verdienstliches begrüßt, ein eigenes Sektionsorgan solle nicht bestehen, jedoch auch der «Vähan» die Sektionsnachrichten veröffentlichen. An Glückwünschen ist ein schriftlicher seitens der italienischen Sektion, ein telegrafischer seitens der französischen, ein mündlicher von der skandinavischen durch einen anwesenden Herrn aus Dänemark und von  der britischen Sektion durch Frau Besant zu erwähnen, ferner noch einige Glückwunschtelegramme seitens einzelner Mitglieder. Die Verhandlungen zogen sich bis auf den nächsten Tag hinüber, mussten nämlich um sechs Uhr abends des ersten Verhandlungstages abgebrochen werden, da Frau Besants Ankunft um sieben Uhr auf dem Bahnhof Friedrichstraße erwartet wurde. Sie war eigens aus London nach Berlin gekommen und hat damit bekundet, wie großes Gewicht sie und mit ihr die britische Sektion auf die Bildung der deutschen legt. Durch ihre Anwesenheit in diesen Berliner Tagen hat sie deren Bedeutung wesentlich erhöht und uns deutsche Theosophen zu Danke verpflichtet. Pünktlich fuhr der Zug in die Halle und es fand hier von etwa 25 Mit-gliedern ein kurzer, aber herzlicher Empfang statt. Am folgenden Tage trat, von Dr. Steiner begrüßt, Frau Besant während der Verhandlungen in den Saal und wurde ihr durch allgemeines Erheben von den Sitzen eine Ovation dargebracht; sie wohnte den Verhandlungen etwa eine halbe Stunde bei. Nachdem Letztere dank der geschickten und taktvollen Leitung Herrn Dr. Steiners einen wohl allseitig befriedigenden Abschluss gefunden, überreichte sie ihm, als dem Generalsekretär, den Charter der Deutschen Sektion und hielt nach einer Pause, in der dank der liebenswürdigen und reichlichen Bewirtung seitens Fräulein von Sivers auch das Leibliche seine Rechnung fand, vor 50 bis 60 Personen eine Ansprache. Sie führte aus, wie die europäische (jetzt wieder britische) Sektion bisher die Logen aller europäischen Nationen umfasst habe, wie schwerfällig und kompliziert aber ihre Verwaltung dadurch gewesen sei, ein Zustand, der natürlich nur ein provisorischer sein konnte, bis nach und nach eine nationale Sektion nach der anderen auf eigenen Füßen stehen und sich von der Muttersektion loslösen konnte; so sei die skandinavische, holländische, französische und italienische Sektion entstanden und es gereiche ihr zur besonderen Genugtuung, dass nun auch das deutsche theosophische Werk von Deutschen in deutscher Weise in Angriff genommen werde. Alle Völker seien verschieden und eine jede Nation betreibe die Theosophie in anderer in ihrer Weise, doch die Völker seien wie die Töne einer Harmonie, ein jedes trage seinen Teil zur großen Harmonie bei, ihr Zusammenklang bilde die Harmonie, verwirkliche die allgemeine Bruderheit, so sei auch die deutsche theosophische Arbeit ein notwendiger Bestandteil der den Erdball umspannenden theosophischen Gesamtbewegung. Die theosophische Bewegung bedürfe des deutschen  Geistes, bedürfe der Mitarbeit des deutschen Volkes, um von ihm bereichert zu werden. Im weiteren führte Frau Besant den Unterschied aus, der zwischen der theosophischen und anderen Gesellschaften bestehe (vergleiche Februar-«Vähan», S. 129), und dass der nunmehrige Zusammenschluss der Logen zur Sektion der Formung eines Gefäßes aus Ton vergleichbar sei, es werde so ein Reservoir für das göttliche Leben geschaffen, von wo aus sich Letzteres über die Menschheit ergießen könne. Gegenüber den Religionsstiftungen früherer Zeiten durch je einen großen Lehrer, der dies göttliche Leben übermittelte, stelle die theosophische Bewegung einen erheblichen Fortschritt dar, nicht eine neue Religion sei sie, sondern sie erstrebe die große Einheit aller Religionen. Doch mit dem Hinabströmen des göttlichen Lebens in das Reservoir, mit dem Empfangen des Privilegs wachse für die Mitglieder auch die Verantwortung, und sei ein harmonisches Zusammenwirken ein unerlässliches Erfordernis. Wenn im Alltagsleben jedweder Gewinn und Fortschritt nur des eigenen persönlichen Vorteils wegen gesucht werde, so müsse dies nun anders werden, es gelte, sich zu reinigen und alle persönlichen Wünsche und Abneigungen fallen zu lassen, so erst werde man aus einem bloßen Mitgliede der Gesellschaft ein Theosoph. Zur Duldung aller Meinungsunterschiede gelange man aber durch die Erwägung, dass in allen zwar ein Leben wohne, dieses sich aber in jedem anders manifestiere und ein jeder die Wahrheit nur von anderem Standpunkt, in anderer Weise erblicke. Der eine besitze poetische, der andere organisatorische, der dritte intellektuelle, rednerische oder literarische Begabung. Im Zusammenwirken nun a]leg in der gegenseitigen Duldung, Wertschätzung und Förderung liege das Geheimnis des Erfolges. Den Schluss des Abends bildete ein Vortrag Dr. Steiners über praktische Karmastudien, auf den einzugehen wir uns versagen müssen. Ein gesellig-anregender Verkehr im vegetarischen Restaurant vis-a-vis dem Central-Hotel hielt viele Mitglieder bis zu später Stunde zusammen. Auf den Dienstag, den 21. Oktober, mittags zwischen 11 und 1 Uhr hatte Frau von Holten die Mitglieder in ihr gastfreundliches, vornehmes Heim geladen, und in lebhafter Unterhaltung war die Zeit verflogen, als mittels der neuen Hoch- bzw. Untergrundbahn nach Charlottenburg aufgebrochen werden musste, wo in den schon benutzten Räumen vor etwa 50 Mitgliedern seitens Frau Besant gar mannigfache Fragen beantwortet wurden:  Betreffs der Christian Science meinte sie, man unterscheide die christlichen und die mentalen Heiler. Die Ersteren leugneten alle Krankheit, nur Gott besitze Realität, alles sonst sei unwirklich, Täuschung - die Letzteren aber erkennen die Krankheit an und ständen damit jedenfalls auf rationellerem Standpunkt, sie suchten die durch falsches Denken entstandene Disharmonie durch richtiges Wollen und Denken wieder in Harmonie (Gesundheit) überzuleiten. Indes bestehe bei all solchen Heilungen die Gefahg das Übel zwar von der niederen Ebene wegzubringen, es dafür aber in höhere hinaufzuziehen, von wo aus es dann in anderer schlimme rer Form einst wieder hinabsteigen müsste; physische Leiden sollten daher nur mit physischen Mitteln behandelt werden. Heilungen durch Beten etc. sollten eigentlich nur Schauende bewirken. Solche sehen, woran es fehlt, und beobachten die Wirkung ihres Tuns. Wenn die Heiligen Heilungen bewirken, so handeln sie aus dem Schauen heraus, dass das betreffende Karma des Kranken sich ausgewirkt habe, und sie stellen dann die erwünschte Harmonie mittels ihrer eigenen Lebensenergien wieder her. Ferner wurde gefragt: Wie verträgt sich, dass Jesus mit seinen Jüngern Fische gegessen, mit dem Gebote reiner Nahrung? Auch hätte der Heiligen Schrift zufolge Jesus Fisch gegessen, nachdem er seinen Jüngern erschienen. Ist der Astralleib überhaupt in der Lage, Speise zu sich zu nehmen? Antwort: Letzteres deute darauf, dass die Stelle symbolisch verstanden sein will. Für die christlichen wie auch für die heiligen Schriften des Ostens gelte, dass gleichzeitig drei Auffassungen möglich sind. Die erste ist, dass man es mit historischen oder tatsächlichen Angaben zu tun habe, die die große Masse des Volkes Moral und Ethik lehren sollen; die zweite Auffassung ist für die Entwickelteren, die intellektuelle, die dritte die tiefste, mystische. Der Entwickeltere, wie ja auch der jetzige Fragesteller, findet in den Aussprüchen einen inneren Widerspruch, der ihn dazu drängt, eine höhere Erklärung zu suchen; Fische bedeuten in okkultem Sinne Esoterik; wenn also Jesus mit seinen Jüngern Fische gegessen, so bedeute dies, dass er sie im Geheimwissen unterwiesen habe. Übrigens aber könne der Heilige ohne Schaden auch unreine Nahrung genießen, da er die schädlichen Säfte unschädlich zu machen oder auszuscheiden wisse, wie die Legende vom heiligen Sankharacharya beweise, dem einer seiner Jünger unreine Nahrung zum Vorwurf gemacht hatte. Am nächsten Tage kamen sie an eine Schmiede, wo der Lehrer ein glühendes Stück Eisen ergriff und es dem Jünger in die Hand geben wollte. Als dieser aber zu rückwich, ward er belehrt, dass er, der Lehrer ebenso unreine Nahrung ohne Schaden genießen könne, der Schüler aber nicht. - Auf die Frage: ·Welches Karma zieht der sich zu, der über sein theosophisches Wirken seine Familie vernachlässigt?, kam der Bescheid, dass ein jeder da seine Pflicht zu tun habe, wo sein Karma ihn hineingestellt, dass also auch ein jeder in erster Linie für seine Familie zu sorgen habe, im Übrigen müsste jeder selbst wissen, wie viel Zeit er der Berufspflicht zu widmen habe und wie viel er für Theosophie verwenden dürfe. Frage: Haben die Märtyrer ihre furchtbaren Leiden in einem früheren Leben verschuldet oder nicht? Antwort: Die Märtyrer nehmen zum Wohle der Menschheit solche Leiden meist aus freien Stücken auf sich, dadurch von einer sich ihnen bietenden Gelegenheit rascheren Fortschritts profitierend bzw. sich so ein gutes Karma für die Zukunft schaffend. Frage: Lazarus solle am vierten Tage nach dem Tode von Christus wieder zum Leben erweckt sein. Müsste nicht nach vier Tagen der Körper begonnen haben in Verwesung überzugehen, und sei die Erweckung trotzdem möglich? Antwort: Zunächst hätten wir keinen Beweis dafür, dass es wirklich so gewesen wäre. Wenn eine Verwesung schon eingetreten sei, sei eine Erweckung zum physischen Leben nicht mehr möglich. Die magnetische Verbindung des astralen mit dem physischen Körper müsse noch vorhanden sein, sonst sei es selbst einem Heiligen unmöglich, jemanden wieder ins Leben zurückzurufen. Diese Verbindung aber könne noch Wochen nach dem scheinbaren Tode vorhanden sein. Frage: Wenn diese Verbindung, noch so lange existieren könne, kann es dann nicht häufig vorkommen, dass Menschen lebendig begraben würden? Antwort: Wir wollen hoffen und wünschen, dass dies nicht so häufig vorkommt, doch sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, ja es sind Lagenänderungen in den Gräbern beobachtet und daher Fälle des Wiedererwachens nachgewiesen worden, jedenfalls sei die in Frankreich bis zum Begräbnis vorgeschriebene kurze Frist nicht zu billigen. Frage: Ob es richtig sei, sich nach dem Tode verbrennen zu lassen? Antwort: Sie (Besant) habe stets die Ansicht vertreten, die beste An der Bestattung sei das Verbrennen, weil dadurch jegliche Verbindung mit der physischen Welt am schnellsten und gründlichsten abgebrochen würde.  Eine weitere Frage betraf die alle Jahrhundert aus höheren Ebenen hinabsteigende geistige Flutwelle, die sich mit Schluss des Jahrhunderts von der physischen Ebene wieder zurückziehe. Frau Besant bestätigte diese Angabe, doch sei das Sich-Zurückziehen der Flutwelle kein Grund, das theosophische Wirken nachher einzustellen, andernfalls die nächste geistige Flutwelle um so viel tiefer einsetzen müsse. Eine Frage, die Mantras betreffend, wurde dahin beantwortet, selbst der Unwissende erziele, wenn er ein Mantra zitiere, eine wenn auch nur geringe Wirkung. Weit wirksamer aber seien sie, wenn sie sachverständig mit bewusstem Willen und Erkenntnis hergesagt würden. - Erwähnung geschah auch des neuerlich von einem Londoner Sekten-Geistlichen erhobenen Anspruchs, der inkarnierte Jesus zu sein, dem mit Vorsicht zu begegnen man alle Ursache habe; dem aber, dass sich Jesus, wie einst seinen Jüngern, auch heute noch einem Kreise seiner Anhänger im Astralen zeigen könne, sei wenigstens die Möglichkeit nicht abzustreiten, nur wäre äußerste Reinheit der Aspirationen solcher Anhänger unerlässliche Vorbedingung. Schließlich wurde von Frau Besant auch noch der schon oft gegen das Karmagesetz erhobene Vorwurf, dass es alle Wohltätigkeit und Barmherzigkeit unterbinde, widerlegt. Wer eine sich ihm darbietende Gelegenheit, einem Notleidenden Hilfe zu bringen, unter dem Vorwände unbenutzt lässt, zu leiden sei des Hilfsbedürftigen Karma, der bedenkt nicht, dass eben er ja vom Karma als Werkzeug erwählt war, Abhilfe in der Not zu schaffen. Unterlässt er es, so wird in ähnlicher Not auch er im Stiche gelassen werden, das Karmagesetz aber sucht und findet dann einen anderen Vollstrecker seines Bedürfnisses und kann nicht unerfüllt bleiben oder gebrochen werden. Abends endlich hielt Frau Besant im Hotel Prinz Albrecht den öffentlichen Vortrag, zu dem etwa 400 Personen erschienen waren. Eingeleitet wurde er durch eine Ansprache Dr. Steiners: Viele möchten, so sagte er, überrascht gewesen sein, als er sich vor etwa 14 Tagen im GiordanoBruno-Bunde öffentlich zur Theosophie bekannt habe. Aber wie Giordano Bruno damals, sich auf Keplers Entdeckungen stützend, die Anerkennung einer neuen Weltanschauung forderte, so bringe die Theosophie heute eine neue Weltanschauung und ständen wir heute genau wie damals an einem welthistorischen Wendepunkte. Heute nun sei die Deutsche Sektion gegründet worden und aus diesem Grunde die hervorragendste Vertrete rin in der theosophischen Bewegung nach hier gekommen, um die ersten Worte öffentlich zu sprechen. Frau Besants Vortrag über Theosophie, ihre Bedeutung und Zweck lautete nun etwa folgendermaßen: In den letzten 100 Jahren, so begann Frau Besant ihren öffentlichen Vortrag über Theosophie, ist uns die Welt gleichsam kleiner geworden, weil wir sie leichter und vollständiger überschauen, andererseits aber erscheint sie uns auch größer, wenn wir erwägen, was die Forschung in mühevoller Arbeit Erstaunliches ans Licht gebracht hat. Die Länder die Völker sind einander näher gerückt, mit Leichtigkeit durchkreuzen wir nach allen Richtungen die Ozeane; wozu man früherJahre bedurfte, dazu genügen heut Wochen und Monate, wozu man sonst Tage brauchte, dazu reichen heut Minuten oder Stunden. Doch nicht allein die räumlichen Entfernungen schwinden, sondern auch die zeitlichen. Während man vor 100 Jahren nur einige 1000 Jahre in der Menschheit Vergangenheit rückwärts schauen konnte, vermag unser Blick heute weiter und weiter zurückzublicken. Die alten Bauten und sonstigen Überreste längst entschwundener Zivilisationen treten zutage, verschollene Nationen und tote Sprachen werden erweckt, sodass sie gleichsam vor unseren Augen zu neuem Leben und Treiben erwachen. Wir erblicken sie vor uns in ihren Gebräuchen und Gewohnheiten, ja schriftliche Aufzeichnungen gewähren uns sogar Kunde von ihren religiösen Anschauungen und bei einem Vergleiche zwischen den sonst so verschiedenen Überlieferungen der verschiedensten Völker ergab sich zu unserem Erstaunen, dass alle Religionen der untergegangenen Völker in den Hauptpunkten übereinstimmten, dass ihnen also eine gemeinsame Wurzel zugrunde liegen müsse. Aus dem Schoße der Erde, aus Gräbern und uraltem Gemäuer kommen Schriften zum Vorschein, die dieses bestätigen. In Mexiko zeugen alte Baudenkmäler von einer längst entschwundenen Zivilisation, die die Spanier, die zuerst dort hingekommen waren, in Erstaunen gesetzt hatte. Rund herum um das Mittelmeerbecken, in Zentral-Asien, Maze donien, bei den alten Etruskern etc., fand man beim Öffnen der Gräber Schriften, aus denen sich über die Natur, über den Menschengeist und seine ewige Dauer dieselben Gedanken ergaben, ja bei den Chaldäern, den Persern und anderen Nationen hat die vergleichende Mythologie für gewisse Prinzipien sogar den gleichen Ausdruck gefunden, nirgends fand sie eine von den anderen gänzlich verschiedene religiöse Lehre, sondern allüberall dieselben Doktrinen, dieselbe Ethik, dieselben Symbole;  da drängte sich ihr denn die Frage auf, wo die Wurzel liege, der diese auffallende Übereinstimmung zu verdanken ist. Viele Forscher haben ja freilich diese Übereinstimmung damit zu erklären gesucht, die Religionen und ersten rohen Gottesbegriffe der Wilden seien aus Furcht vor den Naturgewalten und dem Tode, also überall aus den gleichen Motiven entstanden und hätten sich allmählich mit wachsender Intelligenz und Kultur entwickelt und veredelt. Die bedeutendsten Denker außerhalb der Kirche waren es, die diese Ansicht vertraten, unter ihnen insbesondere auch Huxley, sie nannten sie den Agnostizismus, das heißt die Meinung, dass wir Menschen über Religion und übersinnliche Dinge nichts wissen könnten und hierin alles lediglich Glaubens- und Gefühlssache sei. Allein die Erfahrungen stimmen mit jener Ansicht nicht überein, denn statt sich allmählich entwickelnder vervollkommnender Religionen finden wir vielmehr stets von vornherein hoch vollkommene reine, hochgeistige Religionen gegründet, die erst im Verlaufe der Zeit degenerieren, materialisieren - also gerade den entgegengesetzten Vorgang. Aus den alten Schriften besonders der Inder ergibt sich, dass die Begriffe über Gott, Jenseits, ewige Gerechtigkeit etc., je weiter wir in der Zeit zurückgreifen, statt gröber und roher, immer feiner und höher werden." * Bestätigt wird dies unter anderem auch von Max Müller in seinen Essays zur allgemeinen Religionswissenschaft (S. 40ffj, wo er sagt: ·Der Monotheismus ist dem Polytheismus vorausgegangen und durch den polytheistischen Nebel in den Vedas bricht die Erinnerung an den Einen unendlichen Gott hindurch. Ferner von Spiegel, einem der ersten Kenner der persischen Religion, wenn er sich in seiner ·Eranische Altertumskunde», Bd. II, Vorrede, über Erstere wie folgt ausspricht: ·Entgegen meiner früheren Ansicht, glaube ich jetzt nicht mehr, dass die eranische Religion aus dem Polytheismus in der Art hervorgegangen sei, dass man die Vielheit der Götter auf eine Zweiheit beschränkte und zuletzt beim Monotheismus anlangte. Richtiger erscheint es mir vielmehr, dass ein kräftiger Monotheismus dem Dualismus vorausging.· Und auch die ·Germania» vom 5. Nov. d. J. sagt in einem Artikel ·Ursprüngliche Vidgötterei·: ·Die Urreligion, sie soll einmal gewesen sein, wie sie will, muss in den ältesten Religionen irgendwelche Spuren, irgendwelchen Nachglanz hinterlassen haben. Diesen Spuren gilt es nachzugehen, wenn man die Entwicklungsgeschichte der Religion erforschen will. - Was lehren nun die ältesten Religionen der Chinesen, Ägypter, Indogermanen in ihren schriftlichen Denkmälern von einer ursprünglichen Vielgötterei? Nicht das Allergeringste. Im Gegenteil. Je weiter die Forschung vordringt in die graue Vorzeit, je mehr sie durch die verschiedensten Entdeckungen in den Stand gesetzt wird, die frühesten Keime der Religion zu prüfen, desto mehr erweist sich das Bild einer, dem wüstesten Fetischismus und ausschweifendsten Polytheismus huldigenden,  In den [Upanishaden] zum Beispiel, die, wie angenommen wird, etwa 5000 vor Christus geschrieben wurden, finden wir die erhabensten Begriffe von Gott und dem Menschengeiste niedergelegt, hinter denen selbst unsere größten Philosophen zurückbleiben, wie dies zum Beispiel Schopenhauer anerkannte, indem er von den [Upanishaden] sagte, dass sie seinen Geist erleuchtet hätten und beim Sterben sein Trost sein würden. Da nun die Religionen sich also nicht aus der Wild- und Unwissenheit entwickelt haben, vielmehr, soweit die Geschichte reicht, von Weisen wie Laotse, Zoroaster, Moses, Krishna, Buddha, Jesus, Mohammed gegründet wurden, so beantwortet die Theosophie die Frage nach dem Grunde der sich bei allen Religionen, auch denen der grauen Vorzeit, zeigenden Übereinstimmung dahin: Es gibt eine Bruderschaft göttlicher Menschen, die sich weit über die Entwicklung der gewöhnlichen Menschen erhoben haben; diese Bruderschaft sendet von Zeit zu Zeit einen Bruder aus, der, sei es als König oder Führer und Lehrer, ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Rasse behütet, überwacht, belehrt und erzieht. All' diese Meister nun haben der Welt die gleichen Wahrheiten verkündet, und die Geschichte lehrt, dass jeder neuen Religion auch eine neue Entwicklungsära folgt. Alle Haupt-ldeen der alten Religionen treten wieder in den modernen Religionen auf, so fand sich die Idee der Fortentwicklung ein und derselben menschlichen Wesenheit viele Lebensläufe hindurch (Reinkarnation) auch bei den Hebräern und im Urchristentum; später, im sechsten Jahrhundert n. Chr. freilich wurde sie als Ketzerei erklärt und lebte nur noch in einigen Sekten fort. Aber die Religion braucht sich nicht notwendig auf solch' einen göttlichen Lehrer, also auf den Glauben an eine Autorität zu gründen, sondern sie kann auch ein Wissen, eine Erkenntnis sein. Es vermag der Mensch, sich von seinen Körpern zu trennen und die höheren Ebenen des Bewusstseins zu betreten, das ist längst wissenschaftlich bewiesen, das Christentum, der Islam, auch viele Mystiker bis in die neueste Zeit bezeugen diese Möglichkeit, wir sehen Urmenschheit als großartiger Humbug. ... Die Geschichte ist vorgedrungen bis in die fernsten Zeiten. Sie kennt Völker, welche der Vielgötterei gehuldigt von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart in allen Weltteilen. In diesen langen Jahrhunderten müsste doch irgendwo der Punkt sich nachweisen lassen, wo die Umbiegung der Vielgötterei zum Monotheismus begänne, wenn auch in noch so schwachen Ansätzen. Warum bringt man keine solchen Tatsachen bei? Sehr einfach, weil man keine hat.· D.R.  Beweise dafür im Somnambulismus, in der Telepathie, der Suggestion, dem Hypnotismus, in allen Arten des Hellsehens [und so weiter], sodass selbst die hartnäckigsten Skeptiker sich diesen Tatsachen nicht mehr verschließen können. Freilich versuchen sie derartige Kundgebungen damit zu diskreditieren, dass diese Kundgebungen nur bei Hysterie, bei Nervenanomalien, also einem krankhaften Zustande," aufträten. Nun, ich sage nicht, dass es so ist, aber gesetzt selbst, es verhielte sich so, dass ein Herausgehen aus dem Körper nur solchen Personen von hyperfeinen Nerven möglich wäre, so wäre dies doch kein Zeugnis gegen das Vorhandensein dieser Tatsache, was kümmert uns auch das Werkzeug, wenn nur seine Leistungen groß, wertvoll sind. Lombroso, ein italienischer Psychiater, sagt, dass Genie und Wahnsinn sehr nahe beieinanderwohnen. Gesetzt, er hätte recht, so ist es doch ein Glück für die Menschheit, dass es solche Genies gibt, die uns durch ihre Schöpfungen beglücken. Oder meinen Sie etwa, dass die Beafessenden, Biertrinkenden, muskelfesten Dutzendmenschen eher imstande wären, solche Kunstwerke hervorzubringen? Betrachten wir unsere großen Genies, einen Genius wie Beethoven, einen Bildner wie Michelangelo, einen Goethe, einen Shakespeare! Woher bekamen sie ihre großen Ideen? Bekamen sie sie nicht dadurch, dass sie sie auf höherer Ebene im Geiste erschauten? Wie manche Mitteilung ist uns von Menschen gemacht worden von dem, was sie im Trance oder in der Verzückung gesehen und gehört haben! In diesem Zustande verlässt der geistige Mensch seinen Körper, schlüpft gleichsam aus seiner Hülle heraus und kann sich dann auf höhere als die physische Ebene erheben, er sieht dort, ist hellsehend. Diese Fähigkeit kann auch durch Übung und eine gewisse Schulung erworben werden; das, was dort sieht oder erkennt, ist unser geistiger Wesenskern und da dieser ein Ausfluss des einen großen Lebens ist, das in allen lebt, so " Die heutigen Ärzte wissen aber zwischen Epilepsie und Ekstase sehr wohl zu unterscheiden; dies zeigt eine in der ·Deutschen Revue· erschienene nachgelassene Arbeit Prof. Kußmauls. Die Behauptung, viele der größten Männer der Weltgeschichte, z. B. der Apostel Paulus, hätten an Epilepsie gelitten, finden wir hier abgewiesen. <Bei Mohammed>, sagt Kußmaul, <Scheint es sich um ekstatische, nicht um epileptische Nervenzustände gehandelt zu haben; er diktierte aus seinen Anfällen heraus die Suren des Korans, was mit der Natur epileptischer Anfälle unvereinbar ist.> Kußmaul for-dm die wissenschaftliche Pathologie müsse an die Diagnose der Epilepsie strengere Anforderungen stellen. D.R.  kann es auch diese Einheit in allen nicht allein anerkennen, theoretisch für wahr halten, sondern, wenn der Mensch erst imstande ist, das Bewusstsein ununterbrochen in sein zeitliches Tagesbewusstsein mit hinüberzunehmen, so sieht, weiß und empfindet er diese Einheit, das eine Leben, das in allen pulsiert so versteht er seinen Bruder, weil er mit ihm fühlt, mit ihm denkt und ihn liebt, nicht als einen anderen, sondern als einen Teil seines eigenen Ichs. Weil er nun alle versteht, so umfasst er auch alle mit gleicher Liebe. Dieses Wissen sollen wir alle erlernen. Die Theosophie gibt uns dazu die Möglichkeit, sie bietet ihre Schätze an. Stehen wir erst alle auf dieser Höhe des Erkennens und Wissens, dann wird ein jeder auch die Verschiedenheit des anderen achten. Der Hass aber und die Gegnerschaft, wie sie heute noch zwischen den Nationen herrschen - der Franzose hasst den Engländer, der Engländer den Deutschen, der Deutsche den Franzosen und so weiter -, beruhen darauf, dass jedes Volk sein Verhältnis zu jedem anderen Volk durch die Brille seiner selbst geschaffenen Gedanken- und Empfindungsatmosphäre betrachtet, im Lichte der ewigen Wirklichkeit sind alle diese Antagonismen zwischen den Völkern wie Individuen Unverstand und Torheit; nur einen Wettstreit zwischen ihnen sollte es geben, nämlich den, welches Volk sich um das Wohl der Gesamtheit die größten Verdienste erwirbt. Es kommt die Zeit, wo ein jeder den Ton und die Farbe erkennt, die in einer jeden Nation, einem jeden Individuum zum Ausdruck kommt, wo ein jeder die aus diesen Tönen und Farben fließende Harmonie erfasst; sich ihrer freut, in ihnen eine Ergänzung des eigenen Tons, der eigenen Farbe findet diese Klang- und FarbenHarmonie aber wird uns zu jenem ewigen seligen Frieden führen, wie er eben der göttlichen Weisheit, Theosophie, dereinst entsprießen wird> Soweit Frau Besants öffentlicher Vortrag, welcher auf die selbst wenig Englisch verstehenden Zuhörer sichtbar einen tiefen und nachhaltigen Eindruck gemacht hatte; da war nichts Effekthaschendes, Theatralisches, nichts Schreiendes, Aufdringliches; in kurzen, wuchtigen, kraftvoll betonten Sätzen erhielt selbst der Nichrversteher den Eindruck des Würdevollen, Bedeutsamen. Frau Besant sprach mit vollendeter Rhetorik, trotz des noch nicht lange überwundenen schweren Fiebers ohne eine Spur der Ermüdung, ohne nur einmal zu stocken, ohne nur einmal ein Wort zu verbessern oder eine begonnene Phrase zu verändern, und der letzte Satz ihrer Rede kam so frisch heraus wie der erste.  Herr Dr. Steiner hatte es zum Schluss übernommen, die Hauptideen dieses Vortrags auch den nicht Englisch verstehenden Zuhörern zu verdolmetschen, nicht wörtlich zwar, sondern in seiner Eigenart, doch eine Wiedergabe seiner Ausführungen würde zu viel des Obigen wiederholen müssen, weshalb hier von einer solchen abgesehen werden muss. So haben wir denn in diesen denkwürdigen Berliner Tagen endlich den heiß und lange ersehnten Zusammenschluss gefunden, sodass es mir am nächsten Tage feierlich durch die Seele zog und ich leicht mich hätte überreden können, Berlin habe den festlichen Flaggenschmuck nicht der Kaiserin, sondern unserer Sektion wegen angelegt. Ist doch allem Stagnieren und Im-Sande-Verlaufen der theosophischen Bewegung in Deutschland, allem Zersplittern in illegitime Abspaltungen nun nach Möglichkeit vorgebeugt, haben wir doch für ein gedeihliches Wachstum eine lebensfähige organisatorische Grundlage geschaffen, ein gesundes Samenkorn in fruchtbaren Boden gesenkt. Die eigentliche Arbeit freilich, das Wachsen selbst, hat jetzt erst zu beginnen, mögen sich unter uns nun auch all' die dazu nötigen Tugenden und Fähigkeiten finden.  BERICHT ÜBER DIE DREIZEHNTE JAHRESVER SAMMLUNG DER BRITISCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT VOM 3. BIS 5. JULI 1903 IN LONDON. Schriftlicher Bericht von Rudolf Steiner «Der Väbam, Jahrgang V Nr. 1, Juli 1903 Am 3., 4. und 5. Juli wurde in London die dreizehnte Jahresversammlung der britischen Sektion der «Theosophischen Gesellschaft abgehalten. Verbunden mit dieser Generalversammlung war eine Besprechung der Generalsekretäre der britischen, der holländischen, der französischen, der italienischen und der Deutschen Sektion über die An, wie künftig die Jahresversammlungen der «Vereinigung europäischer Sektionen» sich zu gestalten haben. Eine dieser Sektionen wird jedes Jahr die Vertretung der ändern zu sich einladen; die Sektion, welche einladet, und der OK, an dem diese Versammlung stattfinden soll, werden jeweilig für das nächste Jahr beschlossen. Das Nähere in dieser Richtung wurde in einer Vorbesprechung am 3. Juli geregelt. Man einigte sich dahin, dass in der Jahresversammlung die Generalsekretäre Berichte geben von dem Fortgang der theosophischen Bewegung in ihren Ländern, und dass man gemeinsame Angelegenheiten bespreche. Die nähere Berührung der Mitglieder der theosophischen Bewegung in den verschiedenen Ländern wird auf diesen Versammlungen angestrebt werden, damit der internationale große Grundzug der theosophischen Bewegung sich immer mehr geltend mache. Zugleich wurde beschlossen, in jährlich erscheinenden Mitteilungen die Berichte über die Bewegung zu sammeln, welche die Generalsekretäre geben. Zum Redakteur dieser Mitteilungen wurde van Manen von der holländischen Sektion gewählt. Nach der freundlichen Einladung für nächstes Jahr seitens des Generalsekretärs der holländischen Sektion wurde beschlossen, dieser Aufforderung zu folgen und als den Ort der nächsten Jahresversammlung Amsterdam zu bestimmen. - Am Abend des 4. Juli hielten die Generalsekretäre der oben genannten Sektionen Ansprachen, in denen sie auf den Fortgang der theosophischen Bewegung in den einzelnen Ländern hinwiesen. Dr. Rudolf Steiner, der Generalsekretär der Deutschen Sektion, konnte bei der Kürze des Bestehens unserer  Sektion weniger auf schon errungene Erfolge hinweisen; er sprach von den besonderen Aufgaben, die der deutsche Volksgeist der theosophischen Bewegung stellt, und von den Hoffnungen und Aussichten, die wir hegen dürfen, wenn wir die im deutschen Geistesleben liegenden Keime für die Theosophie fruchtbar machen. - Sowohl die Vorbesprechung 'wie auch die Versammlung selbst wurden von dem in London anwesenden Präsidenten der « Theosophischen Gesellschaf> persönlich geleitet. - Das war auch der Fall für die Versammlungen der «Britischen Sektion» selbst, die am 4. Juli eine geschäftliche Sitzung abhielt und am 5. [Juli] Ansprachen veranstaltete. Von der geschäftlichen Sitzung sei nur hervorgehoben, dass die Vertreter der fremden Sektionen, auch Dr. Rudolf Steiner von unserer Deutschen Sektion, Begrüßungs-Ansprachen hielten und dass Bertram Keightley, der bisherige Generalsekretär dieser Sektion, wieder gewählt worden ist, jedoch so, dass für die Dauer seines Aufenthaltes in Indien Mrs Hooper selbstständig als stellvertretender Generalsekretär die Geschäfte zu führen berufen wird. Die Versammlung am 5. Juli leitete Präsident H. S. Olcott mit einer Ansprache ein, in der er sich über die Gründung, die Ziele und Aufgaben der theosophischen Bewegung verbreitete, und in der er namentlich darauf hinwies, dass keinerlei Dogmenglaube durch die «Theosophische Gesellschaft» gefördert werden wolle, dass die Einheit in den verschiedenen Bekenntnissen gesucht werden solle, damit das Element der Bruderliebe im weitesten Sinne durch die Gesellschaft in die Menschheit verpflanzt werde. - Bertram Keightley sprach über die «Kommende psychische Welle». Er deutete auf das Interesse hin, das gegenwärtig von verschiedensten Seiten gewissen psychischen Erscheinungen und Kräften entgegengebracht wird. Doch nehme dieses Interesse zumeist eine Richtung auf das Persönliche, wie z. B. in der «christlichen Wissenschaften Die theosophische Bewegung betont dafür das Unpersönliche, das Selbstlose; unter ihrem Einfluss kann allein die «psychische Welle der Gegenwar> einen zukunftverheißenden Charakter annehmen. - Zuletzt setzte G. Mead das «Christus-Mysterium im frühesten Christentum» auseinander. Er betonte, dass seiner Meinung nach der universal-menschliche Charakter des im Innern der Seele geborenen Christus für die ersten Zeiten des Christentums größere Bedeutung gehabt habe als die Tatsachen, welche eine spätere Zeit an den Ausgangspunkt des Christentums gesetzt hat.  THEOSOPHIE UND DEUTSCHE KULTUR London, 4. Juli 1903, Autoreferat von Rudolf Steiner, «Luzifer» Nr. 5/1903 Hier soll in einem kurzen Auszüge wiedergegeben werden, was Dr. Rudolf Steiner (als Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft) am 3. Juli des Jahres in London anlässlich der ersten Versammlung der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft ausgeführt hat (vergleiche Heft 3 des «Luzifer», S. 126): Die europäischen Sektionen sind übereingekommen, alljährlich zur gemeinsamen Pflege der theosophischen Bewegung sich zu versammeln. Bei diesen Gelegenheiten wird ein Zusammenfluss der einzelnen Beiträge stattfinden, welche die verschiedenen Gegenden Europas zu unserer großen internationalen Aufgabe zu leisten vermögen, und die Vertreter der einzelnen Sektionen werden die Anregung der Kongresse in ihr Heimatgebiet mitnehmen, um sie dort weiter wirken zu lassen. Unsere Deutsche Sektion ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Es ist daher naturgemäß, dass sie nur auf geringe Erfolge in der Vergangenbeit verweisen kann. Aber man darf sagen, dass wir die besten Hoffnungen für die Zukunft der Theosophie in Deutschland hegen dürfen. Denn das ganze Wesen des deutschen Volksgeistes drängt zur Theosophie. Da, wo die deutsche Geisteskultur ihre schönsten Blüten getrieben hat, da lag überall eine verborgene, aber deshalb nicht weniger wirksame theosophische Gesinnung bei den Trägern dieser Kultur zugrunde. Denn nicht nur ist die tiefe Mystik eines Meister Eckhart und Tauler, eines Valentin Weigel, Jakob BÖhme, Angelus Silesius und der geheimen mystischen Gesellschaften aus dieser Gesinnung und Denkweise erflossen; sondern auch die Weltbetrachtungen unserer neueren deutschen Denker, Fichtes, Schellings, Hegels ruhen auf diesem Grunde. Und was in diesen hervorragenden Persönlichkeiten zum Ausdruck kam, das hat seine Wurzel in den Tiefen der deutschen Volksseele. Deshalb war auch der größte neuere deutsche Dichter, Goethe, von solcher Gesinnung, von solcher Vorstellungsart durchdrungen. Man kennt Goethe erst vollkommen, wenn man die nicht an der Oberfläche, sondern in den Tiefen seiner Schöpfungen zu entdeckende tbeosopbische Betrachtungsart durchschaut. Diese Seite  in Goethes Wirken ist fast ganz unverstanden geblieben. Wird sie einmal verstanden, dann wird das, was Goethe geschaffen hat, ein bedeutsamer Förderer der theosophischen Bewegung in Deutschland werden. Goethes ganze Naturanschauung ruht auf theosophischem Grunde. Vieles von dem, was er, nach seinem eigenen Aussprüche, in seinen «Faust» «hineingeheimnisst hat, sind theosophische Wahrheiten. Und außerdem hat er ja noch seine Weltauffassung zusammengefasst in seinem tief symbolischen Märchen von «der grünen Schlange und der schönen Lilie·. Dieses Märchen ist geradezu die «geheime Offenbarung» Goethes. Man muss es lesen, wie man esoterische Schriften liest, man muss seinen Sinn studieren, wie man den Sinn geheimer Darstellungen tief verborgener Wahrheiten studien. Solange man das nicht getan hat, kennt man den ganzen Goethe nicht. Unter dem Einflüsse solchen Studiums wird auch auf manches andere in Goethes Leben und Schaffen ein neues Licht geworfen; und es wird vor allem bewiesen, dass die Deutschen in ihm einen theosophischen Dichter haben. - Und man blicke auf Noualis, dessen ·magischer Idealismus» ja auch theosophisch ist; man blicke endlich auf Schelling, der in den vierziger Jahren an der Berliner Universität auftrat mit seinen durch langes, tiefes Forschen gewonnenen Ansichten in den Vorträgen über «Philosophie der Mythologie» und «Philosophie der Offenbarung». Nur eines fehlt in allen diesen theosophischen Bestrebungen der Deutschen: ein tieferes Verständnis der großen Weltgesetze von Reinkarnation und Karma. Denn wenn auch Jean Paul aus seiner Intuition heraus die Lehre der Wiederverkörperung vertrat; mit den vorhin genannten Strömungen ist sie niemals organisch verbunden gewesen. Diese umfassenden Wahrheiten wird die theosophische Bewegung der deutschen Kultur einverleiben. Sie wird dadurch den Deutschen ihre großen Persönlichkeiten, ja ihre eigene Volksseele nahebringen; und die Theosophie selbst wird von dieser Seite die schönste Befruchtung erfahren. So wahr es ist, dass das deutsche Leben von der Theosophie viel zu erwarten hat, so wahr ist es auch, dass es selbst ein gutes Scherflein zu der theosophischen Weltbewegung beizubringen hat.  ERSTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Bericht uon Richard Brescb «Der Väbam, Jahrgang Y Nr. 5, Nouember 1903 Berlin, Motzstr. 17, Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 11 Uhr. Vorbesprechung. Vertreten sind acht Logen, nämlich Berlin, Charlottenburg, Hamburg, Hannoveg Leipzig, Lugano, Stuttgart und Weimar. Nachdem Dr. Steiner einige Glückwunsch- bzw. Begrüßungsschreiben verlesen hatte, geht er dazu iibei; die Vorgänge des verflossenen Jahres zu besprechen. Betrübend ist das Verhalten der Logen Düsseldorf und Kassel, die infolge verschiedener unglücklicher Umstände ihre Versammlungen eingestellt haben und schlafende Zweige (dormant branches) geworden sind. Indessen ist daselbst keineswegs alle Tätigkeit erloschen, und es besteht begründete Hoffnung, dass eine Wiederbelebung bzw. Aufweckung gelingen wird. Es fehlt in Düsseldorf und Kassel nur an einer geeigneten Persönlichkeit, die als spiritueller Schrittmacher Intelligenz und Opferfreudigkeit genug besitzt, um das Ganze zu leiten, den Mitgliedern die ihnen aus dem neuen Wissen erwachsenden Pflichten ans Herz zu legen und sie durch immer neues Material zu weiterem Fortschritt anzuregen. Erfreulich ist die Gründung der Loge Weimar, in der für Deutschlands Geistesleben so bedeutungsvollen Musenstadt, und der so gut wie perfekten Loge Nürnberg, also in dem in der früheren Geschichte Deutschlands nicht minder wichtigen Emporium. Dr. Steiner empfiehlt, wo die Bildung von Logen nicht möglich sei, doch wenigstens «Centre» zu formieren. In allen Schichten der Bevölkerung seien der Widerwillen und die Vorurteile gegen Theosophie sehr stark und ihrer Geringschätzung begegne man auf Schritt und Tritq gleichwohl könne Dr. Steiner die von gewisser Seite befürwortete Politik, Theosophie zu verbreiten, ohne ihren Namen zu nennen, nicht zu der seinen machen, vielmehr halte er es für angemessener, sie erst recht laut zu bekennen und ihr mit Ausdauer, Kraft und Würde eine Gasse zu bahnen. Er spricht dann über seine Reise nach London zur Jahresversammlung der europäischen Generalsekretäre, wo er es sich angelegen sein ließ, sich die von den  anderen Sektionen gemachten Erfahrungen anzueignen, um sie, soweit tunlich, in Deutschland zu verwerten. Frau Besant bringe unserer Sektion ein lebhaftes Interesse entgegen und billige durchaus das bisher Geschehene; in England setze man große Erwartungen auf unsere Bewegung in Deutschland, ja er habe von englischer Seite sogar soweit materielle Unterstützung gefunden, dass es ihm im nächsten Jahre mÖglich sei, sich in der Person des Fräulein von Rosen einen Assistenten zu attachieren, der die bisher von ihm notgedrungen so vernachlässigte Korrespondenz unter seiner (Dr. Steiners) Leitung und Verantwortung führen solle und dadurch einen in allen Logen so peinlich empfundenen Übelstand abstelle. Im Übrigen wurden Dinge interner Natur besprochen, die nicht vor die Öffentlichkeit gehören. Um halb sechs Uhr hielt Herr Dr. Steiner den angekündigten Vortrag über okkulte Geschichtsforschung, zu dem sich eine Zuhörerschaft von 40 bis 50 Personen eingefunden hatte. [Der] Redner führte ungefähr Folgendes aus: Nachdem im Jahre 1875 die Gründung der Theosophischen Gesellschaft erfolgt war, begann Helena Petrovna Blavatsky mithilfe ihrer Lehrer an dem mächtigen Werke zu arbeiten, das wir unter dem Titel «Die Geheimkhre» kennen und in welchem uns ein Schatz von tiefstem Wissen hinterlassen ist. Dieses Werk besteht aus zwei Teilen, dem kosmologischen und dem anthropologischen, von denen der erste die Entwicklung des Weltalls, der zweite die des Menschen behandelt. Im Laufe der Zeit nun wird diese Arbeit eine Ergänzung erfahren, und zwar in einem dritten Teile, der sich mit dem beschäftigen wird, was die profane Wissenschaft «Geschichte» nennt. Die Geschichtsforschung muss sich wohl oder übel mit den Tatsachen begnügen, die sich auf der physischen Ebene abspielen; die Theosophie dahingegen, die direkt auf die Ursachen zurückgeht, findet die Antwort auf alle jene Fragen, mit deren LÖsung sich die profane Wissenschaft so oft und so vergeblich geplagt hat. Wenn wir die geschichtlichen Tatsachen verfolgen, tritt uns dreierlei entgegen: Geradeso wie der handelnde Mensch in ein dreiteiliges System eingehüllt ist - die physische, die seelische und die geistige Wesenheit -, so unterliegen auch die geschichtlichen Tatsachen einer solchen Dreiteilung. Die äußeren Handlungen, die sich vor unseren Sinnen abspielen, sind im Physischen; im Seelischen liegt das Zentrum, wo Lust und Unlust, Sympathie und Antipathie herrschen, und im Geistigen finden  wir das Gebiet, wo die Ereignisse der Geschichte entstehen. Hier haben wir die wahren Ursachen für alles Geschehen auf Erden zu suchen, hier beraten sich die leitenden Personen der Geschichte Aug' in Auge mit den großen und unsichtbaren Führern der Menschheit. Erst wenn wir die Absicht erforschen, die jene zum Handeln trieb, begreifen wir die oft unerklärlichen Tatsachen der Geschichte. So zum Beispiel lebte im fünfzehnten Jahrhundert ein Kardinal Nikolaus von Cusa (Cusanus), der tiefe, wissenschaftliche Einsichten hatte. Lange vor Kopernikus hatte er die doppelte Bewegung der Erde erkannt und gelehrt, ohne dass er von seinen Zeitgenossen verstanden wurde. Es war eine An der Vorbereitung zu dem, was Kopernikus (geb. 1473) einer einsichtsvolleren Generation (16. Jahrhundert) mitteilen konnte. Die okkulten Forscher lehren nun übereinstimmend (und auch Helena Petrovna Blavatsky hat es offen ausgesprochen und im dritten Band der ·Geheimlehre» angedeutet), dass Kopernikus niemand anders war als der wiederinkarnierte Kardinal Cusa, der auf diese Weise sein Werk zur Vollendung brachte. So werden Aufgaben gestellt und gelöst; die Seele, die etwas Großes vorbereitet, kommt später wieder, um ihre Mission zu erfüllen und zu beenden. Noch zwei andere Beispiele führte der Redner aus, um darzutun, auf welche Art die okkulte Geschichtsforschung auf ihrem schwierigen Gebiete arbeitet, wie sie uns die scheinbar zusammenhangslosen Tatsachen erklärend verbindet; und mit diesen Beispielen gab er gleichzeitig ein Bild von dem einst zu erwartenden Ergänzungswerke der «Geheimlehre»: Runden und Rassen waren die Gegenstände der bis jetzt erschienenen Teile; der dritte Teil, die okkulte Geschichtsforschung, wird sich mit der Reinkarnation beschäftigen. Zum Schluss kam Dr. Steiner eingehend auf die theosophische Bewegung zu sprechen. Dieselbe, betonte eK sei auch im okkulten Sinne eine gewaltige Notwendigkeit; dafür ließen sich vielfache Gründe anführen, von denen einer der wichtigsten folgender sei: Jeder Menschenrasse wird ein Geheimnis ausgehändigt; wir sind in der fünften Rasse und bei dem fünften Geheimnis, und zwar kann Letzteres heute noch nicht ausgesprochen werden, wir sind aber dabei, uns allmählich in dasselbe hineinzuleben. Welcher Art es ist, deutet schon Paulus, der ein Initiierter war, an - kundgegeben wird es erst im Laufe der Entwicklung unserer Rasse. Ein vorzeitiges Erraten dieses Geheim nisses durch rein intellektuelle Fähigkeiten würde eine unbeschreibliche Gefahr für die Menschheit bedeuten. Da nun schon zweimal ein solches Erraten beinahe erfolgt ist und in absehbarer Zeit wieder bevorsteht, haben die großen Lehrer der Menschheit die theosophische Bewegung herbeigeführt. Die Menschheit soll vorbereitet werden auf die große Wahrheit. Die Theosophie arbeitet auf einen gewissen Zeitpunkt hin; ein Kern soll gebildet werden, der diese Wahrheit versteht, wenn sie dereinst unverhüllt hervortritt - ein Kern, der sie richtig erfasst und nicht zum Fluche, sondern zum Segen der Menschheit verwendet. Die früheren Rassen wurden aus einer schon bestehenden, durch Auswahl geeigneter Individuen oder Familien und Fortführung derselben durch den Manu in geeignete menschenleere Landschaften gebildet."" Dies Verfahren sei bei dem heute über den ganzen Erdball gehenden Verkehr nicht mehr tunlich, aber auch nicht mehr notwendig; an seine Stelle trete heute die Erziehung durch die kosmopolitische internationale Theosophische Gesellschaft, welche diesen Kern bilde. Soweit Dr. Steiner. Aus der sich an seinen Vortrag anschließenden Diskussion können hier nur einige Punkte aphoristisch hervorgehoben werden. Es wurde betont, wie wenige hinsichtlich der über die Weltanschauung entscheidenden Tatsachen wirkliche Erfahrung besitzen, z.B. hinsichtlich des biogenetischen Grundgesetzes in Deutschland nur etwa 20; Zeugen der okkulten Tatsachen sind der Natur der Sache nach noch viel weniger. Übrigens sei es wohl schwerlich ein bloßer Zufall, dass uns die Naturwissenschaft im Jahre 1875 das Wesen des Befruchtungsvorganges, also die Entstehung der Persönlichkeit, erschloss, während gleichzeitig die Theosophische Gesellschaft gegründet wurde, welche uns unsere Individualität lehrt. - Eingehend wurde die monistische beziehungsweise materialistische Anschauung Ernst Haeckels besprochen, die Bedeutung seiner naturwissenschaftlichen Forschungen hervorgehoben und gewürdigt, aber auch der geringe Wert und die Oberflächlichkeit seiner spekulativen philosophischen und namentlich religiösen Auslassungen betont. Die monistische Denkweise stehe der Theosophie sehr nahe und vieles, was Haeckel schreibt, lese sich wie das Einmaleins der Theosophie. Nur " Genaueres hierüber finden die Leser in der mit dieser Nummer beginnenden Abhandlung von A. P. Sinnett: ·Die Anfänge der fünften Wurzelrasse».  die Denkgewohnheit unserer Zeit, die Massensuggestion, hindere den Durchbruch der theosophischen Weltanschauung. Um alle Einwände der Naturwissenschaftler gegen die Existenz der (vom physischen Leib unabhängigen) Seele leicht, glatt und wirksam widerlegen zu können, empfahl Herr Hubo zwei auch in der Reclam'schen Universalbibliothek erschienene Werke du Preis: ·Das Rätsel des Menschem und «Die monistische See]enlehre»; diese Schriften seien in jener Hinsicht ein wahres Arsenal voll Waffen, die jeder Theosoph stets bei der Hand haben sollte. Schließlich wurde noch auf die hochbedenkliche Natur jener neuerdings mit der üblichen Reklame aus Amerika (New York Institute of Science) zu uns herüberkommenden Schriften über die Wirkung des persönlichen Magnetismus (TÖrnbock) warnend aufmerksam gemacht, die man nur moralisch absolut Gefestigten in die Hände geben dürfe und die daher ganz dazu angetan seien, unter dem Deckmantel der Wissenschaft unsagbares Unheil zu stiften. Montag, den 19. Oktober, vormittags zehn Uhr. Geschäftliche Generalversammlung. Um einen Zusammenhang und Verkehr zwischen den Zweigen herzustellen, wurde die monatliche Herausgabe eines im Hauptquartier herzustellenden und gratis zu versendenden hektografierten Korrespondenzblattes beschlossen. Ferner sollen bei Mitteilung der Namen aller Mitglieder an das Hauptquartier womöglich das Datum des Eintritts und die Namen der beiden Paten oder Bürgen hinzugefügt werden. Es wurde daran erinnert, dass jedes Mitglied bei seinem Eintritt in die Gesellschaft - außer dem Jahresbeiträge von drei Mark - der Verfassung gemäß fünf Mark Eintrittsgebühr zu entrichten habe. Die Einnahmen der Sektion im verflossenen Jahre betrugen 332,70 Mark, wovon der vierte Teil der Verfassung gemäß im November nach Adyar abzuführen ist. Die Ausgaben betrugen 34,40 Mark. Zu Kassenrevisoren wurden ernannt Fräulein Motzkus und Herr Seiler. An Stelle der ausgetretenen Vorstandsmitglieder Bruno Berg und Dr. Hübbe-Schleiden wurden Frau Geheimrat Liibke und Fräulein Mathilde Scholl gewählt. Die Vorstandsmitglieder können ihren Willen oder ihre Stimme schriftlich kundgeben, sich aber nicht persönlich vertreten lassen. Fräulein von Sivers erhält den Titel «Sekretär». Ferner wurden die Satzungen unserer Deutschen Sektion definitiv festgestellt; da dieselben aber demnächst im Druck erscheinen, so braucht hier nicht weiter auf sie eingegangen zu werden. Ein allseitiger Dank an Herrn Dr. Steiner, Fräulein von Sivers  und Frau von Holten für ihre kundige und hingebungsvolle Tätigkeit beschloss die erste Generalversammlung, mit deren Verlauf und Ergebnissen wir meiner Überzeugung nach durchaus zufrieden sein können, jedenfalls ist die Grundlage für eine gedeihliche Weiterentwicklung nunmehr geschaffen.  BERICHT ZUR ERSTEN GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT OKKULTE GESCHICHTSFORSCHUNG Berlin, 18. Oktober 1903, Autoreferat uon RudolfSteinek «Luzifer» Nr. 6/1903 Über dieses Thema sprach Dr. Rudolf Steiner am 18. Oktober 1903 auf der Jahresversammlung der Deutschen Sektion der «Theosophischen Gesellschaft». Es soll hier eine ganz kurze Inhaltsangabe der Ausführungen gegeben werden. - Durch die Begründerin der «Theosophischen Gesellschaft» ist uns die «Geheimlehre» geschenkt worden, in welcher nach zwei Seiten hin die Grundlage gelegt wird für eine Lösung der großen Rätselfragen des Daseins. In einer umfassenden Weltentstehungslehre (Kosmogenesis) wird der Plan gezeigt, nach dem sich aus den geistigen Urmächten des Universums heraus der Schauplatz entwickelt hat, auf dem der Mensch seinem irdischen Wandel obliegt. Aus einem zweiten Bande (Anthropogenesis) ersehen wir, welche Stufen der Mensch selbst durchgemacht hat, bis er zu einem Gliede der gegenwärtigen Rasse geworden ist. Es wird von der Entwicklung der theosophischen Bewegung abhängen, davon, wann sie einen gewissen Zustand der Reife erlangt haben wird, in welcher Zeit uns dieselben geistigen Kräfte, die uns die großen Wahrheiten der beiden ersten Bände beschert haben, uns auch den dritten geben werden. Dieser wird die tieferen Gesetze für das enthalten, was uns, der Außenseite nach, die sogenannte «WCltgeschichte» bietet. Er wird sich mit der «okkulten Geschichtsfbrschung» beschäftigen. Er wird zeigen, wie sich im wahren Sinne die Geschicke der Völker erfüllen, wie im großen Menschheitsleben sich Schuld und Sühne verketten, wie die führenden Persönlichkeiten der Geschichte zu ihrer Mission gelangen, und wie sie dieselbe erfüllen. - Nur derjenige, welcher weiß, wie die große Dreiheit: KÖrper, Seele und Geist eingreift in das Rad des Werdens, der kann die Entwicklung der Menschheit durchschauen. Da hat man, vor allem, einzusehen, wie das körperliche Dasein im weitesten Sinne bedingt wird von den großen kosmischen Naturkräf ten, die in Rassen- und Völkercharakteren, und in dem, was man den «Geist» eines Zeitalters nennt, eine bestimmte Gestalt annehmen. Man wird einsehen, wie die materielle Grundlage zustande kommt, welche sich dadurch ausdrückt, dass die Menschen bestimmte Typen (Völker, Zeitalter) darstellen, in denen sie sich gleichen. Es werden hier die Gattungscharaktere ihre hellere Beleuchtung erfahren, die sie nicht erhalten können durch die auf das bloß Äußerliche gerichteten Kulturgeschichte. Man wird begreifen, wie die Einwirkung des Bodens, des Klimas, der wirtschaftlichen Verhältnisse und so weiter in Wirklichkeit auf die Menschen stattfindet. - Dann wird auseinandergesetzt werden, welche Rolle das im eigentlichen Sinne persönliche Element in der Geschichte spielt. Die Triebe, Instinkte, die Gefühle, die Leidenschaften kommen aus diesem persönlichen Element. Und sie kann man wieder nur verstehen, wenn man das Hereinwirken derjenigen Welt, die man astral oder psychisch (seelisch) nennt, in diejenige kennt, die sich vor unseren physischen Sinnen und unserem Verstande abspielt. Ein Verständnis wird durch diesen Teil der okkulten Geschichte darüber aufgehen, was man gewöhnlich der Willkür der einzelnen Persönlichkeiten zuschreibt. Und man wird das Zusammenwirken verstehen von Einzelpersönlichkeit, Volk und Zeitalter. In die Weltgeschichte wird von dem astralen Felde herein das aufklärende Licht geworfen werden. - Zum dritten wird man erfahren, wie der Gesamtgeist des Universums eingreift in die Menschengeschicke, wie in das höhere Selbst eines großen Menschheitsführers sich das Leben dieses Gesamtgeistes ergießt, und auf diese Weise durch Kanäle dieses höhere Leben sich der ganzen Menschheit mitteilt. Denn das ist der Weg, den dieses höhere Leben nimmt: Es fließt in die höheren Selbste der führenden Geister, und diese teilen es ihren Brüdern mit. Von Verkörperung zu Verkörperung entwickeln sich die höheren Selbste der Menschen und da lernen sie immer mehr und mehr, ihr eigenes Selbst zum Missionar des göttlichen Weltplanes zu machen. Durch die okkulte Geschichtsforschung wird man erkennen, wie sich ein Menschheitsfiihrer zu der Höhe entwickelt, auf der er eine göttliche Mission übernehmen kann. Man wird einsehen, wie Buddha, Zarathustra, Christus zu ihren Missionen gekommen sind. Diese allgemeinen Sätze erläuterte der Vortragende durch Andeutungen über einige Beispiele, wie man sich die Entwicklung großer Führer der Menschheit durch ihre Wiederverkörperung hindurch zu denken hat.  Die Jahresversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wurde am 18. Oktober 1903 vormittags durch eine Vorstandssitzung eröffnet, an der die Vorstandsmitglieder Dr. Rudolf Steiner (Generalsekretär), Fräulein von Sivers (Berlin),julius Engel (Charlottenburg), Richard Bresch (Leipzig), Bernhard Hubo (Hamburg), Frau von Holten (Berlin), Günther Wagner (Lugano) und [Adolf] Kolbe (Hamburg) teilnahmen. Es wurden interne Sektionsangelegenheiten besprochen, ferner beschlossen, einen engeren Ideenaustausch und Verkehr der einzelnen Zweige dadurch herbeizuführen, dass ein kleines Organ zu diesem Zwecke nur für die Zweige und ihre Angelegenheiten geschaffen werde. Fräulein von Sivers wurde zum Sekretär der Sektion erwählt und die Anstellung Fräulein von Rosens als Assistent der Sektion, die uns durch liebevolles Entgegenkommen unserer englischen Brüder ermöglicht worden ist, bestätigt. - Am Sonntagabend fand der oben mitgeteilte Vortrag über «Okkulte Geschichtsforschung» statt. An ihn schloss sich eine Besprechung wichtiger theosophischer Fragen (zum Beispiel die Stellung des sogenannten Monismus zur Theosophie, die Verwendung psychischer Kräfte im Leben und so weiter), an der sich beteiligten: Günther Wagner (Lugano), Richard Bresch (Leipzig), Bernhard Hubo (Hamburg), Julius Engel (Charlottenburg), Arenson (Stuttgart) und Rüdiger (Charlottenburg). - Zur Mitgliederversammlung am Montag, 19. Oktober, waren noch außer den oben genannten an Zweigvertretern von auswärts erschienen: Frau Geheimrat Lübke (Weimar), Arenson (Stuttgart), Fischer (Hannover). Es wurden die geschäftlichen Angelegenheiten der Sektion erledigt. Erwähnt davon soll werden: Für zwei ausgeschiedene Vorstandsmitglieder wurden neu gewählt: Frau Helene Liibke (Weimar), Fräulein Mathilde Scholl (Köln). Es wurde berichtet, dass in Weimar sich ein neuer Zweig gebildet habe und die Gründung von anderen zu erwarten sei. Zu Kassenrevisoren wurden Fräulein Klara Motzkus (Berlin) und Herr Franz Seiler (Berlin) gewählt.  PROTOKOLL DER GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Berlin-Wilmersdom 19. Oktober 1903 Der Generalsekretär Dr. Steiner präsidiert. Er begrüßt die Vertreter der verschiedenen Zweige in Deutschland. Es sind zugegen: Herr Hubo aus Hamburg Herr Günther Wagner aus Lugano Herr Richard Bresch aus Leipzig Frau Geheimrat Liibke aus Weimar Herr Julius Engel aus Charlottenburg Herr Fischer aus Hannover Herr Arenson aus Stuttgart Vom Zweig Berlin: Generalsekretär Dr. Steiner Die Schatzmeisterin Frau von Holten Die Sekretärin Fräulein von Sivers Von den deutschen Städten sind nicht vertreten: Düsseldorf, Kassel, München. An Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft sind noch zugegen: Fräulein Motzkus Frau Blieffert Fräulein von Rosen Herr Kolbe aus Hamburg Herr Fränkel Herr Georgi Dr. Steiner verliest Begrüßungstelegramme von: Graf und Gräfin Brockdorff Herrn Haase in Leipzig Herrn Fischer in Schneidlingen.  Dr. Steiner kündigt an, dass Herr Bruno Berg aus der Theosophischen Gesellschaft ausgetreten ist. Da derselbe Vorstandsmitglied war und auch Herr Hiibbe-Schleiden aus dem Vorstande ausgetreten sei, müsse zur Wahl zweier neuer Vorstandsmitglieder geschritten werden; sodann müssten die Satzungen der Theosophischen Gesellschaft durchgesehen werden. Zunächst wolle er aber die Frage aufwerfen, ob es nicht rätlich sei, in den Mitgliederlisten auch die Paten anzuführen, soweit dies möglich sei. Hubo meint, es hätte wenig Zweck und böte manche Schwierigkeit. Bresch fragt, ob es sich als praktisch wünschenswert erwiesen habe. Steiner berichtet von einem Fall, wo allerdings die Kenntnis der Patenschaft von praktischer Bedeutung gewesen wäre. Früher hätte man sogar nur einen Paten aufs Formular gesetzL und mit dem andern hätte man es sehr leicht genommen. Viel später sei es dann nötig gewesen, den einzelnen Fall zu kontrollieren. Wagner schlägt vor, die Paten von den Formularen auszuschreiben, wenn Letztere sich in Berlin befinden. Hubo gibt zu, dass es notwendig sei, nicht so formlos und ohne Kenntnis der Persönlichkeit Mitglieder aufzunehmen. Es sei aber doch mit Schwierigkeiten verbunden, da nach öffentlichen Versammlungen sich Personen melden können, die niemand kennt. Man müsste sie dann ersuchen, eine Zeit lang zu den öffentlichen Versammlungen zu kommen, bis sie die theosophische Weltauffassung kennengelernt haben. Bresch meint, beim Eintritt in die Esoterische Sektion sei Vorsicht geboten, aber sonst nehme er als Mitglieder solche Personen auf, die drei Vorträge von ihm gehört haben. Arenson sagt, weiter könne man nicht gehen, als Interesse für die Sache zu verlangen und zu beobachten, dass keine moralischen Qualitäten dem Eintritt entgegenstehen. Engel meint, wenn diese Personen das Interesse hätten, uns kennenzulernen, würden wir sie dabei auch kennenlernen. Er schließe sich Dr. Steiners Ansicht an, die Namen der Paten mit anzuführen. Hubo spricht im Hinblick auf die Zukunft den Wunsch aus, dass die Kosten von Propaganda-Vorträgen in Berlin von der Deutschen Sektion getragen werden.  Vorstandswahl: Dr. Steiner schlägt anstelle des zurückgetretenen Hübbe-Schleiden Frau Geheimrat Lübke aus Weimar als Vorstandsmitglied vor. Er motiviert diese Wahl durch Frau Liibkes Verdicnste um die Ausbreitung der Theosophie in Weimar, das als geistiges Zentrum Deutschlands besonders wichtig sei. Auch habe Frau Liibke durch einen längeren Aufenthalt in England die dortige Theosophische Bewegung gründlich kennengelernt. Die Wahl wird einstimmig angenommen. Wagner schlägt vor, anstelle Bruno Bergs Herrn Eggers, den Vorsitzenden des Hannoverschen Zweiges, als Vorstandsmitglied zu wählen. Bresch: Ohne gegen Eggers stimmen zu wollen, finde er, dass das Hauptgewicht auf die Qualität der Persönlichkeit zu legen sei. Steiner hat bei persönlicher Bekanntschaft den Eindruck gewonnen, dass Eggers eine geschickte Hand hat und energisch und tätig ist. Fischer sagt, derselbe sei schon gut zwei Jahre als Vorsitzender tätig gewesen. Bresch schlägt Fräulein Mathilde Scholl in Köln vor. Hubo stimmt bei und fügt hinzu, man hätte sie schon das vorige Mal ins Auge gefasst. Arenson enthält sich der Abstimmung. Wagner sagt, er kenne sie auch nicht, sei aber der Meinung, dass die persönlichen Eigenschaften ausschlaggebend sein müssten, und Hannover werde nicht verletzt sein, wenn es diesmal unberücksichtigt bleibe. Steiner bemerkt, Herr Noll werde sich bald nicht mehr betätigen können, und dann könnte Eggers an dessen Stelle gewählt werden. Hierauf wird die Wahl von Mathilde Scholl einstimmig angenommen. Steiner fragt, ob man für den Fall des Rücktrittes Nolls mit der Wahl des Herrn Eggers im Voraus einverstanden sei. Hubo bemerkt, man müsste nach den Satzungen in diesem Fall die Ansicht der Vorstandsmitglieder einholen. Wahl von zwei Kassenrevisoren, die alljährlich bei der Generalversammlung die Sektionskasse zu revidieren haben. Fräulein Motzkus und Herr Seiler in Berlin werden einstimmig gewählt, nachdem Herr Fischer aus Hannover die Wahl ausgeschlagen hat.  Korrektur der Satzungen Dieselben werden Punkt für Punkt durchgenommen und verbessert. Es wird länger darüber beraten, ob die Deutschen in anderen Ländern zur Deutschen Sektion zu rechnen sind. Hubo meint, was die Schweiz anbetreffe, so habe dieselbe noch keine eigene Sektion, und deshalb kÖnnten die deutschsprechenden Theosophen daselbst zur Deutschen Sektion gerechnet werden, ebenso wie die Genfer Theosophen sich der französischen angeschlossen haben. Sobald die Schweiz aber eine eigene Sektion habe, werde diese Frage von selbst erledigt sein. Steiner bemerkt, dass nach österreichischen Staatsgesetzen der Zusammenschluss von einzelnen Logen zu einer Sektion überhaupt nicht möglich sei. Wir hätten aber Mitglieder aus Österreich. Arenson schlägt vor, das Datum der Generalversammlung festzusetzen und in die Satzungen aufzunehmen. Hubo schlägt vor «im CJktober» zu setzen, und diese Fassung wird angenommen. Nach weiteren Beratungen über die Satzungen schlägt Hubo vor, die Mitgliedsbeiträge innerhalb der Zweige und die Sektionsbeiträge zu erhöhen. Es wird auch über das Datum für den jährlichen Rechnungsabschluss der Sektion beraten und dafür der 31. August festgesetzt. Herr Arenson, der den Vorsitzenden in Stuttgart, Herrn Oppel, vertritt, wirft die Frage auf, ob Vorstandsmitglieder der Sektion sich bei Vorstandssitzungen auf den Generalversammlungen der Deutschen Sektion vertreten lassen dürfen. Dr. Steiner sagt, dies sei in Zukunft nicht zulässig. Hubo beantragt, den Titel der Satzungen folgendermaßen abzuändern: «Satzungen der Theosophischen Gesellschaft und der Deutschen Sektion». Steiner schlägt vor: «Theosophische Gesellschaft, Hauptquartier AdyarMadras, Deutsche Sektion. Satzungenm Diese Fassung wird angenommen. Es wird noch über den Spruch, der das theosophische Emblem umgibt, verhandelt. Steiner sagt, die Übersetzung «Keine Religion ist höher als die VVahrheit» sei nicht ganz genau, sei aber von Olcott einmal so ange nommen worden. Es müsse eher heißen «Keine einmal festgelegte Meinung ist höher als die Wahrheit»; diese Angelegenheit könne aber nicht so rasch erledigt werden. Hubo schlägt vor, den Spruch ganz wegzulassen, Bresch, ihn in der Originalsprache zu geben. Es bleibt alles beim Alten, und die Satzungen werden ohne dritte Lesung angenommen. Schluss Hubo schlägt vor, dem neuen Zweig in Weimar einen Willkommensgruß zu senden und sagt Steiner, Fräulein von Sivers und Frau von Holten Dank im Namen aller, für ihre Amtsführung im verflossenen Jahr. Steiner fordert auf, nicht unzufrieden zu sein mit den Fortschritten der Deutschen Sektion, die ja erst seit einem Jahr besteht. Es gäbe viel Schwierigkeiten und Vorurteile zu bekämpfen, aber man möge trotzdem am Worte «Theosophie», das noch so viel Anstoß erregt, festhalten und es nach allen Seiten hin zu Ehren bringen. Die Sitzung wird gegen zwei Uhr aufgehoben.  DER THEOSOPHISCHE KONGRESS IN AMSTERDAM Bericbt uon Rudolf Steiner «Lucifn' - Gnosis», Nr. 13/1904 Vom 19. bis zum 21. Juni hielt in Amsterdam die Föderation der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft ihren Kongress ab [...I. Die Mitglieder der holländischen Sektion hatten die Aufgabe, alle Arbeiten zu übernehmen, die am Versammlungsorte zu leisten sind. Und sie haben sich dieser wahrhaft nicht leichten Aufgabe in einer Art unterzogen, die ihnen die volle Anerkennung und den wärmsten Dank der europäischen Sektionen, die diesmal ihre Gäste waren, sichern muss. Sie verstanden es, die dreitägigen Verhandlungen in würdigster und inhaltreichster Weise anzuordnen; und zwischen die eigentlichen theosophischen Zusammenkünfte künstlerische Darbietungen einzuschieben, welche musikalische und deklamatorische Leistungen brachten. Diese Darbietungen wurden nicht mit fremden Künstlern, sondern von den Mitgliedern der holländischen Sektion selbst veranstaltet. Mit inniger Befriedigung nur kann man an das zurückdenken, was da geboten worden ist. Es hat Zeugnis abgelegt für die unermüdliche Arbeit, für die erfolgreiche Propaganda der großen spirituellen Bewegung in Holland. Diese zählt dort bereits fast 800 Mitglieder. Es soll nun der Verlauf des Kongresses mit einigen Strichen gezeichnet werden. - Den Vorsitz führte Annie Besant. Sie ist vor wenigen Wochen von einem achtzehn Monate dauernden Aufenthalte in Indien wieder nach Europa zurückgekehrt. Schön war es, dass sie die Arbeiten der Versammlung führen konnte. Jeder, der den wahren Sinn der wichtigen spirituellen Bewegung begreift, die in der theosophischen Bewegung verkörpert ist, weiß das. Nach dem Tode von H. P. Blavatsky ging die geistige Führung der Gesellschaft auf Annie Besant über. Dies muss zum guten Karma der Gesellschaft gerechnet werden. In allem, was von dieser Frau ausgeht, lebt die Kraft, von der die Gesellschaft gelenkt sein muss, wenn sie ihre Mission erfüllen soll. Diese Mission besteht ja darin, die gegenwärtige Zivilisation zum spirituellen Leben zu erheben. Diese Zivilisation hat ja Unsägliches geleistet an intellektueller und materieller  Kulturarbeit. Sie hat den Gesichtskreis und die äußere Arbeit der Menschheit ungeheuer erweitert und wird ihn noch immer mehr erweitern. Die geistige Vertiefung musste dabei notwendig zurückbleiben. Das neunzehnte Jahrhundert, entbehrte der Richtung auf das Geistige, es fehlte ihm das spirituelle Leben, das früheren großen Epochen der Menschheitsentwicklung die Impulse gab. Das war notwendiges Schicksal der Kulturentwicklung. Denn, wenn sich des Menschen Kraft nach einer Seite besonders auslebt, muss sie ihrer Tätigkeit nach der anderen etwas entziehen. Gegenwärtig aber ist wieder der Punkt eingetreten, wo spirituelles Leben unserer Kultur zugeführt werden muss, soll sich diese nicht ganz veräußerlichen, und die Menschheit nicht den Zusammenhang mit den Erlebnissen des Geistes verlieren. Diese Mission der Theosophischen Gesellschaft drückt sich nun ganz und gar aus in allem, was Annie Besant tut und spricht. Die höchste Aufgabe unserer Zeit ist der innerste Impuls ihrer eigenen Seele. Wissen und Wollen, Erkenntnis und Ideal unserer Zeit vereinigt sich in Annie Besant, um befruchtet durch ihr eigenes, hochentwickeltes spirituelles Leben als Kraft von ihr auszugehen und sich als solche ihren Mitmenschen mitzuteilen. Wo sie spricht, wird der Geist der Zuhörer zu den HÖhen göttlicher Erkenntnis erhoben und deren Herz erfüllt von Begeisterung für die geistigen Strömungen der Menschheit. Und so war es, als sie ihre herrliche Eröffnungsrede auf dem Amsterdamer Kongresse hielt. Die Zeichen stellte sie hin, unter denen die Arbeit der Gesellschaft sich vollziehen muss. Die Frage nach dem «Warum» und «Wozu» der Versammlung wurde von ihr in großen Zügen beantwortet. Als einen Teil der großen geistigen Bewegung, welche heute die ganze Welt ergreift, bezeichnete sie die theosophische Bewegung. Die Spiritualisierung der ganzen Zivilisation muss erreicht werden. Ein Blick auf diese Zivilisation lehrt das. Im Materiellen lebt sich diese Zivilisation aus. In einer Wissenschaft, die das Materielle zu begreifen sucht, in einer Industrie und Technik, welche dem äußeren Leben dient, in einem Verkehr, welcher die materiellen Interessen der ganzen Erde immer mehr zu gemeinsamen macht. Aber all dem fehlt das Spirituelle. Unser Wissen ist ein Verstandeswissen, unsere kommerzielle Blüte fördert das äußere Wohlergehen. Aber diese Wissenschaft einerseits und der materielle Wohlstand andererseits sind nur eine äußere Form der Kultur, nicht deren inneres Leben. Zu allem, was wir erobert haben, muss das Herz, das Leben hinzukommen. Wir müssen wieder in unseren Willen das gött liche Ideal aufnehmen; dann wird alles Äußere nicht mehr Selbstzweck, sondern nur das äußere Kleid, nur die Form der Zivilisation sein. Der Geist muss den Körper unserer Kultur erfüllen, wenn diese bestehen soll. Und um diesen Körper mit dem Geiste zu erfüllen, ist die theosophische Bewegung ins Leben gerufen worden. Sie geht aus von den ältesten Gedanken der Menschheig von jener Weisheit, welche in Urzeiten unser Geschlecht heraufgehoben haben auf die jetzige Stufe seines Bewusstseins, und welche immer wirksam, waren bei allen großen Fortschritten. Diese Gedanken, diese Weisheit sind ihrem Wesen nach so alt wie die Menschheit. Nur ihre Formen müssen sich ändern nach den verschiedenen Bedürfnissen der verschiedenen Zeiten. Nicht einer äußeren zufälligen Entwicklung schreibt die Theosophie den Ursprung der Weisheit zu. Sie leitet sie vielmehr ab von der Brüderschaft der großen Führer der Menschheit. Es sind das die Wesen, welche den hohen Grad von vollkommenheit schon in der Vergangenheit erreicht haben, welchem der Durchschnittsmensch in der Zukunft zustrebt. Solche vorgeschrittenen Brüder des Menschengeschlechts verwenden ihren Grad von Vollkommenheit, um dem übrigen Geschlecht zum Fortschritte zu helfen. Ihre Arbeit geschieht im Verborgenen. Sie muss im Verborgenen geschehen, denn sie liegt zu hoch, um von der großen Masse verstanden zu werden. Sie sind die Lenker der göttlichen Ideale. Von Zeit zu Zeit schicken sie ihre Sendboten in die Welt, um dieser die großen Kulturimpulse zu geben. Solchen Impulsen verdanken die großen Weltreligionen ihren Ursprung; es verdanken ihnen alle Kulturerrungenschaften ihre Grundlagen. Ein solcher Impuls ist in die Welt gesandt worden in der letzten Zeit und hat zur Begründung der Theosophischen Gesellschaft durch H. P. Blavatsky und H. S. Olcott geführt. Sie will der Menschheit wieder zum Bewusstsein bringen, dass größer als der Ausdruck der Gedanke, größer als die äußere Form der Geist ist. Sie will zeigen, dass der Wissenschaft nicht bloß die Erkenntnis der sinnlichen, sondern auch diejenige der übersinnlichen Welten wieder erobert werden muss, dass das Herz sich nicht allein an die materiellen Güter hängen, sondern dass es sich dem göttlichen Ideale öffnen soll. Über allem Gewinn, den der Einzelne aus unseren gegenwärtigen Kulturmitteln ziehen kann, steht der allgemeine geistige Aufschwung der ganzen Menschheit. Alles, was die Menschheit an Wohlstand erstrebt, soll sie nur deshalb erstreben, um dem Geiste auf dieser Erde eine Wohnung zu bauen. Und diese Wohnung ist nur eine  würdige, wenn sie von der Schönheit durchleuchtet wird. Schönheit ist aber nur möglich, wenn sie von dem Geiste ausströmt. Unsere materielle Kultur kann keine wahre Kunst haben, wenn sie nicht wieder einen wahren Glauben erobert. Aus der Kunst des Mittelalters leuchtet uns der Glaube der mittelalterlichen Menschheit entgegen. Seine Maler ließen sich begeistern von dem religiÖsen Empfinden, das in ihrem Herzen lebte. Der Inhalt des Glaubens verlieh den Linien und Farben der Künstler Sinn und Bedeutung. Einen neuen Gedankengehalt, angemessen dem Vorstellungsvermögen der gegenwärtigen Menschheit, will die Theosophie zur Geltung bringen. Und der neue Gedankengehalt wird der Schöpfer einer neuen Kunst sein. Das ist eine Aufgabe unserer Zeit. Alle edieren Geister fühlen das. Das Streben dahin ist überall bemerkbar. Die Theosophische Gesellschaft will Führer, Vortrab in dieser Bewegung sein. Sie will einzelne Männer und Frauen begeistern für dies Ziel, das gegenwärtig so deutlich empfunden wird. Und damit vereinigt sie das Streben nach Toleranz, nach allgemeiner Menschenliebe. Diese waren immer die Kräfte, aus denen die großen Fortschritte der Menschheit hervorgegangen sind. Was einzelne Kulturbewegungen anstreben, das will die theosophische Strömung zu einer großen Einheit bilden. Sie will die Engherzigkeit, die Unduldsamkeit überwinden. Denn nur im vereinten Streben kann die Menschheit heute erreichen, was ihr Ziel ist. Die Theosophische Gesellschaft besteht nicht zum egoistischen Streben ihrer Mitglieder. Es ist, ein Irrtum, wenn man sich ihr anschließt zum Zwecke der eigenen Förderung. Sie will für die Menschheit da sein, sie will in deren Dienst arbeiten. Man soll Mitglied der Gesellschaft werden nur, um ein Kanal zu sein, durch den ein Wissen strömt, das den Menschheitsfortschritt fördert. Die Gesellschaft wächst nicht, wenn sich ihre Mitgliederzahl täglich vermehrt, sondern wenn in diesen Mitgliedern mit jedem Tage das Vertrauen, die Einsicht in ihre erhabene Aufgabe zunimmt. Die Rechtfertigung der [Theosophischen] Gesellschaft liegt in der Änderung, die in der menschlichen Denkweise sich in den letzten dreißig Jahren vollzogen hat. Nicht mehr sieht man heute mit Hohn auf diejenigen, welche ihren Blick nicht mehr bloß auf die materielle Seite der Kultur lenken. Das Herz beginnt sich zu erweitern, und man hat wieder etwas übrig für diejenigen, die dem Geiste zustreben. Unser Materialismus wurde so mächtig, weil unsere Devotion so gering geworden war. Der Mensch aber, der nicht anbetend zu den geistigen Höhen auf zusehen vermag, verschließt sich. Die Devotion aber öffnet Herz und Sinn. Wir erheben uns zu dem, was wir in hingebender Liebe und Hochschätzung ansehen. Der Ruf nach solcher Vertiefung ist an die ergangen, die sich in der Theosophischen Gesellschaft vereinigt haben; sie sollen gute Steuerleute sein für den Weg, welcher der gegenwärtigen Zivilisation vorgezeichnet ist. Die einzelnen Sektionen waren durch ihre Generalsekretäre vertreten, die englische durch Bertram Keightley, die holländische durch W. B. Fricke, die französische durch Dr. Th. Pascal, die deutsche durch Dr. Rud. Steiner. Leider konnte der Generalsekretär der italienischen Sektion, Decio Calvari, nicht anwesend sein. - Die Geschäfte des Kongresses führte Johan van Manen, der auch in der Sitzung am 19. [Juni,] Vormittag seinen Bericht gab. Auf seine Tätigkeit muss besonders hingewiesen werden. Eine unermessliche Arbeitslast war ihm aufgebürdet während der Vorbereitungen zur Versammlung sowohl, wie während dieser selbst. Man konnte die Opferwilligkeit, Umsicht und Energie dieses Mitgliedes der Theosophischen Gesellschaft nur bewundern. Am 19. abends wurde ein öffentlicher Vortrag veranstaltet. Annie Besam sprach über die «Neue Psychologie». In großen Zügen legte sie den Umschwung dar, der sich in den letzten vierzig Jahren in den herrschenden Anschauungen über das Wesen des Geistes vollzogen hat. Vor vierzig Jahren konnte sich der Materialismus in Männern wie Büchner und Vogt zu der Behauptung versteigen, das Gehirn sondere Gedanken ab wie die Leber Galle. Seit dieser Zeit ist man von dem Glauben abgekommen, dass man das Wesen des Geistes durch das Studium des Gehirnmechanismus erkennen könne. Man weiß heute, dass ein solcher Vorgang dem gleichen würde, wenn man durch das Studium der Hämmer und Tasten eines Klaviers in die Geheimnisse einer Mozart'schen oder Beethoven'schen Tonschöpfung eindringen wollte. Man hat die Erscheinungen des Traumlebens studiert, hat sich vertieft in diejenigen Bewusstseinserscheinungen, die in abnormen Zuständen des physischen KÖrpers auftreten. Dadurch hat sich die Überzeugung ergeben, dass das Geistige eine selbstständige Wesenheit im Menschen ist, und dass die Art, wie dieses sich im gewöhnlichen Zustande betätigt, nur eine seiner Formen ist. Nur diese Form, diese Äußerungsart ist bedingt durch die physische Einrichtung der menschlichen Sinne und des menschlichen Gehirnes. Es muss dem Wesen des Geistes zukommen, sich durch andere Instrumente  in anderer Weise zu betätigen. Die experimentierende Wissenschaft hat so die Grundwahrheit aller tieferen religiösen Weltauffassungen bestätigt, dass der Geist im menschlichen Tagesbewusstsein nur eine seiner Offenbarungen hat. Sie hat gezeigt, dass durch gewisse Vorgänge (im Trance und so weiter) im Menschen Bewusstseinsformen auftreten, in denen er ein ganz anderer als in seinem sogenannten Normalbewusstsein ist. Damit ist es auch wissenschaftlich gerechtfertigt, wenn die Wahrheit nicht einzig durch die Bewusstseinsform gesucht wird, die uns im Alltag zukommt, sondern wenn wir uns zu höheren Bewusstseinsformen erheben, um die höheren Welten kennenzulernen. Die übrigen Arbeiten des Kongresses wurden in der Form erledigL dass nach sachlichen Gesichtspunkten Departements gebildet wurden, in denen entsprechende Vorträge gehalten wurden. Es zeigte sich dabei, wie die Theosophie ihre Arbeit bereits über alle Zweige des modernen Geisteslebens und auch über die sozialen Ideale ausgedehnt hat. Die Theosophen suchen eben in allen Zweigen der Kultur die Tauglichkeit ihrer Ziele zur Geltung zu bringen, und sie suchen andererseits überall die Quellen, um ihre Gedanken und Ideale den Bestrebungen der Gegenwart einzugliedern. Die einzelnen Departements waren die folgenden: 1. Wissenschaft; 2. Vergleichende Religion; 3. Philologie; 4. Menschenverbrüderung; 5. Okkultismus; 6. Philosophie; 7. Theosophische Arbeitsmethode; 8. Kunst. In der wissenschaftlichen Abteilung wurde zuerst eine Arbeit Dr. Pascals über das AVesen des Bewusstseirm vorgelesen. Der Verfasser hat in feinsinniger Art die theosophischen Grundgedanken mit dem modernen Vorstellen zu durchdringen verstanden. Es schloss sich daran eine Anregung Ludwig Deinhards (München). Er wies auf die experimentell festgestellten verschiedenen Bewusstseinszustände (Multiplex Personality) hin, erläuterte sie lichtvoll und forderte diejenigen, welche höhere Bewusstseinszustände in sich entwickelt haben, auch ihre Erfahrungen in den Dienst der theosophischen Grundanschauungen (Reinkarnation und Karma) zu stellen. Darauf folgte eine anregende Auseinandersetzung über die «Entwickhng einer zweiten Persönlichkeit» durch Alfred R. Orage (Leeds). Die beiden Ausführungen schlossen sich schön an das im Vortrage über «dk neue Psychologie» durch Annie Besant Vorgebrachte. Aus den Verhandlungen dieser Abteilung kann nur noch angeführt werden, dass Emilio Scalfaro (Bologna), Arturio Reghini (Italien) und  Mrs Sarah Corbett (Manchester) Abhandlungen lieferten über wichtige Fragen des Raumes, der Materie und anderes. Die reiche Fülle des Dargebotenen kann in einem kurzen Referate umso weniger erschöpft werden, als Vorträge gleichzeitig in verschiedenen Sälen stattfanden und es dem Einzelnen nur möglich war, einen Teil anzuhören. Es werden ja auch die Arbeiten in einem ausführlichen Kongressbericht (Jahrbuch des Kongresses) veröffentlicht und dadurch jedem zugänglich werden. Nur über einiges soll deshalb hier noch berichtet werden. In der Abteilung über vergleichende Religion lag vor: «ljie Religion der Zukunft - ein Ausblick des Vaishnavismus» von Purnendu Narayana Sinha (Indien). In der Abteilung für «Menschenverbrijderung» lag eine Abhandlung über das Gemeinschaftsleben bei sogenannten Urvölkern vor von Mme Emma Weise (Paris). Arbeiten in dieser Art sind für den Theosophen aus dem Grunde wichtig, weil sie in Zustände zurückweisen, in denen das Prinzip der Verbrüderung als ein seelisches Naturgesetz in Menschenstämmen wirkte. Der Fortschritt musste notwendig zur Absonderung, zum Egoismus führen. Damit ist aber nur eine Durchgangsepoche gegeben. Die Absonderung muss durch selbstlose Hingabe, durch ethische Verbrüderung wieder, auf höherer Stufe, das erbringen, was einmal auf niedrigerer dem Menschen angeboren war. Mit dem sozialen Zusammenleben der Menschen beschäftigten sich die Ausführungen von D. A. Courmes (Paris) und S. Edgar Aldermann (Sacramento, Cal.). In der Abteilung ·Okkultismus» sprach Annie Besant über das ·Wesen des Okkultismusm Sie wies auf den Ausspruch H. P. Blavatskys hin, dass Okkultismus das Studium des universellen Weltengeistes in aller Natur sei. Der Okkultist erkennt, dass allem, was man in der Welt wahrnehmen kann, ein universeller Geist zugrunde liegt; und dass die Welt der Erscheinungen nur die Formen, die Ausdrucksweisen dieses verborgenen (okkulten) Weltengeistes gibt. Diese Überzeugung finden wir in allen großen Weltreligionen ausgesprochen, und die Okkultisten finden die wirklichen Grundlagen der Religionen durch ihre eigene Erfahrung bestätigt. Die Verstandeswissenschaft kann nur die Außenseite der Welt erkennen. Sie spricht von Kräften und Gesetzen. Der Okkultist sieht hinter diese Kräfte und Gesetze. Und er nimmt dann wahr, dass diese nur die äußere Hülle darstellen für lebendige Wesenheiten, so wie des Menschen Körper seine Hülle für Seele und Geist darstellen. Von den niederen Bildnern, die sich hinter den Naturkräften verbergen, bis  hinauf zu den erhabenen Weltengeistern, die er als Logoi anspricht, verfolgt der Okkultist, je nach seinem Vermögen, das geistige Reich. Aber damit er diese Welt als eine Wirklichkeit erkennen kann, muss er durch einen sorgfältigen Lehrgang gehen. Er muss zweierlei erreichen. Erstens eine solche Erweiterung seines Bewusstseins, dass dieses höhere Welten umfassen kann so, wie der gewÖhnliche bewusste Verstand die physische Welt beherrscht. Zweitens muss er die höheren Sinne entwickeln, welche in diesen Welten wahrnehmen können, wie Augen und Ohren in der physischen Welt wahrnehmen. Das erste Ziel, die Erweiterung des Bewusstseins hängt davon ab, dass der Mensch seine Gedanken beherrschen lernt. Im gewöhnlichen Leben wird der Mensch von seinen Gedanken beherrscht. Sie kommen und gehen und schleppen das Bewusstsein dahin und dorthin. Der Okkultist muss Herr über den Verlauf seiner Gedanken sein. Er regelt ihren Verlauf. Er hat es in der Hand, welchen Gedanken er Einlass gewähren will, welche er abweisen will. Dieses Ziel kann nur durch die allersorgfältigste Selbsterziehung erreicht werden. Hat man sich auf diese Art vorbereitet, dann kann man daran gehen, die höheren Sinne auszubilden. Solange der Mensch noch unter dem Einfluss seiner Leidenschaften, Begierden und Triebe steht, kann ihm der Besitz höherer Sinne nur schädlich sein. Ein reines, selbstloses Leben ist beim Okkultisten selbstverständlich. Die persönlichen Wünsche, die er von sich aus hegt, gestalten sich zu Formen in den höheren Welten. Von diesen Formen ist der Mensch selbst der Urheber. Beginnt er diese Formen zu sehen, so ist er der Gefahr ausgesetzt, dass er seine eigenen persönlichen Wunsch- und Begierdenschöpfungen für objektive Wirklichkeiten hält. Dem Durchschnittsmenschen sind diese Erzeugnisse seines Wunsch- und Begierdenkörpers verborgen. Sollen sie den entwickelten höheren Sinnen nicht zur Quelle schwerer Irrtümer und Illusionen werden, so müssen sie aus dem Blickfeld weichen. Der Okkultist muss persönlich wunschlos sein. Eine weitere Gefahr besteht darinnen, dass der Mensch die Fragmente höherer Welten, die sich seinen geöffneten Augen bieten, für erschöpfende Wirklichkeiten hält. Alles das muss der Okkultist erkennen lernen. Was die Entwicklung der okkulten Fähigkeiten besonders stört, ist die Hast und Eile, mit der manche Schüler vorwärtsdringen wollen. Diese stammen aus der persönlichen Ungeduld und Unruhe. Der Okkultist aber muss eine vollständige innere Ruhe und Geduld entwickeln. Er muss warten können, bis der rechte Zeitpunkt der Inspiration gekom men ist. Er muss in Geduld harren, bis ihm gegeben wird, was er sich nicht in Begierde nehmen soll. Er muss alles tun, damit die Stimmen aus der geistigen Welt im rechten Augenblicke zu ihm sprechen können; er darf aber auch nicht den leisesten Glauben haben, dass er diese Stimmen herbeizwingen könne. Wer sich im Stolze erhebt, weil er mehr zu wissen glaubt als andere, der kann nicht Okkultist werden. Deshalb sprechen die Okkultisten von der Häresie des Separatismus. Wenn der Mensch etwas für sich haben will, wenn er nicht alles in Gemeinschaft besitzen will, so ist er für den Okkultismus unreif. Jede Absonderung, alles Streben nach persönlichem Eigennutz, auch wenn dieser auf das höchste Geistige geht, tötet die okkulten Sinne. Die Gefahren des okkulten Pfades sind groß. Geduld und Selbstlosigkeit; Opferwilligkeit und wahre Liebe nur können den Okkultisten machen. Eine Zuschrift Leadbeaters, welche in dieser Abteilung vorgesehen worden ist, hatte unter anderem interessante Ausführungen über die Astralformen, welche durch die musikalischen Kunstwerke hervorgerufen werden. Man kann eine Sonate Beethovens, ein Klavierstück Mozarts charakterisieren durch die Architektur, die der Hellseher im Astralraum davon wahrnehmen kann. In der Abteilung «Philosophie» trug Dr. Rudolf Steiner über Mathematik und Okkultismus» vor. Er ging davon aus, dass Platon von seinen Schülern eine mathematische Vorbildung verlangte, dass die Gnostiker ihre höhere Weisheit als Mathesis bezeichnet und die Pythagoreer in Zahl und Form die Grundlage alles Seins gesehen haben. Er erläuterte, dass sie alle nicht die abstrakte Mathematik im Sinne gehabt haben, sondern dass sie das intuitive Schauen des Okkultisten meinten, der in den höheren Welten die Gesetze mithilfe einer spirituellen Empfindung wahrnimmt, die im Geistigen das vorstellt, was die Musik für unsere gewöhnliche Sinnenwelt ist. Wie die Luft durch Schwingungen, welche sich in Zahlen ausdrücken lassen, die musikalischen Empfindungen erregt, so kann der Okkultist, wenn er sich durch die Erkenntnis der Zahlengeheimnisse dazu vorbereitet, in den höheren Welten eine spirituelle Musik wahrnehmen, die sich bei besonders hoher Entwicklung des Menschen bis zur Empfindung der Sphärenmusik steigert. Diese Sphärenmusik ist kein Phantasiegebilde; sie bildet für den Okkultisten wirkliches Erlebnis. Durch die Einverleibung der Mathesis in sein eigenes Wesen, durch die Durchdringung seines Astral- und Mentalkörpers mit dem intimen Sinne,  der sich in den Zahlverhältnissen ausspricht, bereitet sich der Mensch vor, verborgene Welterscheinungen auf sich wirken zu lassen. - In den neueren Zeiten hat sich der okkulte Sinn aus den Wissenschaften zurückgezogen. Seit Kopernikus und Galilei ist die Wissenschaft auf die Eroberung der physischen Welt bedacht. Aber es ist im ewigen Plane der Menschheitsentwicklung gelegen, dass auch diese physische Wissenschaft den Zugang zur geistigen Welt finden kann. In dem Zeitalter der physischen Forschung ist die Mathematik bereichert worden durch Newtons und Leibnizens Analyse des Unendlichen, durch die Differential- und Integralrechnung. Wer nun nicht nur abstrakt zu verstehen, sondern innerlich zu erleben sucht, was ein Differential wirklich darstellt, der prägt sich ein sinnlichkeitfreies Anschauen ein. Denn im Differential wird die sinnliche Raumanschauung selbst im Symbol überwunden, das Erkennen des Menschen kann für Augenblicke rein mental werden. Dem Hellseher offenbart sich das dadurch, dass die Gedankenform des Differentials nach außen offen ist, im Gegensatze zu den Gedankenformen, die der Mensch durch sinnliches Anschauen erhält. Diese sind nach außen geschlossen. So wird durch die Analysis des Unendlichen einer der Wege eröffnet, durch die sich die höheren Sinne des Menschen nach außen öffnen. Dem Okkultisten ist bekannt, was für ein Vorgang mit demjenigen der Chakras sich vollzieht, das zwischen den Augenbrauen sitzt, wenn er den Geist des Differentials in sich entwickelt. Ist nun der Mathematiker ein selbstloser Mensch, so kann er das, was er auf diese Art erringt, auf dem allgemeinen Altare der Menschenverbriiderung niederlegen. Und aus der scheinbar trockensten Wissenschaft kann eine wichtige Quelle für den Okkultismus werden. In derselben Abteilung sprach Gaston Polak (Bruxelles) über Symmetrie und Rhythmus im Menschen. Es war interessant; diese Auseinandersetzungen zu hören über die Art, wie die menschliche Wesenheit sich einfügen lässt, in die allgemeinen großen Weltgesetze. Verlesen wurde eine Abhandlung von Bhagavän Däs (Benares) über die ·Beziehung zwischen Selbst und Nicht-Selbstm Da diese Abhandlung bald in Buchform vorliegen wird, kann hier von einer Inhaltsangabe abgesehen werden, die auch durch die subtile Form der Gedankengänge recht schwierig sein würde. In der Abteilung über die «Metho& des theosophischen Arbeitens» waren die Ausführungen von Mrs Ivy Hooper (London) von großer  Wichtigkeit. Sie betonte, dass das Wesentliche für den Theosophen nicht die dogmatischen Formen seien, in denen der Geist, das spirituelle Leben zum Ausdruck gebracht werden, sondern dieser Geist, dieses Leben selbst. Es ist verdienstlich, dass dies mit solcher Klarheit einmal gesagt worden ist. Wir können ebenso mit christlichen wie mit orientalischen Symbolen den Geist zum Ausdrucke bringen, wenn wir nur diesen Geist bewahren. Wo die christliche Symbolik besser verstanden wird, mag sich der Theosoph dieser bedienen. Denn man kann ein guter Theosoph sein, ohne von den Dogmen etwas zu wissen, in denen notwendig im Anfange die spirituelle Weisheit gelehrt worden ist. Die Theosophische Gesellschaft soll Trägerin dieser Weisheit sein; aber sie soll die Formen wandeln je nach der Notwendigkeit. Buddhistische Formeln und orientalische Dogmen dürfen nicht mit theosophischer Gesinnung verwechselt werden. Die Theosophie hat keine Dogmatik. Sie will nur spirituelles Leben sein. Eine Abteilung über «Kunst» hat gezeigt, wie auch in diesem Gebiete die theosophische Weltanschauung lichtbringend wirken kann. Jean Deiville (Bruxelles) zum Beispiel entwickelte Geistvolles in seinem Vortrage über die «Mission der Kunstm Ludwig Deinhard (München) legte bei dieser Gelegenheit eine Abhandlung des deutschen Malers Fidus vor, in welcher sich dieser über seine theosophische Auffassung vom Kunstgeheimnisse ausspricht. Am Dienstagnachmittag schloss mit einer kurzen Ansprache Annie Besants und mit den Ausdrücken des Dankes an unsere holländischen Theosophen vonseiten der anwesenden Generalsekretäre der Kongress. Am Abend desselben Tages fand dann noch ein öffentlicher Vortrag Dr. Hallos statt über die menschliche Aura, der durch Lichtbilder erläuten wurde. Eine Ausstellung von Kunstwerken, die für den Theosophen besonderes Interesse haben, war veranstaltet worden, und konnte während der ganzen Dauer des Kongresses besichtigt werden. Als Ort für den Kongress im nächsten Jahre wurde London bestimmt.  DER KONGRESS ZU AMSTERDAM AM 19., 20. UND 21. JUNI 1904 Bericht uon Ludwig Deinbard ·Der Väham, Jahrgang VI, Nr. 1, Juli 1904 Es mögen etwa zwölf oder vierzehn Jahre her sein, da sprach man bei uns überall in allen literarischen Zirkeln von einem anonym erschienenen, «Rembrandt als Erzieher» betitelten Buch. In diesem Buch, das rasch mehrere Auflagen erlebte, wurde dem Deutschen in allen Tonarten empfohlen, er möge sich doch seinen niederdeutschen Landsmann, den genialen holländischen Meister in jeder Beziehung zum Muster nehmen. An jenes manchem Leser dieser Zeitschrift gewiss noch erinnerliche Buch oder wenigstens an seinen Titel möchte ich anknüpfen, wenn ich heute von Amsterdam zurückgekehrt über meine dortigen Kongress-Eindriicke Bericht erstatten soll. Streichen wir einmal aus diesem Titel den Namen Rembrandt weg - denn von ihm muss ich hier leider schweigen, so sauer dies jedem wird, der gerade von Amsterdam kommt - und setzen wir statt dessen die drei Worte: Unsere holländischen Kollegen, dann wäre der obige Buch-Titel umgeändert in: Unsere holländischen Kollegen als Erzieher. Als Erzieher zu was, wird man fragen, und meine Antwort lautet: als Erzieher zur Veranstaltung fruchtbringender Kongresse innerhalb der theosophischen Bewegung. Hierüber zunächst ein paar Worte. Mindestens mit ebenso viel Recht, als man den Deutschen Rembrandt nachzueifern empfohlen hat, kann man heute jeder europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft den Rat erteilen, sich ihre holländische Schwester-Sektion in der Veranstaltung und Durchführung eines europäischen Theosophen-Kongresses zum Muster zu nehmen. Was sind dies nun für Eigenschaften, die gerade unsere holländischen Kollegen zu dieser Aufgabe ganz besonders befähigen? In den Abschiedsworten, die Frau Besant als Präsidentin des Amsterdamer Kongresses an diesen richtete, sagte sie: «Es mag sein, dass es ein kleines Land ist, das unsere holländischen Brüder ihr Eigen nennen. Sicher aber ist, dass sie ein sehr weites Herz haben. Und es ist besser, ein kleines Land zu besitzen und dazu ein weites Herz, als ein großes Land und ein enges Herz> Aber unsere Kollegen in Holland besitzen außer  dieser Eigenschaft des Herzens, die ihnen Frau Besant nachrühmt, noch etwas, was sie zu obiger Aufgabe ganz besonders befähigt: nämlich ein ganz erstaunliches Sprachtalent, das frühzeitig entwickelt und kräftig ausgebildet ihnen ihre Rolle als Kongresswirte ausnehmend erleichterte, vermöge dessen sie mit jedem auswärtigen Kongressgast in seiner Landessprache fließend verkehren konnten. Wenn so der Amsterdamer Kongress von Anfang bis zu Ende auf einen außerordentlich herzlichen Grundton gestimmt war, so wurde dort diese Grundstimmung noch erhöht und verstärkt durch die Einführung eines neuen und belebenden Elements. «Das Element des Ästhetischen, der Schönheit in der Natur» - sagte Frau Besant in ihrer Präsidentialrede - «in die theosophische Bewegung einzuführen, bildet eine der Hauptaufgaben dieses Kongresses. Theosoph kann ebenso gut der Künstler sein wie der Denker. Unsere Bewegung, die dazu bestimmt ist, das ganze Geistesleben der Kulturwelt zu durchdringen, wird sicher auch dazu berufen sein, in der Musik und den bildenden Künsten eine neue Richtung hervorzurufen> Dieser neue Aspekt der theosophischen Bewegung, das Element des Ästhetischen, war es denn auch in der Tat, der dem Amsterdamer Kongress seinen besonderen Charakter verlieh. Vokalkonzerte wechselten dort mit Orgelkonzerten ab, zum Schluss wurden auch noch Werke holländischer Poesie, wie die eines Multatuli, rezitiert. Dazu gesellte sich eine von Mitgliedern der «Theosofische Vereeniging» veranstaltete Ausstellung von allerhand Kunstgegenständen, Gemälden, Plastiken und kunstgewerblichen Arbeiten, wie Stickereien, kostbaren Bucheinbänden usw., denen man größtenteils sofort ansah, in welchen Gedankenkreisen ihre Schöpfer leben. Und das Verdienst, diesen neuen Aspekt, diese neue Auffassung in die theosophische Bewegung hineingetragen zu haben, gebührt niemand anders als unseren Kollegen in Holland. Es wird wohl nötig sein, dem Bericht über die Kongress-Verhandlungen ein paar Worte über die holländische Sektion vorauszuschicken, die am 18. Juni unter dem Vorsitz ihres rührigen und erprobten Generalsekretärs W. B. Fricke ihre Jahresversammlung abhielt. Mitglieder zählt dieselbe gegenwärtig 727. Davon sind 130 im letzten Jahre zugegangen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient auch wohl die Propaganda-Reise, die der Ehrensekretär des Kongresses, Johan van Manen, letztes Jahr nach der holländischen Kolonie Java unternommen  hat, wo er während sechs Monaten nicht weniger als fünfzig Vorträge hielt. Das Hauptquartier der Sektion befindet sich in einem der schönsten Stadtbezirke Amsterdams und umfasst drei Häuser (Amsteldijk No. 76, 79 und 80) mit geräumigen Lesezimmern, Versammlungshalle, Bureau, Wohnungen und großem Garten. Zum Kongress erschienen sind im Ganzen etwa 600 Personen, darunter circa 150 Ausländer, unter denen die britische Sektion mit ihrem Generalsekretär B. Keightky das stärkste Kontingent stellte. Die Deutsche Sektion repräsentierten unser Generalsekretär Dr. Steiner und etwa ein Dutzend Mitglieder. Desgleichen war der Generalsekretär der französischen Sektion Dr. Pascal mit einer größeren Zahl französischer Theosophen erschienen. Noch stärker war das benachbarte Belgien vertreten. Ob auch aus Italien, Spanien, Skandinavien, Russland und so weiter Mitglieder erschienen waren, entzieht sich meiner Beurteilung. Eröffnet wurde der Kongress in dem prachtvollen und geräumigen Konzertsaal des Amsterdamer «Concertgebouw». Die Sektionssitzungen fanden in kleineren Sälen desselben Gebäudes statt. Die mit bekannter Meisterschaft gehaltenen Reden und Vorträge von Frau Besant bildeten naturgemäß das Hauptinteresse des ganzen Kongresses. Das Verständnis dieser Vorträge wird durch die mächtige von der Rednerin ausgehende geistige Energie, durch die starken mentalen Schwingungen unterstützt, die von ihr ausstrahlen. Dabei spricht Frau Besant jedes ihrer Worte außerordentlich deutlich aus und macht sich dadurch auch denjenigen nicht-englischen Hörern leicht verständlich, die sonst einer englischen Rede nicht gut zu folgen imstande sind. Hierauf hinzuweisen, möchte ich hier nicht unterlassen, da es für die im kommenden September von Frau Besam geplante Vortragsreise durch Deutschland von Wichtigkeit ist, dies zu wissen, damit sich dann ja niemand aus dem naheliegenden Grund vom Besuch dieser Vorträge abhalten lässt, weil er schlecht Englisch versteht. Da Frau Besam dann nur in einigen wenigen deutschen Großstädten öffentliche Vorträge halten wird, so sei schon hier bemerkt, dass es sich zweifellos lohnt, eine kleine Reise zu machen, um diese in der ganzen Welt bewunderte Rednerin einmal sprechen zu hören, deren Schriften ja auch bei uns in Deutschland eine wachsende Verbreitung finden. Sonntag, 19. Juni, 10 Uhr vormittags wurde der Kongress feierlich eröffnet. Zunächst ein Chorgesang von Damen, dann Ansprachen von  W. B. Fricke, Annie Besant und J. van Manen. Abends 8 Uhr folgte hierauf ein öffentlicher Vortrag von Frau Besant in einem kirchenartigen Gebäude, das für «de vrije Gemeente» (die freie Gemeinde) bestimmt ist. Sie sprach über «die neue Psychologie», unter welchem Titel sie die Forschungs-Ergebnisse der Society for psychical research, die interessanten psychologischen Untersuchungen von Professor Pierre Janet und Colonel A. de Rochas in Paris entrollte und zum Schluss die Frage des Fortlebens nach dem Tode und der Wiederverkörperung berührte. Am Montag, dem 20. und Dienstag, dem 21. Juni fanden dann die Sektionssitzungen statt. Der Fortgang dieser Sitzungen wurde leider dadurch fortwährend etwas verzögert, dass man die gehaltenen Vorträge noch in holländischer, zuweilen auch noch englischer Sprache resümierte. Auf dem Programm war folgende Sektions-Einteilung vorgesehen: A. Brüderschaft; B. Vergleichende Religionskunde; C. Philosophie; D. Wissenschaft mit Einschluss der okkulten Psychologie; E. Kunst; F. Propaganda und Arbeitsmethoden; G. Okkultismus. Die vom Kongress-Komitee eingeforderten Abhandlungen über die oben bezeichneten Themata bildeten das Material, über das in den Sektionssitzungen vorgetragen wurde. Da nur sehr wenige der Autoren dieser Arbeiten persönlich erschienen waren, so mussten die meisten dieser Abhandlungen von den Vorsitzenden verlesen oder wenigstens im Auszug wiedergegeben werden. Der in einigen Monaten voraussichtlich erscheinende offizielle Bericht des Kongress-Komitees wird dann alle diese Arbeiten, von denen hier nur kurz der Inhalt oder auch nur der Titel angegeben werden kann, in vollem Umfang enthalten. In Sektion A behandelte: 1. Emma Weise (Paris) das Thema: Fraternity as found in the totemic laws of primitive races. Mme Weise ist der Ansichi; dass die Gebräuche des Totemismus gewisser Urrassen den Beweis lieferten, dass sie ein wohldurchdachtes, zu dem Zweck geschaffenes religiöses System bilden, um dadurch primitive Rassen vor dem Untergang zu schützen, und zwar ein System, das nicht als Erzeugnis dieser Rassen selbst betrachtet werden kann. Es ist daraus zu schließen, dass die primitiven Menschenrassen der Urzeit Lehrmeister von hoher Weisheit besaßen, die durch Aufstellung dieser weitblickenden und subtilen Vorschriften die Entwicklung der einzelnen Individualitäten leiteten - was ja mit den Lehren der Theosophie übereinstimmt.  2. Kommandant Courmes (Paris): Le droit de suffrage dans Ics nations. Es wird in dieser Abhandlung darauf hingewiesen, dass die eine Nation bildenden Individuen Seelen oder Individualitäten von äußerst verschiedener Entwicklungsstufe darstellen und dass diese große Verschiedenheit auch in der Erteilung des Stimmrechts berücksichtigt werden sollte. Nur wird es sehr schwierig sein, ein Kriterium der Entwicklungsstufe festzustellen, das im praktischen Leben Anwendung finden könnte, was auch der Verfasser einzusehen scheint. 3. S. Edgar Aldermann (Sacramento, Cal.): Practical Brotherhood. Eine Verteidigung der Demokratie als einzig mögliche und wünschenswerte Grundlage für den Aufbau wahrer Brüderlichkeit. Sektion B 1. Purnendu Narayana Sinha (India): The religion of the future - An aspect of Vaishnavism. Dem Vaishnavismus liegt die Idee zugrunde, das Gefühl der Liebe zu erwecken und zu kräftigen, als sicherster Weg zur religiÖsen Entwicklung. Es bedarf dazu einer ganz systematischen Pflege der auf Liebe gegründeten Verbände, die bis zur schließlichen Umfassung der ganzen Menschheit auszudehnen sind. Auszüge aus zahlreichen Sanskrit-Schriften aus der Vaishnava-Literatur werden angeführt, die diese Anschauung begründen. 2. C. Jinarajadasa (Milano): The Bhagavad Gita. Eine kritische Betrachtung über dieses altindische Lehrgedicht hinsichtlich seines Alters, seiner Sprache, wie seines Inhalts. 3. D. van Hinloopen Labberton (Buitenzorg): Gazzhalis «Kitab Tasaoep». Gazzhali, der ungefähr 1400 n. Chr. gelebt hat, gilt als Begründer der orthodox-islamitischen Mystik. Seine Sittenlehre wurde in Niederländisch-lndien in zahlreichen Bearbeitungen veröffentlicht. Sie deckt sich in vieler Hinsicht mit den Lehren der heutigen Theosophie. Sektion C 1. Dr. R. Steiner (Berlin): Mathematik und Okkultismus. Die Mathesis, das Wissen, ist nach den Gnostikern jene reine Weisheit nach dem Muster der Mathematik. Die Gnostiker verlangten nicht, dass man Mathematiker werden sollte, um Okkultist zu werden, also nicht eigentliche Mathematik, sondern ein mathematikartiges Wissen. Sie verlangten, dass man in seinem eigenen Wesen frei werden solle von dem, was dem  gewöhnlichen Menschen anhängt, von aller Begehrlichkeit, allem Emotionellen. 2. Bhagavän Däs (Benares): The relation of the seif arid the not-seif. Der bekannte Verfasser von «The Science of the emotions» stellt hier Hegels dreifache Stufe der Welterkenntnis jener altindischen Welterkenntnis gegenüber, die in der Zusammenstellung der drei Buchstaben a, u und m zum Ausdruck kommt. 3. Gaston Polak (Bruxelles): SymCtrie et rythme dans la nature. Die Erforschung der sinnlich wahrnehmbaren Welt ergibt, soweit sie sich innerhalb der Grenzen der Naturwissenschaft bewegt, auf allen Gebieten Erscheinungen von Symmetrie und Rhythmus. Dieselben Erscheinungen auch auf dem Gebiet des Gemüts- und Geisteslebens nachzuweisen, ist der Zweck dieser wohldurchdachten Arbeit. Auch die Lehre der Reinkarnation birgt einen solchen Rhythmus. 4. Decio Calvari (Roma): Un filosofo ermetico italiano del Secolo XVII. 5. G. R. S. Mead (London): As above so below. Diese letztgenannten beiden Arbeiten wurden nur im Titel verlesen. Sektion D 1. Dr. Th. Pascal (Paris): Conscience, subconscience et superconscience. Der Generalsekretär der französischen Sektion gibt hier eine übersichtliche Zusammenstellung der heutigen psychologischen Anschauungen über das Gewissen, das ihm zufolge nur in der Lehre der Reinkarnation eine wirklich befriedigende Erklärung findet. 2. Ludwig Deinhard (München): Multiplex Personality», eine Anregung. Die Anregung des Referenten besteht darin, dass er an die mit supernormalen Fähigkeiten begabten Mitglieder der Theosophical Society die Bitte richtet, sie möchten die so interessanten Erscheinungen der ·multiplex persona1itj> einer näheren Untersuchung würdigen, da sich aus denselben die Tatsache der Wiederverkörperung direkt nachweisen lässt, wie die jüngsten Forschungen von A. de Rochas ergeben haben. 3. Ludwig L. Lindemann (KÖln): Zwei psychische Erfahrungen. Wurde nur im Titel verlesen. Ebenso ist [der] Referent auch leider nicht in der Lage, über die drei folgenden Abhandlungen nähere Angaben machen zu können. Sie beziehen sich alle auf die vierte Dimension. 4. Emilio Scalfaro (Bologna): Spazzio, forme e materia a piü dimensioni.  5. Arturo Reghini (Italia): II mecanismo della visione e la quarta dimensione. 6. Mrs Sarah Corbett (Manchester): Regular four-dimensional hypersolids. 7. Dr. Viriato Diaz-Perez (Madrid): El termino ·Anitos» (Una clave para la mitologia arcaica filipina). Verfasser behauptet, dass in dem auf den Philippinen gebrauchten Wort «Anitos», das dort Geist oder Gespenst bedeutet, eine uralte Sprach-Wurzel stecke, die als ein Erbstück der untergegangenen Atlantis zu betrachten sei. 8. Alfred R. Orage (Leeds): The development of a secondary personality. Der Autor liefert hier einen sehr wertvollen Beitrag zur Veranschaulichung bekannter psychischer Erscheinungen wie Aufmerksamkeit, Zerstreutheit, Verstimmtheit und deckt die Verwandtschaft auf, die zwischen dem Prozess des Einschlafens und dem Auftreten einer zweiten Persönlichkeit besteht. 9. Samuel van West (Haarlem): Criminality and Karma. [Der] Verfasser weist nach, dass sich aus den Ergebnissen der heutigen kriminalanthropologischen Forschung (Schule Lombrosos) mit Notwendigkeit die Begriffe Karma, Reinkarnation ergeben. 10. Dr. Jules Grand (Paris): Le role respectif des differents regnes de la nature en ce qui concerne l'alimentation de l'homme. Eine Verteidigung des Vegetarismus aufgrund der Physiologie der Pflanze, des Tieres und des Menschen. Sektion E 1. Jean Delville (Bruxelles): The mission of an. 2. Mrs Margaret Duncan (Manchester): A pIca for symbolism in an. 3. Mme AmClie AndrC (Paris): Application de quelques enseignements thCosophiques a lart du charit. 4. Fidus-Höppener (Berlin): Theosophie und Kunst. Der Einsender dieser Arbeit ist der vielgenannte und bewunderte ehemalige Illustrator der «Sphinx», Fidus, der überhaupt der erste Künstler war, welcher der theosophischen Bewegung seinen Zeichenstift zur Verfügung stellte. Sektion F Mrs Ivy Hooper (London): The faith to come. Einsenderin, eine in England hochgeschätzte Dichterin theosophischer Novellen - den Le sern der «Theosophical Review» unter dem Autornamen Michael Wood bekannt -, versteht unter dem kommenden Glauben ein vom heutigen Dogmatismus befreites und von esoterischen Anschauungen durchdrungenes Christentum. Sektion G 1. Annie Besant: Occultism. Die Rednerin schildert hier in großen Zügen den Werdegang des - wie man sich auf Englisch kurz ausdrückt - «wod&be occultist», das heißt desjenigen, der ein Okkultist werden möchte. «Durch tiefes Studium und fortgesetzte Kontemplation» - sagte sie - «muss er seine mentalen Kräfte üben, muss er trachten, die Herrschaft über sie zu gewinnen. Ehe er dies Ziel erreicht hat, ist sein Intellekt zu okkulter Forschung nicht zu gebrauchen. Denn er wird umherwandern, indem er dabei seinen Eigentümer mit sich fortreißt, bis er ihn hinunterzieht in einen Zustand der Herabwürdigung, getrieben von dem, was auf ihn anziehend und abstoßend einwirkt und was den wahren Okkultisten doch vollkommen unberührt lassen sollte. Dieser erkennt das Walten des göttlichen Geistes in der ganzen Natur, und nichts vermag ihn abzustoßen. Ehe nun aber die Stufe des wahren Okkultisten erreicht werden kann, muss das Leben geläutert werden. Niemand, der nicht ganz lauter, der nicht ein ganz selbstloses Leben zu führen vermag, sollte wagen, dem Okkultismus nahezutreten; denn jeder Fehler, jede Schwäche, die er besitzt, wird sonst zu neuem Leben angefacht. Alle diese Mängel werden ihn überfallen und ihm überall und bei jeder Gelegenheit Fallgruben bereiten. Und solange er nicht gelernt hat, seine Sinne und Gemütsregungen zu beherrschen, werden die feineren Körper, in denen er zu arbeiten haben wird, weil sie so viel leichter und so viel beweglicher sind als der physische Körpe6 ihn selbst und die, die ihm nahe stehen, den schrecklichsten Versuchungen und Gefahren aussetzen.» ... 2. C. W. Leadbeater: Occultism. Eine von diesem bekannten Theosophen aus Kalifornien eingesandte Darstellung der Eindrücke, die der Astralseher empfängt, wenn bestimmte Kompositionen von Beethoven, Wagner, Schumann usw. vorgetragen werden. Diese Ausführungen Leadbeaters bildeten den Abschluss der Sektions-Sitzungen. Der Kongress wurde dann Dienstag abends fünf Uhr ebenso würdevoll und feierlich geschlossen, wie er eröffnet worden war. Wiederum  Damenchorgesang, hierauf Dankreden der verschiedenen Generalsekretäre, jeder in seiner Landessprache, dann Feststellung des nächstjährigen Kongressortes (London) und Schlusswort von Frau Besant. Abends acht Uhr fand noch einmal in «de vrije Gemeente» ein öffentlicher Vortrag statt, welchen der holländische Physiker Dr. J. J. Hallo hielt. Er sprach über die menschliche Aura, welche er durch Lichtbilder demonstrierte, die nach Leadbeaters bekanntem Werk hergestellt waren. Am Mitrwoch-Nachmittag trafen sich die Kongressteilnehmer zum gegenseitigen Abschiednehmen in den Räumen des Hauptquartiers. Ich habe in obigem versucht, in möglichst kurzen Zügen ein ungefähres Bild vom Amsterdamer Kongress zu entwerfen. So lückenhaft auch diese Darstellung ausgefallen sein mag, so wird sie vielleicht doch bei dem einen oder anderen Leser den Eindruck hervorrufen, dass die Behauptung, die der Verfasser dieses Berichts am Eingang aufgestellt hat - die Behauptung, dass die Vertreter der Theosophie in allen Ländern von ihren Kollegen in Holland in Bezug auf Veranstaltung fruchtbringender Kongresse so manches lernen können, doch nicht so ganz unberechtigt war, als sie vielleicht dem Leser auf den ersten Blick erschienen sein dürfte. Fruchtbringend war dieser Kongress insofern, als damit die theosophische Bewegung einen neuen Aspekt, man könnte vielleicht sagen ein neues Gesicht bekommen hat - ein Gesicht, dessen Züge zukünftig manchem anmutender erscheinen dürften, als es bisher der Fall war, sobald einmal die Idee der Schönheit sie jetzt verklärt hat. Ich möchte aber zum Schluss noch ein Wort anführen, das aus dem Munde von Frau Besant bei ihrer ersten Ansprache geflossen ist, und zwar ein Wort, das vielleicht für die Deutsche Sektion der Theosophical Society eine größere Bedeutung hat als für irgendeine andere Sektion. Es lautete: «Ijie theosophische Bewegung tritt an die Wissenschaft heran und sagt zu ihr, sie möge ihr Herz weiteren MÖglichkeiten erschließen, als sie dies bisher getan hat» Gewiss tut dies die theosophische Bewegung. Nur hat sich die Wissenschaft bisher allem Zureden dieser Bewegung gegenüber taub verhalten. Hier das nötige gegenseitige Verständnis anzubahnen, mit anderen Worten, das wünschenswerte Verhältnis zwischen Wissenschaft und Theosophie herzustellen, in ähnlicher Weise, wie dies auf dem Amsterdamer Kongress die holländische Sektion zwischen Kunst und Theosophie mit Erfolg angestrebt hat, diese Aufgabe wird vielleicht noch einmal der  Deutschen Sektion zufallen. Denn in keinem Lande der Welt stellt die Wissenschaft einen so wichtigen, so ausschlaggebenden Kulturfaktor dar als bei uns in Deutschland.  BERICHT ÜBER DIE JAHRESTAGUNG IN AMSTERDAM Vortrag von Rudolf Steinek Berlin, 4. Juli 1904 Meine lieben theosophischen Freunde, wenn die theosophische Bewegung die großen Ziele, die sie sich gestellt hat, erreichen will, so muss sie vor allen Dingen den ersten Grundsatz überall zur Geltung bringen und in ihrem ganzen Streben ihren ersten Grundsatz verwirklichen. Bekanntlich heißt der, den Kern einer allgemeinen Menschenverbriiderung zu bilden ohne Unterschied der Rasse und so weiter. Dann aber, wenn uns dieser Grundsatz obenan steht, dürfen uns Völkerunterschiede, nationale Unterschiede nur der Ausdruck dafür sein, was die Menschen im Innersten beseelt. Wir müssen die Menschen, die wir mit uns brüderlich vereinen wollen, überall suchen. Eingedenk dieses Grundsatzes hat der theosophische Kongress in London vor zwei Jahren beschlossen, die Anregung zu geben, alljährlich einen Kongress der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft einzuführen. In diesem Jahre konnte nun der erste, wirklich diesen Namen verdienende europäische Kongress der verschiedenen Sektionen des Kontinents zusammenberufen werden. So waren denn in der Zeit vom 19. bis 21. Juni in Amsterdam die europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft vereinigt zu dem Zwecke, um das, was in den verschiedenen europäischen Ländern an theosophischen Bestrebungen besteht, in freiem Gedankenaustausch zur Anregung auf dem gemeinsamen Altar niederzulegen, und auf der anderen Seite, um die gemeinsame Arbeit, die da und dort im Dienste der Allgemeinheit getan wird, vor den Versammelten zu GehÖr zu bringen. Beides wurde durch das außerordentlich tüchtige und energische Vorgehen unserer holländischen Brüder erreicht, sodass der Kongress einen außerordentlich würdigen Verlauf nahm. Der Kongress hat gezeigt, wie tief die theosophische Idee bereits in den dort Versammelten sich eingelebt hat. Fünf europäische Sektionen haben sich ja zu der sogenannten Föderation vereinigt. Es sind die Sektionen, von denen die theosophische Bewegung zunächst ausgegangen war. Erstens die englische, zweitens die französische, drittens die italienische,  viertens die holländische und endlich fünftens die Deutsche Sektion, welche erst seit zwei Jahren besteht. Den Vorsitz für diesen Kongress hat unsere verehrte Annie Besant übernommen. Vor Kurzem ist sie erst aus Indien, wo sie den größten Teil ihrer Zeit gewirkt hat, nach Europa zurückgekehrt. Es war schön, dass sie gerade diesen Kongress leiten konnte. Alle, welche im Innersten die Aufgabe, die Mission der theosophischen Bewegung begriffen haben, wissen, dass ihr Ideal in der Persönlichkeit von Annie Besam verkörpert, ja inkarniert ist. Als Frau Blavatsky starb, ging die geistige Führung an Annie Besant über, und wenn überhaupt jemand, so war sie geeignet, diese Führung zu übernehmen. Alles, was in der Theosophie leben muss, lebt in ihr. Sie vereinigt das Ideal des Wollens, das Begeisterte des Gefühls und zugleich die wissenschaftliche Richtung unserer Bewegung. Und das alles ist eingetaucht in das, was das Grundelement ausmacht, in die Spiritualität, gleichgültig ob Annie Besam ein wissenschaftliches, ein agitatorisches oder ein okkultes Thema bespricht. In den Anschauungen verkörpert sich nur die äußere Ausdrucksform für das Innerste ihrer Seele. Und das ist die Aufgabe, welche die theosophische Bewegung sich gesetzt hat, alle Zweige der menschlichen Tätigkeit von heute, alle Willensregungen und alle wissenschaftlichen Ideale einzutauchen in die Spiritualität, alles herauszugebären aus dem Toten. Diese Spiritualität spricht selbst, wenn Annie Besam zu uns spricht. Deshalb war es ein weihevoller Moment, als sie in Amsterdam den Kongress eröffnete, als sie auseinandersetzte das «Warum und Wozl> der Bewegung. Sie sagte ungefähr - dem Sinne, nicht dem Wortlaute nach: Die Aufgabe der theosophischen Bewegung ist die Spiritualisierung unserer ganzen Kultur, unserer ganzen Zivilisation. Überblicken wir die letzten Jahrzehnte unserer Kultur, so sehen wir, dass diese in den verschiedensten Punkten eine unendliche Höhe erreicht hat. Wir sehen, dass die Wissenschaft, dass das äußere materielle Leben einen solchen Gipfel erstiegen hat, wie es noch nie der Fall war. Wir sehen, wie sich der Horizont der Völker unendlich erweitert hat, wir sehen, dass diese Völker die ganze Welt zum Wohnsitz der Völker gemacht haben. Dieses äußere materielle Leben kann nur die äußere Ausdrucksform sein für das Innere der Kultur, für das Innere der Zivilisation, für die eigentliche Seele der Menschheitsentwicklung und des Menschheitsfortschrittes. Und diese  Seele der Menschheitsentwicklung und des Menschheitsfortschrittes dem Äußeren, Glanzvollen unserer Kultur einzuprägen, das ist die Aufgabe der theosophischen Bewegung. Sie hat ihre Rechtfertigung in dem, was sich in den letzten dreißig Jahren unserer Kulturentwicklung vollzogen hat. Überall sehen wir, dass es seit dreißig Jahren anders geworden ist in unserer Zivilisation. Wir sehen, dass ediere Geister herausstreben aus der rein materiellen Kultur, herausstreben aus der verstandesmäßigen Wissenschaft, aus dem Luxus, auf den die materielle Kultur sich hinaufgeschwungen hat. So sehen wir, dass das Sehnen nach Spiritualität durch unsere ganze Zeit geht. Nicht auf unsere theosophische Bewegung allein ist dieses Ideal beschränkt. Es lebt sich auch in denen vor, die nichts wissen oder nichts wissen wollen von der theosophischen Bewegung. Die theosophische Bewegung will nichts anderes sein als etwas, was geschehen muss in unserer Zeit. So sind es in unserer Gesellschaft Frauen und Männei; welche ihr Mitberiihrtsein zeigen wollen davon, dass es Seele und Geist, dass es Spiritualität gibt. Dazu wendet sich die theosophische Bewegung an die urältesten Gedanken der Menschheit, an diejenigen, welche zu allen Zeiten, seit es Menschen auf der Erde in der Entwicklung gibt, die großen Impulse zu allen Zivilisationen und Kulturfortschritten gegeben haben. Sie wendet sich nicht an diese Gedanken in einer abstrakten, leblosen Form, sondern in einer lebendigen Form. Diese Gedanken sind nicht zufällig in diesen oder jenem Kopf entstanden. Sie sind notwendig von Zeit zu Zeit den Menschen eingeflößt worden von den großen Führern der Menschheit, eingeflößt worden von solchen Führern, welche in ihrer eigenen Entwicklung vorausgeeilt sind unserem ganzen Geschlecht, welche heute beziehungsweise vor Zeiten schon dasjenige erreicht haben, was die große Menge erst in einer fernen Zukunft erreichen wird. Solche vorangeschrittenen Brüder waren stets im Besitze der großen, bewegenden Gedanken. Und sie haben diese bewähn in den sogenannten okkulten Brüderschaften. Sie haben diese, abgestuft nach den Bedürfnissen der Zeit und der VÖlker, dem Menschengeschlecht überliefert. Im Verborgenen sind in der Regel diese Brüder geblieben. Aber sie haben ihre Sendboten ausgeschickt, wo es notwendig war; ausgeschickt zu diesem oder jenem Volke, zu dieser oder jener Zeit. Und aus diesen Sendboten sind entstanden die großen zivilisatorischen Bewegungen, die Weltreligionen, die großen geistigen und materiellen Bewegungen, welche der Ausdruck der Volksseelen sein sollen.  Im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts sollte sich wieder eine solche Welle ergießen. Sie sollte wieder etwas überliefern von der uralten Weisheit. Und was sie überliefert, ist enthalten in dem, was die Theosophische Gesellschaft lehrt seit deren Gründung durch Olcott und Blavatsky. Das ist dasjenige, was wir der Kultur einzuverleiben haben, das ist dasjenige, was den Quell darbietet zur spirituellen Zivilisation der Menschheit. Derjenige ist ein würdiges Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, der sich mit diesen Gedanken beseelt und der arbeiten will für die ganze Menschheitsentwicklung von diesen Gedanken aus. Wenn wir die Seelen der Menschheit gewinnen, wird auch unsere Kultur von außen die richtige Ansicht bieten. Alles ist vom Wege abgekommen. Nehmen Sie einen einzigen Zug: Schönheit. Schönheit kann in der Kultur nur dann vorhanden sein, wenn wahrer Glaube an die höchsten Ideale der Menschheit darin enthalten ist. Sehen Sie einmal, warum die wahren Maler des Mittelalters eine so große Wirkung haben, und Sie werden finden, dass sie ihre Ideale in ihre Werke hineingeheimnist haben, die dann aus ihnen sprechen. Wenn wir zu einem solchen wahren Glauben, zu einer solchen Weisheit kommen, so wird auch wiederum aus unserer Kunst ein göttliches Licht hervorgehen. Das ist eine der Aufgaben, welche die theosophische Bewegung erfüllen wird. Und viele solcher Aufgaben gibt es. Nicht dazu ist die theosophische Bewegung da, um Einzelne zu belehren, um die Einzelnen zu vervollkommnen, sondern um sie zur Opferwilligkeit, zum Gefälligkeitsdienst zu erziehen. Nicht derjenige ist ein richtiges Mitglied der theosophischen Bewegung, der sich vervollkommnen will, sondern derjenige, der seine ganze Kraft, sein ganzes Wesen in den Dienst der Menschheit stellt. Eine solche Rede hat sich ergeben, die viel Weisheit enthielt, und es war eine weihevolle Stimmung durch die Worte Annie Besants über den ganzen Kongress ausgegossen. Wenn ich den Verlauf schildern soll der Veranstaltungen, die sich anschlossen an diese Rede, die einen mehr gemeinschaftlichen Charakter annahmen, so habe ich zu sagen, dass die einzelnen Sektionen vertreten waren durch ihre Generalsekretäre. Die englische Sektion durch Mister Keightley, die französische durch Monsieur Pascal, die italienische war nicht vertreten, der Vertreter konnte nicht anwesend sein; die deutsche durch Dr. Steiner. Unser theosophischer Bruder in Holland, Herr van Manen, hat die Vorarbeiten und die Arbeiten während des Kongresses geleitet, sodass  tatsächlich auch die äußere Geschäftsführung eine mustergültige zu nennen ist. Am Abend dieses Tages - es war Sonntag - hielt Annie Besant eine zweite Rede, eine Rede über die neue Psychologie. Diese Rede war öffentlich, für jeden zugänglich, gehalten in der Kirche der freien Gemeinde in Amsterdam. Haue man am Vormittag Gelegenheit gehabt, das spirituelle Leben aus dem Gemüte und dem Idealismus von Annie Besant hervorquellen zu sehen, so hatte man am Abend Gelegenheit, den ganzen wissenschaftlichen Sinn dieser geistigen Führerin der theosophischen Bewegung zu bewundern. Nur flüchtig kann ich die Ideen andeuten, welche sie ausführte. Wer sich zurückerinnern kann an die Zeit vor etwa vierzig Jahren, an den Gang der Seelenentwicklungslehre, der wird sich erinnern der materialistischen Hochflut. Einen Ausspruch hat es da gegeben von Karl Vogt, der ungefähr heißt: So schwitzt das Gehirn Gedanken aus, wie die Leber Galle ausschwitzt. Man hat in dieser Zeit materialistischer Wissenschaft versucht, Gedanken, Geist, Seele nur als Produkte des äußeren Leibesmechanismus anzusehen, versucht, den Gedanken etwa so zu erklären wie die Drehung der Zeiger der Uhr aus dem Mechanismus des Uhrwerks. Diese Anschauung hat in den letzten vierzig Jahren eine gründliche Erschütterung erfahren. Man hat gefunden, dass es ebenso unmöglich ist, aus dem Nervensystem den Geist zu erklären, wie es unmöglich ist, aus den Tasten oder Saiten des Klaviers ein Kunstwerk Mozarts oder Beethovens zu erklären. Man hat erkannt, wissenschaftlich erkannt, dass solches unmöglich ist. Erkannt wurde dieses durch die experimentelle Methode selbst. Man hat gefunden, dass, wenn ein Gehirn in einem anderen Zustand ist als während des alltäglichen Lebens, es nicht ohne alles Bewusstsein ist, sondern eine andere Art des Bewusstseins, eine andere Form der seelischen und geistigen Erscheinungen zeigt. Man hat verfolgt diese Zustände im Traumleben und dann auch bei abnormen Persönlichkeiten, und man ist zu der Überzeugung gekommen, dass das, was wir Seele nennen, in dem Gehirnmechanismus einen ganz anderen Ausdruck hat. Man hat gefunden, dass sie sich in anderer Gesetzlichkeit im Traumleben und wieder in einer anderen Gesetzlichkeit in Trance, im Somnambulismus und so weiter zeigt. Man hat dadurch erkannt welche große Selbstständigkeit der Geist gegenüber dem Gehirnmechanismus hat. Französische  Forscher haben erkannt, dass ein und dasselbe menschliche Individuum im alltäglichen Bewusstsein, wenn wir mit ihm umgehen, ganz andere Verhältnisse zeigt, als wenn wir es beobachten in einem abnormen Zustande des Gehirnes. Da gibt es eine Persönlichkeit, die das Pseudonym Leonie hat. Es hat sich bei deren Untersuchung herausgestellt, dass sie drei Bewusstseinszustände hat, dass sie in dem einem Zustande eine Persönlichkeit ist, die leicht zu Antipathien neigt, während sie in dem anderen Bewusstseinszustand ganz andere Eigenschaften zeigt. Und auch noch einen dritten Zustand konnte man bei ihr hervorrufen. Damit ist eine der Grundüberzeugungen aller religiösen Systeme gerechtfertigt, dass der Geist in dem Gehirnmechanismus nur ein Werkzeug hat und dass das, was er darin vollbringt, nur eine Ausdrucksform ist, und dass der Geist also eine Selbstständigkeit hat gegenüber dieser Ausdrucksform. Dadurch ist das theosophische Streben gerechtfertigt, die Wahrheit nicht nur zu suchen mithilfe des Gehirns, sondern auch mithilfe solcher Zustände, in die sich gewisse Persönlichkeiten versetzen können. Das war ein Vortrag von Annie Besam, welcher im Wesentlichen zeigt, wie dasjenige ist, was auf unseren Lehrkanzeln sich einbürgen und dasjenige, was die theosophische Weltanschauung vertritt. Gerade aus solchen Vorträgen wird es klarer und klarer, dass unsere Kultur und Zivilisation von heute einmünden wird in dasjenige, was die theosophische Weltanschauung verkündigt. Diese ist in diesem Sinne ein vorgeschobener Posten, und die Zivilisation des Abendlandes wird ihr nachfolgen. Für die zwei nachfolgenden Tage wurde die Arbeit in sogenannte Departements eingeteilt. Eine reiche Anzahl von Vorträgen war angekündigt, aus allen Teilen der Welt. Man musste in verschiedenen Sälen Vorträge halten, um das ganze Material zu bewältigen. Es zeigte sich, dass die verschiedenen Vertreter der theosophischen Weltanschauung überall hin ihre Ideale verfolgt haben. In alle Wissenschaften hinein, in die Kunst und in das soziale Leben hinein erstreckt sich heute schon die Arbeit der theosophischen Studenten. Und hier hat es sich gezeigt, wie aus allen Kulturzweigen der Gegenwart die Quellen geholt werden können, die zusammenströmen in den großen Strom, dem unsere theosophische Bewegung angehört. Auch konnte man sehen, wie die theosophische Bewegung befruchtend wirkt. Was uns sonst scheinbar ohne Gehalt entgegentrat, erschien uns hier in einem Lichte, in dem sich wohl bald auch  diejenigen, welche nicht der theosophischen Bewegung angehören, ihre Erkenntnisse holen werden. Die Departements waren: erstens das Departement der Wissenschaft, zweitens das Departement der vergleichenden Religionswissenschaft, drittens das Departement der Philologie, viertens das Departement der allgemeinen Menschenverbriiderung, fünftens das Departement für Okkultismus, sechstens das Departement für Philosophie, siebtens das Departement für Methoden der theosophischen Arbeit. In diesen sieben Departements wurde in den folgenden Tagen die Arbeit der theosophischen Gesellschaft geleistet. Gestatten Sie mir, nur mit ein paar Strichen anzudeuten, was da geleistet wurde. Da in verschiedenen Sälen gesprochen wurde, so kann ich nicht über alles sprechen. Von Doktor Pascal wurde eine interessante Vorlesung über das Wesen des menschlichen Bewusstseins gehalten, und es zeigte sich gerade in diesem Vortrage, wie modernes Denken, moderne wissenschaftliche Anschauung allmählich die theosophischen Begriffe und Ideen umspannen will, wie sie die Begriffe, Ideen und Wahrheiten, welche Inhalt der uralten Weisheit sind, in moderner Weise auszudrücken versucht. An zweiter Stelle gab es anregende Ausführungen unseres Münchener Mitgliedes Ludwig Deinhard. Er versuchte im Anschluss an Annie Besam, eine Anregung zu geben, und sprach zunächst über die vielfache Persönlichkeit. Das ist eben die vielfache Persönlichkeit, die uns entgegentritt in den Erscheinungen, wie sie uns entgegentreten bei dem Medium Leonie. Da haben wir es mit drei Bewusstseinszuständen zu tun, und darunter mit einem, der ganz abweicht von dem gewöhnlichen Bewusstsein des Mediums Leonie. Der Experimentator hat selbst gesagt, dass ein Medium in solchem Zustande sich an Dinge aus der Jugend erinnert, von denen es sich sonst durchaus kein Gedächtnis bewahrt hat. Das Medium zeigt auch Erinnerung für Vergangenes, das nicht in diesem jetzigen Leben stattgefunden hat, sondern in einem anderen, vorhergehenden Leben stattgefunden haben muss. Es ist dies eine Hindeutung auf Reinkarnation. Deinhard versuchte also diese Persönlichkeit darzulegen; und diejenigen Mitglieder der Gesellschaft, welche sich eines höheren Bewusstseinszustandes erfreuen, sollten einmal Veranlassung nehmen, diese Gesichtspunkte, die von der modernen Psychologie eingeschlagen werden, in ihrem höheren Bewusstsein zu verfolgen, sodass wir auf die sc Weise eine Art Harmonie herstellen können zwischen dem, was die moderne Wissenschaft leistet, und dem, was der mit Hellsehen begabte Mystiker in sich selber zu erfahren in der Lage ist. Im Anschluss an diese Auseinandersetzung fand eine andere statt über das doppelte Bewusstsein, über das zweite Ich, welche unser Mitglied [Orage aus Leeds] abhielt. Dann folgte eine Reihe anderer Vorträge, welche sich mit der so wichtigen Frage der vierten Raumesdimension beschäftigten. Diese sind deshalb von so besonderer Bedeutung, weil diese Frage von den Forschern einmal gründlich studiert werden muss. Wir haben eine besonders interessante und instruktive Literatur. Über Dinge, über die man vor einiger Zeit noch gelacht hat, gibt es heute schon Bücher. In den Ausführungen über den Raum und die vierte Dimension haben wir eine Anleitung, wie sich der Mensch direkt durch äußere Experimente eine wirkliche Vorstellung bilden kann von dem, was eigentlich der Hellseher den vierdimensionalen Raum nennt. Das ist eine Anleitung, um auch dem Alltagsmenschen eine Vorstellung davon zu geben. Bisher konnte nur der Mathematiker eine solche Vorstellung gewinnen. Hier aber haben Sie durch sinnreiche Modelle die Möglichkeit, eine solche Vorstellung zu gewinnen. Wenn ich im Herbst die Modelle selbst angefertigt haben werde, so werde ich Ihnen hier einmal eine Reihe von Vorträgen darüber haken, um Ihnen zu zeigen, wie man unmittelbar am Modell eine solche Vorstellung gewinnen kann. Das war das Wissenschaftliche. Das zweite Departement war das über die vergleichenden Religionen. Hier war besonders bedeutsam ein indischer Vortrag über die Zukunft der Religionen. Dann folgte das dritte Departement über die Philologie. Es gab da einzelne sehr interessante Abhandlungen, die uns wichtige Aufschlüsse geben können über die Entwicklung verschiedener Begriffe. Auf Einzelheiten kann ich hier nicht eingehen. Das Jahrbuch wird über diese Vorträge näheren Aufschluss bringen. Dann kam das vierte Departement über die Verbriiderungsidee. Und dann das fünfte Departement über Okkultismus. Da hielt Misses Annie Besant wieder eine Rede. Sie sprach über das Wesen des Okkultismus. Ich kann nur in kurzen Zügen auf den Inhalt dieser außerordentlich wichtigen Rede eingehen. Die Rednerin ging aus von einem Aussprüche von Frau Blavatsky, die sagte, dass der Okkultismus die Erkenntnis  davon ist, dass der universelle Weltengeist alle Dinge hervorgebracht hat, dass wir in allen Dingen einen Ausdruck, eine äußere Form eines universellen Geistes suchen müssen, und dass derjenige, welcher diesen Universalgeist sucht, und zu den Methoden und Hilfsmitteln gelangt, diesen Geist zu finden, Okkultist ist. Es ist hier in abstrakter Form gesagt, was Okkultismus ist, aber es ist nicht so leicht, im Einzelnen genau das Wesen des Okkultismus anzugeben. Der Mensch sieht um sich her die stofflichen Dinge, die er von Kräften beherrscht sieht, welche wir Naturkräfte nennen: Elektrizität, Wärme, Licht und so fort. Dann sieht er die Erscheinungen beherrscht von den Naturgesetzen, von dem Gesetz der Schwere, von dem Gesetz der Anziehung und Abstoßung, von dem Gesetz der Kausalität, von den Gesetzen des Lebens. Materielle Kräfte und Gesetze sind dasjenige, was die gewöhnliche Wissenschaft uns von der Welt zu überliefern im Stande ist. Der Okkultist unterscheidet sich von den gewöhnlichen Wissenschaftlern dadurch, dass ihm noch etwas anderes aufgeht über die Kräfte und etwas anderes über das Gesetz. Er kommt erfahrungsgemäß durch die Methoden, die er anzuwenden in der Lage ist, dazu, dasjenige, was hinter den Kräften in der Welt sich verbirgt, was okkult ist, zu schauen, wahrzunehmen. Und wenn er das, was hinter den Kräften sich verbirgt, wahrnimmt, dann sind das nicht wieder Kräfte, nicht solche Dinge, die man mit dem gewöhnlichen, alltäglichen Bewusstsein wahrnehmen kann, sondern es sind Wesen, Wesen höherer Art, welche den sogenannten höheren Welten angehören. Der Okkultist steigt von der Kraftnatur auf zur Wesenheitsnatuk von der Kraftnatur zu den schaffenden Wesenheiten. Er gelangt dahin durch unmittelbares Schauen. Er erkennt die Bildner der Welt. Die Kräfte, die der gewöhnliche Mensch davon als Ausdrucksmittel sieht, sind nur die äußeren Projektionen, der äußere Schatten und Abglanz dieser Bildner der Welt. Und wo die gewöhnliche Wissenschaft versagt, da steigt der Okkultist auf zu Wesenheiten von noch erhabenerer Art, zu Wesenheiten, welche von der Bildnernatur sich hinauferstrecken bis zu den sogenannten Logoi. Diese sind für den Okkultisten dasjenige, was sich verbirgt hinter dem, was die Wissenschaft Gesetze nennt. Der Wissenschaftler erkennt die materiellen Kräfte, die materiellen Gesetze, der Okkultist sieht die höheren Wesenheiten, die bildenden Wesenheiten, die er kennenlernt als die Bewirker und Ausgestalter der Naturkräfte. Er lernt die Logoi erhabenster An kennen, welche sich äußerlich nur zeigen in dem Dasein der die Hirn melsräume durchdringenden Weltgesetze. Damit der Okkultist zu diesen Anschauungen kommen kann, muss er eine sorgfältige Schulung und mannigfaltige Prüfungen durchmachen. Sie bestehen in zweierlei: erstens, das Bewusstsein des Menschen zu erweitern, den Horizont zu erweitern über diese sinnliche, physische Welt hinaus; und zweitens, in der Entwicklung von Sinnen, welche jene hÖheren Welten ebenso wahrnehmen können wie die äußeren Augen und Ohren die äußere physische Welt. Ehe der Mensch die Erweiterung des Bewusstseins suchen kann, muss er eine sorgfältige Gedankenkontrolle üben. Ohne diese geht es keinen Schritt weiter im Okkultismus. Der Mensch des Alltags wird von seinen Gedanken beherrscht, der Okkultist aber muss seine Gedanken beherrschen. Ehe man es dazu gebracht hat, dass kein Gedanke, keine Bewegung, keine Emotion ins Bewusstsein schleicht, ehe man sie rufen und kontrollieren kann, eher können wir keinen Zugang finden zu dem Okkultismus. Eine vollständige Kontrolle der Gedanken, die den Menschen zum Herrn dieser macht, ist notwendig. Würde der Mensch ohne diese Kontrolle in die okkulten Gebiete eindringen, so würde er große Nachteile haben. Die gewöhnliche Kraft reicht gerade hin, um die Gedanken zusammenzuhalten. Würde der Mensch nur mit dieser Gedankenkraft in das Okkulte eintreten, so würde sie durch die im Astralen auf sie einstürmenden Kräfte zerstört werden. Wenn der Mensch vollständige Gedankenkontrolle erreicht hat, wenn keine Emotion bei ihm mehr Zugang hat, dann kann er die höheren Sinne, die Sinne für das höhere Wahrnehmen entwickeln. Das ist wieder eine priifungsreiche Schulung. Da treten an uns heran alle die Gefahren, die der Okkultist wohl kennt. Wessen Sinn erwacht ist auf dem geistigen Gebiet, der weiß, dass er von seinen eigenen Wünschen und Leidenschaften zunächst in der furchtbarsten Weise geplagt wird. Begierden, Lust und Schmerz strömen fortwährend aus. Wir sehen sie und halten sie für objektive Gebilde. Da ist eine Schwierigkeit, diese zu unterscheiden von den wirklich objektiven Dingen. Dieses zu unterscheiden, lernt man erst durch sorgfältige strenge Schulung. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass uns feindliche Mächte bedrohen, denen wir ausgesetzt sind. Auch diese Gefahr müssen wir bannen lernen. Ferner müssen wir lernen, die einzelnen Fratzen und Fragmente, die sich uns darbieten, nicht für erschöpfende Wirklichkeit zu halten. Strengste Schulung wird da gefordert, damit der Mensch auf sicheren  Füßen geht, wenn er die Welt verlässt, nämlich die physische. Vor allen Dingen muss der Okkultist in sich ausgemerzt haben alle persönlichen Wünsche und Leidenschaften. Nichts muss er für sich selbst nur wollen. Alles muss er in den Dienst einer großen Sache stellen, die nur er kennt und die er vielleicht nicht einmal aussprechen kann. Ist er in diesem Sinne wunschlos geworden, dann wird, wenn sein Bewusstsein erweitert ist und wenn seine Sinne entwickelt sind, etwas an ihn herantreten, was man die Stimme des Meisters nennt. Diese tritt nicht eher an uns heran, bis wir gelernt haben, sie zu unterscheiden von den anderen Stimmen. Ist er so weit, dann kann er durch die engere Pforte gehen, dann ist er für die Initiation, für die Einweihung reif. Nur wer einen solchen Pfad wirklich durchmacht, ist ein Okkultist. Dem enthüllen sich die erhabenen göttlichen Wesenheiten, die in der niederen Welt sich nur als Gesetze darstellen. Dieser dritte Vortrag ergänzte sich mit den zwei ersten in außerordentlicher Weise. Darf ich sagen, dass in dem ersten Vortrage das Gemüt zur Begeisterung erhoben wurde, dass in dem zweiten Vortrag ein Wissen war, das zu erleuchten weiß, so darf ich auch sagen, dass Annie Besant in dem dritten Vortrag, wo sie über den Okkultismus sprach, den Willen, diese Wurzel des Seins, heiligte. Anschließend an diesen Vortrag hatten wir die Verlesung eines Vortrages über Okkultismus von Leadbeater. Nur einen einzigen Punkt will ich hervorheben. Es wurde gesagt, dass darüber Versuche gemacht worden sind, wie sich die musikalischen Formen in dem Astralraum ausnehmen. Wenn sie in einem Raume eine Mozart'sche oder eine Beethoven'sche Musikschöpfung ertönen lassen, dann können Sie, wenn Sie astral hörend sind, sehend sind, die Formen in der Astralwelt sehen, in denen sich das eine und andere Kunstwerk ausprägt. Wie die Linien und Formen einer wunderbaren Architektur, so nehmen sich die Linien und Formen eines musikalischen Kunstwerkes im Astralraum aus. Diese astrale Architektur der Musik wurde insbesondere in Amerika erforscht. Am nächsten Tage, am Dienstag, hatten wir noch das wissenschaftliche Departement zu absolvieren, und das Departement für die Methoden der Arbeit. Im wissenschaftlichen Departement habe ich über Mathematik und [Okkultismus] gesprochen. Ich versuchte dabei zu zeigen, wie es gekommen ist, dass Platon von seinen Schülern einen mathematischen Kurs über die Grundbegriffe der Mathematik verlangte, bevor er sie zu  seinen Lehrsälen zuließ, warum die Gnostiker die Mathematik geradezu «Mathesis» genannt haben und warum Pythagoras das Wesen der Welt, soweit es durch den Menschen erkennbar ist, in den Zahlen suchte. Ich suchte zu zeigen, dass dasjenige, was in diesen alten Zeiten gelehrt worden ist, keineswegs die abstrakte Mathematik von heute ist, sondern dass sie in der Mathematik eine unmittelbare, intuitive Anschauung vor sich hatten, so wie derjenige, der ein Musikstück hört, die Tonverhältnisse nicht mathematisch ausrechnet, sondern in einem Meer von Tönen wahrnimmt, so nimmt auch der Okkultist diese Sachen wahr. Sphärenmusik haben es die Alten genannt. Die sinnlichkeitsfreie, mathematische Anschauung lässt in ihrer Intuition eine Musik höherer intuitiver An aufgehen. Er nimmt wahr die drei Arten okkulter Erkenntnisse, die bei dem Okkultisten gleichmäßig vorhanden sind, die materiellen, die verstandesmäßigen und das Wahrnehmen großer musikalischer Verhältnisse, die auf Zahlen und Zahlenverhältnissen beruhen. Von diesem kann sich nur derjenige einen Begriff machen, welcher weiß, was die Gnostiker mit Mathesis gemeint haben. Ein Umschwung ist eingetreten seit Newton, durch den die Infinitesimal- und Integral-Rechnung gefunden worden ist. Mit unendlich kleinen und unendlich großen Größen kann man seit der Zeit rechnen. Der gewöhnliche Mathematiker gelangt nicht hinein in dieses unendlich Kleine und dieses unendlich Große. Das kann nur verstehen, wer es weiß und in der Lage ist, es in sich lebendig zu machen. Der kann sich dann auch frei machen durch ein mathematisches Mittel. Und so kann er als Mathematiker den Zugang zu den okkulten Welten finden und einen Beitrag für sie liefern. Ich zeigte dann, wie in der Zeit, wo man Platons und Pythagoras' Sphärenmusik verloren hatte und Galilei und Newton ihren Einfluss übten, die Sinnenwelt eroberte, die physischen Naturgesetze entdeckte, die Mathematik eine andere wurde und man der Mathematik selbst sich bemächtigte. Früher kannte man die endliche Mathematik. Seit Newton und Leibniz hat man die Mathematik des Unendlichen. Wer sich damit beschäftigt, der gelangt zum okkulten, intuitiven Schauen. Er gelangt zur Umkehr, zum Zug nach oben. Frei wird er von alledem, was in der sinnlich-materiellen Welt zu ihm spricht. Und in seinem Astralkörper tritt etwas ganz Eigentümliches ein. Wer die mathematischen Begriffe wirklich erfasst, lebendig erfasst, dessen Gedankenformen werden ganz andere. Jede Gedankenform, welche von Sinnlichkeit beeinflusst ist, erscheint wie mit einem Hauch abgeschlos sen. Dann prallt sie von außen zurück. Wenn sie aber sinnlichkeitsfrei ist, öffnet sich die Gedankenform und umschließt jedes Ding dann mit ihrer Gedankenform. Alles Antipathische hat sich in Sympathisches verwandelt. Sie sind auf diese Weise Okkultist geworden. Dieses ist ein Beitrag, ein Versuch, um von einem besonderen Zweig der Wissenschaft zum Okkultismus zu kommen. Dann wurde von einem Franzosen über den Rhythmus in der Welt gesprochen und [von Bhagavän Däs, Benares, wurde eine Abhandlung über die Beziehung zwischen Selbst und Nicht-Selbst verlesen]. Fichte, Schelling und Hegel sind für die moderne Wissenschaft selbst ein Buch mit sieben Siegeln. Es wäre befriedigend, wenn aus dem sinnigen Denken Indiens heraus eine Umwandlung unserer ganz gewaltigen deutschen Philosophie geschehen würde. Aus dem Departement über die Methoden des theosophischen Arbeitens muss hervorgehoben werden der Vortrag, den Misses [Hooper, London,] gehalten hat und der sympathisch ist wegen eines gewissen Umschwunges in der äußeren Art, wie diese Wesenheit die Theosophie in der Welt vertritt. Diejenigen, welche meinen Bericht über den Londoner theosophischen Kongress gehört haben, werden sich erinnern, dass ich erwähnen musste, dass das Christentum dabei fast eine vollständige Ablehnung erfahren hat. Diese Ablehnung des Christentums ist jetzt einem völligen Verständnis desselben gewichen, sodass wir lernen, nicht bloß mit indischen und mohammedanischen Ausdrücken zu reden, sondern auch uns bemühen zu enthüllen den unendlich tiefen Wahrheitskern der Bibel, des Alten und Neuen Testamentes. Und da stellte sich etwas heraus, wovon die neuere Zeit bis in unsere Tage herein wenig wusste. Es stellte sich heraus, dass die Bibel eine tief esoterische Schrift ist, und dass die tiefsten Wahrheiten, die ihr zugrunde liegen, auch der Ausdruck sind für die theosophischen Wahrheiten. Staunen und bewundern muss derjenige, der versteht, was in diesem Buche verborgen ist an Okkultem, und er muss sich sagen: Erst jetzt erkenne ich, was die Bibel ist. Von solchen Gefühlen belebt wird Misses Hooper gewesen sein, als sie sagte: Der Kern war immer derselbe, aber die Formen haben sich geändert. - Wir finden in der Bibel und im Christentum Symbole von einer Tiefe und einer Prägnanz und Eindringlichkeit, dass wir ganz aus der Bibel sprechen können, wenn wir die theosophischen Lehren vertreten. Jetzt konnten wir während des theosophischen Kongresses in Amsterdam beobachten,  wie innerhalb der theosophischen Bewegung bereits eine Strömung da ist zur Wiederbelebung des Johannes-Evangeliums. Darüber werde ich noch am nächsten Montag sprechen. Der Kongress wurde geschlossen am Dienstag-Nachmittag. Misses Annie Besant konnte in wenigen prägnanten Worten zusammenfassen, was wir alle während dieser Kongresstage empfunden hatten, dass sich tatsächlich unsere holländischen Brüder, die in der theosophischen Bewegung so große Fortschritte gemacht haben, alle Mühe gegeben haben, diesen Kongress zu einem würdigen zu machen, dass sie umsichtig und energisch vorgegangen sind. Die Holländer haben ein kleines Land, aber ein großes Herz, und es ist besser, wenn man ein kleines Land und ein großes Herz hat, als wenn das Umgekehrte der Fall ist. Am Abend gab es noch Danksagen und einen Vortrag über die Aura. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen kamen noch künstlerische Darbietungen. Alle Chormitglieder und alle Deklamatoren waren nur aus Mitgliedern der Theosophischen Sektion in Holland genommen, sodass wir von Holland sagen müssen, dass die Mitglieder in den letzten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Wir dürfen daher sagen, dass dieser Kongress ein außerordentlich würdiger Ausdruck für die theosophische Bewegung war und dass wir mit großem Enthusiasmus und großem Interesse dem Wiedersehen in London entgegensehen. Das Symbol der Bewegung trat mir entgegen in einem kleinen Erlebnis. Wir suchten das Geburtshaus Spinozas auf. Es ist ein kleines Häuschen. Keine Tafel, kein Erinnerungszeichen ist daran. Dagegen sind schmutzige Geschäfte darin. Man könnte sagen, dass dies pietätlos sei. Mir kam ein anderer Gedanke. An den großen Geist Spinozas erinnert nichts, was zeitlich ist. In den Fortschritten des Geistes liegt das Ewige.  THEOSOPHIE, WISSENSCHAFT UND RELIGION. ANNIE BESANT Vortrag von RudolfSteiner Berlin, 12. September 1904 Nach achtzehnmonatiger Abwesenheit ist unsere verehrte Annie Besant im Mai wieder nach Europa gekommen von dem Schauplatz ihrer Tätigkeit in Indien, um einige Monate unter uns in Europa für die Verbreitung der theosophischen Lehren und des theosophischen Lebens zu wirken. Wie Sie alle wissen, können wir in wenigen Tagen unter uns hier in Berlin ebenfalls Annie Besam hören. Wenn Annie Besant jetzt immer nur für kurze Zeit nach Europa kommt, so bedeutet das für die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft auf unserem Kontinent und in England ein Fest. Ein Fest bedeutet es insbesondere für diejenigen, welche aus voller Erkenntnis heraus, aus voller Einsicht die GrÖße und Bedeutung dieser einzigartigen Persönlichkeit zu schätzen wissen. Es gibt viele Leute in Europa, welche mit einer auf Erkenntnis und auf Wissen gebauten Liebe an dieser Persönlichkeit hängen. Auf dem Schauplatz ihrer Tätigkeit, da, wo sie jetzt zumeist wirkt, da wird ja Annie Besant ganz besonders verstanden. Man begreift warum Annie Besant gerade in Indien so außerordentlich gut verstanden, so geliebt wird. Man begreift es, wenn man die auf der einen Seite von tiefer Weisheit getragenen und auf der anderen Seite von Kraft erfüllten Worte liest, welche in dem ja jetzt auch gedruckt vorliegenden Vortrag, den Annie Besant vor zwei Jahren bei der Jahresversammlung der Theosophischen Gesellschaft in England gehalten hat, stehen, den Vortrag über Theosophie und Imperialismus, auf sich wirken lässt. Der Vortrag, den Annie Besant damals über die Aufgabe ihres eigenen, des englischen volkes in Indien hielt, dieser Vortrag war - wenn ich das abgebrauchte Wort aussprechen darf -, er war eine Tat. Denn er ging aus einer, ich möchte sagen, tiefsten geschichtlichen Einsicht von den Bedürfnissen, von den wahren, innigen Herzens- und Seelenbediirfnissen eines Volkes aus. Annie Besant redete, wenn ich so sagen darf, dazumal ihren Landsleuten ins Gewissen. Und es waren Worte der Liebe - denn von wahrer Theosophie können nur Worte der Liebe kommen -, aber es waren zu  gleicher Zeit Worte, welche durchaus anders klingen als dasjenige, was England, was der englische Imperialismus heute noch immer in Indien vollbringt. Es waren Worte, welche einer Theosophin durchaus entsprechend waren. Was Annie Besant forderte, war nichts anderes als eine moderne Erfüllung dessen, was der Christ das Pfingstwunder nennt. Sie wissen alle, dass dieses Pfingsrwunder in einer gewaltigen Symbolik zum Ausdruck bringt, dass damals die Apostel, die Sendboten des Christentums, in allen Zungen zu reden begannen. Sie begannen in allen Zungen zu reden aus dem Grunde, weil das für denjenigen, der die Kunde von der göttlichen Weltordnung in die Welt tragen will, notwendig ist. Gott spricht zu allen Herzen. Aber nur mit der eigenen Zunge kann der Angehörige eines Volkes das göttliche Wort vernehmen. Gehen Sie zu einem Volke, und versuchen Sie, dieses für den Geist göttlicher Weisheit zu interessieren oder den Geist menschlichen Trostes beizubringen, dann müssen Sie vor allen Dingen von diesem Volke verstanden werden. Sie müssen in der Zunge dieses Volkes sprechen. Sie müssen das Wort, die Vorstellung, die Gefühle, in denen Sie sich ausdrücken, von diesem Volke hernehmen. Schätzung und Achtung der Eigentümlichkeiten eines jeglichen Volkes, das ist es, was der Theosoph sich vorsetzt, wenn er beitragen will zur Verbreitung menschlich-göttlicher Weisheit. Und das ist es, was mit einer solchen, man darf wohl sagen, Inbrunst Annie Besant von ihrem Volke fordert, indem sie sagt: Wenn Ihr hingeht in dieses Land, dann seid nicht Fremde, nicht Herrscher, nicht Eroberer, dann seid liebende Freunde, die die Sprache dessen lernen wollen - die geistige Sprache wenigstens - dessen, zu dem Sie sprechen wollen, [dem] Sie eine andere Kultur als seine eigene vermitteln wollen. Sehen Sie, das ist das Verständnis, welches Annie Besant gerade dem indischen Volke seit Jahren entgegenbringt, das tätige Verständnis, welches sie dazu geführt hat, in Indien segensreich für die Bildung dieses Volkes, für die Heraufentwicklung der außerordentlich hohen spirituellen Kultur zu unserer gegenwärtigen dort zu wirken. Weil sie es versteht, im Sinne des symbolischen Pfingstwunders, zu einem jeglichen in seiner Zunge zu sprechen, und weil das indische Volk insbesondere ein Verständnis dafür hat, wird Annie Besant dort so ganz besonders geliebt. Diejenigen, welchen diesen Geist echter theosophischer Gesinnung auch im Abendlande verstehen - nicht nur verstandesmäßig kennen, son dern mit der Tiefe ihres Herzens erfasst haben, sodass er das eigentliche Grundprinzip ihres Lebens ist -, die hängen ebenso an Annie Bcsant, und für sie ist Annie Besant gegenwärtig die Seele der theosophischen Bewegung. Sie ist es, weil das spirituelle Leben, das die theosophische Bewegung der modernen Menschheit wiederbringen will, durch jedes ihrer Worte strÖmt, in jedem ihrer Worte gefühlt werden kann, sodass sich jedes ihrer Worte, obzwar es entquillt einer völligen Beherrschung aller gegenwärtigen Wissenschaften, zu gleicher Zeit tief in die Herzen ihrer Zuhörer einsenkt, einsenken kann. Nun, verehrte Anwesende, die Seele der theosophischen Bewegung darf Annie Besant genannt werden, und wir dürfen es mit besonderer Befriedigung begrüßen, dass unsere diesjährige Saison, unsere diesjährige Arbeit begonnen werden darf mit einem Wirken Annie Besants innerhalb unserer Sektion. Ich möchte sagen, bezeichnend für die ganze Aufgabe der theosophischen Bewegung und für die Bedeutung der Theosophischen Gesellschaft in unserer Zeit ist das Thema, über welches Annie Besant am nächsten Freitag in Berlin sprechen wird. «Die neue Psychologie», die neue Seelenlehre heißt das Thema. Wir werden uns für den Vortrag, der ja für uns ein Fest sein soll, am besten dadurch vorbereiten, dass wir uns klarmachen, was denn eigentlich gerade mit diesem Vortrag im Sinne der theosophischen Bewegung gegeben werden soll. Psychologie ist, wie Sie wissen, Seelenlehre. Eine «neue Psychologie» ist es, von der hier die Rede sein soll. Das Wort ·neu» zeigt Ihnen an, dass wir es mit einer solchen Lehre zu tun haben, die vorher nicht da war. Und wenn sie nicht da war: Gegenüber welcher Seelenlehre ist diejenige, von welcher Annie Besam sprechen will, eine neue Seelenlehre? Dass wir heute von einer neuen Seelenlehre sprechen können, das ist etwas, was mit der ganzen Aufgabe, mit der ganzen Bedeutung unserer theosophischen Bewegung zusammenhängt. Und wahrscheinlich, wenn wir nicht von einer neuen Seelenlehre heute sprechen könnten, so würde auch die theosophische Bewegung keineswegs die Bedeutung erlangt haben, keineswegs ihre Aufgabe in einer solcher Weise gelöst haben, wie das heute bis zu einem hohen Grade schon der Fall ist. Die alte Seelenlehre, welche ist es? Das werden wir verstehen, wenn wir ein halbes Jahrhundert zurückblicken in unserer Entwicklung unseres Kulturlebens. Nicht nur in Deutschland, in allen zivilisierten Ländern  ist das der Fall, was ich jetzt aussprechen will. Wenn wir in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zurückblicken, dann finden wir, dass eigentümliche Gedanken über das Wesen der Seele, über das Wesen des menschlichen Geistes damals geherrscht haben. Damals war die sogenannte Hochflut des Materialismus. Damals waren diejenigen, welche das Ohr der Zeitgenossen hatten, Ludwig Büchner, Vogt, Moleschott und andere, welche das Wort für den Materialismus führten. Damals ist das Wort durch die Welt geklungen, das Wort, das die Naturforscher Vogt in Deutschland und Clifford in England ausgesprochen haben, das Wort: Die Gedanken des Menschen werden vom Gehirn so abgesondert, wie die Galle von der Leber erzeugt wird. Damals also war die Zeit, in welcher die Menschen nichts wissen wollten von einer besonderen Seele. Namentlich diejenigen wollten nichts wissen von einer besonderen Seele, welche das Körperliche höherstellten als das Seelische, namentlich diejenigen wollten nichts wissen, die damals glaubten, auf der Höhe der Wissenschaft zu stehen. Die Blüte der Wissenschaft der neuen Zeit war gerade angebrochen. Wenn wir die Wissenschaft der neueren Zeit an uns vorüberpassieren lassen, so müssen wir sagen, dass gewaltige Entwicklungen, Entdeckungen dazumal in die Welt gegangen sind. Die neue Lebenslehre wurde [unter] dem Mikroskop erfunden. Damals war es, als die Leute zum ersten Mal einen Blick getan hatten durch das Mikroskop auf die kleinsten Lebewesen, die sogenannten Zellen. Die Lehre von der Entstehung der Erde, die wir heute als Geologie bezeichnen, war noch ganz jung. Der Sturmwind des Darwinismus brauste durch die gebildete Welt. Entdeckung auf Entdeckung folgte aufeinandei; und die Entdeckungen auf wissenschaftlichem Gebiete hatten im Gefolge, dass unser äußeres Leben sich anders gestaltete, indem die Industrie ihre großen Eroberungen machte auf dem Gebiete der Naturwissenschaft, der Naturkräfte. Der Mensch hatte sich ganz und gar eingerichtet in der physischen Welt. Er hatte seine großen Triumphe in der physischen Welt gefeiert. Das war zu gleicher Zeit die Epoche, in der der Mensch - wenigstens derjenige, welcher sich darin vertieft hatte - irre wurde an jahrtausendealten Wahrheiten, indem er leugnete, was die Väter und die Väter unserer Vorväter als den Grundsatz ihres Daseins, als die Stütze ihres Lebens angesehen hatten. Wir dürfen sagen, dass nicht alle der Gebildeten, vielleicht sogar nur eine geringe Zahl derselben, sich dieser materialistischen Weltanschauung  angeschlossen hatten. Aber darauf kommt es im Fortgang der Entwicklung des Menschengeschlechtes nicht an. Nicht darauf kommt es an, ob nur wenige oder die Masse irgendeinen neuen Gedanken erfassen, sondern darauf kommt es an, ob dieser Gedanke eine Tragkraft hat in der Kulturentwicklung, ob er geeignet ist, sich einzusenken in die Herzen der Menschen, sich einzusenken in die Geister der Nachdenkenden. Immer waren es nur wenige in der Welt, die da Wissende waren. Gehen Sie in die alten Zeiten zurück, so werden Sie immer sehen, dass es nur wenige Geistesführer gegeben hat. Und wahr ist es, dass das geistige Besitztum von den Geistesführern später das fast allgemeine Besitztum eines großen Teiles der Menschheit wird. Gehen Sie zurück in die Zeiten, in denen das Christentum sich ausbreitete, in denen zuerst das Evangelium in die Welt kam, das wir als das christliche bezeichnen, und von dem wir sagen müssen, dass es zuerst nur wenige waren, welche sich diesem Bekenntnis anhingen. Dann wurden es immer mehr und mehr, und später wurden es Millionen. Und gehen Sie in die Zeit des Hereinbrechens neuer Epochen, in die Zeit der wissenschaftlichen Entdeckungen der Menschheit und forschen Sie nach, so werden Sie finden, wie nur wenige zu denjenigen wissenschaftliche Überzeugungen, die heute Gemeingut von unzähligen Menschen sind - unsere Ansichten über den Sternenhimmel, zum Beispiel die sogenannte kopernikanische Weltanschauung -, sehen Sie sich an, wie wenig sich vor Jahrhunderten zu dieser Überzeugung bekannt haben. Sie werden sehen, es waren nur wenige. Und dann flutete der Strom in die Geister einer großen Anzahl von Menschen. Das ist bei Gedanken, welche Tragkraft haben, welche dazu bestimmt sind, die Herzen der Menschen zu erfüllen. Bei ihnen kommt es nicht darauf an, ob sie von wenigen oder einer großen Anzahl zunächst vertreten werden. Es kommt darauf an, wer diese sind, die sie vertreten. Ob es diejenigen sind, welche auf dem Gipfel der Zeitbildung stehen oder nicht. Wenn Sie die Zeiten verfolgen und wiederum zurückgehen in die erstenJahrzehnte des Christentums, dann werden Sie finden, dass eine große Anzahl von Menschen, dass die Besten, namentlich innerhalb der europäischen Kultur, welche auf der Höhe ihrer Zeit in Bezug auf Geistiges damals standen, ergriffen wurden von den Prinzipien des Christentums. Und gehen Sie wiederum herauf ins sechzehnte Jahrhundert, so werden Sie finden, dass eine große Anzahl von Menschen durch die wenigen angeregt, sich überzeugen ließen von den Gedanken, die Kopernikus,  Galilei, Giordano Bruno und andere in die Welt gebracht haben. Es sind die Führer der Menschheit, und es handelt sich darum, ob diese Führer der Menschheit das Ohr ihrer Zeitgenossen finden. Es war eine wichtige Frage in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, ob die wenigen, deren Überzeugung ihren Ausdruck fand in den Worten ·Das Gehirn schwitzt Gedanken aus wie die Leber die Galk», ob diese wenigen das Ohr ihrer Zeitgenossen finden sollten. Es war, sage ich, eine große Frage. Denn diejenigen, die so sprachen, das müssen wir uns klarmachen, sie waren dazumal nicht die Schlechtesten ihres Zeitalters. Sie waren diejenigen, die aus der Gelehrsamkeit, aus der Wissenschaft heraus sprachen. Und die Wissenschaft selbst hatte eine Gestalt angenommen, welche durchaus geeignet war, solche Anschauungen in die Herzen vieler zu versenken. Denken können Sie sich, was sich ereignen würde, wenn anstelle der geistigen, der spirituellen Weltanschauung die angedeutete rein materialistische Lehre Allgemeingut der Menschheit würde. Wer eine Ahnung davon hat, welche verheerenden Wirkungen die materialistische Lehre innerhalb der Menschheit anrichten müsste, wer zu beobachten versteht, wie die zerstörenden, verwüstenden Kräfte der Menschennatur gerade mit dieser Weltanschauung zusammenhängen, der weiß auch, dass dazumal innerhalb unserer Bildung, innerhalb unserer Entwicklung eine Gefahr vorlag; der weiß aber auch, dass die Menschen es selbst sind, welche die Geschichte leiten. Unsere verehrte erste Lehrerin, Frau Blavatsky hat es einmal in ihrer «Geheimlehre» ausgesprochen - und es ist eine tiefe Wahrheit: Gewiss, es geschieht in der Welt dasjenige, was notwendig ist. Und wenn einem Zeitalter eine Lehre, eine Weisheit, eine Wahrheit notwendig ist, dann wird sie kommen. Aber die Menschen sind dazu berufen, sie aufzunehmen. Obzwar die höheren Kräfte in die Menschennatur einströmen müssen, so ist es doch so, dass der menschliche Widerstand, dass die zerstörenden, bösen Kräfte der Menschennatur das Einströmen der höheren Kräfte für lange Zeit verzögern können. Nicht ein willenloses Werkzeug der göttlichen Weltordnung ist der Mensch, sondern durch den Gedanken und durch die menschlichen Gefühle spricht diese göttliche Weltordnung. Wenn wir uns das klarmachen, dann müssen wir uns sagen: Vieles hängt davon ab, wie sich die Menschheit in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts zur materialistischen Weltanschauung stellt, was sie sagen wird zu denjenigen, welche auf der Höhe der materialistischen Weltan schauung stehen. Es war nahe dran - und derjenige, der die Zeiten nicht beobachten kann, der kann sich keine Vorstellung machen, wie nahe es daran wag dass die materialistische Weltanschauung völlig das Ohr ihrer Zeitgenossen gefunden hätte -, da wurde im Jahre 1875 jener Strom von spiritueller Weisheit in die Welt gesendet, jener Strom von spiritueller Weisheit, der von denselben Wesenheiten ausgeht, von denen die spirituelle Weisheit durch alle Zeiten sich ausgebreitet hat. Da wurde unsere erste Lehrerin, Frau Blavatsky, beauftragt, sich zum Sprachorgan zu machen für diese spirituelle Weisheit, und diejenigen, die dazumal auf den Boten höherer Wesenheiten, auf Frau Blavatsky hörten, waren die Ersten, die kräftig entgegenwirkten der materialistischen Hochflut. Aber glauben Sie nicht, dass etwa nur innerhalb dessen, was wir theosophische Bewegung oder Theosophische Gesellschaft nennen, der Strom wirkte, von dem ich gesprochen habe. O nein, im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts begann eine mächtige spirituelle Welle über die ganze Kulturmenschheit zu gehen. Überall entstand die Sehnsucht wiederum den Geist zu erkennen. Überall entstand die Sehnsucht, Klarheit zu gewinnen gegenüber der materialistischen Gestaltung der Wissenschaft. Nur die Bannerträger, die Pioniere dieser spirituellen Richtung wollten die Theosophen sein. Sehen Sie in alle Länder und sehen Sie, wie sich alle Länder sehnen nach neuem geistigem Leben, und wie dieses geistige Leben als Sehnsucht in allen Seelen lebt, die sich öfter mit den Rätseln des Menschenlebens befassen. Sehnsucht lebt in den Menschen, die sich heute als die besten der Kultur bezeichnen dürfen, und [mehr als] alles sonst lebt in diesem Drang nach einem neuen Idealismus, nach einem neuen Spirituellen. Auch in der Wissenschaft hat diese geistige Welle gewirkt, und es ist ein mächtiger Umschwung gerade in den letzten Jahren in der Wissenschaft eingetreten. Wer - um das noch einmal zu sagen - weiß, dass dasjenige, was bei den sogenannten Autoritäten ausgemacht wird, nur eine verhältnismäßig kleine Welle ist, die sich aber ausbreitet nach allen Seiten und auf die Menschheit wirkt, und ebenso weiß, wie damals die materialistische Bewegung erregt wurde, der weiß auch, welche Bedeutung diese neue Welle für die Menschheit haben wird. Die Menschheit muss doch zu jenen aufsehen, welche Gelegenheit haben, mit der Wissenschaft, mit der Wahrheit sich zu beschäftigen. Wo soll der gewöhnliche Mensch sich hinwenden, wenn er fragt: Welches ist das kleinste Wesen, das lebt? Er kann sich nur an die Wissenschaft wen den. Was früher die Priester im weitesten Umfange waren, das sind für die moderne Kulturmenschheit die Männer der Wissenschaft geworden. Aber mit der Psychologie, die Vogt ausdrückt mit den Worten ·Das Gehirn schwitzt Gedanken aus wie die Leber Galle», hat die Wissenschaft, die heute auf der HÖhe steht, gründlich gebrochen. Diejenigen, die vor fünfzehn Jahren mit Sicherheit die materialistische Wissenschaft verkündigten, die ableugneten jedes Leben, das über Geburt und Tod hinausreicht, gerade diejenigen, die noch vor fünfzehn Jahren dies taten, sich aber mit der Wissenschaft ernstlich beschäftigt haben, die nicht stehen geblieben sind bei den Vorurteilen und Meinungen, die sich so weiterentwickelt haben, gerade sie sind es, die heute eine ganz andere Sprache sprechen. Diejenigen, welche einstmals sagten, der Mensch stamme vom bloßen Tiere ab, die Menschenseele sei nichts anderes als ein Ausdruck des mechanisch wirkenden Organismus, wie die Tätigkeit einer Maschine ein Ausdruck des Mechanischen dieser Maschine sei, diejenigen, die so sprachen oder sprechen, die werden von den wahren Einsichtigen nicht mehr als auf der Höhe der Wissenschaft stehend bezeichnet. Die, welche sich weiterentwickelt haben, haben es wenigstens zu dem einen gebracht, sie haben es zu dem gebracht, dass sie zugestehen: Von einer Erreichung der Seele, von einem Wissen über die Seele, von einer wirklichen Psychologie kann bei der materialistischen Wissenschaft nicht die Rede sein. Sehen Sie sich bei uns in Deutschland um. Die Naturforscher, die in den letzten fünfzehn Jahren ihre Studien gemacht haben und anfangen, über diese Fragen zu sprechen: Wie vorsichtig sprechen sie im Vergleiche zu der materialistischen Sicherheit, die man vor fünfzehn Jahren hören konnte. Vergleichen Sie das, was früher über Darwin gesprochen wurde, mit dem, was heute darüber gesprochen wird. Es ist ein ganz gewaltiger Unterschied. Und sehen Sie sich Bücher an, die aus unendlicher Gelehrsamkeit kommen, wie die von [Fresnel] - ich könnte auch einige deutsche Naturforscher auf diesem Gebiet nennen -, und Sie werden sehen, welcher Umschwung bei dem naturwissenschaftlichen Denken eingetreten ist. Überall hat man vor fünfzehn Jahren noch hören können dieselbe mechanische Wissenschafg welche im Laboratorium und im Seziersaal arbeitet, welche die Gewebe mit dem Mikroskop untersucht und so weiter. Sie kann keinen Aufschluss geben, über die Seele. Laplace, von dem die Lehre über die Bewegung der Weltkörper herrührt, hat einmal dem  großen Napoleon ein bemerkenswertes Wort entgegengehalten. Napoleon sagte: Ich finde, dass sich in Ihren Ausführungen über die Bewegung der Weltkörper kein Gott findet. Da antwortete ihm Laplace: Ich habe diese Hypothese nicht nötig! Wie Laplace im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts die Hypothese «Gott» nicht nötig zu haben glaubte, so glaubte die Wissenschaft die Hypothese Seele nicht nÖtig zu haben. Sie sagt: Wir haben das Gehirn durchforscht und zerlegt, - eine Seele haben wir nicht gefunden. Das würde heute nur ein Naturforscher sagen, dessen Einsicht zum alten Eisen gehört. Das würde kein Naturforscher mehr sagen, der auf der Höhe seiner Wissenschaft steht. Heute wird der Naturforscher, der sich noch nicht entschließen kann, in den neuen Bahnen einer neuen Seelenlehre zu wandeln, wenigstens eines mit Behutsamkeit sagen, er wird sagen: Vor den Problemen der Seele, vor den Rätseln des Lebens muss meine Wissenschaft haltmachen. Das sagen die Naturforscher: Es ist Agnostizismus, das heißt NichtWissenschaft oder Nichtwissen. Das ist bei vielen ein Schlagwort. Dass die materialistische Wissenschaft sich bescheiden muss, dass sie agnostisch in Bezug auf die höheren Gebiete des Daseins sein muss, das ist eine Überzeugung, die sich immer mehr und mehr ausbreitet. Daraus ersehen Sie, dass die Seelenlehre von vor fünfzig Jahren, die keine Seelenlehre ist, sondern eine Leugnung alles Seelischen, auf dem Wege ist, völlig überwunden zu werden. Aber eines hat uns diese materialistische Seelenlehre doch gebracht: Durch Jahrhunderte und Jahrtausende hat es eine Seelenlehre gegeben, die die Priester gelehrt haben und die die Menschen tröstete im Sterben. Damals konnten viele Menschen an dieser Seelenlehre zweifeln und sie glaubten in ehrlicher Überzeugung daran zweifeln zu müssen, weil ihnen dies, nach ihrer Ansicht ihre Forschung gebot. Gewiss, die ewigen Wahrheiten, die die Religionen aller Zeiten verkündigt haben, sind unerschütterlich, sie stehen fest. Sie sind nicht erschüttert worden, auch dadurch nicht, dass einzelne Menschen irre an ihnen geworden sind. Kein Beweis ist es dafür, wenn die materialistische Seelenlehre sich ausgebreitet hat, dass damals diese Lehre der Religionen nicht die Kraft gehabt hatte, die Überzeugung ihrer Wahrheit herbeizuführen. Aber der Geist war schwach geworden, gerade bei den forschenden und strebenden Wahrheitssuchern. Und weil er schwach geworden war, der Geist, durch die  Fluten neuer physischer Wahrheiten, die über ihn hereingebrochen waren unter dem Glanz der neuen Kulturerrungenschaften, weil er eine andere, äußere, physische Größe errungen hatte, deshalb blieb er im spirituellen Leben zurück, deshalb konnte er nicht begreifen die Wahrheiten in der alten Form. Eine neue Form für die Seelenlehre ist daher nötig geworden. Und auch eine ganz neue Forschungsmethode ist nÖtig geworden. Und während die Naturforscher, von denen ich gesprochen habe, im Laufe der letzten fünfzehn Jahre bescheiden geworden sind, während sie zum Nicht-Wissen, zum Agnostizismus übergegangen sind, arbeiten andere daran, eine neue Seelenlehre auszuarbeiten. Sie arbeiten daran und untersuchen das, was sich keiner äußeren Forschung darbietet, das, was sich nur dem geistig-seelischen Blick darbietet. So sehen wir, dass innerhalb der letzten zwanzig Jahre eine neue Seelenlehre aufgeblüht ist, ganz unabhängig von aller okkultistischen Bewegung. Wir sehen, dass innerhalb der Kreise der Gelehrten, Naturwissenschaftler, Forscher eine neue Seelenlehre, eine neue Psychologie heraufkommt. Und während die Theosophen die Pioniere, die Bannerträger sein wollen für eine spirituelle Vertiefung der Menschheit, sehen Sie hier von einer ganz anderen Seite her die Arbeit beginnen. Sie sehen, wie dieselben Resultate gesucht werden in einem viel größeren Ausmaße, welche die theosophische Bewegung in die Welt bringen will. Die geistigen Kräfte wirken einheitlich. Glauben Sie nicht, dass es andere Kräfte sind, welche die Gelehrten heute zu einer neuen Psychologie anregen, als die geistigen Wesenheiten, welche auch hinter der theosophischen Bewegung stehen! Viele Wege wählen diese Wesenheiten. Sie wählen sie menschlich unbewusst, um die Menschheit vorwärtszubringen in der Geisterkenntnis und in der Seelenerforschung. Einer der Wege, die neben der Theosophie hergehen, ist dieser Weg, den die neue Psychologie einschlägt. Der Theosoph weiß heute schon, wohin diese neue Psychologie nach Jahren kommen wird. Er weiß, dass das ein Nebenfluss ist, der einmünden wird in den großen Strom geistig-spiritueller Bewegung, welcher durch die theosophische Lehre und durch das theosophische Leben dargestellt wird. In voller Voraussicht dessen, was kommen muss, und um die Menschheit so recht zum Verständnis zu bringen dessen, was da kommen muss, ist die theosophische Bewegung von Wesenheiten in die Welt gerufen worden, die weit über das Maß dessen, was der höchstgebildete Mensch innerhalb unserer Kultur erreichen kann, hinausragen. Derjenige, der  nicht in voller Bescheidenheit glaubt, dass seine Weisheit die Summe aller Weisheiten sei, dass seine Urteilskraft darstelle die höchste Urteilskraft, der wird gar bald beobachten können, dass es andere Menschen neben ihm gibt, die mehr Weisheit und mehr Urteilskraft haben, und er wird auf diese Persönlichkeiten hören, wird sich von ihnen belehren lassen. Er wird, wenn er einige Einsicht gewinnt, dazu kommen, sich zu sagen: Ich habe noch den Weg zu gehen, den andere bereits gegangen sind. Je mehr der Mensch Einsicht bekommt, desto bescheidener wird er nach dieser Richtung, desto klarer wird es ihm, wie viel er noch zu lernen hat, und desto mehr ist er dann geeignet, diejenigen zu finden, die ihm etwas von ihrer geistigen Höhe, die er noch nicht erreicht hat, zu sagen haben. Wenn jemand glaubt, von niemandem etwas lernen zu können, so ist das ein sicherer Beweis dafür, dass er nicht weit fortgeschritten ist. Je mehr der Mensch vorgeschritten ist, desto mehr kommt er zu einem sicheren Wissen davon, dass die Menschen auf verschiedenen Stufen der Entwicklung stehen, und dass es zu allen Zeiten solche gegeben hat, die geistige Führer der Menschheit gewesen sind und die in der Entwicklung ihren Mitbrüdern vorangeschritten waren, die entwickeltsten, die am meisten der Menschheit vorangeschrittenen Brüder. Sie sind es, welche am schwersten von den weniger entwickelten Mitbrüdern verstanden werden, ja, [geschweige denn] erkannt werden können. Von solchen schwer zu durchschauenden und schwer erkennbaren hochentwickelten Wesenheiten ist im Jahre 1875 der große spirituelle Strom ausgegangen, der mithilfe der theosophischen Bewegung über die Menschheit, die die Sehnsucht danach hatte, sich ergossen hat. Oftmals wird gefragt, warum sich diese hochentwickelten Wesenheiten nicht zeigen, warum sie sich nur wenig bemerklich machen. Die Antwort finden Sie in einem der tiefsten Werke, welche die theosophische Bewegung hervorgebracht hat, in dem kleinen Büchlein, das aber zu gleicher Zeit eine Welt von Weisheit umfasst, in «Licht auf den Wegm Was da gesagt wird, dass die leitenden Wesenheiten, diese weit über ihre Mitmenschen hinausragenden hochentwickelten Individualitäten, da sein können, ja mitten unter einer Menschenmenge sein können, ohne dass sie erkannt werden, dass sie sich aufhalten können in Petersburg, in Berlin, in London, in Paris, ohne dass jemand - außer einigen ganz wenigen etwas davon weiß. Das ist buchstäbliche Wahrheit. Es gibt Gründe, gewisse Gründe, weshalb der vorgeschrittene Führer der Menschheit sich  verborgen halten muss. Wir können uns heute mit solchen Gründen nicht befassen. Es ist aber notwendig, dass die höchsten Lehrer eine Art von Mauer um sich errichten, und dass nur diejenigen, welche durch eine dazu geeignete Lebensführung dazu vorbereitet sind, den Zutritt zu ihnen erhalten. Solche Wesenheiten waren es und sind es fortwährend, von denen die Bewegungen, die wir als theosophisch bezeichnen, ausgehen. Solche Wesenheiten haben in ihrer unendlichen Güte zu gleicher Zeit eine große Macht, und manches, was in der Menschheit geschieht, geht von diesen Wesen aus, ohne dass die Menschheit es ahnt. Wenn wir von neuen Strömungen im Geistesleben, von einer neuen Psychologie sprechen, die scheinbar abseits liegt von dem großen theosophischen Strom, so ist auch das nur scheinbar der Fall. Es wirken auch da dieselben Wesenheiten und Kräfte mit, und sie sprechen die Sprache, die man in den Kreisen der Gelehrsamkeit, in den Kreisen der wissenschaftlichen Forschung verstehen kann. Denn die Beobachtung des Pfingstwunders, des Redens in allen Zungen, das ist der Grundsatz des Theosophen, das ist dasjenige, was ihn ganz erfüllt. Deshalb redet er zu einer jeglichen Rasse, zu einem jeglichen Volke und jedem Volksstamm [eine je] eigene Sprache, deshalb redet er da, wo eine uralte Lehre erfüllt hat die Herzen wie in Indien, in der Sprache des Hindu und bei anderen in anderen Zungen, und zu den Menschen, die gewohnt sind, in wissenschaftlichen Vorstellungen zu denken und zu sprechen, auch zu denen vermögen diese Wesenheiten in ihrer Sprache zu sprechen. Und sanft und mild und langsam wird die Theosophie auch die Wissenschaft in ihre Bahnen lenken. Das ist die Perspektive für die Zukunft. Der Theosoph weiß, dass dasjenige, was geschehen soll, geschehen wird. Er weiß, dass auch dasjenige, von dem wir heute sprechen müssen als von einer ganz jungen Pflanze, er weiß, dass auch diese neue Seelenlehre in kurzer Zeit zu einem mächtigen Licht anwachsen wird, dass sie ausstrahlen und den Menschen erfüllen wird mit einem ganz neuen Zeitbewusstsein. Diese neue Psychologie haben die Gelehrten begründet und werden die Gelehrten auch weiter ausbauen. Wollen wir aber über ihre Bedeutung und über ihre Sendung in der Zukunft etwas erfahren, dann müssen wir die Theosophie über diese neue Psychologie hören, und über die Bedeutung, über die Wesenheit dieser neuen Psychologie wird unsere verehrte, liebe Annie Besant am Freitag in Berlin sprechen.  Sie sehen, wie eine solche einzelne Handlung eines Theosophen zusammenhängt mit der ganzen Aufgabe der Theosophie, und wie wiederum die ganze Aufgabe der Theosophie zusammenhängt mit der Aufgabe unserer Zeit. Nicht glauben wir, dass die theosophische Bewegung dazu berufen ist, Seelengestalten nach neuen Wahrheiten zu erforschen, wie das auf dem Gebiete der neuen Psychologie geschieht, nicht glauben wir, dass diese Wahrheiten in der uralten Weisheit zu finden sind. Über das eine sind wir uns klar, dass überall, wo in der Gegenwart neues Leben aufsprießt, wo etwas Neues kommt, dass dieses bedarf der Durchströmung mit einem geistigen Hauch, der unmittelbaren Belebung mit neuem spirituellem Leben. Und dieses spirituelle Leben, dieser Hauch, welcher wehen soll durch die Seelen und Herzen unserer Gegenwartsmenschheit, dieses unmittelbare Leben gegenüber den neuen Wahrheiten, das will die theosophische Bewegung bringen. Die neuen Wahrheiten in neuer Form werden Sie hören von allen Lehrkanzeln, von allen Seiten in der Zukunft. Das tiefste Leben, von dem sie durchtränkt sein muss, die Seele selbst dieses neuen Geisteslebens, das will die theosophische Bewegung geben. Und derjenige, der erfüllt ist von diesem Leben, der erfüllt ist von dieser Gesinnung, der da will, dass allen unseren neuen nach Wahrheit strebenden Seelen eingeflößt wird, dass dasjenige, was wir erforschen aus warmem Herzen in die Herzen dringt, sodass es uns Kraft zum Leben und Trost für unseren Blick in die fernste Zukunft gibt für das, was toter Buchstabe, tote Wissenschaft bleiben müsste, wenn es bloß wissenschaftlich bliebe, derjenige, der das zum Leben erwecken will, der ist ein Theosoph. Für diejenigen, welche in stillen Augenblicken die innere Stimme sprechen hören, für solche Männer und Frauen ist die Theosophische Gesellschaft nur das äußere Instrument. Nicht darauf kommt es an, ob in der Theosophischen Gesellschaft etwas mehr oder weniger gut oder schlecht ist. Sie ist von menschlicher Schwäche und mit menschlichem Urteil aufgebaut wie alle menschlichen Einrichtungen. Die größten Meister selbst, die uns die theosophische Weisheit gebracht haben, die zu denen sprechen, welche die theosophische Bewegung mit Leben durchtränken, sie können sich nicht befassen mit äußeren Gesellschafts-Griindungen. Das überlassen sie denjenigen, welche ihre Aufträge auszuführen haben, welche sich in ihren Dienst als ihre Boten stellen. Nicht auf den äußeren Rahmen kommt es an. Aber wir wollen ihn behüten, gerade weil wir ihn nicht überschätzen und weil  wir ihn brauchen, und weil wir gestört und verhindert sein würden im Wirken, wenn wir diesen äußeren Rahmen nicht als ein Umspannendes hätten, das Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien umfasst. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass dieser Rahmen es nicht ist, sondern der Geist, dessen die Menschheit bedarf, und der durch die theosophische Bewegung strÖmt, strÖmt zu denen, die ihn haben wollen. So ist eine Gesellschaft, in der Theosophen versammelt sind, etwas anderes als eine Gesellschaft, in der andere versammelt sind in der gegenwärtigen Zeit, etwas wesentlich anderes. Alle suchen Gesellschaften auf, geografische, anthropologische, philologische, philosophische und so weiter. Sie finden da, dass alle Kulturerzeugnisse sich auf dem Wege der Gesellschaft ausbreiten müssen. Aber eines ist bei der theosophischen Bewegung anders. Wo Theosophen vereint sind, da wollen sie nicht alle durch gemeinschaftliche Wahrheiten, nicht alle durch gemeinschaftliche Überzeugungen, durch Dogmen verbunden sein, da wollen sie vereinigt sein in dem, wozu nicht der Verstand, nicht der Intellekt, aber das Herz, das begreifende und von Weisheit erfüllte Herz, das zu gleicher Zeit das liebende Herz ist, dringen kann. Die Theosophen wollen erfüllt sein von einem gemeinsamen spirituellen Leben. In ihren Seelen soll, wenn sie vereinigt sind, dieses gemeinsame spirituelle Leben fluten. Und da, wo eine theosophische Loge ist, da wo mehr oder weniger theosophische Persönlichkeiten der Gegenwart sich vereinigt haben, da wollen sie einen Mittelpunkt bilden, in dem sie diese Kräfte der Seele und des Geistes sammeln, diese Kraft, von der dann nach allen Seiten dieses spirituelle Leben ausströmt. Ein Mittelpunkt soll jede Versammlung, jeder Zweig in sich sein, und ausströmen soll davon etwas Unsichtbares. Nicht darauf kommt es bei diesen Versammlungen an, was dieser oder jener sagt, ob er etwas mehr oder weniger gelehrt ist, nicht darauf, ob er dieses oder jenes ist, sondern darauf, ob diejenigen, die versammelt sind, von diesem richtigen spirituellen Leben erfüllt sind, das von ihrem Mittelpunkt ausströmt, damit die Menschheit der Gegenwart es immer mehr und mehr begreifen kann. Nicht auf das, was ich hier sage, kommt es an, nicht auf meine Worte, sondern auf jeden Einzelnen von uns, die wir hier versammelt sind. Das, was durch alle unsere Seelen zieht, in den Augenblicken, wo wir uns hier vereinigt haben, darauf kommt es an. Zufällig nur spricht der eine, zufällig nur kleidet der eine das, was zu sagen ist, in Worte. Nicht wichtiger als dasjenige, was durch die Seelen der anderen ziehg  ist vor den Blicken derer, die die theosophische Bewegung leiten, dasjenige, was der eine sagt. Gleich wichtig ist das, worauf es ankommt, das spirituelle Leben, das in allen Seelen in diesem Momente erblühen und ausstrahlen soll in die übrige Welt, in die gegenwärtige Kulturmenschheit. Das ist dasjenige, was die wahre Lehre unserer Gesellschaft ist. Das ist dasjenige, was in unserer Annie Besant lebendig verkÖrpert ist, und weshalb wir sie die Seele der theosophischen Bewegung nennen können. Deshalb verkörpert sie die Aufgabe der theosophischen Bewegung vor den anderen. Deshalb ist das, was sie tut, theosophische Tat insbesondere. Und wenn wir heute versucht haben, uns für eine Stunde in den Geist der theosophischen Bewegung und in die Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft zu vertiefen, wenn wir versucht haben zu begreifen das, was für uns alle in der nächsten Zeit wie lebendig verkörpert wird am nächsten Freitag und Sonntag, so soll diese unsere Aufgabe vor unserer Seele stehen, uns voranleuchten als das beste theosophische Licht in der Gegenwart. Hoffentlich kommen wir über die Vorbereitungen hinweg zu dem, was sie uns zu sagen hat über wichtige Fragen der Gegenwart in der theosophischen Bewegung.  THEOSOPHIE UND MODERNE WISSENSCHAFT Öffentlicber Vortrag von Rudolf Steiner im Rahmen der Jabresuersammlung der Deutschen Tbeosopbischen Gesellscbaft in Dresden, 25. September 1904 Bericbt in der «Theosophischen Rundschau» Nr. 1-2/1904 Bei dem Vortragsabend, der Sonntag acht Uhr in Meinholds Sälen in breitester Öffentlichkeit stattfand, sprach vor einer etwa 1000 Personen zählenden aufmerksamen Zuhörerschaft zunächst Herr Dr. Franz Hartmann [- Florenz -] über den Wahlspruch der Theosophischen Gesellschaft «Keine Religion ist höher als die Wahrheit» und hierauf Herr Dr. Rudolf Steiner über «Theosophie und moderne Wissenschaftm Da es unmöglich ist, aus dem reichen Inhalte dieser beiden Vorträge auch nur die Hauptgedanken hier wiederzugeben, müssen wir uns mit der Erwähnung nur einiger Bruchstücke begnügen: Herr Dr. Hartmann erläuterte die Wahrheit als die göttliche Wirklichkeit und die Religion als die Verbindung des Bewusstseins des Menschen mit dem Bewusstsein des göttlichen Selbsts in seinem Inneren. Wer die wahre Religion verwirklichen will, muss, wie Sankaräcärya gelehrt hat, vor allem die Fähigkeit erlangen, in sich und in allen Dingen das Dauernde vom Vergänglichen zu unterscheiden, er muss aufhören, nach Belohnung für seine Taten im Diesseits oder Jenseits zu trachten, da er dadurch sein falsches, egoistisches Ich bestärkt. Ferner gilt es, den geistigen Glauben zu entwickeln. Derselbe ist dem Wärmegefühl zu vergleichen, durch das der Blinde die Sonne wahrnimmt. Das Feuer des höheren Lebens wird endlich zum Lichte der Erkenntnis im Menschen, wenn derselbe auf dem Wege der innerlichen Reinigung so weit vorgeschritten ist, dass er zur Erleuchtung oder Theosophie reif geworden ist. Dann ersteht Christus im Menschen auf, und die Erlösung ist vollbracht. Herr Dr. Steiner gab anknüpfend an ein theosophisches Wort Herders, in welchem dieser betont, dass der Mensch alle Kräfte der Natur in sich vereinigen müsse, einen geschichtlichen Überblick über die Wandlung des Erkenntnisdranges. In älterer Zeit (z. B. bei den griechischen Mysterien) wurde die Wahrheit im Inneren gesucht, und die Außenwelt fand wenig Beachtung. In neuerer Zeit, insbesondere seitdem Mikroskop und  Teleskop als Hauptmaßstäbe bei der Forschung verwendet werden, hat man die Grundlehre, dass im Inneren der Ursprung des Äußeren zu suchen ist, verlernt. Nach Erläuterung der Evolutionslehren Lamarcks und Darwins und der Unzulänglichkeit derselben ging der Herr Vortragende darauf ein, dass gerade der Fleiß der Vertreter der modernen Wissenschaft dieselben zur Erkenntnis der Unzulänglichkeit ihrer Forschungsmethode gebracht hat. Die Erkenntnis der Unzulänglichkeit der physiologischen Erklärungsversuche der Daseinsrätsel drängt zur okkulten Psychologie, zur Annahme der Lehren von Karma und Reinkarnation. Man lernt, wieder im Geistigen das Gesetz des Lebens zu suchen, und das wird man nicht nur auf dem Wege des Verstandesdenkens tun können. Der Herr Vortragende wies auf die allgemeine Bruderliebe, auf das Gesetz: «Liebe deinen Nächsten als dich selbst» hin und schloss mit den Worten: Seid einig, ganz einig!  PROTOKOLL DER JAHRESVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT (DTG) Berlin, 23. Oktober 1904 Die Jahresversammlung wurde zirka um halb vier Uhr von dem Ersten Vorsitzenden Herrn Dr. Rudolf Steiner eröffnet. Nach Verlesung des Protokolls der vorjährigen Jahresversammlung, gegen das Einwendungen nicht erhoben wurden, nahm Dr. Steiner wieder das Wort, um einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse des Jahres zu werfen. Er führte in kurzer Wiedergabe etwa folgendes aus: Verlegung der Vorträge von Wilhelmstr. 118 nach dem Architektenhaus. Die Räume sind angenehmer und der theosophischen Sache würdiger. Trotzdem hat eine ErhÖhung des Besuches nicht stattgefunden. Mitgliederabende des Montags: Die Montagszusammenkünfte möchten sich zu rechten Mitgliederabenden ausbilden, bei welchen eine rege Diskussion und richtiges Aussprechen der Mitglieder untereinander stattfinden sollten. Besuch und Vortrag von Mrs Annie Besant: «Das hierüber Gesagte ist als eine Art Geschäftsbericht aufzufassen, denn der Theosoph kann nicht von Erfolg oder Nichterfolg sprechen, nicht bloß die Vergrößerung der Mitgliederzahl im Auge haben. Das Berliner Publikum hat sich in verschiedener Weise zu dieser bedeutungsvollen Kundgebung verhalten. Nur über ein Faktum möchte ich referieren, das in blitzartiger Beleuchtung zeigen wird, wie man in vielen bedeutungsvollen Stellen Berlins über die theosophische Bewegung denkt. Der Vorsitzende des Giordano-Bruno-Bundes, Herr Wolfgang Kirchbach, hat in seinem den Winter 1904/5 einleitenden Vortrag Stellung gegen Theosophie genommen, die in den Mitteilungen des Bundes mit folgenden Worten gekennzeichnet ist: [Lücke in der Mitscbrijft] Diese Worte zeigen so recht deutlich, wie wenig man Theosophie kennt und wie man sich sträubt, sich mit den Lehren derselben zu befassen. Man geht aber wohl nicht irre, wenn man annimmt, dass diese Äußerung fast ausnahmslos die Stellung der Führer kennzeichnet, nicht aber die der Mitglied«.»  Sodann berichtete Fräulein von Sivers über die Mitgliederbewegung. Trotz großer Tätigkeit ist die Mitgliederzahl des Zweiges verhältnismäßig wenig gewachsen. Der Berliner Zweig zählte im letzten Jahre 58 Mitglieder. Heute ist die Mitgliederzahl 88, sodass eine Zunahme von 30 Mitgliedern zu verzeichnen ist (14 Damen, 16 Herren). Hierauf folgte der Kassenbericht durch Fräulein von Rosen. Die Kasse des Zweiges Berlin wies am [Lücke in der Mitschrift] 1903 einen Bestand von 576,67 Mark auf. Der Kassenbestand am 20. Oktober 1904 beträgt 653 Mark, mithin 76,33 Mark mehr. Die Einnahmen bestehen aus: Kassenbestand 1903: 576,67 Mark Mitgliederbeiträgen: 626,45 Mark [Lücke in der Mitschrift]: 691,56 Mark Summe: 1894,68 Mark Die Ausgaben betragen 1241,68 Mark Mithin Kassenbestand 20. Oktober 1904: 653 Mark. Die Bibliothekskasse hatte im vorigen Jahre einen Kassenbestand von Mark ... eingegangen sind an Leihgebühren Mark ... eingegangen sind an Abonnements Mark ... zusammen [Zahlen fehlen in der Mitschrift] Ausgegeben wurden: 1. für Miete des Zimmers 300 Mark 2. Biicheranschaffungen 218,66 Mark [zusammen also Mark 518,66] Daher in diesem Jahre eine Unterbilanz von 124,15 Mark. Zu bemerken ist dabei, dass die Miete bis Mai 1905 bezahlt ist, bei deren Abrechnung per 1. Oktober der Fehlbetrag nur 24,14 Mark wäre. Abrechnung über den Vortrag von Mrs Annie Besant. Als Fräulein von Sivers die Abrechnung geben wollte, bemerkt der Vorsitzende Dr. Steiner, dass dies Sektions-Angelegenheit sei, weil Mrs Annie Besant den Ertrag zugunsten der Sektions-Kasse gestiftet habe. Damit waren die Berichte zu Ende.  Auf die Frage Dr. Steiners, ob Bemerkungen zu den Berichten zu machen oder Fragen zu stellen seien, erbat das Wort Herr Krojanker und stellte bezüglich der Bibliothek die Frage: ·Wem gehört die Bibliothek? Dem Zweig Berlin, der Deutschen Sektion oder wem sonsth Worauf Herr Dr. Steiner antwortete: «Die Bibliothek ist eine Sache für sich und wurde seinerzeit als eine Art Annex zur <Dcütsch«i Theosophischen Gesellschaft' gegründet. Dann ist aus freiwilligen Stiftungen und aus den Überschüssen aus einem Vortrag von Emanuel Reicher ein Bibliotheksfonds gebildet und gleichzeitig die Bibliothek der DTG emanzipiert worden. Aufsicht, Verwaltung und Eigentumsrecht sei einem Komitee übertragen. Der Berliner Zweig hat durch die Bibliothek weder Einkünfte zu verzeichnen noch Lasten zu tragen. Die Bibliothek wurde uns im Privatwege übergeben. Ich hätte schon Ordnung in die Sache gebracht, aber es war mir nicht möglich, einen Weg zu finden und eine Behörde oder Stelle, mit der ich mich auseinandersetzen kann> Julius Engel ergänzte diesen Bericht noch wie folgt: «Ursprünglich gehÖrte die Bibliothek der DTG; dann kam Emanuel Reicher, aus dessen Vortrag der Bibliothek ein großer Betrag zufloss. Da Reicher der theosophischen Bewegung nicht beitreten wollte und zugunsten der Bibliothek unter dem Namen einer theosophischen Bibliothek keine Vorträge halten wolle, so wurde der Name der Bibliothek in: <Bibliothck für vergleichende Religionswissenschaft> abgeändert und das Eigentumsrecht und die Verwaltung einer Kommission übertragen, welche damals aus Graf und Gräfin Brockdorff, Krecke, Reicher, Hübbe-Schleiden bestand.» Fräulein Motzkus bemerkte noch, dass das Zimmer für die Bibliothek gemietet worden sei, um ein eigenes Heim zu haben. Fräulein von Sivers erwiderte: "Ja, wenn wir ein eigenes Hauptquartier haben, so ließe sich das machen, nicht aber, wenn wir uns in Privaträumen befindenm Schließlich einigte sich die Versammlung dahin, zur Prüfung der Sachlage und Dokumente eine Kommission zu ernennen, nach deren Bericht dann weitere Schritte unternommen werden sollen. In diese Prüfungskommission wurden gewählt: Herr Krojanker, Herr Engel, Herr [Quaas]. Des Weiteren stellte Herr Krojanker den Antrag: Herrn Dr. Rudolf Steiner für die im verflossenen Jahre (1903) gehaltenen Vorträge einen Betrag von 300 Mark auszusetzen.  Nachdem Dr. Steiner den Vorsitz an den zweiten Vorsitzenden, Fräulein von Sivers, abgetreten hatte, da es sich um eine persönliche Sache für ihn handelte, ergriff er das Wort, um zu diesem Antrage Folgendes zu sprechen: «Es würde mehr im Sinne theosophischer Denkweise gehandelt sein, wenn Sie den Betrag nicht als Honorar für Vorträge, sondern vielleicht zu dem Zwecke zur Verfügung stellten, eine wirksamere Propaganda für Theosophie machen zu können, sodass ich, wenn manchmal etwas getan werden sollte, 40 bis 50 Mark zur Verfügung habe, ohne mir dafür besondere Indemnität geben lassen zu müssen. Außerdem habe ich auch prinzipielle Bedenken. Es ist allgemein Usus in der Theosophischen Gesellschaft, dass die hauptsächlichsten Beamten, ganz besonders aber diejenigen, welche für den Inhalt der Bewegung tätig sind (Redner, Generalsekretäre) nicht eigentlich von der Gesellschaft oder den Zweigen honoriert werden. Aus diesen Gründen kann ich eine Honorierung der Vorträge nicht annchmcnn H[err] Werner: «Von unserer Gesellschaft weiß man wenig, es müsste eine viel umfangreichere Propaganda betrieben werden. Wenn Sie dem Vorsitzenden nur mit gutem Rate entgegenkommen wollen, so ist das kleinlich. Die Tätigkeit des Herrn Doktor Steiner ist überhaupt nicht zu besolden. [unleserlich] Sie dürfen ihm die Flügel in keiner Weise beschneiden, und deshalb beantrage ich, dem Vorsitzenden freie Hand zu lassen in Bezug auf Propaganda und Kassensachenm Herr Krojanker antwortete, dass hier eine irrige Auffassung vorliege. Es wolle niemand Dr. Steiner Fesseln anlegen, sondern ihn lediglich von der Last untergeordneter Arbeit möglichst befreien und ihm eine freiere Disposition über beschränkte Geldbeträge ermöglichen. Wahlen: Vorstand: Anstelle des bisherigen Schatzmeisters, Fräulein von Rosen, wird Herr Kiem einstimmig in den Vorstand gewählt; anstelle des erkrankten Baron von Reisner Fräulein Schwiebs als Vertrauensperson. Exekutiv-Komitee: Anstelle von Baron von Reisner Fräulein Frölich. Vorsitzender und Schriftführer sind vom Komitee selbst zu wählen. Herr Krojanker wird die erste Versammlung einberufen. Revisoren: Als Revisoren wurden ernannt: Herr Rechnungsrat Tessmär und Herr Georgi.  Als Delegierte zur Generalversammlung der Deutschen Sektion wurden gewählt die Herren Kicin, Krojanker und Seiler, wozu noch der Erste Vorsitzende Dr. Steiner und der Zweite Vorsitzende Fräulein von Sivers kommen. Bücherverkauf: Es erklärten sich zur Beihilfe bereit die Damen: FrÖlich, Mücke, [Voigt]. Antrag für Generalversammlung der Sektion: Da Frau von Holten ihr Amt als Schatzmeister niedergelegt hat, so muss ein neuer Kassier gewählt werden. Der Zweig Berlin schlägt vor: Fräulein von Sivers als Kassenstelle, Herrn Seiler zur Führung der Bücher. Dr. Steiner nahm dann nochmals das Wort, um seinen Standpunkt eingehender zu begründen: «Die Theosophische Gesellschaft ist», so fährt er weiter fort, «in Bezug auf solche Dinge nicht in derselben Lage wie irgendeine andere Gesellschaft. Eine andere Gesellschaft würde den Antrag Krojanker annehmen können. Bei der Theosophischen Gesellschaft ist aber notwendig, das Folgende festzuhalten: Wir haben es mit zwei verschiedenen Dingen zu tun; wir haben zu unterscheiden zwischen der Theosophischen Gesellschaft und der okkulten Bewegung, der wir angehören. Für mich ist das Verhältnis so, dass ich einerseits dem Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft angehöre, für Mitglieder des Berliner Zweiges rede, andererseits aber in allen Maßnahmen in einer okkulten Bewegung stehe und als Okkultist rede. Es gibt da keine Möglichkeit, irgendwie über dasjenige im Voraus Bestimmungen von Vereins wegen zu treffen, was ich an dieser Stelle tue. Die Theosophische Gesellschaft lässt sich nicht ohne Weiteres verquicken mit der okkulten Bewegung. Es könnte der Fall eintreten, dass die Gesellschaft einen Vortragszyklus beschließg den ich als Okkultist aus irgendwelchen Gründen, die oft nicht einmal zu sagen sind, nicht halten kann. Es ist zwar bei den Beziehungen der Theosophischen Gesellschaft zu der ihr zugrunde liegenden okkulten Bewegung nicht wahrscheinlich, dass Hindernisse eintreten, aber es ist dieser Umstand doch stets zu berücksichtigen. Andererseits ist es aber auch erwünscht, dass die Mitglieder des Berliner Zweiges sich propagandistisch betätigen> H[err] Werner bittet, über seinen Antrag zuerst abstimmen zu lassen, da er der weitergehende sei. Derselbe lautet: Dem Vorstand respektive Herrn Dr. Steiner vollkommene Verfügungsfreiheit einzuräumen.  Die Versammlung betrachtet indessen den Antrag Krojanker als den weitergehenden und nimmt denselben ohne weiteren Widerspruch an. Der Wortlaut war: Herrn Dr. Steiner außer der Verfügungsfreiheit noch 300 Mark zur freien persönlichen Verfügung zu übergeben. Vorträge: Krojanker: «Es ist notwendig zu unterscheiden, welche Vorträge für den Zweig Berlin gehalten werden und welche von Herrn Doktor Steiner selbst veranstaltet werden. Nur die Ersteren können hier in Betracht kommen. Wenn die Resultate nicht sehr günstige waren, so liegt das wohl in der Hauptsache daran, dass das Arrangement nicht sehr glücklich gehandhabt wurde. Es scheint mir besser, dass dem Berliner Zweig in dieser Beziehung mehr Selbstverwaltung eingeräumt wird, das heißt bei Arrangements zu Vorträgen der Vorstand respektive das ExekutivKomitee herangezogen werden, die dann die Propaganda für die Vorträge durchführen. Eintrittskarten könnten umgesetzt sein, lange bevor die Sache losgeht; es könnte beim Vertrieb der Karten geschäftsmäßiger verfahren werden. Dann würde man nicht mehr so sehr davon abhängig sein, wie viele von der Straße zufällig heraufkommen. Die einzelnen Maßnahmen sollten von dem Vorstand respektive Exekutiv-Komitee vorher beraten und beschlossen werden, um dann mithilfe aller zur Verfügung stehenden Kräfte die Propaganda zu betreiben. Die Mitglieder müssten sich dann mit Karten versehen und sie unterzubringen suchen.» Private Studien-Zirkel: Dr. Steiner ist durchaus damit einverstanden, dass sich unter den Mitgliedern Gruppen und Srudienkurse bilden, an denen dann manchmal erfahrenere Theosophen teilnehmen können. Kongress: Fräulein von Sivers macht darauf aufmerksam, dass eventuell der Allgemeine theosophische Kongress nach Berlin verlegt werden könnte, dass dann viel Geld nötig sei und es vielleicht gut wäre, rechtzeitig mit einer Kollekte anzufangen. Dr. Steiner erwiderte: «Solange wir noch nicht 700 Mitglieder haben, können wir den Kongress nicht übernehmen. Außerdem muss es dann auch ein theosophischer Kongress sein. Es darf infolge der Darbietungen  den Teilnehmern kein Mühlrad im Kopf herumgehen; es muss eine Form gefunden werden, die solchen Missstand nicht enthältu Anwesend waren zirka 50 Personen, darunter Herr Julius Engel als Gast. Schluss der Sitzung: halb sieben Uhr.  PROTOKOLL DER ZWEITEN GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT 30. Oktober 1904, Berlin Gegen halb elf Uhr eröffnete Dr. Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion die zweite ordentliche Generalversammlung, begrüßte die Gäste und Vertreter der auswärtigen Zweige und hielt dann eine kurze einleitende Ansprache, in der folgende Punkte berührt wurden. Zunächst machte er auf die Bedeutung der Theosophischen Gesellschaft aufmerksam, wies dann auf die Aufgabe hin, welche die Mitglieder zu erfüllen haben in der Entwicklung der Menschheit, zeigte dann das Verhältnis, in dem die Theosophische Gesellschaft zu der ihr zugrunde liegenden okkulten Bewegung steht, und betonte, dass sich unsere ganze Organisation in den Dienst derjenigen Kräfte zu stellen hat, die auf den verborgenen Planen tätig sind. Misserfolg, Anfeindung, Hindernisse irgendwelcher Art, nichts davon wird ihn und darf uns beirren. Sodann gedachte er des Besuches und der Vorträge von Mrs Annie Besant, von denen ein Strahl der Erhebung und des Lichtes ausging, sprach von der Bedeutung des in Mitteleuropa schlummernden mystischen Geisteslebens für den Fortschritt der Theosophie. Endlich gedachte er noch seines Besuches des Theosophischen Kongresses in Dresden, der von den sogenannten sezessionistischen Gesellschaften veranstaltet war. Weil dieser Punkt von prinzipieller Bedeutung ist, mögen die Ausführungen in fast wörtlicher Wiedergabe folgen: ·Bevor wir zu den spezielleren Berichten übergehen, möchte ich mich mit kurzen Worten für meine Teilnahme an dem TheosophenKongress in Dresden rechtfertigen und die Art und Weise darlegen, wie ich die Sache auffasse. Das, was mich als Theosoph bewogen hat, in Dresden zu sprechen, ist etwas, wofür ich äußerlich keine Rechenschaft geben kann, wofür ich auch glaube, unmittelbare Rechenschaft nicht schuldig zu sein. Ich hätte unter keinen Umständen diese Teilnahme ungeschehen lassen können. Was aber verlangt werden kann, ist eine Rechtfertigung dieser Tatsache der Teilnahme als Generalsekretär der Deutschen Sektion.  Ich fasse unsere Stellung zu der sogenannten sezessionistischen Bewegung so auf, dass wir dieser Bewegung gegenüber immer scharf betonen müssen, dass das absolute Recht, den Namen der Theosophischen Gesellschaft zu führen, das Siegel unserer Gesellschaft zu benützen und die Kontinuität mit der Begründung zu behaupten, niemand anders zukommt als unserer Gesellschaft. Keine andere Gesellschaft hat das Recht, sie für sich in Anspruch zu nehmen. Nun fragt es sich aber: Wie müssen wir uns zu den Theosophen stellen, die diesen Titel unberechtigterweise führen? Worauf ist es zurückzuführen, dass sie ihn führen? Auf einen Irrtum; denn wer dies rechtfertigt oder vielmehr zu rechtfertigen sucht, ist eben in einem Irrtum. Ob dieser Irrtum mehr oder weniger bewusst ist, ob er moralisch oder intellektuell zu beurteilen ist, das geht uns nichts an. Die Mitglieder solcher Gesellschaften stehen daher in demselben Verhältnis zu uns wie jeder andere Mensch in der Welt. Wir haben ihnen zu helfen, wir haben ihnen unsere theosophische Arbeit zugute zu bringen, wir haben uns ihnen gegenüber so zu verhalten, wie wenn wir gar nicht wüssten, dass sie den Titel <Thcosophischc Gesellschaft> tragen. Wenn irgendjemand zu uns kommt und Hilfe verlany die im Sinne unserer Gesellschaft gegeben werden muss, dann haben wir uns in absoluter Brüderlichkeit zu den Mitgliedern dieser Gesellschaft zu verhalten und alles zu tun, was wir auch jedem anderen Menschen gegenüber tun würden. Unbeschadet dessen, was wir tun, werden wir es dadurch am besten dahin bringen, sie nach und nach von ihrem Irrtum zu überzeugen. In diesem Sinne habe ich meine Teilnahme aufgefasst. Den Vortrag, den ich gehalten habe, habe ich so gehalten, dass er in jeder anderen Gesellschaft, sei es Radfahrerbund oder Rauchklub oder irgendeine andere Gesellschaft, hätte ebenso gehalten werden können. Was irgendjemand sucht bei mir als Mensch, das werde ich jederzeit tun. Etwas anderes ist es aber, ob wir uns an den Organisationen aktiv beteiligen. Das ist eine wesentlich andere Frage, und dies bitte ich, scharf zu unterscheiden. Würden wir uns an deren Arbeiten beteiligen, so wären wir auf dem Standpunkte, dass wir mitwirkten an dem, was die anderen Mächte gegen unsere Organisation veranstalten. Ich habe mich daher im Sinne dieser Auffassung an nichts beteiligt, trotzdem ich während des ganzen Kongresses in Dresden anwesend war. Ich habe geschrieben, dass ich vormittags in Dresden ankomme, [ich habe] mich aber an den geschäftlichen Verhandlungen nicht beteiligt.  Diese Auffassung macht meiner Meinung nach einzig und allein möglich, zur Klarheit in dieser Sache zu kommen. Wenn irgendetwas verlangt wird zum Fortschritt und zum Wohle der Menschheit, arbeiten wir selbstlos mit. Wenn wir aber versteckt gleichsam gegen unsere eigene Organisation arbeiten sollen, können wir logischerweise nicht mittun. Das ist mein prinzipieller Standpunkt und dessen Praxis in meinem Verhalten in Dresden> Vertretung der Zweige: Es wird die Frage aufgeworfen, ob ein Zweig mit zum Beispiel drei Stimmen diese auf eine Person übertragen kann oder ob jede einzelne Stimme von einer Person abgegeben werden muss. Die Diskussion zeitigte zwei Anträge: Erster Antrag Hubo: «Dk Zweige sind verpflichtet, die Stimmen in eine Hand zu 1cgcn> Zweiter Antrag [Löhnis]: «Es bleibt den Zweigen freigestellt, ihre Stimmen in eine Hand zu legen oder mehrere Vertreter zur Ausübung der Stimmen zu schicken.» Antrag zwei, [LÖhnis], wird angenommen. Feststellung der Mitgliederzahl, Stimmenzahl und Vertreter. Berlin 89 5 Charlottenburg 7 2 Dresden 8 2 Düsseldorf 8 2 Hamburg 20 2 Hannover 24 2 Köln 16 2 Leipzig 30 3 Lugano 8 2 Nürnberg 8 2 München 19 2 Stuttgart 14 2 Weimar 12 2 263 30 Kiem, Krojanker, Seiler Engel Dr. LÖhnis von Rosen Hubo Deinhard Scholl, Frau Dr. 'Wegeler Bernsdorf, Richter Frau Dr. Braun, Deinhard Seiler Gräfin Kalckreuth, von Sivers Arenson Liibke, Wolfart absolute Majorität = 16 Stimmen 2/3 Majorität = 21 Stimmen  Fräulein von Sivers (Sekretär) berichtete sodann über die Mitgliederbewegung. Anzahl der Mitglieder in 1902: 108. Aufgenommen in 1903: 34. Aufgenommen in 1904: 21. Aufgenommen 1903, 1904 zusammen: 55. Mitgliederzahl zusammen: 263. Ausgetreten in 1904: 7 Verbleiben per 31. August 1904: 256. Kasse: Kassenbestand 1903: Mark Einnahmen 1904: Mark Ausgaben 1904: Mark (Zahlen fehlen) Ergibt Kassenbestand am 31. August 1904: 999,96 Mark. Auf die Frage des Herrn Hubo, warum keine freiwilligen Beiträge in der Abrechnung erschienen, antwortete Fräulein von Sivers, dass diese Gelder nicht in die Sektionskasse, sondern in die Kasse eines Subkomitees fließen, welches Rechenschaft ablegt. Bericht der Kassenrevisoren: Motzkus, Seiler. Herr Seiler teilte mit, dass die Eintragungen mit den Belegen verglichen und rechnerisch geprüft worden seien, dass Bücher und Kasse in Ordnung befunden worden wären und von den Kassenrevisoren der Antrag auf Decharge-Erteilung gestellt werde. Es wird dem Antrag entsprochen und dem Kassierer und dem Vorstand Decharge erteilt. Herrn Hubo fiel es auf, dass auch keine Miete in der Abrechnung figuriert, worauf Fräulein von Sivers darauf hinwies, dass dieselbe aus der Kasse der Bibliothek bestritten würde mit 300 Mark pro Jahr. Wahlen: Kassierer: Für den vom Amte zurückgetretenen Kassierer Frau von Holten wird Herr Seiler gewählt, speziell zur Führung der Bücher. Geldsendungen sollen aber der Einfachheit halber alle an den Generalsekretär Dr. Steiner adressiert werden.  Ergänzung des Vorstandes: Erstens: Anstelle des ausgetretenen Herrn Oppel in Stuttgart wird Herr Arenson vorgeschlagen und gewählt. Zweitens: Anstelle des Herrn Dr. Noll werden vorgeschlagen: 1. Herr Dr. LÖhnis, Leipzig und 2. Fräulein Stinde in München. Mit Rücksicht darauf, dass Leipzig bereits Vertretung im Vorstande hat, München aber nicht, wird Fräulein Stinde gewählt. Kassenrevisoren für 1905: Das frei gewordene Amt eines Kassenrevisors wird Herrn Krojanker übertragen und von demselben angenommen, sodass für nächstes Jahr Fräulein Motzkus und Herr Krojanker die Revision vorzunehmen haben. Damit haben die Wahlen ihr Ende erreicht. Dr. Steiner verliest sodann die anlässlich des Jahrestages eingelaufenen Depeschen vor von Konzertmeister [RÖsel], Weimar Henni[n]g, Weimar [Keine Angabe], Düsseldorf Michael Baueg Nürnberg Konsul [Franken], Lugano Feldneg Regensburg [keine Angabe], Düsseldorf Vollrath Frau von Lichtenberg Brockdorff, Meran. Berichte der Vertreter der einzelnen Zweige: Hannover (Deinhard): Mitgliederzahl Ende 1903: 25. Die Tätigkeit erstreckt sich auf Zusammenkünfte im engeren Kreise jeden Montag. Der Biicherwart hat seine Wohnung zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt. Mitglieder sollen sich in freier Rede fortbilden. Außerdem jeden Monat eine öffentliche Versammlung. 15. Dezember: Adalbert von Hanstein: Gott und Unsterblichkeit (Erwiderung auf Rede von Ladenburg in Kassel). [Wöbcken], Bremen: Hilfe  16. Mai 1904: Dr. Steiner: Geburt und Tod im Leben der Seele. 27. Juli 1904: Hineinreichen des Diesseits ins Jenseits. 18. Oktober 1904: Welche Freuden erwarten uns im Jenseits? 24. Oktober 1904: Deinhard: Über die bahnbrechenden Ergebnisse der Forschung in England. Alle vier Wochen beantwortete Dr. Hiibbe-Schleiden Fragen theosophischer Natur. München (Deinhard): Im Jahr 1901 als erste wirkliche Loge gegründet, hatte München damals unter großen Schwierigkeiten zu kämpfen, hielt sich aber trotzdem zwei Jahre. Dann kamen die Wirren der Judge/Hartmann-Bewegung. Hartmann kam von Salzburg häufig herüber. Es ging von da aus ein Strom eifriger Beeinflussung durch die sezessionistische Bewegung, sodass die Münchner nicht mehr zu unterscheiden wussten, wohin sie sich wenden sollten. Diesem Übelstände ist entschieden Einhalt getan worden durch das Auftreten unseres Generalsekretärs und durch den Besuch von Mrs Annie Besam, die die Gelegenheit ergriff, die neu gegründete Loge einzuweihen. Hamburg (Hubo): Außer den Mitgliederversammlungen vier öffentliche Versammlungen abgehalten. 50 bis 120 Personen haben jeweils an den Vorträgen teilgenommen. Zuerst eine große Versammlung bei freiem Eintritt einberufen. Der streithaften Elemente wegen hat man anstelle der Diskussion Fragebeantwortung eingeführt und Eintrittsgeld erhoben. Thema: 1. Wahrheitsbeweise der theosophischen Weltanschauung 2. Esoterisches Christentum 3. Dr. Steiner 4. Was haben wir im Jenseits zu erwarten? 5. Wie entstanden die Religionen? (Hubo) Vortrag von Annie Besam war von 300 Personen besucht. Die Zeitungen haben die Berichte teils ganz, teils gekürzt aufgenommen. Dr. Steiner wird monatlich nach Hamburg kommen, um im kleineren Kreis zu sprechen und so mehr bieten zu können als im öffentlichen Vortrag.  Stuttgart (Arenson): Außer den Vorträgen von Dr. Steiner und Annie Besant keine öffentlichen Vorträge. Grüße an Generalversammlung und Dank Herrn Dr. Steiner. Weimar (Liibke): Vorträge von Dr. Steiner. Jede Woche Versammlung. Studium. Lugano: Versammeln sich mehrmals im Monat unter dem Vorsitz von Günther Wagner. Studium theosophischer Schriften. Das große Ereignis des Jahres war der Besuch Dr. Steiners. Berlin: Jeden Montag Versammlung der Mitglieder und engeren Freunde, die eventuell größeres Interesse an der Bewegung nehmen. Gut besucht (oft 50 Personen). Vorträge von Dr. Steiner. Montag-Abende sollen Diskussionsabende der Mitglieder werden; einleitende Vorträge von Dr. Steiner: Vorträge über alte und neue Apokalypsen. Jeden Donnerstag öffentlicher Vortrag: Grundbegriffe der Theosophie, Theosophie und Darwin, Theosophie und Tolstoi, Theosophie und Haeckel. Anträge: Erster Antrag Löhnis: ·Ich bitte darüber abzustimmen, ob durch Vermittlung des Generalsekretärs ein Erlass des Präsidenten Olcott eingeholt werden soll, dass Mitgliedern der Theosophical Society gestattet sei, an den Vorarbeiten zum Allgemeinen Theosophischen Kongress in Nürnberg teilzunehmen. Der Antrag hat seinen Grund in einem Beschluss des Allgemeinen Theosophen-Kongresses zu Dresden. Da ein Herr ausgeschlossen wurde von der Mitwirkung, weil er unserer Gesellschaft angehörte, hat Doktor Löhnis den nächsten Kongress für alle Theosophen ohne Ausnahme frei gemacht. Es ist nun die Frage, ob auch in Nürnberg Mitglieder unserer Gesellschaft sich an den Vorarbeiten beteiligen dürfen. Zweifellos wird eine diesbezügliche Anfrage erlassen werden. Selbstverständlich kann eine Beteiligung als <Logc' nicht in Betracht kommen; es kann sich nur um eine Beteiligung der einzelnen Personen handeln. Herr Bresch hat  nun einen alten Erlass des Präsidenten Olcott veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass darnach unsere Mitglieder einer anderen theosophischen Organisation nicht angehören dürfen. Herr B[resch] betrachtet auch das Zusammenarbeiten mit einer anderen Organisation als ein Bündnis. Ich meine aber, man sollte diesen Kongress einmal laufen lassen, daran teilnehmen, nicht Öffentlich als Organisation, sondern jedes Mitglied privatim. Die meisten Leute wissen nicht die Ursache der Spaltung. Ihre Unkenntnis und ihr Irrtum können am besten in persönlicher Besprechung beseitigt werden. Bei manchen Mitgliedern der Sezession ist es zweifellos kein Irrtum, sondern bewusstes Gegenarbeiten gegen unsere Gesellschaft. Ein Beschluss der Generalversammlung würde die Beteiligung als Organisation betreffen, da aber Organisationsfragen nicht berührt werden dürfen, so darf auch ein Beschluss nicht gefasst werden. Der Kongress soll unabhängig von jeder Organisation sein. Es bleibt also nur der Erlass des Präsidenten> Hubo: «Das Verhalten Doktor Steiners auf dem Kongresse zu Dresden finde ich sehr korrekt. Bei solch taktvoller Weise kann die Teilnahme Doktor Steiners nicht schaden, nur nützen. Bei Doktor LÖhnis' Antrag wird die allgemeine Teilnahme der Mitglieder in Aussicht genommen> [Hubo gibt] über das Vorgehen der Sezession und die theosophische Mitwirkung eine Charakteristik. «Als wir den Zweig Hamburg gegründet hatten, kam Edwin Böhme nach Hamburg, hielt einen Vortrag, indessen ohne zu erwähnen, dass er nicht unserer Organisation angehöre. Das hat große Verwirrung angerichtet, bei welcher Gelegenheit sie dann im Trüben fischten. Die Leute haben nicht das Recht, Name und Siegel und Wahlspruch der Gesellschaft zu verwenden. Dadurch wird die Tatsache der Verschiedenheit der Organisation verwischt. Ich empfehle die Broschüre von Doktor Hübbe-Schleiden <Eckigc Kreise> zu lesen. Ein Mittel, den Leuten zu zeigen, wo Theosophie zum Ausdruck kommt, wo Originalität und wo Abklatsch zu finden, sind die Vorträge von Doktor Steiner. Vielleicht ist es guL wenn Herr Bresch die scharfe Ausdrucksweise im <Vähan> etwas milderte> Deinhard: «Alles Wesentliche in Bezug auf unser Verhältnis zur Sezession ist schon in <Eckigc Kreiso gesagt. Auch Bresch hat im ·Vähan> manches Gute gebracht. Damit sollte es genug sein. Ich meine, wir sollten Herrn Bresch bitten, sich Zügel anzulegen in Bezug auf dieses Thema. Meine Meinung ist, dass Olcott nicht genügend über die Verhältnisse in  Deutschland aufgeklärt ist. Lange Korrespondenzen wären nötig. Am besten dürfte es sein, den Präsidenten hier ganz aus dem Spiele zu lassen.» Bresch: «Es mag manches im <Vähan> zu scharf gesagt sein; wer aber, wie ich, aus erster Hand hat miterleben müssen, wie die Sezessionisten arbeiten, wie sie auf die Sentimentalität einwirken, die Bruderschaft vorschieben und dann im Trüben fischen, der kann nicht anders. Der <Vähan· ist nicht für die Sezessionisten geschrieben, er soll die Interessen der Theosophical Society vertreten. Die Loge Danzig wollte infolge eines Artikels abbestellen. Ich habe gesagt: <Bittc>. Ich bin Vertreter der Interessen der Theosophical Society. So lange Hartmann und Rudolph an der Spitze stehen, kann nichts Tatsächliches werden. In dem besagten Artikel wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass eine Gefahr im Anzuge ist. Helfen auf theosophischem Gebiete, ja; aber organisatorisch können wir uns in nichts einlassen. Schon im ersten Kongress war die Tendenz vorhanden, eine Organisation zu gründen. Ich rate, jede Sentimentalität in diesem Punkte abzuweisen; man darf sich nicht leiten und ködern lassen, sich auch nicht fürchten, wenn gesagt wird, man wäre unbrüderlich, untheosophisch. Das darf uns nicht scheren. Unsere Gesellschaft ist der feste Kern, der festgehalten werden muss. Unsere Verhältnisse in Deutschland sind dem Präsidenten wahrscheinlich unbekannt, ebenso den Engländern. Wir sollten aber Fühlung mit unserem Präsidenten behalten. Es erscheint mir als eine Art Doppelzüngigkeit, wenn unsere Logen oder deren Mitglieder sich an der Zusammenberufung eines fremden Kongresses betei]igen.» Deinhard: «VVir können keinen anderen Weg wählen als den der Beteiligung am Kongresse, um uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das ist aber speziell deutsche Angelegenheit» Dr. Löhnis: «Die Scheidung muss streng aufrechterhalten werden. Was zu unserer Organisation gehÖrt, ist Theosophical Society; was draußen ist, ist nicht Theosophical Society. Es kommt aber auch auf die theosophische Sache an, und da sollten wir die Punkte mehr betonen, die uns einigen, und nicht die, welche uns trennen. Wir wollen uns die Möglichkeit offenhalten, dass wir überhaupt sachlich verkehren können> Hubo: «Mir ist ein neuer Gedanke gekommen. Die Veranstaltung dieser Kongresse ist ein Gegenzug gegen unsere eigenen. In welche Stellung kommt unsere Sektion, wenn wir hier in einigen Jahren sämtliche Vertreter der Sektionen zu Gaste haben? Sollen wir sie dann auch  einladen? Diesem Vorgehen liegt entschieden ein Plan zugrunde. Wir kommen durch unsere Beteiligung an ihrem Kongresse in einen Konflikt mit unserem eigenen Verhalten, wenn wir einen Kongress veranstalten> Engel: «Wenn keine organisatorischen Fragen behandelt werden, können wir teilnehmen, sonst nicht. Böswillige Kräfte sind in der Sezession wirksam, aber auch gute, die sich mit uns vereinigen kÖnnten. Sezession gibt es nicht bloß in der Theosophischen Gesellschaft, sondern ist sozusagen eine Zeitkrankheit> Bresch: «Ich möchte Doktor Steiner anheimgeben, sich vielleicht mit Herrn Bauer in Nürnberg diesbezüglich in Verbindung zu setzen.» Krojanker: Ach bin der Meinung, dass die Sezession auf jeden Fall zu bekämpfen ist.» Hubo: «Nicht bekämpfen, sondern organisatorisch ignorieren. Nicht aggressiv vorgehen> Bresch: «Es handelt sich nicht darum, ob einzelne Mitglieder unserer Gesellschaft teilnehmen, sondern ob sie mithelfen sollen, den Kongress einzuberufen> Dr. Steiner: «Die Rechtslage ist in den <Eckigen Kreisen> endgültig dargelegt. Eines möchte ich noch betonen: Die Veranstaltung eines Kongresses ist selbst schon Organisation. Die, welche einen Kongress veranstalten, organisieren. Wenn wir uns beteiligen, so widerspricht das unserem eigenen Standpunkt, weil wir als Mitglieder der Theosophical Society logischerweise nur für diese und deren Veranstaltungen eintreten können. Das Recht, theosophische Kongresse zu veranstalten, ist nur unserer Theosophical Society zuzusprechen, und wir verletzen die Pflicht eines Mitgliedes, wenn wir bei einem theosophischen Kongress nicht unsere Gesellschaft betonen. Die Maßregel, nicht von Organisation zu reden, widerspricht geradezu den Pflichten eines Mitgliedes der Theosophical Society. Sie können auch unmöglich annehmen, dass diese Kongresse veranstaltet werden, um unserer Gesellschaft dabei etwas zugutekommen zu lassen. Trotzdem haben wir die Pflicht, den Leuten in jeder Weise entgegenzukommen. Ein ähnliches Streben ist aber auf der anderen (sezessionistischen) Seite nicht vorhanden. Die Sezession handelt nicht theosophisch, wenn sie auch noch so viel davon redet. Es ist unrichtig, falsche Dinge zu sagen und zu verbreiten. Die Art und Weise, wie wir uns hier zu benehmen haben, ist eine Sache der Klugheit. Ein falscher Schritt des Bekämpfens oder Entgegenkommens ist ein  wesentlicher Schritt rückwärts. Es handelt sich darum, die Unwahrheit, die ich Irrtum nennen möchte, nicht siegen zu lassen. Dies brauchen wir nicht immer besonders zu betonen, wir müssen uns nur bei unseren Handlungen auf diesen Standpunkt stellen. Wir nehmen es den anderen nicht übel, dass sie unrechtmäßigerweise unseren Namen, Siegel und Wahlspruch genommen haben, aber es ist nicht richtig von ihnen, da die Möglichkeit ihnen offensteht, diese Dinge rechtmäßig zu tragen. Wir selbst laufen die Gefahr, jeden Augenblick bei dieser Geschichte hineinzufallen, weil die Leute drüben auch die Worte gebrauchen, auf die das Publikum dann hineinfällt. Der bisherige Erfolg der deutschen Sezession ist kein Beweis für deren Berechtigung. Sobald wir uns auf den Standpunkt stellen, dass wir gemeinsame Sache machen, geben wir die Gesellschaft preis, denn jene wollen ja nicht, dass unsere Gesellschaft besteht. Wenn sie das wollten, müssten wir uns jeden Augenblick mit ihnen vereinigen können. Das ist nicht möglich, weil sie den Untergang unserer Gesellschaft wollen. Unter diesem Gesichtspunkte müssen wir arbeiten, müssen fortwährend auf der Hut sein. Das muss jedem klar sein und immer und immer wieder betont werden. Wir können das auch nicht in die Hände des Präsidenten legen, sondern müssen selbst die Augen offen halten. Für den Nürnberger Kongress würden wir geradezu freie Bahn machen, wenn wir ihnen Gelegenheit gäben zu sagen, die AdyarGesellschaft schließt sich aus. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht die Tendenz übersehen, dass wir durch große Kongresse verdeckt und in der Öffentlichkeit absorbiert werden sollen. Fassen Sie keinen bindenden Beschluss, legen Sie keine Marschroute fest, die die Handlungen des Einzelnen fesselt. Was Herr Bauer als Privatperson tut, kann uns auf keinen Fall etwas angehen. Dass aber Herr Bauer nicht in den Ruf kommt, mit seiner Loge die Veranstaltung eines unberechtigten theosophischen Kongresses inszeniert zu haben, also unlogisch gehandelt zu haben, dafür muss unter allen Umständen gesorgt werden. Es würde unklug sein, wenn wir uns als einzelne Teilnehmer hineinwiirfen, aber im höchsten Grade unklug wäre es, wenn man sich als ganze Loge beteiligte. Dass man den Dresdner Kongress nicht so ausdeuten würde, dass man sagte: Wir haben gesehen, dass ihr auch gute Theosophen seid, sondern dass er im Sinn der anderen Bewegung ausgeschlachtet wird, wusste ich vorher. Verhalten wir uns also so, dass wir auf keinen Fall die Hineingefallenen sind>  Hubo: «Wüiiünscht, dass diese Sachen den Logen unterbreitet werden, damit sie informiert sind> Bresch: «Es ist fraglich, wie es aufzufassen ist, wenn Mitglieder von dem Vorsitzenden einer Loge zur Teilnahme am Kongresse aufgefordert werden> Dr. LÖhnis: «Der Vorsitzende einer Loge darf auf keinen Fall zur Beteiligung auffordern.» Dr. Steiner: ·jch glaube, dass wir nicht anders über die Sache hinwegkommen, als wenn wir einen ganz bestimmten Beschluss fassen, und beantrage, zu beschließen: <Dic Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 30. Oktober 1904 beschließt, sich an keinen Unternehmungen, die von anderen sogenannten theosophischen Gesellschaften ausgehen, zu beteiligen und erachtet es als Pflicht jedes Zweiges, in gleicher Weise zu handeln. Eine eventuelle Teilnahme der einzelnen Mitglieder kann also nur rein privater Natur sein.> Damit ist jedem absolute Freiheit gegeben, zugleich aber ausgedrückt, dass die Sektion als solche nicht teilnehmen kann> Der Antrag wird einstimmig angenommen. Zweiter Antrag Dr. LÖhnis: «Die noch in Kraft befindlichen Erlasse des Präsidenten Olcott respektive des Zentralvorstandes möchten den Mitgliedern beziehungsweise Logen oder Zweigen zugänglich gemacht werdenm Nach stattgehabter Debatte erklärte Dr. Steiner, dass die noch in Kraft befindlichen Erlasse den einzelnen Zweigen zugänglich gemacht werden. Verlegung des Generalsekretariats nach München: Frau Gräfin Kalckreuth spricht im Auftrage des Zweiges München den Wunsch aus, das Generalsekretariat möchte nach München verlegt werden. Nach kürzerer Aussprache wird beschlossen, von dem Wunsche protokollarisch Kenntnis zu nehmen. Einladung der Zweige zur Generalversammlung: Herr Hubo macht darauf aufmerksam, dass die eingelaufenen Anträge den Zweigen im Wortlaut mitgeteilt werden sollten. Etwaige Anträge möchten daher vier Wochen vorher beim Generalsekretär eingereicht  werden, damit derselbe in der Lage ist, sie mit der Einladung zur Generalversammlung zu verschicken. Änderung der Statuten: Dr. LÖhnis meint, es sei wünschenswert, dass in den Statuten manches geändert werde. Er spricht daher den Wunsch aus, dass alle diejenigen, welche Änderungen wünschen, für die nächste Generalversammlung Vorschläge ausarbeiten. Voranschlag für das kommende Rechnungsjahr: Hubo: «Es ist nötig, sich über die Ausgaben des nächsten Jahres im Voraus möglichst klar zu sein, damit auch rechtzeitig für deren Deckung gesorgt werden kann, weshalb ich empfehle, einen Voranschlag künftig aufzustellen.» Freiwillige Beiträge: Herr Hubo macht den Vorschlag, auch freiwillige Beiträge zu sammeln und darnach zu trachten, dass regelmäßig eingehende freiwillige Jahresbeiträge gezeichnet werden. Herr Dr. LÖhnis bemerkt, dass diese freiwilligen Beiträge nicht von der Sektion, sondern von den Zweigen gesammelt werden sollten. Dr. Steiner erwidert, dass weder der Sektion noch dem Zweige die Aufgabe des Sammelns zugeteilt werden soll. Es handle sich nur darum, eine Person zu bezeichnen, welche die Sammlenätigkeit ausübt. Der Vorstand wird beauftragt, eine solche Sammlung einzuleiten. Damit war der erste Teil der Generalversammlung zu Ende. Dr. Steiner bittet noch die Versammelten, sich um vier Uhr nochmals zwecks Anhörung der Vorträge von Herrn Bresch und Dr. Steiner zusammenzufinden, und schloss damit die diesjährigen Verhandlungen. Schluss halb drei Uhr.  JAHRESVERSAMMLUNG DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT 29. UND 30. OKTOBER 1904, BERLIN Bericht vermutlich von Rudolf Steiner in «Luzifer - Gnosi> Nr. 19/1904 Die Deutsche Sektion der «Theosophischen Gesellschaft» (Hauptquartier Adyar) hat am 29. und 30. Oktober ihre Jahresversammlung abgehalten. Es waren die deutschen Zweige zum Teil durch persönliche Abgesandte (Berlin, Charlottenburg, Köln, Weimar, Leipzig, Hamburg, München, Stuttgart) vertreten, zum Teil (Düsseldorf, Dresden, Hannover, Nürnberg) waren Stellvertreter ernannt worden. Neu gewählt in den Vorstand wurden: Fräulein Stinde (München), Herr Arenson (Cannstatt) und Herr Seiler (Berlin). Die Mitgliederzahl ist seit 1. Oktober 1903 von 130 auf 261 gestiegen. Einen besonderen Verhandlungsgegenstand bildete das Verhalten gegenüber den «theosophischen» Verbindungen Deutschlands, die noch nicht eingesehen haben, dass es unmöglich ist, dass Spaltungen und Gegensätzlichkeiten in einer auf das Prinzip der Bruderschaft begründeten Gesellschaft herrschen. Da diese Gesellschaften sämtlich nach der in Adyar begründeten Hauptgesellschaft entstanden sind, sind allein sie und nicht die Hauptgesellschaft für die Spaltungen verantwortlich. Es wurde nun beschlossen, sachlich ganz dem Prinzip der Brüderlichkeit entsprechend, diesen Gesellschaften gegenüber zu handeln, doch sich in keiner Weise an deren - wie immer gearteten - Organisationen zu beteiligen. Der Antrag, der von der Generalversammlung angenommen wurde, lautet: «Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 30. Oktober 1904 beschließt, sich an keiner Unternehmung, die von anderen sogenannten theosophischen Gesellschaften ausgeht, zu beteiligen, und erachtet es als Pflicht jedes einzelnen Zweiges, in gleicher Art zu handeln. Alle Teilnahme kann also nur eine private der einzelnen Mitglieder sein.» Dem Vorstande der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft gehören gegenwärtig an: Dr. Rudolf Steiner (General-Sekretär), Marie von Sivers (Berlin Motzstr. 17, Sekretär), Julius Engel (Charlottenburg), Richard Bresch (Leipzig), Bernhard Hubo (Hamburg), Helene  Lübke (Weimar), Sophie Stinde (München), Ludwig Deinhard (München), Adolf Arenson (Cannstatt-Stuttgart), Mathilde Scholl (Köln), Franz Seiler (Berlin), Günther Wagner (Lugano), Adolf Kolbe (Hamburg). Am 29. Oktober war eine freie Aussprache der Mitglieder. Am 30. Oktober von vier Uhr ab fanden Vorträge statt: I. Herr Richard Bresch (Leipzig) sprach anregend über: «Sollen wir der Jugend Theosophie lehrenb II. Dr. Rudolf Steiner hielt einen Vortrag JJber das Wesen des Hellsehensm  BERICHT ÜBER DIE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION 29. UND 30. OKTOBER 1904, BERLIN Benicht von Ricbard Bresch im « Väbam, Jahrgang VI, Nr. 5, Nouember 1904 Nachdem am Sonnabend von drei Uhr ab die Vorstandssitzung stattgefunden hatte, war die eigentliche Generalversammlung auf SonntagVormittag, zehn Uhr anberaumt worden. Vertreten waren sämtliche dreizehn Logen, Berlin mit fünf, Leipzig mit drei, alle anderen Logen mit je zwei Stimmen, zusammen dreißig Stimmen. Düsseldorf, Hannover, Lugano, Nürnberg waren nicht direkt, sondern durch Bevollmächtigte, und Nürnberg, Dresden und München als neue Logen zum ersten Male vertreten. Der Generalsekretär Dr. Rudolf Steiner hieß die Anwesenden willkommen und betonte, dass wir Deutschen für Mittel-Europa ein vorgeschobener Posten seien zur Ausbreitung der großen geistigen Welle, die sich im Jahre 1875 über das Abendland durch die theosophische Bewegung ergossen hat. Dann warf er einen Rückblick auf das verflossene Jahr und hob den Besuch von Frau Besant als das bedeutendste Ereignis für die Deutsche Sektion hervor, von dessen günstigem Einflüsse er überzeugt sei. Alsdann kam Herr Dr. Steiner auf seinen Vortrag im Dresdener Kongress zu sprechen. Was ihn als Theosophen dazu bewogen habe, dafür sei er keine Rechenschaft schuldig, wohl aber wolle er als General-Sekretär einige Worte dazu sagen. Er fasse die Tatsache, dass die sogenannte sezessionistische Bewegung unseren Titel «Theosophische Gesellschaft> angenommen habe, als einen Irrtum auf, gleichviel ob derselbe moralisch oder intellektuell sei. Unser Verhältnis den anderen gegenüber sei also dahin zu verstehen, dass wir ihnen helfen müssten. Den Vortrag, den man von ihm verlangt hat, würde er überall gehalten haben, wie immer die Gesellschaft sich nenne. Eine andere Frage sei es, ob man sich an den Organisationen aktiv beteiligen solle! Das sähe er (Dr. Steiner) persönlich für einen Fehler an, und deshalb habe er sich auch an nichts beteiligt während des ganzen Kongresses, trotzdem er die ganze Zeit in Dresden war.  Betreffs der Abstimmung wurde, was bisher noch ein zweifelhafter Punkt war, beschlossen, dass es den Logen freistehen solle, ob sie ihre beziehungsweise Stimmen in eine Hand legen oder sie durch mehrere Delegierte abgeben lassen wollen. Um Umstände zu vermeiden wird gebeten, alle für die Deutsche Sektion bestimmten Sendungen (auch Zahlungen) an Fräulein Marie von Sivers, Berlin W., Motzstraße 17 zu adressieren. In den Vorstand wurde statt Dr. Noll (Kassel) Fräulein Sünde (München) und statt Herrn Oppel (Stuttgart) Herr Arenson (Cannstatt) gewählt; zum Schatzmeister anstelle von Frau von Holten Herr Seiler (Charlottenburg). Zum Kassenrevisor anstelle des Herrn Seiler Herr Krojanker. Was die Kasse anbetrifft, so beliefen sich die Einnahmen am Schluss des Geschäftsjahres auf Mark 1795, die Ausgaben auf Mark 795,04. Hiervon wurden Mark 427,51 an das Hauptquartier in Adyar gezahlt, die übrigen Ausgaben verteilen sich auf den Druck der Satzungen, Kongresseinladungen, Porto, Beitrag der Deutschen Sektion zum Amsterdamer europäischen Kongress, sodass der Kassenbestand sich zurzeit auf Mark 999,96 stellt. Die Mitgliederzahl ist von 130 am 1. Oktober 1903 auf 251, also um 121 Mitglieder gestiegen. Ausgetreten beziehungsweise gestorben sind 7 Mitglieder. Von den Vertretern der auswärtigen Zweige werden verschiedentlich Berichte über deren Tätigkeit gegeben. Speziell zu erwähnen ist, dass Lugano schriftlich und Stuttgart durch seinen Vertreter mündlich Herrn Dr. Steiner für seine Tätigkeit im verflossenen Jahre ihren Dank aussprechen. Angeregt durch die S. 86 des Oktober-«Vähan» stehende redaktionelle Fußnote waren von Herr F[elix] L[öhnis] (für Dresden) zwei Anträge eingebracht worden. Der erste lautete, nicht den Worten, doch dem Sinne nach wie folgt: Die Generalversammlung wolle sich schlüssig machen, ob sie es als mit dem Geiste der Verfassung und den Entscheidungen beziehungsweise Exekutiverlasse des Generalrates und Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft im Einklang stehend ansieht, wenn AdyarMitglieder sich an der Einberufung eines allgemeinen Theosophenkongresses beteiligen. Bei der Beratung dieses Antrages wurde allerdings die Befürchtung laut, dass der der Sezession gegenüber im «Vähan» zuweilen angeschla gene scharfe Ton der Sache vielleicht mehr schaden als nutzen möchte, sachlich jedoch wurde der in beregter Fußnote vertretenen Anschauung, mit Ausnahme des Antragstellers, allgemein zugestimmt, wie es ja auch der von Dr. Steiner dargelegten Richtschnur entsprach. Derartigen Kongressen wohne erfahrungsgemäß die Tendenz, eine neue Organisation zu bilden, von Natur aus inne. Man kÖnne daher die Miteinberufung solcher Kongresse durch Adyar-Mitglieder nicht billigen, ein solches Tun also auch nicht mehr als bloße Privatangelegenheit der Mitglieder ansehen. Infolgedessen wurde der folgende Antrag zum Beschluss erhoben: ·Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 30. Oktober 1904 beschließt, sich an keiner Unternehmung, die von anderen sogenannten theosophischen Gesellschaften ausgehen, zu beteiligen und erachtet es als Pflicht jedes einzelnen Zweiges, in gleicher An zu handeln. Alle Teilnahme kann als nur eine private der einzelnen Mitglieder seinm Der zweite Antrag des Herrn F[elix] L[öhnis] ging dahin, alle im «Theosophist» und (deutsch) im «Vähan» verstreuten Generalbeschlüsse und Exekutiverlasse zu sammeln und den Satzungen beizufügen, damit niemand, dem beim Eintritt in die Gesellschaft nur Verfassung und Satzungen vorgelegt seien, eines Tages, wie es dem Antragsteller mit der beregten Fußnote ergangen, quasi hinterrücks von einem solche Beschluss überfallen werden könne, und ferner, damit der Polizei, welcher bei Gründung einer Loge Verfassung und Satzungen einzureichen sind, alles vorgelegt und sie redlich behandelt werde. Dieser Antrag fand volle Zustimmung und wurde zum Beschluss erhoben. Zu verwundern dabei ist nur, dass er sich innerhalb der gesamten Gesellschaft nicht schon längst als Bedürfnis herausgestellt hat. Nachdem jene Fußnote nun in wichtiger Sache Klarheit gebracht, sie die Mitglieder also vor Fehltritten bewahrt und außerdem noch einen wahrlich nicht gering zu veranschlagenden, dauernden Nutzen gestiftet hat, werden diejenigen Leseg welche an ihr Anstoß genommen haben, mit ihr sich wohl aussöhnen. Weshalb das alles nicht auch ohne «Fhcht in die Öffentlichkeit» erreichbar war, muss hier aber unerörtert bleiben. Von München aus wurde der Antrag gestellt, wegen der dort herrschenden, für Theosophie günstigen Aussichten das Hauptquartier nach München zu verlegen, indes wurde dieser Antrag von der Generalversammlung lediglich zu Protokoll genommen.  Alsdann regt Herr B. Hubo den Gedanken an, zu freiwilligen Beiträgen aufzufordern, um die Gesellschaft pekuniär besser zu fundieren. Nach kurzer Debatte wird beschlossen, dass der Vorstand beauftragt werden solle, zu solchen Beiträgen aufzufordern. Um halb drei Uhr waren alle Punkte der Tagesordnung erledigt. Am Abend des 30. Oktober von halb fünf Uhr ab fanden Vorträge und Diskussion statt, zuerst sprach unser Herr Bresch über das Thema: ·Sollen wir die Jugend Theosophie 1ehren?·. Hierauf Herr Dr. Steiner «Ijber das Wesen des Flellsehens». Ein Referat über den letzteren Vortrag finden die Leser in der vorliegenden Nummer, den ersteren gedenken wir in der nächsten oder übernächsten Nummer zu bringen.  DAS WESEN DER THEOSOPHISCHEN BEWEGUNG UND IHR VERHÄLTNIS ZUR THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Vortrag von Rudolf Steinek Berlin, 2. Januar 1905 Über das Wesen der theosophischen Bewegung und ihr Verhältnis zur Theosophischen Gesellschaft möchte ich heute - bevor ich meine Reise nach Süd- und Westdeutschland antrete - wieder einmal zu Ihnen sprechen, denn die theosophische Bewegung ist von so umfassender Bedeutung, dass wir uns am Beginne eines neuen Jahres - das für unsere Arbeit ein sehr ersprießliches sein möge - der Aufgabe, Ziele und Arbeitsweise dieser theosophischen Bewegung wieder erinnern dürfen. Die theosophische Bewegung ist keine solche, die sich mit irgendeiner anderen Bewegung in der Gegenwart auch nur im Entferntesten vergleichen ließe. Die verschiedensten Menschen stehen ja dieser Bewegung - die in ihrem noch nicht dreißigjährigen Dasein über alle gebildeten Länder unserer Erde sich verbreitet hat -, sie stehen ihr in der verschiedener Weise gegenüber und sind ihr von Anfang an [SO] gegenübergestanden. Seitdem die Sendbotin unserer großen erhabenen Meister, Frau Blavatsky, diese Bewegung begründet hat, hat [die Bewegung] mannigfaltige Wandlungen durchgemacht. Sie hat Menschen in ihrer Mitte gesehen, die sie wieder verlassen haben, und andere, die treu und eifrig, seit sie in sie eingetreten sind, auch bei ihr ausgehalten haben. Es hat Mitglieder gegeben, welche zur theosophischen Bewegung aus Neugierde gekommen sind, die gekommen sind, um unter mancherlei anderen interessanten Dingen, die man in der Gegenwart kennenlernen kann, auch kennenzulernen die Einblicke, die der Mensch in höhere, in geistige Welten tun kann. Doch weil der Weg, den die theosophische Bewegung den Menschen bieten kann, ein sicherer ist, so ist er auch nicht der allerleichteste, nicht der bequemste, nicht derjenige, den man von heute auf morgen so absolvieren kann, dass sich die höchsten geistigen Erscheinungen sofort als eine unbedingte Wahrheit darstellen. [Vielmehr] ist ein eifriges Bestreben, eine wirklich intensive Hingabe notwendig. Daher kommt es, dass diejenigen, die aus Neugierde in die theosophische Bewegung eintreten,  mit der Zeit abtrünnig werden, weil sie glauben, dass sie nicht in einem kurzen Zeitraum dasjenige erreichen können, was sie [wie im Sturm] erreichen wollen; oder aber weil sie glauben, dass ihnen die theosophische Bewegung nichts bieten könne. Auf solche Neugierige ist ja von vornherein in der theosophischen Bewegung weniger gerechnet worden, obwohl Neugierde oft ein Umweg ist, um zur Wahrheit und zur theosophischen Erkenntnis zu kommen. Bei vielen hat sich später aus der Neugierde ein richtiges theosophisches Streben entwickelt. Andere kommen in die theosophische Bewegung, um wirklich eine innere seelische Entwicklung durchzumachen. Sie wollen wirklich zu der Gewissheit eines seelischen und geistigen Lebens kommen und mystische Vertiefung erringen, um ein wichtiges Glied in der Menschheitsentwicklung zu werden. Das sind schon bessere Mitglieder. Sie streben zwar zunächst an, in sich selbst möglichst viel zu erkennen und zu erleben. Dies ist im höheren Sinne ja noch ein egoistisches Streben; aber auch das höchste Erkenntnisstreben ist ja ein egoistisches und kein selbstloses Streben. Sie wissen auch, dass dies nicht das höchste Ziel ist. Aber es gibt ein schönes Sprichwort, das diese Sachlage kennzeichnet: ·NVenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Gartenn Der Umweg über diesen Egoismus ist somit ein ernster und gutei; und diejenigen, die ihn gehen, können würdige und echte Mitglieder der theosophischen Bewegung sein. Vielleicht streben sie mit Recht ihre eigene Vervollkommnung an, denn der Mensch wird erst dann ein nützliches und wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden, wenn er sich selbst vollkommen gemacht hat. Was kann der Unvollkommene den Mitmenschen nützen; was kann derjenige nützen, der nur weniges im Leben durchschaut? Erst wenn man hineinzublicken vermag in die menschlichen Herzen und Seelen, wenn man in der Lage ist, die großen Weltenrätsel einigermaßen für sich zu lösen, kann man eingreifen in das menschliche Getriebe; dann kann man erst in der richtigen Weise für seine Mitmenschen und für die Welt etwas tun. Daher ist die Sich-selbstVervollkommnung, das In-sich-selbst-Saugen von geistigen Erkenntnissen, ein richtiger und guter Weg. Niemandem kann der Vorwurf gemacht werden, dass er egoistisch sei, wenn er den Weg der Selbstvervollkommnung sucht. Und wer [treu] bleibt, der wird finden, dass er nicht vergeblich in der theosophischen Bewegung gesucht hat, dass der Weg still, aber sicher zu dem führt, was er sucht.  Mancher mag sagen, es gibt noch andere Wege. Diese anderen Wege sollen nicht im geringsten Sinne bekämpft oder angefochten werden. Ich weiß, wie die anderen spirituellen Bewegungen der Welt dienen. Kein Wort des Widerspruchs soll von einem wahren Theosophen da ausgehen. Davon kann nicht die Rede sein. Aber derjenige, der im höchsten Sinne den Geist suchL muss diesen Geist durch Selbsterkenntnis suchen. Jeder trägt den Geist in sich und es ist nicht nützlich im Grunde genommen, geistige Erkenntnis in der Umwelt zu suchen, wenn man den am allerzugänglichsten Geist, den Geist, der in uns selbst ist, nicht im wahren Sinne des Wortes erkennen will. Da sind gar viele, welche den Geist durch alle möglichen künstlichen Veranstaltungen zu erkennen suchen, und dabei ganz vergessen, welcher Geist in so unendlicher Nähe ist: Es ist die eigene Seele, der eigene Geist. Den können wir finden, wenn wir in der richtigen Weise suchen wollen. Aber er liegt tief im menschlichen Innern. Wir müssen ihn immer tiefer und tiefer in den Schichten unseres eigenen Innern suchen. Denn was in unserem Innern wohnt, ist ja dasselbe, was als Geistiges und Seelisches in der Welt wohnt. Der Gott, der in der Welt schafft, der in der Welt seit Millionen von Jahren geschaffen hat, der Gott ist im Menschenherzen zu finden. Und wie der Naturforscher draußen in der Welt studiert, der Naturforscher die Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen ihren physischen Kräften nach zu verstehen sucht, so kann auch keiner die Seele, den Geist erkennen, der die Seele und den Geist in der Welt nicht wirklich studiert. Und der Geist, der ewig in der Welt geschaffen hat und ewig in der Welt schaffen wird, der wohnt in einem Abglanz, in einem Spiegelbild in uns selber. Immer weiter und immer weiter entwickeln wir uns zu diesem Geist hinauf, immer weiter wird die eigene Seele. So ist das theosophische Streben nichts anderes als das Streben nach dem Innewerden der schaffenden seelischen und geistigen Wesenheiten in der Welt. Das, was wir heute in uns tragen, was wir finden, wenn wir in die Schichten unseres seelischen Lebens hinabsteigen, das haben wir uns einstmals geschaffen, ausgebildet. Könnten wir zurückgehen - und der Theosoph lernt es allmählich, zurückzugehen in urferne vergangene Zeiten -, dann fänden wir dieselben seelischen Kräfte den Weltenbau erbauen, bevor es noch einen physischen Stoff draußen gegeben hat. Und wir fänden den Geist, der als Funken in uns lebt, draußen in der Welt  schaffend, bevor es chemische und physikalische Kräfte gab. Geistige und göttliche Kräfte waren da am Werk. Und höher als alles physische Sein, als alles körperliche Dasein ist dieses geistige Dasein; und nicht nur höhe4 sondern älter ist dieses geistige Dasein als das körperliche. So steigen wir in uns hinunter und holen aus unserem eigenen Herzen und unseren Seelenschichten herauf die Urrätselfrage mit ihrer LÖsung, durch welche die Welt selbst entstanden ist. Wer sich in die Theosophie vertieft und hinuntersteigt in die Schichten des eigenen seelischen und geistigen Lebens, der findet da die Kräfte, die am Werke waren, bevor ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat. Bevor Feuer, Luft und Wasser auf unserer Erde waren, waren Seele und Geist im Himmelsraum und haben das alles erst zustande gebracht. Etwas Dauerndes und dem Physischen Übergeordnetes finden wir, wenn wir hinuntersteigen in diese Schichten unseres Herzens und Geistes. Und dann holen wir von da herauf nicht was in uns selbst ist, sondern die bildenden Kräfte der Welt. Die großen Lehrer und alle diejenigen, die Sie kennengelernt haben unter den großen Seelen und Geistern, gingen ins menschliche Innere hinunter. Sie haben so nicht nur sich selbst erkannt, sondern sie haben den Blick geöffnet erhalten über Sterne und Unendlichkeiten. Wir vermögen durch die Selbsterkenntnis auch zu erkennen, wie die Welten entstanden sind und wo der Mensch seinen Ursprung gehabt hat; und auch die Ziele des Menschen, die fernen und die nahen, und unsere Weltenaufgabe vermögen wir so aus den Geistesschichten herauszuholen durch die Selbsterkenntnis. Was wir von der Entstehung von Planeten, Runden und Rassen wissen, was wir von Sonnenkörpern und Sonnensystemen kennen, und was wir von dem Hervorgehen lebender Wesen aus dem Sonnensystem und der Weltkörpern wissen, das ist durch Selbsterkenntnis gewonnen worden, durch jene Selbsterkenntnis, welche sich durchgerungen hat, um im eigenen Geiste zu erkennen das, was er heute ist, was in ihn hineingezogen ist durch Äonen. Was heute in ihm vorhanden ist, das führt uns zu der Erkenntnis von dem, was in ihm immer vorhanden war - vorhanden war in ihm und zugleich draußen in der Welt. Wenn Sie einen Baum betrachten, so hat er Jahresringe. Sie müssen aber den Stamm erst durchschneiden, um die Jahresringe beobachten zu können. So hat auch die Seele für den, der sie beobachten kann, ihre Ringe erhalten. Jedes Jahr setzt solche Ringe an. Die Seele ist durchge schritten durch die Zyklen, die Runden und Rassen, und überall hat sie einen solchen Jahresring angesetzt. Diese sieht der Mensch heute nicht. Wenn er aber sehend geworden ist, sieht er, was als Resultat der Entwicklung übrig geblieben ist. Das ist der Weg der Selbsterkenntnis, der Selbstvervollkommnung. So schließt sich durch die Selbsterkenntnis die 'Welt auf. So lernt der Mensch seine Aufgabe kennen durch diese seine Selbsterkenntnis. Und dann gelangt er zur Erfassung [der Aufgabe] der theosophischen Bewegung. Und das ist die Erkenntnis, die sich uns bietet, dass die theosophische Bewegung eine Notwendigkeit ist für die gegenwärtige und zukünftige Menschheit. Nur andeuten kann ich, was ich oft ausgesprochen habe. Andere Rassen gingen unserer Rasse voran; andere Rassen, die noch geistige Erkenntnis hatten. Die lemurische Rasse - obwohl sie nicht so vorgeschritten war an Verstandes- und Vorstellungskraft und die dann durch Feuer zugrunde gegangen ist -, sie hatte noch einen unmittelbaren Zusammenhang mit den geistigen Wesenheiten der Welt, eine unmittelbare Erkenntnis der Menschen war vorhanden. Der Mensch hat seine spirituelle Erkenntnis verloren, weil er dazu berufen war, seinen Verstand auszubilden, weil er dazu berufen war, den Verstand durch die Sinne zu bilden. Der lemurischen Rasse folgte die atlantische. Auch die Atlantier waren noch imstande, in seelischer Weise mit anderen über ihnen stehenden Wesen in Zusammenhang zu kommen. Wir wissen, dass durch kleine Kolonien die Lemurier herübergeführt worden sind zu den Atlantiern, die neue Stammrasse zu bilden. Und wir wissen auch, dass als die Fluten hereinzubrechen begannen, durch die der atlantische Kontinent zugrunde gegangen ist, da sandte der Manu ein kleines Häuflein aus nach der Mitte von Asien. Und als die alte Atlantis sich der Abenddämmerung zuneigte, da führte der Manu sein Häuflein, das die Grundlage für unsere Rasse bilden sollte, in die Wüste Gobi oder Schamo. Da wurden sie geschützt vor den dekadenten Bewohnern, die übrig geblieben waren von den Atlantiern und Lemuriern. Und so bildete sich die erste Unterrasse unserer Rasse. Sie zog nach dem Westen. Die anderen Rassen blieben zurück. Wir selbst stammen ab von diesem kleinen Häuflein. Unsere fünfte Wurzelrasse wird nicht durch Feuer oder Wasser ihren Untergang finden, sondern auf eine andere Art wird unsere gegenwärtige Rasse ihre Abenddämmerung erleben, um zu einer neuen Stufe, zu einem neuen Da sein hinübergeführt zu werden. Diese Stufe lernt der Theosoph vorauszusehen, und er leistet Vorarbeit für die Zukunft der Menschheit, für die kommende Rasse. Kampf ums Dasein wird die Untergangsform unserer Rasse sein. Sie wird hinübergerettet werden in einem kleinen Häuflein. Dieses wird sich rekrutieren aus denen, die selbst erkannt haben, dass sie führen müssen, und die wieder Seele und Geist gesucht haben. Anders als in Vorzeiten muss in der gegenwärtigen Zeit gewirkt werden. In den Vorzeiten waren die Menschen getrennt in kleine Kulturgebiete, und jede Kultur konnte nur auf einem kleinen Gebiet wirken. Noch während der alten indischen Kultur, auch während der persischen, ägyptischen, griechischen und römischen Kultur waren die Menschen auf kleinere Territorien beschränkt. Jetzt ist die ganze Erde unser Wohnplatz geworden. Unsere Technik, die die Größe unserer Rasse ausmacht, umspannt die ganze Erde. Keine Trennung ist mehr vorhanden. Die Waren, die fern von uns erzeugt werden, werden auf der ganzen Erde verbreitet. Die Erde ist ein gemeinschaftlicher Wohnplatz geworden. Die Menschen können nicht mehr unterschieden werden nach einzelnen Farben, Rassen, Klimaten; sie tauschen jetzt nicht nur Waren, sondern auch Meinungen aus. Nichts kann mehr nur für ein kleines Häuflein bestehen. Heute haben wir eine neue Aufgabe, durch die wir alle in eine neue Zukunft hineinwachsen können. Diese zu erfassen, obliegt der theosophischen Bewegung. Führer der Menschheit waren im Beginne und Verlauf [der ersten Unterrasse] der fünften Wurzelrasse die Rishis in Indien, von denen der heutige Forscher so gut wie nichts weiß, nur derjenige, der durch mystische Erkenntnis zur Anschauung der höheren Welten gekommen ist, der weiß von ihnen zu erzählen. Sie haben jene wunderbare Kultur geschaffen, von der die Vedenkultur nur ein schwacher Abglanz ist. Alles, was uns von der Vedenkultur bekannt geworden ist, ist in viel späterer Zeit entstanden. Für den, der die Welt geistig zu beobachten vermag, bietet sich eine Zeit dar, von der keine Urkunde etwas meldet, wo im alten Indien gottbegabte Geister, die Rishis, unmittelbar lehrten. Das war eine Landeskultur. Dann kommt eine Kultur, die wiederum auf ein Land beschränkt ist: die uralte persische, die zarathustrische Kultur. Sieben Zarathustras hat es gegeben. Jener Zarathustr% welcher gewöhnlich genannt wird, ist der  siebente. Er ist die Inkarnation aller früheren Zarathustras. Was in den Büchern der persischen Religion aufbewahrt ist, wurde erst in viel späterer Zeit aufgezeichnet. Da blicken wir zurück auf ein zweites inspiriertes Religionsbekenntnis in unserer Rassenentwicklung. Wir schreiten jetzt vor nach Westen zu. Wir treffen da auf die wunderbare ägyptische Kulrug eine Kultur, von der uns Bücher Kunde geben. Das ägyptische Totenbuch ist ein Ergebnis der Kultur des Hermes. Dann kommen wir nach Griechenland und Italien zu der orphischen Urkultur, die auf europäischem Boden erwachsen ist und von der wir noch zehren. Dann kommen wir hinauf zu der erhabenen Religion des Stifters des Christentums und endlich in unsere Zeit hinein. Wir haben so erblickt auf eine Reihe von menschlichen Religionsbekenntnissen, die von einzelnen großen Religionsstiftern ausgegangen sind. Für uns sind diese großen erhabenen Stifter nichts anderes als die Mitglieder einer geistigen Gemeinschaft von Wesen und Individualitäten, die hoch erhaben über unserer Menschheit stehen, so hoch erhaben, dass heute der Mensch nur mit Bewunderung und Demut aufblicken kann zu den Großen, die die geistigen [Anstöße] unserer Entwicklung gebracht haben. Aber zu gleicher Zeit, wie wir zu ihnen aufblicken, wissen wir, dass auch wir zu solcher Klarheit und Geistigkeit aufzusteigen berufen sind. Die heiligen Männer sind hervorgegangen aus dem, was wir die Loge der erhabenen Menschheitsfiihrer nennen. Diejenigen, welche die ägyptische Kultur gebracht haben, sind dann nach Westen gezogen und haben dann, als sie als Abgesandte nach dem Westen, nach Europa, gekommen sind, den Völkern diejenigen Erkenntnisse gebracht, welche sie ihren Verhältnissen entsprechend gebrauchten. Die Weiße Loge hat so gewirkt, dass jedes Volk sie verstehen konnte. Jedes volk brauchte etwas Besonderes im Laufe der Zeiten. Jedes volk war abgeschlossen auf einen engeren Raum. Was wussten zum Beispiel die alten Inder davon, was sich in Europa zutrug? In ganz besonderen sozialen Verhältnissen lebten sie. Die großen Eingeweihten sprachen so zu ihnen, wie sie es brauchten. Und so sprachen sie zu allen Völkern. Heute ist die Menschheit dazu berufen, eine gemeinsame Familie zu werden, heute sind die Menschen dazu berufen, Austausch zu pflegen, nicht nur von Waren, sondern auch von dem, was die Menschen als Wahrheit erkennen. Es bleibt den Menschen nicht mehr verschlossen, was die alten Rishis gelehrt haben. So war es notwendig geworden, dass  die Erhabenen von der großen weißen Loge wieder zur Menschheit gesprochen haben. Dieselben 'Wesen, die einst tätig waren bei der Begründung des alten Hinduismus, dieselben Wesen, die tätig waren bei der Begründung des alten Zarathustrismus und bei der Begründung der Religion der Ägypter, mussten also zu der Menschheit in einer neuen Form, in einem neuen Sinne sprechen; dasselbe Wesen, das einstmals der Gottheit Christi den Leib geboten hat, um auf der Erde hier wirken zu können, Jesus von Nazareth. Deshalb sprechen diese Wesenheiten so, dass in ihrer Sprache kein Unterschied gemacht wird zwischen Rasse und Sprache, kein Unterschied zwischen Geschlecht und Stand. Nicht mehr Sonderbündnisse kann es geben, sondern etwas Gemeinschaftliches muss die Menschheit haben. Und ein solches Gemeinschaftliches ist unsere theosophische Lehre, durch die wir uns hiniiberentwickeln zur neuen Rasse. Das ist der Sinn, der Geist der modernen theosophischen Bewegung. Diejenigen, die diese theosophische Bewegung auffassen als das gesprochene Wort derjenigen, die von Anbeginn der Menschheit [die Weisheit und] den Zusammenklang der Empfindungen [gegeben] haben, die wissen, dass die Theosophie nichts anderes ist als die Pionierbewegung, welche einer neuen Menschheit vorarbeiten kann, die das Glück der Menschheit bringen soll. Derjenige versteht die theosophische Bewegung richtig, der glaubt, dass alle großen Fragen, die an die Türe pochen, gelöst werden müssen durch die theosophische Zentralbewegung. Da sucht der eine auf dem Wege einer sozialen Bewegung, ein anderer auf dem Wege einer spiritistischen, ein anderer auf dem Wege einer moralischen und wieder ein anderer auf dem Wege einer Reform von Speise und Trank sein Heil. Alle [solche Bewegungen] sind groß, bedeutend und nützlich. Sie arbeiten aber nur vor. Sie werden nur Früchte bringen können, wenn sie Zweige der großen theosophischen Bewegung geworden sind. Nicht durch äußere Verbesserungen der Nahrungsmittel, der Industrie, der werktätigen Arbeit kann etwas erreicht werden, sondern nur dadurch, dass die Seelen vorwärtsgebracht werden. Wer alle diese Bewegungen sorgfältig studiert hat, der weiß, wie sie einmünden müssen in die theosophische Bewegung. Fordern Sie von Ihren Mitmenschen, dass sie im Kampf ums Dasein den anderen gegenüber nicht so furchtbar seien, sondern sich so verhalten, wie Sie wünschen, dass man sich Ihnen gegenüber verhalte, so  wird es erträglich sein. Schreiben Sie aber auf Ihre Fahne «Kampf», so werden Sie nichts erreichen. Lediglich durch Liebe, durch Vereinigung, durch den Zusammenklang aller unserer Seelen kann das Heil gefunden werden. Nur wenn wir wieder uns klar darüber geworden sind, dass wir alle seelisch-geistige Wesen sind, und dass unsere Seele und unser Geist Funken des Urfeuers sind und wir den Beruf haben, uns zu vereinigen in diesem Urfeuer, dann werden wir zum Heil unserer Zukunft wirken. Dann werden wir hinüberleben in die Zeit, in die wir hinüberleben müssen, die wir aber auch gestalten müssen. Und das wird abhängen von der Arbeit an unserer eigenen Seele. Viele verlangen von den Menschen, sie sollen anders werden: Diese Klasse, jener Stand soll anders werden, man braucht die Menschen anders. Man kämpft gegen sie. Wer aber kann Gewähr dafür geben, dass ein solcher Kampf jemals gelingen wird? Eines aber muss gelingen: Niemals können wir fehlgehen, wenn wir unser eigenes Innere verbessern, wenn wir ein jeder beim eigenen Innern zu reformieren anfangen, wenn also ein jeglicher sich selbst besser macht. In diesem Streben kann es keinen Unterschied von Klasse, Rasse, Stand und Geschlecht geben. Und das ist der Sinn der theosophischen Bewegung, der sie zu einer großen Bewegung der Zukunft macht. Das haben uns die erhabenen Wesen gelehrt, die zu uns in den Tönen gesprochen haben, die zukunftsverheißend sind. Viele sind zur theosophischen Bewegung gekommen und fragen: Ihr sagt uns, dass sogenannte «Meister» an der Spitze der Bewegung stehen; aber wir sehen diese Meister nicht. - Das ist nicht zu verwundern. Glauben Sie nicht, dass es in dem Willen der Meister liegt, nicht selbst unter Sie zu treten und zu Ihnen zu sprechen. Könnten sie es, dürften sie es - ein jeglicher würde es tun. Aber ich möchte Ihnen nur einen kleinen Begriff davon geben, wodurch der Meister abgeschieden sein muss von denjenigen, die er liebL und weswegen er sich Boten suchen muss, die mit ihrem physischen Wort sein Wort verkünden. Die Gesetze, nach denen die Welt und die Menschheit gelenkt werden, sind unendlich erhaben über dem, was sich der Durchschnittsmensch von heute denken kann. Nur derjenige, der einzig und allein im Dienste dieser erhabenen Weltengesetze wirkt - nachdem er sie erkannt hat -, kann die Menschheit in seelischer und geistiger Beziehung lenken. Der Meister durchschaut nicht nur Jahre, sondern Jahrhunderte und Jahrtausende. Er sieht in feme Zeiten der Zukunft. Die Lehren, die er gibt,  sind diejenigen, die der Menschheit zum Erstreben dienen sollen, um sie weiterzubringen. Nicht müßige Lehren für die Neugier gibt der Meister, sondern Lehren der großen Menschenliebe, die in Zukunft in das Glück der Menschheit hineinführen. Sehen Sie sich die Menschen an, wie sie leben, wie sie abhängig sind von tausend Kleinigkeiten des Tages. Und ich will nicht einmal auf die tausend Kleinigkeiten des Tages verweisen, sondern nur darauf, wie sie abhängig sind von Raum und Zeit, wie sie es schwer über sich bekommen, ein freies Urteil zu gewinnen, sich zu gestehen, was zur Förderung der Mitmenschen notwendig ist. Abertausend und Millionen von Rücksichten, an die der Mensch stündlich gebunden ist, machen es ihm unmöglich, ein freies, unabhängiges Urteil zu gewinnen. Wenn man nur der innersten Stimme des göttlichen Inneren folgen kann, dann ist man berufen, Menschen zu führen, zu leiten, zu lenken. Das kann der Meister. Die wenigsten können sich eine Vorstellung machen von der Größe der durch keine Rücksicht gebundenen Freiheit des Urteils, das der Meister auszusprechen hat. Nur in schwachem Strahl, in verdunkeltem Abglanz können wir das auf dem physischen Gebiete aussprechen, was die Meister aussprechen auf ihrem erhabenen Sitze. Rücksicht muss genommen werden auf Land, Kultur und Bildung. Nur in gebrochenem Strahle kann dasjenige zur Menschheit kommen, was der göttliche Führer vermitteln kann als das große Weltengesetz. Nur derjenige, welcher imstande ist, dem Meister zuzuhören, sodass sich nicht der geringste Widerspruch im Herzen regt, dass er nicht Rücksicht nimmt auf Zeit und Raum, sondern restlos das Ohr dem Meister widmet in vollkommener devotioneller Hingabe, nur der ist berufen, den Meister zu hören, der nicht auf alles antwortet mit «ja und aber», sondern weiß, dass der Meister aus dem Göttlichen heraus spricht. Ein jeder muss da verstummen gegenüber den göttlichen Wahrheiten. Aufhören muss das, was heute am verbreitetsten ist: das Pochen auf das eigene Urteil. Der Meister zwingt uns nicht sein Urteil auf, aber anregen will er uns. Solange wir Kritik üben, sind wir abhängig von Zeit und Raum, und solange kann auch die Stimme des Meisters nicht an unser Ohr dringen. Wenn wir jene Rücksichtslosigkeit uns erwerben gegenüber allem, was uns an das Persönliche, an das Vorübergehende, an das Verschwindende bindet, wenn wir diese Rücksichten hinter uns lassen, uns gleichsam Feieraugenblicke des Lebens schaffen, uns herausreißen,  loslösen von dem, was um uns herum lebt und nur der inneren Stimme lauschen, dann sind die Augenblicke da, in denen der Meister zu uns sprechen kann. Diejenigen, die sich jene große Freiheit errungen haben, haben sich auch die Möglichkeit errungen, selbst einen Meister zu haben; sie haben es dahin gebracht, die Gewissheit zu haben, dass sie existieren in der von Licht umflossenen Glorie dieser hohen Wesenheiten. Abgewöhnt haben sie sich das «PriifCt alles und das Beste behaltet», denn das müssen sich diejenigen abgewöhnen, die an den Meister herantreten wollen. Damit stellt man Grundsätze auf über Dinge, die man wahrhaftig schon weiß. Will man aber lernen, dann hört dieser Grundsatz auf. Wer soll entscheiden darijbeh was das Beste ist? Diejenigen, die es haben, oder die, die es erkannt haben? Nicht urteilslos, nicht kritiklos sollen wir werden, sondern uns in eine wahrhaft unabhängige Stimmung versetzen können, wenn wir zu diesen erhabenen Höhen hinaufsteigen wollen. Das ist vor allen Dingen etwas, was den Theosophen als ein Gefühl durchstrÖmen muss. Und wenn er sich immer mehr und mehr mit diesem Gefühle durchdringt, dann wird er selbst hinaufgeführt werden zu den Höhen, wo der Meister zu ihm sprechen kann. Fragen Sie nicht: Warum sind die Meister an abgesonderten Orten? Denn: Wahr ist es, dass in Petersburg, Berlin und London und so weiter sich die Meister aufhalten und zu sprechen sind für die, die sie sprechen wollen und können; für die, welche die notwendige Stimmung durch innere Selbstüberwindung errungen haben. Durchdringt sich der Theosoph mit dieser Stimmung, dann wird er Mitglied desjenigen Teiles der Menschheit, der hinaufgeführt wird zu einem neuen, erhöhten Dasein. Und weil das der Fall ist, ist die theosophische Bewegung auch die praktischste Bewegung, die wir in der Gegenwart haben können. Viele wenden ja ein, sie sei idealistisch, phantastisch, sie sei etwas Unpraktisches. Nun, verehrte Anwesende, ein kleines Nachdenken kann Sie lehren, dass diese Bewegung nicht etwas Unpraktisches zu sein braucht, nur weil sie viele praktische Menschen - das heißt, Menschen, die sich so nennen - als unpraktisch betrachten. Sehen Sie sich aber einmal die Menschen an, die sich so praktisch finden. Es ist ein eigen Ding mit solchen Menschen, die sich selber so praktisch gefunden haben. Einige Beispiele von dem, was die Praktiker in der Welt des 19. Jahrhunderts getan haben, mögen das zeigen. Die Praktiker haben zum Beispiel bis in die  Mitte des 19. Jahrhunderts hinein ein höchst unpraktisches Postwesen gehabt. Bei diesem Postwesen haben die Praktikeg ebenso wie heute, auf ihre Praktik gepocht. Dann aber kam ein Schullehrer in England, der die Postmarke erfand. Es war ein «unpraktischer» Idealist namens Hili. An der Spitze des englischen Postwesens stand ein «Praktiker» namens [Lord Lichfield]. Der erklärte im Parlament, dass aus der Einführung der Briefmarke nichts werden könne. Er sagte: Der «Praktiker» weiß, dass das nicht geht. Der Verkehr könnte ja zunehmen, aber dann würden die Posthäuser nicht mehr ausreichen, folglich ist die Sache schlecht. - Das war ungefähr die Antwort auf eine solch «unpraktische» Erfindung wie die der Briefmarke. Ebenso hatte Gauß schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts einen elektromagnetischen Telegrafen erfunden. Eingeführt wurde er nicht. Es waren die Idealisten, welche die Erfindungen gemacht haben, und die Praktiker haben die Geldmittel verweigert. Ebenso war es mit der Eisenbahn. Was haben die Praktiker getan, als die Eisenbahn eingerichtet werden sollte? Der Postmeister Nagler sagte damals: Wozu eine Eisenbahn? Ich lasse schon täglich sechzehn Omnibusse nach Potsdam gehen und niemand sitzt darinnen. Was soll es also mit der Eisenbahn? Dazu kam noch die Stellungnahme des bayrischen Medizinal-Kollegiums über den Bau der Eisenbahnen. Die Urkunde kann heute noch eingesehen werden. Sie meinten, man solle keine Eisenbahnen bauen, denn die Leute würden, wenn sie damit führen, Gehirnerschütterung bekommen; mindestens müsste man die Eisenbahnstrecke zu beiden Seiten mit Bretterzäunen umgeben, damit diejenigen Leute, an denen sie voriiberfährt, nicht Gehirnerschütterung bekommen oder sonst Schaden nehmen. Alle großen Errungenschaften der Menschheit sind niemals aus den KÖpfen derer entsprungen, die sich Praktiker dünken. Die Praktiker haben kein Urteil über den wahren Menschheitsfonschritt. Erst wenn der Mensch sich aufschwingt zu den großen kulturbewegenden Faktoren, die aus dem Geist und der Seele kommen, erst wenn er unter geistiger Führung steht, kann er der Menschheit die großen Impulse geben. Unbewusst waren diese Erfinder beeinflusst von den Meistern. Ohne dass der Chemiker im Laboratorium oder in der Fabrik es weiß, ist er von der geistigen Hierarchie der Meister beeinflusst, die wir noch genauer kennenlernen sollen durch die theosophische Bewegung.  Die theosophische Bewegung wird in die unmittelbare Bewegung des Tages eingreifen, wird nicht nur in den Gehirnen und Herzen leben. Ja, in den Herzen wird sie leben, aber bis in die Fingerspitzen wird sie die Menschen beseelen und das ganze Leben umgestalten. Dann wird sie die praktischste Bewegung sein, die unmittelbar auf dasjenige einwirkt, was stündlich, ja in jeder Minute uns umgibt. Das sagt nicht derjenige, der in Fanatismus die Bewegung predigen will, sondern derjenige, der dazu berufen ist. Man ist durch viele Irrtümer hindurchgegangen; man hat in der Welt die Faktoren gesucht, die einen sozialen Fortschritt bringen, man hat aber erkannt, dass der Fortschritt in der Seele gesucht werden muss, dass der Fortschritt aus der Seele sprießen muss auch für das, was in die Tat umgesetzt wird. Wo dieses im Hintergrund steht, vereinigen wir uns in der richtigen Weise in der Theosophischen Gesellschaft. Die Theosophische Gesellschaft ist nur das äußere Werkzeug für diejenigen, welche glauben, an der durch die theosophische Bewegung vorgeschriebenen Kulturbewegung teilnehmen zu müssen. Wenn die Meister gefragt werden, was zu tun ist, um mit ihnen in Berührung zu kommen, so antworten sie: Der Mensch findet Anschluss durch die Theosophische Gesellschaft; dadurch hat der Mensch die Anwartschaft in der Hand. Das, was in uns lebendig wird, das ist es, um was es sich bei der theosophischen Bewegung handelt. Die Lehren, die wir verbreiten, sind das Mittel, um das [innere] Leben im Menschen zu entzünden. Bei demjenigen, welcher zu den Mitmenschen spricht, ist es nicht das Wort, welches wirkt, sondern das, was geheimnisvoll durch das Wort fließt. Es sind nicht nur die Schallwellen, sondern es ist die spirituelle Kraft, die durch das Wort auf uns strömen soll. Durch diese spirituelle Kraft wirkt auf uns das Wort, die Kraft der Meister, der großen Führer auf uns ein, damit wir im Geiste vereinigt sind und unsere Herzen zusammenschlagen. Das ist es, worauf es ankommt, dass wir im Zusammenklang uns nebeneinander fühlen, dass wir in uns uns fühlen; wenn sich der Strom webt von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, so geht durch sie die Kraft, die hinter uns steht. Auf die Gesinnung kommt es an. Deshalb arbeiten wir in unseren Zweigen in solcher Gesinnung, deshalb lehren uns die Meister, dass wir nicht aus Neugierde uns Wissen aneignen sollen, nur um ständig mehr zu wissen, sondern damit wir uns vereinigen im Zusammenklang der Emp findungen. Deshalb werden wir von theosophischen Versammlungen niemals so weggehen, wie man von anderen Versammlungen weggeht. Annie Besant hat es einmal ausgesprochen, dass es nicht am Platz ist, klagend zu sagen: Wie wenig habe ich heute wieder von dieser Versammlung gehabt! - Darauf kommt es nicht an. Der Theosoph soll nicht fragen: Wie langweilig war es? -, sondern wir sollen fragen: Wie langweilig war ich? - Wir kommen nicht zusammen, um zu lernen, sondern wir arbeiten mit der Seele, mit dem Geist, wenn wir Gedankenformen schaffen, die miteinander stimmen. Jede theosophische Versammlung, jeder Zweig soll ein Akkumulator von Kraft sein. Ein jeder solcher Zweig wirkt auf die Umgebung des Ortes. Die spirituelle Kraft braucht keinen, der das Wort hinausträgt. Die Kraft eines solchen Zweiges geht durch geheimnisvolle Wellen hinaus in alle Welt. Wer glaubt, dass es ein Spirituelles gibt, wird das begreifen, wird wissen, dass eine mächtige Bewegung von solchen theosophischen Logen ausgeht. Jede theosophische Loge ist ein unsichtbares, manchem unfassbares Wirken. Da lehrt ein Prediger anders. Kein Lehrer lehrt uns, keine Verbindung war mit einer theosophischen Loge und doch findet das spirituelle Wort den Weg zu seiner Gemeinde. Chemiker und Physiker im Laboratorium empfangen neue Ideen: Es ist eine Wirkung der theosophischen Vereinigung. Nur wer die angegebene Gesinnung hat, hegt und pflegt, was er an Liebe und Güte besitzt und auch dann erscheint, wenn es keinen interessanten Redner zu hören gibt, der weiß, dass Wirkungen auch da sind, wo sie nicht materiell sichtbar sind, der ist ein rechter Theosoph. Weil manches in der theosophischen Bewegung ins Stocken geraten ist, haben [die Meister] uns den Impuls gegeben, so zu sprechen, wie ich jetzt zu Ihnen gesprochen habe. So wurde neulich auch in England, Amerika und Indien gesprochen. Das ist im Auftrage der Meister geschehen, dass wir auf die wahre spirituelle Gesinnung einer theosophischen Loge aufmerksam machen. Leadbeater spricht so in Amerika, Annie Besant in London und in Indien, und so müssen wir sprechen. Nicht darum handelt es sich, ob wir den einen mehr oder weniger gern haben nach unseren persönlichen Begriffen, sondern dass wir selbstlos zusammenkommen. Dann nehmen wir nicht nur, sondern wir geben auch. Wir geben auch dann vor allen Dingen, wenn wir unsere Seele geben. Und das ist die beste Gabe. In diesem Sinne wollen wir uns vereinigen auch in unserem Zweige. Immer mehr und mehr müssen die theosophischen Zweige diese Gestalt annehmen,  dass jede Kritik, jedes Besserwissen schweigen muss, dass wir möglichst in positiver Arbeit wirken, dass wir in unserer Seele wirken, wie es angegeben worden ist. Wenn wir überzeugt sein können, dass die Wirkungen nicht äußerlich sichtbare, sondern unsichtbare sind, so wird sich unsere theosophische Gesinnung so bewegen, dass wir die theosophische Bewegung zu dem machen, was sie sein soll. In der Stille haben alle großen spirituellen Bewegungen gewirkt. Von Jesus Christus sind keine zeitgenössischen Mitteilungen überliefert worden. Philon von Alexandrien hat uns keine Kunde gebracht von dem Meister. Erst spätere Urkunden zeugen uns von dem Meister. Auch der Meister der christlichen Religion war nur den Großen und Treuen in seiner wahren Gestalt bekannt. Darin liegt seine Stärke und seine gewaltig große Wirkung, die noch lange nicht erschöpft ist, und die noch in weite Zukunft hinauswirken wird. Verstehen Sie es, an das Spirituelle der Worte zu glauben, das sich nicht in äußeren Erfolgen kundgeben muss, dann verstehen Sie den ernsten Sinn der theosophischen Bewegung. Lassen Sie uns dies wahrhaft beherzigen im Beginne des neuen Jahres, lassen Sie uns zusammenströmen in diesem Sinne, und möge aus jeder einzelnen Seele dieser Neujahrsgruß fließen, dass wir im Sinne unserer erhabenen Wesen, die über uns stehen, unsere theosophische Arbeit tun werden.  PROTOKOLL ZUR AUSSERORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT (DTG) 22. Januar 1905, Berlin Zunächst Dr. Steiner: «Es handelt sich heute hauptsächlich um Missverständnisse. Ich halte zwar nicht viel von deren Besprechung und bin der Meinung, dass dieselben durch Arbeit zu überwinden sind. Die Spaltungen, die sich gewöhnlich ergeben, sind meistenteils auch auf Missverständnissen begründet. Das habe ich auf meinen Vortragstouren oft finden müssen. Ich will nun heute versuchen, ein tatsächlich bestehendes Missverständnis zu beseitigen, denn was uns in der Gesellschaft beseelen muss, das ist eine Einigkeit, die auf Herz und Empfindungen gebaut ist. Ohne diese ist ein Vorwärtskommen kaum mÖglich. Ich schlage daher vor, ein Exekutivkomitee zu bilden; dieses Komitee soll Vorschläge machen für die Veranstaltungen des Zweiges. Dadurch, glaube ich, können Missverständnisse vermieden werden, und auch die Differenzen, die dann zu Spaltungen führen. Wie ich hörte, kommen Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft bei sich zusammen; sie vereinigen sich in kleineren Gruppen. Das geht mich aber nichts an. Die Versammlungen, die für mich Interesse haben, die sollen vom Vorstand des Zweiges einberufen werden. Wenn andere Versammlungen veranstaltet werden, so kommt das einem Misstrauensvotum dem Vorstande gegenüber gleich. Das ist dann eine Sache, die als Symptom behandelt werden muss. Es ist also die Frage zu stellen, ob die Mitglieder des Zweiges Berlin glauben, dass die bisherige Art und Weise nicht die richtige ist, und ob es sich als notwendig erweist, eine andere Art der Geschäftsführung einzuleiten. Wir wollen dem zunächst eine Gelegenheit zur Fragestellung und Besprechung vorangehen lassen.» Fräulein Schwiebs: «Die Versammlung, die bei uns stattfand, ist aus einer ganz harmlosen Absicht hervorgegangen. Sie will nicht dem Vorstand oder der Leitung des Zweiges cntgcgmtrcten> Herr Quaas: «Auf der Generalversammlung hat Doktor Steiner darauf hingewiesen, dass Fräulein von Sivers bisher ihre Privaträume freiwillig zur Verfügung gestellt habe. Der Berliner Zweig zahlt aber  für die Bibliothek 300 Mark. Da aber die Möglichkeit besteht, dass der Bibliotheksraum zu gleicher Zeit von Fräulein von Sivers und vom Zweig beansprucht werden kann, so frägt es sich, welche Rechte vom Berliner Zweig für die Bezahlung der 300 Mark erworben sind. Vertrauen ist keine patentierte Sache, sondern eine solche, die zu verdienen man sich Mühe geben muss. Ich möchte daher fragen, wie diese ganze Sache geregelt worden ist und ob nicht Mittel vorhanden sind, um Räumlichkeiten zu beschaffen, welche ganz neutral sind. Nicht durch Anhören großer Massen wird man eine Einigung der Einzelnen ermöglichen können. Der Standpunkt, den Doktor Steiner meinem Vorschlag gegenüber einnahm, tat mir leid. Man kann nicht sagen, das geht mich nichts an. Entweder muss sich der Vorstand darum bekümmern oder der Vorstand muss umgangen werden. Nun frägt es sich aber: Haben wir Mittel oder haben wir keine Mittel, um eine Verbesserung eintreten zu lassen? Ich bin der Meinung, die Veranstaltungen von Schwiebs und Eberty sind mit Dank zu begrüßen. Sie haben zwar noch nicht stattgefunden in der Zeit seit der Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft besteht> Herr Fränkel: dch habe an der Zusammenkunft teilgenommen; ihr Charakter war kein offizieller oder offiziöser, sie hatte nur privaten Charakter. Sie hatte nur den Zweck, die Mitglieder miteinander zu vereinigen. Einen Grundstock der Zusammenkünfte müssten aber die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft bilden. Ich bedauere, dass Gedanken geäußert worden sind, die den theosophischen Richtlinien nicht entsprechen. Man sollte aber nicht mit Verdächtigungen an die Dinge herangehenm Dr. Steiner: «Es handelt sich nicht um die Karten, auch gegen die Versammlung ist nichts einzuwenden. Es handelt sich aber besonders darum, auf eine bestimmte Basis zu kommen, denn durch die Rede von Herrn Quaas ist hervorgetreten, dass es sich noch um andere Sachen handelt, noch um andere Symptome. Herr Quaas hat daher auch Rücksprache mit mir genommen. Wir dürfen aber nicht zwei Dinge durcheinanderwerfen. Wir dürfen nicht zusammenwerfen die Angelegenheit der Bibliothek und die Angelegenheit des Besant-Zweiges. Auf private Erörterungen kann ich mich nicht einlassen. Man muss dazu schon richtige Grundlagen haben. Und nun eine andere Sache. Es wird behauptet, dass keine Einblicke in die Kassenverhältnisse des Berliner Zweiges vorhanden seien. Dann fielen auch Bemerkungen bezüglich der Privaträume. Dazu muss ich  bemerken: Es handelte sich für mich im Anfange darum, die Tätigkeit des Zweiges langsam aufzunehmen und ebenso fortzuführen. Es wurde im theosophischen Sinne gearbeitet. Es wurden die Vorträge über das Christentum als mystische Tatsache und die Vorträge über die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens gehalten. Die theosophische Arbeit ist die Hauptsache. Die kann aber nur geleistet werden, wenn man die Grundlagen der theosophischen Weltanschauung hat. Dass Mitglieder sich nähertreten, ist sehr schön, aber es muss mit dem Bekanntwerden der theosophischen Weltanschauung Hand in Hand gehen. Diese Arbeit könnte nicht geleistet werden, wenn nicht von privater Seite Opfer gebracht würden. Ich fühlte mich in diesem Raum immer als unter Theosophen. Ich habe nicht den Eindruck von Privaträumen gehabt. In diesem Jahre sollten die Mitglieder sich in Gruppen teilen und so miteinander arbeiten. Das ist das Zweite, was jetzt nach und nach zu leisten sein wird. Das muss aber im Einklang mit der Zentralleitung geschehen. Die Vorschläge müssen im Rahmen des gegenwärtig Bestehenden sein. Es muss die Kontinuität der Theosophischen Gesellschaft gewahrt werden. Ich bin dazu berufen, die Kontinuität der theosophischen Bewegung aufrechtzuerhalten. Dazu gab es bis jetzt nur das eine Mittel, in diesem Raum Versammlungen abzuhalten. Die Bibliothek ist Fräulein von Sivers übergeben worden mit der Bedingung, dass sie sie in ihrem Hause hat. Es ist selbstverständlich, dass die Bibliothek ein Zimmer gebraucht; dass dafür etwas bezahlt wird, ist auch selbstverständlich. Es ist aber keine Bedingung dafijh dass darin auch Versammlungen empfangen werden können. Es ist daher ratsam, die Bibliotheks-Angelegenheit ganz aus dem Spiele zu lassen. Eine Zentrale zu schaffen, dazu hat der Berliner Zweig bisher keine Veranlassung gehabt. Wir werden also so lange bei den alten Verhältnissen bleiben, wie diese für die wirkliche Arbeit ausreichen> Krojanker: Ach möchte sagen, eine harmonische Stimmung ist nicht mehr vorhanden gewesen. Der Berliner Zweig hat gar kein Heim, und jetzt haben wir nicht einmal eine Berechtigung, in dem Bibliothekszimmer Zusammenkünfte zu halten. Die Verfassung des Berliner Zweiges ist so, dass ein Exekutivkomitee bei den jetzigen Verhältnissen ganz unmöglich ist. Das, was jahrelang auf dem Papier stand, ist jetzt zu einigen Vorschlägen zusammengefasst worden, die beraten worden sind. Wir haben das Gefühl, dass die Vorträge im Architektenhaus sich nicht  im Rahmen des Berliner Zweiges abspielen. Das sind eigene Veranstaltungen, zu denen wir erscheinen oder nicht erscheinen können, mit denen wir aber als Berliner Zweig nichts zu tun haben. Man hat zwar Statuten - es wird aber alles diktiert. Wir haben alle Ursache, von Ihnen, Herr Doktor, in jeder Weise etwas anzunehmen. Die Verwaltung eines Zweiges fällt damit aber noch nicht ganz zusammen. Weitere Missverständnisse sollten für die Zukunft ausgeschlossen sein. Eine Generalversammlung einzuberufen, benötigt ganz andere Vorbedingungen. Es ist dann aber auch zu besprechen: Wie sind die Mitgliederversammlungen zu regeln? Wo und wie haben sie stattzufinden? Welche Mittel hat der Berliner Zweig dafür? Und wie muss der Berliner Zweig dafür sorgen, dass die äußeren Bedingungen beschafft werden zu regelmäßigen Zusammenkünften? Das sind so die Fragen, zu denen sich die Besprechungen zuspitzten. Die Bibliotheksfrage wird kaum geregelt werden können. Es herrscht der Wunsch vor, sich unter theosophischen Mitgliedern heimisch fühlen zu können. Zu den theosophischen Arbeiten, wie Sie sie schildern, müssen Sie sich die Mitglieder selbst auswählen, die solche Arbeit leisten kÖnnenn Dr. Steiner: «Wir müssen dann eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Ich weiß nicht, warum ein Exekutivkomitee bei den Verhältnissen des Berliner Zweiges unmöglich sein soll. Die Vorträge im Architektenhaus sind meine Veranstaltungen, der Vorstand muss doch die Gesellschaft vertreten. Die Versammlungen aber im Architektenhaus wissen nicht, warum sie nicht als Veranstaltungen vom Zweige aus betrachtet werden können. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie eine solche Zentrale geschaffen werden sollte. Der Berliner Zweig sollte die Vorträge als die seinen betrachten> Fräulein von Sivers: «Sich gruppieren, Gruppen bilden, ist sehr schön. Es gehört aber noch mehr dazu: Menschen, Kapital, Bedienung. Vor der Gründung war niemand in der Bibliothek, der sich der Sache hätte annehmen können. Sie sollte verkauft oder verteilt werden. Damals war ich in der theosophischen Bewegung tätig. Sie hatte festere Bahnen angenommen. Die Sache der Bibliothek war mir gegeben worden, weil der Zweig die 300 Mark nicht hat ausgeben können. Es sollte aber die Kontinuität der Bibliothek aufrechterhalten werden und auch die Vorträge von Doktor Steiner. Die Bibliothek wurde verknüpft mit meinen Privaträumen. Da sie nicht öffentlich waren, ist niemand gekommen.  Die Vorträge, die wir hier haben, sind dann später eingerichtet worden, und die Einladungen von Fräulein Schwiebs und Frau Eberty zu Zusammenkünften bei sich haben einen ganz hübschen Verlauf genommen.» Herr Quaas: «I)ie Abrechnungen sollten vervielfältigt und den Mitgliedern zugänglich gemacht werden. 'Wir brauchen die Bibliotheksfrage nicht ganz von uns zu weisen. Wir kÖnnen außerdem die Mitgliederversammlung auf guter Grundlage aufbauen und arbeiten. Es sind vom Vorstand Vorschläge zu machen zur Einberufung der Mitgliederversammlung> Dr. Steiner: «Ich habe etwas von harmonischer Stimmung gehört, die nicht mehr vorhanden sei.» Krojanker: Ach glaube, dass die Versammlungen bei Schwiebs und Eberty imstande sein werden, die Missstimmungen wieder in Harmonie zu bringenn Dr. Steiner: Ach möchte bemerken: Das ist etwas anderes, positiv geistig zu wirken, als in der Verwaltung tätig zu sein. Bei Rechtsanwalt Quaas tritt [es] als Disharmonie hervor, es tritt sogar eine gewisse Animosität zutage. Solange Animosität vorhanden ist, betrachte ich das positive Wirken in der Gesellschaft als ergebnislos. Diese Animosität war aus der Unterredung zu merkenm Fränkel: Ach habe mich um die theosophischen Verhältnisse nicht bekümmert. Daher habe ich auch nichts von der Animosität gewusstm Quaas: «Dk Kritik wird den Mitgliedern aufgezwängt.» Fräulein Schwiebs: «Es ist mir nicht verständlich, warum schweres Geschütz gegen uns aufgefahren wird, obgleich Sie zum Teil der ersten Versammlung beigewohnt haben. Ich wollte diese Unfreundlichkeit nicht vorbringen, aber mir hat es wehgetan. Fräulein von Sivers hat die Zusammenkunft nicht machen können, denn sie hatte zu viel zu tun.» Dr. Steiner: «Mehrere Irrtümer scheinen hier vorzuliegen. Niemals ist von einer Absicht, vierzehntägige Zusammenkünfte abzuhalten, etwas gesagt worden. Damals hatte ich gebeten, dass solche Zusammenkünfte offiziell aufgefasst werden sollen. Es ist wohl einmal eingeladen worden. Von der Absicht, ständige Zusammenkünfte stattfinden zu lassen, habe ich nichts gewusst. Planmäßige Zusammenkünfte stattfinden zu lassen, ist mir heute als etwas Neues entgegengetreten. Persönliche Aussprachen hätten dem Bedürfnis nicht entsprochen. Es war also wohl nicht richtig, von den Zusammenkünften der Mitglieder zu sprechen>  Fräulein Schwiebs: «jedm ersten und dritten Sonntag des Monats waren wir und Frau Eberty zusammen.» Herr [Georgi] hält die Unzufriedenheit für Explosivstoffe. An sich selbst arbeiten, ist die Hauptsache. Dann werden die Wände, die geschlagen worden sind, verschwinden, und auch die Unzufriedenheit, sodass wir uns ausschließlich der Zukunft widmen kÖnnen. Dr. B...: «Es werden zu viele Privatverhältnisse erörtert, aber das wirkliche Studium hat niemand so recht ernst genommen. Wir wollen jedem mit Liebe entgegenkommen, wir wollen das abschütteln, was die Gesellschaft disharmonisch gemacht hat, sodass künftig nicht zerstört wird, sondern mit starker Hand weitergearbeitet wird> Quaas meint, dass Fühlung des Vorstandes mit den Mitgliedern total abhandengekommen ist (dagegen erhebt sich Widerspruch). Krojanker: «Es handelt sich um eine Gesellschaft, die bestimmte Formen hat. Die müssen eingehalten und gewahrt werden. Von einer wirklichen Animosität kann keine Rede sein. Machen Sie mehr Mitgliederversammlungen> Fräulein Motzkus: «Die Zusammenkünfte sollten eigentlich einen engeren Anschluss an Doktor Steiner ermöglichen.» Frau von Holten: «Es hat mir leidgetan, nachdem ich meinen Brief von Unbekannten habe schreiben lassen. - Mir fehlte hier die weibliche Hand> Dr. Steiner: ·Es handelt sich um einen Brief, der sich unberechtigterweise in meine Privatverhältnisse einmischt, um einen Brief, der aus Nichtkenntnis hervorgeht. Ich habe keine Antwort darauf gegeben. Der hätte in dieser Form niemals geschrieben werden dürfen, denn ich hätte mir etwas vergeben, wenn ich darauf geantwortet hätte. Der Eindruck war so, wie wenn Sie jemand gesehen hätten, bei dessen Anblick Sie erschrocken wären> Frau B. ...: «Es dreht sich ja eigentlich nur um die Form bei den Versammlungen. Ich gehöre eigentlich nicht zu denen, die Klatsch aufnehmen und Klatsch weitergeben. Ich muss aber sagen, es besteht eine kolossale Abneigung gegen Fräulein von Sivers, deshalb fühlen Mitglieder sich kalt, sich erkältet. Diese Kälte wird hineingebracht und wirkt ansteckend. Die Menschen sollen in sich gehen und mit wirklicher Ergebenheit und Liebe den Menschen entgegenkommen. Die Aversion, die muss beseitigt werden; der gute Wille muss dabei gepflegt werden und  das, was geschehen ist, das muss vergessen werden. Nur in innerer Harmonie liegt wirkliches Schaffen im Geiste der Theosophie. Wir können sonst an dem Werke nicht mithelfen. Wir müssen Fräulein von Sivers mit anderen Gefühlen entgegenkommen> Krojanker: «Man kann Verehrung haben für eine PersönlichkeiL ohne dieser Persönlichkeit gegenüber sein eigenes Ich auszulÖschen. Ich glaube, wir müssen mehr Mitgliederversammlungen und mehr Vorstandsversammlungen haben» Dr. Steiner: «Man kann keine Versammlungen veranstalten, die nicht in Harmonie verlaufen, die nicht eine harmonische Arbeit ermöglichen. Die, welche die besten Absichten dabei haben, sind schließlich zuletzt die Opferlämmer. Meine Arbeit würde unterbunden sein, wenn nicht offen und ehrlich dasjenige, was auf dem Grunde der Seele liegt, vorgebracht würde. Keine Wand darf zwischen mir und den Mitgliedern sein, und zwar aus folgenden Gründen: Ich selbst bin in meiner Wirksamkeit von niemand abhängig und werde auch in meiner theosophischen Wirksamkeit von niemand abhängig sein. Wenn von jemand gesagt wird, dass man imstande wäre, eine Wand zwischen mir und den Mitgliedern aufzurichten, so wäre das das schlimmste Misstrauen. Derjenige, der das getan hat, der kann nichts von mir empfangen. Wenn solche Äußerungen fallen, so ist meine Wirksamkeit unterbunden.» Krojanker: Er beschwert sich darüber, dass solche persönlichen Gegenstände zum Gegenstande der Generalversammlung gemacht werden, und fragt: älaben Sie gegen die Mitgliederversammlungen bei Fräulein Schwiebs etwas einzuwenden?» Dr. Steiner: «Es handelt sich nicht um die Mitgliederversammlungen bei Schwiebs und Eberty. Meine Idee war, die Folge der Mitgliederversammlungen zu organisieren, weil es heute wünschenswert ist, dass weitergearbeitet wird innerhalb von Gruppenversammlungen. Diese Versammlungen sollten nicht dazu dienen, anzugreifen, sondern zu erkennen, dass Unbefriedigtheit herrscht, und sich zu fragen, wie dieselbe hinwegzuorganisieren ist. Die Menschen in solchen Gruppen müssen ausgewählt werden. In solchen Gruppen müssen Leute zusammenkommen, die sich mit vollständiger Sympathie gegenüberstehen. Deshalb bat ich um Einrichtung und Regelung von Mitgliederversammlungen. Ich wollte eine Grundlage gewinnen, weil manche Mitglieder in der Gesellschaft so viel gegeneinander haben, dass sie unmöglich in solche Grup penversammlungen zusammengebracht werden können. Wenn mein theosophisches Wirken nicht unterbunden wäre, so würde ich es nicht vorgebracht haben. Wenn jemand sagt, dass zwischen mir und den Mitgliedern eine Wand aufgerichtet wird, so ist das nicht bloß private Angelegenheit, damit wird ein Mitglied angeklagt, welches die Veranstaltungen geleitet hat in meinem Sinne, die Beziehungen zu durchkreuzen. Wenn sie eine Wand aufrichtet, so ist das eine Kritik, die an unserer ganzen Gesellschaft geübt wird. Eine Wand gegen Fräulein von Sivers ist eine Angelegenheit der Gesellschaft» [Georgi]: Spricht gegen Frau Braun und sagt: «Tadel ist unnötig, wirkt schlecht, man muss diese Kraft verhungern 1assen> Frau Braun: «kh bin gegen die Gesinnung, ich werde mich nicht daran beteiligen, ich habe mich von allen Formen losgesagt.» Krojanker: «Als Vorstand des Zweiges Berlin müssen Sie auf die Dinge eingehen, die Sie als Theosoph nicht berühren brauchen. Bei den Veranstaltungen des Zweiges fühlen Sie sich doch nicht gehindert, denn dann müssten Sie nichts mit der Verwaltung des Zweiges Berlin zu tun haben. Das ist etwas Zweiseitiges.» Dr. Steiner: «Es ist in der Tat meine Meinung, dass die Vorstandschaft nicht an mich und Fräulein von Sivers gebunden ist. Seit Jahren besteht diese Gesel]schafL aber sie hat keine besondere Tätigkeit entfaltet. Wir haben versucht, die Theosophische Gesellschaft zu lieben und in Berlin zum Leben zu erwecken. Graf und Gräfin Brockdorff haben gesagt, dass sie nur Lückenbüßer gewesen sind, damit sie bestehe. Wenn eine andere Tätigkeit gewünscht würde, so würde ich den Vorsitz abtreten dem, der bessere Lokale und Erfolge zu verschaffen vermag.» Krojanker: ·NVas gesagt wird, das ist im Interesse der Theosophischen Gesellschaft gesagt. Doktor Steiner steht über jeder Debatte. Geschäftliche Dinge aber, die infrage kommen, wenn Doktor Steiner die Leitung behält, und mit seinem Wirken mit uns vereinigt bleibt, müssen ordnungsgemäß behandelt werdenm Dr. Steiner: «Meine Tätigkeit als Vorsitzender ist nicht an meine übrige Tätigkeit gebunden, weil der Verwalter und der Sprecher getrennt werden können. So ist es auch gehalten worden, und das scheint mir auch der wünschenswerte Zustand zu sein. Lange Zeit hat die Gesellschaft brach gelegen. Wir bemühten uns, sie wieder zu beleben. Ich bin nach meinen Gedanken vorgegangen, ich habe mich bemüht, die Theosophischen  Gesellschaften in der ganzen Welt kennenzulernen. Sie sollen nicht die Meinung haben, dass Sie aus unerheblichen Gründen zusammengerufen worden sind. Wenn in den Versammlungen von Wand gesprochen wird gegen jüngere Mitglieder, so hindert man mich in meiner Wirksamkeit. Um die Versicherung der Sympathie war es mir nicht zu tun. Es scheint keine Neigung und keine Lust vorhanden zu sein. Gruppenarbeit: Eine Anzahl von Mitgliedern, die gut zusammenpassen und sich zusammenfinden, um miteinander zu besprechen, ist eine besonders wichtige Sache. Man sollte dann die entstandenen Fragen notieren, um sie dann in der großen Versammlung an mich zu stellen, sodass auf diesem Wege eine theosophische Verständigung der Mitglieder stattfinden kann. In England, in Indien und namentlich in Holland habe ich Ähnliches gefunden. Musterhafte Arbeit ist in Düsseldorf geleistet worden. Die Gruppenmitglieder kommen zweimal zusammen. Ein Mitglied, [Lauweriks], erklärt die Geheimlehre den Leuten in ganz außerordentlicher 'Weise. Diese Arbeiten können aber nur dann fruchtbar gemacht werden, wenn sie sich in unsere Vorträge organisch eingliedern, sodass man in die theosophische Weltanschauung hineinkommt. An solches habe ich gedacht, um Vorschläge machen zu können, und damit die Menschen sehen, warum sie nicht in einem bestimmten Zirkel sein können. Disharmonische Strömungen sind sehr fatal in kleineren Arbeitsgruppen. Meinem Wunsche ist nur in einem geringen Maße entsprochen worden. Ich weiß nicht, warum nicht in einem ausgiebigeren Maße Gebrauch gemacht worden ist davon. Diese disharmonische Stimmung ist auch geeignet, auf mich selbst bei meiner Tätigkeit einzuwirken. Sie könnte meine Tätigkeit unterbinden für den Berliner Zweig. Es ist das etwas, was meine Tätigkeit mit Unfreiheit stempelt. Was ist da zu tun? Wenn zum Beispiel die Verwaltung etwas bestimmt, wo ich nicht mitgehen kann. Deshalb war es mir notwendig, Sie zu bitten, das, was so in der Luft schwebt, hier zum Ausdruck zu bringen. Ich bitte diejenigen, welche sich an Gruppen zu beteiligen wünschen, ihre Geneigtheit hierzu zum Ausdruck zu bringen. Das ist die einzige Möglichkeit, tiefer in die Theosophie hineinzukommen. Es ist ja schön, gesellig sich zu vereinigen, aber diese Gelegenheit gibt es ja viele Male. Dazu braucht nicht die Theosophie die Veranlassung zu sein. Theosophisches Wirken bedarf einer gewissen Grundlage, die auf Arbeit beruht. Der Größe der Gruppe ist keine Grenze gesetzt.  Morgen über acht Tage werde ich wieder hier zu sprechen haben, am Donnerstag bin ich wieder in Berlin. Vielleicht wird der Vorschlag eines Zentrums noch eine konkretere Form annehmen, denn es gibt wohl noch manche, die eine Vorstellung haben, wie es besser gemacht werden könnte, aber man muss sich eben nach der Decke strecken. Diese Kritik aber macht böses Blut. Ich hatte gewünscht, dass das, was gegen mich oder Fräulein von Sivers vorzubringen ist, in scharfer Weise vorgebracht werden möchte. Da dies aber nicht der Fall gewesen ist, so ist die Zeig die wir dazu verwendet haben, doch nicht für verloren zu halten. An der Tätigkeit von Fräulein von Sivers zu nörgeln, ist kein Grund vorhanden. Fassen Sie ihre Wirkungsweise etwas intimer auf, nicht bloß geschäftlich. Ich kann aber nichts dafß wenn der Berliner Zweig geschädigt werden sollte. Ich weiß, was der Berliner Zweig braucht, und ich weiß auch, was die Pflicht eines Okkultisten ist. Darüber steht die große geistige Welt. Die bedingt es aber auch, dass man nicht in meine Freiheit eingreift. Eine Wand zwischen mir und den Mitgliedern zu errichten, ist eine Herabsetzung derart, wie man einen Okkultisten nicht herabsetzen darf. Wer solche Voraussetzungen hat, der kann nichts mehr von mir als Okkultist erhalten>  PROTOKOLL ZUR AUSSERORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT (DTG) 5. Februar 1905, Berlin Dr. Steiner: «DK reifliche Verfolgung der Linien, auf denen wir uns bewegten, zeigte mir doch, dass es notwendig ist, einiges zur Klärung der damals angeregten Dinge beizutragen. Deshalb habe ich Sie gebeten, zu dieser Generalversammlung zu erscheinen. Ich möchte dabei von vornherein betonen, dass es sich nicht darum wird handeln können, irgendwie die Schritte, zu welchen sich drei Mitglieder des Vorstandes bewogen gefühlt haben, in dem Sinne zu deuten, dass sie auch nur im Entferntesten gegen irgendjemand gerichtet sein könnten. Es handelt sich darum, durch eine vÖllige Klärung der Situation die Klärung herbeizuführen, welche auf eine andere Weise nicht bewirkt werden kann. Um das völlig klarzumachen, muss ich noch mit ein paar Worten auf das Wesentliche, auf die Geschichte der theosophischen Bewegung seit der Begründung der Deutschen Sektion zurückgreifen, namentlich insofern, als es sich um Vorstandsmitglieder handelt, welche vor allen Dingen darum in Betracht kommen. Als damals die Deutsche Sektion begründet werden sollte, waren die Leiter der theosophischen Bewegung, insofern sie der Adyar-Gesellschaft angehörten, zu veranlassen, die Führung in andere Hände übergehen zu lassen. Die Persönlichkeiten, um die es sich gehandelt hat bei der Fortführung der theosophischen Arbeit, waren Fräulein von Sivers und ich. Ich selbst war noch wenige Monate bevor ich dazu berufen wurde, nicht nur [für] die Berliner Gruppe, sondern als Generalsekretär der Deutschen Sektion meinen Beitrag für die ganze Bewegung der Theosophischen Gesellschaft zu leisten, noch nicht so weit, in die Theosophische Gesellschaft einzutreten. Ich habe zwar zwei Winter hindurch, gerade im Berliner Zweig, bereits Vorträge gehalten. Zwei Kurse, die gedruckt worden sind, sodass ich in gewisser Beziehung mit der Theosophischen Gesellschaft in Berlin verknüpft bin, verknüpft bin lediglich persönlich. Als Graf und Gräfin von Brockdorff Berlin verließen, war ich schon einige Monate Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, und als andere Maßnahmen scheiterten, kam man dazu, mich als Generalsekre tär zu designieren. Ich habe damals der Aufforderung ein «Nein» nicht entgegengesetzt. Ich hatte damals kein Verdienst um die Theosophische Gesellschaft. Berlin betrachtete man als eine Art von Zentrum in Deutschland. Berlin sollte eine An Muttergesellschaft werden. Darauf baute sich auf die Deutsche Theosophische Gesellschaft (DTG). Es handelte sich darum, von Berlin aus die Gesellschaft zu führen. Damals haben sich Graf und Gräfin Brockdorff alle erdenkliche Mühe gegeben, Fräulein von Sivers, die in Bologna war, für ihre Berliner Loge zu gewinnen. Es lag ihr ziemlich fern, auch noch nachdem ihr die Anträge gemacht worden waren, darauf einzugehen. Erst als die Leiter der Theosophischen Gesellschaft es für notwendig hielten, hat sich Fräulein von Sivers entschlossen, sich nach Berlin zu begeben und unter den damals möglichen Verhältnissen die theosophische Bewegung mit mir zu führen. Wir haben uns absolut konservativ in die Verhältnisse hineingefügt. Die Verhältnisse erforderten es selbstverständlich, dass wir die Initiative der deutschen Bewegung überhaupt in die Hand nahmen und die Intentionen in einer richtigen Weise zur Realisation zu bringen versuchten. Die Verhältnisse in Deutschland waren so gewesen, dass es ohne Initiative in sachlicher Beziehung damals überhaupt nicht gegangen wäre. Zu dieser sachlichen theosophischen Arbeit kamen noch manche andere Dinge, so zum Beispiel die Führung der Bibliothek, welche in einer losen Verbindung mit der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, also dem späteren Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft, war. Diese Führung der Bibliothek erforderte zunächst selbstverständlich doch eine gewisse Arbeit, die zwischen den Stunden geleistet werden musste. Die eigentliche theosophische Arbeit konnte nur in den freien Pausen verrichtet werden. Ich selbst konnte mich höchstens in beratender Weise dieser BibliotheksAngelegenheit widmen. Ich hatte Wichtigeres zu tun. Außerdem hatte ich zwei Jahre hindurch die Art und Weise, wie der Zweig geführt worden war, studieren können, und ich hatte nicht vor, in der äußeren Verwaltung eine irgendwie geartete Änderung eintreten zu lassen. Was sachlich gegeben war, sollte erhalten werden. Es war unser Bestreben, den Rahmen zu benützen und das, was wir zu geben haben, hineinzuwerfen in den Rahmen der theosophischen Bewegung. Das war unser Bestreben. Die Grundvoraussetzung dafür, dass Fräulein von Sivers die Leitung der verschiedenen Agentien der Theo sophischen Gesellschaft in Berlin übernehmen konnte, war ja, dass ein völliges Vertrauen herrschte. In dem sachlichen Teil der theosophischen Bewegung ist ohne dieses Vertrauen überhaupt nichts zu machen. Das Vertrauen in den sachlichen Teil der Bewegung selbst ist notwendig. Die Verwaltung ist eine Art Anhängsel. Da wir uns auf keine besonderen Pedanterien einlassen konnten, war es natürlich, dass wir darauf rechneten, dass [in Bezug auf] das, was Grundvoraussetzung des Zusammenwirkens auf theosophischem Gebiete ist, völliges Vertrauen bei uns herrsche. Dieses Vertrauen ist, wie es scheint, nicht in dem Maße entgegengebracht worden, wie wir es zu einer ruhigen und objektiven Führung der Geschäfte brauchen würden. Wir machen nur noch den Schlusspunkt, indem wir die Versammlung vor vierzehn Tagen damit in Zusammenhang bringen und sie damit kontrastieren. Diese Versammlung hat sich auf Dinge aufgebaut, die sogar als Klatsch bezeichnet worden sind; sie sind auf öffentliche Erscheinungen aufgebaut worden. Alles soll öffentlich verhandelt werden. Dass Unzufriedenheiten vorhanden sind, wurde in der Versammlung zugegeben und der Ausdruck einer Missstimmung ist allein schon genügend, um einen solchen Schritt herbeizuführen, wie er heute vollzogen werden soll. Ich bin - lassen Sie sich das als eine absolut wahre Interpretation gelten -, ich bin, nicht nur, weil das jeder Okkultist ist, sondern aus noch viel esoterischeren Grundsätzen heraus, Gegner jeder Aggression. Jede Aggression hindert die Tätigkeit, die ich zu entfalten vermOchte. Fassen Sie diesen Schritt auf als etwas, was lediglich hervorgeht, aus dem Grundsatze, nicht aggressiv vorzugehen. Jeder muss sich so verhalten, dass die Wünsche aller absolut zum Ausdruck kommen können. Jeder muss seine persönlichen Wünsche so unterdrücken, dass unsere Arbeit vor sich gehen kann. Es kann sonst der Berliner Zweig nicht verwaltet werden, wie es gewünscht wird. Das ist es, was ich herbeiführen möchte. Wenn sich da Anschauungen gegenüberstehen, ist es unmöglich zusammenzuarbeiten. Wenn wir in einer solchen Weise arbeiten, wie es von verschiedenen Seiten gewünscht wird, so ist es meiner Meinung nach so, dass wir die theosophische Bewegung verflachen würden, wir würden sie auf das Niveau eines Klubs herabdrücken. Die Worte, die in der letzten Versammlung gefallen sind, müssen schon gehört werden, die Worte: dass ich mich in diametralem Gegensatz befinde zu denen, die ein klubmäßiges Zusammenleben wünschen.  Ich beabsichtige, niemanden anzugreifen. Ich kann nur nicht dabei sein. Wer das richtig erwägt, der wird sagen müssen, dass das die Abwesenheit jeder Aggressivität ist. Auf diesen Ton möchte ich die Sache stimmen. Das ist das, was ich betont habe bei der Generalversammlung, die im Oktober stattfand, wo ich betont habe, dass ich mich solcher Form nicht füge, dass ich mich in eine klubmäßige Gesellschaft nicht fügen kann. Diejenigen, welche wünschen, dass der Berliner Zweig anders verwaltet wird, sodass die Mitglieder in anderer Weise miteinander verkehren, müssen dementsprechend handeln. Für sie ist es notwendig, dass sie die Angelegenheit in die Hand nehmen und für sich durchführen, sodass es selbstverständlich erscheint, dass niemand etwas dagegen haben kann, wenn ihre Wünsche in der erwähnten Weise erfüllt werden. Ich konnte diese Wünsche nicht erfüllen. Wünsche habe ich immer zu befriedigen gesucht, so gut ich konnte. Damit der ruhige Fortgang der Entwicklung der Theosophischen Gesellschaft möglich ist, muss ich diesen Schritt tun. Ich habe die Aufgabe, die Kontinuität der Bewegung in Deutschland zu wahren. Es ist mir klar, dass nur auf okkulter Basis - bei unseren verworrenen Verhältnissen in der Welt- diese Bewegung weitergebracht werden kann. Eine Bewegung auf sozialer Grundlage braucht nicht Theosophie zu sein, deren Leute können schon ideale Bestrebungen haben und sich lieb gewinnen, und das braucht nicht Theosophie zu sein. Wir brauchen aber eine theosophische Bewegung, und deshalb kann ich bei einer Klubmäßigen Führung nicht Führer sein. Fassen Sie es so auf, dass ich selbst verpflichtet bin, die ganze Tiefe der theosophischen Bewegung, die auf Okkultismus aufgebaut ist, dahin zu bringen. Nur derjenige ist heute wirklich berufen, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft tätig mitzuwirken, der nach dem aristotelischen Grundsatze lebt: Wer Wahrheit sucht, darf keine Meinung achten. Vielleicht könnte es mir auch lieb sein, in einer anderen Weise zu wirken. Aber hier handelt es sich um eine Pflicht, und deshalb werde ich diesen Schritt vollziehen, weil ich diese Verpflichtung habe, die theosophische Bewegung auf einer wirklich tieferen Grundlage aufzubauen, und bei dem Aufbau wird jeder Versuch, die Gesellschaft in klubmäßiger Weise zu führen, eine Verflachung herbeiführen. Niemand kann besser einsehen, dass solche Dinge für manche notwendig sind, und gegenüber niemandem soll das Verhältnis zu mir sich ändern. Jeder wird bei mir jederzeit willkommen sein. Die Geschäfte werden von mir, soweit sie sich  auf das Sachliche der Theosophie beziehen, in derselben Weise fortgeführt werden, sodass in Zukunft alles so gefunden werden kann, wie es gefunden worden ist. Aber gerade deshalb muss ich mich zurückziehen. Die Konsequenz ist natürlich in den Linien gelegen, die ich ausgeführt habe. Es kann und darf nicht von mir die theosophische Bewegung an irgendeinem Orte aus dem Auge verloren werden. Deshalb habe ich diejenigen Mitglieder unserer theosophischen Sozietät - alle übrigen Gliederungen sind sekundärer Natur -, einzelne Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft, gebeten, mit mir eine Sitzung abzuhalten und sie gefragt, ob sie mit mir zugleich bereit sein werden, die theosophische Bewegung in der Weise fortzuführen, wie ich sie geführt habe, gegen welche eine Missstimmung aufgetreten und Unzufriedenheit ausgesprochen, worden ist. Das musste so sein, weil ich die Kontinuität fortführen muss. Ich will nur anführen den Fall, den ich in München habe. Da gibt es eine streng geschlossene Loge, die nur diejenigen aufnimmt, welche der Gesamtheit entsprechen. Wir werden aber jetzt eine zweite Loge haben, in der alle anderen aufgenommen werden können. Ich habe mich da bemüht, aufmerksam zu machen auf das, was die Bedingungen der Logenarbeit sind, die zum täglichen Brot einer Loge gehören. Ich will auch demnächst eine Besant-Loge gründen, für deren Name ich Annie Besant demnächst um Erlaubnis bitten werde. Daneben wird völlig freie Tätigkeit sein, von der niemand im Entferntesten ausgeschlossen sein kann. Das ist das, was vorliegt als das Motiv und als dessen Konsequenz: der Zurücktritt> (Es folgt die Aufzählung einer Reihe von Mitgliedern.) Krojanker: «Nach diesen Ausführungen von Herrn Doktor Steiner werden diejenigen, welche in der letzten Sitzung nicht zugegen sein konnten, ein Bild bekommen haben von dem, wodurch eigentlich die Missstimmungen hervorgebracht worden sind, und auch davon, in welchen Linien sich die Sache bewegt, dass drei Vorstandsmitglieder zu diesem erwähnten Schritte sich bewegt fühlten. Es muss schon rumort haben, lange bevor die Beteiligten etwas davon gewusst haben. Seitdem ich etwas weiß von diesen Dingen, war es für mich unmöglich, darüber hinwegzukommen. Es war für mich zunächst unmöglich einzusehen, dass diese Dinge die Herrschaften zu diesem Schluss treiben konnten. Was war es nun eigentlich? Zum Ausgangspunkt für mich wurde einfach der Entschluss von Frau Stadtrat Eberty und Fräulein Schwiebs, welche sich vorgenommen hatten, die Mitglieder zu freien Aussprachen in zwangloser Weise bei sich  zu sehen. Dass daraus solche Schlüsse gezogen werden können, war ja nicht vorauszusehen. Die Anregung ist von Fräulein von Sivers ausgegangen; gegenseitig sich näherzutreten, sollte bei den Mitgliedern angeregt werden, und es sollte das Gefühl nicht aufkommen, dass man sich nicht recht zu Hause fühlt, sodass alles nach dem Vortrage gleich nach Hause stürzt. Aber selbst bei Fräulein von Sivers war das in gewisser 'Weise zu bemerken. Solange wir kein Hauptquartier hatten, musste sie sich eben in anderer Weise helfen, Freunde besuchen und mit ihnen sprechen. Das sind Dinge, die rein persönlicher und privater Natur waren, von denen ich in der vorigen Sitzung gewünscht hatte, dass sie uns nicht berühren. Von diesen Dingen habe ich auch heute noch dieselbe Meinung, die Meinung, dass sie nicht berührt werden dürfen. Der Zweig war bei dem höflichen Ehepaar, das uns eingeladen hatte, [noch] nicht vorhanden. Zu unterscheiden ist da zwischen Vereinsarbeit, Vereinsmeierei und theosophischer Arbeit. Es werden aber doch nicht umsonst Komitees gebildet und Komitees gewählt, nicht Vorstandsmitglieder gewählt, damit diese sich nicht um die Vereinsleitung kümmern. Sie sind gewählt und werden dann auch eine Berechtigung haben, über geschäftliche Dinge sprechen zu können, um sich dann auch einmal ein Urteil zu erlauben. Wenn eine selbstherrliche Verwaltung [...I gewünscht wird, dann wären ja auch Statuten und so weiter nicht notwendig. Hätte Doktor Steiner dazumal gesagt: Wir müssen absehen von einer solchen Form, hätte er gezeigt oder gesagt, nur unter den und den Bedingungen ist es mir möglich zu arbeiten und mitzuwirken, dann hätten sich die Sachen sofort und ganz natürlich ergeben. Diejenigen, denen es gefallen hätte, würden mitgegangen sein, und die übrigen wären draußen geblieben. Ich verstehe nicht, warum man einen ganzen geschäftlichen Apparat gründet und es übelnimmt, wenn man als Mitglied eines Zweiges, wie ich, sich auch dafür interessiert. Ich meine, dann wird es einem nicht als Verbrechen angerechnet werden können, wenn man sich einmal nach diesen Dingen erkundigt. Ich möchte die Einrichtung von Wunschzetteln empfehlen. Ich muss Protest erheben dagegen, dass wir aggressiv sind. Wir haben zwei Jahre Doktor Steiner gehört, um zu wissen, was Theosophie ist, und was zum theosophischen Leben gehört. Es hätten sich sicher andere Wege finden können, um die Auseinandersetzungen in andere Bahnen zu lenken. Da es nun aber so weit ist, müssen die Konsequenzen unter allen Umständen gezogen werden. Ich stelle sie mir so vor - ich weiß zwar nichg ob ich richtig  verstanden habe -, dass dieser Zweig Berlin als Fortsetzung des Zweiges Berlin der Deutschen Theosophischen Gesellschaft weiter existier6 und dass nun die drei Vorstandsmitglieder und die anderen Herrschaften, die Doktor Steiner verlesen hat, eine neue Loge gründen. Um diesen Schritt durchzuführen, wird es doch wohl noch weiterer Verhandlungen und Beratungen bedürfen. Es wird sich da zunächst noch darum handeln müssen, einen Vorstand für jetzt zu wählen, denn gegenwärtig ist der Berliner Zweig ohne Vorstand und ohne Leitung. Man wird also ein provisorisches Komitee bilden müssen, um zu beraten, in welcher Weise das zu geschehen hat. Ich möchte Ihnen anheimstellen, nach dieser Richtung hin Anträge zu stellen. Wir jedenfalls bedauern unendlich die Art und Weise, in der die Sache bis jetzt erledigt worden ist. Es liegt in der Tat, wenn Doktor Steiner immer von Missstimmung und Sedenströmungen spricht, nichts vor, als was ich weiß und vielleicht einige persönliche Dinge, die nie zur Sache des Berliner Zweiges gemacht werden diirfen.· Dr. Steiner: Ach selbst hatte guten Grund, das Persönliche zu berücksichtigen. Bei der Generalversammlung wurden auf Antrag 300 Mark für meine vorjährige Tätigkeit bewilligt. Ich habe dazumal schon Bedenken geltend gemacht, aber mich außerdem bald danach gezwungen gesehen, diese 300 Mark wegen der herrschenden Stimmung wieder in die Kasse zurückzulegen, weil ich nicht hätte arbeiten wollen auf der Grundlage von Missstimmungen. Sie sehen, dass ich lange genug geschwiegen habe. Auch diese Sache wollte ich einfach unter der Hand vorübergehen lassen, um die Sache durch positive Arbeit zu überbrücken. Das ist auf die Dauer aus gutem Grunde nicht gegangen. Wir haben hier selbstverständlich nicht über private Dinge zu verhandeln. Auch das Gespräch über das berufliche Leben ist durchaus nicht am Platze. Ich habe gesagt, dass von mir aus das, was verlangt worden ist, in weitgehendem Maße befriedigt wurde. Es war der Wunsch aufgetreten, dass wir noch woanders als hier oder im Architektenhaus Vorträge haben sollten, und ich habe eingewilligt, auch in der Wilhelmstraße 118 Vorträge zu halten. Nun aber müssen wir doch gerade an eine solche Sache einige Bemerkungen knüpfen. Die Dinge sind nicht so grob, wie es zunächst scheinen mag, sondern sie hängen feiner zusammen. Ich bin dazumal ohne Weiteres auf die Erfüllung dieses Wunsches eingegangen, und im Verfolge dieser Sache habe ich gebeten, ein Exekutiv-Komitee zu bilden. Nicht träumen lassen habe ich mir, was daraus geworden ist. Wir haben noch keinen  Zweig im Norden, im Süden und im Osten. Das war von mir in Aussicht genommen, nicht nur im Westen, sondern in allen Teilen der Stadt zu arbeiten. Wenn im Berliner Zweig ein Exekutiv-Komitee gebildet wurde, so war das so gedacht, dass dieses Komitee die wirkliche Agitation in die Hand zu nehmen hat. Nie ist jemand hier verwehrt worden, sich um die geschäftlichen Sachen zu kümmern, aber die Auffassung ist die, dass jeder, der etwas tun will, sich den Platz zu schaffen hat. Niemand konnte von uns etwas verlangen. Wenn man mit positiven Vorschlägen gekommen wäre, so würden wir darauf eingegangen sein. Wenn nun aber gesagt wird, dass unsere Tätigkeit nicht angegriffen worden sei, so sage ich darauf, dass in dieser Woche erst ich schriftlich den Vorwurf erhalten habe, dass wir die Bibliothek in einer solchen Weise verwalten, dass man demgegenüber mit dem Gericht drohen kann. Wir können uns keine versteckten Vorwürfe machen lassen. Auch die Bibliothek werden wir abgeben. Wenn ich diese Dinge vorgebracht habe, so können Sie annehmen, dass sie auf der denkbar festesten Grundlage ruhen. Die Statuten und so weiter hätten eingehalten werden können bei gutem Willen. Wenn man über Geschäfte spricht, so müssen sie praktisch sein. Was damals gemacht worden ist war unpraktisch. Dreimal habe ich in verhältnismäßig schönen Sälen gesprochen, dann aber in einem Saal, der als Stall bezeichnet worden ist, und zuletzt in einem Raum, wo das Sprechen fast unmöglich war. Ich musste sprechen, wo hinter mir Glaser klopften und so weiter. Das war keine Atmosphäre für Theosophie. Ich musste daran denken, die Sache in einer praktischen Weise vorzunehmen. Dies lag zu Grunde meinem Entschluss, die Vorträge im Architektenhaus abzuhalten. Solche Maßregeln waren zugunsten des Berliner Zweiges. Trotzdem wurde mir entgegengehalten: Diese Vorträge sind solche, die wir besuchen können oder nicht besuchen können. - Also Sie sehen, dass das ein stummes Diskompliment ist. Es ist nichts getan worden, gerade weil die andere Auffassung über geschäftliche Sachen, über Statuten und Komitee, die MÖglichkeit gab, einmal zu probieren, wie das geht. Ein Brief von einem Theosophen lautet: <Ich möchte haben, dass der Berliner Zweig einmal flott arbeitet. Am meisten würde es mich freuen, wenn er in günstiger Weise wirken würden Dann aber ist auch ein Wunschzettel ausgearbeitet worden, denken Sie - auf dem Wunschzettel stand: <Der Vorsitzende hat eine halbe Stunde vor Beginn da zu sein.> - Das hat den Schritt so geartet gemachtm  Frau Eberty: «Findm Sie diese Zersplitterung nicht sehr traurigh Dr. Steiner: «Ich habe den Dingen entgegengearbeitet. Ob eine Zersplitterung daraus kommen wird, das wird sich zeigen. Wenn die Mitglieder des Berliner Zweiges verstehen werden, theosophisch zu handeln, so wird nicht im Geringsten eine Zersplitterung eintreten brauchen. Von einer Zersplitterung braucht nicht die Rede zu sein, ich werde nichts tun, um sie zu fördern> Frau Eberty: «'\jYenn sie etwas gegen die Zusammenkünfte gehabt hätten, so wäre nichts nötig gewesen, als zu sagen: Es sind Gründe da, weshalb die Zusammenkünfte nicht stattfinden können. Wir haben die besten Absichten damit gehabt. Wir haben es nur getan, um der Sache der Theosophie zu dienen. Uns ist nicht im Entferntesten der Gedanke gekommen, dass das gegen Ihre Absichten sei, auch nicht als [es] vor acht Tagen auf der Tagesordnung stand, und darin manches darauf hindeutete, es könnte unser Nachmittag damit gemeint seinm Dr. Steiner: «Wenn die Form wegfällt, ist nichts gegen die privaten Zusammenkünfte einzuwenden. Was ist auf meinen Wunsch geschehen? Dass die Tees bei Fräulein von Sivers abgeschafft worden sind, weil ich in einer solchen Art von Tee-Zusammenkiinften keinen Segen für die Theosophie gesehen habe. Es war mir schwer, dass die Gräfin Brockdorff es übel genommen hat. Aber trotzdem habe ich es eben gesagt. Wir selbst würden die Sache nicht anders führen können» Krojanker: ·Es scheint das Exekutiv-Komitee der Sündenbock werden zu müssen. Wenn man im Exekutiv-Komitee sitzt, so ist eine ersprießliche Arbeit doch nur möglich, wenn man über die ganze Geschäftslage orientiert ist. Wenn Sie nun keinen Einblick haben und keine Gelegenheit finden, einen Einblick zu nehmen, wofür wollen Sie dann Vorschläge machen? Das Exekutiv-Komitee benötigt diese Kenntnis, weil es dem Vorstande Mitteilung machen muss. Es fehlen mir immer mehr und mehr die greifbaren Unterlagen, welche die Veranlassung gegeben haben zu diesen Dingen. Nun kommt die Bibliotheks-Frage. Es kam zur Bildung einer Bibliotheks-Kommission. Warum die Mitglieder des Zweiges dafür verantwortlich gemacht werden sollen, ist nicht recht verständlich» Herr Werner: «Doktor Steiner ist ein Berufener von höherer Stelle. Jetzt ist es schwer, das, was nötig ist, an uns heranzubringen, um uns zu vervollkommnen. Wenn Sie jetzt an ihn herantreten mit Forderungen  und Fragen, wie zum Beispiel: ·Wo haben Sie das Geld gelassen, das Sie mit Ihren Vorträgen zusammengebracht haben? Geben Sie uns Aufschluss darüber, was Sie aus diesen Vorträgen herausgeschunden haben! Geben Sie uns Aufschluss darüber, wo diese Gelder geblieben siiid.> Wenn Sie sagen: ·Hier disponieren wir, denn wir haben vollständig freie Hand zu sagen: Was haben Sie zu vollziehenb, dann ist das nicht der Weg zu einer harmonischen Zusammenarbeit. Ich meine, wenn man erst von jemand Lehren und Belehrungen entgegennimmt, dann dürfen die Forderungen und Fragen nicht so weit gehen, dass sie im Einzelnen nicht zu ertragen sind. Das würden Gedanken sein, die das Licht zu scheuen haben, und die führen zur Disharmonie. Disharmonien aber können wir abhalten, wenn wir es wollen. Ist das nicht der Fall, dann haben wir nicht das Recht, hierherzukommen und an dem Geschehenen herumzudeuteln> Krojanker: «Es ist zu unterscheiden zwischen der theosophischen Lehre und der Leitung des Zweiges Berlin. Damit wird es ermöglicht werden, dass ein Misstrauen nicht aufkommen kann> Dr. Steiner: «Die Harmonie muss möglicherweise erkauft werden mit dem Ausschluss einiger Mitglieder. Die arrangierten Vorträge waren zwar für den Berliner Zweig gedacht. Es ist richtig, dass wir die Tätigkeit nicht haben besser machen können. Ich bin der Meinung, dass wir vorläufig die Tätigkeit so gut gemacht haben, wie wir konnten, da uns von anderer Seite nichts Besseres entgegengebracht worden ist. In dem Augenblicke, wo uns von anderer Seite etwas Besseres entgegengebracht worden wäre, würden wir es nicht außer Acht gelassen haben. Was wir aber getan haben, das halte ich bis jetzt für das Beste.» Fränkel: «Zwei Versammlungen sind einberufen worden, welche die Missstimmung hervorgerufen haben. Zweimal sind Vorwürfe gemacht worden, denen das Disharmonische folgte, sodass gleichsam ein Klub gegründet worden ist, und wir sozusagen aus zwei Klassen von Mitgliedern bestehen. Auf zweierlei Weise ist da vorzugehen. Es gibt einen Zivilprozess und einen Strafprozess. Es handelt sich hier um eine öffentliche Angelegenheit, nicht um eine private. Die Beschwerde müsste also vorgebracht werden. Es ist aber nicht klargestellt, was eigentlich vorliegt. Der eine Punkt ist der Tee bei den Damen, der zweite Punkt ist der, dass lediglich der Geschäftsausschuss falsche Maßregeln ergriffen hat. Der Fehler scheint daran zu liegen, dass bei der Gründung nicht geredet  worden ist über die Art und Weise, wie die Geschäfte des Ausschusses gehandhabt werden sollen. Es ist noch keine richtige Missstimmung hervorgetreten, nur die Beschwerde einiger Herren, die sich auf sachliche Gründe stiitzen> Dr. Steiner: ·Wenn wir gekommen wären, um jemanden etwas vorzuwerfen, dann kÖnnten Sie uns etwas aufbürden. Wir geben denjenigen die Geschäftsführung zurück, die einen Wunschzettel haben. Die Denkweise, wie sie in dem Wunschzettel zum Ausdruck kommt, ist eine solche, dass sie in der Theosophischen Gesellschaft zu nichts führen kann> Krojanker: ·Ein Herrschaftsstreben tritt auf von solchen, die vielleicht glauben, höher zu stehen. Ich habe aber von Doktor Steiner gehört, die Theosophie unterwirft sich keiner Autoritätm Tessmar: «Es ist alles viel zu materialistisch. Wir sind in der Theosophischen Gesellschaft als Mitglieder, aber der ganze Zweig Berlin kann nach Hause gehen, wenn Doktor Steiner sagt: Ich halte hier keine Vorträge mehr. - Doktor Steiner hält theosophische Vorträge und nicht solche über Fragen von Rednern. Ich selbst wünsche keine Rechenschaftsablage, ich wünsche Theosophie zu hören, um dadurch weiterzukommen. Und nun kommt noch die Beschwerde über Autorität herauf. Die theosophischen Vorträge sind mir Autorität. Vertrauen bringe ich dadurch entgegen, dass ich nicht frage: Was macht die Bibliothek, was machen die sechs Dreier, die hereinkommenh Krojanker: Ach sehe nun, wohin uns heute die Debatte führt. Wir haben uns mit den Tatsachen abzufinden. Aus der Erwiderung des Doktor Steiner ersehe ich, dass er in keiner Weise zu überzeugen ist, und dass vielleicht die Zeit erst Verständnis über die einzelnen Dinge herbeiführen kann. Wir stehen vor dem Faktum, dass diese Trennung stattfindet. Was muss jetzt geschehen? Vielleicht widmen wir dieser Frage noch einmal eine Stunde> (Es wird Schluss der Debatte beantragt und angenommen.) (Es folgt die Resignation von Dr. Steiner, von Fräulein von Sivers und Herrn Kiem.) Dr. Steiner: Meine Pflicht ist nur noch zu empfehlen, sich vorläufig einen Geschäftsführer zu wählen. Der Vorgang wird der folgende sein: Der Geschäftsführer wird die Aufgabe haben, von der Resignation den ändern Mitgliedern Mitteilung zu machen. Ich selbst werde den auswärtigen Mitgliedern auch mitteilen, dass ich meinerseits resigniert habe>  Krojanker: «Kann nicht eine allgemeine Erklärung an die Mitglieder von beiden Seiten mitgeteilt werden über das, was sich hier vollzogen hath (Eine Anzahl von Mitgliedern erklären den Austritt aus dem Berliner Zweig.) Krojanker: Frägt, was man ihm vorzuwerfen habe, und erhält die Antwort, dass er mit der Geschäftsführung nicht einig sei. Dr. Steiner: «'QYarum ich die Sache im Allgemeinen gemacht habe? Sie ist deshalb so gemacht, weil es nicht anders ging. Der Berliner Zweig kann jetzt experimentieren und so weiter, und seine eigenen Sachen machen.» Frau Eberty: «Wir haben alle eingeladen.» Dr. Steiner: ·<Ich habe einige eingeladen mit meinem Namen und mit persönlichem Gruß. Die Liste ist aber nicht abgeschlossen.» Frau [Johannesson]: «YVir haben uns getrennt gefühlt durch den Ton von Ihnen. Wir fühlten uns so, als ob Sie eine Trennung vollzogen hätten> Fräulein [Voigt]: «Die Damen könnten ja gefragt werden, über welches Thema gesprochen wurde? Und auch über die Frage, von welcher Herr Fränkel ausging. Es ist das vielleicht von Interessem Tessmar: dch gehöre zu Doktor Steiner. Ich lasse mich nicht beeinflussen. Das bitte ich zur Notiz zu nehmen. Ich fühle mich wirklich gekränkt. Als alter Seemann würde ich andere Worte dafür wählen. Ich verbitte mir persönliche Anzapfungcn> Dr. Steiner: «Es ist also ein Geschäftsleiter für die Deutsche Theosophische Gesellschaft zu wählen. Es wäre mir unmöglich gewesen, ohne diesen Schritt meine Aufgabe weiterzuführen. Ich kann nicht intime Vorträge halten mit dieser Stimmung. Ich habe nur die Wahl gehabt, wegzugehen von Berlin oder diesen Schritt zu machen. Die Kontinuität aufrechtzuerhalten, das war der Grund dafür. Frau Annie Besant sagte, als sie die Strömung hier sah, ich solle nach München gehen, wo die Tätigkeit, die Fräulein von Sivers ausgeführt hat, fortgesetzt werden kann. Aber mein ganzes Verhältnis werde ich auch nicht in einem Pünktchen ändern. Es handelt sich hier gerade um Äußerlichkeiten, nicht um Innerlichkeit.» Anwesend waren: zirka 30 Mitglieder. Schluss der Versammlung acht Uhr [abends].  DER THEOSOPHISCHE KONGRESS IN LONDON Bericht uon Rudolf Steiner in «Luaifer - Gnosis», Juli-August, Nr. 26-27/1905 Die Föderation europäischer Sektionen hielt dies Jahr [1905] anfangs Juli (6., 7., 8., 9., 10.) ihren Kongress in London ab. Im Allgemeinen war die Art und Einteilung der Veranstaltungen dieser zweiten Versammlung ihrer Art der im Vorjahre in Amsterdam abgehaltenen ähnlich. Das schöne Gefühl der Zusammengehörigkeit durchströmte auch diesmal wieder diejenigen, welche aus den verschiedensten Gebieten der theosophischen Arbeit sich einfinden konnten, um Gedanken auszutauschen über die Wirkungsmethoden, Zeugnis abzulegen von dem Fortschritt der theosophischen Ideen in den einzelnen Ländern und Anregungen zu empfangen für die Leistungen in den Heimatländern. Wie im Vorjahre die holländischen Freunde keine Mühen und Opfer gescheut haben, um den Verlauf des Kongresses zu einem würdigen und fruchtbaren zu machen, so geschah dies in diesem Jahre auch durch unsere Mitglieder in London. Wer zu ermessen vermag, welche Zeit und Hingabe die Vorarbeiten und die Leitung einer solchen Versammlung erfordern, der wird von warmem Danke erfüllt sein für unsere englischen Freunde. Den Vorsitz des Kongresses hatte Mrs Besam übernommen. Schon am Tage vor dem eigentlichen Anfang der Versammlung konnten sich die anwesenden Gäste zu einer Versammlung der Blavatsky-Lodge einfinden, um einen bedeutsamen Vortrag Annie Besants über die «Anforderungen der Schülerschaft» zu hören. Die Rednerin knüpfte an verschiedene Bemerkungen an, welche in der letzten Zeit veröffentlicht worden sind über allerlei kleine Schwächen und Fehler der großen Begründerin der «Theosophischm Gesellschaft», H. P. Blavatsky. Aus tiefem Dankesgefiihle sprach die Vortragende über die Persönlichkeit, die ihr die Lichtbringerin auf dem Wege zur Wahrheit und zum Frieden der Seele gewesen ist. Es komme nicht darauf an, die kleinen Flecken und Schwächen zu sehen, sondern die großen Impulse, die von solchen Persönlichkeiten ausgehen. An diese sollen wir uns halten, und durch sie den eigenen Weg finden. Wenn wir vieles von dem Leben der «Eingeweihtem hören, von dem wir sagen, das hätten wir nicht erwartet, so  beruhen aber vielleicht unsere Erwartungen nur auf Missverständnissen. Wo Sonne ist, da mögen auch Sonnenflecken sein; aber die wohltätige Kraft der Sonne wirkt trotz dieser Flecken. - An demselben Tage (Donnerstag, den 6. Juli) eröffnete Annie Besant die Ausstellung für «Kunst und Kunstgewerlm, die dann für alle Kongresstage geöffnet blieb. Es ist naturgemäß, dass eine solche Ausstellung, die den Zweck hat, die von theosophischen Ideen beeinflussten oder von Theosophen herrührenden künstlerischen Leistungen den Mitgliedern zur Kenntnis zu bringen, in Bezug auf Zusammenstellung und Wert des Einzelnen nicht etwas ganz Vollkommenes sein kann. Doch sie ist eine höchst wertvolle Beigabe des Kongresses; und wer nicht in der bloßen Verbreitung theosophischer Gedanken, sondern in der Ausgestaltung des theosophischen Lebens nach allen Seiten die Aufgabe der Gesellschaft sucht, der wird die Berechtigung derselben gewiss nicht bestreiten. Auf die Einzelheiten dabei einzugehen, ist bei der reichen Fülle des Ausgestellten ganz unmöglich. Nur darauf sei hingewiesen, dass in den Bildern G. Russells der interessante Versuch bemerkbar war, in symbolischen Farbenzeichnungen um die dargestellten Figuren der Bilder, und im Kolorit der Landschaft, in welche diese hineingestellt sind, etwas von der astralen Wirklichkeit zu geben. Wie viel davon getroffen ist, das ist eine andere Frage und kommt heute wahrhaftig noch nicht in Betracht. Hervorgehoben seien die Arbeiten unseres Mitgliedes Lauweriks, der früher der holländischen Sektion zugehörte, jetzt der deutschen angehört, da er seit einiger Zeit als Lehrer der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf wirkt. Seine kunstgewerblichen Arbeiten zeigen überall den feinsinnigen Kopf und vortrefflichen Künstler. Von deutschen Arbeiten waren ausgestellt ein interessantes Bild des Vorsitzenden unserer Düsseldorfer Loge, Otto Boyer, der «Akhymist» und eine Portraitstudie desselben vortrefflichen Künstlers, der sich auch der Mühe unterzogen hatte, die Arbeiten des Kunstkomitees als deutscher Vertreter mitzumachen. Fräulein Stinde, unser Münchener tätiges Mitglied, hat aus dem reichen Schatze ihrer Landschaften beigesteuert. Ferner war von unserem Mitglied Fräulein Schmidt aus Stuttgart ein Bild ausgestellt. Am Freitagabend hielt Annie Besant vor Tausenden von Menschen in der großen «Queens Halb einen Vortrag über die «Arbeit der Theosophie in der Welr. In großen prägnanten Zügen charakterisierte sie die Aufgabe, welche die Weisheitslehren der Theosophie heute innerhalb des  modernen Lebens haben. Nicht nur als Bekenntnis, sondern durch alle Lebensgebiete hindurch, Wissenschaft, Kunst und so weiter sollen sie zur Geltung kommen, wenn sie ihre Mission erfüllen sollen. Was die auch der theosophischen Bewegung fernstehenden künstlerischen und wissenschaftlichen Kreise an Bestätigungen für die theosophische Pionierarbeit geleistet haben, ward vortrefflich zur Darstellung gebracht. Am Sonnabendvormittag wurden dann die eigentlichen Kongressverhandlungen durch eindringliche Einleitungsworte Annie Besants eröffnet. Hier wies sie darauf hin, wie die Nationen zu dem großen Werke in eindringlicher Bruderarbeit zusammenwirken müssen, sie charakterisierte, welche Ansätze zu einer Vertiefung des geistigen Lebens im theosophischen Sinne da und dort vorhanden seien. Sie wies zum Beispiel auf das Werk eines italienischen Bildhauers Ezekiel hin, einen ·cChristus», in dem der Theosoph sein Bild von Christus sehen könne. Für Deutsche wird es besonders interessant sein, zu hören, dass Annie Besant auf die Kunst Richard Wagners hinwies, in deren Tönen Einflüsse der astralen Welt zu spüren seien. - Was nun folgte, war ein schönes Symbol für den brüderlich-internationalen Charakter der Gesellschaft. Einem Beschlusse des Komitees zufolge sprachen die einzelnen Vertreter der verschiedenen Länder in ihren Landessprachen in kurzen Begriißungsreden. Und man konnte nun hintereinander solche Reden in folgenden Sprachen hören: Holländisch, Schwedisch, Französisch, Deutsch, Englisch (für Amerika), Italienisch, Spanisch, Ungarisch, Finnisch, Russisch und ein indisches Idiom. Für England sprach zuletzt Mr Mead. Mit geschäftlichen Mitteilungen des Sekretärs des Kongresses, J. van Manen, schloss die Vormittagsversammlung. Am Nachmittag begannen die einzelnen Vorträge und Verhandlungen der Departements. Da werden von den einzelnen Mitgliedern, die sich dazu melden, Arbeiten vorgetragen aus den verschiedensten Arbeitsgebieten: Philosophie, Wissenschaft, Völkerkunde, theosophische Arbeitsmethoden, Kunst, Okkultismus und so weiter. Es ist ganz ausgeschlossen, auf die reiche Fülle des hier Dargebotenen auch nur hinzudeuten. In verschiedenen Lokalen werden über die mannigfaltigsten Gegenstände Vorträge gehalten, an die sich Diskussionen anschließen. Nur einiges sei erwähnt: Mr Mead sprach über ein interessantes gnostisches Thema, Pascal, der Generalsekretär der französischen Sektion, lieferte einen Beitrag über den A'lechanismus des Hellsehens bei Menschen und Tierenm  Mr Percy Lund hatte eine Arbeit beigesteuert über die «physischen Zeugnisse für die Atlantis und Lemurien». In der Abteilung für Okkultismus sprach in lichtvollster Weise Annie Besant über die Erfordernisse und Schwierigkeiten der okkulten Forschungsmethoden. Sie zeigte, welche Vorsichten und Vorbehalte trotz der größten Vorsichten der okkulte Forscher machen müsse, und wie seine Ergebnisse trotz seiner denkbar grÖßten Gewissenhaftigkeit mit ebensolcher Vorsicht aufzunehmen sind. - Dr. Rudolf Steiner sprach in der Abteilung «Wissenschaf> über die «Cjkkulten Grundlagen der Goethe'schen Lebensarbeit». M. P. Bernard konnte einen Beitrag liefern über dnstinki; Bewusstsein, Hygiene und Morab. Die «Begrijndung der theosophischen Morab setzte M. H. Choisy auseinander. Höchst wertvolle Aufschlüsse über «Astrologie» gab Mr Leo. Mr Mead sprach in einer Schluss-Versammlung noch über die Gnosis in der Vergangenheit und Gegenwart und warf von da aus Licht auf die Übereinstimmung in aller Mysterienweisheit. - Am Sonnabend-Abend fand eine Theatervorstellung statt, zwei symbolische dramatische Arbeiten, der erste Versuch, auch diese Kunst auf unseren Kongressen zu pflegen. Sonntag- und Montag-Nachmiuag fanden musikalische Darstellungen statt; gesangliche Leistungen in den verschiedenen Landessprachen drückten wieder symbolisch schön das Bruderschaftsprinzip aus. - Mit einer kurzen Schlussrede beendete Annie Besant den Kongress am Montagabend. Aus Deutschland waren anwesend: Fräulein Scholl (KÖln), Frau Geheimrat Lübke (Weimar), Gräfin Kalckreuth, Fräulein Stinde, Herr und Frau v. Seydewitz (München), Gräfin Schack (DÖringau), Dr. H. Vollrath (Leipzig), Herr Klein, Fräulein v. Sivers und Dr. Rudolf Steiner aus Berlin, Herr und Frau Dr. Peipers (Düsseldorf). - Unseren Mitgliedern, j. v. Manen und [Miss] Kate Spink, welche alle Sekretärarbeiten des Kongresses führten, gebührt besonderer Dank. - Schon erwähnt ist, dass sich Otto Boyer an den Arbeiten des Komitees für bildende Kunst beteiligt hat. Für das Komitee der musikalischen Leistungen hatte Adolf Arenson (Stuttgart) die deutsche Vertretung übernommen. Die Vorträge sowie alle Versammlungsberichte des vorjährigen Kongresses der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft werden demnächst in einem stattlichen Band, dem «jahrbuch des Kongresses», erscheinen. Es kann begriffen werden, dass die Herausgabe dieses Buches im ersten Jahre den Sammlern und Leitern (J. van Manen, Kate Spink) große Aufgaben stellte, und dass es deshalb erst jetzt  erscheinen kann. Die diesjährigen Vorträge und Verhandlungen werden in kürzerer Zeit fertiggestellt werden. Für Deutschland hat den Vertrieb des «jahrbuches» die Verlagsfirma Max Altmann in Leipzig übernommen, und man möge sich behufs Bezuges dahin wenden. Die Generalversammlung der «Britischen Sektion» der «Theosophischen Gesellschaf> hat am 8. Juli stattgefunden. Auf derselben trat Mr Keightley von seinem Posten als Generalsekretär zurück, und Miss Kate Spink wurde an seiner Stelle gewählt. Im Namen der Deutschen Sektion begrüßte Dr. Rudolf Steiner die Versammlung.  THEOSOPHIE UND HELENA PETROVNA BLAVATSKY Vortrag uon RudolfSteinek Berlin, 2. Oktober 1905 Wie Sie aus der Ankündigung ersehen haben, werden wir jeden Montag eine Wochenversammlung haben. Die ist zu betrachten als eine Versammlung des Besant-Zweiges. Die Notizen auf der Einladung sind zu berücksichtigen. Bei der letztjährigen Arbeit ist das Lokal zu eng geworden. Es liegt durchaus nicht in unserer Absicht, exklusiv zu sein und diese Montage für den Zweig allein abzuhalten. Wir möchten die Sache ausdehnen, aber anderseits erscheint es als eine gewisse Härte gegen die Mitglieder, wenn ohne Entschuldigung Nichtmitglieder das ganze Jahr hindurch Zutritt haben, insbesondere in diesem Jahre, wo in diesen Montagsversammlungen vielleicht noch intimere Dinge besprochen werden könnten als im vergangenen Jahr. Wir kommen immer tiefer und tiefer hinein. Die anderen Versammlungen sind dann im Architektenhaus. Es wird in diesem Jahr vor allem darauf Bedacht genommen werden, die Bedeutung der Theosophie und die Wichtigkeit derselben für die Gegenwart aufzuzeigen. Über wichtige Fragen in ihrer Beziehung zu den Angelegenheiten der Gegenwart werde ich sprechen. Nächsten Donnerstag werde ich sprechen über Haeckels Welträtsel, dann über unsere Weltlage, dann über die Frage der inneren Entwicklung. Der Zyklus wird dann beschlossen mit einer Betrachtung über Weihnachten. Ich habe eine größere Vortragstour hinter mir. Eine solche Tour ist nicht bloß lehrreich für denjenigen, der sie unternimmt, sondern sie kann auch in den weitesten Kreisen derer, die an der Theosophie interessiert sind, lehrreich sein. Ich war in St. Gallen, Freiburg, Stuttgart, Heidelberg, Frankfurt am Main, Kassel, Weimar. An den meisten Orten konnte ich einen öffentlichen Vortrag halten, und darnach in den darauffolgenden Tagen mit denjenigen Zuhörern, die sich näher interessierten, eine Aussprache haben. Wir haben noch nicht an allen diesen Orten Zweige. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir wollen nicht in stürmischer, agitatorischer Weise vorgehen. Derjenige, der zur Theosophischen Gesellschaft kommt, soll dazukommen, weil er den inneren Drang dazu hat. Deshalb wird es gut sein, möglichst die Theosophie zu pflegen und  den Zuhörern zu sagen, um was es sich dabei handelt. Ich bin überzeugt, dass diejenigen, welche vorherbestimmt sind, mitzuwirken, schon kommen werden. Ich konnte die Wahrnehmung machen, dass eine große Sehnsucht herrscht nach dem, was die Theosophische Gesellschaft der Menschheit zu bieten hat. Die Theosophen in derselben sind im tiefsten Sinn entgegenkommend gegenüber dem, was die Menschen heute verlangen und brauchen. Auf der anderen Seite ist eine gewisse Mutlosigkeit vorhanden, eine gewisse Summe von Vorurteilen, mit denen die Menschen behaftet sind, und sie wieder abhalten, sich gleich mit der Theosophie zu befassen. Es muss vieles überwunden werden. Das zeigt eine solche Reise, auf der man die verschiedensten Stimmungen kennenlernt. Eine solche Reise hat bei aller Mutlosigkeit doch einen gewissen befriedigenden Eindruck. Man sieht in Herzen der Menschen dasjenige leben, was leben muss, wenn wir der Zukunft entgegengehen wollen, welche von der theosophischen Bewegung angestrebt werden will. So lassen Sie uns ohne Disposition einige Fragen berühren, die uns besonders interessieren können. Sie brauchen nur einen Umblick zu halten in der gegenwärtigen Weltlage, um sich in jedem Augenblick vor die Seele rufen zu können, wie notwendig die Theosophie und das theosophische Streben heute [sind]. Man kann in alle Weltteile blicken, überall sieht man die Völker und Stände in einem harten Daseinskampf. Rassen stehen gegeneinander im Kampf, VÖlker führen miteinander Krieg, einzelne Stände in den einzelnen Ländern stehen sich scharf gegenüber. Dagegen haben wir nicht viel anderes, als unseren ersten Grundsatz: Den Kern einer allgemeinen Brüderschaft zu begründen, ohne Unterschied von Rasse, Geschlecht, Stand und Bekenntnis. Das ist ein mächtiger Grundsatz - sagen die Menschen. Viele berufen sich aber darauf, was schon Schopenhauer gesagt hat: Moral predigen ist leicht, Moral begründen aber ist schwer. Die theosophische Bewegung ist nicht eine Lehre, nicht eine Begründung. Sie unterscheidet sich von den anderen Bewegungen der neuen Zeit dadurch, dass sie wirkliches Leben ist. Und die Lehren, die wir verbreiten, sie sind nicht die Hauptsache. Nicht auf die Lehren kommt es bei uns an. Sie alle sind nur das Mittel zum Leben. Und was auch in den verschiedenen Zweigen, was auch bei den öffentlichen Veranstaltungen der Bewegung an Lehren verkündigt wird - ob wir diese Lehren glauben oder nicht glauben, ob wir sie wiederholen können oder nicht wiederholen können - nicht darauf kommt es an, sondern  darauf, dass die Lehren etwas ganz anderes sind als andere Lehren der gegenwärtigen Wissenschaft oder als die Lehren selbst der hergebrachten Logosbegriffe. Solange sind die theosophischen Lehren nicht das, was sie sein sollen, solange sie dasselbe sind wie andere Dogmen, wie andere Lehren und Wissenschaften. Erst werden sie das, was sie sein sollen, wenn sie groß sind, wenn sie sich wie eine magnetische Kraft in die Seele hineinleben und in der Seele wirken. Das ist keine Loge, wo über Reinkarnation und Karma, über das Weltbild, über Menschenentstehung und Menschenziel bloß gelehrt wird und schöne Sätze geprägt werden, sondern das ist eine Loge, wo diese Gedanken lebendig durch den Raum schwirren und im tiefsten Herzen ergreifen, sodass der Mensch diese Lehren als im Innersten verwandt mit ihm empfindet, sodass es ist, als ob diese Lehren aus ihm hervorkommen. Wenn dann diese Dinge so kräftig werden, dass er nicht bloß weiser, sondern auch besser wird, so ist es das Richtige. Dieser Unterschied wird nicht sogleich von vielen begriffen werden. Viele treten heute als Lehrer der Ethik, der Sittenlehre auf oder als Lehrer eines Glaubensbekenntnisses oder als Erzieher. Wir hören von monistischen Lehren sprechen, von einer Erneuerung dieser oder jener Lehre - alle diese Lehren treten in einer Weise auf, die sich tief unterscheidet von dem was der theosophische Lehrer will, was wir überhaupt wollen innerhalb der theosophischen Bewegung. Alle anderen predigen oder verkündigen ihre vermeintlichen Wahrheiten, sie treten hin und sagen, dies ist unser Bekenntnis, dies ist unsere Meinung, dies ist die Wahrheit, nach meiner Ansicht. Kein theosophischer Vortragender könnte so vor ein Publikum hintreten. Nicht um eine Meinung handelt es sich. Wir tragen das Bewusstsein in uns, dass die Wahrheit in uns selbst ist, dass sie in jeder Menschenbrust lebt, dass wir sie nicht hineinzubringen haben, sondern sie höchstens herauszuholen haben - dass wir unsere Mitmenschen anregen. So liegt in dem Gesagten dasjenige, was notwendig ist, in dem Band, das die theosophischen Mitglieder verbindet. Das, was im Zweige verhandelt wird, soll ein Anzünder des inneren Lebens in den Seelen sein. Wir holen die Gedanken heraus aus der geistigen Welt, aus dem übersinnlichen Dasein die großen Gesetze, welche die Welt gebildet haben, den Menschen hervorgebracht haben, die großen Gesetze, nach denen die weisen Lehrer und Meister vorJahrtausenden unsere Vorfahren gelehrt haben, und uns heute noch lehren. Diese großen Gesetze holen  wir heran, und sie sind zu gleicher Zeit dasjenige, was uns weiterträgt, was uns Sicherheit, Mut und Hoffnung gibt für das Leben. Diese Gesetze sollen die Räume durchschwirren, in denen wir leben. Und indem wir sie fühlen, diese Gesetze, erkennen wir die Welt und uns selbst. Dann sollen wir beim Alltäglichsten, was wir vollbringen, diese Gesetze in unseren täglichen Verrichtungen von Einfluss sein lassen. So werden dann die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft wie ein Sauerteig sein; sie werden überall draußen wie ein neuer Geist sein - wenn das so ist, werden wir wissen, dass der Geist etwas Wahrhaftes und Wirkliches ist. Jeder, der hierherkommt und nur Lehren hören will, kommt umsonst hierher, denn er hat nicht die richtige Gesinnung. Und auf diese kommt es an gegenüber dem Geist. Es kommt darauf an, dass der, welcher hierherkommt, weiß, dass der Geist eine Wirklichkeit ist, eine Wahrheit, dass ich nicht bloß von [einer] Arznei, nicht bloß von Wind und Wetter gesund und krank werde, sondern dass dasjenige, was unser Körper und unsere Wirklichkeit überhaupt ist, ebenso ausgeht von dem, was ich denke, fühle und will, dass Gesundheit nur von einem gesund wirkenden Geist kommen kann. Noch wichtiger, als dass unsere Gedanken wahr sind, ist es, dass unsere Gedanken gesund sind. Nicht morgen und nicht übermorgen werden Sie es bemerken können, dass von dem, was in der theosophischen Loge gemacht wird, ein Quell von Gesundheit ausgeht. Denken Sie falsch in der Welt, dann bringen Sie zu gleicher Zeit, nicht morgen oder übermorgen, aber sicher einmal Krankheit in die Welt. Alles Übel rührt her von einer Unwahrheit, von einem unrichtigen inneren Leben. Dieser Zusammenhang wird Ihnen klar werden in dem nächsten Montag-Vortrag. Der Menschheit eine neue Gesundheit zu geben, ein neues harmonisches Leben, das ist es, was unser hauptsächliches Ziel ist. Daher sind unsere Gedanken nicht bloß Lehren, sondern Kräfte, sie wirken nicht bloß aufklärend, sondern gesundend und harmonisierend, gesundend auf den Körper und gesundend auf das rechtliche und soziale menschliche Zusammenleben. Wer dies nun so tief fasst, der hat den Kern der theosophischen Bewegung. Wer bloß fragt, wie verhält sich dies oder jenes, der weiß nichts von Theosophie. Aber von Theosophie weiß derjenige, der voraussetzt, wenn er im Zweige zusammensitzt mit den anderen und für eine Stunde die großen Gedanken der Weltordnung durch seine Seele ziehen, dass er sich zum Resonanzboden eines neuen, gesunden und harmonischen Lebens macht.  Nun, verehrte Anwesende, dass ein solches Leben doch in der theosophischen Bewegung quillt und vorhanden ist, das zeigt sich in einigen Erscheinungen. Wir gingen aus davon, dass wir sagten: Nicht predigen könne man Moral, begründen müsse man sie. Aber es scheint doch, als ob die Theosophische Gesellschaft doch schon so etwas zustande gebracht hätte, was dem Grundsatz der VÖlkerverbrüderung entspricht und dient. Es war ein schöner Moment bei der Eröffnung des diesjährigen Kongresses. Man hatte beschlossen, dass jeder Delegierte in seiner Muttersprache eine kurze Ansprache halte. Da standen Leute nebeneinander, die in den politischen äußeren Verhältnissen in hartem Kampf einander gegenüberstehen. Ein Vorspiel für das, was werden kann, wenn das geistige Leben die Seelen ergreift, spielte sich da ab bei der Eröffnung des Londoner Kongresses. In folgenden Sprachen konnte man sprechen hören, als ein Sinnbild unseres Grundsatzes: Holländisch, Englisch, Schwedisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Ungarisch, Finnisch, Russisch. Da haben Sie ein Sinnbild dafür, dass in den verschiedenen Sprachen der gleiche Wille und das gleiche Gefühl strÖmen. Das ist das Leben, zu dem es die theosophische Bewegung während der dreißigJahre ihres Bestehens gebracht hat. Es gab auf diesem Kongress einen der schönsten, einen der wunderbarsten Momente - nicht im Kongresse selbst, sondern an einem Vorabende - für einige Mitglieder, die sich hier im Laufe des Sommers versammelten. Sie waren eingeladen, an einer Sitzung der Blavatsky-Loge teilzunehmen. Da hielt Annie Besannt einen Vortrag über die Erfordernisse der Schülerschaft. Sie wissen, Schülerschaft ist schon etwas sehr Hohes. An jenem Abende handelte es sich weniger darum, im Allgemeinen die Erfordernisse der Schülerschaft zu besprechen, sondern darum, dass die größte der Schülerinnen von Helena Petrovna Blavatsky sich einmal ausspreche über die kritischen Geister. Lassen Sie mich da ein paar Worte dem eigentlichen Gegenstande vorausschicken. Ich brauche es hier nur zu erwähnen: Alles, was die Theosophische Gesellschaft isL wird verdankt dem Grundwerke von Helena Petrovna Blavatsky. Ganz erfasst zu haben, was in Helena Petrovna Blavatsky lebte, das vermisst sich von den Jüngern wohl keiner zu sagen. Wer sich hineinvertieft in das, was von Helena Petrovna Blavatsky gekommen ist, der sieht immer mehr und mehr, dass er in unergründliche Tiefen kommt, und dass damals die Wahrheit durch diese einzigartige Persönlichkeit geflossen ist, wie sie nur durch die größten Religionsstifter und Führer der Menschheit geflossen ist.  Ich kann es verstehen, dass man im Anfange, wenn man nun an Helena Petrovna Blavatskys Leistungen herantritt, glaubt, manches verstanden zu haben. So kann es jedem gehen. Dann aber kommt eine Zeit, wo man merkt, dass in dem Inhalt der «Secret Doctrirm Schriften des geistigen Lebens liegen, die überhaupt noch keiner, ausnahmslos keiner nach Helena Petrovna Blavatsky vollständig wiederum begriffen hat. Diese Worte würden Sie auch von Frau Annie Besant jederzeit hören können. Es ist die Möglichkeit vorhanden, auch für die allergrößten führenden Geister der Menschheit, niemals stehen zu bleiben. Wenigstens hat noch keiner den Endpunkt gefunden. Immer tiefere Urgründe der Wahrheit werden gefunden, wenn man tiefer geht. Das ist es, was zuletzt für denjenigen, der den Willen hat einzudringen, in eine spirituelle Verbindung mit Helena Petrovna Blavatsky bringt. Helena Petrovna Blavatsky ist heute noch in Verbindung mit der theosophischen Bewegung. Sie ist noch heute eine der Hilfen für die Theosophische Gesellschaft. Wenn wir eine Berechtigung haben, uns an sie zu wenden, dann hilft sie. Man braucht nur geschichtlich zu betrachten, was sie getan hat. Sehen Sie sich ihre Schriften an. Da finden Sie Dinge darin, von denen mancher Gelehrte sagt: Das hat man zusammenstoppeln können aus allen Büchern der Welt. - Ja, aber es hat niemals einer das an den verschiedenen Orten der Erde Vorhandene zusammengefunden. Manche Dinge stehen an den verborgensten Orten, an Orten, die keiner anderen Seele bis dahin zugänglich waren; genaue Zitate aus Schriften, auf denen seit Jahrhunderten kein menschliches Auge geruht hat, finden Sie in Blavatskys Schriften. Sie hat so viele in [Würzburg] geschrieben, während die Bücher [in Wahrheit] im Vatikan lagen. Gewiss hat sie auch Fehler gemacht. Aber wenn sie diesen nachgehen, so finden Sie, dass die Fehler auf etwas Bestimmtem beruhen, nämlich auf einer gewissen Unsicherheit des Lesens, die immer eintritt, wenn man tastend im Astrallicht zu lesen hat. Wir leben nicht bloß in der physischen Welt, wir leben auch in den höheren Welten. Wir sehen nicht bloß Physisches, sondern auch Geistiges. Wir sehen nicht bloß physisch, sondern auch geistig, und da kann man auch Bücher lesen, die im Vatikan in Rom liegen, man liest aber leicht verkehrt, man liest leicht 136 statt 631. Wo Fehler gemacht wurden, da zeigt es sich, dass sie immer in dieser Weise gemacht worden sind. Es wird jeder Einwand, der gemacht wird gegen das wahrhaft Wertvolle, gegen das Große und Bedeutungsvolle  dieser Persönlichkeit, für den, der sich wirklich darauf einlässt, leicht zu widerlegen sein. Aber es scheinen nicht viele, trotz allem und allem sich auf diese Tiefen der Sache einzulassen, sonst wäre es doch nicht möglich gewesen, dass kleine Fehler von Helena Petrovna Blavatsky in der letzten Zeit, da und dort - selbst im englischen «Vähan» - verspottet worden sind, dass Helena Petrovna Blavatsky manchmal leidenschaftlich erregt war, ein hartes, leidenschaftliches Wort gebraucht hat, Zigaretten geraucht hat. Es wurde gefragt, ob das wirklich ein großer Mensch sein könne, der Zigaretten raucht, manchmal erregt sein könne. Das gab die Veranlassung zu dem Vortrage von Frau Besant über Helena Petrovna Blavatsky. Nun sprach diese größte Schülerin von Helena Petrovna Blavatsky aus ihrem Persönlichen heraus. Jeder, der dabei war, wird gefunden haben, dass da etwas Gewaltiges aus dem Inneren hervorgetreten ist, jeder musste fühlen, dass da etwas Tiefes lebte. Sie hat auseinandergesetzt, dass es vielleicht Menschen gibt, die nicht verirrt sind - aber [sie hat auch] gefragt, ob sie auch die großen Eigenschaften Helena Petrovna Blavatskys haben. Gewiss, es gibt auch viele, die nicht Zigaretten rauchen, aber ob die die großen Eigenschaften der Helena Petrovna Blavatsky haben? Die Sonne habe auch Sonnenflecken, aber diese erleuchten nicht die Erde. Das Licht ist es, das wirkt erwärmend und befruchtend. Derjenige, der das haben will, welcher das erreichen will, was Helena Petrovna Blavatsky der Menschheit hat sein können, der muss auch das nachsehen können - und es sich genügen lassen an dem, was Großes und Gewaltiges dabei ist. Dann wird er immer tiefer und tiefer an den unpersönlichen Quell von Weisheit, Wahrheit und Leben herankommen. Dass das aus einer tiefernsten Erfahrung heraus gesprochen war, darauf kam es an, und gesprochen war von einer Persönlichkeit, die an jenem Abend selbst zugab, dass [Helena Petrovna Blavatsky] für sie die Lichtbringerin selbst war. Dann kamen die schönen, tiefen Worte, in denen Annie Besam sich, wie jeder fühlen konnte, ganz im Einklang befand mit allen Schülern der großen Lehrerin Helena Petrovna Blavatsky, an deren Spitze sie diejenigen stellte, die da besagten, dass man bedenken sollte, dass der Jiingeg der Anfänger vor allen Dingen, bevor er die Größe der Großen begreifen kann, sich selbst schädigt, wenn er durch eine voreilige, unverständige Kritik sich den Weg zu diesen Großen verlegt. Eine solche Gesinnung zu haben, in eine solche Stimmung zu kommen, wirklich das Gefühl in sich zu tragen, was das Rechte ist gegenüber dem Großen, das  ist Gewinn des Lebens, das ist der Anfang der höchsten spirituellen Erkenntnis. Keiner braucht jemand anderen zu verehren, ein jeglicher mag, so viel er will kritisieren in der Welt, aber am meisten schadet er dadurch sich selbst vor allen Dingen dann, wenn er zur Erkenntnis kommen will. Dann legt er sich selbst die größten Hindernisse in den Weg. Hier ist ein Ding, das man nicht missverstehen darf. Oft wird in den theosophischen Schriften gesagt: Kritisiert nicht, sucht zuerst zu verstehen, bevor ihr das eigene Urteil anlegt. - Und das wird so aufgefasst, als wenn es eine Vorschrift für alle Welt wäre. Die Theosophische Gesellschaft verpflichtet nicht, eine solche Vorschrift zu befolgen. Aber etwas anderes ist notwendig zu wissen, und das ist, dass man in dieser Stimmung des unbefangenen Hinnehmens sein muss, wenn diese Wahrheiten in uns einfließen sollen. Man kann das eine nicht ohne das andere wollen, und wer das eine ohne das andere will, ist gleich einem der eine Glasstange hat und will, dass sie elektrisch wird. Will er, dass sie elektrisch wird, so muss er sie reiben. will er sie nicht reiben, so wird sie nicht elektrisch. Wer Erkenntnis will, der soll und muss diese Stimmung haben. Es ist das eine nicht ohne das andere zu erreichen. Es ist ein Widerspruch in sich selbsg das eine ohne das andere erreichen zu wollen. Man muss die theosophische Anschauung nur recht verstehen. Sie ist nichts anderes als eine Erzählung. Niemals wird etwas gefordert von irgendwelchen Mitgliedern. Das ist etwas, wovon wir ganz weit entfernt sind, wovon namentlich diejenigen weit entfernt sind, welche wissen, worauf es ankommt, in der theosophischen Bewegung. Es wird nicht verlangt, dass wir irgendwelcher Autorität glauben, dass wir irgendwelchen Personenkult treiben. Je weniger wird Personenkult verlangt, je höher die Betreffenden stehen, denen er entgegengebracht wird. Alles Sprechen gegen Personenkult ist ein Sprechen gegen Dinge, die nicht da sind. Der große Moment, den ich charakterisieren wollte, war deh eine Persönlichkeit zu sehen, die hinaufschaut. Und der ganze Vortrag war ein Hinaufschauen. Das war das Bedeutungsvolle dabei. Diese zwei Momente habe ich Ihnen hervorheben wollen, weil sie sinnbildlich etwas von jenem Lebensgewinn zeigen, den man heute haben kann innerhalb der Theosophischen Gesellschaft. Zwei Dinge sind es, auf die es immer mehr und mehr ankommen wird. Das eine ist die Verwirklichung unseres ersten Grundsatzes: Den Kern einer Menschenbruderschaft zu begründen, den großen Humanitätskern hinzustellen,  und das zweite ist, ohne Autoritätsglaube, ohne Personenkultus verehren lernen, verehren lernen aus Freiheit, aus Erkenntnis. Entgegenbringen die Verehrung als eine Gabe, die frei ist, ohne Zwang. Solches kann erreicht werden. Dazu haben wir es gebracht in den dreißig Jahren. Wenn wir das tun, dann ist es, wie wenn ein Geist anderer Art durch den Raum ginge und alle erfüllte. Nach und nach gelangt der Theosoph zu dem Bewusstsein, dass das etwas viel Wirklicheres ist als das, was man mit Händen greifen kann. Bei der Eingangspforte zur Theosophischen Gesellschaft müsste jedem Mitglied der Gedanke auftauchen: Hier trittst du in eine Gesellschaft ein, in der geglaubt wird an die Wahrheiten und Wirklichkeiten des Geistes, in der geglaubt wird, dass in dir selbst Geist lebt. Das hängt zusammen mit der Mittelpunktserscheinung unserer Gesellschaft. Wir erkennen die großen Fortschritte des äußeren Lebens an, wir sind keine Reaktionäre, wir wissen, was es heißt, als Errungenschaft der äußeren Wissenschaft, dass im achtzehnten Jahrhundert in einer der großen Städte von 1000 Menschen 77 gestorben sind, während jetzt von 1000 nur noch 22 sterben. Wir wissen, was es heißt, dass unsere Industrie den Erdkreis errungen hat. Gegenüber allen diesen Errungenschaften gibt es eines innerhalb dieser modernen Wissenschaft, die Autorität in Anspruch nimmt, eines, was Ihnen immer wieder begegnen wird, und das ist eine Unsicherheit gegenüber den großen Fragen nach dem Göttlichen, gegenüber den großen Fragen nach den unsterblichen Mächten im Menschen. Und da hören Sie von denjenigen, welche am gelehrtesten am wissenschaftlichsten sind: Wir wissen nichts, wir können nichts wissen. Und das ist nur natürlich, denn das liegt in der gegenwärtigen Entwicklung. Aber, was für ein Wissen haben wir uns erworben? Um das so recht zu verstehen, was damit gesagt werden soll, müssen wir ein wenig zurückblicken in der Geschichte. Demjenigen, der heute vom Standpunkte der Schule, geschichtlich die Kulturwissenschaft studiert, dem wird gesagt, es habe ursprünglich primitive, ungebildete, rohe Völkerschaften gegeben. Sie leben noch in einzelnen Teilen der Erde. Von denen stammen wir ab. Wir wollen nicht prüfen, ob sich das so verhält. Aber wenn wir die religiösen Vorstellungen, die Sagen und Mythen, diese Weltenschriften prüfen, dann stehen wir und wissen nicht wie uns geschieht, wenn wir in die tiefen Weisheiten hineinschauen, für welche diese Mythen, diese Sagen der Ausdruck sind.  Bei den scheinbar wildesten Völkerschaften können wir im sagenhaften Bilde die tiefste Weisheit erblicken. Nicht wir tragen sie hinein. Wer sie betrachtet, wird finden, dass eine viel größere Kunst dazugehört, sie hineinzutragen als herauszuholen. Jene Völker haben nicht unsere Verstandesmittel und unsere Instrumente gekannt. Es ist wie ein Wunder, dass das Geheimnis des Stoffes in einer ähnlichen Weise dargelegt wird, wie es uns die Wissenschaft heute gibt. Lesen Sie jetzt aber einen bei der Naturforscherversammlung gehaltenen Vortrag über die Gehirnverhältnisse. Alles erscheint Ihnen chaotisch gegenüber der alten Weisheit. Es ist ein Unterschied darin, wie unsere Menschen denken und wie unsere Vorfahren dachten. Was sagt der heutige Mensch? Ich habe die Wahrheit ausgedacht. - Die Vorfahren würden Sie verwiesen haben auf ihre Lehrer, auf höhere und höhere Lehrer. Ein Zug tiefernster Bescheidenheit ging durch das Ganze, eine Bescheidenheit, die hinhören kann, die sich sagt, der Mensch ist in einer Entwicklung, auch das Wissen, die Weisheit ist in Entwicklung, und will ich dasjenige wissen, was ich nicht selbst wissen kann, so muss ich zu anderen Lehrern aufschauen. Nicht auf die Autorität hin sollen wir das Wissen annehmen, nein, wenn wir die Wahrheit, das Wissen gehört haben, können wir sie selbst auch finden. Es ist richtig, dass das Persönliche nichts wissen kann, über die Dinge, die über das Handgreifliche hinausgehen. Wollen wir darüber etwas wissen, so müssen wir uns an solche Lehrer wenden, die das Licht in sich entzündet haben, um uns zeigen zu können, wie es aussieht in den Welten, die über die physische Welt hinausragen. Das Lehrerprinzip werden sie uns nahebringen. Der Mensch der Gegenwart, mit aller seiner Wissenschaft, was hat er erreicht? Er hat vermocht das äußere Haus zu zimmern und in der äußeren Sinnenwelt es zu den denkbar größten Fortschritten zu bringen. Eines muss man aber bedenken. Denken Sie, alle Wissenschaft und Kultur brachte es dahin, unsere Erde zu einem wahren Prunkhause für die auf der Erde lebende Menschheit zu machen. Sie lehrt uns aber noch etwas anderes, nämlich dass diese physische Erde nicht mehr da sein wird, weil all das Große und Unendliche, was die materielle Kultur geleistet hat, verschwinden wird, zerstieben wird in seine Atome. Was lehrt uns diese physische Wissenschaft, was wird dann sein mit alledem, was der Mensch hier gewesen ist, und was er errungen hat? Ein Ach weiß es nich>, muss diese Wissenschaft sagen, die sich nur auf diese Erde beschränkt.  Über diese Frage können nur die etwas wissen, welche mehr erfahren haben als das, was mit der Erde zusammenhängt - und die sprechen nicht so darüber. Wir müssen uns hinwenden zu den großen Lehrern. Daher führt die theosophische Lehre zuletzt zu den großen Meistern und Lehrern des Menschengeschlechts. Dann kommt man auf den Standpunkt, sich zu sagen, ein gewisses Menschenwissen ist eitel. Aber es gibt Menschenwesen, die über den Standpunkt hinaus sind, und erreicht haben etwas, was noch sein wird, wenn die Erde längst zerstoben sein wird. Wir müssen den Weg finden zu den höheren Individualitäten, die da sprechen zu den Menschen, die sie hören wollen. Nicht zu Sich-Überhebenden spricht der Meister, nur zu dem, der wirklich im höchsten Sinne bescheiden ist, der sich zu einem Gefäße und Werkzeug des Meisters macht. Zu dem spricht der Meister im höchsten Sinne. Hatte diese Bescheidenheit auch die Begründerin der Theosophischen Gesellschaft, Helena Petrovna Blavatsky? Wie leicht hätte sie sagen können: Was in meinen Büchern steht, stammt aus meinem Wissen. - Aber stets hat sie sich auf die berufen, die hinter ihr standen, auf die erleuchteten Führer und Meister der Weisheit. So hat also Helena Petrovna Blavatsky jene große Bescheidenheit gehabt. Viele sind, die allerdings nicht hören wollen von den sogenannten höheren Welten, die die Theosophische Gesellschaft gerade deshalb meiden wollen, weil da gesprochen wird von einem Devachanplan und einem Astralplan. Aber nicht darauf kommt es an, ob man sich vor diesen Dingen scheut und fürchtü, sondern darauf, ob sie wahr sind. Die Meister haben uns mehr über diese Dinge mitgeteilt, weil wir sie im Leben brauchen. Gewiss, man kann durch äußere Beobachtung des Lebens viel erfahren, der Verstand kann uns viel sagen. Auch die Sittenlehre kann der Verstand begreifen. Über Neid, Feigheit, Lüge und so weiter kann mancher moralisiert werden von dem gewöhnlichen Standpunkte aus. Aber Neid, Feigheit, Lüge sind doch Dinge, die in Wahrheit in der hÖheren Welt beobachtet werden. In der physischen Welt ist die Lüge ein verhältnismäßig leichtes Vergehen. Aber nichts ist sie gegenüber dem, was sie schon auf dem Astralplan ist. In dem Augenblicke, wo Sie eine Lüge sagen, bewirken Sie etwas, was wie die Zerstörung eines lebendigen Wesens ist. Diese Tötung tragen Sie dann mit sich. Sie vermischt sich mit Ihrem eigenen Astralkörper. Was wir sonst von der Lüge nur als Außenwelt kennenlernen, das lernen wir dann in seiner Lebendigkeit kennen.  Da wird das, was hier sinnlich ist, geistig. Heute haben wir es nötig, wieder in den Geist eingeführt zu werden, ihn wieder zuerst zu ahnen, um dann zum sicheren Wissen geführt zu werden. Das ist das Leben, das durch die theosophische Bewegung pulsieren muss. Wenn dieses Leben nicht durch die theosophische Bewegung geht, dann erreicht sie nicht das, wozu sie bestimmt ist. Diese führenden Meister, alle unsere schÖnen Lehren und unsere Theorien sind umsonst, wenn es nicht da und dort in der Welt eine Reihe von Menschen gibt, die sich zusammenfinden in der Stimmung, die wir geschildert haben, in der Stimmung, dass sie schon beim Toreingang sich sagen: Hier wird nur im Bewusstsein gelebt, dass der Geist eine Wirklichkeit ist. - Wenn jeden Zuhörer diese Stimmung erfüllt, dann hat unser Zweig einen Sinn, dann sind Sie selbst der Quell von etwas Lebendigem. Wenn wir in dem Bewusstsein der Wahrheit des Geistes zusammen sind, dann ist dieses Bewusstsein eine Kraft, und so viele da sind, die dieses Bewusstsein haben, bilden einen Auffänger, wie einen elektrischen Auffänger. Und wenn dann, sei es durch irgendjemanden, Gedanken ausgesprochen werden, die zusammenstimmen mit den harmonischen Weltgesetzen und von all den Seelen in uns erfasst und ein Mittelpunkt gebildet wird, dann gehen sie von da aus durch die ganze Stadt und beeinflussen die ganze Stadt, wenn wir das Bewusstsein des Geistes haben. Meine Worte haben keine Bedeutung, wenn sich nicht Leute finden, die sie so aufnehmen und sie hinausführen in die Welt. Deshalb kommen wir in der Gesellschaft zusammen. Wenn wir dieses Bewusstsein haben, dann erst sind wir wirklich eine theosophische Gesellschaft. Dass dieses Bewusstsein immer intensiver, immer stärker und kräftiger wird bei uns, dass wir wirklich durch den Glauben und durch das Wissen an den Geist und von dem Geist eine Kraft zeigen, das soll durch unsere Versammlungen bewirkt werden. Es kommt wirklich nicht darauf an, dass wir Bücher lesen, lehren hören, sondern dass wir dieses Bewusstsein vom Geist annehmen und aneignen und dann, wenn es möglichst viele der Zweige gibt, welche dieses Bewusstsein vom Geist haben, dann erst gibt es eine Theosophische Gesellschaft. So lange aber nicht. Nicht auf die Lehre, nicht auf das Dogma, sondern auf das Bewusstsein vom Geist kommt es an.  GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Berlin, am 22. Oktober 1905, Motzstr. 17 Bericht in den Jitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben uon Mathilde Scholl», Nr. 1/1905 Gegen halb elf Uhr eröffnete Herr Dr. Rudolf Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion die dritte ordentliche Generalversammlung und begrüßte die Vertreter der auswärtigen Zweige und sämtliche anderen Gäste. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls der Generalversammlung vom 30. Oktober 1904 erfolgt Feststellung der Stimmenanzahl der verschiedenen Zweige mit nachstehendem Ergebnis: Besam-Zweig Berliner Zweig Charlottenburger Zweig Zweig Weimar Zweig München Zweig Stuttgart I Zweig Stuttgart II Zweig Stuttgart III Zweig Freiburg i.Br. Zweig Lugano Zweig Karlsruhe i.Br. Zweig Köln Zweig Düsseldorf Zweig Hamburg Zweig Hannover Zweig Leipzig Zweig Dresden Zweig Nürnberg 83 18 5 11 33 9 11 11 10 9 9 22 15 21 25 26 9 18 Mitglieder 5 Stimmen 2 2 2 3 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 2 2 Zusammen 41 Stimmen.  Absolute Majorität 21 Stimmen Zwei Drittel Majorität 28 Stimmen. Es wird folgender Geschäftsordnungsantrag durch Herrn Hubo gestellt: Die Generalversammlung wolle beschließen, das Recht der Veröffentlichung über die Generalversammlung ausschließlich dem Generalsekretär zuzugestehen; jede andere Veröffentlichung aber als unzulässig zu erklären. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Dr. LOhnis, Ahner, Krojanker, Arenson, Stübing, Kieser, Dr. Paulus, Dr. Steiner beteiligen, wird nach Schluss derselben auf Antrag Wagner der Antrag Hubo wie nachstehend mit allen gegen zwei Stimmen angenommen: «Der Bericht über die Generalversammlung ist vom Generalsekretär zu vervielfältigen und oenraulicb den sämtlichen Mitgliedern zu übersenden: Er darf sonst nicht veröffentlicht noch versandt werdenm Zum ersten Punkt der Tagesordnung - Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs - spricht Dr. Rudolf Steiner Folgendes: ·Die theosophische Bewegung hat innerhalb Deutschlands und der Schweiz eine extensive und intensive Verbreitung gefunden. Der theosophische Gedanke scheint mehr und mehr verstanden zu werden. Bei meinen Besuchen in München, Nürnberg, Regensburg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Bonn, Köln, Düsseldorf, Weimar, Zürich, Basel, Kassel und so weiter hat sich gezeigt, dass viel Sehnsucht nach einer geistigen Vertiefung des Lebens in den Herzen wurzelt. In diesen Städten haben wir entweder schon Zweige oder es ist deren Gründung in Aussicht. So sind in Freiburg im Breisgau und Karlsruhe Zweige entstanden, und in anderen Städten: Sankt Gallen, Frankfurt am Main und so weiter dürften demnächst solche entstehen. In Basel und Heidelberg sind die Verhältnisse schwieriger; da muss erst noch das Verständnis hervorgerufen werden, dass durch unsere Gesellschaft der hohe Geist fließt, welcher in die Welt vor dreißigJahren gesandt worden ist. Es ist da noch viel Missverständnis aufzuklären, das durch die abgespaltenen theosophischen Bewegungen hervorgerufen worden ist. Diese Sehnsucht soll uns Kraft geben. Alles kommt darauf an, dass wir nicht bloß theosophische Lehren, sondern theosophisches Leben pflegen. Erst wenn einmal aus Kunst, Wissenschaft und allen anderen Zweigen des Lebens Theosophie herausstrahlt, erst dann hat diese ihre Mission ganz ergriffen. Was die theosophische Bewegung bedeutet, hat  sich in schöner Weise auf dem Kongress der Föderation europäischer Sektionen in London wieder gezeigt. Man mag gegen solche Kongresse einwenden, was man will; Vollkommenes ist nicht vom Himmel gefallen; hier handelt es sich aber um Absichten. Wir müssen uns das Ideal stellen, was verbesserungsbedürftig ist, besser zu machen, mitzuarbeiten und nicht zu kritisieren. Bevor ich zum Kongressbericht übergehe, möchte ich eine Tatsache erwähnen, die Beziehung hat zu gewissen Vorgängen der letzten Zeit. Am Vorabend des Kongresses sprach Frau Besant in der Blavatsky-Lodge über die Erfordernisse der Schülerschaft im Zusammenhänge mit Helena Petrovna Blavatsky. Alle, welche damals zugegen waren, werden nicht widersprechen, wenn ich sage, dass dies eine Stunde innigen theosophischen Zusammenlebens war, von der man einen bleibenden Herzens- und Geisteseindruck mitnehmen konnte. Ich habe Frau Besant selten in so innerlicher und herzlicher Weise sprechen gehört. Im englischen ·Vähan> war einige Zeit vorher zum Ausdruck gekommen, dass die Eigenschaften von Helena Petrovna Blavatsky im Widerspruch mit der Schülerschaft ständen, und es war die Frage aufgeworfen worden: Kann jemand die Eigenschaften besitzen und doch von solchen Fehlern, wie Rauchen, zeitweiligem leidenschaftlichem Aufbrausen und so weiter nicht frei sein? Frau Besant knüpfte an diese Bemerkung des <Vähan> an und sagte, dass Helena Petrovna Blavatsky eine Persönlichkeit gewesen sei, die für sie der Lichtbringer war; sie sei es, die sie aus der Dunkelheit dem Lichte entgegengeführt habe. Nun ja, es ist wahg Frau Helena Petrovna Blavatsky hat geraucht, ist aufgebraust; wissen solche Fragesteller aber, was es heißt, die Stürme und Kämpfe durchzumachen, die jemand zu bestehen haL bis er sich zu dieser Stufe der Erkenntnis durchgearbeitet hat? Auch die Sonne hat Sonnenflecken, aber wir sollten sie nicht nach diesen Flecken beurteilen, sondern als die Bringerin von Licht und Wärme. Die jüngeren Mitglieder sollten die älteren Mitglieder, die sie nicht in ihrer Größe erkennen können, erst zu verstehen trachten, ehe sie zu kritisieren beginnen. Daran lassen Sie uns einige Worte anknüpfen über Personenkultus und Autoritätsglauben, weil über derartiges auch in unserer Sektion gesprochen worden ist. Es könnte scheinen, dass ich hier jetzt selber solchen Personenkultus und Autoritätsglauben in Bezug auf Frau Besam treiben wollte. Mir lag es in der Zeit, bevor ich Frau Besant kannte, so fern wie nur irgend möglich, Personenkultus zu treiben; mir lag es nä her, mich weiter in der Welt nach der Wahrheit umzuschauen. Da lernte ich Frau Besant kennen. Nicht aus Personenkultus, sondern aus dem geistigen Inhalte der Persönlichkeit heraus wurde mir die Überzeugung, dass in ihr das lebt, was zu den höheren spirituellen Welten führt. Vor Helena Petrovna Blavatsky stand ich noch vor fünfzehn Jahren wie vor einem Rätsel, aber durch Frau Besant habe ich auch den Weg zu Helena Petrovna Blavatsky gefunden. Frau Besant verlangt am wenigsten Personenkultus; nichts ist ihr unangenehmer als dieser. Von mir hat Frau Besant niemals den geringsten Personenkultus verlangt. Auf dem Kongresse spielte sich eine Szene ab, die den Weltberuf der Theosophischen Gesellschaft symbolisch zum Ausdruck zu bringen scheint. Da waren außer Frau Besam die Vertreter der verschiedenen Sektionen und Länder. Jeder sprach in seiner Muttersprache. Man hörte da in der Sprache der verschiedensten Völker der Erde die allen gemeinsame Idee der Theosophie; Holländisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Schwedisch, Russisch, Finnisch, Ungarisch, Indisch. Der Verlauf des Kongresses war der gebräuchliche. Es gab eine Ausstellung, insbesondere von kunstgewerblichen Arbeiten unserer Mitglieder. Von deutschen Ausstellern möchte ich hervorheben Lauweriks (Düsseldorf), Seydewitz (München), Boyer (Düsseldorf), Fräulein Stinde (München), Fräulein Schmidt (Stuttgart). Erwähnt sollen werden die Bilder des Irländers Russell, der versucht hat, inneres astrales Leben im Milieu und auch in der Symbolik in seinen Landschaften und Personen zum Ausdruck zu bringen. Frau Besant hat auch darauf hingewiesen, dass, wer in der Kunst Theosophie suchen will, sie zum Beispiel bei Richard Wagner finden könne. Auch auf das plastische Werk eines Bildhauers Ezekiel wurde hingewiesen, der in Italien lebt. Frau Besant meinte, dass es gut wiedergebe, was ein Theosoph von Christus sich vorstellen kann. Zu erwähnen ist noch der Vortrag von Frau Besant am Sonntag-Abend über okkulte Forschung, ihre Methoden und Gefahren. Niemand sollte auf guten Glauben oder auf Autorität hin irgendetwas annehmen, was von der okkulten Forschung behauptet wird, sondern er soll es nur zunächst als Anregung betrachten. Das, was da zutage tritt, wird auf schwierigen Wegen erforscht. Daher darf der, welcher solche Forschungen treibt, nur anregen wollen. Mir selbst war es gestattet, einen Vortrag über die okkulte Grundlage in Goethes Werken zu halten.  Wegen des Jahrbuchs der Föderation vom vorigen Jahre bemerke ich, dass dasselbe Anfang Juli fertiggestellt war bis auf das Register, welches wohl in diesen Tagen beendet sein dürfte. Diesmal dürfte das Jahrbuch wohl in kürzerer Zeit fertig werden. Der Ort des Kongresses von 1906 ist Paris. Er findet voraussichtlich im Monat Mai statt. Hiermit wären die sachlichen Ausführungen zu Ende. Ich möchte aber, dass diese Ausführungen so aufgefasst werden, wie sie gemeint sind, und dass diese Mitteilungen nicht anders verstanden werden, als dass alle theosophischen Lehren, Dogmen und Gedanken nur dann Wen haben, wenn sie in das unmittelbare Leben einfließen. Diejenigen, welche in die Theosophische Gesellschaft eintreten, sollten wissen, dass jeder, der da sitzt, eine Kraftbatterie sein sollte für den Geist. Wir sind klar über das lebendige Weben und Leben des Geistes. Wir wollen nicht durch bloße Worte auf dem physischen Plan die Lehren verbreiten. 'Wir wissen, dass der Geist hinausflutet, wie der Strom einer elektrischen Kraftquelle. Wo Theosophen zusammensitzen, soll eine solche Kraftquelle sein. Dann werden sich auch die finden, welche diese Wellen aufnehmen. Man sollte sich fühlen als Mitglieder einer spirituellen Gemeinschaft> Nunmehr folgt der Rechenschaftsbericht des Kassierers Herrn Seiler: Die Gesamteinnahmen im vergangenen Geschäftsjahre betrugen Die Gesamtausgaben somit Überschuss 1462 Mark 936,67 Mark 525,33 Mark Dazu kommen noch auf der Bank befindliche 1000 Mark, sodass sich ein Barvermögen von zusammen 1525,33 Mark ergibt. Hierzu teilt Dr. Steiner mit, dass ihm von der Gräfin Wachtmeister für die theosophische Arbeit in Deutschland 50 Pfund zur Verfügung gestellt worden sind. Er bitte, dieselben ausschließlich der Propaganda zuzuwenden und mit Fräulein von Sivers zusammen verwalten zu dürfen. Die Generalversammlung stimmte dem zu. Fräulein von Sivers, als Sekretär der Deutschen Sektion, gibt folgenden Bericht über den Gang des theosophischen Lebens im verflossenen Jahr: Die Zahl der Zweige ist 18 gegenüber dem vorigen Jahr 13, Zuwachs 5 (Besam-Zweig, Stuttgart II und III, Freiburg, Karlsruhe).  Absolute Zahl der Mitglieder 377 gegen Vorjahr 256, Zuwachs 121. Ausgetreten 8. Gestorben 3. Neu eingetreten 132 gegen 121 im Vorjahr. Mitglieder in den einzelnen Zweigen: Besant-Zweig [neu gegründet] 83 Berliner Zweig [DTG] 18 Charlottenburg 5 Weimar 11 München 33 Stuttgart I 9 Stuttgart II (Kerning-Loge) 11 Stuttgart III 11 Freiburg i.Br. 10 Lugano 9 Karlsruhe 9 Köln a. Rh. 22 Düsseldorf 15 Hamburg 21 Hannover 25 Leipzig 26 Dresden 9 Nürnberg 18 Sektionsmitglieder 22 Berichte der einzelnen Zweige: Herr Ahner berichtet über Dresden, dass es in der theosophischen Bewegung dort viel Kampf gegeben habe, besonders mit der Sezession. Die Verhältnisse hätten dazu geführt, eine Adyar-Loge zu gründen, der es jedoch sehr schwerfalle, ihren Mitgliederbestand aufrechtzuerhalten, da Mittel sehr wenig vorhanden seien. Es könne daher nur Arbeit in kleinerem Kreise verrichtet werden. Herr Ahner schließt mit einem allgemeinen Appell an die Freigiebigkeit der bemittelten Mitglieder.  Herr Hubo fordert auf, solche freiwillige Gaben gleich im Anschlusse an die Generalversammlung zu leisten. Nach dem Berichte des Kassenrevisors, Herrn Krojanker, wird dem Kassierer Decharge erteilt, ebenso nachher diese auch den übrigen Vorstandsmitgliedern. Der nächste Punkt der Tagesordnung ist Wahl des Vorstandes: Zur Wahl des Generalsekretärs nimmt Herr Bresch das Wort und sagt etwa Folgendes: Er sei gegen die Wiederwahl Dr. Steiners. Vor drei Jahren habe er selbst diesen aufgefordert, den Posten anzunehmen. Damals war Dr. Steiner als Gelehrter anzusehen. Seither wirke er als Okkultist, und da müsse gesagt werden, dass solche Persönlichkeiten in Verwaltungsstellen nicht die geeigneten wären. Dr. Steiner könne seine Dienste als Lehrer besser leisten, wenn er nicht mit dem Posten des Generalsekretärs belastet sei. Außerdem sei es gefährlich, Menschen mit okkulten Prätentionen in solchen Stellen zu haben. Das habe der Fall Judge bewiesen. Okkultes Leben hänge nur zu leicht mit Schwindel, Hochstapelei, Täuschung und so weiter zusammen. Herr Bresch möchte daher Dr. Steiner ersuchen, selbst auf eine Wiederwahl zu verzichten. Dr. Steiner bemerkt zunächst, dass ja noch gar nicht Antrag auf Wiederwahl gestellt sei. Er würdige die Gründe des Herrn Bresch bis zu einem gewissen Grade; allein wie die Dinge heute stehen, müsse er sich verpflichtet halten, die Wahl anzunehmen, falls er gewählt würde. Antrag Arenson: Dr. Steiner soll zum Generalsekretär wiedergewählt werden. Für die Zeit dieser Wahl übergibt Dr. Steiner den Vorsitz an Fräulein Scholl. Herr Stübing fragt an, ob es nicht möglich sei, dass Dr. Steiner seine Tätigkeit ganz der Propaganda widme. Dr. Steiner erwidert, dass das schon längst von ihm erwünscht werde, aber nach Lage der Dinge würde er im Augenblick seine Pflicht gegenüber der Theosophischen Bewegung verletzen, wenn er die Wahl nicht annähme. Herr Hubo schlägt den Mittelweg vor, Dr. Steiner wiederzuwählen, ihm aber durch besoldete Hilfskräfte mechanische Arbeiten abzunehmen. Zur Geschäftsordnung bittet Dr. Steiner diese Anträge getrennt zu behandeln.  Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Ahner, Dr. Paulus, Arenson beteiligen, wird nach Antrag auf Schluss der Debatte Dr. Steiner in namentlicher Abstimmung mit allen gegen zwei Stimmen wiedergewählt. Derselbe übernimmt wieder den Vorsitz. Es folgt die Wahl der übrigen zwölf Vorstandsmitglieder; dieselben werden einzeln in namentlicher Abstimmung gewähk Es gehen aus der Wahl hervor: 1. Fräulein von Sivers, 2. Fräulein Scholl, 3. Frau Liibke, 4. Fräulein Sünde, 5. Herr Arenson, 6. Herr Kolbe, 7. Herr Kiem, 8. Herr Wagner, 9. Herr Deinhardt, 10. Herr Bauer, 11. Herr Hubo, 12. Herr Ahner. Hierauf erfolgt Wahl des Schatzmeisters. Auf Antrag von Herrn Wagner wird Herr Seiler wiedergewählt. Zu Kassenrevisoren werden, da Herr Krojanker die Wiederwahl ablehnt, Fräulein Motzkus und Herr Tessmar vorgeschlagen und gewählt. Antrag des Generalsekretärs: Aus Billigkeitsgriinden sollten auch die Sektionsmitglieder, deren wir in Deutschland gegenwärtig 22 haben und die keinem Zweige angehören, eine Vertretung in der Generalversammlung haben. Er schlage im Namen des Vorstandes vor, dass sie zusammen wie ein Zweig behandelt werden sollen, das heißt, außer einem gemeinsamen Delegierten noch für je 25 (angefangene 25 zählen voll) je einen weiteren Delegierten haben sollen. Wird angenommen. Dr. Steiner erbittet den Auftrag, die Generalsekretäre der übrigen Sektionen im Namen der Generalversammlung zu begrüßen. Angenommen.  Antrag Bresch und Dr. Löhnis, betreffend die Fuente-Angelegenheit, Leipzig, 30. August 1905: Antrag: Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wolle beschließen, wie folgt: 1. Dem Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, Mr H. S. Olcott, wird das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft deshalb ausgedrückt, weil er es gestattete, dass Mrs Besant die Hälfte des Vermögensnachlasses des Don Salvador de la Fuente zu Zwecken des Ccntral-Hindu-Colkge verwendete, obwohl dieses laut schiedsrichterlichen Gutachtens in den Papieren des Erblassers nicht erwähnt wird, dort vielmehr gesagt ist, dass das Vermächtnis für Zwecke der Theosophischen Gesellschaft Verwendung finden sollte. 2. Dem Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft wird das Missfallen fernerhin deshalb ausgedrückt, weil er auf sachlich begründete Beschwerden einzelner Mitglieder diesen mit persönlichen Beleidigungen (·impertinences» und ·selfishness», laut «Theosophisr, July 1905, p. 622) geantwortet hat. 3. Der Präsident der Theosophischen Gesellschaft wird aufgefordert, die in seinem Besitze befindlichen, ihm als Stellvertreter der Theosophischen Gesellschaft ausgehändigten Stiftungen und Vermächtnisse, da nunmehr die Theosophische Gesellschaft Korporationsrechte erlangt hat, dieser selbst zu übergeben. 4. Der Präsident wird weiterhin aufgeforderL bei der Verwendung von Stiftungen und Vermächtnissen, die für Zwecke der Theosophischen Gesellschaft bestimmt sind, stets die vorherige Zustimmung des Zentralvorstandes einzuholen, da er selbst laut Paragraf 11 der Satzungen der Theosophischen Gesellschaft nur als Mitverwalter, nicht als alleiniger Verwalter des Gesellschaftseigentums fungiert. 5. Dem Vizepräsidenten sowie den Generalsekretären der verschiedenen Sektionen wird als Mitgliedern des Zentralvorstandes das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion ausgedrückt, weil sie es unterlassen haben, gegen das von Mr Olcott und Mrs Besam geübte widerrechtliche Verfahren in Sachen des Fuente-Vermächtnisses Einspruch zu erheben. 6. Der Zentralvorstand wird aufgefordert, sich die Dokumente des Fuente-Vermächtnisses vom Präsidenten vorlegen zu lassen, und diese Angelegenheit unter Hinzuziehung eines ordentlichen Gerichtes ordnungsgemäß zu erledigen.  7. Seitens des Generalsekretärs der Deutschen Sektion sind die unter No. 1 bis 6 angeführten Beschlüsse innerhalb vier Wochen in der erforderlichen Anzahl von Exemplaren auszufertigen und danach sofort in je einem Exemplar dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten sowie den Generalsekretären sämtlicher Sektionen der Theosophischen Gesellschaft eingeschrieben zuzusenden. Richard Bresch, Dr. F. Löhnis Dr. Steiner teilt mit, dass dazu vorliege: 1. Gegenantrag der Loge München und mehrerer anderer Logen: ·An den Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft.» In Nummer 3 des ·Vähan», Jahrgang VII, veröffentlicht Herr Bresch einen Antrag an die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, nach welchem diese beschließen wolle: Dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten sowie den Generalsekretären der verschiedenen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft auszudrücken, weil sie es gestattet beziehungsweise keinen Einspruch dagegen erhoben haben, dass Mrs Besannt die Hälfte des Vermögensnachlasses des Don Salvador de la Fuente zu Zwecken des Central-Hindu-College verwendete. Obwohl der Schiedsrichter Sir Subramania Iyer in seinem Schiedsspruch erkannte: <däss Mrs Bcsant an eine Hälfte des von Fuentc Colonel Olcott und ihr vermachten Vermögens Anrecht hat>, obwohl andererseits Herr Bresch schon einmal einen gegen Präsident Olcott und Mrs Besant in dieser Angelegenheit von ihm erhobenen Vorwurf als gegenstandslos und hinfällig erkennen musste («Vähan» No. 12, Jahrgang VI, Seite 280), möchten doch Herr Bresch und seine Freunde Mrs Besant vor Gericht stellen, weil Herr Bresch das Geld verteilt wissen möchte, und weil Herr Bresch und seine Freunde zu keinem Führer unserer Bewegung Vertrauen haben. Herr Dr. F. Löhnis, der Mitunterzeichnete des erwähnten Antrages, wirft in einem Artikel, welcher der Begründung dieses Antrages vorausgeht (·Vähan· No. 3, Jahrgang VII), Mr Mead Unwahrhaftigkeit, Mr Olcott Parteilichkeit, Mrs Besam Stolz und der Mehrzahl der Mitglieder Servilismus vor. Die unterzeichneten Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft halten den Antrag des Herrn Bresch und seiner Freunde für ungerechtfertigt und erblicken in der Beweisführung des Herrn Dr. Löhnis eine ungerechtfertigte Beleidigung der hochgeachteten Führer unserer Bewegung und der Mehrzahl der Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft. Um dem Vertrauen der Mitglieder der Deutschen Sektion zu den  verehrten Führern der Bewegung Ausdruck zu verleihen, bitten die unterzeichneten Mitglieder: Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wolle den erwähnten Antrag ablehnen und folgenden zu Beschluss erheben: Antrag: <Dic Generalversammlung der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft spricht Mr H. S. Olcott und Mrs Besant in dankbarer Anerkennung der großen Dienste, welche sie der Gesellschaft erwiesen, das vollste Vertrauen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft aus. Die Generalversammlung spricht die Überzeugung aus, dass Mrs Besant in Verwendung der Hälfte des von Don Salvador de la Fuente Colonel Olcott und ihr vermachten Vermögens vollberechtigt handelte.>· München, den 22. September 1905. Rosa von Hofstetten, 1. Vorsitzende der Münchener Loge. Sophie Stinde, 2. Vorsitzende der Münchener Loge. Heinrich Hiernickel. Gräfin Pauline von Kalckreuth. Emmy von Rumpkr. Harriet Vacano. Marie von Seydewitz. M. M. von Scherpenberg. Hermine von Schcrpenberg. Max von Seydewitz. Emmy von Gumppenberg. Gertrud von Tschirschky geb. Scholtz. 2. Antrag des Zweiges Hannouer: Hannover, den 12. Oktober 1905. Betreffend Antrag von Bresch und Genossen. Entgegen dem Antrage der Herren Bresch und Genossen (abgedruckt im <Vähan> vom September dieses Jahres) hat der Zweig Hannover in seiner Sitzung am 9. Oktober dieses Jahres beschlossen, folgenden Antrag der Generalversammlung am 22. Oktober diesen Jahres vorzulegen: Antrag: ·In Sachen des vom Zweige Leipzig beziehungsweise der Herren Bresch und Genossen gestellten Antrages laut <Vähan» vom September dieses Jahres beantragt der Zweig Hannover, über diesen Gegenstand zur Tagesordnung überzugehen mit der Begründung, dass es - ganz abgesehen von der Frage, ob die einzelnen Beschwerden sachlich zu rechtfertigen seien oder nicht - formell durchaus unzweckmäßig ist, dergleichen  Angelegenheiten der Gesellschaft in einem öffentlichen Blatte zu verhandeln und sie dann noch gar vonseiten einer Sektion aus zu vertreten. Dieses muss das Ansehen unserer Gesellschaft schädigen und den Einfluss unserer Bewegung beeinträchtigen. Derartige Meinungsäußerungen sollten nur persönlich und privatim aufgrund sachkundiger Untersuchung mehr als formeller Beurteilung vorgebracht werden, und sie sollten niemals vor der Öffentlichkeit, sondern höchstens in geschlossenen Verhandlungen der Beteiligten erledigt werden.· Der Vorstand des Zweiges Hannover der Theosophischen Gesellschaft. Wilhelm Eggers. Der Generalsekretär teilt mit, dass sich dem Antrage München folgende Zweige angeschlossen haben: Es unterzeichneten die Kölner Loge, Weimaraner Loge, Hamburger Loge, Hannoversche Loge, Lugano-Loge, Düsseldorfer Loge, Nürnberger Loge, Münchener Loge und der Besant-Zweig in Berlin. Hierauf teilen die Delegierten Bauer (Nürnberg), Mücke (BesantZweig), Lübke (Weimar), Arenson (Zweig III., Stuttgart) die Beschlüsse ihrer Zweige mit: Dem Antrag von Hannover auf Übergang zur Tagesordnung beizutreten. Derselbe wird als der weitestgehende zuerst behandelt. Gegen den Antrag sprechen die Herren Krojanker, Jahn und Stübing, welch letztere beiden hervorheben, dass die Herren Bresch und Löhnis missverstanden werden. Außerdem sei bereits ein neuer Antrag in weniger scharfer Form ausgearbeiteG man sollte schon im Interesse der Gerechtigkeit die Herren zu Worte kommen lassen. Es wäre Intoleranz und untheosophisch gehandelt, wenn man den Antrag Hannover annehme. Die Delegierten Arenson, Baueg Huchthausen, Hubo, von Sivers sprechen für den Antrag, der wohldurchdacht sei. Von Intoleranz könne keine  Rede sein. Eine Aussprache würde schwerlich Neues zutage fördern, und die Versammlung hätte Besseres zu tun, als all das, was in den letzten Wochen nach dieser Richtung gesagt worden ist, nochmals anzuhören. Die Form und der Inhalt des Antrages Bresch seien so schwer beleidigend, dass auch mit Rücksicht auf das in der Vorstandssitzung BekanntGewordene die Annahme des Antrages Hannover das einzig Würdige sei. Nach Annahme eines Antrages auf Schluss der Debatte wird der Antrag Hannover mit überwiegender Mehrheit angenommen, worauf die Herren Bresch und Löhnis und ein Anhänger derselben die Versammlung demonstrativ verlassen. Es wird nun ein Schreiben der Herren Dr. Hübbe-Schleiden und Deinhard über die in den letzten Wochen von Leipzig aus verbreitete Broschüre des Herrn Dr. Hensoldt verlesen; dasselbe lautet: ·An die Jahresversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin, am 22. Oktober 1905. Zu den Anträgen der Herren Bresch und Genossen, betreffend die Verwendung des De-la-FuenteVermächtnisses, erbitten die Unterzeichneten die Erlaubnis, ihre persönliche Ansicht äußern zu dürfen: Es liegt uns eine Schrift von Dr. Hcinrich Hensoldt 4\nnie Besam, eine wunderliche Hcilige· vor, die uns von Leipzig aus zugesandt worden ist. Uns drängt sich die Vermutung auf, dass diese Schrift, die Veranlassung der von dort ausgegangenen Agitation gegen die Leiter unserer Gesellschaft war. Diese Schrift verfolgt allein den Zweck, unsere Gesellschaft zu bekämpfen und zu unterdrücken. Es sind darin unrichtige Angaben von Tatsachen mit einer gehässigen Entstellung wirklicher Verhältnisse vermischt. Die Schilderung des Charakters und des Strebens von Frau Besam und von Oberst Olcott (Seite 42 und folgende) ist in der Hauptsache das gerade Gegenteil der Wirklichkeit. Das von ihnen gezeichnete Bild widerspricht dem Urteil, welches alle ihnen Nächststchcnden von ihrem sittlichen und intellektuellen Werte haben; und um solche Persönlichkeiten stichhaltig beurteilen zu können, muss man sie jahrzehntelang gekannt haben. Ein gleiches Erfordernis gilt für die Beurteilung der sachlichen Verhältnisse. Was nun besonders die Verwendung des de la Fuente'schen Vermächtnisses betrifft, so hat diese im Sinne des Erblassers stattgefunden. Dr. Hensoldt beanstandet (Seite 46) dabei nur die Zuwendung an die große Adyar-Bibliothek. Unzweifelhaft ist aber gerade diese die bedeutendste Schöpfung unserer Bewegung. Daher musste deren Unterstützung schon in erster Linie in Betracht kommen. Unter der Oberleitung des Herrn Dr. Otto Schrader, eines hervorragenden deutschen Sanskrit- und Paligekhrten, steht nun diese Sammlung seltener Bücher und einziger Handschrif ten im Begriffe, sich zu einerWeltbibliothek ersten Ranges zu entwickeln. Dazu dient der Kapitalbeitrag jenes Vermächtnisses als notwendige Vorbedingung. Wäre dieses also selbst nicht der Wunsch des Erblassers gewesen, so hätte doch dessen Schenkung keine segensreichere Verwendung finden können. Im Übrigen sind wir älteren Mitglieder mit der Tatsache vertrauL dass unsere Gesellschaft alle zehn Jahre durch eine Krisis hindurchzugehen pflegt, in der stets ganz dieselben Einwendungen gegen sie erhoben werden. Ihre Gründung fand im Jahre [1875] statt, die Coulomb-Krisis 1885, die Judge-Krisis [1895], die gegenwärtige Krisis 1905: Die Wirkung aller dieser Krisen aber ist bisher stets die gewesen, dass alle diejenigen, die das Wesen unserer Gesellschaft nur intellektuell beurteilen, von ihr abfallen, weil sie nicht die nötige Intuition besitzen, um den Geist zu spüren, welcher durch die Leiter unserer Gesellschaft wirksam ist.» DÖhren bei Hannover, den 12. Oktober 1905. Hiibbe-Schkiden. Ludwig Deinhard. Dr. Steiner erklärt die Broschüre für ein schlimmes Pamphlet und teilt mit, dass Herr Bresch in der Vorstandssitzung gesagt habe, Druck- und Adressenmaterial habe er Herrn Hensoldt zur Verfügung gestellt. Als Vertreter der Leipziger Loge wendet sich Herr Jahn hiergegen. Er ist der Meinung, dass in der Verurteilung der Herren Bresch und Löhnis zu weit gegangen werde. Obgleich er selbst gegen die im «Vähan» gemachten Angriffe sei, müsse er die Herren doch in Schutz nehmen, da er der Meinung sei, Herr Bresch sei zwar ein Fanatiker, aber ihn leiten keine schlechten Motive. Von diesem Standpunkte aus bitte er, ihn zu beurteilen. Dr. Steiner bemerkt hierzu, dass niemand das [subjektive] Gefühl, für die Wahrheit zu kämpfen, abgestritten werden soll. Hier fehle aber jegliches Gefühl für eine Unterlage der Wahrheit. Dies beweise die Art, wie der «Vähan» sich gegenüber Augenzeugen wahrer Tatsachen, die er entstellt gebracht habe, verhalten habe. Das Verhalten gegen Fräulein Scholl, Frau Lübke und Dr. Vollrath beweise klar, dass Herrn Bresch und Herrn Dr. Löhnis ein Gefühl für die notwendige Tatsachengrundlage der Wahrheit einfach abginge. Dr. Paulus stellt den Antrag, zur Tagesordnung überzugehen, da es sich wirklich nicht lohne, über solch Elaborat eines Nichtmitgliedes sich noch in längere Debatten einzulassen.  Herr Stiibing bemerkt, dass die Broschüre nicht im Zusammenhänge mit dem Antrag Bresch-Löhnis aufzufassen sei. Herr Ahner ist anderer Meinung. Wer «Vähan» und Broschüre liest, erkennt den Zusammenhang. Hensoldt wird im «Vähan» gewissermaßen auf den Schild gehoben. Nachdem noch Fräulein von Sivers gegen die Ansicht von Herrn Stiibing spricht und Frau Geheimrat Liibke noch bekannt macht, dass Herr Bresch in der Vorstandssitzung erklärt habe, Herrn Hensoldt für die Enthüllung zu Dank verpflichtet zu sein, wird der Antrag auf Übergang zur Tagesordnung angenommen. Hierauf folgt ein Antrag des Herrn Dr. Paulus für den Zweig Stuttgart I. Der Antragsteller bezieht sich auf das Rundschreiben des Stuttgarter Zweiges vom 27. Juni des Jahres und stellt den Antrag, ein «Nachrichtenblatt» für die Deutsche Sektion zu begründen, in folgender Form: ·Die Generalversammlung wolle die Herausgabe eines Nachrichtenblattes für die Mitglieder beschließen und dasselbe tunlichst bald erscheinen lassen, und zwar als Beiblatt zum ·Luzifer· auf Rechnung und Gefahr der Sektion, da ein Bedürfnis hierfür vorhanden is[.» Hierzu wird ein weiterer Antrag gestellt: ·Gleich ein Mitglied zu bitten, die Herausgabe dieses Nachrichtenblattes in die Hand zu nehmen. Die Kosten hierfür aber durch freiwillige Beiträge zu decken.» An der Debatte beteiligen sich Herr Hubo, Fräulein Stinde, Herr Bauer und Herr Dr. Paulus. Dr. Steiner beantragi; «das Nachrichtenblatt offiziell erscheinen zu lassen und getrennt vom <Luzifer' jedem Mitgliede obligatorisch und umsonst zuzusendenm Nach weiterer Debatte der Mitglieder Almer, Peipers, Bauer, Hubo, Arenson, von Sivers stellt es sich als zweckmäßig heraus, die ganze Angelegenheit in die Hände eines geeigneten Mitgliedes zu legen, das nach eigener Einsicht die Sache in die Wege leiten möge. Es wird der Antrag gestellt: Fräulein Scholl möchte sich zunächst mit der Herausgabe eines Nachrichtenblattes befassen und sich hierzu mit ihr geeignet erscheinenden PersÖnlichkeiten in Verbindung setzen.  Der Antrag wird angenommen. Antrag der Loge Leipzig: ·Dic Generalversammlung wolle beschließen: <Allc Anträge, welche bis zum Termine der Absendung der Einladungen zur Generalversammlung eingehen, mit dieser Einladung allen Mitgliedern zugehen zu ]assen.>» Der Antrag wird angenommen. Antrag Scholl: ·Die Generalversammlung wolle beschließen: Herrn Bresch und Doktor Löhnis zu ersuchen, aus der Gesellschaft auszutrctcn.· Herr Jahn sagt hierauf, man wolle die beiden Herrn in Bezug auf die Beurteilung nicht gleich behandeln, da sie sicher von verschiedenen Motiven ausgehen. Gegen diesen Antrag sprechen die Herren Engel, Stiibing, Krojanker, Feldner. Herr Ahner bittet Fräulein Scholl, diesen Antrag zurückzuziehen. Fräulein Scholl bemerkt, dass sie sich die Sache wohl überlegt habe und keineswegs dieser Aufforderung nachkommen könne. Herr Stübing beantragt: «tjber den Antrag Scholl zur Tagesordnung überzugehen> Dieser Antrag wird abgelehnt. Der Antrag Scholl wird abgelehnt. Es wird nun noch beantragt, die bisher in der Leitung des «Berliner Zweiges» und im Besitz einiger Privatpersonen befindliche «Theosophische Bibliothek» in die Leitung der Deutschen Sektion übergehen zu lassen. Die Generalversammlung spricht im Allgemeinen ihre Zustimmung zu diesem Antrage aus. Die Vorarbeiten für den eventuell in Deutschland stattfindenden Kongress europäischer Sektionen werden dem Vorstand übertragen. Vonseiten des Münchener Zweiges wird abermals das schon im vorigen Jahre gestellte Ersuchen um Verlegung des Generalsekretariats nach München vorgebracht. Die Sache wird neuerdings zur Kenntnis genommen. Hierauf schließt Dr. Steiner um halb vier Uhr den geschäftlichen Teil und ladet die Mitglieder ein, um halb fünf Uhr zum sachlichen Teil der Generalversammlung zu erscheinen.  In Bezug auf einen in der Nummer vom November 1905 des «Vähan» enthaltenen Bericht über die Generalversammlung der Deutschen Sektion bemerken wig dass es unmöglich ist und auch ganz nutzlos, sich mit Personen, die solche Kampfesart zu der ihrigen machen, in eine Polemik einzulassen. Wir wollen arbeiten und nicht streiten. Nur die doch gar zu «objektivm Unwahrheitem wollen wir hier lediglich registrieren: 1. Herr Dr. LÖhnis schreibt: «Anstdk des vom Generalsekretär pflichtgemäß zu erstattenden sachlichen Jahresberichtes bot Dr. Steiner seiner gläubigen Anhängerschar eine glänzende Apotheose Mrs Besants dag und seinen eigenen Nimbus erhöhte er gleich noch dadurch, dass er erklärte, schon seit langer Zeit verkehre er <äüf höheren Planen> mit Frau Blavatsky, der <großen Lehrerin>, zu der alle, die <wissen>, <äüs wahrer Erkenntnis aufschauen'.» Dies ist eine objektive Unwahrheit. Wahr ist vielmehr, dass der Bericht vollständig zum Teil von Dr. Steineg zum Teil von Fräulein von Sivers gegeben worden ist, und dass die angebliche «Apotheose» zu diesem sachlichen Berichte über den Kongress europäischer Sektionen notwendig gehörte. Bezüglich Frau Blavatsky sagte Dr. Steiner nur, dass sich ihm durch Mrs Besant das Verständnis für sie eröffnet habe. Nichts war dabei von <höheren Planen> gesagt. 2. Herr Dr. Löhnis schreibt mit allerlei hier als für uns zu gleichgültigen Kombinationen seiner Phantasie, dass Gräfin Wachtmeister «einen ansehnlichen Betrag zur Förderung der theosophischen Bewegung in Deutschland gestiftet habe. Genauere Angaben über die Höhe der Summe zu machen, wurde für überflüssig erachtet. Nur so viel wurde mitgeteilt, dass circa 1000 Mark jährlich zur Verfügung stehen.» Dies ist wieder eine objektive Unwahrheit. Genau wurde gesagt, dass 1000 Mark einmal (nicht jährlich) von der Gräfin Wachtmeister gegeben worden seien. 3. Eine objektive Unwahrheit ist ferner, dass Dr. Steiner selbst für seine Wahl zum Generalsekretär eingetreten ist; er hat lediglich nach Herrn Breschs Rede gegen diese Wahl mit ein paar Worten gesagt, dass er die Wahl annehme, wenn er gewählt würde, weil er es so gegenwärtig noch als seine Pflicht betrachte. 4. Objektiv unwahr ist, dass Fräulein Scholl den Antrag gestellt habe, die Herren Bresch und Dr. Löhnis auszuschließen. Vielmehr ist wahr, dass der Antrag lautete, die genannten Herren zu ersuchen, auszutreten.  Damit genug; wer den Grundsatz «Kein Gesetz steht über der Wahrheit» durch solche «objektiven Unwahrheiten» illustriert, der darf ihn wohl mit Recht alle Augenblicke im Munde führen oder aus der Feder fließen lassen!!! Ihren Austritt aus der Theosophischen Gesellschaft haben erklärt: Herr Richard Bresch, Herr Dr. Löhnis, Herr Haase, Herr Heyne, Herr Emil Hubricht. Neu eingetreten sind: Fräulein Clara Rettich, Herr Paul Weiß, Herr Eduard Bachmann, Frau Helene von [Gillhaußen], Frau Anna Werner, Frau Eliza von Moltke, Herr Ludwig Weiß.  BERICHT ZUR GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT AM 22. OKTOBER 1905 uon Felije Löbnis im « \/äban», Jahrgang VII, Nr. 5, Nouember 1905 Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft hat am 22. Oktober a. c. in Berlin stattgefunden. Unseren Bericht können wir kurzfassen. Personenkultus und Servilismus haben dort wahre Triumphe gefeiert. Nicht nur für die am Tage vorher abgehaltene Vorstandssitzung, sondern auch für die Generalversammlung selbst wurde laut Antrag des Herrn Hubo (Hamburg) beschlossen, dass über den Verlauf der Verhandlungen der Öffentlichkeit gegenüber strengstes Stillschweigen gewahrt werden müsse. Ausschließlich an die Mitglieder und streng vertraulich habe der Generalsekretär zu einem von ihm selbst zu wählenden Zeitpunkte und in einer von ihm selbst zu bestimmenden Form Bericht zu erstatten. Mit solcher Knechtung freier Meinungsäußerung war die große Mehrzahl der Delegierten einverstanden. - Anstelle des vom Generalsekretär pflichtgemäß zu erstattenden sachlichen Jahresberichtes bot Dr. Steiner seiner gläubigen Anhängerschar eine glänzende Apotheose Mrs Besants dar, und seinen eigenen Nimbus erhöhte er gleich noch dadurch, dass er erklärte, schon seit langer Zeit verkehre er «auf höheren Planem mit Frau Blavatsky, der «großen Lehrerim, zu der alle, die «wissen», «aus wahrer Erkenntnis aufschauen». - Bei der Erörterung der Kassenangelegenheiten wurde erwähnt, dass Gräfin 'Wachtmeister einen ansehnlichen Betrag zur Förderung der theosophischen Bewegung in Deutschland gestiftet habe. Genaue Angaben über die Höhe der Summe zu machen, wurde für überflüssig erachtet. Nur so viel wurde mitgeteilt, dass circa 1000 Mark jährlich zur Verfügung stehen, die nach einem selbstverständlich sehr beifällig aufgenommenen Vorschlag des Generalsekretärs indessen nicht in die Kasse der Sektion fließen, sondern ihm selbst in Gemeinschaft mit Fräulein von Sivers zur freien Verfügung überwiesen wurden, um so eine Rechnungslegung überflüssig zu machen. (I) Die ·verehrten Fijhrer» der Theosophischen Gesellschaft machen also auch in dieser Hinsicht Schule. - Unter solchen Umständen  war es nun ferner sehr begreiflich, dass bei der Neuwahl des Vorstandes Dr. Steiner selbst lebhaft für seine Wiederwahl als Generalsekretär eintrat. Gegen die Wiederwahl sprach Herr Bresch. Er wies auf die schweren Bedenken hin, die sich in dieser Richtung ergeben im Hinblick auf die angebliche Seherschaft, deren sich Dr. Steiner rühmt, im Vergleich mit den Erfahrungen, die man bei ganz ähnlicher Sachlage vor zehn Jahren in Amerika gemacht hat. Leichten Herzens ging man indessen darüber hinweg. - Das gleiche Schicksal ereilte weiterhin den in Nummer 3 des ·Väham abgedruckten Antrag, der Abhilfe schaffen sollte hinsichtlich der am angegebenen Orte genannten Rechts- und Pflichtverletzungen, deren sich der Präsident und der Zentralvorstand der Gesellschaft erwiesenermaßen schuldig gemacht haben. Er wurde überhaupt nicht zur Verhandlung zugelassen. Entsprechend einem Antrage des Zweiges Hannover beschloss man mit großer Majorität, darüber hinweg «zur Tagesordnung iiberzugehem. (I) Und wie hat der Zweig Hannover diesen seinen Antrag begründet? Wörtlich folgendermaßen: «Ganz abgesehen von der Frage, ob die einzelnen Beschwerden sachlich zu rechtfertigen seien oder nicht, ist es formell durchaus unzweckmäßig, dergleichen Angelegenheiten der Gesellschaft in einem öffentlichen Blatte zu verhandeln und sie dann noch gar vonseiten einer Sektion aus zu vertreten. Dieses muss das Ansehen unserer Gesellschaft schädigen und den Einfluss unserer Bewegung beeinträchtigenm Nicht mehr sachliche Gründe gelten also in der Theosophischen Gesellschaft, sondern nur formale. Es kommt nicht darauf an, ob durch ungetreue Beamte die Gesellschaft selbst Schaden leidet, nur das Ansehen nach außen hin muss um jeden Preis gewahrt werden. Wohl lautet auch heute noch der Wahlspruch der Gesellschaft: «Kein Gesetz über der Wahrheit!» Aber keinesfalls dürfen hinfort die Mitglieder öffentlich für Recht und Wahrheit eintreten; die «Furcht vor der VVahrheit» herrscht in der Gesellschaft und fordert strenge Geheimhaltung. - Aus historischen Gründen sei beiläufig noch erwähnt, dass seitens Fräulein Scholl (KÖln), wahrscheinlich um das von ihr in Abrede gestellte «Autodafh in London (vgl. Nummer 2-4 des «Väham) nachzuholen, der Antrag gestellt wurde, Herrn Bresch und den Berichterstatter aus der Gesellschaft auszuschließen. Ein Viertel der Stimmen war für dieses erste Ketzergericht, übers Jahr würde es vielleicht die Mehrzahl sein. An sich war ja allerdings ein solcher Antrag in diesem Falle durchaus überflüssig. Denn - so überaus  beschämend auch im übrigen diese Generalversammlung verlief- ein der Sache förderliches Resultat hat sie doch erbracht: Sie hat einem jeden, der sehen kann und will, nunmehr völlig klar vor Augen geführt, dass man innerhalb dieser Gesellschaft, bei der gegenwärtigen Lage der Dinge, der Wahrheit und dem Fortschritt der Menschheit nicht mehr dienen kann. Im Auftrage des Schriftleiters des «Vähan» habe ich schließlich noch darauf hinzuweisen, dass sich dieses Blatt mit Angelegenheiten jener «Theosophischen Gesellschaft» in Zukunft nicht mehr beschäftigen wird. - Leipzig, 31. Oktober 1905. Dr. F. Löhnis.  AUFLÖSUNG DER DEUTSCHEN THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT (DTG) Protokoll der Generalversammlung des Berliner Zweiges der Theosophischen Gesellschaft (DTG), Berlin, 15. Januar 1906 Um 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende Paul Krojanker die durch Rundschreiben vom 3. Januar 1906 einberufene Generalversammlung. Erschienen waren Adele Schwiebs und die Herren Richard Arendt und Referendar Richard Fränkel. Graf Cay und Gräfin Sophie von Brockdorff sowie Helene von Borcke hatten ihre Stimmen brieflich übersandt, Frau Stadtrat Luise Eberty und Comtesse Eva von Krockow hatten Adele Schwiebs mit der Abgabe ihrer Stimmen beauftragt. Paul Krojanker erstattete einen Bericht über die Tätigkeit des Zweiges im Jahre 1905. Richard Fränkel berichtete über Einnahmen, Ausgaben und Bestand des ZweigvermÖgens: Kassenbestand am 1. April 1905: 725,40 Mark Einnahmen (von Mitgliederbeiträgen und Zinsen): 102 Mark Ausgaben (Beisteuer zur Bibliothek: 421 Mark, Beiträge zur SektionsKasse, Verwaltungskosten): 516,65 Gegenwärtiger Bestand: 310,75 Mark Demnächst wurde beschlossen: I. (mit sämtlichen abgegebenen 9 Stimmen) Der Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft (DTG) wird aufgelöst. II. (mit sämtlichen abgegebenen 6 Stimmen der erschienenen und der durch Adele Schwiebs vertretenen Mitglieder): Das Zweigvermögen erhält der sich aus den Mitgliedern des aufgelösten Zweiges in Berlin zusammenschließende zwanglose theosophische Kreis; dieser soll es zur Anschaffung von theosophischen oder verwandten Büchern, Zeitschriften und sonstigen Veranstaltungen verwenden. Interimistische Eigentümer des Vermögens sind die heute anwesenden vier Mitglieder, Verwalter Paul Krojanker. Um 10 'h Uhr wurde die Versammlung geschlossen. Richard Fränkel als Schriftführer  ÜBER DEN FALL LEADBEATER Mündliche Mitteilung von RudolfSteinerfür die deutscb:prachigen Teilnehmer am Tbeosopbischen Kongress, 2. Juni 1906, Paris Am 2. Juni 1906, halb elf Uhr versammelte Dr. Steiner die anwesenden Deutschen, um ihnen eine geschäftliche Mitteilung zu machen. Es war die niederschmetternde Nachricht, dass Leadbeater veranlasst worden ist, aus der Gesellschaft auszutreten. Dr. Steiner wollte nicht, dass wir, ohne davon Kenntnis zu haben, in den Kongress eintreten sollten. Was er uns über diesen traurigen Fall mitteilen konnte, war Folgendes. Es waren von Amerika aus schwere Anklagen über Leadbeater eingegangen, die Olcott veranlasst haben, ein Komitee zu berufen, bestehend aus französischen und englischen Mitgliedern und Mr Leadbeater. Vor diesem Forum hatte er sich zu verantworten. Der Schluss war, dass er veranlasst wurde, seinen Austritt zu erklären, was er bereitwillig getan hat. Da dieses für unsere Gesellschaft eine sehr wichtige Sache ist, so lud uns Dr. Steiner zum 7. [Juni] ein, um nach dem Kongress noch einmal über diese Sache zu sprechen, was dann auch in ausgiebiger Weise geschehen ist. Zunächst lag die Frage nahe: [Wenn] Leadbeater gefallen ist, was haben wir dann von seinen Schriften zu halten, die uns bisher Wegweiser gewesen sind? - Da gilt es zunächst zu bedenken, dass wir das, was uns in den Schriften der Okkultisten gegeben wird, nicht als Offenbarungen, als Dogma zu betrachten haben, sondern als Erzählung von Selbsterlebtem. Um zurechtzukommen über den Fall, ist die Frage noch nicht reif. Wichtig ist es bei der Untersuchung, das Werk von dem Menschen zu trennen und nicht beides miteinander zu verurteilen. Die Tatsache des Ausschlusses steht als solche fest. Sie geschah am 16. Mai 1906 in London. Formal kann man Olcott nach den Statuten der Gesellschaft nichts anhaben. Grundsatz der Gesellschaft ist, dass das Privatleben des Einzelnen die Gesellschaft nichts angeht. Es fragt sich demnach, ob seine Handlung mit seinem öffentlichen Wirken in Beziehung steht, ob er öffentlich Ärgernis erregt hat. Durch diese Sache hat sich die Gesellschaft einen Fall geschaffen, zu dem die Leute sagen können: Ihr vertretet die Lehren eines, den  ihr selbst ausgeschlossen habt. - In seinen Büchern steht nichts Unwahres. Da die Sache so liegt, liegt die Frage vor: Was nun tun? Es ist ein schwerwiegender Fall, den die Gesellschaft sich geschaffen hat.  DER KONGRESS DER FÖDERATION EUROPÄISCHER SEKTIONEN DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT VOM 3. BIS 5. JUNI 1906 IN PARIS Bericht uon RudolfSteiner in «Lucifer - GnosiS· Nr. 31/1906 In den ersten Junitagen [1906] (am 3., 4. und 5.) fand in Paris der dritte Kongress der föderierten europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft statt. Es waren ungefähr 450 Mitglieder aus den verschiedensten Ländern Europas anwesend. Die Begriißungsreden, welche die Vertreter der einzelnen Nationen in ihren Sprachen gelegentlich der ersten offiziellen Versammlung hielten, brachten daher ein gemeinsames menschliches Interesse in den mannigfaltigsten äußeren Formen zum Ausdruck. Man konnte dieses Interesse in englischer, französischer, schwedischer, italienischer, niederländischer, deutschei; russischeh spanischer, tschechischer Sprache vernehmen; man konnte es von einem Hindu und einem Parsen hören. Von deutschen Mitgliedern waren über zwanzig anwesend. Den Vorsitz führte der Präsident-Griinder der Theosophischen Gesellschaft: H. S. Olcott. Die vorbereitenden Arbeiten waren von den Mitgliedern der französischen Sektion in hingebungsvoller und opferwilliger Art gemacht worden. Es ist natürlich unmöglich, alle diejenigen verehrten Mitglieder der Gesellschaft aufzuzählen, die sich bei dieser Gelegenheit Verdienste erworben haben. Wer einigermaßen weiß, wie groß die Arbeiten bei einer solchen Gelegenheit sind, der kann auch ermessen, was gerade diejenigen Mitglieder zu leisten haben, die in einer solchen Zeit am Orte der Versammlung sind. Insbesondere aber soll gedacht werden der Damen AimCe Blech und Zehna Blech, der Herren Commandant Courmes, Charles Blech, P. E. Bernard, M. Bailly, Jules Siegfried fils, A. Ostermann und vor allem des Generalsekretärs der französischen Sektion, Dr. Th. Pascal. Durch die Bemühungen und die Opferwilligkeit der französischen Freunde besitzt die Gesellschaft in Paris (Avenue de la Bourdonnais 59) ein schön eingerichtetes, für Vortrags- und Besuchszwecke vortreffliches französisches Hauptquartier. In diesem befindet sich nicht nur ein ge räumiger freundlicher Vortragssaal, sondern es sind da auch gute Räumlichkeiten für die Arbeiten, für eine Bibliothek und ein Bücherlager von theosophischen Werken in französischer Sprache. In diesem Hauptquartier wird rege gearbeitet. Der Generalsekretär empfängt da am ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 'h bis 11 'I! früh. Am ersten Sonntag im Monat (4 Uhr) und an jedem Donnerstag um 8 '/2 Uhr abends finden öffentliche Vorträge statt. Für die Mitglieder findet jeden dritten Sonntag im Monat um 4 Uhr eine Versammlung statt, außerdem wird ein Kursus am Dienstag um 4 Uhr in französischer und ein solcher am Montag um 4 Uhr in englischer Sprache gehalten. In diesen Räumen war während des Kongresses auch die «Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe» untergebracht, die am Sonnabend, dem 4. Juni (4 Uhr), durch den Präsidenten H. S. Olcott eröffnet wurde. Viele Mühe haben sich die französischen Freunde gegeben, um in geschmackvoller Art solche Kunstwerke und Kunstgegenstände zusammenzustellen, welche von dem Bestreben zeugen, das theosophische Interesse auch im Bilde darzustellen. Die eigentlichen Versammlungen des Kongresses fanden in dem prächtigen Saale des Washington Palace (Rue Magellan 14) statt. Die erste offizielle Sitzung wurde um 10 Uhr am Sonntag, dem 3. Juni [1906], eröffnet. M. Ed. Bailly hatte zu diesem Zwecke einen Eröffnungschor gedichtet und komponiert: «Ode an die Sonnem Das gab eine schöne, stimmungsvolle Einleitung. - Nun folgte ein herzlicher Willkommengruß durch den Generalsekretär der französischen Sektion, Dr. Th. Pascal. - Das Nächste war eine längere Ansprache des Präsidenten-Griinders H. S. Olcott. Man konnte daraus entnehmen, wie die Gesellschaft in einem fortwährenden Wachstum begriffen ist (sie hat nun ihre Zweige über vierundvierzig verschiedene Ländergebiete der Erde verbreitet). Insbesondere wurde hervorgehoben, wie erfreulich die Bewegung in Frankreich zugenommen hat, wenn man ihren gegenwärtigen Stand vergleicht mit den kleinen Anfängen, die 1884 zu bemerken waren, als er, der Präsident, und H. P. Blavatsky sich zuerst bemühten, von Paris aus das Interesse für die Theosophie anzuregen. Olcott führte die Art der theosophischen Arbeit in den wichtigsten Punkten vor die Seele der Versammelten. Er charakterisierte die Bedeutung des Hauptquartiers in Adyar, die daselbst befindliche Bibliothek mit alten Manuskriptschätzen und einer reichen Büchersammlung, in denen man schätzenswertestes  Material findet für das Studium des Okkultismus, der verschiedenen Religionen und so weiter. - In seiner Rede war es Olcott insbesondere darum zu tun, den allgemein-menschlichen Charakter der Gesellschaft zu betonen. Sie wolle sich fernhalten von allem, was irgendwie zu einer Disharmonie zwischen Mensch und Mensch Anlass geben könnte. In ihre Bestrebungen solle nichts aufgenommen werden, was mit den einseitigen, speziellen Interessen des Geschlechtes, der Rasse, des Standes, des Bekenntnissen und so weiter etwas zu tun habe. Die Gesellschaft als Ganzes solle über den Leistungen, dem Ansehen und so weiter einzelner Führer und Lehrer derselben stehen. Man solle einzelne Personen nicht auf ein Piedestal stellen und von ihnen absolute Vollkommenheit erwarten, und man solle nicht gleich enttäuscht sein, wenn man Fehler findet bei solchen, bei denen man sie nicht erwartet habe. Gegen besondere Fragen, Richtungen und Anschauungen solle man sich so verhalten, dass niemals die breite Grundlage der Gesellschaft aus dem Auge verloren gehen kann. Esoterische, freimaurerische und so weiter Strömungen gehen die Gesellschaft nichts an. Diese könne sich nur mit dem umfassenden Ziele, das zur menschlichen Bruderschaft führt, beschäftigen und dürfe sich nicht mit der der genannten Richtungen identifizieren." Der Präsident las seine Ansprache in englischer Sprache. Sie wurde in französischer Sprache durch Herrn Jules Siegfried fils wiederholt. Nach dieser «Präsidialadresse» folgten die Begrüßungen der Repräsentanten der einzelnen Gegenden in den entsprechenden Sprachen, wie das oben bereits geschildert worden ist. Um die Geschäfte des Kongresses machte sich auch in diesem Jahre der ständige Sekretär der Föderation Johan van Manen verdient. Es muss gesagt werden, dass J. van Manen den besonderen Dank der Gesellschaft verdient für seine hingebungsvolle Arbeit. Er muss ja schon viele Monate vor der Versammlung jedes Jahr die umfangreichen Korrespondenzen mit allen Sektionsleitungen und vielen einzelnen Mitgliedern führen. Er muss die schwierigen Arrangements besorgen. Und J. van Manen hat sich nun bereits zum dritten Male in seiner gefälligen und sympathischen Art dieser Aufgabe unterzogen. " Es wird hier ausdrücklich bemerkt, dass im obigen ein objektiver Bericht gegeben werden soll, dass also die Ausführungen des Präsidenten sachlich wiedergegeben werden, und dass der Berichterstatter seine eigenen Anschauungen nicht in den Bericht einmischt.  Am Nachmittage des 3. Juni, von 2 '/4 bis 5 Uhr, fand die erste der allgemeinen Debatten statt. Es wurde da über zwei Fragen debattiert: 1. «In welchem Maße ist die Theosophische Gesellschaft nur eine Gruppe von Menschen, welche nach der Wahrheit suchen; in welchem Maße vereinigt sie in sich Lernende oder solche, die eine bestimmte Richtung der Geisteswissenschaft propagieren oder ihr anhängenh 2. «Wenn die Theosophische Gesellschaft keinerlei Dogmen hat, so werden in ihr - mit vollem Recht - doch Autoritäten anerkannt. Ist der relative Wert dieser Autoritäten lediglich eine Frage der individuellen Annahme? Auf welche Eigenschaften oder Fähigkeiten hin sollten solche Autoritäten geltenh In der Debatte kamen die verschiedensten Ansichten zum Ausdruck, von der strikten Ablehnung jeglicher Autorität bis zur Betonung der Notwendigkeit einer solchen. Augenblicklich scheint, das war in der Debatte zu bemerken, eine starke Strömung nach der Ansicht hin zu gehen, dass es gefährlich sei, zu sehr auf Autoritäten zu bauen. Doch auch diejenigen meldeten sich zum Worte, welche anerkennen, dass jene notwendige Autorität nicht missachtet werden dürfe, welche sich überall da ergibt, wo diejenigen, die schon in irgendeiner Erkenntnis vorgeschritten sind, auf solche wirken sollen, die erst noch in der einen oder ändern Beziehung zu lernen haben. Die Beteiligung an der Debatte war eine sehr rege; die dritte in Aussicht genommene Frage konnte gar nicht mehr in Angriff genommen werden. Sie sollte nach dem Programm lauten: «Soll der moralische Charakter eines Menschen von Einfluss sein bei seiner Zulassung zur Theosophischen Gesellschaft? KÖnnen Personen, deren Moralität mit den herrschenden gesellschaftlichen Anschauungen nicht übereinstimmt, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft sein? Kann es in dieser Richtung irgendwelche allgemeinen Regeln gebenh - Bertram Keightley führte bei dieser Debatte in seiner sympathischen und umsichtigen Art den Vorsitz. Am Abend desselben Tages fanden zwei Vorträge statt. Den ersten hielt Mr G. R. S. Mead, der gelehrte Kenner der Gnosis. Er sprach über ·Die Religion des Geistes». Er ging von seinen viele Jahre seines arbeitsreichen Lebens umfassenden Studien über die theosophisch-gnostischen Lebensauffassungen zur Zeit der Entstehung des Christentums aus. Er erklärte das Wesen der Lehren des Hermes Trismegistus und seiner Bekenner. Durch diese Lehren sollte eine Weisheit gefunden werden, die un ter vollkommener Harmonie von Kopf und Herz die Seele des Menschen bis zu ihrer Vereinigung mit dem «höheren göttlichen Selbst» führt. Eine Religionsart, die, auf Wissenschaft begründet, bis zu den höchsten Stufen des Erlebens führt, wurde skizziert als diejenige gewisser Vorfahren und Zeitgenossen des entstehenden Christentums. - Ein französischer Auszug dieser in englischer Sprache gehaltenen Rede wurde unter den Zuhörern verteilt. - Den zweiten Vortrag hielt in französischer Sprache M. Bernard über «Probleme des gegenwärtigen Augenblicks». Er sprach über die augenblicklichen Aufgaben, die im Schoße der Gesellschaft vorhanden sind, über die Gesinnungen, welche bei den Mitgliedern erforderlich sind, und über die Arg wie die Ziele derTheosophischen Gesellschaft am besten erreicht werden können. Am Montag, dem 4. Juni, fanden in den Vormittagsstunden in zwei Sektionen Vorträge von Mitgliedern statt. Die eine der Sektionen, welche sich zu beschäftigen hatte mit Religion, Mystik, Mythenkunde, Volkskunde, hatte in dem Mitgliede der holländischen Sektion Dr. Koopmans den Vorsitzenden. Die zweite Sektion beschäftigte sich mit Philosophie, Vorsitzender war Dr. Steiner, und später, als dieser in der ersten Sektion selbst zu sprechen hatte, Fräulein M. von Sivers. Als Schriftführer fungierten in der ersten Sektion Herr Becker aus London, in der zweiten Herr Max Gysi aus London. - In der ersten Sektion las zuerst Mrs Sharpe einen Aufsatz vor von Edward E. Long über einen «Einblick in den Islam». Es handelte sich darum, die moralischen Grundlagen und Schönheiten und die erhabenen Lehren dieser Religion darzustellen, die so vielfach missverstanden werden. Es wurde gezeigt, in welcher besonderen Art die Bekenner dieser Religion die Nereinigung mit Got> anstreben, um zur inneren Harmonie und zum Seelenfrieden zu kommen. Es wurde die ursprüngliche Hoheit dieser Religion und ihr späterer Verfall in Götzendienst und Aberglauben dargestellt, aber auch die neueren Bemühungen um diesen Glauben, und die theosophischen Gesichtspunkte, die in ihm zu finden sind. - Weiter sprach Georg Doe über «Einige Forschungsergebnisse der Volkskunde, besonders mit Bezug auf Devonshirem - Diesem Vortrage folgte ein solcher des Mitgliedes der italienischen Sektion, Frau von Ulrich, über «Die alten slawischen Religioncnm Die Vortragende sprach über die einfachen Linien der litauischen und lettischen Religionsformen, innerhalb welcher eine Art Anbetung der Naturkräfte herrschend ist. Man hat da keine Priester und  Tempel; jeder Hausvater ist Priester. Sie führte weiter von den Russen aus, dass sie von ähnlichen Religionsarten ausgegangen sind, später aber germanische Götter angenommen und ihnen slawische Namen gegeben haben. Dann wurde gezeigt, wie von dieser Religionsform der Übergang zum Christentum stattfand. Auch wurde von jenem Teile der Russen gesprochen, welche den Norden der germanischen Gebiete eingenommen und im elften und zwölften Jahrhundert ihren Glauben geändert haben, von ihren reichlich ausgestatteten Tempeln und Götterbildern. Den Beschluss in dieser Sektion bildete ein Vortrag Dr. Rudolf Steiners über «Theosophie in Deutschland vor hundert Jahrem. Der Vortragende führte aus, dass in der geistigen Bewegung Deutschlands am Ende des achtzehnten und am Anfange des neunzehnten Jahrhunderts, die sich an die Namen Schiller, Goethe, Fichte, Schelling, Novalis, Hegel und so weiter knüpft, eine bedeutsame Unterströmung enthalten ist, deren Ursprünge man in esoterischen, okkulten Brüderschaften zu suchen habe. Solche okkulte Verbrüderungen habe es in deutschen Gebieten seit dem vierzehnten Jahrhundert gegeben. Persönlichkeiten wie Paracelsus und Jakob Böhme stehen zwar nicht innerhalb solcher Gesellschaften; allein, was sie lehrten, strömte aus diesen auf eine gewisse Art ihnen zu. Im Besonderen zeigte der Redner, wie Schiller nur ganz zu verstehen ist, wenn man in den Grundlagen seines Denkens wie Dichtens diese geheimnisvollen Grundlagen enthüllt. Die Kenntnis des deutschen Okkultismus enthält nicht nur den Schlüssel zu seinem Jugendaufsatz «Theosophie des Julius», sondern auch zu seinem späteren Schaffen. Dann wurde in der PhilosophieJ. G. Flehtes die okkulte Grundlage aufgedeckt. Endlich wies der Redner auf den intimen Esoterismus des Novalis hin, auf die eigentlich psychischen Studien von Ennemoser, [Eckartshausen], Justinus Kerner, insbesondere aber auf einen gar nicht mehr gekannten Theosophen, der seine Theosophie nur «Biosophie» nannte, nämlich Troxler, der zum Beispiel über den «Astralkörper» die schönsten Auseinandersetzungen gab. Den Beschluss machte der Redner mit einer Auseinandersetzung darüber, warum innerhalb dieser «deutschen Theosophie» die Idee der Reinkarnation fehlen musste und welches Verhältnis diese Idee zu jener Weltauffassung hat. Fräulein Kamensky aus Petersburg gab dann ein Resümee dieses Vortrags in französischer Sprache. In der zweiten Sektion, die sich mit Philosophie zu beschäftigen hatte, sprach zuerst Herbert Whyte über «ACvaghosha's Awakening of Faith in  the Mahayanam Er führte aus, dass das Wesentliche im Mahayana gleich ist dem in den Upanishaden und in der Bhagavad Gitm und er zeigte die Ähnlichkeiten zwischen ACvaghoshas Lehren und den Ausführungen über die Erweiterung des Selbstbewusstseins, wie sie Annie Besam in den «Studien über das Bewusstseim gibt. Wahre Erleuchtung kann nicht erlangt werden durch irgendetwas Äußerliches, sondern allein durch inneres Leben des Geistes. Der Geist ist eine Quelle, aus dem das höhere Leben fließen muss. Und es müssen ihn folgende Kräfte unterstützen: Mitgefühl, Geduld, Sammlung, Tatkraft, innere Harmonie und Ruhe. - Darnach las M. XifrC einen Auszug vor aus einer längeren Arbeit von Rafael Urbano, die über die spanische Mystik handelte und diese an Beispielen erläuterte, wie die heilige Theresa, den heiligen Johann vom Kreuze und so weiter. Alsdann wurde ein Aufsatz im Auszuge wiedergegeben, den die Studiengruppe «Yoga» in Algier gearbeitet hatte über J)evotion und Weisheit». Es wird darinnen dargestellt, wie für vieles, was der noch unwissende Mensch vornimmt, die «Meister» auf den höheren Planen die Leiter sind. Dann, wenn sich der Mensch weiterentwickelt, tritt er in Beziehung zu diesen Meistern. Diese Vereinigung mit ihnen führt zur Weisheit und zur «Yoga». - Mr Wallace sprach sodann über «Diagramme und Symbolem Er unterscheidet zwischen statischen Symbolen, welche von dem nichts Wesentliches enthalten, was durch sie dargestellt wird, und dynamischen Symbolen, die in ihrer ganzen Anlage das Wesentliche der Naturgesetze wiedergeben. Er sprach die Forderung aus, dass wahre Symbolik dem Wesen der Dinge entnommen sein müsse. - Nach diesem Vortrage sprach Louis Desaint über die «Philosophie Bergsons in ihrer Beziehung zu der alten Philosophie der Inderm In Gemäßheit dieser Philosophie wird der Geist als eine vom Stoffe unabhängige Wesenheit aufgefasst. - Maurice Largeris gab einen Auszug aus seiner Arbeit «Der angebliche Pessimismus der Inder und die moralische Theorie vom Glück». Er stellte dar, wie unrichtig die vielfach verbreiteten Ansichten über diesen Pessimismus sind. Sie finden ihre Korrektur in der Idee jener «Freiheit», die durch die Vereinigung mit dem «eigenen göttlichen Selbs> erlangt wird. Zum Schluss führte EugCne LCvy in einem Vortrage Nersuch einer Lebensführung» eine Reihe von Regeln an, welche für das alltägliche Leben derjenigen Anwendung haben, die einer höheren geistigen Entwicklung zustreben. Am Nachmittag des 4. Juni 1906 fand die zweite allgemeine Debatte unter dem Vorsitz von le Commandant D. A. Courmes statt, der sie  in geschmackvoller und umsichtiger Art führte. Diskutiert wurden die folgenden Fragen: 1. Ist die Propaganda ein wesentliches Ziel der Theosophischen Gesellschaft? 2. Wie kommt es, dass trotz des langen Bestandes der Theosophischen Gesellschaft und trotz der getriebenen Propaganda die Zahl der Mitglieder heute doch noch eine verhältnismäßig geringe ist (13000 im Jahre 1905)? Kann man davon sprechen, dass der Theosophischen Gesellschaft eine Methode oder ein System fehle? Wenn es der Fall wäre, müsste man dies bedauern? Wenn es der Fall wäre, wie kann abgeholfen werden? Auch an dieser Debatte, die wieder von 2 '/4 bis 5 Uhr dauerte, beteiligten sich viele Mitglieder, und wieder kamen die mannigfaltigsten Anschauungen zutage. Es wurde sowohl über die Nützlichkeit, sowie auch über die beste Art der Propaganda gesprochen. Warner fanden sich, welche davon sprachen, dass manche Ungeschicklichkeit passim, wenn einzelne übereifrige Mitglieder Propaganda treiben. Es wurde gesagt, dass vor allem eine gewisse Art des Denkens und Fühlens den Theosophisten mache, weniger aber die Aufnahme bestimmter Dogmen und Lehren. Eine weitere Frage, die man diskutierte, war: ·Sol1 die Theosophische Gesellschaft oder ihre Teile (Sektionen, Zweige usw.) in einer offiziellen Art alles auf den Gang der Bewegung Bezügliche zur Kenntnis der Mitglieder bringenh Man kam in Bezug auf diese Frage darin überein, dass der Präsident jedes Jahr einen detaillierten Bericht über die Vorgänge an die Sektionen gelangen lasse, der auf diese Art auch zu den Mitgliedern gelangt. Wenig Zeit blieb nur noch für die vierte Frage: «Sind Maßnahmen für eine materielle Hilfeleistung unter den Mitgliedern nötig?» Am Abend desselben Tages fand ein interessantes Konzen statt, an dem in anerkennenswerter Art die französischen Mitglieder mitwirkten: Mme Revel, M. Gaston Revel und M. Louis Revel, Mme Pauline Smith, Mme AndrC-Gedalge, Mme Lasneret, Mlle Roberty, Mme Strohl und Mme Alice-HCrCs, Mlle Jeanne BussiCre, M. RenC Billa und M. Henry FarrC. Am Dienstag, morgens um 10 Uhr begannen wieder die Vorträge der einzelnen Mitglieder. Man war in folgenden Sektionen tätig: 1. Vorschläge, Diskussionen, Kritiken, Anträge, Resolutionen und so weiter; 2. Kunst; 3. Geschichte der Theosophischen Gesellschaft und der theosophischen Bewegung; 4. Wissenschaft und Grenzgebiete nach den ver schiedenen Richtungen hin; 5. Bruderschaft; 6. Verwaltung, Propaganda, Arbeitsmethoden und so weiter. In der ersten Sektion wurde über eine einheitliche Weltsprache, «Esperanto», deren Möglichkeit und Zweckmäßigkeit verhandelt. In der zweiten Sektion gab Ed. Bailly eine Ausführung über alügyptische Musik, die von Gesangproben begleitet war. Es handelte sich um eine «Anrufung der Planetengeister»; die Beziehung der sieben Vokale zu den Planetengeistern wurde dabei erörtert. 'Weiter entwickelte Madame AndrC-Gedalge eine mystische Deutung von Mozarts «Zaubedilöte». Sie führte aus, wie Mozart, Beethoven und Haydn durch ihre Einweihung in die Freimaurerei vom «chottischen Ritus» ihren Musikwerken eine okkulte Grundlage geben konnten. - In der dritten Sektion sprach P. C. [Taraporewalla] über die theosophische Bewegung in Indien und deren Bedeutung für das religiöse Leben in diesem Lande. In der vierten Sektion fand ein Vortrag Dr. Th. Pascals statt über: «Le mCcanisme du rCve cCrCbrab. Es ist kaum möglich, die feinsinnigen Auseinandersetzungen des französischen theosophischen Forschers wiederzugeben, der sich bemüht, eine echt wissenschaftliche Grundlage für gewisse theosophische Ansichten zu gewinnen. - Danach gab F. Bligh Bond eine Auseinandersetzung über ·Rhythmische Energien und Formgestaltung mit Illustrationenm Durch die Kombination von Pendeln, die in verschiedenen Richtungen und mit verschiedenen Geschwindigkeiten schwingen und welche die Bewegung auf einem Blatte mit einem angehängten Stift fixieren, werden sehr komplizierte Schwingungsbilder erzeugt. Dadurch kann eine Vorstellung von den in der Materie tätigen Kräften hervorgebracht werden. - Miss Ward sprach dann davon, dass es wünschenswert wäre, wenn an den verschiedensten Orten sich geeignete Personen fänden, welche alles sammelten, was die neuere naturwissenschaftliche und sonstige Forschung als Beleg für die in H. P. Blavatskys «Geheimlehre» enthaltenen Theorien aufzubringen vermag. Die Wissenschaft habe seit dem Erscheinen dieses Buches viel Neues gefunden. Würde man es sammeln und mit der «Geheimlehre» in entsprechender Art vergleichen, so würde man erst sehen, welch einen Schatz von Weisheit in dem genannten Werke die Menschheit erhalten hat. Monsieur le Commandant D. A. Courmes sprach in der fünften Sektion über den Materiellen Beistand innerhalb der theosophischen Bewegung». In der sechsten Sektion gab RC Levie eine Auseinandersetzung über das systematische Studium der Kabbalah mithilfe des theosophischen Schlüssels.  Am Nachmittag fand die Schlusssitzung des Kongresses statt. Bedauerlicherweise konnte der Präsident Olcott nicht an dieser Sitzung teilnehmen; Unwohlsein verhinderte ihn daran. Zunächst wurde verkündet, dass ein Begrüßungstelegramm an Mrs Besant abgehen solle und dass der Kongress im nächsten Jahre in Deutschland stattfinden solle. Dann sprachen die Generalsekretäre der verschiedenen Länder im Namen ihrer Sektionen die Schlussworte, und zwar: Dr. Th. Pascal für die französische, Arvid Knös für die skandinavische, Miss Kate Spink für die britische, W. B. Fricke für die holländische, Professor Dr. O. Penzig für die italienische und Dr. Rudolf Steiner für die Deutsche Sektion. Der Sekretär der FÖderation, Johan van Manen, gab geschäftliche Mitteilungen. In erhebender Weise wurde der Kongress abgeschlossen durch einen «Schluss-Chor», der von Rita Strohl komponiert ist. Im Besonderen soll auch noch hervorgehoben werden, dass sich während der Debatten die Herren P. E. Bernhard, Johan van Manen und XifrC der Mühe unterzogen, die in verschiedenen Sprachen vorgebrachten Ausführungen in franzÖsischer Sprache wiederzugeben. Am Mittwoch fand eine Exkursion nach Meudon start, zu Schiff auf der Seine. Die liebenswürdige Art, in der an diesem Nachmittage die französischen Freunde sich der auswärtigen Besucher annahmen, gab einen schönen Abschluss des ganzen Kongresses.  THEOSOPHIE IN DEUTSCHLAND VOR HUNDERT JAHREN Autoreferat RudolfSteiners zu seinem Vortrag beim Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellscbaft Panis, 4. Juni 1906 Diejenigen, welche das geistige Leben Deutschlands vom Ende des achtzehnten und dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts darstellen, sehen gewöhnlich neben dem Höhepunkte der Kunst in Lessing, Herder, Schiller, Goethe, Mozart, Beethoven und anderen nur noch eine Epoche des rein spekulativen Denkens in Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Schopenhauer und einigen weniger bedeutenden Philosophen. Es herrscht vielfach die Meinung, dass man in den letzteren PersÖnlichkeiten bloße Arbeiter auf dem Felde des Gedankens zu erkennen habe. Man gibt zu, dass sie auf spekulativem Gebiete Außerordentliches geleistet haben; aber man wird nur zu leicht geneigt sein, zu sagen: Der eigentlich okkulten Forschung, der wirklichen spirituellen Erfahrung standen diese Denker ganz ferne. Und so kommt es, dass der theosophisch Strebende sich wenig Gewinn von einer Vertiefung in ihre Arbeiten verspricht. Viele, welche den Versuch machen, in das Gedankengewebe dieser Philosophen einzudringen, lassen die Arbeit nach einiger Zeit wieder liegen, weil sie dieselbe unfruchtbar finden. Der wissenschaftliche Forscher sagt sich: Diese Denker haben den strengen Boden der Erfahrung unter den Füßen verloren; sie haben in nebulosen Höhen Hirngespinste von Systemen ausgebaut, ohne alle Rücksicht auf die positive Wirklichkeit. Und wer sich für den Okkultismus interessiert, dem fehlen bei ihnen die wahrhaft spirituellen Fundamente. Er kommt zu dem Urteil: Sie haben nichts gewusst von geistigen Erlebnissen, von übersinnlichen Tatsachen, und lediglich Gedankengebäude ersonnen. Solange man dabei stehen bleibt, die bloße Außenseite der geistigen Entwicklung zu betrachten, wird man nicht leicht zu einer ändern Meinung kommen. Dringt man aber bis zu den Unterströmungen, dann stellt sich die ganze Epoche in einem ändern Lichte dar. Die scheinbaren Luftgebilde des bloßen Gedankens können erkannt werden als der Ausdruck eines tieferen okkulten Lebens. Und die Theosophie kann  dann den Schlüssel liefern zum Verständnis dessen, was diese sechzig bis siebzig Jahre geistigen Lebens im Entwicklungsgänge der Menschheit bedeuten. Es gibt in dieser Zeit in Deutschland zwei Reihen von Tatsachen, von denen die eine die Oberfläche darstellt, die andere aber als eine tiefere Grundlage betrachtet werden muss. Das Ganze macht den Eindruck eines dahingehenden Stromes, auf dessen Oberfläche sich in der mannigfaltigsten Weise die Wellen kräuseln. Und das, was man in den gewöhnlichen [Literaturgeschichten] darstellt, sind nur diese sich erhebenden und senkenden Wellen; man lässt aber unberücksichtigt, was in der Tiefe lebt, und wovon die Wellen eigentlich ihre Nahrung ziehen. Diese Tiefe enthält ein reiches, fruchtbares okkultes Leben. Und es ist dies kein anderes als dasjenige, welches einstmals in den Werken der großen deutschen Mystiker, Paracelsus, Jakob Böhme und Angelus Silesius, pulsierte. Wie eine verborgene Kraft war dieses Leben enthalten in den Gedankenwelten, welche Lessing, Herder, Schiller, Goethe, Fichte, Schelling, Hegel vorfanden. Die Art und Weise, wie zum Beispiel Jakob BÖhme seine großen Geisteserlebnisse zum Ausdruck gebracht hatte, stand nicht mehr im Vordergrunde der tonangebenden literarischen Diskussion; aber der Geist dieser Erlebnisse wirkte lebendig fort. Man kann bemerken, wie zum Beispiel in Herder dieser Geist fortlebte. Die öffentliche Diskussion brachte Herder ebenso wie Goethe auf das Studium Spinozas. In dem Werk, das er «Gott» nannte, suchte der Erstere die Gottesauffassung des Spinozismus zu vertiefen. Was er zum Spinozismus hinzubrachte, war nun nichts anderes als der Geist der deutschen Mystik. Man könnte sagen, dass, ihm selbst unbewusst, I...] Jakob Böhme und Angelus Silesius die Feder führten. Aus solchen verborgenen Quellen ist es auch zu erklären, dass bei einem solch rationalistisch veranlagten Geist, wie es Lessing war, in seiner «Erziehung des Menschengeschlechtes» die Ideen über die Reinkarnation auftauchten. Der Ausdruck ·unbewusst» ist allerdings nur halb zutreffend, weil solche Ideen und Intuitionen innerhalb Deutschlands zwar nicht an der Oberfläche der literarischen Diskussion, wohl aber in den mannigfaltigsten «okkulten Gesdlschaften» und «Briiderschaften» ein volles Leben führten. Aber von den Genannten ist eigentlich nur Goethe als ein solcher zu betrachten, der in das intimste Leben solcher «Brüderschaften» eingeweiht war; die anderen standen mit denselben in einem mehr äußerlichen Zusammenhänge. Es ging aus denselben vieles als Anregung in ihr Leben und  Schaffen über, ohne dass sie sich der wirklichen Quellen völlig bewusst geworden wären. Ein interessantes Phänomen der geistigen Entwicklung stellt nach dieser Richtung Schiller dar. Man versteht den eigentlichen geistigen Nerv seines Lebens nicht, wenn man sich nicht in dasjenige seinerJugendwerke vertiefL das in seinen Schriften sich findet als «Briefwechsel zwischen Julius und Raphaeb. Manches von dem, was darin enthalten ist, schrieb Schiller schon, als er noch auf der Karls-Schule in Stuttgart wag manches ist erst in den Jahren 1785 und 1786 entstanden. Es findet sich darin das, was Schiller die ·Tbeosopbie des Julius» nennt, und womit er die Summe von Ideen bezeichnet, zu denen er sich damals erhoben hatte. Es ist nur nötig, die wichtigsten Gedanken aus dieser «Theosophie» anzuführen, um die An zu charakterisieren, in der sich dieser Genius aus den ihm zugänglichen Rudimenten deutscher Mystik ein eigenes Ideengebäude zusammenfügte. Solch wesentliche Gedanken sind etwa die folgenden: «Das Universum ist ein Gedanke Gottes. Nachdem dieses [idealische] Geistesbild in die Wirklichkeit hiniibertrat und die geborene Welt den Riss ihres Schöpfers erfüllte - erlaube mir diese menschliche Vorstellung - so ist der Beruf aller denkenden Wesen in diesem vorhandenen Ganzen die erste Zeichnung wiederzufinden, die Regel in der Maschine, die Einheit in der Zusammensetzung, das Gesetz in dem Phänomen aufzusuchen und das Gebäude rückwärts auf seinen Grundriss zu übertragen ... Die große Zusammensetzung, die wir Welt nennen, bleibt mir jetzo nur merkwürdig, weil sie vorhanden ist, mir die [mannigfaltigen] Äußerungen jenes [Wesens] symbolisch zu bezeichnen. Alles in mir und außer mir ist nur Hieroglyphe einer Kraft, die mir ähnlich ist. Die Gesetze der Natur sind die Chiffren, welche das denkende Wesen zusammenfügt, sich dem denkenden Wesen verständlich zu machen - das Alphabet, vermittelst dessen alle Geister mit dem vollkommensten Geiste und mit sich selbst unterhandeln ... Eine neue Erfahrung in diesem [Reiche der Wahrheit], die Gravitation, der entdeckte Umlauf des Blutes, das Natursystem des Linnäus, heißen mir ursprünglich eben das, was eine Antike, im Herkulanum hervorgegraben - beides nur Widerschein eines Geistes, neue Bekanntschaft mit einem mir ähnlichen Wesen. [...I Es gibt für mich keine Einöde in der ganzen Natur mehr. Wo ich einen Körper entdecke, da [ahne] ich einen Geist. - Wo ich Bewegung merke, da rate ich auf einen Gedanken ... Wir haben Begriffe von der Weisheit  des höchsten Wesens, von seiner Güte, von seiner Gerechtigkeit - aber keinen von seiner Allmacht. Seine Allmacht zu bezeichnen, helfen wir uns mit der stückweisen Vorstellung dreier Sukzessionen: Nichts, sein Wille [und] Etwas. Es ist wüste und finster - Gott ruft: Licht - und es wird Licht. Hätten wir eine Real-ldee seiner wirkenden Allmacht, so wären wir Schöpfer, wie Er> - Solcher Art sind die Ideen von Schillers Theosophie, als er im Beginne seiner Zwanzigerjahre stand. Und von dieser Grundlage aus erhebt er sich zur Erfassung des menschlichgeistigen Lebens selbst, das er in den Zusammenhang der kosmischen Kräfte hineinstellt: «Liebe also - das schönste Phänomen in der beseelten Schöpfung, der allmächtige Magnet in der Geisterwelg die Quelle der Andacht und der erhabensten Tugend - Liebe ist nur der Widerschein dieser einzigen Urkraft, eine Anziehung des Vortrefflichen, gegründet auf einen augenblicklichen Tausch der Persönlichkeit, eine Verwechslung der Wesen. - Wenn ich hasse, so nehme ich mir etwas; wenn ich liebe, so werde ich um das reicher, was ich liebe. Verzeihung ist das Wiederfinden eines veräußerten Eigentums - Menschenhass ein verlängerter Selbstmord; Egoismus die höchste Armut eines erschaffenen Wesens.» Von da aus sucht dann Schiller eine seinem Gefühle entsprechende Gottesidee, die er in den folgenden Sätzen darstellt: «Alle Vollkommenheiten im Universum sind vereinigt in Gott. Gott und Natur sind zwei Größen, die sich vollkommen gleich sind ... eine Wahrheit ist es, die gleich einer festen Achse, gemeinschaftlich durch alle Religionen und Systeme geht: Nähert Euch dem Gotte, den Ihr meinet> Vergleicht man diese Ausführungen des jungen Schiller mit den Lehren der deutschen Mystiker, so wird man finden, dass bei diesen in scharf gezeichneten Gedankenkonturen vorhanden ist, was bei ihm wie der überschwängliche Ausfluss einer allgemeineren Gefühlswelt erscheint. Paracelsus, Jakob Böhme, Angelus Silesius haben als bestimmte Anschauung ihres intuitiven Geistes vor sich, was Schiller in unbestimmter Ahnung der Empfindung vorschwebt. Was bei Schiller in so charakteristischer Weise ans Licht tritt, ist auch bei anderen seiner Zeitgenossen vorhanden. Die Geistesgeschichte muss es nur bei ihm darstellen, weil es in seinen epochemachenden Werken zu einer treibenden Kraft der Nation geworden ist. Man kann sagen, in Schillers Zeitalter ist die spirituelle Tatsachenwelt der deutschen Mystik als Anschauung, als unmittelbare Erfahrung des Geisteslebens wie unter  einem Schleier verborgen; aber in der Gefühlswelt, in den Empfindungen lebte sie fort. Man hatte sich die Devotion, den Enthusiasmus erhalten für dasjenige, was man nicht mehr mit den «Sinnesorganen des Geistes» unmittelbar sah. Man hat es mit einer Epoche der Verschleierung der spirituellen Anschauung, aber mit einer solchen des Empfindens, des gefühlsmäßigen Ahnens dieser Welt zu tun. Diesem ganzen Vorgänge liegt nun eine gewisse gesetzmäßige Notwendigkeit zugrunde. Was nämlich als spirituelle Anschauung in die Verborgenheit eingetreten ist, das kam als künstlerisches Leben in dieser Periode deutschen Geisteslebens zum Vorschein. - Man spricht im Okkultismus von aufeinanderfolgenden Zyklen von Involution und Evolution. Hier hat man es mit einem solchen Zyklus im Kleinen zu tun. Die Kunst Deutschlands in der Epoche Schillers und Goethes ist nichts weiter als die Evolution der deutschen Mystik auf dem Gebiete der äußeren sinnlichen Form. Aber in den Schöpfungen der deutschen Dichter erkennt der tiefer Blickende die involvierten Intuitionen des großen mystischen Zeitalters Deutschlands. - Das mystische Leben von ehemals nimmt nun völlig einen ästhetischen, einen künstlerischen Charakter an. Klar kommt das zum Ausdrucke in derjenigen Schrift, in welcher Schiller die volle Höhe seiner Weltbetrachtung erreichte, in seinen [Briefen «t)ber die ästhetische Erziehung des Menschen»]. Der Dogmatiker des Okkultismus wird vielleicht auch in diesen «Briefen» nichts finden als die geistvollen Spekulationen eines feinen künstlerischen Kopfes. In Wirklichkeit herrscht aber in ihnen das Bestreben, die Anleitung zu einem ändern Bewusstseinszustände zu geben, als es der gewöhnliche ist. Eine Etappe auf dem Wege zu dem «höheren Selbst» soll geschildert werden. Zwar ist der Bewusstseinszustand, welchen Schiller darstellt, weit entfernt von dem astralischen oder devachanischen Erfahrungsleben; er stellt aber doch etwas Höheres dar gegenüber dem Alltagsleben. Und man wird bei unbefangener Auffassung in dem, was nach Schiller der ästhetische Zustancb genannt werden kann, sehr wohl eine Vorstufe zu jenen höheren Anschauungsarten erkennen können. Schiller will den Menschen hinausführen über den Standpunkt des ·miederen Selbstm Durch zwei Eigenschaften ist ihm dieses niedere Selbst gekennzeichnet. Erstens steht es in einer notwendigen Abhängigkeit gegenüber den Einflüssen der Sinnenwelt. Zweitens unterliegt es den Forderungen der logischen und moralischen Notwendigkeit. Es ist somit unfrei nach zwei  Richtungen hin. In seinen Trieben, Instinkten, Empfindungen, Leidenschaften und so weiter berrscht die Sinnenwelt. In seinem Denken und in seiner Moral herrscht die Vernunftnotwendigkeit. Frei ist aber allein derjenige Mensch im Sinne Schillers, welcher seine Empfindungen, Triebe, Begierden, Wünsche und so weiter so veredelt hat, dass sich in ihnen nur das Geistige zum Ausdrucke bringt, und welcher andrerseits die Vernunftnotwendigkeit so vollkommen in sich aufgenommen hat, dass sie der Ausfluss seines eigenen Wesens ist. Man kann ein Leben, das in solcher Art geführt wird, auch als ein solches bezeichnen, in dem ein harmonisches Gleichgewicht zwischen ·niederem und höherem Se]bst» hergestellt ist. Der Mensch hat seine Wunscbnatur so veredelt, dass sie die Verkörperung seines «höheren Selbst» ist. Dieses hohe Ideal stellt Schiller in diesen «Briefen» auf; und er findet, dass in dem künstlerischen Schaffen und in der reinen ästhetischen Hingabe an ein Kunstwerk eine Annäherung an dieses Ideal stattfindet. So wird für ihn das Leben in der Kunst zu einem echten Erziehungsmittel des Menschen in der Entwicklung seines ·höheren Selbstesm - Das wahre Kunstwerk ist für ihn ein vollkommener Einklang von Geist und Sinnlichkeit, von höherem Leben und äußerer Form. Das Sinnliche ist nur ein Ausdrucksmittel; aber das Geistige wird erst zum Kunstwerk, wenn es ganz und gar seinen Ausdruck in der Sinnlichkeit gefunden hat. So lebt der schaffende Künstler im Geiste; aber er lebt darin auf eine ganz und gar sinnliche Aru alles Geistige wird durch ihn sinnlich-wahrnehmbar. Und derjenige, welcher sich ästhetisch vertieft, nimmt durch seine äußeren Sinne wahr; doch was er wahrnimmt, ist völlig durchgeistigte Sinnlichkeit. Man hat es also mit einer Harmonie zwischen Geist und Sinnlichkeit zu tun; das Sinnliche erscheint zum Geist hinaufgeadelt; das Geistige bis zur sinnlichen Anschaulichkeit zur Offenbarung gekommen. Diesen ·ästhetischen Zustand» möchte Schiller auch zum Vorbild des gesellschaftlichen Zusammenlebens machen. Ihm erscheint ein Gesellschaftsverhältnis unfrei, in welchem die Menschen ihre gegenseitigen Beziehungen nur auf die Begierden des niederen Selbstes, des Egoismus stützen. Nicht minder unfrei erscheint ihm aber auch ein Zustand, bei welchem eine bloße Vernunftgesetzgebung berufen ist, die niederen Instinkte und Leidenschaften zu zügeln. Als Ideal stellt er eine Gesellschaftsverfassung hin, innerhalb welcher der Einzelne das diöhere Selbst» der Gesamtheit so stark als sein eigenes Wesen fühlt, dass er aus innerstem Trieb «selbstlos» wirkt. Das «Einzel-lch» soll so  weit kommen, dass es ganz der Ausdruck des «Gesamt-lch» werde. Ein gesellschaftliches Handeln, das unter solchen Antrieben steht, empfindet Schiller als ein Handeln «schöner Seelen»; und solche «schöne Seelen», welche den Geist des «höheren Selbst» in ihrer alltäglichen Natur zur Offenbarung bringen: Sie sind für Schiller auch die wahrhaft «freien Seelenm Er möchte die Menschheit durch die SchÖnheit und die Kunst zur ·NVahrheit» führen. Einer seiner Kernsprüche ist: «Nur durch das Morgenrot des Schönen dringt der Mensch in der Erkenntnis Landn So wird aus Schillers Weltbetrachtung heraus der Kunst eine hohe erzieherische Mission im Evolutionsgange der Menschheit zugeteilt. Man kann sagen: Was Schiller hier darstellt, ist die ästbetiscb-künstleriScb gewordene Mystik der älteren Zeit des deutschen Geisteslebens. Es könnte nun scheinen, als ob nicht leicht eine Brücke zu schlagen sei von Schillers Ästhetizismus zu einer anderen Persönlichkeit derselben Zeit, die aber nicht minder aus einer okkulten Unterströmung heraus zu verstehen ist, zu Johann Gottlieb Fichte. Diesen wird man bei oberflächlicher Betrachtung ganz und gar als einen bloßen spekulativen Kopf ansehen, als intellektuellen Gedankenmenschen. Nun ist es richtig, dass seine Domäne diejenige des Gedankens ist, und dass derjenige, welcher solche spirituellen Höhen aufsuchen will, die über der Gedankenwelt liegen, sie bei Fichte nicht finden kann. Wer eine Beschreibung ·höherer Weitem haben will, wird sie bei ihm vergeblich suchen. Von einer astralischen oder mentalen Welt hat Fichte keine Erfahrung. Dem Inhalte seiner Philosophie nach, hat er es nur mit solchen Ideen zu tun, welche zu der physischen Welt gehören. - Ganz anders aber stellt sich die Sache dar, wenn man auf seine Behandlungsweise der Gedankenwelt sieht. Diese Behandlungsweise ist keineswegs eine bloß spekulative. Sie ist vielmehr eine solche, die vollständig der okkulten Erfahrung entspricht. Fichte betrachtet nur die auf die physische Welt bezüglichen Gedanken; aber er betrachtet diese so, wie sie ein Okkultist betrachtet. Daher kommt es, dass er selbst durchaus das Bewusstsein hat, ein Leben in höheren Welten zu führen. Man sehe nur, wie er sich in den Vorlesungen, die er 1813 in Berlin gehalten hat, selbst darüber ausspricht: djenke man eine Welt von Blindgeborenen, denen darum allein die Dinge und ihre Verhältnisse bekannt sind, die durch den Sinn der Betastung existieren. Tretet unter diese und redet ihnen von Farben und den ändern Verhältnissen, die nur durch das Licht für das Sehen  vorhanden sind. Entweder ihr redet ihnen von Nichts, und das ist das Glücklichere, wenn sie es sagen; denn auf diese Weise werdet ihr bald den Fehler bemerken und, falls ihr ihnen nicht die Augen zu öffnen vermögt, das vergebliche Reden einstellen. Oder sie wollen aus irgendeinem Grunde eurer Lehre doch einen Verstand geben: So können sie dieselbe nur verstehen von dem, was ihnen durch die Betastung bekannt ist: Sie werden das Licht und die Farben und die ändern Verhältnisse der Sichtbarkeitfühlen wollen, zu fühlen vermeinen, innerhalb des Gefühles irgendetwas sich erkünsteln und anlügen, was sie Farbe nennen. Dann missverstehen, verdrehen, missdeuten sie.» Ein anderes Mal spricht Fichte es unmittelbar aus, dass für ihn seine Weltbetrachtung nicht bloß eine Spekulation über dasjenige ist, was die gewöhnlichen Sinne geben, sondern dass ein höherer, über diese hinausreichender Sinn dazu notwendig ist: ·Der neue Sinn ist demnach der Sinn für den Geist; der, für den nur Geist ist und durchaus nichts anderes, und dem auch das andere, das gegebene Sein, annimmt die Form des Geistes und sich darein uerwandelt, dem darum das Sein in seiner eigenen Form in der Tat verschwunden ist ... Es ist mit diesem Sinne gesehen worden, seitdem Menschen da sind, und alles Große und Treffliche, was in der Welt ist und welches allein die Menschheit bestehen macht, stammt aus den Gesichten dieses Sinnes. Dass aber dieser Sinn sich selbst gesehen haben sollte und in seinem Unterschiede und Gegensatze mit dem andern gewöhnlichen Sinne, war nicht der Fall. Die Eindrücke der beiden Sinne uerscbmolzen, das Leben zerßel ohne Einigungsband in diese zwei Hälftcn> Diese letzten Worte sind überaus charakteristisch für die Weltstellung Flehtes in dem Geistesleben. Für das bloß äußerliche (exoterische) pbilosopbikbe Streben des Abendlandes ist es tatsächlich richtig, dass der Sinn, von dem Fichte spricht, sich «nicht selbst gesehen hatm In allen mystischen Strömungen des Geisteslebens, die auf okkulter Erfahrung und esoterischer Betrachtung beruhen, kommt er zwar deutlich zur Sprache; allein deren tiefere Grundlage war ja, wie oben bereits ausgeführt worden ist, zu Flehtes Zeit für die tonangebende literarische und gelehrte Diskussion unbekannt. Für die Ausdrucksmittel der damaligen deutschen Philosophie war in der Tat Fichte der Pfadfinder und Entdecker dieses höheren Sinnes. Davon kam es, dass er etwas ganz anderes an den Ausgangspunkt seines Nachdenkens stellte als andere Philosophen. Er verlangte als Lehrer von seinen Zuhörern und als Schriftsteller von seinen  Lesern, dass sie vor allem eine innere Tat der Seele vollziehen sollten. Nicht eine Erkenntnis von irgendetwas außer ihnen Bestehendem wollte er ihnen vermitteln, sondern die Forderung stellte er an sie, eine innere Handlung auszuführen. Und durch diese innere Handlung sollten sie das wahre Licht des Selbstbewusstseins in sich entzünden. Er ging wie die meisten Philosophen seiner Zeit von der Kant'schen Philosophie aus. Daher drückte er sich in der Form der Kant'schen Terminologie, ebenso wie auch Schiller in seinen reifen Jahren, aus. Doch überflügelte er in Bezug auf die Höhe des inneren, geistigen Lebens gleich Schiller die Kant'sche Philosophie sehr weit. Wenn man den Versuch macht, aus der schwierigen philosophischen Ausdrucksweise in eine populärere Form das zu übersetzen, was Fichte von seinen Zuhörern und Lesern forderte, so mag sich dieses etwa folgendermaßen gestalten. Ein jedes Ding und eine jede Tatsache, die von dem Menschen wahrgenommen wird, drängt diesem das Sein auf. Es ist ohne das Zutun des Menschen, soweit dessen tiefstes Innere in Betracht kommt, da. Der Tisch, die Blume, der Hund, eine Lichterscheinung und so weiter sind durch etwas dem Menschen Fremdes da; und diesem kommt nur zu, die Existenz festzustellen, welche ohne ihn zustande gekommen ist. Anders ist das für Fichte bei dem dch» des Menschen. Dasselbe ist nur da, insofern es sich durch seine eigene Tätigkeit das Sein selbst beilegt. Daher bedeutet der Satz: Ach bin» etwas ganz anderes als jeder andere Satz. Dass man sich dieses Selbstschöpferische zum Bewusstsein bringe, forderte Fichte für den Ausgangspunkt einerjeglichen geistigen Weltbetrachtung. Bei jeder ändern Erkenntnis kann der Mensch bloß empfangend sein, beim «Ich» muss er Schöpfer sein. Und er kann sein «Ich» nur wahrnehmen, indem er sich als den Schöpfer dieses Ich anschaut. So verlangt Fichte eine ganz andere Betrachtungsart für das «Ich» als für alle ändern Dinge. Und er ist in dieser Forderung so streng wie möglich. Sagt er doch einmal: «Die meisten Menschen würden leichter dahin zu bringen sein, sich für ein Stück Lava im Monde als für ein leb zu halten ... Wer hierüber noch nicht einig mit sich selbst ist, der versteht keine gründliche Philosophie, und er bedarf keiner. Die Natug deren Maschine er ist, wird ihn schon ohne all sein Zutun in allen Geschäften leiten, die er auszuführen hat. Zum Philosophieren gehört Selbstständigkeit: Und diese kann man sich nur selbst geben. Wir sollen nicht ohne Auge sehen wollen; [aber sollen] auch nicht behaupten, dass das Auge sehe>  Es ist damit ganz scharf die Grenze bezeichnet, wo das gewöhnliche Erleben aufhört und das okkulte beginnt. Das gewöhnliche Wahrnehmen und Erleben reicht genau so weit, als objektiv dem Menschen die Wahrnehmungsorgane eingebaut sind. Das Okkulte beginnt da, wo der Mensch anfängt, sich selbst durch die in ihm liegenden schlummernden Kräfte hÖhere Wahrnehmungsorgane aufzubauen. Innerhalb des gewöhnlichen Erlebens vermag sich der Mensch nur als Geschöpf zu fühlen. Beginnt er, sich als Schöpfer seiner Wesenheit zu fühlen, so betritt er das Gebiet des sogenannten okkulten Lebens. Die Art, wie Fichte das «Ich bin» charakterisiert, ist durchaus im Sinne des Okkultismus. Wenn er auch im Felde des reinen Gedankens verbleibt, so ist doch seine Betrachtung keine bloße Spekulation, sondern wahres inneres Erlebnis. Aber gerade aus diesem Grunde ist auch die Verwechselung seiner Weltbetrachtung mit bloßer Spekulation so leicht. [Wen] die Neugierde in die höheren Welten hinauftreibt, der wird durch die Vertiefung in Flehtes Philosophie eben nicht auf seine Rechnung kommen. Wer aber an sich arbeiten will, um die in der Seele schlummernden Fähigkeiten zu entdecken, dem kann gerade Fichte ein guter Führer sein. Er wird gewahr werden, dass es bei ihm nicht auf den Inhalt seiner Lehre oder seiner Dogmen, sondern auf die Kraft ankommt, die in der Seele wächst, wenn man die Gedankenwege Flehtes bingebungsuoll nachwandelt. Man möchte diesen Denker mit dem Propheten vergleichen, der nicht selbst das gelobte Land betreten hat, aber die Seinigen bis zu einem Gipfel führt, von dem aus sie die Herrlichkeiten desselben schauen konnten. Fichte führt das Denken bis zu dem Gipfel, von dem aus der Eintritt in das Land des Okkultismus vollzogen werden kann. Und die Vorbereitung, welche man durch ihn erlangt, ist die denkbar reinste. Denn sie hebt völlig über das Gebiet der Sinnesempfindung und über den Bereich dessen hinweg, was aus der Wunsch- und Begierdennatur des Menschen (aus seinem Astralleib) stammt. Man lernt durch Fichte leben und sich bewegen in dem ganz reinen Elemente des Denkens. Man behält nichts von der physischen Welt in der Seele, als was dieser physischen Welt aus höheren Regionen eingepflanzt ist, nämlich die Gedanken. Und diese bilden eine bessere Brücke zu den spirituellen Erlebnissen als die Ausbildung anderer psychischer Fähigkeiten. Denn der Gedanke ist überall derselbe, ob er nun in der physischen, astralischen oder mentalen Welt auftritt. Nur sein Inhalt ist in jeder dieser Welten ein anderer. Und die übersinnlichen  Welten bleiben dem Menschen nur so lange verborgen, als er aus seinen Gedanken den sinnlichen Inhalt nicht ganz entfernen kann. Wird der Gedanke Sinnlichkeit-frei, dann ist nur noch ein Schritt zu vollziehen, und die übersinnliche Welt kann beschritten werden. Die Anschauung des eigenen Selbst im Sinne Fichtes ist deshalb so bedeutsam, weil in Bezug auf dieses «Selbst» der Mensch überhaupt ohne allen Gedankeninhalt bleibt, wenn er sich einen solchen nicht von innen heraus gibt. Für den ganzen übrigen Weltinhalt, für alles Wahrnehmen, Empfinden, Wollen und so weiter, welche den Inhalt des gewöhnlichen Daseins ausmachen, erfüllt die Außenwelt den Menschen. Er braucht nach Fichtes Worten - im Grunde nichts zu sein als die Maschine der Natur», welche «ohne sein Zutun seine Geschäfte 1eite>. Das «Ich» aber bleibt leer, keine Außenwelt erfüllt es mit Inhalt, wenn dieser nicht aus dem Innern kommt. Die Erkenntnis jch bin» kann daher niemals etwas anderes sein als des Menschen intimstes Innen-Erlebnis. Es spricht also in diesem Satze etwas innerhalb der Seele, das nur von innen sprechen kann. Aber so wie diese scheinbar ganz leere Bejahung des eigenen Selbst auftritt, so spielen sich alle höheren okkulten Erlebnisse ab. Sie werden inhalt- und lebensvoller; aber sie haben dieselbe Form. Man kann durch das Ich-Erlebnis, wie es Fichte darstellt, den Typus aller okkulten Erlebnisse zunächst auf rein gedanklichem Gebiete kennenlernen. Es ist daher richtig gesprochen, wenn man sagt, dass mit dem Ach bin» der Gott in dem Menschen zu sprechen beginnt. Und nur weil das in rein gedanklicher Form geschieht, wollen es so viele Menschen nicht anerkennen. Nun musste aber gerade bei den schärferen Geistern, die auf solchen 'Wegen wandelten wie Fichte, eine Grenze der Erkenntnis eintreten. Das reine Denken ist nämlich bloß eine Betätigung der Persönlichkeit, nicht der Individualität, welche in immer wiederkehrenden Reinkarnationen durch die verschiedenen Persönlichkeiten hindurchgeht. Die Gesetze auch der höchsten Logik werden niemals anders, auch wenn in der Stufenfolge der Wiederverkörperungen die menschliche Individualität bis zur Etappe des höchsten Weisen hinaufsteigt. Die geistige Anschauung steigert sich, das Wahrnehmungsvermögen erweitert sich, wenn eine Individualität, die in einer Inkarnation hoch stand, wieder verkörpert wird, die Logik des Denkens aber bleibt dieselbe auch für eine höhere Bewusstseinsstufe. Daher kann dasjenige, was über die einzelne Inkarnation hinausgeht, auch niemals durch ein noch so feines Gedanken-Erlebnis  erfasst werden, selbst wenn sich dieses zu den höchsten Stufen erhebt. Darin ist der Grund zu suchen, warum die Betrachtungsart Fichtes und auch diejenige seiner Zeitgenossen, welche in seinen Bahnen wandelten, sich nicht zur Erkenntnis der Gesetze von Reinkarnation und Karma durchringen konnten. Wenn auch verschiedene Hinweise bei den Denkern dieser Epoche zu finden sind: Sie gehen mehr aus einem allgemeinen Gefühle hervor und stehen nicht in einem notwendigen organischen Zusammenhang mit ihren Gedankengebäuden. Man darf vielmehr geradezu sagen, dass die geistesgeschichtliche Mission dieser Persönlichkeiten darin bestanden hat, die reinen Gedankenerlebnisse einmal darzustellen, insofern sich diese innerhalb einer Inkarnation abspielen können, mit Ausschaltung alles dessen, was vom Wesen des Menschen über diese eine Verkörperung hinausreicht. Die Evolution des Menschengeistes geht ja in der An vor sich, dass von der esoterischen Urweisheit in gewissen Epochen immer Teile in das Volksbewusstsein übergeführt werden. Und dem deutschen Volksbewusstsein fiel eben am Ende des achtzehnten und am Beginne des neunzehnten Jahrhunderts die Aufgabe zu, das spirituelle Leben des reinen Gedankens in seinem Verhältnis zu dem einzelnen persönlichen Dasein auszugestalten. Zieht man in Betracht, was schon im Zusammenhänge mit Schillers Persönlichkeit hier ausgeführt worden ist, dass die Kunst zu dieser Zeit in den Mittelpunkt des geistigen Lebens gerückt werden sollte, so wird man die Betonung des persönlichen Gesichtspunktes umso begreiflicher finden. Die Kunst ist doch das Ausleben des Geistes in sinnlich-physischen Formen. Die Wahrnehmung dieser Formen ist aber durch die Organisation der einzelnen Persönlichkeit bedingL die innerhalb der einen Inkarnation lebt. Was über die Persönlichkeit in das Gebiet des Übersinnlichen hineinragt, wird nicht mehr unmittelbar in der Kunst zur Geltung kommen können. Zwar wirft die Kunst ihren Widerschein in das übersinnliche Gebiet; aber dieser Widerschein wird doch nur als die Fmcbt des künstlerischen Schaffens und Erlebens hinübergeführt durch das bleibende Wesen der Seele von einer Reinkarnation zur ändern. Das, was als Kunst und als ästhetisches Erleben unmittelbar ins Dasein tritt, ist an die Persönlichkeit gebunden. Deshalb trägt bei einer Persönlichkeit der gekennzeichneten Epoche eine im eminentesten Sinne theosophische Weltbetrachtung auch einen durchaus persönlichen Charakter. Es ist das der Fall bei Friedrich uon  Hardenberg, der als Dichter den Namen Noualis trägt. Er ist geboren 1772 und starb schon 1801. In einigen Dichtungen und in einer Reihe dichterisch-philosophischer Fragmente liegt vor, was in dieser ganz von theosophischer Gesinnung getragenen Seele gelebt hat. Aus einer jeden Seite seiner Schöpfungen strömt dem Leser diese Gesinnung entgegen; dabei ist aber alles so, dass die hÖchste Geistigkeit mit einer unmittelbaren sinnlichen Leidenschaft, mit ganz persönlichen Trieben und Instinkten gepaart ist. Eine wirklich pythagoreische Denkungsart lebt in dieser Jünglingsnatur, die noch dadurch eine besondere Nahrung erhielt, dass Novalis sich zum Berg-lngenieur durch eine gründliche mathematische und naturwissenschaftliche Schulung hindurchgearbeitet hat. Die Art, wie der menschliche Geist die Gesetze der reinen Mathematik aus sich selbst heraus entwickelt, ohne Zuhilfenahme einer jeglichen sinnlichen Anschauung, wurde ihm zum Vorbild für alles übersinnliche Erkennen überhaupt. Wie das Weltgebäude harmonisch nach den mathematischen Gesetzen gebildet ist, welche die Seele in sich selbst findet, so dachte er sich dies für alle der Welt zugrunde liegenden Ideen. Deshalb nahm für ihn des Menschen Verhältnis zur Mathematik einen geradezu devotionellen, religiösen Charakter an. Aussprüche wie die folgenden lassen die eigenartig pythagoreische Grundwesenheit seiner Anlagen erkennen: «Echte Mathematik ist das eigentliche Element des Magiers ... Das höchste Leben ist Mathematik ... Der echte Mathematiker ist Enthusiast per sc. Ohne Enthusiasmus keine Mathematik. Das Leben der Götter ist Mathematik. Alle göttlichen Gesandten müssen Mathematiker sein. Reine Mathematik ist Religion. Zur Mathematik gelangt man nur durch eine Theophanie. Die Mathematiker sind die einzig Glücklichen. Der Mathematiker weiß alles. Er könnte es, wenn er es nicht wüsste. ... Im Morgenlande ist die echte Mathematik zu Hause. In Europa ist sie zur bloßen Technik ausgeartet. Wer ein mathematisches Buch nicht mit Andacht ergreift und es wie Gottes Wort liest, der versteht es nicht. ... Wunder, als widernatürliche Fakta, sind amathematisch, aber es gibt kein Wunder in diesem Sinn, und was man so nennt, ist gerade durch die Mathematik begreiflich, denn der Mathematik ist nichts wunderbar> Bei solchen Aussprüchen schwebt Novalis nicht bloß eine Apotheose der Wissenschaft von den Zahlen und Raumgrößen vog sondern die Anschauung, dass alle inneren Seelenerlebnisse zu dem Kosmos sich verhalten sollen, wie die reine Sinnlichkeit-freie mathematische Geisteskon struktion zu der äußeren zahlenmäßigen und räumlich geordneten Weltharmonie sich verhält. Schön kommt dies zum Ausdrucke, wenn er sagt: ·Die Menschheit ist der höhere Sinn unsers Planeten, der Nerv, der dieses Glied mit der obern Welt verknüpft, das Auge, was er gen Himmel hebt> Die Identität des menschlichen Ich mit dem Grundwesen der objektiven Welt ist das Leitmotiv in allem Schaffen des Novalis. Unter seinen «Fragmenten» ist der Spruch aufgezeichnet: «Unter Menschen muss man Gott suchen. In den menschlichen Begebenheiten, in menschlichen Gedanken und Empfindungen offenbart sich der Geist des Himmels am hellsten> Und die Einheit des «höhern Selbst» in der Gesamtmenschheit bringt er in der folgenden Art zum Ausdruck: «Im Ich, im Freiheitspunkte sind wir alle in der Tat völlig identisch - von da aus trennt sich erst jedes Individuum. Ich ist der absolute Gesamtplatz, der Zentralpunkt.» - Bei Novalis tritt nun ganz besonders die Stellung zutage, welche das damalige Bewusstsein der Kunst und dem künstlerischen Empfinden anwies. Kunst ist ihm etwas, wodurch der Mensch über sein engumgrenztes <iiederes Selbst» hinauswächst und wodurch er sich mit den schaffenden Kräften der Welt in Beziehung setzt. In der schaffenden künstlerischen Phantasie sieht er einen Abglanz der magischen Wirkenskräfte. So kann er sagen: «Ikr Künstler steht auf dem Menschen, wie die Statue auf dem Piedestab ... «Die Natur wird moralisch sein, wenn sie aus echter Liebe zur Kunst sich der Kunst hingibt, tut, was die Kunst will; die Kunst, wenn sie aus echter Liebe zur Natur für die Natur lebt und nach der Natur arbeitet. Beide müssen es zugleich, aus eigener Wahl, um ihrer selbst willen, und aus fremder Wahl, um des anderen willen, tun ... Wenn unsere Intelligenz und unsere Welt harmonieren, so sind wir Gott gleichm - Von solchen Gesinnungen getragen sind des Novalis lyrische Dichtungen, besonders seine «Hymnen an die Nacht», ferner sein unvollendet gebliebener Roman «Ekinrich von Ofterdingem und das ganz in mystischer Denk- und Empfindungsweise wurzelnde Werkchen «I)ie Lehrlinge zu Sais». So zeigt sich an diesen wenigen angeführten Persönlichkeiten, wie im damaligen Zeitraum dem deutschen Dichten und Denken eine theosophisch-mystische Unterströmung zugrunde liegt. Die Beispiele ließen sich durch zahlreiche andere vermehren. Deshalb kann hier nicht einmal versucht werden, etwas Vollständiges zu geben, sondern es sollte nur die Grundnote dieser geistigen Epoche mit ein paar Linien charakterisiert werden.  Nicht schwer einzusehen wird es nun aber auch sein, dass einzelne mystisch und theosophisch angelegte Naturen mit einem spirituell-intuitiven Geiste aus diesem ganzen Leben heraus auf ihre Art die theosophischen Grundideen selbst zum Teile fanden. So leuchtet uns Theosophie aus den Schöpfungen mancher Persönlichkeit dieser Epoche in schÖner Weise entgegen. Viele kÖnnten angeführt werden, bei denen dies der Fall ist. Da könnte von Lorenz Oken gesprochen werden, welcher eine Naturphilosophie begründete, die auf der einen Seite durch ihren mystischen Geist zurück auf Paracelsus und Jakob Böhme weisG auf der ändern Seite durch genialische Konzeptionen über die Evolution und den Zusammenhang der Lebewesen eine Vorläuferin der berechtigten Teile des Darwinismus ist. Es könnte Steffens angeführt werden, der in den Vorgängen der Erdentwicklung Spiegelungen eines kosmischen Geisteslebens suchte; man könnte auf Eckartshausen (1752 bis 1803) verweisen, welcher die abnormen Erscheinungen des Natur- und Seelenlebens auf theosophisch-mystische Art zu erklären suchte; auch Ennemoser (17871854) mit seiner «Geschichte der Magk», Gotthilf Heinrich Scbubert mit seinen Arbeiten über die Traum-Erscheinungen und die verborgenen Tatsachen in der Natur; und die geistvollen Ausführungen von Justinus Kerner, von Karl Gustav Carus wurzeln in derselben Geistesrichtung. Schelling ging vom reinen Fichteanismus immer mehr zur Theosophie über, um dann in seiner «Philosophie der Mythologie» und ·Philosophie der OffCnbarung», die erst nach seinem Tode erschienen sind, die Entwicklungsgeschichte des Menschengeistes und den Zusammenhang der Religionen bis zu ihrem Ausgangspunkt in den Mysterien zu verfolgen. Auch Hegels Philosophie müsste einmal in das theosophische Licht gerückt werden, und man würde dann sehen, wie fehlerhaft es von der Geschichte der Philosophie ist, dieses tiefinnere spirituelle Seelenerlebnis für bloße Spekulation anzusehen. Das alles erforderte, wollte man es erschöpfend behandeln, ein ausführliches Werk. Hier aber soll nur noch auf eine wenig bekannte Persönlichkeit hingewiesen werden, welche in dem Brennpunkt ihres Geistes die Strahlen theosophischer Weltbetrachtung vereinigte und ein Ideengebäude schuf, das in vieler Beziehung völlig mit den heute wieder erneuerten Gedanken der Theosophie übereinstimmt. Es ist I. P. V. Troxler, der von 1780 bis 1866 lebte und von dessen Werken namentlich das 1812 erschienene «Blicke in das Wesen des Menschem in Betracht kommt. Troxler wendet sich gegen die übliche Einteilung der  menschlichen Natur in Seele und Leib, die er irreführend findet, weil sie die Natur nicht erschöpft. Er unterscheidet zunächst vier Glieder der menschlichen Wesenheit: Geist, höhere Seele, Leib (der ihm die niedere Seele ist) und Körper. Man braucht diese Einteilung nur im rechten Lichte zu sehen, um zu erkennen, wie nahe sie der heute in theosophischen Büchern üblichen ist. Der KÖrper in seinem Sinne fällt vollkommen zusammen mit dem, was man jetzt physischen Leib nennt. Die niedere Seele, oder das, was er, im Gegensatze zum Körper, den Leib nennt, ist nichts anderes als der sogenannte Astralleib. Das ist nicht etwa in seine Gedankenwelt hineingelegt, sondern er sagt selbst, dass dasjenige, was subjektiu die niedere Seele ist, man objektiv dadurch charakterisieren solle, dass man zurückgreife auf die von den alten Forschern gebrauchte Bezeichnung Astralleib. «Es gibt demnach» - so führt er aus - ·motwendig etwas im Menschen, was die Weisen der Vorzeit als ein o'toµa acnpoa&C (Soma astroeides) [und oµpaytou cmµa (Uranion SOma)]g oder als ein oXr|µa 1rva)µaTlXov ([Schema] pneumatikon) [geahnet] und verkiindet und was als Substrat der mittleren Lebenssphäre das Band des unsterblichen und des sterblichen Lebens ist.» Bei den Dichtern und Philosophen, welche Troxlers Zeitgenossen sind, lebt die Theosophie als Unterströmung; er selbst aber wird diese Theosophie bis zu einem hohen Grade in der ihn umgebenden geistigen Welt gewahr und gestaltet sie in origineller An aus. So kommt er durch sich selbst auf vieles, was sich in den uralten Weisheitslehren findet. Es ist um so reizvoller, sich in seine Gedankengänge zu vertiefen, da er nicht direkt auf alten Überlieferungen baut, sondern aus dem Denken und der Gesinnung seiner Zeit heraus etwas wie eine ursprünglicbe Theosophie schafft.  AUSSPRACHE ZUM FALL LEADBEATER DER DEUTSCHEN TEILNEHMENDEN AM THEOSOPHISCHEN KONGRESS IN PARIS Von Rudolf Steiner geleitete Diskussion Panis, 7. Juni 1906 [Rudolf Steiner:] «Die erste Bedingung für den Okkultisten, der Kräfte erlangt, um andere zu leiten, ist Opferwilligkeit. Das Gute, was ein solcher opferwilliger Okkultist geleistet hat, ist nicht auszulöschen. Es wirkt fort, es bleibt. Und es wäre höchst unchristlich und erst recht untheosophisch, über einen gefallenen Okkultisten lieblos zu richten. Auf brüderliche Gesinnung muss ein jeder rechnen können, der sich der Theosophischen Gesellschaft anschließt. Wer in die Gesellschaft tritt, nur um zu lernen, der legt einen falschen Maßstab an. Wer sein Bestes hergibt, um den Brüdern zu helfen und dadurch der brüderlichen Gesinnung zu helfen, hat den Zweck der Gesellschaft richtig erkannt. Nun liegt der Fall vor, dass ein Mitglied, das viel Gutes gewirkt hat, verworfen worden ist. Was ist es, [das] verwirft? Es ist sehr schwierig, in der Öffentlichkeit über diese Sache zu sprechen. Es handelt sich hier um Ansichten. Indem Leadbeater Dinge getrieben, die von der gewöhnlichen Moral nicht zu billigen sind, hat ihm das Ideal vorgeschwebt, gerade diesem sexuellen Übel entgegenzuwirken. Er meinte, nichts Unrechtes getan zu haben, er sah die Sache an als ein Heilmittel. Man kann nicht sagen: «Leadbeater will sich nicht bessernm Die Gesellschaft hat ihn ausgeschlossen. Sie hat sich damit zum Richter über eine Idee gemacht. Damit hat sie sich selbst zu einer Unfehlbarkeit bekannt. Es ist im Kongress mal vom Common Sense - Gemeinsinn - die Rede gewesen. Hier ist ein okkulter Fall vor das Forum des «gesunden Menschenverstandes» gebracht worden. Die Möglichkeit ist damit gegeben, dass jeder Okkultist vor dieses Forum gestellt werden kann. Der Fall ist geschaffen und die Gesellschaft muss sehen, wie sie damit fertig wirdm  Fr. fragte nach der näheren Ursache und Art des Ausschlusses. Dr. Steiner: djns ist nur die Tatsache mitgeteilt. Wir haben kein Recht, über die Handlungen der ändern zu richten; tun wir das, so machen wir Ketzer. Jeder soll sein Wirken selbst verantworten. Die exoterische Leitung der Gesellschaft hat sich nur mit den Verwaltungssachen zu beschäftigen. Das Übrige haben sie in die Hände derjenigen zu legen, die dahinterstehen. Sie soll keine Polizeigewalt ausüben. Wenn sie anfangen will, über die Fehler der Mitglieder zu urteilen, so schlägt sie sich selbst ins Gesicht. Da gibt es scheinbar ganz harmlose Dinge, die aber nicht so harmlos sind, wie sie scheinen. Zu diesen gehören zum Beispiel der Kaffeeklatsch der Damen und der Früh- oder Dämmerschoppen der Herren. Da wird die Wollust gefördert. Und die Betroffenen betreiben gewissermaßen Unzucht auf dem astralen Plan. Sie führen dort einen wahren Hexensabbat auf. Von diesem Klatsch nähren sich gewisse astrale Wesen. Nur die Absicht des Täters bedingt den Unterschied zwischen der weißen und schwarzen Magie. Die Frage, um die es sich hier handelt, ist also die: Ist das, was geschehen ist, zur eigenen Wollust geschehenh Kieser, Stuttgart: «Wk hat Leadbeater sich benommen bei dem Verhör? Hat er gestandenh Miss Bright: «ja. Er hat es voll zugestanden und hat sich zum Besten der Gesellschaft zurückgezogen von derselben. Er will sein Karma nicht an das der Gesellschaft ketten, deshalb tritt er zurück. Er hat entschieden erklärt, dass er es nicht getan, um seine Lust zu bdriedigm.» Dr. Steiner: «Leadbeater handelte also in gutem Glauben. Ist die Methode, die er anwandte, um das Übel zu bekämpfen, falsch, so zeigt sich das an den Früchten, die sie zeitigt. Ist sie richtig, so kann das ebenfalls auch nur an den Früchten erkannt werden. Ein ähnlicher Fall liegt im Zölibat vor. Die Gesellschaft hat nicht das Recht, okkulte Sachen zu richten. Tut sie es, so macht sie sich zu einer Sekte, die Dogmen aufstellt. Das Dogma ist die Aufstellung einer Lehre, deren Sinn man nicht versteht. Die Trinität zum Beispiel ist ein Dogma, so lange man sie nicht versteht. Versteht man sie, so hört sie auf, Dogma zu sein.  Die Dinge, die hier infrage kommen, sind immer getrieben worden in okkulten Gesellschaften. - Der Okkultismus ist die Weisheit der Zukunft. Durch den Heldenmut der Okkultisten bereiten sich diese oft ein tragisches Ende. Der Okkultist lebt eben die Moral der Zukunft und die wird von den Mitmenschen nicht verstanden. Dieser Fall wird uns klarer werden, wenn wir uns die Evolution des Menschen vor Augen halten. Die Weisheit lehrt uns, von unten nach oben zu schauen, vom Menschen zu Gott. Da sahen wir eine ganze Stufenfolge von geistigen Wesen, eine Hierarchie, einen Geisterstaat. In dieser Stufenfolge nimmt der Okkultist eine ganz bestimmte Stelle ein; es ist nicht angezeigt, dass ein weniger entwickelter Mensch einen Okkultisten anklagt, denn das hieße die Götter anklagen. Die Götter haben Krankheit und Sünde in die Welt gebracht. Wo viel Licht ist, ist auch viel schwarzer Schatten. Deshalb konnten uns die Götter nicht das Gute bringen, ohne zugleich das Böse zu verursachen. Den Schatten im Licht zu suchen, das ist Unsinn; aber der Schatten ist die Folge des Lichtes. Der Mensch musste erst vollständig heraustreten auf den physischen Plan, ehe er auf den höheren Planen selbstbewusst werden konnte. Erst sollte er den physischen Plan selbstständig durchforschen. Einstmals im alten Griechenland war der Mensch noch nicht selbstständig, er fühlte sich noch nicht als Individuum, das bildete sich erst in Rom aus. So drei- bis vierhundert Jahre vor Christus [bildeten] die Römer dieses Selbstständigkeitsgefühl aus. Den alten Römern verdanken wir in Wirklichkeit das selbstständige Denken. Mit der Ausbildung des Denkens hängt nun aber der Niedergang der sexuellen Moral zusammen. Das alles ist dem Okkultisten bekannt, [und hohen Okkultisten haben wir die Einrichtung der Prostitution zu verdanken]. Hier müssen wir anknüpfen, wenn wir nicht mit verbundenen Augen durch die Welt gehen wollen. Ein großer Prozentsatz der Menschheit ist behaftet mit sexuellen Lastern. Das ist eine Tatsache und dagegen lässt sich wenig machen. Wer da glaubt, durch Moralpredigten dem Übel abhelfen zu können, irrt sich. Der Okkultist weiß, dass dazu andere Dinge nötig sind. Wenn diese Dinge auch stinken, sie sind notwendig und wir können uns ihnen nicht ganz entziehen, ebenso wenig wie wir uns dem Gestank der Fäkalien entziehen können, die wir selbst absondern. Der Mensch muss hindurch durch den Sumpf. Es fragt sich nuh ob er im Schmutze wühlt wie ein Schwein oder ob er sich in den Schmutz begibt, um ihn umzuwandeln,  wie denn bekanntlich aus den Fäkalien die schönsten Wohlgerüche entwickelt werden können. Wer dieses für die Menschheit unternimmt, der handelt im apokalyptischen Sinne. Er nimmt etwas voraus, wohin die Menschheit als Ganzes erst in späteren Zeiten kommen wird. Was er ausrichten will im Blick auf die Zukunft, das muss er durchführen in einem physischen Leibe, der ihm besonders in seinem Gehirn nicht die nötigen Bedingungen bietet, um das durchzuführen, was er im Geiste schon vorweggenommen hat vor der übrigen Menschheit. Er ist im Fleische gekreuzigt. Er hat eine Stufe übersprungen und sein physischer Leib bietet ihm nicht die nötigen Bedingungen. Lasst die Sache sprechen, wie sie durch die Persönlichkeit spricht. Lasst sie nicht zum Dogma werden, über das man diskutieren kann. Die Zusammengehörigkeit der Menschen, die da alle wirken auf verschiedenen Menschheitsgraden, hat zur Folge, dass wenn ein Mensch fällt, viele mitfallen. Hier (bei Leadbeater) handelt es sich darum, dass in der besten, edelsten Absicht etwas geschehen ist, das sich mit der jetzigen Ordnung der Dinge nicht verträgt.» Frage: «Was sollen wir nun von diesem Fall sagen, wenn wir gefragt werdenh Dr. Steiner: «Recht und Unrecht lässt sich nur unterscheiden nach der Gesinnung, aus welcher eine Tat geschieht. Die höheren Wesen schicken uns Lehren zu durch die Gesellschaft. Wer die nicht will, hat in der Gesellschaft nichts zu suchen. Wenn ein Lehrer gefallen [ist], so wollen wir darum nicht Klagelieder singen, wir brauchen keine Furcht zu haben. Es gibt noch mehr geeignete Lehrer, um die gute Sache dem Siege entgegenzufiihren. Es kommt auf den Menschen an, nicht auf eine Idee, die er hat; nicht auf die Organisation der Gesellschaft, sondern auf die spirituelle Individualität des Menschen, zu dem wir Vertrauen haben oder kein Vertrauen haben>  NACHRUF AUF GRÄFIN VON BROCKDORFF, BERICHT ÜBER DEN PARISER KONGRESS, ZUM FALL LEADBEATER Vortrag uon RudolfSteiner Berlin, 25. Juni 1906 Vor allen Dingen müssen Sie mich meine Befriedigung darüber ausdrücken lassen, dass ich Sie wieder einmal in Berlin versammelt begrüßen darf. Ich weiß ja wohl, dass meine Abwesenheit, meine so oft vorkommende Abwesenheit, einige Störungen verursacht. Allein Sie werden es vom theosophischen Standpunkte aus begreifen, dass die Arbeit heute an den verschiedensten Punkten der deutschen Sprachwelt notwendig ist - und auch sonst notwendig ist. Gerade heute stehen wir in einem sehr wichtigen Entwicklungsmomente der theosophischen Bewegung, und wirklich muss ein jeder Einzelne da beitragen zu der Entwicklung des Okkultismus und der Theosophie, wo er glaubt, etwas beitragen zu können. Ich hoffe, dass Sie daher auch verständnisvoll diese Sache auffassen, dass ich nicht immer bloß an dem Orte zu wirken in der Lage bin, der ja schließlich in gewisser Beziehung der Ausgangspunkt meiner theosophischen Wirksamkeit zwar ist; aber die Verhältnisse haben es notwendig gemacht, dass eine zeitweilige Abwesenheit wie die letzte öfter eintritt, und wir können hoffen, dass sich auch für Berlin in der Zukunft etwas andere Zeiten ergeben werden. Ich selbst werde auf der einen Seite darauf bedacht sein, so viel hier sein zu können, als es nur möglich ist. Ich darf aber die umfassende Aufgabe unserer theosophischen Entwicklung in dieser Zeit nicht versäumen und bitte Sie, dem mit Verständnis begegnen zu wollen. [Nachrufauf Gräßn Brockdom7 Das Nächste, was uns heute obliegt, ist, uns zu erinnern an den Weggang vom physischen Plane eines unserer sehr lieben Mitglieder. Die Gräfin von Brockdorff, die ja, wie namentlich die alten Mitglieder der theosophischen Bewegung in Deutschland wissen, so viel Kraft und Hingebung dieser theosophischen Bewegung in Deutschland gewidmet hat, ist am 8. Juni, nach einem physisch qualvollen Leiden, von dem physischen PIa ne abgegangen. Die älteren unserer Mitglieder - und insbesondere auch ich selbst -, sie wissen von der schönen und hingebungsvollen Tätigkeit der Gräfin von Brockdorff. In den Zeiten, in denen oftmals die theosophische Sache in Deutschland nahe daran war zu versiegen, war es das Paar Graf und Gräfin Brockdorff, [welches] immer wieder und wiederum in [seiner] liebevollen und zu gleicher Zeit für die weitesten Kreise so außerordentlich sympathischen An diese theosophische Bewegung in Deutschland immer wieder und wieder über Wasser zu halten wusste. Derjenige, der sich noch erinnert an die stille und äußerst wirkungsvolle An, wie die Gräfin in ihrem Hause einzelne Geister zu versammeln wusste, um einzelne Lichtstrahlen auszusenden, der wird ihre Tätigkeit in vollster Weise zu würdigen wissen. Wenn ich zunächst selbst Ihnen mit einigen Worten sagen darf, wie ich in den Kreis hineingekommen bin, in welchem die Gräfin Brockdorff theosophisch und sonst geistig anregend im weitesten Sinne wirkte, so möchte ich nur sagen, dass eines Tages eine Dame zu mir sagte, ob ich nicht einen Vortrag über Nietzsche in dem Kreise von Brockdorff halten möchte. Ich habe zugesagt und einen Vortrag über Nietzsche gehalten. Die Gräfin nahm dann Veranlassung zu fragen, ob ich nicht einen zweiten Vortrag in demselben Winter-Zyklus halten möchte. Dieser zweite Vortrag - ich glaube es war die Winterserie 1901 - war über das Märchen von der «Griinen Schlange und der schönen Lilie». Schon damals ging der Gräfin der Wunsch auf, dasjenige, was damals ein wenig geschlummert hatte - die eigentliche theosophische Tätigkeit -, wiederum aufzunehmen. Die Tätigkeit der Gräfin war allmählich, weil sie immer mehr und mehr im theosophischen Leben wurzelte, mit dem sie zu verschiedenen theosophischen Erlebnissen gekommen war, außerordentlich schwer. Es war schwer, unter dem Namen der Theosophie das geistige Leben weiterzuführen. Sie hatte sich daher zunächst beschränkt auf ihre Donnerstag-Nachmittage, hatte dann aber das Bedürfnis empfunden, wieder zur eigentlichen theosophischen Tätigkeit überzugehen, und forderte mich auf- ich war noch nicht einmal Mitglied der Gesellschaft damals -, in der Vereinigung Vorträge zu halten, die sich im ersten Winter ergingen über die deutsche Mystik bis Angelus Silesius. Ein Abriss davon ist gegeben im Buche «Die Mystik des neuzeitlichen Geisteslebens». Im nächsten Winter hielt ich die Vorträge über «Das Christentum als mystische Tat sachem Dadurch ist eine Art Mittelpunkt zur Sammlung der theosophischen Kräfte in Deutschland entstanden, von dem ausgegangen und eine Grundlage geschaffen worden ist für die eigentliche Sektionsgründung. Nun muss, wenn man der lieben Gräfin Brockdorff gedenkt, insbesondere hervorgehoben werden, dass durch ihre außerordentlich sympathisch auf die Umgebung wirkende Art und Arbeit die theosophische Sache immer wieder über Wasser gehalten wurde. Für gewisse Organisationsfragen und Strömungen in der theosophischen Bewegung hatte die Gräfin weniger Sinn. Es lag ihr weniger. Sie hatte weniger Sympathie dafür. Aber es bildete sich eine gewisse Grundtendenz ihres Herzens, in der Richtung der theosophischen Bewegung zu wirken. Sie hat das wie wirklich selten ein Mensch in einer Weise getan, die von der vollsten Hingabe und von außerordentlicher Liebe getragen war. Es hat wohl wirklich ihre Gesundheit es nötig gemacht, dass in dem Zeitpunkte, wo wir durch die Verhältnisse gezwungen waren, eine straffere und zusammengezogenere Organisation in Deutschland zu entfalten, dass sie sich nach ihrem Ruhesitz in Algund bei Meran zurückziehen musste. Und, wie oft, ist auch der guten Gräfin diese Ruhe nicht eine wirkliche Ruhe gewesen. Bald fing sie an zu kränkeln, und sie hat in gesundheitlicher Beziehung in den letzten Jahre schwere Zeiten durchgemacht. Es ist objektiv gesprochen, wenn ich sage, dass die Geschichte der theosophischen Bewegung in Deutschland in den 90er-jahren und anfangs 1900 mit dem Namen Brockdorff verknüpft sein wird, da die Verdienste, die die Gräfin und der Graf sich erworben haben, gar nicht genug gewürdigt werden können. Die älteren Mitglieder werden noch unseres guten Grafen gedenken, als er noch an der Seite der Lebensgefährtin war, die er jetzt auf dem physischen Plane verloren hat. Aber die Mitglieder wissen auch, wie tief eingewurzelt die theosophische Gesinnung war, mit der der Friede wird gewonnen werden können aus der theosophischen Weltanschauung. Auch diejenigen aber, welche vielleicht als jüngere Mitglieder die Gräfin Brockdorff noch nicht gekannt haben, werden angesichts dessen, was sie für die theosophische Bewegung in Deutschland und besonders in Berlin geleistet hat, dankbar dessen gedenken, und mit einer gewissen - durch theosophische Gesinnung im wesentlichen gefärbte Bewegung - zurückblicken auf die letzten Tage, die dem so sehr verehrten und geliebten Mitglied den physischen Tod gebracht haben.  Ich bitte Sie, das verehrte Mitglied dadurch zu ehren, dass wir uns von den Sitzen erheben. Bericht über den Kongress in Paris Nun will es mir obliegen, in einer kurzen, gedrängten Weise über den Kongress der europäischen Sektion, der zu Pfingsten in Paris stattgefunden haL und der ja in die Zeit meiner Anwesenheit in Paris fällt, einiges zu sprechen. Es hat sich dabei nicht darum gehandelt, bloß an dem Kongress teilzunehmen, sondern ich habe auch vier Wochen in Paris Vorträge gehalten und versucht, die verschiedenen Gebiete der Theosophie und des Okkultismus in diesen Vorträgen abzuhandeln. Diese Vorträge - ich darf das objektiv sagen - haben einiges Interesse hervorgerufen. Zuletzt war es nicht mehr möglich, in dem kleinen Lokale die Vorträge zu Ende zu führen. Die französische Sektion hat sich unseren besonderen Dank dadurch verdient, dass sie uns ihr Vereinslokal für diese Vorträge zur Verfügung gestellt hat. Meine besondere Befriedigung darf ich angesichts dieser Vorträge auch damit aussprechen, dass wirklich von Anfang bis zu Ende an diesen Vorträgen gerade ein Mann teilgenommen hat, der für die okkulte und spirituelle Bewegung in unserer Zeit außerordentliches geleistet hat: nämlich Edouard SchurC, den Sie auch aus «Luzifer» kennen. Zu Pfingsten war also unser französischer Kongress. Dieser Kongress hat, wie alle Kongresse dieser Art, namentlich unsere französischen Genossen und Kollegen lange Zeit beschäftigt, und wer ein wenig in der Lage ist, hinter die Kulissen eines solchen Kongresses zu blicken, und zu sehen, was da zu tun ist, der wird wissen, dass es nicht ohne Grund ist, wenn wir dankbar auf alles zurückblicken, was lange Monate hindurch die französische Sektion - wie im vorigen Jahre die englische Sektion - geleistet hat. Allerdings muss ich Ihnen einen durch Freude versüßten Wermuttropfen beifügen, indem ich Ihnen mitteile, dass wir in dem nächsten Jahre den Kongress in Deutschland haben werden. Ich glaube, dass die Deutsche Sektion fähig sein wird - als die vierte dieser Sektionen -, die Last dieses Kongresses auf sich zu nehmen. Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahre viele auswärtige Freunde hier werden begrüßen können. Wenn ich von den Teilnehmern an dem Kongress sprechen soll, der begonnen hat am Sonnabend, dem 2. Juli, und geschlossen wurde Mitt woch, den 6. Juni, so habe ich zu gedenken des Präsident-Griinders Olcott, der vorzüglich wegen des Kongresses die weite Reise von Adyar nach Paris gemacht hat, und der Vorsitzender des Kongresses in diesem Jahre war. Dann kann ich Ihnen nur einige der Namen nennen als Teilnehmer dieses Kongresses, die Sie interessieren werden. Ich kann Ihnen sagen, dass vonseiten Amerikas nur ein Mitglied da war - das ist natürlich, denn Amerika gehört nicht zu der europäischen Sektion -, unser Mitglied [Bernard]. Von auswärtigen Mitgliedern möchte ich Ihnen nennen einen Inder, der gegenwärtig in England Vorträge halten will' I...]. Er wird Vorträge über die Vedanta-Philosophie halten. Dann war eine Persönlichkeit d% ein Vertreter des Gebietes, das nördlich von Indien liegt, und der in wenigen Worten, die ihm möglich waren, während des Kongresses zu sprechen, in jener Weise gesprochen hat, die eine Vorstellung gab, welche Schattierung der theosophischen Anschauung in dieser Gegend zu Hause ist. Von europäischen Teilnehmern sind zu nennen: Mister Mead, Mister [Keightley] Generalsekretär der europäischen Sektion, [Kate Spink], dann Misses Cooper-Oakley, dann vonseiten der englischen Sektion Miss [Ward] und einige andere Mitglieder, die in Deutschland kaum dem Namen nach bekannt sein können. Von der skandinavischen Sektion war vertreten unser Mitglied [Arvid Knös], der in außerordentlich sympathischer Weise die skandinavische Theosophie auf diesem Kongress vertreten hat. Die holländische Sektion war durch Freund [W. B. Fricke] vertreten. Die französische Sektion war selbst da. Dann Pascal, der Generalsekretär der französischen Sektion, der aber durch geschwächte Gesundheit wenig aktiv war und sich nur wenig der Arbeit der theosophischen Bewegung widmen kann. Die hauptsächlichste Arbeit der französischen Sektion liegt bei den drei Geschwistern: Monsieur und [Mesdames Blech], welche dafür gesorgt haben, dass in Frankreich jetzt ein schönes Hauptquartier isb und die einen Löwenanteil an der Vorbereitung des Kongresses hatten. Daneben wirkte Monsieur Ostermann, der den größten Teil des Jahres im Elsass wohnt und durch seine Tätigkeit unsere Tätigkeit außerordentlich gefördert hat dadurch, dass er es möglich machte, in Strasbourg und in Colmar Vorträge zu halten. In Strasbourg hatte er ein Auditorium von zirka 700 Menschen. Er bringt, wo es geht, der theosophischen Sache sein Interesse entgegen.  Von Spanien, war da Monsieur [Rafael Urbano]. Von Italien war da unser Freund Professor Penzig, Professor in Genua, der zu gleicher Zeit Generalsekretär der italienischen Sektion ist. Die deutschen Mitglieder waren: Fräulein von Sivers, Baronin v. Bredow, Herr Kiem; außerdem von KÖln Fräulein Scholl, Herr und Frau Künstler, Fräulein Noss, Fräulein Link - KÖln, jetzt Bonn. In der letzten Zeit hat sich in Bonn eine Loge begründet. Aus Hamburg waren da: Fräulein Wagner, die Schwester von Günther Wagner, der nicht anwesend sein konnte. Dann aus Darmstadt: Herr Kuli, aus München: Gräfin Kalckreuth, Fräulein Stinde und [Fräulein Stucky]. Aus Stuttgart: [Carl Kieser], aus Regensburg: Herr [Feldner]. Das sind so ziemlich die deutschen Mitglieder, die anwesend sein konnten. Das würden also die Teilnehmer gewesen sein. Eröffnet wurde der Kongress durch eine Ausstellung, die in den Räumen des französischen Hauptquartiers in der [Avenue de la Bourdonnais 59] veranstaltet worden ist - am Nachmittag des 2. Juni. In einer Reihe zum Teil symbolischer, zum Teil anderer Bilder hat die französische Sektion sich bemüht, das Bildnerisch-künstlerische zu einem Teil unseres Kongresses werden zu lassen. Es steht zu hoffen, dass gerade dieser Teil immer mehr ausgebaut werden möge. Es ist wohl richtig, dass die französische Sektion es gut gemacht hat, dass sie nur Werke von französischen Künstlern hat zugelassen. Ob das in diesem Umfange weiterhin so aufgefasst werden kann, das wird Gegenstand sorgfältiger Erwägungen sein müssen. Das künstlerische Element kam zu einer bloßen Nebenbedeutung dadurch, dass der Kongress in einem großen Lokale der [Rue Magellan 14] war, aber die kleinere Ausstellung in den Räumen, die etwas entfernt waren, konnte nur für diejenigen in Betracht kommen, die eine Viertelstunde Zeit gewinnen konnten, um sich die Bilder anzuschauen. Dennoch - überdenken Sie nur, was es kostet, einem solchen Kongress-Komitee, eine größere Anzahl Bilder zusammenzukriegen aus allen Teilen Frankreichs, um nach dieser Seite hin den Kongress zu einiger Befriedigung der Mitglieder zustande zu bringen. Dann folgte am nächsten Tage morgens die Eröffnung des Kongresses durch Präsident Olcott, die zunächst mit einer sehr sympathischen Leistung begonnen wurde, mit der «Ode an die Sonne», die von unserem französischen Mitgliede [Edmond Bailly] gedichtet und komponiert ist, und die in recht schöner und würdiger Weise den Kongress einleitete. Dann folgte eine Ansprache unseres Freundes Doktor Pascal, des  Generalsekretärs der französischen Sektion, eine Ansprache, in der er die Versammelten (über 400 an der Zahl) willkommen hieß. Natürlich lieferten den Hauptstock die Mitglieder des [betroffenen] Landes. Die Zahl der deutschen Mitglieder ist gegenüber der Zahl, die vertreten sein konnte in Amsterdam und in London, etwas gewachsen. Ich darf sagen, dass wir eine ganz günstige Zahl in Paris hatten. Dann folgte die Rede unseres Präsidenten Olcott, die er zunächst in englischer Sprache hielt und die dann in französischer Sprache wiederholt worden ist. Diese Eröffnungsrede - gestatten Sie mir, dass ich Ihnen einen objektiven Bericht gebe - gehört gegenwärtig wohl einer Strömung in der theosophischen Bewegung an, die eigentlich, ich möchte sagen, nicht mehr auf dem Boden der ursprünglichen Intention der theosophischen Bewegung steht. Ich möchte nicht irgendwie meine Auffassung und Überzeugung den Mitgliedern der Deutschen Sektion verbergen, sondern ich bitte zu gestatten, dass ich in einer verhältnismäßig schwierigen Epoche unserer Entwicklung offen über die Dinge rede, um die es sich handelt. Es handelt sich nicht darum, die Verdienste und Vorzüge des Präsidenten OIcou irgendwie anzutasten, sondern es handelt sich für mich nur darum, ganz unbefangen und in aufrichtiger Weise zu den deutschen Mitgliedern zu sprechen. Die Rede, die unser Präsident gehalten hat, gipfelt mehr oder weniger darin, das Streben auszudrücken, das in einem großen Teil unserer Gesellschaft sich heute geltend macht, das Streben, den Okkultismus zurückzudrängen. Innerhalb der Gesellschaft wurde dafür ein mehr äußerliches Studium, wie man es sonst heute finden kann und namentlich, wie man beliebt zu betonen, die ethische Richtung, die moralisierende Richtung in den Vordergrund treten [gelassen]. Ich will nicht sagen, dass die theosophische Bewegung heute schon sich damit ähnlich gestalten würde wie eine Gesellschaft für ethische Kultur. Aber es ist deutlich wahrnehmbar eine gewisses Abziehen von dem eigentlichen Okkultismus und ein Sich-Beschränken auf das, was im ersten Grundsatz steht, auf ein Beschränken auf ein äußeres Studium, auf Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungsresultate, wie Hypnotismus, Suggestion und so weiter; wie gesagt, es besteht eine Scheu, die großen okkulten Probleme zu pflegen, die wir uns in Deutschland bemühten, in den Mittelpunkt der Bewegung zu stellen. Man ist geneigt, sie mehr in den Hintergrund zu drängen.  Ich gehe nicht zu weit, wenn ich bemerke, dass in der Rede ein Zug war, das esoterische Element in der Gesellschaft etwas zurücktreten zu lassen. Es ist selbstverständlich, dass innerhalb der Gesellschaft jeder Mensch seine eigene Meinung haben kann, und dass auch der Präsident seine eigene Meinung haben muss und sie haben kann. Ich muss aber doch sagen, dass für viele Mitglieder das, was der Präsident sagte, mehr Gewicht hat als das, was ein anderer sagt. Es darf aber das, was er sagt, nicht demokratisch genommen werden. Ich selbst würde mich in keinem einzigen Augenblicke auch nur um einen Schritt abbringen lassen von der Bahn, die ich eingeschlagen habe, und die eigentlich wirklich nicht in der Richtung geht, die scheinbar offiziell ist, aber als Meinung eines Einzelnen in der Eröffnungsrede des Kongresses zutage getreten ist. Ich will nicht sagen, - dasjenige, was ich sage, will ich eigentlich nicht sagen -, dass ich es selbst [...I für richtig halte, wenn die theosophische Bewegung allmählich von dem Okkultismus abgedrängt würde, sondern, dass ich gerade die Pflege der großen Gesichtspunkte des Okkultismus und der Esoterik für den Grundnerv halte, der die theosophische Bewegung ausmachen soll. Ich kann auch sagen, dass ich im Kongress, da wo ich Gelegenheit dazu hatte, in keinem Augenblick zurückgehalten habe, über diese Anschauung zu sprechen. Ich habe gesagt, dass es sich in Deutschland um nichts anderes handeln könne als um die Pflege des Esoterismus und des Okkultismus, obgleich ich manchmal ganz allein stand. Es schien mir aber notwendig, nicht zurückzuhalten mit dem, was ich für die Hauptsache der Bewegung ansehe. In der letzten Zeit sind unserer Deutschen Sektion - auch von Deutschland-Mitgliedern - Rückgratlosigkeit und allerlei andere Dinge vorgeworfen worden, weil wir uns auf ihre Dinge, die nicht der Mühe wert gewesen waren, nicht einließen, weil wir auf diese Linie nicht eingehen konnten. Da, wo es sich um eine sachliche Opposition handeln wird, werden wir hoffentlich nicht zurückschrecken, diese Opposition zu machen. Ich will durchaus nichts sagen [dagegen], dass unser Präsident seine persönliche Meinung ausgesprochen hat als Präsident, sondern dass er den Usus eigentlich nicht ganz eingehalten hat, den ein Präsident einhalten sollte: Nämlich im Allgemeinen und in einer An von Begrüßung zu sprechen, also in einer umfassenden Weise zu sprechen, sodass er vielleicht zu weit gegangen ist in der Weise, die sehr leicht die Gefahr  hervorrufen kann, dass in der Gesellschaft auch eine bestimmte Prägung gegeben wird. Das müsste durchaus vermieden werden. Den nächsten Punkt des Kongresses bildeten die einzelnen Ansprachen der Generalsekretäre und dann auch der Vertreter sonstiger einzelner Nationen. Es war ein buntes Gemisch in Bezug auf die Sprachen, da ein jeder seine Begrüßung in seiner eigenen Sprache in Gemäßheit einer richtigen Auffassung eines internationalen Kongresses hielt. Für Frankreich sprach Doktor Pascal, für Holland sprach [W. B. Fricke], für Schweden und Norwegen [Arvid Knös], für Italien Penzig, für Deutschland ich, für die britische Sektion - das war eine niedliche Szene: Der Generalsekretär der englischen Sektion ist unser Mitglied [Kate Spink], die in der Weise sprach, dass sich Miss [Ward], die eine gute Stimme hat und gut reden kann, hinter sie stellte und diejenigen Worte sprach, die als die Begrüßung der englischen Sektion zu gelten hatten. Das Letzte war die Mitteilung, dass uns in mehr gemeinschaftlichem Sinn unser Freund Johan van Manen, der seit Jahren als der eigentliche Sekretär des Kongresses der FÖderation die Arbeit leistete und in einer außerordentlich geschäftigen und viele betätigenden Weise diesen Kongress immer zustande gebracht hat, und der sich so intensiv dieser Arbeit gewidmet hat, dass er sich im nächsten Jahre einen Erholungsurlaub erlauben musste, sodass wir einen ständigen Sekretär werden entbehren müssen. Es ist daher Fräulein Stinde aus München als Sekretär für die deutsche Arbeit gewählt worden, die im nächsten Jahre also Johann van Manen vertreten wird. Das war der erste Vormittag. Dann kam der erste Nachmittag, der gewidmet war einer der zwei Diskussionen, die veranstaltet worden sind. Die Fragen dabei waren die folgenden. Die erste Frage war: «In welchem Maße ist die Theosophische Gesellschaft rein eine Gruppe von Suchern nach der Wahrheit? Und eine Gruppe von Studenten? Oder ist sie eine Gruppe von Propagandisten oder von Teilnehmern irgendeines Systemsh. Die zweite Frage war diese: «Ob die Theosophische Gesellschaft keine Dogmen habe oder ob darin irgendwelche Autorität existiere, und welches der Wert dieser Autorität seih Die dritte Frage war: «Ob der moralische Charakter der Individuen beeinflussen soll die Zulassung zur Theosophischen Gesellschaft?» Dieser letzte Punkt wegen Zulassung [moralisch fraglicher] Individuen wurde gar nicht in die Tagesordnung aufgenommen. Dieser Frage  näherzutreten wäre ein schwieriges Experiment. Es würde dann so kommen, dass man Mitglieder unter irgendeiner Form herausgeworfen sehen würde aus der Gesellschaft. 'Wir würden Ketzergerichte damit machen. Zur ersten Frage sprachen eine Anzahl von Persönlichkeiten, und hier traten insbesondere zwei Stufen deutlich in der Diskussion hervor. Wenn ich charakterisieren soll, was im Schoße unserer Gesellschaft schlummerL so möchte ich das in folgenden Worten sagen: Da ist eine Gruppe, die eingedenk des Zweckes der ursprünglichen Gesellschaft ist und die wünscht, dass wahrer Okkultismus getrieben wird. Dann ist es aber notwendig, dass die, welche etwas wissen, es in irgendeiner Weise sagen können. Dann werden die anderen zunächst zuhören. Es liegt in der Natur der Tatsachen, dass man nicht alles gleich kontrollieren und prüfen kann, was irgendjemand, der es weiter gebracht hat, als Lehrer verkündigt. Immer werden sich solche finden, die sagen: Das ist unkontrollierbag da kann uns jeder etwas aufbinden. Dann ist die andere Strömung, die sagt: Es darf in der Theosophischen Gesellschaft keine Autorität geben, keine Dogmen geben, es darf nur gelehrt werden, was ein jeder - und das Wort ist in allen Variationen wiederholt worden -, was jeder in des Wortes common sense verstehen kann. In Deutschland lebt einer, der alles auf den common sense zurückführen wollte. Sogar Fichte hat sich zu einem Pamphlet aufgeschwungen, denn wer hat den, der Götter tötet. [...I Man könnte ja auch im Reichstag abstimmen lassen, was als allgemeiner Menschenverstand gültig sein soll. Dann könnte man auch dazu kommen, über die Mathematik abstimmen zu lassen und so weiter. Es gibt also solche, die wissen, worauf es ankommt, und dass das, was wahr ist, nicht der Zustimmung der anderen Menschen bedarf. Es gibt solche, welche die Lehren einsehen und solche, die sie noch nicht verstehen. Deshalb ist es notwendig, dass ein gewisses Vertrauen, eine gewisse persönliche Beziehung besteht zwischen denjenigen, die lehren in der Gesellschaft, und denen, die aufnehmen. Das ist so selbstverständlich, dass man gar nicht darüber diskutieren sollte. Es ist aber eine Strömung in der Gesellschaft, nur darüber zu reden, was jeder weiß und jeder darüber reden kann. Um diese Frage hat es sich gedreht an jenem Nachmittag und um die Autorität in dem Sinne, dass ein gewisses Feld geschaffen werden muss in der theosophischen Bewegung für die, welche aus eigener Erfahrung, aus höherer Erfahrung okkult lehren können. Dafür trat die  russische Freundin Miss Kamensky ein, dann Miss Winters, dann ich selbst. Dann sind wir aber so ziemlich mit denen fertig, die für diese Anschauung eintreten. Tatsächlich ist aber eine sehr große Stimmung für die andere [Strömung] innerhalb der theosophischen Bewegung vorhanden, und Mister Mead und Mister [Keightley] sind in energischer Weise für diese Richtung eingetreten. Das ist ein wahrheitsgemäßer Bericht, und ich denke, dass ich Ihnen einen solchen wahrheitsgemäßen Bericht hiermit gegeben habe. Der Abend war ausgefüllt durch zwei Vorträge. Mister Mead sprach über das Religiöse des Geistes. Was er ausgeführt hat, war aus dem Kreise seiner Studien, die sich seit Jahren bewegen auf dem Gebiete der esoterischen Brüderschaften, welche in den ersten Jahrhunderten des Christentums sich außerhalb des Christentums entwickelten, namentlich der großen Brüderschaften Ägyptens, die den Namen des Hermes Trismegistus tragen, und er suchte zu zeigen, dass die Aufnahmefähigkeit jener großen Brüderschaften es verstanden hat, eine Weisheit zu erreichen, welche einen vollständigen Einklang zu bilden vermag zwischen der Forschung auf der einen Seite und den Anforderungen der Vernunft auf der anderen Seite. Er zeigte, wie damals neben dem Christentum [Strömungen] vorhanden waren, und seine Tendenz ging dahin zu zeigen, wie diese ausgeschaltet haben einen persönlichen Meister, wie sie sich darauf beschränkt haben, den eigentlichen Geist als den eigentlichen Inspirator anzusehen und anstelle dessen, was man als Initiation auffasst, nämlich als Befruchtung eines Geistes durch einen anderen, der weiter ist, die SelbstInitiation zu setzen, die in diesem Sinne die eigentliche Initiation sei. An demselben Abend hielt Monsieur Bernard, der zwei Jahre in Indien war, einen Vortrag über «I)ie Probleme der gegenwärtigen Stunde», über diejenigen Probleme, die die Theosophie in den gegenwärtigen Stunden beschäftigen, wie das Ziel der Bruderschaft zum Hochziel der theosophischen Bewegung gemacht ist, wie es schwierig ist, diese richtig zu verstehen und auszulegen, wie die, welche glauben, diese Bruderschaft auszuleben, in allerlei Verirrungen verfallen können. In mehr moralisierender An suchte er darzulegen, wie diese moralisch-ethische Art der Bewegung zu erfüllen ist. Am Montag-Morgen begann die eigentliche Sektionsarbeit. Nun hatten wir in zwei Sälen nebeneinander wirkende Sektionen. Ich kann darüber nur wenig berichten. Das Hauptsächliche war ein Vortrag von  Frau [von Ulrich], Mitglied der italienischen Sektion. Sie sprach über alte [slawische] Mythen und Sagen; sie versuchte den Okkultismus solcher ursprünglichen Völker herauszuschälen. Dann habe ich selbst gesprochen über «Theosophie in Deutschland vor 100 Jahren». Es kommt mir nicht zu, über den eigenen Vortrag weitere Mitteilungen zu machen. Von der spanischen Sektion wurde über [Louis Desaint] gesprochen. Ein anderes Beispiel: Man hielt einen Vortrag über [Henri Bergson], um das Verhältnis der modernen Gelehrten mit dem indischen Okkultismus in Beziehung zu setzen. Mister Whyte aus England hielt einen Vortrag, in dem er auseinandersetzte interessante Beziehungen innerhalb derjenigen orientalischen Esoterik, die man mit dem Namen Mahayana bezeichnet. Dann ist noch etwas vorgelesen worden über eine Gruppe unter dem Titel dYoga aus Algier». Dann ist vorgelesen worden über ... das war eine Logenarbeit, das Resultat von allen Mitgliedern zusammen. Der Nachmittag dieses Montages war ausgefüllt durch Fragen. Durch die Frage: Inwiefern die Propaganda ein Ziel für die Bewegung sein könnte, und ob man den einzelnen Logen Direktiven geben solle für eine gemeinschaftliche Arbeit. Das Letztere könnte nützlich sein, wenn Zeit da ist für diejenigen, die so etwas machen können. Dann kam die Frage: Warum die Theosophische Gesellschaft es nicht über 13000 Mitglieder gebracht hat. In Bezug auf diese Frage werden die recht haben, welche glauben, dass 13 000 Mitglieder für die geistige Strömung schon eine ganz ansehnliche Zahl auf der ganzen Welt ist. Und wenn wir den okkulten Charakter der theosophischen Bewegung allmählich abstreifen würden, die Mitgliederzahl auch beträchtlich zurückgehen würde, dass aber unsere Kultur es selbstverständlich macht, dass mit den erweiterten Begriffen des okkulten Wissens die Mitgliederzahl der theosophischen Bewegung immer mehr wachsen wird. Der Abend des Montags war ausgefüllt mit musikalischen Soireen, die von Mitgliedern der Gesellschaft in Frankreich veranstaltet waren, und die bei reichhaltigem Programm alle Anerkennung verdienten für die musikalische Leistung unserer französischen Genossen. Dann wurde der Abend geschlossen mit einer [rCception du soir], eine Art Bewirtung mit Tee und anderen Dingen. Von dem nächsten Tag - Dienstag - möchte ich von den Arbeiten, die gegeben worden sind, nur hervorheben eine Abhandlung von [Edmond  Bailly, von dem auch die «Cjde an die Sonne»] stammt, mit Auseinandersetzungen gewisser [mantrischer Art, vom Anglophon der Götter I...]] - Dann, hörten wir eine Abhandlung über Mozarts «Zauberffllöte», dann eine Anregung von Doktor Pascal (Frankreich) und ferner eine Anregung, welche Miss [Ward] gegeben hat, dass in den verschiedenen Ländern Leute sammeln sollen, um Belege zu erhalten für das, was in der ·secret doctrim von Blavatsky steht und es durch neue wissenschaftliche Entdeckungen zu bestätigen. Sie versprach sich viel davon, dass in diesem ungeheuren Schatz der Wissenschaft, der im Laufe der Zeit geschaffen worden ist, gesammelt wird und als Stütze der Geheimlehre benutzt wird. Dann hat ein Mitglied der französischen Gesellschaft, [Commandant D. A. Courmes], gesprochen über dasjenige, was zu tun ist in der theosophischen Bewegung, um die materielle Seite derTheosophie zu pflegen, die gegenseitigen Unterstützungen in geistigem und materiellem Sinne. Es sind besondere Vorschläge nicht gemacht worden. Aber es sollte nach dieser Richtung eine Anregung gegeben werden, zu prüfen, wieweit die Mitglieder in dieser Frage sich Hilfe leisten können. Dann ist hervorzuheben ein Vortrag, den [Frederick Bligh Bond] gehalten hat, der die interessieren wird, die für eine mehr materialistische Ausgestaltung der theosophischen Grundideen sind. Er hat versucht, durch Zusammenstellung gewisser Pendelbewegungen Figuren zu zeichnen [...I, die dadurch zustande kommen, dass ein Pendel nach der einen Seite ausschlägt und ein anderes Pendel dasselbe kreuzt. Dadurch entstehen interessante Schwingungsverhältnisse. Unser Freund Gysi in Zürich hat versucht, ein gewöhnliches Stück eines Baumes herauszuschneiden, und einen Tropfen Flüssigkeit eines Farbstoffes darauf fallen zu lassen und den dann in den Kanälen verrinnen zu lassen. Da hat sich herausgestellt, dass ein Stück Holz die Figur eines Schmetterlings gibt, ein anderes Stück die Form einer Blüte. Man kann wunderschöne Formen da herausbekommen. Das ist besseg weil es sich da um Wirklichkeit handelt, die auf dem Astralplan lebt, während es sich bei der Pendelbewegung mehr um Spielerei handelt. Am Dienstag-Nachmittag wurde der Kongress um vier Uhr geschlossen. Der Präsident war unpässlich geworden und konnte nicht am Schlusse des Kongresses teilnehmen. Der Kongress wurde geschlossen durch eine Ansprache unseres französischen Freundes Pascal und durch An sprachen der verschiedenen Generalsekretäre. Bei der Eröffnung haben nicht nur Generalsekretäre gesprochen, sondern auch die anderen. Es war interessant, Indien und Persien zu hören, dann das Mitglied aus Spanien sprechen zu hören, ich kann fast sagen, sprechen zu sehen. Ich erinnerte mich da an den Wiener Universitätslehrer Uriger. Der sagte einmal: Die einzelnen Nationen unterscheiden sich durch vieles, unter anderem auch durch ihre Redner. - Und während die romanischen Seelen Reden haben, die einen Einklang haben zwischen Gebärde und Rede, haben die Germanen keine Gebärden. Der Spanier hat mit Kopf, mit Händen und Füßen geredet. Dabei hat er sehr warmherzig gesprochen. Er sprach auch in einer Diskussion; da sagte er, dass man die Theosophie im Herzen und im Kopfe haben muss, dann kann man sie auch hinaustragen mit den entsprechenden Gesten dazu. Kamensky sprach in der russischen Sprache. Dann kam ein tschechischer Redner. Die zirka zehn Mitglieder in Prag waren durch ihn vertreten. Sie gehören zu uns in Deutschland. Am nächsten Tage versammelte man sich zu einer Exkursion nach Meudon. Man [sieht] die Stadt von einem in der Nähe liegenden Punkt von auswärts. Damit war der Kongress geschlossen. Es ist beschlossen worden, im nächsten Jahre den Kongress in Deutschland zu machen, und wir haben uns bemüht, die Freunde der Welt zu uns einzuladen. [Zum Fall Leadbeater/ Wir haben uns zwar schon etwas zu lange damit aufgehalten, aber dennoch muss ich noch eine Angelegenheit besprechen, die zu besprechen mir notwendig scheint, die etwas zusammenhängt mit den Dingen, von denen ich Ihnen als Schwierigkeit der theosophischen Bewegung gesprochen habe. Ich erinnere diejenigen, die bei unserer Generalversammlung waren, dass unser Freund Hübbe-Schleiden vereint mit Herrn Deinhard davon sprach, dass unsere Bewegung durch eine schwere Krisis durchgeht. Ich habe schon gesagt, dass diese Krisis nicht in einer Aktion Hensoldt und Bresch besteht, sondern dass wir in diese Krisis jetzt voll eingetreten sind durch ein gewisses Ereignis. Ich möchte über dieses zu einer großen Krisis führende Ereignis jetzt sprechen. Es war etwas wie ein schwarzer Schatten wirksam im Untergründe der ganzen Kongress-Stimmung, und diejenigen, welche sich, wie die Generalsekretäre, befassen mussten mit dem, was zu den Untergriin den gehöri; sie hatten - der eine mehr als der andere - mit diesen schwierigen Verhältnissen zu tun. Sie wissen, dass zu denjenigen Persönlichkeiten, zu Persönlichkeiten, welche von einer großen Anzahl von Theosophen in aller Welt in den Jahren bisher am meisten geschätzt worden sind, auch Mister Leadbeater gehört, und dass die Leadbeater-Biicher zu den beliebtesten Literaturmitteln der theosophischen Bewegung gehören, in der letzten Zeit hatte Leadbeater durch Amerika und Australien hindurch wirkungsvolle Vorträge für die theosophische Bewegung gehalten. Sie wissen auch - die Mitglieder der Berliner Zweige wissen das am besten -, dass diese Verehrung Leadbeaters außerhalb Deutschlands noch eine größere war als innerhalb Deutschlands. Sie wissen, dass manche, die von außen kamen, wie [Schouten Beek] immer sagten: Aber Leadbeater sagt das anders. - Sie können sich also denken, dass es für gewisse Mitglieder bedeutsam war - wenn auch für Okkultisten nicht überraschend -, als nach dem 16. Mai die verschiedenen Generalsekretäre die Mitteilung bekamen, dass am 16. Mai der Präsident Olcott sich bemüßigt gesehen hat, ein Komitee zusammenzuberufen, bestehend aus englischen, amerikanischen und französischen Mitgliedern, um über Leadbeater zu beraten, sodass Leadbeater jetzt ausgetreten ist, respektive den Ausschluss bewirkt haben würde. Es ist ein harter Schlag, wenn eine der Säulen der Theosophischen Gesellschaft auf schwere Anklagen derjenigen Sektion hin, in der er in sonst erfolgreicher Weise gewirkt hat, jetzt ausgeschlossen wird. Nun ist es, ich möchte fast sagen, eine ganz unüberwindliche Schwierigkeig über die Gründe zu sprechen, die zum Ausschluss von Leadbeater geführt haben. Sie wissen - es handelt sich hier um ein Problem, wie es von mir immer wieder betont worden ist -, dass zwischen dem, was man schwarze und weiße Magie nennt, eine Grenze ist, die so leicht zu durchbrechen ist wie ein Spinngewebe, und dass ein Abfall bei weit entwickelten Persönlichkeiten durch allerlei unmögliche Künste sehr leicht möglich ist. Hier liegt tatsächlich eine Tatsache vor, die für den Okkultisten zwar verständlich, selbstverständlich aber keinesfalls in irgendeiner Weise zu verteidigen ist - die ja gegenwärtig gar keine andere LÖsung hat finden können als die, welche im Ausschlusse von Leadbeater liegt. Wenn ich andeutungsweise sprechen soll, um den schweren Fall, um den es sich hier handelt, etwas zu klären, so muss ich ihn in Zusammenhang bringen mit mancherlei Zeitverhältnissen.  Sie müssen nicht vergessen, dass der Okkultismus den Menschen hinaufführt in höhere Stufen des geistigen Lebens, dass in bewusster Weise der Mensch durchschreiten muss dasjenige, was er in unbewusster Weise in vergangenen Zeiten durchlebt hat. Ich habe Sie in der verschiedensten Weise geführt durch die erhabenen Mysterien der Vorzeit. Ich habe bis jetzt, weil ich es nicht für notwendig hielt, noch nicht von den Ausartungen der Mysterien gesprochen. Aber es gibt auch ausgeartete Mysterien, welche die heiligen Lehren, welche in die Tiefen des Weltenalls hineinleuchten, zu dem Niedrigsten heruntergezogen haben. Es gibt Mysterien, welche zum wüstesten Geschlechtskultus und zu dem wüstesten Missbrauch der Geschlechtsorgane ausgeartet sind, und dasjenige, das auf der einen Seite zu dem Erhabensten führt, kann, wenn es missbraucht wird, tatsächlich zu dem Furchtbarsten führen. Oftmals werden Sie gehört haben, dass das bei den großen Lehrern der alten Ägypter symbolisch zum Ausdrucke kommt, dass man es vergleicht mit Worten - Osiris, das männliche; Isis, das weibliche Prinzip -, dass man geschlechtliche Vorstellungen herbeiruft, um dasjenige zu bezeichnen, was in die höchste Region des Geistes hinaufgeht. Ebenso ist es beim Menschen, der über alle Lehren hinauskommt. Ebenso leicht ist es wieder, dass er in den Sumpf hineinfallen kann. Nun liegt es bei Leadbeater noch so, dass er zu Ausschreitungen gekommen ist, die außerordentlich von der Moral verurteilt werden. Er ist ausgegangen von Priestern, die ihm die Schwierigkeiten des Lebens bei erwachendem Geschlechtstrieb schilderten und Hilfe anboten, sodass die Ansicht sich herausgebildet hat, dass man demjenigen, was es an Ausschreitungen auf diesem Gebiete gab, entgegenarbeiten muss. Das verband sich bei ihm mit allerlei Praktiken, die man [unleserliches Wort] Praktiken nennt, die sich in sein Erziehungssystem mischen. Es ist schwer, da weiterzureden. Es handelt sich hier um einen hässlichen Fall von Abgleiten, den der Okkultist zu verstehen hat, der sich verurteilt nur innerhalb des eigenen Karma des Lebens. Man muss nicht vergessen, dass er unendlich viel geleistet hat. Was er geleistet hat, wird gewonnen sein. Was er verbrochen hat, wird durch ihn wieder abgearbeitet werden müssen. Der Außenstehende hat nicht zu richten über den Mitmenschen, weil Karma der unbestechliche und gerechte Richter ist. Deshalb mischen wir uns auch in persönliche Angelegenheiten nicht hinein.  Olcott hat es für gut befunden, den Generalsekretär der Deutschen Sektion in dieser Frage nicht zu befragen. Es ist also die deutsche Stimme nicht infrage gekommen. Das möchte ich nicht als Unglück bezeichnen, weil es dem Okkultisten schwer gewesen wäre, eine bestimmte Stellung einzunehmen. Leadbeater hat die Anschauung, dass er recht gehandelt hat, und die Meinung, dass er mit dem, was er verbrochen hat, im Sinne der Kulturentwicklung gut gewirkt hat. Diejenigen aber, die über ihn geurteilt haben, sind der Meinung, dass er etwas Schlimmes getan hat, das nach den Gesetzbüchern der verschiedensten Staaten - mit Ausnahme Italiens - in schwerster Weise bestraft wird. Wir haben hier einen Fall, der eine Krisis, eine Schwierigkeit innerhalb der theosophischen Bewegung bedeutet. Und vielleicht [diejenigen], die heute erst zutreten wollen zur theosophischen Bewegung oder erst kurze Zeit dabei sind und oberflächlich bekannt sind mit dem, was in der theosophischen Bewegung vorgeht, die werden sich sagen: Wenn in der theosophischen Bewegung solche Dinge vorkommen können, wenn ein Mensch, der Bücher schrieb, die unzählige Schüler gebracht haben, der Unmoral verfallen kann und angeklagt werden kann, [dann] bleibt uns fern, wenn das eine so gefährliche Sache ist. - Andere werden Angst bekommen, wenn sie hören, dass ein Weirvorgeschrittener in einen solchen Fall kommen kann. Wer weiter vorgeschritten ist, der wird sich sagen: Wie viele Leute auch abfallen mögen, das kann der theosophischen Bewegung nicht schaden. Gerade darin wird sich zeigen, wer in die theosophische Bewegung nur hineingeregnet ist, wenn sie wegen solcher Ereignisse abfallen. Diejenigen aber, welche die Bedeutung und Größe und den Wert der theosophischen Gesellschaft erkennen, werden sich besser zusammenschließen. Sie werden gerade auf dem Gebiete des Okkultismus und des esoterischen Lebens die sonderbarsten Dinge erleben. Nicht nur der geht aus der Bewegung heraus, der für den ethisch denkenden Menschen etwas nicht ganz Richtiges [getan] hat. Grund dazu kann es auch geben, wenn über die theosophische Bewegung und über die Mitglieder der theosophischen Bewegung gesprochen wird, wenn von Standpunkten geurteilt wird, die die theosophische Bewegung nur in ein jämmerliches Licht zu stellen vermögen, - vermöge ihrer Voraussetzungen. Unsere Kultur leidet an einem Übel, das das Übel vieler abscheulicher Schattenseiten der Kultur ist. Es ist das Übel, das mit dem sexuellen Leben zusammenhängt. Derjenige, der offene Augen hat und  sehen kann, in welch jammervollen Sumpf die Menschheit hineinsegelt, der ein Vielseitiges ist, der kann bis zu einem gewissen Grade ein Guter und bis zu einem gewissen Grade ein Böser sein. Diejenigen, die den weißen Pfad betreten haben, steigen die guten Seiten der Kultur hinan, diejenigen, die den schwarzen Pfad betreten haben, besteigen die verwerfliche Seite, die schlimme Seite, sodass alles, was sie hÖren kÖnnen von irgendeiner Seite, über schlimme Seiten des Okkultismus, nichts anderes ist als das ins Groteske, ins Karikaturhafte Verzerrte des Okkultismus. Freilich können die Leute sagen, was unsere Dichter und Dichterinnen, was unsere Künstler und Künstlerinnen leisten, was nach diesen Richtungen hin an Scheußlichkeiten geleistet wird, ist schon groß genug. Man braucht den Okkultismus nicht mehr zu verbieten. Sie müssten den Okkultismus einfach streichen, trotzdem [er] so notwendig ist, da [die Menschheit] zugrunde gehen müsste, wenn sie denselben nicht hätte. Ich habe schon in Paris zu unseren Mitgliedern gesagt: Durch ein einfaches Gleichnis lässt sich der Fall Leadbeater erledigen. Er soll nicht entschuldigt und auch nicht verteidigt sein: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten; wo starkes Licht ist, ist auch schwarzer Schatten. Nun braucht der Okkultismus das Licht der Kulturbewegung. Er hat aber schwarze Schatten. Es wird sich also darum handeln, dass allmählich die theosophische Bewegung, trotz ihrer schweren Krisis, trotz ihrer schweren Beeinträchtigungen, über die Schatten hinwegkommt zu einer wirklichen Fruchtbarmachung des Lichtes, das sie zu üben hat. Es konnte nicht meine Aufgabe sein, Ihnen, nur um einen Tag länger hier zu sein, dieses etwas schmerzliche Ereignis der theosophischen Bewegung zu erzählen. Aber ich habe Ihnen zu gleicher Zeit zu sagen gehabt - und das ist meine Aufgabe -, dass auch meiner eigenen Auffassung nach ein solches Ereignis die Stoßkraft und den Impuls der theosophischen Bewegung nicht beeinträchtigen kann. Selbst wenn es sich in verschiedenen Krisen, die die theosophische Bewegung erlebt in der nächsten Zeit, ergeben würde, dass aus einem Verkennen des eigentlichen Kernpunktes und aus einem bloßen Hinschauen auf die Schattenseiten Verfolgungen sich ergeben könnten derjenigen, die die Sache führen, so dürften wir keinen Augenblick wanken, wenn wir die Größe und die Kulturbedeutung der theosophischen Bewegung einsehen. Wir werden auch über die Leadbeater-Krisis hinwegkommen. Diejenigen abeh die nicht wissen, um was es sich handelt, die werden abfallen. Sie wissen,  dass große Aufgaben von allen Seiten an die Pforten klopfen, die wir als die Pforten der Kultur der Zukunft kennen. Sehen Sie, wie die Welt physisch und moralisch in Flammen steht. Bedenken Sie, wie der Boden unter den Füßen zu wanken beginnt, nicht nur im Osten, sondern auch in Europ% und verstehen Sie die tiefe Rolle, welche die Erkenntnis der Geisteskräfte bedingt. Wer so denkt, wird auch den Fall Leadbeater anders ansehen. Es rast der Sturm und fordert seine Opfer. Es ist ein großes Opfer, wie es sich noch herausstellen wird in den Konsequenzen, die der Fall Leadbeater nach sich ziehen wird. In der nächsten Nummer des «Luzifer» werde ich eine Darstellung des Falles Leadbeater und alles dessen, was mit dieser Sache zusammenhängt, geben. Ich bitte zu gleicher Zeit zu entschuldigen, dass der «Luzifer» so unregelmäßig erscheint, aber die nächste Nummer wird am 31. erscheinen. Sie werden sich dann aus der Lektüre noch ein genaues Urteil bilden können über den Fall, dessen Besprechung sich fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegensetzen. Damit wäre ich an das Ende meiner Auseinandersetzungen [gekommen].  VIERTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 21. OKTOBER 1906, MOTZSTR. 17 Bericht in den iitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), berausgegeben von Mathilde Scbolb, Nr. iv/1907 Um '/2 11 Uhr eröffnete der General-Sekretär der Deutschen Sektion Herr Dr. Rudolf Steiner die vierte ordentliche Generalversammlung. Als Punkt I erfolgte [die] Feststellung der Stimmen. Vertreten waren: Namen des Zweiges Namen des Zahl der MitDelegierten glieder des Zweiges Daher verBemerkung treten durch Stimmenzahl Hamburg Hubo 26 3 Düsseldorf Smits 21 2 Köln Scholl 21 2 Scholl und Noss Bonn Scholl 7 2 je eine Stimme Frankfurt a. M. von Sivers 10 2 Heidelberg von Sivers 7 2 Karlsruhe i. Br. von Sivers 10 2 Freiburg i. Br. von Sivers 11 2 Basel von Sivers 14 2 St. Gallen von Sivers 13 2 Lugano Wagner 8 2 Stuttgart II Kinkcl 21 2 Stuttgart III Arenson 17 2 München I Kalckreuth 39 3 München II Stinde 14 2 Nürnberg Seves 21 2 Weimar von Sivers 15 2  Namen des Zweiges Leipzig Namen des Zahl der MitDelegierten glieder des Zweiges Wolfram 29 Daher verBemerkung treten durch Stimmenzahl 3 Wolfram 2 Stimmen, Dr. VoHrath 1 Stimme Dresden Ahner 13 2 Hannover Huchthausen 34 3 Besant Dr. Steiner 133 7 Tessmar, Kiem, Zweig Berlin pp. s.r. von Bredow, Seiler, Selling, Mücke je 1 Stimme Zentrum von Damnitz 6 1 Elberfeld Zentrum von Sivers — 1 Regensburg Zahl sämtlicher Stimmen: 53 daher absolute Majorität: 27 '/3 Majorität: 36 Nicht vertreten waren: Bremen, Stuttgart I, Charlottenburg. Desgleichen hatten die einem Zweige nicht angehörenden Sektionsmitglieder von ihrem Rechte, Vertreter zu ernennen, keinen Gebrauch gemacht. Zum Schriftführer wird Herr Selling gewählt. Derselbe verliest das Protokoll der Generalversammlung vom 22. Oktober 1905; dieses wird von der Versammlung genehmigt. Zu Punkt II, Bericht des Generalsekretärs, begrüßt Dr. Rudolf Steiner zunächst die anwesenden Mitglieder aufs Herzlichste im theosophischen Sinne und führt über den Lauf der Bewegung des verflossenen Jahres etwa Folgendes aus: ·Es hat sich bei meinen Reisen und Vorträgen gezeigt, dass die eigentliche wirksame Grundlage unserer theosophischen Bewegung nicht in dem bloßen Reden von allgemeiner Menschenliebe und dergleichen liegt, sondern der wirkliche Grund, der die meisten zur Theosophie treibt,  besteht in dem Wunsche nach Kenntnisnahme des Weisheitsschatzes der Theosophie. Und dies ist ganz berechtigt. Die Moral ist das Ergebnis der Weisheit. So gewiss es ist, dass im Menschen die Sehnsucht lebt, sich zu edler Menschlichkeit zu entwickeln, so gewiss ist es, dass die abgebrauchten Redensarten von Pflichten, die bloßen moralischen Ermahnungen sich als unwirksam erwiesen haben. - So, wie ein Ofen nicht Ermahnung, sondern wirkliche Feuerung braucht, um Wärme auszustrahlen, so muss auch der Mensch, um moralisch zu handeln, einen solchen Antrieb empfangen. Diese wirkliche Feuerung ist die okkulte Weisheit. Bei dem Verbreiten dieser Weisheit konnte es natürlich an Widerständen, an Hemmnissen der verschiedensten Art, nicht fehlen. - Das, was als Opposition beim Heraustragen dieser Weisheit sich entgegenstellte, lässt sich als Unverständnis auf der einen, als Selbstzufriedenheit auf der anderen Seite charakterisieren. Wenn viele von dem, was sie nicht gleich selbst sehen, überhaupt nichts wissen wollen, so ist es andererseits gewiss richtig, dass die Menschen sich fragen: Können wir mit der gewöhnlichen Logik diese okkulten Dinge begreifen? Sie würden aber, wenn sie sich nur wirklich damit beschäftigen wolken, gar bald einsehen, dass die Lehren der Theosophie ebenso wenig der Logik widersprechen als etwa die Lehren der gewöhnlichen Naturwissenschaften. Andere möchten sich wohl beteiligen an der Veredelung der Moral, aber sie wollen dabei auf derselben Stelle bleiben, auf der sie gerade stehen, sie wollen helfen mit dem, was sie gerade schon erreicht haben. Die Theosophie aber besteht in dem Streben nach Selbstvervollkommnung. Das einzusehen, dazu gehört jener Takt, der sich nicht berufen fühlt, eher helfen zu wollen, ehe er wirklich etwas zu geben hat. Wenige Gelehrte gehören heute noch der theosophischen Bewegung an, also wenig aus dem Kreise jener Leute, die von der Unfehlbarkeit ihrer eigenen Anschauung überzeugt sind; denn etwas der eigenen Meinung nach Unfehlbareres als die heutige Wissenschaft kann es gar nicht geben. Meist sind es Menschen, die mitten im Leben stehen, die die Sehnsucht nach den Kräften, die der Weisheitslehre entströmen, zur theosophischen Bewegung treibt. Diese Sehnsucht nach Sicherheit und Kraft ist trotz aller Widerstände, die in unserer Zeit liegen, im Wachsen, das zeigt uns die erfreuliche Zunahme der Mitgliederzahl. - Wenn sich die Gelehrsamkeit jetzt noch ablehnend verhält, so soll uns das nicht ungerecht machen gegen die Verdienste dieser Gelehrsamkeit, sondern uns  anspornen, die Kultur der Gegenwart und ihre Gelehrsamkeit für unsere theosophische Bewegung zu erobern. Unter dem Einflusse unserer heutigen Kultur denken fast alle unsere Gelehrten viel materialistischer, als sie selbst ahnen. Als ein Symptom der Hindernisse, welche diese materialistische Denkungsweise unseren Anschauungen entgegenstellt, möchte ich auf eine Darstellung hinweisen, die vor Kurzem ein Biologe, der von der Ansicht ausgeht, dass alles in der Welt auf materialistischer Grundlage beruhe, über die Natur der Bewegung gegeben hat. Der betreffende Gelehrte meinte, dass er sich die tieferen Ursachen der Bewegung einer Billardkugel nicht anders vorstellen könne, als dass bei dem Zusammenstoß ganz kleine Teilchen der einen Kugel auf die andere übertragen würden und dadurch die Fortbewegung verursachten. - So stellt sich also einem modernen Gelehrten das Problem der Bewegung dar als eine Art von winzigem Passagier, der von einem Zug in den ändern übergeht. - In einem Zeitalter, wo solche materialistische Anschauungsweise die Wissenschaft beherrschL ist es begreiflich, dass eine geistige Bewegung es ganz besonders schwer hat. Ohne noch weiter auf alle diese Dinge einzugehen, möchte ich nur noch betonen, dass die theosophische Bewegung die einzige Bewegung ist die ganz auf Freiheit gebaut ist. Ganz ohne Autorität geht es jedoch auch dabei nicht; aber Autorität wird in keinem anderen Sinne verstanden, wie im Laboratorium derjenige eine Autorität ist, der etwas von Chemie versteht. Gegenüber allen früheren geistigen Bewegungen, die äußere Machtmittel benutzten, um sich durchzusetzen - ich erinnere nur an die Kirche -, ist die theosophische Bewegung eine ganz freie Bewegung, die nur auf den Geist gebaut ist. Ohne äußere Mächte zur Unterstützung anzurufen, die für eine geistige Bewegung heute versagen müssen, ohne Propaganda im gewöhnlichen Sinne, denn die theosophische Bewegung agitiert nicht, stellt sie sich dar. Jeder muss aus eigenem freiem Entschluss an sie herantreten. Bei dem, was sie dem Menschen darbietet, handelt es sich nicht um äußere Organisation, um Agitation im Sinn der alten Machtorganisationen. In der Theosophie kann es sich nur um eine Organisation handeln, um die Menschen das finden zu lassen, was sie selbst in sich suchen. Ohne Polemik, selbst ohne Polemik gegen die, die uns angreifen, lassen Sie uns positive Arbeit leisten.  Wenn uns manchmal gesagt wurde, dass wir doch die Angriffe gegen uns zurückweisen müssten, so ist gewiss manchmal eine Richtigstellung notwendig, im Allgemeinen aber lässt sich jedes Ding aus seinen Früchten erkennen. Positive Arbeit wollen wir leisten, positive Arbeit, die hinaufführt bis zu den höheren Welten; der Kampf fördert nichts, er kann auf dem physischen Plane allenfalls etwas zurechtrücken. Aber auf den höheren Planen kann nur positive Arbeit helfen. Über den internationalen Kongress dieses Jahres in Paris haben Sie ja Bericht erhalten. Das Wesentlichste, was wir mit heimgebracht haben für die Deutsche Sektion, ist ein großes Stück Arbeit: die Vorbereitung zum nächsten Kongress in Deutschland. Wir werden im nächsten Jahre die Vertreter der einzelnen Sektionen in Deutschland begrüßen. Die Verhandlungen über den nächsten Kongress bilden ja einen Teil des Programms der heutigen Generalversammlung. Zu den Vorträgen, die überall gehalten wurden, hat sich noch etwas Neues hinzugesellt: Vortragszyklen - außer in Paris auch in Leipzig und Stuttgart; in München wird demnächst einer beginnen. Solche Zyklen sind von großem Wert; sie lassen die Grundlagen der theosophischen Weltanschauung an der Seele vorüberziehen. Gedacht soll aber auch an dieser Stelle der Mitglieder werden, die in diesem Jahre den physischen Plan verlassen haben. Ganz besonders wollen wir hierbei unseres allverehrten Mitgliedes, der Gräfin Brockdorff, gedenken, an deren anspruchsloses, aber umso mehr anzuerkennendes Wirken, zu einer Zeit, wo nur wenige in Deutschland für die Theosophie einzutreten bereit waren. Zu Ehren der Verstorbenen wollen wir uns von unseren Sitzen erheben. Unserer Bewegung sind im letzten Jahre gute Mitarbeiter zugewachsen, insbesondere durch Frau Wolfram, Leipzig. Es ist das zu betonen, weil wir in ihr eine Mitarbeiterin haben, wie sie sich die Theosophische Gesellschaft nur wünschen kann. Ferner darf ich zur Kenntnis bringen, dass sich unser altes bewährtes Mitglied Herr Günther Wagner entschlossen hat, seinen Wohnsitz in Lugano mit dem in Berlin zu vertauschen, um hier hilfeleistend mitzuwirken. Es wird uns durch seine Kraft möglich sein, manches zu tun, was in den letzten Jahren unterbleiben musste. Wollen wir hoffen, dass durch das Zusammenwirken aller Kräfte die theosophische Bewegung im kommenden Jahre sich gedeihlich ein gut Stück weiterentwickeln mögc»  Fräulein von Sivers als Sekretär der Deutschen Sektion gibt hierauf folgenden Bericht über den Gang des theosophischen Lebens im verflossenen Jahre: Es bestehen 24 Zweige gegen 18 im Vorjahre, ferner 3 Zentren: Regensburg, Elberfeld und Esslingen. Ausgetreten sind 11, gestorben 7 Mitglieder, neu eingetreten 232, gegen 131 im Vorjahre, Zuwachs 214. Im Ganzen beträgt die Mitgliederzahl 591, gegen 377 im Vorjahre. Die Namen der neuen Zweige sind: Basel, Bonn, Bremen, Frankfurt a.M., Heidelberg, München II, St. Gallen. Die DTG (Zweig Berlin) hat sich aufgelöst. Nunmehr folgt der Rechenschaftsbericht des Kassenwarts Herrn Seiler: Die Gesamteinnahmen im vergangenen Geschäftsjahre betrugen die Gesamtausgaben im vergangenen Geschäftsjahre betrugen somit verblieben hierzu der Saldo des Vorjahres ergibt zusammen Barvermögen Mark 3122,33 Mark 1649,56 Mark 1472,77 Mark 1000,00 Mark 2472,77 Nach dem Berichte des Kassenrevisors Herrn Tessmar wird dem Kassierer Decharge erteilt. Es folgt die Verlesung und die Übersetzung eines Begrüßungsschreibens des englischen Generalsekretärs Miss Kate Spink durch Fräulein von Sivers. Da Berichte von Delegierten über Arbeit in den Zweigen nicht vorliegen, bemerkte der Generalsekretär zu diesem Punkte, es sei wünschenswert, dass seitens der Zweige als Pflicht erkannt werden sollte, solche Berichte in den «Mitteilungen» von Fräulein Scholl zu veröffentlichen. Hierauf erfolgte die Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes anstelle von Frau Lübke, die wegen Übersiedelung nach England der dortigen Sektion beigetreten ist. Frau Wolfram, Leipzig, wird hierzu vorgeschlagen und einstimmig per Akklamation gewählt.  Punkt III bildet die Besprechung über den nächstjährigen Kongress der Föderation europäischer Sektionen. Hierzu ergreift Dr. Steiner das Wort und führt etwa Folgendes aus: «Das Generalsekretariat und der Vorstand schlagen vor, den Kongress in München abzuhalten. Die Beweggründe hierzu seien rein praktischer Natur, da die geeigneten Kräfte für die lange und viel Hingebung erfordernde Arbeit nur in München zur Verfügung stehen. Als Zeitpunkt erscheine Pfingsten als der geeignetste> Auf Anfrage des Herrn Hubo, wie die Ausgestaltung des Kongresses geplant sei, äußerte sich Dr. Steiner etwa dahin, dass alle bisherigen Kongresse als Versuche aufzufassen seien. Aufgabe des deutschen Kongresses soll sein, alles in innigen Einklang zu bringen miteinander, sodass Kunstwerke, Musik und Rede stimmungsvoll mit dem übrigen Arrangement zusammenwirken und klingen - in seiner gedachten Wirkung dahin strebend, an die alten Mysterien zu erinnern. Hierzu sei auch die Aufführung eines Mysteriums geplant. Wieweit dies alles sich verwirklichen lassen wird, ist natürlich von den Umständen abhängig. Dr. Steiner teilte ferner mit, dass als Sekretär des internationalen Kongress-Komitees anstelle des Herrn van Manen Fräulein Stinde für dieses Jahr gewählt worden isg als Kassiererin für das internationale Kongress-Komitee Gräfin Kalckreuth und als Leiterin und Kassiererin für die Deutsche Sektion Fräulein von Sivers. Alle Anfragen der deutschen Mitglieder, auch Zahlungen, sind also ausschließlich an Fräulein von Sivers zu richten, und diese nur setzt sich mit Fräulein Stinde in Verbindung. Als weitere Mitglieder des deutschen Komitees sind gewählt: Fräulein Scholl, Baronin von Gumppenberg, Herr Günther Wagner, Herr Arenson. Zur Deckung der etwa 4000 bis 5000 Mark betragenden Kosten des Kongresses wird noch vorgeschlagen, eine Liste für freiwillige Beiträge alsbald in Umlauf zu setzen, und Herr Selling ermächtigt, Einzahlungen in Empfang zu nehmen. Hierauf erbittet der Generalsekretär den Auftrag, die Generalsekretäre der übrigen Sektionen namens der Generalversammlung zu begrüßen. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. Zu Punkt IV, «Endgültige Erledigung der Angelegenheit der Bibliothek der Deutschen Theosophischen Gesellschafi», berichtet der Gene ralsekretär, dass die Angelegenheit eine erfreuliche Wendung genommen habe; Graf Brockdorff habe nämlich sämtliche Rechte, die ihm an der Bibliothek zustehen, Herrn Günther Wagner übertragen. Nach längerer Debatte überträgt Herr Günther Wagner seinerseits diese Rechte auf die Deutsche Sektion. Folgender Beschluss wird von der Generalversammlung hierzu gefasst: «Die Deutsche Sektion übernimmt die Bibliothek der ehemaligen Deutschen Theosophischen Gesellschaft auf Grundlage der Übertragung der Rechte, die Graf Brockdorff an ihr besaß, an Herrn Günther Wagner. Der Vorstand der Sektion will sich als Bibliothekkommission betrachten und überträgt Herrn Günther Wagner die Maßnahmen zur wünschenswerten Installierung der Bibliothek und zu deren weiterer Verwaltung.» Auf Antrag des Herrn Tessmar wird Herr Günther Wagner aus Anerkennung seiner hochherzigen Handlungsweise von der Deutschen Sektion zum lebenslänglichen Verwalter der Bibliothek ernannt. Punkt V: Anträge aus dem Plenum. Herr Hubo: Die Kosten für die «Mitteilungen» sollen gedeckt werden durch einen jährlichen Beitrag von 50 Pfennig pro Mitglied. Dr. Steiner stellt fest, dass der Antrag in dieser Form nicht möglich sei, da die vorjährige Generalversammlung die kostenlose obligatorische Zustellung der «Mitteilungen» beschlossen habe. Es müsste also eventuell der Beschluss gefasst werden, den Beitrag zu erhöhen. Nach einer längeren Debatte, an der die Mitglieder Scholl, Wolfram, Hubo, Ahner, Wagner sich beteiligen, zieht Herr Hubo seinen Antrag zurück. Herr Hubo schlägt darauf vor: In Anbetracht dessen, dass sich die Kosten des deutschen Kongresses nach bisherigen Erfahrungen auf mindestens 4500 Mark belaufen werden, sind freiwillige Zeichnungen erforderlich und eine Eintragungsliste sogleich in Umlauf zu setzen. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass Einsendungen von gezeichneten Beträgen nur an Fräulein von Sivers gemacht werden können. Zu dem Punkt VI, «Verschiedenes», liegt kein Material vor, worauf Herr Dr. Steiner den geschäftlichen Teil schließt und bekannt gibt, dass um vier Uhr der sachliche theosophische Teil der Generalversammlung beginnt.  NACHRUF AUF HENRY STEEL OLCOTT GESTORBEN AM 17. FEBRUAR 1907 Vortrag von RudolfSteiner, Berlin, zwischen dem 4. und 14. März 1907 Ich will mit dem, was ich heute sagen werde, keine Würdigung der unschätzbaren Verdienste Olcotts geben. Er war ja nicht nur langjähriger Präsident der Theosophischen Gesellschaft, sondern auch Mitbegründer der theosophischen Bewegung. Durch sein großes organisatorisches Talent und durch sein administratives Talent, das außerordentlich war, hat er die Gesellschaft zu dem gemacht, was sie heute ist. Die geistige Strömung ist allerdings zurückzuführen auf H. P. Blavatsky, die durch die eigentümliche Organisation ihrer Seele die MÖglichkeit bot, den großen Meistern der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen die Weisheiten in die Bewegung einfließen zu lassen. Olcott war ihr treuer Gefährte und das war die wirkliche Hälfte der Arbeit in diesem Falle. Sie müssen sich klar sein, wie eigentlich die Arbeit um die ganze Bewegung, die wir die theosophische nennen, aufzufassen ist. Notwendig wurde sie in einem gewissen Zeitpunkte des neunzehnten Jahrhunderts. Es wurde notwendig, dass ein Teil von jener spirituellen Weisheit, die eigentlich vorher nur in den engsten Kreisen, in eng geschlossenen okkulten Brüderschaften zu Hause war, der allgemeinen menschlichen Kultur zugeführt wurde. Die Meister können nicht unmittelbar vor die Menschheit hintreten; und zwar aus Gründen, die hier nicht erörtert werden können. Sie brauchen Werkzeuge. Und H. P. Blavatsky war ein solches brauchbares Werkzeug. Dankbarkeit wird das Gefühl sein, welches die Mitglieder der Gesellschaft Colonel Olcott werden bewahren müssen. Die selbstlose Liebe, die über den Tod hinaus bewahrt wird, beschwingt ihn wie mit Flügeln und erleichtert ihm den Aufstieg. Es ist dem Präsident-Griinder als solchem das Recht zugestanden worden, aus seiner persönlichen Willensmeinung heraus einen Vorschlag zu machen bezüglich seines Nachfolgers. Der Vize-Präsident übernimmt inzwischen die Geschäfte und leitet den Wahlakt ein. Jeder kann wäh kn, wen er will. Der Vorschlag des Präsidenten ist nicht bindend. Der Wahlakt wird nicht vor dem 1. Mai beginnen. Kein Stimmzettel, der vor dem 1. Mai eingeliefert wird, hat also Gültigkeit. Im Laufe des Monats Mai haben alle Mitglieder den neuen Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft zu wählen. Sinnett ist der amtierende Vize-Präsident bis zur Neuwahl. Ich werde keinen Gebrauch machen von dem, was ich jetzt sagen will, ich werde also nichts darüber sagen, obwohl in anderen Sektionen davon gesprochen worden ist. Wenn uns von Olcott die Mitteilung gemacht worden wäre, dass er Annie Besant vorschlägt, so würden wir alle Annie Besant gewählt haben. Der Vorschlag des Colonel Olcott tritt aber im Zusammenhang mit psychischen Erscheinungen auf. Es ist da mitgeteilt worden in einem KommuniquC, das an alle Generalsekretäre geschickt worden ist, dass am letzten Lebenstage Olcotts am Sterbebette erschienen wären die zwei Meister und dass sie ihren Wunsch ausgedrückt haben, dahingehend, dass Misses Besant die Nachfolgerin des Colonel Olcott werden soll. Sie überlassen es mir wohl, diese Sache zu besprechen, gerade weil ich etwas Genaues über diese Dinge zu wissen glaube. Ich bin aber trotzdem in der besonderen Lage, über diese Dinge mich nicht weiter aussprechen zu können. Wir würden in eine schwierige Lage kommen, wenn wir uns berufen würden auf dieses KommuniquC. Wir müssen es daher so behandeln, als wenn es nicht da wäre. Wir müssen es so auffassen, als ob nur der persönliche Wunsch des Colonel Olcott da wäre. Wir wollen von dem Inhalte der Sache absehen und nur rein das Formelle der Sache besprechen. Es muss uns gleichgültig sein, ob Olcott von einem Schulze oder einem Müller oder von einem Mahatma beraten worden ist. Es mag ihm ja der Rat von einem Mahatma gegeben worden sein. Es handelt sich hier ja um eine administrative Handlung, und es ist wahr, dass die Meister sich nicht um administrative Angelegenheiten auf dem physischen Plan kümmern. Wir kämen anderseits in eine sonderbare Lage, wenn wir uns zu dem Aussprüche der Meister in einen Gegensatz stellten. Wir müssen also einfach den Namen auf den Stimmzettel schreiben, den wir wollen. Für denjenigen, der im okkulten Leben steht, wäre der Ausspruch des Meisters absolut bindend. Olcott mag sich haben beraten lassen. Das geht ihn als Esoteriker an, nicht aber die Gesellschaft. Es besteht also für uns nur ein Wunsch des verdienstvollen Präsidenten der Gesellschaft. Wenn  wir es als Meisterwunsch auffassten, so würden wir als Theosophen in die schwierigste Lage kommen. Wenn das KommuniquC von Adyar richtig wäre, dann würde der Präsident bestimmt sein; und dann brauchten wir ihn nicht zu wählen. Ich möchte Sie dringend bitten, was an Ihnen liegt, dazu beizutragen, dass von dieser Sache überhaupt wenig oder gar nicht gesprochen wird. Man soll aber erkennen, dass die Deutsche Sektion wenigstens versteht, dass diese Dinge nicht vor die Öffentlichkeit gehören, und dass, wenn sie schon behandelt werden müssen, sie wie eine intime Familienangelegenheit in der Gesellschaft betrachtet werden. Wir können der wahren, großen Sache nur dienen, wenn wir über diese Angelegenheit nicht nur zu schweigen versuchen, sondern wenn wir auch versuchen, das Schweigen so zu bewahren, dass die Angelegenheit nicht in die Öffentlichkeit kommt, sodass sie niemals in unsere Zeitungen kommen kann. Denken Sie nur, welcher Schock unserer Gesellschaft versetzt werden könnte, wenn es in der Welt bekannt würde, dass sich die Theosophische Gesellschaft durch übersinnliche Art und Weise den Präsidenten bestimmen lässt. Diese Bestimmung ist als nicht daseiend zu betrachten. Es ist dies ja schwer, weil sie überall gelesen werden kann und weil darüber diskutiert wird, ob man sie als wertvoll oder nicht wertvoll betrachten soll. Das Einzige, was man tun kann, isL sich nicht darum zu kümmern. Die hohen [Weisheitslehrer] haben ja nichts mit den administrativen Angelegenheiten der Gesellschaft zu tun. Den Inhalt liefert die Weisheit, den Rahmen dazu haben die Menschen zu liefern und zu bilden. Nicht nur aus meinem Gewissen, sondern auch aus meinem Wissen heraus musste ich Ihnen diesen Ratschlag geben: das KommuniquC zu ignorieren.  ZUR WAHL DES NEUEN PRÄSIDENTEN DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Ansprache Rudolf Steinen am 25. März 1907 in Berlin Dr. Steiner über die Wahl: Die Mitglieder geht nichts anderes als die Statuten an, wenn sie zur Wahl schreiten. Der Präsident hat danach das Recht, seinen Nachfolger vorzuschlagen, und die Mitglieder haben durch ihre Wahl das zu bestätigen. Die Statuten sind unvollständig. Die Statuten sollten so ausgelegt werden, wie ich es ihnen mitgeteilt habe. Andere haben aber die Meinung, dass man nur [unleserlicb] Der Vorschlag des Präsidenten wurde eingeläutet von vielen wegleitenden Details. Ich fühlte mich deshalb berechtigt, gleichsam alles zu konfiszieren, was diese [unleserlich] in die Wahlangelegenheit hineinbrachten. Wir haben es mit zweierlei zu tun: Was in der Verwaltung geschieht, ist unsere menschliche Tätigkeit. Diese hat gar nichts zu tun mit [unleserlich] höheren Individualitäten, welche hinter der theosophischen Bewegung stehen. In nichts von dem, was auf dem physischen Plan geschieht, werden sich die Individualitäten mischen, die wir als die Meister der Weisheit ansprechen. Die theosophische Bewegung steht durchaus unter der Führung solcher geistigen Individualitäten. Deshalb muss man streng trennen. Die Wahrheit hat man nicht zu vertreten vor dem physischen Forum. Es wäre unsinnig, Demokratie den uralten Lehren gegenüber zu üben, ebenso wenig wie der Mathematik gegenüber. Seinem geistigen Führer ist man verantwortlich für die geistigen Dinge. In Verwaltungssachen kÖnnen wir die Meister nicht anrufen. Wie es sich mit den Manifestationen verhält, werde ich Ihnen später sagen. Ich kann das jetzt noch nicht tun. Ein Mitglied schickte an die einzelnen Logen einen Brief, worin es auseinandersetzte, dass es unmöglich sei, Mirs Besannt zu wählen. Es folgt dann noch ein Punkt und ein Antrag, dass alle in gleicher Weise [unleserlich] berechtigt sind. Die Diskussion über die Manifestationen sollte bis nach der Wahl aufgeschoben werden.  Durch verschiedene Zeitschriften wurde verkijndeC dass der Präsident nicht bloß aus seiner eigenen Willensmeinung heraus den Vorschlag gemacht habe, Annie Besant zu wählen, sondern dass die Meister erschienen wären an seinem Krankenbett und gesagt hätten, dass er Mrs Besant zur Nachfolgerin nominieren solle. Diese Nominierung ist von der Deutschen Sektion strikt abgelehnt worden. Andere Sektionen haben sich ähnlich verhalten. Die Deutsche Sektion hat bis jetzt den Standpunkt, dass das nicht von Einfluss sein kann, sondern betrachtet werden muss, wie wenn ein Herr Müller einen Rat erteilt hätte. Die Angelegenheit Leadbeater: Es sind Zirkulare von Adyar ergangen, welche die Angelegenheit Leadbeater in einem neuen Licht erscheinen lassen. Die Deutsche Sektion hat bis jetzt keinen anderen Standpunkt gehabt als der neuerdings von Adyar aus [unleserlich]. Die holländische Sektion und die italienische Sektion haben Briefe bekommen vom 21. Januar, worin sie aufgefordert wurden, die Wahl vorzunehmen, nachdem Annie Besant von Olcott nominiert wurde. Wir werden es in nächster Zeit mit schweren Kämpfen zu tun haben. Starke Geister haben sich gegen die theosophische Bewegung gewendet, die auch auf dem physischen Plan ihre Werkzeuge finden.  DER THEOSOPHISCHE KONGRESS IN MÜNCHEN Bericht von RudolfSteiner in «Luäfer - Gnosis» Nr. 34/1907 Es war die Aufgabe der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft den diesjährigen Kongress der «Föderation europäischer Sektionen» zu veranstalten. Es geziemt sich daher wohl, dass hier, aus dem Kreise der Veranstalter heraus, weniger über das gesprochen werde, was erreicht worden ist, als vielmehr über das, was beabsichtigt und angestrebt worden ist. Denn die Veranstalter wissen nur zu gut, wie wenig das Erreichte von dem geboten hat, was man bei einer solchen Gelegenheit sich als ein Ziel setzen kann. Deshalb sei gebeten, das Folgende nur in dem Sinne einer Schilderung der zugrunde liegenden Ideen mit Nachsicht aufzufassen. Als Ort der Zusammenkunft wurde München bestimmt: Die Zeit waren die Pfingsttage, der 18., 19., 20. und 21. Mai. - Die Fragen, welche sich die Veranstalter bei der Vorbereitung vorlegten, waren die: 'Wie kann sich durch einen solchen Kongress die Aufgabe der theosophischen Bewegung innerhalb des gegenwärtigen Geisteslebens zum Ausdrucke bringen? Wie kann durch ihn ein Bild von den Idealen und Zielen der theosophischen Arbeit gegeben werden? Da die Veranstaltung natürlich an die Grenzen gebunden ist, welche durch die Verhältnisse gegeben sind, so kann sie nur in beschränktem Maße die tatsächliche Antwort auf diese Fragen darstellen. - Es scheint nun besonders wichtig, dass bei solchen Gelegenheiten der umfassende Charakter der theosophischen Bewegung betont werde. Zunächst steht ja im Mittelpunkte dieser Bewegung die Pflege einer auf die Erkenntnisse des Übersinnlichen gestützten Weltanschauung. Und bei einem solchen Kongresse finden sich die Menschen zusammen, welche im Sinne einer solchen Weltanschauung mit Überbrückung aller Grenzen der Nationen und sonstiger menschlicher Unterschiede an einem der ganzen Menschheit gemeinsamen geistigen Ideale arbeiten. Die gegenseitige Anregung im besten Sinne wird die schönste Frucht solcher Veranstaltungen sein. Dazu kommt nun, dass gezeigt werde, wie die theosophische Arbeit wirklich sich hineinstellen soll in das ganze Leben unserer Zeit. Denn die geistige Grundlage dieser Bewegung kann nicht nur dazu berufen sein, in Gedanken und Ideen, in  Theorien und so weiter sich auszuleben; sondern sie kann, als ein in unserer Zeit auftretender Seeleninhalt, in alle Zweige des menschlichen Tuns und Schaffens befruchtend hineinwirken. Man erfasst wohl die Theosophie nur dann im richtigen Sinne, wenn man ihr das Ideal stellt, dass sich ihr Inhalt nicht nur für die Vorstellung und das menschliche Innere iiberhaupL sondern für den ganzen Menschen anregend verhält. Will man ihre Mission in dieser Richtung deuten, so mag man sich erinnern, wie zum Beispiel in den Bauwerken und Bildwerken (z. B. dem Sphinx) der Ägypter sich die Weltanschauung der entsprechenden Zeit zum Ausdrucke brachte. Die Ideen der ägyptischen Weltanschauung wurden nicht nur von den Seelen gedacht; sie wurden in der Umgebung des Menschen für das Auge anschaulich. Und man denke, wie alles, was von griechischer Bildnerei und Dramatik bekannt ist, die in Stein geformte, im Dichtwerk dargestellte Weltanschauung der griechischen Seele ist. Man ziehe in Betracht, wie sich in der mittelalterlichen Malerei die christlichen Ideen und Empfindungen dem Auge zeigten, wie in der Gotik die christliche Andacht Form und Gestalt gewann. Eine wahre Harmonie der Seele kann doch nur da erlebt werden, wo den menschlichen Sinnen in Form, Gestalt und Farbe und so weiter als Umgebung sich das spiegelt, was die Seele als ihre wertvollsten Gedanken, Gefühle und Impulse kennt. - Aus solchen Gedanken heraus erwächst die Absicht, auch in der äußeren Art der Veranstaltung bei einem Kongresse ein Bild zu geben des theosophischen Strebens. Der Raum, in dem die Zusammenkunft vor sich geht, kann rings um den Besucher das theosophische Empfinden und Denken widerspiegeln. Nach unseren Verhältnissen konnten wir in dieser Richtung nicht mehr als eine Skizze dessen geben, was als Ideal vorschweben kann. Der Versammlungssaal war von uns so ausgekleidet worden, dass ein frisches, anregendes Rot die Grundfarbe aller Wände bildete. Diese Farbe sollte die Grundstimmung der Festlichkeit in äußerer Anschauung zum Ausdrucke bringen. Es ist naheliegend, dass gegen die Verwendung des ·Rot» zu diesem Zwecke manches eingewendet werden wird. Diese Einwände sind berechtigt, so lange man auf ein exoterisches Urteil und Erleben sich stützt. Sie sind dem Esoteriker wohl bekannt, der dennoch im Einklänge mit aller okkulten Symbolik die rote Farbe zu dem hier in Betracht kommenden Zwecke verwenden muss. Denn ihm darf es dabei nicht ankommen auf das, was der Teil seines Wesens empfindet, der sich der unmittelbaren sinnlichen Umgebung hingibu sondern was im Gels tigen schaffend das höhere Selbst im Verborgenen erlebt, während die äußerliche Umwelt physisch rot gesehen wird. Und das ist das genaue Gegenteil von dem, was die gewöhnliche Empfindung über das «Rot» aussagt. Die esoterische Erkenntnis sagt: «willst du dich im Innersten so stimmen, wie die Götter gestimmt waren, da sie der Welt die grüne Pflanzendecke schenkten, so lerne in deiner Umgebung das «Rot» ertragen, wie sie es mussten> Damit ist auf einen - hier in Betracht kommenden - Bezug der höheren Menschennatur zum «Rot» hingedeutet, den der echte [Esoteriker] im Sinne hat, wenn er in der okkulten Symbolik die beiden entgegengesetzten Wesenheiten des schaffenden Weltgrundes so darstellt, dass nach unten das Grün als Zeichen des Irdischen, nach oben das «Rot» deutet als Zeichen der himmlischen (elohistischen) Schöpferkräfte. Man könnte noch viel von den Gegengründen gegen dieses «Rot» sagen, und viel zur Widerlegung; doch es möge hier diese kurze Andeutung darüber genügen, dass diese Farbe im Einklänge mit dem Okkultismus gewählt worden ist. An den Wänden wurden angebracht (zu beiden Seiten und an der Hinterwand) die sogenannten sieben apokalyptischen Siegel in einer dem Raum entsprechenden Größe. Sie stellen ja im Bilde bestimmte Erlebnisse der astralischen Welt dar. Es hat ja damit eine eigene Bewandtnis. Zunächst wird wohl mancher Betrachter solche bildlichen Darstellungen für gewöhnliche Symbole halten. Sie sind aber wesentlich mehr. Wer das, was in ihnen dargestellt wird, einfach mit dem Verstande sinnbildlich deuten will, der ist in den Geist der Sache nicht eingedrungen. Man sollte den Inhalt dieser sieben Bilder mit seiner ganzen Seele, mit dem ungeteilten Gemüte erleben, man sollte ihn in sich nach Form, Farbe und Inhalt seelisch gestalten, sodass er innerlich in der Imagination lebt. Denn dieser Inhalt entspricht ganz bestimmten astralen Erlebnissen des Hellsehers. Was dieser in solchen Bildern ausdrücken will, ist eben ganz und gar nicht ein willkürliches Sinnbild, oder gar eine stroherne Allegorie, sondern etwas, was man am besten wohl zunächst durch einen Vergleich darstellt. Man nehme einen Menschen, der in einem Zimmer von einem Lichte so beleuchtet wird, dass auf einer Wand sein Schattenbild sichtbar wird. Das Schattenbild ist in einer gewissen Beziehung ähnlich dem Menschen, der den Schatten wirft. Aber es ist eben ein Bild in zwei Dimensionen von einem dreidimensionalen Wesen. Wie sich nun der Schatten zur Person verhält, so verhält sich das, was in den apokalypti schen Siegeln dargestellt wird, zu gewissen Erlebnissen des Hellsehers in der astralischen Welt. Die Siegel sind - natürlich in übertragenem Sinne Schattenrisse astralischer Vorgänge. Deshalb sind sie auch nicht beliebige Darstellungen eines Einzelnen, sondern es wird in ihnen jeder, welcher die entsprechenden übersinnlichen Vorgänge kennt, deren Schattenrisse in der physischen Welt wiederfinden. Derlei Dinge kann man in ihrem wesentlichen Inhalte nicht ersinnen, sondern man nimmt sie aus der vorhandenen Lehre der Geheimwissenschafter. Einem Kenner dieser Dinge kann aufgefallen sein, dass einzelne unserer Siegel mit dem, was er darüber in dem oder jenem Werke findet, übereinstimmten; andere aber nicht. Der Grund davon liegt darin, dass ja manches von den Imaginationen der Geheimwissenschaft bisher schon in Büchern mitgeteilt worden ist; das Wichtigste allerdings - und das Wahre - darf überhaupt erst in unserer Zeit in die Öffentlichkeit treten. Und ein Teil der theosophischen Arbeit muss darin bestehen, manches von dem, was bisher streng als Geheimnis von den aufgestellten Hütern verwahrt worden ist, der Öffentlichkeit zu übergeben. Das fordert die Entwicklung des geistigen Lebens unserer Zeit von den Trägern der Geheimwissenschaft. Es ist die Entwicklung der Menschheit, deren Ausdruck in der astralen Welt eine der wesentlichsten Grundlagen des okkulten Wissens bilden muss, was in diesen sieben Siegeln zum Ausdruck kommt. Der christliche Esoteriker wird sie in Schilderungen der «Offenbarung St. Johannis» in einer gewissen Weise wiedererkennen. Die Gestalt aber, die sie in unserem Festsaal dargeboten haben, entspricht der geheimwissenschaftlichen Geistesströmung, welche seit dem vierzehnten Jahrhundert die tonangebende des Abendlandes ist. Solche Geheimnisse des Daseins, wie sie in diesen Bildern wiedergegeben werden, stellen uralte Weisheiten dar; die Hellseher der verschiedenen Menschheitsepochen sehen sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus. Deshalb ändern sich, nach den notwendigen Entwicklungsbedürfnissen der Zeiten die Formen etwas. In der «Offmbarung St. Johannis» ist «in Zeichen gesetzt», was «in der Kürze» geschehen soll. Wer eine geheim-wissenschaftliche Ausdrucksform sachgemäß zu lesen versteht, der weiß, dass dies nichts anderes bedeutet, als den Hinweis auf die geheimwissenschaftlichen Zeichen für gewisse Imaginationen, die man in der astralischen Welt erleben kann, und die mit dem Wesen des Menschen zusammenhängen, insofern sich dieses in der Zeit enthüllt. Und auch die Rosenkreuzer-Siegel stellen dasselbe dar. - Nur  ganz skizzenhaft, mit ein paar Worten soll auf den unendlich reichen Inhalt der Siegel gedeutet werden. Im Grunde bedeutet alles - selbst das scheinbar Geringfügigste - auf diesen Bildern Wichtiges. - Das erste Siegel stellt des Menschen ganze Erdenentwicklung im Allgemeinsten dar. In der «Offenbarung St. Johannis» wird mit den Worten darauf hingedeutet: «Und als ich mich wandte, sah ich sieben giildne Leuchtek und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewände, und begürtet um die Brust mit einem güldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar waren weiß wie weiße Wolle, als der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich wie Messing, das im Ofen glühet, und seine Stimme wie groß Wasserrauschen, und hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand; und aus seinem Munde ging ein scharf, zweischneidig Schwert; und sein Angesicht leuchtet wie die helle Sonne.» In allgemeinen Zügen wird mit solchen Worten auf umfassendste Geheimnisse der Menschheitsentwicklung gedeutet. Wollte man darstellen in ausführlicher Art, was jedes der tief bedeutsamen Worte enthält, man müsste einen dicken Band schreiben. Unser Siegel stellt solches bildlich dar. Nur ein paar Andeutungen seien gemacht: Unter den körperlichen Organen und Ausdrucksformen des Menschen sind solche, die in ihrer gegenwärtigen Gestalt die abwärtsgehenden Entwicklungsstufen früherer Formen darstellen, die also ihren Vollkommenheitsgrad bereits überschritten haben; andere aber stellen die Anfangsstufen der Entwicklung dar; sie sind jetzt gleichsam die Anlagen zu dem, was sie in der Zukunft werden sollen. Der Geheimwissenschafter muss diese Entwicklungsgeheimnisse kennen. Ein Organ, das in der Zukunft etwas viel Höheres, Vollkommeneres sein wird, als es gegenwärtig ist, stellt das Sprachorgan dar. Indem man dieses ausspricht, rührt man an ein großes Geheimnis des Daseins, das oftmals auch das Mysterium des schaffenden Wortes» genannt wird. Es ist damit eine Hindeutung auf den Zukunftszustand dieses menschlichen Sprachorgans gegeben, das einmal, wenn der Mensch vergeistigt sein wird, geistiges Produktions(Zeugungs)organ wird. In den Mythen und Religionen wird diese geistige Produktion durch das sachgemäße Bild von dem aus dem Munde kommenden «Schwert» angedeutet. So bedeutet jede Linie, jeder Punkt gewissermaßen auf dem Bilde etwas, was mit des Menschen Entwicklungsgeheimnis zusammenhängt. Dass solche Bilder gemacht werden, geht nicht etwa bloß aus einem Bedürfnisse nach einer Versinnlichung  der übersinnlichen Vorgänge hervor, sondern es entspricht der Tatsache, dass das Hineinleben in diese Bilder - wenn sie die rechten sind - wirklich eine Erregung von Kräften bedeutet; welche in der Menschenseele schlummern, und durch deren Erweckung die Vorstellungen der übersinnlichen Welt auftauchen. Es ist nämlich nicht das Richtige, wenn in der Theosophie die übersinnlichen Welten nur in schematischen Begriffen beschrieben werden; der wahre Weg ist der, dass die Vorstellung solcher Bilder erregt wird, wie sie in diesen Siegeln gegeben werden. (Hat der Okkultist solche Bilder nicht zur Hand, so soll er mündlich die Beschreibung der höheren Welten in sachgemäßen Bildern geben.) - Das zweite Siegel stellt, mit dem entsprechenden Zubehör, einen der ersten Entwicklungszustände der Erdenmenschheit dar. Diese Erdenmenschheit hat in ihren Urzeiten nämlich noch nicht das entwickelt gehabt, was man Individualseele nennt. Es war damals noch das vorhanden, was bei den Tieren noch jetzt sich findet: die Gruppenseele. Wer durch imaginatives Hellsehen die alten menschlichen Gruppenseelen auf dem Astralplan verfolgen kann, der findet die vier Arten derselben, welche in den vier apokalyptischen Tieren des zweiten Siegels dargestellt werden: den Löwen, den Stier, den Adler, den Menschen. Damit ist an die Wahrheit dessen gerührt, was oftmals so trocken allegorisch bei den vier Tieren «ausgedeutet» wird. - Das dritte Siegel stellt die Geheimnisse der sogenannten Sphärenharmonie dar. Der Mensch erlebt diese Geheimnisse in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt (im «Geisterlande» oder dem, was in der gebräuchlichen theosophischen Literatur «Devachan» genannt wird). Doch ist die Darstellung nicht so gegeben, wie sie im «Geisterlande» selbst erlebt wird, sondern so, wie die Vorgänge dieses Gebietes sich in die astrale Welt gleichsam hereinspiegeln. Es muss überhaupt festgehalten werden, dass die sämtlichen sieben Siegel Erfahrungen der astralischen Welt sind; doch können ja die anderen Welten in ihren Spiegelungen im Astralen geschaut werden. Die posaunenblasenden Engel des Bildes stellen die geistigen Urwesen der Welterscheinungen dar; das Buch mit den sieben Siegeln deutet darauf hin, dass sich in den Erlebnissen, die in diesem Bilde veranschaulicht sind, die Rätsel des Daseins «entsiegeln». Die «vier apokalyptischen Reiter» stellen die menschlichen Entwicklungsstufen durch lange Erdenzyklen hindurch dar. - Das vierte Siegel stellt unter anderem zwei Säulen dar, deren eine aus dem Meer, die andere aus dem Erdreich aufragt. In diesen Säulen ist das Geheimnis angedeutet  von der Rolle, welche das rote (sauerstoffreiche) Blut und das blaurote (Kohlenstoffreiche) Blut in der menschlichen Entwicklung spielt, und wie dieses Blut sich entsprechend der menschlichen Entwicklung von fernen Urzeiten bis in ferne Zukunftszeiten sich wandelt. Die Buchstaben auf diesen Säulen deuten in einer nur den Eingeweihten bekannten Art auf dieses Entwicklungsgeheimnis. (Alte in öffentlichen Schriften oder auch in gewissen Gesellschaften gegebene Deutungen der beiden Buchstaben bleiben doch nur bei einer oberflächlichen, exoterischen Auslegung.) Das Buch in der Wolke deutet auf einen Zukunftszustand des Menschen, in dem all sein Wissen verinnerlicht sein wird. In der «Offenbarung St. Johannis» findet man darüber die bedeutungsvollen Worte: «Und ich nahm ein Büchlein von der Hand des Engels, und verschlangs ...» Die Sonne auf dem Bilde deutet auf einen kosmischen Vorgang, der sich zugleich mit der gekennzeichneten Zukunftsstufe der Menschheit abspielen wird; die Erde wird in ein ganz anderes Verhältnis zur Sonne treten, als das gegenwärtige im Kosmos ist. Und es ist auf dem Bilde alles so dargestellt, dass alle Anordnungen der Teile, alle Einzelheiten und so weiter genau bestimmten wirklichen Vorgängen entsprechen. Das fünfte Siegel stellt die weitere Entwicklung des Menschen in der Zukunft dar in einem Kosmos, in dem die eben angedeuteten Verhältnisse eingetreten sein werden. Der Zukunftsmensch, der selbst ein anderes Verhältnis zur Sonne haben wird, als es das gegenwärtige ist, wird dargestellt durch das «Weib, das die Sonne gebiert»; und die Macht, die er dann haben wird über gewisse Kräfte der Welt, die heute sich in seiner niederen Natur äußern, wird durch das Stehen des «Sonnenweibes» auf dem Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern dargestellt. Das Weib hat den Mond unter den Füßen: Das deutet auf ein späteres kosmisches Verhältnis von Sonne, Erde und Mond hin. - Das sechste Siegel stellt den weiterentwickelten Menschen mit noch größerer Macht über niedere Kräfte des Weltalls dar. Wie das Bild dies ausdrückt, klingt an die christliche Esoterik an: Michael hält den Drachen gefesselt. - Endlich das siebente Siegel ist das von dem «Mysterium des Gral», wie es in der im vierzehnten Jahrhundert beginnenden esoterischen Strömung heimisch war. Es findet sich auf dem Bilde ein Würfel, die Raumeswelt darstellend, daraus von allen Seiten des Würfels entspringend die Weltenschlange, insofern sie die im niederen sich auslebenden höheren Kräfte darstellt: Aus dem Munde der Schlange die Weltenlinie (als Spirale) das Sinnbild der  gereinigten und geläuterten Weltenkräfte; und daraus entspringend der «heilige Grab, dem die «Taube» gegenübersteht: dies alles hinweisend - und zwar ganz sachgemäß - auf das Geheimnis der Weltzeugung, von der die irdische ein niederer Abglanz ist. Die tiefsten Mysterien liegen in den Linien und Figuren und so weiter dieses Siegels. - Zwischen je zwei Siegeln war eine Säule eingefügt. Diese sieben Säulen konnten nicht plastisch ausgeführt werden; sie mussten zum Ersatz gemalt werden. Doch sind sie durchaus als wirkliche architektonische Formen gedacht und entsprechen den «sieben Siiukn» des «wahren Rosenkreuzertempels». (Natürlich entspricht die Anordnung in München nicht ganz der in dem ·Rosenkreuzer-lnitiationstempeb, denn da ist jede solche Säule doppelt, sodass, wenn man von der Rückwand gegen vorne geht, man durch vierzehn Säulen schreitet, von denen sich je zwei gleiche gegenüberstehen. Dies nur zur Andeutung für solche, die den wahren Tatbestand kennen; bei uns sollte nur im Allgemeinen eine Vorstellung von dem Sinne dieses Säulengeheimnisses erweckt werden.) Die [Kapitelle] dieser Säulen stellen die planetarische Entwicklung unseres Erdensystems dar. Unsere Erde ist ja die vierte Verkörperung in einem planetarischen Entwicklungssystem, und sie deutet in den in ihr vorhandenen Anlagen auf drei Zukunftsverkörperungen hin. (Das Genauere darüber findet man ja in denjenigen Aufsätzen dieser Zeitschrift, welche mit «Aus der Akasha-Chronik· überschrieben sind.) Man bezeichnet die sieben aufeinanderfolgenden Verkörperungen der Erde mit Saturn-, Sonne-, Mond-, Erden-, Jupiter-, Venus- und Vulkanzustand. In den bei der Geheimwissenschaft gebräuchlichen Darstellungen lässt man den Vulkanzustand als einen zu fern liegenden Zukunftszustand weg und teilt aus Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, die Erdenentwicklung in einen Mars- und Merkurzustand. (Auch findet man diese Gründe in den Aufsätzen zur «Akasha-Chronik».) Diese sieben Verkörperungen der Erde: Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus werden nun in der Esoterik durch sieben Säulenkapitelle ausgedrückt. In den Formen dieser Kapitelle kommt das innere Leben eines jeden solchen Entwicklungszustandes zur Darstellung. Auch hier ist die Sache so gemeint, dass man nicht verstandesmäßig sich in die Formen der Kapitelle vertiefen soll, sondern ganz gefühlsmäßig, in wirklichem künstlerischem Erleben und in der Imagination. Denn jede Linie, jede Krümmung, alles an diesen Formen ist so, dass man in der Seele schlummernde Kräfte erweckt, wenn  man sich in die Sache einlebt; und diese Kräfte führen zu Vorstellungen über die großen Weltgeheimnisse, welche der kosmischen und der damit verbundenen Menschheitsentwicklung der Erde zugrunde liegen. Wer die Ausgestaltung solcher Säulen etwa bemängeln wollte, der sollte bedenken, dass auch zum Beispiel die korinthische und die jonische Säule aus der VerkÖrperung von Daseinsgeheimnissen hervorgegangen sind, und dass solche Tatsachen nur der materialistischen Vorstellungsart unserer Zeit unbekannt sind. Aus der Art, wie die Weltentwicklungsmotive in diesen Säulenkapitellen ausgedrückt sind, kann man ermessen, wie die Esoterik befruchtend auf die Kunst einwirken soll. Auch die alten Säulen sind aus der Esoterik heraus geboren. Und die Architektur der Zukunft wird den Menschen vor Augen zu stellen haben, was die esoterische Weltanschauung der Theosophie heute als Andeutung geben kann. So ist in München versucht worden, die Skizze eines in der Stimmung der theosophischen Weltanschauung gehaltenen Innenraumes mit einigen Strichen herzustellen; es konnte natürlich nur einiges von dem beigebracht werden, was dazugehört, und auch dieses nur in allgemeinen Andeutungen, und vor allem nicht genau in der ganz sachgemäßen Anordnung. Doch sollte ja auch nur eine Ahnung von dem hervorgerufen werden, worauf es ankommt. Zu der die Esoterik andeutenden Geräten unseres Versammlungsraumes gehörten auch zwei Säulen, die im vorderen Teile des Saales standen. Was sie andeuten, geht aus der Beschreibung des vierten der Siegel hervor, auf dem sich ja auch die beiden Säulen finden. Sie deuten auf das Blutgeheimnis und enthalten das Mysterium der Menschheitsentwicklung». Mit dem Blutgeheimnis hängt die Farbe der Säulen zusammen. Die eine ist rot; die andere tief blaurot. Die Geheimwissenschaft schreibt auf diese zwei Säulen vier tief bedeutsame Sprüche. 'Wenn sich die Menschenseele in diese vier Sprüche meditativ versenkt, dann quellen aus ihren Untergründen ganze Welten- und Menschengeheimnisse auf. Man müsste viele Bücher schreiben, wollte man den ganzen Sinn dieser Sprüche ausschöpfen, denn darinnen ist nicht nur jedes Wort bedeutungsvoll, sondern auch die Symmetrie der Worte, die Art, wie sie auf die vier Sprüche verteilt sind, die Steigerungen, die darinnen liegen und noch vieles andere, sodass nur langes, geduldiges Hingeben an die Sache das darinnen Liegende ausschöpfen kann. In deutscher Sprache lauten die vier Sprüche der «Säulenweisheit»:  Im reinen Gedanken findest du das Selbst, das sich halten kann. Wandelst zum Bilde du den Gedanken, erlebst du die schaffende Weisheit. Verdichtest du das Gefühl zum Licht, offenbarst du die formende Kraft. Verdinglichst du den Willen zum Wesen, so schaffest du im Weltensein. Den Stimmungsgrundton, den wir in unserem «Innenraum» zum Ausdrucke bringen wollten, suchten wir auch schon in dem Programmbuch darzustellen, das den Besuchern in die Hand gegeben wurde. Über die rote Farbe des Umschlages dieses Buches braucht wohl nicht noch Besonderes gesagt zu werden, nachdem die Bedeutung der roten Farbe in der esoterischen Symbolik oben besprochen worden ist. Auf diesem Umschlag (in der linken oberen Ecke) ist im blauen ovalen Felde ein schwarzes Kreuz, mit roten Rosen umwunden, zu sehen; rechts von diesem die Buchstaben: E. D. N. - J. C. M. - P. S. S. R. - Dies sind die zehn Anfangsbuchstaben der Worte, durch welche das wahre Rosenkreuzertum in einen Zielsatz zusammengefasst wird: «Ex deo nascimur, in Christo morimur, per spiritum sanctum rcviviscimus> Das Kreuzsinnbild, von Rosen umwunden, drückt exoterisch den Sinn des Rosenkreuzertums aus. Bei dem Verhältnis, in das unsere Veranstaltung sich durch solche Dinge zum Rosenkreuzertum stellte, erscheint es wohl notwendig, auf schwere Missverständnisse hinzuweisen, welche diesem entgegengebracht werden. Man hat sich da und dort aufgrund geschichtlicher Überlieferungen eine Vorstellung zu bilden versucht von dem Rosenkreuzertum. Von denen, welche auf diese Weise von ihm Kenntnis genommen haben, sehen es einige gegenwärtig mit einem gewissen Wohlwollen an; die meisten aber sehen in ihm Scharlatanerie, Schwärmerei oder Ähnliches, vielleicht auch Schlimmeres. Es kann nun ohne Weiteres zugestanden werden: Wäre die Rosenkreuzerei das, als was sie denen erscheinen muss, welche sie aus bloßen geschichtlichen Urkunden und Überlieferungen kennen, so wäre sie sicherlich nicht wert, dass ein ver nünftiger Mensch sich mit ihr beschäftigt. Aber von der wahren Rosenkreuzerei weiß gegenwärtig überhaupt niemand noch etwas, der ihr nicht durch die Mittel der Geheimwissenschaft nahegetreten ist. Außerhalb des Kreises der Geheimwissenschaft gibt es keine wirklichen Urkunden über sie, die der Name ist für die hier erwähnte Geistesströmung, die seit dem vierzehnten Jahrhundert im Abendlande die tonangebende ist. Erst jetzt darf begonnen werden, der Öffentlichkeit etwas von den Geheimnissen des Rosenkreuzertums mitzuteilen. - Indem wir in München aus dieser Quelle schöpften, wollten wir sie natürlich keineswegs als die allein selig machende der theosophischen Bewegung hinstellen, sondern nur als einen der Wege, auf denen die spirituellen Erkenntnisse gesucht werden können. Man kann nicht sagen, dass wir einseitig dieser Quelle den Vorzug gegeben hätten, während doch die theosophische Bewegung gleichmäßig alle Religionsformen und Wahrheitsbahnen berücksichtigen solle. Der theosophischen Bewegung kann es aber nie und nimmer obliegen, die Mannigfaltigkeit der Religionen als Selbstzweck zu studieren; sie muss durch die religiÖsen Formen zu deren Einheit, zu ihrem Kerne gelangen; und wir wollten durchaus nicht zeigen, wie das Rosenkreuzertum aussieht, sondern durch das Rosenkreuzertum wollten wir die Perspektive zu dem einen Wahrheitskerne in allen Religionen zeigen. Und dies ist eben die wahre Mission der theosophischen Bewegung. In dem Programmbuche findet man fünf Zeichnungen. Es sind die in Vignettenform umgesetzten Motive der ersten fünf der oben erwähnten sieben [Säulenkapitelle]. Auch in diesen fünf Zeichnungen ist etwas von dem gegeben, was man «okkulte Schrif> nennt. Wer sich mit ganzer Seele in die Linienformen und Figuren einlebt, dem wird etwas von dem innerlich aufleuchten, was man als die für [die] Erkenntnis der menschlichen Entwicklung wichtigen Zustände (Saturn-, Sonnen-, Mond-, Mars- und Merkurzustand) bezeichnet. Damit sollten die Absichten geschildert werden, welche die Kongressveranstalter bei der Zubereitung des Rahmens hatten, innerhalb dessen die Festlichkeit sich abzuspielen hatte. Der Ort der Veranstaltung war die Tonhalle (Kaim-Säle), die besonders geeignet schien für diese Veranstaltung. ***  Der Schilderung des Kongressverlaufes vorangehen muss der Ausdruck der tiefsten Befriedigung, wie sie alle Teilnehmer empfanden über die Anwesenheit Mrs Besants. Eben war die Vielverehrte, nachdem sie zwei Jahre auf ihrem indischen Tätigkeitsfelde zugebracht hatte, wieder in Europa eingetroffen; und in München war der erste Ort, wo die europäischen Mitglieder sie wieder begrüßen durften, und ihre eindringliche Rede hören konnten. Das deutsche Komitee des Kongresses hatte Mrs Besam gebeten, das Ehrenpräsidium zu übernehmen; und so gab die geschätzte Führerin der Versammlung die Weihe und verlieh ihr die Stimmung, die von ihrem ganzen Wesen sich allen mitteilt, unter denen sie weilt, und zu denen der Zauber ihrer Worte dringt. Der Besuch des Kongresses war ein völlig befriedigender. Wir hatten die große Freude, viele Mitglieder der anderen europäischen Sektionen zu begrüßen, und auch solche der indischen Sektion. Die Mitglieder der Deutschen Sektion hatten sich in einer großen Zahl eingefunden. Offiziell war die britische Sektion vertreten durch ihren Generalsekretär Miss Spink, die französische durch den Generalsekretär Dr. Th. Pascal, die holländische durch Generalsekretär Mr Fricke, die italienische durch Generalsekretär Prof. Dr. Penzig, die skandinavische durch Generalsekretär A. Knös, die ungarische durch Generalsekretär D. Nagy. Die Eröffnung des Kongresses fand am 18. Mai um 10 Uhr vormittags stau. Begonnen wurde mit einer musikalischen Einleitung. Es wurde F-Dur Toccata von Johann Sebastian Bach auf der Orgel durch Emanuel Nowotny gespielt. - Darauf hatte der Generalsekretär der Deutschen Sektion im Auftrage des deutschen Komitees die Teilnehmer zu begrüßen. Er begrüßte Mrs Besant und hob die Bedeutung der Tatsache hervor, dass der Münchener Kongress sich ihres Besuches erfreue. Nach der Begrüßung der Vertreter der anderen Sektionen und der deutschen Besucher sprach der Redner Worte der Liebe, Hochschätzung und des Dankes über den im Februar verstorbenen Präsidenten-Griinder H. S. Olcott. - Noch wurde in dieser Eröffnungsansprache auf die umfassende Mission der theosophischen Bewegung innerhalb des Geisteslebens der Gegenwart hingewiesen, und die Notwendigkeit betont, dass die Pflege des spirituellen Lebens die Grundlage der theosophischen Arbeit bilden müsse. Danach sprachen die Vertreter der europäischen Sektionen und der anderen Arbeitsgebiete: von England (Mr Wedgwood), von Frankreich (Dr. Th. Pascal), von Holland (Mr Fricke), von Italien (Prof. Penzig), von  Skandinavien (Mr A. KinOs), von Ungarn (Herr D. Nagy), von Böhmen (Herr Bedrnicek), von Russland (Frl. Kamensky, Fr. Forsch, Frl. N. v. Gernet), von Bulgarien, Belgien (u.a.). 'Wie auf den vorhergehenden Kongressen sprach ein jeder Redner in seiner Landessprache. Nunmehr ergriff Mrs Besant das Wort, um die Deutsche Sektion zu begrüßen und das Wesen der theosophischen Bewegung zu betonen, sowie um in wenigen eindringlichen Sätzen auf das spirituelle Leben und seine fundamentale Bedeutung für die Gesellschaft hinzuweisen. Der Nachmittag des Sonnabends war den Vorlesungen und Vorträgen von Mr Alan Leo, Dr. Th. Pascal, Michael Bauer, Mr James Wedgwood und Frl. Kamensky gewidmet. Mr Alan Leo las seine Abhandlung über «Astrology arid Personal FätCm Es wurde da die esoterische An der Astrologie behandelt und lichtvoll von freiem Willen im Verhältnis zum vorbestimmten Schicksal gesprochen, indem die Weise des Einflusses der planetarischen Kräfte auf das Menschenleben zur Darstellung kam. Dr. Th. Pascal setzte in einer gedankenvollen Abhandlung die Ergebnisse seiner langen inneren Forschung auf theosophischem Gebiete auseinander. Es war reizvoll, den feinsinnigen Auseinandersetzungen intimer Ideengänge zu folgen. Michael Bauer sprach über das Verhältnis der Natur zum Menschen. Dieser sehr verdienstvolle Leiter unseres Nürnberger Zweiges zeigte in seiner gemiittiefen und geistvollen Art, wie das innere Wesen der Natur und des Menschen eigenes Innere in ihren Tiefen miteinander verkettet sind. Mr Wedgwood las seine Abhandlung über «The value of the Theosophical societym Er setzte auseinander, wie das Studium des Okkultismus den Menschen zum Bewusstsein seiner höheren Bestimmung erhebt, indem er durch sie eine Erkenntnis erhält über seine Stellung im Weltprozesse. Es komme an auf die Perspektiven, welche der Okkultismus der menschlichen Seele gibt. (Es wird hier keine Inhaltsangabe der einzelnen Vorträge und Abhandlungen gegeben, da dieselben ausführlich in dem ·Jahrbuch des Kongresses» erscheinen werden.) Fräulein Kamensky las noch an diesem Nachmittage ihre fesselnde Abhandlung über «Theosophie in Russlancb. Ihre kurzen, aber bedeutungsvollen Hinweisungen zeigten, wie viele theosophische Gedanken das russische literarische und Geistesleben birgt. Die Arbeit war ein Musterbeispiel, wie man jene Keime in dem Geistesleben eines Volkes aufsuchen kann, die nur des  spirituellen Lichtes bedürfen, um in der rechten Art in die Theosophie hineinzuwachsen. Der erste Tag des Kongresses fand seinen Abschluss in den künstlerischen Darbietungen des Abends. Johann Sebastian Bachs «Präludium und Fuge in h-Molb durch Emanuel Nowotny auf der Orgel vorgetragen leitete den Abend ein. Danach wurde durch Marie von Sivers der Monolog vom Anfange des zweiten Teiles von Goethes Faust «Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig ...» rezitiert, als Beispiel einer auf esoterischem Grunde erwachsenen Dichtung. Durch die beiden Mitglieder, Frau Alice von Sonklar und Toni Völker kamen zur Darstellung auf dem Klaviere die «Bilder aus dem Ostem von Roben Schumann, welche ganz geeignet erscheinen, mystische Stimmung zu fördern. Fräulein Gertrud Garmatter sang hierauf in ihrer reizvoll-sinnigen Weise zwei Lieder von Schuben: ·An die Musik» und «Du bist die Ruhm Und Fräulein Toni Völker beschloss den Abend durch ihre schöne künstlerische Darbietung auf dem Klaviere: «Pastorale und Capriccio» von Scarlatti. Am Sonntag, dem 19. Mai, wurde die Morgenversammlung eingeleitet durch das stimmungsvolle «jIio in Es-Dur» von Johannes Brahms (I. Satz), das von Fräulein Johanna Fritsch (Violine), Marika v. Gumppenberg (Klavier) und Herrn Tuckermann (Waldhorn) gespielt wurde. Nunmehr hielt Mrs Besant ihren bedeutungsvollen Vortrag: «Thhe Place of Phenomena in the Theosophical Society». Sie setzte auseinander, welche Rolle im Anfange der Theosophischen Gesellschaft die Phänomene durch H. P. Blavatsky spielten, wie sie wichtig waren in einer Zeit des Zweifels an höheren Welten. Sie betonte, wie die Beobachtungen von Erscheinungen, die sich auf höhere Welten beziehen, nie gefährlich werden können, wenn man ihnen mit demselben Geist der Forschung entgegentritt, den man bei den Beobachtungen in der physischen Welt geltend macht. Sie betonte scharf, wie wenig gut es wäre für die Theosophische Gesellschaft, wenn sie aus Furcht vor der Gefahr, die von psychischen Kräften kommt - die Pflege des Zieles «Studium derjenigen Kräfte in der Welt und im Menschen, die der Sinnesbeobachtung nicht zugänglich sind» - anderen Gesellschaften überließe. Es wäre ganz unmöglich, im Rahmen eines kurzen Berichtes Mitteilung von dem mannigfaltigen Inhalte dieses Vortrages zu geben. Deshalb muss auch ihm gegenüber wie bei allen früheren und späteren Vorträgen des Kongresses auf das im Anschlüsse an diesen erscheinende  «jahrbuch» der «Föderation europäischer Sektionen» verwiesen werden. Der zweite Vortrag des Vormittags war derjenige Dr. Rudolf Steiners über «Die Einweihung des Rosenkreuzers», in dem die Methode zur Erreichung von Erkenntnissen übersinnlicher Welten im Sinne der seit dem 14. Jahrhundert im Abendlande tonangebenden Esoterik auseinandergesetzt und gleichzeitig die Notwendigkeit dieser Methoden für die gegenwärtige Entwicklungsperiode der Menschheit gezeigt wurde. Am Spätnachmittage des Sonntags (5 Uhr) kam das «Heilige Drama von Eleusis» von Edouard SchurC zur Aufführung. Diese Vorstellung betrachteten die deutschen Veranstalter als einen besonders wichtigen Teil des Kongresses. Konnte doch durch sie gerade in eindrucksvoller Art gezeigt werden, wie die theosophische Ideenart und Empfindung in wahrer, hoher Kunst sich auslebt. Edouard SchurC ist der große französische Künstler und Schriftsteller, welcher durch seine Werke in so vielen Richtungen den theosophischen Geist unseren Zeitgenossen mitteilt. Ganz Theosophie im edelsten Sinne des Wortes sind SchurCs Werke «Les Grands Inities» ['Die großen Eingeweihtem) und «Sancruaires d'Orien> («Die Heiligtümer des Orients»). Und ganz in lebensvolle Gestaltungskraft umgewandelt ist SchurCs theosophische Anschauungsart, wenn er als Künstler schafft. In ihm lebt jene Beziehung von Imagination und Phantasie, auf welcher das Grundgeheimnis aller hohen Kunst beruht. Edouard SchurCs im echten Sinne mystisches Drama «I)ie Kinder des Lucifer» ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine zu den Höhen der Erkenntnis strebende Weltbetrachtung sich restlos in die Gestalten der Kunst umsetzt. Nur ein Geist von solcher Art konnte unternehmen, was SchurC unternommen hat, das «heilige Drama» von Eleusis vor der Seele und dem Auge des gegenwärtigen Menschen wieder auferstehen zu lassen. An die Türe zu jener Vorzeit führt uns dieses Drama, wo Erkenntnis, Religion und Kunst noch in einem lebten, wo die Phantasie die treue Zeugin der Wahrheit und die geweihte Führerin zur Frömmigkeit war; und wo der Abglanz der Imagination auf diese Phantasie verklärend und offenbarend fiel. In Edouard SchurC lebt eine moderne künstlerische Seele, in welche das Licht jener Mysterienzeit leuchtet, und so konnte er nachschaffen, was in Griechenlands Vorzeit die Priesterweisen den Zuschauern im djrama zu Eleusis» zeigten: das tiefe Weltgeheimnis, das sich spiegelt in den sinnvollen Vorgängen von der Verführung der  Persephone durch Eros und deren Raub durch Pluto; von dem Schmerz der Demeter und dem Rat, den sie sich bei der «Giittin der Umwandlungem, bei Hekate, holt, nach Eleusis zu gehem von der Einweihung Triptolems durch Demeter zum Priester in Eleusis; von des Triptokms kühner Fahrt in Plutos Reich zu Persephones Befreiung und von der Entstehung eines ·neuen Dionysos», der aus Zeus' Feuer und dem Lichte der Demeter durch das Opfer des Triptolem entsteht. - Das von SchurC erweckte Drama versuchten die Kongressveranstalter den Besuchern in deutscher Sprache vorzuführen. Es wurde möglich durch die opferwillige Arbeit einer Reihe unserer Mitglieder und durch das schöne, liebevolle Entgegenkommen Bernhard Stavenhagens, der zu dem SchurC'schen Drama eine herrliche musikalische Beigabe schuf. Jedem der vier Akte schickte Stavenhagen eine musikalische Einleitung voraus, welche stimmungsvoll auf die dramatische Handlung vorbereitete. Mit wahrer Kongenialität hat sich dieser bedeutende Komponist in die Grundmotive des Mysteriums eingelebt und sie musikalisch wiedergegeben. Mit größter Befriedigung wurde diese musikalische Darbietung von den Teilnehmern des Kongresses aufgenommen. - Die Opferwilligkeit, mit der Mitglieder der Deutschen Sektion an dieser Aufführung gearbeitet haben, wird aus der Tatsache ermessen werden können, dass alle Rollen von Mitgliedern gespielt worden sind. Es wirkten als Demeter Fräulein. v. Sivers, als Persephone Frl. Sprengel, als Eros Frl. Garmatter, als Hekate Frau v. Vacano, als Pluto Herr Stahl; in der Rolle des Triptolem konnten wir uns der Mitwirkung unseres Mitgliedes, des ausgezeichneten Schauspielers Herrn Jürgas erfreuen, der eine eindrucksvolle Gestalt schuf; als Metanira wirkte Frau Baronin v. Gumppenberg, als Zeus Dr. Peipers, als Dionysos Frl. wollisch. Dies sind jedoch nur die Hauptrollen; auch waren die in die Handlung eingreifenden Chöre aus den Mitgliedern zusammengesetzt. Besondere Anerkennung muss unserem verehrten Mitgliede, Herrn Linde, werden, welcher sich der mühevollen Aufgabe unterzog, die Dekorationen zu schaffen. Der Vormittag des Montag wurde eingeleitet durch die Rezitation der Goethe'schen Gedichte «Gesang der Geister über den Wassern» und ·Prometheus», von Richard Jürgas, den die Teilnehmer nunmehr als ebenso ausgezeichneten Rezitator kennenlernten, wie sie am Abend zuvor mit seiner schauspielerischen Kraft bekannt geworden sind. Dann hatten die Teilnehmer die große Freude, den zweiten Vortrag von  Mrs Besant zu hören, in dem sie über die Beziehung der Meister zur Theosophischen Gesellschaft sprach. Aus ihrer reichen spirituellen Erfahrung heraus schilderte sie die Beziehung der großen Individualitäten zum geistigen Fortschritt und die Art, wie sich solche Individualitäten an dem Fortgang der Theosophischen Gesellschaft beteiligen. Auch von dem weitausgreifenden Inhalt dieses Vortrages kann unmÖglich mit ein paar Worten ein Bild gegeben werden. Es muss auch da auf das Erscheinen des Jahrbuchs verwiesen werden. Nach diesem Vortrage erfreute unser Mitglied Frau Hempel die Teilnehmer mit einer trefflichen Leistung ihrer Gesangskunst. - Hierauf folgte ein Vortrag Dr. Carl Ungers, der über Arbeitsmethoden in den theosophischen Zweigen sehr interessant sprach und das Verhältnis des nicht-hellsehenden Theosophen zu den Mitteilungen der Hellseher auseinandersetzte, indem er zeigte, wie die Schrift ·Theosophie» von Dr. Rudolf Steiner gerade eine Grundlage liefern kann, um dieses Verhältnis in richtiger Art zu gestalten. Im weiteren Verlauf des Vormittags hielt Frau Elise Wolfram ihren Vortrag über die okkulte Grundlage der Siegfried-Sage. Sie zeigte feinsinnig und farbenreich-anschaulich, wie sich die tiefer liegende geistige Entwicklung Europas in der Mythe zum Ausdruck bringt, wie im Siegfried germanische und noch ältere Mysterienweisheit Gestalt gewonnen hat. Die sinnigen Deutungen der Vortragenden waren geeignet, in das geheimnisvolle Leben eines Teiles der Nibelungensage den Zuhörer einleben zu lassen. Am Nachmittage las Frau v. Gumppenberg die Abhandlung von Mr Arvid Knös: «Absolute and relative truths»; dann hielt Dr. Rudolf Steiner seinen Vortrag: ·Planetenentwicklung und Menschheitsentwicklungm Er schilderte die Entwicklung der Erde durch drei ihrer jetzigen Gestalt vorangegangene planetarische Zustände und deutete dann auf den Zusammenhang der Entwicklung der Erde mit derjenigen des Menschen. Auch zeigte er, wie man über die Zukunft der Entwicklung etwas wissen könne. Der Abend war wieder rein künstlerischen Darbietungen gewidmet. Es wurde die Sonate in g-Moll von L. van Beethoven durch Chr. DObereiner (Violoncello) und Elfriede Schunk (Klavier) zur Darstellung gebracht. Nachher konnte man wieder Gertrud Garmatters vortreffliche Gesangsleistung vernehmen (zwei Lieder: AVeylas Gesang» von Hugo Wolf und «Frijhlingslaube» von Franz Schubert). Hierauf folgten Soli für Viola da Gamba mit K]avieh und zwar erstens «Adagio» von Händel und zweitens die 1695 von A. Kühnel komponierte ·Aria con variazio ne». Beide Stücke wurden vorgetragen durch Chr. Döbereiner (Viola da Gamba) und Frl. Elfriede Schunk (Klavier). Eine glanzvolle Leistung auf dem Klaviere des italienischen Mitgliedes Mr Kirby schloss den Abend. Am Dienstag-Morgen machte den Anfang: «Adagio aus dem Violinkonzer>; op. 26 von Max Bruch, durch Johanna Fritsch und Pauline Frieß zur Darstellung gebracht. Hierauf trug Herr Richard Jiirgas einige Gedichte voll intimen Empfindens und mystischer Stimmung von unserem lieben Mitgliede Mia Holm vor. - Der weitere Vormittag war ausgefüllt mit einer freien Aussprache über das Thema: Notwendigkeit der Pflege des Okkultismus innerhalb der Gesellschaft. An der Diskussion beteiligten sich Herr Jules Ägoston aus Budapest, Bernhard Hubo, Ludwig Deinhard, Dr. [Carl] Ungeh Michael Bauek D. Nagy, Mr Wedgwood, Miss Severs und Frau Elise Wolfram. Die Diskussion wurde durch Jules Ägoston eingeleitet, der die Notwendigkeit einer Pflege des spiritistischen Experimentes betonte; daran anknüpfend entwickelte Bernhard Hubo aus seiner langjährigen Erfahrung einen gegenteiligen Standpunkt; Ludwig Deinhard besprach die Notwendigkeit der Bekanntschaft theosophischer Kreise mit den wissenschaftlichen Versuchen, in die tieferen Grundlagen des Seelenlebens einzudringen. Es ist unmöglich, über die reichen und vielseitigen Ansprachen der obengenannten Redner hier zu berichten. Ebenso wenig ist dies möglich bezüglich der anregenden Gesichtspunkte, welche Herr Nerei aus Budapest am Nachmittag bei der Diskussion über «Erziehungsfragen» gab. Im Anschlüsse an diese Gesichtspunkte sprach auch Dr. Rudolf Steiner einiges über Erziehung. Noch sprach Mrs Douglas-[Sheild] über das Verhältnis von «Theosophie und Christentum». Der Schlussakt des Kongresses fand statt am Dienstag, um neun Uhr abends. Er begann mit dem geistvollen und innigen Adagio in D-Dur unseres lieben Mitgliedes und Leiters der Stuttgarter Loge I: Adolf Arenson, das vorgetragen wurde durch Herrn Arenson selbst (Klavier), Dr. Carl Uriger (Violoncello) und Johanna Fritsch (Violine). Hierauf folgten: ·Tröstung» von Felix Mendelssohn-Bartholdy, durch Hilde Stockmeyer, ·Ave verurw· von Mozart durch Gertrud Garmatter, die Rezitation eines Gedichtes durch Frau Ripper, Soli für Violine von J. S. Bach, durch Johanna Fritsch und Pauline Frieß, und Variationen über den Choral «Sei gegriißet, Jesu gütig», für Orgel von J. S. Bach, durch Emanuel Nowotny. Der Kongress klang dann aus in die kurzen Schlussansprachen der  Vertreter einzelner Sektionen: für die britische sprach Mr Wallace, für die französische Mlle AimCe Blech (in Vertretung Dr. Pascals, der wegen seines Gesundheitszustandes früher abreisen musste), für die holländische Mr Fricke, für die italienische Prof. Dr. Penzig. - Dann richtete tief zu Herzen gehende Worte Mrs Besam an die Teilnehmer, und zuletzt sprach Dr. Rudolf Steiner das Schlusswort, in dem er den Teilnehmern, vor allen der fremden Sektionen, für ihr Kommen dankte und auch allen den wärmsten Dank aussprach, welche durch ihre opferwillige Arbeit das Zustandekommen des Kongresses ermöglicht haben. Und dieser Dank muss vielen entgegengebracht werden, vor allem Frl. Sophie Sünde, welche als Sekretär des Kongresses unermüdliche und wichtigste Arbeit geleistet hau Gräfin Pauline Kalckreuth, welche unausgesetzt bei allen Vorarbeiten und Arbeiten opferwillig wirkte. Diesen beiden ist vor allem zu danken, dass wir die oben geschilderten Absichten überhaupt hegen durften, und dass wir leisten konnten, was geleistet worden ist. Adolf Arenson sorgte für die Einrichtung des musikalischen Teiles. In aufopfernder Art hat sich unser liebes Mitglied Clara Rettich der Aufgabe gewidmet, die sieben apokalyptischen Siegel nach den ihr gegebenen okkulten Angaben zu malen; ebenso hat in gleicher An es Karl Stahl übernommen, die sieben Säulen im Umkreise des Saales zu malen. Unmöglich ist es, alle die zahlreichen Arbeiter auch nur einzeln mit Namen zu nennen. Aber nicht unerwähnt soll gelassen werden, dass liebe Mitglieder ein Büffet in einem Nebenraum aufgestellt hatten, und die dabei notwendige Arbeit leisteten, wodurch das gesellige Beisammensein, durch welches sich ja die Mitglieder nähertreten sollen, sehr gefördert worden ist. Dr. Rudolf Steiner wurde auf seinen Antrag die Ermächtigung [erteilt], und zwar einstimmig und aus der Begeisterung der Zuhörerschaft heraus, sowohl Monsieur Edouard SchurC, dem Dichter des «Drama von Eleusis» als Bernhard Stavenhagen, dem Komponisten des musikalischen Teiles den Dank des Kongresses zu sagen. Eine ausgezeichnete künstlerische Darbietung für den Kongress waren die Skulpturen unseres hochbegabten, nach den höchsten künstlerischen Aufgaben strebenden Mitgliedes, des Bildhauers Dr. Ernst Wagner. Die von ihm uns zur Ausstellung zur Verfügung gestellten Plastiken waren im Umkreise des Hauptsaales aufgestellt, und hatten, für ihre Innerlichkeit in der roten Saalwand einen stimmungsvollen Hintergrund. Es  waren folgende Kunstwerke: Porträtbüste, Betende, Porträtbüste, Relief für eine Grabkapelle, Büste, Grabrelief, Königskind, Auflösung, Sybille, Relief für eine Grabnische, Porträtbüste, Schmerz, Christusmaske, Maske Abd», Bronzestatuette. - Außer diesen Kunstwerken konnten im Hauptsaal nur noch untergebracht werden das interessante symbolische Bild: «Die große Babylom von unserem Mitgliede Herrn Haß, das über dem Vorstandsraum angebracht war, und ein Teppich von Fräulein Lehmann, der eine fesselnde Verwertung mystischer Ideen im Kunstgewerbe zeigte, endlich noch ein Relief, Colonel Olcott darstellend, von M. Gailland, und eine Skizze «Fl. P. Bhvatsky» von Julia Wesw-Hoffmann. Die Ausstellung einer Reihe von Kunstwerken und Nachbildungen solcher Kunstwerke, die besonderen Bezug zur theosophischen Betrachtung haben, fand im Nebenräume statt. Hier konnte man sehen: Radierungen von Hans Volkert; Wiedergaben zweier Bilder von Moreau; Wiedergabe zweier Bilder von Hermann Schmiechen; eine Statuette «Der Meister» von [Heyman]; ein Bild «Aus tiefer Not» von Stockmeyer; Wiedergaben verschiedener Bilder von Watts; drei Wiedergaben von Werken Lionardos; Bilder von Kalckreuth dem Älteren, von Sophie Stinde (Landschaften); von Haß (Nach dem Sturm, Märchen. Die KÖnigstochteg Die Gewitterwolke, Fünf Tannenstudien); eine Reproduktion von Kunstmaler Knopf. *** Der nächste Kongress der FÖderation wird auf die freundliche Einladung der ungarischen Mitglieder hin nach zwei Jahren (1909) in Budapest stattfinden. *** Im Anschlusse an den Kongress fanden noch folgende Veranstaltungen statt: ein öffentlicher Vortrag Mrs Besants in München über «exertion arid destiny» am 27. Mai; zwei öffentliche Vorträge Dr. Rudolf Steiners in München über «Bibel und Weisheit» am 23. und 24. Mai; ferner ein ·Kursus über Theosophie» nach Rosenkreuzer-Methode von Dr. Rudolf Steiner, der am Mittwoch, dem 22. Mai begann und 14 Vorträge umfasste (bis zum 8. Juni dauerte). 'SS'S  Fotografien der Siegel und Säulen, die oben beschrieben worden sind, hat unser Mitglied Herr Kuhn besorgt, und werden in kurzer Zeit bezogen werden können durch Fräulein Marie von Sivers (Berlin W, Motzstraße 17). *** Besonders soll hier darauf hingewiesen werden, dass die beiden ersten Jahrbücher der Föderation (enthaltend die Mitteilungen, Vorträge und Abhandlungen des Amsterdamer und Londoner Kongresses) erschienen sind. Dasjenige des dritten (Pariser) Kongresses und des vierten (Münchener) Kongresses sollen in Kürze folgen. Es soll in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift ausführlich auf den Inhalt der Bücher eingegangen werden; doch soll schon hier auf die Wichtigkeit hingewiesen werden, welche dieselben für jeden Theosophen haben, und deren Anschaffung angelegentlichst empfohlen werden. :S:S:S Eine Gruppenfotografie der Kongressteilnehmer von München im Festraum ist durch unser Mitglied Otto Rietmann besorgt worden und ist zu haben bei Herrn Otto Rietmann (Fotograf in St. Gallen, Schweiz, Rorschacherstraße).  BERICHT ÜBER DIE GESTALTUNG UND DEN VERLAUF DES KONGRESSES IN MÜNCHEN Vortrag von Rudolf Steinek Berlin, 12. Juni 1907 [Wir haben uns hier jetzt einige Wochen nicht gesehen. Sie wissen, dass der Grund dazu unsere Kongress-Versammlung war, die zu Pfingsten stattgefunden hat. Diese Kongresse werden ja] eine Art von Verbindung zwischen den verschiedenen Nationen auch in Bezug auf unsere theosophische Sache innerhalb Europas herstellen. Der Münchner Kongress, der der vierte ist - nach Amsterdam, London und Paris - sollte in einer gewissen Beziehung eine Etappe sein in der Entwicklung unserer theosophischen Bewegung. Nicht einen eigentlichen Bericht über den Kongress will ich heute geben, sondern nur ein paar Bemerkungen für diejenigen, welche nicht daran teilnehmen konnten. Er sollte eines zeigen, was ja immer und immer wieder von mir betont worden ist in Bezug auf unsere theosophische Sache, er sollte zeigen, dass Theosophie nicht nur Gegenstand persönlichen Briitens und In-sich-Hineinlebens sein soll. Die theosophische Sache soll ins praktische Leben eingreifen, soll eine Sache der Bildung sein, eine Sache des Sich-Einlebens in alle Zweige des praktischen Daseins. Nur wer ein tieferes Verständnis und einen tieferen Begriff von den eigentlichen Impulsen der theosophischen Sache haL weiß schon heute, welche Möglichkeiten diese Theosophie in der Zukunft bieten wird. Sie wird der Einklang sein zwischen dem, was wir [äußerlich] sehen und schauen und [demjenigen, was wir] innerlich fühlen. Für den, der tiefer schauen kann, liegt ein wichtiger Grund für die Zerfahrenheit [heutiger Menschen] in dieser Disharmonie zwischen dem, was ist und dem, was da die Theosophie will. Nicht bloß Theosophen haben das empfunden, sondern auch andere bedeutende Naturen, wie zum Beispiel Richard Wagner. In früherer Zeit war jedes Türschloss, jedes Haus, jedes Gebilde ein Gebilde der Seele. Seelenstoff war da eingeflossen. Da gehörte das Kunstwerk zum menschlichen Fühlen und Denken in den alten Zeiten. Die Formen der gotischen Kirchen waren in alten Zeiten entsprechend der Stimmung derer, die nach den Kirchen pilgerten. Sie waren deren eigene Seelenstimmung. Der nach der Kirche Pilgernde empfand damals die  Formen wie ein Händefalten, wie der alte Germane in dem [Zusammenwachsen] der Bäume ein Händefalten empfand. Alles war in jenen Zeiten den Menschen vertrauter. Das sehen Sie wundervoll ausgedrückt bei Michelangelo und Leonardo da Vinci. Das Zusammenstehen des ganzen Dörfchens in der Kirche war nichts anderes als der Ausdruck des ganzen Seelenlebens desselben. Die ganzen ÄtherstrÖme sammelten sich an dem Platze, wo die Kirche stand. Das materialistische Zeitalter hat das alles zerklüftet. Die, welche das Leben nicht betrachten können, wissen das nicht. Der Seher aber weiß, dass, wenn man [heute] durch eine Stadt geht, es fast nichts gibt als Dinge, die den Magen oder die Putzsucht angehen. Wer die geheimen Lebensfäden zu verfolgen versteht, der weiß auch, was die materialistische Kultur zu dieser Zerklüftung gebracht hat. Die Gesundung der Außenwelt entsteht dadurch, dass sie ein Abdruck dessen wird, was unsere innersten Seelenstimmungen sind. Nicht zum Vollkommensten kann man gleich greifen, aber ein Beispiel dafür wurde in München gegeben. Die theosophische Weltanschauung wurde in dem Raum zum Ausdruck gebracht. Man sah da [nichts als] Theosophisches. Der ganze Saal war in Rot gehalten. Es besteht zwar häufig ein großer Irrtum in Bezug auf die rote Farbe, aber das Rot ist in seiner tieferen Bedeutung nicht zu verkennen. Die Entwicklung der Menschheit ist ein Auf- und Absteigen. Sehen Sie sich die ursprünglichen Völker an. Grün haben sie in der Natur. Und was lieben sie am meisten? Rot. Der Okkultist weiß, dass das Rot eine besondere Wirkung auf die gesunde Seele hat. Es löst in der gesunden Seele die aktiven Kräfte aus, diejenigen Kräfte, welche zur Tat anspornen, diejenigen Kräfte, welche die Seele aus der Bequemlichkeit in die Unbequemlichkeit des Tuns versetzen sollen. Ein Raum mit Feiertagsstimmung muss rot austapeziert sein. Wer ein Wohnzimmer rot austapeziert, der zeigt, dass er keine Feiertagsstimmung mehr kennt und die rote Farbe profaniert. Goethe hat über solche Dinge die schönsten Worte gesagt, die es gibt: «Die Wirkung dieser Farbe ist so einzig wie ihre Natur. Sie gibt einen Eindruck sowohl von Ernst und Würde als von Huld und Anmut. Jenes leistet sie in ihrem dunklen, verdichteten, dieses in ihrem hellen, verdünnten Zustande. Und so kann sich die Würde des Alters und die Liebenswürdigkeit der Jugend in eine Farbe kleiden.» Das sind die Stimmungen, die durch das Rot ausgelöst werden; Stimmungen, die man auf okkultem Wege nachweisen kann. Schaut euch  die Landschaft durch ein rotes Glas an, und ihr habt den Eindruck: So muss es aussehen am Tage des Gerichts. Rot macht froh darüber, was der Mensch in der Fortentwicklung vollbracht hat. Rot ist Feind gegen retardierende Stimmungen, gegen Siindenstimmungen. Dann gab es da sieben Säulenmotive für die Zeit, wo der Theosophie auch einmal Gebäude gebaut werden kÖnnen. Die Motive der Säulen sind aus den Lehren der Eingeweihten herausgeholt, aus uralten Zeiten. Die Theosophie wird die Möglichkeit haben, wirklich neue Säulenmotive der Architektonik zu geben. Die alten Säulen sagen eigentlich dem Menschen schon längst nichts mehr. Die neuen haben Bezug auf Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, [Jupiter], Venus. [Diese] Gesetzmäßigkeit drückte sich in den Kapitellen aus. Zwischen den Säulen hatten wir angebracht die sieben apokalyptischen Siegel in Rosenkreuzer-Art. Das Gral-Siegel ist zum ersten Mal vor der Öffentlichkeit erschienen. Die Theosophie kann man auch bauen. Man kann sie bauen in der Architektonik, in der Erziehung und in der sozialen Frage. Das Prinzip des Rosenkreuzertums ist, den Geist in die Welt einzuführen, [in dieser Weise] fruchtbare Arbeit für die Seele zu leisten. Es wird auch gelingen, die Kunst zu einer Mysterienkunst zu erheben, nach der Richard Wagner eine so große Sehnsucht hatte. Ein Versuch ist gemacht in Edouard SchurCs Mysteriendrama, das Edouard SchurC versucht hat, den Mysterienspielen [der Antike] nachzuarbeiten. Was dem [Ganzen der Kongress-Gestaltungen] zugrunde lag, war die Absicht, die Theosophie einzukristallisieren in den Aufbau der Welt. Das Programm[heft] zeigte die feiertägige Farbe Rot und trug ein schwarzes Kreuz mit Rosen umwunden, in blauem Felde. Das Rosenkreuzertum leitet das, was das Christentum gegeben hat, in die Zukunft weiter. Die Anfangsbuchstaben auf dem Programm[heft] geben die Grundgedanken wieder.  WORTE FÜR ANNIE BESANT NACH DER PRÄSIDENTENWAHL Vortrag uon RudolfSteinek Berlin, 7. Oktober 1907 Meine lieben theosophischen Freunde, mit großer Befriedigung begrüße ich Sie wiederum, nach unserer längeren Pause, am heutigen Tage. Hoffentlich werden wir eine recht gute Winterkampagne mit dem heutigen Abend beginnen können. Es ist die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, dass wir durch die Vergrößerung unseres Zweiges auch diesen Raum vergrößern mussten. Und es ist vor allen Dingen die noch erfreulichere Tatsache, dass wir ihn vergrößern konnten. Wenn Ihnen, während dieser Winter-Logen-Abende dadurch, dass die Räume etwas luftiger und vielleicht etwas sympathischer gestaltet worden sind, diese Abende ebenfalls noch sympathischer sein werden, so wird dasjenige erreicht werden, was ja im Interesse unserer geistigen Bewegung recht sehr zu wünschen ist. Unsere geistige Bewegung soll tatsächlich mit jedem Jahr tiefer und intensiver eindringen in das gesamte Geistesleben unserer Zeit. Und je größer unsere Häuflein werden, die wir so versammelt sind in den einzelnen deutschen Städten, umso mehr wird es uns auch gelingen, theosophische Ideen nicht nur in uns selbst aufzunehmen, sondern auch einströmen zu lassen in unserer Zeitgenossen Herzen. Umso mehr werden wir die Aufgabe lösen, die wir als unsere schönste innerhalb unserer geistigen Bewegung erkennen können. Heute brauche ich Ihnen nicht zu sprechen von diesen Aufgaben. Die kennen Sie alle. Nur ein uns allen gemeinsamer Wunsch ist es wohl, dem wir Ausdruck geben dürfen, dass es uns gelingen möge in diesem Winter wieder einiges in unserer Arbeit vorwärtszubringen. Bevor wir zum Gegenstand unserer Betrachtung übergehen, darf ich vielleicht einiges aus der Bewegung kurz berühren, und zwar die eine Tatsache, die mittlerweile Ihnen aus den «Mitteilungen» bekannt geworden sein wird, dass Misses Annie Besant tatsächlich zum Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft gewählt worden ist. Wir können wohl diese Mitteilung zu gleicher Zeit verknüpfen, die wir einem anderen, mit unserem gegenwärtigen Präsidenten, Misses Besant, zusammengehörigen Ereignis widmen wollen: Am 1. Oktober ist unserer gegenwärtiger  Präsident sechzig Jahre alt geworden. Es darf wohl gesagt werden, dass dieses Fest des sechzigsten Geburtstages unseres verehrten Präsidenten, nach dem unsere Loge ihren Namen trägt, auch in gewissem Sinne ein Fest unserer Loge sein muss. Wir denken gerade bei diesem Anlass daran, dass Misses Besant übernommen hat in diesem Zeitpunkt die im Grunde genommen recht schwere Bürde der Präsidialgeschäfte der Theosophischen Gesellschaft und dass sie, die ja immer, wo es nur sein konnte, ihre ganze Kraft ohnedies schon eingesetzt hat, sozusagen zum Einsatz dieser ihrer ganzen Kraft noch etwas hinzugenommen hat, was in diesem Augenblicke nötig war, gerade von ihr übernommen zu werden und was eine ganze Menschenkraft eigentlich für sich erfordert. Dennoch müssen wir es mit aller Befriedigung begrüßen, dass es so gekommen ist im Sinne der Ausführungen, die ich Ihnen machen durfte vor der Wahl. Wir dürfen dabei denken an die Art und Weise, wie Misses Besant durch jetzt achtzehn Jahre hindurch ihre Kraft der Theosophischen Gesellschaft und Bewegung gewidmet hat. Wir verstehen diese Art des Wirkens am allerbesten, wenn wir uns erinnern daran, welches eigentlich die Fundamente dieser theosophischen Bewegung sind. Wenn wir von diesen Fundamenten der theosophischen Bewegung sprechen, so fallen natürlich den Mitgliedern zunächst die drei Grundsätze unserer theosophischen Bewegung ins Auge. Erstens den Kern einer allgemeinen Bruderschaft zu begründen; zweitens den Weisheitskern in den verschiedenen Religionsbekenntnissen zu suchen; und endlich drittens beizutragen zur Verbreitung jener Erkenntnisse, welche die höheren geistigen Welten betreffen. Wenn wir uns nun fragen, ob unsere Gesellschaft mit der Pflege des ersten Satzes, mit der Pflege der allgemeinen Menschenbrüderschaft irgendetwas Auszeichnendes hat gegenüber den anderen Gesellschaften, so müssen wir sagen, wer unbefangenen Blickes sich umsieht in der Welt, der wird wissen, dass diese Pflege der Humanität, im weitesten Sinne des Wortes, einen Programmpunkt vieler Gegenwartsgesellschaften bildet und dass sozusagen heute in den allerweitesten Kreisen dieses Ideal als ein solches anerkannt wird, dass jeder edle Mensch anstreben muss. Und wenn man dieses Ideal auf seine Fahne schreibt als eine besondere Gesellschaft, dann werden viele sich in der Welt fragen: Warum sollen wir uns dieser Gesellschaft anschließen, da wir dieses Ideal in ganz anderer Weise und in anderen Gemeinschaften befriedigen können? Und  der zweite Punkt, den Kern der Weisheitslehren in den verschiedenen Religionsbekenntnissen zu suchen, das ist ein Ideal, das heute schon von vielen Gelehrten-kreisen und von vielen einzelnen Gelehrten gepflegt wird. Wenn wir vom rein gelehrtenhaften Standpunkte aus die Sache betrachten wollen, dann dürfen wir nicht anders sagen, als dass wenigstens in den Kreisen mit Gelehrtenbildung dieses Ideal auch angestrebt wird, und zwar mit den Mitteln der Gelehrten-Forschung, die der Natur der Sache nach, im Grunde genommen nicht der Pflege einer Gesellschaft eigen sein soll. Dennoch würden wir den eigentlichen Grundnerv unserer Gesellschaft verkennen, wenn wir nicht an diesen zwei großen Idealen festhalten wollten. Wenn wir uns nicht klar darüber wären, dass im Sinne dessen, was wir als esoterisches Christentum kennengelernt haben, gerade das allumfassende Briiderschaftsideal uns die Theosophische Gesellschaft vorschreibt und auf der anderen Seite, dass wir den großen, tiefen, eingreifenden Frieden, der wie ein Ausfluss dieser allgemeinen Brüderschaft die Welt als eine neue soziale Kraft umspinnen soll, wir diesen Frieden am besten erreichen, wenn wir Frieden stiften bis in den Kern der Seele hinein, bis in die Herzen der Menschen hinein. Solange aber wir nicht Frieden stiften können in Bezug auf die äußeren Einrichtungen, in Bezug auf die äußeren Taten, in Bezug auf Recht und Sittlichkeit, so lange werden wir niemals ernsthaft diesen allgemeinen Frieden in der Welt erreichen, denn was im tiefsten Grunde die Menschen auseinanderbringt, das sind ihre Gedanken, ihre Bekenntnisse und das, was wir allgemeine Brüderschaft nennen, werden Sie niemals erreichen, wenn wir nicht Frieden stiften in den Bekenntnissen? Und wie sollten wir Frieden stiften, wenn wir nicht einsehen könnten, welcher gemeinsame Wahrheitskern in den verschiedensten Religionsbekenntnissen ist. Dadurch, dass wir in unseren Bekenntnissen den Einklang finden, werden wir auch den großen Weltfrieden stiften. Daraus ist also ersichtlich, dass das unser großes Ideal sein muss. Aber diese Ideale werden auch außerhalb der Theosophischen Gesellschaft anerkannt. Sie werden anerkannt von allen denjenigen, welche einigermaßen das Leben unbefangen betrachten. Wenigstens der erste Grundsatz wird von allen heute mehr oder weniger edel denkenden Menschen anerkannt in seiner Fassung, wie er auch uns vorliegt. Und der zweite Grundsatz wird bei denen, die hinausgekommen sind über einen begrenzten Fanatismus, auch anerkannt. Was unterscheidet uns also von  ihnen, und was berechtigt uns, eine besondere Gesellschaft zu sein, wenn diese Ideale nichts Besonderes sind? Das Folgende: Wahr ist, dass die allgemeine Brüderschaft das höchste Humanitätsideal ist; wahr ist es, dass man bis in die Bekenntnisse hinein Frieden und Einklang stiften soll. Aber es gibt nur ein Mittel zu diesem großen Ziel. Dieses Mittel, dieser Weg, diese Bahn ist dasjenige, was die Theosophische Gesellschaft als ihr Besonderes hat. Und nur weil sie der Meinung ist, dass man diese zwei großen Ideale mit diesem Wege allein erreichen kann, deshalb hat sie ihre Daseinsberechtigung. Und dieses Mittel ist, den Menschen die Geheimnisse der höheren geistigen Welt zugänglich zu machen. Es mag jemand anerkennen das allgemeine Briiderschaftsideal. Aber er versucht es in die Welt einzuführen mit unzureichenden Mitteln, wenn er nicht auf dem Boden der Erforschung der geistigen Geheimnisse der Welt steht, und auch erforscht das Unzulängliche in den Religionsbekenntnissen, wenn er nicht das, was ihnen zugrunde liegt in den geistigen Welten, als Grund ansieht, sagen wir, des ganz Richtigen in der Aufstellung und Formulierung dieser Ideale. Ihr würdet euch aber überzeugen, wenn ihr nur der Zeiten Lauf verfolgen könntet, wie mit den Mitteln, die außerhalb der theosophischen Strömung verwendet werden, niemals dieses Ideal erreicht wird. Dagegen wird durch die Erforschung der geistigen Welt selbst, sich von selbst die Erfüllung der beiden ersten Ideale ergeben, als eine Selbstverständlichkeit. Daher hat auch die Geschichte unserer Bewegung seit dem Jahre 1875 gezeigt, dass die, welche zu ihr gekommen sind, im Wesentlichen immer dazu gekommen sind, weil sie gewusst haben, dass sie innerhalb dieser Gesellschaft etwas von den Tatsachen der geistigen Welten ihrer wahren Gestalt nach finden können. Diese Erforschung der okkulten Welt stand an der Wiege der Theosophischen Gesellschaft. Sie macht dasjenige, was die Mitglieder immer zusammenhalten wird. Würden wir diese Erforschung der übersinnlichen Welt aus unserem Gesichtskreis verlieren, dann hätten wir als theosophische Gesellschaft keine Daseinsberechtigung. Daher muss unsere Hauptaufgabe sein, die Pflege des Okkultismus. Eine große Summe von okkulten Wahrheiten ist durch die theosophische Bewegung in die Welt gekommen und kommt noch fortwährend in die Welt. Der allein versteht richtig diese theosophische Bewegung, welcher in diesem Sinne arbeitet. Mag er im Einzelnen diesen oder jenen Weg,  mit dieser oder jener Methode gehen, gleich geartet sind sich diejenigen, welche die Pflege des Okkultismus in der Gesellschaft als die Hauptsache ansehen. Das nur konnte der Gesichtspunkt sein, von dem aus die Präsidentschaft von Misses Besant gerechtfertigt war. Sie haben diesen Gesichtspunkt von Anfang an gehabt, und es wird sich darum handeln, innerhalb der Gesellschaft zu lernen, dass der Okkultismus selbst etwas ist, was uns verbindet. Dasjenige, was in der mannigfaltigsten Weise hat eingewendet werden können gegen Misses Besants Präsidentschaft, wurde im Grunde genommen hinweggefegt für den Okkult-Einsichtigen, wie es von mir schon gesagt worden ist, durch den einzigen Satz, den sie in den verschiedenen Schriftstücken finden, die sie vor der Wahl in die Öffentlichkeit geschickt hat. Dieser Satz war so echt im Sinne der okkultistischen Gesinnung gehalten, dass man sieht, - was man sonst auch von ihr halten mag - dieser Satz ist aus dem Herzen und aus der Gesinnung eines Okkultisten geschrieben. Und das war der Satz, der freilich heute nur von Leuten mit okkulter Gesinnung verstanden werden kann, dass sie sich berufen darf auf die Zustimmung ihres Meisters und dass sie diese einzige Zustimmung ihres Meisters zur Wahl vorziehe der gesamten Majorität, die sich etwa ergeben könnte aus der Abstimmung im demokratischen Sinne. Das ist okkultistische Gesinnung, das ist ein Stehen auf dem Boden der Wahrheit. Die Wahrheit wird erkannt und nicht dadurch gefunden, dass man darüber abstimmt. Während dies in unserer Zeit schwer wird der großen Masse draußen - die gerade den entgegengesetzten Weg gehen muss -, muss das gerade immer mehr die Gesinnung des Okkultisten werden. Was wir erkannt haben als Wahrheit, das haben wir erkannt, und wenn uns die ganze Welt entgegentritt. Deshalb muss es gelten, dass unser eigenes Urteil, durch die Berufung auf die spirituellen Gewalten, die über uns stehen, mehr uns gilt als jedes andere. Zu gleicher Zeit gehört gerade heute zur Bekennung dieser Gesinnung ein gewisser Mut, ein großer Mut. Auch innerhalb der Theosophischen Gesellschaft gehört Mut dazu. Wer diesen Mut nicht hätte, der könnte kein richtiger Okkultist sein. Wer allerdings diese Gesinnung im Hintergrunde hat, der weiß ganz klar, was sich auch für Hindernisse unserer Bewegung entgegenstellen mögen, was man uns auch immer tun möge, diese Bewegung muss ihren Weg finden und verfolgen. Deshalb geziemt es uns am besten an unserer Strömung, die wir als die richtige erkennen, zu arbeiten, richtig zu arbeiten. Wichtiger, viel wich tiger ist für uns dasjenige, was wir vorzubringen vermögen, als das, was wir bekämpfen sollen, selbst das, was wir bekämpfen sollen innerhalb der Gesellschaft. Dass Misses Besant gerade auf diesem Boden steht, der sie als Okkultist charakterisiert, dafür ein kleines Beispiel, das immerhin doch symptomatisch sein dürfte. Gerade bei der letzten Jahrversammlung in London wurde Misses Besant, die den Vorsitz führte, von verschiedenen Seiten zusammen stark angegriffen. Es konnte merkwürdig erscheinen, dass bei dieser Versammlung nur ihre Gegner sprachen und niemand von den Freunden sich erhob, um eine Verteidigung zu versuchen. Das konnte etwas sonderbar erscheinen. Es erscheint nicht mehr sonderbar, wenn es einem klar wird, dass Misses Besant ihre Freunde gebeten hatte, bei dieser Versammlung, was auch immer kommen mag, nicht ihre Verteidigung zu betreiben. Das ist ein Symptom wiederum für eine Okkultisten-Versammlung. Kurz können wir uns zusammenfassen: Darin, dass wir uns klar sind, dass Misses Besant auf dem Boden stand bei ihrem Eintritt in die Gesellschaft, der der Gesellschaft eine feste Basis gegeben hat bei ihrer Begründung; dass sie diesen Boden niemals verlassen hat und dass sie deshalb eine Gewähr dafür sein wird, dass sie als führende Persönlichkeit diesen Boden nicht verlassen wird, das ist wichtig. Deshalb dürfen wir es mit großer Befriedigung begrüßen, dass Misses Besam; so nahe am sechzigsten Geburtstage, die Bürde der Präsidentschaft auf sich genommen hat zu all den übrigen Arbeiten. Wir wollen hoffen, dass die theosophische Bewegung in den Bahnen forterhalten wird, in denen sie erhalten werden muss, wenn sie beitragen soll zur weiteren Entwicklung des Geisteslebens der Menschheit. In diesem Sinne lassen wir uns den sechzigsten Geburtstag von Misses Annie Besant ein Fest sein. Und wir sind uns in einem solchen Momente klar, dass der Okkultist weiß, dass Gedanken, Gefühle und Empfindungen nicht etwas Unwirkliches sind, sondern etwas Wirkliches, dass sie Kräfte sind und dass jeder von uns durch seine Gedanken, Empfindungen und Gefühle wirken kann. Nehmen Sie von einem solchen Momente, wie der jetzige es ist, den Vorsatz an, wenn Sie können, Gedanken und Empfindungen, die Sie als Gedanken der Liebe, der Hingabe und der Freundschaft für unseren Präsidenten empfinden, hinzurichten auf diesen Präsidenten, dann werden Sie, jeder an seinem Platze, ein Helfer sein können, wie sie dieser Präsident gebraucht. So feiern wir am besten das  Fest, wenn wir die Gedanken, die bei solchen Festen sonst nur ausgesprochen werden, zur Grundlage unseres Handelns machen. Sagen wir uns: Wir wollen ihr Gedanken, Gefühle und Empfindungen der Hilfe senden. Das ist etwas, was wir uns in der Besant-Loge vor die Seele führen mussten.  FÜNFTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 20. OKTOBER 1907, MOTZSTR. 17 Bericht in den iitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scbolk, Nr. VI/1908 Um 'h11 Uhr eröffnete der General-Sekretär der Deutschen Sektion, Herr Dr. Rudolf Steiner, die fünfte ordentliche Generalversammlung. Als Punkt I wurde das Stimmenverhältnis der verschiedenen Logen und ihrer Vertreter festgestellt. Namen des Namen des Zweiges Delegierten Besannt-Zweig Berlin Dr. Steiner, Frau von Bredow, Frl. von Sivers, Frl. Mücke, die Herren Kienb Korth, Selling, Tessmar Bedrnicek-Chlumsky Peelen Noll Scholl Peipers Zahl der Daher verMitglieder treten durch des StimmenZweiges zahl 164 7 Abteilung Prag vom Besant-Zweig Basel Bonn Kassel Charlottenburg Köln Düsseldorf I Düsseldorf (Blavatsky-Zweig) Dresden 21 2 18 13 2 14 2 4 28 3 11 2 14 Ahner 14 2  Namen des Namen des Zweiges Delegierten Zahl der Daher verMitglieder treten durch des StimmenZweiges zahl Elberfeld Esslingen a. N. Frankfurt a. M. Freiburg i.Br. Hannover Heidelberg Hamburg Karlsruhe Leipzig Lugano München I München II München III St. Gallen Stuttgart I Stuttgart II Stuttgart III Weimar Regensburg Nürnberg Sektion Von Damnitz Von Sivers Eggers, Frau Knoch, Frl. Stryczek Arenson Scharlau, Kolbe, Walter Von Sivers Wolfram, Jahn, Vollrath Wagner Frl. Stinde, Gräfin Kalckreuth Baronin Gumppenberg Baronin Gumppenberg Kiem Arenson Völker Völker Wagner Kiem 12 2 11 18 9 2 44 3 17 2 29 3 25 2 44 3 9 2 57 4 19 2 10 2 17 2 36 3 38 3 18 2 13 2 4 33 3 87 Zahl sämtlicher Stimmen 62 Absolute Majorität 32 '/3 Majorität 43  Nicht vertreten waren: Basel, Charlottenburg, Düsseldorf (BlavatskyZweig), Esslingen a.N., Frankfurt a.M., Regensburg. - Desgleichen hatten die einem Zweige nicht angehörenden Sektionsmitglieder von ihrem Rechte, Vertreter zu ernennen, keinen Gebrauch gemacht. Die Stimmen sind also wie folgt verteilt: Herr Dr. Steiner 1 Herr Kiem 6 Fräulein von Sivers 5 Frau von Bredow 1 Herr Tessmar 1 Herr Korth 1 Fräulein Mücke 1 Herr Bedrnicek-Chlumsky 2 Frau Peelen 2 Herr Dr. Noll 2 Fräulein Scholl 3 Herr Dr. Peipers 2 Herr Ahner 2 Frau Wolfram 1 Herr Jahn 1 Herr Dr. Vollrath 1 Herr Wagner 4 Fräulein Stinde 2 Gräfin Kalckreuth 2 Baronin Gumppenberg 4 Herr Arenson 5 Fräulein VÖlker 5 Herr von Damnitz 2 Herr Eggers 1 Frau Knoch 1 Fräulein Stryczek 1 Herr Kolbe 1 Herr Walter 1 Scharlau 1 [gesamt] 62  Der Schriftführer der Versammlung, Herr Selling, verliest das Protokoll der Generalversammlung vom 21. Oktober 1906, das von der Versammlung genehmigt wird. Punkt II: 1. Bericht des Generalsekretärs [Dr. Steiner]: «Die fünfte Generalversammlung ist hiermit eröffnet. Bevor wir in die Verhandlungen des heutigen Vormittags eintreten, die natürlich von dem strengen Geiste des Gesetzes der Statuten beherrscht sein müssen, mag es gestattet sein, Sie alle im Namen des Geistes der Harmonie und wirklichen theosophischen Eintracht aufs Herzlichste zu begrüßen. Sie haben sich nach einem Jahre wieder zusammengefunden, um diesen Geist der Harmonie und der aus der Theosophie fließenden geistigen, inneren Eintracht zu bekräftigen und einmal wiederum in einigen gemeinsam zu verlebenden Tagen durch zu empfinden. Nicht nur, was wir bei solchen Gelegenheiten [geschäftlich] verhandeln, kommt in Betracht, sondern, dass wir überhaupt beisammen sind, dass unsere Gedanken sich auch durch den unmittelbaren Verkehr noch inniger berühren, als sie sich sonst berühren können. Das muss auch zu den Dingen gerechnet werden, die bei einer solchen Versammlung, wie die unsrige es ist, in Anschlag kommen. Wir müssen aus solchen Zusammenkünften die Kraft gewinnen, in allen Teilen des Gebietes, auf dem es uns gelungen ist, innerhalb des Bereiches der deutschen Sprache das theosophische Leben und den theosophischen Gedanken zu verbreiten, immer verstärkter, immer kräftiger und immer richtiger arbeiten zu können. Wir dürfen sagen, dass sich in den Jahren, seitdem wir eine Deutsche Sektion haben, der theosophische Gedanke und das theosophische Leben innerhalb unseres mitteleuropäischen Gebietes in einer ganz erfreulichen und, wenn man die entgegenstrebenden Faktoren betrachtet, in einer außerordentlich befriedigenden Weise verbreitet haben. Es ist keineswegs ganz unnötig, mit wachsamem Auge zu sehen, wie nicht nur an der Oberfläche unseres gegenwärtigen Lebens, sondern man möchte sagen, in denjenigen Regionen, die heute von manchen für die tieferen gehalten werden, genau die den unsrigen entgegengesetzten Kräfte und Mächte walten und wie feindliche Wogen an unsere theosophische Tätigkeit heranschlagen. Wenn der Theosoph mit seinen, wie es ja sein soll, für alles menschliche Leben verfeinerten geistigen Sinnen in seine Umwelt blickt, dann  sieht er bald diese dem eigentlichen theosophischen Leben und der theosophischen Weltanschauung entgegenstrebenden Gedanken. Aber es ist vielleicht nichts besser, als wenn wir imstande sind die Wogen dieser feindlichen Mächte an uns herankommen zu lassen, wo wir sie dann wachsamen Auges verfolgen können, und ohne weiter auf sie einzugehen, ohne uns um sie zu kümmern, unsere Arbeit zu tun vermÖgen. Es ist gerade das in befriedigender Weise zu verzeichnen, dass in den fünf Jahren des Wirkens der Deutschen Sektion dieser wahrhaft friedliche und Frieden wirkende, ja einzig Frieden wirkende Gedanke, wenigstens ein wenig an Ausbreitung gewonnen hat. Nicht dadurch kann die Theosophische Gesellschaft ihre Arbeit tun, dass man immer fort und fort sagt, sie sei dazu da, Bruderschaft zu begründen, Frieden zu stiften, das Gute in die Welt einzuführen, nicht dadurch, dass sie feindliche Mächte bekämpft, sondern indem sie eine positive Arbeit leistet, indem sie das, was ihr aus geistigen Welten zufließt, rein aufnimmt und wiederum in die Welt einströmen lässt. Es ist auch ein viel schöneres Gefühl, wenn ringsherum feindliche Mächte sind, und man gar nichts zu diesen feindlichen Mächten sagt, sondern einfach innerhalb der brandenden Wogen dasjenige geltend macht, was man selbst zu tun vermag. Nicht um zu kämpfen sind wir eigentlich da, auch nicht um mit Worten zu kämpfen, sondern um zu tun, zu schaffen, und solange die Theosophische Gesellschaft im gegenwärtigen Stadium der Entwicklung ist, werden noch lange die einzigen Taten und vielleicht auch die besten Taten, die wir tun können, unsere vom innersten Wesen des Geistes durchdrungenen Worte sein. Immer mehr werden wir dann aber das Bewusstsein in uns aufnehmen, dass solche Worte, die wir sprechen, solche Gedanken, die wir hegen, solches scheinbar äußerlich unsichtbare Tun der Same für wirkliche künftige Taten, für wirkliches künftiges Geschehen ist. Viele Parteien, viele Strömungen und Gesellschaften gibt es zur Beförderung dieses oder jenes Guten. Sie alle können kaum umhin, das nach ihrem Glauben Gute zu verbreiten, das dem entgegenströmende Schlechte zu bekämpfen. Dadurch gerade sollte sich die Theosophische Gesellschaft von den anderen Gesellschaften unterscheiden, dass sie es aushalten kann, wenn auch die feindlichen Mächte von allen Seiten an sie herankommen, dass die Mitglieder der Gesellschaft sich nicht um sie kümmern, auch nicht in Worten, sondern ruhig die Arbeit tun.  Es ist möglich, dass wir nicht immer imstande sind, es so zu halten; es ist möglich, dass namentlich der Geist, der in manche okkulten Kreise, auch in solche, die sich theosophisch nennen, eingedrungen ist, uns zuweilen zwingt, Stellung zu nehmen. Man kann in der Außenwelt nicht immer dasjenige genau realisieren, was höchstes Ideal ist; aber wir werden uns auch keinen Augenblick darüber im Unklaren sein, dass, wenn wir genÖtigt sein sollten, für unsere geistige Weltanschauung zu kämpfen, dieser Kampf verlorene Zeit bedeutet. Vielleicht sind wir genötigt, verlorene Zeit zu opfern, verlorene Arbeit zu leisten; wir haben aber dann das Bewusstsein, dass diese Dinge nicht zu den Hauptsachen unseres Strebens gehören. Das ist dasjenige, was nach den Intentionen der geistigen Welt immer mehr und mehr in unsere deutsche, mitteleuropäische, theosophische Bewegung einfließen sollte; das ist gerade, womit ich wie mit einem Geistesgruß den Wunsch durchdringen möchte, den Wunsch, [den ich in Sie lege] dass wir im Einklang mit solcher Gesinnung im Rahmen der Gesellschaft, innerhalb welcher wir die theosophische Weltanschauung zu verbreiten suchen möchten, wirken können. Es kann uns aber geschehen, und es ist uns vielfach im Laufe dieser fünfjährigen Arbeit geschehen, dass Leute, die sich vielleicht Theosophen nennen, uns angegriffen und wirklichen Unfrieden gestiftet haben. Wir haben es immer wieder erlebt, und es ist in den weitaus meisten Fällen vorgekommen, dass wir zu allen solchen Angriffen geschwiegen haben, wie das schon im Vorjahre von derselben Stelle und zur selben Zeit betont worden ist; und wir haben es immer wieder erleben müssen, dass gerade diejenigen, welche uns angriffen, die, welche uns selbst von theosophischer Seite entgegenwirkten, nachher uns vorhielten: Ja, was ist denn das, dass so viel Unfriede in der Gesellschaft herrscht? Die Theosophie ist doch dazu da, Frieden zu stiften. Am meisten reden davon die, welche vorher den Unfrieden gestiftet haben. Das ist tatsächlich eine Erfahrung, die wir gemacht haben. Es gibt Leute, die sagen, sie hätten das beste Bestreben, eine sektenlose Theosophie zu begründen. Wenn wirklich eine Gesellschaft bestrebt war, eine ganz sektenfreie Theosophie zu verbreiten, so ist es gewiss diejenige, die in unserem Rahmen das versucht. Dennoch spricht man häufig davon, dass die Theosophie, wenn sie in energischer Weise für das okkulte Leben von irgendeiner Seite eintritt, eine Sekte stiften wolle. Und Leute, die gar kein Verständnis haben für den Unterschied zwischen  Sekten und Sektiererei und wahrer hoher Freiheit, die gerade innerhalb des Rahmens einer solchen Gesellschaft herrschen muss, sprechen sehr häufig von Sektenbildung, und zwar in einer Weise, als ob sie gerade das Privilegium, das Patent dafür hätten, sektenlos aufzutreten. Wie gesagt, wenn auch manche Auswüchse in der Theosophischen Gesellschaft eintraten oder eintreten werden, unsere Gesinnung, unsere Erkenntnis sollte sein, dass wir auch dann jede Gegenwehr als verlorene Zeit betrachten, wenn wir genötigt sind, uns zu wehren. Das einzig und allein Fruchtbringende ist, positive theosophische Arbeit zu leisten. Der Gedanke hat sich immer mehr verbreitet, dass die Theosophie eine Tatsache ist. Betonen wir es wohl, dass sie eine Tatsache ist und nicht eine Summe von Prinzipien, nicht eine Summe von Programmpunkten sein kann. Nicht das ist Theosophie, dass man sagt, man will eine Gesellschaft gründen, die so und so geartet ist; nicht das ist Theosophie, dass man sagt, diesen oder jenen Grundsatz haben wir, sondern das, was Tatsache ist, ist Theosophie, das geistige Leben, das durch eine Anzahl von Menschen, die vereinigt sind, heute in die Welt ergossen wird. Dieses Positive, das uns aus den höheren Planen zuströmt, ist es, worauf es ankommt. Das ist das Bild, und alles andere ist Rahmen. Wir mögen uns noch so sehr streiten über die beste Konstitution der Gesellschaft; es ist alles Streit um den besten Rahmen. Aber nicht auf den Rahmen kommt es an, sondern darauf, dass in dem Rahmen auch ein Bild ist, und dass wir lernen, nicht zuerst den Rahmen, sondern erst das Bild zu haben. Diesen ein wenig von künstlerischem Empfinden angehauchten Gedanken möchte man in der Theosophischen Gesellschaft verbreitet sehen. Es wird sich von selbst im Laufe der Zeit der beste Rahmen ergeben, wenn man es bei der Rahmengestaltung so macht wie bei der Rahmenwahl für ein gutes Bild. Derjenige, der einen schönen Rahmen haben will und sich dann ein Bild dazu verschafft, wird in der Regel in die Irre gehen; derjenige aber, der aus dem Inhalt des Bildes den Gedanken des Rahmens zu gewinnen imstande ist, wird den richtigen Weg gehen. Deshalb brauchen wir auch keine Angst zu haben, wenn sich die theosophische Konstitution da oder dort einmal ändern muss. So lange Leben, Bild da ist, wird sich der Rahmen dem Bilde entsprechend gestalten und ändern. Es unterscheidet sich dadurch von anderen Bildern, dass es ein lebendiges und nicht ein totes Bild ist, und als solch lebendiges Bild wird es auch immerfort seinen Rahmen erneuern müssen.  Niemand, der im Geiste der Theosophie lebt, wird zu irgendwelchen verkehrten Gedanken über den Rahmen kommen können. Es ist gut, wenn wir uns diese wahrhaft Frieden stiftende Gesinnung, die nicht aus der Forderung des Friedens, sondern aus dem selbstverständlichen Ergebnis des Friedens hervorgeht, dem Ergebnis der hohen Lehren, die durch die theosophische Bewegung strÖmen, vor die Seele rufen, und wenn wir uns alle im Beginne unseres Zusammenseins mit dem Gedanken durchdringen, dass die Theosophie eine Weisheit nicht abstrakter, sondern konkreter Natur sein soll, durch die wir die Welt im richtigen Sinne verstehen. Und warum nicht abstrakter, sondern konkreter Natur? Weil wir in der Theosophie die Weisheit suchen, durch die die Welt selbst entstanden ist, nicht Gedanken, die wir uns bilden, sondern Gedanken, die die göttlichen Wesenheiten gehabt haben, als sie die Welt aufbauten. Dieselbe Weisheit, aus der die Welt gebildet wurde, suchen wir uns anzueignen in der Theosophischen Gesellschaft. Die Götter haben nach den Begriffen, nach denen wir in der Theosophie suchen, erst die Welt gebildet. Deshalb ist die Theosophie eine wahre und berechtigte Trägerin ihres Namens. Durchdringen wir uns auf diesem Felde mit diesen Wahrheiten, dann sind wir nicht bloß theoretische Wahrheitssucher. Gottesgedanken suchen heißt, Gottes Gemüt selber suchen, Ruhe suchen in der Gottesseele, nicht jene Ruhe der Untätigkeit, sondern die, welche aus dem wahren Lebensrhythmus hervorgeht, und daher der wahre Urquell der Arbeit ist auf dem physischen Plane, der die Ausgestaltung der höheren Plane sein soll. Das ist der Geist, in dessen Namen, wie im Anfange dieser Ausführungen gesagt worden ist, Sie heute begrüßt sein mögen. Dieser konkrete Geist war urewiger Gottesgedanke, der aufleuchten soll in den einzelnen Menschenseelen, die sich in der Theosophischen Gesellschaft vereinigen. Dieser Geist ist es, der in jeder Seele als ein Funke ersteht, und dem selbst mein Gruß gelte> /Pause/ Meine lieben theosophischen Freunde! Unsere Bewegung innerhalb Mitteleuropas nahm in sehr befriedigender Weise zu. Die jetzige An der Arbeit, die in demselben Geiste weitergeführt worden ist wie früher, hat sich ohne Zweifel bewähn. Das verflossene Jahr brachte uns nicht nur die VortragsZyklen, die in München, Kassel, Hannover abgehalten wurden, sondern dazu noch  eine reiche Tätigkeit, die mehr internationaler Natur war. Gelegentlich unseres Münchener Kongresses und schon vorher wurde eine Fülle von Besorgungen in administrativem Sinne dadurch notwendig, dass wir durch das Hinscheiden des Colonel Olcott in die Lage versetzt waren, einen neuen Präsidenten der Gesellschaft zu wählen. Da viele der Mitglieder, die hier anwesend sind, auch in München versammelt waren, und wir dazumal der unermesslichen und unsagbaren Verdienste unseres Präsident-Griinders gedacht haben, so braucht wohl heute nur nochmals der Gedanke an ihn in die Erinnerung unserer lieben Freunde gebracht zu werden, an ihn, der mit Liebe und Hingebung die Theosophische Gesellschaft so lange administriert und geleitet hat. Es bedarf nicht wiederholter Worte, um jedem von uns zum Bewusstsein zu bringen, was Colonel Olcott im Laufe seiner Amtstätigkeit, die so lange gewährt, als die Gesellschaft besteht, an frucht- und segenbringender Arbeit geleistet hat. Insbesondere die Deutsche Sektion, die eine gewisse Wegstrecke unter der Amtsführung Olcotts gehen sollte, die von vornherein den bestimmten Plan verfolgte, sich in vollständig freier Weise der allgemeinen Gesellschaft einzugliedern, konnte es so oft empfinden, wie der Geist wirklich theosophischer Freiheit durch Olcotts Art, seine Aufgabe als Präsident der Gesellschaft aufzufassen, in ihr gedeihen konnte. Es wird in manchen Kreisen von Zentralisation in Adyar und gar von einer Tyrannisierung und autoritativen Beherrschung durch Adyar gesprochen. Der aber, welcher bei uns die Sache verfolgt hat, der wird sagen müssen, dass von irgendeiner Beeinflussung der freien Gesinnung und Denkweise hier in Deutschland gar nicht die Rede sein kann. Dass jedes theosophische Gebiet auf seinem Boden, aus seinen eigenen Bedingungen heraus gedeihen und wirken möge, das ist es, was auch Colonel Olcott als seine Devise betrachtet hat. Dieser Grundsatz, der vielleicht früher weniger ausgesprochen wurde, jetzt aber als Resümee ausgesprochen werden darf, <däss man das Rechte am rechten Orte geschehen 1ässt>, hat sich praktisch mehr und mehr unter der Amtsführung des Colonel Olcott eingebürgert. Diejenigen, welche die tiefe Befriedigung hatten, die Persönlichkeit Olcotts zu kennen, wussten, dass er sozusagen der selbstverständliche Präsident der Gesellschaft war. Die Selbstverständlichkeit, die niemandem sein Recht bestreitei; weil niemandem der Gedanke auftaucht, dass  es anders sein könnte, ist ein schöner Zug, der sich immer mehr in der Gesellschaft herausbilden wird. Auch als Deutsche Sektion fühlen wir bei unserer ersten Generalversammlung nach dem Hingänge unseres Präsident-Griinders, wie unsere Gedanken und unsere Liebe auch ferner dem Geiste dieses außerordentlichen Mannes gehÖren werden. Wir fühlen, dass wir immer mit ihm zusammengehören werden, denn theosophische Gemeinschaften sind Gemeinschaften, die weit über den physischen Plan hinausreichen. Wir fühlen uns mit ihm vereint und drücken diese unsere Empfindungen als Deutsche Sektion durch Erheben von den Sitzen aus. Der Tod von Colonel H. S. Olcott hatte zur Folge, dass ein neuer Präsident gewählt werden musste. Es kann nicht meine Aufgabe sein, die vielen Debatten und Resolutionen zu resümieren, die sich in der Vorbereitungszeit und während der Präsidentenwahl abgespielt haben. Wir verzeichnen das befriedigende Resultat, dass Mrs Annie Besam mit überwältigender Majorität aus der Wahl hervorgegangen ist. Wenn aber auch die auf ihre Wahl bezüglichen Diskussionen langwierig waren, [wenn sie auch viel Zeit von derjenigen Art, wie sie vorhin im nicht-geschäftlichen Teil der Generalversammlung als verschwendete Zeit bezeichnet wurde, beansprucht haben, innerhalb des geschäftlichen Teiles soll es mir fern liegen, diese Worte zu wiederholen] - so müsste doch ein Resümee gegeben werden, wenn nicht die erfreuliche Tatsache vorläge, dass im Grunde genommen diese Diskussionen gerade in unsere Deutsche Sektion nicht hineingespielt haben. Die Wahl ist in Deutschland in ruhiger und geschäftsordnungsmäßiger Weise verlaufen und hat ein fast einstimmiges Resultat gebracht. Nur 20 Stimmen von 600 wurden gegen Misses Besant abgegeben. [Die anderen haben nicht mitgestimmt. So dürfen wir wohl absehen von den Dingen, die außerhalb unserer Sektion stattgefunden haben, und uns der Befriedigung hingeben, dass Misses BesanL deren Tätigkeit viele Jahre hindurch in hingebungsvoller Weise der Gesellschaft gewidmet war, auch noch in der neuen Form des Präsidialamtes ihre Tätigkeit der Theosophischen Gesellschaft zukommen lassen wird. Die Theosophische Gesellschaft wird damit auf der einen Seite in ihrer historischen Tradition erhalten werden. Dafür gibt die Persönlichkeit von Misses Besant eine genügende Garantie und Grundlage. Sie tritt auch insofern in ein neues Stadium, als sich durch  die Diskussion gezeigt hat, wie notwendig es ist, die Gesellschaft in die richtigen Bahnen zu lenken.] Im letzten Jahre haben wir in Bezug auf Misses Besant nicht nur ihre Wahl zum Präsidenten, sondern auch ihren 60. Geburtstag zu verzeichnen gehabt. Da es nicht mÖglich war, bei solcher Gelegenheit eine außerordentliche Versammlung zusammenzurufen, gestattete ich mir, Misses Besant im Namen der Sektion zu begrüßen und zu beglückwünschen, in der Absicht, von der heutigen Versammlung die Indemnität einzuholen. Ich schrieb damals an Misses Besant, was in deutscher Übersetzung ungefähr folgendermaßen lautet: ·Es sei der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft gestattet, den Ausdruck inniger Liebe und Hochschätzung zu übersenden. Die Mitglieder sehen in Ihrer unermüdlichen Hingabe an die Ideale der Gesellschaft, in Ihrer edlen Pflege der Motive des Geisteslebens ein geistiges Vorbild, das dahin wirkt dass der Gegenwart ein spirituelles Ferment gegeben werde. Die Gesellschaft hat eine solche Richtung genommen, dass die Mitglieder es sich zur Ehre anrechnen werden, wenn sie im Einklang mit dem Präsidenten arbeiten können. Es ist deren innigster Wunsch, dass sie so viel wie möglich dazu beitragen könnten, Ihr hohes Amt so zu gestalten, wie es Ihrer Anschauung entspricht. Aus dem Herzen der Mitglieder möchte dies zum Ausdruck bringen der General-Sekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesdlschaft.· Die Theosophische Gesellschaft verdankt ihr Dasein dem Umstände, dass seit ihrer Gründung durch Vermittlung Annie Besants eine große Summe okkulter Weisheit in die gebildete Welt eingeströmt ist. Als Misses Besant das Präsidenten-Amt in einem so vorgerückten Alter zu den sonst mehrere Menschen in Anspruch nehmenden anderen Aufgaben, die sie in der Zeit bisher reichlich versehen hat, noch hinzunahm, da mussten diejenigen, welche einsahen, um was es sich beim Fortgang der Gesellschaft handelt, dies als eine befriedigende Tatsache begrüßen. Was uns ferner oblag, in internationaler Beziehung, das war die Abhaltung des Münchener Kongresses. Sie haben sich durch die Ausgestaltung des Kongressraumes, die Bilder der Siegel und Säulen, mit denen der Saal ausgeschmückt war, und durch die Natur des ganzen Programms ein Bild von den Intentionen machen kÖnnen, die wir gehabt haben. Sie gingen dahin, einen Anfang zu machen, die Theosophie nicht bloß eine  Summe abstrakter Dogmen sein zu lassen, sondern diesen Einfluss zu verschaffen auf das Leben, das uns umgibt. Niemand kann sich der Illusion hingeben, dass die Art und Weise, wie uns die Harmonie in Bezug auf die ganze Ausgestaltung des Kongresses gelungen ist, verglichen mit dem, was als theosophischer Gedanke lebt, mehr war als ein schwacher Anfang. Aber alles muss einmal anfangen. Wenn die Deutsche Sektion dabei nur gezeigt hat, welche Absichten etwa obwalten könnten bei einem solchen Kongresse, gezeigt hat, wie man das Leben, das in der Seele lebt, auch in der Form, in der Kunst und im Zusammensein ausprägen kann, dann ist dasjenige getan, was die Deutsche Sektion gerade bei dieser Gelegenheit dazu hat beitragen können. Aus solcher Anregung kann die Kraft erwachsen, die es der Theosophischen Gesellschaft nach und nach möglich machL nicht nur eine Stätte zur Verbreitung von diesen oder jenen Dogmen zu sein, sondern tief einzugreifen in das ganze Leben des Menschen. [Die genauere Beschreibung des Kongresses braucht ja nicht gegeben zu werden. Sie ist in den <Mitteilungen> hinlänglich gegeben worden. Das Einzige,] was noch zu bemerken ist, ist der Umstand, dass die für den Kongress normierte Ausgabe in Höhe von 4500 Mark, mit welchen wir durchzukommen glaubten, weit überschritten ist. Der Kongress ist dadurch umso schöner geworden. Es ist hier in tief dankenswerter Weise zu erwähnen, dass sich gerade bei dieser Gelegenheit ein so gründliches Verständnis, insbesondere in der Deutschen Sektion, gezeigt hat. Wir haben viel Geld gebraucht; es hat sich aber gezeigt, dass da, wo es darauf ankommt, theosophisches Leben zu haben, auch Verständnis und Geneigtheit vorhanden ist, Opfer zu bringen. Ein Defizit ist daher nicht zu verzeichnen. [Es ist also so, dass er sich vollständig ausbalanciert hat, was in Anbetracht des Umstandes, dass der Voranschlag um sehr viel überschritten werden musste, sehr erfreulich war.] Nicht minder stark betont darf werden die tief befriedigende Tatsache, dass gerade von denen, die es konnten, in ungeheuer hingebungsvoller Weise gearbeitet worden ist. Alles, was da zu leisten war, wurde von unseren lieben Münchener Freunden in einer nicht nur hingebungsvollen, sondern geradezu umfassend verständnisvollen Weise geleistet, sodass sich in dieser Arbeit am schönsten auslebte, was man theosophische Einheit und Harmonie nennt. Da war keiner, der nicht bereit war, die höchste geistige Arbeit neben der - was auf solchem Kongresse notwendig ist - kleinsten Handlangerarbeit zu leisten. Leute, die in ihrem gan zen Leben nicht gewohnt waren, solche Arbeit zu verrichten, schleppten große Dinge heran, die zu diesem oder jenem Zwecke bestimmt waren; andere hämmerten, andere strichen große Säulen an; kurz, es war alles hingebungsvolle Arbeit. Einkassiert konnten werden Gaben vom Tausendmarkschein bis zum Zehnpfennigstück. Umsichtig war die Verwaltung, die von München übernommen worden war bis zu jener Arbeit, die gezeigt hat, wie die wirkliche Leistung, das wirkliche Zusammenarbeiten, die Menschen harmonisch macht. Wir haben es dahin gebracht, dass die tief befriedigende Aufführung des Mysteriendramas von Eleusis stattfinden konnte. Wenn Sie bedenken, was dazu alles gemacht werden musste, von der Übersetzung aus dem Französischen bis zu den Sandalen an den Füßen der Darstelleh die sämtlich Mitglieder waren und durch Wochen hindurch Proben mitmachen mussten; wenn Sie wüssten, wie es da zugegangen ist, wie schön und harmonisch alles vonstattenging, wie die Arbeit von dem gemeinschaftlichen Gedanken und der Hingebung der Empfindung getragen war, dann könnten Sie den praktischen 'Wen ermessen, der sich ergibt, wenn ein gemeinsames Band der Arbeit alle umschlingt. So wie die Pflanze harmonisch der Sonne entgegenstrebt, so werden die Menschen harmonisch, wenn sie von den gleichen Empfindungen beherrscht werden. [Das hat sich beim Einstudieren der eleusinischen Mysterien gezeigt. Diese befriedigende und praktische Erkenntnis haben wir mit nach Hause nehmen können, was es heißt, Leben und Arbeit praktisch zu begründen. Gemeinsame Arbeit bringt Sie zusammen, die macht die Menschen eines Geistes und einer Seele. Da streiten Sie nicht mehr.] Dass alles so geworden ist, wie es geworden ist, das haben wir dem guten Geiste dieses Korps der Mitwirkenden an unserm Münchener Kongress zu verdanken. Es lebte bei allen diesen Vorbereitungen wirklich der Geist der Eintracht in der damaligen Münchener Arbeitsgesellschaft, die in dieser Beziehung gewissermaßen vorbildlich sein könnte für die An und Weise, wie überhaupt in der Theosophischen Gesellschaft zusammengewirkt und gearbeitet werden kann. Es ist zu hoffen, dass diese etwas anders geartete An der Arbeit, wie sie die Deutsche Sektion seit fünf Jahren zu leisten versuchte, auch in der internationalen Theosophischen Gesellschaft nicht nur Anerkennung findet [- die ist aber nicht notwendig -], sondern auch ein wenig befruchtend wirken wird. Nur dadurch kann die internationale Theosophische Gesellschaft gedeihen, dass jede  Sektion das ihrige beiträgt auf dem Altare der gemeinschaftlichen, theosophischen, internationalen Wirksamkeit. [Die Arbeit muss fortgesetzt werden, die begonnen worden ist. Die Logen Basel und Nürnberg haben sich Vortragszyklen auserbeten.] Da Edouard SchurC, dem Verfasser des Mysteriendramas, der tief gefühlteste Dank der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft herzlich zuströmt, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Ausdrücklich aber soll hervorgehoben werden, dass wir zu großem Danke verpflichtet sind Bernhard Stavenhagen, dem berühmten Pianisten und feinsinnigen Komponisten, der inmitten seiner reichen, drängenden Arbeitslast auf meine Bitte es übernommen hat, den musikalischen Teil der dramatischen Vorführung uns als Gabe zu schenken. Der tiefe Eindruck, den diese Komposition auf alle Anteilnehmer übte, wird diesen in bleibender Erinnerung sein. Es wurde allseits der schöne Einklang der musikalischen Schöpfung mit dem Mysterium empfunden.» Rudolf Steiner gedenkt hierauf in schöner Weise der verstorbenen Mitglieder: Fräulein Eggen und Herrn Wirschmidt, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehrt. Zweitens: Fräulein von Sivers, der Sekretär der Deutschen Sektion, gibt hierauf folgenden Bericht über die Mitgliederbewegung und die organisatorische Gestaltung des theosophischen Lebens im verflossenen Jahre: Anzahl der Mitglieder 872 gegen 591 im Vorjahre. Neu eingetreten sind 303 gegen 231 im Vorjahre. Ausgetreten sind 12, an andere Sektionen übergeführt 2, gestorben 4. Von 19 Mitgliedern konnten die Adressen nicht ermittelt werden, die infolgedessen auch nicht angeführt worden sind. Die Mitglieder verteilen sich auf 28 Zweige gegen 24 im Vorjahre und 1 Zentrum. Die Namen der neuen Zweige sind: Kassel, Düsseldorf (Blavatsky-Zweig), Elberfeld, Esslingen a.N. Drittens: Hierauf folgt der Rechenschaftsbericht des Kassenwarts, Herrn Seiler. Viertens: Nach dem Berichte der Kassenrevisoren Herrn Tessmar und Fräulein Motzkus, wird dem Kassierer Decharge erteilt. Punkt III: Der Rücktritt des Herrn Bernhard Hubo vom Vorstand hat die Wahl eines Ersatzmannes nötig gemacht. Nachdem Dr. Steiner die Hingabe und Aufopferung, mit der sich Herr Hubo der theosophischen  Sache gewidmet, hervorgehoben hatte und mitteilte, dass sein Bemühen, ihn zur Beibehaltung des Amtes zu veranlassen, keinen Erfolg gehabt habe, schritt man zur Wahl eines neuen Vorstandsmitgliedes. Gewählt wurde Herr Tessmar. Punkte IV und V: Anregungen der Zweige Heidelberg und Weimar, die zum Zwecke hatten, eine größere Propaganda für das, was die Theosophische Gesellschaft will, ins Leben zu rufen, gaben zu längerer Diskussion Veranlassung, an der sich die Mitglieder Wolfram, Arenson, Bedrnicek-Chlumsky, Stockmeyer, Ahner beteiligten. Dr. Steiner bemerkte dazu: «kh kann es gut begreifen, dass Freunde, die der Sache etwas ferner stehen, glauben, durch die Presse etwas tun zu können, indem sie in derselben Artikel zum Abdruck bringen lassen. Wer aber im öffentlichen Leben Erfahrung hat und Beobachtungen machen kann, der weiß, was heute überhaupt <Presse> heißt. Es ist mir schmerzlich, dass ich das sagen muss. [Ich selbst sehe die Presse als etwas an, das man lieben kann, das die eigenen Fehler korrigiert. Aber wir müssen auch unbefangen die Sache ansehen. [unleserlich] Manchmal haben sie uns Berichte gemacht nicht in der Hauptstadtpresse, sondern in den Provinzstädten. Wenn diese Blätter uns hätten etwas nützen sollen, dann wären wir auf einer sehr schlimmen Grundlage gestanden. [unleserlich] die Leute in der Presse gehören ja selbst zu denen, die erst begreifen müssen, was Theosophie will. [unleserlich] Bedenken Sie, dass in aller Welt, seit der neuzeitlichen Entdeckung und namentlich auf dem Gebiete des Geisteslebens ein ungeheurer Konkurrenzkampf herrscht. Das ist das Schlimmste, das Korrumpierendste, was es geben kann. Eine andere Frage ist aber diese, ob wir dabei irgendetwas als Theosophen zu gewinnen haben? Es ist versucht worden, nicht nur in die Tagespresse, sondern auch in Wochenzeitschriften unsere Artikel hineinzubringen. Es ist eine neue Zeitschrift erstanden. Die heißt <Der Morgen'. [unleserlicb] Warum die Herren eine Zeitschrift zu gründen notwendig fanden, ist nicht einzusehen. Nicht von der untergeordneten Presse will ich reden, aber gerade bei dieser Zeitschrift kann man Studien über die Moral der Zeitschriften machen. Sie brachte es fertig, dass sie in einer jetzt vielbesprochenen Angelegenheit einen kurzen Sensationsartikel brachte, Dinge brachte, die auf Personen hingedeutet wurden. Sie trat da sozusagen als Ankläger auf,  so als ob sie eingreifen wollte. Ich will nichts da verurteilen, es kann jeder falsch berichten. Vor allem findet es die Zeitung nötig, sich eine Berichtigung schicken zu lassen, aus der hervorgeht, dass auch nicht ein Schatten von Wahrheit da ist. Punkt für Punkt wurde so widerlegt von dem Rechtsanwalt, dass die Tatsachen, die von der Zeitschrift berichtet worden sind, nicht nur erscheinen als unwahr, sondern als [unleserlich] erscheint. [unleserlich] Wenn also bei exklusiven Zeitschriften so etwas möglich ist, dann ist das ein Symptom. Und ich könnte ihnen vieler solcher [Beispiele] anführenj» Nachdem Dr. Steiner in längerer Ausführung die Gründe auseinandergesetzt hatte, schließt er mit der Bitte, der theosophischen Bewegung wenigstens das Gute zu tun, dass man Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften nicht zu Propagandazwecken veröffentliche, da man dadurch nur verderben, nicht nützen könne, wie die Erfahrung gezeigt habe. Da mit der Besprechung dieser Anregungen sämtliche Punkte der Tagesordnung erledigt waren, schließt Dr. Steiner den geschäftlichen Teil und gibt bekannt, dass um vier Uhr der sachliche, theosophische Teil der Generalversammlung beginnt.  SIEBTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 26. OKTOBER 1908, VICTORIALUISEN-PLATZ 6, AULA DES «LETTE-VEREINS» Bericht in den Jitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), berausgegeben von Mathilde Scbolb, Nr. 8/1908 Gegen y4 11 Uhr wird die Versammlung durch den Generalsekretär der Deutschen Sektion, Herrn Dr. Rudolf Steiner, eröffnet. Als Punkt I wird das Stimmenverhältnis der verschiedenen Logen festgestellt, und es findet die Vorstellung ihrer erschienenen Vertreter statt: Name des Namen der Zweiges Delegierten Basel Berlin, Besam-Zweig. Grosheintz, Schuster Dr. Steiner, Frau von Bredow, Frl. von Sivers, Frau von Lichtenberg, Frau Wandrey, Frl. Mücke, die Herren Tessmar, Seilek Kiem, Korth Frl. von Sivers Peelen, Frau Berendt Schwester Luise Hesselmann Alexander Schuster Frl. Scholl, Frau Noss, Frau Künstler Zahl der Daher verMitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl 20 2 214 10 Bern Bonn Bremen Kassel Köln 16 2 17 2 11 2 17 2 30 3  Name des Namen der Zahl der Daher verZweiges Delegierten Mitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl Dresden Düsseldorf I Düsseldorf II Eisenach Elberfeld Esslingen Frankfurt a. M. Freiburg i.Br. Hamburg Hannover Heidelberg Karlsruhe Leipzig Lugano Mannheim München I München II München III Nürnberg Pforzheim Straßburg St. Gallen Ahner Frau Smits, Tabuschat Lauweriks Frl. von Sivers von Damnitz, Frau von Damnitz Arenson Frl. von Sivers Frl. von Sivers Scharlau, Westphal, Kolbe Lange, Eggers, Frau Knoch Schwab, Liedvogel von [Hertzberg], Bürck Frau Wolfram, Vahl, Daeglau Wagner Arenson Gräfin Kalckreuth, Baronin Wangenheim Frl. Stinde Frl. Stinde Kopp, Frau Fuchs Arenson Schneider Kiem 12 2 17 2 16 2 9 2 20 2 11 2 23 2 8 2 40 3 38 3 19 2 27 3 53 4 10 2 11 2 62 4 14 2 16 2 52 4 14 2 16 2 17 2  Name des Namen der Zahl der Daher verZweiges Delegierten Mitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl Stuttgart 1 Arenson 51 4 Stuttgart 11 Kieser 55 4 Stuttgart III Frau Aldinger 18 2 Weimar Frl. von Sivers 7 2 Wiesbaden Franke 8 2 Zürich Frl. von Sivers 15 2 Bielefeld Böhmecke 10 2 Abteil. Prag vom Bedrnicek 16 2 Besant-Zweig Zahl sämtlicher Stimmen 96 Absolute Majorität 50 '/3 Majorität 66 Das Protokoll der Generalversammlung vom 20. Oktober 1907 wird durch Herrn Selling verlesen und von der Versammlung der Fassung und dem Inhalt nach als verifiziert erklärt. Um die Träger der Stimmen festzustellen, werden die Namen der Träger und die Stimmenzahl verlesen. [Punkt] II. Bericht des Generalsekretärs [Dr. Steiner]: ·Als Erstes obliegt es mir, Sie hier als Anwesende unserer siebten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft auf das Allerherzlichste zu begrüßen. Es steht in starker Vorstellung vor mir die Bedeutung gerade dieser heutigen Begrüßung und dieser unserer diesmaligen Generalversammlung. Wir treten mit ihr in das siebte Jahr der Wirksamkeit der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, und wer in den Geist und in den Sinn der Grundlage theosophischer Arbeit und theosophischen Weltanschauung eingedrungen ist, für den wird das Wort <Sieben> als der Ausdruck tiefer und umfassender Weltgeschehnisse nicht verfehlen, auch einen entsprechenden Eindruck  zu machen: Nicht aus irgendwelcher abergläubischer Vorstellung, sondern aus der immer wachsenden Erkenntnis lernt der Mensch die Bedeutung der heiligen Sieben kennen, und er lernt wissen, dass nicht nur draußen im großen Weltall, nicht nur in der Natur und in der um uns herumliegenden, von uns unabhängigen geistigen Welt die Siebenzahl eine große Bedeutung hat, sondern er lernt erkennen, dass in entsprechender Weise diese Siebenzahl ein Gesetz bedeutet auch da, wo der Mensch selbst der Tätige ist, wo er selbst mit seinen Entschlüssen, mit seinen Anschauungen, mit seiner Arbeit einzugreifen hat. Und wenn er sich so das, was als eine Gesetzmäßigkeit die Welt - und auch die Welt des eigenen Denkens und Schaffens - durchzieht, vor die Seele treten lässt, geht ein solches Vor-die-Seele-Treten wohl über in mancherlei Gefühle - vor allem in das Gefühl der Verantwortlichkeit gegenüber der Tatsache, dass wir einsehen müssen, wie wir in einer in den siebenten Zeitraum hineingehenden Entwicklung ein Wachsendes und Werdendes, ein Gesetzmäßiges zu sehen haben. Daher müssen wir, wie mir scheint, mit diesem starken Gefühl der Verantwortlichkeit in unser siebtes Jahr eintreten. Es wird nichts Überraschendes haben, wenn angesichts dessen hier gesagt wird, dass sich mancherlei entscheiden wird in dem siebenten Jahr unserer Wirksamkeit in Bezug auf das Schicksal und das Karma, auf das nächste Karma der Theosophischen Gesellschaft. Und es wird auch als nichts Überraschendes gesagt sein, wenn daran erinnert wird, dass vielleicht auch manches, was an Hemmnissen und Gefährdungen, an Schicksalsprüfungen an die Deutsche Sektion herantreten wird, gerade in diesen Zeitraum fallen werde. Mancherlei werden wir von den Früchten zu sehen haben in diesem Zeitraum; manches aber auch in diesem zugleich verhängnisvollen Zeitraum an Hemmnissen und Schwierigkeiten erwachsen sehen. Daher wollen wir heute besonders mit uns zurate gehen und uns ans Herz legen - ein jeder sich selber -, dass wir gewissenhaft hineinschreiten in diesen durch die Siebenzahl charakterisierten Zeitraum. Aus diesem Gefühl heraus begrüße ich Sie am heutigen Tage, und zwar begrüße ich Sie im Namen des Geistes, der uns in unserer Arbeit zusammenträgt und zusammen wirken lässt: im Namen jener wahrhaft brüderlichen Liebe, die die Glieder der Theosophischen Gesellschaft überall verbinden soll. Uns soll nicht bloß das leiten, was mit einem solchen Tone, der an die Angelegenheiten des Weltgeschehens appelliert, von ferne angeschlagen wird, - sondern wir wollen das ganz  ernst nehmen, was jetzt gesagt worden ist, und dann werden wir uns wohl entschließen, etwas zu lernen von dem, was da gesagt worden ist, um aus dem Gelernten etwas hinüberzutragen in die Zukunft. Immer mehr muss es uns zu eigen werden, auch als Glieder der ganzen Menschheit, dass wir lernen innerhalb des theosophischen Wirkens alle unsere persÖnlichen Wünsche und persÖnlichen Angelegenheiten zurücktreten zu lassen, unsere Ansichten und Anschauungen, ja sogar unsere persönlichen Meinungen, unsere persönlichen Gedanken. Je objektiver wir uns dem hingeben, was uns zufließt aus den Grundlagen der okkulten Weltenströmung, desto mehr werden wir im Sinne desjenigen wirken, was die Begründer derselben mit dieser Weltenströmung gewollt haben. Da ziemt es sich wohl, bei dieser Begrüßungsansprache ein paar Worte der Rückschau zu halten, die uns einen Ausgangspunkt geben können für die Einkehr in uns, die wir nötig haben. Wir schauen zurück auf den Tag, wo wir unsere allverehrte Misses Besant bei Gelegenheit der ersten Generalversammlung begrüßen konnten, und dürfen uns wohl fragen: Unter welchen Sternen standen wir dazumal? Es braucht ja, da von den Angelegenheiten der Sektion gesprochen wird, nicht angedeutet zu werden, dass ja theosophische Arbeit in Deutschland viel und verdienstvoll auch in früheren Zeiten - und vor der Begründung der Deutschen Sektion - geleistet worden ist. Es darf aber auch für die, welche Interesse an dem Hergang der Dinge haben, vorausgesetzt werden, dass diese vor der Begründung der Deutschen Sektion liegenden großen Verdienste bekannt sind. Aber einiges von dem darf vielleicht gesagt werden, was sozusagen den Geist der Sterne, unter denen wir bei der Begründung der Deutschen Sektion standen, unserem Verständnis nahebringen könnte. - Es hat sich ja seither mancherlei geändert. Die Mitgliederzahl ist in einer enormen Weise gewachsen. Ein kleines Häuflein waren wir dazumal, als wir unter so schÖnen Auspizien die Deutsche Sektion begründen konnten. Wie hat sich aber dieses kleine Häuflein zusammengefunden? Man darf wohl sagen, bei denen, die dazumal so innerhalb dieses kleinen Häufleins ihre Arbeit leisten konnten, dass die Art, wie sie ihr Schicksal verbanden mit den Angelegenheiten der Deutschen Sektion, etwas war, was innerlich zusammenhängt mit dem im Äußerlichen sich ausdrückenden Erfolg der theosophischen Arbeit. Was lebte denn in den Leuten, die damals den Kern der Deutschen Sektion begründeten? Es lebte in ihnen etwas, was vielleicht am prägnantesten  mit dem Worte ausgesprochen ist: Diese Leute wollten das theosophische Wirken so stellen, dass in deutlicher Weise okkulte Gesinnung, okkulte Arbeit als die Grundlage der Gesellschaft genommen werde. Damit war von selbst der Gedanke verbunden, dass im innersten Herzen dieser Leute, die bei der Bildung der Deutschen Sektion mitgewirkt haben, alles ferne lag, was man bezeichnen kÖnnte mit dem Worte «Propaganda», «Agitation», so wie diese Worte draußen im gewöhnlichen Sinne in der Welt genommen werden. 'Wenn ich - nur in symptomatischer Weise soll es geschehen - an eigene Erfahrungen anknüpfen darf, muss ich sagen, dass zwei Jahre vorher, bevor an die Begründung der Deutschen Sektion gedacht werden konnte, ein kleiner Kreis da war, der sich damals um die Gräfin Brockdorff scharte, als die Mitglieder der deutschen, theosophischen Bewegung keinen Einheitspunkt fühlten, - zerstreut waren da oder dort - und dass vor allem in diesem kleinen Häuflein nur wenige waren, die mit einer theosophischen Strömung als solcher überhaupt rechneten. Nur wenige waren da, als es sich herausstellte, dass wir in das offizielle Fahrwasser der Theosophischen Gesellschaft hineingingen. Aber es war ein kleiner Kreis da, und dem konnte ich damals die Vorträge haken, die in dem Buch <Dic Mystik> zum Ausdruck gekommen sind. Und im zweiten Jahre konnte sich anschließen der Vortragszyklus, der in dem Buch <Däs Christentum als mystische Tätsächc> zum Ausdruck gekommen ist. Es darf vielleicht gerade in dem Augenblicke in aller Bescheidenheit gesagt werden, dass jene Vorträge über <Däs Christentum als mystische Tätsächc>, die damals vor vielleicht 20 Menschen gehalten wurden, nun auch ihre Übersetzung gefunden haben in eine fremde Sprache, sodass das, was wir als die Sache im Auge hatten, doch seine Frucht zu tragen beginnt. Und es darf erwähnt werden, dass gerade aus diesem Kreise die Anregung gekommen ist zur Begründung der Deutschen Sektion, wenigstens die tatsächlich der Arbeit gewidmete Anregung, die schon damals den Grund zur Dauer in sich trug. Und dann haben wir immer unter dem Grundsatz micht Propaganda zu treibem gearbeitet; sondern das, was wir zu sagen hatten, haben wir gesagt, und niemandem unsere Überzeugung aufzudrängen gesucht. Wer freiwillig herbeikommen mochte, sollte herbeikommen. Man hat die Pflicht, das, was man zu sagen hat, vor der Welt zu vertreten, aber man soll niemandem eine Überzeugung aufdrängen. Der andere ist ein Zuhörer, der herbeikommt, wenn irgendetwas ihn dazu drängt. Wenn irgendetwas anderes an Gesinnungen  innerhalb einer auf okkultistischer Grundlage stehenden Gesellschaft gepflogen wird, kann diese nicht gedeihen. Das ist die Erfahrung, die allen spirituellen Gesellschaften zugrunde liegt - und das ist auch die innere Freiheit, unter deren Einfluss allein die theosophische Arbeit gedeihen kann. - Und wenn wir zurückblicken auf das, was in dieser Zeit in der Deutschen Sektion geschehen ist, darf man sagen: Auch da erkennt man wiederum die Gesetzmäßigkeit, die wir schon mit der Siebenzahl andeuten konnten. Diese Gesetzmäßigkeit, die auch in jedem Menschen wirkt, ist eine andere als die der ·Drein Wir können uns in diesem Augenblick daran erinnern, dass zum Beispiel das siebente Lebensjahr beim Kinde ein wichtiger Augenblick für das Leben des Kindes überhaupt ist, und ein wichtiger Augenblick ist das Eintreten in das siebente Lebensjahr auch für ein geistiges Kind, und in gewisser Beziehung herrscht durchaus diese Gesetzmäßigkeit, die sich zum Ausdruck bringt in den je folgenden drei Jahren. Wenn wir das Kind betrachten in den ersten drei Jahren, können wir deutlich verfolgen, wie es den Eindrücken aus aller Welt ausgesetzt ist, und wie es viel passiver ist, als man sogar gewöhnlich meint, und dann kann man sehen, wie mit dem dritten Jahre eine Veränderung eintritt, die sehr genau wahrnehmbar ist. Jemand, der nicht nach bloßen Worten und Verstandesbegriffen ein konkretes Wesen betrachteL wie es unsere Gesellschaft ist, sondern sie betrachtet in ihrer Wirkungsfähigkeit, in ihrer innerlichen Kraft und zurückblickt auf die drei ersten Jahre unseres Bestandes, der weiß, dass sich da manches mit der Säuglingszeit eines Kindes vergleichen lässt. Es war so, und das ist nur natürlich. Gerade in einer gewissen passiven Weise hat sich dieser Organismus, der sich so als <Dcütschc Sektion> in die Welt gestellt hat, zuerst entwickelt. Und nun sehen wir, wie er reif geworden ist in den letzten drei Jahren, wie er sozusagen in diese Lage gekommen ist durch alles, was wir leisten durften - wir wissen es sehr wohl - durch die Hülfe derjenigen spirituellen Mächte, die der theosophischen Bewegung zugrunde liegen; was wir überall aufschießen sahen als die Eigenarbeit, die individuelle Arbeit der Zweige. Wie alles sich regt, wie sich im Kinde die Selbstständigkeit herausbildet, so bildeten sich bei uns überall Arbeitsgruppen heraus. Es ist wirklich etwas geschehen, was sich vergleichen lässt mit der Entwicklung eines Kindes zwischen dem dritten und sechsten Jahr. Es ist so etwas Ähnliches wie das, was die Eltern eines Kindes beobachten, wenn das  Kind in das siebente Jahr hineinwächst, wo da alle die schönen Zeichen, alle die schönen Seelendinge herauskommen. 'Wir konnten fühlen dieses Eintreten in das siebente Jahr, wenn wir in so schöner Harmonie, in so schönem theosophischem Geiste zusammenarbeiteten, wie es für uns das Glück des Karmas gab, in den Kursen zu München, Basel, KÖln, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Leipzig und so weiter. Wir dürfen sagen, dass da, wo eine kleinere Anzahl von Mitgliedern zusammeneilten zu einem solchen theosophischen Streben, oder da, wo über 300 beisammen waren, wie in Stuttgart, dass überall ein Geist durch den Saal strömte, der dadurch etwas ist, dass so und so viele Menschen in ihrer Seele die gleiche Seelenangelegenheit haben. Wenig wurde in dieser positiven Arbeit reflektiert auf abstrakte Sätze, wenig wurde gepredigt dasjenige, was geleistet wurde; es begründete sich sozusagen alles auf die geistige Tatsachenwelt. Aber wie die Pflanzen alle, die an den verschiedenen Punkten der Erde wachsen, dadurch, dass sie die gemeinsame Sonne bestrahlt, der Sonne zustreben, so ist es auch mit der theosophischen Arbeit, wo alles sich nach der einen geistigen Sonne hin entwickelt - und das war es, was uns in den letzten Jahren in so schöner Weise entgegengetreten ist. Und auch in einer anderen Weise dürfen wir sagen, dass das, was wir uns als Arbeit der Deutschen Sektion erarbeitet haben, sich in seinem Entfalten vergleichen lässt mit dem, wie es so geht im Kindesalter mit dem Kinde vom dritten Jahre bis zum Zahnwechsel. Früher steht es ganz anders; aber wenn das siebente Jahr herankommt, kann man sehen, wie die, welche um das Kind herum sind, anhören wollen, was das junge Menschenkind zu sagen hat. Und in solchem Sinne dürfen wir es vielleicht betrachten, dass unsere Arbeit auch schon im Chor der großen theosophischen Arbeit gehört worden ist, sich ausdehnen konnte bis nach Ungarn, Skandinavien, Holland; und wir hatten die Freude, dass wir auch einen von demselben Geiste getragenen Vortragszyklus in Kristiania haben konnten. So fanden sich also auch die Freunde ein, die das über das bloße Lallen hinausgehende Lebensäußern des Kindes hören wollten. Das deutet in Wirklichkeit aber hin auf große Gesetze, die wie im ganzen Weltenall auch in einem solchen Organismus walten. Sehen wir ja auch, dass gerade im Leben draußen die größten Fehler gemacht werden dadurch, dass irgendjemand im Sinne hat, so und so müsse ein Kind sein; ist es nicht so, so muss es ihm eben eingebläut werden. - Es können  Menschen allerlei schöne, große Gedanken haben, wie eine Sektion sein soll; aber das sind unreale Gedanken des Einzelnen. Wenn eine Sektion einmal bis zu einem gewissen Alter gekommen ist, muss sie aus sich selbst heraus ihre Gedanken über das Wachstum zur Entfaltung bringen; denn das kann allein die Grundlage für die zukünftige Arbeit sein, dass wir die Früchte, oder besser die Keime der Vergangenheit nehmen und zur Entfaltung bringen. In einem solchen Geiste möchte ich Sie in dieser Stunde begrüßen. In solcher Verantwortlichkeit werden wir den Weg finden, um in dem Geiste weiter wirken zu können, in dem wir bisher gewirkt haben. Es ist ja darin schon angedeutet, was über den allgemeinen Gang der theosophischen Arbeit zu sagen ist: dass immer reger und reger die durchaus unabhängige Arbeit der theosophischen Zentren sich entwickelt hat. Wer nichts von den Tatsachen weiß, könnte glauben, dass irgendetwas wie Autokratie bei uns herrsche. Wer aber die Tatsachen kennt, der weiß, welche Freude herrscht, wenn irgendwo - in Stuttgart oder Nürnberg - die ganz selbstständigen Arbeiten auftauchen, die aus dem Innern der Mitglieder entspringen. Wir werden uns nicht in den Meinungen der Einzelnen dezentralisieren. Wir wissen, was eine wachsende Einzelbewegung bedeutet. Wo Arbeit wächst in Harmonie, da wird auch die Arbeit leichter wachsen; denn wirkliche Arbeit verträgt sich mit wirklicher Arbeit. Es braucht also nicht besonders gesagt zu sein, wie in solchen Erscheinungen, die zutage traten in den letzten Vortragszyklen, in den Vorträgen unseres lieben Dr. Uriger und unseres verehrten Fräulein Völker in Stuttgart oder unserer verehrten Frau Wolfram in Leipzig, bedeutsame theosophische Arbeit hervortrat. Und immer mehr wird es so werden, dass sich um den Arbeitskern das andere angliedert und sich immer mehr erweitert. Damit werden wir durch positive Arbeit immer mehr vorwärtskommen. Das alles ist besonders deutlich im letzten Jahr geschehen - und es müsste viel gesagt werden, wenn ich alles andeuten wollte, was wirklich einige von den Mitgliedern in dem letzten Jahr geleistet haben. Da aber so viele Mitglieder an den verschiedenen Orten zusammengeströmt waren, wo Kurse gehalten wurden, so weiß es der weitaus größte Teil, was alles in dem letzten Jahr geschehen ist. Nun obliegt es mir noch, die besondere Pflicht zu erfüllen, in diesem Augenblick derjenigen lieben Mitglieder unserer Gesellschaft zu gedenken, die im Laufe dieses Jahres den physischen Plan verlassen haben.  Da haben wir Frau Agnes [Schuchardt], eine Dame, die viele Jahre in theosophischem Streben gelebt hat. Seit Langem gehört sie schon der theosophischen Bewegung an, und obwohl sie bei der Begründung der Deutschen Sektion schon ans Bett gefesselt war, war sie doch in ihrer Seele ganz mit dem verbunden, was innerlich und äußerlich geschah; und mancher Brief, den sie mir geschrieben hat, zeigte, wie sie mit inniger Anteilnahme verfolgte, was vor sich ging. Zweitens Franz Vrba, der in die Theosophische Gesellschaft eingetreten ist als Mitglied des Prager Zweiges, und der nach verhältnismäßig kurzer Zeit seiner Mitgliedschaft den physischen Plan verließ. Ferner haben wir zwei besonders uns nahegehende Fälle unseres Münchener Zweiges. Der eine ist Otto Huschke. Der Name Huschke ist untrennbar von der Entwicklung der theosophischen Arbeit in Deutschland. Und unter denen, die ihre Hand geboten haben, als die Deutsche Sektion begründet werden sollte, war auch Huschke. Er stand bereits tief in der theosophischen Bewegung, stand tief im Okkultismus drinnen. Es war mir immer eine liebe Pflicht, wenn ich nach München kam, den immer kränklichen und wenig beweglichen Herrn aufzusuchen und zu sehen, was gerade in den vier Wänden dieses Herrn für okkultes Bedürfnis, für okkultes Streben herrschte. - Es dürfte wohl als besonders schmerzlich bezeichnet werden, dass der Tod des Herrn Huschke in den Tagen erfolgte, als auch seine Tochter, Fräulein Huschke, den physischen Plan verließ. Sie haben beide im Leben alles, was sie theosophisch besessen haben, geteilt, soweit es möglich war. Auch Fräulein Huschke war ein liebes Mitglied der Münchener Loge, und vor allem auch eines der strebsamsten Mitglieder. Otto und [Hilde] Huschke haben zusammengelebt und sind wenige Stunden hintereinander gemeinsam vom physischen Plan abgegangen, und werden in ändern Welten weiter theosophisch zusammenleben. Der Abgang unserer lieben Frau Doser vom physischen Plan ist ein fünfter Fall. Frau Doser gehörte auch zu den ältesten Mitgliedern der Deutschen Sektion. In eigenartiger Weise ließ sie einströmen in sich, was aus den Mitteln der okkulten Weltbewegung kommen kann - und jeder, der sie kannte oder ihr nähergetreten ist, wird tief im Herzen gefühlt haben, die auf der einen Seite so hingebende zarte Natur, und auf der ändern Seite das von einem tiefen Sehnsuchtsstreben erfüllte Wesen dieser herrlichen Frau. Die letzten Zeiten ihres Lebens waren erfüllt von  einer schweren Krankheit, die sie ertragen hat, getragen hat in einer ganz wunderbaren Weise. Aber sie war ein Mensch, der trotzdem in den Untergründen seines Bewusstseins etwas hatte, von dem seligen Vorgefühl, einer neuen Welt entgegenzuleben. So lebte sie, dass sie an der Außenseite ihres Lebens gleichsam verblasste - was sie aber in ihrem inneren seelischen Leben wirklich immer reicher und reicher werden ließ; und sicher bin ich, dass diejenigen Persönlichkeiten, die ihr im Leben am nächsten gestanden haben, auch diese Gefühle vollständig als die ihrigen anerkennen werden. Eine Anzahl von Mitgliedern ermöglichte es Frau Doser, den sonnigen Süden aufzusuchen, nach dem sie sich so sehnte; und es war wirklich ergreifend zu sehen, wie sie in der physischen Sonne die Geisteskraft wahrnehmen konnte. Und es wird mir unvergesslich bleiben, dass in Capri, wenige Stunden vor ihrem Tode, diese Seele der Frau Doser, einige Zeilen an mich richtete, aus denen hervorgeht die Sehnsucht, die Stimmung, den engen Raum des physischen Planes zu überwinden: <Ich will hinaus, morgen ein Schiff besteigen - ins weite Meer hinaus!> Es war ein Gefühl, dass sich die Seele befreit von dem physischen Leib. Einen schmerzlichen Fall habe ich zu erwähnen in dem Tode Fritz Eyseleins. Viele von Ihnen, die bei den theosophischen Vorträgen waren, wissen, dass in Fritz Eyselein eine Persönlichkeit unter sie getreten ist, die sozusagen früh in dem Entwicklungsgang der Deutschen Sektion in einen unglückseligen Geisteszustand geraten ist, der es unmöglich machte, ihr zu helfen. Es ist weder notwendig noch vielleicht auch nur taktvoll, hier einzugehen auf das, was auch nur angedeutet zu werden braucht, und was uns deshalb nicht minder befähigen kann, unserm lieben Fritz Eyselein die schönsten Gefühle der Liebe und Freundschaft mit hinüberzugeben auf den ändern Plan. Nunmehr haben wir einer Persönlichkeit zu gedenken, die in dem letzten Jahre von dem physischen Plan Abschied genommen hat und jahrelang an der Spitze der Münchener Loge gestanden hat: Fräulein von Hofstetten. Aus ihrer umfassenden Lebenserfahrung heraus konnte sie die Führerschaft dieser Loge in sachgemäßer Weise übernehmen. In dieser Dame, die seit langer Zeit auch kränklich war, deren Körper nur durch einen regen Geist lange Zeit schon zusammengehalten wurde, lebte auch ein nach jeder Richtung reges Streben, und immer war sie da, wenn irgendetwas zu tun war, wenn sie auch vorher gerade eine Operation durchgemacht hatte; und wer das schöne Außen- und Innenleben von  Fräulein von Hofstetten kennengelernt hat, wird ihr die schönste Liebe mitgeben auf den ändern Plan. Ein anderes Mitglied, das mehr von ferne Interesse gehabt hat an dem, was in der Theosophischen Gesellschaft vorging, und vom physischen Plan abgegangen ist, ist Frau Fähndrich. Auch ihr werden wir die Liebe und ein Gedenken über den physischen Plan hinaus bewahren. Nunmehr habe ich zu gedenken unserer lieben Frau Rothenstein, die kurze Zeit der Heidelberger Loge angehörte und nach einer kurzen Zeit durch eine tückische Krankheit abberufen wurde. Sie war eine schöne, in sich geschlossene Natur, tief und ernst ergeben unserer Sache. Auch ihr werden wir die Gefühle der Liebe nachsenden. Damit habe ich derer gedacht, die physisch nicht mehr unter uns, aber geistig immer in unserer Mitte sind.» Die Versammlung ehrt das Andenken der genannten Personen durch Erheben von den Sitzen. Einen Bericht über die Mitgliederbewegung gibt Fräulein von Sivers nach den zuletzt eingelaufenen Listen: «Zahl der Mitglieder 1150 gegen 872 im Vorjahre; neu eingetreten sind 336 gegen 303 im Vorjahre. Ausgetreten oder in andere Sektionen übergetreten sind 25, nicht aufzufinden und deshalb gestrichen 23, gestorben 10. Neun neu begründete Zweige sind zu nennen: Bern, Eisenach, Mannheim, Wiesbaden, Pforzheim, Straßburg, Zürich, Bielefeld und Malsch. Aktuelle Zahl der Zweige ist 37 gegen 28 im Vorjahr. Außerdem besteht das Zentrum Regensburg mit 4 Mitgliedern. Der Zweig Charlottenburg hat sich aufgelöst.» Den Kassenbericht mit Jahresabschluss und Bilanz gibt Herr Seiler: Die Gesamteinnahmen betrugen 5643,27 Mark Die Gesamtausgaben 5478,58 Mark somit verbleiben 164,69 Mark Hierzu Barguthaben 2020,45 Mark Mobilienbestand 168,90 Mark ergibt ein Gesamtvermögen von 2354,04 Mark Nach dem Bericht der Kassenrevisoren, Herr Tessmar und Fräulein Motzkus, wird dem Kassierer Decharge erteilt. Auf Antrag des Herrn Arenson wird hierauf dem Gesamtvorstand Decharge erteilt.  [Punkt] III. Neuwahl des Vorstandes: Dr. Steiner bemerkt hierzu: «Da Ihnen der Vorstand in seiner Mehrheit einen Vorschlag zu machen hat, und da ich im Auftrage der Mehrheit des Vorstandes hier diesen Vorschlag vor Ihnen zu vertreten habe, musste bedacht werden, ob es nicht durch die inneren Gründe der Verhandlung geboten sei, diesen Vorschlag vor der Erledigung des Punktes III in die Tagesordnung einzuführen. Das musste geschehen im Sinne eines richtig zu führenden Geschäftsganges. Daher wird jetzt von mir ein Vorschlag zu unterbreiten und zugleich zu motivieren sein. Es handelt sich darum, dass wir schon an einem Falle dasjenige anwenden lernen, was sich uns durch ein richtiges Verständnis einer solchen großen Gesetzmäßigkeit ergibt, wie es durch die Dreizahl oder Siebenzahl vorhin von mir geschildert werden durfte. Diejenigen, die heute als Delegierte gerade versammelt sind, werden sich ja bewusst sein, dass sie eine gewisse Verantwortung für die Zukunft bei alledem, was heute geschieht, da wir in unser siebentes Jahr hineingehen, auf sich nehmen. Wer in der Lage war, nicht nur das zu verfolgen, was in der Hauptsache als schön und harmonisch sich in der Deutschen Sektion abgespielt hat, sondern auch verfolgen kann, was sich in der großen Theosophischen Gesellschaft der Welt abspielt, der wird ahnen, dass es gewisse Lebensbedingungen gibt, gerade einer solchen Gesellschaft. Wer nicht nach Maximen und Begriffen operiert, die vor der Erfahrung gefasst sind, sondern die Erfahrung selbst sprechen lässt, wie sich solch ein Organismus geistiger Art nach und nach entwickelt hat, wie die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft, der wird sich sagen, dass wir im Grunde genommen heute auf einem ganz anderen Punkt stehen, wo wir in unser siebentes Lebensjahr hineingehen, als wir gestanden haben, als wir unter den Auspizien unserer allverehrten Misses Besant den Grund legten zu unserer Deutschen Sektion. Damals hatten wir eine 'tabula rasa> vor uns. Wir mussten aus abstrakten Grundsätzen heraus schaffen, dass man so oder so günstig vorgehen könne. Würde das, was ich jetzt zu sprechen habe, bei der ersten Generalversammlung gesagt worden sein, statt dass es nun bei der siebenten gesagt wird, so wäre es ein völliger Unsinn gewesen. Aber wer da weiß, dass etwas, was in der einen Zeit ein Unsinn wäre, in der anderen Zeit eine Notwendigkeit sein kann, der wird sich wohl jetzt mit dem Vorschlag des Vorstandes befassen.  Die Theosophische Gesellschaft ist in einer ganz anderen Lage als Gesellschaften, die auf Nicht-Okkultismus gebaut sind. Damit wird nicht behauptet, dass die Theosophische Gesellschaft als äußere eine okkulte, eine esoterische Gesellschaft wäre. Aber die Grundlage, auf der sie aufgebaut ist, kann nur eine okkulte Grundlage sein. Treiben Sie bloße Diskussion über Ethik und historische Moral, dann kÖnnen Sie das auch in jeder anderen religiösen Gesellschaft, in jeder Gesellschaft für ethische Kultur tun. Die Theosophische Gesellschaft aber wäre ihrer Aufgabe beraubt, wenn das okkulte Leben, das von den großen Meistern der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen ausströmt, nicht durch sie fließen könnte. Dann wäre sie kein Instrument mehr, wie sie es sein sollte. Es ist mir immer wieder von Freunden mit Recht da und dort angedeutet worden, dass eine gewisse Diskrepanz, die in den Lebensbedingungen und in der Tiefe wurzelt, in den äußeren Institutionen und Einrichtungen der Gesellschaft zum Vorschein kommt. Das kam nicht in Betracht bei der Begründung einer solchen Gesellschaft, wie es die Deutsche Sektion ist - aber es kommt in Betracht, wenn so viele Jahre verflossen sind - nach einer langen Arbeit. Wenn Herz und Seele verbunden ist mit einer solchen Arbeit, da hat man nicht nur die Liebe und den Enthusiasmus für die Aufgabe, sondern da hat man eines zu haben - ein gewisses Verantwortlichkeitsgefühl, das so charakterisiert werden darf: Wir haben im Verlauf der letzten Jahre zu dem, was uns bei der Begründung als <täbdä rasa> entgegentrat, ein theosophisches Gut erarbeitet. Damals war nichts da; jetzt ist ein gut Stück theosophischer Arbeit ci® und wir haben nicht nur die Pflicht weiterzuarbeiten, sondern der würde eine Pflicht versäumen, der nicht darauf bedacht sein wollte, diesen Schatz weiter zu pflegen und ihn auch nicht gefährden zu lassen. 'Weil die Arbeit, die geleistet worden ist, nicht gefährdet werden darf, deshalb muss dieses gesagt werden: Wir stehen hier als verpflichtete Hüter aufgespeicherter Arbeit der letzten Jahre und haben sie in die Zukunft hineinzuführen. Nun ergibt sich aus den Tatsachen die Notwendigkeit einer gewissen Stabilität der Verhältnisse, einer Ständigkeit der Verhältnisse. Wie die Stabilität notwendig ist, könnte sich besonders dem zeigen, der die große Theosophische Gesellschaft überblickt. Sehr leicht könnten wir heute verpassen, was jetzt Notwendigkeit ist. Wie war eine Stabilität vorhanden, als unser lieber Olcott an der Spitze der Gesellschaft stand - und  wie ist diese Stabilität schon gefährdet worden, als ein neuer Präsident gewählt werden musste. Und wer Einsicht hat, der weiß, dass der Präsident, der gewählt worden ist, der einzig mögliche war, - dass er der war, den man bei gesundem Menschenverstand wählen musste. Schon aus diesem Fall können wir ermessen, welches Heil es für eine Gesellschaft bedeutet, sofern sie auf okkulter Grundlage gebaut ist, wenn vor allem dem Grundsatz der Stabilität Rechnung getragen wird. Es war auch nicht notwendig, etwa vor drei Jahren darauf aufmerksam zu machen. Heute ist es an der Zeit, - und in drei Jahren könnte der richtige Zeitpunkt versäumt sein. - Unsere Gesellschaft ist wiederum enorm gewachsen, und nichts spricht dagegen, dass dieses Wachstum auch weitergehen werde. Aber ein solches Wachstum in die Breite kann auch etwas Gefährliches haben. Bei einem kleinen Kreis kommt das nicht in Betracht. Heute sind die Mitglieder nahezu 1200 an Zahl. Die Gesellschaft wächst weiter; denken Sie sich, dass eine gewisse Tatsache eintrete, dass sagen wir 1500 neue Mitglieder beitreten, und dann würde einer - und das kann ein Einziger tun - 1500 Menschen aufrufen, um der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft einen ganz anderen Charakter zu setzen. Heute haben wir die Pflicht, den erarbeiteten Geistesschatz zu hüten. Es darf nicht eintreten, dass unser ganzer Arbeitsschatz ausgelöscht werde dadurch, dass eine Majorität auftritt, die unsere ganze Arbeit tottritt, weil sie kein Verständnis dafür hat. Wo Stabilität in der Arbeit sein soll, muss Stabilität in der Leitung sein. Deshalb wollten die Vorstandsmitglieder Ihnen den folgenden Vorschlag machen, durch den zugleich Stabilität im Vorstand und dafür bei wachsender Mitgliederzahl auf der anderen Seite eine Kompensation geschaffen wird. Es ist ganz natürlich, dass für jemanden, der die Mitglieder nur <zählt>, ein Mitglied, das nach sieben Jahren eintritt, ebenso ein Mitglied ist wie ein anderes, das schon ein altes Mitglied ist, und bei dem die Mitgliedschaft etwas bedeutet, das mit der Erfahrung in der Gesellschaft zusammenhängt. Daher ist es nur natürlich, dass die Kräfte in der Gesellschaft nicht nur <gczählt> werden sollen, sondern auch richtig gewogen werden. Dabei kann Stabilität ebenso zum Ausdruck kommen, wie die Variabilität dadurch zum Ausdruck kommt, wenn durch neue Mitglieder die Größe der Gesellschaft wächst. Aus diesem Grunde wird von den Vorstandsmitgliedern folgender Vorschlag gemacht:  § 8 unserer Statuten heißt: ·Die Verwaltung der gesamten Geschäftsführung liegt in den Händen eines Vorstandes, der dafür der jährlich einberufenen Generalversammlung verantwortlich ist. Der Vorstand besteht aus dem Generalsekretär, dem Schatzmeister und mindestens zwölf Mitgliedern. Zwei derselben sowie der Generalsekretär und der Schatzmeister sollen an dem Orte wohnen, an dem sich das Hauptquartier der Sektion befindet, oder in dessen Nachbarschaft. Der Vorstand wird alle drei Jahre in der Generalversammlung neu gcwählt.> An diesen Satz der Statuten wird nun vorgeschlagen, das Folgende anzuschließen: <Ist ein Vorstandsmitglied wiederholt gewählt worden, sodass es sieben Jahre im Amte war, so wird es von da ab lebenslänglich der nicht absetzbare Träger dieses Amtes.> Der Vorstand besteht aus 15 Mitgliedern für die Wahlperiode 1908 bis 1911; er wird jedes Mal nach drei Jahren um so viele Personen vermehrt, dass der Vermehrung der Mitgliederzahl um 100 ein neues Vorstandsmitglied entspricht. Wenn also nach drei Jahren die Gesellschaft um 300 Mitglieder zugenommen hat, so werden nicht 15 sondern 18 Vorstandsmitglieder gewählt werden. Dadurch wird deg der sieben Jahre ein Vorstandsamt mit sich verwoben hat, in die Lage versetzt werden, wirklich ein Hüter des angesammelten Schatzes zu sein. Es muss Ihnen klar sein, dass für eine kleine Gesellschaft zu sorgen, verhältnismäßig leicht ist. wächst die Gesellschaft, so wächst denen, die sie führen, die Verpflichtung, allerlei Verbindlichkeiten einzugehen. Die kann nur der eingehen, der auch in der Lage ist, das zu verwirklichen, was eingegangen ist; sodass mit dem 'Wachsen der Gesellschaft für den Träger eines Amtes seine Verantwortung in einer kontinuierlichen Weise beizubehalten gegeben ist. So ist dadurch, dass ein Mitglied des Vorstandes sieben Jahre im Amte war - gleich, ob kontinuierlich oder in Zwischenräumen - und mit dem Ablauf des siebenten Jahres unabsetzbarer Träger dieses Amtes wird, ein Kern geschaffen, der sich kontinuierlich fortspinnt, und die Möglichkeit, das zum Ausdruck zu bringen, was sich von außen angliedert. Aber noch etwas anderes. Der Vorstand ist eine Organisation, die die Zentralleitung vertritt, damit das, was den einzelnen deutschen Zweigen zum Heil ist, unverkümmert zum Ausdruck kommt. Theosophische  Arbeit beruht aber darauf, dass gerade die innerste Individualität der einzelnen Zweige sich entfalten kann. Überall, wo wir Zweige haben, sind andere Lebensbedingungen; und nur das ist gesund, wenn auch diesen Lebensbedingungen Rechnung getragen wird. Daher muss auf der anderen Seite dem Vorstand eine auf Individualität der einzelnen Zweige begründete Organisation zur Seite gestellt sein; und die würde in Folgendem zum Ausdruck kommen: <Außerdem steht dem Vorstand ein Areopag zur Seite, in dem, als in einem Beirat des Vorstandes, die Individualität der Zweigarbeit zur Geltung kommen soll. Jeder Zweig wählt in diesen Areopag so viele Mitglieder, dass entspricht 1-50 : I; 51-100 : 2; 101-150 : 3 und so weiter Areopagmitglieder» Dieser <Areopag> würde als eine beratende Körperschaft die Autonomie einer jeden Loge vertreten. Wie die Loge sich das Areopagmitglied wählt, bleibt ihr ganz überlassen. Aber die Mitglieder dieses Areopags werden die Aufgabe haben, die Individualität ihres Zweiges in dem Charakter der ganzen Deutschen Sektion zur Geltung zu bringen. Man kann da nicht, wenn man Individualität zu Geltung bringen will, einfach abstimmen. Durch Abstimmen wird da gar nichts geleistet. Das kann nie das Prinzip einer Gesellschaft sein, die aus ihrer inneren Notwendigkeit heraus arbeitet. Wie kann ein in Berlin wohnendes Mitglied wissen, was die Lebensbedingungen eines Zweiges in Stuttgart oder Basel sind? Daher soll der Areopag eine Körperschaft sein, die die Individualitäten der einzelnen Zweige zur Geltung bringen wird - eine Vertretung, mit der man sich verständigt von Loge zu Loge - und mit der Zentra]leitung.» Diese Zusätze werden hiermit zur Beschlussfassung vorgelegt. :S Die Debatte darüber beginnt: Dr. Fränkel hält den Beschluss für zu wichtig, als dass man sofort darüber abstimmen könnte, und wünscht deshalb Vertagung und Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung zur Beratung dieser Sache. Dr. Steiner: «Diese Versammlung ist eine Urversammlung; es ist kein Hindernis, schon heute abzustimmen. Stimmberechtigung haben die Delegierten. Diese sind schon vorher von der Sache unterrichtet worden. Der Vorstand stellt hier diesen Antrag, damit nicht der Zeitpunkt, auf  den es ankommt, versäumt werde. Es kommt darauf an, dass sich die Delegierten ein Urteil darüber bilden können. - Es könnte immerhin sein, dass jemand durch einen Masseneintritt von 1500 Mitgliedern die Arbeit von vorher auslöschen wollte. Die Organisation der Gesellschaft ist eine freie; niemand ist verurteilt, in einer bestimmten Weise mitzuwirken. Es ist nicht eine Arbeit über ein Territorium, in das der Mensch hineingezogen wird, sondern eine Arbeitsgemeinschaft - und die bisher geleistete Arbeit muss gegen Überrumpelungen geschützt werdenm Pastor Wendt ist dafür, dass der Vorschlag angenommen werde. Dr. Fränkel bittet um eine Maßnahme, damit die Sektionsmitglieder auch zusammentreten können, um einen Vertreter in die Versammlung wählen zu können. Dr. Steiner: «Der Vorstand setzt den Sektionsmitgliedern kein Hindernis entgegen. Wenn sie aber in der Sektion zur Geltung kommen wollen, müssen sie selbst zusammentreten und ihren Vertreter melden.» Dr. Vollrath bekommt aus später mitzuteilenden Gründen nicht das Wort. Herr Hubo unterstützt den Vorschlag des Vorstandes auch in Bezug auf den Areopag. Dr. Steiner: «Ikr Antrag ist als ein einheitlicher gedacht. Würde eines oder das andere nicht mitgenommen, so müsste der Antrag als nicht gestellt angesehen werden. Durch die Neueinsetzung von Ämtern wird der Zentralisierung vorgebeugt und der Individualisierung zugearbeitet, da berücksichtigt wird, dass zur Geltung komme, was auch der Einzelne sagt. Wird der Generalsekretär etwas zu tun haben, was besonders den Zweig Basel betrifft, so wird er die Mitglieder zurate ziehen, die in Basel sitzen, damit der Loge Basel das zugeführt wird, was der Loge Basel nötig ist. Gerade dadurch kommen möglichst alle Meinungen der Mitglieder zur Geltung - nicht bloß als Majorität, auch nicht bloß nach Maßgabe des in einem Zeitpunkt herrschenden Stimmenverhältnisses, sondern in dem Verhältnis, wie die Mitglieder treu geblieben sind. Gerade dadurch wird der freien Beweglichkeit der Kräfte in einem gewissen abstrakten Sinne entgegengearbeitet.» Herr Wagner macht den Vorschlag, dass auch die Sektionsmitglieder für je 50 ein Mitglied in den Areopag wählen können; dann würden sie ein Mundstück haben, um auch gehört zu werden.  Dr. Steiner: «Es besteht ohne die geringste Änderung die Möglichkeit, dass sich die Sektionsmitglieder organisieren. Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt: Haben sich die Sektionsmitglieder organisiert und einen wirklichen Vorstand geschaffen, so werden sie angesehen wie ein wirklicher Zweig. Darin liegt also schon das Wesentliche von dem, was Herr Wagner gesagt hat.» Dr. Fränkel sagt, da die Sektionsmitglieder nicht organisiert sind, wollte er nur eine dahingehende Bitte ausgesprochen haben. Dr. Steiner: «Wenn einmal ein Sektionsmitglied dazu die Anregung gibt, wird der Vorstand natürlich tun, was er zu einer solchen Organisation tun kann. Bisher ist von der Seite der Sektionsmitglieder nichts geschehen> Dr. Fränkel: djann möchte ich dazu heute die Anregung geben.» Dr. Steiner: «Das kann dann in Zukunft geschehenm Herr [Hiibener] ist im Zweifel, ob die neue Bestimmung von heute ab gelten soll, und sofort Anwendung finden könnte auf die Vorstandsmitglieder, die vielleicht heute schon sieben Jahre im Amte sind. Dr. Steiner: «Das ergibt sich daraus, dass dieser Vorschlag vor die Wahl des Vorstandes gelegt wurde. Die nächste Wahl steht dann bereits unter der Institution dieses Paragrafen. Es wurde gerade dieser Punkt an die dritte Stelle verlegt, damit die Neuwahl unter diesem Paragrafen stehe> Der Vorschlag des Vorstandes kommt nunmehr zur namentlichen Abstimmung und wird mit allen gegen zwei Stimmen, die des Herrn Lauweriks, angenommen. Die Versammlung schreitet nun zur Neuwahl des Vorstandes. Bei der Wahl des Generalsekretärs macht der stellvertretende Präsident, Herr Adolf Arenson, den Vorschlag, Herrn Dr. Steiner durch Akklamation wieder zu wählen. Die Versammlung antwortet mit einstimmigem Applaus. Herr Dr. Steiner ist gewählt. Dr. Steiner spricht der Versammlung dafür seinen herzlichen Dank aus. Als Kassierer wird Herr Seiler einstimmig wiedergewählt. Die Versammlung schreitet nunmehr zur Wahl von fünfzehn Vorstandsmitgliedern, die durch Zettelwahl erfolgt. Nach Notierung der abgegebenen Stimmen wird die Versammlung auf '4 5 Uhr vertagt - und um 5 Uhr wiedereröffnet.  Dr. Steiner gibt zunächst eine Zuschrift von Mrs Besant bekannt. Sie sende der Generalversammlung die herzlichsten Grüße, verfolge sehr wohl die Arbeit der Deutschen Sektion, die sie sehr befriedige, und sende ihre Wünsche dahin, dass die Deutsche Sektion ein Glied der Führerschaft werden möge in dem Streben nach okkulten Dingen. Es erfolgt die Verkündigung des Wahlresultates. Es sind gewählt: Herr Wagner mit 90 Stimmen Herr Arenson 93 Herr Dr. Uriger 90 Herr Kiem 85 Herr Hubo 80 Herr Dr. Grosheintz 80 Herr Bauer 83 Herr Kolbe 70 Herr Tessmar 67 Fräulein von Sivers 92 Fräulein Scholl 88 Fräulein Stinde 86 Frau Wolfram 74 Frau Smits 69 Frau Noss 77 Herr Dr. Steiner heißt die Gewählten auf das Herzlichste willkommen. Anträge aus dem Plenum: Der Antrag [Nitzsche], «vegetarische Speisehäuser und vegetarische Sanatorien mit Broschüren für theosophische Propaganda zu bedenken», wird nach kurzer Debatte abgelehnt. Herr Schwab möchte in den «Mittei]ungen» Berichte sehen über den Gang der theosophischen Bewegung im Auslande. Herr Dr. Steiner bemerkt dazu, dass das als «Anregung» in das goldene Buch eingetragen werden kann. Solche Berichte wären durchaus wünschenswert; bisher ist in Bezug darauf nichts geschehen, weil es viel Arbeit erfordert, und noch niemand dafür da war. «In dem Augenblick,  wo uns das Material dafür von Freunden zur Verfügung gestellt wird, kann die Anregung berücksichtigt werdenn Verschiedenes: Dr. Steiner: «Es obliegt mir nunmehr als eine für mein Empfinden schwere Pflicht, eine Mitteilung über etwas zu machen, im Auftrage der gestern in der ordentlichen Vorstandssitzung versammelten Vorstandsmitglieder, über ein Mitglied, das eigentlich einen <ersten> Fall darstellt innerhalb unserer Deutschen Sektion. Es wurde notwendig, gestern in der Vorstandssitzung einem Antrag nahezutreten, der aus dem Schoße einer unserer Logen hervorgegangen ist und der sich darauf bezog - was eben noch nicht vorgekommen ist -, dass fernerhin ein bisheriges Mitglied unserer Deutschen Sektion nicht mehr als Mitglied betrachtet werden soll. Ich habe die Aufgabe - sozusagen als Mundstück des Vorstandes - die Tatsache Ihnen mitzuteilen und die Motive auseinanderzusetzen, warum beschlossen wurde, Herrn Doktor Vollrath weiterhin nicht mehr als Mitglied der Deutschen Sektion zu betrachten. Der Vorstand hat diesen Antrag, der aus dem Schoß unserer Leipziger Loge hervorgegangen ist, in Erwägung ziehen müssen - und es war keine Möglichkeit, weiter die Sache hintan zu halten. Die Angelegenheit muss, wenn wir sie objektiv und im rechten Lichte betrachten wollen, wirklich ganz nüchtern und sozusagen real-politisch angesehen werden. Es sind sich wohl alle Vorstandsmitglieder, die beschlossen haben, dass Herr Doktor Vollrath nicht mehr als Mitglied der Deutschen Sektion angesehen werden soll, darüber klar, dass damit nicht im Entferntesten über Herrn Doktor Vollrath zu Gericht gesessen worden ist - ihm nicht irgendwie nahegetreten worden ist. Die Sache ist so aufzufassen, dass der Vorstand der Deutschen Sektion der Forderung unserer Leipziger Loge nahetreten und sie in Erwägung ziehen musste. Wenn Sie diese Frage prüfen wollen und sich darüber ein Urteil bilden wollen, so müssen wir schon auf die Dinge näher eingehen. Herr Doktor Vollrath war ja, wie viele wissen werden, in abgelaufenen Zeiten ein stark mitarbeitendes und auch führendes Mitglied der Leipziger sogenannten Jnternationalen Theosophischen Gcsdlschäft>, gegen die wir - wie wir oft ausgeführt haben - nicht irgendwelche feindschaftlichen Gefühle haben; sondern wir glauben, dass bei alle dem, was da getrieben wird, die Leute in einem Irrtum befangen sind. Wir haben  nichts bekämpft, sondern waren immer der Anschauung, wir müssten die Kräfte frei spielen lassen. Wir arbeiten im positiven Sinne. Glauben die ändern, ein Recht zu haben, um vorgehen zu können, wie sie es tun, so mögen sie es verantworten; nur wollen wir nichts damit zu tun haben, und uns nicht von irgendeiner Seite eine Meinung aufoktroyieren lassen. Herr Doktor Vollrath war ein Mitarbeiter dieser Gesellschaft. Aber nun bitte ich sehr, zu berücksichtigen, dass es mir viel lieber gewesen wäre, wenn der Beschluss hätte vermieden werden können. Aber es ist notwendig, manches zu beachten, was diesen Beschluss zu einem so bedeutungsvollen gemacht hat. Es gibt etwas, worin sich die Arbeit der Deutschen Sektion intensiv unterscheidet von dem Wirken anderer: Sie ist nämlich durchaus frei von aller Propaganda und Agitation, sie drängt niemandem eine Meinung auf, sondern will jeden frei herankommen lassen - sodass so vielen Menschen als möglich Gelegenheit geboten wird, zur Theosophie zu kommen. Es ist der Grundnerv unserer Überzeugung, dass in dem Augenblick, wo wir dieses Prinzip verlassen, unsere Arbeit eine ganz wertlose ist. Da helfen auch alle Verständigungen nicht, die angestellt werden sollten mit den Mitgliedern anderer deutscher Gesellschaften. Warum sollen denn aber auch nicht die, die anders arbeiten wollen, auf ihre Art arbeiten? Nicht das Geringste ist von uns unternommen worden, in die Kreise der ändern einzugreifen. - Es ist manches passiert. Zum Beispiel kamen von dort Leute, die erklärten, sie wollten in unsere Gesellschaft eintreten. Selbstverständlich könnt ihr eintreten, wurde ihnen gesagt. Darauf baten uns die Leute, eine Sitzung mit ihren Vertretern zu halten. Ich sagte zu Fräulein von Sivers, ich brauchte jemanden, der dabei gewesen ist. Fräulein von Sivers ging mit und weiß, wie alles gewesen ist. Was kam dabei heraus? Die Leute sagten: Ja, eure Statuten gefallen uns nicht! - Das ist ja auch nicht nötig, sagte ich - ihr braucht ja auch nicht einzutreten. - Es war eine längere Verhandlung, und die Folge war, dass von der anderen Seite eine Broschüre verfasst wurde; und der Verlauf der Sitzung wurde unrichtig erzählt. Es ist mir eine so geniale Fähigkeit noch nicht vorgekommen, als die da verwendete, etwas so darzustellen, wie es sich nicht zugetragen hat. Die unglaublichsten Dinge wurden da gegen uns vorgebracht. Ich sagte: Lasst sie die Broschüre schreiben! Uns kommt es nicht darauf an, uns zu verteidigen, sondern zu arbeiten. Wir hätten uns ja verteidigen können - gegen jeden Punkt -, aber dann hätten die Leute gesagt: Zwischen den Theosophen soll doch Friede sein! Da seht  ihr, wie die Theosophen übereinander herfallen können. - Damals sagte ich auch, dass die, die erst Unfrieden gestiftet haben, nachher am meisten darüber klagen, dass Unfrieden da ist. Es soll damit gesagt werden, dass eben die Handhabung der Sachen so verschieden ist zwischen den andern sich «theosophisch» nennenden Gesellschaften und dem, was innerhalb unserer Gesellschaft der Grundnerv unserer Lebensmöglichkeit ist. Nun hat es Doktor Vollrath nie zuwege gebracht, obwohl er nun schon in unserer Gesellschaft eine längere Zeit ist, auch nur den Wunsch zu hegen, in unsere Art, theosophisch zu denken, sich hineinzuleben. Das ist aber meine Meinung, über die ich mich aber auch nicht in Diskussionen einlassen kann. Er konnte einfach nicht verstehen, was wir in der Deutschen Sektion wollten. Er hat die ganze Art, alle Allüren von der einen in die andere Gesellschaft hinübergetragen. Natürlich, wenn jemand in eine Idee verrannt ist, hält er es für ganz natürlich, dass er nach ihr handelt. Es soll also nicht gerichtet werden, sondern verständlich gemacht werden, worauf es ankommt. Auf unserm Kongress in München haben wir die Siegel und Säulen angebracht, und wir haben dann die Siegel und Säulen in einer Mappe mit rotem Einband vervielfältigen lassen. Nun, lesen Sie das Vorwort, das darüber geschrieben worden ist, das die ganz eigenartige Stellung einer solchen Sache andeuten sollte. - Was tut Herr Doktor Vollrath? Er hatte damals gerade eine <Thcosophisclw Zentralbuchhandlung> eröffnet. Er war vorher bei mir und fragte mich um meinen Rat. Ich sagte ihm, wenn Sie eine Buchhandlung eröffnen, handelt es sich vor allen Dingen darum, dass Sie das Geschäft verstehen, dass sie ein tüchtiger Buchhändler sind; dann haben Sie vor allem Bedacht darauf, dass Sie die Buchhandlung so anlegen, dass sie sich rentiert. Herr Doktor Vollrath fragte, ob er Sachen von mir verlegen könne; ich sagte: Selbstverständlich, dagegen wäre gar nichts einzuwenden. Kurz, es waren Dinge, die selbstverständlich Herrn Doktor Vollrath gesagt werden mussten, da er unser Mitglied war. Was geschieht weiter? - Eines Tages verfasst Herr Doktor Vollrath Zettel wer ein wenig Empfindung hat, wird wissen, was ich meine -, Zettel in einem unglaublichen Rot, auf denen er schrieb, dass seine Buchhandlung den Vertrieb dieser Mappe besorgen werde, und dass diese sich besonders als Weihnachtsgeschenk eignen würde. Diese Zettel verschickte er und nötigte mich dadurch, zu erklären: Wer überhaupt imstande ist, so etwas zu machen, mit dem kann ich unmöglich etwas weiter zu tun haben.  Herr Doktor Vollrath hat damals auch einen Prospekt ausgearbeitet, der für meine Auffassung etwas Unglaubliches war. Wenn Sie zum Beispiel die Phrase gebrauchen: <Dic Theosophie soll ins Leben dringen!> Das macht es noch nicht, dass die Sache aus der Phrase herauskommt; denn es kann natürlich auch das eine Phrase sein. Herr Doktor Vollrath sagte dann: 'Ja, ich habe doch gewünscht, dass Sie mir helfen; aber Sie haben ja doch keine Zeit für mich!> - Wenn ich noch so viel Zeit hätte: Bei jemandem, der ein Geschäft entriert, würde ich es für selbstverständlich halten, dass er auch selbst für seine Sache eintritt. Ich kann mir vorstellen, dass jemand eine solche Denkart nicht verstehen kann. Aber dann muss ein Zusammenarbeiten abgelehnt werden, und man kann in diesem Falle nur sagen: <Du bist ein ganz netter Mensch, aber wir können nicht mehr zusammenarbeiten.> Es ist damit ja nichts weiter gesagt. Oder hat denn der andere ein Recht zu sagen: NVenn du Menschenliebe hast, so musst du mit mir arbeiten!b Es geht doch nicht, dass man dem ändern die Intentionen unterbindet - dass man ihm seine Meinung aufdrängt. Es kann gar nicht die Zumutung an uns gestellt werden, dass mit Doktor Vollrath zusammengearbeitet werden soll. So lagen also die Dinge. Dazu kam verschiedenes anderes. - Es sollte immer wieder, um das äußerste, was geschehen konnte, zu vermeiden, Herrn Doktor Vollrath bedeutet werden, dass er arbeiten sollte in seiner Art, aber uns auch arbeiten lasse, und uns nicht fortwährend störe. Er ist nach Leipzig gegangen. Die Leipziger Loge musste nun dieselben Erfahrungen machen, dass es eben nicht möglich ist, mit Herrn Doktor Vollrath zusammenzuarbeiten. - Als ich nach Holland kam, wurde ich von jemandem gefragt: <Wäs ist denn das für eine <Litterarische Abteilung der Deutschen Sektion>, die Sie da in Leipzig aufgemacht haben? Hier sind Ehrenmitglieder der <Litterarischen Abteilung der Deutschen Sektion' ernannt wordenb Herr Doktor Vollrath also ernennt aus eigener Machtvollkommenheit Leute zu Ehrenmitgliedern der <Litterarischen Abteilung der Deutschen Sektionn Wohin kommen wir denn da? Und Sie werden mir doch zugestehen, dass es für mich keine logische Möglichkeit gibt, das zu verstehen. Dazu ist für mich die logische Möglichkeit ausgeschlossen. - Es wurde von der Leipziger Loge der Versuch gemacht, um mit Herrn Doktor Vollrath doch zusammenzuarbeiten, ihn als Bibliothekar zu ernennen. Aber es hat sich auch dabei gerade durch seine Denkweise die Unmöglichkeit dafür herausgestellt.  Als Herr Doktor Vollrath seine Zentralbuchhandlung ankündigte, gebrauchte er ein gewisses symbolisches Zeichen dafür. Nun ist darin ein verschlungenes <HV> für ein anderes Zeichen - und statt des Spruches <Keine Religion ist höher als die Wahrheit> steht da: <Ruhe ist die erste Biirgerpflichtb Ich sagte einmal zu Herrn Doktor Vollrath, die einzige MÖglichkeit, um darüber hinwegzukommen, würde das sein, wenn er sagte, <HV> bedeutet Nerlagshandlungn - Eines Tages überraschte mich wie viele andere Mitglieder - ich war gerade in Stuttgart - ein vier Seiten langer <offener Brieß des Herrn Doktor Vollrath, worin er eine Erklärung gab für das <HV> und <Ruhe ist die erste Bürgerpflichtn Unter anderem sagte er, dass es gar nichts mit seinem Namen zu tun habe, sondern nur die Initialen der beiden <Säulen> des Münchener Kongresses wären, der Jcb-Säule und der <Bin>-Säule. Die Bezeichnungen sind Unsinn. Ein grandioserer Dilettantismus war wirklich nicht möglich. Aber um überhaupt etwas hineinzubringen in das <HV>, musste erst <H> in <1> uminterpretiert werden - so wurden also aus dem <H> zwei <1> - und dann bedeutet es ·Jehovan Und über jenen Ausspruch, den jedes Kind kennt, und von dem jeder weiß, wo er einmal aufgetaucht ist, können Sie in dem <offenen Brief> lesen: <Riihc ist die erste Bürgerpflicht· ist ein tief okkulter Ausspruch, der etwa seit einem Jahrhundert an die Öffentlichkeit gekommen ist! Es ist richtig, dass es in unserer Gesellschaft auf Dogmen und Lehren, auf das, was einer meint, nicht ankommt, und dass jeder das vertritt, was er vertreten will. Aber es hat doch alles eine Grenze. Es kann doch nicht jemand tun, was er will, wenn er zufällig die Möglichkeit hat, die Sache drucken zu lassen und die Leute glauben zu machen, dass er ein Vertreter der <Adyar-Gesellschaft> ist - denn es ist doch gewiss unmöglich, dass jemand aus eigener Machtvollkommenheit Menschen zu Ehrenmitgliedern der <Litterarischen Abteilung der Deutschen Sektiow ernennt! Und wenn dann nach und nach alle Mitglieder der ändern Gesellschaft verklagt werden, wenn fortwährend Berichte erscheinen, wie sich ein ausgetretenes Mitglied herumzankt, sodass die Leute verurteilt werden - sogar zu Gefängnis, und wenn das herumgetragen wird, in welcher Lage befindet sich denn da die Leipziger Loge unserer Gesellschafg die dem allen ausgesetzt ist! Die Leipziger Loge fühlt eben, dass ihr durch Herrn Doktor Vollrath die Kehle zugeschnürt ist! Selbstverständlich trat auch die Sache an mich heran. Ich bat Herrn Doktor Vollrath, weil so etwas absolut aus der Welt geschafft werden  muss, und vielleicht ein Ausweg geschaffen werden konnte, dass Herr Doktor Vollrath in unserer Gesellschaft blieb, er möge mich einmal besuchen, und sprach mit ihm die verschiedenen Sachen durch. Ich sagte ihm: <Sic haben da diesen ·offenen Brie6 geschrieben. Ich stehe wirklich auf dem Standpunkt, dass jeder das verbreiten kann, was seine eigene Meinung ist. Aber für mich ist alles, was Sie über <HV> und <Ruhe ist die erste Bürgerpflicht> gesagt haben, einfach wirkliches ausgewalztes Blech. Es kann überhaupt nichts Unsinnigeres gesagt werden. Aber ich gestehe jedem Mitglied das selbstverständliche Recht zu, so viel Unsinn als möglich in die Welt zu setzen - selbst wenn Sie eine Broschüre schreiben wollen, dass die Leipziger Bevölkerung entgegengesetzt aller anderen Bevölkerung auf dem Kopf geht.> - Doktor Vollrath meinte, man möge doch jedem sein Steckenpferd lassen! - und das selbst gegenüber einer solchen Sache, wie es der Name 'jchovä> ist! Ich hätte nie für meine Person mich an der Sache Vollrath beteiligt, wenn nicht etwas anderes für mich maßgebend gewesen wäre, und ich habe das ihm auch gesagt. - Wer den Gang unserer theosophischen Arbeit verfolgt hat in den letzten Jahren, muss sich sagen, wenn irgendwo Ruhe und ein der Sache würdiges Zusammenarbeiten stattgefunden hat, so darf man das wohl als Tatsache in der Deutschen Sektion verwirklicht sehen. Herr Doktor Vollrath beginnt ungefähr seine Broschüre damit, dass er sagt, er müsse sein <Ruhe ist die erste Biirgerpflicht> deshalb in die Welt setzen, weil eine so große Nervosität unter den Theosophen eingetreten sei. Das ist für mich etwas, was ich lieber gar nicht bezeichne. Was heißt es denn, wenn man aus eigener Machtvollkommenheit etwas unrichtig darstellt? Doktor Vollrath sagte darauf: <Ich habe ja nicht unsere Gesellschaft gemeint, ich habe die andere gemeint!> Es ist eben die Sache so, dass es unmöglich ist, sich in eine Diskussion darüber einzulassen; denn keiner kann auch nur darauf verfallen, dass eine andere Gesellschaft gemeint ist. Man hat doch auch eine Verpflichtung, sich das anzuschauen, was man schreibt. Ist es nun mÖglich, unter solchen Umständen zusammenzuarbeiten? Ich möchte sagen, darf denn der Mensch nicht wenigstens frei atmen, ohne dass sich der andere ihm entgegensetzt und ihm entgegenatmet? Es handelt sich nur darum, dass wir uns die MÖglichkeit der Freiheit schaffen. Kein Mensch tut Herrn Doktor Vollrath etwas. Es ist gar keine Möglichkeit, eine Gesellschaft auch nur auszudenken, wo ein einzelner Mensch gezwungen sein soll, dass man mit ihm zusammenarbeiten müsse. Der Erste  wäre ich, der sich dagegen wendete, dass über Herrn Doktor Vollrath zu Gericht gesessen würde. Das war es, was es nach und nach notwendig machte, sich doch nicht weiter dagegenzustemmen, dem Antrag der Leipziger Loge Rechnung zu tragen und einmal das Exempel zu statuieren, dass es nicht auf die Phrase ankommt, sondern auf Majorität, und nicht im Geringsten wird etwas Herrn Doktor Vollrath damit Schlimmes angehängt, dass ihn die Gesellschaft nicht mehr als ihr Mitglied betrachten kann. Es ist eben etwas, wozu wir gezwungen worden sind, und wir mussten endlich die Sache von dem Standpunkt aus betrachten: Das bloße Reden von Brüderlichkeit und Liebe ist doch nur eine Phrase. Wir müssen die aktive Liebe haben, dass wir denen, die arbeiten, auch helfen - es nicht bloß in der Liebe beim Allgemeinen bleiben lassen, sondern die Liebe aktiv machen. Ist es nicht eine Lieblosigkeit, dass die Leipziger Loge arbeiten will, und wenn wir dieser Loge sagen würden: Wir kümmern uns als Deutsche Sektion gar nicht darum - deinen Sudel sauf selber!? Sind wir nicht gerade verpflichtet, einer solchen Loge zu helfen, welche die Gurgel sich zugeschnürt fühlt von jemandem, der sich neben sie hinstellt mit ihrem eigenen Namen und ihrem eigenen Firmenschild. Das sei zusammenfassend gesagt: Nicht im Geringsten ist über Herrn Doktor Vollrath gerichtet worden; es ist nur der Beschluss gefasst worden, dass wir untereinander Herrn Doktor Vollrath nicht mehr als unser Mitglied ansehen, da er seine Sachen sozusagen als <Adyar-Dinge' in die Welt hinausdrängte. Zwei Dinge gab es nur: Entweder alle Augenblicke Erklärungen in die Welt zu schicken, dass das nicht Adyar-Dinge sind - oder aber Herrn Doktor Vollrath nicht mehr als unser Mitglied anzusehen. Es ist mir sehr schmerzlich, dass ein solcher Fall einmal da ist. Ich lasse mich nicht auf eine Diskussion über das ein, was meine Meinung ist, und ich werde mich weiter nicht mit der Angelegenheit beschäftigen. Ich habe mich mit ihr beschäftigt, so lange es galt, den Beschluss hintan zu halten. Jetzt hat der Vorstand gesprochen, und ich bin das Mundstück des Vorstandes. Ich selbst habe mit dem Fall Doktor Vollrath abgeschlossen. - Jeder kann natürlich Gründe finden, um das, was er beabsichtigt hat, anders darzustellen, als es der andere auffasst. Ich hatte die Aufgabe, Ihnen mitzuteilen, was den Vorstand gestern bewogen hat, im Namen der Sektion den Beschluss zu fassen, dass Herr Doktor Vollrath nicht mehr als Mitglied der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft be trachtet wird, und bin beauftragt, Ihnen das mitzuteilen und Ihnen die Motive klarzulegen, die dazu geführt haben. Das habe ich getann Fräulein [Steinbart] kann es nicht verstehen, wie die Theosophische Gesellschaft ein Mitglied ausstößt, wenn dieses sein ganzes Leben und sein ganzes Vermögen in den Dienst dieser Sache gestellt hat, und bei dem alles, was es tut und spricht, die reinste Theosophie ist. Als Konsequenz des Beschlusses müsste sie ihren Austritt anmelden. Pastor Wendt meint, auch dieser Mann kann sich ändern; können wir ihn vorläufig nicht mehr als unser Mitglied ansehen, so lassen wir ihm doch die Möglichkeit, sich zu ändern. Frau Schmidt betont, wenn wir Christen sein wollen, müssen wir doch Brüderlichkeit walten lassen, und erinnert an den Satz: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Frau von Sonklar fragt, ob in den Statuten ein Paragraf ist, nach dem ein Mitglied herausgesetzt werden kann, und ob das einem ändern Mitglied auch passieren kann. Dr. Steiner: «Es handelt sich darum, dass wir eine Gesellschaft sind, die Majoritätsbeschlüsse fassen kann, und dass eine Gesellschaft, die Leute aufnimmt, auch Leute heraussetzen kann - und nicht, dass jeder, der <wil1>, sich als ihr Mitglied betrachten kann; sonst könnte jeder, der will, und nicht der, welchen die ändern wollen, zur Gesellschaft gehören wollen. Es handelt sich nicht darum, dass wir über Herrn Doktor Vollrath richten, sondern, dass wir uns nicht verstehen; und wenn Herr Doktor Vollrath sagt, wir <verstehen ihn gar nicht>, so ist das eben ein Grund dafür. Es kommt vorläufig darauf an, was die Mehrzahl der Gesellschaft beziehungsweise die maßgebende Körperschaft darüber denkt. Es handelt sich darum, dass keine Möglichkeit ist, zusammenzuarbeiten, und dass diese tatsächliche Wirklichkeit in einer Formel zum Ausdruck gebracht wird> Dr. Vollrath (spricht sehr unverständlich): Ach habe Theosophie vertreten als eine Weltanschauung und nie gesagt, dass meine Meinung die Wahrheit selbst wäre, sondern das, was mir als Wahrheit erschien. Ich habe nie gesagt, dass ich im Namen der Adyar-Gesellschaft spräche. Es war nur ein kindlicher Zug. Man kann nicht gleich klassisch sein, sondern man tastet doch nur. Wenn man kein Geschäftsmann ist, macht man eben solche Verstöße. Ich habe keine Methode, sondern sage und tue, was ich für notwendig halte. Ich habe nicht meine Mitarbeiter verklagt, sondern  bin verklagt worden und hatte die Pflicht, mich zu verteidigen, damit ich nicht an die Wand gedrückt werde. Ich bin vorgegangen, weil ich von Frau Wolfram wochenlang gedrängt worden bin: <Sic müssen vorgchcd> Da habe ich mich in den Stand gesetzt, dass ich verklagt werden konnte. - Eine <Thcosophischc Gcsdlschäft>, die jemanden ausschließt, verliert damit ihren kosmopolitischen Charakter. Ich habe die Satzungen nicht verletzt, habe meinen Beitrag bezahlt. Ich habe immer versucht, jedem gerecht zu werden. - Die Stabilität besteht im Streben; im Äußeren herrscht immer Ebbe und Flut. - Ein Mensch, der unruhig ist, kann nicht den Augenblick richtig erfassen - und wenn man das Ewige ausbildet, muss man doch Ruhe bewahren. - Es müsste doch erst einmal die Sache mit mir besprochen werden> Frau Wolfram: «Allerdings hat Doktor Vollrath mir immerfort geklagt, dass die Leute ihm Geld schuldig geblieben sind. Da habe ich ihm allerdings gesagt, wenn die Leute ihm nicht sein Kapital wiedergeben wollen, dann müsse er es einfach einklagen. Aber das ist doch ein himmelweiter Unterschied davon, ob man Privatbriefe von seinen Feinden veröffentlicht, und dass dann die ganzen Sachen durch die Leipziger Blätter gehen. Es sollte nur jemand es erst einmal versuchen, wie unmöglich es ist, mit Herrn Doktor Vollrath zu arbeiten. Er sieht es aber immer noch nicht ein. Glauben Sie, ich habe Zeit, jede Woche eine Sitzung über einen Quark abzuhalten? Alle Augenblicke verlangte Herr Doktor Vollrath Vorstandssitzungen. Er hatte eine lange Liste von lauter Kleinigkeiten; da haben wir auch zusammengesessen, und als wir nicht auf alles eingehen konnten, fing er einfach an zu weinen und zu schreien. Das sollten Sie nur einmal erleben. - In Leipzig ist die Theosophie so diskreditiert, dass die Leute sagen, Theosophie sollte polizeilich verboten werden. Ich halte meine Vorträge. Sie können es erleben, dass bei einer Einladung die Leute sagen: ·Wie sollte ich in diese Loge gehen? Habt ihr denn nicht gehört, was da alles vor sich gehen sol1?> Die tollsten Sachen werden da erzählt; ob es wahr ist oder nicht, ist ganz egal - aber Herr Doktor Vollrath gibt doch eben die Veranlassung dazu. In diesem Falle ist Toleranz nur: Ich kann tun, was ich will! Und dann ist Toleranz eben Unsinn. Wir haben uns drei Jahre bemüht, mit Herrn Doktor Vollrath zu arbeiten; aber es ist unmöglich. Wir wissen ganz genau, dass Herr Doktor Vollrath das Allerbeste will, bloß kann er nicht. Es fehlt ihm auch das Verständnis dafür, die Sache einzusehen. Wie kann ihm jemand raten, wenn er es nicht  versteht. Will er etwas lernen, so bin ich gern bereit, mit ihm zu arbeiten. Aber er will überhaupt nichts lernen. Doktor Vollrath sagt, Theosophie ist etwas, was jeder will, und wo jeder arbeiten kann, wie er will. - Wir haben revoltiert, weil andere Mitglieder doch auch ein gutes Recht haben, dass unser guter Name nicht beschmutzt wercle.» Herr Hubo: «Da Bedenken geäußert sind, ob der Vorstand berechtigt ist, einen solchen Beschluss zu fassen, scheint es mir einerseits doch unzweifelhaft, dass der Vorstand einen solchen Beschluss fassen kann; andererseits in Anbetracht der Tatsachen, die hier geäußert worden sind, scheint es mir, dass dieser Beschluss des Vorstandes nicht nur zweckmäßig, sondern notwendig ist im Interesse der Deutschen Sektion. - Ich stelle den Antrag auf Schluss der Debatte> Der Antrag kommt zur Abstimmung und wird angenommen. Dr. Vollrath (sehr unverständlich): «Es war in der Bibliothek keine Ordnung, es waren keine Satzungen da. Ich habe mir von allen Bibliotheken Satzungen kommen lassen. Ich habe nicht gesagt, Theosophie ist das, was jeder will. Man wird ruhiger werden und zur Selbstbeherrschung kommen.» Dr. Steiner: ·Wirklich verwunderlich ist es, dass zwei Mitglieder gesagt haben, was denn mit einem ändern geschehe, wenn er der Gesellschaft nicht gefiele. Denken Sie doch nur, wie wir uns jahrelang bemüht haben, die Sache hintan zu halten. Es kann kaum sehr häufig so etwas eintreten wie mit Doktor Vollrath. Die, welche besorgt sind, dass ihnen dasselbe passieren könnte, haben wirklich nicht genau zugehöru denn das, was geredet worden ist, hat doch gezeigt, dass es ziemlich unmöglich ist, dass sich der Fall wiederholen könnte. Es wäre wirklich nötig, dass Sie sich damit befassen, zu erfahren, welche Anstrengungen gemacht worden sind, den Fall hintan zu halten. Aber haben Sie nicht die unchristliche Lieblosigkeit, die Arbeit des Leipziger Zweiges so zu behandeln, dass Sie sagen: Mögt ihr doch tun, was ihr wollt, um damit fertig zu werden; wir haben doch die <Briiderlichkeit> - also deinen Sudel sauf selber! - Es wird so eben auch das Christentum zur Phrase. Es kann natürlich jemand der Anschauung sein, dass Doktor Vollraths Arbeit in Leipzig mehr wert ist als jede andere Arbeit - und auch, dass Doktor Vollrath ein Genie ist und wir ändern alle Dummköpfe. - Aber wir erklären, dass dem Leipziger Zweig die Kehle zugeschnürt ist, und dass sie ihm wieder freigemacht werden muss. Wo da die Unchristlichkeit steckt, ob man dem Leipziger  Zweig gar nicht hilft - oder ob man ihm hilft, indem man gegen Doktor Vollrath vorgeht, das müsste doch erst überlegt werden> Frl. [Steinbart] fragL wie lange man noch Mitglied ist, wenn man auf diese Weise ausgeschlossen wird. Dr. Steiner: «Reden Sie nicht von ausgeschlossen. Ich hatte meine guten Gründe, um im letzten Moment die Formel so zu fassen, wie sie jetzt gefasst ist. Ich bat den Vorstand, den Ausdruck zu gebrauchen: Die Deutsche Sektion betrachtet Herrn Doktor Vollrath nicht mehr als ihr Mitglied. Selbstverständlich kann er ja von dem General-Sekretariat verlangen, dass in einem Jahre wieder der Fall besprochen werde. Aber als Mitglied betrachten können wir ihn nicht. Deshalb musste ich auch heute morgen sagen, ich bin nicht in der Lage, Herrn Doktor Vollruh das Wort zu erteilen. Es ist gar nicht die Rede davon, dass der Beschluss nicht in diesem Augenblick schon realisiert wäre. Da weiter nichts vorliegt, ist unser Tagewerk erschöpft, und ich habe hiermit die VII. Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Bezug auf ihren offiziellen Teil für geschlossen zu erklären.»  DER BUDAPESTER INTERNATIONALE KONGRESS DER FÖDERATION EUROPÄISCHER SEKTIONEN DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT 1909 Vortrag uon RudolfSteiner beim Berliner Zweig am 21. Juni 1909 Begleitwort von Marie Steiner zur Publikation des Benichtes uon Rudolf Steiner in « Was in der Anthroposopbiscben Gesellschaft Uorgeht» Nr. 1922/1944: Es dürfte von historischem Interesse sein, an dieser Stelle den Bericht anzuschließen, den Dr. Steiner selbst über den Kongress mündlich gegeben hat. Die in den «Mitteilungen» von 1909 erschienene Wiedergabe dieses Berichtes ist recht getreu. Wir werden damit zurückversetzt in die Zeit der beginnenden Auseinandersetzung mit den Führern der Theosophischen Gesellschaft, welche die christlich-esoterische Strömung des westlichen Okkultismus dadurch zurückzudrängen versuchten, dass sie bald darauf den «Stern des Ostens» begründeten und den Krishnamurti als den wiedergeborenen Heiland verkündeten. - Es soll hier statt eines anderen Berichtes der Vortrag gegeben werden, welchen Dr. Rudolf Steiner im Berliner Zweige über den Budapester Kongress gehalten hat. Dr. Steiner sagte etwa Folgendes: RudolfSteiners Benicht: Seit dem Münchener Kongress ist eine Änderung in der Abhaltung dieser Versammlungen eingetreten. Vorher war die Einrichtung so, dass der Kongress jedes Jahr stattgefunden hat. Seit dem Münchener Kongress ist, nach einer Besprechung, die schon im Anschluss an den Kongress in Paris stattgefunden hatte, eine Änderung eingetreten. Seit jener Zeit finden diese Kongresse alle zwei Jahre statt. Demnach ist auch zwischen dem Münchener und dem Budapester Kongress ein Zeitraum von zwei Jahren verflossen. Der nächste Kongress wird im Jahre 1911 in Turin sein und wird von unserer Italienischen Sektion veranstaltet werden. Vor allen Dingen muss in Bezug auf den letzten Budapester Kongress erwähnt werden, dass wir uns innig freuen durften über den Enthusiasmus und den starken theosophischen Idealismus unserer ungarischen  Freunde und Gesellschaftsmitglieder. Die Ungarische Sektion gehört zu den jüngsten Sektionen, die innerhalb Europas gegründet worden sind. Innig freuen konnten wir uns über die Mühe und Hingebung, mit der unsere ungarischen Freunde diese Veranstaltung getroffen hatten. Es war innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wirklich vorhanden, was man nennen kann ein Sinnbild, ein Abbild von dem, was derjenige kennt, der ein wenig bekannt ist mit ungarischen Verhältnissen. Die ungarische Nation gilt mit Recht als eine gastfreundliche, und diese Eigenschaß in eminent landesüblicher Auffassung, war es, was uns bei diesem Kongress besonders hat entgegentreten können. Es ist in Budapest abgesehen worden von dem, was in München angestrebt wurde, und was in gewisser Beziehung zu nennen ist «Harmonisierung» des äußeren Milieus und dessen, was in den theosophischen Herzen vorgeht. Wir haben damals den Anfang damit gemacht - und eine weitere Durchführung dieser Idee zeigt dieser unser Berliner Logenraum - im umgebenden Raum symbolisch zum Ausdruck zu bringen, was unsere Herzen bewegt. Denn es ist nicht gleichgültig, was an Gedankenformen von außen angeregt wird, von dem Räume nämlich, von wo theosophische Gedanken von innen heraus erlebt und bewegt werden sollen. Die Ungarn haben aber dadurch Ersatz gefunden, dass sie den Saal mit symbolischen Kunstwerken ausschmückten. Diejenigen Mitglieder, welche nicht Beamte der Gesellschaft sind - die Letzteren sind während des Kongresses mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt -, konnten in den Mußeaugenblicken die mannigfaltigsten, namentlich von ungarischen Künstlern herrührenden symbolischen Bilder an den Wänden betrachten. Ich möchte im Besonderen betonen, dass diese Ausschmückung des Saales gezeigt hat, wie diese Nation innerlich veranlagt ist, ein gewisses Urelement des Empfindens und Vorstellens mit einer, aus einem tiefen Zusammenwachsen mit den europäischen Verhältnissen hervorgegangenen Sinnigkeit zu vereinen, und wie dadurch namentlich in der symbolischen Malerei Interessantes zum Vorschein kommt. Ein BilderZyklus, wie derjenige war von Alexander Nagy, welcher das Suchen nach dem Glück symbolisch darstellte, und zu zeigen versuchte, wie der in die Welt Hineingeborene zunächst alles um sich herum begehrt, namentlich das Glück des Menschenherzens; dann weiter, wie das auf der Suche nach dem Glück befindliche Menschenherz die verschiedensten Erlebnisse, welche die Außenwelt bieten kann, durchmacht, wie es erlebt, was in der  Welt des Reichtums und der Armut vor sich geht, wie es dazu kommt, zu sehen, dass das Glück auf der Wanderung durch das Leben nicht erreicht werden kann, wenn es nicht gesucht wird in der Liebe zu den anderen Wesen, die mit uns leben; und schließlich, wie das Glück für das alleinstehende Herz, das nur sich leben will, niemals gefunden werden kann. In ähnlicher symbolischer Weise sind mancherlei Ideen in Bildern zum Ausdruck gebracht, die die Seele mit Tragik erfüllen. So auch namentlich in den ernsten sinnigen Bildern von [Bäa Takäch]. Von besonderer Bedeutung war die photographische Wiedergabe eines großangelegten Kunstwerkes eines unserer Mitglieder von der Skandinavischen Sektion: Frank [Heyman]. Er hat eine merkwürdige Art, künstlerisch zu schaffen. Mir trat diese Art des Schaffens schon unter wesentlich günstigeren Umständen entgegen; damals, als ich in der Lage war, den schaffenden Künstler in seinem Atelier zu besuchen. Auf einer meiner Reisen, die ich im Interesse der Theosophie zu machen hatte, kam ich auch durch Göteborg, lernte Heyman persönlich kennen und wurde von ihm in sein in der Nähe von GÖteborg befindliches Atelier geführt. Dies liegt auf einer Anhöhe. Nach allen Seiten hin hat man ein wunderbares Panorama vor sich. Man kann sich kaum eine inspirierendere Landschaft denken, als sie da in der Runde sichtbar ist. Es sind im Grunde recht wenige, aber gewaltige Kolosse von Kunstwerken da, die von Frank Heyman geschaffen sind. Es sind Gestalten, welche auf den realistischen Sinn unserer Zeit einen Eindruck machen dürften, den man vielleicht mit folgenden Worten charakterisieren könnte: Was ist denn da wieder für ein verrückter Maler? Man sieht einige Kolossal-Gestalten, bei denen der Kopf aussieht wie eine prismatische, aber nicht regelmäßig gestaltete Figur. Hände, Gesten, kurz, die ganze Figur ist in der mannigfaltigsten Weise winkelig, eckig gestaltet. Einen anderen Eindruck macht diese Figur auf den Okkultisten. Der hat sogleich den Eindruck: Das ist etwas, was aus einer höheren Welt heraus empfunden ist. Wenn man nämlich weiß, welches die eigentlichen Geheimnisse des menschlichen Ätherleibes sind, wenn man weiß, wie dieser Ätherleib als Kraftleib hinter dem physischen Leib steht, weiß, wie bei jeder Bewegung, die im physischen Leibe zum Ausdruck kommt, im Ätherleib jedes Mal eine ganz bestimmte Bewegung vor sich geht, so hat man den Eindruck, als ob der Künstler aus den Kräften des Ätherleibes heraus schaffte und seine übersinnlichen Erlebnisse in diesen Formen hinstellte.  So wurde von ihm zu zeigen versucht, wie des Menschen Seele sich entwickelt und, man könnte sagen, wie der Ätherleib in dieser Entwicklung wirkt. Die Grundempfindung, die man im Anblicke seiner Kunstwerke hat, ist so, wie wenn er die Frage an sich stellte: «Was bin ich?» Und wenn diese Frage den ganzen Menschen durchbebt, dann kommt der Ätherleib in eine Regelmäßigkeit hinein, die Frank Heyman in schöner Weise in seinen Werken zum Ausdruck gebracht hat. Was er also darstellt, sind die einfachen geometrischen Formen des gleichsam kristallisierten Ätherleibes. Ein zweites Bild verkörpert die Frage des sich in sich versenkenden Menschen: «Was bin ichh. Man fühlt in der Form die Ausströmung der Empfindung ·Friedem Auch hier sind die Ätherströme in der Plastik zum Ausdruck gebracht. Man hat es also in der Plastik unseres Freundes Heyman nicht mit Gestalten des physischen Leibes zu tun, sondern damit, dass er das, was im Ätherleib vorgeht, in die plastische Substanz hineinkristallisiert. Dann wird das ganze Innenleben des Menschen bis zur Aufschau zum GÖttlichen in dieser Weise dargestellt. Man darf wirklich sagen, was ich in Budapest in einer kurzen Ansprache über diese Kunstwerke angedeutet habe: Die theosophische Bewegung wird um so mehr blühen und gedeihen, je mehr nicht nur vonseiten der Lehrer, sondern von allen Seiten Ströme des Lebens aus ihren Impulsen fließen. Es ist viel getan, wenn in dieser Weise der Kunst aus der Theosophie Ströme des Lebens zufließen. Man würde nicht nur einen Eisenbahnwagen nötig gehabt haben, wenn man diese nicht sehr zahlreichen, aber kolossalen Kunstwerke von Göteborg in Schweden nach Budapest hätte bringen wollen. Dieser Transport ließ sich nicht ermöglichen, und so mussten sich die Besucher mit kleineren Photographien der Kunstwerke begnügen. Aber es ist meine Hoffnung, dass, wenn die theosophische Bewegung immer stärker und stärker werden und die Kultur der Zeit immer mehr davon aufnehmen wird, unser Freund Frank Heyman noch einmal als Künstler für sie von größter Bedeutung werden wird. Das nur, um hinzuweisen auf die An der Ausschmückung des geräumigen Saales, der uns zur Verfügung stand. Besonders hervorzuheben war, dass die europäischen Sektionen vollzählig zu diesem Kongresse erschienen waren, was man auch daraus ersehen konnte, dass bei der Begrüßung der Herren Generalsekretäre  die verschiedensten europäischen Sprachen vom Podium herunter ertönten. Man konnte Befriedigung darüber empfinden, wie, obgleich vielleicht nur die wenigsten, in dem Momente, wo die verschiedensten Sprachen gesprochen wurden, den Redner physisch verstehen konnten, die theosophische Bewegung ein Element ist, das nach und nach eine Sprache ausbilden wird, die von Herz zu Herzen, von Seele zu Seele geht und ein Verständnis schafft zwischen den verschiedenen Nationen. Zu den älteren Sektionen: der skandinavischen, französischen, holländischen, englischen, italienischen, deutschen, finnischen - welch Letztere unser Freund Selander vertrat, der heute in unserer Mitte zu sein uns das Vergnügen macht -, kamen noch zwei neue Sektionen, die wir seit kurzer Zeit innerhalb Europas haben: die russische und die tschechische Sektion. Außerdem war ein Vertreter Bulgariens da. Ein Mangel an Sprachen war also bei der Begrüßung durch die Generalsekretäre wirklich nicht vorhanden. Bedeutsam war es, dass der Präsident der Theosophischen Gesellschaft, Misses Besant, in Person den Kongress leiten und damit wieder einmal in unserer Mitte sein konnte. Am Abend des 28. Mai hatten sich die Kongressmitglieder zu einer zwanglosen Begrüßung zusammengefunden. In ihrer ersten Ansprache am Sonntag, dem 29. Mai, sprach Misses Besant, insbesondere über die Stellung der theosophischen Bewegung innerhalb des Geisteslebens der gegenwärtigen Zeit. Sie zeigte, wie sich die theosophische Bewegung in unser gegenwärtiges Geistesleben hineinstellt. Sie gab einen großen Überblick über die Entwicklung der Menschheit, namentlich in den drei letzten Kulturepochen bis in unsere Epoche herauf. Sie zeigte, wie sich aus den verflossenen Kulturepochen, der dritten, der vierten der nachatlantischen Zeit und aus unserer fünften Epoche heraus allmählich der Mensch entwickelt hat, wie sich dann in unserer Zeit gerade die theosophische Bewegung in das Ganze dieses Geisteslebens hineinstellen muss, wie durch die theosophische Bewegung in unserer Zeit dieses Geistesleben einen besonderen Aufschwung nehmen, einen besonderen Einschlag erhalten muss. Es war eine bedeutungsvolle Rede, aus dem Grunde, weil sie zeigen konnte, wie die theosophische Erkenntnis der Menschheitsgeschichte in der Tat nicht nur dazu da ist, um die Neugierde dieses oder jenes Menschen zu befriedigen, sondern uns darauf hinzuweisen, welches unser Platz in der Geistes-Entwicklung  der Menschheit ist. Nicht darum handelt es sich, dass wir theoretisch lernen: Die einzelnen Rassen und Unterrassen entwickeln sich in dieser oder jener Weise -, sondern darum, dass wir erkennen, auf welchen Platz wir selbst in der gegenwärtigen Zeit gestellt sind. Wie in früheren Epochen neue Impulse gekommen sind, um neue Einschläge zu geben, so leben wir durchaus in einer Zeit, in welcher die großen Ideen der theosophischen Bewegung - Brüderlichkeit, Reinkarnation und Karma - Platz greifen sollen in den Herzen und zur Geltung kommen sollen in denjenigen Menschen, welche innerhalb der Theosophischen Gesellschaft sich sammeln, um wirklich eine Art Zukunftskultur herbeiführen zu helfen. Es war von besonderer Bedeutung, dass Misses Besam dabei betonte, wie notwendig es ist, bei den mannigfaltigen, auseinandergehenden Meinungen innerhalb der theosophischen Bewegung unseren Platz in der Geistesentwicklung der Menschheit zu erfassen, und dass es wahrhaft nicht darauf ankommt, ob wir dieser oder jener Richtung oder Strömung angehÖren, sondern darauf, dass sich diese verschiedenen Strömungen innerhalb der Theosophischen Gesellschaft friedlich zusammenfinden, so zusammenfinden, dass sie in gemeinsamem Geistesstrom in die Menschheit einfließen, der im Wesentlichen dadurch zu charakterisieren ist, dass die, welche zu ihm gehören, sich bewusst sind, dass das richtige Erfassen und Fühlen der Ideen von Brüderlichkeit, Reinkarnation und Karma dasjenige ist, wovon die Herbeiführung einer entsprechenden Zukunft abhängt. Es würde viel zu weit führen, wenn ich die einzelnen Ideen hier ausführen wollte, in der Weise, wie es Misses Besant getan hat. Wie wir über diese Ideen zu denken haben, habe ich selbst angedeutet in der letzten Versammlung, die hier gehalten worden ist vor unserer Abreise zum Budapester Kongress. Es wird vielleicht nützlich sein, wenn wir, statt hauptsächlich auf Worte einzugehen, uns sozusagen einige Notizen in die Seele schreiben, über den Geist, der in ganz bewusster Weise auf diesem unserem letzten Kongress gesucht worden ist. Es ist - und es ist gut, wenn wir diese Dinge einmal berühren - mannigfach die Rede gewesen von der Verschiedenartigkeit der Lehren und Meinungen und der verschiedenartigen Darstellung der Erkenntnisse bei uns und in anderen Kreisen der Theosophischen Gesellschaft. Man kann oft hören, da und dort in Europa: Woran soll man sich  halten? Misses Besant lehn dies, Doktor Steiner das, und so weiter. Wenn man bloß die Äußerlichkeiten ins Auge fasst, dann kann es nicht in Abrede gestellt werden, dass ein Schein der Berechtigung zu dieser Behauptung da oder dort vorliegen mag. Nun sollte eigentlich aber innerhalb der theosophischen Bewegung immer mehr und mehr die Anschauung Platz greifen, dass es wahrlich doch viel besser isg wenn dasjenige, was reiches, mannigfaltiges, okkultes Leben, Leben der höheren Welten ist, von so viel Seiten, als nur möglich ist, dargestellt wird. Kann denn irgendjemand es wünschen, dass in den zwei Bänden der «Secret Doctrine» von H. P. Blavatsky die Weisheit abgeschlossen vorliegen soll, und immer wieder und wieder an allen Orten der Welt, wo es Theosophie gibg nur auf der Grundlage dieser Secret Doctrine gearbeitet werde, immer nur Photographien dessen gegeben werden, was da drinnen steht? Die theosophische Bewegung ist etwas, was als lebendiges Leben in den Menschen vorhanden sein soll. Wir sagen mit Recht, dass die Theosophie nicht durch dieses oder jenes Buch, nicht durch diese oder jene Summe von Dogmen in die Welt gekommen ist. Die Theosophie rührt von jenen hohen Individualitäten her, die wir die Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungem nennen, da sie die Quellen des geistigen Lebens eröffnet haben, das von da ab einströmen kann in die Menschen. Es ist natürlich, dass das, was einströmt, von Zeit zu Zeit in Bücher geschrieben wird, und es ist eine ungeheure Summe solch einströmender Weistümer in die «Secret Doctrine» geschrieben worden. So sind zum Beispiel die Dzyan-Strophen und die Briefe der Meister Teile, die noch lange nicht voll verstanden sind, an denen noch lange zu zehren ist, Teile, die zu den größten Offenbarungen innerhalb der Menschheitsentwicklung gehören. Aber wir müssen uns klar sein, dass es selbst darauf nicht ankommt, sondern vielmehr darauf, dass immer von Neuem dieses lebendige Geistesleben seit jener Zeit in die theosophische Bewegung einstrÖmt. Und nun frage ich Sie: Wenn irgendjemand einen Baum malen will, wie macht er es? Er setzt sich hin, malt ihn von einer bestimmten Seite und zeigt Ihnen dann das Bild. Das kann in der Tat auch derjenige nur tun, welcher in einem Buche oder durch gesprochene Worte zeigt, was in der geistigen Welt vorgeht. Auch in der «Secret Doctrine» haben Sie nichts anderes als eine gewisse Summe von Weisheit, von einer gewissen Seite aus gezeigt. So, wie Sie sich nun auf eine andere Seite setzen und den Baum von einer anderen Seite malen können, so kann auch das geistige  Bild von einer anderen Seite beleuchtet werden. Nehmen Sie ein Bild des Baumes, das von einer bestimmten Seite aus gemalt ist. Was würden Sie sagen, wenn ein anderer Maler den Baum etwas anders geformt und beleuchtet auf seinem Bilde zeigte und sagte: «Das ist dieser gleiche Baum, nur von der anderen Seite aufgenommen>? Würden Sie sagen: ·JJas ist der Baum nicht, denn er müsste sonst die gleiche Gestalt und Beleuchtung haben wie jener>? So ungefähr ist es auch mit der «Secret Doctrirm, und es ist durchaus nicht nötig, dass man die Weisheiten bloß abfotografiert, so wie sie in der «Secret Doctrine» stehen. Lernen Sie den Baum dadurch kennen, dass Sie sich denselben von den verschiedensten Seiten abmalen lassen, wenn Sie ihn noch nicht selbst kennen. Die Möglichkeit, von den verschiedensten Aspekten aus über die geistige Welt zu reden, ist dadurch gegeben, dass die «Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen» ihre Kraft in unsere Bewegung haben einströmen lassen, und dass diese Einströmungen fortdauern. Aber warum wird nun das eine Bild mehr von der einen, das andere mehr von der anderen Seite gemalt? Das hängt nicht von Zufälligkeit oder Willkür, sondern von Notwendigkeit ab. Es hängt davon ab, dass von den verschiedensten Orten der Welt, aus den verschiedensten KulturstrÖmungen und Bewegungen heraus andere Bedürfnisse nach der geistigen Welt vorhanden sind. Das muss durchaus berücksichtigt werden. Es hängt die Form der Darstellung nicht allein von dem ab, der darstellt, sondern auch davon, was sein Auftrag, seine Mission ist. Das Richtige muss getroffen werden in Bezug auf die Darstellung; das ist es, worauf es ankommt. Wenn man auch in Bezug auf die Form der Darstellung bei oberflächlicher Betrachtung sagen konnte, Misses Besant sagt dies, Doktor Steiner sagt jenes, so war es gut, dass bei diesem Kongress betont worden ist, dass es nicht darauf ankommt, ob jeder genauso spreche wie der andere, sondern dass die verschiedenen okkulten Quellen in der Theosophischen Gesellschaft sich finden, dass sie zusammenfließen können. Wir können noch ein anderes Bild gebrauchen, wenn wir den Geist charakterisieren wollen, der gesucht wurde, den Geist der Harmonie. Sie wissen vielleicht, dass Tunnels so gegraben werden, dass man von beiden Seiten zu graben anfängt, und dass man, wenn in richtiger Weise gegraben wird, in der Mitte zusammentrifft. So kann und soll es auch bei der Arbeit der Theosophischen Gesellschaft sein. Deshalb wird es gut  sein, dass das, was mehr orientalischen Charakter, also mehr den Charakter der ersten Zeit unserer Bewegung und als Grundlage die «Secret Doctrine» hat, in der Richtung zu dieser Vereinigung arbeitet, wie es auch der westliche Okkultismus, dessen Quellen dazumal noch nicht eröffnet waren, heute tut. Man darf natürlich auch nicht, wenn man von Blavatsky'scher Theosophie spricht, als von einer indischen Theosophie sprechen. Es wird meine Aufgabe sein in München, gelegentlich meines nächsten dortigen Vortragszyklus, zu zeigen, was die wirkliche Gestalt dessen ist, was man indische Theosophie nennen kann. In der Blavatsky'schen Lehre ist zum geringsten Teil das vorhanden, was man indische Lehre nennen könnte. Diejenigen, welche die Blavatsky'sche Lehre kennen, werden wissen, dass viel darinnen ist von ägyptischer, babylonischer, chaldäischer Lehre, und dass es sich durchaus nicht um spezifisch indische Theosophie handelt. Es ist ein Missbrauch, von indischer Theosophie zu sprechen, im Gegensatz etwa zu dem, was hier getrieben wird. Es handelt sich lediglich darum, dass zu jener Zeit, als H. P. Blavatsky zu wirken haue, die westlichen Quellen noch nicht eröffnet waren, und dass diese in Bezug auf manche Dinge mehr zu sagen haben als die Östlichen Quellen. Wir nehmen es den östlichen Quellen nicht übel, wenn sie in Bezug auf bestimmte Dinge keine befriedigende Auskunft geben können. Das muss man verstehen. Immer wieder kommt die Frage vor: «Warum sagt ihr anderes als die orientalische Theosophie?» Wenn man einmal anschaute, wie dieses andere ist, dann würde man diese Frage gar nicht mehr aufwerfen können. Schauen Sie einmal zu, wie es sich verhält. Wir geben zum Beispiel jene tiefe Auslegung der H. P. Blavatsky zu über die Legende von Buddha, die erzählt, dass er an dem Genuss von Schweinefleisch zugrunde gegangen sei. Die Auslegung nämlich, dass er zu viel von seiner Lehre preisgegeben hat und infolgedessen karmisch tragisch endete. Wir geben durchaus zu, was positiv ist, und - das muss betont werden - dass nichts innerhalb der westlichen Lehre fehlt von dem, was positiv ist in der östlichen Lehre. Nichts wird verneint, zu allem wird «ja» gesagt. Wenn aber die orientalischen Okkultisten sagen: ·Welcher Okkultist hat jemals etwas davon gehört, dass eine Einweihungsschrift, wie die Apokalypse, unter Blitz und Donner gegeben worden isth, dann wird von den westlichen Okkultisten geantwortet: Jeder westliche Okkultist weiß, was damit gemeint ist. Und wir müssen sagen, dass wir als  westliche Okkultisten eine Mission der Hinzufügung, der Erweiterung, in Bezug auf die orientalischen Lehren haben. Man muss unterscheiden, was bisher war, und was die Erweiterung, die Hinzufügung bedeutet, dann wird man schon darauf kommen, wie sich zwei solche Richtungen zueinander verhalten, die man in letzter Zeit hat als gegnerisch hinstellen wollen. Es ist ganz besonders wichtig hier in unserem Westen, dasjenige zu betonen, was man das Entwicklungsprinzip nennt, das Entwicklungsprinzip in unserer physischen Welt, das Entwicklungsprinzip in der höheren Welt. Einen sehr schönen Vortrag - ich sage es offen - von großer Intuition und tiefer Empfindung hat Misses Besant gehalten unter dem Titel: «Der Christus - wer ist erb. Gerade an diesem Vortrage kann man sehen, dass nicht Disharmonie, sondern Harmonie ist zwischen östlichem und westlichem Leben, wenn man nur die Sache im richtigen Sinne betrachten will. Diesem Vortrage am zweiten Tage des Kongresses ging voran ein Vortrag von mir: Non Buddha zu Christusm Sie kennen alle Einzelheiten dieses Vortrages, bis auf das eine, was vielleicht hier noch nicht erwähnt worden ist und das sich auf die drei großen Namen bezieht, die man innerhalb der rosenkreuzerischen Theosophie als besonders verehrungswürdige nennt. Drei große Namen gab es durch das Mittelalter hindurch. Diese drei Namen waren auch denjenigen bekannt, welche ein dogmatisches Kirchentum vertraten. Sie verlangten von ihren rechtgläubigen Bekennern oftmals die Formel, die eine Formel des Fluches war: «Ich fluche dem Skythianos, ich fluche dem Zaratas, ich fluche dem Boddham Diese drei Individualitäten wurden mit Fluch beladen in der mittelalterlichen Kultur, wenn man dokumentieren wollte, dass man ein Christ war. Das christliche Rosenkreuzertum kennt diese drei Gestalten wie hehre Lichtgestalten. Über Skythianos werden wir noch sprechen. Zaratas ist ein großer Lehrer für die westliche Einweihung. Er war kein anderer als Zarathustra, der in verschiedenen Schülern, in Hermes und Moses, und endlich im sechsten Jahrhundert vor Christus als Nazaratos wiederauflebte. Er gehörte zu den großen Inspiratoren der Rosenkreuzer-Weistiimer. Ebenso wurde Buddha zu den großen Individualitäten gerechnet. Die einzelnen Beiträge, die sie zu geben hatten, flossen damals in einem Gesamtbeitrag für die Menschheitsentwicklung zusammen, und dadurch konnte der große Impuls gegeben werden, den wir als den Rosenkreuzer-lmpuls  bezeichnen. Nun lag die Notwendigkeit vor, in meinem Vortrage «Von Buddha zu Christus» gerade zu betonen, scharf zu betonen, das, was ich vor meiner Abreise nach Budapest hier gesagt habe, von dem Zusammenhang zwischen Zarathustra und Christus, von den sieben Rishis, die herüberkamen aus der atlantischen Zeit etc. Misses Besannt sagte nun in ihrem Vortrage «Der Christus - wer ist erb auch etwas, was über das Vorbringen solcher von mir angedeuteter Erkenntnisse gilt. Sie betonte, dass, wenn man sich solchen Fragen nähert, man sich klar sein muss, dass in Bezug auf das Grundprinzip Übereinstimmung bei allen Okkultisten herrscht, dass es aber natürlich und eine selbstverständliche Wahrheit ist, dass jeder Okkultist in die Notwendigkeit versetzt ist, die Dinge so darzustellen, wie sie sich ihm selbst darstellen, dass er genötigt ist, das zu zeigen, was er durch seine Entwicklungsstufe zeigen kann. Misses Besam betonte, dass die entsprechende innere Entwicklung durch den mystischen Weg erreicht wird, durch den Weg, der hier in der mannigfaltigsten Weise charakterisiert worden ist, der die mannigfaltigsten Stufen hat und so fort. Wenn man dasjenige, was da von der Persönlichkeit des Okkultisten erlebt wird, die verschiedenen Stufen des Aufstieges ins Auge fasst, dann kann kein anderer Unterschied sein zwischen dem einen Okkultisten und einem anderen als der, dass der eine etwas mehr oder weniger weit entwickelt ist als der andere. Aber in dem, was richtig ist, kann kein Unterschied sein, ebenso wenig wie beim Aufstieg auf einen Berg, wenn zwei Leute zusammen den gleichen Höhepunkt erreichen, ein Unterschied in dem Ausblick sein kann. So ist es auch bei den Okkultisten, wenn das Leben der Wahrheit entspricht. Hiervon ging also auch Misses Besant aus und zeigte dann, dass der Okkultist, der Ernst machen und wirken muss in der Welt, eine gewisse Grenze zu überschreiten hat, eine Grenze, die man bei unserem gewöhnlichen Publikum sehr leicht übel nimmt. So gibt es zum Beispiel sehr viele Leute, die an Reinkarnation glauben, glauben, dass die menschliche Individualität sich wiederverkörpern kann. Wenn man dann aber kommt und sie darauf hinweist, diese oder jene Individualität trat zu dieser Zeit in dieser Persönlichkeit auf, zu jener Zeit in der und so weiter, dann nehmen das die Menschen übel, trotzdem sie an Wiederverkörperung glauben. Zu so bestimmten Angaben, wie ich sie über die Wiederverkörperungen des Zarathustra zu machen hatte, muss eben eine bestimmte Grenze überschritten werden, und es fragt sich, wie viele Menschen da noch mitgehen wollen.  Es gibt in der Tat - und das hat auch Misses Besant betont - nur eine wahre Geschichte und das ist die, welche in der Akasha-Chronik geschrieben steht. Der, welcher imstande ist, die Akasha-Chronik zu lesen - die indessen nur ein höheres, geistiges Auge zu entziffern vermag - kann die wahre Geschichte angeben. Dann müssen wir aber auch demjenigen, der die Wirklichkeit schildern soll, zugestehen, dass er diese Grenze überschreitet. Im Weiteren führte nun Misses Besant aus: Nun ist es ganz natürlich und selbstverständlich, dass jeder nur nach seiner Entwicklung diese schwer zu entziffernde Chronik der Akasha-Welt entziffern kann. Aber trotzdem ist es wahr, dass in den wesentlichen Zügen durchaus alles zu einer großen Einheit hinstrebt. Ein jeder Okkultist wird anerkennen dasjenige, was wir nennen die «Große Loge der Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen». Diese Meister der Weisheit sind vorhanden für den, der im Okkultismus Bescheid weiß. Es ist wahr, dass die Meister der Weisheit draußen leben in der Welt und die MÖglichkeit haben, jene merkwürdige Stätte zu erreichen, welche man als Shamballa bezeichnet, die in der orientalisierenden Lehre auch eine große Rolle spielt. Misses Besant betonte, dass diejenigen, welche wir die «Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empflndungen» nennen, sich verständigen können durch Beziehungen, die sie zu dieser geheimnisvollen Stätte Shamballa haben. Dann aber müssen wir uns wieder darüber klar sein, dass der, welcher sich überhaupt auf okkulte Lehren einlässt, sich nicht an Namen stoßen soll, dass er nicht verwechseln soll den Namen mit der Sache. Die Verwechslung des Namens mit der Sache kann namentlich dann leicht eintreten, wenn mit gewissen Namen besondere Empfindungen und Gefühle in gewissen Gegenden verknüpft sind. Daher betonte Misses Besannt, dass insbesondere eine solche Verwechslung von Name und Sache nicht vorkommen sollte, wenn man spricht auf der einen Seite von Buddha und Bodhisattva, auf der anderen Seite von Christus. Vor allen Dingen muss man ins Auge fassen, dass, wenn wir von Bodhisattva sprechen, wir nicht eine Individualität, sondern ein Amt meinen. Es gibt also Namen für Ämter und Namen für Individualitäten. Jeder Mensch hat einen Namen für sich. Dann gibt es aber auch Namen wie Kaiser und König. Wir dürfen aber dann nicht verwechseln den Namen, der einer Individualität beigelegt wird, mit dieser Individualität selber.  Ich bitte Sie, sich klar darüber zu sein, dass ich hier nicht im strengen Sinne ein Referat gebe über Misses Besants Vortrag, sondern dass ich in freier Weise meine eigenen Ideen an Misses Besants Auseinandersetzungen knüpfe. Sie erinnern sich, dass in den mannigfaltigen Vorträgen, die ich diesen 'Winter hier gehalten habe, betont worden ist, wie die «Geister der Persönlichkeit» eine ganz andere Rolle auf dem Saturn haben und wieder in ein ganz anderes Amt auf der Erde hineinwachsen. So ist es auch mit dem, was man Bodhisattva nennt. Das ist ein Amt, in das die Individualität eintritt, wenn sie reif dazu ist. So können wir es auch ganz verstehen, wenn Misses Besant sagte, dass die Individualität, die als Buddha auftrat, früher die verschiedensten Stufen der Entwicklung durchgemacht hat, dass sie reifer und reifer und zu bestimmter Zeit der Entwicklung ein Bodhisattva geworden ist. 'Wie man zum Beispiel in weltlicher Karriere im Laufe der Zeit ein Regierungsrat und so weiter werden kann, so gehen die verschiedenen Individualitäten durch diese Ämter durch. Nun ist durchaus von mir immer betont worden, dass zum Beispiel diejenige Wesenheit, von welcher die «Sieben Heiligen Rishis» sagen, dass sie jenseits ihrer Sphäre sei, im Grunde genommen dieselbe ist wie der Christus. Diese Wesenheit ist auch dieselbe, welche die verschiedenen Bodhisattvas überstrahlt, in ihnen und durch sie durchgewirkt hat. Das, was ich zu lehren habe, ist, dass diese Wesenheit, die jenseits der Sphäre der Rishis war, die den Zarathustra inspiriert hat, die ihre Wahrheiten hineingegossen hat in die Wesen, die wir als Bodhisattva bezeichnen, sich in einer ganz bestimmten und damals viel angemesseneren Weise als früher in dem Jesus von Nazareth für die letzten drei Jahre seines Lebens verkörpert hat, sodass wir durchaus sagen können: Christus war auch schon vor dem palästinensischen Ereignis mit der Menschheit verbunden; er schreitet vor in der Entwicklung. Dass er das werden konnte, was er in unserer Epoche ist, dazu sind die früheren Epochen nötig gewesen. Man kann auch sagen, dass das Wesen früher schon vorhanden war im Kosmos und durch verschiedene Sendboten gewirkt hat. Man kann auch Wert darauf legen, dass dasselbe Wesen immer da war. Die orientalische Lehre, der ganze Geist des Orients ist analytisch. Von den verschiedenen Verkörperungen des Menschen hinaufzusteigen bis zu dem Ganzen, der Einheit, das ist der Weg des Morgenlandes. Des Abendlandes Aufgabe ist es, den synthetischen Geist zu entwickeln. Was  ist das für ein Wesen, welches sich als Ahura Mazdao entwickelt hat? Welches sind die verschiedenen Faktoren, die es entwickelt hat? Wodurch ist es immer anders als Offenbarung zu uns gekommen? Diese Fragen, die Ziele der Entwicklung, die großen Momente in der Entwicklung zu verstehen, das ist es, worauf es im Abendlande ankommt. Wenn aber jemand kommt und sagt: «Hier hast du eine Pffllanze», man kann Goethe'sche Gedanken hier besonders ausführen. «Wenn die Blätter sich umbilden, so werden sie zur Blüte; die Blütenblätter sind umgebildete Stängelblätter ...», so ist das nicht ausreichend; man muss auch zeigen, wie ein grünes Stängelblatt ein rotes Blütenblatt werden kann. Es wird durch das Abendländische also nichts von dem Morgenländischen in Abrede gestellt, sondern etwas hinzugefügt, indem man die Faktoren charakterisiert, wodurch aus den Stängelblättern Blütenblätter werden. So ist es auch mit Christus, wenn man einfach sagt, dass er auch früher schon dagewesen sei. Die Verbindung der synthetischen Methode mit der analytischen ist in aller Wissenschaft erwünscht, und man kann sie auch in voller Harmonie innerhalb der theosophischen Geistesströmung haben. Es ist dabei durchaus nichts vorhanden, was die Harmonie der Theosophischen Gesellschaft stören könnte, wenn dem orientalischen analytischen Geist noch hinzugefügt wird, was hinzugefügt werden muss: Der okzidentalische synthetische Geist. Weil die Theosophische Gesellschaft lebendiges Leben und nicht Fortpflanzung von Dogmen ist, deshalb kann ich selbst nicht finden, was man Widerspruch zwischen irgendwelchen Richtungen, Disharmonie nennen könnte. Diese Harmonie muss auf jener tiefen Grundlage beruhen, welche einen Strom schafft, welcher die Wasser verschiedener Quellen in sich aufnehmen kann. Auf dieser Grundlage muss sie beruhen, nicht darauf, dass man papageienmäßig die Dogmen nachbetet. Wir werden noch mancherlei, wenn sich die theosophische Bewegung ihrer Mission gewachsen zeigt, nach dieser Richtung hin kennenlernen. Die Theosophische Gesellschaft wird immer Neues und Neues bringen. Wir haben die Gewissheit, dass über der theosophischen Bewegung die Meister der Weisheit wachen. Wenn man sich wundern und gleich von Ketzerei sprechen wollte, wenn etwas Neues kommt, dann wäre die theosophische Bewegung schlechter als frühere ähnliche. Und doch ist die Suche nach Ketzereien in unserer Zeit eigentlich stärker als in irgendeiner anderen Zeit leider üblich. Misses Besant sieht den Christus als diejenige Wesenheit an, die sich in Jesus von Naza reth geoffenbart hat - über Weiteres kann noch gesprochen werden -, als diejenige Wesenheit, welche dazu berufen ist, dem, was sich jetzt als neuer Kulturkeim bildet, die Wege zu weisen. Sie machte in diesem Vortrage noch darauf aufmerksam, dass diese Wesenheit fortwirken wird in einem intimeren Zusammenhänge, wenn die Menschheit an einem bestimmten Punkte der Entwicklung angekommen sein wird. Es mag in äußerlichen Angaben ein Widerspruch bestehen - das sind äußerliche Angaben -, aber vollkommen kann man dem beistimmen, dass der Christus - in Bezug auf die Art und den Zeitpunkt zeigen mir meine Erkenntnisse anderes als Misses Besant - wiederkommen wird, und dass ihn diejenigen erkennen werden, welche dazu vorbereitet sind. Man sollte aber vielmehr das Vorbereitetsein betonen als das Wiederkommen. Es könnte leicht der Fall sein, dass die Menschen den Christus haben, ihn aber nicht erkennen, wenn er auch länger als drei Jahre unter ihnen wäre. Es kommt darauf an, dass man immer mehr die Fähigkeit der Erkenntnis ausbildet. Warten Sie und entwickeln Sie in Geduld die Fähigkeit, ihn zu erkennen. Es ist im Grunde genommen der Menschheit ein schlechter Dienst geleistet, wenn auf eine bestimmte Zeit hingewiesen wird. Daher ist es besser, die Mittel zu betonen, welche zum Erkennen des Christus hinführen. Ein paar Notizen wollte ich geben, welche zeigen sollen, wie der Geist wag der gesucht wurde bei diesem Budapester Kongress. Deshalb sollte die Einheit des Arbeitens betont werden, wenn auch die okkulten Quellen von der verschiedensten Art sind. Es wird umso besser sein, je länger diese Einheit und Harmonie des Arbeitens innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wird aufrechterhalten werden. Darüber müssen wir uns durchaus klar sein. Der Budapester Kongress hat den Teilnehmern durchaus nur die Gelegenheit gegeben, sich sagen zu können, als sie von diesem Kongress weggingen, es ist wirklich der beste Wille und die beste Aussicht vorhanden, in voller Harmonie zu arbeiten; und man sollte nicht in den Fehler verfallen, Differenzen konstatieren zu wollen. Wem der Name Bodhisattva besser gefällt - wozu Misses Besant sich bekennt -, der wird die Sache anders darstellen als der, welcher den Namen Christus als richtiger betrachtet. Wir wollen daher einträchtiglich unter uns und einträchtiglich mit der theosophischen Bewegung sein. Wir dürfen diese Harmonie als eine erfreuliche Tatsache bezeichnen. Ich möchte, als Symptom dafijh dass der Wille zum Zusammenarbeiten, zum einträchtigen Arbeiten in der Gegenwart durchaus alle ande ren auseinanderstrebenden Tendenzen überragt, der folgenden Tatsache gedenken: Es sind einzelne Bücher von mir in verschiedene Sprachen übersetzt worden, und es hat sich gerade Misses Besant, in ihrer Eigenschaft als Präsident der Theosophischen Gesellschaft und als Vorsitzende des General-Council der Gesellschaft, bewogen gefühlt, mir die einstmals von unserm lieben Präsidenten Olcott gestiftete Subba-Row-Medaille für die beste Schrift, die in letzter Zeit in der theosophischen Bewegung veröffentlicht worden ist, zu verleihen. Diese Medaille haben bisher bekommen, wie Misses Besant betont hat, zuerst H. P. Blavatsky, dann Mister Mead und endlich Misses Besant selber. Das erste Mal, da Misses Besant, als Präsident der Theosophischen Gesellschaft, Gelegenheit gehabt hat, dieselbe zu verleihen, hat sie sie mir gegeben. Ich erwähne diese Tatsache nicht meinetwegen, sondern als Symptom für den Willen einträchtigen Zusammenwirkens in der Theosophischen Gesellschaft. Ich darf sagen, dass ich - was ich auch auf dem Budapester Kongress betont habe - bei der Subba-Row-Medaille ganz besonders auf den Namen sehe. Die, welche mich kennen, werden wissen, dass ich seit Langem Subba Row als einen aus dem unmittelbar geistigen Erkennen heraus wirkenden Geist betrachtet habe. Es ist sehr schön, dass, hinweisend auf ihn, diese besondere Medaille gestiftet worden ist. Betrachten Sie das, was ich gesagt habe, nicht in Bezug auf mich, sondern in Bezug auf die ganze Deutsche Sektion. Was mir gehört, gehört der Deutschen Sektion. Nun möchte ich den Verlauf des Kongresses weiter charakterisieren. Vielleicht sagt der eine oder der andere, der pedantische Einzelheiten will, dass ich ein schlechter Berichterstatter sei. Darauf möchte ich sagen, dass ich keinen Bericht geben will, wie die Zeitungen sie zu liefern pflegen, sondern den geistigen Sachverhalt. Ich möchte erwähnen, dass auch unsere ungarischen Freunde dafür gesorgt haben, dass die Notwendigkeit jener Geistesrichtung, welche in den Reihen der theosophischen Bewegung ihre Pflege findet, in ein helles Licht gerückt wurde. Das haben sie nicht besser tun können als dadurch, dass sie uns, in einer besonderen Theatervorstellung, ein bedeutsames Werk der ungarischen Dramatik, ·Die Tragödie des Menschen» von Emerich Madäch, vorführten. Dieses Werk ist etwas, was den Theosophen einmal vorgeführt werden musste. Man kann ungeheuer viel aus dieser Tragödie des Madäch lernen. Wenn ich noch weiter abschweifen wollte von dem, was mancher Berichterstattung nennt, so müsste ich Ihnen noch etwas von dem schildern,  was man ungarischen Geist nennt, der charakteristisch sich ausspricht in dieser «Tragödie des Menschenm So weit will ich aber nicht gehen; ich möchte nur einige Bemerkungen über das Werk und dessen Beziehung zur theosophischen Bewegung geben. Dieser Madäch ist in der Tat eine interessante Persönlichkeit. Er hat sein Leben gelebt in einer Zeit, in welcher Ungarn viel durchgemacht hat. Er wurde im Jahre 1823 als Spross einer alten ungarischen Adelsfamilie geboren und starb im Jahre 1864. Er hat die Zeiten durchgemacht, wo das Magyarentum durch die Revolution des Jahres 1848 versuchte, sich selbstständig zu machen. Er hat die ganze Rückwirkung dieser Revolution, die Niederwerfung Ungarns durch Österreich durchlebt, bis der große ungarische Staatsmann DCak die Möglichkeit gefunden hat, eine Konfiguration im Staatswesen Österreichs zu schaffen, welche das Zusammenbestehen der österreichischen und der ungarischen Länder in der heutigen Form ergab. Diese Gestaltung der österreichisch-ungarischen Monarchie ist recht kompliziert und eine weitere Erläuterung würde hier zu weit führen. Madäch hat mit ganzer Seele an dieser ungarischen Entwicklung teilgenommen und starb im Jahre 1864, kurz nachdem nochmals der Versuch gemacht worden war, eine Zentralisierung zu errichten, der missglückte, worauf dann - allerdings nach Madächs Tode - der österreichisch-ungarische Dualismus geschaffen worden ist. Madäch hat früh angefangen, politische Artikel zu schreiben, und daran können sie erkennen, dass er sich an den Angelegenheiten seiner Nation beteiligt hat. Er war seiner Gesinnung nach einer derjenigen Magyaren, die für die Entwicklung des Magyarentums zur Selbstständigkeit eingetreten sind, also für Verhältnisse, die zum Teil erst durch Franz DCak erreicht worden sind. Er empfand es in tiefster Weise als eine seiner Nation angetane Schmach, dass unter dem sogenannten Bach'schen Regime germanisiert und das Magyarentum in Ungarn absolut nicht berücksichtigt wurde. Madäch hat persönlich in einer nicht angenehmen Weise die Bekanntschaft mit der Österreichischen Reaktion gemacht. Er hat sich zwar nicht persönlich an der Revolution von 1848 beteiligt, aber aus einem großen und schönen Herzen heraus sich eines Flüchtlings angenommen, der beteiligt war und Unterschlupf auf dem Gute des Madäch gesucht hatte. Anfangs der fünfziger Jahre hat Madäch sich verheiratet, in einer Weise, die man nur als eminent glücklich bezeichnen kann. Nun trat in  Ungarn eine Verfolgung der Leute ein, welche sich an der Revolution beteiligt hatten. Als man erfuhr, dass Madäch einen Flüchtling beherbergt hatte- der Flüchtling wurde nicht mehr gefunden -, machte man ihm den Prozess und warf ihn in den Kerker. Im Kerker hat er wunderbar zarte Gedichte geschrieben. Er wusste nichts von seiner Heimat, keine Nachricht kam ihm zu. Ein Ton der Hoffnung geht aber durch seine Gedichte, dass er die wiederfinden werde, denen er entrissen wurde, und namentlich die, welche er so sehr liebte, seine Frau. Es war eine große Enttäuschung für ihn, dass gerade seine Frau während der Zeit seiner Gefängnis-Haft ihm untreu geworden war, sodass er sich nachher von ihr trennen musste. So hat Madäch äußerlichen und innerlichen Schmerz ertragen müssen. Deshalb hat er auch die Verhältnisse seiner Zeit so gegeißelt; und man möchte sagen, alles, was sich an furchtbaren, recht schmerzlichen Lebensverhältnissen in der Seele des Madäch abgelagert hatte, hat er in seiner Alagödie des Menschen» zum Ausdruck gebracht. So sehen wir, wie diese Tragödie durchdrungen ist von jenem Gefühl, das man haben kann, wenn man über die weiten Puszten fährt, wo man das Unendliche fühlt, aber keinen eigentlichen Ruhepunkt findet. Wie er die «Tragödie des Menschen» darstellt, ist für eine Persönlichkeit, die aus unserer Zeit, und zwar aus einem elementaren Volk heraus geboren wurde, sehr charakteristisch. Wir sehen, wie uns vorgeführt wird die Schöpfung, wie sie entlassen wird aus der Hand des Vater-Gottes. Nachdem diesen gepriesen haben seine dienenden Geister für die Herrlichkeit, die er ins Werk gesetzt, tritt Luzifer ihm entgegen und betont: Ich bin so alt wie du; du hättest nicht schaffen können in deiner An, ohne das negative Prinzip, das sich immer entgegenstemmte, und das, was in der Entwicklung ist, in feste Formen prägt. Ohne das hättest du nicht schaffen können. - Wir sehen dann, wie der Mensch innerhalb des Paradieses auftritt als Adam und Eva; wir sehen, wie Gott dem Luzifer zwei Bäume übergibt, vor allem den Baum der Erkenntnis. Es wird in schönen Bildern dargestellt, wie Adam und Eva von dem Bäume der Erkenntnis genießen, wie sie dann aus dem Paradiese vertrieben werden und nun in die Welt hinausgestellt sind, in der sie sich durch ihre eigene Kraft durchbringen müssen. Adam und Eva haben vor sich die Notwendigkeit, durch ihre Hände zu schaffen und zu wirken und sich so in der Welt durchzubringen. Da tritt Luzifer wieder auf. Adam, der den Drang hat, zu erfahren, was eigentlich aus dieser Welt wird, in die er hineingestellt ist, wird von Luzifer in einen Traum  gewiegt, in welchem ihm in Bildern von überwältigender Größe vorgeführt wird, was der Mensch in der Vergangenheit durchgemacht und in der Zukunft noch durchzumachen hat. Zuerst erscheint das alte Ägypten; Adam als Pharao, rings um ihn Sklaven. Die Gattin eines der Sklaven ist Eva. Die ganze Tragik dieser Menschheitsepoche tritt vor Adams Seele. Er empfindet die furchtbare Schicksalsfügung, die sich ausdrückt in den Worten: Millionen für einen Einzigen - einer über Millionen. - Seine Seele eilt hinweg von diesem Bilde und sieht sich wieder in eine spätere Epoche versetzt. Adam ist wieder verkörpert in Miltiades im alten Athen. Miltiades hat eben eine große, ruhmvolle Tat hinter sich; er findet in seiner Gattin die wiederverkörperte Eva, die den Sohn lehrt, welches die Tugenden des Vaters sind. Um ihn herum eine demagogische Masse. Er wird als Verräter angeklagt, verurteilt und zum Tode geschleppt. Weiter tritt Adam im Träume eine spätere Zeit des römischen Kaisertums entgegen. Da wird er uns vorgeführt, wie er in der römischen Kaiserzeit lebte. Eine Szene furchtbarer An. Macht hatte Adam angestrebt als Pharao; als Miltiades hatte er gesehen, wie wesenlos alles isg hatte die großen Enttäuschungen durchgemacht, die ein Volksbegliicker durch Volksverrät durchmachen kann. Nun will er ein schwelgerisches Leben führen, in allen möglichen Gestalten das Böse haben. Er wird uns vorgeführt in schwelgender Gesellschaft, Eva als Freudenmädchen. Draußen wird ein an der Pest Gestorbener vorbeigetragen; ein Freudenmädchen drückt einen Kuss auf seine Lippen. Das ganze Leben und Tun eine furchtbare Vermessenheit. Und in diese Zeit fällt die Rede des Apostels Petrus. Wir sehen uns im Beginne der Ausbreitung des Christentums. Unter denen, welche gesehen hatten, wie die Dirne den Leichnam küsste, befand sich auch Petrus. Er trat vor und sagte: «I)ie Pesg Verwegene, atmest du da ein.» Dann sprach Petrus noch Worte, die die Sache blitzartig beleuchten: «Du feig' Geschlecht, du elendes Gezücht! So lang dir Glück und Freude lächelt, gleich Den Fliegen in der Sonne, unverschämt, Das Gott und Tugend dreist mit Füßen trit¢ Doch wenn Gefahr an deine Türe pocht, Der wucht'ge Finger Gottes dich berührt, Sich feig' verkriecht, und jämmerlich verzweifelt, Fühlst du denn nicht, wie schwer des Himmels Strafe  Schon auf dir lastet? Schau nur, schau dich um, Die Stadt verödet, rohes fremdes volk Zertritt die goldnen Saaten, alle Ordnung Ist aufgelöst, niemand befiehlt und niemand Gehorcht. Mit hocherhobnem Haupte schreiten Durch stille Friedensstätten Raub und Mord, Entsetzen, bleiche Sorge hinterher. Und Himmel, Erde, Allewelt versagt In diesen Nöten Mitleid, Hilfe dir. Nicht wahr, vermagst mit geilem Sinnesrausch Nicht einzuschläfern jene ernste Stimme, Die alle Tiefen deines Innern aufwühlt Und dich zu bess'rem Ziel vergeblich drängt? Nicht wahr, du fiihlest nicht Befriedigung, Nur Ekel weckt die Wollust dir im Herzen? Du schaust dich ängstlich um, die Lippen stammeln ... Umsonst, an deine alten GÖtter mangelt Der Glaube dir, sie sind zu Stein geworden. (In diesem Augenblick zerfallen die Götterstatuen in Staub.) Ihr Bild zerfällt in Staub, und nimmer findest Du eine neue Gottheit, die aufs Neue Dich aus der Schlacke reinigend erhöbe. Schau dich nur um, was wütet in der Stadt Verheerender noch als die Pest? Unzähl'ge Erheben sich von ihrem weichen Pfühl, Um mit verwilderten Anachoreten Die Wüsten der Theba'is zu bevölkern, Don suchend, was noch ihre stumpfen Sinne Erregen könnte, sie erheben möchte. Du wirst, o ausgeartetes Geschlecht, Spurlos vom Schauplatz dieser Welt verschwindenm ·Das Bild zerfällt in Staub, das ist der Blitzstrahl, der durch die Rede des Petrus in diese Periode hineinfällt. Auch von diesem Bilde wendet sich Adam weg, den Kreuzzügen zu. Hier sieht er dann, wie das Christentum sich in äußeren Formen verkörpert.  Dann sieht er sich als Kepler, umgeben von der Eitelkeit des Hofes. Dann tritt er uns entgegen in der Französischen Revolution als Danton; Eva als die Schwester des Marquis. Er eilt weg von diesem Bilde, kommt nach London und sieht sich in der Zeit, in welcher der Materialismus aufkommt, die Freiheitsidee Boden gewinnt und man die Welt durch sie erlÖsen will. Er wendet sich auch von diesem Bilde ab und kommt in eine andere Situation, wo die Menschen nur der Nützlichkeit leben, wo sie gleichsam nur noch wie Nummern nebeneinanderstehen, wo alles, was Wärme hat, geflohen ist, und nur noch Gedankenchimären übrig bleiben. Endlich beim letzten Bilde, am Ende der Erdenzeit angekommen, da sind die übrig bleibenden Menschen wie Eskimos halb vertiert, so also stellen sich ihm die Fortgeschrittenen, ihr Werden, ihre Macht selber dar, als solche dratzenhafte Wesem sieht er sie in zukünftigen Zeiten durch die Welten schreiten. Als er aufwacht, will er sich töten. Nun kommt dasjenige, worauf ich eigentlich aufmerksam machen will, weil es die Notwendigkeit theosophischer Entwicklung in unsrer Zeit zeigt. Eva gesteht nach dem Träume dem Adam, dass sie sich [als] Mutter fühle. Darüber ist er ganz beglückt und hört sich nun selber sagen: Ich will nicht weiterforschen in dem, was vor uns liegt, in dem narurgesetzlichen Werden, ich will zufrieden sein damit, in der Gattung weiterzuleben. - Und in der Tat, das, was wie eine An Lehre hier dem Menschen gegeben wird: Forsche nicht, o Mensch, vertraue auf das, was dir gegeben ist ... es ist enthalten in den Worten, die der Herr spricht: ·Forsch' nicht nach dem Geheimnis, welches deinem Sehnsüchtigen Blicke giit'ge Gotteshand Mit weisem Sinn wohlwollend hat verhüllt. Denn sähest du, dass deine Seele sich Auf Erden nur vorübergehend birgt, Und jenseits ew'ges Leben deiner harrt, Wär's keine Tugend mehr, allda zu leiden. Und wenn du wiedersähest, deine Seele Verrinnt in Staub, was sollte dir ein Sporn sein Dem rohen Vollgenuss des Augenblicks Für sittliche Ideen zu entsagen? Während du jetzt, wo deine Zukunft dir  Durch graue Nebel nur entgegenschimmert, Wenn deines Daseins Last dich niederdrückt, Vom Hochgefühle der Unendlichkeit Getragen wirst. Und sollte hie und da Dieses Gefühles Stolz zu weit dich führen, So setzt die Spanne Lebensfrist dir Schranken Und Seelengröße, Tugend sind gewahrtm Wir haben in der «Tragödie des Menschen» eine Dichtung von wirklicher Größe vor uns. Versenkt darin liegt aber auch etwas von der Traurigkeit, die nur möglich ist bei einer Persönlichkeit, die so tiefen Schmerz erfahren hat wie Madäch, und dadurch prädestiniert worden ist, das Werk so zu schaffen. Was wäre möglich, wenn der Mensch die Welträtsel bis zu einem gewissen Grade lösen würde, sich Antwort geben könnte auf die Frage: «Was wird aus der Entwicklungh Die besten Geister sind dadurch, dass sie keine Antwort fanden, zum Pessimismus gekommen. Und jetzt frage ich: Ist nicht auf eine solche Frage, wie sie sich aus der schönen, herrlichen, kraftvollen, aber unbefriedigenden Dichtung ergibt, die schönste Antwort: die Theosophie geworden? Beweist nicht der Dichter Madäch die Notwendigkeit der Theosophie in unserer Zeit, der sagt: «Was wäre es auch, wenn wir blicken würden auf die Wert- und Ziellosigkeit des Daseinsh Und nun blicken wir mit der theosophischen Weltanschauung nicht nur in die Tiefen, die hinuntergehen bis zu den Eskimos, sondern sehen auch, wie sich die Menschheit hinaufheben wird zu immer höheren Stufen der Entwicklung, zu höheren geistigen Sphären. Denken Sie sich einmal, welche Bedeutung es gehabt hätte, wenn in einer Stunde, wo Madäch es hätte fassen können, vor seine Dichterseele getreten wäre, was im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts der Menschheit gegeben worden ist? Es wäre etwas für das Herzblut gewesen; und mit Herzblut hat Madäch seine Dichtung geschrieben. Noch ein paar Züge möchte ich erwähnen bezüglich des Kongresses. Wenn man diesen Budapester Kongress mit den früheren vergleicht, so bemerkt man, dass in Bezug auf Denkweise und Auffassung des Verhältnisses von Theosophie und Wissenschaft ein gewaltiger Umschwung sich vollzogen hat. Insbesondere ist dieser Umschwung bemerkbar geworden durch unsere siebenjährige deutsche Arbeit und die Hilfe unserer  wissenschaftlichen Mitarbeiter, die wesentlich zu dieser Umgestaltung des Verhältnisses zwischen Theosophie und Wissenschaft beigetragen haben. Doktor Uriger hat einen Vortrag gehalten über «Theosophie als Lebenskraf>, in welchem er gezeigt hat, wie man, wenn man in wissenschaftlichem Geiste denkt, durchaus dieselbe Gesinnung gegenüber der Anerkennung des Erfahrenen finden wird in der Theosophie wie auch in den übrigen Wissenschaften. Er hat gezeigt, wie ein gerade so großes Stück Glaube und Autorität in den übrigen, sogar den NaturWissenschaften stecken muss, wie zum Beispiel darin ist, wenn eine theosophische Gemeinde irgendjemandem, der die okkulte Welt erforschen kann, zuhört und sich zu dem bekennt, was er aus seinen Forschungen mitzuteilen hat. Eine schöne Auseinandersetzung über Theosophie und Wissenschaft hat unser Freund Dr. Unger in seinem Vortrage gegeben. Dann hat unser Freund Dr. Peipers in zwei Vorträgen, die von Lichtbildern begleitet waren, gezeigt, wie sich das in der Wissenschaft als praktisch erweist, was durch die theosophische Bewegung gelehrt wird. Er hat ausgeführt, wie durch die okkulte Anatomie und die okkulte Medizin die entsprechenden Wissenschaften unserer Zeit erst wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt werden müssen. Ich müsste viel sagen, wenn ich über die Arbeit unseres so wackeren Mitarbeiters, des Herrn Dr. Peipers, Näheres mitteilen wollte. Ich möchte endlich noch sagen, dass aus den verschiedenen Diskussionen, die angeregt worden sind, nicht viel geworden ist. Es zeigte sich wenig Interesse, die aufgeworfenen Fragen besonders zu diskutieren: 1. Ob ein Journal gegründet werden soll in den bedeutendsten Sprachen, die innerhalb der theosophischen Bewegung gesprochen werden und in Esperanto, und 2. ob man nicht Schulen gründen sollte, in denen geeignete theosophische Redner ausgebildet werden können. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass ich mich an diesen Diskussionen nicht beteiligt habe, da Sie alle wissen, dass ich mir von Diskussionen nicht viel verspreche. Dann hat Frau Wolfram - Leipzig - über die okkulten Gründe der Sage von Jristan und Isolde» gesprochen. An den Kongress reihten sich zwei öffentliche Vorträge, einer von Misses Besant über ·NVege in die geistige VVelt» und einer von mir über  ·Die westlichen Wege der Einweihungm Diese öffentlichen Vorträge waren verhältnismäßig außerordentlich gut besucht. Im Großen und Ganzen konnte ich nur den Geist unserer Zusammenkunft in Budapest charakterisieren. Es war für uns befriedigend, dass die Theosophen Europas sich wieder einmal getroffen haben, wenn auch nur eine kleine Zahl derselben.  PERSÖNLICHER BERICHT ÜBER DEN BUDAPESTER KONGRESS, 30. MAI BIS 2. JUNI 1909 von Alice Kinkel Budapest, die von der Natur so reich mit Schönheit und Poesie bedachte, wundervolle, ungarische Hauptstadt, die so gerne darum zum Abhaltungsplatze für Kongresse und Versammlungen gewählt wird, sie sah nun auch in ihren gastfreien Mauern die von europäischen und überseeischen Sektionen zusammengeströmten Theosophen der verschiedensten Nationen, die - etwa 250 an der Zahl - gekommen waren, um den Festsaal der Pester-Lloyd-Gesellschaft dem fünften Kongress der FÖderation der Europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft beizuwohnen. Es soll gleich an den Anfang dieses Berichts gestellt werden, dass die ungarische Sektion sich ihrer schweren Aufgabe der Veranstaltung eines Kongresses vortrefflich gewachsen gezeigt hat, und den theosophischen Brüdern und Schwestern in Liebe und Herzlichkeit den Aufenthalt in der von den Donaufluten bespülten, prachtvollen Stadt so angenehm und reichhaltig als nur irgend möglich gemacht hat. Das Programm, das eine Fülle geistiger Genüsse anzeigte, wird dieses am besten selbst bestätigen. Der Samstag-Abend vereinigte die Teilnehmer bereits zu einer zwanglosen Zusammenkunft geselliger Art, in den Sälen des Hotels Bristol, die Gelegenheit zur Begrüßung und Anschluss der Mitglieder untereinander bot und durch die Anwesenheit von Frau Besant und Herrn Dr. Steiner verschönt wurde. Französisch, ungarisch, englisch, holländisch, italienisch, russisch und deutsch wurde da lebhaft geplaudert und Wiedersehen gefeiert und Bekanntschaft und geistige Bruderschaft geschlossen. Von deutschen Zweigen waren Berlin, München, Stuttgart, Leipzig, Regensburg vertreten. Besonders zahlreich hatten sich Holland (ca. 35), auch Frankreich, Italien und England eingefunden. Das Programm des ersten Kongresstages wickelte sich folgendermaßen ab: Die Einleitung bildeten Musikvorträge eines trefflichen ungarischen Männerchores, diesen folgte die herzliche Begrüßungsansprache in französischer Sprache des Vizepräsidenten der ungarischen Sektion,  Herr Stark. Als Präsident des Kongresses wurde zu unser aller Freude Frau Besant gewählt als Vizepräsidenten galten abwechslungsweise die Generalsekretäre der verschiedenen Sektionen. Warm und herzlich klangen die Worte, mit denen Frau Besant den Kongress eröffnete und die Anwesenden der verschiedenen Länder, besonders die ungarischen Brüder und Schwestern, begrüßte. Nach ihr taten dieses in ebensolcher Weise die Vertreter der einzelnen Sektionen - für England Miss Shaft in Englisch und so jeder in seiner Landessprache, was einen ebenso sympathischen Eindruck machte wie die Idee der Theosophie, den Zusammenschluss von Menschen aller Nationen zu einem gemeinsamen Zweck, in würdig schöner Weise zum Ausdruck brachte. Für Russland sprach Fräulein Kamensky, als franz[ösischer] Vertreter Herr [Blech], italienischer Prof[essor] Penzig, deutscher Dr. Steiner, ungarischer Herr Ägoston, holländischer Herr [Cnoop Koopmans], auch der skandinavische, finnische, bömische und bulgarische Abgesandte fand in seiner Muttersprache liebe Worte der Begrüßung für die Versammelten. Der Sekretär der FÖderation, Mister Wallace, gab seinen Bericht und verlas die verschiedenen Gliickwunsch-Telegramme, worunter sich auch ein solches aus Adyar befand. Den Vormittag schloss der Festvortrag von Frau Besant, in welchem sie mit den all ihr zu Gebote stehenden glänzenden theosophischen und rhetorischen Mitteln die Einheit der Theosophie, der theosophischen großen Lehrer (besonders Dr. Steiner und Frau Besant) sowie der hinter der theos[ophischen] Bewegung stehenden Meister, mit Kraft, Herzlichkeit und in Gefühl und Seele der Menschen eindringender Gemütswärme betonte und zum Ausdruck brachte und speziell ihre Einheit und Einigkeit mit Dr. Steiner immer wieder hervorhob. Als Ausdruck derselben lud sie ihre Schüler und diejenigen von Dr. Steiner zu einer gemeinsamen esoterischen Stunde von Frau Besant auf den Nachmittag ein. Die wichtigsten Hauptpunkte ihres Vortrages waren die Theosophie an sich, ihre und daher unsere Aufgabe in der Gesellschaft selbst und in der Welt draußen. Wir sollen sein für die Menschheit ein Licht auf einem Berge, das den anderen leuchtet, und wir sollen Brüderlichkeit und Geduld in der Gesellschaft üben und ausbilden und keine Kritik. (Der Vortrag von Frau Besant wird wohl gedruckt werden.) Um ein Uhr versammelte nach den geistigen Genüssen der Speisesaal uns alle zu festlichem Mal.  Der Nachmittag rief uns nach Ofen hinüber zur esoterischen Stunde der Frau Besant, in die herrliche parkumgebene Villa des Prof[essors] Zippernowsky, bei welchem Frau Besant wohnte und wo wir sehr gastlich empfangen wurden. Tee um halb sieben Uhr lautete das Programm und acht Uhr Vortrag von Dr. Peipers aus München über «Okkulte Anatomie und Medizin». Auch hier Entsprechung von Mikrokosmos und Makrokosmos. Der Pfingstmontag brachte den Festvortrag von Herrn Dr. Steiner «Von Buddha zu Chrisrus», ein Vortrag, so gewaltig, so herrlich, so weite und tiefe Ausblicke gebend, wie wir es bisher nur in engstem Kreise hören durften. (Meine Nachschrift dieses Vortrages steht für einen der nächsten Zweigabende zum Vorlesen zur Verfügung, wodurch der gewaltige Gesamteindruck am besten wiedergegeben werden dürfte.) Der Vormittag schloss mit der Vorlesung des französischen Vortrages «Qudques notes sur l'application de la photographie a l'Ctude des phcnomCnes psychüµes», der manches interessante Material barg. Nach Tisch brachte die niederländische Gruppe ihren Rapport über «Theosophie und Erscheinung» vor und fanden Diskussionen über «Kindererziehung» und «Fotografim statt. Sehr schön, poetisch und reich an Inhalt in der uns angenehm bekannten packenden Weise sprach Frau Wolfram über «Das Mysterium der Liebe - Tristan und Isolde und deren okkulte Bedeutung und Bezichungm Am Morgen wurde noch von Frau Besant verkündigt, dass Herrn Dr. Steiner in Anbetracht seiner Verdienste um die theosophische Literatur die Subba-Row-Medaille verliehen worden ist. Zum Abend hatte die ungarische Sektion uns alle zur Vorstellung ins Nationaltheater in das Stück «Die TragÖdie des Menschem (von Madäch) eingeladen, und uns dadurch einen schönen künstlerischen Genuss bereitet. Den dritten Kongresstag eröffnete Dr. Ungers Vortrag über «Theosophische Lebenskriifte». Der Eindruck seiner Rede möge mir die Worte gestatten: Freuen wir uns, dass wir solch starke, gute, geistige Kraft als Arbeiter in Stuttgart haben. Nach ihm behandelte Frau Windust aus Holland in englischer Sprache das sehr interessante Thema «ljie Druiden, deren Symbolismus und  Mysterien»; leider waren Stimme und Vortragsweise der Dame nicht sehr verständlich. Sehr interessant und anregend war die Rede der Russin Madame Vunkowsky in französischer Sprache über Bedeutung und Zusammenstimmung von Farben, Zahlen und Tönen. Ihre Vorführungen, die sie auch neben Bildern durch Musikproben - die Dame ist eine geniale ViolinKünstlerin - unterstützte, wurden, da sie so großes Interesse erregten, am Nachmittage fortgesetzt und boten viel Lehrreiches. Darauf wurde über Gründung einer theosophischen Schule zur Heranbildung von Lehr- und Propaganda-Zwecken sowie über Gründung eines theosophischen Weltblattes in ev[entuel1] Esperanto-Sprache, ohne Beschluss, diskutiert. Diesen schloss sich ein Vortrag des Herrn Joseph Migray über Moderne Erkenntnistheorie und Theosophie» an. Der Abend brachte den öffentlichen, sehr gut besuchten, gewohnt schönen Vortrag von Frau Besant, der inhaltlich eine Zusammenfassung der von ihr in ihrer «Swdie des Bewusstseins» niedergelegten Begriffe und theos[ophischen] Ideen genannt werden kann. (Fr[äulein] Völker kann über den Inhalt des Buches vielleicht einiges sagen.) Auch der letzte Kongresstag hatte für uns eine Fülle des Schönen und Erhebenden vorgesehen. Erstens: Zweiter Vortrag des Herrn Dr. Peipers über das schon angegebene Thema. Zweitens: Vortrag von Frau Besant: «The Christ - who is he?». Sie entwickelte darin im Wesentlichen in wundervoller Fassung und Ausdrucksweise die uns durch Herrn Dr. Steiner bereits mitgeteilten Gesichtspunkte über die Individualität des Christus und seiner Sendung für die Menschheit der Gegenwart (Ausbildung des «Ichbin-Prinzips»). Ehe zum letzten gemeinsamen Mittagsmahl geschritten wurde, fand die fotografische Aufnahme der sämtl[ichen] Teilnehmer des Kongresses statt; und so viel ich nach eigenem Anschauen des Probebildes darüber sagen kann, ist sie sehr gelungen. Um drei Uhr sprach Frau [Sheilds] aus Berlin kurz über das «johannes-Evangeliumm Nach ihr Herr Dr. Steiner über die eigenartigen Bildwerke des nordischen Künstlers und Mitgliedes Herrn [Heyman], die in für den Okkultisten erfreulicher Weise unbewusst in höheren Welten Geschautes wiedergeben.  Hier darf vielleicht noch erwähnt werden, dass der Festsaal mit Bildern theosoph[ischer] Künstler in schöner, sehr interessanter An geschmückt war. In franz[ösischer] Sprache las Frau Kamensky aus Petersburg über ·La philosophie russe et la theosophie». Den offiziellen Schlussakt bildeten Frau Besants Abschiedswort an die Anwesenden und die Erwiderung darauf vom Leiter der ungarischen Sektion. Es war eine schöne Zeit für uns alle gewesen, die hoffentlich die theosophische Sache und ihre Menschheitsmission gefördert hat. Zwei wichtige Eindrücke dürfen wir mitnehmen und mitteilen: Die Einheit und Einigkeit von Frau Besant und Dr. Steiner und die schöne Wahrnehmung, wie warm und innig sich Frau Besant dem Christusprinzip genähert hat, und wie sie sich bemüht, es als Gegenwartsprinzip mit aller Kraft zu vertreten. Zwei schöne Ausblicke, die uns die Erinnerung an das Erlebte, das tief in unseren Herzen bleiben wird, dieser inhaltsreichen Tage doppelt Wert machen darf. Der nächste Kongress findet Ostern 1911 in Turin statt. Der öffentliche Vortrag von Herrn Doktor Steiner war nach dem offiziellen Schluss im Kongress-Saal sehr besucht. Das Thema lautete: «Über Geisteswissenschaft - Woher stammen diese Erkenntnisse der geistigen Welten und welcher Weg führt dazu in der Gegenwarth. Eine gewaltige und mächtige Rede, die an die Herzen und an das Denken der Menschen, an ihre Gefühls- und Empfindungsleben mit Tönen und Bildern pochte, wie sie eben in solcher Kraft, Innigkeit und Enthusiasmus für seine heilige Mission nur Dr. Steiner zu geben vermag. Nach dem Vortrag halb neun Uhr wurde ein Ausflug bei Mondschein zu Fuß oder zu Wagen nach dem Blocksberg, GellCrt-hegy, unternommen, dem auch Frau Besant und Dr. Steiner beiwohnten, und [der durch die Fahrt über die Donau, durch die weltberühmte Kettenbrücke], den Ausblick von oben herab auf die wunderherrliche, in fast südlichem Zauber der Beleuchtung und Naturschönheit prangende Stadt mit poetischem Gefühl die Herzen ergriff. Ein Mondenscheinspaziergang auf die Zitadelle, von wo aus man die Stadt, beide Ufer, das Land, den Strom, die Berge und die Heide übersieht, den begleitende Zigeunermusik würzte, erweckte die richtigen schönen und reinen Gefühle, um Abschied zu  nehmen in geeignetem Sinn und Empfinden von einem theosophischen Kongress und seinen Teilnehmern. (Der Zyklus von Herrn Dr. Steiner über «Theosophie und Okkultismus des Rosenkreuzers» fand vom 3. bis 12. Juni 1909 statt. Diese zehn Vorträge sowie der Kongressvortrag wurden nach meinen Notizen dem Archiv übergeben. Den öffentlichen Vortrag vom 2. Juni 1909 habe ich leider nicht mitgeschrieben.)  ACHTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT, BERLIN, 24. OKTOBER 1909, ARCHITEKTENHAUS Bericht in den Jitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben uon Mathilde Scbolk, Nr. 10/1910 Nach Eröffnung der achten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft durch den Generalsekretär Dr. Rudolf Steiner wurde als erster Punkt der Tagesordnung die Feststellung des Stimmenverhältnisses und damit in Verbindung die Vorstellung der Delegierten der einzelnen Zweige vorgenommen. Fräulein von Sivers verlas die Anzahl der Mitglieder der verschiedenen Zweige und darnach wurde die Zahl der Delegierten festgestellt. Namen des Namen der Zweiges Delegierten Basel, Paracelsuszweig Berlin, Besantzweig Dr. Grosheintz Frl. v. Sivers, Frl. Mücke, Wagner, Tessmah Korth, Selling, Frau von Lichtenberg, Frau von Bredow, Frl. Voigt, Frau von Reden, Werner, Seiler, Walther [Oscar] Grosheintz Peelen, Frau Berendt Dr. Hermann Schuster Zahl der Daher verMitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl 26 3 316 14 Bern, Johannesloge Bonn Bremen Breslau Kassel 23 2 16 2 16 2 14 2 25 2  Namen des Namen der Zahl der Daher verZweiges Delegierten Mitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl Köln Koblenz Dresden (Gral) Dresden (Dante) Eisenach Elberfeld Essen Esslingen Frankfurt Hamburg Hannover Heidelberg Freiburg Karlsruhe Leipzig Lugano Mannheim Malsch Mülhausen München I Frl. Scholl Peelen Almer Frau Wandrey, Baronin Locella Frl. von Sivers von Damnitz Zimmermann Frau Kinkel Frl. Stenzel Scharlau, Dibbern Dr. Hiibbe-Schleiden, Eggers Frl. von Sivers Frl. von Sivers Frau Wolfram, Dannenberg, Daeglau Wagner Arenson Frl. von Sivers Frl. von Sivers Frl. Stinde, Gräfin Kalckreuth, Dr. Peipers, Frau v. Tschirschky, Frau Hofrat Walther Baronin Gumppenberg Baronin Gumppenberg 31 3 12 2 11 2 7 2 10 2 21 2 9 2 13 2 30 3 43 3 55 4 29 3 10 2 30 3 56 4 9 2 11 2 15 2 11 2 101 6 München II München III 19 2 16 2  Namen des Namen der Zahl der Daher verZweiges Delegierten Mitglieder treten durch des Zweiges Stimmenzahl München IV Nürnberg Pforzheim Stuttgart I Stuttgart II Stuttgart III Straßburg I Straßburg II Weimar Wiesbaden Zürich Bielefeld Düsseldorf I Düsseldorf II St. Gallen Elkan Kopp Arenson Arenson Frl. Völker Kieser Frl. von Sivers Frl. von Sivers Frl. von Sivers Frl. von Sivers Grosheintz Lindemann, GÖdecke Frau Smits, van Leer, Tabuschat Ahner Kiem 9 2 60 4 19 2 58 4 65 4 24 2 7 2 10 2 8 2 8 2 26 3 15 2 31 3 17 2 22 2 Gesamtzahl der abzugebenden Stimmen 122 Einfache Majorität 61 Zweidrittel-Majorität 81 An die offiziellen Begrüßungsworte, die der Vorsitzende, Herr Dr. Rudolf Steineg an die Versammlung richtete, knüpfte er die folgende, ihrem wesentlichen Inhalte nach hier wiedergegebene Eröffnungsrede: «Meine lieben theosophischen Freunde! So wie ich in der vorjährigen Generalversammlung darauf hinweisen durfte, dass wir in das siebente Jahr des Bestehens unserer Deutschen Sektion eintreten, können wir bei der Eröffnung der diesjährigen Versammlung davon sprechen, dass wir nun das siebente Jahr unseres Be stehens als Deutsche Sektion hinter uns haben. Bei dieser Gelegenheit darf wohl von vornherein bei Theosophen vorausgesetzt werden, dass sie ein Gefühl haben für das, was man eine zyklische Entwicklung der Ereignisse nennt. Demnach bedeutet also unser heutiges Zusammensein, nachdem der erste siebenjährige Turnus abgelaufen ist, eine besondere Art von Feier und Weihe. Bei einer solchen Gelegenheit darf es vielleicht geschehen, dass nicht bloß dasjenige, das Sie ja als Selbstverständlichkeit betrachten mögen, geschieht, nämlich dass Sie vom Generalsekretär aufs Herzlichste begrüßt werden, sondern es ist wohl nach Ablauf unseres siebenten Jahres am Platze, noch auf manches andere hinzuweisen. Wahrlich, ein solcher siebenjähriger Zyklus, wie er eben abgelaufen ist, kann uns über so mancherlei belehren. Es wird daher nicht überflüssig sein, wenn bei dieser Gelegenheit auf einige der Lehren hingewiesen wird, die uns durch die Ereignisse gegeben worden sind. Diejenigen unter Ihnen, die mitgemacht haben an den verschiedensten Orten das theosophische Leben innerhalb unserer Deutschen Sektion, werden bemerkt haben, dass dieses Leben eine Entwicklung durchgemacht, eine Verwandlung erfahren hat. Diejenigen, die solches können, durch ihre lange Mitgliedschaft, mögen sich erinnern an die Art und Weise, wie wir vor sieben Jahren mit dem Leben der Theosophischen Gesellschaft hier in Deutschland angefangen haben. Wer verschiedene Vortrags-Zyklen mitgemacht und dabei die Vergleiche gezogen hat, wie gesprochen werden konnte in den letzten Zyklen gegenüber der Art und Weise, wie am Anfang der Bewegung gesprochen werden musste, wird einen großen Unterschied bemerken. Es musste eben aufgestiegen werden allmählich von der Betrachtung niederer Sphären der Erkenntnis zu höheren. Vor Jahren musste noch abstrakter und schematischer gesprochen werden, als dies jetzt geschieht. Die Anfangsgründe der Theosophie mussten damals so dargelegt werden, dass sie jeder aufnehmen konnte. Nun aber können wir uns auch so intime Lehren aneignen, wie sie vor einigen Monaten in München oder in Basel vor uns hingetreten sind. Wie viele Mitglieder hätten das, was da gesagt wurde, am Anfang der Bewegung noch als wilde Phantasterei aufgefasst. Es muss also ein erheblicher Umschwung eingetreten sein, den wohl ein jeder zu bemerken in der Lage ist. Das ist eine durchaus gerechtfertigte Sache; denn die theosophische Bewegung würde nicht vorwärtskommen, wenn sie nicht aus sich selber heraus nicht bloß der Zahl, sondern auch  dem inneren Gehallte nach wachsen könnte. Es muss uns gerade diese Tatsache nahebringen, dass die theosophische Bewegung nichts ist, was auf einem einmal vorliegenden dogmatischen Buch oder einer Lehre fußt, sondern etwas ist, was wie ein Organismus immer neue Glieder ansetzt. Wir dürfen aber auch auf eine gewisse Fruchtbarkeit der Bewegung zurückblicken. Was darüber zu sagen ist, kann man entnehmen aus gewissen Zahlen, die sich auf unsere Arbeits-Verhältnisse beziehen. Ich habe mir aufgeschrieben die Zahl derjenigen Mitglieder, welche direkte Arbeit leisten, durch Vorträge und so weiter, die Zahl ist auf zwanzig gestiegen, und dabei sind nur diejenigen Mitglieder gerechnet, welche ihre Tätigkeit auf die verschiedenen Orte schon ausdehnen. Dazu käme dann noch die weitgehende und große Arbeit in den einzelnen Logen. Kaum einer von den zwanzig Mitarbeitenden ist vor sieben Jahren schon durch mündliche Vorträge tätig gewesen. Dies gibt uns ein Bild davon, dass wir doch etwas erreicht haben, dass die theosophische Bewegung seit ihrem Bestehen fruchtbar geworden ist. Solches ist aber auch nach vielen anderen Richtungen hin geschehen. So sind wir zum Beispiel in die Lage gekommen, unsere Tätigkeit auch dadurch zu erweitern, dass wir die sogenannten Kunststile eingerichtet haben. Herr Wagner wird uns nachher wohl einiges über diese neue Einrichtung, soweit sie Berlin betrifft, sagen. Diese Veranstaltungen sollen solchen Personen, welche noch der Theosophie ferne stehen, Künstlerisches vorführen, das vom theosophischen Hauch durchzogen ist. Da werden erzählt Mythen und Sagen, da wird für die, welche aus dem kleinen Leben des Alltags herankommen, ein kurzer Abriss in populärster Form über die theosophische Lehre gegeben und so fort. Ohne Zweifel darf gerade diese Art werktätiger, geistiger Arbeit Nachahmung und Fortbildung erfahren. Es ist sehr erfreulich, wenn einfache Leute von der Straße hereinkommen, um mit Freuden die Grundbegriffe der Theosophie in sich aufzunehmen. Das ist auch eine richtige Art der Verbreitung der theosophischen Arbeit, aber sie muss in durchaus anspruchsloser Weise geschehen. Geschähe sie in prätentiöser Weise, so würde sie nicht fruchtbar wirken. So aber ist sie eine wahrhaft praktische Einrichtung. Es handelt sich eben darum, dass das, was im Sinne der Gegenwart geschehen soll, auch wirklich geschehe. Endlich war es auch möglich, eine Intention zu verwirklichen, bei der man so recht das Wesen dessen fühlen kann, was in einem siebenjährigen Zyklus liegt. Vor sieben Jahren wurde nämlich einmal in Berlin  von mir ein Vortrag gehalten über SchurCs Drama <Die Kinder des Luziferm Damals schon schwebte hinter diesem Vortrage der Gedanke einer späteren Aufführung. Im siebten Jahre unseres Bestehens nun konnte dieser Gedanke in München verwirklicht werden. So kehrt eben eine solche Bewegung wie die theosophische nach sieben Jahren gleichsam wieder in ihren Anfang zurück. Da kann dann unter Umständen sich das verwirklichen, was einstmals als bloße Intention einem vorgeschwebt hatte. Aber es braucht Geduld, solche Intentionen ausreifen zu lassen. Die Idee einer Aufführung des genannten Dramas vorher zu verwirklichen, wäre durchaus verfrüht gewesen. - Das sind so Dinge, die durch unsere Seele ziehen müssen, wenn wir den Weiheaugenblick des Ablaufes eines siebenjährigen Zyklus erleben. Das sind freilich zunächst bloß die Lichtseiten in der Entwicklung gewesen, aus denen man lernen kann, dass sie, wenn sie sich wirklich als Lichtseiten bewahrheiten, in ruhiger Weise fortgesetzt werden sollen. Viel mehr aber kann man aus den Schattenseiten lernen. Mit dem Wachstum der Mitgliederzahl der Gesellschaft ist sehr leicht ein Missverstehen des innersten Lebensnerves der Kräfte verbunden, die innerhalb der Bewegung spielen sollen. Die Mitglieder selber haben nämlich notwendig die Aufgabe, sowohl dafür zu sorgen, dass innerhalb der Theosophischen Gesellschaft nicht zu stark die Missverständnisse auftreten, und dass andererseits das Wahrheitsgut der Geistesforschung möglichst wenigen Missverständnissen draußen in der Welt ausgesetzt werde. Wir haben wahrlich ein heiliges geistiges Gut zu hüten, das sehr leicht Missverständnissen ausgesetzt werden kann; überall zeigen sich die Symptome solcher Missverständnisse. So erschien zum Beispiel neulich in einer Berliner Morgenzeitung ein Artikel, der zwar dem wirklichen Theosophen höchst langweilig und banal vorkommen muss, worin der Okkultismus dargestellt ist als umfassend Gebiete wie Somnambulismus, Hellsehen, Gedankenübertragung und so weiter. Der Schreiber dieses Artikels ist zwar innerhalb der Journalistenwelt ein berühmter Mann, weiß aber doch im Grunde von Okkultismus so wenig wie ein Buchbinder über den Inhalt der von ihm gebundenen Bücher. So aber musste jener Mann sprechen, wenn man erwägt, was man in der Öffentlichkeit heute Theosophie oder Okkultismus nennt. Aufgabe der theosophischen Bewegung ist es, von der schlecht unterrichteten Menschheit weg zunächst an das besser unterrichtete menschliche Herz und die menschliche Vernunft zu appellieren. Dazu aber muss sich der  Theosoph allmählich den richtigen Takt aneignen. Der Mann, der jenen Artikel schrieb, sagte, er habe in einer Familie ein Kindermädchen getroffen, das tagtäglich die Kinder in den Tiergarten führte und dabei gelegentlich eine Dame traf, die ihr gleich zu erzählen begann über Wesen und Bedeutung des Astralleibes und schließlich dieses Dienstmädchen so zur völligen Überzeugung brachte. - Ich will mich hüten, zu glauben, dass dies einem Mitgliede der Theosophischen Gesellschaft passieren könnte; denn die Theosophen eignen sich wohl allmählich einen gewissen Takt für solche Dinge an. Es ist auch durchaus ungehörig, in dieser Weise für Theosophie Propaganda zu machen; wer dies doch tut, der wird dadurch der theosophischen Bewegung in intensivster Weise schaden. Anders liegt die Sache, wenn man in einem Kunstzimmer systematisch die Theosophie an solche Menschen heranbringt, wie jenes Dienstmädchen einer ist. Bringt man theosophische Tatsachen in solch abgerissener Weise an einen naiven Menschen heran, so wird derselbe dadurch nur beirrt; in seiner Seele wird unter Umständen großes Unheil angerichtet. Dies führt uns aber auch dazu, in noch ernsterer Weise über einen Punkt zu sprechen, der heute schon wichtig ist, in Zukunft aber noch viel wichtiger werden wird. Wir werden daraus auch sehr viel lernen! Dieser Punkt betrifft nämlich das Verhältnis derjenigen, die innerhalb der Gesellschaft lehren und arbeiten, zu denen, die lernen wollen. Wir sind hier an einer schwierigen Stelle. Es kann nämlich leicht passieren, dass gerade durch eine solche Bewegung dasjenige überhandnimmt, was man blinden Glauben nennt, Glauben auf bloße Autorität hin. In dieser Richtung rächen sich die Sünden am allermeisten. Wir wollen bei dieser Gelegenheit auf einen Ausspruch Lessings hinweisen. Dieser fand, dass alle Leute um ihn herum die höchsten Loblieder auf Klopstock sangen. Als er aber einging auf das, was die Leute von Klopstock wirklich wussten, zeigte es sich, dass sie ihn kaum gelesen hatten. In der Theosophie kommt es einzig und allein auf das Verständnis an. Wer innerhalb dieser aus dem eigentlichen Quell des geistigen Lebens heraus verstehen will, wird jenes Wort Lessings, etwas abgeändert, wohl begreifen: NVir wollen weniger gelobt, dafür aber fleißiger verstanden werdenn Dieses Wort sollte sich als eine heilsame Lehre, die sich in den letzten Jahren ergeben hat, tief in unser Herz einschreiben. Wir haben gesehen, wie eine wirklich schätzenswerte Lehrerin auf theosophischem Gebiet ungeteiltes Lob gefunden hat; wir mussten aber auch erfahren, wie sich allmählich  eine heftige Opposition gegen sie geltend machte, freilich außerhalb der Deutschen Sektion. Wenn man nachprüfte, so würde man finden, dass sich hier Folgendes bewahrheitet: Es gab viele, welche in den verflossenen Jahren jene führende Persönlichkeit der Theosophischen Gesellschaft bewunderten und bestaunten. Hätten sich diese Bewunderer öfter in ihr Herz geschrieben: Wir wollen weniger bewundern als verstehen, so hätte sich die nachträgliche Opposition nicht geltend gemacht. Nicht äußere Verehrung und Bewunderung sollen wir den Lehrenden entgegenbringen, sondern deren Verständnis sollen wir anstreben. Wer im wahren Okkultismus bewandert ist, weiß, wie verderblich verständnislose Bewunderung wirkt. Er wird sich sagen, wenn jemand bemüht ist, eine Persönlichkeit nicht bloß zu bewundern und zu verehren, sondern deren Sache zur eigenen zu machen, diese Sache nicht bloß der Persönlichkeit zuliebe, die sie vertritt, anzunehmen, sondern ihrer selbst wegen, der ist auf richtigem Wege. Bloße persönliche Verehrung kann gar leicht in ihr Gegenteil umschlagen. Darin sind die wahren Gründe zu suchen für das Umschlagen so vieler Stimmungen innerhalb der theosophischen Bewegung in ihr Gegenteil. Hören Sie lieber immer auf die Worte derer, die wirklich im Geiste unserer Bewegung wirken, dann wird Ihnen auch klar werden, dass tatsächlich solche weniger bewundert als verstanden sein wollen. Aber die Sache hat eine noch ernstere Seite! Wer anfängt, die Lehren der Theosophie von dem oder jenem zu hören, ist nicht gleich in der Lage, alles zu verstehen. Zu diesem Verständnis gehört zwar nicht Hellsehertum, sondern zunächst bloße Anwendung der gesunden Vernunft. Nur derjenige versteht, der den Willen dazu hat, der mit seiner Vernunft sich darum bemüht. Von meiner Seite ist nichts gesprochen worden, es möge aus noch so hohen Höhen der Geisteswissenschaft stammen, das nicht mit der Vernunft, wenn dieselbe allseitig und unbefangen genug angewendet wird, begriffen oder doch geprüft werden könnte. Wir müssen uns darüber klar sein, dass nicht jeder Geistes-Forscher sein kann, aber das Mitgeteilte muss sich in allen Fällen in vernünftiger Weise prüfen lassen. Allerdings machen gewisse Dinge eine solche Prüfung oft schwierig, so zum Beispiel die hohen Wahrheiten des LukasEvangeliums; aber selbst hier können wir als an einem Beispiel sehen, wie etwa vorgegangen werden kann. Zunächst wird das vom Hellseher Erforschte als bloße Mitteilung aufgefasst. Dieses so ohne irgendwelche Urkunde Aufgezeigte wird dann an den vorhandenen Urkunden geprüft,  in unserm Falle also am Lukas-Evangelium; denn darin ist vom Schreiber dieses Evangeliums in seiner Weise dasselbe gesagt worden, was sich auch aus der unmittelbaren Forschung ergibt. Dies ist zwar vorläufig nur eine annähernde Verifizierung; bei einfacheren Dingen aber kann sie genauer werden. So werden wir sehen, dass sich im Laufe der Zeit die Zeugnisse vermehren werden. Reinkarnations- und Karmalehre soll man am Leben nachweisen; denn allein dadurch können wir sie in richtiger 'Weise an ein größeres Publikum heranbringen. Wenn der Vorwurf gemacht wird, das, was der Geistesforscher sagt, könne nicht anders als auf bloße Autorität hingenommen werden, so ist ein solcher Grundsatz ganz falsch, und man soll ihn überhaupt nicht aufkommen lassen, sondern sich eher sagen: Ich will alle meine Vernunft aufraffen und das Mitgeteilte damit am Leben prüfen. So sollen wir zum Beispiel hingehen und studieren, was über den Zarathustra gesagt worden ist, was uns von der Geistesforschung darüber als große Richtlinien gegeben wird, und es vergleichen mit dem, was Geschichte und Leben darüber zu sagen haben, so wird sich alles schon bestätigen. Ich bin ganz ruhig bei denen, die wirklich die ganze Geschichte zu Hilfe nehmen, um das Gesagte zu verifizieren. Neu aufzufindende Tatsachen können nur neue Beweise liefern. Auch dasjenige, was gestern als kurze Skizze über Anthroposophie gesagt worden isg kann durch Physiologie, Biologie und so fort nur bestätigt werden. Je mehr man solche Wissenschaften in richtiger Weise benützt, umso stärkere Belege werden sich ergeben. Scheinbare Widersprüche sollen zu lösen versucht werden; denn nur für eine ungenaue Prüfung sind es Widersprüche. Dieser Grundsatz ist besonders in meiner demnächst erscheinenden <Geheimwissenschaft> eingehalten worden. Durch nichts wird mehr geschadet, als wenn einem Lehrer eine unbegründete Bewunderung entgegengebracht wird. Dadurch fügt sich nämlich der blinde Gläubige selber Schaden zu, indem er sich nicht entwickelt; noch mehr aber schadet er demjenigen, dem er blind glaubt, den er blind bewundert. Alles nämlich, was als blinde Bewunderung dem Geistesforscher entgegengebracht wird, nimmt sich für diesen selbst aus wie ein Hemmschuh, wogegen der Lehrer in der furchtbarsten Weise anzukämpfen hat. Gegen nichts hat er mehr anzukämpfen als gerade gegen solch blinde Bewunderung, durch die ihm förmlich Steine in den Weg geworfen werden. Dies sollte als ein Geheimnis nach Ablauf des siebten Jahresturnus Euch anvertraut werden! Diejenigen, die prüfen  wollen, die stehen als willige Gestalten vor einem, mit denen kann man weiterkommen. Die anderen aber werfen einem fortwährend Wolken von Hindernissen entgegen, gegen die man sich zu wehren hat. Sie können nur dadurch überwunden werden, dass der Lehrende absolut ehrlich ist. Blinde Bewunderung ist in der Theosophie die gefährlichste Klippe. Der Theosoph muss sich erziehen, dass er ehrlich und streng mit sich selber wird. Solche Dinge müssen sehr ernstlich erwogen werden. Die Lehrer müssen freilich in gewisser Weise auf sich nehmen, was hier charakterisiert worden ist; denn sie sind imstande, allseitig zu prüfen, was ihnen entgegengebracht wird. Persönliche Anhängerschaft gibt es ja immer; aber sie soll den Lehrer gar nicht berühren, er muss sich stark machen gegen sie. Blinde Anhänger sind seine Versucher und Verführer. In dieser Richtung zu denken, muss sich als Grundsatz in der Theosophischen Gesellschaft allmählich herausbilden. Man soll zur Überzeugung kommen, dass man eine heilige Sache vertritt. Nur unter diesem Grundsatz werden wir weiterkommen. - Niemand braucht zurückzuschrecken, der in engerem oder weiterem Kreise lehren will, wenn ein solcher Grundsatz von ihm anerkannt wird. Das ist so etwas, was wir aus den großen Erfahrungen heraus lernen sollen. Unbefangene, vorurteilsfreie Menschen sollen wir auf der einen Seite sein; auf der anderen aber sollen wir die peinlichste Sorgfalt walten lassen bei der Aufnahme dessen, was uns gegeben wird. Solches haben uns die verflossenen sieben Jahre gelehrt. Es soll damit freilich nicht gesagt sein, dass nun ein jeder zurückhalte mit dem Lehren, bis er selber eine Sache verifiziert hat. Man muss eben immer streng unterscheiden zwischen dem, was schon durch die Vernunft, wenn auch nur durch sie, eingesehen werden kann, und dem, was erst späterhin, bei weiterer Entwicklung einzusehen möglich ist. Schlimm ist es, wenn wir die Dinge der Bequemlichkeit halber einfach auf Autorität hinnehmen. Warum werden so viele Medien zu Schwindlern? Sie sind nicht allein Schuld daran, sondern auch die blinden Hörer und Gläubigen. Eines muss der auf okkultem Gebiet Studierende vor allem haben, nämlich die immer mehr sich vertiefende Innerlichkeit des eigenen Selbst. Je mehr blinder Glaube, der nur der Bequemlichkeit entspringt, einem Medium zum Beispiel entgegengeschleudert wird, umso mehr und eher wird aus dem Medium ein Schwindler. Man kann nicht in einem  Maße, das stark genug ist, betonen, wie gerade hier auf diesem Gebiete es wichtig isL den rechten Weg sich als Ideal vorzuzeichnenn Hiermit beschloss der Vorsitzende seine Eröffnungsrede und wies dann in einer kurzen Übersicht auf die äußere Arbeit in den letzten Jahren hin, auf seine verschiedenen Logenbesuche, seine verschiedenen Reisen, besonders auch die nach Österreich. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er ein schönes Erlebnis, das für den Charakter der theosophischen Strömung besonders symptomatisch ist. Er gedachte nämlich des öffentlichen Vortrages in Prag, wo in gleicher Weise Mitglieder der tschechischen wie der deutschen Nationalität anwesend waren und in wunderbarster Eintracht beisammensaßen. Ein alter Herr sagte dem Vortragenden zum Schlusse, dass das, was hier die Theosophie zustande gebracht, sonst in Prag durchaus unmöglich gewesen wäre. Die Theosophie konnte aber jene einander sonst feindlich gegenüberstehenden Menschen an jenem schönen Abend so harmonisch vereinigen. Die betreffende Reise ging dann weiter über Wien nach Klagenfurt. Auch in Wien ging die Arbeit in der friedlichsten Weise vor sich. Und das war in den Tagen, als zwischen den italienischen und deutschen Studenten jene Kämpfe stattfanden, bei denen sogar Schüsse fielen; es war auch die Zeit, wo sich die heftigen Streitigkeiten zwischen Deutschen und Tschechen abspielten. Daraus ist wohl zu ersehen, dass die Theosophie eine Mission hat, nämlich die, den Menschen Harmonie, Frieden und Eintracht zu bringen. Durch die Theosophie kann solches auch zustande gebracht werden. Dann wurde auch hingewiesen auf die bemerkenswerte Tatsache, dass im abgelaufenen Jahre sieben Vortragszyklen stattgefunden haben: In Rom, Düsseldorf, Kristiania, Budapest, Kassel, München und Basel. Ferner wurde dankbarlich derjenigen Mitglieder gedacht, die immer wieder gewirkt haben an den verschiedensten Orten; die vielen anderen aber, deren Namen nicht alle genannt werden können, mögen als Dank hinnehmen den Erfolg, den ihr Arbeiten innerhalb der Theosophischen Gesellschaft gehabt hat, und daraus Anregung zu weiterem tüchtigem Arbeiten schöpfen. Als äußeres bedeutsames Ereignis hob der Vorsitzende auch den Kongress zu Budapest hervor und erwähnte, dass an diesem Kongress ihm für die Schrift ·Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Weltenh, die in englischer Übersetzung vorlag, vom Hauptquartier Adyar die Große Subba-Row-Medaille zugesprochen worden sei, ein  Zeichen, dass zwischen den verschiedenen Lehrern der Theosophie auch Harmonie sein kann, wenn Selbstständigkeit herrscht. Besant und Steiner kommen also offenbar recht gut nebeneinander aus, wenn sie auch verschiedene Wege gehen. Es war eben notwendig, den alten Strom der theosophischen Bewegung mit einer neuen Strömung zu vereinigen, ihr von gewisser Seite her neues Lebensblut zuzuführen. Von irgendeinem leeren Harmoniegerede wird nichts Fruchtbares kommen. Diejenigen, die als Lehrer da sind, die wirken eben, jeder in seiner Weise, zusammen an dem einen großen Werk. Erwähnt wurde des Weiteren die Gründung eines «PhilosophischTheosophischen Verlages», der Fräulein Mücke unterstellt ist und in dem gelegentlich auch ein Abriss über Anthroposophie erscheinen soll. In sehr weihevoller Art nannte der Generalsekretär dann diejenigen unserer lieben Mitglieder, die im Laufe des Jahres den physischen Plan verlassen haben, und knüpfte daran jeweilen eine kurze Schilderung des Verhältnisses der Verstorbenen zur Theosophie, besonders der dahingeschiedenen drei Damen aus Stuttgart, Frau Lina Schwarz, Frau Cohen und Frau Aldinger. ·Auch in einem solchen Falle», führte der Vorsitzende weiter aus, «können wir uns im Besonderen vor die Seele stellen, welche Bedeutung das, was uns Theosophie bieten kann, hat. Wir wollen den Schmerz der Hinterbliebenen der dahingeschiedenen lieben Freunde nicht mit banalen Phrasen hinwegzutrösten suchen, sondern wir wollen darauf hindeuten, dass wir zwar erst am Anfang unserer Bewegung stehen, dass aber auf das Gesamtkarma derselben allmählich dasjenige kommen muss, was in dem Einzelkarma zum Ausgleich gelangen soll. Die Theosophen müssen sich schließlich verpflichtet fühlen, in gewissen Fällen tätig für einander einzutreten. So wird dann die beliebte Phrase von allgemeiner Menschenliebe ersetzt durch ein richtiges Verständnis für individuelle wirkliche Nächstenliebe. Wenn sich die Menschenliebe nicht an die einzelnen Fälle macht und sich da betätigt, bleibt sie bloße Phrase. Solche Gedanken müssen uns aufsteigen, wenn wir von Zeit zu Zeit dieses oder jenes von unseren lieben Mitgliedern den physischen Plan verlassen sehenm Nach diesen Worten des Vorsitzenden ergriff Herr Bedrnicek aus Prag im Auftrage der Prager Sektion das Wort, um dem Generalsekretär für seine Bemühungen um die Prager Loge vor der Generalversammlung den wärmsten Dank auszusprechen.  Es wurde durch Herrn Günther Wagner im Auftrage des BesantZweiges der Antrag gestellt, von der Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung Abstand zu nehmen, da sich in den gedruckten «Mittälungem jedermann über dessen Inhalt genügend hat orientieren können. Der Antrag, dass das Protokoll der letzten Generalversammlung nicht verlesen werde, ging einstimmig durch, und damit ward das Protokoll als genehmigt erklärt. Einen Bericht über die Mitgliederbewegung gibt Fräulein von Sivers nach den zuletzt eingelaufenen Listen: ·Zah1 der Mitglieder 1500 gegen 1150 im Vorjahre; neu eingetreten sind 415 gegen 336 im Vorjahre; ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen sind 30; in andere Sektionen übergetreten 29, gestorben sechs. Die aktuelle Zahl der Zweige ist 44 gegen 37 im Vorjahre, und ein Zentrum. Sieben neu begründete Zweige sind zu nennen: Zweig Breslau, Cusanus-Zweig in Koblenz, Zweig Essen; Paulus-Zweig in Mülhausen; Novalis- Zweig in Straßburg; Dante-Zweig in Dresden; Goethe-Zweig in Miinchen.» Den Kassenbericht mit Die Gesamteinnahmen Die Gesamtausgaben Es verbleibt somit ein ' Hierzu Bankguthaben Mobilienbestand Jahresabschluss und Bilanz gibt Herr Seiler: betrugen darnach 5817,69 Mark Überschuss von was ein Gesamtvermögen ergibt von 5499,53 Mark 318,16 Mark 2020,45 Mark 338 Mark 2676,61 Mark Daran anknüpfend stellte Herr Ahner aus Dresden den Antrag, künftig einen detaillierteren Kassabericht in den ·Mitteilungem erscheinen zu lassen, damit auch die Außenstehenden einen genaueren Einblick bekämen über Einnahmen und Ausgaben. Herr Werner schlug vor, diesen Antrag rundweg abzulehnen. Herr Elkan stellte den Antrag auf Schluss der Debatte, der angenommen wurde. Der vorige Antrag, einen ausführlicheren Kassenbericht in den «Mitteilungem erscheinen zu lassen, wurde mit überwältigend großer Mehrheit verworfen.  Es erfolgte nun weiter die Verlesung des Berichtes der Kassenrevisoren Herrn Tessmar und Fräulein Motzkus. Herr Tessmar führte aus, dass nach drei Richtungen hin die Kassenbücher geprüft worden sind, erstens nach äußerlicher Sauberkeit und Übersicht, zweitens nach der rechnerischen Seite hin, drittens in Hinsicht auf die Genauigkeit der einzelnen Buchungen, woraus sich ergab, dass die beiden Revisoren berichten dürfen, dass die Kassenführung eine durchaus ordnungsgemäße sei. Auch die Abschlüsse stimmen mit den Buchungen wohl überein, und der positive Kassenbestand liegt auch faktisch vor. Nun erfolgten die Anträge aus dem Plenum. Schriftlich sind keine solchen an den Vorsitzenden eingelaufen. Herr Pastor Wendt bittet ums Wort und stellt den Antrag, die gelegentlich an die Mitglieder erfolgenden «Mitteilungen» jeweilen nicht mehr im offenen Kreuzband, sondern in verschlossenem Kuvert senden zu lassen. Fräulein von Sivers erwidert, dass dadurch eine mächtige Mehrausgabe an Porto verursacht würde. Lieber sollen die einzelnen Mitglieder dafür Sorge tragen, dass nicht durch ihre eigene Unvorsichtigkeit die Sachen in unrichtige Hände geraten. Herr Ahner schlägt vor, die verschiedenen Mitteilungen als Postpaket an die einzelnen Vorstände zu senden und sie durch diese verteilen zu lassen. Herr Pastor Wendt zieht hierauf seinen Antrag zugunsten dieses zweiten zurück. Herr van Leer meint, es wäre eventuell eine andere Art von Kreuzband zu gebrauchen. Der Vorsitzende gibt nun zu bedenken, dass nur über solche Anträge abgestimmt werden kann, die mit den Statuten verträglich sind; da aber nach den Statuten die Logen autonom sind, so kann von der Generalversammlung nicht beschlossen werden, was die einzelnen Logen zu tun haben. Am besten wäre es gewesen, so führt der Vorsitzende weiter aus, man hätte den ursprünglichen Modus beibehalten können; wo wirklich alles verschlossen an die Mitglieder gelangte, aber der Finanzpunkt hat bei dem raschen Anwachsen der Gesellschaft die Änderung nötig gemacht. JJbrigens», meint er, ·tun wir ja nichts, was zu verheimlichen wäre, und es liegt auch nicht viel daran, wenn gelegentlich ein Briefträger solch eine Mitteilung liest.» Einen derartigen  tatsächlichen Fall hatte nämlich Herr Pastor Wendt seinem Antrag als Beispiel zugrunde gelegt. Herr Pastor Wendt schlägt voq zur Deckung der entstehenden Mehrausgaben für Porto die Mitgliederbeiträge zu erhöhen; doch auch darauf erwidert ihm der Vorsitzende, dass die Generalversammlung statutengemäß darüber nicht beschlussfähig sei. Damit war diese Angelegenheit erledigt. Herr Oscar Grosheintz macht den Vorschlag, ein Adressen-Verzeichnis sämtlicher Mitglieder der Deutschen Sektion anzufertigen, um dasselbe, wenn nicht allen einzelnen Mitgliedern, doch wenigstens den Vorständen der Logen zukommen zu lassen, dadurch könnte nämlich seiner Meinung nach ein besserer Kontakt unter den Mitgliedern herbeigeführt werden. Fräulein von Sivers entgegnet, dass bei einer früheren Gelegenheit beschlossen worden sei, aus verschiedenen Gründen nicht mehr die Namen der Eintretenden in die &1itteilungen» aufzunehmen. Herr Ahner meing dass ein Verzeichnis der genauen Adressen doch tunlich wäre und besonders für die Logenvorstände wichtig, weil dadurch in jeder Weise eine Verkehrserleichterung unter den Mitgliedern geschaffen würde. Fräulein von Sivers weist auf die Gefahren hin, die mit der Anfertigung eines solchen Adressenmaterials, das dann zu beliebigen ändern Zwecken benutzt werden könnte, verbunden wären. Übrigens könnten sich ja die Mitglieder, meint sie, falls sie einen Ort besuchen, in dem sich ein theosophischer Zweig befindet, an den betreffenden Vorsitzenden des Orts wenden. Herr Dr. Steiner erklärt, dass solches eine prinzipielle Frage wäre, die auch, nebst ihren Vorteilen, eine Kehrseite hätte, da es nämlich Menschen gibt, die innerhalb der Theosophischen Gesellschaft durchaus ehrlich wirken, aber doch infolge ihrer Stellung oder sonstiger Umstände mit ihrem Namen als Theosophen nicht in die Öffentlichkeit treten können. Solch wichtige Dinge sollten dem begründeten Vertrauen der Leitung der Sektion überlassen bleiben. Der Vorsitzende wies noch auf weitere Übelstände hin, die mit dem öffentlichen Bekanntgeben der MitgliederAdressen verbunden wären. Er fühle sich auch nicht berufen, die Namen der Mitglieder preiszugeben, da ihm dieselben heilig seien.  Nachdem wieder Herr Ahner in derselben Angelegenheit das Wort ergriffen hatte, stellte schließlich Herr Kiem den Antrag auf Schluss der Debatte, der angenommen wurde. Der vorige Antrag, den Logen-Vorständen die Namen und Adressen sämtlicher Mitglieder der Deutschen Sektion zu übermitteln, wird durch Abstimmung mit großer Mehrheit verworfen. Weitere Anträge aus dem Plenum wurden nicht gestellt. Es erfolgte die Bericht-Erstattung der Vertreter der Zweige: Außer Fräulein von Sivers, die in Vertretung des Karlsruher Zweiges einen Bericht dieser Loge vorlas, wünschte niemand in dieser Angelegenheit zu sprechen. Herr Günther Wagner gab nun einen kurzen Bericht über die Arbeit im Berliner Kunstzimmer und knüpfte daran eine allgemeine Betrachtung über die Zweckmäßigkeit derartiger Veranstaltungen innerhalb der theosophischen Bewegung. Er ermutigte auch, anderwärts ähnliche Versuche zu unternehmen, wie dies in Berlin und München bereits geschehen ist. Zu dem Punkte ·Verschiedenes» meldete sich niemand zum Wort. Damit wurde vom Vorsitzenden die achte Generalversammlung der Deutschen Sektion für geschlossen erklärt.  ÜBER DEN SIEBENJÄHRIGEN BESTAND DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT Vortrag von RudolfSteinek Berlin, 2. November 1909 Meine lieben Freunde! Gerade diejenigen Betrachtungen, welche für unsern Berliner Zweig mit dem heutigen Abend beginnen sollen, werden Anlass sein können, in einer kurzen Einleitung mancherlei vorauszuschicken, um dabei noch einmal anzuknüpfen an etwas, was ja wiederholt in den letzten Wochen und insbesondere in den Tagen unserer Generalversammlung erwähnt und scharf betont worden ist. Wir stehen ja im achten, also nach dem Abschlusse des siebenten Jahres unserer Deutschen Sektion, und es ist aufmerksam darauf gemacht worden, dass immerhin das, was man zyklische Bewegung der Ereignisse und Tatsachen in der Zeit nennen kann, nicht irgendeiner phantastischen Theorie entspringt, sondern durchaus auf Tatsachen der Wirklichkeit beruht, und dass derjenige nur eine solche Sache im tieferen Sinne versteht, der sie dann anwendet auch auf das Leben, in dem er unmittelbar selbst darinnen steht. Für jeden von Ihnen ist ja die theosophische Bewegung dadurch, dass er sich in sie hineingestellt hat, in einer gewissen Beziehung seine eigene Sache, und daher sollte ein jeder einen solchen zyklischen Ablauf dieser Sache für sich selbst in Betracht ziehen und zwar, man möchte sagen, praktisch in Betracht ziehen. Man kann an einer solchen Sache sehr, sehr viel lernen. Es ist wiederholt betont worden, dass bei der Entwicklung des Menschen im individuellen Leben der Zeitraum um das siebente Jahr herum, wo der Zahnwechsel eintritt, in einer mannigfaltigen Beziehung wichtig und einschneidend ist. Wer das Leben innerhalb unserer Deutschen Sektion nur oberflächlich betrachtet hat - gar nicht zu sprechen davon, dass sich alles das, was darüber zu sagen ist, für eine tiefere Betrachtung umso schärfer und intimer zeigt -, der darf nun wirklich sagen: Dieser erste Zyklus unseres theosophischen Wirkens lässt sich ganz richtig vergleichen mit jener individuellen Entwicklung, welche das Kind durchmacht von der Geburt bis zum Zahnwechsel, bis es die zweiten, dann bleibenden Zähne erhält. Denn derjenige, der wirklich die Ereignisse betrachten will, wird nicht umhin können, sich zu sagen, dass gerade jener Überblick, den man  halten konnte während der Tage unserer Generalversammlung, ergeben haL dass wir es zu tun haben mit mancherlei Fiebererscheinungen, die dieser unser Zahnwechsel in den gegenwärtigen Wochen und Monaten bewirkt hat. Wir haben es sogar mit ganz kräftigen Fiebererscheinungen zu tun, und es ist durchaus nicht in Abrede zu stellen, dass gar mancher Zahn, der jetzt, nachdem die ersten Milchzähne ausgefallen waren, neu gewachsen ist, ganz kräftig zugebissen hat, und dass das noch durchaus nicht zu Ende ist. Die Sache, die ich jetzt sage mit dem Zubeißen und den mancherlei sonstigen Symptomen, hat eine tiefe und gründliche Bedeutung. Es sollte einem jeden zum Bewusstsein kommen, dass ja für die theosophische Bewegung weitere sieben Jahre bevorstehen werden, und dass diese sieben Jahre in gewisser Beziehung ein Hineinwachsen sind in dasjenige, was man dann, wenn es heranrückt, die Flegeljahre nennt. Alle diese Dinge können durch eine gute Erziehung beim einzelnen Menschen so oder so gestaltet werden. In der theosophischen Bewegung muss diese Erziehung zum großen Teil, wenn wir unsere Angelegenheit ernst und würdig auffassen, eine ernste Selbsterziehung sein, ein In-die-Hand-Nehmen der einzelnen Seelen vonseiten der Teilnehmer der theosophischen Bewegung. Und es wird notwendig sein, dass mancherlei in der Zukunft genauer angesehen wird, als es bisher angesehen wurde. Praktisch ist ja mancherlei in den verflossenen sieben Jahren nicht ganz berücksichtigt worden; Dinge, die zu einem gedeihlichen Fortentwickeln notwendig sind, sollten durchaus aber berücksichtigt werden. So zum Beispiel sollte bedacht werden, dass es in der theosophischen Weisheit zunächst die großen Richtlinien gibt, die man zuerst sich aneignen muss. Damit die Neueintretenden und frisch Nachkommenden sich immer diese Richtlinien aneignen können, und so für sich - vielleicht in kürzerer Zeit als die ändern, die das ganze theosophische Leben seit sieben Jahren mitgemacht haben - sich gründlich diese Richtlinien aneignen können, darum wird immer darauf gesehen werden, dass ein Kursus mit diesen Richtlinien gehalten werde. Wenn man das Wesen der Aneignung dieser Richtlinien im echten, wahren Sinne des Wortes versteht, dann wird man auch auf der einen Seite verstehen, worin die spätere Vertiefung liegen soll, nachdem man sich diese Richtlinien angeeignet hat, für den, der ernst mitarbeiten will innerhalb der theosophischen Bewegung. Aber man wird auch das richtige Verhältnis finden zu den ersten Richtlinien sowohl wie auch zu dem, was später gegeben wird. Dies ist etwas, was  man sich durch ein entsprechendes Gefühl aneignen soll. Das, was die ersten Richtlinien gibt, ist wirklich ein großer Plan der Weltenweisheit. Wenn Sie jene Konfiguration, jene planvolle Gliederung des Menschen in sich aufnehmen, wie dies in meiner «Theosophie» gegeben wird, so hängt es davon ab, wie der einzelne Leser oder Zuhörer sich selber dazu stellt, ob er in einer solchen Sache ein bloß abstraktes Wissen aufnimmt, oder ob er eine warme, inhaltsvolle Weisheit aufnimmt. Das ganze Buch ·Theosophie» enthält, wenn Sie wollen, ein abstraktes, kaltes, begriffliches Wissen, und es enthält ebenso, wenn Sie wollen, die wärmste, die tiefste, in die Seele gehende lebendigste Weisheit. Und Selbsterziehung und Selbsterkenntnis sind es einzig und allein, welche dazu führen müssen, einzusehen, dass es nur von dem Leser abhängt, ob es abstraktes, trockenes Wissen ist oder ob es warme, inhaltsvolle, tief ins Herz gehende, alles Leben ordnende, dem Leben Aufgaben setzende, den schwierigsten Lagen des Schicksals Trost bietende Weisheit ist. Derjenige, der nicht zu bequem ist, kann aus einem solchen Buche für alle Lagen des Lebens sich selber Antwort holen. Oftmals kommt es vor, dass irgendjemand zu mir kommt, in der besten Absicht, und sagt: «Ach, sagen Sie mir, welches meine Fehler sind, ich möchte sie so gerne ablegenm Dabei wird gar nicht bedacht, dass die Antwort gerade auf diese Frage jeder sich aus dem, was vorliegt in der geisteswissenschaftlichen Literatur, immer selber holen kann, und dass es für ihn weit größeren Wert hat, wenn er sich aus dem, was vorliegt, diese Antwort holt, als wenn er sie sich in einer äußerlichen Weise beantworten lässt. Es würde manchmal, statt eine solche Frage zu stellen, und sie persönlich beantwortet haben zu wollen, viel, viel besser sein, wenn der Betreffende sich die «Theosophie» hernehmen, eine halbe Seite darin lesen und die Sache dann mit seinen echten, eignen Gedanken durchdringen würde. So dass es gar nicht zu viel ist, diese Richt- und Grundlinien der theosophischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vorzunehmen, sich sie ganz zu eigen zu machen. Dann allein, wenn Sie das tun, werden Sie das richtige Verhältnis gewinnen können zu allem Späteren. Dann werden Sie verstehen können, dass es in einer gewissen Weise eben notwendig war, von den Richt- und Grundlinien vorzuschreiten zu dem, was im Verlaufe der letzten Jahre an den Zweigabenden gegeben worden ist: Es ist notwendig, da sich ganz hineinzufinden. Auf der anderen Seite aber ist es auch richtig, dass ich eigentlich in den letzten drei Jahren,  nachdem die Grundlinien gelegt waren, in der Tat in Bezug auf die tieferen Wahrheiten nichts Neues mehr gesagt habe. So notwendig es war, intensiv alles das zu durchdringen, es waren dies gegenüber dem, was in den Grund- und Richtlinien gesagt waq weitere Ausführungen für das Leben, das wir allseitig betrachtet haben; es waren Lichter, welche auf die verschiedenen Gebiete des Lebens geworfen werden sollten. Vier Vorträge sind in den letzten Wochen im Architektenhaus gehalten worden: «Die Mission der Geisteswissenschaft einst und jetzt>, «Die Mission des Zornes», «ljie Mission der Wahrheit», «Die Mission der Andachtm Derjenige, der das Buch «Theosophie» wirklich studiert hat, der hätte finden können, dass alles, was da gesagt wurde, schon darinnen enthalten ist: Es sind dort vier Quadrate, die nun mit verschiedenen Farben ausgemalt worden sind. Diese Ausmalung in jeder einzelnen Seele vorzunehmen, ist durchaus notwendig; denn es wäre das Allerfalscheste und Unrichtigste, wenn man sich denken wollte, dass man deshalb, weil in der «Thheosophie» alles enthalten ist, sein Leben lang bei der «Thheosophie» wiederum stehen bleiben soll. Aber das richtige Verhältnis zu diesen weiteren Ausführungen im praktischen Leben findet man, wenn man sich das, was dort gesagt worden ist, ganz zu eigen gemacht hat. Dem, der das, was in der «Theosophie» gesagt ist, sich ganz zu eigen gemacht hat, kann es so gehen, dass er sich sagt: «Nun habe ich durch vier Jahre hindurch daran gearbeitet, mir jene Grundlinien der Theosophie ganz zu eigen zu machen. Und jetzt ist es so merkwürdig, was in mir vorgegangen ist! Hätte ich vor vier Jahren solch einen Vortrag gehört wie über <Dic Mission des Zornes>, so hätte ich ihn selbstverständlich auch verstehen können, aber ich sehe, es gibt verschiedene Arten des Verständnisses» Das ist bei solchen Dingen, an denen wirklich etwas daran ist, der Fall. Es gibt ein Verständnis, das der haben könnte, der diese Vorträge vielleicht zum ersten Mal hÖrt, aber gar nicht weiß, dass es eine «Theosophie» gibt. Dann gibt es ein zweites Verständnis, das der hat, der sich die Theosophie zu eigen gemacht hat, und der könnte dabei eine sonderbare Entdeckung machen. Der könnte sich sagen: «Vor vier Jahren wäre mir das schwierig erschienen; manche Dinge wären mir fremd gewesen, es hätte mir geschienen, dass manches, was da als Wendung gebraucht wurde, mir nicht recht einleuchten könnte. Und jetzt, nachdem ich diese Sache über Empfindungs-, Verstandes-, Bewusstseins-Seele und so weiter richtig aufgenommen habe, höre ich mir diese vier Vorträge etwa so an,  wie ich vorher eine Novelle gelesen habe, die ganz leicht verständlich zu meiner Seele gesprochen hat.» Dies sollte nur angegeben werden als das, was ein wirkliches Sichzu-eigen-Machen der «Theosophie» bewirken kann und sicher tun wird, wenn es in der richtigen Weise durchgearbeitet wird. Wenn jemand freilich, nachdem er das Buch in die Hand genommen und ein- oder zweimal die Dinge durchgenommen hat, dann findet: «Das sind trockene Auseinandersetzungen, wie sie in jeder Wissenschaft vorkommem, dann hat er niemals die Unbequemlichkeit überwunden, sich zu fragen: «Liegt denn das wirklich nicht an mir, dass ich darin nichts anderes sehen kann als eine Wissenschaft? Dass ich nicht sehen kann dasjenige, was wie Feuerfunken aus ihm herauskommen kann?» - So müssen wir diese Dinge ansehen. Wir müssen nicht glauben, dass es für uns in späteren Lebensjahren in einer gewissen Beziehung erniedrigend ist, sich zu sagen: Ich soll an den Richt- und Grundlinien wirklich richtig lernen, und zwar so, wie sie da stehen. - Denn es ist ungeheuer wichtig, dass wir einsehen, dass die Dinge nicht deshalb gerade so oder so gesagt werden, weil es dem betreffenden Schreiber so eingefallen ist, sondern weil die Dinge mit einer inneren Notwendigkeit in jeder Einzelheit geschrieben sind. Von der großen Verantwortung, mit der das Buch geschrieben ist, hat die Gegenwart mit ihrer verlotterten Literatur überhaupt gar keinen Begriff. Es würde eine große Selbsterziehung sein, wenn man innerhalb der theosophischen Bewegung nach und nach dem Herzen angewöhnen würde, etwas zu fühlen von dieser Verantwortung. Glauben Sie [es mir], es ist nicht einerlei, wenn in einem solchen Buche, das mit der Verantwortung gegenüber den spirituellen Welten geschrieben ist, einmal ein Prädikat vor dem Subjekt steht oder anstatt «ist» «war» gewählt wird. Oder wenn in irgendeiner anderen Weise ein Satz so oder so geformt ist, so hat das seine guten Gründe. Und von jener ganz tief gehenden Verantwortung, die man diesen Dingen gegenüber haben muss, hat unsere gegenwärtige verlotterte Literatug welche glaubt, man darf alles hinschreiben, was einem einfällt, und es wäre gleich, ob man dies oder jenes Wort gebraucht, gar nicht den Begriff. Heute wird alles so hingehudelt, wie es den Leuten einfällt. Es kommt darauf an, jeden Satz richtig zu prägen. Und wenn es in der Sprache für einen Begriff kein richtiges Wort gibt, dann muss man in einem solchen Buche wie in der «Thheosophie» in der ersten halben Zeile ein Wort gebrauchen, welches annähernd den richtigen Sinn gibt,  und damit der Begriff dann richtig herauskommt, in der zweiten halben Zeile ein entsprechendes Wort gebrauchen, damit die beiden Worte sich die Balance halten, und die Sache auf die Seele wirken kann. Ein solches Buch, wie die «Thheosophie» ist nicht annähernd zu vergleichen mit irgendeinem Buche der äußeren Literatur. Denn das wird die schönste, die höchste Frucht der theosophischen Bewegung sein, wenn von jener Selbsterziehung in der Seele ein Gefühl erwacht. Dann bekommt man auch ein Gefühl dafür, dass das allermeiste, was heute gedruckt wird - mit Ausnahme der bloßen Mitteilungen der Ereignisse, die gegeben werden über die sozialen Verhältnisse -, eigentlich am besten ungedruckt bliebe, weil es nicht ausgereift ist, weil es durchaus nicht reif ist, von einer Seele zur ändern hinzufließen. Dafür sollen wir ein Gefühl bekommen und eine wirklich würdige und ernste Empfindung. Es wäre übel, wenn die Theosophen das, was in der «Theosophie» gegeben wird, mit genau derselben Gesinnung aufnehmen würden, wie sie irgendetwas anderes aus der außenstehenden Literatur aufnehmen. Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass von mir hier das System der Künste vor ein paar Tagen entwickelt worden ist in einem ganz besonderen Stil. Glauben Sie, dass das eine Schrulle war? Wenn Sie das glauben, würden Sie ganz fehl gehen. Es handelt sich gar nicht darum, diesen Vortrag gerade einmal in dieser Form zu halten, sondern darum, dass das, was dabei gesagt werden musste, notwendigerweise jeden einzelnen Satz und jede Wendung ganz von selbst ergab; und jede andere Art, darüber zu sprechen, hätte das niemals sagen können, was gerade in diesem Vortrag gesagt wurde. Es kam gerade dabei, wie überall übrigens, auf das «Wie» im höchsten Maße an. Und wenn Sie diese dort gegebenen Dinge umkleiden, dann sind sie nicht mehr dasselbe, dann sind sie etwas ganz anderes. So ist es für den ernsten Theosophen immer wieder notwendig, zurückzukehren zu den ersten Richt- und Grundlinien, und gerade durch das Sich-zu-eigen-Machen dieser Richt- und Grundlinien die MÖglichkeit sich zu verschaffen, immer weiter und weiter aufzurücken. Wer diese Richt- und Grundlinien in den ersten vier Jahren unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung hier so in sich aufgenommen hätte, wie in den vier Jahren bei uns versucht worden ist, sie zu verarbeiten; wer sie so aufgenommen hätte, dass sie damals vor drei Jahren in ihm gelebt hätten, dass sie in ihm gegenwärtig gewesen wären, der hätte in den folgenden  drei Jahren die Entdeckung gemacht, dass das, was weiter ausgeführt wurde, nicht mehr neu war, sondern [Ausbau] nach der Lebenspraxis hin auf allen Gebieten. Er hätte bemerkt, dass er das mit einer völligen Leichtigkeit aufnimmt, ohne Schwierigkeit des Verständnisses und ohne zu verkennen die Notwendigkeit, wie das eine oder andere aufzufassen ist. Er hätte aber noch ein merkwürdiges anderes Gefühl nach weiteren drei Jahren ... heute also. Er würde sich die Möglichkeit verschafft haben, heute zu sagen: «Ich bin ja unvermerkt in ein ganz neues Leben der Seele hineingekommen: Jetzt weiß ich, was geistiges Leben ist. Jetzt weiß ich, dass ich früher einem Missverständnis unterlegen bin, wenn ich mir vorgestellt habe, dass ich das geistige Leben auf andere Weise erreichen könnte, als dass ich es durch die Welten-Betrachtung gewinnen könnte und mir dadurch die schlummernden Kräfte, auf der ersten Stufe wenigstens, wecken lasse! Vier und drei sind innerhalb eines siebenjährigen Zyklus wieder eine wichtige Sache: Deshalb wurde innerhalb unserer Bewegung in den ersten vier Jahren an den Richtlinien und Grundrissen gearbeitet, und wurde in den letzten drei Jahren in das, was vorgesteckt war im allgemeinen Bauplan, nur hineingefügt, was dann in Bezug auf den realen Inhalt des Lebens wichtiger ist als die Grundlage. Aber um es zu erlangen, ist es notwendig, dass man die Grund- und Richtlinien sich zu eigen gemacht hat. Und das sollte vor allen Dingen auch heute gesagt werden zu den lieben Mitgliedern unseres Berliner Zweiges, der ja als einer der ältesten Zweige in gewisser Weise Führer sein kann. Es sollte wieder insbesondere ans Herz gelegt werden allen denen, die da oder dort beteiligt sind an neuen Zweigbildungen; denn diese Dinge werden ja nicht aus einer Willkür heraus gemacht, sondern darum, weil sie vorbildlich sein sollen für neue Zweiggriindungen: Es ist außerordentlich wichtig, dass man sich immer wieder vor die Seele schreibt, dass es nicht richtig ist, dasjenige, was Ausbau sein soll, den Leuten etwa zuerst zu bieten; sondern derjenige, der auf dem theosophischen Weg kommen soll in das geistige Leben, der muss es einfach dadurch können, dass er sich in einer gründlichen, ernsten und würdigen Weise die Richtlinien in der Seele aneignet. Wenn wir vor sieben Jahren zu arbeiten begonnen hätten mit einem kleinen oder größeren Häuflein von solchen Menschen, welche die tiefste Sehnsucht gehabt hätten nach der geistigen Welt, und diese Menschen - es hätten ja ebenso gut zehn wie eintausendfiinfhundert sein können  durch irgendein Ereignis zu gleicher Zeit von dieser Sehnsucht getrieben gewesen wären, wenn dieses Häuflein die Richtlinien mit Hingebung aufgenommen hätte, dann durch drei Jahre hindurch in diese Richtlinien das hineingepflanzt hätte, was in den letzten drei Jahren als Ausführung für die Lebenspraxis gegeben worden ist -, dann stünden wir jetzt, dadurch, dass wir, nachdem die meisten unserer lieben Freunde aus den Betrachtungen, die in Anlehnung an das Johannes-Evangelium gesprochen worden sind, etwas über die Begründung des Christentums und das Wesen des Christus gehört haben, nachdem die meisten, wenigstens in kurzer Wiederholung, die grundwesentlichen Tatsachen, die an das Lukas-Evangelium anknüpfen, noch dazugenommen hätten und aufgrund dessen, dass sie sich zu eigen gemacht hätten die Richt- und Grundlinien der «Theosophit>, jetzt mit allem, was so erarbeitet worden ist, verbunden hätten das, was in Vorträgen, die die verschiedensten Kapitel des Lebens berührt haben, wie Erziehung, Krankheit, Moralprinzipien erwähnt worden ist -, wenn das alles so wäre, und wenn wir nun gekrönt hätten das, was da wak durch die Tatsache, dass wir jetzt aufgenommen haben jene bedeutungsvollen Gesichtspunkte, die in Anlehnung an das Johannes- und Lukas-Evangelium gesagt worden sind, dann stünden wir jetzt davog heranzugehen an die Betrachtung, die hinweist auf das MarkusEvangelium, und wir würden zuletzt aufsteigen können zur Betrachtung des Matthäus-Evangeliums. Dann würden wir anfangen, eine Ahnung zu haben von dem, was der Christus Jesus ist. Nun kann das natürlich in einer solchen Weise nicht der Fall sein, denn die Dinge können im Leben nicht so vollkommen sein. Da wir ja nicht ein solches Häuflein waren, das unter völligem Ausschluss aller störenden Umstände diese sieben Jahre gearbeitet hat, dadurch ist es immer wieder bei dem einen oder ändern vorgekommen, dass er, nachdem er aufgenommen hatte das, was in den Vorträgen über die Christus-Wesenheit im Hinblick auf das Johannes-Evangelium gesagt worden ist, geglaubt hat, er wisse nun, was der Christus Jesus ist. Denn man könnte ja leicht glauben, dadurch dass über den Christus gesprochen worden ist, wisse man jetzt, um was es sich dabei handelt. Dann ist im Hinblick auf das Lukas-Evangelium gesprochen worden, und wiederum könnte jemand glauben: «Nun hat der Vortragende schon alles Mögliche gesagt, hat in den letzten drei Jahren so viel über den Christus gesprochen, im Anschluss an das JohannesEvangelium, hat auch über die dreißig ersten Jahre gesprochen in An Knüpfung an das Lukas-Evangelium - jetzt kann man sich doch ein Bild machen von den dreiunddreißig Wirkungsjahren des Christus Jesus auf der Erde ...» Wenn das so wäre, dann wäre es nicht notwendig gewesen, der Welt auch das Markus- und Matthäus-Evangelium zu geben. Wenn Sie vor allen Dingen auf die Gesinnung hinblicken wollen, von welcher aus die Betrachtungen gehalten worden sind in Anknüpfung an das Johannes- und Lukas-Evangelium, wenn Sie diese Gesinnungen ins Auge fassen wollen, so können sie nicht anders charakterisiert werden als so, dass diese Betrachtungen gesprochen worden sind von einem Gesichtspunkte, der etwa das Folgende sagt: «Das, was wir als die Christus-jesus-Wesenheit bezeichnen, ist, soweit von ihr ein menschliches Verständnis überhaupt in unserer gegenwärtigen Zeit möglich ist, ein so Großes, so Umfassendes, Gewaltiges, dass eine Betrachtung nicht davon ausgehen kann, zu sagen in irgendeiner einseitigen Weise, wer der Christus-jesus war, und welche Bedeutung seine Wesenheit für jeden einzelnen Menschengeist und für jede einzelne Seele hat; das würde geschienen haben in unsern Betrachtungen wie eine Unehrerbietung gegenüber dem größten Welten-Problem, das es gibt. Ehrerbietung und Ehrfurcht, das sind die Worte, welche jene Gesinnungen bezeichnen, von denen aus unsere Betrachtungen durchaus gegeben worden sind. Ehrfurcht und Ehrerbietung, die etwa sich ausdrücken könnten in der Stimmung: Versuche selber dasjenige, was menschliches Begreifen ist, gar nicht zu hoch zu stellen, wenn du dem größten Problem gegenübertrittst. Versuche selbst alles das, was dir eine noch so hohe Geisteswissenschaft geben kann, niemals zu hoch zu stellen, wenn es auch in die höchsten Regionen hinaufgeht, wenn es sich darum handelt, dem größten Problem des Lebens gegeniiberzutreten. Und glaube nicht, dass ein menschliches 'Wort ausreichen würde, etwas anderes zunächst zu sagen als das, was dieses große und gewaltige Problem von einer Seite aus charakterisiert.  NEUNTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 30. OKTOBER 1910, WILHELMSTRASSE 92/93, ARCHITEKTENHAUS Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), berausgegeben uon Mathilde Scholl», Nr. 11/1910 Gegen '4 11 Uhr wird die Generalversammlung durch den Generalsekretär der Deutschen Sektion, Herrn Dr. Rudolf Steiner, eröffnet. Erster Punkt: Feststellung des Stimmenverhältnisses der Delegierten der einzelnen Zweige. Namen des Namen der Zweiges Delegierten Basel Berlin Dr. Grosheintz Frl. v. Sivers, Frl. v. Eckhardtstein, Frl. Voigt, Frl. Waller, Frl. Mücke, Frl. Knispel, Frau von Reden, Frau von Bredow, Seiler, Kiem, Tessmar, Wagner, Selling, Walther, Korth Grosheintz Böhmecke Weiler Schwester Luise Hesselmann Dr. Hermann Rüppel Zahl der Stimmen Mitglieder der Zweige 28 3 384 16 Bern Bielefeld Bonn Bremen Breslau Kassel 34 3 15 2 16 2 21 2 22 2 34 3  Namen des Namen der Zweiges Delegierten Köln Frl. Scholl Koblenz Frl. Scholl Dresden I Dresden II Frau Wandrey, Baronin Locella Düsseldorf I Frau Smits, Dr. Oberdörffer Düsseldorf II Elberfeld von Damnitz Eisenach Frl. von Sivers Essen Frl. Arnold Esslingen Frau Kinkel Frankfurt Frl. Stenzel Freiburg Frl. von Sivers GÖrlitz Frau Wandrey Hamburg Scharlau, Herr u. Frau Dibbern, Leinhas Hannover Frl. Müller Heidelberg Liedvogel Karlsruhe Reebstein Klagenfurt Frl. von Sivers Leipzig Frau Wolfram, Frl. Heims, Hering, Daeglau Lugano Wagner Malsch Frl. Krause Mannheim Arenson Mülhausen Frl. von Sivers Zahl der Stimmen Mitglieder der Zweige 48 3 20 2 11 2 21 2 42 3 17 2 28 3 12 2 12 2 13 2 35 3 15 2 8 2 54 4 62 4 40 3 45 3 11 2 61 4 9 2 13 2 19 2 16 2  Namen des Namen der Zweiges Delegierten München 1 Gräfin Kalckreuth, Frl. Stinde, Baronin Gumppenberg, Fr. von Tschirschky, Fr. von Vacano, Dr. Peipers, Graf Lerchenfeld Baronin Gumppenberg Baronin Gumppenberg Frl. von Sivers Reebstein Lenzinger Wegfraß Wegfraß Arenson Frl. Völker Kieser Frl. von Sivers Frl. v. Schmeling Herr und Frau Zeissig, Frau Hofrat Bittner Zahl der Stimmen Mitglieder der Zweige 133 7 München II München III München IV Nürnberg Pforzheim St. Gallen Straßburg I Straßburg II Stuttgart I Stuttgart II Stuttgart III Weimar Wiesbaden Wien Zürich 47 Zweige 19 2 19 2 21 2 67 4 20 2 27 3 9 2 9 2 77 5 72 4 51 4 8 2 15 2 44 3 33 3 Gesamtzahl der abzugebenden Stimmen 140 Absolute Majorität 71 Zweidrittel-Majorität 94 Als zweiter Punkt der Tagesordnung kam die Verlesung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung in Betracht. Es wird der Antrag gestellt, von der Verlesung Abstand zu nehmen, da das Protokoll in den «Mitteilungen» ausführlich enthalten sei. Der Antrag wird angenommen.  Hierauf folgt der Bericht des Sekretärs, Fräulein von Sivers, über den Stand der Mitglieder-Bewegung im letzten Jahre. Zahl der Mitglieder 1950 gegen 1500 im Vorjahre, neu eingetreten sind 522 gegen 415 im Vorjahre; ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen sind 63, in andere Sektionen übergetreten 1, gestorben 8. Neu gegründet wurden drei Zweige: Zweig Görlitz, Zweig Wien, Zweig Klagenfurt. Neu gebildet wurden zwei Zentren: Zentrum Göttingen und Wyrow. Gesamtzahl der Zweige 47, der Zentren 3. Nunmehr folgt der Kassenbericht durch den Kassierer, Herrn Seiler. Die Gesamteinnahmen betrugen darnach Die Gesamtausgaben Es verbleibt ein Überschuss von Hierzu Bankguthaben Mobilienbestand Ergibt ein Gesamtvermögen von 7546 Mark 6255,61 Mark 1290,39 Mark 2020,45 Mark 565 Mark 3875,84 Mark Nach dem Bericht der Kassenrevisoren, Herr Tessmar und Fräulein Motzkus, wird dem Kassierer Decharge erteilt. Bericht des Generalsekretärs [Rudolf Steiner]: Ach werde versuchen, den Bericht des Generalsekretärs in diesem Jahre so kurz wie möglich zu gestalten, weil wir die Zeit anderweitig brauchen; es haben sich in erfreulichster Art recht viele unserer lieben theosophischen Freunde bereit erklärt, uns im Laufe dieser Generalversammlung mit Vorträgen zu erfreuen. Die erste Pflicht, die mir obliegt, ist vor allem, Sie, die Sie hier zusammengekommen sind, um sich entweder gegenseitig wiederzusehen oder aber, um die neu in unsere Mitte Getretenen kennenzulernen, Sie alle auf das Herzlichste zu begrüßen, Sie insbesondere zu begrüßen im Namen des Berliner Besant-Zweiges, der immer eine besondere Freude darin findet, in seiner Mitte auch einmal die verschiedenen theosophischen Freunde der Deutschen Sektion nicht nur, sondern auch auswärtige Freunde begrüßen zu können. Es ist bei anderen Gelegenheiten oft betont worden, dass ein solches Zusammensein für uns Theosophen noch einen ganz anderen Wen hat als ein Zusammensein vielleicht irgendeines anderen Vereins. Andere  Vereine finden, wenn sie zusammenkommen, Gesinnungsgenossen, die in Bezug auf dieses oder jenes Ziel des äußeren oder inneren Lebens, auf diese oder jene Frage mit ihnen übereinstimmen, in Bezug auf Betätigung, Beruf, vielleicht auch auf irgendein Lebensideal oder dergleichen. Theosophen kommen zusammen allerdings auch, um Gesinnungsgenossen zu finden, und in den Gesinnungsgenossen vor allem Träger der gemeinsamen Ideale zu finden; aber es darf doch gesagt werden, einen großen Unterschied gegenüber den Zusammenkünften aller anderen Vereinigungen bildet eine solche theosophische Zusammenkunft. Wenn wir auf das in der theosophischen Bewegung blicken, was sie vor allem zum Inhalt hat, so sehen wir das innerste Wesen und Streben der menschlichen Seele und nicht eine einzelne Betätigung im Leben, nicht ein spezielles Ideal, nicht irgendetwas, was sich im Raum und in der Zeit begrenzt, sondern dasjenige, was unmittelbar aus der Wahrnehmung entspringt dass die hier Zusammengekommenen gemeinsam fühlen, gemeinsam denken über dasjenige, was ihnen das Teuerste ist im Leben. Das ist dasjenige, was uns verbindet. Und das aus der Seele anderer zu ahnen, das im freundschaftlichen Zusammengehen verwirklicht zu sehen, das ist es, was ein jeder von uns begrüßt. So treten andere Vereinsgenossen zusammen, wissend, dass sie in denen, mit denen sie zusammenkommen, dieses oder jenes Gemeinsame finden; so treten die Theosophen zusammen, wissend, dass sie das innerste Fühlen und Denken in sich auch in den ändern finden dürfen. Das ist dasjenige, was wie ein Zauberhauch durch unsere Versammlung gehen soll; und aus dem Bewusstsein heraus, dass solch ein Geistiges, Inhaltsvolles uns verbindet, heiße ich Sie herzlich willkommen. Wir sind nicht nur zusammen als Träger der theosophischen Bewegung; wir sind nicht nur zusammen in irgendeinem äußerlich geschäftlichen Sinne, wir sind zusammen in Bezug darauf, dass wir Theosophen sind; und das Zusammenfühlen und das Zusammenerleben theosophischer Ideen ist die Seele unseres Zusammenseins. Aus dieser Seele unseres theosophischen Zusammenseins möchte ich sprechen, wenn ich diese Eröffnungsgriiße an Sie richte. Es hat sich in unserem letzten Jahre wieder ergeben innerhalb unserer Deutschen Sektion, dass unser theosophisches Wirken wieder ein gutes Stück fortgeschritten ist. Und wenn wir uns die Frage stellen, ob wir auf dieses Stück so zurückblicken dürfen, dass wir es wirklich einen Fortschritt nennen können -, und nicht nur unser Gefühl fragen, sondern  fragen: <Sprechen die Tatsachen dafür, dass unser Leben ein fortschreitendes ist?>, dann müssen wir vor allem sehen, wie allüberall innerhalb unserer theosophischen Zweige ein inneres Leben sich immer mehr zu regen beginnt. Wir dürfen heute, bei der neunten Generalversammlung, nach dem Beschlusse unseres achten theosophischen Lebensjahres unserer Deutschen Sektion sagen, dass die innere Lebenstätigkeit innerhalb der Deutschen Sektion sich in weiterer An verwirklicht hat. Die Deutsche Sektion besteht aus einzelnen Zweigen, und diese zeigen ein regsames inneres Leben. Wenn in dieses Leben hineingeblickt wird, so kann nur in ganz allgemeinen Worten charakterisiert werden, wie dieses Leben sich gestaltet hat. Und man darf sagen, dass man es nicht eingehender charakterisieren kann, als wenn man sagt, dass es ein intensives geworden ist. Da ist vor allem in einzelnen Zweigen das innere Leben sogar schon aus sich selber herausgewachsen, wie in dem Berliner Besam-Zweig und in manchen anderen, besonders dem Münchener und dem Stuttgarter Zweig. Da sehen wir, wie die Mitglieder eines Zweiges aus Theosophen auch theosophische Unternehmungen pflegen, die sozusagen nicht angefacht sind in vorschneller Weise von der Theosophischen Gesellschaft selber, die aber aus dem theosophischen inneren Leben der Zweige gedeihen. Das sind die verschiedenen Veranstaltungen, die über das Logenleben hinausgehen, in den sogenannten Kunst- und Musikzimmern, in denen ja auch populäre Theosophie zum Teil getrieben wird. Dabei zeigt es sich, wie überall theosophisches Leben angefacht werden kann, wenn wir nur versuchen, in richtiger Weise zu der Menschheit zu sprechen. Es würde zu weit führen, wenn ich alle Mitglieder mit Namen nennen sollte, die sich darum in einer von uns nicht hoch genug zu schätzenden Weise, Verdienste erworben haben. Insbesondere darf ich es jedenfalls als einen Wunsch hier aussprechen, dass diese Tätigkeit, die in den Kunst- und Musikzimmern veranstaltet wird, womöglich sich fortsetze, sich erweitere. Denn dadurch werden wir am besten einen gewissen Eindruck machen können auf unsere Zeit, wenn wir imstande sind, auch nach außen zu wirken. Das Nächste ist natürlich die Entfaltung des theosophischen Lebens innerhalb der Zweige; und da würde ich Stunden sprechen müssen, wenn ich charakterisieren wollte, wie innerhalb der einzelnen Zweige in der intensivsten Weise gearbeitet wird dadurch, dass man auch schon diese Innenarbeit allmählich wie in Berlin, Stuttgarl München, Köln und ande ren Orten kursartig gestaltet, dass einzelne Mitglieder es übernehmen, in Kursen theosophische Wahrheiten für neu hinzugekommene Mitglieder an diese heranzubringen. Solche Kurse sind eingerichtet, und es darf wohl der Wunsch hier angeschlossen werden, dass auf der einen Seite möglichst ausgebaut werde dieses Institut der Kurse, die von Mitgliedern gehalten werden. Auf der anderen Seite darf aber wohl ausgesprochen werden, dass diese Kurse auch möglichst viel besucht werden sollten, damit die Mitglieder, die noch neu sind, und sich noch nicht mit dem elementaren Inhalte der Theosophie bekannt gemacht haben, dies tun können. Es wird nur dadurch eine bedeutsame Fortbewegung möglich sein, wenn für diejenigen Mitgliedei; die erst kurze Zeit dabei sind, solche Kurse eingerichtet werden. Es kann nur ein Fortschritt gemacht werden, wenn immer wieder neu die Möglichkeit gegeben wird, die Weistümer der Theosophie kennenzulernen. Wenn aber der uns aus dem Quellborn der theosophischen Weistümer geschenkte Inhalt immer wieder den Mitgliedern zuströmen soll, dann müssen die jüngeren Mitglieder dafür sorgen, dass sie das früher Gegebene immer wieder nachholen, sonst wäre es nicht möglich, in der entsprechenden Weise fortzufahren; und die älteren Mitglieder müssten überhaupt auf etwas Neues verzichten. In Parenthese darf ich vielleicht einschieben, dass man dieses Nachholen nur ja nicht allzu leichtnehmen möge. Und je größer die Ehrerbietung vor den theosophischen Wahrheiten ist, umso größer ist die Möglichkeit des Vordringens einer theosophischen Bewegung innerhalb unserer Kultur. Auch weiter hinaus zeigt sich das Leben dieser theosophischen Bewegung. Ich sage ausdrücklich das Leben: Ein Lebensorganismus lebt nicht nur dann, wenn er in sich sozusagen neues Leben immer mehr und mehr anzieht, sondern dann erst, wenn das Leben zwischen den einzelnen Gliedern ein regsames ist, wenn der Austausch der Säfte zwischen den einzelnen Gliedern des Organismus vor sich geht. Und grade in dieser Beziehung dürfen wir sagen, dass sich in der schönsten Weise dies gestaltet hat, dass eine Art solcher Stoffbewegung stattfindet unter den einzelnen Gliedern. Es zeigen sich immer wieder Mitglieder der verschiedensten Zweige, nicht nur der Zweige Deutschlands, sondern auch des Auslandes, die diesen Austausch bewerkstelligen, sodass mit diesen theosophischen Kursen, die sich eingebürgert haben, die gegenseitige Anregung, der gegenseitige Austausch von Empfindungen und Gefühlen, in der schönsten  Weise erzeugt werden. Da ist es erfreulich, dass wir in jedem Jahre einige Kurse vor theosophischen Mitgliedern im Auslande zu verzeichnen haben. Ich darf besonders erwähnen den Kursus in Stockholm, wo eine Anzahl von Mitgliedern unserer Deutschen Sektion anwesend war; und man darf sagen, dass das Leben, das sich entfaltete zwischen den Stockholmer Freunden und unseren Mitgliedern, ein sehr reges war. Dann haben wir vor allen Dingen in dem Kursus in Wien sozusagen etwas von dem erlebt, was ein Wachsen unserer theosophischen Bewegung nach außen genannt werden darf. Mit diesem Kursus hat ein reges, und hoffentlich sich immer mehr ausbreitendes, theosophisches Leben in Wien begonnen, und hat, sich fortsetzend, die Grundlagen der Theosophie vertieft, die schon vorher von unseren dortigen Freunden seit Jahren gegeben worden sind. Das hat sich auch äußerlich durch die Begründung des Wiener Zweiges gezeigt. Es ist damit unserer Arbeit eingefügt ein Glied, das die Theosophie tragen wird auch in die östliche Richtung. Im Anschluss an den theosophischen Zweig in Wien ist dann auch in Klagenfurt ein solcher theosophischer Zweig begründet worden. Und wenn wir nun bedenken, dass auf unsere Anregung auch die Tschechische Sektion entstanden ist, so dürfen wir ein erfreuliches Wachsen der theosophischen Bewegung nach außen verzeichnen. Es würde hier wiederum zu weit führen, wenn im Einzelnen all das charakterisiert werden sollte, was da von unseren lieben Freunden getan worden ist, um dieses Leben nach dem Osten hinüberzutragen. Es wurde daher auch nur im Allgemeinen auf die hocherfreuliche Tatsache hingewiesen, dass wir mit der Tschechischen Sektion, mit dem Wiener Zweige und der Klagenfurter Loge bedeutsame Anfänge im Osten entfalten. Das hat ja der Wiener Zyklus gezeigt, dass mit der theosophischen Bewegung, mit all dem, was sich an Imponderabilien, an undefinierbaren Dingen abspielte, dass sich in dem etwas zeigt, was man nennen kann einen feinen intimen Fortschritt im menschlichen Kulturstreben, in der Stimmung des Empfindens, die entgegengebracht wird der heutigen Kulturtätigkeit. Es ist ja in unserer Zeit charakteristisch, was der moderne Mensch als Stimmung empfindet gegenüber aller Kulturtätigkeit. Wenn er irgendetwas von Kulturtätigkeit sich gegenübertreten fühlt, dann sagt sich der moderne Mensch: Verstehe ich es, oder verstehe ich es nicht? - Versteht er es nicht, so lehnt er es ab. Besonders charakteristisch trat uns das in Basel entgegen, wo anlässlich eines theosophischen Vortrages ein Feuilleton geschrieben wurde, das mit  den Worten begann: <An der Theosophie ist dasjenige, was am meisten an ihr auffällt, ihre Unverständlichkeit.> Das ist so recht der imponderable Stimmungsgehalt, den der moderne Mensch einer Kulturbetätigung entgegenbringt. Das zeigt sich besonders, wenn man das angeführte Wort überträgt auf ein anderes Gebiet. Denken Sie sich jemanden ein Feuilleton über Mathematik schreiben, das ebenso begänne, da würde er doch nur sein persönliches Verhältnis zur Mathematik charakterisieren. Ein solches Verhältnis wird dann heute für objektiv genommen, und man glaubt, man hätte irgendetwas damit gesagt; und hat doch gar nichts gesagt. Denn wenn irgendjemand sich nicht mit Mathematik beschäftigt hat, so weiß er eben nichts davon, kann also auch kein Urteil über sie fällen. So verrät jener Feuilletonist auch nichts anderes, als wie er zur Theosophie steht. So würde es einzig richtig sein, nach einem solchen Satze aufzuhören, darüber zu schreiben. Wenn heute die Menschen irgendetwas nicht verstanden haben, ja, dann haben sie sich gelangweilt; damit ist aber doch kein Urteil abgegeben über das, was da entfaltet worden ist. Aber dieses moderne Empfinden ändert sich nach und nach, und man darf es schon wagen, heute auch schwierige Dinge innerhalb der theosophischen Bewegung zur Besprechung zu bringen. Der Wiener Kursus war ja ein ganz besonders schwieriger, und wenn dazumal überhaupt nur Menschen anwesend gewesen wären, welche auf ein solches Urteil, wie wir es eben gekennzeichnet haben, etwas Besonderes gegeben hätten, dann wäre der Wiener Kursus ganz gewiss unfruchtbar geblieben. Er ist aber fruchtbar geworden; und wir konnten damals nach Hause gehen mit dem schönen Empfinden, dass auch aus den unaussprechbaren Dingen uns schöne Blüten entgegenwuchsen. Im weiteren Verlaufe zeigte sich das bei dem Hamburger Kursus. Es ist immer eine schwierige Sache, Dinge zu besprechen, die sozusagen vorläufig eine bestimmte Empfindungsnuance erfordern zum Verständnis alles dessen, was aus dem Born der Theosophie gegeben wird. Im Prinzip ist alles dies gewiss verständlich der prüfenden Vernunft und Logik. Aber wir würden ganz gewiss lange dazu brauchen, und man müsste lang dauernde Kurse veranstalten, wenn alle diese Dinge mit der Logik nachgeprüft werden sollten. Und es ist in gewisser Beziehung sicherlich nicht zu verwerfen, wenn gesundes Empfinden sich ein Verhältnis bildet zu dem Gebotenen. Es sind Seelen da, die reifer sind, als sie glauben, die aus dem Unterbewussten etwas entgegenbringen, wovon sie selber  nichts wissen. Und dann sind am leichtesten zu prüfen durch die Logik diejenigen Dinge, die am höchsten liegen, am schwierigsten diejenigen, die sich auf das praktische persönliche Leben beziehen. Weit schwerer ist es, Beweise, die einleuchtend sind, zu finden, wenn irgendjemand einen Zusammenhang sucht zwischen einer naheliegenden Leidenschaft und einer Krankheit. Das kann zwar geprüft werden durch die Logik. Aber es ist ein weiter Weg von dem, was aus der Geistesforschung festgestellt werden kann, zu dem einleuchtenden logischen Urteil. Da tritt denn das unterbewusste Empfangen ein, das sich in dem gesunden Wahrheitssinn äußert. Dieses fühlt die Wahrheit, die zwar bewiesen werden könnte, doch aber auch schon vor dem Beweise angenommen werden kann. Ein solches Empfangen muss ganz besonders vorausgesetzt werden bei solchen Kursen. Das wird immer mehr geschehen können, und ist eben besonders geschehen bei den genannten Kursen. Und man wird belehrt, wie wirklich eine andere Empfindungsnuance und eine andere spirituelle Nuance - wie sie vorher in der physischen Welt nicht vorhanden waren - sich nun zeigen. Durften wir so auf eine Art neuen Versuch innerhalb unserer theosophischen Bewegung hinweisen, so darf ich in dieser kurzen Weise vielleicht Ihnen auch etwas von einem Fortschritt innerhalb unserer inneren Tätigkeit in diesem Jahre sprechen. Das führt uns nach Kristiania, wo gesprochen werden durfte über die Vorgänge im Leben der Erde. Es konnten da die Volksgeister, Volksseelen genannt werden; es konnte gesprochen werden über Rassenentwicklung und deren Gang. In dieser An konnte dieser Kursus nur auf den charakterisierten Voraussetzungen aufgebaut werden. Damit war auch die Möglichkeit gegeben, etwas Innerliches äußerlich vor unsere Mitglieder hinzustellen. Das ist auch in München geschehen, wo wir wie erste Versuche etwas wagen durften, was ein unmittelbares Übertragen esoterischer Dinge in exoterisch künstlerische Weise war. Dann aber durfte auch im Anschluss daran der Versuch gemacht werden, Schriften, die uns durch die vorgeschichtliche Weisheit der Menschheit vorliegen, in einem weiteren Lichte zu betrachten. Das geschah in den Kursen, die ganz besondere Ansprüche gemacht haben an die Zuhörer. Das durfte geschehen eben im Münchner Kursus und in Bern. Vom Berner Kursus ist gesagt worden, dass da Dinge besprochen worden sind, die nur ihren Wen haben in dem Augenblick, wo sie gesprochen  werden. Das ist selbstverständlich etwas Gewolltes und Gerechtfertigtes. Man konnte an diesen beiden Kursen, dem Münchner und dem Berner, erleben, dass darinnen etwas war, was nicht schriftlich wiedergegeben werden kann. Damit haben wir wohl wiederum einen gewissen Fortschritt zu verzeichnen. Ich habe schon viel mehr, als ich beabsichtigte, gesprochen, daher bitte ich Sie, dies als einen Bericht der inneren Tätigkeit und Bewegung unserer Sache zu nehmen, und es mir zu erlassen, namentlich allen denen unserer Mitglieder herzlichst zu danken, die sich beteiligt haben an diesem inneren Wirken. Dass dieser Dank bei allen von uns ein herzlicher ist, das kann ja ohne Weiteres vorausgesetzt werden. Wir haben nach Verlauf unserer siebenjährigen Periode auch noch anderes zu verzeichnen, welches von uns Theosophen immer anders charakterisiert wird als von der Außenwelt. Wir haben gerade in diesem verflossenen Jahre von einigen unserer ältesten, von einigen ganz besonders für die theosophische Sache sich einsetzenden Mitgliedern zu verzeichnen, dass sie den physischen Plan verlassen haben. Und wenn wir dieser unserer lieben theosophischen Mitglieder gedenken, so denken wir an sie in der Art, dass wir sie in derselben Weise und Liebe weiter zu uns gehörig betrachten, in der wir sie zu uns rechneten, während sie auf dem physischen Plan unter uns verweilten. Wir wollen damit sagen, dass es für uns Theosophen etwas gibt, was als Pflicht ja auch in der äußeren, nicht theosophischen Welt zu den eigentlich wichtigsten Herzenspflichten gerechnet wird, was aber eine besondere Weihe und eine besondere Durchdringung mit dem Inhalte der im theosophischen Leben erworbenen Gefühls- und Gedankennuance bei uns Theosophen erfahren muss. Das ist das Nachsenden der Liebe, das Nachsenden unserer besten Gefühle über den physischen Plan hinaus, gegenüber denen, die diesen physischen Plan verlassen haben. Solche, durch das theosophische Empfinden gestärkten Gefühle, sollen wir gegenüber den Verstorbenen zu entwickeln trachten. Wir sollen uns fähig machen, durch unseren theosophischen Fortschritt derartige Gefühle in die anderen Welten zu senden, dass wir das Liebe, das Wahre, das Gute, das uns entgegengetreten ist bei solchen Mitgliedern, dauernd als ein immer Gegenwärtiges empfinden, und damit diese Mitglieder selber dauernd gegenwärtig empfinden, sodass wir von ihnen sprechen als solchen, die unter uns weiter wandeln, und deren Wandeln uns immer heiliger wird aus dem Grunde, weil dasjenige, was sie uns  senden können aus jener Welt, für sie ein Wertvolleres sein muss als dasjenige, was sie uns geben konnten auf dem physischen Plan. In dieser tätigen Weise gedenken wir derjenigen unserer lieben Mitgliedeg die in dem verflossenen Jahre den physischen Plan verlassen haben. Da steht vor unserer Seele ganz besonders ein älteres, seit der Begründung der Sektion mit uns verbundenes Mitglied, das uns aus dem Grunde besonders nahesteht, weil uns wiederum nahesteht der Bruder dieses Mitgliedes, der hier ist als unser lieber Freund, Herr Wagner. Fräulein Amalie Wagner in Hamburg, die viele von uns gut kennen, hat im Verlaufe dieses Jahres den physischen Plan verlassen, und wir werden immer hinblicken auf dasjenige, was sie versuchte zu tun für das theosophische Leben. Viele derjenigen Theosophen, die unserer lieben Amalie Wagner nahestanden, haben in ihrem innersten Herzen die Tätigkeit von Amalie Wagner in außerordentlicher Weise zu schätzen gewusst, und haben eine unbegrenzte Liebe dieser Freundin entgegengebracht. Und das war ja nur der schöne Widerstrahl des schönen theosophischen Strebens in der Seele Amalie Wagners. Und in Ehrfurcht und heiliger 'Weihe gedenken wir eines wichtigen Augenblickes im Leben von Amalie Wagner. Das war jener Augenblick, als ihr die Schwester, die mit ihr in Hamburg Mitglied unserer Bewegung wag im Tode voranging. Damals war es mir möglich, an mich herantreten zu lassen das schöne, das liebende Verständnis, das die Seele von Amalie Wagner entgegenbrachte jenem Ereignis, das sich da in dem Abgänge ihrer Schwester vollzog. Da konnte ich entgegennehmen die sozusagen im echten theosophischen Empfinden gehaltene Aufschau von Amalie Wagner zu ihrer Schwester. Wie Amalie Wagner hinaufschaute in die höheren Welten, um sich Vorstellungen zu machen von der Art, wie weiterlebt ein Mensch in diesen höheren Welten, davon wurde viel gesprochen in dem lieben, einsamen Wohnzimmer Amalie Wagners. Und jetzt blicken wir ihr selber nach in Gedanken, wie sie ihrerseits nun empfängt von oben das Entgegenkommende und von unten, vom physischen Plane, die Gefühle von Liebe und Verehrung, die wir ihr von hier entgegenbringen. Zwei Seiten können wir an dieser Seele heute schon sehen, wie sie nach oben und unten lebt, wie ein Mensch eben in der geistigen Welt lebt, wenn in seinem Herzen hier der Impuls war, sich anzuschließen dem, was als Seele durch unsere Bewegung hindurchgeht. Und so blicken wir denn in Andacht, in Liebe zu der Seele dieses lieben Fräulein Wagner hin wie zu einer uns immer Gegenwärtigen.  Es hat noch ein altes Mitglied den physischen Plan verlassen, das zwar wenige kennen, aber diese wenigen sind solche, die dieses liebe Mitglied sehr lieb hatten, die immer, wenn sie mit ihm zusammenkamen, von Neuem empfanden die Ehrerbietung heischende Seele unseres lieben Freundes Jacques Tschudy in Glarus, der von Anfang an unserer Deutschen Sektion angehört hat. Er ist bei den schweizerischen theosophischen Versammlungen von einer Anzahl unserer lieben Mitglieder getroffen worden. Und wenn ich mich in diesem Falle eines Wortes bedienen darf, das sehr ernst gemeint ist, so möchte ich sagen, dass die Seele dieser Persönlichkeit so wirkte, dass man gar nicht anders konnte, als sie lieb haben. Und wer oftmals sehen konnte, wie dieser Mann geliebt wurde, der weiß, dass diejenigen, die ihn kannten, dieses Gefühl ihm dauernd in die geistige Welt nachsenden werden. Dann hat noch ein außerordentlich strebsames Mitglied, das in rüstiger Energie versuchte, in das Exoterische und Esoterische der Theosophie einzudringen, und welches erst in den letzten Jahren unserer Deutschen Sektion nahegetreten ist, den physischen Plan verlassen. Unser lieber Freund Minuth aus Riga befand sich beim letzten Stuttgarter Zyklus; dann erschien er wieder in Hamburg, und damals war schon sein äußerer physischer Leib mit dem Keim behaftet, der ihn nicht weiterleben ließ. Er konnte schon nicht mehr den vollständigen Zyklus mitmachen und verließ bald darauf auch den physischen Plan. Auch ihm werden wir diejenigen Empfindungen hinaufsenden in die höheren Welten, welche wir nicht nur gehabt haben, als wir uns entschlossen, Theosophen zu werden, sondern die wir uns angeeignet haben während unseres theosophischen Lebens. Wir haben abgehen sehen vom physischen Plan noch eine andere Persönlichkeit; die Gattin unseres lieben Freundes Sellin. Aus früheren theosophischen Versammlungen kennen Sie ja alle unseren lieben Freund Sellin. Während er in Zürich wirkte, ging seine liebe Gattin in die geistige Welt hinauf. Dieses Hinaufgehen seiner Gattin versteht unser lieber Freund in der wunderbarsten Weise, und wer empfinden durfte dasjenige, was Sellin selber empfindet gegenüber der Toten, der weiß zu sagen, wie im echten, schönen Sinne gegenüber den Toten der Theosoph empfinden soll. Ich müsste Worte sprechen, welche in den eindringlichsten Farben Gefühle schildern würden, die lebendig hinaufströmen in die geistige Welt, wenn ich Ihnen manches schöne Wort wiedergeben wollte, das  aus der Seele unseres lieben Freundes Sellin hier auf dem physischen Plan seiner geliebten Gattin hinaufgesendet wurde. Es ist aber besser, wenn wir in uns sozusagen nur eine Ahnung hervorrufen von dem, was durch so etwas Schönes gesagt werden kann, wenn wir es nicht selber gehört haben. Und derjenige, der, wie ich, so schöne Worte gehört hat, wie die unseres lieben Freundes Sellin, die Zeugnis sind seiner wirklich schönen, realen Empfindung, wer dieses selber erlebt hat, der hat das Bedürfnis, solch schöne Worte durch Aussprechen nicht zu entweihen. Aber das Bedürfnis habe ich in meiner Seele in diesem Augenblicke, in Ihren eigenen Herzen Ahnungen erwachen zu lassen von dem, was schönes Empfinden, schönes innerliches Erleben ist denen gegenüber, die in der Richtung nach der geistigen Welt physisch entschwunden sind. Eine weitere Persönlichkeit in Stuttgart ist den ihr Nahestehenden in der physischen Welt entschwunden; unser lieber Freund [Frentzel] hat seine Gattin vor Kurzem den höheren Plänen abgeben müssen. Wenn wir sehen, wie wir Theosophen beginnen, ein wirkliches Seelenleben zu entwickeln, so brauchen wir nur an unsere liebe Frau Frentzel zu denken, die in so schöner Weise an ihrer Seele arbeitete, um in das theosophische Leben hineinzukommen. Das kann vielleicht nur würdigen, wer ihrer Seele nahegestanden hat wie ich selber. Und so dürfen wir dasjenige, was wir gelernt haben, hinaufsenden unserer lieben Freundin Frau Frentzel. Und so gedenken wir auch einer anderen Freundin, die durch ein tragisches Geschick den physischen Plan verlassen hat, Frau Hedwig von Knebel, deren liebevolle Hingabe an die theosophische Sache bemerkt werden konnte, sowohl wenn wir anderen in Wiesbaden waren als auch von den Wiesbadenern selber. Dann aber steigt mit einer besonderen Krafg mit einer ganz besonderen Lebendigkeit aus den höheren Welten zu uns herab das Bild einer theosophischen Persönlichkeit, die vor Kurzem den physischen Plan verlassen hat, die mit einer Intensität, mit einem Verständnis und einer Hingebung, die wirklich nicht in Worten zu schildern ist, sich seit Jahren der theosophischen Sache mit allem, was sie konnte - und sie konnte viel - in den Dienst stellte. Da wird mir selber immer unvergesslich bleiben der Augenblick nach einer theosophischen Versammlung, wo unsere liebe Hilde Stockmeyer zum ersten Male an mich herantrat, um Genaueres über mancherlei von dem kennenzulernen, was sie in der Theosophie, die sie mit all der Kraft, die in ihr war, aufnahm, gelernt hatte. Auf der  anderen Seite versuchte sie es - und sie durfte und konnte viel versuchen - dasjenige, was sie in der Theosophie gelernt hatte, zu verbinden mit dem, was die äußere Wissenschaft an Wahrem und Gutem bietet. Und es darf gesagt werden, wie eine umfassende Gelehrsamkeit auch äußerlich imstande war, Frucht zu tragen, indem sie zur Befriedigung der äußeren Welt das letzte Examen noch kurz vor ihrem Abscheiden abgelegt hatte. Es darf in der Gelehrsamkeit von Hilde Stockmeyer das Erste gesehen werden, was uns selber als ein schönes Geschenk ihrer persönlichen Werte von ihr entgegengebracht worden ist. Dasjenige, was uns Hilde Stockmeyeg die Vorsitzende der Malscher Loge, auf dem physischen Plane gewesen ist, war sie durch ihre Fähigkeiten und durch die An, wie sie diese Fähigkeiten verarbeitete. Sie war dadurch berufen, fruchtbringend zu wirken, und zu dem, was sich Hilde Stockmeyer durch die Ausbildung ihrer Fähigkeiten auf diese Weise erwarb, brachte sie etwas anderes hinzu, was durch seine Ausströmung auf die Nahestehenden wirkte, was bloß durch sein Wirken uns verraten konnte, wie fruchtbar echtes, wahres theosophisches Empfinden hier im Menschenleben werden kann. Das zeigt die Art, wie Vater, Mutter, Geschwister und Freunde aufnahmen ihren Abgang in die höheren Welten. Das ist wiederum in diesem Falle ein Beweis für die Wirksamkeit der Theosophie in den Menschenseelen. Es ist dies noch in einer anderen Weise ein Beweis dafür, als es selbst bei den anderen Genannten der Fall war. Bei den anderen waren überall Persönlichkeiten in ihrer Umgebung, die die Theosophie gesucht hatten. Bei Hilde Stockmeyer bekannten sogar die Eltern: Sie hat uns die Theosophie gebracht, sie war uns geschickt. Die Personen, die auf dem physischen Plan ihr vorausgegangen waren, die ihr das physische Leben gegeben haben, bekannten das, was sie fühlen konnten dem gegenüber, was in ihrer eigenen Tochter aus den höheren Welten ihnen entgegenkam, wovon sie sagen mussten: Dem konnten wir nicht zum Dasein auf dem physischen Plan helfen, dem gegenüber waren wir das Werkzeug. Und es gehört zu den schönsten Gefühlen, die innerhalb unserer theosophischen Bewegung geäußert worden sind, dass die Eltern von Hilde Stockmeyer zum Ausdruck brachten die Größe des Dankes und der Schätzung, die sie dem Wissen ihrer Tochter entgegenbrachten, dem Wissen der Tochter, die den Eltern die Theosophie ins Haus gebracht. Und dies herrliche Echo bringen die Eltern von Hilde Stockmeyer ihrer in die spirituelle Welt abgegangenen Tochter entgegen. Wir aber sollen lernen, das besonders  Hilde Stockmeyer hinaufzusenden in die höheren Welten, was sich bei solchen Dingen nur ahnen lässt. Und klar ist mir, dass ich kein besseres Gefühl hinaufsenden kann in die geistigen Welten, als wenn ich die Empfindungen der Seele von Hilde Stockmeyer selber jetzt hinaufsende, mich zum Werkzeug ihrer Seele mache für das Schöne, was aus einem schönen Gefühl heraus zu sagen wusste unsere liebe Freundin, während sie noch hier bei uns war. In zwei kleinen Dichtungen, die mir anvertraut worden sind, die der Feder unserer lieben Freundin entstammen, die ihrem so schön angelegten Geiste entsprangen, spricht sie selber noch von dem physischen Plan zu uns herein. Wie Hilde Stockmeyer empfand gegenüber den ewigen Lehren der Theosophie, das mag uns aus ihren eigenen kleinen Gedichten in diesem Augenblicke entgegentönen. So sprach, als sie noch lebte, Hilde Stockmeyeh so mag für uns nachklingen, was sie selber noch sagte: Sind wir denn wirklich so ganz allein? Kann nie der Eine den Andern verstehn? Kann er ihm nie ins Herze sehn? Ihm erleichtern seine Pein? Ich denke, wenn Liebe zu Liebe spricht, So recht vom Herzen mit treuem Gesicht, Um Liebe Willen die Qualen zu lindern, Durch liebe Worte die Schmerzen zu mindern, Dann mein' ich, könnt's nicht vergebens sein! Sind wir denn wirklich so ganz allein? Gibt es nicht Brücken zu jedem Herzen? Gibt es nicht Balsam für alle Schmerzen? Wenn wir Aug' in Aug' versenken, Gar nicht an uns selber denken, Braucht es sogar der Worte nicht, Wahres Verstehen lautlos spricht! Auch zu den allerverstocktesten Herzen Führt ein Weg. Wandelst du mutig auf schwankendem Steg Mit dem einen Gedanken Helfer zu sein Bist du bald nicht mehr allein!  Versuchen wir es, nach ihrem Abgang in unseren Herzen solche Gefühle zu entwickeln, um sie ihr nachströmen zu lassen, solche, die dieser ihrer eigenen schönen Gefühle wert sind. Und lernen wir empfinden, wie sie selber empfunden hat, und wie sie es aussprach in dem anderen kleinen Gedicht: Ich möchte sein ein reiner Quell des Segens, Der immer fließt und nie versiegen muss, Ein Herz voll Mut möcht ich mein Eigen nennen, Das nie verzagt, und nie in Schmerzen bebt, Und Liebe möcht ich strömen durch die Welten; Dass all Lebendiges jauchzen sollt vor Lust. Und also gebend möcht im All ich still versinken, Wie eine Melodie, die leis' verklingt. So sprach sie im Leben, so starb sie für den physischen Plan. Es braucht nicht gesagt zu werden, dass wir uns bemühen sollen, ihr ebenso Wertvolles nachzusenden wie sie, den eigenen Tod ahnend, es in den letzten Worten sprach, der letzten kleinen Dichtung. Wer Hilde Stockmeyer kannte wie ich, weiß, dass der Tod dieser lieben Seele das war: Und also gebend möcht im All ich still versinken, Wie eine Melodie, die leis' verklingt.» Die Versammlung ehrte das Andenken der genannten Personen durch Erheben von den Sitzen. Dritter Punkt: Anträge aus dem Plenum: Als erster Antrag wird verlesen Antrag van Leer, Düsseldorf. Antrag van Leer: Der Antragsteller knüpft an die Bestellung von solchen Mitgliedern des Vorstandes, welche ihr Amt lebenslänglich innehaben. Dieser Antrag ist gestellt und angenommen worden, um eine Kontinuität in die theosophische Arbeit der Sektion zu bringen. Es ist dadurch eine Sicherung gegeben gegen etwaige tendenziöse Bestrebungen, die durch Zuzug neuer Mitglieder mit dem erarbeiteten Gut einfach brechen möchten. Der Gedanke sollte durch diesen Antrag weiter ausgebaut werden dadurch, dass in Hinkunft nicht in beliebiger Weise zwei  Menschen so viele Mitglieder in die Gesellschaft einführen können, als ihnen gefällt; sondern, es sollte bei jeder in eine Loge eintreten wollenden Persönlichkeit auch die Unterschrift des Vorsitzenden der Loge notwendig sein, um zu verhindern, dass das in Jahren Erarbeitete zu Grunde gerichtet werde durch tendenziösen Zuzug. Herr Dr. Steiner bemerkt dazu, dass der Vorstand in der gestrigen Vorstandssitzung beschlossen habe, in der Generalversammlung zu beantragen, dass der Aufnahmeschein neuer Mitglieder nicht nur die Unterschrift von zwei Paten aufzuweisen habe, sondern auch die Unterschrift des Vorsitzenden des betreffenden Zweiges, und dass der Aufnahmeschein für Sektions-Mitglieder in Zukunft gegengezeichnet sein müsse vom Vorsitzenden der Deutschen Sektion. Auf diese Art würde in entsprechender Weise vorgebeugt sein demjenigen, was dem Antrag zugrunde liegt. Pastor Wendt äußert, dass wenn zweitausend neue Menschen in die Gesellschaft eintreten, die alten Mitglieder einfach eine neue Gesellschaft begründen könnten. Dr. Steiner antwortet darauf, dass dieser Fall doch verhütet werden müsste, dass eine Gesellschaft einfach gezwungen würde, sich neu zu begründen. Frau von Sonklar bemerkt, dass jedes Mitglied doch das Recht habe, neue Mitglieder vorzuschlagen, und dass auch diese zweitausend Menschen bekehrt werden könnten. Dr. Steiner: «Es handelt sich ja darum, dass der andere Fall nicht eintreten kann, dass zweitausend neue Mitglieder, die bekehrungsfähig wären, nicht Aufnahme finden könnten. Sie würden doch selbstverständlich mit größter Befriedigung aufgenommen werden. Es ist gar nicht vorauszusetzen, dass den neu aufzunehmenden Mitgliedern das Allergeringste in den Weg gelegt werde. Der Antrag kann ja gar keine andere Wirkung haben, als dass eben zweitausend neu hinzukommenden Mitgliedern die MÖglichkeit entzogen wird, die bisher geleistete theosophische Arbeit tot zu machen> Auf Antrag von Herrn Tessmar wird die Debatte geschlossen und zur Abstimmung geschritten. Der Antrag wird angenommen. Als zweiter Antrag kam in Betracht der Antrag Horst von Henning in Weimar, in welchem der Vorschlag gemacht wird, den für München geplanten Zentralbau der deutschen Theosophen in Weimar aufzurichten.  Zu diesem Antrag führt Herr Dr. Steiner aus: «Ein Antrag, der in der Form, wie der eingebrachte, gefasst ist, kann kein Antrag sein, er kann nur ein Appell sein, und kann nur als ein solcher an die Versammlung gerichtet werden. Es handelt sich nämlich nicht um eine Unternehmung der Theosophischen Gesellschaft, sondern um eine theosophische Sache, die privat von einer Anzahl Theosophen offiziell unternommen wird. Es ist, wie Sie wissen, von einer Anzahl unserer theosophischen Freunde der Beschluss gefasst worden, für derartige Veranstaltungen, wie wir sie in München im letzten und vorletzten Jahre hatten, ein eigenes Haus zu bauen. Ich will nur sagen, dass die Absicht besteht, ein solches Haus als eine An Zentralbau in München zu errichten. Und hoffentlich werden alle, die in der Lage dazu sind, ihr Scherflein von zehn Pfennig bis zu einer Million dazu beitragen. Das wird hoffentlich die eine Folge der Münchener Arbeiten sein. Eine andere Folge liegt in dem Appell. Ich habe Sie bekannt gemacht mit dem Inhalte dieses Appells. Als Antrag kann er nicht behandelt werden, weil er nicht die Deutsche Sektion betrifft. Die Deutsche Sektion ist keine juristische Persönlichkeit, und nur diejenigen bauen diesen Zentralbau, die eben das Geld dazu hergeben. Das Zweite ist das Sachliche. Erstens ist bei dem Appell nicht daran gedacht, dass wir ja von Anfang an die Absicht gehabt haben, dieses als eine ganz interne Angelegenheit der Theosophen zu betrachten, daher wurden nur diejenigen Künstler berufen, die Theosophen sind. Es kommt also gar nicht in Betracht, was im Antrage betont wird, dass eine Stadt wie Weimar eine große Anzahl schauspielerischer Kräfte hat, oder ausgezeichnete Maler; es kommt darauf an, in derjenigen Stadt die Sache zu veranstalten, wo die meisten Künstler sind, die Theosophen sind. Dann würde es ja auch durchaus alldem, was mit der ganzen Entwicklung dieser Idee verbunden ist, augenblicklich widersprechen, wenn ein anderer Ort als München gewählt würde. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es nicht darauf ankommt, ob ich dagegen bin oder nicht, man muss aber doch immer die realen Verhältnisse berücksichtigen. Im Prinzip kann etwas richtig sein, in der Realität ist es nur dann richtig, wenn man auch die historischen Verhältnisse beriicksichtigtm Es wird aus der Versammlung der Einwurf gemacht, warum denn Berlin nicht in Betracht käme. Dr. Steiner antwortet darauf: «Aus demselben Grunde, wie Berlin damals nicht gewählt wurde, als wir den Kongress  der europäischen Sektionen veranstalten wollten. Aus dem Grunde, weil eine solche Sache eine so kolossale Arbeit erfordert von den Mitgliedern, dass diejenigen, die nicht dabei sind, überhaupt keine Vorstellung davon haben. Nun sind aber doch die Mitglieder Berlins das ganze Jahr beschäftigt mit den Angelegenheiten der Deutschen Sektion, und die praktischen Verhältnisse haben es einfach gezeigt, dass die Berliner Mitglieder sozusagen zusammenbrechen würden, wenn sie auch noch diese Arbeiten machen müssten. Etwas derartiges könnte nur in Berlin gemacht werden, wenn die Mitglieder entbunden würden von der Leitung der Deutschen Sektion. Weil aber diese Leitung am besten in Berlin bleiben wird, so ist selbstverständlich, dass an eine andere Stadt für diese Sache gedacht worden ist. Es ist mir der Antrag Henning gewiss außerordentlich sympathisch, aber wenn man die realen Verhältnisse bedenkt, so muss man eben sagen, dass es eben nicht geht. Dazu kommt aber noch ein innerer Grund in Betracht, der einem okkulten Gesetz entspricht; und das ist, dass tatsächlich nicht diejenigen Orte für spätere Epochen fruchtbar sind, die schon eine Blüte hinter sich haben. Der Appell will gerade Weimar gewählt haben, weil da schon einmal die Blüte des deutschen Geisteslebens sich entwickelt hat. In Weimar kann sich nur in der Gegenwart eine Archivtätigkeit entwickeln. Gesellschaften begründen sich dort, zum Andenken und Ausarbeiten des schon Dagewesenen. Das würde ja auch schon gegen Weimar sprechen, es würde grade das Große, das von Weimar ausgeht, sich wehren gegen unseren Plan, und wir würden nicht aufkommen können.» Fräulein Stinde bemerkt noch dazu: «Die Adresse, wohin man die Gelder für den Bau schicken kann ist: An das Depot Fräulein Marie von Sivers und Fräulein Sophie Stinde, Deutsche Bank, Miinchenn Der dritte Antrag, von Frau von Sonklar, Berlin, betrifft ein regelmäßiges jährlich viermaliges Erscheinen der «Mitteilungem und Erweiterung derselben. Fräulein von Sivers bemerkt dazu, dass ein regelmäßiges, viermaliges Erscheinen der «Mitteilungen» niemals beschlossen worden sei, sondern, dass sie immer nur dann erscheinen sollten, wenn genügendes Material dafür vonseiten der Zweige eingelaufen sei. Die «Mitteilungen» sollten sich nur mit den internen Angelegenheiten der Deutschen Sektion befassen. Man könne übrigens im Allgemeinen die Beobachtung machen, dass desto mehr gearbeitet werde, je weniger man darüber berichtet. Für  diejenigen Mitglieder, die die Kurse nicht mitmachen könnten, läge jetzt ein umfangreiches Studienmaterial vor durch die vervielfältigten Vortragszyklen. Herr Scharlau äußert finanzielle Bedenken gegen das viermalige Erscheinen der Mitteilungen». Hierauf beantragt Frau von Sonklar, aus den «Mitteilungem eine Zeitschrift zu machen, um die Kosten durch das Abonnement zu decken. Herr Tessmar widerspricht dem Antrag von Sonklar und macht den Vorschlag, dass die «Mitteihngem wie bisher nach Bedarf erscheinen. Dieser Antrag wird von der Versammlung angenommen. Nach kurzer Debatte beantragt Herr Walther, den Antrag von Sonklar auf Erweiterung der «Mitteilungen» abzulehnen. Durch Abstimmung wird der Antrag Sonklar abgelehnt. Weitere Anträge liegen nicht vor. Herr Dr. Steiner stellt den Dringlichkeitsantrag des Vorstandes, die Generalversammlung in die Zeit der Jahreswende zu verlegen. Nach längerer, lebhafter Debatte beantragt Herr Arenson, vorläufig für das nächste Jahr zur Abhaltung der Generalversammlung den November ins Auge zu fassen. Dieser Antrag wird angenommen. Nun verliest Herr Dr. Steiner ein Begrüßungstelegramm der Italienischen Sektion und teilt zugleich mit, dass der Kongress der Europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft im nächsten Jahre, also 1911, vom 18. September ab in Genua stattfinden wird. Vierter Punkt: Berichte der verschiedenen Zweige. Es liegen zwei Berichte vor; in Anbetracht der vorgerückten Zeit wird von deren Verlesung Abstand genommen und beschlossen, die Berichte in den nächsten ·Mitteihngen» zu veröffentlichen. Zu dem fünften Punkt, Verschiedenes, liegt kein Material vor. Herr Dr. Steiner schließt damit den geschäftlichen Teil und gibt bekannt, dass um 5 '/4 Uhr der sachlich theosophische Teil der Generalversammlung beginnt.  Der siStierte sechste Kongress der Föderation der europäischen Sektionen in Genua im September 1911 (Ausführungen des Herausgebers) Der sechste Kongress der Föderation der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) hätte vom 17. bis 21. September 1911 in Genua unter dem Leitgedanken ·Von Buddha zu Christus» durchgeführt werden sollen. Der Gegensatz zwischen Annie Besants und Rudolf Steiners Christuslehre sollte dort offen behandelt werden. Sogar Krishnamurti wurde in Begleitung von Annie Besant zum Kongress in Genua erwartet. Der Kongress wurde allerdings kurz vor seinem Beginn abgesagt. Siehe hierzu auch die Schilderungen Rudolf Steiners auf der zehnten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft im Dezember 1911 auf den folgenden Seiten 454 f. im vorliegenden Band. In einem Artikel in den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft» Nr. 14/1912 schildert Rudolf Steiner die Absage wie folgt: ·Ich sage, dass ich mich nach der Absage an den General-Sekretär der italienischen Sektion [Otto Penzig]' gewandt habe, um die Gründe zu erfahren der Absage. Der antwortet mir in einem Telegramm: <Ich habe auf strikte Ordre vom Präsidenten Mrs Besam und Sekretär Mr Wallace gehandelt; bitte sich dahin zu wenden.» - Dies der strenge, objektive Tatbestand. Mrs Besam verbreitet jetzt das Folgende: Ich hätte die ganze Sache falsch dargestellt, denn sie hätte niemals den Kongress abgesagt, sondern nur nach Genua gemeldet, dass sie dahin nicht komme. Dadurch bildet sich in weiten Kreisen der Theosophischen Gesellschaft die Meinung, ich hätte bei unserer Generalversammlung etwas Unrichtiges gesagt, während ich über meine Auffassung der Sache gar nichts gesagt habe, sondern nur meinen Mitgliedern den klaren Wortlaut des offiziellen Telegrammes des entsprechenden verantwortlichen General-Sekretärs mitgeteilt habe. Ich habe niemals gesagt, Mrs Bcsant habe den Kongress abgesagt, sondern stets nur, dass sie ihn nicht abgesagt haben könne, weil sie dazu kein Recht habe» Das Telegramm von Otto Penzig, datiert auf den 11. September 1911, ist erhalten geblieben (Archiv-Standort 87/IV). Es lautet: ·habe auf stricte ordres von praesidentin besavit [besant] und wallace secretair der foederation gehandelt bitte sich an diese officiell zu wenden = penzig +.» Penzig scheint - laut eigener Darstellung - mit diesem Telegramm Annie Besants vorangehende Absage zur Teilnahme am Kongress überdeutet zu haben. Siehe hierzu allerdings auch seine diesbezügliche Darstellung in seinem Brief vom 23. November 1912 an Rudolf Steiner, der in «Mitteilungen 1 General-Sekretär der italienischen Sektion [Otto Penzig]: Einfügung durch den Herausgeber.  für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft» Nr. 15/1913, S. 5 wiedergegeben wurde. Hieraus geht eher hervor, dass zwar Annie Besant nachträglich geäußert habe, dass sie sich nie hätte erlauben wollen, den Kongress abzusagen, sondern allein ihre Teilnahme. In ihrem Bestätigungstelegramm aber auf die Nachfrage Penzigs, ob aus ihrer Absage auch die Sistierung des Kongresses zu folgen habe, schrieb sie «abandoning congress», was so viel wie «Kongress preisgeben» heißt. Ob damit gemeint war, dass Annie Besant ihre Teilnahme an dem Kongress oder den Kongress als Ganzes gemeint habe, muss offenbleiben. Siehe auch Rudolf Steiners Brief an die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft vom 15. Januar 1913, in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschahm Nr. 15/1913 (dieser Brief als auch das o.a. Zitat Rudolf Steiners aus den Mitteilung Nr. 14/1912 sind im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe abgedruckt in ·Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925·, GA37).  ZEHNTE GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 10. DEZEMBER 1911, WILHELMSTRASSE 92/93, ARCHITEKTENHAUS Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben uon Mathilde Scboll», Nr. 13/1912 Um 10 'A Uhr eröffnet der Generalsekretär der Deutschen Sektion, Herr Dr. Rudolf Steiner, die zehnte ordentliche Generalversammlung mit den Worten: «Es obliegt mir zunächst, Sie alle im Sinne unserer theosophischen Bewegung und aus dem Geiste heraus, der uns zusammenführt, auf das Herzlichste zu begrüßen. Diese Versammlungen geben uns ja immer Gelegenheig viele unserer Freunde gleichzeitig an einem Ort versammelt zu sehen. Und dasjenige, was für einen wirklichen Theosophen dabei das Wichtigste ist, ist zweifellos, sich vereint zu wissen mit vielen Freunden und Gesinnungsgenossen, also mit Menschen, welche im Sinne unserer Gegenwart mit befruchtenden Ideen über geistige Angelegenheiten das Herz erfüllt haben. Dass unsere Gedanken und Empfindungen Kräfte sind, die schon als einzelne Bedeutung haben innerhalb der Realität, das ist uns als Theosophen ja tief ins Herz geschrieben. Dass aber der Zusammenfluss einer größeren Anzahl solcher individuellen Kräfte noch etwas ganz anderes bedeutet, muss derjenige zugeben, welcher im Sinne einer Realität das spirituelle Leben ansieht. Derjenige ist erst im Beginne des Verständnisses des spirituellen Lebens, der da meint, dass alle Verbreitung der Theosophie lediglich davon abhänge, wie äußerlich auf dem physischen Plane, durch eine äußere Propaganda oder durch Worte die Mitmenschen überzeugt werden. Wer aber eingedrungen ist in die Bedeutung der spirituellen Erkenntnis, der weiß, dass die Kräfte, die unsichtbar in der Welt walten, die Kräfte der guten Gesinnung, die zusammenfließen aus echten theosophischen Herzen, auch in übersinnlicher Weise ergeben einen Strom, der einfließt in die Evolution der Menschheit. So werden wir immer mehr geneigt sein, eine äußere Versammlung von Theosophen anzusehen wie ein Symbolum für dasjenige, was zwischen den Herzen  und von den Herzen aus spielt, und nicht in der äußeren Welt wahrgenommen werden kann. Darin spricht sich erst die Heiligkeit und Würde der theosophischen Weltanschauung aus, aber auch dasjenige, was diese theosophische Weltanschauung berechtigt, in einer ganz eigenartigen Weise als ein Element, das seine wahre Kraft im Übersinnlichen hat, in unsere Menschheitsevolution einzugreifen. Dass wir neben dem ja überwiegenden Missverständnis unserer Auffassung, dem wir begegnen, auch einiges Verständnis in der Welt finden, das bezeugen gerade vielleicht die Fortschritte, die wir in diesem Jahr gemacht haben. Wir brauchen nur darauf hinzuweisen, dass wir unter steigendem Interesse unsere Aufführungen in München veranstalten konnten, dass unsere Bestrebungen in der Kunst, die wir in unseren Mysterien zum Ausdruck bringen, in der Aufeinanderfolge der letzten Jahre Erfolg gehabt haben. Wir konnten ja 1909 eine, 1910 zwei und 1911 sogar drei Aufführungen veranstalten. Es ist dies nur eines der Symptome, die für den wahren Fortschritt, nicht für einen bloß scheinbaren, innerhalb unserer Bewegung sprechen. Als ein anderes Symptom darf angesehen werden, dass in Stuttgart bereits ein eigenes Heim unserer Weltanschauung gebaut worden ist. Wer ein wirkliches Verständnis für Theosophie hat, dem braucht nicht auseinandergesetzt zu werden, was es bedeutet, dass einmal die Bestrebungen der Theosophie so umgeben sein können von Raumesgrenzen, die selber aus dem theosophischen Gedanken herausgeboren sind. Nicht anstehe ich zu bekennen, dass ich die ganze An und Weise, wie dieses theosophische Heim innerhalb Stuttgarts entstanden ist, fast mehr noch als das, was zuletzt - weil ja keine Wirklichkeit entspricht dem Ideal herausgekommen ist, bedeutungsvoll finde. Es ist ein Bau entstanden im Verein mit einem verständnisvollen Baumeister, der wusste den theosophischen Gedanken die äußere Form zu geben. Mehr noch halte ich ein anderes für einen Prüfstein theosophischer Gesinnung unserer Kreise. Der Bau ist entstanden, ohne dass in der Außenwelt mit der Werbetrommel Propaganda getrieben worden ist. Es ist die ganze Angelegenheit unter Theosophen geblieben und ist auch heute noch, nachdem der Bau fertig ist, eine Sache unter Theosophen. Solch eine Bestätigung unseres theosophischen Gedankens ist wohl die beste Begrüßung, die wir für unsere Seelen am heutigen Tage hier empfangen können; und in diesem Sinne, dass die theosophische Bewe gung nicht verlieren möge dasjenige, was das Wichtigste ausmacht, dass sie nur da wirken mag, wo ihr diese Gesinnung entgegenschlägt und nicht, wo man mit der äußeren Werbetrommel wirken muss, in diesem Sinne lassen Sie diese Vereinigung durchflossen sein von unseren theosophischen Gedanken. Damit sind wir, nachdem ich Sie auf das Herzlichste willkommen heiße, bei den geschäftlichen Teilen unserer Generalversammlung angekommen, und ich bitte Sie, diese recht geschäftlich zu behandeln.· Erster [Tagesordnungspunkt]: Feststellung des Stimmenverhältnisses der Delegierten der einzelnen Zweige. Vorgenommen werden musste eine Klarstellung des Stimmrechtes der Mitglieder der Schweizer Zweige innerhalb der Deutschen Sektion. Herr Dr. Steiner: djass wir in dieser Stunde mit vollem Recht den Schweizer Zweigen die Abstimmung in der Deutschen Sektion zuzugestehen haben, zu der sie de facto noch gehören, muss ich hier bemerken. Es ist eine Schweizerische Sektion gegründet worden. Diejenigen Schweizer Zweige, die der Deutschen Sektion angehörten, weigerten sich einzutreten in die Schweizer Sektion. So war die Alternative entstanden, entweder dass die Schweizer Zweige der Deutschen Sektion beitraten oder sie traten aus der Gesellschaft aus. Es gelangte gestern ein Brief von der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft in meine Hände, in dem zum Ausdruck gebracht wird, dass diesen Zweigen das Recht zustehe, einen neuen, selbstständigen Körper zu bilden. Bevor dieser gebildet ist, müssen nach allen bisherigen Gepflogenheiten der Theosophischen Gesellschaft die ehemaligen Schweizer Mitglieder der Deutschen Sektion noch zu dieser gezählt werden. Sie hingen sonst in der Luft, wenn wir ihnen nicht das Stimmrecht innerhalb der Deutschen Sektion zuerteilen würden. Ich habe nun noch die Frage zu stellen, ob von Mitgliedern, die nicht irgendeinem Zweige angehören, Delegierte gewählt worden sind> Herr Krojanker bemerkt hierzu, dass die Sektionsmitglieder voneinander nichts wüssten. Darauf erwidert Herr Dr. Steiner, dass das Sache der Sektionsmitglieder selber sei, miteinander bekannt zu werden; das Recht, Delegierte zu wählen, stehe ihnen nach früheren Generalversammlungsbeschlüssen zu. Er machte den Vorschlag, ein Zentrum  zu bilden, bei dem sich alle Sektionsmitglieder melden können. Damit wäre dann ein Anfang gemacht zum Zusammenschluss. Herr Krojanker erklärt sich bereit, Meldungen vonseiten der Sektionsmitglieder entgegenzunehmen, damit in Zukunft deren Zusammenschluss erfolgen und die Delegiertenwahl bewerkstelligt werden könne. Hierauf wurde das Stimmenverhältnis festgestellt. Es ergeben sich als Vertreter der einzelnen Zweige und als Träger von deren Stimmen: Ort und Zweig Basel Berlin MitgliederStimmen- Namen der zahl zahl Delegierten 37 3 Dr. [Grosheintz] 440 19 Frl. von Sivers Frau von Bredow Frau von Moltke Frl. Mieta Waller Frl. Mücke Frl. Motzkus Herr Selling Frau von Lichtenberg Herr Tessmar Herr Günther Wagner Herr [Walther] Frau von Reden Fd. Oda Waller Herr Seiler Frl. Voigt Herr Korth Frl. Knispel Herr Kiem Dr. Steiner als Vorsitzender hat Stimmen inne 3 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1  Ort und Zweig Bern Bielefeld Bochum Bonn Bremen Breslau Kassel Koblenz Dresden Zweig Gral Dresden Dante Zweig Düsseldorf I Düsseldorf Blavatzky Zweig Eisenach MitgliederStimmen- Namen der hat Stimmen zahl zahl Delegierten inne 31 3 Herr Oskar 3 [Grosheintz] 17 2 Herr Böhmecke 2 7 2 Frau von Damnitz 2 15 2 Herr Weiler 2 23 2 Frl. Louise Hes2 selmann 27 3 Herr Daeglau 1 Frau Daeglau 1 Herr Schwinke 1 43 3 Dr. Noll 3 21 2 Frau Peelen 2 7 2 Herr Ahner 2 28 3 Frl. Jacob 3 50 3 21 2 14 2 Herr van Leer 1 Frau Stein 1 Frau Benirschke 1 unvertreten Elberfeld 33 3 Essen 14 2 Esslingen 14 2 Frankfurt 33 3 Frl. von Sivers Herr HÖfemann Frau von Damnitz Frau von Damnitz Frau Kinkel Herr [Trommsdorfg 1 1 3 2 2 3  Ort und MitgliederStimmenZweig zahl zahl Freiburg i. Br. 15 2 Görlitz 8 2 Graz 7 2 Hamburg 67 4 Hannover 74 4 Heidelberg 40 3 Heidenheim 11 2 Karlsruhe 56 4 Klagenfurt 18 2 Leipzig 66 4 Namen der Delegierten Frl. von Sivers Frl. [Noack] [Frau v. Prittwitz] Herr v. Rainer Herr Dibbern Herr Kolbe Herr Leinhas Herr Scharlau Herr Rosenthal Herr Arenson Herr Arenson unvertreten Herr v. Rainer Frau Wolfram Frl. Heims Herr Friedrich Herr Daeglau Frau Reif Herr G. Wagner unvertreten Frau RÖchling Herr Pfarrer Klein unvertreten Gräfin Kalckreuth Frl. Stinde Herr Dr. Peipers Baronin v. Gumppenberg hat Stimmen inne 2 1 1 2 1 1 1 1 4 3 2 Linz 15 2 Lugano 11 2 Malsch 15 2 Mannheim 24 2 Mühlhausen 18 2 München I 165 8 2 1 1 1 1 2 2 1 1 1 1 1 1  Ort und MitgliederStimmenZweig zahl zahl (München I Fortsetzung) München II 30 3 München III 25 2 München IV 26 3 Neuchatel 12 2 Nürnberg 75 4 Pforzheim 19 2 St. Gallen 31 3 Straßburg I 11 2 Straßburg II 9 2 Stuttgart I 69 4 Stuttgart II 78 5 Stuttgart III 55 4 Tübingen 11 2 Weimar 9 2 Wien 58 4 Namen der hat Stimmen Delegierten inne Frau von 1 Tschierschky Herr Linde 1 Graf Lerchenfeld 1 Frau von Vacano 1 Baronin v. Gump3 penberg Baronin v. Gump2 penberg unvertreten unvertreten Herr M. Bauer 4 Herr Arenson 2 Herr Kiem 3 Herr Wegfraß 2 Herr Wegfraß 2 Herr Molt 1 Herr Dr. Uriger 1 Herr del Monte 1 Herr Arenson 1 Frl. [Völker] 3 Frau Kinkel 2 Herr Kieser 4 Herr Schuler 2 Frl. von Sivers 2 Frau Reif 1 Frl. Mikk 1 Herr Lissau 1 Herr Zeissig 1  Ort und MitgliederStimmenZweig zahl zahl Wiesbaden 19 2 Zürich 39 3 Namen der hat Stimmen Delegierten inne Frl. v. Schmeling 2 Herr Riehl 3 Es ergaben sich 148 Stimmen, das Stimmenverhältnis gestaltete sich also: Absolute Majorität: 75 Stimmen, '/3 Majorität: 99 Stimmen. Zweiter [Tagesordnungspunkt]: Berichte des Generalsekretärs, des Sekretärs, des Kassierers, des Schriftführers und der Revisoren. Herr Dr. Steiner: ·Ich habe an dieser Stelle in den vorhergehenden Jahren einen sachlichen Bericht über die Arbeit innerhalb der Deutschen Sektion gegeben. Mit Rücksicht darauf aber, dass, nach dem, was durch den Vorstand vorausgesehen werden kann, allerlei langwierige Angelegenheiten an die Versammlung herantreten sollen, möge an dieser Stelle von der üblichen Ansprache abgesehen werden. Dagegen wird der geschäftliche Bericht gegeben werden> Es folgt der Bericht des Sekretärs, Fräulein von Sivers, über die Mitgliederbewegung: Zahl der Mitglieder: 2318 gegen 1950 im Vorjahre Neu eingetreten sind: 458 Ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen: 67 In andere Sektionen übergetreten: 3 Gestorben: 20 Neu gegründet wurden sechs Zweige: Zweig Bochum, Zweig Graz, Zweig Heidenheim, Zweig Linz, Zweig Neuchätel, Zweig Tübingen. Neu gebildet wurden zwei Zentren: Zentrum Hamburg und Zentrum New York. Gesamtzahl der Zweige: 53, der Zentren: 5.  Herr Dr. Steiner: «Zu diesem Berichte ist etwas hinzuzufügen. Es handelt sich darum, zu gedenken unserer lieben Mitglieder, die in diesem Jahre von dem physischen Plane abgegangen sind. Wir haben gerade in diesem Jahre eine größere Anzahl von Mitgliedern dadurch verloren, dass sie durch den Tod den physischen Plan verlassen haben. Es geziemt uns, in einer herzlichen Weise dieser Mitglieder zu gedenken. Vor allen Dingen obliegt es mir zu gedenken eines alten Mitgliedes der Deutschen Sektion und des Kölner Zweiges, unseres lieben Fräulein Hippenmeyer, welches mit einer immer sich steigernden Wärme für unsere theosophischen Gedanken eine außerordentlich große Regsamkeit verband für die weitesten Weltinteressen. Diejenigen, die sie näher gekannt, waren ebenso hingezogen durch ihr schönes, gutes, theosophisches Herz wie durch ihre Weltinteressen. Fräulein Hippenmeyer ging diesen Interessen nach nicht in philisterhafter Weise, sondern unternahm in großem Umfange Reisen, die Weltreisen genannt werden können. Wenn man bedenkt nur die äußeren, rein technischen Schwierigkeiten dieser Reisen für eine einzeln reisende Dame, und Fräulein Hippenmeyer war noch dazu eine schwächliche Dame, dann ist das etwas, wofür man viel Bewunderung haben kann. Für unsere theosophische Sache war sie in äußerst sympathischer Weise rührig, und es war all denen, die sie gekannt hatten, schmerzlich, zu hören, dass sie auf einer ihrer großen Reisen in Java den physischen Plan verlassen hat. Weiter habe ich zu gedenken eines außerordentlich rührigen Mitarbeiters, der ebenfalls der Loge KÖln angehörte, unseres lieben Freundes Ludwig Lindemann. Es steht noch vor mir der Eindruck, den ich hatte, als ich Ludwig Lindemann zum ersten Male sah, der mir tief lebendig seine Tendenzen darstellte. Er ist seitdem von Tag zu Tag gewachsen, trotzdem das stärkste Hindernis für ihn vorhanden war, nämlich eine schwere Krankheit. Er hat trotzdem keinen anderen Gedanken gehabt, als seine ganze Existenz einzusetzen für die Verbreitung des theosophischen Gedankens. Und als er seiner Gesundheit wegen nach Italien gehen musste, hat er dort fürdie Pflege des theosophischen Gedankens gewirkt. Er hat dort die kleinen Zentren, die wir haben, Mailand, Palermo begründet. Er hat es verstanden, an diesen Orten das intensivste und herzlichste theosophische Leben zu begründen. Ludwig Lindemann war von allen, die ihn kannten, mit jener Liebe geliebt, die aus der Selbstverständlichkeit  des spirituellen Zusammenhanges mit einem Menschen ersprießen kann. Lindemann folgte seinen großen theosophischen Interessen intensiv, und ich konnte sehen, als ich ihn in den letzten Wochen vor seinem Tode besuchte, wie aus dem verfallenden Leibe herausdräng ein tiefer, herzlicher, theosophischer Enthusiasmus. So war es mir eine tiefe Befriedigung zu sehen, wie unsere Mailänder Freunde innig sich verbunden fühlten mit unserem lieben Freunde Lindemann. Als ich in Mailand war, zeigte man mir das Zimmer, das für Lindemann bereitet war, in dem er hätte leben können, wenn er noch einmal hätte nach Italien kommen können. Ich war ja damals des festen Glaubens, dass er hätte noch einige Jahre wirken können, wenn es möglich gewesen wäre, dass er noch einmal nach Italien hätte kommen können; es war alles dort für ihn vorbereitet; Karma wollte es anders. Wir aber sehen ihm nach, wie Theosophen demjenigen nachsehen, der den Schauplatz seines Lebens und Wirkens in der physischen Welt in unserem Sinne verlassen hat, indem wir uns ebenso treu und herzlich mit ihm verbunden fühlen, wie wir es getan haben, als er noch unter uns auf dem physischen Plane weilte. Einer dritten Persönlichkeit habe ich zu gedenken, die vielleicht für viele unerwartet schnell den physischen Plan verlassen hat; es ist unser liebes Sektionsmitglied Doktor Max Asch. In seinem viel bewegten Leben hatte er mancherlei zu überstehen, was es einem Menschen schwer machen kann, einer rein geistigen Bewegung nahezutreten. Er hat aber zuletzt den Weg so zu uns gefunden, dass er, der Arzt, das beste Heilmittel für seine Leiden in der Pflege theosophischer Lektüre und Gedanken gefunden hat. Wiederholt hat er mir versichert, dass dem Arzte kein anderer Glaube in der Seele ersprießen könne an irgendein anderes Heilmittel als dasjenige, was spirituell aus theosophischen Büchern kommen kann, dass er die theosophische Lehre wie Balsam in seinen schmerzdurchwiihlten KÖrper strÖmen fühlte. Wirklich bis in seine Todesstunde pflegte er in diesem Sinne Theosophie. Und es war mir eine schwere Entsagung, als, nachdem dieser unser Freund dahingeschieden war, und mir seine Tochter schrieb, ich möchte einige Worte an seinem Grabe sprechen, ich diesen Wunsch nicht erfüllen konnte, da an diesem Tag mein Vortragszyklus in Prag seinen Anfang nahm, und es mir deshalb eine Unmöglichkeit war, dem theosophischen Freunde diesen letzten Dienst auf dem physischen Plane zu erweisen. Dass ihm die Worte, die ich hätte an seinem Grabe sprechen sollen, als Gedanken  nachgesandt worden sind in diejenige Welt, die er damals betreten hatte, dessen können Sie versichert sein. Ferner habe ich zu gedenken eines Berliner Freundes, Mitglied unseres Besant-Zweiges, der sich zuletzt nach mancherlei Bestrebungen wie in einem Hafen fand in unserer Bewegung. Es ist unser lieber Freund Ernst Pitschner, welcher seit langer Zeit mit den Keimen des Verfalles behaftet unter uns weilte und bis zu seinem Tode in der intensivsten Weise mit uns vereint bei der theosophischen Arbeit war. Es war ein eigentümliches Karma, dass nach wenigen Wochen ihm seine Gattin in die übersinnlichen Welten nachfolgte. Ferner habe ich zu gedenken unseres lieben Mitgliedes Christian Dieterle aus Stuttgart. Er hat sich schwer, aber außerordentlich strebsam in das theosophische Leben hineingefunden und war in den letzten Monaten ein in der intensivsten Weise theosophisch denkender Mann. Dann wollen wir gedenken eines älteren Theosophen, der dem Mühlhausener Zweige entrissen worden ist, Josef Kellers. Es ist das einer der Fälle, wo man, trotzdem man im Leben nur einmal lebendig vor sich gestellt hat einen Menschen, in ihm eine tiefe Geistes- und Herzensverfassung sogleich anerkennen muss. Keller hat namentlich in seinen letzten Monaten, zu den herzlich überzeugten Theosophen gehört und alle, die ihn kannten, werden ihm ein treues, liebevolles Andenken bewahren. Weiter habe ich zu gedenken eines Mannes, der in schwerer Krankheit ans Bett gefesselt noch durch die Vermittlung einer uns teuren Persönlichkeit mit der Theosophie bekannt gemacht worden ist, Karl Gesterdings. Ich habe zu gedenken unseres lieben Freundes Edmund [Reebstein], der uns in verhältnismäßig jungen Jahren nach kurzer Krankheit entrissen worden ist, und den diejenigen, die ihm nähergetreten sind, außerordentlich schätzen gelernt haben. Ein ganz Gleiches habe ich zu sagen von Frau Major Göring, die viele Jahre innerhalb unseres Zweiges mitgearbeitet hat. Es ist die Liste unserer Verstorbenen diesmal eine so große, dass alles das, was ich sagen möchte, zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Noch habe ich zu gedenken unserer Mitglieder Erwin Baumberger aus Zürich, Georg Stephan aus Breslau, Frau Fanny Russenberger aus St. Gallen, Johannes [Radmann] aus Leipzig, Karl Schwarze aus Leipzig, Wilhelm Eckle aus Karlsruhe, Georg Hamann aus Hannover, Wilhelmine  Mössner aus Stuttgart I, Walter Krug aus Köln, Frau Silbermann aus Heidelberg, Frau [Liendl] aus München I. Ich betrachte es heute noch besonders als meine Pflicht, an dieser Stelle zu gedenken des Abgangs vom physischen Plan einer Persönlichkeit, die viel bekannt in allen theosophischen Kreisen war, die durch einen schmerzlichen Tod uns entrissen worden ist, die viel gewirkt hat, deren wir ebenso in Liebe gedenken wie der anderen, ich meine Frau Helene von Schewitsch. Sie kennen ihre Bücher, ich brauche sie nicht näher zu charakterisieren. Ich muss betonen, dass die Verhältnisse so lagen, dass ich ihrer Aufforderung immer Folge geleistet habe, wenn sie mich bat, bei meinem Münchener Aufenthalt, auch in ihrem Kreise einen Vortrag zu halten. Nur andeuten möchte ich, dass für mich selber dieses ganze Leben sich als etwas tief Tragisches darstellt; und ich darf wohl sagen, dass mir Frau von Schewitsch außerordentlich vertrauensvoll entgegengekommen ist, und dass ich berechtigt bin zu sagen: Dieses Leben hatte eine tiefe Tragik. Es war mir auch vergönng hineinzuschauen in dieses Herz; und dasjenige, was ich tragisch nenne, fassen Sie bitte so auf, dass mit dem Tragischen dasjenige gemeint sein soll, was die meisten von Ihnen aus meinen Vorträgen heraus unter <jIägik> verstehen werden. Wir erfüllen eine Pflicht der Herzlichkeit, äußerlich zum Ausdruck zu bringen, wie wir gedanklich verbunden sind mit den Toten, indem wir uns von unseren Sitzen erhebenm Bericht des Kassierers: Bei diesem Berichte weist der Kassierer - Herr Seiler - darauf hin, dass es außerordent[lich] schwierig sei, den Kassenbericht rechtzeitig fertigzustellen, da vonseiten der Zweige die Abrechnungen sehr unpünktlich eingesandt würden, oft erst wenige Tage vor der Generalversammlung. Es bestände eine große Unordnung und Ungenauigkeit auch im Ausfüllen der vorgedruckten Formulare, sodass dem Kassierer die größten Schwierigkeiten erwiichsen, besonders daraus, dass viele Berichte nicht rechtzeitig eingingen.  Kassenbericht Jahresabschluss 1910/11: Einnahmen Ausgaben Stiftungsurkunden Eintrittsgelder Beiträge Freiwillige Beiträge Kassenbestand 1909/10 Einnahme AuSgabe Kassenbestand am 31. Aug. 1911 10 Bureau Unkosten 1336,35 und Honorare 1985 Miete-Konto 825 (Säle z. Gen. Vers., Audienzz.) 5963,50 Konto der 371,25 Mitteilungen 231 Porto Depeschen etc. 943,28 1290,39 Ausgaben versch. 893,01 Art Wirtschaftsunkosten, 1479,32 9479,89 Löhne etc. 8033,21 Hauptquartie! Adyar 1326 1446,68 Mark Kongressabgaben 789,75 der Sektion Drucksachen 69,25 Ausgaben 8033,21 Mark Vermögensstand Kassenbestand a. 31. Aug. 1911 Guthaben bei der Bank Mobilien Gesamtvermögen 31. Aug. 1911 1446,68 2020,45 508,50 3975,63 Mark Herr Dr. Steiner: «Sie haben eben gehört, wie schwierig es wird, was allerdings wünschenswert wäre, zur rechten Zeit, das Rechte zu machen. Was nützt es aber, wenn es auch wünschenswert isg am 31. August die Kasse abzuschließen und 14 Tage vor der Generalversammlung den einzelnen Zweigen den Bericht zuzusenden, da wir doch überhaupt von den Zweigen die Unterlagen, die wir dazu brauchen, erst wenige Tage vor der Generalversammlung bekommen. Es scheint mir - das ist meine persönliche Meinung -, dass in der Theosophischen Gesellschaft auch herrschen sollte eine theosophische Billigkeit, die darin bestehen sollte, dass, wenn eine Sache nicht ausgeführt wird, man frage, woran liegt das  denn eigentlich? Es könnte ja gesagt werden: Das Generalsekretariat habe die Pflicht, die Logen dazu anzuhalten; aber was nützt das, wenn die Logen es doch nicht tun. Wir werden auch wenig verlieren, wenn wir nicht in der Lage sind, auf den Buchstaben zu schwören. Es muss schon einmal die Gesellschaft selber einen Einblick bekommen in die Art und Weise, wie diese Billigkeit aufgefasst wird. Ich bin verpflichtet, an dieser Stelle einen Brief vorzulesen, und ich bitte Sie denselben ganz sachlich zu beurteilen. Ich bin deshalb genötigt, den Brief vorzuksen, weil es ausdrücklich verlangt wird; ich möchte Sie aber bitten, sich ein ganz unbefangenes Urteil zu bilden und mit der Diskussion über diesen Brief zu warten, bis wir bei dem dritten Punkt stehen: Anträge aus dem Plenum. Es liegt im Interesse der Versammlung, auch andere Punkte, wie die Dechargen-Erteilung für den Gesamtvorstand erst anzusetzen bei dem dritten Punkte. Daher bitte ich Sie zunächst einmal die Verlesung dieses Briefes anzuhören. Ich bringe zur Abstimmung, ob es Ihnen genehm ist, mit der Diskussion zu warten bis zum dritten Punkt> Die Abstimmung ergibt die Zustimmung der Versammlung. Hierauf verliest Herr Dr. Steiner die folgenden Briefe: Leipzig, den 8. Dezember 1911 An die Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft (Deutsche Sektion) Berlin. Der S 11 der Satzungen sagt: Das Rechnungsjahr der Sektion endigt mit dem 31. August. Eine vom Schatzmeister aufgestellte und von den Revisoren geprüfte Jahres-Abrechnung soll jedem Zweige 14 Tage vor der jährlichen Generalversammlung durch den Generalsekretär zugestellt werden. Es steht fest, dass der Generalsekretär diese Pflicht seit Jahren nicht erfüllt hat. Ich bat ihn daher, am 5. November in einer Mitgliederversammlung des Leipziger Zweiges, cr möge dafür sorgen, dass wenigstens in der Generalversammlung den Delegierten die Jahresabrechnung vorliege. Er lehnte meine bescheidene Bitte aus nichtigen Gründen ab. Ich stellte nun am 27. November in der Leipziger Mitgliederversammlung einen ähnlichen Antrag, der aber auch abgelehnt wurde.  Aus diesem Grunde sehe ich mich leider gezwungen, an die Generalversammlung selbst mit der Bitte heranzutreten, folgenden Antrag bei Punkt 2 der Tagesordnung (Bericht des Generalsekretärs) zum Beschluss zu erheben: Antrag: Der Generalsekretär der Theosoph[ischen] Gesellschaft Herr Dr. Steiner wird aufgefordert: I) für die Zukunft die Satzungen der Deutschen Sektion pflichtgemäß peinlichst zu erfüllen und gemäß § 9 und § 11 jedem Zweige 14 Tage vor der Generalversammlung die Jahresabrechnung zur Durchsicht und zur Prüfung zuzustellen und 2) für dieses Mal wegen seiner Pflichtverletzung in aller Form protokollarisch um Indemnität zu bitten. Sollte auch die Generalversammlung wider Erwarten die Verfassung und die Satzung, das heißt Recht und Gerechtigkeit ignorieren und meinen Antrag oder eine sinngemäße Abänderung desselben ablehnen, so werde ich erwägen, ob ich nicht die Aufsichtsbehörde, das heißt das Königliche Amtsgericht in Berlin, anrufe, um der Satzung zu ihrem Rechte zu verhelfen und also sämtliche Beschlüsse der Generalversammlung für ungesetzlich erklären zu lassen. Die unausbleibliche Folge wäre eine neue Generalversammlung, die alsdann satzungsgemäß nach § 11 einberufen werden müsste. Dr. M. Haedicke prakt. Arzt in Leipzig. Leipzig, den 8. Dezember 191[1]; Burgstraße 2 An den Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft Herrn Dr. Steiner in Berlin. Sehr geehrter Herr Doktor! Jedes Mitglied der Thcos[ophischen] Gesellschaft hat satzungsgemäß bei der Generalversammlung eine beratende (aber keine beschließende) Stimme. Daher bitte ich Sie in Ihrer Eigenschaft als Generalsekretär und ausübender Beamter des Vorstandes, den beiliegenden Brief an die Generalversammlung bei Punkt 2 der Tagesordnung (Bericht des Generalsekretärs) zur Verlesung zu bringen oder vom Schriftführer vorlesen zu lassen. In Verwaltungssachen hört sogar bei uns Sachsen die Gemütlichkeit und Schlamperei auf.  Gleichzeitig möchte ich Sie daran erinnern, dass ich hier in der Versammlung für die Toleranz sprach und unter anderem auch sagte, dass die katholische Kirche gegen Rechtsbrecher tolerant sei und sie nicht ausstoße. Sie bestritten das. Ich schwieg, weil Sie als Katholik das doch besser wussten oder hätten wissen müssen. Und doch haben Sie sich geirrt. Die katholische Kirche exkommuniziert die Rechtsbrecher, das heißt Mörder und Diebe nicht! Natürlich werden Antimodernisten und andere t t t exkommuniziert, denn Glaubens- und Gewissensfreiheit gibt es ja nicht, sondern nur Gehorsam gegen die Kirche. Wie fortschrittlich und freiheitsatmend und brüderlich versöhnend nimmt sich dagegen unser § 2 und 3 der Verfassung aus: kein Unterschied des Glaubens und der Rasse, kein ·Glauben an, irgendein Dogma». Sehr geehrter Herr Doktor! Sie haben diese Verfassung mit Ihrer Namensunterschrift unterzeichnet und müssen daher als Mann von Ehre entweder die Verfassung hoch und heilig halten oder diese Verfassung abändern lassen oder aber Ihr Amt niederlegen. Da Sie nun hier öffentlich von ·theosophischen Dogmem geredet haben, so bitte ich Sie zu widerrufen oder eine der drei obigen Konsequenzen zu ziehen. Denn es leuchtet ein ohne Weiteres: I) dass die theosophische Gesellschaft gar kein Dogma hat und eine solche Behauptung daher ein offenbarer Widerspruch gegen § 3 der Verfassung ist und 2) dass Ihre Behauptung eines ·theosophischen Dogmas» eine contradictio in adjecto ist wie zum Beispiel dunkle Sonne» oder ·toleranter Jesuit·. Bitte erklären Sie also bei Gelegenheit, dass die theosophische Gesellschaft kein Dogma hat und auch logischerweise niemals eins haben kann, ebenso wie Theosophie nicht Geisteswissenschaft ist, sondern nach Blavatsky ·die Weisheit derjenigen, die göttlich sind·. Mit theosophischem Grüße! gez. Dr. M. Haedicke. Die Verschiebung der Dechargenerteilung wird durch Abstimmung von der Versammlung angenommen. Herr Dr. Steiner stellt die Frage, ob zu dem Kassenbericht jemand etwas zu sagen habe. Herr Pastor Wendt: dWo kommen die 789 Mark 75 Pfennig Kongressabgaben hin? Und weshalb wurde der Kongress noch in letzter Stunde abgesagt, als die meisten schon nach Italien unterwegs warenb  Herr Dr. Steinec «Da ich auf diese Weise interpelliert bin, muss ich auf diese Frage antworten. Ich werde es tun, so gut es möglich ist. Ich muss aber da etwas zurückgreifen auf diejenigen Vorgänge, die zu solchen Kongressen geführt haben. Im Jahre 1904 ist der Beschluss gefasst worden, diese Kongresse der damals begründeten FÖderation der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft abzuhalten. Dazumal wurde der Beschluss gefasst, jedes Jahr einen solchen Kongress zu halten. Es wurde die Art festgelegt, wie diese Kongresse vorzubereiten sind, und wie die Sektionskitungen des Landes, in welchem sie abgehalten werden sollten, sich an der Veranstaltung zu beteiligen haben. Es wurde auch festgesetzt, dass ein bestimmter Betrag, ich glaube pro Kopf 50 Pfennig, von jeder Sektion dazu eingesandt werden sollte. Nun komme ich zu einem mir wichtig erscheinenden Punkte, das ist, dass in Paris - gelegentlich des Kongresses 1906 - nicht nur der Beschluss gefasst worden ist, einen Kongress nur alle zwei Jahre abzuhalten, sondern dass auch gleichzeitig eine andere Sache verhandelt wurde. Es wurde nämlich darüber verhandelt - und ich bitte dies insbesondere zu berücksichtigen -, ob man nicht ein bitteres Gefühl hervorrufen könne durch die Begründung eines europäischen Kongresses bei unserem damals noch lebenden Präsidenten Olcott. Es war allen Beteiligten damals eine Herzensfrage, die auftauchte durch einen Mann, der Olcott besonders nahestand, durch den Kommandanten Courmes, die Frage, ob es Olcott nicht schmerzlich sein könnte, wenn eine besondere Körperschaft der europäischen Sektionen begründet würde, in der Olcott nichts zu sagen habe. Es war einem jeden klar, dass die Föderation in diesem Sinne begründet wurde, dass der Präsident nichts hineinzureden habe. Es war uns außerordentlich schwer, demgegenüber einen solchen Beschluss zu fassen; er musste aber gefasst werden, und er zeigte klar, dass hineinzureden habe nur die Föderation der Sektionen selber und nicht der Präsident der Gesellschaft; und soviel mir bekannt ist, hat Olcott diesen Beschluss niemals schmerzlich empfunden. Dieser Beschluss hat dazu geführt, dass die äußeren Veranstaltungen von der Sektion des betreffenden Landes übernommen wurden, das zu diesem Kongress in dem einzelnen Falle ausersehen war. Nun war für dieses Jahr Genua ausersehen. Mit intensivster Hingabe haben sich unsere Freunde bemüht, diesen Kongress vorzubereiten und abzuhalten. Natürlich waren dazu Gelder notwendig,  und da diese Gelder in der Regel acht Tage vor dem Kongress ausgegeben sind, so haben wir kein Recht, über jene Gelder - die pflichtgemäß abgeführt sind - in irgendeinem Sinne hier weiter zu sprechen. Es traten vorher noch gewisse Schwierigkeiten ein, die Cholera. Ich habe mich nicht auf dasjenige verlassen, was bekannt wurde durch die Zeitungen und so weiter, sondern vor allem vertraut auf die Mitteilungen unseres Freundes, Professor Penzigs, der mir wiederholt versicherte, dass es gar nicht möglich sei in Genua von einer Epidemie zu sprechen. Ich konnte deshalb mit bestem Gewissen in München die Zahl der deutschen Teilnehmer ungefähr feststellen und sie Professor Penzig angeben. Ich war genötigt, nach dem Münchener Zyklus einige Tage zu verreisen und kam in München wieder an am 10. September, um nun meine Vorbereitungen für Genua zu treffen. Da fand ich einen Brief von Professor Penzig, der mir darin seine Freude ausdrückte, so viele unserer Mitglieder in Genua begrüßen zu können und mir ein letztes Mal versicherte, dass weder irgendwelche Krankheitsgefahr, noch QuarantäneSchwierigkeiten sich ergeben könnten. Am Abend des 10. September bekam ich ein Telegramm: Kongress findet nicht stau, bitte Mitglieder zu [benachrichtigen]. - Nun mussten die verschiedenen Adressen gesucht werden, und das war natürlich sehr schwer; wir fanden etwa sieben oder acht nicht, und es tut mir leid, Herr Pastog dass Sie gerade darunter waren. Es oblag mir aber, damals auch die Gründe zu erfahren, warum der Kongress nicht stattfände. Ich telegrafierte daher - nachdem, ich Sonntag abends den 10. September das Telegramm empfangen hatte - am Morgen des folgenden Tages ungefähr: Da die Absage im höchsten Maße befremden muss, bitte um Angabe der Gründe. - Am Abend erhielt ich die Antwort: Habe auf strikte Ordre der Präsidentin und des Sekretärs des Kongresses gehandelt, bitte sich an diese zu wenden. Die Sektion als solche ist natürlich berechtigt, den Kongress abzusagen, und wir mussten uns danach richten. Würde ich eine Absage von London oder woanders herbekommen haben, so würde ich trotzdem nach Genua gereist sein, so aber war die Absage rechtskräftig, wenn auch unverständlich. Ich habe aber nicht über Berechtigungen zu sprechen, sondern über Tatsachen. Dies hat sich zugetragen, und Sie werden daraus ersehen, dass wir unmöglich einen Einwand erheben konnten gegen die Einsendung unserer Kongressgelder, die verwendet worden sind, und  gegen deren Verwendung wir nicht das Geringste einzuwenden haben können> Bericht der Kassenrevisoren: Herr Tessmar als Kassenrevisor führte aus, dass die Bücher durch ihn und Fräulein Motzkus ordnungsmäßig geprüft und richtig befunden worden sind, und kommt nochmals zu sprechen auf die von den Zweigen nicht rechtzeitig eingesandten Berichte. Dritter [Tagesordnungspunkt]: Anträge aus dem Plenum: Herr Dr. Steiner: «Es liegt ein Antrag vor in einer zweifachen Gestalt. Ein Antrag in Sachen Doktor Hugo Vollrath. Die eine Gestalt des Antrages lautetm Antrag: Die unterzeichneten Mitglieder der <Deutschen Sektiom der <TKosophischen Gcscllschäft> stellen hiermit für die am 10. Dezember dieses Jahres in Berlin stattfindende Generalversammlung folgenden Antrag: a) Die Generalversammlung wolle beschließen, die Vorgänge, die auf der Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 zum Ausschluss des Herrn Dr. Hugo Vollrath in Leipzig führten, erneut zu prüfen und zu diesem Zwecke eine Kommission von sieben Mitglicdern zu wählen. b) Die gewählte Kommission soll spätestens sechs Wochen nach der diesjährigen Generalversammlung ihre Tätigkeit beginnen und das Resultat ihrer Prüfungen dem Generalsekretär der ·Deutschen Sektion> übermitteln. C) In die gewählte Kommission sind keine Mitglieder aufzunehmen, die, ohne die Sachlage genau zu kennen, seinerzeit für den Ausschluss gestimmt haben. d) Die gewählte Kommission hat darüber zu entscheiden, ob der am 26. Oktober 1908 gefasste Beschluss aufrechtzuerhalten oder zu annullieren Ist. Weißer Hirsch, den 6. Dezember 1911, gez. H. Ahner Vorsitzender der Loge zum Gral in Dresden. Paul Krojanker, M.d.D.S. Antrag: Die unterzeichneten Mitglieder der Deutschen Sektion· der ·Theosophischen Gcscllschäft> stellen hiermit für die am 10. Dezember dieses Jahres in Berlin stattfindende Generalversammlung folgenden Antrag:  a) Die Generalversammlung wolle beschließen, die Vorgänge, die auf der Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 zum Ausschluss des Herrn Dr. Hugo Vollrath in Leipzig aus der <Thcosophisch«i Gesellschäft> führten, erneut zu prüfen und zu diesem Zwecke eine Kommission von sieben Mitgliedern zu wählen. b) Die gewählte Kommission soll spätestens sechs Wochen nach der diesjährigen Generalversammlung ihre Tätigkeit beginnen und das Resultat ihrer Prüfungen dem Generalsekretär der Deutschen Sektion· übermitteln. C) Als Mitglieder der Kommission können nur solche gewählt werden, die bei der Ausschlusskonferenz des Vorstandes nicht mitgestimmt haben. d) Die gewählte Kommission hat darüber zu entscheiden, ob der am 26. Oktober 1908 gefasste Beschluss aufrechterhalten oder zu annullieren Ist. gez. Curt Richard Müller [Rudolf Steiner:] «Zu diesen Anträgen ist es nötig, der Generalversammlung vorzulegen eine Druckschrift, welche in der gleichen Angelegenheit Herr Doktor Hugo Vollrath verfasst hat. Herr Doktor Vollrath hat vor einiger Zeit an die Mitglieder diese Druckschrift gesandt, in welcher er zuerst abdruckt dasjenige, was ich in der Generalversammlung 1908 im Auftrage des Vorstandes über die in Betracht kommende Angelegenheit zu sagen hatte, gewissermaßen als Sprachrohr des Vorstandes; und dazu fügt Doktor Vollrath noch besondere Ausführungen. Der Vorstand hat nun beschlossen - damit in keiner Weise gesagt werden kann, dass wir den Mitgliedern etwas vorenthalten -, diese Ausführungen Doktor Vollraths verlesen zu 1assen> Herr Selling verliest die Ausführungen Doktor Vollraths, welche folgenden Inhalt haben: An den Vorstand und an die Mitglieder der Deutschen Scktion der Theosophischen Gesellschaft: Auf der VII. General-Versammlung der Sektion wurde auf Antrag der Leipziger Loge, vertreten durch Frau Wolfram, der Beschluss verkiindet dass der Unterzeichnete aus der Sektion ausgeschlossen sei. Damals habe ich diesem Beschluss keinen großen Wert beigemessen, da ich den Zweck dieser Veranstaltung erkannte, und da ich in meiner Arbeit für die Theosophische Gesellschaft nicht direkt gehindert wurde. Gestützt auf das gute Gesetz von Karma, erblickte ich darin eine Prüfung,  die mich über die ethische Auffassung der Theosophischen Gesellschaft seitens der Sektion orientierte, und die mich für noch schwerere Aufgaben vorbereiten sollte. Meiner nächsten Umgebung war es ja bekannt, dass ich seit 1902 meine Ehre und meinen Ruf sowie mein Vermögen und meine Arbeit als Opfer in den Dienst der Meister, den Gründern der T[hcosophischcn] G[escllschaft] gestellt hatte. Wie es sich aber herausstellte, war mein Ausschluss die Quelle einer unabsehbaren Flut von Gehäßigkeiten schlimmster Art. Die harmlosen freundschaftlichen Beziehungen, die ich zu vielen Mitgliedern hatte, wurden sofort in verletzender Weise abgebrochen, und man glaubte, jetzt die Pflicht zu haben, sobald mein Name auftauchte, ihn zu beschimpfen. Da nun in letzter Zeit von Frau Wolfram als Grund meines Ausschlusses ganz neue, damals nicht mögliche Gründe angegeben werden, und da die Hetzereien sich vermehren, sogar gegen meine neu eingetretenen Mitarbeitei; die man außerdem systematisch gegen mich bearbeitet, so würde ich sicher jetzt durch Unterlassung ein großes karmisches Verschulden auf meine Arbeit laden, wenn ich noch weiter schweigen würde. Nach dem Protokolle hat man mich ausgeschlossen, weil die Leipziger Loge sich die Gurgel zugeschnürt fühlte. Aber, nachdem nun die Gurgel wieder freigeworden war, ließ man mich erst recht nicht in Ruhe arbeiten, und hetzte gegen meine Mitarbeiter weiter, schlimmer als vorher. Ich stellte deshalb den Antrag an den Vorstand der Sektion und an das General-Sekretariat: 1. den Antrag der Frau Wolfram wegen meines Ausschlusses in würdiger Weise fallen zu lassen, 2. ein Ehrengericht zu wählen, das über bestehende Missverständnisse und Gerüchte zu entscheiden und aufzuklären hat. Meine Begründung von Punkt 1 ist: Frau Wolfram hat ihren Antrag - entgegen den Bestimmungen der Satzungen der Sektion - erst kurz vor Beginn der VII. Generalversammlung eingebracht, anstatt mindestens 14 Tage vorher; die in Berlin anwesenden Delegierten und Vorstandsmitglieder wurden überrascht. Sie hatten keine Zeit, die Anschuldigungen der Frau Wolfram zu prüfen. Gerade bei so schwerwiegenden Entscheidungen, wo an den Grundlagen der Theosophischen Gesellschaft gerüttelt wird, sollten die Mitglieder, mindestens aber die Vorsitzenden befragt werden. Im Vereinsleben ist es ferner unkorrekt, wenn man ein Mitglied angreift, ohne dass man ihm Gelegenheit gibt, sich gegen die geheimen Attacken zu verteidigen. Ich fordere das Recht zu meiner Verteidigung. Unter Verteidigung verstehe ich nicht Rechtfertigung, sondern eine Gelegenheit, Beweismaterial gegen die Angriffe vorlegen zu können, damit vermieden wird, der Mitwelt falsche Darstellungen von Tatsachen zu ge ben, wodurch die Theosophische Gesellschaft als solche karmisch belastet wird. Meine Begründung von Punkt 2 ist: Das Ehrengericht hat den Ausgleich herzustellen zwischen auftretenden Spannungen innerhalb der Deutschen Sektion. Wird diese naturgemäße Instanz übergangen, so siegt die Brutalität und die Gesetzlosigkeit. Willkür aber ist keine Freiheit! Von den Arrangeuren meines Ausschlusses ist behauptet worden, ich brauche durchaus die Deutsche Sektion, deshalb versuche ich, wieder hineinzukommen. Wer etwa im Banne dieser Phrase steht, der betrachte meine Arbeit nach der Zeit meines Ausschlusses als Leiter des Direktoriums des Bundes für Gesundes Leben und des Direktoriums der Deutschen Gesellschaft für psychische Forschung, als Herausgeber guter theosophischer Literatur und als Redakteur der ·Theosophie· und als Herausgeber vier anderer ethischer Zeitschriften, Unternehmen, die sämtlich im Dienste des erhabenen Kulturgedankens der Theosophischen Gesellschaft stehen. Wenn Frau Annie Besant mich als Sekretär des «Bundes des Sternes im Ostem ernannt hat, so betrachte ich das nicht als mein Verdienst, sondern als ein Vertrauen, das mir von ehrlichen großen Menschen entgegengebracht wird, von Menschen, die, frei von Furcht, den Mut haben, auf Realpolitik zu verzichten und dem Prinzip treu zu bleiben, denn nur auf diese Weise sind sie würdig und geeignet, die große Erlösungsbotschaft der Weißen Loge in ihren Händen zu halten und sie dem Zeitgeiste zu verkündigen. Zu den gröbsten Anschuldigungen und Verleumdungen soll nur ganz kurz heute schon Stellung genommen werden. Ich bitte deshalb, genau das Protokoll durchzulesen, da ich dessen Kenntnis voraussetzen muss. Dr. Steiner und Fräulein von Sivers hatten schlimme Erfahrungen gemacht mit der Sezession der T[heosophischen] G[esellschaft], der sogenannten Intern[ationalen| Theosoph[ophischen] Verbrüderung (I.T.V.), ebenso mit der Theosophischen Gesellschaft von Paul Raatz in Berlin. Ich stand nun zu diesen Vereinen weder geschäftlich noch als Mitarbeiter in irgendwelchen Beziehungen. Dr. Steiner hatte davon genaue Kenntnis. Er wusste, dass ich von Wilhelmstraße 120, Sitz des Vereines von Paul Raatz, übergesiedelt war nach Motzstraße 17, weil ich mit den Grundsätzen der Gesellschaft, die eine Oppositionsstellung einnimmt, nicht einverstanden war. Das geschah, noch ehe ich sein Schüler wurde. Ich war wöchentlich oft drei bis vier Mal mit Dr. Steiner zusammen. Sobald mich Dr. Steiner irgendwo sah, erkundigte er sich nach meinem Verhältnis mit seinen Antipoden in Leipzig, den Vertretern der I.T.V. Als ich ihm auf sein Drängen, gegen diese Leute vorzugehen, sagte, dass ich mich durch gewisse freundschaftliche Beziehungen verpflichtet fühle, die Leute ruhig arbeiten zu lassen, und dass ich in solchen wichtigen Fragen den Lauf der  Dinge dem Gesetz von Karma überließe, da antwortete Dr. Steiner darauf: ·Ich solle bedenken, dass es sich hier doch um Geld, um bares Geld handele. Karma seien wir, es könne nicht wirken, wenn wir nicht wollten. Es ginge doch nicht, dass ich mich zwischen zwei Stühle sctzc> Ich sagte ihm, dass ich auf eigenen Füßen stehe, und dass es mir daran liege, mich nicht irgendwo hinzusetzen, sondern für unsere Sache zu arbeiten. Ich ließ mich aber durch die Einwendungen Dr. St[einers] beeinflussen, da ich glaubte, dass ohne ihn das Arbeiten für die Theosophische Gesellschaft mir sehr erschwert würde. Er wusste ferner, dass ich erst auf seine und Frau Wolframs Veranlassung, die beiden waren genau orientiert, mein Kapital von der Theosophischen Zentralbuchhandlung der I.T.V. in Leipzig zurückforderte, durch das damals diese Buchhandlung erhalten wurde, und wodurch ein indirekter Zusammenbruch herbeigeführt wurde, der auch bald eintrat. Erst dadurch waren die Prozesse möglich, die man mir kurz darauf zum Vorwurf machte. In diesen Prozessen ist mein Gegner stets verurteilt worden. Mein Gegner wurde fünf Mal zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ich erhielt nie eine Strafe. Dr. Steiner verfasste mit eigener Hand einen Teil meiner ersten gerichtlichen Eingabe; erst dann, als seine Gegner ihm den Vorwurf machten, er, Dr. Steiner, wolle sich durch mich in Besitz jener Buchhandlung bringen, da zog er sich von mir zurück, und er verstand mich plötzlich nicht mehr, wie er sagte. Frau Wolfram hat sich immer über mein damaliges scheinbar passives Verhalten den Arbeiten der T[heosophischen] G[esellschaft] gegenüber aufgeregt und mir gelegentlich Ämter und Posten angeboten. So wollte sie mich zum Vorsitzenden der Leipziger Loge machen, als Herr Bresch ausschied, und ehe HerrJahn dann das Amt übernahm. Da ich damals am selben Abend mit Dr. Steiner nach Berlin zurückfuhr, so musste ich die Verhandlung wegen des Amtes des Vorsitzenden aufgeben. Dr. Steiner habe ich mich niemals aufgedrängt zur Mitarbeit. Ich habe ihm gegenüber beständig betont, dass ich für die T[heosophische] G[esellschaft] lebe und sterbe, dass die Interessen der T[heosophischen] G[esellschaft] die meinigen seien, und dass, wenn der Meister mich irgendwo einrangieren kann, er schon Mittel und Wege finden werde. Mein einziger Vortragsabend in der Motzstraße 17 geschah auf Antrag des Fräulein Sivers, die mich öffentlich in einem früheren Vortragsabende dazu aufforderte. Der Gedanke, ein buchhändlerisches Unternehmen ins Leben zu rufen, reifte im Verkehr mit Dr. Steiner. Dieser klagte darüber, dass Fräulein von Sivers sich aufreibe mit einer Arbeit, die ihr nichts einbringt. Sie habe sehr viele Bücherbestellungen zu erledigen, während der Verleger M. Altmann in Leipzig ihr nur wenig Rabatt gewähre, und diesen müsse sie zusetzen durch Porto, Verpackung und Arbeit. Ähnliches wurde mir auch von F[räulein] v[on] S[ivers] selbst gesagt. Da ich nun in der Lage war, gerade  hier einzugreifen, und ich mich keiner praktischen Arbeit schäme, selbst solcher nicht, die einem den Vorwurf einbringen könnte, dass sie um des Gewinnes willen getan wird, so hielt ich es selbstverständlich für einen Akt der Menschenfreundlichkeit, Abhilfe zu schaffen, und Dr. St[einer] versprach mir daraufhin, in Verlag zu geben sein Manuskript «Die Geheimwissenschaft» und F[räulein] v[on] S[ivers] ihre Übersetzungen. In Aussicht hatten wir damals genommen ·La pretresse d'lsis» von SchurC. Mit großen Opfern rief ich sofort das bestehende buchhändlerische Unternehmen, das Theosophische Verlagshaus, ins Leben. Angeblich wegen des ·unglaublichen Rot» eines Prospektes schrieb F[räulein] v[on] S[ivers] mir einen groben Brief, ich habe ihn noch in den Händen, und beide, Dr. St[einer] und sie brachen ohne jede Aussprache alle Beziehungen zu mir, trotzdem ich persönlich die ganze Auflage des Prospektes in die Motzstraße 17 brachte zur Vernichtung und trotzdem ich versicherte, meinen Geschäftsführer A. Strauch sofort zu entlassen, wenn er wieder ohne meine genaue Vorschrift einen Prospekt aufsetzen würde. Ich war Dr. Steiners Schüler und lernte die Übungen seines Systems gründlich kennen, sowohl solche, die ich persönlich erhielt, als auch die, die er an andere verteilte, und ich war erstaunt über die Handhabung dieser heiligen Dinge, am meisten aber über Steiners Inkonsequenz. Er erklärte mir eines Tages wörtlich, dass das Tischtuch zwischen uns vollständig zerschnitten sei, während er einem anderen Schüler, einer jungen Dame sagte, die aus seinem Kreise austreten wollte, er könne die Verbindung selbst nicht lösen. Da ich glaubte, das Vertrauen von Dr. St[ciner] und F[räulcin] v[on] S[ivers] zu haben, und da beide damals durchaus souverän in der Sektion waren, so schuf ich eine literarische Abteilung, die dazu dienen sollte, gute Übersetzungen ausländischer Mitarbeiter zu liefern. Wer seine Beiträge kostenlos lieferte, sollte als Ehrenmitglied geführt werden. Zwei Mitglieder in Holland und Russland, die persönlich mit Dr. St[einer] bekannt waren, wurden als Ehrenmitglieder geführt. Wenn diese Abteilung sich als praktisch erwies, so sollte sie lebensfähig werden, und bei der nächsten Generalversammlung hoffte ich, diese Abteilung offiziell der Sektion als wertvolle Arbeitsgruppe übergeben zu können. Inzwischen aber fand mein Ausschluss statt, und diese Arbeit wurde vereitelt, da man nicht darnach fragte, was wurde geleistet, sondern was hast du eigentlich für Motive bei der Sache. Wenn man aber nach Motiven sucht, ist man leicht der Täuschung ausgesetzt, seine eigenen Gedanken zu sehen. Die Theosophische Gesellschaft ist nicht verantwortlich für das Privatleben und die Meinungen ihrer Mitglieder. Das sollte doch Dr. Steiner wissen. Die, die sich ein objektives Urteil über die Polemik Dr. St[einers]  den offenen Brief betreffend, bilden wollen, können beliebige Exemplare von mir gratis erhalten. Dr. St[einer] hat den Brief nicht einmal ordentlich durchgelesen, und dann versucht er, einiges Gelesene zu verallgemeinern. Diese mangelhafte Objektivität würde einem heutigen Gelehrten schon den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit einbringen. Der Okkultist aber hat die Pflicht, eine noch viel größere Objektivität zu zeigen als der heutige Akademiker. Was ich in dem offenen Brief sagte, stützt sich in einigen Punkten auf die Geheimlehre, und jeder kann das annehmen, was seiner Vernunft und seinem Gewissen entspricht. Gelehrte Streitereien und blinder Glaube haben bekanntlich in der T[heosophischen] G[esellschaft] keinen Platz. Was ich über die Nervosität gewisser Kreise gesagt habe, ist meine persönliche Erfahrung, die ich mir selbst von Dr. St[einer] nicht uminterpretieren noch verallgemeinern lasse. Die Volksweisheit sagt sehr richtig: «Getroffene Hunde bellen.» Da ich mich nicht in ein bestimmtes System festgelegt habe, sondern die Offenbarung der Wahrheit in allen Systemen sehe, so habe ich ein viel freieres Urteil über die gesamte theosophische Bewegung in Deutschland als Dr. Steiner. Dr. St[einer] hat durch sein vieles Reden zur Begründung meines Ausschlusses selbst dem ganz unbeteiligten Beobachter ein wirklich recht plastisches Bild von Unruhe und Überreiztheit gegeben. Eine Sektion, die ihre Ruhe und Stabilität im göttlichen Gesetz und im Geiste findet, braucht sich wohl kaum von einem einzigen Mitgliede, das noch nicht einmal ein Amt, weder im Vorstand noch in irgendeiner Loge bekleidete, in Aufregung versetzen zu lassen. Man lese nur ein wenig zwischen den Zeilen des Protokolls. Der zielbewusste Arbeiter lässt sich nicht von anderen aus der Ruhe bringen. Wenn ich in einem offenen Briefe meine Motive klarlegte wegen Annahme eines Verlagszeichens, eines verhältnismäßig unwichtigen Dinges,, man hatte mir allerlei üble Motive untergeschoben, so ist das scharfe Verurteilen von Dr. St[einer], als eines okkulten Lehrers, nicht am Platze. Seine Worte: «Unsinn, grandioser Dilettantismus, deinen Sudel sauf selber, ausgewalztes Blech· sind kein Beweis von Verständnis und Toleranz gegenüber den Meinungen strebender Mitglieder. Wer Seeknsorger sein will, und eine solche Instanz für sich beansprucht, muss Milde zeigen. Toleranz ist aber die Grundlage jeder gemeinsamen Arbeit, was würde dabei herauskommen, wenn man über Dr. St[einer] zu Gericht sitzen würde und seine Ehescheidungsangelegenheiten zum Gegenstande einer Generalversammlung machte? Es soll hier Dr. St[einer] keineswegs zu nahegetreten werden, denn seine Kritik in diesem Falle hat er ja bereits dramatisiert in seinem «Rosenkreuzer-Mysterium», worin er auf Seite 38 die abgeschiedene Frau des Johannes die Situation klar zeichnen lässt. Ich bin in der Deutschen Sektion der Ehre keines Mitgliedes zu nahegetreten, wer etwa das Gegenteil behauptet, der trete vor. Eingriffe in das Seelenleben anderer habe ich mir nicht gestattet. Als ich vor einigen Wochen Dr. Franz  Hartmann sprach, klagte er darüber, dass man ihn sehr oft mit Zuschriften belästige, in denen die heftigsten Anklagen geführt werden gegen die okkulten Schulungen Dr. St[einers], die eine Reihe von Personen bereits in das Irrenhaus und auf das Totenbett gebracht haben. Dr. Hartmann nannte mir verschiedene Namen. Auch mir sind Adressen zugesandt worden von solchen, die die Gesundheit des KÖrpers und der Seele verloren durch Steiner'sche Schulung. Gewisse Manipulationen von Steiners Geschäftsführung stehen direkt im Gegensatz zum Handelsgesetz. Hat darüber etwa die Majorität der Sektion zu beschließen, ob das gut ist oder nicht? So lange solche und ähnliche Dinge, die tief eingreifender Art sind, noch die öffentliche Meinung in Deutschland beschäftigen, hat Dr. Steiner da das Recht, Mitglieder zu diskreditieren und sie ohne jede Verteidigung dem Spott seiner Sektion preiszugeben? Der Okkultismus ist die praktische Wissenschaft der Liebe und Weisheit, warum hat nun Dr. St[einer] allein das Recht zur Polemik und zur Verurteilung? Davon hat er reichlich Gebrauch gemacht zu der Zeit der Hetze gegen seinen Mitarbeiter in der T[heosophischen Gesellschaft], C. W. Leadbeater, in den Privatsitzungen der deutschen Mitglieder bei Fr[äulein] v[on] S[ivers] während des Pariser Kongresses 1905. Ich war überrascht über die vernichtende Polemik Steiners; und trotzdem ich damals ihn äußerst schätzte, konnte ich es doch nicht unterlassen, ganz sachlich auf die Verfassung der Theos[ophischcn] Gesell[schaft] hinzuweisen, ich wurde aber scharf von Fr[äulcin] v[on] Sivers und Dr. St[einer] zurückgewiesen. Nach dem Schlusse der Sitzung versicherten mir beide, dass sie nichts gegen meine Person hätten. Es ist unwahr, wenn ich in den Ausdrücken des Dr. St[einer] reden soll, dass ich meine Sachen als ·Adyar-Dinge» in die Welt hinausschicke. Ich habe stets das Prinzip der T[heosophischen] G[esellschaft] vertreten, nach dem jedes Mitglied für das, was es schreibt, selbst verantwortlich ist und nicht die Gesellschaft oder deren offizielle Vertreter. Der Erfolg meiner Arbeit bis heutigen Tages bestätigt mir die Richtigkeit dieses Prinzipes. Es ist unwahr, wenn Dr. St[einer] behauptet, mein Ausschluss sei durch Majoritätsbeschluss geschehen. Dr. St[einer] hat sich bei der Abstimmung im Vorstande der Stimme enthalten. Der Vertreter der Dresdner Loge war dagegen. Von einem Majoritätsbeschlüsse könnte man aber erst dann reden, wenn der Antrag von Frau Wolfram ordnungsgemäß den Vorsitzenden der Logen mindestens 14 Tage vor der Generalversammlung zugestellt worden wäre, damit die Mitglieder von seinem Inhalte in Kenntnis gesetzt werden konnten. Jetzt lässt sich natürlich das schwer nachholen,  weil die Mitglieder bereits gegen mich beeinflusst worden sind. Die Sektion hat mit dieser Ausschluss-Manipulation gezeigt, dass ihre Vereinsmoral noch unter der sozialdemokratischen Vereinsmoral steht. Schließt diese Partei eins ihrer Mitglieder aus, so werden die Gründe des Ausschlusses offiziell bekanntgegeben, damit der Betreffende sich verteidigen kann. Es ist üblich in den Generalversammlungen, die Protokolle beweisen es, dass wegen Kleinigkeiten stundenlang verhandelt werden kann, in einer Ausschlussangelegenheit aber, die nicht zu den Kleinigkeiten gehört, fürchtet man die öffentliche Meinung. Es ist überhaupt unverständlich, wie ein Okkultist glauben kann, dass durch Majoritätsbeschluss ein Fortschritt des Geistes erreicht werden kann. Wer das glaubt, ist nicht nur ungebildet, sondern auch abergläubisch. Der Glaube an die Majorität ist ein Wahn. Mit Frau Wolfram habe ich allerdings große Geduld gehabt. Solange ich ihren Vorlesungen über Friedrich Nietzsche Gehör schenkte - sie gab mir dieses Privatissimum zweimal -, war ich ihr guter Freund. Ich musste ihr verschiedene Male entgegentreten, ich tat es in rücksichtsvoller Weise, als sie Vertreter der theosophischen Weltanschauung in ihren Logenvorträgen angriff. Sie beschäftigte sich beständig mit irgendeiner Person. Von ihr wurden gewisse Postulate aufgestellt, nach denen sie den Wert der Mitglieder beurteilte. Als ich zum Beispiel nicht blindlings zugeben wollte, dass Dr. St[einer] der größte Initiierte Europas sei, und dass bei der nächsten Präsidentenwahl Dr. St[einer] unbedingt an dic Stelle von Frau Besant rücken müsse, denn Dr. St[ciner] sei ein viel besserer Redner, wie sie auf dem Münchner Kongresse verschiedene, sogar ältere Mitglieder überzeugen wollte, und als ich sie nicht bei jeder Gelegenheit um Rat fragte, bei Gründung des Theosophischen Verlagshauses, da ergoss sich der Hass dieser Frau auf mein Haupt, ein Hass, dessen Energie umso bewunderungswürdiger ist, weil darin eine große negative Kraft zutage trat, die schließlich auch indirekt dem Werke des Meisters dienen muss. Um allen Verleumdungen aus dem Wege zu gehen, beschloss ich nun, selbst eine Loge in Leipzig zu gründen, wie es zum Beispiel in München, Stuttgart und in anderen Städten geschehen ist; das aber steigerte erst recht den Hass Frau Wolframs. Als 1908 Dr. St[einer] einen Vortragszyklus in Leipzig hielt, verbot sie meinen Mitarbeitern und mir den Zutritt, trotzdem die Vorträge öffentlich waren. Dr. St[ciner] hob später das Verbot auf. Ihren Mitgliedern teilte sie mit, dafür zu sorgen, dass Dr. Vollrath nicht nur aus der Deutschen Sektion, sondern aus der T[heosophischen] G[esellschaft] überhaupt entfernt würde. Die Heiligkeit des inneren Kreises (E.S.) benutzte sie, um unter dem Deckmantel des Schweigens einen meiner Mitarbeiter zu veranlassen, mich kurz nach Gründung des Theosophischen Verlagshauses sofort im Stich zu lassen, damit das Unterneh men den Bankrott anzumelden gezwungen sei. Dr. Vollrath, so behauptete sie, sei irrsinnig, und jetzt wäre es seinem Vater noch möglich, ihn in eine anständige Irrenanstalt unterzubringen. (Die Zeugen sind noch am Leben.) Sie berief sich bei dieser Scheußlichkeit auf das Zeugnis ihres Lehrers, Dr. St[einer]. Meinem Mitarbeiter versprach sie eine Stelle in Dr. Steiners Generalsekretariat zu verschaffen. Ein anderer Mitarbeiter litt nach ihrer Meinung an gefährlichem GrÖßenwahn. Dieser arme Mensch konnte sich in seiner körperlichen Organisation nicht so gegen die okkulten Attacken dieser Frau schützen wie ich, und seine zarte sensitive Konstitution litt monatelang unter den furchtbarsten seelischen Depressionen. Diese Erlebnisse waren für mich ein furchtbares Kapitel in der Geschichte der T[heosophischen] G[esellschaft]. Die Stänkereien der Frau Wolfram haben sich im Laufe der letzten drei Jahre in der ganzen Sektion verbreitet. Als man mich auf dem Budapester Kongress erblickte, begann eine wirkliche Hetze. Erst als ich dem Generalsekretär der ungar[ischen] Sektion erklärte, die Intervention unserer verehrten Frau Präsidentin anzurufen, wurde mir gnädigst erlaubt, an dem Kongress teilzunehmen, trotzdem ich bereits seit Monaten die Zulassungskarte in den Händen hatte. Frau Wolfram sagt in dem Protokoll, dass meinerseits geweint und geschrien worden wäre. Zum Schreien war es allerdings. Geweint habe ich einmal, dessen schäme ich mich auch heute nicht, die übrigen damals Anwesenden sind heute noch auf dem physischen Plane. Es war ein Moment, in dem mir die Hoheit der Menschheit und die Würde der Weiblichkeit in einem ihrer Vertreter zu schwinden schien. Die unmittelbare Nähe ungeahnter Bosheit löste in mir einen Schmerz aus, den ich damals nicht verbergen konnte, obwohl ich Tränen fast nicht kannte! Heute, nach vier Jahren, trotz vieler Arbeit, steht dieses seelische Ergebnis noch plastisch mir vor Augen. Mir war die Quelle bekannt, woher Frau Wolfram das Geld für die Ausbildung ihrer beiden Kinder nahm, sie hatte damals zwei. Das war ihr sehr peinlich, und sie fürchtete sich vor meiner Mitwisserschafg das erklärt teilweise die kühne Anstrengung, mich unschädlich zu machen. Der feine seelische Takt des Okkultisten, der tiefer in das Seelenleben der anderen hineinschaut, erlaubt es nicht, dass er restlos das Seelenleben seiner Gegner vor der Öffentlichkeit enthüllt, denn dadurch lenkt er die Aufmerksamkeit der anderen zu sehr auf das Unwesentliche, die Person, auf Kosten des Wesentlichen, der Prinzipien und der Aufgaben der T[heosophischen] G[esellschaft], denen aber in erster Linie die Aufmerksamkeit und das konzentrierte Interesse gilt. Ich habe deshalb nur andeutungsweise versucht, einige Erklärungen zu geben, die die absichtlich ver schleierten Umstände meines Ausschlusses bis zu einem gewissen Grade aufhellen können. Ich kann heute aber noch nicht voraussehen, welche Konsequenzen eintreten werden, da das von der Antwort abhänµ die mir von der Deutschen Sektion gegeben wird. Es liegt in meiner Natur als Repräsentant der arischen Rasse, nachdem ich drei Jahre versucht habe, in Schweigen zu verharren, als unbesiegter Kämpfer in das Reich der Sanftmut und des Friedens einzutreten, nicht aber als gelehrter, diplomatischer Stubenhocker beim warmen Ofen. Wohin sollten wir kommen in der Theosophischen Gesellschaft, um darüber mit Majoritätsbeschluss zu entscheiden, ob ein Generalsekretär alten Käse essen, ob er eine Künstlerkrawatte sich umbinden oder ob er seiner Frau einen Scheidebrief schicken darf? Die Autorität eines okkulten Lehrers, eines Meisters oder eines Theosophen lässt sich doch nicht mit Majoritätsbeschluss begründen! Haben wir denn das Recht, in unseren Mitgliedern Niederes zu sehen? Oder ist es unsere Pflicht, von ihnen Großes zu erwarten, denn sind wir nicht die Verkünder von Größe, Wahrheit, Schönheit und Stärke? Arbeiten wir nicht an einer Zivilisation, die auf Brüderlichkeit, Liebe und Weisheit gegründet ist? Müssen wir deshalb nicht die Ersten sein, diese Eigenschaften in uns, in unserer Umgebung, in unseren Kreisen zu loben und zu betätigen? Sollen Willkür, Majoritätsbeschlüsse und Realpolitik die Führung in der T[heosophischen] G[esellschaft] übernehmen, und Mitglieder, die sich auf Seite des Prinzips stellen, der Lächerlichkeit preisgegeben werden? Nein, ·Eine Grenze hat Tyrannenmacht! Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ew'gen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst» Damit nun die furchtbaren, aber auch fruchtlosen Stänkereien gegen meine Mitarbeiter und meine Arbeit endlich einmal aufhören, lasse ich diese Eingabe an die Sektion in hoher Auflage drucken und an alle Mitglieder der Sektion versenden, um das öffentliche Gewissen in ihnen zu wecken und die Einrichtung eines Schiedsgerichtes zu veranlassen, wo wenigstens die gröbsten Äußerungen organisatorischer Willkür innerhalb der Sektion besprochen werden können und wo die in Umlauf gesetzten Gerüchte auf ihren Wert hin geprüft werden können und das dann Beschlüsse fassen kann auf einer gerechten Grundlage! Ich habe aus dem Protokoll der siebten Generalversammlung einen Auszug drucken lassen, der wörtlich die ganze Verhandlung bringt und der zum leichteren Verständnisse der Angelegenheit nötig ist. Dr. Hugo Vollrath  Danach werden verlesen Briefe von Dr. Vollruh und Herrn Dr. Hilbbe-Schleiden. Sie haben folgenden Inhalt. [Rudolf Steiner:] «Doktor Vollrath schreibt an mich am gestrigen Tage»: Bund des Sternes im Osten. Sekretariat für Deutschland: Dr. Hugo Vollrath, Leipzig, Salomonstr. 18. Datum: 8. Dezember 1911. Sehr geehrter Herr Doktor! 'Wie ich höre, halten morgen eine Anzahl Mitglieder der Sektion eine Versammlung in Berlin ab wegen Stellung eines Antrages m[einen] Ausschluss betreffend. Wäre es nicht besser, wenn darauf hingewirkt werden könnte, dass die Aussprachen, die nötig sein werden zur Bildung jener Kommission, möglichst abgekürzt werden? Ich habe gesehen, dass mehr Staub aufgewirbelt wird, als nötig ist, und dass unsere Gegner diese Angelegenheit in einem ganz anderen Sinne auffassen, als es mir in Hinsicht auf Ihre Stellung lieb ist. Denn im Grunde genommen stehen Sic mir unendlich näher als jene, die das Kind mit dem Bade ausschütten wollen. Sollte es der Lauf der Dinge fügen, dass ich wieder Mitglied der Sektion werde, so wäre es mir natürlich viel angenehmer, ohne großen Verdruss und ohne zu neuen Missstimmungen der Anlass zu sein, Ihnen die Hand der Versöhnung, die meinerseits aufrichtigen Herzens dargeboten werden kann, zu reichen. Sollten Sie aber durchaus abgeneigt sein, sei es, dass Sie mir das alte Misstrauen noch entgegenbringen, dann bin ich auch bereit, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die mein geistiger Selbsterhaltungstrieb mir in die Hand gibt. Die heiligen 'Wesen werden auch ferner mir zur Seite stehen. Ich halte es aber stets für richtiger, bei Abstimmungen erst einmal dahin zu gehen, wo die Ursachen liegen, um Zeit und Arbeit zu ersparen. Sollte das Gleichgewicht bei meiner even[tuelkn] Wiederaufnahme in der Sektion irgendwie gestört werden, so wäre ich natürlich bereit, zurückzutreten, und zwar freiwillig. Die Gründung der Freien Intern[ationalen] Sektion, deutscher Zweig, wäre dann die natürliche Folge. Falls Ihnen eine Besprechung mit mir vor der Generalversammlung ratsam erscheint, so bitte ich mich davon benachrichtigen zu wollen, und zwar nach dem Ev[angelischen] Hospiz St. Michael am Anhalter Bahnhof. Mit theosoph[ischem] Grüße! Ergebenst Dr. Hugo Vollrath.  [Rudolf Steiner:] ·Doktor Hübbe-Schleiden schrieb mir vor einigen Tagenm Göttingen, 8. Dezember 1911. Lieber Herr Doktor! Verursacht wird dies Schreiben dadurch, dass Herr Dr. Vollrath mich soeben brieflich bittet, seinen Antrag an die Sektions-Versammlung zur Einsetzung einer Kommission für die Prüfung seines Ausschlusses aus der Sektion mit zu unterzeichnen. Darauf erwidere ich ihm heute, dass ich hierüber an Sie direkt schreibe: Ich unterstütze seinen Antrag auf die Einsetzung der Priifungs-Kommission, und zwar aus folgendem Grunde: Ich bin 1908 in der Versammlung, durch die Vollrath ausgeschlossen worden ist, nicht anwesend gewesen. Aber aus dem Berichte und den weiteren Mitteilungen darüber habe ich den Eindruck gewonnen, dass jener Beschluss damals nicht in befriedigender Weise stattgefunden hat, wenn er den Augenblick auch als durch die Umstände geboten erschien. Gegenwärtig wird es sowohl Ihnen wie Frau Wolfram selbst erwünscht sein, dass diese Angelegenheit formell sine ira et studio definitiv erledigt wird. Zum Schluss erwähne ich noch, was für Sic wohl selbstverständlich ist, dass ich durchaus nicht einverstanden bin mit dem Ton und Inhalt von Herrn Dr. Vollraths gedruckter Entgegnung und Begründung seines Antrags auf erneute Prüfung seiner Angelegenheit. Falls sein Antrag darauf meiner Unterstützung bedarf, so gebe ich sie hiemit; denn ich bin durchaus dafür, dass ihm im vollsten Maße unparteiische Gerechtigkeit zuteilwerde. Aber ich bitte, mich nicht mit Herrn Dr. Vollrath zu identifizieren; und da mir die tatsächlichen Verhältnisse nicht selbst bekannt sind, bitte ich, diese meine Antrag-Unterstiitzung sachlich weder für noch gegen Dr. Vollrath zu verwerten. Ihr aufrichtig ergebener Dr. Hübbe-Schleiden. Dazu wünscht das Wort Herr Michael Bauer: «Herr Doktor Vollrath hat kein Recht, einen Antrag zu stellen, und nach meiner Auffassung haben wir auch keinen Grund, ihm eine Antwort zu geben. Wir könnten uns nach Anhören dieses Briefes und Pamphletes auf den Standpunkt stellen, die Sache abzutun, da sie eine Gesinnung verrät und ein Ton darin angeschlagen wird, der uns widerstrebt und uns  nahelegt, durch eine rasche Abfertigung die ganze Sache aus der Welt zu schaffen. Es kann uns gar nicht einfallen, Doktor Vollrath widerlegen zu wollen, denn widerlegen kann man nur gewisse Dinge. Es gibt in der Welt so vieles, was sich durch Reden nicht ändern lässt. Da gibt es nun Gesichtspunkte, die darüber hinweghelfen, zum Beispiel der Humor. Unter solche Dinge gehört meiner Meinung nach die Anschauung des Herrn Vollrath. Wir wollen nun nicht zu widerlegen versuchen, wir wollen nur hinweisen auf Tatsachen, auf die Tatsache, dass er absoluten Unsinn behauptet hat und denselben rechtfertigen will. Wie er zum Beispiel an die beiden Säulen im Münchener Kongress-Saal erinnert und behauptet, die eine Säule sei die Ich- die andere die Bin-Säule und das rechtfertigen will, so kann man ihm nur sagen, dass er die eine Säule ja auch die Jakobund die andere die Benjamin-Säule nennen könnte. Wenn er den Ausdruck <Ausgewalztes Blcch> rügt, so habe ich die Überzeugung, Blech ist ein noch viel zu gutes Ding, Pappendeckel könnte man eher sagen. Wenn man solche Sachen schreibt, dann ist es ganz unnÖtig, nach einem Mittel zu suchen, um einen solchen Menschen lächerlich zu machen. Aber es liegen ja noch ganz andere Dinge vor, sodass wir nicht unterlassen können, uns eingehender mit der Sache zu befassen. Von all den logischen Widersprüchen ganz abgesehen. Was uns veranlassen muss, uns mit der Sache näher zu befassen, ist nicht das Pamphlet als solches, das wurde ja außerhalb der Theosophischen Gesellschaft geschrieben; der Gesichtspunkt, warum wir uns damit befassen müssen, ist ein sehr traurigeZ nämlich der, dass nach diesem Pamphlet sich innerhalb unserer Gesellschaft Leute gefunden haben, die mit solcher Gesinnung Hand in Hand gehen. Man konnte vor einem Jahr noch sagen: <Ich glaube, dass Doktor Hugo Vollrath mit Recht ausgeschlossen ist>, das kann man heute nicht mehr sagen. Heute muss man sagen: <Ich weiß, dass Doktor Hugo Vollrath mit Recht ausgeschlossen ist.> Herr Doktor Vollrath spricht von absichtlich verschleierten Umständen seines Ausschlusses. Sie, die damals mitgestimmt haben, sind also beteiligt an den absichtlich verschleierten Umständen. Es wäre doch schon richtig gewesen, Doktor Vollrath auszuschließen bloß deswegen, weil er damals jene Zettel verschickte, wirklich nur deswegen. Wir haben heute von individuellen Kräften und Wirkungen gehört; das ist ja gerade die Eigenart unserer heutigen Entwicklung, dass einzelne individuelle Menschen sich verbinden können, das ist ja gerade  das tiefste Moment der christlichen Entwicklung. Wenn man aber Propaganda treibt, so appelliert man an Gefühle, die nicht mit dem freien Menschentum Hand in Hand gehen. Wer das tut, der arbeitet nicht in unserem Sinne. Jedes Mitglied, das Propaganda treibt, muss ausgeschlossen werden. Man sagt: Die Toleranz muss uns bestimmen, die brüderliche Liebe gebietet uns, solche Mitglieder unter uns zu dulden. - Wenn man das sagt, dann weiß man eben nicht, was eine Gesellschaft ist. Natürlich müssen wir dulden, was in der Welt vorgeht, was wir nicht hindern können, doch müssen wir von uns ferne halten diejenigen, die nicht in unserem Sinne arbeiten können. Herr Doktor Vollrath hat eine Äußerung der damaligen Generalversammlung nicht mit abgedruckt in seinem Pamphlet, er hat gesagt: <Eine Gesellschaft, die einen ausschließt, verliert ihren kosmopolitischen Charakter.> Aber was heißt denn das! Man könnte doch mit demselben Recht sagen: Ein Garten, aus dem man ein Unkraut über den Zaun wirfL verliert sein Dasein als Garten. Eine Gesellschaft muss sich das Recht vorbehalten, Mitglieder ausweisen zu können, denn es ist ihre PflichL alle Elemente hinauszurun, die nicht mehr hineingehören, wenn sie ihre Arbeit in der richtigen Weise fortsetzen will. Nun von diesem Gesichtspunkte aus sind wir eine Gesellschaft. Die Toleranz, die immer angerufen wird, sollte doch nicht nur gegenüber unseren Gegnern, sondern doch wohl auch gegenüber unseren Freunden geübt werden. Es ist notwendig, dass wir reinen Tisch schaffen und klare Köpfe. Wenn wir das so weitergehen lassen, wenn wir sagen: NVir müssen doch, diese Leute darinnen lassen in der Gesellschaft>, was bekommen wir dann schließlich für eine Gesellschaft? Es kann natürlich vieles angefasst werden, aber in unsere Gesellschaft gehört es nicht. Ich erlebte einmal, dass einer sagte: Wir sollten doch mal Dinge in unseren Logen behandeln wie zum Beispiel die Kochkiste. Aber das alles ist eigentlich noch gar nicht das Schmerzlichste an der ganzen Sache, wenn wir sagen, es sind die Grundfundamente der Gesellschaft im Nerv angegriffen, und wenn wir dann immer noch von Mitgliedern hören müssen: <Vidkicht ist ihm doch Unrecht geschehen.> Das Schmerzlichste ist mir ein ganz anderer Punkt. Nehmen Sie einmal alles aus Ihrem Kopf und Bewusstsein hinweg, was Sie durch die Theosophie, wie wir sie durch Herrn Doktor Steiner erhalten haben, an Klärung, Erhebung, Stärkung erlangt haben, und stellen Sie sich einmal vor Ihre Bibliothek, die bloß Bücher enthielte, die Sie vorher kannten,  und dann überlegen Sie sich bitte einen Augenblick, was Sie im Lauf der Jahre haben erleben können an Freude, Erhebung, Erkenntnisfreude, Befruchtung, und vergleichen Sie das mit den Erlebnissen, die Sie vorher hatten, so haben Sie ein Bild davon, wie die Gesellschaft vorher bestand, und wie sie heute ist. Ich gehörte ihr an. Da muss man sagen, es ist ein so Ungeheures geschehen in diesen letzten Jahren, wofür ich nur einen Ausdruck des Rama-Krischna habe: NVenn ein Heiliger kommt, so vermag er verschüttete Quellen zum Fließen zu bringen; ein Gottgesandter vermag, Quellen fließen zu machen, wo keine waren.> Wir haben das erfahren, aber wir haben auch erfahren, dass unter uns Leute waren, die diese Quellen vergifteten, beschmutzten. Es ist mir ganz klar geworden, dass es in dieser Art nicht weitergehen kann. Wir können die Gesellschaft nicht einfach wachsen lassen, ohne der Gefahr entgegenzugehen, dass wir eine Majorität haben, die eigentlich nicht in die Gesellschaft gehört, und die es uns unmöglich machen kann, in der rechten Weise in dieser Gesellschaft zu arbeiten. Unsere Gesellschaft ist ein Organismus, durch den das innere Leben in die Welt hineinwirken soll. Wenn der zu faul, zu bequem ist, sodass er keinen Krankheitsstoff mehr ausstoßen kann, so muss er dem Verfall entgegengehen. Wir haben heute vielleicht die Gelegenheit noch, den Körper gesund zu machen, und ich richte an Sie den Appell, energisch heute dabei zu sein, dass wir solche Dinge in einer künftigen Generalversammlung nicht mehr vor uns stehen haben, dass aus dem Schoße der Gesellschaft heraus Angriffe gegen uns gerichtet werden können. Die Generalversammlung muss hier etwas tun, es handelt sich hier nicht um die Person Doktor Steiners, es handelt sich um die Gesellschaft und um ihren Organismus. Es muss heute etwas geschehen, das später nicht mehr geschehen kann. Es bleibt uns nichts übrig, als radikal vorzugehen. Der Antrag, der vielleicht sich ergeben wird, liegt mir noch nicht vor, und ich habe nicht die Absicht, irgendwie vorzugreifen. Was ich erreichen wollte, ist, Ihnen eine Ahnung zu geben von dem ungeheuren Ernst dieser Stunde. Wir dürfen nicht mit Bequemlichkeit, mit Schlafhaubigkeit an diese Sache herangehen. Es ist nicht eine Kleinigkeit, es ist nicht damit getan, dass wir Herrn Vollrath abtun, es ist notwendig, dass wir in Einmütigkeit einen Weg betreten, auf dem wir den Organismus gesund machen, indem wir ausschließen aus der Gesellschaft, was nicht in sie hineingehöm»  Herr Ahner: «Ihre Blicke richten sich hin nach einer Stelle, und Sie werden erwarten, dass ich zu dem eben Gehörten meine Meinung abgebe. Es ist immer eine bedeutungsvolle Sache, wenn aus allen Teilen unseres Vaterlandes diejenigen Elemente hier sich versammeln, die dazu berufen sind, die hohen Ziele, welche die Theosophie verfolgt, weiterzuführen, um der gesamten Menschheit etwas zu bieten, damit sie sich, dem Wunsche hoher Meister entsprechend, weiterentwickele. Es handelt sich heute um eine Angelegenheit, die nach meiner Meinung in einer theosophischen Gesellschaft nicht vorkommen sollte. Ich will hier auf die ganze Geschichte, was da vor uns liegt, nicht eingehen. Was Herr Doktor Vollrath verschuldet haben sollte, darüber will ich kein Wort verlieren, denn es ist vollständig aussichtslos, dass ich ein klares Bild geben könnte. Herr Doktor Hübbe-Schleiden unterstützt ja diese Anträge, indem er tatsächlich wünscht, dass eine Kommission noch einmal die Tatsachen untersuche. Ich war seinerzeit, als der Antrag Frau Wolframs auf Ausschließung des Doktor Vollrath verlesen wurde, selbst Vorstandsmitglied der Deutschen Sektion. Ich habe keinen Grund gefunden, weshalb man ein so eifriges, tätiges Mitglied ausschließen sollte. Ich habe damals darauf hingewiesen, was Theosophie ist. Eines ist wichtig, ich weise hier auf ein Bibelwort hin, das wahr ist: <Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.> Hier sind Hunderte versammelt, sollte er nicht hier unter uns sein? Ich glaube ja, und ich hoffe, dass er in unser aller Herzen ist, jener Christusgeist, der da sagt: <Licbct eure Feinde, segnet, die euch fluchen» Und jetzt, wo wir vor Weihnachten stehen, vor diesem Feste der Liebe, wo der Christus geboren worden ist, soll er doch auch in uns geboren werden. Lassen Sie doch diese Geburt stattfinden, sagen Sie sich, wir wollen alles vergessen, wir wollen brüderlich handeln, Liebe um Liebe, Herz um Herz! Ich habe mich des Verfolgten angenommen, ich bitte Sie, reichen Sie mir die Hand, Sie haben mich ganz. Lassen Sie Liebe um Liebe handeln.» Herr Krojanker: (Anfänglich unverständlich) «Es ist doch nicht möglich, wir müssen doch zu den Tatsachen wieder zurückgehen. Ich muss gestehen, dass ich sehr überrascht worden bin durch die Verlesung der Vollrath'schen Broschüre, die hier Pamphlet genannt wird. Es konnte das von uns Antragstellern nicht vorausgesehen werden. Ich halte es auch für einen Fehlbeschluss des Vorstandes. Wenn eine Kommission  berufen würde, so könnte dieselbe auf die Einzelheiten eingehen; hier vor der Generalversammlung ist das ja nicht denkbar. Wir sollten uns entschließen, eine Kommission zu wählen; sie sollte nur noch einmal untersuchen, was eigentlich geschehen war. Die Generalversammlung sollte nur entscheiden, ob eine Kommission gewählt werden sollte. Ich muss betonen, dass es mir als Antragsteller durchaus ferne liegt, dem Vorstande zu nahezutreten, aber nach dem, was ich geprüft habe, muss ich annehmen, dass er nicht genügend unterrichtet worden ist. Deshalb soll jetzt eine Kommission gewählt werden, damit diese Dinge zur Kenntnis kommen. Was sich nun darauf bezieht, was Herr Bauer hier gesprochen hat, so muss ich gestehen, dass mich das Theosophische, was er sprach, durchaus sympathisch berührte, aber wir brauchen uns von Herrn Bauer nicht sagen zu lassen, was Theosophie ist. Er hat sich ein Urteil erlaubt über die Gründe, die uns veranlassen, für Vollrath einzutreten. Das habe ich mir sehr lange überlegt, und ich versichere Sie, dass diese Dinge, wenn sie nicht auf dem Boden der theosophischen Bewegung zu Ende geführt werden, draußen weitergeführt werden. Wenn Herr Bauer sich in seiner Eigenschaft als Lehrer darüber aufregt, dass einige Sätze nicht so ganz richtig seien, so ist mir das geradezu unverständlich. Ich bin auch durchaus nicht einverstanden mit alledem, was da gedruckt ist. Ich bitte Sie, nehmen Sie die Anträge an, und sie sollen auch nicht wieder erwähnt werden. Ich bitte Sie nur, die Möglichkeit zu geben, dass die Tatsachen einzeln vor der Kommission geprüft werden. Ich betone aber, dass ich mich durchaus nicht mit dem Druckwerk Vollraths identifizieren will. Vergessen Sie doch nicht, dass wir in Vollrath einen Menschen vor uns haben, der innerlich noch nicht reif ist, der voll Zorn ist. Er ließ die Zeit verstreichen und hat sich nur in diesem Pamphlet, wie es genannt wird, Luft schaffen wollenn Herr Dr. Unger: «Gestatten Sie mir zunächst, einige Dinge gleichsam festzunageln, die eben an unser Ohr geklungen sind. Es handelt sich darum, unserem Freunde, Herrn Bauer, zu Hilfe zu kommen gegenüber den Vorwürfen, die ihm gemacht worden sind, und gleichsam zu unterstreichen, was er ausgeführt hat. Es wurde gesagt: NVir wollen uns nicht von Herrn Bauer sagen lassen, was Theosophie ist.> Aber uns wurde von Herrn Vollrath und seinen Genossen beständig vorgehalten, was Theosophie sein soll. Weiter wurde gesagt: Der Antragsteller sei nicht einverstanden mit der Form, in der die Broschüre abgefasst worden ist; trotzdem  aber ist der Antrag gestellt, wie er sagt, im Interesse der Theosophischen Gesellschaft. Es ist mir von Wichtigkeit, dass das festgenagelt wird. Denn wenn jemand moralisch unterstützt, was ein anderer als Schmutz und Unflat gegen die Theosophische Gesellschaft schleudert und das unterstützt unter Hinweis auf eine mangelhafte Form, so ist das keine Logik. Das geht nicht an. Das ist Doppelzüngigkeit, wenn man sagt: <Ich bin gar nicht einverstanden mit dem, was da gesagt wird, ich unterstütze nur den Antragn Man behauptet, dass die damaligen Vorstandsmitglieder nicht orientiert waren über dasjenige, worüber sie entschieden haben. Entweder ist nun das eine wahr oder das andere. Wenn man nicht einverstanden ist mit dem Pamphlet, dann darf man auch nicht den Vorwurf machen, dass der Vorstand nicht orientiert gewesen wäre. Es wurde von den Antragstellern verlangt, dass Herrn Doktor Vollrath Gelegenheit gegeben werde, sich zu rechtfertigen. Wir haben ja die Rechtfertigung vor uns liegen. So schaut sie aus, diese Rechtfertigung. Schmutz, Verleumdung, Gift und Drohung, das ist der Inhalt dieser Rechtfertigung. Herr Bauer hat ganz richtig gesagt: NVir sehen doch an dem, was vor uns liegt, was für ein Geist dahintersteht> Wenn aber so etwas unterstützt wird, so verbindet sich doch der Antragsteller mit diesem Geiste! Dass solche Unterstützung aus unseren Kreisen heraus erfolgen konnte, das ist etwas, von dem man sagen muss: So darf es nicht weitergehen. Herr Krojanker wehrt sich dagegen, dass Herr Bauer uns sage, was wir unter Theosophie verstehen sollen; doch das hindert nicht, dass dies von der Gegenseite beständig geschieht. Herr Ahner hat gesagt, er wolle uns keinen Vortrag halten über Christentum. Aber nun hat er ja doch uns erzählt, was sein Christentum ist und viel geredet von Liebe, Christentum, BrijderlichkeiL und weiß Gott was. Wo steckt denn aber die Liebe in diesem Pamphlet? 'Wo steckt da die Brüderlichkeit und das Christentum? Das ist die Frage. Solchen, die von Liebe überfließen, und diese Liebe dann so betätigen, dass sie ein solches Pamphlet unterstützen, denen gegenüber muss gesagt werden, dass sie zwar in der Theosophischen Gesellschaft sind, aber in der theosophischen Bewegung sind sie nicht! Jemand, der die Liebe im Munde führt, und solche Taten vollzieht, hat keine Ahnung von dem, was wir unter Theosophie verstehen wollen. Wer jemals wirklich in unserer Arbeit gestanden hat, der weiß, dass wir zusammenhängen müssen wie die Kletten, um Anteil zu haben an dem Geistesgut, das wir uns erobert haben seit zehn Jahren. Dieses Arbeitsgut muss respektiert werden. Es  hat keinen Sinn, zu sagen, unsere einzigen Bedingungen der Aufnahme sind die drei Punkte unserer Satzungen. Wir brauchen nicht jeden, der bei uns anfragt, aufzunehmen, in keiner Weise. Damals vor drei Jahren ist der Antrag angenommen worden, mit allgemeinem Verständnis, der unser Arbeitsgut schützen sollte. Diese unsere Gesellschaft sollte nach und nach ein KÖrper werden - das ist unser aller Ansicht -, der ein Ausdruck werden soll von demjenigen, was als theosophischer Geist vorhanden ist. Lassen Sie die Theosophische Gesellschaft auseinanderstieben, die theosophische Bewegung bleibt. Besser wäre es, die Gesellschaft flöge auseinander, als dass ein Titelchen verloren ginge von dem Geistesgut, das wir uns erobert haben. Noch schärfer soll es betont werden: Was wir als theosophische Bewegung nach und nach uns erarbeitet haben, was niemals abgeschlossen sein kann, niemals in Paragrafen abgegrenzt sein kann, das ist wirklich vorhanden. Wenn wir aber solche Anträge bekommen können, dass, nach den Statuten der Gesellschaft, der theosophischen Arbeit geschäftsordnungsmäßig Prügel zwischen die Beine geworfen werden können, so ändern wir eben die Statuten. Die Aufgaben sind vorhanden, ob die Gesellschaft sie wird erfüllen können, das entscheidet gerade diese Stunde. Zu dem, was sich in München bilden soll in den nächsten Jahren, zu dem Wachsen des theosophischen Arbeitsgutes, das wir uns erobert haben, das Leben gewinnen soll in der Welt, brauchen wir einen physischen Leib, wir brauchen Mitglieder, aber keine Paragrafen, die bringen das nie zustande. Wenn heute gesagt worden ist, dass es ein bedeutendes Ereignis war, dass wir in Stuttgart einen Bau dem theosophischen Leben übergeben konnten, so möge hier festgestellt werden aus eigenster Erfahrung heraus, was Herr Doktor Steiner gesagt hat in der Weiherede für diesen Bau: <Nötig ist das Vertrauenn Es ist nicht nötig, dass jeder seine Weisheit heranbringe, dazu hat man eben einen Vorstand geschaffen, als Ausdruck des Vertrauens. Und diesem nun bei jeder Gelegenheit einen Paragrafen-Prügel zwischen die Beine zu werfen, geht nicht an; auf diese Weise bringen wir gar nichts zustande, und gewiss hätten wir diesen Stuttgarter Bau nicht zustande gebracht, wenn nicht die Mitglieder in hochherziger Weise dieses Vertrauen geübt hätten. Durch Kommissionen, wie sie die heutigen Anträge verlangen, hätten wir nicht nur keinen Bau, sondern auch kein Geld dafür. Durch dieses Pamphlet und durch das, was heute geschah, fühlt sich der Vorstand in dem, was der eigentliche Ehrenpunkt des Vorstandes ist,  beleidigt, so tief es nur sein kann. Er muss von der heutigen Versammlung die Ehrenrettung erwarten. Es ist das Projekt erörtert worden, dass aus dieser Versammlung eine Kommission gebildet werden solle, aber keine im Sinne der Antragsteller, sondern eine solche, die ausarbeiten möge einen Entwurf für eine neue Satzung, die es unmÖglich macht, dass derartiges, wie es in diesen Anträgen zum Ausdruck kommt, jemals wieder geschehen kann. Es ist meine Überzeugung, dass, wenn die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft auch Mitglieder der theosophischen Bewegung sein würden, jede Satzung recht wäre. Da das nicht so ist, so müssen wir das Statut richten nach dem Geiste unserer Bewegung. Der Vorstand selbst entzieht sich einer solchen Antragstellung, weil er ja von der Versammlung seine Ehrenrettung erwartet. Es wäre vielleicht besser, solche Angriffe durch Nichtbeachtung abzutun. Es hat gewiss etwas Sympathisches, wenn gesagt wird, wir wollen uns nicht mit Schmutzereien abgeben. Aber hier wird es zur Pflicht, das Kind beim richtigen Namen zu nennen. Wenn wir die MÖglichkeit haben wollen, uns in unser Arbeitsgut zu vertiefen, so muss erst reiner Tisch gemacht werden, da muss auch einmal das Schwert des Zornes zu seinem Recht kommen. Es mag sein, dass mancher gegenwärtig lieber sachliche theosophische Auseinandersetzungen hören würde. Es gilt abeg der Entrüstung Ausdruck zu geben; es liegt mir daran zu betonen, dass ich mich nicht schäme einer solchen Entrüstung. Ich würde mich schämen, wenn wir, wie unser Freund Bauer sagte, die Schlafhaubigkeit besäßen, uns nicht zur Tat aufzuraffen. Es sollte möglich gemacht werden, dass einem nicht mehr Prügel zwischen die Beine geworfen werden können, dass der Generalsekretär und der Vorstand auch statutengemäß geschützt werden vor solchem Schmutz. Deshalb erwartet der Vorstand von Ihnen heute eine Tatb Hier wird auf den Vorschlag von Herrn Dr. Steiner beschlossen, eine Pause von eineinhalb Stunden eintreten zu lassen, und die Versammlung am Nachmittage um vier Uhr fortzusetzen. Um halb vier Uhr eröffnete Dr. Steiner wieder die Sitzung, indem er eine Depesche des folgenden Inhalts zur Verlesung brachte: «Sende hiermit der Deutschen Sektion zu ihrer Generalversammlung meine ehrfurchtsvollen Grüße und besten Wünsche. Kinelb  Hierauf folgte eine Rede, die Herr Pfarrer Klein über die Bedeutung der Theosophie im Anschlusse an die Paulusworte von der «GottesWeisheit» hielt. Dr. Steiner gab sodann den Inhalt der Rednerliste bekannt, in welcher noch folgende Redner eingezeichnet standen: Herr Arenson, Herr Molt, Herr Pfarrer Klein, Herr Pastor Wendt, Herr von Rainer, Herr Architekt Schmid und Herr Walther. Zunächst erhielt das Wort Herr Arenson: «Als mir zuerst Kunde ward von den Anträgen, die für diese Generalversammlung gestellt worden sind, als mir gesagt wurde, dass das scheinbar Unmögliche möglich geworden, dass sich in unserer Gesellschaft Mitglieder gefunden haben, die die Hand dazu boten, dass dieser Antrag eingebracht werden konnte, die das sozusagen unterstützten, was Herr Doktor Vollrath in seinem Pamphlet verlangt: nämlich hier gehört zu werden und nochmals mit einer Prüfung dieses Falles zu beginnen - da kam mir zuerst der Gedanke, der Impuls: zur Tagesordnung übergehen; es gibt nichts anderes, als solche Dinge einfach zu ignorieren. Dann aber hat sich bei reiflicher Überlegung das Resultat doch etwas anders gestaltet. Es ist gewiss etwas Gutes, in positiver Weise Arbeit zu leisten und, wenn sich uns etwas entgegenstellt, dann kurzer Hand zur Tagesordnung überzugehen. Das können wir aber in diesem Falle unmöglich tun. Hier handelt es sich um eine Tat, die mit aller Energie vorgenommen werden muss, wenn wir nicht erleben wollen, dass wir dem Schmutze zum Opfer fallen. Nun könnte man, wenn man zur Sache selbst ijbergeht fragen: Worauf basiert denn eigentlich dieser Antrag auf Wiederaufnahme des Falles? Eine derartige Wiederaufnahme eines Verfahrens ist doch nur dann gerechtfertigt, wenn neues Material gefunden worden ist, das geprüft werden soll, um daraus festzustellen, ob es geeignet ist, das bereits Vorhandene in eine andere Beleuchtung zu bringen. Wir wissen, das ist nicht der Fall; wir wissen, es ist kein Grund vorhanden, ein Verfahren jetzt wieder aufzunehmen, das seinerzeit mit aller Gründlichkeit durchgeführt worden ist. Ich kann hier nur in aller Kürze sagen, dass die Mitglieder des Vorstandes, welche damals den Beschluss gefasst haben, die Sache so prüften, wie dies heute überhaupt nicht mehr möglich ist. Es ist völlige Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, die hier einfach glauben machen will, wir wären einem augenblicklichen Impulse gefolgt und hätten dadurch den Ausschluss von Doktor Vollrath bewirkt. Wir waren im  Gegenteil in alle Einzelheiten eingeweiht, wussten vollkommen, was sich begeben hatte. Wir kannten jede Kleinigkeit und kannten sie so, dass, wenn wir die ganzen Verhältnisse in wenigen Worten vorgebracht hätten, jeder andere auch imstande gewesen wäre, innerhalb weniger Minuten den Entschluss zu fassen, der damals gefasst worden ist. So waren wir eingeweiht in das, was zu dem bekannten Beschlüsse führen musste. Es ist dies jetzt schwer nachzuprüfen, weil alles das, was wir damals in gründlicher Weise überlegt hatten, durch das, was in Schrift und Wort inzwischen bekannt gemacht wurde, in ein ganz neues Licht gekommen ist und daher auch nicht mehr zu einer Erkenntnis der damaligen Sachlage führen kann. Wir können sagen - und das soll gewiss keine Ironie sein, sondern ist bittre Wahrheit: Den Schlüssel zur Wahrheit findet man bei allem, was Doktor Vollrath sagt, indem man die von ihm behaupteten Dinge einfach umkehrt. Nehmen wir einen konkreten Fall, um zu zeigen, was damit gemeint ist. Herr Doktor Vollrath sagt in seinem Pamphlet, dass damals in Paris von Herrn Doktor Steiner mit großer Energie gegen Leadbeater vorgegangen sei. Die betreffende Stelle lautet, wie folgt: <Der Okkultismus ist die praktische Wissenschaft der Liebe und Weisheit, warum hat nun Dr. Steiner allein das Recht zur Polemik und zur Verurteilung? Davon hat er reichlich Gebrauch gemacht zu der Zeit der Hetze gegen seinen Mitarbeiter in der T[heosophischen] G[esellschaft], C. W. Leadbeater, in den Privatsitzungen der deutschen Mitglieder bei [Fräulein] v[on] Sivers während des Pariser Kongresses [1906]. Ich war überrascht über die vernichtende Polemik Steiners, und, trotzdem ich ihn damals äußerst schätzte, konnte ich es doch nicht unterlassen, ganz sachlich auf die Verfassung der Theos[ophischen] Gesell[schaft], hinzuweisen, ich wurde aber scharf von [Fräulein] v[on] Sivers und Dr. St[einer] zurückgewiesen. Nach dem Schlusse der Sitzung versicherten mir beide, dass sie nichts gegen meine Person hätten.> Die Wahrheit darüber ist nun Folgendes: Damals im Jahre [1906] befand sich Leadbeater in sehr schwierigen Verhältnissen, und Doktor Steiner war der Einzige, der ihn in energischer und sachlich begründeterweise verteidigt hat. Es sei in diesem Zusammenhänge gesagt, da die meisten unserer Mitglieder in Deutschland von dem Falle gar nichts erfahren haben, dass selbst unsere Präsidentin Annie Besant eine scharfe Angreiferin Leadbeaters war und beziigl[ich] dessen, um was es sich  da handelte, den Ausspruch getan hat, dass es eine <moral insanity> sei, wogegen Doktor Steiner in begründeter Weise die Partei Leadbeaters ergriffen und ihn verteidigt hat. Dass Doktor Steiner in dieser Weise gehandelt hat, hat ihm später manchen Vorwurf eingebracht. Was der Fall Leadbeater eigentlich war, damit haben wir uns heute nicht zu beschäftigen. Die Tatsache steht aber fest und kann jederzeit belegt werden durch Zeugen, dass genau das Gegenteil der Fall ist von dem, was Doktor Vollrath in seinem Pamphlet zum Ausdruck bringt. So können wir von Satz zu Satz gehen. Wenn wir ferner lesen, was Doktor Vollrath schreibt: <Erst als ich dem Generalsekretär der Ungarischen Sektion erklärte, die Intervention unserer verehrten Frau Präsidentin anzurufen, wurde mir gnädigst erlaubt, an dem Kongresse teilzunehmen, trotzdem ich bereits seit Monaten die Zulassungskarte in Händen hättc>, so ist dazu zu bemerken, dass diejenigen, welche dabei gewesen sind, wissen, dass Doktor Steiner ihm die Teilnahme nicht verweigert, sondern ermöglicht hat. Wenn Doktor Vollrath aber sagt, dass er nicht zugelassen worden sei, trotzdem er die Zulassungskarte seit Monaten in Händen haue, so muss dagegen erklärt werden, dass er sich diese Zulassungskarte dadurch verschafft hatte, dass er sein durch den Ausschluss ungültig gewordenes Diplom der Deutschen Sektion in Budapest eingereicht und daraufhin die Zulassungskarte ausgehändigt erhalten hat. So geht es weiter. Es würde uns allzu weit führen, wollten wir alles durchhecheln, was hier in der Schmähschrift steht. Das Einzige, was man sagen kann, ist, dass in solcher Weise jeder Satz etwas von versteckter Bosheit enthält. Nehmen Sie das, was Sie vorhin gehört haben. Ist es nicht die reinste Ironie, wenn Doktor Vollrath dann auf Seite 9 seiner Schmähschrift sagt: Der feine seelische Takt des Okkultisten, der tiefer in das Seelenleben der andern hineinschaut, erlaubt es nicht, dass er restlos das Seelenleben seiner Gegner vor der Öffentlichkeit enthüllt, denn dadurch lenkt er die Aufmerksamkeit der ändern zu sehr auf das Unwesentliche, die Person, auf Kosten des Wesentlichen, der Prinzipien und der Aufgaben der T[heosophischen] G[esellschaft], denen aber in erster Linie die Aufmerksamkeit und das konzentrierte Interesse gilt. Ich habe deshalb nur andeutungsweise versucht, einige Erklärungen zu geben, die die absichtlich verschleierten Umstände meines Ausschlusses bis zu einem gewissen Grade aufhellen könnten. Ich kann aber heute  noch nicht voraussehen, welche Konsequenzen eintreten werden, da das von der Antwort abhängt, die mir von der Deutschen Sektion gegeben wircL Damit ist gesagt, wer der Seelenforscher ist; wer so taktvoll ist, dass er das Seelenleben seiner Gegner nicht restlos vor der Öffentlichkeit enthüllt. Aber dieser taktvolle Seelenforscher enthüllt gerade genug, um in seiner Weise zu wirken nach dem alten Prinzipe: NVenn es auch nicht wahr ist, etwas bleibt doch davon hängen.> <Ich bin in der Deutschen Sektion der Ehre keines Mitgliedes zu nahegetreten, wer das Gegenteil behauptet, der trete vor> Um diesen Satz im richtigen Lichte erscheinen zu lassen, bitte ich nochmals folgende Worte zu hören, die Sie leider schon einmal haben hören müssen: <Mir war die Quelle bekannt, woher Frau Wolfram das Geld für die Ausbildung ihrer beiden Kinder nahm, sie hatte damals zwei. Das war ihr sehr peinlich, und sie fürchtete sich vor meiner Mitwisserschaft, das erklärt teilweise die kühne Anstrengung, mich unschädlich zu machen.> Meine Freunde, wer eine solche Sprache führt, der begibt sich in die Reihe derjenigen, die den anständigen Menschen nicht mehr angehören. Ein Mensch, der in dieser Weise etwas ausspricht, was, man darf schon sagen, neben aller Gemeinheit auch noch den Charakter der Drohung hat, ist nicht würdig, unter anständigen Leuten gehört zu werden. Wir aber vertreten noch etwas anderes als nur den Anspruch, anständige Menschen zu sein. Das, was im Allgemeinen in der Welt als Tugend gilt, das soll uns etwas Selbstverständliches sein, das wir gar nicht als etwas Besonderes zu erwähnen haben. Wir haben etwas zu vertreten, was hoch über alledem steht, was als gewöhnliche Pflicht, als gewöhnliche Tugend anerkannt wird. Deshalb ist es auch unsere Pflicht, in unseren Handlungen so vorzugehen, dass sich ein Einvernehmen, eine Harmonie darstellt, und deshalb wurde es von meinem Vorredner so energisch betont, dass wir uns nicht damit begnügen können, jetzt einfach zur Tagesordnung überzugehen oder etwa ein Vertrauensvotum entgegenzunehmen in der Art, wie das sonst üblich ist. Nein, unser verehrter Führer, der ganze Vorstand ist in unerhörter Weise gekränkt durch das, was da geschehen ist. Für diese Dinge gibt es nur eines, nämlich: dass die Generalversammlung des heutigen Tages in irgendeiner charakteristischen Weise sich äußert, damit wir in der Zukunft sicher sind, dass solche Dinge uns unsere kostbare Zeit nicht wieder nehmen, dass solche Dinge in unsere Versammlungen  nicht eine Stimmung hineintragen, wie sie wirklich in theosophischen Generalversammlungen nicht vorhanden sein soll. Nehmen Sie alles in allem. Ist nicht ein jedes Wort, was da gesprochen wird, sowohl von dem, was Doktor Vollrath selber sagt, wie auch von dem, was seine Anhänger zur Begründung des Antrages vorbringen, voller Widerspruch? Oder ist es nicht ein Widerspruch, wenn in dem Schreiben des Herrn Doktor Hübbe-Schleiden gesagt wird, dass er sich nicht einverstanden erklärt mit dem Ton und mit dem Inhalte der Ausführungen Doktor Vollraths, dass er aber trotzdem seinen Antrag unterstützt. Ist es nicht sonderbar, dass Doktor Hübbe-Schkiden sich weder mit Form noch mit Inhalt einverstanden erklären kann - was bleibt da eigentlich übrig? - aber trotzdem den Antrag unterstützt? <Ich bin nicht auf der Generalversammlung gewesen>, der Inhalt der Eingabe Doktor Vollraths widerspricht meinem Empfinden>, die Form widerspricht meinem Empfinden> - aber ich unterstütze den Mann: Das sind Widersprüche in sich, da ist nirgends ein gesunder Halt, ein gesunder Boden, auf dem man fußen könnte. Aus heiterem Himmel heraus soll uns ein Blitzstrahl treffen. Wir wollen nicht alte Sachen aufwärmen, nicht etwas Beschlossenes, was längst erledigt ist, und wozu kein Anlass vorliegt, uns jemals wieder damit zu beschäftigen, aufs Neue einer Verhandlung unterwerfen. Nicht handelt es sich darum, uns mit etwas zu beschäftigen, was längst in gründlicher Weise erledigt ist, sondern darum, dass wir Stellung nehmen gegenüber solchen Strömungen, die sich dadurch kundgeben, dass, zum Teil sogar in einer ganz ungehörigen Form, in einer unglaublichen Weise vorgegangen wird. Ich möchte nur an den Brief erinnern, der Ihnen vorgelesen wurde, in dem die Einsendung des Kassenberichtes, wie er in den Statuten vorgesehen ist, verlangt wird. Drohend mit Klagen und Gericht wird da vorgegangen; und dann behaupten diese Leute noch, alle diese Dinge im Interesse der Theosophie zu tun. Und dann: Liegt nicht ein grotesker Widerspruch darin, dass derselbe, der dieses Pamphlet geschrieben hat, auch der Verfasser des ändern Briefes ist worin er versöhnend die Hand reicht und sich in einer Weise auslässt, die es fast unglaublich erscheinen lässt, dass diese beiden Schriftstücke von demselben Menschen herstammen? Für uns, die wir seit langen Jahren im Vorstande mit tätig sind, hat sich daraus ergeben, dass wir unter keinen Umständen in dieser Weise weiterwirken können. Wir haben seiner Zeit unsere Pflicht getan; das wussten wir damals, das  wissen wir auch heute. Heute aber können wir nichts weiter tun. Heute ist es die Theosophische Gesellschaft, das heißt deren Deutsche Sektion, die es in der Hand hat, nun zu wirken, dass es zum Heile oder zum Unheile werde. Wir haben vorhin aus berufenem Munde gehört, was es für uns bedeutet, in diese Bewegung eingetreten zu sein, die sich in unserer Deutschen Sektion offenbart, wir haben gehÖrt Worte, die gewiss nachhaltig in den Herzen derer wirken werden, die aus innerstem Wesen heraus Theosophen sind, nicht deshalb, weil sie ihren Beitrag bezahlen, sondern weil sie in ihrem innersten Wesen empfinden, welch ein Glück es ist, einer solchen Bewegung dienen zu können. Und auch in den Worten, die dieses Große und Gewaltige dartaten, klang es uns wie eine gewaltige Mahnung entgegen, dass ein solches Gut, das uns anvertraut wird, auch eine große Verantwortlichkeit uns auferlegt. Der Sinn und Zweck meines Sprechens ist, dass Ihnen diese Verantwortlichkeit klar werden möge, dass Sie sich darüber einig sind, dass wir ein solches Gut nur verdienen können, wenn wir uns jederzeit jener gewaltigen Verantwortlichkeit bewusst bleiben, die wir auf uns genommen haben. Seien wir uns klar darüber: Nicht die Gegner können unsere Gesellschaft, die äußere Form der theosophischen Bewegung, zerstören; nicht Doktor Vollrath, auch nicht die, welche ihn stützen wollen. Wir selber aber können sie zerstören, wenn wir es in falscher Sentimentalität versäumen, mit Entschiedenheit diejenigen zurückzuweisen, die an den Grundfesten unserer Bewegung und Gesinnung rütteln wollen. Wir wollen mit aller Kraft einstehen für unsere Sache als Menschen, die allerdings nicht glauben, schon Theosophen zu sein; die aber ernst danach streben, Theosophen zu werdenm Nun hat das Wort Herr Molt: Ach glaube im Namen aller Anwesenden zu sprechen, wenn ich Herrn Arenson für seine warme Ansprache innigen Dank sage, gleichzeitig mich aber auch zum Sprachrohr derselben mache, indem ich sage: Es bedarf nicht des Appells, um in diesem Falle den richtigen Weg zu gehen. Ich habe das Gefühl, wir tun dem Verfasser der Schmähschrift viel zu viel Ehre an, wenn wir nur noch mit einem Worte auf die Einzelheiten derselben eingehen. Ich habe das Gefühl, im Namen der weitaus größten Mehrzahl hier auszusprechen, dass wir es uns verbitten müssen, unsere kostbare Zeit und die schöne Stimmung, mit der wir hierhergekommen sind, durch derartige Sachen zu verderben. Es muss wie ein Schrei der Empörung, der Entrüstung durch unsere Reihen gehen, dass man uns an einem solchen Tage noch  mit diesen Sachen kommt; und ich muss bekennen, ich bedauere diejenigen, die als Antragsteller in dieser Angelegenheit hier aufgetreten sind, und es gewagt haben, eine solche Sache zu unterstützen. Ich glaube es als selbstverständlich betrachten zu dürfen, dass wir die Debatte schließen, und ich glaube ferner, es bedarf keines Vertrauensvotums gegenüber dem Vorstande, dass er seinerzeit richtig gehandelt hat. Wir brauchen nur die Worte, die aus der Schmähschrift uns entgegentönen, auf uns wirken zu lassen, um zu erkennen, dass Doktor Vollrath mit vollem Recht ausgeschlossen ist. Wenn er nicht schon ausgeschlossen wäre, so müsste er heute nicht einmal, sondern dreimal ausgeschlossen werden. Um die Debatte abzukürzen, und unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen, habe ich mir erlaubt, einen Antrag zu formulieren. Ich finde es unter unserer Würde, auch nur mit einem Worte auf die Sache, nochmals einzugehen. Den Antrag habe ich in drei Teile geteilt. Sie lauten: 1. Die zehnte Generalversammlung bringt hiermit ausdrücklich ihre Empörung und Entrüstung über die Schmähschrift des Dr. Vollrath zum Ausdruck. 2. Sie lehnt deshalb die Anträge Ahner und Krojanker und Müller ab. 3. Sie ersucht diese Herren, welche durch ihre Antragstellung sich offensichtlich in Gegensatz zum Geist der Bewegung gestellt haben, die Konsequenz durch ihren Austritt zu ziehenn Dr. Steiner: «Da die gestellten Anträge meritorische und nicht geschäftsordnungsmäßige Anträge sind, so werden diejenigen verehrten Freunde, die bereits in der Rednerliste eingezeichnet sind, das Wort noch zu erhalten haben.» Der nächste Redner ist Herr Pfarrer Klein: «Es ist mit bewegten Tönen auf die christliche Liebe und Duldsamkeit hingewiesen worden. Das hat mich als christlichen Prediger getroffen, und ich musste mich prüfen, ob wir nicht ein Gebot übertreten, wenn wir uns hier gegen die ganze Sache wenden. Ich muss aber auch Herrn Ahner daran erinnern, dass er den Christus nur einseitig gezeichnet hat. Der Christus Jesus ist durchaus nicht immer der <1icbc Heiland> gewesen, und durchaus nicht immer sind seinem Munde Worte der Nachsicht und Duldung entflossen. Es hat einen Punkt gegeben, wo dieser liebevolle, nachsichtige Christus unerbittlich war, und das war der Punkt, wo die Sache selber infrage kam. Die Pharisäer sind auch brave Leute gewesen; Leute, die einen ehrbaren Lebenswandel führten, die aus voller Ehrlichkeit heraus für  ihre Religion stritten, kurz Leute, die in vieler Beziehung ausgezeichnete Menschen gewesen sind. 'Wir wissen aber auch, dass Christus gerade gegen diese Leute, die immer die Frage aufgeworfen haben: <Wäs ist das wahre Christentum, was ist das wahre Judentum?' - ganz in ähnlicher Weise wie wir von Doktor Vollrath immer hören: <Wäs ist Theosophieb - in der rücksichtslosesten Weise vorgegangen ist. Ich erinnere nur an die Ausdrücke ©tterngezücht> et cetera. Das sind starke Worte. Und warum war der milde, nachsichtige Jesus genötigt, sie gegen diese Pharisäer zu schleudern? Sie glaubten, er handle aus falschen, schlechten Mächten heraus, er treibe die Teufel mit Belzebub aus und so weiter, und brachten seiner Erscheinung überhaupt das größte Misstrauen entgegen. Das ist der springende Punkt. Denjenigen also, der appelliert an unsere Toleranz und Milde und sagt, wir sollten mit Herrn Vollrath Frieden schließen, möchte ich daran erinnern, dass diejenigen, welche damals gegen Jesum eiferten, welche sein Wesen in so gründlicher Weise verkannten, welche sein Wesen in so schmählicher Weise zurückgewiesen haben, mit den schärfsten Ausdrücken bekämpft worden [sind], und zwar durch Jesus von Nazareth selber, in dem der Christus wohnte. Wir sehen auch hier in unserem Fall, dass der Mann, welcher uns Gottes-Weisheit vermittelt, in dieser Weise missverstanden, misserkannt wird. Wer ihm aber dazu noch solche Motive unterschiebt, wie das hier geschehen ist, wer so gründlich ihn missversteht und seine Gegnerschaft in so hässlicher Form betreibt, der kann nicht mehr in unsern Reihen sein - um Christi und unserer Sache willen. Christus selbst war derjenige, der den Pharisäern entgegengetreten ist, als sie ihn so missverstanden und misserkannten. 'Wir haben ein gutes Gewissen, wenn wir diesen Dingen in derselben Weise entgegentreten. Wir, die wir von dem ganzen Handel bisher nichts wussten, könnten sagen: Setzt in der Sache ein neues Gericht ein. Frau 'Wolfram soll sich noch einmal verteidigen. Das kÖnnten wir tun, wenn wir ein Kegelklub oder ein Kriegerverein wären. Wir können es aber nicht tun, weil wir eine Theosophische Gesellschaft sind. Weil wir eine Geistesgemeinschaft bilden, müssen diese Dinge in einer ganz anderen Weise erledigt werden. Wenn wir diese Dinge noch einmal aufrührten, würden wir aussprechen, dass wir weder zu unserem Führer, noch zu unserem Vorstande das mindeste Vertrauen haben. NVir waren damals nicht dabei>, könnten wih sagen, «vir wollen die Sache nochmals priifen.> Damit würden wir aber aussprechen, dass wir unserem Lehrer nicht die  Fähigkeit zutrauen, den Doktor Vollrath zu durchschauen. Wenn er aber das nicht könnte, dann wäre er nicht unser Lehrer, könnte er nicht unser Führer sein. Wenn er aber diese Fähigkeit hat, dann dürfen wir nicht den gewöhnlichen Maßstab, nicht den Maßstab von anderen Vereinen anlegen und sagen: Hier muss nochmals untersucht werden, hier muss ein Ehrengericht eingesetzt werden und so weiter. Ich habe schon heute Nachmittag darauf hingewiesen, was ich von dieser Sache verstehe und halte. Daher dürfen wir aber auch unter keinen Umständen gestatten, dass unser Führer in dieser Weise heruntergesetzt wird. In der vorgeschlagenen Art vorgehen kann schließlich ein Verein, wenn sein Obmann angegriffen worden ist. Wenn aber ein Mann, der uns Gottesweisheit vermittelt, in dieser Weise angegriffen wird, dann ist das etwas, was wir unter keinen Umständen dulden können. Herr Bauer hat gesagt, dass es schlimm sei, dass ein solches Verfahren noch Verteidigung gefunden hat in unseren eigenen Reihen. Es ist noch etwas anderes schlimm. Und das ist es, was ich jetzt sagen werde: Ich finde, dass Doktor Vollrath, trotzdem er aus unserer Sektion ausgeschlossen worden ist, eine ungeheure Stütze empfängt durch die Präsidentin unserer Theosophischen Gesellschaft, indem sie ihn in ganz besonderer Weise mit ihrem Vertrauen beehrt und ihm Ämter verleiht, sodass sein Vorgehen gegen uns durch die Präsidentin Annie Besant noch eine besondere Stütze und Stärke erhält. Wir müssen daher bis an die Wurzel des Übels gehen. Wir müssen Adyar zur Kenntnis bringen, dass wir jede Unterstützung des Doktor Vollrath direkt oder indirekt durch das Hauptquartier Adyar als eine Schädigung der theosophischen Arbeit in Deutschland betrachten. Wir dulden nicht, dass der Generalsekretär unserer Sektion hier dauernd beschimpft wird, und dass solche Persönlichkeiten dort Schutz und Unterstützung finden. Und das ist der Nerv der Sache. Ich fühle deutlich: Wir stehen an einem wichtigen Zeitpunkte, und wir müssen nach Adyar zu erkennen geben, dass wir ein solches Spiel nicht dulden, dass der Mann dort Unterstützung findet, der unseren Führer und Generalsekretär beschimpft. Ich bitte Sie, den folgenden Antrag anzunehmen: Nachdem die Generalversammlung 1911 nach eingehenden Verhandlungen mit großer Einmütigkeit und Entschiedenheit die vom Vorstand und der Generalversammlung 1908 ausgesprochene Aberkennung der Mitgliedschaft Doktor Vollraths neuerdings gutgeheißen hat, gibt die Generalversamm lung dem Hauptquartier in Adyar zu bedenken, dass fortan jede direkte oder indirekte Unterstützung Doktor Vollraths, wie sie in der letzten Zeit stattgefunden hat, von der Deutschen Sektion der theosophischen Gesellschaft als eine Schädigung ihres Ansehens und ihrer Arbeit angesehen werden muss> Molt: Ach beantrage Schluss der Debattem Ahner: ·Nachdem die ganze Angelegenheit so weit gediehen ist, möchte ich bitten, die Debatte nicht zu unterbrechen. Es wäre das eine Benachteiligung der angegriffenen Personen, wenn sie nicht zu Worte kämen, nachdem sie in einer solchen Weise bloßgestellt sind. Es erfordert dies das Gebot der Gerechtigkeit und die Rücksicht auf jeden der Angegriffenen. Es ist keine Kunst, jemanden zu bekämpfen, von dem man weiß, dass er sich nicht verteidigen kann.» Dr. Steiner: jch habe mir vorgenommen, in keiner Weise in diese Debatte einzugreifen und habe daher auch davon Abstand genommen, während der Debatte den Vorsitz an jemand ändern zu übertragen. Ich denke, es kommt nicht darauf an, dass ich den Vorsitz während dieser Debatte einem anderen übertrage, sondern darauf, dass Sie einverstanden sind mit der Objektivität, mit welcher ich mich bemühe, die Sache zu führen. Sie werden daher auch damit einverstanden sein, dass ich jetzt ein paar Worte zu Ihnen spreche. Es ist unmöglich, dass wir jetzt einen Antrag auf Schluss der Debatte annehmen. Die Sache muss besprochen werden, und wir haben kein Recht, in diesem Stadium einen Antrag auf Schluss der Debatte zu stellen oder einen solchen anzunehmen, nachdem im Laufe der Debatte so viele Fragen aufgenommen worden sind. Da sind Dinge berührt von der außerordentlichsten Wichtigkeit für uns und unsere Theosophische Gesellschaft. Dasjenige, was hier wirklich schädigen würde, wäre ein bequemes Beiseiteschieben der Sache durch Annahme eines Antrages auf Schluss der Debatte. Wenn diese Art, sich vor allzu langen Debatten zu retten, auch häufig zur Anwendung gekommen ist, so bitte ich doch: Schieben Sie heute nicht wieder die Debatte in dieser bequemen Weise auf die Seite, sondern betrachten Sie es als Ihre Pflicht, die Sache tatsächlich zu Ende zu führen. Mit den Bemerkungen, die Herr Pfarrer Klein ausgesprochen hat, sind so viele neue Gesichtspunkte in die Debatte hineingekommen, und nun sollen wir einen Antrag auf Schluss der Debatte annehmen? Das ist unmöglich. Ich verstehe eigentlich nicht,  warum im Laufe einer solchen Debatte, da eine ganze Anzahl von Rednern noch in der Liste eingetragen ist - ganz abgesehen davon, wer hier Verteidiger und Ankläger, Angegriffener und Angreifer ist - diese nicht in der ausgiebigsten Weise zu Worte kommen sollen? Da eine weitere Erörterung dieser Dinge wünschenswert ist, so möchte ich Sie bitten, nicht den unmÖglichen Antrag auf Schluss der Debatte zu stellen. Was ich eben sagte, betrifft auch den Antrag, den ich schriftlich erhalte und den ich noch zur Verlesung bringen mussm Im Namen der Zweige Hamburg und Bremen stellen die Delegierten dieser Zweige den Antrag, ·nachdem, durch die stattgefundenen Erörterungen, die Sachlage betreffend, die gestellten Anträge genügend geklärt erscheinen, die Diskussion zu schließen, die gestellten Anträge abzulehnen, und dem Vorstande der Sektion insbesondere Herrn Dr. Steiner ihren Dank und ihr Vertrauen durch Erheben von den Sitzen auszusprechen; die Generalversammlung, möge ferner, den Vorstand ermächtigen, ähnliche Anträge in Zukunft innerhalb des Vorstandes zur endgültigen Entscheidung zu bringen, gleichzeitig geeignete Statutenänderungen vorzubereiten, die ähnliche Vorkommnisse für die Zukunft unmöglich machen.· G. F. Schadau, Ul. G. Schröder, Schwester Louise Hesselmann, Albert Dibbern, Leinhas. [Rudolf Steiner:] «Es kommt heute nicht darauf an ein Vertrauensvotum zu erhalten, sondern darauf, dass wir die vorliegenden prinzipiellen Dinge zur Entscheidung bringen. Es handelt sich nicht um den Vorstand, nicht um die Person Doktor Vollraths, nicht um meine Person, sondern um Dinge prinzipieller Art, und da kann man nicht durch Erheben von den Sitzen seine Meinung zum Ausdruck bringen. In so bequemer An dürfen wir heute die Sache nicht erledigen> Der Antrag auf Schluss der Debatte wird abgelehnt. Darauf werden die Anträge Molt, Hamburg, Bremen zurückgezogen, und die Debatte nimmt ihren Fortgang. Pastor Wendt: ·Nor drei Jahren war ich derjenige; der beantragte: Wir wollen vorläufig den Herrn Doktor Vollrath nicht mehr als einen der unsrigen betrachten, deshalb <vorläufig>, weil ich mir damals sagte, der junge Mann kann sich in drei Jahren ja bessern. Er hat das nicht getan, im Gegenteil, er bohrt weiter. Nun ist es aber die höchste Zeit, dass wir diesem Gelichter an den Kragen gehen. Ich bin ein alter Mann heute;  wir haben es aber früher in unserer Studenten-Verbindung oft gehabt, dass wir Füchse durchgeschleppt haben. Wenn die Jungens aber vor einer Mensur kneifen wollten, so flogen sie ohne Gnade hinaus. Das war für uns eine Selbstverständlichkeit. Wenn man aber heute unsere Sache so schlechtmacht, wie es hier geschehen ist, dann sage ich auch heute noch: Hinaus damit. Mit solchen Jungens, mit solchem Gelichter will ich nicht in der Hölle zusammensitzen, geschweige denn im Himmeb Dr. Steiner: «Die Ausdrücke Jungens und so weiter wollen wir vermeiden> Pastor Wendt: «Es liegt doch so, dass jemand in unserer Gesellschaft bleiben will, obgleich er wider die Gesellschaft arbeitet. Wenn wir wider die Wahrheit arbeiten, so haben wir einen Fehler gemacht, das wissen wir. Wenn wir aber noch dazu den Fehler leugnen, dann können wir überhaupt nicht vorwärtskommen. Es ist eine viel zu heilige, viel zu ernste Sache, das Christus-Prinzip in die Welt zu bringen, als dass ich es für berechtigt halten könnte, sie so in der Debatte zu gebrauchen. Ich habe dem Herrn, nachdem ich von diesen Dingen Kenntnis genommen habe, vorhin auch gesagt: Jetzt sind wir geschiedene Leute, jetzt ist es aus mit uns. Wie können Sie solche Sachen in die Welt setzen und uns dazu noch drohen, uns in dieser Weise vor die Öffentlichkeit zu bringen. Lieber Sohn, sagte ich, dazu gehört noch etwas anderes. Ich möchte bemerken, dass der beste Ausweg aus dieser Sache - damit wir sie nicht alle Jahre haben - der zu sein scheint, dass wir uns durch Annahme des folgenden Antrages für die Zukunft schützen: Ausgeschlossen ist jedes Mitglied, das gegen den Geist der Theosophischen Gesellschaft nach dem Urteil der Generalversammlung verstoßen hat. Wenn es nötig wäre, könnte ich Ihnen den Ernst der Sache noch weiter darlegen. Es ist eine alte Sache: 'Wer nicht ausschließt, schließt auch nicht ein. Wir müssen aber unter den obwaltenden Umständen unsere Arbeit schützen und wahren und dürfen nicht etwa auf zwei Schultern Wasser tragen. Wir müssen vielmehr klipp und klar sagen: Mann, du gehÖrst nicht zu unsn Ahner: «Es ist bedauerlich, dass wir uns mit dieser Materie hier beschäftigen müssen, und es handelt sich auch eigentlich nicht darum, bei dieser alten Geschichte in Erwägung zu ziehen, was damals geschehen ist. Ich selbst war damals mit im Vorstande: Als der Antrag auf Ausschluss des Herrn Doktor Vollrath eingebracht worden ist von Frau Wolfram. Ich muss aber offen gestehen, dass mir vorher nicht die geringste In formation über die Angelegenheit zugegangen ist. Ich stand einfach vor einer ganz dunklen Geschichte und war in der Tat höchst erstaunt, diesen Antrag von Frau Wolfram zu hören. Ich habe damals in der Vorstandssitzung weiter nichts in der Sache erblicken können als persönliche Angelegenheiten zwischen diesen beiden Persönlichkeiten. Und aus diesem Grunde habe ich mir gesagt: Aus persÖnlichen Missverständnissen heraus kann man niemanden aus der Theosophischen Gesellschaft ausschließen. Doktor VoIlrath hat auch nie Gelegenheit gehabt, sich zu verteidigen. Er ist nicht zur Vorstandssitzung aufgefordert worden, er hat nicht Gelegenheit gehabt, den Vorstandsmitgliedern Material zu unterbreiten, dass sie hätten Einsicht in die Dinge bekommen können. Es ist lediglich Frau Wolfram gehört worden. <Aber eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man muss sie [billig] hören bccdc.> Das ist, wie ich glaube, ein alter deutscher Spruch, der auch heute noch Geltung hat unter gerechtigkeitsliebenden Menschen. Ich muss hier auch gestehen, dass ich durchaus nicht etwa persönlich für Doktor Vollrath einzutreten gedenke oder irgendwie die Absicht habe, mich persönlich in Gegensatz zu irgendwelchem Vorstandsmitgliede zu stellen. Für mich gelten Personen in dieser Angelegenheit gar nichts. Mir sind in dieser Angelegenheit Personen eine Null. Nur in den Leuten, in denen die Person die Oberhand hat, in denen die Person alles sein will, kann das Persönliche Geltung haben, denn Sie wissen ja, vor Gott hat die Person keinen Wert. Ich sage also: Persönlich halte ich diese Angelegenheit für nichtig. Ich würde den Antrag fallen lassen, wenn mein Vorschlag angenommen würde. Lassen Sie den Geist christlicher Nächstenliebe walten und lassen Doktor Vollrath Sektions-Mitglied sein. Dann ist alles gut. Würde er da schaden können? Nein. Wenn Sie das meinen, dann prüfen Sie aber auch die 2000 Mitglieder der Gesellschaft, prüfen Sie die Herzen, fangen Sie an mit dem Prinzipe der Sozialdemokratie: Wer nicht pariert, der fliegt. Tun Sie, was Sie wollen, ich muss aber sagen: Es ist heute ein entscheidender Tag für die Theosophische Gesellschaft. Annie Besant würde, wenn sie hier wäre, sicherlich zum Frieden sprechen, und auch der alte Doktor Hiibbe-Schleiden, der jetzt an achtzig Jahre alt ist, unterstützt den Antrag. Die Eingabe, die gemacht ist von Doktor Vollrath, die negiere ich vollständig. Wir haben das nicht geschrieben und brauchen es nicht zu vertreten. Aber ich sage: Urteilen Sie nicht nach dem irdischen Verstande, sondern greifen Sie an Ihr Herz,  denken Sie, dass Ihr Intellekt etwas Vergängliches ist, und dass wir das Persönliche, welches kein Ansehen hat vor Gott, fallen lassen. Lassen Sie den Christus in Ihnen sprechen. Die Herren Pastoren haben alles recht schön vorgebracht. Aber ich muss gestehen: Es gibt immer wieder Stellen in der Bibel, die man dazu ausnutzen kann, das Gegenteil zu beweisen von dem, was gesagt ist. Ich verstehe das, was vom Geist der Liebe in der Bibel gesagt ist. Ich glaube die Herren Pastoren werden auch das Kapitel des ersten Korinther-Briefes, welches von dem hohen Liede der Liebe handelt, gelesen haben; oder wenn sie es nicht gelesen haben, dann gucken sie es sich einmal an.» Arenson: «Es ist nicht wahr, dass nur Frau Wolfram in dieser Sache zur Sprache gekommen ist, es ist durchaus so gewesen, wie die Dinge im Protokoll geschildert sind. Wir haben Gelegenheit gehabt, die Sache gründlich zu prüfen. Herr Vollrath hat Gelegenheit gehabt, zu sprechen. Ob Herr Ahner sich in die Sache hat hineinleben können, das zu entscheiden, obliegt uns nicht. Wenn er sagt, dass es nicht der Fall war, so glauben wir es ihm sofort. Wir andern aber haben einen vollständigen Einblick in die Sache bekommen und konnten unsern Entschluss fassen> Dr. Steiner: «Es sollte hier eine Gepflogenheit sein, auch in scheinbar unwesentlichen Dingen auf das Wahre hinzuweisen: Doktor HiibbeSchleiden ist nicht an 80, sondern etwa 62 Jahre alt - Herr Günther Wagner verbessert 65 Jahre. Ich bitte das nicht als Pedanterie zu betrachten, wenn ich mit Nachdruck dessen Jugendlichkeit verteidige.» Das Wort hat Herr von Rainer: «VVie der Vorsitzende erwähnt hat, ist die Debatte nicht als eine persönliche, sondern als eine prinzipielle zu betrachten, und ich sehe in dieser ganzen Debatte nicht etwa die Frage zur Entscheidung gestellt, die Personen betrifh sondern die Frage, ob die Verfassung des Vereins in der Art, wie sie ist, weiterhin bestehen bleiben kann, ob sie in der Art, wie sie gemeiniglich bei den Vereinen besteht, auch bei unserer Gesellschaft fernerhin bestehen bleiben kann. Wenn wir das, was heute gesprochen worden ist, und die Art und Weise, wie Anträge gestellt und begründet worden sind, uns vergegenwärtigen, so müssen wir uns sagen: Es ist etwas darin, was charakteristisch ist für unser heutiges Vereins- und öffentliches Leben und was fußt auf missverstandenen allgemeinen Menschenrechten, indem jedem Menschen im Verein oder im öffentlichen Leben das Recht zugestanden werden soll, dass er alles vorbringen kann, was er nur vorbringen will. Es ist das  einfach ein Missbrauch des Wortes. Wir müssen zugestehen, dass schöne Worte gebraucht worden sind zur Unterstützung der Anträge, wir müssen aber auch sagen, dass es nur Worte sind, die in der angedeuteten Art missbraucht wurden. Es handelt sich nicht darum, dass schöne und gute Gründe für den Antrag angeführt worden sind, sondern um etwas anderes, und von diesem anderen sagt jeder der Antragsteller und Verteidiger, dass er damit nichts zu tun haben will. Es handelt sich nämlich um Inhalt und Form der Anträge, die hier eingebracht worden sind. Deshalb müssen wir sagen, dass es mit einem Statut, in der Form, wie es heute ist, nicht weitergehen kann, und daher stelle ich den Antrag: Die zehnte Generalversammlung möge beschließen, dass eine Kommission zur Revision der Statuten im Sinne der von den Herren Bauer und Unger geäußerten Ansichten eingesetzt werde, deren Mitglieder vom Vorstande zu ernennen sind. Wenn Sie diesen Antrag zum Beschluss erheben, dann werden Sie die positive Seite dessen, was heute hier besprochen worden isL unterstützen, dann werden Sie die positive Seite hervorkehren. Sie zeigen dann, dass Sie Vertrauen zu unserm Vorstande haben. Weil wir dieses haben, legen wir es in seine Hände, ein Statut zu verfassen, wie es richtig ist für unsere Gesellschaft. Der Vorstand, wird dann auch einen Ausdruck zu finden vermögen, dass in unserer Versammlung ein Verständnis aufzugehen beginnt für das, was uns als Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft hier geboten wird. Es wird das sein ein mächtiger Impuls, der von uns herausgeboren wird, in welchem der Vorstand eine mächtige Anregung haben wird, und der ihm zugleich das Vertrauen geben muss für seine weitere Arbeit. Wenn einer etwas liest wie dieses Pamphlet, so soll er auf der anderen Seite auch die Möglichkeit haben zu wissen, was zu halten ist von dem, was so über Theosophie und ihre Führer gefaselt wird. Dann werden auch die Worte, die gesprochen worden sind, nicht im Geringsten imstande sein, das Verhältnis zu unserm Führer in irgendeiner Weise zu berühren. Ich empfehle daher diesen Antrag einstimmig anzunehmenn· Der nächste Redner ist Herr Walther: «Es ist heute Morgen von den Unterstützern jenes Schriftstückes, das nun so häufig schon hat an unser Ohr klingen müssen, vorgebracht worden, dass der Ausschluss Doktor Vollraths zu Unrecht erfolgt sei. Demgegenüber darf ich als Teilnehmer an jener Generalversammlung erklären, dass Doktor Vollrath eben in der Generalversammlung, also öffentlich vor allen Mitgliedern, seine  Einwendungen hat vorbringen dürfen, dass wir alle die Einwendungen gehört haben und auch hören durften die Gründe, die zu seinem Ausschlusse geführt haben, und diese Gründe waren sehr ernster Natur, denn es handelte sich um das Leben eines Teiles unserer Gesellschaft, nämlich des Leipziger Zweiges. Wenn von unserm Vorstande gesagt worden ist, dass unser Leipziger Zweig nicht mehr existieren kann, wenn von einem Mitgliede wie Doktor Vollrath diesem Zweige fortgesetzt Schikanen bereitet werden, dann mussten wir - und zwar auch aus Christenpflicht heraus -, diesem Zweige zu Hilfe kommen. Wir mussten diesen Antrag unterstützen, und wir haben ihn damals auch fast einmütig unterstützt. Es mögen einzelne unter uns gewesen sein, die ihm damals nicht beigestimmt haben, aber die weitaus größte Mehrzahl hat es sicher getan. Heute stehen wir vor einer noch viel gewichtigeren Sache, heute gilt es unseren ganzen Körper zu verteidigen gegen die Angriffe, die von anderer Seite gegen unsere Sektion gesprochen worden sind. Es handelt sich nicht um Persönlichkeiten hier, es handelt sich nicht darum, ob dieser oder jener im Vorstande ist, ob dieser oder jener unter uns lehrL sondern um das, was gelehrt wird. Wir haben als Mitglieder die Pflicht, zu prüfen, was uns an Lehren geboten wird und uns dann nach erfolgter Prüfung zu entscheiden, und da glaube ich, wenn ich für mich spreche, dann ist es nicht aus einer persönlichen Neigung gegenüber meinem Lehrer heraus, sondern aus meiner innersten Erkenntnis heraus, in ganz ähnlicher Weise, wie dies auch von unserm lieben Mitgliede, dem Pfarrer Klein, geschildert wurde, aus einer Erkenntnis heraus, die in schwerer geistiger Arbeit errungen worden ist. Nicht die Person des Führers war es also, die mich zu ihm geführt hat, sondern die Sache. Aus dieser Tatsache heraus, fühle ich mich gedrungen, zu Ihnen zu sprechen und zu sagen: Prüfen Sie die Wahrheiten, die Ihnen hier gegeben werden, vergleichen Sie sie und entscheiden Sie sich dann. Und wenn Sie die Dinge mit all ihrer Gedankenkraft geprüft haben, dann werden Sie finden, wohin Sie Ihren Weg zu nehmen haben, dann werden Sie sich entscheiden nach der Sache, dann werden Sie sehen, dass es gilt hier ein Weisheitsgut zu schützen, das uns geraubt werden soll, indem es in Hände gerät, die unberufen sind. Auf die Gefährlichkeit einer solchen MÖglichkeit wurde ja schon hingewiesen. Darum bitte ich, dass die letzten Anträge, die hier mitgeteilt wurden, zur Diskussion gestellt werden, damit daraufhin ein neues Statut ausgearbeitet werden kann, welches die Möglichkeit bietet,  dieses Weisheitsgut zu schützen. Wenn wir auch ganz allein in unseren theosophischen Gruppen wirken müssten, so wollen wir doch feststehen, weil wir erkannt haben, dass es Weisheit ist aus göttlichen Höhen, die hier infrage steht, und dass wir darauf hinarbeiten müssen, dass wir gleichsam einen Panzer für die Deutsche Sektion schmieden, indem wir ein Statut ausarbeiten, gemäß dessen es nicht mehr mÖglich sein wird, dass Elemente in unsere Gesellschaft hineinkommen oder darin auftreten können, die Bresche legen wollen in das Gebäude, das wir so mühsam gebaut haben. Darum bitte ich zu diesem Antrag Stellung zu nehmen, der Arg dass wir ausarbeiten lassen das Statut von unserm Vorstande, zu dem wir Vertrauen gehabt haben und noch das Vertrauen haben, dass er auch dieses Werk zu unserem Heile durchführen wird> Der nächste Redner ist Architekt [Schmid]: «Den Worten meiner Vorredner oder besser dem Antrage des Herrn von Rainer wäre nur noch das eine hinzuzufügen, (hier unterbricht Herr Krojanker, indem er sagt, dass er sich früher zum Wort gemeldet habe, worauf Herr Dr. Steiner erwidert, dass Herr [Schmid] schon vor ihm auf der Rednerliste stehe), dass nicht gesagt wird, dem Vorstande werde anheimgegeben, eine Kommission zu wählen, sondern dass der Vorstand diese Arbeit selber vollziehen möge. Es liegt mir sehr viel daran, dass der Antrag in dieser Form zur Annahme kommt, weil wir in gewisser Weise damit ausdrücken können, was wir mit der ganzen Sache wollen, nämlich, dass wir unseren Vorstand sowohl bezüglich der Vergangenheit als auch für die Zukunft als vollkommen befähigt und vertrauenswürdig halten, alle derartigen Dinge von sich heraus auszuarbeiten. Damit weisen wir auch darauf hin, was heute Abend schon angeregt worden ist, dass nur der Vorstand derartige Schriftstücke in seiner Mitte verarbeiten möge. Im Hinblick auf den neuen Antrag des Herrn von Rainer, wird es indessen nicht von Bedeutung sein, das aufrechtzuerhalten. Ich bitte aber dadurch ein Vertrauensvotum auszusprechen - obgleich wir es gar nicht nötig hätten -, dass wir den Vorstand für genügend halten, diese Satzungsänderungen selbst vorzunehmen> Das Wort hat Frau Dr. Vollrath: «Es ist so viel hin und her geredet worden, dass ich nun doch noch etwas sagen muss. Vor allen Dingen ist Doktor Vollrath der Vorwurf gemacht worden - und es werden ihm geradezu schlechte Motive untergeschoben -, dass er Doktor Steiners Ruf schädigen wolle. Ich fühle mich kompetent, sagen zu können, dass  dem nicht so ist. Doktor Vollrath würde in keiner An und Weise diese Eingabe gemacht haben, wenn er nicht wiederholt aus der Leipziger Loge von Mitgliedern, die zu uns gekommen sind, gehört hätte, dass von Frau Wolfram in ihren Kursen behauptet werde, dass sich Doktor Vollrath des Diebstahls an geistigem Eigentum schuldig gemacht habe, indem er aus Vorträgen Doktor Steiners Sachen zusammenstelle und sie dann veröffentliche. Doktor Vollrath war darüber sehr aufgebracht. Ich habe ihm seinerzeit gesagt: Es nützt nichts, hier die ganze Ausschlussaffäre wieder aufzurütteln. Er sagte aber: Nein, das muss sein, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen; denn, erstens kommen in meiner Zeitschrift <Thcosophie' nur Übersetzungen heraus, und zweitens fällt es mir gar nicht ein, Doktor Steiner in irgendeiner Art zu interpretieren. Es kommt mir nur darauf an, dass in irgendeiner Weise die Sache totgeschlagen werde. Wie die Sache stand, und was an den ihm gewordenen Mitteilungen Wahres war, darüber war sich Doktor Vollrath nicht klar. Aber auch die damalige Versammlung hat nur zum kleinsten Teile gewusst, dass Frau Wolfram ein gutes Motiv bei ihrem Vorgehen gegen Doktor Vollrath nicht gehabt hat. Dass sie das nicht gehabt hat, geht schon daraus hervor, dass sie mich in einer Weise empfing, als ich sie infolge ihrer Einladung besuchte, die nicht mehr als theosophisch zu bezeichnen ist. Sie empfing mich mit den Worten: &Vissen Sie schon das Neueste? Doktor Vollrath ist verrückt» Das war mir, die ich Doktor Vollrath seit zehn Jahren kenne, sehr schmerzlich, und ich meine, wenn irgendjemand wirklich etwas hat oder seine Nerven etwas herunter sind, so sollte man deswegen in einer Theosophischen Gesellschaft keine Gedanken dieser Art ausbreiten, weil man als Theosoph doch wissen muss, dass auch solche Dinge auf die Menschen wirken. Da kann es dann allerdings vorkommen, dass ein Mensch verrückt wird, nicht aber etwa durch Krankheit, sondern durch die schlechten Gedanken der ändern. Ich bin überzeugt, dass alle die Personen, die ihre Hand hier im Spiele haben, sich ein schweres Karma schufen. Ich möchte also hier nur sagen, dass Doktor Vollrath unrichtige Motive untergeschoben werden. Man bedenke doch das eine: Man verbreitet doch nicht theosophische Schriften, wenn man die Theosophische Gesellschaft schädigen will. Wir haben bei unserer Arbeit so und so viele tausend Mark zugesetzg und wir setzen täglich noch zu; wir haben noch gar nichts verdient. Doktor Vollrath ist aber auch anders veranlagt als die ändern. Er will sich nicht an die Rockschöße  von Doktor Steiner hängen, er will sich nicht führen lassen. Ich meine, deshalb hätte man ihn aber doch noch als Mitglied betrachten können. Dann hätte man ihm auch damals sagen können: Lassen Sie doch die Sache, setzen Sie diese Dinge doch nicht in die Welt. - Doktor Vollrath ist eine eigenartige Natur, die immer das Gegenteil tut von dem, was der andere will, wenn man ihm nicht reinen Wein einschenkt und alles offen sagt. 'Wenn man ihm aber gesagt hätte, lasse das, das nützt nichts, höre doch auf damit, und hätte ihm die Gründe dafür auseinandergesetzt, dann wäre ihm wohl beizukommen gewesen. Ich bin überzeugt davon. In einem so großen Werke, wie unsere Bewegung es ist, sollte niemand erwarten, dass alle seine Gefährten ihm gleichwertig sind, gleich intuitiv, gleich mutig und so weiter. Nun ist aber der erste Schritt des Weges, dass man schonungsvoll ist gegenüber Personen von höchst ungleichem Charakter und ungleichen Eigenschaften und so weiter. Ein Zeichen von Rückschritt wäre es, von dem ändern zu erwarten, dass er liebe, was man selber liebt, handle, wie man selber handelt, und Mahatma Kuthumi sagt: Solange man noch keinen vollkommenen Gerechtigkeitssinn entwickelt hat, sollte man lieber Mitleid walten lassen, als das geringste Unrecht begehen> Das Wort hat Herr Krojanker: «Selbst in einem politischen Verein ist es nicht Sitte, dass man die Gegner so persönlich angreift, wie es hier der Fall gewesen ist. Wenn bedauert worden ist, dass eine Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft gezwungen wurde, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen und sich mit ihnen abzufinden, so muss ich die Schuld von den Antragstellern durchaus abwälzen. Wir haben es Ihnen anheimgegeben, einfach eine Kommission zu wählen. Es brauchten hier die Einzelheiten nicht breitgetreten zu werden; und trotz dieser Breittreterei brauchen Sie doch noch nicht unterrichtet zu sein. Um genügend unterrichtet zu sein, müsste eine solche Kommission gewählt werden. Warum fühlt sich denn der Vorstand persönlich beleidigt? Dadurch, dass eine solche Kommission gewählt werden soll? Sehen Sie doch einmal in der Welt herum, und betrachten Sie sich die Sache im Vergleich zu einem Gericht draußen. Natürlich nimmt man doch als selbstverständlich an, dass ein Richter sein Urteil nach bestem Wissen und Gewissen abgibt. Kann er aber deshalb böse sein, wenn man eine Sache einem ändern Richterkollegium zur nochmaligen Beurteilung überweist? Nein, denn es kann ja der Fall sein, dass der erste Richter die ses oder jenes gar nicht gesehen hat. Dass man diesen Wunsch so angreift, ist mir sehr merkwürdig. Es handelt sich doch gar nicht darum, Doktor Steiner zu nahezutreten, es handelt sich doch gar nicht darum, der Theosophischen Gesellschaft zu nahezutreten. Es muss doch ein Unterschied gemacht werden zwischen der Theosophie und einer Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft. Die ist doch dazu da, weltliche Dinge zu behandeln. Wenn Sie das nicht wollen, dann schaffen Sie die Generalversammlung doch ab. Wenn man eine Generalversammlung ansetzt, dann nimmt man doch an, dass darin auch verhandelt werden soll, und das, was hier vorgebracht wurde, sind doch Dinge, die im Rahmen einer Theosophischen Gesellschaft durchaus möglich sind. Deshalb aber darf man doch nicht einfach diejenigen, welche einmal gegen den Strom schwimmen, so herunterreißen, wie das hier geschehen ist. Niemand hat das Recht, zu beurteilen, wie sehr ich Theosoph bin oder nicht, niemand kann beurteilen, wie ich der Theosophischen Gesellschaft nützen kann oder nicht. Hier haben Sie soeben Frau Vollrath gehört und sie hat unendlich schonend gesprochen. Verweisen Sie die Angelegenheit aus der Gesellschaft heraus, so bleibt dieselbe als solche doch bestehen, und besonders dürfte die Affäre Vollrath-Wolfram noch nicht beendigt sein. Weshalb sind auch die persönlichen Anfeindungen gegen uns gerichtet worden? Sind unsere Namen unter dem Antrage von Doktor Vollrath oder unter unserm eigenen Antrage? Hat dieser vielleicht etwas Ehrenrühriges? Verstößt er gegen das Wesen der Theosophischen Gesellschaft? Nein, alles, was darinnen steht, kann bestehen und ist sachlich begründet. Wollen Sie unsern Antrag nicht annehmen, dann wird eben die Sache nicht vor die Kommission kommen. Die persönlichen Angriffe, die sollten aber unterbleiben können> Dr. Steiner: «In gewisser Beziehung liegt - und deshalb muss ich hier einige Worte sagen - ein versteckter Angriff auf die Geschäftsführung des Tages in dem, was Herr Krojanker sagt, da er hier zum zweiten Male tadelt, dass diese Dinge in so breiter Weise behandelt werden. Darin steckt ein versteckter Angriff gegen die Geschäftsführung, ebenso wie auch darin, dass Herr Krojanker gesagt hat, dass die ganze Broschüre nicht vorgelesen zu werden brauchte. Es ist hier ein Antrag gestellt, den Ihnen vorzulegen ich die Verantwortung nicht hätte übernehmen können, wenn nicht zu gleicher Zeit die Unterlagen geschaffen worden wären, durch die Sie sich bis zu einem gewissen Grade doch ein durchgreifendes Ur teil schaffen konnten. Ich möchte Sie doch fragen, ob in Bezug auf die Urteilfindung bei diesem Antrage nicht doch einiges von dem, worauf der Antrag fußte, wirklich zu Gemüte zu führen war. Sie mussten doch wissen, warum Sie einer Kommission von sieben Mitgliedern zustimmen sollen. Zur Urteilsfindung waren gewisse Unterlagen nötig, und ich muss gestehen, dass ich von diesem rein geschäftsmäßigen Standpunkte, den ich vorläufig einhalten werde, nicht erkenne, wie man auf der einen Seite über den gestellten Antrag einen Beschluss fassen soll, und wie auf der ändern Seite nicht das geschehen soll, was den Einzelnen befähigen kann, die richtige Stellung gegenüber der Sache und das richtige Urteil zu finden. Das andere würde heißen: Wir stellen den Antrag, nehmt ihn unter allen Umständen an. Ich möchte hier nur fragen, was die Herren Antragsteller sagen würden, wenn der Antrag pauschaliter abgelehnt worden wäre? Die Antragsteller sollten das weiteste Entgegenkommen darin sehen, dass wir uns den ganzen Tag damit beschäftigt haben, damit uns alle Unterlagen bekannt würden, die dazu dienen können, ein richtiges Urteil zu bilden. Zu unserm Vergnügen haben wir die Sache nicht breitgetreten, und es ist gut, dass damit die Möglichkeit, eine doppelte Sprache in der Welt zu führen, aus der Welt geschafft wird. Denn auf der einen Seite hieße es, in der Theosophischen Gesellschaft herrscht nichts als Autoritätsglaube, und man kennt darin nichts anderes, als das nachzusprechen, was von gewissen Stellen aus gesagt wird. Wenn aber dann von gewissen Stellen aus in entsprechender Weise an die Mitglieder appelliert wird, eine Sache wirklich zu Ende zu führen, dann heißt es auf der anderen Seite: Warum kürzt man die Debatte nicht ab und liest uns erst die nötigen Unterlagen zur Urteilsfindung vor. Dies nur gegen die versteckten Vorwürfe gegenüber der Geschäftsführung. Mittlerweile ist es sechs Uhr geworden. Eingezeichnet in die Rednerliste sind noch: Herr Tessmar und Frau Wolfram. Ich bedaure sehr, dass wegen der Einrichtungen des Architektenhauses keine andere Tageseinteilung möglich war. Ich bitte Sie daher, sich jetzt über die Sachen draußen herzumachen und sich, wenn alles aufgezehrt ist, zu einem Beisammensein hier wieder zusammenzufinden. Zwei Möglichkeiten liegen da vor: Die eine ist die, dass wir die angesetzten künstlerischen Darbietungen entgegennehmen, die andere die, dass wir schon heute die Debatte, die wir begonnen haben, fortsetzen und den geselligen Abend auf den morgigen Tag verlegen. In diesem letzteren Falle würden wir um acht Uhr die unterbrochene  Debatte fortsetzen können. Im anderen Falle würde die Fortsetzung der Debatte morgen früh um zehn Uhr erfolgen müssen. Ich bitte Sie, da wir jetzt über die Tageszeit der Versammlung abstimmen, sich als Urversammlung zu betrachtenn Die Versammlung entschloss sich für die Fortsetzung der Debatte um acht Uhr. Fortsetzung um acht Uhr abends: Frau Wolfram will feststellen, dass sie niemals irgendetwas gesagt habe, das Herrn Dr. Vollrath hätte schädigen können. Sie habe nur auf Fragen wahrheitsgemäß geantwortet. Diese Antworten seien durch Logenklatsch kolportiert worden, wovon sie selbst nichts gewusst habe. Erst auf der Generalversammlung der Leipziger Loge habe sie davon erfahren. Die Behauptung, sie habe Dr. Vollrath des geistigen Diebstahls beschuldigt, sei gegenstandslos, da Dr. Vollrath selbst nicht Autor sei. Außerdem wendet sich Frau Wolfram gegen die Drohung des Herrn Krojanker, dass die ganze Sache außerhalb der Gesellschaft eine Fortsetzung haben würde, wenn innerhalb der Gesellschaft alle Anträge abgewiesen würden, indem sie mitteilt, dass sie längst bereit sei, sich einer Eventualität gegenübergestellt zu sehen, wie sie hier gemeint zu sein scheint. Frau Wolfram betont noch, dass sie dem Verlage NVahres Leben> eine Auskunft, die verlangt worden war über Herrn Dr. Vollrath, versagt habe. Frau Dr. Vollrath gibt die Möglichkeit eines Logenklatsches zu. Sie habe geglaubt, was ihr überbracht worden sei. Außerdem teilt sie für Herrn Krojanker, der nicht anwesend ist, mit, dass ihm gegenüber ein Missverständnis vorliege, da er geglaubt habe, dass erst der zu wählenden Kommission, nicht der Generalversammlung, die Broschüre vorgelegt werden solle. Herr Dr. Steiner: «Sie verzeihen, dass ich an dieser Stelle in die Debatte mit einigen Bemerkungen eingreife, die notwendig sind. Ich möchte in Form von ein paar Fragen dasjenige sagen, was ich gerne in diesem Augenblicke sagen würde. Es bleibt selbstverständlich durchaus Frau Doktor Vollrath überlassen, die Antwort zu geben oder nicht zu geben. Frau Doktor VoIlrath hat in einer, wie ich sehr gerne gestehe, äußerst sympathischen Weise Verschiedenes auseinandergesetzt, was mir nach zwei Richtungen hin wichtig ist. Auf der einen Seite erfahren wir dadurch  in einer bestimmten Art etwas darijbeg worüber Herr Doktor Vollrath sich eigentlich beklagt; denn aus dem Schriftstück konnten wir das nicht finden. Auf der anderen Seite ist mir das Gesagte deshalb interessant, weil wir daraus ersehen können, wie der Gang der Verhandlung in jener Kommission sich bewerkstelligen würde. Man würde immer neue Dinge anführen, und man käme niemals an ein Ende. So lassen Sie mich die Frage stellen, und ich bitte Frau Doktor Vollrath mir zu antworten. Frau Doktor Vollrath hat ausgeführt, ihr Mann beklage sich, dass man ihm vorgeworfen habe, er hätte irgendwelche Dinge, die aus meinen Büchern oder aus meinen Vorträgen stammen, veröffentlicht. Ich möchte nun bemerken, dass ich selber derartiges niemals oder höchstens ironisch besprochen habe. Ich müsste in meiner nicht nur theosophischen, sondern auch vortheosophischen Zeit wirklich recht weit zurückgehen, wenn ich alles als eine Plagierung auffassen würde, was aus meinen Ideen von andern genommen worden ist. Ernstlich würde ich mich nur in dem Falle dagegen wenden, wenn es zu Irrtümern führen könnte. Zu einem Irrtum hat es ja hier tatsächlich nicht geführt. Innerhalb gewisser Grenzen betrachte ich dasjenige, was geistig hervorgebracht wird, als ein Gut, das dazu in die Welt gebracht wird, damit es verbreitet wird. Es ist aber heute gesagt worden, was eben in jener Broschüre nicht steht, dass sich Herr Doktor Vollrath durch diesen Vorwurf getroffen fühlte; warum hat Herr Vollrath diese Sache nicht in seine Broschüre hineingeschrieben, sondern zum Beispiel die Sache mit Leadbeater, von der objektiv gerade das Umgekehrte richtig ist? Es ist nicht einerlei, dass, während tatsächlich alte Mitglieder über Leadbeater so gesprochen haben, als ob man ihn mit den Stiefelabsätzen herausstoßen müsse, ich ihn damals verteidigt habe. Wenn Herr Vollrath sich durch das von Frau Doktor Vollrath Vorgebrachte angegriffen fühlt, warum schreibt er nicht dieses, sondern etwas, was nicht richtig ist. Es ist nicht einerlei, ob durch die Doktor Vollrath'sche Broschüre, wenn sie etwa nach Adyar geschickt wird, ein sonderbares Bild hervorgerufen wird, wenn die Leute da vernehmen, dass ich Leadbeater angegriffen und nicht verteidigt hätte. Nun stelle ich die Frage: Warum sagt Herr Doktor Vollrath nicht dasjenige, worüber er sich wirklich zu beschweren hat, dafür aber etwas, was objektiv nicht richtig ist? Ich möchte doch schon jetzt auch bemerken, dass es recht sonderbar von uns wäre, wenn wir uns durch Drohungen einschüchtern und  beeinflussen ließen. Es wäre von Bedeutung und für mich sehr wichtig, wenn alles vorgebracht würde, was man vorbringen kann. Wir wollen nach keiner Richtung hin geschont werden. Wir wollen lediglich der Wahrheit auf den Grund kommen. Dass also gesagt werden konnte, dass etwas geschehen würde, wenn wir der Minorität nicht den Willen tun, das ist, wie ich gestehen muss, eine sonderbare Art, eine Debatte zu führen. Bitte, Frau Doktor Vollrath, fassen Sie dies nicht auf in einer anderen Weise, als dass ich bemüht bin, die Sache so objektiv als möglich zu führen. Es wäre wirklich ein Leichtes, noch mancherlei vorzubringen, aber ich will darauf verzichten. Selbstverständlich ist es nicht meine Meinung, dass wir Sie in irgendeiner Weise zwingen wollen zu antworten. Es braucht dies natürlich auch nicht sogleich zu geschehen> Frau Dr. Vollrath: Ach kenne die näheren Gründe nicht, die Herrn Doktor Vollrath veranlassten, dies zu schreiben. Der Anstoß ist, dass er von Neuem angegriffen worden ist. Deshalb wollte er die früheren Vorgänge darstellen.» Herr Dr. Steiner: «Hat noch jemand etwas zu sagen, was beitragen könnte zur Urteilsbildung über die gestellten Anträgeb Herr Pfarrer Klein: Ach möchte fragen, inwiefern Herr Doktor Vollrath in der letzten Zeit von Mitgliedern belästigt und angegriffen worden isg und worin die Kränkungen, die ihm zugefügt worden sein sollen, bestehen ?» Frau Dr. Vollrath: «Es ist immer nur von der Leipziger Loge gesprochen worden. Herr Doktor Vollrath sagt: Weil ihm das Messer an die Kehle gesetzt worden sei, deshalb wäre er aggressiv geworden. Er habe sich wehren müssen. Könnte ich jetzt wohl noch einen Antrag stellen? Ist es denn nicht möglich, vor einer Kommission oder vor dem Vorstand Herrn Doktor Vollrath einmal zu hören, damit er sich verteidigen kann? Man möge gestatten, dass eine Aussprache herbeigeführt werde. Wenn es möglich ist, dann stelle ich diesen Antrag; dies ist das Einzige, was ich tun möchte> Herr Dr. Steiner: «Ich bemerke, dass nach den Vorgängen, die sich zugetragen haben, ich persönlich darüber das Folgende zu sagen habe. Ich bitte dies aber als meine eigene persönliche Meinung aufzufassen. Ich fasse die ganze Sache so auf, dass ich nicht finde, dass man es in diesem Falle als eine Verurteilung ansehen müsse, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Es handelt sich nicht darum, jemandem abzusprechen,  dass er in der Gesellschaft sein kann; es handelt sich darum, dass es sich zeigte, dass Herr Doktor Vollrath mit seiner Anschauung in Kollision mit derjenigen der Gesellschaft stand. Das ist nichts Ehrenrühriges. Ich bat damals selbst darum, die Maßnahme zu mildern, und Herrn Doktor Vollrath nicht auszuschließen, sondern ihn nicht mehr als Mitglied der Gesellschaft zu betrachten. Das besagt klar, um was es sich handelt. Damit ist nur gesagt, dass wir nicht mit ihm zusammenarbeiten können. Es war höchst sachlich gemeint, dass ich diese Bitte an den Vorstand damals stellte. Ich möchte bemerken, dass ich selbstverständlich geneigt bin, Herrn Doktor Vollrath zu hören, dass dann aber jedes Wort absolut festgestellt werden müsste. Bedenken Sie, dass Doktor Vollrath ja aus den Pariser Versammlungen genau das Gegenteil dargestellt hat von dem, was tatsächlich geschehen ist. Ich würde eine Unterredung für fruchtlos halten, wenn nicht jedes Wort genau fixiert würde. Außerdem müssten Sie selber, Frau Doktor Vollrath, da Sie die Antragstellerin sind, bei einer solchen Unterredung dabei sein. Die Sache als solche halte ich für gänzlich fruchtlos, aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass sie deshalb nicht zu unterbleiben brauchte, denn sie könnte ja die Frucht haben, dass diese Fruchtlosigkeit konstatiert würde. Ich möchte noch eine Zwischenbemerkung machen. Nach dem einen Antrag sind nur diejenigen in die Kommission zu wählen, die damals nicht mitgestimmt haben. Ich habe nicht mitgestimmt. Ich muss das von Frau Doktor Vollrath Vorgebrachte selbstverständlich nun als einen Antrag behandeln. Der Vorstand wird sich dazu zu äußern haben. Das ist aber sofort nicht möglich, er müsste sich erst darüber verständigen.» Herr Pfarrer Klein: «kh bitte, den Antrag abzulehnen, da ich eine Verständigung für ausgeschlossen halte nach dem, was wir aus dem Pamphlet heute gehört haben> Frau Dr. Vollrath: ·Dariiber ist Herr Doktor Steiner doch wohl erhaben. Es soll doch Herrn Doktor Vollrath nur die Gelegenheit gegeben werden, etwas wiedergutzumachen> Herr Pfarrer Klein: AVenn auch Herr Doktor Steiner selbstverständlich darüber erhaben ist, so sind wir aber nicht darüber erhaben. Wir müssen unseren Führer schijtzen.» Herr Dr. Steiner: «Es wäre nun doch wirklich recht gut, wenn wir die Dinge nicht auf die persönliche Note legen würden. Es liegt hier doch die  Möglichkeit vor, recht leicht abzutrennen die Person von der Sache. Wir würden in einer ganz falschen Beleuchtung die Sache angesehen haben, wenn bei irgendjemandem die Meinung zurückbleiben könnte, dass hier persönliche Angelegenheiten verhandelt worden wären. Was geht uns Frau Wolfram und Herr Doktor Vollrath, was geht uns Doktor Steiner an? Es kÖnnten ja drei ganz beliebige Personen sein. Nehmen Sie doch einmal Bezeichnungen, Signaturen zum Beispiel A, B und C. B betreffe als Signatur eine Dame, es ist gleichgültig ob das Frau Wolfram ist oder eine andere. Über diese Dame ist etwas geschrieben. Es kommt nicht darauf an, dass das von Herrn Doktor Vollruh geschrieben ist. Ich frage Sie jetzt ganz sachlich, ohne Ansehen der Person, was derjenige, der Empfindung im Leibe hat, der die Dinge so nimmt, wie sie vor unsere Ohren getreten sind, was der denkt über die moralische Qualität dieses Satzes: <Mir war die Quelle bekannt, woher Frau Wolfram das Geld für die Ausbildung ihrer beiden Kinder nahm; sie hatte damals zwei. Das war ihr sehr peinlich, und sie fürchtete sich vor meiner Mitwisserschaft, das erklärt teilweise die kühne Anstrengung, mich unschädlich zu machen.2 Es liegt also die Tatsache vor, dass der Antrag gestellt wird: Es soll eine Persönlichkeit in die Gesellschaft wieder eingeführt werden, die einen solchen Satz geschrieben hat. Man kann annehmen, es läge gar nichts anderes vor als dieser Satz. Ich frage Sie nun, ob es möglich ist, dass jemand diesen Satz schreibt und innerhalb unserer Gesellschaft ist. Wenn irgendeiner der Meinung ist, dass es jemanden geben sollte, der innerhalb unserer Gesellschaft einen solchen Satz über eine Dame schreiben darf, demgegenüber gibt es zweierlei: Entweder es ist etwas daran wahr - und dann wäre überhaupt nichts darüber zu sagen -, ... oder dieser Satz ist, vielleicht unüberlegt, hingeschrieben. Ich frage Sie nun: Darf ein Theosoph auch nur unüberlegt so etwas hinschreiben? Soll denn bloß immer von Liebe und dergleichen gesprochen werden? Soll nicht einmal gefragt werden, ob derjenige, der unserer Gesellschaft angehört, diese Liebe zu entfalten fähig ist, wenn er in der Lage ist, diesen Satz zu schreiben. Ob es angeht, dass in einer Theosophischen Gesellschaft ein solcher Satz geschrieben wird? Ich würde es als ein großes Unglück betrachten, wenn ein solcher Satz vom Himmel fallen und hier hereinregnen könnte. Es handelt sich in unserem Fall darum, dass man eine Sache auch liest, dass sie als Ausfluss irgendeiner menschlichen Manifestation genommen wer de. Ich bitte zu beachten, dass die Verletzung der Empfindung, die mit diesem Satze gegeben ist, geradezu eine ungeheuerliche ist, sodass ich nicht verstehe, wie man überhaupt vom menschlichen Standpunkte aus dazu kommen kann, eine solche Sache zu verteidigen. Es handelt sich hier wirklich nicht bloß darum, dass dies hier steht, sondern darum, dass es überhaupt mÖglich ist, einen solchen Satz zu schreiben. Das würde ja auch in der bürgerlichen Gesellschaft als eine schwere Ehrenbeleidigung angesehen werden. Das sind Dinge, die als Empfindungsnuancen in Betracht kommen. Sehen Sie ganz ab von allem Übrigen, und bedenken Sie, ob es möglich ist, dass ein solcher Satz in einer Broschüre stehe, die in Verbindung stünde mit unserer Gesellschaft. Es handelt sich heute nicht darum, über irgendjemanden zu Gericht zu sitzen. Es handelt sich nicht darum, dass diese Dinge in die Luft gesprochen werden, sondern darum, dass wir uns klar werden darüber, dass in der Theosophie die Hauptsache auf das Fühlen und die Empfindung ankommt. Da haben wir ja doch einen Maßstab, den wir anlegen können. Deshalb meine ich, es ist wirklich notwendig, dass wir die Sache von diesem sachlichen Gesichtspunkte aus betrachten. Es ist eine fruchtlose Arbeit, sich verständigen zu wollen mit jemandem, der eine andere Sprache führt. Es ist kein Boden der Verständigung da. Es ist wirklich so, wie wenn man deutsch hinreden würde, und die Antwort chinesisch zurückgegeben würde. Anhören könnten wir Herrn Doktor Vollrath schon, aber herauskommen würde nichts dabei. Das Karmagesetz ist nun doch einmal Gesetz; man muss doch eintreten für dasjenige, was man getan hat. Man kann nicht heute einen solchen Satz in die Welt setzen und sich morgen entschuldigen dafür. Deshalb ist jener Brief von Herrn Doktor Vollrath Ihnen ja vorgelesen worden. Das bitte ich Sie als meine persönliche Meinung zu betrachten. Ich hätte sie nicht vorgebracht, wenn ich nicht gefunden hätte, dass dies nicht genug in Betracht gezogen worden ist. Abgesehen von allem Übrigen, betrachten Sie bitte das, was hier in die Welt gesetzt worden ist als ein objektives Schriftstück; dann ist es eine Unterlage für die Urteilsfindung zum Antrage von Frau Doktor Vollrath. Derselbe kann jetzt sofort nicht erledigt werden. Er muss erst im Vorstande beraten werden.» Herr Pfarrer Klein: «Die Generalversammlung kann aber wünschen, dass der Vorstand nicht darüber abstimmtm Herr Dr. Steiner: «Der Vorstand kann aber doch noch Herrn Doktor Vollruh anhören, wenn ihm dies gut diinkt.»  Herr Tessmar: «Nicht als Vorstandsmitglied könnte ich hier sprechen, denn ich habe kein Mandat dazu. Aber ich möchte meine persönliche Meinung sagen. Ich habe ein sympathisches Gefühl für die Art und Weise, wie Frau Doktor Vollrath gesprochen hat, aber ich halte eine Aussprache mit Doktor Vollrath für vollkommen fruchtlos. Was soll denn in dieser Sache noch gesprochen werden. Herr Krojanker hat von Instanzen gesprochen. In der äußeren Welt kann im Deutschen Reich das Reichsgericht als letzte Instanz entscheiden, weiter geht es nicht. Ein ganz Ähnliches ist ja aber hier geschehen. Die Generalversammlung hat als letzte Instanz damals den Beschluss des Vorstandes sanktioniert. Damit ist doch etwas getan worden. Dann hat Herr Ahner gesagt, er sei damals im Vorstande gewesen und hätte keine Ahnung gehabt von dem, was Doktor Vollrath vorgeworfen worden sei. Das ist aber gar nicht wahr. Man kann so einen Beschluss doch gar nicht fassen, wenn man nicht etwas hat, woran man ihn fassen kann. Wenn Herr Doktor Vollrath einmal sagt, Herr Doktor Steiner trete für Mazdaznan ein, und wir wundern uns alle sehr, und es kommt heraus, dass Herr Doktor Steiner von Ahura Mazdao gesprochen hat, dann hört doch einfach alles auf. Es gibt doch Dinge, die unmöglich sind. Wenn die gegnerische Seite das nicht versteht, so ist es ihr nicht mit Worten zu erklären. Wer das Gefühl nicht hat, dass es dann aus sein muss, dem ist nicht beizukommen. Was würde denn kommen, wenn wir sagen würden: Nun, hier ist die Bruderhand, kommen Sie Herr Vollrath!2 Dann hätten wir morgen doch dieselbe Geschichte. Die Antragsteller haben nicht das Vertrauen zum Vorstand. Ich persönlich habe kein Vertrauen zu Herrn Doktor Vollrath. Würde Herr Vollrath wieder aufgenommen, so würde gesagt werden: Seht Ihr, der Vorstand hatte unrecht! Zweitens aber liegt ja noch die Drohung vor mit dem äußeren Gericht. Das ist eine so gemeine und versteckte Drohung, dass es ganz unmÖglich ist, mit dieser Partei zu verhandeln. Es handelt sich hier um die theosophische Sache, die über unseren Gefühlen steht. Es handelt sich um das theosophische Leben. Heute Morgen ist bei den Reden von Herrn Ahner und Herrn Krojanker von einigen Mitgliedern geklatscht worden. Daraus ersieht man doch, dass das Unglück jetzt schon weitergewirkt hat. Sind Sie Gartenbesitzer, und wollen Sie schöne Erdbeeren haben, dann müssen Sie das Unkraut herauswerfen. Sie müssen die Raupen töten oder Sie bekommen keine Erdbeeren.  Es ist schlimm genug, wenn in diesem Saale, in dem wir schon so viele herrliche Vorträge hören durften, ein solcher Wurm wie ich reden muss. Ich bin nicht Parlamentariei; mir wäre es viel lieber, ich brauchte nicht zu reden. Auch würde ich lieber Frau Doktor Vollrath helfen. Aber es ist doch unmöglich. <Diem perdidi>, diesen Tag haben wir verloren. Es muss irgendeine Tat geschehen, dass das nicht wieder vorkommt. Was uns Herr Doktor Steiner gegeben hat, habe ich in mein Herz fließen lassen; und als vor Jahren schon einmal Herr Krojanker eine Sache vorbrachte, habe ich damals schon gesagt: An der Person ist hier nichts gelegen, sondern an der Sache. Schaffen Sie also die Möglichkeit, dass ein Mensch wie ich hier vor Ihnen nicht mehr zu sprechen braucht.» Herr Dr. Steiner: «Es ist aber nun wirklich notwendig, zur Sache zu kommen. Betrachten Sie also den Antrag als gestellt, dass der Vorstand morgen auf den Antrag von Frau Doktor Vollrath eine Antwort gäbe. Es handelt sich ja nur um ein Ja oder Nein. Der Antrag kann aber in diesem Augenblicke nicht erledigt werden. Der Vorstand muss sich doch schlüssig werden können. Das ist doch eine selbstverständliche Sache. Ich schlage vor, dass Sie mich den Vorstand bitten lassen, dass er morgen sagt entweder Ja oder Nein. Ich kann unmöglich geschäftsordnungsmäßig über die Sache hier abstimmen lassenm Fräulein von Sivers: «Wir könnten ja darüber gleich einig werden. Wir wissen, dass Herr Doktor Vollrath keine wahrhaften Tatsachen vorbringen kann und richtige oft entstellt.» Herr Dr. Steiner: «Es ist geschäftsordnungsmäßig unmöglich, dass der Vorstand jetzt sich über etwas äußere, worüber er sich nur in corpore äußern kann> Es wird der Antrag gestellt, dass der Vorstand sich auf fünf Minuten zurückziehe. Herr Dr. Steiner: «Es wäre natürlich viel geschickter, wenn uns das nicht aufhalten wiirde> Es wird über den Antrag abgestimmt, der Antrag wird abgelehnt. Herr Ahner: Ach möchte noch etwas berichtigen. Herr Tessmar äußerte, dass damals der Vorstand vollständig orientiert gewesen sei, und dass auch ich orientiert gewesen sein müsste. Ich habe aber keine Gelegenheit gehabt, Herrn Doktor Vollrath damals selbst zu hören, da kann ich nicht mit gutem Gewissen abstimmen. Man muss beide Parteien hören. AIs Antwort auf meine Abstimmung wurde ich nicht mehr in den Vorstand gewähltn  Herr Pfarrer Klein beantragt, dass Herr Dr. Vollrath nicht weiter in der Angelegenheit gehört würde. Der Antrag kommt zur Abstimmung und wird angenommen. Herr Dr. Steiner: «VVir kommen nun zu einer Anzahl von Anträgen, die großenteils höchst schwieriger Natur sind. Es liegen vier Anträge vor. Da ist zunächst der Antrag Molt, der eigentlich aus drei Unteranträgen besteht. Der erste Punkt ist: Die zehnte Generalversammlung möge ihre Empörung und Entrüstung zum Ausdruck bringenm Fräulein Stinde: «Es ist hier schon so vieler Entrüstung Ausdruck gegeben worden, dass es nicht nötig wäre, dieselbe nochmals ausdrücklich zu wiederholen> Fräulein Brandt: «Man braucht seiner Entrüstung nicht Ausdruck zu geben, da man ja nur Mitleid mit Herrn Doktor Vollrath haben kannn· Herr Dr. Steiner: «Es wird nötig sein, intensiver zu sagen, was wir zu sagen haben als dadurch, dass wir unserer Empörung und Entrüstung Ausdruck geben. Es ist notwendig, dass wir Dinge tun, die sich weniger gegen eine Persönlichkeit richten. Die Schmähschrift ist nicht zur Beurteilung vorgelesen worden, sondern zur Urteilsfindung> Herr Hubo: Ach möchte Herrn Molt bitten, diesen Teil des Antrages zuriickzuziehenm Herr Molt: «Ich glaube, es hat genügt, dass wir vorhin die Entrüstung konstatieren konnten, und deshalb glaube ich, diesen Punkt zurückziehen zu könnenm Herr Dr. Steiner «'Wir kommen zum zweiten Punkt des Antrages Molt, die Versammlung möge die Anträge Krojanker, Müller, Ahner abkhnen.» Herr Hubo unterstützt diesen Antrag und stellt den Antrag, sofort darüber abzustimmen. Dieser Antrag Hubo wird zur Abstimmung gebracht und angenommen. Der Antrag Molt wird zur Abstimmung gebracht und von der Versammlung mit allen gegen eine Stimme angenommen. Die Anträge Krojanker, Müller, Ahner sind abgelehnt. Herr Dr. Steiner: «YVir kommen zum dritten Punkte des Antrages Molt: <Dic Herren, die durch Unterstützung der Anträge Krojanker, Müller, Ahner gegen den Geist der theosophischen Bewegung verstoßen haben, möchten die Konsequenz ihrer Handlungsweise ziehen, indem sie ihren Austritt aus der Gesellschaft erklären.>»  Herr Ahner: «Wk ich aus diesem Antrage höre, betrachtet man es als untheosophisch, eine andere Meinung zu haben als die Majorität, für untheosophisch, einem bedrängten Bruder zu Hilfe zu kommen, der für die Theosophie nicht wenig getan hat, dessen Tätigkeit volle Anerkennung findet im Hauptquartier in Indien. Er ist von Misses Besam zum Sekretär des Sternes des Ostens ernannt. Wenn Sie die persÖnliche Meinung eines Menschen als Grund angeben, ihn nicht mehr als Bruder anzuerkennen, so steht Ihnen das frei. Für mich ist das kein Grund. Ich stelle mich auf den christlichen Standpunkt. Ich betrachte es als keine Schande, als Verteidiger Doktor Vollraths hier zu stehen. Ich habe schon gesagt, es ist sehr bequem, mit dem Strom zu schwimmen. Aber dem Hilflosen nicht zu helfen, diesen Vorwurf will ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich brauche keine theosophische Versammlung, keine theosophische Gesellschaft, um zur wahren Erkenntnis zu gelangen. Alle spirituelle Entwicklung muss aus sich selbst herauskommen. Pfropfen Sie nur Ihr Gehirn voll mit Dogmen, da geht Ihnen noch lange nicht das Licht auf. Urteilen Sie, wie Sie wollen, für mich ist kein Grund vorhanden, meinen Austritt zu erklären> Herr Dr. Steiner: «Nur ungern soll, weil es sich um die Entscheidung handelt, von mir in die Debatte eingegriffen werden. Ich möchte bemerken, dass der heutige Tag als ein außerordentlich verdienstvoller angesehen werden muss. Damit ist etwas getan, denn das Wichtigste, das geschehen ist, ist, dass eine Anzahl von Persönlichkeiten hier gesprochen hat, sodass wir entgegengesetzte Meinungen hören konnten. Worte sind in gewissem Sinne auch Taten. Lassen Sie mich nun auch meine Meinung vorbringen. Ich sehe absolut keinen Grund ein, dass dieser Punkt des Antrages, der eben verlesen worden ist, angenommen werden sollte. Ich sehe nicht ein, dass durch diesen Punkt etwas anderes erreicht werde als das genaue Gegenteil von dem, was der Antragsteller gerne erreichen möchte. Wir haben den Beweis für meinen Glauben aus der Rede unseres verehrten Freundes Herrn Ahner entnehmen können. Sie bewirken nur durch einen solchen Antrag, dass draußen in der Welt gesagt wird, was eben hier gesagt worden ist: Es wird in der theosophischen Bewegung herausgeworfen derjenige, der einem hilflosen Bruder beisteht. - Ich bitte Sie, diese Worte ein wenig zu prüfen. Wir müssen als Theosophen immer auf dem Boden der Wahrheit stehen. Es handelt sich also darum, ob man ein Recht hat zu sagen: NVir sind einem hilf losen Bruder beigesprungen.> Dieser Satz enthält eine Anklage, in der keine Realität ist, nämlich die, dass die anderen den Hilflosen malträtiert hätten. Hat aber denn in Wahrheit irgendjemand Herrn Vollrath etwas getan? Was ist denn geschehen? Eine Gesellschaft von mehr als 1000 Mitgliedern hat erklärt, sie betrachte Herrn Doktor Vollrath nicht mehr als zu ihr gehÖrig. Dieses ist identisch mit dem, wie wenn ich sage, ich kann mit einem gewissen Menschen in meiner Wohnung nicht verkehren. Es kann natürlich jeder seine Theosophie treiben. Es ist also in Wirklichkeit nichts geschehen, als dass festgestellt worden ist, jeder habe das Recht, zu sagen, er könne mit dem oder jenem nicht zusammenarbeiten. Wenn man diesen dann einen Hilflosen nennt und von sich selbst sagt, man habe ihm beigestanden, so liegt darin eine sehr schwere Anklage. Damals habe ich Herrn Doktor Vollrath ausdrücklich gesagt: NVären Sie Mitglied der Berliner Loge, so läge die Sache ganz anders, es wäre nicht notwendig, dass Sie austreten» Wir hätten ihn verdaut. Wenn nun jemand kommt und sagt, er hätte diesem Hilflosen beigestanden, so ist das eine schwere Anklage, die keine sehr liebevolle Gesinnung bezeugt. Aber sie ist auch objektiv unwahr, ist keine Realität. Denn Herrn Doktor Vollrath ist ja gar nichts geschehen. Man würde die Theosophische Gesellschaft wahrhaftig überschätzen, wenn man sie erklären würde als eine Korporation, in der man unbedingt darinnen sein müsse, um Theosoph zu sein. Ich kann ja auch den Grund haben, mit einem nicht zusammenarbeiten zu können, weil dieser viel zu genial für mich ist. Ich finde es ganz unverständlich, wenn einer kommt und sagt: <Ich will in einer Gesellschaft drinnen sein, die mich gar nicht haben wil1.> Welche Tyrannis käme in die Welt, wenn jeder eine Gesellschaft zwingen könnte, dass sie ihn unbedingt in sich haben müsse. Wenn die Tyrannis so weit gehen könnte, dass jeder in der Lage sein könnte, sich einer Gesellschaft aufzuzwingen, die nicht mit ihm arbeiten will, wo kämen wir hin. Nichts anderes erreichen Sie, wenn Sie diesem dritten Punkt beistimmen, als dass solche Worte wie <Ich stand einem Hilflosen bei, deshalb wurde ich aus der Gesellschaft geworfen> draußen in der Welt gehört würden. Ich glaube, wenn jedes Mitglied sich bewusst ist dessen, was heute zum Ausdruck gebracht worden ist, dass Worte Taten sind, so genügt das. Eine Verständigung ist nicht möglich, wenn Worte gebraucht werden, die objektiv nicht richtig sind.» Herr Molt zieht seinen Antrag zurück.  Ein Antrag des Herrn Pastor Wendt betrifft die Ausscheidung derjenigen Mitglieder, die die Anträge in Sachen Vollrath unterstützten. Herr Dr. Steiner bittet diesen Antrag nicht anzunehmen, da derselbe inhaltlich identisch sei mit dem Antrage Molt, der schon zurückgezogen sei. Herr Pfarrer Klein (reicht eine Resolution ein): Ach möchte bitten, einige sehr dringende Worte von mir anzuhören. Ich lege den allergrößten 'Wert darauf, dass Sie recht ernst diese Resolution überlegen. Es ist nicht möglich, dass von Adyar aus Herr Doktor Vollrath ausgezeichnet wird durch Verleihung besonderer Titel. Es ist nicht möglich, dass das so weitergehe. In Adyar muss doch bekannt sein, was 1908 vor sich gegangen ist. Es ist ganz unverständlich, dass Doktor Vollrath zum Sekretär des Sternordens aus dem Osten ernannt worden ist. Entweder - Oder! Wenn Herr Doktor Vollrath den Generalsekretär in einem solchen Pamphlet derartig beschimpft, und die Generalversammlung sich energisch gegen diese Tatsache erklärt, so ist eine solche Auszeichnung innerlich unmöglich. Hier handelt es sich nicht um christliche Brüderlichkeit, sondern um Klarheit. Christus hat gesagt: Ich bin die Wahrheit. Man soll aber doch in Adyar wissen, wie hier vorgegangen worden ist. Es wird vom Hauptquartier Adyar aus nicht klar gehandelt. Es kann auch nicht geschehen, dass vonseiten des Hauptquartieres aus in derselben Art weitergewirtschaftet wird wie bisher. Ich möchte, dass in Adyar bekannt werde, dass wir nicht gewillt sind, zu dulden, und es als Schädigung unserer Arbeit empfinden, wenn auf diese unklare Weise - milde gesagt - von Adyar aus Herr Doktor Vollrath unterstützt wird. Ich bin mir der Tragweite dieses Schrittes wohl bewusst, aber ich glaube, dass wir heute nur eine halbe Arbeit getan hätten, wenn wir nicht nach Adyar ein Signal geben würden, dass uns das Vertrauen, das man dort Herrn Doktor Vollrath entgegenbrachte, nachdem die Vorgänge von 1908 bekannt waren, in tiefster Seele verletzt hat; dass man mit der Deutschen Sektion nicht alles machen kann, und dass diese mit der Titelverleihung an Herrn Doktor Vollrath nicht einverstanden sein kann.» Herr Dr. Steiner: «Es ist notwendig, da dieser Punkt eine sehr schwerwiegende Sache ist, und ich der Generalsekretär bin, dass ich mich zu dieser Sache äußere. Es handelt sich hier für mich nicht im Allergeringsten Sinne um meine Person. Es kann aber allerdings notwendig sein, dass die Gesellschaft geschützt werden muss, wenn es sich darum handelt,  dass dieser Gesellschaft die Lebensbedingungen abgeschnitten werden, wenn die theosophische Lehre nicht mehr wie bisher verbreitet werden könnte. Bei diesem Punkte können wir noch leichter und bestimmter wie vorher das Sachliche vollständig abtrennen vom Persönlichen. Dieses Sachliche ist das Folgende. Ende Oktober oder Anfang November ist die heute Ihnen verlesene Schrift des Herrn Doktor Vollrath erschienen. Diese Schrift ist nun einmal da und sogar in einer möglichst starken Auflage. In dieser Schrift stehen eine Anzahl Dinge, die, wenn sie wahr wären, doch geeignet wären zu begründen, dass kein Hund mehr von uns ein Stück Brot nähme. Nehmen Sie einmal an, die Dinge, die da geschrieben sind, wären wahr! Da möchte ich Sie doch fragen, ob dann kein Makel an denen hinge, von welchen sie gesagt werden? Kein Hund würde von den mit Namen Genannten noch ein Stück Brot nehmen. Gleichzeitig ungefähr erschien ein <Adyar-Bulletin>. Dort waren angeführt als Repräsentant des Sternes des Ostens Doktor Hübbe-Schleiden und als Vertreter Doktor Hugo Vollrath. Wir sind als Deutsche Sektion ein integrierender Teil der Gesamtgesellschaft. Ist es nun richtig, dass man für den Präsidenten eintritt, wo man nur immer kann, oder ist es ein unnormaler Zustand, wenn man nicht für ihn eintreten kann? Nehmen wir an, ich selbst wäre vor die Frage gestellt: <Trittst du für die Präsidentin einb - <jä!>. - Wird man mir dann entgegnen: <Dann gibst du aber doch demjenigen, der diese Broschüre geschrieben hat, recht. Denn die Präsidentin ernennt den zu ihrem Vertreter, der so gegen dich auftrittb - Nehmen wir aber an, es würde jemand sagen: <Däs brauchst du nicht. Du kannst eintreten für die Präsidentin, trotzdem diese Dinge in der Broschüre stehen, denn die Präsidentin kann ja einen Irrtum begehen» - Die Präsidentin war aber über die Sachlage pflichtgemäß ganz genau von Anfang an unterrichtet. Es ist ihr von Anfang an mit der nötigen Klarheit geschildert worden, was vorgegangen war. Die Präsidentin hat trotzdem dieses Misstrauensvotum gegen den Generalsekretär der Deutschen Sektion abgegeben. Entweder also ist das eine oder das andere in jeder Weise brüchig. Misses Besam musste wissen, wie es um die Dinge steht. Diese Sache steht so da, dass der Generalsekretär durch Adyar gegenwärtig in die Unmöglichkeit versetzt worden ist, die Präsidentin zu verteidigen. Das ist ein anormaler Zustand, und ich versichere Sie, dass es kaum eine schmerzlichere Alternative für mich geben kann. Es ist für mich eine sehr schmerzliche  Angelegenheit. Sie wissen, wie weit ich immer, wenn es möglich war, in der Verteidigung der Präsidentin gegangen bin. Aber eines gibt es, das unbedingt maßgebend sein muss, das ist das absolute Feststehen auf dem Boden der Wahrheit. Diese eine Aufgabe habe ich mir gesetzt und das darf ich erwähnen. Derjenige, der vielleicht nicht die okkulte Unterlage, sondern nur die Geschichte der okkulten Bewegung kennt, weiß, wie nahe immer verbunden waren Scharlatanerie und Okkultismus. Es ist eine okkulte Grunderfahrung, dass da nur ein dünnes Spinnwebfädchen zwischen beiden ist. Das eine aber darf ich mir zuschreiben, dieses Ideal habe ich mir gesetzt: Es soll erprobt werden, ob eine absolute, in alle Einzelheiten eingehende Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit verbunden sein kann mit einer okkulten Bewegung. Wenn alles hinschwindet von dem, was wir hier tun können, das eine möchte ich, das niemals hinschwinden kann, dass einmal eine theosophische Bewegung bestanden hat, die sich zur Devise gesetzt hat: Es soll gezeigt werden, dass man wirklich Okkultist und zugleich Vertreter der ungeschminkten, absoluten Wahrheit sein kann. Wer die Geschichte der religiÖsen Bewegungen kennt, wird mir recht geben. Ich betrachte es daher als eine schwere Anomalie - wenn ich meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringen darf -, wenn es durch die Kurzsichtigkeit der Adyar-Politik unmöglich geworden ist, die Präsidentin zu verteidigen. Das Schmerzlichste ist, dass dies in unserer theosophischen Bewegung hat passieren können. Es ist für mich ein tiefer Schmerz, schmerzlicher als alle anderen Dinge, denn ich muss gestehen, dass niemand Misses Besant mehr lieben kann als ich. Aber der Schmerz ist abgerungen der Wahrheit und die Wahrheit ist dasjenige, was man das Höchste nennen kann. Aber, gemessen an der Liebe ist sie, wie ein Dichter sagt, grausam. Das ist etwas, was notwendig war auszusprechen. Nun könnte man ja leicht sagen: Dann treten wir eben aus der AdyarBewegung aus. Die Adyar-Politik ist nicht identisch mit der Theosophischen Gesellschaft. Aber, wir können uns nicht auf den Standpunkt stellen: Uns gefällt das nicht, oder: Wir spielen nicht mehr mit. Sondern es handelt sich darum, dass wir positiv wissen, was wir wirklich in der Welt vertreten wollen. Entweder ist das, was wir wollen, die Wahrheit - und dann wird sie sich durchringen - oder sie ist es nicht, und dann kann niemand uns retten. So also kann ich nicht einsehen, dass eine notwendige Konsequenz wäre für uns, auszutreten. Wenn wir uns nur  jederzeit bewusst sind, was wir wollen, dann können wir jederzeit auch sagen, was wir wollen. Gleichgültig wie viele Mitglieder wir sind; wir wissen, was wir wollen, und können es zum Ausdruck bringen. Die Theosophie steht höher als jedes Amt in der Theosophischen Gesellschaft. Wir dürfen es also auch sagen der Präsidentin in Adyar. Unsere Aufgabe ist es zu sagen: Das wollen wir. Und wie man auch in Adyar darüber denken mag: Das wollen wir, wenn wir mit diesem Antrage den Anfang machen, uns auf den Boden eines souveränen Wollens zu stellen. Wenn wir eine solche Sprache führen, so ist das nur die Konsequenz von dem, was heute gesprochen worden ist. Sind also die Dinge, die heute verhandelt wurden, nur zu ihrem hundertsten Teil berechtiµ dann dürfen wir schon sagen: Das wollen wir, und wie viele Mitglieder der Gesellschaft auch dawider sind. Das bezieht sich nicht auf Lehren, sondern auf Verwaltungssachen. Und wenn wir den Anfang machen, dass wir nicht jedes Wort aus Adyar einfach nachsprechen, dann haben wir etwas zu sagen. Es wird in gewisser Weise darauf ankommen, dass wir verstehen, einmal mit Adyar deutlich zu sprechen. Wir werden die Fortsetzung dann schon finden. Es handelt sich immer nur um Verwaltungsfragen, andere Dinge gehören nicht hierher. Theosophie ist ebenso, wie sie iiberden Erdball hinüber kosmopolitisch ist, zugleich bis zum Exzess individuell. Es hat keinen Sinn, wenn man so viele Sektionen gründet, als Landesgrenzen existieren. Dann könnte man ja auch in der Schweiz so viele Sektionen gründen, so viele Kantone es da gibt. Diese heutigen Einrichtungen entsprechen überhaupt nicht dem theosophischen Geist. Das alles aber würde nicht erschöpfen, um was es sich eigentlich handelt. Es handelt sich darum, dass eine schmerzliche Anomalie geschaffen worden ist, und dass wir nicht anders können, als dieselbe ins Auge fassen. Aber wir müssen das auch zum Ausdruck bringen. Deshalb bitte ich Sie, zu diesem Antrag Stellung zu nehmenm Fräulein Stinde: «Ich möchte den Antrag des Herrn Pfarrer Klein unterstützen, hätte er ihn nicht gestellt, so hätte ich es getan.» Herr Dr. Unger: «Es wäre meine Frage, ob nicht zu überlegen wäre, dass diese Resolution etwas sorgfältiger redigiert würde. Es wäre ein weiterer Vorschlag oder Antrag, dass ein kleinerer Kreis dazu bestimmt werde, über die An und Weise, wie dieser Protest zum Ausdruck gebracht werden soll, zu beraten, und dass diesem Kreise eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt werde>  Herr Pastor Wendt bittet, dem Vorstande die Abfassung der Resolution zu übertragen. Herr Dr. Steiner: Ach bitte noch einmal, sich die Sache von dem Standpunkte aus genau zu betrachten, den ich eben angegeben habe. Es ist eine Unmöglichkeit, wenn man nicht die Wahrheit verwuseln will, jetzt Adyar zu verteidigen. Entstellt dargestellt werden kann dies natürlich auch in der Außenwelt. Ich bitte auch ins Auge zu fassen, dass Dinge, die geschehen sind, nicht durch Entschuldigungen aus der Welt geschafft werden. Wir stehen also vor der Frage, ob die Resolution ins Auge gefasst werden solb Es wird zur Abstimmung geschritten. Die Versammlung bejaht die Annahme der Resolution. Auch der Antrag des Herrn Pastor Wendt, dass der Vorstand mit der Abfassung und Beförderung der Resolution beauftragt werde, wird von der Versammlung angenommen. Herr von Rainer: Ach möchte beantragen die Einsetzung einer Kommission, zur Ausarbeitung der Statuten im Sinne der Ausführungen Herrn Bauers und Doktor Ungers.» Es wird über diesen Antrag abgestimmt. Der Antrag wird angenommen. Herr Dr. Steiner: «Damit keine Veranlassung gegeben ist, dass diese Generalversammlung ungültig erklärt werde, ist es nötig, dass die Versammlung mir die Indemnität gebe, da nach den Statuten vierzehn Tage vor der Generalversammlung die Abrechnung an die einzelnen Logen vom Generalsekretär geschickt werden soll, dies aber nicht geschehen ist.» Herr Arenson: ·Es ist meine Ansicht, dass eine solche Erklärung der Generalversammlung verbunden sein müsste mit einer anderen, nämlich mit dieser, dass die Versammlung sich verbietet, in einem solchen Tone zu unserem Generalsekretär zu sprechen, ganz abgesehen davon, dass man sich hätte erkundigen können, welche Gründe zu der Verzögerung geführt haben; dass so etwas in anderen Ausdrücken geschähe> Frau Wolfram: Ach möchte hinzufügen, dass Herr Doktor [Haedicke] vollständig von den Schwierigkeiten solcher Dinge unterrichtet war> Herr Dr. Steiner: ·Es ist auch von mir Herrn Doktor [Haedicke] gesagt worden, dass, wenn irgendeine Lässigkeit vorliegt, das nicht an uns liege, sondern an den einzelnen Logen. Es wäre also zwecklos, mit einem Herrn zu sprechen, der diese Gründe mehrfach gehört hat und trotzdem  immer wieder seine Sache vorbringt. Es schreibt also Doktor [Haedicke]: <Sic haben die Verfassung mit Ihrer Namensunterschrift unterzeichnet und müssen daher als Mann von Ehre entweder die Verfassung hoch und heilig halten oder diese Verfassung abändern lassen oder aber Ihr Amt niederlegen. Da Sie nun Öffentlich von «heosophischen Dogmen> geredet haben.· Das ist eine Behauptung, die auch nicht den Schein von Richtigkeit für sich hat. Wir wollen nicht auf die Logik eingehen. Welche Dinge möglich sind, das sehen wir an diesen Sachen, dass man sich diese unmöglichen, handgreiflichen Sachen als eine Belehrung sagen lassen muss: <Bittc erklären Sie also bei Gelegenheit, dass die Theosophische Gesellschaft kein Dogma hat und auch logischerweise niemals eins haben kann, ebenso wie Theosophie nicht Geisteswissenschaft ist, sondern nach Blavatsky, die Weisheit derjenigen, die göttlich sin& Es kommt also jemand und sagt: Es gibt keine theosophischen Dogmen. Dann aber behauptet er, ich hätte zu erklären, dass Theosophie göttliche Weisheit sei. Das also, was uns nun vorliegt, wäre, dieses Mal für die Pflichtverletzung Indemnität zu geben> Herr Seiler: «Ich will nicht eingehen darauf, dass da mit dem königlichen Amtsgericht gedroht wird. Ich möchte nur sagen, dass man doch nicht den Generalsekretär belangen kann. Wenn einen eine Schuld trifft, so trifft sie mich. Wenn jemand um Entschuldigung zu bitten hat, so bin ich das. Das kann nur davon herrühren, dass Herr [Haedicke] ein ganz junges Mitglied ist, der gar nicht weiß, wie hier gearbeitet wird. Man muss doch wissen, dass man mit solchen Dingen nicht an Herrn Doktor Steiner herantreten kann und begreifen, dass wir uns alle Mühe geben müssen, den Generalsekretär möglichst frei zu halten von solchen Sachen. Es erscheint mir als eine ganz gewaltige Ungehörigkeit, wenn von Mitgliedern Intentionen hierher gelangen, sodass Herr Doktor Steiner öffentlich um Entschuldigung bitten soll. Das dürfte doch nicht verlangt werden von unserem Generalsekretär.» Herr Dr. Steiner: ·Es ist aber nach den Paragrafen nicht anders möglich, als dass Sie mir Indemnität geben, denn Herr Doktor [Haedicke] könnte sonst die Generalversammlung für ungültig erklären. Ich glaube, wir alle haben an dieser Versammlung genug; wir würden dann die ganze Sache noch einmal durchmachen müssen. Deshalb ist es notwendig, dass  wir den Punkt so fassen, wie er formal gefasst werden muss. Es darf nicht sein, dass wir heute einen unrichtigen Beschluss fassen. Es ist nötig, dass Sie mir Indemnität geben, weil die Statuten verletzt sind> Herr Tessmar: ·Es steht fest, dass der Antrag von Herrn [Haedicke] auf richtigen Tatsachen basiert. Er ist formal nur nicht richtig, da der betreffende Herr nicht weiß, wie der Kassenbericht zustande kommt. Sie finden hier die wunderbare Sachlage, dass auch wir Revisoren nun mit Recht sagen können: Nein, wir sind Schuld! Die Sache ist die, dass Herr Doktor [Haedicke] mit seinem Antrage tatsächlich recht hat. Hier in den Statuten stehen ja die Worte: <Sol1 durch den Generalsekretär zugestellt werdenn Zu einer Zustellung muss er aber erst etwas haben. Meine persönliche Ansicht ist, dass es ja darauf wirklich nicht so sehr ankommt, sondern darauf, dass theosophische Arbeit geleistet wird. Sie, Herr Doktor [Haedicke], sind nun derjenige, der getan hat, was ich seit acht Jahren wünsche. Sie haben dadurch etwas Gutes geschaffen. Denn jetzt werden ja die Statuten anders gemacht werden; und zwar für diejenigen, die die theosophische Sache nicht begriffen haben und dadurch Paragrafenschnüffler geworden sind. Eine Lex [Haedicke] wird nun nicht mehr da sein. Ich möchte hier den Antrag stellen, dass die Generalversammlung dem Generalsekretär Indemnität erteilt» Herr Hubo: «Im Anschluss an diesen Antrag des Herrn Tessmar möchte ich den Zusatz beantragen, dass dieses angebliche Versäumnis als unverschuldet betrachtet werde, und dass über alle übrigen Punkte des Antrages [Haedicke] zur Tagesordnung übergegangen werde.» Herr Dr. Steiner: «Es liegt der Antrag vor, dem Generalsekretär Indemnität zu erteilen. Ob verschuldet oder nicht, ist gleichgültig.» Die Generalversammlung erteilt dem Generalsekretär Indemnität durch Abstimmung. Herr Dr. Steiner: «Es liegt ein anderer Antrag vor, der Antrag Arenson: Die Generalversammlung mÖge zum Ausdruck bringen, dass man sich den Ton, wie er angeschlagen worden ist von Herrn Doktor [Haedicke], verbietet.>» Der Antrag wird angenommen. Herr Dr. Steiner: «YVir kommen zur Dechargenerteilung an den Vorstand. Ich möchte noch ausdrücklich bemerken, dass es mir durchaus nicht darauf ankommt, in irgendeinem Zeitpunkt von dem Amte eines  Generalsekretärs zurückzutreten, wenn es etwa notwendig werden sollte aus dem Grunde, weil durch die Art und Weise, wie in der Gesellschaft vorgegangen werden muss, die beiden Ämter, die Führung der theosophischen Bewegung und das Amt des Generalsekretärs nicht mehr verträglich miteinander wären. Es könnte sich das ergeben, wenn nicht zwischen den Zeilen des theosophischen Lebens eine gewisse Billigkeit herrschen würde. Warum sollte das auch nicht möglich sein. Sie müssen dasjenige, was ich jetzt sage, in dem Lichte betrachten, dass ich niemals etwas anderes sein will als ein theosophischer Lehrer, und dass alles dasjenige von mir geschehen muss, was im Sinne der Vertretung der theosophischen Wahrheit geschehen muss. Derjenige, der in einer solchen Lage ist, muss selbstverständlich diesem oder jenem etwas Unangenehmes sagen. Er ist ja verpflichtet, die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit braucht aber nicht immer verstanden zu werden. Da der theosophische Lehrer gezwungen ist, die ungeschminkte Wahrheit jedem einzelnen Menschen zu sagen, so muss er selbstverständlich Feinde haben, Gegner haben. Es kann gar nicht anders sein. Die Art und Weise dieser Gegnerschaften, welche hervorgerufen werden durch die Tätigkeit des theosophischen Lehrers, kann unter Umständen nicht verträglich sein mit der Tätigkeit des Generalsekretärs der Theosophischen Gesellschaft. Wenn dieser Zeitpunkt herbeigekommen sein sollte, wo eine Vereinigung dieser beiden Ämter nicht mehr denkbar wäre, dann wird es nötig sein, an ein anderes Arrangement zu denken. Ich möchte noch bemerken, dass niemand das Recht hat zu sagen, dass am heutigen Tage von mir etwas gesagt worden sei gegen die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft. Es ist nur gesagt worden, dass es mir unmöglich ist, die Präsidentin zu verteidigen. Wir kommen nun dazu, dem Vorstand in seiner Gesamtheit Decharge zu erteilen> Die Decharge für den Gesamtvorstand wird von der Versammlung erteilt. Herr Dr. Steiner: «VVir schreiten nun zur Neuwahl des Vorstandes, insoweit die Vorstandsmitglieder nicht lebenslänglich gewählt sind. Vom Vorstande werden zu dieser Wahl vorgeschlagen die bisherigen Vorstandsmitgliedeb deren Mandat abgelaufen ist: Herr Bauer, Herr Doktor [Grosheintz], Herr Tessmah Herr Doktor Uriger, Frau Noss, Frau Wolfram, Frau Smits.  Ferner ist der Vorstand zu ergänzen um zwölf neue Vorstandsmitglieder, da für je 100 Mitglieder ein Vorstandsmitglied gewählt werden muss, und die Gesellschaft seit der letzten Wahl um 1180 Mitglieder gewachsen ist. Für diese Wahl schlägt der Vorstand vor: Frau von Bredow, Fräulein Völker, Frau Wandrey, Herrn Del-Monte, Herrn Doktor Peipers, Herrn Doktor Noll, Gräfin Kalckreuth, Herrn von Rainer, Graf Lerchenfeld, Herrn Professor Gysi, Herrn von Damnitz, Fräulein Mücke. Aus der Versammlung werden vorgeschlagen: Herr Pfarrer Klein, Herr [Walther], Herr van Leer, Fräulein Winkler, Fräulein von Eckardtstein. Herr Molt zur Geschäftsordnung: Ach möchte bitten, die Vorschläge des Vorstandes anzunehmen. Ich glaube, das wäre der beste Ausdruck eines Vertrauensvotums.» Herr Dr. SteineL ·Über diesen Antrag muss sofort abgestimmt werden> Der Antrag Molt wird angenommen. Vierter [Tagesordnungspunkt]: Berichte der Vertreter der Zweige: Es liegt ein Bericht des Züricher Zweiges vor. Es wird beantragt, der vorgerückten Stunde wegen, diesen Bericht in die «Mitteilungen» aufzunehmen. Der Antrag wird angenommen. Fünfter [Tagesordnungspunkt]: Verschiedenes: Herr Dr. Steiner: dch möchte noch bemerken, dass stattfinden wird auch die erste Generalversammlung des Johannesbauvereins, wenn möglich am Dienstag. Es wird die Zeit noch bekannt gegeben werden.» Da zu dem fünften Punkt niemand etwas zu bemerken hat, so schließt der Generalsekretär den geschäftlichen Teil der Generalversammlung. Die Äußerung des Vorstandes auf den Antrag von Frau Dr. Vollrath soll am nächsten Morgen erfolgen. (Der Vorstand lehnte in motivierter Weise eine Verhandlung mit Dr. Vollrath ab.)  WARUM WURDE BISHER DAS, WAS UNTER THEOSOPHISCHER BEWEGUNG ZU VERSTEHEN IST, INNERHALB DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT VERTRETEN? Ansprache uon RudolfSteiner bei der Generaluersammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 14. Dezember 1911 Sie haben sehr schöne Gedanken und Ideen aus dem Kreise der hier Versammelten gehört und gewisse Schwierigkeiten der theosophischen Bewegung kennengelernt. Haben wir ja sogar hören müssen, dass es zahlreiche Menschen gibt, welche in dem Bestände der Gesellschaft ein Hindernis für sich sehen, sich dieser Gesellschaft anzuschließen, aber wohl auch außerdem finden, dass die Bewegung als solche vielleicht eher gehemmt als gefördert werde durch den Bestand der gegenwärtigen Gesellschaft. Das sind gewichtige Gesichtspunkte, insbesondere für denjenigen, welchem die theosophische Befriedigung im Ernste und in der richtigen Art und Weise am Herzen liegt. Es könnte die Frage entstehen: Ja, Theosophie, wie wir sie auffassen, ist doch etwas Reales, das gewissermaßen in unserer neueren Zeit in die Menschheitsentwicklung eingeflossen ist, und das sich in dieser in den verschiedenen Ländern verbreiteten Theosophischen Gesellschaft, wie wir sie eben haben, ein Gefäß geschaffen habe; und wie steht es denn nun mit dieser Tatsache, dass dieses Gefäß doch hervorgegangen ist aus der Theosophie, und dass es eigentlich im gegenwärtigen Momente nicht so recht zu dieser Bewegung passt? Das ist eine Frage, die, wie ich glaube, viele von Ihnen berechtigt sind, gewissermaßen an mich selbst zu richten. Denn es könnte mancher sagen: Warum vertrittst du das, was du theosophische Bewegung nennst, innerhalb dieser Gesellschaft? Ich kann, weil ich nicht sehr viel Zeit in Anspruch nehmen möchte, nicht im Einzelnen auseinandersetzen, was jeder, wenn er die Tatsachen prüft, im Grunde genommen leicht bemerken kann, nämlich dass die Art und Weise der Verbreitung der Theosophie, wie sie von mir aus geschieht und wie sie Baron Walken gemeint hat, eigentlich im Grunde genommen recht wenig zu tun hat mit dem, was wir Theosophische Ge seilschaft nennen. Ein jeder könnte aus den Tatsachen der letzten Jahre dies ganz leicht selber herauslesen. Denn was hängt denn von alldem, was geschehen ist und wovon Baron Walken gesprochen hat, zusammen mit dem, nun, sagen wir Zentralpunkte dessen, was man Theosophische Gesellschaft nennt? Auch bei schärfster Untersuchung würde man recht wenig finden von dem, was aus der Theosophischen Gesellschaft für die Bewegung, die hier gemeint ist, herausgeflossen ist. Man kann diese Frage in gewissem Sinne nur historisch beantworten. Ich habe es für Einzelne schon getan und möchte hier auf einige Gesichtspunkte rein tatsächlich hinweisen. Jeder kann aus diesen Tatsachen dann selbst ablesen, was er braucht zur Beurteilung der hier vorliegenden Fragen. Das Erste ist, dass ich hier in Berlin schon jene theosophischen Vorträge gehalten habe, die dann als kurzer Abriss erschienen sind in meiner ·Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens»; ich habe theosophische Vorträge auch anderer Art in diesen oder jenen Kreisen gehalten, auch - nach Aufforderung von Theosophen und Nicht-Theosophen einen Teil jener Vorträge, welche zu dem Buch «Das Christentum als mystische Tatsache» geführt haben, ohne dass ich in die Theosophische Gesellschaft damals auch nur eingeschrieben gewesen wäre. Das heißt also: Es hing für mich nichts davon ab, in die Theosophische Gesellschaft eingeschrieben zu sein oder nicht, um Theosophie zu treiben, derart wie sie von mir aus getrieben werden sollte. Dann wurde man bekannt mit dieser Tatsache, [dass ich nicht Mitglied der Theosophischen Gesellschaft war]. Und ich lernte damals eine Persönlichkeit kennen, welche seit jener Zeit verbunden geblieben ist mit dieser [von mir vertretenen] Art der theosophischen Bewegung, die aber viel eher als ich der Theosophischen Gesellschaft sich angeschlossen hatte: Das ist Fräulein von Sivers. Und in der Zeit, als Fräulein von Sivers schon Mitglied war, ich selbst aber noch nicht, da fand einmal ein Gespräch zwischen uns statt, in welchem sie fragte, warum ich mich denn nicht der Gesellschaft anschließe. Und ich antwortete darauf in einer längeren Auseinandersetzung, die den Inhalt hatte: Es werde mir immer unmöglich sein, einer Gesellschaft anzugehören, innerhalb welcher man eine solche Theosophie treibe, die in jenem Grade durchdrungen ist von unverstandener orientalischer Mystik, wie das bei der Theosophischen Gesellschaft der Fall sei; denn mein Beruf wäre es, zu erkennen, dass  es bedeutsamere okkulte Impulse gebe für unsere Gegenwart, und dass es unmöglich wäre bei dieser Erkenntnis, zuzugeben, dass von dieser orientalisierenden Mystik das Abendland etwas zu lernen habe. Es würde das, was ich zu vertreten habe, sich einer falschen Beurteilung aussetzen, wenn ich sagen würde: Ich will Mitglied sein einer Gesellschaft, welche zu ihrem Schibboleth orientalisierende Mystik hat. Das war der Inhalt jenes Gesprächs. Dann ergab sich eine weitere Tatsache - und ich erzähle nur Tatsachen und überlasse Ihnen das Urteil darüber. Ich habe jene Vorträge gehalten über die «Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens», die bald darauf wesentlich verkürzt in Buchform erschienen sind. Dieses Buch erschien wiederum im Auszug in englischer Übersetzung in der damals erscheinenden Zeitschrift «Theosophical Review», welche von Misses Besant und Mister Mead herausgegeben wurde. Der Auszug oder eigentlich das Referat über dieses Buch, das Mister Keightley damals gab, ist etwas anderes als die Übersetzung, die er jetzt [1911] besorgt hat. Dieses Faktum definiere ich so und habe es auch damals so definiert, dass damit die Tatsache gegeben war, dass die Theosophische Gesellschaft nichts von mir verlangt hat, nicht verlangt hat, dass ich etwas gemeinschaftlich haben sollte mit irgendwelchen Grundsätzen, Prinzipien, Dogmen, die vertreten werden sollten, sondern sie hat etwas angenommen, was von außerhalb, von mir gegeben wurde. Es war also dasjenige freundlichst eingeladen, was man zu geben hatte. Dann ergaben sich weitere Tatsachen. Es wurde in Aussicht genommen, eine Deutsche Sektion zu begründen. Nun war ja durch das, was geschehen war, einfach in der Wirklichkeit eine An Verbindung gegeben zwischen der Theosophischen Gesellschaft und mir, insofern sich die Bewegung in der Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Das führte dazu - während auf der einen Seite die Tendenz bestand, eine Deutsche Sektion zu begründen -, dass mir vonseiten des damaligen Leiters [Graf Brockdorff] der A)eutschen Theosophischen Gesellschaft» [in Berlin], welche ein Zweig war in [der europäischen Sektion] der allgemeinen Theosophischen Gesellschaft, der Vorschlag gemacht wurde, mich in die Gesellschaft aufzunehmen und zu gleicher Zeit Vorsitzender der ·J)eutschen Theosophischen Gesdlschaft» zu werden. Damit war gegeben, dass ich mich nicht einer Gesellschaft eingliederte, sondern dass ich hineinging, um das zu geben, was vorher nicht darinnen war, was  sie vorher nicht hatte. Niemals war von meiner Seite irgendein Antrag gestellt worden, Mitglied der Gesellschaft zu werden, sondern ich habe mir gesagt: Wenn die Gesellschaft mich haben will, kann sie mich haben. Ich habe außerdem damals die Vorsicht gebraucht - um auch auf ein Äußeres hinzuweisen -, mich von allen Bezahlungen zu befreien. Ich habe nichts gezahlt. Dann wurde mir von England das unentgeltliche Diplom übersandt, und zugleich war ich Vorsitzender der «Deutschen Theosophischen Gesellschaftm. Wenn ich noch ausführlicher sprechen könnte, würde ich zeigen, dass es eine notwendige Konsequenz war, dieses Faktum fortdauernd anzuerkennen, dass ich niemals etwas von der Gesellschaft gewollt habe und nicht nötig gehabt habe, irgendetwas zu übernehmen von ihren Prinzipien und Dogmen, sondern dass ausgemacht war, man will etwas von mir haben. Dann ergab sich die Begründung der Deutschen Sektion, unter «Hangen und Bangen, in schwebender Pein», unter fürchterlichen Diskussionen, hin und her, damit will ich Sie verschonen. Es fand sich damals eine PersÖnlichkeit, die mittlerweile ausgetreten ist aus der Gesellschaft, die auch Vermittler des Karma war - in welcher Weise, darüber könnte viel erzählt werden in okkultem Zusammenhang -, es ergab sich, dass Herr Richard Bresch, der damalige Vorsitzende des Leipziger Zweiges, nachdem er sich besprochen hatte mit verschiedenen Persönlichkeiten, eines Tages zum Grafen Brockdorff kam und sagte: Wenn Doktor Steiner nun schon Vorsitzender der Berliner Loge ist, kann er auch Generalsekretär der Deutschen Sektion sein. - Es ergaben sich nun alle möglichen Notwendigkeiten, diesen Antrag, Vorsitzender der Deutschen Sektion zu werden, anzunehmen, und ich will Ihnen alle diese Notwendigkeiten in einige Worte zusammenfassen, damit Sie sie als solche erkennen: Erstens: Die Notwendigkeit, Theosophie in der Art, wie es hier gemeint ist, zu vertreten und in die Welt zu bringen. Zweitens: Die andere Notwendigkeit, die Sache für diejenigen, die arbeiten sollten, nicht gar zu schwierig zu machen, denn wir fingen in ganz kleinen Kreisen an. Nun, im Einklang mit so manchem, was auf okkultem Boden zu allen Zeiten geschehen ist, musste ich mir sagen: Diese Gesellschaft ist mit allem, was sich in ihr entwickelt hat, eigentlich nur ein Hindernis für die theosophische Bewegung. Und ich glaube, dass sich Fräulein von Sivers noch erinnert, wie ich diesen Standpunkt vertreten habe in  einem Gespräch über SchurC und sein Verhältnis zu H. P. Blavatsky. In diesem Gespräch habe ich ausführlich derjenigen Persönlichkeit, die mir am nächsten stand, auseinandergesetzt, ein wie schweres Hindernis diese Gesellschaft für die Bewegung ist. Das andere, was ich mir sagen musste, ist dasjenige, was in vielen Zeiten auf okkultem Boden geschehen musste, um mit Widerständen fertigzuwerden: Man saugt sie auf, diese Widerstände, man nimmt sie in die eigene Körperschaft auf, und sie sind dadurch in gewisser Weise aus der Welt geschafft. Diejenigen, die damals innerhalb der Bewegung in Deutschland standen, werden bestätigen können, dass wir in jenen Jahren an der Gesellschaft die unglaublichsten Hindernisse gehabt hätten, wenn wir nicht selbst diese Gesellschaft geworden wären. Wir hätten gar nicht Zeit genug gefunden, alles das auszuführen, was damals nötig war, um die sich von allen Seiten auftürmenden Hindernisse aus dem Weg zu schaffen und die Bewegung mit einem positiven Inhalt zu füllen. Es wäre unmöglich gewesen, nicht mit der Gesellschaft zu fahren. Denn Sie müssen nicht vergessen, dass die Konzentration der Hindernisse, wie sie jetzt auftreten an zunächst einem Punkte - es werden noch andere kommen, das macht aber nichts -, die repräsentiert waren innerhalb der Gesellschaft namentlich durch zwei Leute, dass diese Hindernisse und dann das viele Geschwätz von Brüderlichkeit, verbreitet waren in weitesten Kreisen; das schoss überall in die Höhe. Und sehen Sie, methodisch ist mir dieselbe Geschichte, die jetzt mit einem Menschen [Hugo Vollrath] passiert ist, damals gleich von einer ganzen Gesellschaft passiert; dass man nämlich genau das Gegenteil von dem vorgebracht hat und in Broschiirenform verbreitete, was ich damals ihnen gesagt habe. Das war geradezu Methode innerhalb der verschiedenen Gesellschaften, die sich durch das Gesellschaftsprinzip überhaupt herausgebildet haben. In demselben Jahre, wo ich eingetreten worden war in die Theosophische Gesellschaft, wo ich zum Vorsitzenden gemacht worden war, ohne Abstimmung - so etwas gab es nicht damals -, da war in London der Kongress der europäischen Sektionen, zu denen ja die Deutsche Sektion eben erst hinzukommen sollte. Da hatte ich mit Mister Mead in Gegenwart von Mister Keightley ein Gespräch, das sich hauptsächlich um meine ·Mystik» drehte, die er aus dem Referat von Keightley kennengelernt hatte. Damals sind die Worte von Mister Mead gefallen - ich muss sie als Tatsache erwähnen, denn es ist aufklärend: «In Ihrem Buche steht ja die ganze Theosophie darinnen> - Natürlich steht in einem so dünnen  Buche nicht die ganze Theosophie darinnen. So etwas heißt in einem solchen Falle: Es steht das darinnen, als dessen Konsequenzen sich die ganze Theosophie ergeben kann. - Im Grunde steht alles hineingeheimnisst in meine «Mystik», was seither hcrausgeheimnisst worden ist. Daran möchte ich die Frage knüpfen: Liegt es nicht doch schon in diesem Aussprüche, dass man annehmen kÖnnte, man werde dieser besonderen StrÖmung theosophischen Geisteslebens mit Sehnsucht entgegenkommen? Denn wenn man sagt: darinnen liegt die ganze Theosophie», so ist überraschend viel damit gesagt. Nach diesem Ausspruch war es begründet anzunehmen, es könnte sich die Theosophische Gesellschaft nach und nach so gestalten, dass sie ein Rahmen würde sein können für das, wovon man in London sagte: Darinnen steht die ganze Theosophie. Denn nichts von dem, wozu gegenwärtig in der Theosophischen Gesellschaft «Nein» gesagt wird, steht auch nur im Entferntesten in diesem Buch. Sie sehen also, dass es eine Notwendigkeit gab, damals so zu handeln, wie gehandelt worden ist. Vom allerokkultesten Standpunkte lässt sich dieses rechtfertigen; denn es ist ja der theosophischen Bewegung, die wir meinen, ganz gelungen, jenen theosophischen Boden zu bereiten, den wir ihr bereiten konnten. Ohne dass dieses geschehen wäre damals im Beginne, hätte auch alles Folgende nicht geschehen können. Eigentlich ist es ja ein Unsinn, wenn ich dieses sage, weil ich das Gegenteil sagen könnte: Damit jetzt alles geschehen konnte, was geschehen ist, musste es damals so gemacht werden, wie es gemacht worden ist. Ich habe mich im Laufe der Jahre viel bemüht, Verständnis hervorzurufen für alles das, was sich als eine An von Gefühls- und EmpfindungsKonsequenz ergibt. Niemand wird, wenn er gewissenhaft analysiert, sagen können, dass ich die Gesellschaft anders behandelt habe als im Sinne der Konsequenz der damaligen Tatsachen. Und es hat sich noch etwas Weiteres ergeben. Dies trat uns eben klar und bestimmt hervor in den schönen Worten unseres Freundes Baron Walken, dass seit jener Zeit sich nicht innerhalb unserer Bewegung, wohl aber draußen, die Verhältnisse geändert haben. Es hat sich gar nichts innerhalb unserer Bewegung geändert, sondern es hat sich alles Schritt für Schritt vollzogen. Ich will auch hier wieder Tatsachen anführen. Nehmen Sie die Situation der Theosophischen Gesellschaft, wie sie damals war, als ich Generalsekretär der Deutschen Sektion wurde. Bei  jener Versammlung in London lernte ich auch Misses Besant kennen, und beim zweiten, ein Jahr darauffolgenden Kongress lernte ich Colonel Olcott kennen. Ich erwähne dies aus dem Grunde, weil es notwendig ist zu betonen, dass aus keiner Tatsache, die sich damals vollzog, irgendetwas anderes hervorgegangen ist als eine Bekräftigung der Auffassung, auf unsere An Theosophie zu vertreten. Olcott sagte damals, er sei recht überrascht gewesen, mich zu sehen - das war eine Tatsache, die mich augenblicklich etwas nachdenken ließ -, er sagte, er hätte erwartet, nachdem er schon ein und ein halbes Jahr von mir wusste, dass ich mindestens ein so alter Herr sei als er selber. Diese Tatsachen, die sich bis dahin zugetragen haben, waren so, dass jedes Mal, wenn nun die Hindernisse auftraten, diese immer in den verschiedensten Dingen bestanden, aber sie kleideten sich häufig in jene Formen, dass dieser oder jener sagte: Wir können uns nicht der Gesellschaft anschließen, denn ihr wird alles von Adyar aus diktiert, sie hat ein ganz autokratisches Prinzip. - Da sagte ich immer zu den Leuten - und das ist eine von den Konsequenzen, die sich aus den Voraussetzungen ergeben: Ich finde es unbegründet, dass man innerhalb der Deutschen Sektion so redet, denn ich behandle die ·Ukasse» von Adyar so, dass ich einen nach dem ändern hinlege und liegen lasse, und im Übrigen das tue, was mir als das Richtige erscheint. - Und ich habe beim ersten Gespräch mit Colonel Olcott, selbst auf die Gefahr hin, dass er es von einem gleichaltrigen Manne lieber gehört hätte, diesem gesagt, dass ich so verfahren werde, damit er nicht unklar sähe. Ich habe immer mit großer Wärme von Olcott gesprochen, denn er war wirklich das Ideal eines Begründers einer solchen Gesellschaft. Er verstand jede Regung von Freiheit sofort und hat sich nie gegen eine solche Sache aufgelehnt; es fiel ihm gar nicht ein. Er redete über solche Sachen nicht viel, sondern wenn ihm jemand schrieb, der Generalsekretär der Deutschen Sektion legt die Ukasse von Adyar einen nach dem ändern hin und beachtet sie nicht, da legte er einen solchen Beschwerdebrief auch hin und beachtete ihn nicht. Sie sehen, es ging damals vorzüglich, zu arbeiten. Dann kamen nach und nach andere Zeiten. Und Sie sehen, ich spreche eigentlich gar nicht von dem, was als Lehre irgendwie vertreten wird, ich spreche auch nicht davon, dass es etwa als wichtig hätte erscheinen müssen, dass das Programm meiner Mystik in ausgiebigerem Maße hätte berücksichtigt werden müssen, sondern ich spreche von der Tatsache, die geschehen ist.  Dann geschahen eben nach und nach andere Dinge. Nun würde es sehr weit führen, die verschiedenen ändern Dinge zu erzählen. Beginnen müsste man damit, dass Olcott gestorben ist, und schon damals sich etwas ereignete, was nun zwar in einer solchen Weise durchaus aufgefasst werden kann, dass es mit dem Geiste der Theosophischen Gesellschaft im Einklang erscheint, was aber außerordentlich schwierig ist, einer solchen Interpretation zu unterwerfen. Kurz kann ich ja ausführen, es wurde von Adyar aus verbreitet, dass damals, am Sterbebette Olcotts, die Meister erschienen wären und bestimmt hätten, wer der Nachfolger Olcotts sein sollte. Nun gibt es zweierlei Möglichkeiten, solche Dinge aufzufassen; ich meine jetzt nicht die inhaltliche Auffassung. Die eine Möglichkeit wäre die, dass man sagt: Es ist unter allen Umständen das absolut Notwendige, gleichgültig wie man es inhaltlich auffasst, dieses Faktum in den allerengsten Kreisen zu lassen und ja nicht in der Gesellschaft herumzusprechen. Die andere Möglichkeit ist, von diesem Faktum zu sprechen. Es geht dann ein solches Faktum selbstverständlich von Mund zu Mund und ist nicht zu haken. So ist es ja auch geschehen. Wenn nun auch keine Persönlichkeit irgendetwas gegen den Geist der Gesellschaft getan hat, wenn auch keiner Persönlichkeit irgendein Vorwurf gemacht werden kann - denn Frau Besant hatte das Recht, so darüber zu denken, wie sie wollte, und auch so zu handeln, also diese Manifestation zu gebrauchen und in diesem Sinne die Gesellschaft zu führen -, so ist es doch eine Tatsache, dass wir seit jener Zeit in der Gesellschaft wirklich nicht mehr auf gesundem Boden stehen. Das ist eben auch eine Tatsache. Das, was unser Freund Walken gesagt hat, bezieht sich auf die Beurteilung außenstehender Leute, die sich fragen können, ob sie eintreten wollen oder nicht. Was ich jetzt sage, bezieht sich auf das Interne, auf den Boden, auf dem wir selbst stehen. Es war kein gesunder Boden mehr, und von da ab wurde die Frage nicht mehr aus der Welt geschafft, ob man denn überhaupt innerhalb der Gesellschaft sein kann, ob man nicht austreten müsse. Sie wissen, dass auch viele Menschen in aller Welt ausgetreten sind; zum Beispiel als einer der Hervorragendsten Mister Mead. Seit jener Zeit stehen wir eben nicht mehr auf gesundem Boden - aus verschiedensten Gründen - und ganz gewiss ist auch seit jener Zeit erst das Urteil der Außenwelt über die Gesellschaft in dieser Weise schlecht geworden, wie  es jetzt ist. Denn seit jener Zeit kamen ja die merkwürdigsten Dinge vor, die in der Tat nicht zu einem Verwaltungsmäßigen der Gesellschaft gehören, aber die Signatur der Gesellschaft tragen. Es geschahen verschiedene Dinge: Da kam zunächst der Casus Leadbeater; aber nicht der Casus als solcher. Diejenigen, welche meine Stellung kennen, werden wissen, dass ich den Standpunkt eingenommen habe: Als PersÖnlichkeit muss Leadbeater im weitesten Maße verteidigt werden. Das einzig Schlimme beim Fall Leadbeater ist, dass das auch auf das Konto der Gesellschaft kam. Das war das zweite Mal, dass ich betonte: Man kann eigentlich nicht mehr arbeiten mit dieser Gesellschaft. Bekannt ist ja auch durch Indiskretionen, dass Misses Besant zuerst persönlich Leadbeater verurteilt hat und dann nach kurzer Zeit sich zu ihm bekehrt hat. Das ist ein Faktum, das auch nach außen hin in die Signatur der Gesellschaft aufgenommen worden ist. Nun kommt etwas, was streng genommen auch nicht in das Verwaltungsmäßige der Theosophischen Gesellschaft hineingehört, was aber, wenn ich heute schweigen oder es nicht erwähnen würde, gedeutet werden könnte wie eine Art von Unaufrichtigkeit. Es kommt nach vielen anderen Dingen, die zu weit führen würden, noch hinzu, dass Annie Besant vor einem Zeugen [Marie von Sivers], der jederzeit bereit sein wird, Zeugenschaft davon abzugeben, 1907 in München gesagt hat, dass sie in Bezug auf das Christentum nicht kompetent sei. Und deshalb trat sie sozusagen damals die Bewegung, insoferne das Christentum einfließen soll, mir ab. Nachdem Annie Besant mir dies gesagt hatte, wurden mancherlei Dinge gemacht, die nun unter diesem Gesichtspunkte Ordnung hätten bringen können in die Gesellschaft. Doch man konnte damals von vielen Seiten hören: Jetzt hat sich Doktor Steiner von Annie Besam getrennt; jetzt sind zwei Strömungen da; das bringt Uneinigkeit in die Gesellschaft. - Das machte die Leute stutzig. Und jetzt begann eine eigentümliche Methode praktisch zu werden, die darin bestand, dass man tatsächlich die Sache genau umkehrte. Und es grassiert seit jener Zeit in merkwürdiger Weise das Umkehren der Tatsachen. Es ist schwer, verständlich zu machen, was dieses Umkehren bedeutet. Man sagte damals: Ja, da treten viele Leute wegen der Uneinigkeit aus! - Die Wahrheit war diese, dass viele Leute ausgetreten wären, wenn diese sogenannte Uneinigkeit nicht gekommen wäre. Sie sind nur geblieben, weil jene Strömung herausging in vollständig gesellschaftlich legaler Weise, nachdem Annie Besam jenes Abkommen getroffen hatte.  Eine andere Tatsache ist diese, die zwei Jahre nachher, also 1909, plötzlich auftauchte. Bitte nicht misszuverstehen, sondern ohne jeden Beisatz von Kritik dieses als Tatsache hinzunehmen, die selbstverständlich als Tatsache so hingestellt werden soll, dass sie absolut berechtigt ist - 1909 kündigte Annie Besam für die verschiedensten Orte einen Vortrag an über das Wesen des Christus. Damals tauchte langsam auf, dass man ebenso heranklingen hörte die Idee von einem im Fleische kommenden Christus, und diese Idee wurde immer mächtiger und endlich zu dem, das Sie ja kennen. Und wenn in letzter Zeit das Urteil der außenstehenden Menschen sich zu noch Ungünstigerem gestaltet hat, so gehört zweifellos die Geschichte von dem im Fleische kommenden Christus hinzu, was in hohem Maße dies Urteil herbeigeführt hat. Nunmehr ist eine Tatsache geschaffen worden - auch im Gefolge jener Tatsache [bei Olcotts Tod] -, welche es heute unmöglich erscheinen lässt, das rein Verwaltungsmäßige und das Lehrhafte noch zu trennen. Es ist eine Tatsache, welche die Unmöglichkeit einer solchen Trennung herbeigeführt hat, und das ist die fatale Situation, in der wir heute in der gesamten Gesellschaft stehen. Das ist zunächst ja nur ein Symptom. Sie werden es in meinen Worten doch wohl angedeutet gefunden haben, dass ich Misses Besant nicht bestreite, sich zu ihrem Vertreter in Angelegenheiten des «Sterns des Ostens» zu ernennen, wen sie will. Nicht nur bestreite ich ihr dieses Recht nicht, sondern ich nehme es ihr bis zum jetzigen Augenblick nicht einen Moment übel, dass sie gerade Vollrath dazu ernannt hat. Das ist auch ihr gutes Recht, weil sie das Recht hat, über Vollrath eine andere Meinung zu haben als ich. Aber davon ist ja nicht die Rede gewesen, obwohl ich ganz sicher weiß, dass es in der nächsten Zeit heißen wird, als ob so geredet worden wäre, sondern von etwas anderem ist die Rede gewesen. Natürlich sehe ich nicht ein, warum jemand, der mir sagt, ich hätte silberne Löffel gestohlen, nicht Repräsentant sein kann für etwas anderes; aber das Faktum ist doch dieses, dass dadurch die Unmöglichkeit geschaffen worden ist, die Präsidentin zu vertreten, an ihrer Seite zu stehen, wenn sie es gerade in diesem Momente tut, wo ein solches Pamphlet erscheint. Denn dadurch wird man ja ein Recht haben - wenn die Präsidentin weiter vertreten wird, selbst wenn nur gesagt wird, was eine Tatsache ist, dass man sie liebt -, man wird ein Recht haben, mir zu sagen: So, du stehst an der Seite von Misses Besant, dann bist du ja mit ihr einverstanden; du bist mir ein schöner Kerl!  Das ist das Faktum, das vorliegt; oder man müsste auf der anderen Seite sagen: Misses Besant weiß das nicht. - Das ist aber nicht wahr, denn sie kennt den Fall ganz genau. In einem ausführlichen Brief musste ich Misses Besant diese Tatsachen mitteilen als Antwort auf einen Brief an sie von der anderen Seite [von Vollrath]. Außerdem würde jeder sagen: 'Wie steht es denn mit der Urteilsfähigkeit dieser Präsidentin, die du vertrittst, wenn sie nicht einsieht, dass sie das nicht tun kann? - Mit anderen Worten heißt das: Man ist vor eine unmögliche Situation gesetzt. Und vor eine solche werden wir alle Augenblicke gesetzt. Das ist geradezu jetzt die Signatur der Gesellschaft. Ich will gar nicht von dem Genueser Kongress sprechen, der auch eine unmögliche Situation bedeutet. Aber sehen Sie, wenn zwei Menschen die entgegengesetzte Anschauung von einem Podium aus vertreten, wie es 1909 in Budapest der Fall war, so geht das in einer Gesellschaft die aufgebaut ist auf gleichem Recht der Meinungen. Aber etwas anderes kann man nicht tun innerhalb einer Gesellschaft von Menschen. Ich will Sie zunächst fragen: Nehmen Sie an, Sie sind eingeladen und Sie bringen demjenigen, zu dem Sie eingeladen sind, jemanden mit, welcher Ihnen außerordentlich wertvoll ist. Sie legen einen großen Wert darauf, den Betreffenden mitzubringen. Sie kommen dann zu dem, bei dem Sie eingeladen sind, und der sagt: Von dem will ich nichts wissen, der geht mich nichts an. Ja, wie müssen Sie eine solche Sache auffassen? Als eine Art Beleidigung Ihrer Persönlichkeit. Es geht wohl kaum anders. Wenn Sie jemandem einen ändern vorstellen, der Ihnen wertvoll ist, und der andere lehnt ihn ab, so geht das nichi; da ist kein Verkehr möglich. Nehmen Sie an, es wäre zum Genueser Kongress gekommen: Dann wären wir in diesem Falle gewesen. Wir hätten, ganz gleich, was von den ändern vertreten wird, aus unserer Überzeugung heraus nicht einen Lehrgehalt, sondern einen Menschen, den Misses Besant mitgebracht hat - und doch nur aus dem Grunde, weil sie etwas ganz Besonderes in ihm sah, auch war hinlänglich dafür gesorgt worden, dass man das Besondere erfuhr - ablehnen, das heißt diesen Menschen ignorieren müssen. Jede andere Möglichkeit war ausgeschlossen. Wir wären auf diese Weise genötigt gewesen, die Präsidentin zu beleidigen. Wenn man die Dinge der Gesellschaft mit Persönlichem mischt, so kommt auch Persönliches heraus. Lehren können Sie das Entgegengesetzteste; aber wenn man Personen hinstellt, welche damit verflochten sind, dann ist uns das Faktum  gegeben, dass die Gesellschaft radikal in das Persönliche getrieben ist. Wie stimmt das zusammen mit dem, was einstmals Olcott gesagt hat: Es handelt sich nicht um H. P. Blavatsky, nicht um mich, sondern um die Sache, da dürfen gar keine Persönlichkeiten mitspielen? - Stimmt denn das, wenn man der Gesellschaft geradezu Persönlichkeiten als zu der Lehre gehörig auftischt? Ist da nicht mit dem Gesellschaftsprinzip in der unzweideutigsten Weise gebrochen? Ja - wenn auch unbewusst. Ebenso, wenn man die Brüderlichkeit so vertritt, wie es heute kritisiert wurde. Wo steht denn irgendwo etwas in jenen drei Punkten, die ursprünglich von H. P. Blavatsky und Colonel Olcott aufgestellt worden sind, dass eine solche Brüderlichkeit gepflegt werden soll, wie die Leute im Fall Vollrath sagen, es stünde im ersten Satz? Es steht aber darin, einen «Kern», also gar nicht einen allgemeinen Brei, sondern den Kern von brüderlich verbundenen einzelnen Menschen zu bilden, die die Aufgabe haben, Theosophie in die Welt zu tragen. Das ist etwas anderes, als wenn man sagt, man sei in erster Linie verpflichtet, Brüderlichkeit zu treiben. Die Brüderlichkeit ist etwas, was sich von selbst ergeben kann, über die man keusch schweigt; dann ist sie am meisten da. Wenn man laut von ihr redet, dann ist sie am wenigsten da. Es ist aber mit allen ändern Dingen zusammenhängend, dass eben dieser allgemeine Riihr-Brei nach und nach wie eine Satzungssache aufgekommen ist. Sehen Sie, damit habe ich Ihnen auch einige Tatsachen vorgesetzt. Aber es war vielleicht notwendig, von diesen Dingen zu sprechen, um die Meinung zu begründen, um das begründete Urteil hervorzurufen, dass wir jetzt doch ohne unser Zutun vor einer außerordentlich wichtigen Situation innerhalb der Gesellschaft stehen. Und das Einzige, was für mich selber das Maßgebende ist, bis zu diesem Augenblick, das ist, dass ich weiß - nicht inwiefern Sie es als berechtigt ansehen, dass ich so spreche, aber ich sage deshalb auch: Für mich ist es das Maßgebende -, es besteht einmal bei den Individualitäten, welche die Führenden unserer theosophischen Bewegung sind, die Meinung, dass man die Gesellschaft so lange halten soll, als es nur irgend geht! Und das ist es, was es mir schwierig macht, irgendeine unmittelbare Initiative anzuempfehlen zu irgendeinem Zerstören der Gesellschaft. Man könnte sagen: Gewiss, die Dinge, die damals waren, sind heute nicht mehr da - das würde nicht ganz richtig sein -, auf der andern Seite aber gilt doch, dass man mit dieser Gesellschaft etwas hat, was sich ergeben hat - nicht durch uns,  denn wir sind nicht hineingekommen, sondern dazugestoßen - aus der Begründung der theosophischen Bewegung der neueren Zeit. Sodass das Zerstören der Gesellschaft als solches jetzt in diesem Augenblicke ganz gewiss nicht das Richtige ist; sondern das Richtige ist das Positive. Und was dieses betrifft, so ist das schwieriger zu machen als das Negative, das ist ja bald gemacht, da bedarf es nur noch einer Entschließung. Ein Positives bedarf aber Taten, die nicht nur am Ausgangspunkt stehen, sondern die fortdauernd geschehen müssen. Das ist das Wesentliche, das uns klar sein muss; und da wird es sich damm handeln, dass wir zu solchen Dingen kommen, die wirklich positiv sind, das heißt, die in einer gewissen Weise stufenweise das ergeben, was eine Realisierung des schönen Wortes des Baron von Walken ist: dass der Inhalt sich den Rahmen jederzeit schafft, wenn der Inhalt da ist. Es ist aber immer notwendig, dass man den ersten Schritt macht. Nur scheint es mir, dass dies eine Sache ist, die außerordentlich wichtig und bedeutsam ist, und die nun wohl auch nicht so einfach vielleicht aufgefasst werden darf, als dies von mancher Seite geschieht. Deshalb erlaube ich mir, schon heute eins zu bemerken: dass ich genötigt sein werde, von dieser Stelle aus morgen, um elf Uhr etwa, Ihnen zu sprechen von einer Sache, die schon als solche existiert, die bei besonders feierlichen Gelegenheiten in der letzten Zeit schon eingerichtet worden ist, aber so, dass sie ja eine Art Gemeingut werden soll in einer ganz eigentümlichen Art. Das, was in dieser Richtung verkündet werden kann, wird morgen geschehen. Wir werden dann sehen, wie die Sache gemeint ist.  EIN ESOTERISCH-SOZIALER ZUKUNFTSIMPULS VERSUCH ZUR «STIFTUNG» EINER GESELLSCHAFT FÜR THEOSOPHISCHE ART UND KUNST Anspracbe uon Rudol/Steiner bei der Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Berlin, 15. Dezember 1911 (uormittags) Vorwort von Marie Steiner zu der 1947 uon ihr herausgegebenen, priuaten Veruielfiltigung mit dem Titel «Ein durch RudolfSteiner gegebener Zukunftsimpuls und u'as zunäcbst daraus geworden ist»: Es erscheint als eine dringende Pflicht im Hinblick auf die Schwere der Zeit und den geringen Rest des verfügbaren Lebens, von Dr. Steiners Impulsen und Worten das zu retten, was noch gerettet werden kann. Dazu gehört auch manches von dem, was er nur in intimem Kreise im ernsthaften Gespräch, bei gewissen Wendepunkten der Ereignisse über die weiteren Aufgaben und Arbeitsziele der von ihm inaugurierten Bewegung, gesprochen hat. Nachschriften liegen vor, doch nicht vollzählig und vollständig. Auch wenn sie Lücken aufweisen und vielleicht manche feinere Nuance nicht darin aufgefangen ist, so kann man trotzdem gut nachempfinden, wie mannigfaltig, der zugewiesenen Aufgabe entsprechend, die Ausdrucksweise jeweils ist - plastisch konturiert und fest, oder sich auflösend, durch die Sprache hindurch ahnen lassend ein Licht, das sich noch halb verhüllen muss, weil Worte nicht ausreichen. Es legt sich darüber wie ein leiser Flor, durch den aber die Impulse wirken können, welche in die Zukunft weisen. Richtkräfte für ein späteres Wirken legte er immer wieder in unsere Seelen, Zukunftskeime, die nach überstandenem Seelenschlaf sich lebendig würden entfalten kÖnnen; durch die Hetze des Alltags wurden sie nur zu oft verschüttet oder vom Wirbel der Ereignisse erfasst und weggefegt. Unter den Seelen, die solche Zukunftskeime hatten entgegennehmen dürfen, gab es gewiss manche, aus denen sie einst zu neuem Leben und Ringen würden erstehen können; aber auch solche, die dem steinigen Boden des Evangelium-Bildes gleich - ihnen zunächst keine Nahrung bieten würden. Nicht nur die Natur, auch die Seelen sind der organischen Gesetzmäßigkeit unterworfen. Einiges von dem, was geistig in sie hineinfällt, verhärtet oder verdirbt, anderes erweist sich  keimkräftig und wandelt sich um zu neuen Daseinsformen. Der Durchgang durch den Tod und das Untertauchen in das Chaos mit seinen durcheinandergewirbelten, wühlenden Kräften gibt die Gewähr für ein späteres Wiederaufleben des geistigen Einschlags durch Metamorphosen hindurch zu höheren Daseinsstufen. Im Mikrokosmos wie im Makrokosmos, im irdischen wie im planetarischen Dasein herrscht das Gesetz der Wandlung zu neuen Daseinsformen. Diesen Weg mitmachend und ihn je nach Rasse und Volkstum bildlich darlebend und erläuternd, haben die Religionen immer höhere Erkenntnisstufen erklommen, weltumfassend und dem Zeitenlauf gemäß hineinleuchtend in die verborgenen Tiefen. Als ein gewisser Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht worden war und zugleich die Gefahr der philosophischen Abstraktion eingetreten war, die alten Bilder und Zeichen nicht mehr genügten, um das neu pulsierende Leben einzufangen, vollzog sich der christliche Einschlag, der den großen Wendepunkt brachte. Doch als dieser aus dem Dunkel der Katakomben in die äußere Welt trat, begann auch die Gefahr seiner Verfestigung zu Dogmen, und die treibenden lebendigen Kräfte suchten sich neue Wege. Sie fanden sie in den Geheimgesellschaften, die sich der Autorität der Kirchenfürsten und den Konzilien-Beschliissen nicht beugen wollten; nun wurden sie als Häresie selbst verfolgt. Ihr vor der Außenwelt sich verhüllender Inhalt lebte sich wiederum dar in Zeichen und Symbolen. Sie gaben der Kunst einen neuen Einschlag, der zunächst durch die Werke der gotischen Baukunst in Erscheinung trat; organisches Wachstum der Pflanze - dem Steine eingegliedert. Auch in die Namen floss das neue Leben hinein; diese enthielten das, was die Seele als Richtkräfte aufnehmen soll, um sich gesund entwickeln zu können, bevor sie die Selbstständigkeit erreicht. Aber die Erziehung der Menschheit zur Selbstständigkeit, in welche die neu erweckte Ich-Kraft sich zu ergießen hatte, verlangte erst den Durchgang durch den abstrakten Intellektualismus, der die Seelen eine Zeit lang von ihrem geistigen Urquell trennte, damit sie, durch die Kälte der Isolierung hindurchgehend, das höhere Ich ergreifend, sich im Geiste würden wiederfinden können. Das Wissen von der Natur, losgelöst vom Geiste, gibt der Seele keine Aufrichtekräfte mehr. Damit dies erlebt und erkannt werde, mussten Geister Welten brechen. Inmitten zerschlagener Welten stehen wir nun; ein neues Suchen nach Lösung der Schicksalsrätsel hat begonnen. Diesem Suchen und Fragen kann das Lebenswerk Rudolf Steiners Antwort  geben. Er beherrschte den Umfang der heutigen exakten Wissenschaft; er kann uns auch den Geist enthüllen, der hinter ihr verborgen kraftet und in die alten Namen einst hineingeheimnisst war. Durch ihn vermögen wir die impulsierenden Kräfte zu erahnen, die hinter den Namen liegen. Rettungsplanken für den unvermeidlich sich nahenden Schiffbruch waren uns so gereicht worden, die zu ergreifen und zu benutzen wir nicht reif genug waren. Die Seelen waren nicht wach genug, waren noch in den alten Vorstellungen befangen. Die in sozialer Hinsicht gemachten Versuche stießen auf die härtesten Widerstände vonseiten der äußeren Welt. Ein gewaltiger Schmerz kann uns ergreifen, wenn wir sehen, wie wenig wir in der Lage waren, das Gebotene fruchtbar zu machen und geeignete Werkzeuge zu sein für den Feuergeist des in der Not gesandten Helfers. Auf den Trümmern zerschlagener Welten stehend, müssen wir nun versuchen, das erhaltene und nicht genügend feurig ergriffene Wort uns aus überbliebenen Nachschriftresten zum Bewusstsein zu bringen; durch individuelle Arbeit es zum Menschheits-lch emporhebend. Rudolf Steiner versuchte nicht nur auf den Wegen der Philosophie und Wissenschaft uns zur Freiheit zu führen, sondern auch durch Erziehung innerhalb des esoterischen Lebens, die das alte Abhängigkeitsverhältnis vom Lehrer allmählich umwandeln würde in den Impuls der Freiheit und der Verantwortung vor dem Geiste. Seelen, die sich im Geist verankert fühlen, müssen geprüft werden. Solche selbstersehnte Prüfung ruft immer ein beschleunigtes Karma hervor; es muss auch das ans Lichi; was sich noch gern vor sich selbst verhüllen möchte. An solchen Prüfungen scheiterten oft die aus tiefen kosmischen Gründen geholten Versuche geistiger Mächte, die zum Ziel haben, die Menschheitsentwicklung auf eine höhere Stufe zu heben. So war es bei der Französischen Revolution, so auch vor den Weltkriegen unseres Jahrhunderts. Zu einem ganz kleinen Kreis seiner Schüler hatte Rudolf Steiner zuerst von solchen Zukunftsaufgaben gesprochen und die Seelen hinzulenken versucht auf die Bedeutung jener fernen Aufgaben, die aus einem von der Selbstsucht frei gewordenen Menschen-Wollen erwachsen müssen. Er wiederholte diese Worte vor einem größeren Kreis, den er anlässlich der Generalversammlung am 15. Dezember 1911 berief. Es geschah dies nicht innerhalb der Verhandlungen der Generalversammlung selbst; er erklärte, dass dies außerhalb ihres Programmes geschähe. Er begann diese Ansprache in einer besonders feierlichen und eindrucksvollen Weise. Es  ist dies vielleicht der Grund, dass der erste Teil der Ansprache nur notiert, aber nicht mit seinen Worten wiedergegeben ist. Er betonte, dass der Inhalt dieses Vortrages ganz unabhängig sei von allem bisher Gegebenen. Es handle sich sozusagen um eine direkte Mitteilung aus der geistigen Welt. Es sei wie ein Ruf, der an die Menschheit herangebracht werde, - dann wird abgewartet, welches Echo ihm entgegenkommt. Solch ein Ruf geschähe in der Regel drei Mal. Verhalle der Ruf auch das dritte Mal ungehört, so sei er für lange Zeiten wieder in die geistige Welt zurückgenommen. Einmal sei dieser Ruf bereits an die Menschheit herangebracht worden, leider fand er kein Echo. Dieses sei das zweite Mal. Es handelt sich um rein geistige Dinge. Mit jedem vergeblichen Male werden die Bedingungen und Verhältnisse schwieriger. Fortsetzend, was als Merkworte in der Nachschrift erhalten ist, sagte er: Meine lieben Freunde! Es obliegt mir zunächst, in diesem Augenblicke eine Intention aus dem engeren Kreis derjenigen, die schon davon wissen, hinauszutragen in Ihren weiteren Kreis. Und bevor dies geschieht, lassen Sie mich einige Worte vorausschicken. Ausdrücklich soll aber hervorgehoben werden, dass dasjenige, was jetzt gesagt wird, in keinerlei Zusammenhang steht mit dem, was in dieser Generalversammlung vorausgegangen ist, oder was sonst irgendwie sich bezieht auf die bisherigen Verhandlungen - wodurch ja nicht ausgeschlossen ist, wenn Neigung dazu sich finden sollte, darauf in späteren Verhandlungen Rücksicht zu nehmen. Wenn wir heute in der Welt Umschau halten, so werden wir uns sagen müssen: Die gegenwärtige Welt ist eigentlich voller Ideale. Und wenn wir uns fragen: «Ist die Vertretung dieser Ideale vonseiten derjenigen, die an sie glauben und sich in den Dienst dieser Ideale stellen, eine aufrichtige und ehrlicheh, so werden wir in sehr vielen Fällen zu antworten haben: «ja, das ist der Fall! Es ist der Fall eben mit jenem Glauben und jener Hingabe, deren die einzelnen Menschen fähig sind> Wenn wir nun fragen: «Wie viel wird gewöhnlich verlangt, wenn eine solche Vertretung von Idealen durch irgendjemanden - sei es ein Einzelner, sei es eine Gesellschaft - ins Leben gerufen wirdh, so werden wir aus der Beobachtung des Lebens heraus uns die Antwort zu geben haben: «In den meisten Fällen wird sozusagen alles verlangt; vor allen Dingen aber wird verlangt, dass das aufgestellte Ideal eine absolute, unbedingte Anerkennung  finde» Und es liegt fast immer der Aufstellung eines solchen Ideales das zugrunde, dass man für ein solches Ideal eben verlangt die absoluteste Zustimmung. Und gewöhnlich bringt man das Nicht-Erfolgen einer solchen Zustimmung zum Ausdruck in irgendeiner abfälligen Kritik über den Nicht-Zustimmenden. Mit diesen Worten sollte charakterisiert werden, wie das Prinzip einer Zusammengliederung von Menschen sich nun einmal auf ganz naturgemäße Weise im Laufe der Menschheitsentwicklung ergeben hat, und es soll an der Berechtigung eines solchen Prinzipes in diesem Augenblicke in keiner Weise ein Zweifel laut gemacht werden. Aber es soll hier nun eine Möglichkeit vor Sie hingestellt werden, um zu alledem, was innerhalb der Zusammengliederungen von Menschen, Gesellschaften, Vereinen und so weiter angestrebt worden ist in der Welt, etwas hinzuzufügen, was eigentlich nicht in Worten ausgedrückt werden kann, da dasjenige, was man sagen kann, niemals maßgebend sein kann für die Richtigkeit einer solchen Sache. Nach dem, was der Mensch zu denken vermag, kann er in dem Augenblick, wo er das Gedachte äußert, durch die Äußerung selbst gezwungen werden, in einen Widerspruch zu verfallen mit der Wirklichkeit. Es muss gerade in diesem Augenblicke manches gesagt werden, was nicht in Übereinstimmung steht mit vielem, was in der Welt Geltung hat. So muss gesagt werden: Es ist möglich, dass das Bekenntnis zu einer Sache nicht länger mehr wahr sein kann, wenn dieses Bekenntnis ausgesprochen wird. Ein einfaches Beispiel möchte ich angeben, aus dem Sie ersehen können, dass die Gefahr vorliegen kann, einfach durch das Aussprechen einer Sache unwahr zu werden. Und ich möchte, dass das simple, einfache Beispiel, das ich gebe, aufgefasst werde in Übereinstimmung mit den rosenkreuzerischen Prinzipien seit dem 13. Jahrhundert. Nehmen wir an, es drückt jemand seinen Zustand der unmittelbaren Gegenwart dadurch aus, dass er sagt: ·jch schweige», so ist das etwas, was unbedingt nicht wahr sein kann, dass er keine Wahrheit damit sagt. Dann aber bitte ich Sie, meine lieben Freunde, sich klarzumachen, dass die Möglichkeit vorliegt, durch das wörtliche Bekenntnis einer Sache diese Sache bereits selber zu negieren. Denn aus dem, was hier durch das einfache, simple Beispiel Ach schweige» zum Ausdruck gebracht ist, können Sie schließen, dass es auf Unzähliges in der Welt anwendbar ist und immer wieder und wieder vorkommen kann.  Was folgt nun aber aus einer solchen Tatsache? Es folgt daraus, dass die Menschen, wenn sie in irgendeiner Weise sich zusammenschließen wollen, um dieses oder jenes zu vertreten, in einer außerordentlich schwierigen Lage sind, dass die Menschen mit dem Teuersten, was sie haben, sich überhaupt nicht zusammenschließen können, ausgenommen wenn die Gründe, warum sie sich zusammenschließen, solche sind, welche nicht der Sinnenwelt, sondern der übersinnlichen Welt angehören. Und wenn wir verstehen, was wir in uns aufnehmen konnten im Laufe der Zeit aus alledem, was aus dem neueren Okkultismus hervorgeholt worden ist, so werden wir einsehen, dass es eine unbedingte Notwendigkeit ist für die nächste Zukunft, gewisse Dinge dieses Okkultismus zu vertreten, sie vor die Welt hinzutragen. Daher muss gegenüber allen Prinzipien von Gesellschaften, gegenüber allen Organisationen, die bisher möglich waren, der Versuch gemacht werden mit etwas völlig Neuem, mit etwas, was ganz und gar aus dem Geiste desjenigen Okkultismus heraus geboren ist, von dem in unserem Kreise so oft gesprochen wird. Dies aber kann nicht anders getan werden als dadurch, dass einmal der Blick gewendet werde einzig und allein auf etwas Positives, einzig und allein auf erwas, das schon als ein Reales in der Welt da ist und was als solches gepflegt werden kann. Realitäten aber sind ja in unserem Sinne nur diejenigen Dinge, die in erster Linie der übersinnlichen Welt angehören. Denn die ganze sinnliche Welt stellt sich uns dar als Abbild der übersinnlichen Welt. Daher wird einmal der Versuch gemacht werden, der ein solcher ist, wie sie gemacht werden müssen aus der übersinnlichen Welt heraus: der Versuch, eine Gemeinschaft von Menschen nicht zu begründen, sondern zu stiften. Ich habe schon einmal bei einer anderen Gelegenheit den Unterschied zwischen Begründung und Stiftung hervorgehoben; es war vor vielen Jahren einmal. Es ist dazumal nicht verstanden worden und es hat seit jener Zeit kaum jemand über diesen Unterschied nachgedacht. Daher sahen auch diejenigen geistigen Mächte, welche vor Sie hingestellt werden unter dem Symbolum des Rosenkreuzes, bisher hinweg über das Hinaustragen dieses Unterschiedes in die Welt. Es muss aber neuerdings - und diesmal in einer energischen Weise der Versuch gemacht werden, ob es gelingt, auch bei einer Gemeinschaft, die nicht begrijndet sondern gestiftet wird, einen Erfolg zu erzielen. Wird dieser Erfolg nicht erzielt, nun, so ist er wieder für eine Weile gescheiten.  Daher soll Ihnen in diesem Augenblicke verkündet werden, dass unter denjenigen Menschen, die sich in entsprechender Weise dazu finden werden, gestiftet werden soll eine Arbeitsweise, welche durch die An und Weise der Stiftung zum direkten Ausgangspunkt hat diejenige Individualität, die wir seit den abendländischen Vorzeiten mit dem Namen Christian Rosenkreutz belegen. Dasjenige, was heute schon über diese Stiftung gesagt werden kann, das bleibt präliminarisch. Denn was bisher gestiftet werden konnte, bezieht sich nur auf einen Teil dieser Stiftung, die in einem umfassenden Sinne, wenn die Möglichkeiten gegeben sind, in die Welt treten soll. Das, was bisher gestiftet werden konnte, bezieht sich auf die eine Abteilung, auf den einen Zweig dieser Stiftung, nämlich auf die künstlerische Vertretung des rosenkreuzerischen Okkultismus. Der erste Punkt, den ich Ihnen mitzuteilen habe, ist dek dass unter dem unmittelbaren Protektorat jener Individualität, die wir bezeichnen mit dem Namen, den sie während zweier Inkarnationen für die Außenwelt hatte, dass unter dem Protektorat dieser Individualität Christian Rosenkreutz als Stiftung ins Leben treten soll eine Arbeitsweise, welche zunächst dadurch sich charakterisieren will, dass sie für einige Zeit, für die nächste Zeit, den provisorischen Namen tragen soll: ·Gesellschaft für theosophische Art und Kunst>. Dieser Name ist nicht der definitive, sondern es wird ein definitiver Name an die Stelle treten, wenn in entsprechender Weise die ersten Vorbereitungen für das Hinaustragen dieser Stiftung in die Welt haben gemacht werden können. Dasjenige, was umfassen soll die «theosophische Am, das ist aber noch völlig im Keimzustande, denn es wird sich erst darum handeln, dass noch die Vorbereitungen dazu getroffen werden, die zu einem Verständnis führen können dessen, was damit gemeint ist. Das aber, was unter dem Begriff der theosophischen Kunst gefasst werden kann, hat ja in mannigfaltiger Weise schon einen Anfang genommen durch unsere Versuche bei den Aufführungen in München, und vor allen Dingen einen bedeutungsvollen Anfang genommen durch den Versuch unserer Stätte in Stuttgart und einen weiteren bedeutungsvollen Anfang in Bezug auf das Verständnis einer solchen Sache gerade durch die Begründung des Johannes-Bauvereins. Das ist alles etwas, das einen Anfang genommen hat. In Bezug darauf ist etwas da, dem als in einer gewissen Weise Erprobtem die Sanktion erteilt werden darf. Es handelt sich darum, dass innerhalb des Arbeitskreises eine rein geistige Aufgabe erwachen soll, eine Aufgabe, welche sich erschöpfen  wird in einer geistigen Arbeitsweise und in dem, was resultiert aus einer solchen geistigen Arbeitsweise. Und es handelt sich darum, dass niemand unter einem anderen Gesichtspunkte Mitglied werden kann dieses Arbeitskreises, als allein dadurch, dass er irgendwelchen Willen hat, für das Positive der Sache seine Kräfte einzusetzen. Sie werden vielleicht sagen: Ich spreche mannigfache Worte, die vielleicht nicht ganz verständlich sind. Das muss so sein bei einer solchen Sache wie die, um welche es sich dabei handelt, denn die Sache muss erfasst werden in ihrem unmittelbaren Leben. Nun, dasjenige, was schon geschehen konnte innerhalb dieser Stiftung, besteht eigentlich darin, dass nach rein okkulten Grundsätzen ein zunächst ganz kleiner, winzig kleiner Kreis geschaffen wurde, welcher seine Verpflichtung darin sehen soll, mitzuwirken an dem, worum es sich dabei handelt. Dieser winzig kleine Kreis ist zunächst so beschaffen, dass mit ihm ein Anfang gemacht werden soll für diese Stiftung, um in einem gewissen Sinne dasjenige, was unsere geistige Strömung ist, von mir selber abzulÖsen und ihr einen eigenen, in sich selbst begründeten Bestand zu geben, einen in sich selbst begründeten Bestand! Sodass also zunächst dieser kleine Kreis mit der Sanktion vor Sie hintritt, dass er als solcher seine Aufgabe empfangen hat, vermöge seiner eigenen Anerkennung unserer geistigen Strömung, und dass er in einer gewissen Weise das Prinzip der Souveränität des geistigen Strebens, das Prinzip des Föderalismus und der Selbstständigkeit alles geistigen Strebens als die unbedingte Notwendigkeit für die geistige Zukunft sieht, und es in der Art, wie er es für angemessen hält, in die Menschheit hineintragen soll. Daher werde ich selbst innerhalb der Stiftung, um die es sich handelt, nur zu gelten haben als der Interpret zunächst der Grundsätze, die als solche nur in der geistigen Welt allein vorhanden sind, als Interpret desjenigen, was auf diese Weise zu sagen ist über die Intentionen, die der Sache zugrunde liegen. Dagegen wird zunächst ein Kurator bestellt für die äußere Pflege dieser Stiftung. Und da mit den Ämtern, die zunächst kreiert werden, nichts anderes verbunden ist als Pflichten, keine Ehren, keine Würden, so ist es unmöglich, dass bei dem richtigen Verständnis der Sache irgendwelche Rivalitäten oder andere Missverständnisse sogleich auftreten können. Es wird sich also darum handeln, dass von der Stiftung selber Fräulein von Sivers als Kurator zunächst anerkannt wird. Diese Anerkennung ist keine  andere als diese, welche aus der Stiftung selbst heraus interpretiert wird; es gibt keine Ernennungen, sondern nur Interpretationen: Fräulein von Sivers wird als Kurator der Stiftung interpretiert. Und es wird in der nächsten Zeit ihre Aufgabe sein, dasjenige zu tun, was getan werden kann im Sinne dieser Stiftung, um für dieselbe einen entsprechenden Kreis von Mitgliedern zu werben - nicht im äußerlichen Sinne, sondern nur so, dass sie herankommen lassen wird an sich diejenigen, welche den ernstlichen Willen haben, in dieser Arbeitsweise mitzutun. Im weiteren Sinne werden kreiert innerhalb dieses einen Zweiges dieser unserer Stiftung eine Anzahl von Nebenzweigen. Und zu führenden Persönlichkeiten dieser Nebenzweige - insofern dieselben bisher bestehen - werden wiederum einzelne innerhalb unserer geistigen Bewegung erprobte Persönlichkeiten mit den entsprechenden zugehörigen Verpflichtungen hingestellt werden. Auch das ist zunächst eine Interpretierung, in der Weise, dass übertragen wird das Amt der Führung eines solchen einzelnen Nebenzweiges einer Persönlichkeit. Interpretiert werden für diese einzelnen Nebenzweige je ein Archidiakon. Wir werden haben einen Nebenzweig für allgemeine Kunst. Zum Archidiakon wurde im kleinen Kreis publiziert für allgemeine Kunst - und zwar geschah das in ausdrücklicher Anerkennung dessen, was diese Persönlichkeit im Laufe der letzten Jahre für diese allgemeine theosophische Kunst getan hat: Fräulein von Eckardtstein. Weiter wurde publiziert zum Archidiakon für Literatur provisorisch der Kurator Fräulein von Sivers. Weiter wurde publiziert, dass Archidiakon für Kunst der Architektur sein soll unser Freund Herr Doktor Felix Peipers; für Kunst der Musik unser Freund Herr Adolf Arenson; für Malerei unser Freund Herr Hermann Linde. Es ist ja die Arbeit, um die es sich da handeln soll, eine im Wesentlichen innere, und es wird zum ersten Mal dasjenige vor die Welt treten sollen, was in absoluter Freiheit gehaltene Arbeit besonders dieser einzelnen Persönlichkeiten ist. Es wird notwendig sein, dass in einer gewissen Weise ein Zusammenschluss derjenigen, die zu dieser Arbeitsweise gehören, erfolgen kann; dieser Zusammenschluss wird erfolgen müssen in einer ganz anderen Weise als das bisher der Fall war bei irgendwelchen Organisationen. Und wir werden brauchen einen Überwacher dieses Zusammenschlusses. Zum Überwachen dieses Zusammenschlusses wird kreiert die Stelle des Konservators, die als Amt zunächst übertragen wird Fräulein Sophie Stinde. In Verbindung stehen wird mit diesem  Zusammenschluss selber die Art, wie der Zusammenschluss zu erfolgen hat. Das alles erfordert noch Arbeit in der nächsten Zeit; sie wird noch geleistet werden müssen. Damit aber die An des Zusammenschlusses, mit anderen Worten das Prinzip der Organisation, wird erfolgen können, in die Welt treten können, haben wir notwendig einen Siegel-Konservator. Zum Siegel-Konservator wurde publiziert Fräulein Sprengel, während Sekretär sein wird Doktor Carl Unger. Das ist zunächst der kleine, winzige Kreis, um den es sich handelt. Betrachten Sie ihn nicht als irgendetwas, was unbescheiden in die Welt treten will und sagt: «Da bin ich nun», sondern betrachten Sie ihn als etwas, was nichts anderes sein will als ein Keim, um den herum sich die Sache selbst gliedern kann. Sie wird sich zunächst so gliedern, dass bis zum kommenden Dreikönigstage eine Anzahl von Mitgliedern dieser Gemeinschaft interpretiert sein werden; das heißt, es werden bis dahin eine Anzahl von Mitgliedern die Verständigung bekommen haben, dass sie zunächst gebeten werden, ihren Anschluss besorgen zu wollen. Sodass für die allererste Zeit die aller-weitestgehende Freiheit in dieser Beziehung gesichert werden soll dadurch, dass der Wille, Mitglied zu werden, von niemand anderem ausgehen kann als von dem Betreffenden selbst, der Mitglied werden will. Und die Tatsache, dass er Mitglied ist, wird dadurch herbeigeführt, dass er zunächst als solches Mitglied anerkannt wird. Das bezieht sich nur auf das Allernächste, nur für die Zeit bis zum nächsten Dreikönigstag, dem 6. Januar 1912. So also haben wir in dieser Sache etwas vor uns, was ja durch seine Eigenart eben sich schon verrät als etwas, was aus der geistigen Welt herausfließt. Es wird weiter sich dadurch als aus der geistigen Welt fließend darstellen, dass die Mitgliedschaft lediglich immerzu nur beruhen wird auf der Vertretung und auf der Anerkennung geistiger Interessen und auf der Ausschließung alles, alles PersÖnlichen. Es besteht hier eine Abweichung von älteren okkulten Grundsätzen, die bei dieser Verkündigung gemachtwird, und diese Abweichung besteht gerade in der Tatsache dieser Verkündigung. Daher wird kein Gebrauch gemacht werden von jener Behauptung, die etwa vorläge bei einem Menschen, wenn er sagen würde, indem er dies auf die Gegenwart bezieht: Ach schweige» Die Sache wird ja verkündet; und im Vollbewusstsein, dass sie verkündet wird, soll dies geschehen. Aber in dem Augenblick, wo jemand zeigt, dass er in irgendeiner Weise kein Verständnis hat für diese  heutige Verkündigung, wird ihm ja selbstverständlich durchaus nicht in irgendeiner Weise nahegelegt werden können, einer solchen Arbeitsweise - ich sage nicht einer Gesellschaft oder dergleichen - anzugehören. Denn es kann nichts anderes geben als den absolut freien Willen, einem solchen Kreis, einer solchen Arbeitsweise anzugehören. Sie werden aber sehen, dass, wenn so etwas zustande kommen sollte — wenn also unsere Zeit durch ihre Eigentümlichkeit schon zulässt, dass so etwas zustande kommt -, dass dann wirklich im Sinne der Anerkenntnis des geistigen Grundsatzes gearbeitet werden kann; des Grundsatzes, dass nicht nur aller Natur und aller Geschichte, sondern auch allem in die Welt tretenden menschlichen Tun die geistige, übersinnliche Welt zugrunde liegt. Und Sie werden sehen, dass es für jeden ordentlichen Menschen unmöglich sein wird, einer solchen Gemeinschaft anzugehören, wenn er nicht mit dieser Gemeinschaft als solcher einverstanden ist. Wenn Sie meinen, es sei etwas recht Merkwürdiges, was da gesagt worden ist, dann bitte ich, nehmen Sie es so, dass es mit dem vollen Bewusstsein geschehen ist, dass dabei alles eingehalten wird, was zu den Gesetzen, zu den ewigen Gesetzen des Daseins gehört. Und zu den ewigen Gesetzen des Daseins gehört auch, dass man die Prinzipien des Werdens in Betracht zieht. Man kann, meine lieben Freunde, schon in diesem Augenblick gegen den Geist dessen, was da geschehen soll, sündigen, wenn man jetzt in die Außenwelt hinausgeht und sagt: Da ist dies oder jenes gegründet worden. Nicht nur, dass überhaupt nichts gegründet worden ist, sondern es liegt die Tatsache vor, dass, eine Definition zu geben dessen, was getan werden soll, in keiner Stunde möglich sein wird, denn alles soll in fortwährendem Werden sein. Und was eigentlich durch das, was heute gesagt worden ist, geschehen soll, das kann man jetzt nicht beschreiben, davon kann man jetzt keine Definition, keine Schilderung geben und alles, was man darüber sagen würde, würde in dem Momente unwahr sein. Denn es beruht das, was geschehen soll, nicht auf Worten, sondern auf Menschen, und nicht einmal auf Menschen, sondern auf demjenigen, was diese Menschen tun werden. Es wird in einem lebendigen Flusse, einem lebendigen Werden sein. So wird denn auch heute als Grundsatz nichts anderes aufgestellt als der eine Grundsatz, der darin besteht: Anerkennung der geistigen Welt als der Grundwirklichkeit. Alle weiteren Grundsätze sollen im Werden der Sache erst geschaffen werden. Wie ein Baum im nächsten Augenblicke nicht mehr das ist,  was er vorher war, sondern Neues angesetzt hat, so soll diese Sache wie ein lebendiger Baum sein. Niemals soll dasjenige, was diese Sache werden soll, durch dasjenige, was sie isg in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden können. Wenn also irgendjemand das, was damit als ein Anfang bezeichnet worden ist, als diese oder jene Begründung, diese oder jene Sache draußen in der Welt definieren wollte, dann würde er unmittelbar unterliegen der gleichen Unwahrheit, die da liegt in dem Ausdruck Ach schweige», wenn er ihn bezieht auf den Zustand, in dem er ist und die Worte gebraucht «Ich schweige». Der also, der in irgendeiner Weise diese oder jene Worte gebraucht, um die Sache zu charakterisieren, der sagt unter allen Umständen etwas nicht Richtiges. Sodass also zunächst es lediglich darauf ankommt - denn es wird alles im Werden sein -, dass die Persönlichkeiten sich zusammenfinden, die so etwas wollen. Lediglich darauf kommt es an, dass diejenigen Persönlichkeiten sich zusammenfinden, die so etwas wollen. Dann wird die Sache schon weitergehen! Aus alledem, was gesagt worden ist, können Sie entnehmen, dass die Sache dann schon weitergehen wird. Sie wird sich im tiefsten Prinzip unterscheiden auch von dem, was die Theosophische Gesellschaft ist. Denn kein Einziges der Merkmale, die heute ausgesprochen worden sind, können für die Theosophische Gesellschaft gelten. Ich musste über diese Sache sprechen aus dem einfachen Grunde, weil ja auch vor die Öffentlichkeit unserer Theosophischen Gesellschaft diejenigen Dinge schon hingetreten sind, welche mit dieser Stiftung in einem organischen Zusammenhänge stehen und weil durch diese Stiftung - im Sinne von Intentionen, die wahrlich nicht in der physischen Welt liegen und die wahrlich nichts mit Ahriman zu tun haben - ein ideell-spirituelles Gegengewicht geschaffen werden muss gegen alles dasjenige, was nun schon einmal mit einer Gründung in der äußeren Welt verbunden ist. Lediglich also in dieser Beziehung kann eine Relation, ein Verhältnis gesehen werden mit dem, was schon da ist, dass dieser Zweig unserer Stiftung, der Zweig für theosophische KunsL etwas leisten soll, was ein Gegengewicht ist für das, was auf dem physischen Plan mit Ahrimanischem verknüpft ist. Damit wird gehofft, dass ein vorzügliches Exempel geschaffen wird durch das Vorhandensein dieses Zweiges unserer Stiftung - und der andere Zweig wird in entsprechender Weise seine Dienste tun -, weil tatsächlich aus spirituellen Welten hereinfließen muss in unsere Kultur  dasjenige, was als Kunst innerhalb der theosophischen Bewegung - wenn wir diesen Ausdruck heute gebrauchen - figurieren soll. Es muss so sein, dass überall das spirituelle Leben als die Grundlage dessen, was wir tun, ganz dasteht. Es wird unmöglich sein zu konfundieren, zu verwechseln mit dieser ideell-spirituellen Bewegung irgendwelche Bewegungen, die von der äußeren Welt herkommen und sich etwa auch als «Theosophische Bewegung» bezeichnen und mittun wollen. Es wird sich darum handeln, dass überall der Boden, auf dem wir stehen, das Spirituelle ist. Dies wurde ja versucht bei den Festspielen in München, beim Logenbau in Stuttgart - in den Grenzen zunächst, in denen es bei den jetzigen Verhältnissen möglich ist -, aber es wurde überall so versucht, dass das spirituelle Moment das Maßgebende war. Das ist die conditio sine qua non, die Bedingung, ohne welche nichts geschehen soll [Lücke in den Mitschriften]. Diejenigen, welche schon ein wenig eingedrungen sind in das, um was es sich handelt, werden mich in dieser Beziehung verstehen. Diese Worte sind gesagt weniger wegen des Inhaltes, als wegen der Richtlinien, die gegeben werden sollten. Nachwort uon Marie Steiner zu der von ihr herausgegebenen Vervielfältigung: Als nach Ablauf des Jahres und dem nächsten Dreikönigstage keine weiteren Nominationen bekannt gegeben wurden, erging vonseiten eines Zuhörers die Anfrage an Rudolf Steiner, wann dies geschehen würde. Er erwiderte: Dass dieses nicht geschehen sei, wäre auch eine Antwort. Das Jahr 1912/13 war überlastet von den Auseinandersetzungen mit Annie Besant, ihrer Verkündigung des neuen Messias und ihrem nun auch in Deutschland sich betätigenden «Stern des Ostensm Durch die Anhänger der von Rudolf Steiner inaugurierten abendländischen geistigen Bewegung wurde von der Präsidentin eine präzise Stellungnahme bei den stattfindenden Auseinandersetzungen, gemäß der in München und Budapest getroffenen Abmachungen, gefordert, statt ihres Ausweichens, ihres Versteckspiels und Hinter-dem-Rücken-Handelns. Träger dieser Forderung wurde der um 1912 mit Mitgliedern aus vielen Ländern gegründete «Bund», dem 1913 die Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft folgte, nachdem der Ausschluss der deutschen  Sektion durch die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft vollzogen war. Inzwischen war durch die Nominierung des intimen Kreises auf manchen Gebieten weitergearbeitet worden: Im Johannesbau-Verein, in der Fertigstellung des Stuttgarter Gesellschafts-Hauses, in den sogenannten Kunst- und Volkszimmern Münchens und Berlins, einer von Fräulein Sophie Stinde ausgegangenen Initiative. Die geistig hervorragendste Publikation war die des Seelenkalenders, entstanden aufgrund einer Zusammenarbeit Dr. Steiners mit Fräulein von Eckardtstein; die wunderbar durchsichtigen Nuancen der Sprache lassen hier wirklich Geist und Seele ineinanderfließen und mit der Natur eins werden. Manches andere suchte eine ruhige Entfaltung in die Zukunft hinein. Doch es kam der Weltkrieg und die damit verbundenen Erschütterungen, die tief hineingriffen in die äußeren Lebensumstände und die gegenseitigen Beziehungen der zu den verschiedensten Nationen gehörenden Mitglieder in Dornach. Man versuchte, das Wogen des Blutes nach Kräften zu überwinden, aber hin und wieder gab es Erschütterungen und Entgleisungen. Die für Dornach aufregendste Krise war die des Sommers 1915. Es trat ein Dr. Gösch in den Vordergrund, ein typischer Pathologe und Vertreter der Psychoanalyse. Er redete sich ein, dass ihm der Siegelbewahrer die Augen geöffnet habe über Versprechungen, die Dr. Steiner gäbe und nicht halte. Dies legte er nach psychoanalytischer Methode in einer Broschüre dar. Zugleich schrieb er Dr. Steiner einen Brief, in dem er seine Theorien aufgrund der ihm vom Siegelbewahrer gemachten «Enthiillungen» entwickelte. Der Siegelbewahrer hätte die ihr mit diesem Namen zugewiesene Aufgabe nicht anders verstehen können als in einem sehr persönlichen Sinn. Sie fühlte sich als die Inspiratorin des von Dr. Steiner der Menschheit gegebenen geistigen Lehrgutes. Da sie außerdem in München die Rolle der Theodora in den Mysterien-Dramen Rudolf Steiners gespielt hatte, zog sie daraus als Konsequenz den Beweis eines symbolisch gegebenen Ehe-Versprechens, auf dessen Erfüllung sie «sieben Jahre» gewartet habe. Ihre vielen, um diesen Punkt sich drehenden, anklagenden Briefe gaben dem Dr. Gösch Gelegenheit, eine psychoanalytische Abhandlung im Freud'schen Sinne zur Beleuchtung ihres Falles zusammenzustellen. Ihm selbst war ja längere Zeit wegen seines krankhaft nervösen Zustandes die Freud'sche Behandlung zuteil geworden und hatte sein Wesen tief infiziert. Sein offener Anklagebrief gab nun  die Veranlassung zu zahlreichen, innerhalb der Gesellschaft streng und genau durchgeführten Verhandlungen, durch welche die Mitgliedschaft sich Klarheit über diesen Fall verschaffen sollte. Nachschriften darüber sind vorhanden und gaben auch die Grundlage für das als Sondernummer der Zeitschrift ·Anthroposophie» in Stuttgart herausgegebene Buch: ·Anthroposophie und Psychoanalysem Hier sei nur das erwähnt, was sich bezieht auf den Fall Sprengel - alias Proserpina - alias Theodora - alias Siegelbewahrer, und sich bei ihr in so mystisch-persönlicher Weise als Größenwahn darlebte. Freilich hatten sich bei ihr noch vor dem Kriege Symptome der Selbst-überheblichkeit schon geltend gemacht. An diesem unglücklichen Größenwahn scheiterte die Möglichkeit der weiteren Nominierungen in den aus acht Persönlichkeiten bestehenden Kreis. Der eine Stein war herausgefallen durch egoistische Selbstüberhebung und dem Hineingeraten ins MystischAbwegige. Der Siegelbewahrer sprengte das Siegel im allergewöhnlichsten menschlichen Sinne. Die Notwendigkeit des Heranziehens der Frau als aktive Mitarbeiterin an den Kulturaufgaben der Zukunft ist unabweislich und wird erreicht werden müssen trotz des Scheiterns dieser Bemühungen in einzelnen Fällen. - So erging es uns mit dem Siegelbewahrer. Über diesen Fall drückt sich Dr. Steiner bei einer Ansprache während der sogenannten Krise des Jahres 1915 in folgender Weise aus: «Es ist einmal zur Herbsteszeit verkündigt worden, dass, weil gewisse unmögliche Symptome in unserer Gesellschaft sich zeigten, es notwendig geworden sei, eine gewisse engere Gesellschaft noch zu begründen, wobei ich zunächst versucht habe, einer Anzahl von nahestehenden und in der Gesellschaft längere Zeit lebenden Persönlichkeiten gewisse Titel zuzuschreiben, indem ich von ihnen voraussetzte, dass sie im Sinne dieser Titel selbstständig wirken würden. Ich habe dazumal gesagt: Wenn etwas geschehen soll, so werden die Mitglieder bis zum Dreikönigstage etwas hören. Es hat keines etwas zu hören bekommen, und es geht daraus hervor, dass die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst überhaupt nicht besteht. Das ist eigentlich selbstverständlich, da niemandem eine Mitteilung gemacht worden ist. Wie es selbstverständlich ist, dass die Mitteilung ergangen wäre, wenn die Sache realisiert worden wäre. Die Art und Weise, wie die Sache in einem bestimmten Falle aufgefasst worden ist, machte sie unmöglich. Es war ein Versuch>  Der Kreis der Nominierten, als innere esoterische Angelegenheit, war zersprengt; draußen tobte der Weltkrieg; in Dornach ging die praktische Arbeit trotz der äußeren Umstände nicht weniger intensiv weiter. Durch die Abberufung so vieler Künstler und Helfer an die Fronten fiel in starkem Maße die Last der Arbeit auf die Frauen. Nur wenige Männer hatten Zurückbleiben kÖnnen, darunter Hermann Linde. Die Frauen aber standen ihren Mann. Vom frühen Morgen an erklang das Hämmern und Meißeln im Bau aus Edelholz, der aus dem Beton-Unterbau herauswuchs, empor zu den sich wölbenden Kuppeln. Den Außen- und Innenwänden entwuchsen die organisch bewegten Formen, durchwärmt und durchwelk von der sie durchfurchenden Menschenhand. Im Innenraum erhoben sich die Säulen mit ihren Sockeln und Kapitälen, ihren Architraven, an deren Abschluss sich die beiden Kuppeln ineinanderfügten, so die Symbolik des seelischen Erlebens von der des kosmischen zugleich trennend und verbindend. Um Hermann Linde herum gruppierten sich die Maler und deren Helfer. Dr. Steiner hatte die Motive für die Bemalung der Kuppeln entworfen, deren Abbildungen uns erhalten sind in den Reproduktionen von Alinari. Mit Fleiß und Eifer wurden neue GrundierungsmöglichKelten durchgeprobt, durch welche die Wirkung der Pflanzenfarben sich zu strahlender Leuchtkraft entfalten konnte; eifrig wurden von einer Gruppe von Helfern die Pflanzen gerieben, aus denen die neuen Farben für die Kuppelbemalung entstehen sollten. Die für die wöchentlichen Eurythmie-Vorführungen entworfenen Programme gaben Gelegenheit, persönliche Phantasie zu entwickeln und sich zu schulen an den von Dr. Steiner zu diesem Zweck entworfenen Vorlagen. In Deutschland hatte das Arbeitsgebiet, welches dem den Kreis sprengenden Siegelbewahrer zugewiesen war, sehr bald einen mehr als vollgültigen Ersatz gefunden in der Person des Fräulein Bertha Meyer. Sie konnte in den Monaten, die wir während der Kriegsjahre in Deutschland zubrachten, des Öfteren aus Bremen nach Berlin kommen, um sich in der von ihr technisch beherrschten Kleinodienkunst durch die Ratschläge Dr. Steiners zu vervollkommnen. Eine glückliche Gelegenheit zu neuen Anregungen gab die reichhaltige Edelsteinsammlung eines aus dem Orient zurückgekehrten Mitglieds. Es wurden daraus Steine gewählt, deren Leuchtkraft und innere Substanz besonders hervorgehoben werden sollten durch eine ihrem Wesen und Material entsprechende Fassung.  Es war ein eigentümliches Erleben, die Hand durch deren Fülle gleiten zu lassen und durch das kühle Rieseln der Steine das Eindringen ihrer Kräfte in den eigenen Ätherleib zu erfühlen. Dieser Griff in die Kühle des Steinreichs und die fast aufregend wirkende Glut des im Feuer schmelzenden Metalls, besonders des Goldes, brachten das Elementare der Naturkräfte eindringlich zum Bewusstsein. Die von Dr. Steiner für die Mysterienspiele gezeichneten Siegel ergaben die Grundlage für das geistige Studium dieser prädestinierten Siegelbewahrerin, die uns so viele vorbildliche Werke ihrer Kunst hinterlassen hat. Der Tod hat sie uns entrissen in dem Moment, da in Dornach eine Stätte für ihr Wirken, eine Kleinodienschule, hätte eingerichtet werden können. An diesen Siegeln erprobten sich auch die Formkräfte der von den ätherischen Impulsen getragenen und bewegten Eurythmie und der in Verbindung mit ihr neue Wege suchenden musikalischen Kunst, die nun über das innere Erleben des Dur und Moll hinaus, über die Quint hinüber, im Ton die Ursprungskräfte erhaschen wollte, denen sie ihr Dasein verdankL so den Weg abtastend zum verlorenen Worte hin. Der von Dr. Steiner geschaffene neue architektonische Stil, der die Bewegung des Pflanzenwesens in sich aufgenommen hatte, und sich nicht von der Außenwelt abschloss, sondern sich ihr weit öffnete, musste diesem Prinzip auch in der Behandlung seiner Glasfenster treu bleiben. Farbenfluten mussten in den Raum hineinströmen; ihr nach dem Regenbogen hin differenzierter, aber jeweilig einheitlich gehaltener Grundton brachte das Schweben und Weben der sich durchkreuzenden Lichtfärbungen in den Raum hinein. Die Zartheit der Nuancen wurde noch intensiviert durch die verschiedene Dichtigkeit des Glases, die sich während des Schleifens und Radierens der Motive in das Glasmaterial ergab; ihr geistiger Inhalt bezog sich auf den Einweihungsweg des Menschen bis in die Zukunft hinein. Während die Motive der großen und kleinen Kuppel den makrokosmischen und mikrokosmischen Entwicklungsweg der Menschheit bis zu seiner Icherfiillung hin verfolgten. Die Kunst des Schwarz-Weiß in einer von Dr. Steiner neu angegebenen Strichführung entwickelte sich neben der des Eindringens in die Welt der schöpferischen Farben. Und alle diese, aus den verschiedensten Elementen sich ergebenden künstlerischen Möglichkeiten, lebten auf in der Kunst des gesprochenen Wortes, der Sprachgestaltung, welche die Ursprungskräfte des verloren gegangenen «Wortes» erahnen und bis zu  einem gewissen Grade ergreifen ließ. Durch das Geringe, was dabei in strenger Arbeit erreicht worden ist, konnte etwas von dem erfüllt werden, was Dr. Steiner als Aufgabe der von ihm inaugurierten geistigen Bewegung bezeichnet hatte; die um Goethe und Schiller sich rankende vergessene Geistesströmung neu lebendig in die Kultur wieder einfließen zu lassen. In der Fülle der von ihm empfangenen Impulse haben wir gelebt. Er selbst ist uns 1925 durch den Tod entrissen worden. Mit dem Tode hat er den unermesslichen Reichtum seiner Gaben bezahlen müssen. Von seiner anfeuernden geistigen Kraft sind wir belebt und getragen worden. Durch Leid und Prüfung, durch Betäubung und moralische Abdunklung hindurch müssen wir nun die Wege zur inneren Freiheit und Selbstständigkeit suchen, für die er ein Verständnis in uns hat erwecken wollen. Möge es uns vergönnt sein, sie zu finden.  BUNDESGRÜNDUNG Bericht von Carl Unger in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellscbaft (Hauptquartier Adyar), herausgegeben uon Mathilde Scbolb, Nr. 13/1912 Die Rede, welche Herr Baron von Walken im Anschluss an die Generalversammlung der Deutschen Sektion und über seine «Erfahrungen auf Vortragsreisen in Skandinavien und England» am 14. Dezember hick, traf bei den versammelten Freunden auf eine Stimmung, welche unter der Wirkung der Vorgänge bei dieser Generalversammlung nach einem Ausdruck drängte. Stand die Generalversammlung selbst unter dem Zeichen, dass die geistige Bewegung, die vor zehn Jahren von Herrn Dr. Steiner inauguriert wurde, in der Theosophischen Gesellschaft dem einzigen damals zur Verfügung stehenden Rahmen, mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, so wies Herr Baron von Walken auf die Hindernisse, welche die ausländischen Freunde finden, die sich vereinigen wollen, um im Sinne dieser geistigen Bewegung zu arbeiten. Im Anschluss an diese Rede gab Herr Dr. Steiner durch Darstellung einer Anzahl von Tatsachen aus der Geschichte der Deutschen Sektion Ausführungen, welche eine Erklärung boten für die Schwierigkeiten, welche dieser Geistesströmung innerhalb und außerhalb Deutschlands erwachsen mussten. Bei der auf den folgenden Tag (15. Dezember) angesetzten Aussprache über diese Angelegenheiten konnte Herr Baron von Walken Mitteilungen machen von dem Willen der ausländischen Freunde, eine Form zu finden, durch die es möglich ist, unbehindert von allen entgegenstehenden Einflüssen, geistige Arbeit im Sinne rosenkreuzerischer Geisteswissenschaft zu pflegen. Dies sollte erreicht werden durch Gründung eines unabhängigen Bundes, der alle wahren Freunde dieser Arbeit innerhalb und außerhalb Deutschlands umfasst. Zugleich richtete er die Frage an Herrn Dr. Steiner, ob er das Lehramt in einem solchem Bund zu übernehmen bereit sei, und ob den Mitgliedern der Zutritt zu den Veranstaltungen innerhalb der deutschen Bewegung offenstehen könnte, zu denen seither nur die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft zugelassen sind. Beide  Fragen konnten bejaht werden, falls der Bund in positiver Weise begründet würde, und die anschließende Aussprache ergab den einstimmigen Beschluss, zur Gründung des Bundes ein vorläufiges Arbeitskomitee zu bestellen, an dem alle anwesenden ausländischen Freunde sowie die Vorstandsmitglieder der Deutschen Sektion teilnehmen sollten. Zum Vorsitzenden dieses vorläufigen Komites wurde der Unterzeichnete gewählt. Die auf den folgenden Tag (16. Dezember) verabredete KomiteeSitzung verlief in der Weise, dass der Vorsitzende die im Folgenden dargestellten Gesichtspunkte vortrug, die als Ausdruck der Stimmung der voraufgehenden Verhandlungen anzusehen waren, mit der Bitte, dass sich jeder Teilnehmer an der Sitzung einzeln äußern möge zu diesen Gesichtspunkten. Sollte sich eine größere Anzahl der Teilnehmer auf diese Gesichtspunkte vereinigen können, so sei der Bund als von diesen gegründet zu betrachten, naturgemäß mit Einstimmigkeit. Es ergab sich die namentliche Zustimmung von allen mit Ausnahme eines Teilnehmers, der sich zuwartend verhalten wollte." So wurde in jener Stunde der Bund gegründet mit folgenden Grundsätzen: Der Bund, der seinen Namen noch zur gegebenen Zeit empfangen soll, stellt sich zur Aufgabe, alle diejenigen zu vereinigen, welche rosenkreuzerische Geisteswissenschaft pflegen wollen. Dies soll erreicht werden durch eine Organisation, welche auf Vertrauen und Verantwortung gegründet ist, zunächst ohne geschriebene Satzung, sondern in möglichster Annäherung an das, was im geistigen Sinne hierarchische Ordnung genannt wird. Die Verteilung der Verantwortung ist so gedacht, dass sich das Gründungskomitee verantwortlich fühlt gegenüber der geistigen Strömung, welcher der Bund dienen will. Diejenigen der Komiteemitglieder, die sich zur Übernahme der Verantwortung für ein größeres Gebiet der Arbeit bereit erklärt haben, tragen diese Verantwortung gegenüber dem Komitee. Es obliegt diesen «Garanten», Arbeitsgruppen zu bilden, für welche sie eben die Verantwortung tragen; andererseits besitzen sie für die von ihnen übernommenen Kreise die vollkommenste Freiheit. Die einzelnen Garanten können natürlich ihre Verantwortung wieder auf andere Persönlichkeiten übertragen oder verteilen, sich Vertreteg Mitarbeiter und so weiter angliedern, ganz nach eigenem Ermessen, um die Arbeit im Sinne der Geistesströmung des Bundes zu ermöglichen. " Er hat unterdessen seine Zustimmung nachgeholt.  Die Gründer des Bundes haben das Vertrauen, dass die Geistesströmung, der sie dienen wollen, in vielen Herzen so starke Wurzeln geschlagen hat, dass sich der Bund als ein geeigneter Rahmen für diese Geistesströmung erweisen möge. Alle sind willkommen, die sich mit ihnen im Geiste dieser Strömung zur Arbeit vereinigen wollen; sie mögen sich, um ihren Anschluss zu vollziehen, an einen der unten aufgeführten Garanten wenden. Diese Darstellung von der Entstehung des Bundes wird gegeben, um von vornherein Missverständnisse nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Bund hat weder nach Form, noch nach Inhalt das Geringste mit der Theosophischen Gesellschaft zu tun; seine Mitglieder mögen der Theosophischen Gesellschaft angehören oder nicht; er will den Bestand der Deutschen Sektion in keiner Weise gefährden; er ist überhaupt nicht im Gegensatz zu irgendetwas gegründet worden, sondern in durchaus positiver Weise zur Pflege einer ganz bestimmten Geistesströmung, der rosenkreuzerischen Geisteswissenschaft, und er sucht sich eine Form, wie sie dem Inhalt dieser Geistesströmung entspricht. Die ganze Gründung mit ihrer vorläufigen Form ist aufzufassen als ein Versuch, diejenigen zu sammeln, die sich mit den Grundsätzen des Bundes einverstanden erklären können. Es wurde zu diesem Zwecke eine Zentralstelle geschaffen, wo die Resultate dieses Versuchs gesammelt werden sollen. Es wurde verabredet, bei den Veranstaltungen in München im nächsten Sommer, wo eine größere Anzahl von Freunden versammelt sein wird, zu prüfen, inwieweit eine dauernde Organisation geschaffen werden kann. Garanten innerhalb des deutschen Sprachgebiets: Basel, Herr Dr. Grosheintz. Berlin, Fräulein von Sivers, Frau von Bredow, Herr Kiem, Fräulein Mücke, Herr Tessmar, Herr Seiler. Kassel, Herr Dr. Noll. KÖln, Fräulein Scholl, Frau Noss. Düsseldorf (Haus Meer), Frau Smits. Elberfeld, Herr von Damnitz. Hamburg, Frau Wandrey, Herr Kolbe, Herr Hubo. Klagenfurt, Herr Ritter von Rainer. Leipzig, Frau Wolfram.  München, Fräulein Stinde, Gräfin Kalckreuth, Herr Graf Lerchenfeld, Herr Dr. Peipers. Nürnberg, Herr Bauer. Stuttgart, Fräulein Völker, Herr Arenson, Herr del Monte, Herr Dr. Uriger. Zürich, Herr Professor Gysi. Zentralstelle: Für die außerdeutschen Länder: Herr Baron von Walken, Stuttgart, Landhausstraße 63 II. Für das deutsche Sprachgebiet: Fräulein M. von Sivers, Berlin, Motzstraße 17. Herr Dr. Carl Unger, Stuttgart, Landhausstraße 63 III. Die Garanten sowie die Mitglieder der Zentralstelle sind bereit, jede Auskunft über den Bund zu geben. Stuttgart, den 31. Dezember 1911, Dr. Carl Uriger  ZUSAMMENKUNFT ANLÄSSLICH DER ANGEKÜNDIGTEN ELFTEN GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT BERLIN, 2. FEBRUAR 1913, WILHELMSTRASSE 92/93, ARCHITEKTENHAUS Benicht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft (Theosophischen Gesellschaft), herausgegeben uon Mathilde Scbolh, Nr. 1/1913 Um 10 '/4 Uhr eröffnet Herr Dr. Rudolf Steiner die Versammlung mit folgenden Worten: «Anstelle der elften Generalversammlung der Deutschen Sektion, die ich, wie Sie vernehmen werden, logischerweise, angesichts der vorgefallenen Tatsachen, abzuhalten nicht mehr in der Lage bin, eröffne ich hiermit die Versammlung der theosophischen Freunde, die hier anwesend sind. Ich bitte die Worte ins Auge zu fassen, dass ich logischerweise nicht mehr die Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft Deutscher Sektion, angesichts der vorgefallenen Tatsachen, hier eröffnen kann. Dasjenige, was vorgefallen ist, wird ja Gegenstand der Verhandlung sein; dasjenige, was ich Ihnen vor allem anderen zu sagen habe, ist das, was ja auch in den vorhergehenden Jahren nicht gebunden war an irgendeine äußere Organisation, sondern an unser theosophisches herzliches Zusammenfühlen. Und aus diesem theosophischen herzlichen Zusammenfühlen begrüße ich Sie auch an diesem unserem heutigen Versammlungstage. Es steht zu hoffen, dass dieses herzliche, schÖne Band, das uns vereinigt hat so manches Jahr, uns auch diesmal vereinigen wird, soweit wir Verständnis haben für dasjenige, was wir gewollt haben. Und aus dem Gefühl dieses Vereinigtseins lassen Sie mich in wenigen Worten nur die herzliche Begrüßung ausdrücken, in wenigen Worten, weil wir heute noch mancherlei zu tun haben werden und die folgenden Verhandlungen möglichst bald beginnen sollten. Dasjenige, was ich gerne möchte, das ist, dass wenigstens vielleicht in einen einzigen Akt nicht hereinleuchte so mancher finstere Strahl, der  später hereinleuchten könnte; das ist, dass wir angesichts der Schwierigkeiten unserer Verhandlungen gleich im Beginne diesmal derjenigen gedenken, welche, seit wir das letzte Mal hier versammelt waren, als unsere lieben theosophischen Freunde den physischen Plan verlassen haben. Ich brauche ja, nachdem Jahre hindurch über die Gefühle und Empfindungen in solchen Fällen gesprochen worden ist, heute nicht besonders zu betonen, dass für den richtig empfindenden Theosophen der Übergang eines Menschen von einem Plan zu dem anderen eben nur ein Wechsel der Daseinsform ist, und dass, da wir uns verbunden fühlen durch Bande, die nicht an einen Plan gebunden sind, diese Bande zu unseren lieben theosophischen Freunden auch die gleichen bleiben, wenn diese genötigt sind, den einen Plan mit einem ändern zu vertauschen. So werden diejenigen, die von uns gegangen sind, an uns ihre liebenden Freunde haben, so werden wir an ihnen liebende Freunde besitzen, indem wih wo wir nur können, unsere Gedanken hinlenken zu denen, zu denen sie so oftmals gehen durften, als sie noch mit uns arbeiteten auf dem physischen Plan. In erster Linie habe ich zu gedenken eines Mitgliedes, das lange Jahre in unserer Mitte theosophisch gearbeitet hat, so, dass ihr liebes gutes Herz allüberall intime liebende Freunde ihr zugetragen hat, Frau Mia Holm, die nach schmerzlichem Krankenlager uns im verflossenen Sommer verlassen hat. Diejenigen, welche Gelegenheit gehabt haben, das schöne poetische Talent von Mia Holm auf sich wirken zu lassen, wissen ganz besonders, wie bedeutsam es wah diese Persönlichkeit in unserer Mitte zu haben, und wie wir allen Grund haben, fort und fort dieser Persönlichkeit zu gedenken, soweit wir uns mit ihr verbunden fühlen. Es gibt viele unter uns, die Mia Holm innig liebten, die auch innige Liebe hatten zu ihrer poetischen Begabung, zu ihrer ganzen liebenswerten Persönlichkeit. An zweiter Stelle sei mir gestattet, zu nennen nicht nur ein langjähriges Mitglied unserer theosophischen Arbeit, sondern gewissermaßen die älteste Theosophin, die wir überhaupt hatten, unsere liebe Frau Bontemps in Leipzig. Sie gehörte unserer Denkweise und Gesinnung so sehr mit ihrem ganzen Herzen an, dass man, wenn man mit ihr sprach, auch das Gewöhnlichste, das von ihren Lippen kam, durchdrungen fühlte mit theosophischer Empfindung und Herzlichkeit. Und diejenigen, welche Frau Bontemps näher kennengelernt haben, wissen zu schätzen ihr gutes  Herz, ihren in so vieler Beziehung großen und umfassenden Charakter, ihre so leicht die Herzen der Menschen berechtigterweise gewinnende theosophische Gesinnung. Es war mir tief befriedigend, dass ich noch in den letzten Zeiten, als sie noch auf dem physischen Plan weilte, ihr manches Wort zusprechen konnte, als sie ihr Krankenlager nicht mehr verlassen konnte. Und wie so manches Wort, das ich in ihren gesünderen Tagen mit ihr sprechen konnte, so werden mir auch die Gespräche unvergesslich sein, die ich an ihrem letzten Krankenlager mit ihr führen durfte. Zu gedenken habe ich des Fräuleins [Clara Brandt], die durch einen bedauerlichen Unglücksfall diesen Sommer ihr Leben auf dem physischen Plan geendet hat. Ich betone ausdrücklich, weil Missverständnisse vielfach sich verbreitet haben, dass es sich bei Fräulein [Brandt] handelt um einen ganz natürlichen Tod, veranlasst durch einen Schwächezustand, der das Unglück, ihren unglücklichen Sturz, herbeigeführt hat; es handelt sich um nichts anderes als um einen ganz natürlichen Tod. Wir gedenken ihrer, wie sie viele Jahre in Treue, trotz mancher Schwierigkeiten, an der theosophischen Sache gehangen hat, wie diese theosophische Sache dasjenige aus ihrer Seele machte, was sie hier sein wolke. Vieler treuer, lieber Freunde, sowohl zuletzt noch vor ihrem Tode gewonnener als auch durch lange Jahre bei uns weilender Freunde, habe ich zu gedenken. Wollte ich alles hier aussprechen, was mir auf dem Herzen liegt, so würde eine sehr lange Rede aus dem werden, was nur einen Wert hat, wenn wir alle eine liebevolle Gesinnung zum Ausgangspunkt unserer Gedanken an die hinübergegangenen Freunde machen. So habe ich zu gedenken eines langjährigen Mitgliedes, des Herrn Leo Ellrich aus der Leipziger Loge. So [habe ich] zu gedenken eines besonders schmerzlich berührenden Todes, weil wir nicht nur in diesem Falle schmerzlich berührt sind davon, dass die betreffende Tote den physischen Plan verlassen hat, sondern auch zurückgelassen hat den tieftrauernden Gatten, der unser liebes Mitglied ist. Wenn wir die schöne Art betrachten, wie Frau Doktor [Roesel], die der Bielefelder Loge angehörte, sich in die theosophische Bewegung hineingefunden hat, wie sie hineinstrebte, wenn wir dessen gedenken, dann machen wir uns ganz bestimmt zu Mitempfindern unseres lieben Freundes Herrn Doktor [Roesel], der ein so treues, viel beliebtes Mitglied ist. Zu gedenken habe ich zweier Baseler Freunde, die in ihrem engeren Kreise sehr geschätzt und geliebt wurden, der beiden Mitglieder Gottlieb  [Hiltboldt] und Wilhelm Vockroth. Sie waren treue, liebe, aufopferungsfähige, theosophische Mitarbeiter. Zu gedenken habe ich ferner jenes Mannes, der aus dem nicht nur durch physische Leiden schmerzlichen Dasein mit dem Tode abgegangen ist, unseres Freundes Hugo [Boitze] in Eisenach. Die meisten unserer Freunde kennen Hugo [Boitze]; er hatte wirklich recht viel zu leiden, und wir waren ihm in Treue und Liebe zugetan und werden es bleiben. Nach siebenjährigek sehr leidvoller Krankheit musste diese Krankheit zum Tode führen. Wir stehen ihm so gegenüber, dass wir die besten, liebevollsten Gedanken ihm sicherlich nachsenden werden. Wir haben ferner zu gedenken eines lieben Freundes, der, nachdem er Heilung gesucht hatte in einer südlichen theosophischen Kolonie, doch nicht am physischen Leben erhalten werden konnte, des Herrn Hans Schellbach. Es braucht nur gesagt zu werden, dass er seine theosophische Gesinnung, so wie er sie im Leben jederzeit bewiesen hat, bis zum letzten Atemzuge treu bewahrt hat. Dass sie ihm heilsame Arznei war, dass er hing an der Theosophie so, dass sie ihm jene Kraft war, die den Menschen aufrechterhalten kann in den glücklichsten sowohl wie in den leidvollsten Augenblicken des Lebens. Zu gedenken habe ich eines Freundes, dessen Tod in einer gewissen Beziehung etwas außerordentlich Tragisches hat, der innig befreundet war mit einem, dem theosophischen Leben nahestehenden Kreise, des Herrn Georg Bauernfeind. Es würde hier nicht am Platze sein, zu sprechen über Einzelheiten des Lebens unseres Freundes, es soll nur gesagt werden, dass Theosophie dazu führen kann, dass wir in unseren Empfindungen eine jede An des Suchens, eine jede An des geistigen Erlebens verstehen, und dass wir auch dieses Mannes letzten Todesweg verstehen werden. Ferner habe ich zu gedenken eines Mannes, der viel Theosophie in seiner Gesinnung hatte, den aber nur wenige kennenlernten, Mister Meakin, der im Oktober vorigen Jahres hinweggegangen ist vom physischen Plan, nachdem er längere Zeit immer intensiver und intensiver mit uns gearbeitet hat. Fräulein [Bloecker], Frau Major Herbst, Frau Marty, auch ihrer habe ich zu gedenken. Wenn sie auch weniger hervorgetreten sind in unserer Bewegung, so sind wir doch nicht weniger dazu berufen, uns über den Tod hinaus mit ihnen vereint zu fühlen. Wir wissen ja, meine lieben theo sophischen Freunde, wie unauflöslich unser Band bleibt mit denjenigen, die den physischen Plan durch den Tod verlassen haben, von denen wir wissen, dass sie eine andere Lebenssphäre betreten haben. So sei denn in diesem Augenblicke der Vereinigung der Ausgangspunkt genommen zu dem, dass Sie in dem zuletzt ausgesprochenen Sinne sich verbunden fühlen mit diesen von uns gegangenen Freunden, dass Sie sich auch in Zukunft mit diesen Freunden in Verbindung fühlen werden. Diese liebevollen Gedanken und Empfindungen, die wir zu unseren dahingeschiedenen Freunden senden, wollen wir ausdrücken, indem wir uns von unseren Sitzen erheben.» - Die Versammlung ehrt das Andenken der genannten Personen durch Erheben von den Sitzen. Herr Dr. Steiner: «Meine lieben theosophischen Freunde! Zunächst ist eine Anfrage eingelaufen, die ich zu beantworten habe als eine Anfrage zur Geschäftsordnung. Die Anfrage lautet: Wird der Vorstands-Beschluss vom 8. Dezember 1912, die Mitglieder des ·Ordens vom Stern des Ostens> aus der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft auszuschließen, als perfekt geworden angesehen, ohne dass die Generalversammlung als solche darüber abgestimmt und sich damit einverstanden erklärt hat? H[ermann] Ahner Ich möchte nur ein paar Worte zu dieser Anfrage hinzufügen. Ich möchte sagen, dass der Beschluss, die Mitglieder des <Stern des Ostens> ohne Weiteres auszuschließen, in dieser Fassung vom Vorstande niemals gefasst worden ist, sondern dass die Mitglieder des <Stern des Ostens> gebeten worden sind, auszutreten, widrigenfalls der Vorstand sich genötigt sehen würde, sie auszuschließen. Nun war aber eine Anfrage eines Mitgliedes des <Stern des Ostciis> eingelaufen, die dahin ging, ob ein solches Mitglied in dem Falle dann noch da bleiben dürfe in der Versammlung, und ob ich wünsche, dass dieses Mitglied einige freundliche Worte an die Generalversammlung richte. Ich habe geantwortet, dass ich eigentlich genug habe, mich irgendwie in die Angelegenheiten der Generalversammlung einzumischen, und dass die Generalversammlung darüber zu bestimmen haben werde. Es hat sich dann während meiner Abwesenheit der Vorstand genötigt gesehen, an die Delegierten nun selber die Anfrage zu richten, ob sie wünschen, dass Mitglieder des <Stern des Ostens> der  heutigen Generalversammlung beiwohnen. Darauf haben die Delegierten fast ausnahmslos geantwortet, dass sie nicht wünschten, dass Mitglieder des <Stern des Ostens> anwesend sind. Ich war also nach dieser Kundgebung der Delegierten nicht mehr berechtigt, den Mitgliedern des <Stern des Osl£t1s> die Generalversammlung zu öffnen. Und was auch an Entstellungen in der Welt geleistet worden ist, diejenigen, die prüfen wollen, werden sehen, dass ich niemals anders gehandelt habe, denn als Vertreter, als ausführendes Organ der Deutschen Sektion. Als Generalsekretär wollte ich niemals dem eigenen, sondern stets nur dem Willen der Sektion folgen. Des Weiteren aber ist zu sagen, dass in ganz sinngemäßer Weise, nachdem ich die Sache lange überlegt habe, weil die Sache gar nicht mehr anders sein kann, ich nicht mehr in der Lage bin, überhaupt noch die elfte Generalversammlung der Deutschen Sektion abzuhalten, sondern nur an ihrer Stelle abzuhalten eine Versammlung unserer Freunde, weil logisch eine Deutsche Sektion nicht mehr besteht. Nach dem Vorstandsbeschlüsse von gestern ist es nicht mehr mÖglich, diese Versammlung in der An abzuhalten, wie die bisherigen Generalversammlungen abgehalten worden sind. Damit entfällt aber überhaupt die Möglichkeit, diese heutige Versammlung anzufechten. Ich werde diese Versammlung hinterher als eine Urversammlung behandeln. Daher ist zu bedenken, ob überhaupt noch eine Veranlassung vorliegt, in dieser Versammlung zu entscheiden, ob der Vorstandsbeschluss, die Mitglieder des <Stern des Ostens> auszuschließen, ausgeführt werden soll oder nicht> - Es wird nun dieser Vorstandsbeschluss verlesen. Theosophische Gesellschaft, Deutsche Sektion. An die verehrten Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, welche Mitglieder des <Sternes des Osrens· sind. Die Unterzeichneten sind verpflichtet, Ihnen hierdurch die Mitteilung zu machen, dass der am 8. Dezember 1912 zu außerordentlicher Sitzung versammelte Vorstand den unten angeführten Beschluss gefasst hat. Dieser Beschluss ist nicht wegen etwa bestehender Meinungsverschiedenheiten oder voneinander abweichender Standpunkte gefasst, die selbstverständlich in der Theos[ophischen] Ges[ellschaft] repräsentiert sein können, sondern lediglich aus dem Grunde, weil die ArL wie die Leitung des <Sternes des Os[ens> sich zur Deutschen Sektion gestellt hat, dieser ganz unvereinbar erscheint mit dem ersten Paragraf der Satzungen der  Theos[ophischen] Ges[ellschaft]. Wenn also etwa gesagt würde, die Deutsche Sektion schließe gewisse Meinungen und Standpunkte aus, so muss dies von vorneherein als eine Unrichtigkeit bezeichnet werden. Der oben erwähnte Beschluss lautet: Der Vorstand der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft betrachtet die Zugehörigkeit zum Orden des Star of the East (Stern des Ostens) als unvereinbar mit der Mitgliedschaft der Theosophischen Gesellschaft und bittet die Mitglieder des Star of the East (Stern des Ostens), aus der Theos[ophischen] Ges[el1schaft] auszutreten. Der Vorstand der Deutschen Sektion wird sich gezwungen sehen, Mitglieder, welche dieser Bitte nicht entsprechen, aus der Deutschen Sektion auszuschließen.· Im Auftrage des Vorstandes der Deutschen Sektion [der] T[heosophischen] G[esellschaft]. Der Generalsekretär. Der Sekretär. [Herr Dr. Steiner:] «Die Delegierten haben sich ja bereits mit diesem Beschluss einverstanden erklärt, aber wenn Herr Ahner darüber sprechen will, so steht ihm das natürlich frei.» Herr Ahner: ·Ich finde keinen Grund, weshalb die Mitglieder des <Stern des Ostens> ausgeschlossen sein sollten. Die Theosophische Gesellschaft, die alles umfassende Gesellschaft, hat Plätze für alle. Deshalb ist es mir nicht sympathisch, solche Leute auszuschließen, die ein höheres Leben hineinbringen wollen und ein höheres Leben anregen. Ich weiß nicht, weshalb Sternmitglieder ausgeschlossen werden. Ich weiß nicht, inwiefern der Vorstand ein Recht dazu hat. Ich möchte wissen, ob dieser Vorstandsbeschluss überhaupt rechtskräftig ist. Ich selber bin kein Sternmitglied, aber ich bedaure, nicht zu verstehen, und ich begreife nicht, weshalb das geschehen soll, weshalb Disharmonien da sein sollten. Ich will also den Ausschluss nicht von meinem Standpunkt aus, Sie können ja natürlich darüber anders denken. Mir ist das zuwider, entschieden unsympathisch, wenn wir unsere Brüder in allen Menschen sehen und dann diese in liebloser Weise ausschließen. Ich habe darüber nichts weiter zu sagen, es ist weiter nichts als eine Anfrage gewesen, auf die eine Antwort ja auch schon erfolgt ist. Ich habe weiter nichts darüber zu sagen.» Herr Dr. Steiner: «Wüiiünschen Sie eine Abstimmung dariiber?»  Herr Ahner: «ja, wenn es möglich ist.» Herr Dr. Steiner: «Da eine Abstimmung stattfinden soll, bitte ich die Delegierten, sich zu erheben, die für die Ausschließung der Sternmitglieder sind.» Es wird abgestimmt. Mit Ausnahme von Herrn Ahner sind die Delegierten für die Ausschließung. Herr Dr. Steiner: «Das ist zweifellos die Majorität, wenn auch die Stimmen noch nicht gezählt sind. Zur Vorsicht möchte ich aber, dass auch noch die gesamte Versammlung darüber abstimmt. Abstimmung> - Mit Ausnahme von fünf sind alle für die Ausschließung. Herr Dr. Steiner: «So bin ich nicht in der Lage, da ich mich auch diesmal lediglich als ausführendes Organ betrachte, den Beschluss des Vorstandes rückgängig zu machen und die Mitglieder des <Stern des Ostens> jetzt noch rufen zu lassen. Meine lieben theosophischen Freunde! Mit einem gewissen Schmerz, den viele von Ihnen vielleicht mitfühlen werden, welche die Jahre hindurch mit mir gearbeitet haben, beginne ich diese Auseinandersetzung. Gedenken muss ich dabei selber jenes Momentes, wo wir vor einer Reihe von Jahren mit einer geringen Anzahl von Freunden geschritten sind hier in dieser Stadt zur Begründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Wir schritten damals zur Begründung dieser Sektion, weil wir vor uns hatten das Ideal und die Absicht, innerhalb der Theosophischen Bewegung zu arbeiten für dasjenige, was wir als hohe Güter der Menschheitsentwicklung ansehen. Mit Empfindungen, welche lediglich darauf hinausliefen, treulich zu arbeiten auf dem angedeuteten Felde, so schritten wir dazumal in diese Bewegung hinein. Es wurde dazumal ein Vorstand gewählt in der ersten, konstituierenden Generalversammlung. Es sind ja nicht alle mehr, die damals gewählt wurden, innerhalb des Vorstandes; es sind auch nicht alle mehr auf dem physischen Plan. Die erste Schwierigkeit, welche uns erwuchs, nachdem mir mancherlei Schwierigkeiten vorangegangen waren, war diese, die ausging von einem Manne, der auch jetzt wiederum mit den Schwierigkeiten innerhalb der Deutschen Sektion innerhalb der Theosophischen Gesellschaft begonnen hat. Nachdem dazumal Doktor Hiibbe-Schleiden von uns als sozusagen einer der Veteranen der theosophischen Bewegung bereitwilligst in den Vorstand gewählt worden war, begann er nach wenigen Wochen Brief nach Brief zu schreiben, und mit all diesen Briefen war wirklich  nichts anzufangen. In den Briefen, die zum Teil der Sektionsgriindung vorangingen, zum Teil folgten, waren solche wie zum Beispiel der, welcher den Inhalt hatte: Man solle den Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, das Adyar-Präsidium, in seiner Macht beschränken, anstelle desselben eine An von Areopag von Mitgliedern einsetzen, der an der Spitze autonomer Landesgesellschaften steht, sodass in keiner Weise hineingeredet werden könne von einem Präsidium aus. Eine ganz republikanische Gestaltung der Theosophischen Gesellschaft wünschte damals Doktor Hübbe-Schleiden. Ein anderer Vorschlag bestand dann darin, die Frauen von der theosophischen Bewegung auszuschließen, aus einer Bewegung, in der herrschen sollte Vernunft und Urteilsfähigkeit, weil den Frauen weniger Vernunft und Urteilsklarheit zuzusprechen sei als den Männern, weil sie weniger mentale Begabung hätten. Ich habe mir damals den leisen Einwand erlaubt, ob denn auch die tote Frau Blavatsky, die die Bewegung gegründet hat, ausgeschlossen werden sollte, bekam aber keinen Aufschluss darüber. Vor dem Genueser Kongress machte Doktor Hübbe-Schleiden den Vorschlag, mit mir und einigen ändern Mitgliedern, unter denen nicht das astrale Element der Frauen, sondern das mentale der Männer vertreten sein solle, vor dem genannten Kongress zu verhandeln über das, was der Gesellschaft heilsam sei, denn er sei bekannt mit den Intentionen, wie sie ursprünglich gehabt haben Frau Blavatsky und Frau Besant. Dann aber folgte die Aufforderung, dass an jener Konferenz nur urteilsfähige Männer, die allein eine mentale Begabung hätten, teilnehmen sollten. Ich habe nicht Gelegenheit gehabt, zu fragen, wie denn der Briefschreiber die beiden Frauen im ersten Teile des Briefes berechtigterweise habe nennen können, da er im letzten Teile des Briefes, auf derselben Seite, das angeführte Urtcil abgegeben hat. Nach dieser Anführung einer späteren Tatsache fahre ich fort, von der Mitteilung aus, dass uns Schwierigkeiten erwachsen sind schon im Beginn der Sektionsgriindung, und dass dann Doktor Hübbe-Schleiden nach ein paar Wochen aus dem Vorstande ausgetreten ist, ohne irgendwie dazu gedrängt worden zu sein. Diejenigen unserer Freunde, die etwas darüber wissen können, werden wissen, wie ich in den zehn Jahren, die seitdem verflossen sind, in allen Dingen Doktor Hiibbe-Schleiden entgegengekommen bin. Ich glaube, ich darf hier diese Sachen berühren, weil hier sich heute das Sachliche mit dem Persönlichen in sachlicher Weise zusammenschließen soll. Ich glaube, es gibt unter Ihnen solche  Mitgliedeg welche wissen, wie zwar aus voller Liebe, aus berechtigtem Wohlwollen und berechtigter Menschlichkeit heraus, diejenigen unserer Freunde, die etwas brauchen, das in Anspruch nehmen - ich darf es sagen, in Anspruch nehmen - dasjenige, was man die Zeit nennt, was eben nicht elastisch ist und gedehnt werden kann. Indem ich dieses In-AnspruchNehmen als etwas absolut Berechtigtes hinstelle, ist doch die Tatsache nicht in Abrede zu stellen, dass ungeheure Mengen von Zeit verwendet worden sind im unmittelbaren Verkehre von Mensch zu Mensch. Von Mensch zu Mensch ist die überwiegend meiste Zeit verwendet worden in unserer Arbeit. Und es mag einmal die Frage aufgeworfen werden, ob es innerhalb dieser Handhabung der theosophischen Liebe innerhalb unserer Gesellschaft, ob es möglich war, darauf einzugehen, dass Leuten, die nur als Störenfriede kamen, unsere kostbare Zeit geopfert werden sollte. Das war der Grund der verschiedenen Maßnahmen, die getroffen worden sind. Aus diesen Überzeugungen heraus, aus wirklicher Einsicht, haben wir die Beschränkungen eintreten lassen, aus keinem anderen Grunde, als weil wir arbeiten wollten in wahrer Menschenliebe, und weil wir nicht nur von Liebe triefende Redensarten machen wollten, und deshalb uns nicht durch unaufrichtige Störerei die Zeit wegnehmen lassen wollten. Derjenige, der das am meisten wissen konnte, dass wir unmöglich vorwärtskommen können, wenn jeder störend hereinkommen kann, war Doktor Hiibbe-Schleiden. Denn ich darf ganz objektiv sagen, zu denjenigen Menschen, die mich oft am längsten in Anspruch genommen haben, gehört Doktor Hiibbe-Schleiden. Niemals wäre dieses Wort über meine Lippen gekommen, wenn die Notwendigkeit mir nicht abringen müsste dieses Wort. Es ist einmal notwendig, dass die Maske von vielem herunterfalle, was von Liebe trieft, aber ganz anderes im Herzen trägt. Kein Mensch sollte, wenn er friedlich mit uns arbeiten wollte, durch seine Anschauung, durch seinen Standpunkt, durch seine Gesinnung als aus unserer Deutschen Sektion ausgeschlossen betrachtet werden können. Dass jede Loge das Recht hat, sich selber Bedingungen zu stellen, ist selbstverständlich. Ein anderer Beschluss ist nicht gefasst worden, als dass auf dem Aufnahmeformular stehen sollte, neben den Namen der beiden Bürgen auch der Name des Logenvorstandes, damit der Generalsekretär informiert sei, ob der Logenvorstand damit einverstanden ist. Dabei konnte noch immer jeder Sektionsmitglied werden. Von einer Statutenänderung kann also überhaupt nicht die Rede sein. Daher darf  strikte gesagt werden, dass in den Usancen der Aufnahme von Mitgliedern ein praktisches Resultat durch diesen Beschluss gar nicht eingetreten ist. Alle diejenigen, die später abgelehnt worden sind, wären auch früher abgelehnt worden. Bevor ich zu demjenigen komme, was heute gesagt werden muss, muss schon ein wenig Historisches hier vorgebracht werden. Es gehört zu mancherlei Dingen, die sich zutrugen, auch, dass sich Schwierigkeiten herausstellten, die sich für alle Mitarbeiter mit Misses Besant herausstellten. Alle haben diese Schwierigkeiten kennengelernt, und haben sie zahlreich, privatim und Öffentlich ausgesprochen. Man sollte diese Dinge nur richtig einschätzen wollen. Einmal, ich kann heute noch genau den Ort zeigen, wo das geschah, sagte ich zu Doktor Hiibbe-Schleiden, es sei wirklich recht schwierig, mit Misses Besant zu arbeiten. Das war vor dem Jahre 1906, bevor sie Präsidentin wurde. Da sagte mir Doktor Hübbe-Schleiden, dass sei darum so, weil sie erstens ein Weib sei und zweitens keine mentale Bildung habe. Dann kamen die verschiedenen sich folgenden Ereignisse, die ja der Deutschen Sektion nur soweit bekannt geworden sind, als sie pflichtgemäß bekannt gegeben werden mussten. Es kam die unleidliche Affäre Leadbeater. Aus einem Zirkular wissen Sie, dass ich die Methode Leadbeaters strikte und energisch abgelehnt habe, da, wenn sie allgemein würde, sie die ganze theosophische Bewegung zum Untergange bringen müsse. Misses Besant hatte damals eine andere Meinung über Leadbeater; sie schickte dazumal einen ausführlichen Brief an eine Anzahl von Mitgliedern, in dem zu lesen war, dass das, was Leadbeater getan habe, nur ein Mensch tun könne, der in diesem Punkte von Irrsinn befallen ist. Das war im Juni 1906. Ich würde diesen Brief nicht erwähnen, wenn er mittlerweile nicht in Journalen der Hauptsache nach gedruckt worden wäre. Durch mich würde also die Veröffentlichung nicht geschehen. Ich will nicht davon sprechen, wie ich mich dazumal bemühte, in die Sache Klarheit zu bringen, will nur erwähnen, wie von 1906 bis 1907 Misses Besant soweit gekommen war, dass sie für diesen Mann in der energischsten Weise eintrat, den sie im Jahre vorher als geistig krank bezeichnet hatte. Ich will alle anderen Dinge nicht betonen, nur das eine, dass, als im Jahre 1909 Mister Leadbeater aufgefordert werden sollte, wieder einzutreten in die Theosophische Gesellschaft, ich abgelehnt habe, für diesen Eintritt zu stimmen. Ich wollte mich der Stimme enthalten. Misses Besant schrieb  mir darauf zurück, dass sie aus meinem Brief ersehen habe, dass ich nicht dagegen sei, deshalb würde sie meine Stimme für den Wiedereintritt in Anspruch nehmen. Ich musste nun telegrafisch, da zu einem Briefe keine Zeit mehr war, fordern, dass auch geschähe, was ich geschrieben habe, dass ich mich der Stimme enthalte. Ich will nur betonen, dass Misses Besant später wiederum berichtete, dass einstimmig von den Generalsekretären beschlossen worden sei, Leadbeater aufzufordern, wieder in die Theosophische Gesellschaft einzutreten. Wie sich die Dinge nun gestalteten, blieb nichts anders übrig, als positiv zu arbeiten und sich von Misses Besants Einfluss freizuhalten. Ob das gelungen ist, überlasse ich Ihrem Urteile ganz. Es blieb nichts anderes übrig, als so positiv zu arbeiten, dass wir vorwärtskamen und uns um nichts anderes kümmerten als um unsere Arbeit, bis wir in dieser Arbeit energisch gestört wurden, ohne dass irgendetwas geschehen war, was diese von außen kommende Störung gerechtfertigt hätte. Es trat eines Tages der bis dahin immer meine Hilfe in Anspruch nehmende Doktor Hübbe-Schleiden auf und erklärte, er sei Repräsentant des Bundes <Stern des Ostens> in Deutschland. Er erklärte auch unter mancherlei anderen Dingen: Nachdem es vorgekommen sei, dass ein Gegensatz in dem, was Frau Besant lehrt, und dem, was Doktor Steiner lehrt, bestehe, solle ich in Zukunft meine Lehre so einrichten, dass von meinen Zuhörern keine Widersprüche konstruiert werden könnten. Es wurde sogar gesagt, ich solle das Wort <Christus> vermeiden, weil es nur zu Missverständnissen führen könne. Motiviert wurde das damit, dass Misses Besant dieses Wort brauche für Bodhisattva, weil in Europa das Wort Bodhisattva nicht verstanden würde. Für Bodhisattva braucht also Misses Besant das Wort ·Christus>, so soll ich deshalb das Wort Christus vermeiden. Diese Dinge sind vorgekommen, sie können mit Dokumenten belegt werden. Mir wurde nicht nur zugemutet, zu hören die entstellenden Darstellungen dessen, was ich zu sagen hatte, sondern auch, dass ich mir die Worte, mit denen ich meine Lehre zu bezeichnen habe, vorschreiben lassen sollte. Das war die innere Toleranz des Repräsentanten des <Stern des Ostens> in Deutschland. (Ich möchte hier für den Druck eine Bemerkung einfügen, die ich aus dem Grunde mache, weil es immer noch Menschen gibt, welche die Gründe des Vorgefallenen in etwas anderem suchen als darin, dass meine Freunde und ich es nicht mit ihrem Wahrheitsgefühle vereinigen konn ten, eine gewisse Art, über die Dinge zu sprechen, anzuhören, ohne sich zu gestehen, dass diese Art das Gegenteil aller theosophischen Gesinnung ist und innerhalb der theosophischen Bewegung nicht vorkommen dürfe. So konnte es vorkommen, dass Doktor Hübbe-Schkidcn mir am 4. Juli 1911 in einem Briefe, in dem er die <Stern im Osten>-Bewegung rechtfertigen wollte, die folgenden Worte schrieb: <Däss ein 14- bis 15-jähriger Knabe solche Prüfung überstehen kann, wie sie der Krishnamurti jetzt durchmacht, ist mir unfasslich. Er wird von Frau Besant vor aller Welt paradiert als der kommende Adept. Da die Kulturwelt damit gar keinen Begriff verbindet, sagt Frau Besant [dafür] den kirchlichen Hörern abgekürzt: cDer kommende Chhstüs>, als Typus eines göttlichen Adepten. Aber, dass sie damit nicht Jesus meint, weiß jeder, der die 30 Vorleben des Krishnamurti gelesen hat, die sie und Leadbeater im <Thcosophist> veröffentlicht haben.> Ich bin der Meinung, dass ein Gefühl gegenüber Wahrheit und Wahrhaftigkeit, wie es hier sich ausspricht, nichts mit Theosophie zu tun haben darf. Ich muss leider solche Dinge mitteilen, weil sonst immer wieder Menschen zweifeln können, wie tief alles begründet war, was von der Deutschen Sektion ausgegangen ist.) Nachdem alles das vorgefallen war, was Sie in den vor Kurzem veröffentlichten 'Mitteilungen' lesen konnten, war von unseren Baseler Freunden nach den letzten Münchener Verhandlungen die Anfrage an mich gerichtet worden, ob Mitglieder des <Stern des Ostens> zu dem bevorstehenden Baseler Zyklus zugelassen werden sollten. Darauf telegrafierte ich zurück, dass sie selbstverständlich als Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden könnten. Die Baseler Freunde baten darauf, wirklich aus ihrem Wahrheitssinn heraus, die Mitglieder des <Stern des Ostens> nicht teilzunehmen an ihren Veranstaltungen, weil sie sich dadurch beengt gefühlt hätten in ihrem natürlichen Wahrheitssinn. Es gehört nur eine Zunge dazu, die sprechen kann, um die Liebe und Menschen-Verbriiderung im Munde zu führen; und wenn man eine solche Zunge hat, so kann man Broschüren schreiben, die auf den ersten Seiten von Liebe triefen und nachher als jesuitisch bezeichnen jemanden, der nie mit einem Jesuiten etwas zu tun gehabt hat. Zur Liebe gehören wahrhaftige Herzen, und ich konnte einsehen in Basel, dass es wahrhaftige Herzen waren, die sich sagten: Wir können nicht mehr zusammenkommen, nicht arbeiten mit Leuten, die sich so betragen. Dem ·Stern des Ostens> als solchem hätten wir niemals etwas in den Weg gelegt.  Aber dieser <Stern des Ostens> besteht doch aus Persönlichkeiten, und diese Persönlichkeiten muss man eben kennen. Der Baseler Zyklus war angesagt und begann. Nachdem er begonnen hatte, kamen Freunde aus Holland, welche sagten: In Holland sei ein Telegramm angekommen, das berichtet, der Baseler Zyklus sei unterdrückt worden. Man ging der Sache nach und entdeckte als Absender des Telegramms ein Mitglied des <Stern des Ostensn Dieses Mitglied erklärte später, es habe das aus gutem Willen, in der besten Meinung getan, denn in Belgien und Holland würden so schlimme Dinge über Doktor Steiner gesagt, dass es dadurch habe verhindern wollen, dass noch mehr so geredet würde. Das ist die Praxis des <Stern des Ostensm Solche Beispiele sind zahlreich. Zu jener Zeit, als noch gar nicht die Rede war davon, die Mitglieder des <Stern des Ostens> auszuschließen von unseren Veranstaltungen, als das alles noch gar nicht in Betracht kam, schickte Doktor Hiibbe-Schleiden eine Schrift herum als Propagandaschrift für einen <Undogmatischen Verbancb. Diese Schrift wimmelt von Anklagen, die aus der Luft gegriffen sind. Wir hatten hier nicht nur ein Mitglied des <Stern des Ostens> vor uns, sondern einen Mann, der uns auf Schritt und Tritt bekämpfte, der nichts anderes wollte, als uns bekämpfen. Verlange man noch von uns, dass wir herbeirufen sollen die Leute, die uns den Strick um den Hals drehen. Es gibt von Doktor Hiibbe-Schleiden noch eine Behauptung unter manchen anderen, nämlich die, dass es innerhalb unserer Deutschen Sektion kein Mitglied gibt, das nicht wortwörtlich kopierte Doktor Rudolf Steiner, das nicht wortwörtlich nachspräche, was ich gesagt habe. Das aber ging denn doch zu weit, dass die wirklich treue Arbeit unserer Mitarbeiter so charakterisiert wurde. Gegen mich konnte Doktor HiibbeSchleiden meinetwegen sagen, was er wollte; ich blieb unverändert gegen ihn. Aber dass hingestellt werden unsere Mitarbeiter wie Automaten, die nichts anderes tun als nachsprechen, was ich hineingesprochen habe, das ist eine unerhörte Beleidigung gegenüber unseren Mitarbeitern. Und nun urteilen Sie selbst, ob wir die Intoleranten sind. Eine der heftigst uns angreifenden Persönlichkeiten des <Stern des Ostens> saß bis in die Novembertage hinein in unserer Berliner Loge, und es ist gar nicht daran gedacht worden, ihr auch nur ein Haar zu krümmen. Erst als wir uns von allen Seiten behindert sahen in unserer positiven Arbeit von den Mitgliedern des <Stern des Ostens>, da fassten wir den Beschluss einer Abwehr ins Auge.  Es kommen auch noch andere Dinge in Betracht; ich brauche sie nicht auszuführen, sie sind in den <Mitteilungen> ausgeführt. Soll Wahrheit herrschen, dann muss sie vor allen Dingen herrschen auf dem physischen Plan. Wenn das vorkommen kann, dass die Präsidentin 1909 einen Beschluss fasst, in einer Sache, von der sie 191[2] behauptet, von allen diesen Dingen nichts zu wissen, dann kann man sich eine groteskere Unwahrheit nicht vorstellen. Ich musste auch noch das erleben, dass sich ein Funktionär der Gesellschaft fand, der wirklich wagen konnte, von Misses Besant zu sagen: Sie muss ihren Brief von 1909 rein vergessen haben. Dass es möglich ist, dass so etwas gesagt wird, das muss sich erst ereignen, damit man es glauben kann innerhalb der Theosophischen Gesellschaft. Sie sehen, was gleich geblieben ist. Sie sehen, was sich verändert hat. Was ist gleich geblieben? Der stetige Fortschritt unserer positiven theosophischen Arbeit, wie wir sie einst in der Deutschen Sektion begonnen haben. Was hat sich geändert? In den ersten Jahren war Misses Besam eine freudige Zustimmerin unserer positiven Arbeit. Es kamen aber die Zeiten, in denen sie ein Gefühl bekam, es sei doch unbehaglich, dass es Leute gäbe, die etwas anderes sagten als sie selber. Aber es ging nicht gleich, gegen diese Leute etwas ins Feld zu führen. Und als 1909 bei uns der Beschluss gefasst wurde, lebenslängliche Vorstandsmitglieder zu bestimmen, da gehörte zu den begeistertsten Zustimmern dieser Einrichtung Misses Besant. Und es ist erst wenige Wochen her, dass sie ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, ob sie nicht selber lebenslänglich zur Präsidentin gewählt werden könnte. In Budapest, wo ich Misses Besant sprach, drückte sie mir ihre begeisterte Zustimmung zur Wahl lebenslänglicher Vorstandsmitglieder aus. Was sich geändert hat, dazu gehört auch, dass bis zu dem Jahre, in dem er abfiel, Doktor Hübbe-Schleiden mir schrieb: Jn allen Angelegenheiten der Theosophischen Bewegung ist es selbstverständlich, dass in erster Linie Ihr Urteil in Betracht kommt.> Das war wenige Wochen, bevor er sich als Repräsentant des <Stern des Ostens' gegen mich gewandt hat. Sie sehen, ich erzähle Ihnen lieber Tatsachen, als dass ich charakterisiere; aber ich denke, wer belehrt sein will, den können diese Tatsachen genügend belehren. Nun trug sich Folgendes zu. Doktor Hübbe-Schleiden hatte ja herumgeschickt überall seine, die Deutsche Sektion in heftigster Weise angreifenden Mitteilungen über den <Undogmatischen Verband·. Wir haben das  ignoriert. Aber als er dann kam und begründen wollte einen sogenannten ·Freiheitszweig>, wie er ihn nannte, da schrieb ich im Oktober 1912, dass ich mich nicht berufen fühlte, für diesen Zweig ein Diplom auszustellen, sondern die Sache dem Vorstande vorlegen würde. Ich schrieb ausdrücklich, ich könne das Diplom nicht ausstellen, weil die Gesinnungsart, wie sie bei ihm herrsche, nicht mit der Arbeit in der Deutschen Sektion übereinstimme. Und ich schrieb weiter, dass es sich hier nicht handle um irgendeine andere Anschauung oder um eine andere Ansicht, sondern, dass es sich hier handele um etwas, was gegen den ersten Satz unserer Statuten, gegen alle Brüderlichkeit verstößt. Es verstößt gegen alle Brüderlichkeit, wenn man ohne jeden Schein eines Grundes die Leute als Automaten eines Einzelnen hinstellt. Deshalb konnte ich es nicht übers Herz bringen, meinen Namen unter das Diplom zu setzen. Gegen mich hätte man vorbringen können, was man wollte, aber gegen diejenigen, von denen ich weiß, dass sie alle ihre Kraft darangesetzt haben, gegen diese konnte ich nicht geschehen lassen, dass sie wie Automaten eines Einzelnen behandelt wurden. Urteilen Sie, wo die Liebe lebt, indem Sie solche Tatsachen ins Auge fassen; was mehr wiegt, diese Tatsachen oder die liebetriefenden Worte desjenigen, der mit liebetriefenden Worten über unsere Arbeit spricht, was das Gegenteil des objektiv Richtigen isg weil er sie nicht verstanden hat oder nicht verstehen will. Eine zweite Loge in Leipzig musste ich aus folgendem Grunde ablehnen. Bevor mir angekündigt wurde diese Loge, wurde mir von Misses Besant angezeigt, dass sie bereits unabhängig an Adyar angeschlossen sei. Dann konnte diese Loge nicht auch noch durch die Deutsche Sektion begründet werden: Ich musste daher ablehnen, für diese Loge ein Diplom auszustellen und hinzufügen, dass ich darüber einen Vorstandsbeschluss abwarten würde, auch wenn nicht der positive Grund der Ablehnung klar vorläge. Diese Loge wurde von vorneherein in feindlicher Absicht gegründet. Dann geschahen Dinge, von denen Sie sich genügend überzeugen können, wenn die <Mitteilungen> erscheinen werden, mit deren Erscheinen ein Vorstandsmitglied bereits beauftragt ist. Es soll nur noch erwähnt werden, dass aus dem Vorstande selber heraus eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen wurde, am 8. Dezember 1912, die, nach alledem, was sich zugetragen hatte, zu dem bedauerlichen, aber selbstverständlichen Beschluss führte, der Ihnen ja allen bekannt ist, ein Te legramm abzusenden nach Adyar, für den General Council, der in den letzten Dezembertagen seine Zusammenkunft hatte. Der Wortlaut des Telegrammes ist Ihnen ja auch aus den <Mitteilungen> bekannt. Es fordert die Resignation der Präsidentin. Ich habe heute vieles ausgelassen, aber hoffentlich haben Sie es nicht ausgelassen in Ihrem Gedächtnis, dasjenige, was schon in den letzten Heften der <Mitteilungen> steht. Ich darf wohl sagen, dass nach alledem es ein starkes Stück ist, dass man sozusagen in Adyar - ohne irgendwie die Berechtigung unserer Maßnahmen untersuchen zu können - einzig und allein von der Annahme ausging, dass wir Leute, die berechtigt seien, der Deutschen Sektion anzugehören, ausschlOssen. Wir werden nachher zu sprechen haben von der Cancelling (Aufhebung) der Deutschen Sektion. Ich möchte, bevor ich Ihnen diese Sache auseinandersetze, Folgendes anführen. Dasjenige, worüber man angefangen hat zu schreien, war, dass wir die Mitglieder des <Stern des Ostens> ausschließen. Die Mitglieder des <Stern des Ostciis> haben die Möglichkeit, ohne dass sie der Deutschen Sektion angehören, der Theosophischen Gesellschaft anzugehören. Wir taten nichts anderes, als uns gegen Leute wehren, die sich feindlich gegen uns verhalten. Wir hindern dadurch aber in keinem Augenblick irgendwen daran, Mitglied der Theosophischen Gesellschaft zu sein. Vielleicht wissen einige von Ihnen auch von mir, dass ich den Standpunkt vertrat, dass sich zwar eine Sektion nicht zum Sklaven der Friedensstörer machen kann, dass ich mich aber niemals wehren würde, dass ich gar nichts dagegen haben würde, wenn eine zweite Sektion sich bilden würde; denn wie ist es einzusehen, dass eine große Anzahl von Leuten zu Sklaven werden sollten derjenigen, die hereinwollen, nur um unsere Arbeit zu stören. Wir haben niemanden aus der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen, weil wir das nicht können als Deutsche Sektion, wir könnten doch keinen Menschen von der Theosophischen Gesellschaft ausschließen. Bedenken Sie aber, wenn wir nun aus der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen werden, gibt es dann für uns eine MÖglichkeit, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft zu sein? Die Frage richte ich an alle diejenigen, die so viel geredet haben von Liebe und Brüderlichkeit. Was werden die Menschen, die über die Beschränkung der Freiheit in Bezug auf die Mitglieder des <Stern des Ostens> so viel geredet haben, was werden die sagen, wenn der General Council die ganze Deutsche Sektion ausschließt? Unsere Mitglieder brauche ich danach nicht zu fragen.  Nach dem, was ich vorausgeschickt habe, habe ich nun vorzulesen einen Brief vom 14. Januar 1913, einen Brief der Präsidentin, der gestern, wenige Stunden vor unserer Vorstandssitzung in meine Hände gekommen ist. Einiges zur Erklärung werde ich nachher hinzufügen. Vielleicht werden Sie mir nachher nachfühlen, warum ich bei der Anrede würge.» Präsidenten-Amt, Theosophische Gesellschaft, Adyar, Madras S., Januar 14, 1913. Lieber Dr. Steiner! Das Einliegende erklärt sich selbst. Nachdem der General Council der T[heosophischen] G[esellschaft] die ganze Haltung der Deutschen Sektion gegenüber der Theosophischen Gesellschaft und ihrer Konstitution betrachtet hat, wie Sie sich in ihrem Brief und dem meinigen zeigt, sowie in der Korrespondenz über die deutsch-schweizerischen Logen und dem Telegramm Ihres Vorstandes, hat derselbe mich gebeten, die Stiftungsurkunde der Deutschen Sektion zurückzuziehen und stattdessen denjenigen deutschen Logen eine Stiftungsurkunde zu geben, die gewillt sind, innerhalb der Konstitution der Tjheosophischen] G[esellschaft] zu arbeiten. Ehe ich dieser Forderung nachgebe, bitte ich Sie, fragen zu dürfen - im Hinblick auf den Ernst der Situation -, ob Sie irgendeine Erklärung folgender Angelegenheiten geben wollen, die bei Unterlassung einer zufriedenstellenden Erklärung die Gründe abgeben würden für das Zurückziehen der Stiftungsurkunde. a) Ihre Weigerung in Ihrem Briefe vom 1[5]. Oktober 1912, der Loge in Göttingen die von Dr. Hübbe-Schleiden und sechs anderen Mitgliedern der Deutschen Scktion erbetene Stiftungsurkunde zu geben, aus dem Grunde, weil Dr. Hübbe-Schkiden in einer den Ansichten (Intentionen) der Deutschen Sektion entgegengesetzten, selbst feindlichen Weise Theosophie vertritt und dass die vorgeschlagene Loge Mitglieder einschlösse, die eine solche Arbeitsmethode befolgten. b) Ihre Weigerung in einem anderen Briefe vom 15. Oktober 1912, einer Loge in Leipzig eine Stiftungsurkunde auszustellen, auf Ansuchen des Herrn C[ar1] Schumann, aus dem (zweiten) Grunde, dass die Personen, welche das Ansuchen unterzeichnet haben, in einer den Ansichten (Intentionen) der Deutschen Sektion entgegengesetzten Weise arbeiteten, da die Arbeitsmethode eine solche sei, die die Deutsche Sektion ihren Mitgliedern nicht erlauben könnte. C) Der Beschluss, Mitglieder des Ordens vom <Stern im (Jsten», die Mitglieder der Deutschen Sektion waren, auszuschließen von den Zusammenkünften der Sektion, zu welchen alle anderen Mitglieder das Recht  des Eintritts als Mitglieder haben, so sie ihrer Rechte als Mitglieder der T[heosophischen] G[esellschaft] beraubend. d) Das Stillschweigen des Generalsekretärs angesichts von Briefen der Präsidentin, die ihn von Ansuchen unter Satzung 31 unterrichtete und um die Satzungen der Sektion bat. Ich will Ihre Antwort hierauf abwarten, oder, wenn eine solche ausbleibt, will ich noch vierzehn Tage nach Rückkehr der Post aus Deutschland warten, ehe ich den Rat des General-Council ausführe, der mir als Präsident des Council übergeben worden ist. Ich bedaure tief, dass Sie den General-Council durch eine Haltung, welche die Deutsche Sektion in Gegensatz setzt zur Konstitution der Theosophischen Gesellschaft und die Freiheit jedes Mitgliedes der T[heosophischen] G[esellschaft] gefährdet, zu diesem Rat gezwungen haben. Ich wage es, die Hoffnung auszusprechen, dass selbst zu dieser späten Stunde die Deutsche Sektion, durch Sie, ihre Schritte zurücknehmen wird, sich der Konstitution, unter welcher sie gegründet worden ist, unterwerfen und ihre Arbeit innerhalb der Gesellschaft fortsetzen wird. Wenn nicht, so können wir ihr noch alles Gute wünschen auf dem Wege, den sie erwählt, und vertrauen, dass ihre Zukunft als abgesonderte Gesellschaft ihre Nützlichkeit für die Welt beweisen wird. Aufrichtig die Ihre Annie Besam P[räsident] T[heosophische] G[esellschaft] an Dr. Rudolf Steiner, Generalsekretär der Deutschen Sektion T[heosophische] G[esellschaft] President's Office Theosophical Society, Adyar, Madras, S., Jan. 14, 1913 Dear Dr. Steiner, Enclosed explains itself. The General Council of the T[heosophica1] S[ociety], having considered the whole attitude of the German Section to the Theosophical Society and its Constitution, as shown in your letters and mine, the correspondence on the Swiss-German Lodges, and the telegram from your Executive, has asked me to cancel the charter of the German Section, and to issue in place thereof a Charter to thc German Lodges, willing to work within thc Constitution of the T[heosophica1] S[ociety].  Before complying with this request, Ibeg to ask you - in view of the gravity of the Situation - if you wish to offer any explanation on the following matters, which will, in default of a satisfactory explanation, form the grounds of the cancelment of the Charter: I. Your refusal, in your letter of Oct. 1[5]'h 1912, to issue a Charter for a Lodge in Göttingen, asked for by Dr. Hiibbe-Schleiden arid six other members of the German Section, the ground of refusal being that Dr. Hübbe-Schleiden, represents Theosophy in a way opposed and even hostile to the views (Intentionen) of the German Section, arid that the proposed Lodge included members who followed such a method of work. 2. Your refusal, in another letter of Oct[ober] 15'h, 1912, to issue a Charter for a Lodge in Leipzig, on the application of Herr C[ar1] Schumann, on the (second) ground that the persons signing the application worked in a way opposed to the views (Intentionen) of the German Section, the method of work being one which the German Section could not permit to its members. 3. The resolution excluding members of thc djrder of the Star in the Eäst>, who were Fellows of the German Section, from the meetings of the Section to which all other fellows had the right of entry as Fellows thus illegitimately depriving them of their Status as Fellows of the T[heosophica1 S[ocitey]. 4. The silence of the General Secretary in face of letters from the President, informing him of applications under Rule 31, and asking for the Rules of thc Section. I will await your answer to this, or, failing an answer, I will walt for a fortnight after the return mall from Germany, before carrying out the advice of the General Council, conveyed to me as President in Council; I deeply regret that you have forced the General Council ro give this advice by an attitude which sets the German Section against the Consrirution of the Theosophical Society, and imperils the libeny of every Fellow of the T[heosophica1] S[ociety]; and I venture to express the hope that, even at this late hour, the German Section will, through you, retrace its steps, submit to thc Constitution under which it was founded, and continue to work within the Society. If not, wc can still wish it all good in the path it selects, and trust that its future, as a separate society, may prove its usefulness to the world. Sincerely Yours, Annie Besam, P[resident] T[heosophica1] S[ociety] to Dr. Rudolf Steiner, General Secretary of the German Section, T[heosophica1] S[ociety]  [Rudolf Steiner:] «Sie sehen, was in der letzten Dezemberwoche- denn da war die entsprechende Sitzung des General Council in Adyar - sich gegenüber der Deutschen Sektion zugetragen hat. Aber Sie müssen mir verzeihen in diesem Augenblick, wenn etwas, was scheinbar persönlich ist, in diese Sache hereingebracht wird. Ich weiß ja sehr gut, dass Leute, die nicht verstehen wollen, aus dem Zusagenden den Anlass nehmen kÖnnen, zu betonen, dass persönliche Dinge ausgeschlossen sein sollten. Aber persönliche Dinge können in gewissen Fällen durchaus auch sachliche Dinge sein. Sie haben eben gehört, was uns von Adyar geschrieben worden ist. Die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft hat aber auch bei dieser Gelegenheit eine Rede gehalten in Adyar vor den Repräsentanten der Theosophischen Gesellschaft. Nach dem offiziellen Adyarbulletin hat Misses Besam bei dem allgemeinen Meeting die folgenden Worte gesagt: <Der Deutsche Generalsekretär, erzogen bei den Jesuiten, ist nicht fähig gewesen, sich zu befreien von diesem fatalen Einfluss, und das erlaubt ihm nicht, die Freiheit in der Deutschen Sektion aufrechtzuerhalten.>» Die Worte werden auch englisch vorgelesen: «The German General Secretary, educated by the Jesuits, has not been able to shake himself sufficiently clear of that fatal influence to allow liberty of opinion within his Sectionn [Rudolf Steiner:] ·Auch nach dem Bericht des französischen Generalsekretärs hat Misses Besam diese Worte gesprochen. Sie werden mir nachfühlen können, dass ich mit einer Persönlichkeit, die in der Lage ist, in einer offiziellen Rede, vor der Gesellschaft, die sie vertritt, diese rein aus der Luft gegriffenen, allen wirklichen Tatsachen ins Antlitz schlagenden Behauptungen vorzubringen, dass ich mit einer solchen Persönlichkeit nichts mehr zu tun haben will. (Stürmischer Beifall der Versammlung.) Derjenige, der sich auf den Boden der Wahrheit stellen will, der darf, wenn man durch eine solche Anschuldigung seine Sache in solcher Art vor der Welt schädigen will, der darf das als eine sachliche Attacke betrachten. Ich darf Sie fragen, ob die Versammlung in diesem Angriffe auch zugleich einen Angriff erblickt, der ihre eigene Sache betrifft.  Vor diesem Vorfall durfte man noch eine Stelle im Januarheft des <Theosophist> mit ganz besonderen Augen ansehen. Es findet sich da folgendes schöne Stückchen. Es findet sich abgedruckt ein Teil eines Briefes von mir an Doktor Hübbe-Schleiden. In den ersten Sätzen liest man: ·It is impossible to attach to the German Section the Branch, for the Charter of which you applied on the 14'h September last. This cannot, at least, be done on my own responsibility, but would have to be submitted to our next General Convention. The reason for this is the manner in which you have for some time chosen to represent the Theosophical cause; this is feit by the German Section to be directly opposed to their intention, and even hostile to them. Abovc all things I myself cannot put my name under the charter of such a Branch which includes membcrs who follow this Kind of work.> Aber die späteren Sätze, wo die Gründe dafür in meinem Briefe angegeben werden, die werden unterdrückt. Das ist einfach eine objektive Unwahrheit, geleistet durch ein unvollständiges Zitat. Nun aber folgt, unmittelbar, nachdem von mir die Rede war, die folgende Stelle in der Januar-Nummer des <Theosophist>: 'The T[heosophica1] S[ociety] is face to face with an organised attack, engineered by the most dangerous enemy that liberty of thought and speech have ever had - the Jesuits. H[elena] P[etrowna] B[lavatsky] long ago warned us that this conflict would come, arid now it is upon us. They work in different lands in different disguises, but aim steadily at one thing - the distruction or the distortion of Theosophy. In Americ% they started a secret Organisation, called the Universal Brotherhood (not openly identical with Mrs Tingley's U[niversa1] B[rotherhood]), and within this the ·Besant Union·, arid cleverly induced Theosophists to think that they were working in my interests. Their chief tool has now joincd the Roman Catholic Church. In Germany, they arc working to secure the predominance of Christianity in the T[heosophica1] S[ociety], thus distorting it into a Christianising sect, and making certain its rejection in the East. They use their old weapons - misrepresentation, slander, false charges, all levclled against the Kaders of the movement they seck to dcstroy; and all means arc good ad majorem Dei gloriam. The <Bläck Genera1·, as their Head is called, has agents everywhere. Attacks arc circulated in many countries, in many tongues; money is poured out like water; one day's post brings attacks from Rome, from Stockholm, from Hongkong. It is very interesting to watch, and one recalls the words of warning that <thc devil is come down unto you, having grcat wrath, because he knoweth that he hath but a short timc.> The old record bids men rejoice because it  is so; of such combats the Bhagavad-Gita says that they arc the open door to heaven. Therefore the word goes out to all faithful members: 'Quit you like men: be strong.» Das heißt zu Deutsch: ·Die T[heosophische] G[esellschaft] steht einem organisierten Angriff gegenüber, der ins Werk gesetzt worden ist durch den gefährlichsten Feind, den die Freiheit der Gedanken und der Rede jemals gehabt haben - die Jesuiten. H[elena] P[etrovna] B[lavatsky] hat uns vor langer Zeit gewarnt davor, dass dieser Kampf kommen würde, und nun ist er da. Sie arbeiten in verschiedenen Ländern unter verschiedenen Masken, aber ihr Ziel ist unentwegt das eine - die Vernichtung oder Entstellung der Theosophie. ln Amerika schufen sie eine geheime Organisation, die Universal Brotherhood (Universelle Brüderschaft) genannt (nicht offen als identisch mit der U[niversa1] B[rotherhood] Mrs Tingley's sich zeigend), und innerhalb derselben den <Bcsant-Vcrcin>, und auf kluge Art veranlassten sie Theosophen, zu glauben, dass sie in meinem Interesse arbeiten. Ihr Hauptwerkzeug hat sich jetzt der römisch-katholischen Kirche angeschlossen. In Deutschland arbeiten sie, um die Oberherrschaft des Christentums in der T[heosophischen] G[esellschaft] zu sichern, indem sie dieselbe so zu einer christianisierenden Sekte entstellen und dadurch gewiss ihre Zurückweisung im Osten bewirken. Sie bedienen sich ihrer alten Waffen - falsche Darstellung, Verleumdung, falsche Beschuldigungen, alle gegen die Führer der Bewegung, welche sie zu vernichten suchen; und alle Mittel sind recht ad majorem Dei gloriam. Der <Schwarze Generab, wie ihr Anführer genannt wird, hat Vertreter überall. Angriffe werden in vielen Ländern verbreitet, in vielen Sprachen; Geld wird wie Wasser ausgeschüttet; die Post eines Tages bringt Angriffe aus Rom, aus Stockholm, aus Hongkong. Das ist sehr interessant zu beobachten, und man erinnert sich an die mahnenden Worte: <Der Teufel ist herabgestiegen mit großem Zorn, weil cr weiß, dass er nur eine kurze Zeit hät.> Die alte Schrift fordert die Menschen auf zu frohlocken, weil es so isq von solchen Kämpfen sagt die Bhagavad Gitta, dass sie die offene Tür zum Himmel seien. Darum ertönt das Wort an alle treuen Mitglieder: <Hältct euch gleich Männern! Seid stark.» Dieser Passus steht unmittelbar hinter einer Sache, die sich auf die Deutsche Sektion bezieht. Aber denken Sie einmal, man hätte noch vorgestern - ehe der Brief der Präsidentin angekommen war - etwas dagegen gesagt; trotzdem der belgische Generalsekretär schon seine objektiv völlig unwahren Konsequenzen aus solchen Dingen gezogen hatte, dann hätte Misses Besant noch sagen können: Ja, Ihr seid ja doch gar nicht getroffen, warum meldet Ihr Euch denn? Diese Stelle ist ja mit drei Sternchen  getrennt vom vorhergehenden. So wird eine Sache geschrieben, und man redet von theosophischer Politik, einem Woru das nicht fallen sollte innerhalb unserer Bewegung. Nun kommt aber eines noch hinzu; denn, auch wenn wir nicht damit getroffen sein sollen, so ist die Sache selbst immer noch nicht wahr! Wo besteht denn bei uns in der theosophischen Bewegung ein Einfluss der Jesuiten? Alles ist aus der Luft gegriffen. Wahr ist, dass Doktor Hübbe-Schleiden mit dem Jesuitenvorwurf fortwährend gespielt hat, wahr ist, dass ihn Misses Besant offiziell ausgesprochen hat. Unwahrer kann kaum ein Vorwurf ausgesprochen werden, der doch geeignet ist, in Deutschland und auch in anderen Gegenden eine Rolle zu spielen, wenn man uns verdächtigen will. Weil das so ist, und da sich hier wirklich Sachliches mit Persönlichem verknüpft, so frage ich jetzt bei Ihnen um etwas an. Ich kann jetzt nicht alles mitteilen, das Ihnen zeigen könnte, wie aus der Luft gegriffen, wie unwahr und töricht dieser Vorwurf ist. Ich frage Sie, ob Sie anhören wollen in den nächsten Tagen eine kurze Skizze, einen kurzen Auszug meines Lebensweges? Ich kann Ihnen nicht auf eine andere Weise den Beweis liefern, wie töricht und unwahr eine solche Behauptung von Misses Besam ist. Ich möchte Ihnen aber auch nicht diesen Bericht aufdrängen, deshalb bitte ich Sie, mir zu sagen, ob Sie zu einer geeigneteren Zeit in diesen Tagen anhören wollen meine so kurz wie möglich zusammengedrängten Memoirenh (Die Versammlung nimmt das Anerbieten an.) [Rudolf Steiner:] «Das weiß Misses Besant sehr wohl, dass von allen Vorwürfen etwas hängen bleibt. Und jetzt - ich mache Punkte -, denn es genügt kein Ausdruck, um das zu charakterisieren, was geschehen ist. Es ist ja unerhört, dass ich zu dem Mittel greifen muss, meinen Lebensweg zu beschreiben. Ich hoffe, dass der Vortrag nachgeschrieben wird, damit er dann als Broschüre erscheinen kann. Bis zur Ortsangabe versteigen sich die Leute. Ich habe erst aus einer Schrift tWerdende Wissenschaft> von Paungarten, welche ungerechte und unwahre Vorwürfe abwehrt, erfahren, dass ich diese jesuitische Erziehung in einem Orte in Mähren, dessen Name mir ganz unbekannt ist, den ich auch schon wieder vergessen habe, genossen haben soll. Boitzenburg oder so ähnlich. Ich erkläre Ihnen, dass ich niemals diesen Ort gekannt oder auch nur nennen gehört habe.  Ich erkläre also, dass ich mit Misses Besant nichts mehr zu tun haben will, nachdem sie zu allen anderen objektiven Unwahrheiten auch noch dieses Stückchen hinzugefügt hat. Ich habe die Sache in die Hand des Vorstandes gelegt, ich werde nur noch diese Tatsache als ein Letztes an Misses Besant gelangen lassen, dass ich mit jemandem, der es so mit der Wahrheit hält, nichts mehr zu tun haben will. Damit bin ich eigentlich dabei, Ihnen zu motivieren, dass wir sozusagen zwischen Himmel und - Erde will ich nicht sagen - zwischen Himmel und Hölle schweben. Ich bitte nun Fräulein von Sivers, den Beschluss des Vorstandes vorzulesen.» Frl. von Sivers: «Der Vorstand beschloss bei seiner gestrigen Sitzung, folgenden Brief als Antwort auf den Brief der Präsidentin an diese zu schicken, falls er von der Generalversammlung genehmigt wiirde.· Berlin, den 2. Februar 1913. An die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft, Frau Annie Besam. Adyar, Madras. Die zur elften Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft anwesenden Persönlichkeiten, nachdem sie Kenntnis genommen haben von dem Briefe des Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, Frau Besant, vom 14. Januar 1913, an den Generalsekretär der Deutschen Sektion, Herrn Dr. Steiner, worin gesagt wird, dass der General-Council die Forderung an Frau Besam gestellt hat, das Diplom der Deutschen Sektion zu annullieren, und dass Frau Besant dieser Forderung nachkommen wird, wenn die Deutsche Sektion sich nicht der Konstitution unterwirft, erklären: Niemals hat die Deutsche Sektion, deren Vorstand oder Gencralsckreür in irgendeiner Weise die Konstitution der Theosophischen Gesellschaft verletzt. Der Beschluss des General-Councils, der zustande gekommen ist, bevor auch nur die veröffentlichten Dokumente geprüft werden konnten, muss als eine unerhörte Verletzung des Geistes und der Verfassung der Theosophischen Gesellschaft verzeichnet werden. Selbst das primitivste Wahrheits- und Gerechtigkeitsgefühl muss sich empören über die An der Behandlung, die den begründeten Anklagen zuteilwurde, welche die Deutsche Sektion und ihr Vorstand gegen das Verhalten der Präsidentin erheben mussten. Um die Person des ihr unbequemen Generalsekretärs zu verdächtigen, ist Frau Besam kein Mittel zu schlecht: Den HÖhe punkt einer solchen schlauen Verunglimpfung aber erreicht die vor der Generalversammlung vorgebrachte, willkürlich erfundene und gegenüber den Tatsachen geradezu sinnlose Behauptung, dass Herr Dr. Steiner ·von den Jesuiten erzogen worden sei' mit daraus folgenden Insinuationen. Die Deutsche Sektion hat nichts zu widerrufen und nichts zurückzunehmen. Es bleibt ihr daher nichts anderes übrig, als die ihr von Frau Besam gestellte Alternative als einen Akt des Ausschlusses zu betrachten, der nur deshalb vollzogen wurde, weil die Deutsche Sektion cs unternommen hat, für Wahrheit und Wahrhaftigkeit der Theosophischen Gesellschaft einzutreten. Die Deutsche Sektion und ihre Mitglieder würden niemals aus eigenem Antriebe aus der Theosophischen Gesellschaft austreten. Und so, gewaltsam ausgeschieden, werden sie ihre Arbeit unbeirrt fortsetzen und jederzeit bereit sein, wieder mit der Theosophischen Gesellschaft zu arbeiten, sobald Wahrhaftigkeit, Vernunft, Ernst und Würde wieder anstelle der heutigen Zustände getreten sein werden. Berlin, February 2"d, 1913. To the President of the Theosophical Society, Mrs Annie Besant. Adyar, Madras. Those who assembled to the jj'h Convcntion of the German Section [of the] T[heosophica1] S[ociety], having been made acquainted with the letter of the P[resident] T[heosophica1] S[ociety], Mrs Besant, to the General Secretary of the German Section, Dr. R. Steiner, bearing the date ofJanuary jj'h 1913, wherein it is said: That the General Council has asked Mrs Besant to cancel the charter of the German Section, and that Mrs Besant will comply with this request ·unless the German Section shall submit to the Constitution> declare that: The German Section, its Executive Committee or its General Secretary have never in any way violated the Constitution of the T[heosophica1] S[ociety]. The resolution of the General Council which was taken, even before the published documents could be examincd, must be characterised as an unpardonabk offencc both to the spirit and the Constitution of thc T[hcosophica1] S[ociety]. Even the most primitive feeling for truth and justice musst be indignant at the treatment given to thc weil substantiatcd accusations, which the German Section and its Executive Committee were forced to direct against the attitude of the President. In order to cast suspicion upon the personality of the General Secretary who is inconvenient to her, no means arc too basse for  her to stoop to: but the culminating point of such malicious defamation is reached in the freely invented arid in face of the facts simply absurd affirmation brought by her to the General Convention [of the] T[heosophica1] S[ociety] that Dr. Steiner has been educated by the Jesuits· and other subsequent insinuations. Nothing exists which the German Section has to repudiate or retract. And it therefore has no Option but to consider the alternative put to it by Mrs Besam as an act of expulsion, accomplished only because the German Section has undertaken to stand for truth and veracity within the T[heosophica1] S[ociety]. The German Section and its members would never have left the T[heosophica1] S[ociety] on their own initiative. Being thus expelled by force they will continue their work unswervingly and will be ready to work again with the T[heosophica1] S[ociety] as soon as veracity, reason, seriousness and dignity take the place of the present conditions. Herr Dr. Steiner: «Meine lieben Freunde! Ich möchte, wie ich es ja wohl niemals habe werden wollen, auch in diesem Momente nicht sentimental werden, aber ich darf Ihnen wohl sagen, dass ich selber mit schwerem Herzen dieses Ausscheiden aus der Theosophischen Gesellschaft empfinde, dass es uns nicht leicht wird, denn wir können es nur betrachten als ein Ausgeschlossenwerden. Der Vorstand betrachtet in dem Brief von Misses Besam den Ausschluss der Deutschen Sektion aus der Theos[ophischen] Ges[ellschaft] als vollzogene Tatsache. Daher sind wir nicht mehr Deutsche Sektion und haben die Generalversammlung der Deutschen Sektion logischerweise nicht mehr abzuhalten. Ich glaube und hoffe, dass die Mitglieder der Deutschen Sektion, dass alle diejenigen, die wissen, worum es sich handelt, ein Gefühl dafür haben, was dieser Ausschluss bedeutet. Dass sie dasjenige würdigen können, was wir suchen und wollen. Jetzt sind wir ausgeschlossen und können nur erklären, dass wir jederzeit mit der Theosophischen Gesellschaft wieder zusammenarbeiten werden, wenn in ihr geordnete Zustände eingetreten sein werden. Aber wir schätzen und ehren die Theosophische Gesellschaft, aus der wir wahrhaftig nicht freiwillig ausscheiden. Jetzt können wir nicht anders, als uns als ausgeschlossen betrachten, nachdem in dem Briefe der Präsidentin der Satz steht: <If not, wc can still wish it all good in the path it selects, and trust that its future, as a separate Society, may prove its usefulness to the wodd.> NVenn nicht, so können wir ihr noch  alles Gute wünschen auf dem Weg, den sie erwählt, und vertrauen, dass ihre Zukunft als abgesonderte Gesellschaft, ihre Nützlichkeit für die Welt beweisen möge.> Deshalb war es logisch, dass sich der Vorstand zuletzt zu diesem Schritte gezwungen sah. Danach können wir nicht anders, als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft heute nicht mehr als vorhanden zu betrachten, und wir haben nichts mehr zu tun, als dem Vorstand für diesen Beschluss die Indemnität zu erteilen> (Abstimmung. Alle mit Ausnahme von zwei Stimmen sind mit dem Beschluss einverstanden.) Herr Dr. Steiner: «Hat jemand etwas dazu zu sagen?» Herr Weidlich: (Die ersten Worte bleiben unverständlich.) «... ungerechtfertigt. Man müsste auch die andere Seite fragen. Konnte sich das nicht vermeiden lassen ?» Herr Ahner: dch hätte gern ein paar Worte gesprochen, bevor der Beschluss gefasst wurde. Das ist doch üblich.» Herr Dr. Steiner: «Es handelt sich um einen Beschluss des Vorstandes. Aber bitte, sprechen Sie nur jetzt> Herr Ahner: dch kann es Herrn Doktor Steiner nicht übel nehmen, dass er energisch wurde. Aber ich frage, ob das alles notwendig war. Wenn das geschieht in der Theosophischen Gesellschaft, was soll man an anderen Stellen erwarten! Ich möchte noch etwas sagen über die Mitglieder des <Stern des Ostcnsn Es ist niemand anwesend vom <Stern des Ostensn Das ist unrechtmäßig ohne jeden Zweifel. Es kann ja jemand auftreten und ausführen, dass es notwendig wäre, auch die Mitglieder des <Stern des Ostens' zu hören.» Herr Weidlich: «Ich möchte mir noch eine Bemerkung gestatten zu der Übersetzung eines Briefes von Misses Besant in den Mitteilungen'. Ich sehe das als eine falsche Übersetzung an. Misses Besant schreibt nicht, dass sie die Sache nicht kenne, sondern dass sie Recht und Unrecht nicht kenne. Das ist ein großer Unterschied, darüber ist gar kein ZweifeL» Herr Dr. Steiner: «Es ist schon in einer gewissen Weise begründet, dass wir mit unserer Gesinnung nicht darinnen sein können in dieser Theosophischen Gesellschaft. Derjenige, der sich den betreffenden Satz anschaut, der wird finden, dass in so sorgfältiger Weise wie möglich die Übersetzung geleistet worden ist. Aber auf diese eine Sache kommt es  ja gar nicht an. Es steht ja der englische Text da, und jeder mag sich ihn überlegen. Die Dinge, die nachgewiesen worden sind als Tatsachen, bis zur letzten Jesuitenbeschuldigung, sie sind so zahlreich, dass es auf das Einzelne gar nicht ankommt. Es ist sonderbar, dass die Dinge nicht gesagt werden da, wo sie hingehören. Wenn der betreffende Herr diese Dinge an Adyar gerichtet hätte, so wären sie in diesem Falle am rechten Ort. Wenn wir noch die elfte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wären, so hätte sich darüber streiten lassen, ob die Delegierten gut daran taten, Sternmitglieder auszuschließen. Nach dem aber, was wir eben gehört haben, können wir den Delegierten nur dankbar sein, dass wir nicht wiederum eine Menge liebetriefende Worte zu hören bekommen, und nachher ganz Unrichtiges vorgebracht wird. Vielleicht gehört es doch ein bisschen zum guten Geschmack, nicht alles anzuhören, was von manchen Menschen vorgebracht wird. Aber, wenn jemand das unangenehm empfindet, so frage ich wiederum die Versammlung, ob eine freie Versammlung diejenigen hören muss, die sie nicht hören will, ob sie sich muss von zwei Leuten tyrannisieren lassen, ob sie nicht das Recht hat, sich zu wehren, sich nicht die Meinung von zwei Leuten aufzwängen zu 1assen> (Zustimmung.) Herr Fidus: Ach möchte betonen, dass ich mit dieser Verhandlung nicht ganz einverstanden bin. In dem Momente, wo wir eine freie Versammlung wurden, hätte gerade der Ausschluss der Sternmitglieder nicht stattfinden dürfen. Sie müssen sich doch verteidigen können. Es hätte doch Doktor Hübbe-Schleiden benachrichtigt werden sollen, um sich verteidigen zu können. Wir müssen betonen ... (sehr unverständlich, aber lang andauernd, dadurch Unruhe und Schluss-Rufe aus der Versammlung) ... wir können nicht wissen, wo Wahrheit ist, die Wahrheit kann niemand verstehen. Es gibt keine Wahrheit für uns, sondern nur Wahrhaftigkeit. Was ist Wahrheit ... (unverständlich) ... nicht befriedigt ...» Herr Tessmar: ·Wir sind alle befriedigt bis auf drei, und die können rausgehen ...» Herr Dr. Steiner: Ach muss leider Herrn Tessmar zur Ordnung rufen wegen des Ausdrucks <rausgehen>. Aber ich muss doch Protest erheben gegen Worte wie: <Die Wahrheit kann niemand verstehen.> Dann aber  werden die Worte <Wahrheit> und <Wahrhaftigkeit> immer gebraucht. Es gibt doch keine Diskussion, ob man die <Wahrheit> erkennen könne oder nicht, wenn zum Beispiel in unwahrer Weise zitiert wird. Da braucht jeder zum Beispiel meine Bücher auf die eine Seite zu legen und Doktor Hiibbe-Schleidens unerhörte Zitate auf die andere Seite. Ich muss sagen, dass auch hier wiederum die Tendenz besteht, mit Worten zu spieleno· Fräulein Prellwitz: «Wir sind Herrn Doktor Steiner dankbar für alles, was wir gehört haben. Was wir wünschten und hofften, war, dass das, was geschehen ist, mit nicht so viel Reibung geschehen möchte. Es ist unmöglich zu vereinigen, wenn wir hier sitzen und uns bekämpfen wollen. Jede Aktivität, die vermieden werden kann, sollten wir hier vermeiden. Denn es gibt dämonische Mächte, gegen die es nur eines gibt: So passiv sein wie möglich, so liebevoll wie möglich. Denn dieses Auseinandergesprengtwerden hat mit Dämonen zu tun. Wir hätten damit nicht anfangen sollen. Nun ist es aber geschehen. Wir sind eine Urversammlung, nun müssen wir auch eine volle, reinliche Scheidung vollziehen, einen reinlichen Anfang machen mit so viel liebevollem Sinn wie mÖglich und so einfach wie möglich. Sie müssen, jetzt nicht feindliche Gesichter machen, Sie müssen arbeiten, liebevoll und treu, um der großen Wahrheit willen> Herr Dr. Steiner: «Ich bin völlig übereinstimmend mit Ihnen. Ich möchte Ihnen nur sagen von demjenigen, wovon Sie verlangen, dass wir es im gegenwärtigen Momente anfangen, damit haben wir schon vor elf Jahren angefangen und sind während all der Zeit so passiv wie möglich gewesen. Darum muss ich Sie schon bitten, dasjenige, was Sie als Ermahnung gesagt haben, an die Adresse von Doktor Hiibbe-Schleiden und von Frau Besant zu richtenm Fräulein Prellwitz: «So bewusst scheinen wir ja nicht zu sein ... Alles kam so schnell und wurde nicht verstanden. Man muss doch auch Geduld haben. Wir hatten das Gefühl, wir stehen vor einer Tatsache, die wir nicht verstehen. Das sind doch alles Schwierigkeitenn Herr Dr. Steiner: «Wenn Sie nachprüfen würden, so würden Sie sehen, mit welcher Geduld und mit welcher Langmut vorgegangen worden ist, und dass diese Geduld und Langmut dennoch dahin hat führen können, dass Misses Besant sich aufschwingt zu jener Jesuitenbeschuldigung. Ich bin von Ihrem guten Willen vollständig überzeugt, aber Ihre Meinung entspringt Ihrer mangelhaften Prüfung der Tatsachen. Ich weiß, dass Sie nur nicht genügend geprüft haben die Sachen; hätten Sie es getan,  Sie würden dann schon gesehen haben, welche Geduld geübt worden ist, und wohin man kommt mit falscher Passivität. Wer von einem Übersetzungsfehler redet in diesem Augenblick, der berücksichtigt nicht, um was es sich handelt, sondern der will [sophistisch] nur über die Hauptsachen hinwegsetzen. Über solche Dinge lässt sich nichts sagen. Man darf wirklich glauben, dass derjenige, der sich mit schwerem Herzen entschließt, so zu handeln, sich nicht aus kleinen Gründen entschließt. Es ist betrübend, dass so wenig guter Wille vorausgesetzt wird von denjenigen, die sonst von Liebe triefen und sich dann verstecken hinter Übersetzungsfehlern, die gar nicht vorhanden sind. Sehen Sie, ich ließ die Sachen ja liegen, ich habe sie nicht veröffentlicht, um Misses Besant zu bewahren, dass sie die Unwahrheit hinausschrie in die Welt. Und was tut sie? Sie schreit in alle Welt hinaus die Unwahrheit der Jesuitenbeschuldigung. Bitte, suchen Sie also, wo Passivität und wo Aktivität vorhanden warn Fräulein Hiibbe-Schleiden: ·Ich habe elf Jahre alle diese Sachen miterlebt und weiß, dass Herr Doktor Steiner das Menschenmögliche getan hat. Ich möchte nur hier meinen Dank aussprechen für alle die selbstlosen Opfer und für alle die Liebe, die er in diesen elfJahren meinem Vater und mir bewiesen hat. Das möchte ich der Versammlung sagen.» Herr Dr. Steiner: «Sie wissen, liebes Fräulein Hübbe-Schleiden, dass dasjenige, was geschehen ist, aus gutem Herzen geschah. Aber es war für die Versammlung wichtig, dass die Pflegetochter von Doktor Hiibbe-Schleiden diese Worte gesprochen hat, und die Versammlung möge mitfühlen aus tiefstem Herzen, was Fräulein Hiibbe-Schleiden bewegt. Solche Worte spricht man nur, wenn man mussm Herr Fidus: «Ich sehe in dieser ganzen großen Kundgebung nicht eine fanatische Einseitigkeit, sondern das allmähliche Erstarken des theosophischen Lebens in Deutschland. Ich weiß nicht, wo Recht und Unrecht liegt, ob auf der einen oder anderen Seite Fehler begangen worden sind. Ich möchte nicht abrechnen. Ich möchte nur sagen, dass ich mich freue, dass die deutsche Bewegung sich gedrängt fühlt, sich selbstständig zu machen. In diesem Sinne begrüße ich die Begründung der <Anthroposophischen Gesellschaftn Wer theosophisch arbeitet, wird immer der Theosophie nützen. Die deutsche Bewegung darf sich nicht mehr vom Osten gängeln lassen. Die Hauptsache ist, dass das Geistesleben in einem  Lande so erstarkt, dass es sich nicht immer wieder an eine Zentralstelle wenden mussn Herr Dr. Steiner: ·Gegen uns wird alles ausgenutzt. Schon jetzt fängt es, gestützt auf die objektiven Unwahrheiten von Misses Besant, in Europa an. Der belgische Generalsekretär hat schon tüchtig angefangen, denn er spricht von einer <Pangermanistischen> Bewegung. Die Theosophie ist keine deutsche Bewegung, es handelt sich um eine ganz allgemein menschliche Bewegung, der jeder angehören kann, ohne Unterschied der Rassen. Wir haben es zu tun damit, dass wir genötigt sind, an die Stelle einer Karikatur der Theosophie zu setzen eine wahre Theosophie. Es würde ausgenutzt werden, wenn das, was Herr Fidus eben in guter Absicht gesagt hat, unwidersprochen bleiben würde. Das, was wir wollen, ist so allgemein menschlich wie die Wahrheit; und der Geist des Allgemein-Menschlichen kennt keinen Unterschied von Rasse, Religion, Volk und Nation, der zur Sonderung im Höchsten führen müsste. Jeder, der in der Welt nach dem theosophischen Ideale strebt, der gehört, und zwar mit Recht, zu uns. Damit nicht auch aus wohlgemeinten Worten wiederum Lanzen gegen uns geschmiedet werden, musste ich diese Worte hier sprechen> Fräulein von Sivers: «Ich wollte dieses auch sagen. Es handelt sich nicht um Ost und West, es handelt sich darum, das Gefühl für Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu wecken. Wir haben dieses Wort nicht im Munde geführt, solange es möglich war zu arbeiten, ohne dass uns Steine in den Weg geworfen wurden. Wenn wir dieses Wort nun auch im Munde führen müssen, so ist es uns aufgedrängt worden. Ich möchte zu zwei anderen Punkten übergehen. Das eine: die Passivität, die man haben soll; das andere: dass es eine reine, objektive Wahrheit nicht gibt, dass niemand entscheiden kann, wo die Wahrheit ist. Ich glaube, es gibt doch Tatsachen auf dem physischen Plan, und wenn man hier nicht unterscheiden kann, so ist man rettungslos verloren, wenn man sich in die okkulte Welt begibt. Ich möchte nur einige Beispiele erzählen. Zunächst also: Passivität. Seit Jahren werden unwahre Dinge über uns geschrieben. Seit Jahren müssen wir erleben, dass in theosophischen Zeitschriften, in Briefen und so weiter die unwahrsten Dinge über uns in die Welt geschleudert werden. Wir haben undenkbar lange geschwiegen und leidenschaftliche Gegnerschaft erregt dadurch, dass wir passiv blieben. Das hat zu schwerer Beschuldigung geführt. Bis zu den Mün chener Tagen ist geschwiegen worden über die Tatsachen, die geschehen sind. Ein Beispiel nur: 1909 sollte Mister Leadbeater wieder aufgefordert werden, in die Theosophische Gesellschaft einzutreten. Doktor Steiner hat durch seine objektivität die Gegnerschaft der Leadbeater-Feinde in England sich erworben. Dass er es vermochte, trotz sachlicher Ablehnung, so brüderlich zu bleiben, hat Unwillen erregt. Es kam dann die Aufnahmeaufforderung Leadbeaters. Sie haben vorhin gehört, wie Misses Besam zurückschrieb, sie würde die Stimme Doktor Steiners für den Wiedereintritt Leadbeaters in Anspruch nehmen. Doktor Steiner musste ein Telegramm schicken, in dem er bittet, Stimmenenthaltung anzusetzen, so wie er es angegeben hatte. Dann kam ein Telegramm zurück: <Sic sind der einzige Generalsekretär, der so vorgeht» Das war wiederum nicht wahr; der skandinavische Generalsekretär hatte auch Stimmenenthaltung geübt. 1911 erschien aber im <Thcosophist> eine biografische Skizze Leadbeaters, in der gemeldet wurde: <Allc Generalsekretäre ohne Ausnahme haben Herrn Leadbeater gebeten, wieder einzutreten in die Theosophische Gesellschaftn Das war 1911. Jetzt aber erfahren wir, dass Mister Mead es Herrn Doktor Steiner zum schweren Vorwurf macht, dass er für Leadbeater mitgestimmt habe. Ich frage Herrn Fidus: Weiß man hier nicht, was wahr ist? Gibt es hier keine Möglichkeit, die Wahrheit zu unterscheiden? Einer, der von dieser Sache wusste, ist inzwischen gestorben, seine Stimme ist ins Grab gefallen, und bei uns rechnet man auf unser passives Schweigen. Ein anderer Fall: Immer wieder wird behauptet, Misses Besant habe einen Brief vergessen. Zuerst wurde behauptet, sie habe den Brief gar nicht bekommen. Wir haben ja in München Herrn Schrader sagen hören, die Präsidentin könne unmöglich den Brief mit der Vollrath-Affäre bekommen haben, sie wäre ja sonst geistesschwach. Diesen Ausspruch hat er freilich ausgelassen in seiner späteren Wiedergabe der Münchener Tage, die von Ungenauigkeiten strotzt, aber ein solch entstellter Bericht wird als Grundlage genommen für unsern Standpunkt und gegen uns ausgenutzt. Er erregt große Empörung. Ich glaube, dass es unnütz ist, noch mehr Beispiele anzuführen, aber ich frage noch einmal: Unterscheidet man hier die Wahrheit oder nichth Ruf von Herrn Fidus: «Das soll man ja.» Herr Pfarrer Klein: «Einen Ausdruck, den vorhin eine Dame gebrauchte, kann ich nicht unwidersprochen lassen, weil ich es geradezu  für gefährlich hielte, wenn man die darin anempfohlene Praxis befolgen würde <man könne den Dämonen gegenüber nicht genug Passivität walten lassenm Ich bin ganz im Gegenteil der Meinung, man könne Dämonen gegenüber nicht genug auf der Hut sein und nicht wachsam genug sein, und im Kampf mit ihnen sei die beste Parade immer noch der Hieb, der offensive Angriff. Hat vielleicht Christus gegenüber den Dämonen Passivität walten lassen? Ich erinnere an eines seiner bedeutsamsten Worte: <Ich habe den starken Gewappneten aus dem Hause gcwodcd> Von seinem Verhalten gegenüber den übrigen Dämonen will ich jetzt nicht einmal reden - von zweien aber soll festgestellt sein, dass er gegen sie mit einer auffallend impulsiven, unerbittlichen, rücksichtslosen Schroffheit vorging: Das waren die <Unwahrhaftigkeit> und <Heuchelei>, wie sie ihm besonders vonseiten der Sekte der Pharisäer entgegentraten. Denken Sie an die berühmte Szene der Tempelreinigung in Jerusalem, nach deren Vollzug er die furchtbare Generalabrechnung mit den Pharisäern hält, die mit ihrer Unwahrhaftigkeit seine Lehre entstellten und mit ihrer Heuchelei sich selbst als so fromm hinstellten und so scheinheilig gebärdeten, während ihre Gesinnung und ihre Taten laut dagegen zeugten. Gegen sie schleudert Christus Jesus die schärfsten und schroffsten Ausdrücke: Ahr Heuch]er>, Jhr Narren>, Jhr Otternbrut>, Jhr übertünchten Gräbern - Außen voll Blumen, innen voll Moder und Verwesung -, Jhr blinden Blinden]eiter> - selber blind, wollt ihr andere führen. Er wusste eben, dass Aufrichtigkeit und Lauterkeit der Nerv aller Sittlichkeit sind; dass, wo sie nicht sind, sondern Unwahrhaftigkeit und Heuchelei herrschen, etwas Auflösendes, Zersetzendes, Scheidewasserartiges vorhanden ist, was jedes Gemeinschaftsgebilde zerstört. Auf uns sind solche Dämonen zugekommen, wir haben sie nicht gerufen, sie sind uns genäht, in der Absicht, unser Werk zu zerstören! Ihnen gegenüber Passivität zu üben, wäre unverantwortlich. Was wir heute von Unwahrhaftigkeit, die geübt wurde seitens der Adyar-Leitung und der Mitglieder des <Stern des Ost«is>, hören mussten, übersteigt alle Begriffe; und kann man sich eine größere Heuchelei denken, als dass man auf der ersten Seite einer Schrift wie die <Botschäft des Friedens> immerfort dem Gegner salbungsvoll den Frieden als theosophische Grundtugend empfiehlt und selber ihn am Schlusse unverhüllt einen Jesuiten nennt? Gegen ein solches Verfahren, hinter dem die zwei gefährlichsten Dämonen der Unwahrhaftigkeit und Heuchelei stehen, lassen Sie uns die  <Pässivität Christi> anwenden, nämlich klaren, bewussten, energischen, rücksichtslosen Widerstand, Abwehr, die in diesem Falle Notwehr ist.» Herr Fidus: Ach möchte nur zwei Worte sagen. Wahrheit können wir hier nicht wissen, sondern nur Wahrhaftigkeit üben. Ich weiß wohl zu unterscheiden, was hier gesagt wurde. Ich meine nur, dass diese scheinbaren Widersprüche sich als Missverständnisse zeigen kÖnnten. Wenn der Vorstand etwas verständniswilliger gewesen wäre ...» (Ordnungsruf) Herr Dr. Steiner: «Sie dürfen hier nicht den Vorstand beleidigen. Ich kann nicht verstehen, wie man gegenüber solchen faustdicken objektiven Unwahrheiten noch die Worte Wahrheit und Wahrhaftigkeit gebrauchen kann; das muss schon als Insulte aufgefasst werden. Es geht nicht, dass man einfach alles sagt, was einem einfällt. Bitte, reden Sie weiter> Herr Fidus: «... Ich will den Vorwurf und die Anschuldigungen ... ich will nicht alles beschönigen, aber einzelne Dinge, die man nehmen kann ...» (Der Redner wird in seinen längeren Ausführungen ganz unverständlich.) (Zuruf: Schluss.) Herr Dr. Steiner: «Es ist unmöglich, dass Sie in dieser Weise weitersprechen, objektiv unmöglich. Bedenken Sie nur ein wenig, dass es doch auch Leute gibt, die ihre Zeit brauchen. Es geht doch nicht, dass man immer wieder Dinge vorbringt, die doch schon wirklich objektiv widerlegt sind, und wir brauchen heute wirklich unsere Zeit.» Fräulein von Sivers: «Ich möchte nur mitteilen, dass wir doch herausgefordert sind, dass Doktor Steiner lange geschwiegen hat. Misses Besant hat uns sogar beschuldigt, die Briefe zurückgehalten zu haben. Es ist überall verbreitet worden, dass wir Briefe zurückhalten. Misses Besant hat an jede Sektion appelliert, alle ihre Briefe möglichst zu verbreiten. Wir haben so lange wie möglich Passivität gewahrt. Aber da sie selbst uns herausforderte, so haben wir die Briefe gedruckt> Herr Dr. Steiner: Ach muss gestehen, dass es recht unbehaglich ist, dass man gar nicht eingehen will auf die Dinge. In der Zeit, als die Leadbeater-Affäre war, schickte Misses Besamt einen Brief an eine Anzahl von  Mitgliedern, jenen Brief, in dem sich die Worte fanden, dass Leadbeater solche Dinge nur tun könne, wenn er auf einem Punkte irrsinnig sei. Das war im Juni 1906. Dieser Brief ist zum Teil gedruckt worden. Am Schlusse dieses Briefes stehen nach dem Abdruck die Worte: <Ich habe mich schwer in meinem Urteil und meiner Einsicht geirrt, und muss das Karma davon tragen. Ich wage nicht zu glauben, dass die Weiße Loge solche bösen Gedanken und Taten in dem Tempel unbeachtet lassen könnte, der nur denen zugänglich isb die reines Herzens sind.· NVenn der Tag meines Falls kommen sollte, so bitte ich die, welche mich lieben, nicht davor zurückzuschrecken, meinen Fehler zu verurteilen, ihn nicht zu beschönigen oder zu sagen, dass Schwarz Weiß sei, sondern dass sie vielmehr mein schweres Karma erleichtern, wie ich versuche, das Karma meines Freundes und Bruders zu erleichtern, indem sie die unerschütterliche Reinheit des Ideals verfechten, und indem sie erklären, dass der Fall eines Menschen ihr Vertrauen in die Meister der Reinheit und des Mitleids unerschüttert läsm <Wir sollen nicht verwechseln dasjenige, was ausgeht von den Meistern der Weisheit, und was wir schwachen Menschen tun. Die Meister wissen uns zu führen so, dass sie alles zum Besten der Menschenenrwicklung lenken. Der Mensch kann fallen, auch sein Fall wird zu seinem Vorteil gelenkt. Leadbeater ist gefallen, Judge ist gefallen, ich werde wahrscheinlich auch fallen. Ich werde aber nicht Leadbeaters Karma erschweren, indem ich Schwarz Weiß nenne und Weiß Schwarz. Und alle, die mich lieben, fordere ich auf, wenn ich falle, nicht zu ermangeln Schwarz Schwarz und Weiß Weiß zu nennen.> Das ist das Echo von Misses Besants eigenen Worten. Ich zitiere sie nur, weil die Worte in öffentlichen Journalen stehen. Aus Misses Besants Brief hätte ich nicht zitiert. Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die das heute tun, die Schwarz Schwarz und Weiß Weiß nennen, Misses Besant mehr lieben als diejenigen, die sie heute umschmeicheln. HÖren Sie die Worte, die Misses Besant in einem guten Augenblicke gesagt hat! Das ist doch etwas, woran ich auch vielleicht erinnern durfte, wenn immer wieder gesagt wird: Die in Adyar waren doch ganz nette Menschen, wenn ihr nicht solche Karnickel wäret, dann wäre ja alles gut> Herr von Rainer: ·NVenn ich jetzt hier das Wort ergreife, so drängt es mich in diesem Augenblick, Gewicht darauf zu legen, in welcher Weise wir heute diesen wichtigen Übergang durchmachen. Wenn davon gespro chen werden soll, was Theosophie sein soll und was nicht, hat man nur eine Seite des wichtigen Augenblicks in Erwägung gezogen. Die zweite Seite ist, dass die theosophische Bewegung, wenn sie richtig geführt wird, die Mission hat, die Menschheit herauszureißen aus dem, was heute zu einem bequemen Verhalten geführt hat. Das darf nicht übersehen werden. Und wir selbst, eine verhältnismäßig kleine Zahl, haben die Aufgabe, mit offenen Augen zu sehen, wie die Verhältnisse heute liegen. Auf der einen Seite will man nicht mehr glauben, dass es eine Wahrheit gibt, und verlangt doch, dass alles angehört werde, was vorgebracht wird, und dass wir das alles hinnehmen sollen. Nächstenliebe und Bruderliebe kann man im weitesten Maße aufbringen, wenn man auch den Mut hat, im gegebenen Momente zu sagen: Das ist nicht mehr das, was ich vertreten kann. Wenn jemand wie ich zu dieser Bewegung gekommen ist, weil er gefühlt hat, dass früher etwas nicht darin war, was hinein muss, der fühlt im tiefsten und weitesten Sinne, was es bedeutet, zu lernen, die Wahrheit zu schätzen, und sie zu behaupten, wenn man sie erkannt hat. Dass gerade in dieser Weise Angriffe vorgebracht werden können und auch Widerhall finden, beweist, dass etwas erstorben ist gegenüber demjenigen, was sich als Wahrheit gezeigt hat. Das alles zeigt uns, wie notwendig es ist, in unseren Herzen wirklich aufzurufen, was aufgerufen werden muss, wenn wir uns wirklich verbunden fühlen wollen mit dem Ideale der Menschheit. Und wenn wir dem Ausdruck leihen wollen, wenn wir fühlen, was es bedeutet, in dieser Stunde und in diesem Sinne vereint zu sein mit dem Ideale der Menschheit, dann müssen wir uns Luft machen in der Form, dass wir empört sind über das, was geschehen ist, und dass wir ablehnen aus der tiefsten Seele diese andere Seite, das wird die erste Stufe sein. Was bleibt uns denn übrig, wenn wir an die Wahrheit nicht glauben können. Zertrümmern müssten wir alles, was in uns wäre, wenn wir nicht als Pflicht empfinden, dasjenige abzulehnen, was so empörend von der anderen Seite kommt. Und wir müssen uns in viel tieferem Sinne verpflichten für die Wahrheit. Sie ist nicht leicht, aber wir können sie finden, wenn wir wollen. Es ist nur der eine Weg vorhanden, der zu betreten ist. Ich möchte Sie einladen, in diesem Sinne aus unserem tiefsten Empfinden heraus, vielleicht, durch Erhebung von den Sitzen der Empörung Ausdruck zu verleihen darüber, wie unsere positive Arbeit verdächtigt wird, wie man gerade durch das Hereinbringen des Vorwurfes des Jesuitismus einen Charakter unserer theosophischen Sache verleiht, der  für die Öffentlichkeit gar nicht ärger gedacht werden kann. In Deutschland und auch bei uns in Österreich soll niemand sagen können, dass überhaupt diejenigen, die eine solche Verdächtigung aussprechen können, ein Verständnis haben für das, was Theosophie soll. Ich möchte die Bitte wiederholen, diesen Ausdruck unserer Empörung anzunehmen> (Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen.) Herr Tessmar: «Das, was mir vorhin auf der Seele brannte, ist durch den Vorredner in viel schönerer Weise gesagt worden, als ich es hätte sagen können. Ich möchte aber doch sagen: Ich bin einer von den Menschen, die das in der Seele fühlen. Im vorigen Jahre hat Herr Bauer von der Schlafhaubigkeit gesprochen. Ich bin nicht schlafhaubig, sondern ich bin einer, der empört ist. Ich bin auch heute schon zur Ordnung gerufen worden, ich bereue diesen Ordnungsruf, aber ich muss sagen, ich kann nichts zurücknehmen, selbst wenn Herr Doktor Steiner mich noch einmal zur Ordnung rufen müsste. (Ordnungsruf) Wenn immer wieder gesprochen wird von Toleranz und so, so hört man sich das an, solange es geht. Das hat aber Grenzen. Wenn Personen in dieser Masse einem Gefühl Ausdruck geben, und ganz wenige wollen dann die Versammlung tyrannisieren, so geht das nicht. Sie fühlen, was mich bewegt, was auf meinem Herzen brennt, - ich bin fürs Dreinschlagen, wenn's nottut. - Wir sind nicht hergekommen, um zwei oder drei Herren anzuhören, die uns langweilen und uns die Zeit stehlen. Ich möchte die Versammlung bitten, energisch zu erklären, dass sie damit Schluss machen will.» Fräulein Riege: Ach habe gehört, dass Herr Fidus, als ihm das Wort entzogen wurde, von einem Briefe sprach, den er mitteilen müsse. Es wurde sogar gesprochen vom Unterschlagen einer Nachricht. Es wird doch gut sein, das zu hörenm Fräulein Prellwitz: «Uns hat gestern Herr Doktor Hübbe-Schleiden einen Brief geschickt, der eine Einlage enthält von Frau Besant. In dieser Einlage gibt sie zum ersten Mal Antwort in Bezug auf Vollrath, ob sie gelogen hat oder nicht in dieser Affärc»  Herr Dr. Steiner: ·Non dieser Einlage habe ich, um Sie nicht zu langweilen, keine Mitteilung gemacht. Misses Besant hat allerdings einen Brief geschrieben, in dem sie, wie es ihre Eigenart ist, ablenkt von der Hauptsache und die Aufmerksamkeit auf eine Nebensache lenkt. Ich habe allerdings nicht geglaubt, dass es Menschen gibt, die auf diesen konfusen, auf diesen sophistischen Brief hereinfallen. Ich muss gestehen, Fräulein Prellwitz, dass ich bei Ihrem feinen literarischen Empfinden nicht begreife, dass Sie imstande sind, hinwegzugehen über den Schlusssatz dieses Briefes.» (Der Satz wird verlesen.) <As to the pamphlet, I had supposed that it contained something important, as Dr. Steiner was evidently very angry about it, saying that if its statements were true <ä dog would not take food. from Usn If, as Dr. Steiner now says, it was merely a rehash of the original quarrds, stated in his letter to me, the language seems a little strong.' ·Was das Pamphlet betrifft, so glaubte ich, dass es etwas sehr Wichtiges enthalten müsse, da Dr. Steiner augenscheinlich sehr ärgerlich darüber war, und sagt, wenn die darin enthaltenen Darlegungen wahr wären, <kein Hund mehr ein Stück Brot von uns nehmen würden Wenn es, wie Dr. Steiner nun sagt, nur ein Aufwärmen der ursprünglichen Streitigkeiten war, wie er sie in seinem Briefe an mich darlegt, so erscheint die Sprache ein wenig stark.· [Rudolf Steiner:] «Der Brief liegt bei mir, den Doktor Vollrath 1908 an Frau Besant geschrieben hat. Wenn sie darüber den obigen Satz schreiben kann, so bedeutet das nur, dass sie die alten objektiven Unwahrheiten durch neue objektive Unwahrheiten zudeckt. Wo man anfasst, stellen sich überall ganze Bündel von Unwahrheiten entgegen. Erinnern Sie sich der vorigen Generalversammlung, ob da von Ärger gesprochen werden konnte. Ärgerlich bin ich auch über Misses Besam nicht. Mitleid habe ich mit ihr, sehr viel Mitleid; aber deshalb kann ich doch nicht Schwarz Weiß und Weiß Schwarz nennen. Ich bitte also zu sehen, wie hier der Brief von der Hauptsache ganz ablenkt. 1909 schreibt sie: Nachdem ich gehört habe alle Dctäils>, und sagt dann später 1912, sie könne Recht und Unrecht darin nicht unterscheiden. Ich weiß, dass sie Recht und Unrecht gehört hat. Denn ich habe ihr genau berichtet. Wer imstande ist, im Mai 1912 zu schreiben: <Ich kenne nicht Recht und Unrecht>, während ich 1909 mir alle Mühe gab, ihr die Sache darzustellen,  offiziell sie über alles aufzuklären, wer dann mit Anschuldigungen des anderen kommt, der braucht nicht berücksichtigt zu werden. Das ist Insulte und nichts anderes als Insulte.» Herr Pfarrer Klein: «Ich stelle den dringenden Antrag auf Schluss der Debatte. Es soll nicht mehr debattiert werden über den Ausschluss der Mitglieder des <Stern des Ostens>.» (Der Antrag wird angenommen, und es tritt eine längere Pause in den Verhandlungen ein.) (Nach einer längeren Pause wird um sechs Uhr die Sitzung wiedereröffnet.) Fräulein von Sivers verliest den englischen Text der Erklärung, die von der Deutschen Sektion an den General Council als Antwort auf Misses Besants letzten Brief nach Adyar geschickt werden soll. Herr Dr. Steiner: «Wiiünscht jemand dazu das Wort? Da dies nicht der Fall ist, bitte ich diejenigen, die dafür sind, dass diese Erklärung dem General Council zugeschickt wird, sich von den Sitzen zu erhebenm (Alle erheben sich von den Sitzen.) Herr Dr. Steiner: djamit ist dokumentiert, dass diejenigen Mitglieder der Deutschen Sektion, die hier versammelt sind, sich als ausgeschlossen betrachten von der Theosophischen Gesellschaft. Die Deutsche Sektion, wie sie bestanden hat seit ihrer Begründung, hat hiermit aufgehört zu existieren, und alle Funktionen der Deutschen Sektion haben damit aufgehört. Und es wird sich nun zeigen, wer zu uns gehören will und wer nicht dazugehören will. Wir sind jetzt in einer freieren Lage, wenn uns das auch mit Schmerz erfüllt. Ich bitte nun auch unsere auswärtigen Freunde, die nicht zur Deutschen Sektion gehören, sich morgen Nachmittag zu einer kurzen Besprechung hier mit mir zu versammeln. Das Nächste, was wir nun zu verhandeln haben, weil wir unseren Freunden Rechenschaft zu geben haben, ist, dass wir einen freundschaftlichen Bericht über die Mitgliederbewegung abzugeben haben>  Herr Ahner: Ach bin erstaunt, dass Personen hier sein sollen, die der Deutschen Sektion nicht angehören, ich meine, diese Versammlung sei nur für die Mitglieder der Deutschen Sektion.» Herr Dr. Steiner: «Sie scheinen noch niemals einer Generalversammlung außer in der Deutschen Sektion beigewohnt zu haben, sonst würden Sie wissen, dass bei allen Generalversammlungen, in welcher Sektion sie auch sein mögen, sämtliche Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft Zutritt haben. Das ist immer so gewesen.» Herr Ahner: ·Ich bitte um Entschuldigung.» Fräulein von Sivers: «Die Zahl der Mitglieder beträgt 2489 gegen 2318 im Vorjahr; neu eingetreten sind 330, ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen 132, in andere Sektionen übergetreten 6, gestorben 14, dubios 7. Neu gegründet sind 3 Zweige: Augsburg, Erfurt, Hamburg II. Die Zahl der Zweige ist 54, der Zentren 4 und 1 Zentrum dubios. Herr Seiler: ·Der Kassenbericht ist folgenderm Einnahmen: Kassenbestand 1910/11 Stiftungsurkunden Eintrittsgelder Beiträge Freiwillige Beiträge Zinsen 1446,68 Mark 30,1700,7781,37 37,10 322,20 Einnahmen 11317,35 Ausgaben 11291,46 Kassenbestand am 31. August 1912 25,89 Ausgaben: Bureau-Unkosten und Honorare Miete-Konto (Säle z. Gen.-Vers., Audienzz.) Konto der Mitteilungen Porto, Depeschen etc. Ausgaben versch. Art Wirtschaftsunkosten, Löhne etc. Hauptquartier Adyar 3030,70 1410,1076,30 484,30 376,15 1541,89 1576,24  Kongressabgaben der Sektion Drucksachen Überführung auf Bankkonto Ausgaben Vermögensstand Kassenbestand ab 31. August 1912 Guthaben bei der Bank Mobilien Gesamtvermögen 31. August 1912 > 27,1768,88 11291,46 Mark 25,89 Mark 3789,33 457,65 4272,87 Mark Herr Tessmar als Kassenrevisor teilt mit, dass die Bücher durch ihn und Fräulein Motzkus ordnungsmäßig geprüft und richtig befunden worden sind. Herr Dr. Steiner: «Wiiiinscht jemand zu diesen Berichten das Wort? Da dies nicht der Fall ist, so bitte ich unseren Freunden Decharge zu erteilen> (Die Decharge wird erteilt.) Herr Dr. Steiner: «Wir kommen nun zum dritten Punkt, zur Diskussion über schwebende Angelegenheiten. Wünscht jemand dazu zu sprechen? Da dies nicht der Fall ist, kommen wir zum vierten Punkt, Anträge aus dem Plenum. Der erste Antrag ist der fdgende:» An den Vorstand und an die Mitglieder der Deutschen Sektion der <Theosophischen Gcscllschäft> Nachdem den Unterzeichneten bekannt geworden war, dass man den Namen der ursprünglich in Berlin begründeten Besant-Loge abgeschafft und derselben Vereinigung einen anderen Namen gegeben hatte, beschlossen sie, mit mehreren Gleichgesinnten eine neue Loge zu gründen, welche den Geist der ursprünglich in der theosophischen Gesellschaft herrschenden und durch Frau Besant vertretenen Prinzipien aufrechterhalten sollte. Die Bitte um Anschluss dieser Loge an die Deutsche Sektion wurde von dem Generalsekretär derselben, Herrn Dr. Steiner, zurückgewiesen mit der Begründung, dass die Mitglieder dieser neuen Loge zum Orden des Sterns im Osten gehörten, den er als eine <Scktc· bezeichnete, eine rein persönliche Ansicht, die doch unmöglich ausschlaggebend sein kann in einer für uns so wichtigen theosophischen Angelegenheit, denn mit demselben  Rechte könnte man ja die gleiche Behauptung von der <Anthroposophischen Gesellschafb aufstellen. Um die Gründung der betreffenden Loge zu ermöglichen, sahen wir uns gezwungen, direkt an Adyar Anschluss zu suchen, der uns bereitwilligst gewährt wurde. Immerhin war dies für uns aber nur ein Ausweg, zu dem uns die Notlage trieb, und keineswegs können wir die beleidigende, ganz grundlose Abweisung lanüihriger und gänzlich unbescholtener Mitglieder, die stets ernsthaft bemüht waren, für die Verbreitung echten theosophischen Geistes zu wirken, so ruhig hinnehmen, ebenso wenig wie den kränkenden Ausschluss aus einer Gemeinschaft, der wir so lange angehörten, aus denselben nichtssagenden Gründen. Wo bleibt da das in der Theosophie mit Recht stets als erstes genannte Prinzip der Toleranz? Wir sind der Ansicht, dass es nicht nur den verschiedenen religiösen Anschauungen Achtung gewähren, sondern in jeder Beziehung Freiheit des Denkens zulassen sollte, besonders aber, wenn es sich um eine so hohe ethische Aufgabe handelt, wie sie der Orden des Sterns im Osten durch seine Vorbereitung auf das von fast allen Religionen zugestandene Erscheinen eines künftigen Weltlehrers verfolgt. Wir meinen, dass die Glcichbcrcchtigung aller Weltanschauungen, die den neu eintretenden Mitgliedern bei ihrem Eintritt in die <Gcscllschäft> zugesichert wird, sich hier behaupten muss, wenn sie nicht zu einer bloßen Redensart werden und das Ansehen der <Deutschcn Sektion> herabziehen soll. Mit aller Entschiedenheit müssen wir daher Protest einlegen gegen die uns zuteil gewordene Behandlung und bitten die hochverehrte Generalversammlung um ihren Beistand, damit uns das Recht der Angliederung unserer Loge an die Deutsche Sektion zugestanden werde. Berlin, den 6. Januar 1913. Der Vorstand der Besant-Loge zu Berlin. [Rudolf Steiner:] «Unterschrieben ist der Antrag: Der Vorstand der Besant-Loge zu Berlin. Die Namen des Vorstandes dieses Zweiges kenne ich nicht. Der zweite Antrag 1autet> Antrag an die Generalversammlung der Deutschen Sektion (Landesgesellschaft) der Theosophical Society zu Berlin im Februar 1913 Die Unterzeichneten beantragen: Die Generalversammlung wolle beschließen: 1. Der von der neunten Generalversammlung am 30. Oktober 1910 ('Mitteilungem, Köln, XI, Seite 8) angenommene Antrag van Leer, wonach außer der Unterschrift von zwei Bürgen für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes noch als dritte Unterschrift die des Vorsitzenden des betreffenden Sektions-Zweiges erfordert ist, wird hiermit aufgehoben.  2. Ferner wird bestimmt, dass die bisher in Gebrauch gekommene Forderung der vorherigen Teilnahme an einem Vorbereitungs-Kursus für die Aufnahme eines Mitgliedes in die Gesellschaft fortan nicht mehr gestellt werden soll. Zur Aufnahme als Mitglied der Deutschen Sektion soll künftig ebenso wie in den anderen Zweigen der Gesellschaft die Zustimmung zu den Zwecken der Gesellschaft genügen, ohne Rücksicht auf die Glaubenssätze oder sonstigen Ansichten des Gesuchstellers. 3. Die von der VII. Generalversammlung am 26. Oktober 1908 ('Mitteilungen·, Köln, VIII, Seite 7) angenommene Änderung des § 8 der Sektions-Satzungen, wonach jedes Vorstands-Mitglied, das sieben Jahre im Amte war, von da ab lebenslänglich der nicht absetzbare Träger dieses Amtes geworden ist, wird hiermit aufgehoben. Der Vorstand soll fortan wieder alle drei Jahre in der Generalversammlung neu gewählt werden. Oberloschwitz - Weißer Hirsch, d. 7. Jan. 1913. Hermann Ahner Vor[sitzcnder] d[er] Loge zum Gral in Dresden, z.Zt. Mitt. Schreiberhau i. Rsgb., 9. I. 13. Hugo Höppener-Fidus, Dresden, den 11. Januar 1913. [Rudolf Schaefer], Mitgl[ied] d[er] Loge zum Gral. Motive zu diesem Antrag: 1. Die Forderung der dritten Unterschrift für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes ist eine Änderung der §§ 28 und 29 der allgemeinen Satzungen der Gesellschaft. Diese zu ändern, ist eine Sektion nicht berechtigt; es ist sogar in § 37 ausdrücklich ausgesprochen worden, dass die Satzungen einer Sektion oder Landes-Gesdlschaft nicht den Satzungen der Gesamt-Gesellschaft widersprechen dürfen ('not conflict'). In S 28 wird die Unterschrift von womöglich zwei Mitgliedern als Bürgen für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes gefordert. In § 29 wird die Ausstellung des Mitglied-Diploms daraufhin ohne weitere Anforderung vorgeschrieben. Diese Absicht bringt das in dem Paragrafen gebrauchte Wort <shäl1>, statt <wil1>, gemäß den allgemeinen Regeln englischer Gesctzes-Praxis ganz besonders stark zum Ausdruck. 2. und 3.: Die damit zu derogierenden Maßregeln haben ausgesprochenermaßen den Zweck, bestimmte Lehren derart in der Sektion festzulegen, dass sie, wie das Glaubens-Bekenntnis einer Religions-Gemeinschaft von den Mitgliedern der Sektion gefordert werden. Dieser Zweck ist ausdrücklich hervorgehoben worden als Motiv für die Einführung dieser Maßregeln; so ist authentisch berichtet in den <Mitteilungen>, KÖln, VIII,  Seite 6-7 und XI, S. 8. Jene Maßregeln haben sich für diesen Zweck auch stets bewährt, wie uns die Weltgeschichte lehrt. Nun ist es aber gerade der Sinn der Theosophischen GesdlschafL die Notwendigkeit solcher Maßregeln zu überwinden und ihre Mitglieder so geistig selbstständig zu machen, dass sie ohne solchen organisatorischen Schutz die esoterischen Wahrheiten annehmen und sie vernunftgemäß vertreten können. So widersprechen solche Maßregeln auch dem Hauptzwecke der Gesellschaft: einen Kern zu bilden für die Brüderschaft der Menschheit ohne Unterschied des Glaubens. [Rudolf Steiner:] JJnterschrieben ist der Antrag: Ahner, Oberloschwitz; Hugo Höppner-Fidus; Rudolph Schäfer. Ich muss bemerken, wenn das richtig sein sollte, dass jeder Mensch, der sich meldet, ungeprüft aufgenommen werden sollte, so würde ich niemals das Amt eines Generalsekretärs angenommen haben, sondern ich würde vorgeschlagen haben, eine Unterschriftmaschine dafür anzuschaffen. Auch sind diese Anträge gegenstandslos, und die Antragsteller müssen verwiesen werden darauf, dass sie sich jetzt zu wenden haben an die Instanz, die jetzt geschaffen werden wird, an diejenigen Leute, die willig sind, den unberechtigten Anforderungen von Adyar zu entsprechen. Daher sind diese Anträge an die kommende Deutsche Sektion der Gesellschaft zu richten. Das Nächste, was wir zu besprechen haben, ist ein Antrag des Herrn Doktor Bachem, Frankfurt a.M. Ich bin gezwungen, diese Sache vor dieses Forum zu bringen, weil sie eine rein menschliche ist> (Brief des Herrn Dr. Bachem) An die Theosophische Gesellschaft, Deutsche Sektion; zu Händen des Herrn Gencralsckrctärs Dr. Rudolf Steiner, Berlin Zur elften Generalversammlung stelle ich folgende Anträge: 1. Die durch die Rödelheimer Gründung des [Fräulein] M. Stenzel, der früheren Vorsitzenden des <Go«hczwcigcs· der Theosophischen Gesellschaft in Frankfurt a. M., Geschädigten sollen entschädigt werden a) durch die Mittel der Deutschen Sektion der Theosoph[ischen] Gesellschaft b) durch eine Sammlung, die der Generalsekretär innerhalb der Gesellschaft veranstaltet.  2. Die Begründung zu Antrag 1 soll in der Generalversammlung verlesen werden. 21.1.1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt a. M., Finkenhofstraße 46. Begründung des Antrages 1 des Dr. med. Bachem, Frankfurt a.M., zur elften Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft, Deutsche Sektion. Fräulein M. Stenzel ging bei Beginn ihrer Gründung an verschiedene Mitglieder des <Goethezweige$» heran, damit diese sich für die entstandenen Verbindlichkeiten verbürgten. - So hinterlegte Herr Vizetelegrafendirektor Roggenberg 3000 Mark als Garantie für die Miete und verpflichtete sich für die Miete, so girierte Frau Jahn und Dr. Bachem Wechsel des [Fräulein] Stenzel, mit denen das Mobiliar beglichen wurde. Als an Dr. Bachem das Ersuchen gerichtet wurde, ist gleichzeitig gesagt worden, diese Gefälligkeit sei eine reine Formsache, er würde nie etwas mit den Wechseln zu tun bekommen. Außerdem wurde ihm gesagt, wofür Herr Leser Zeuge ist, dass er, falls er zur Einlösung der Wechsel herangezogen würde, in entsprechender Weise Mobiliar erhalten solle. Die erwähnten Bürgschaften wurden übernommen, weil [Fräulein] Stenzel angab, die Rödelheimer Gründung erfreue sich der Unterstützung und Billigung Dr. Steiners. Direktor Roggenberg hat 3300 Mark in bar dabei verloren. An Dr. Bachem kam im Frühjahr 1912 ein Wechsel im Betrag hernd 4000 Mark heran; vor Gericht erschienen die gleichfalls [Fräulein] Stenzel und Frau Jahn nicht; Dr. Bachem schloss gleich, wonach er den Wechsel in Raten von 200 bis 250 Mark bezahlen muss. von annägeladenen einen Vermonatlich Als Dr. Bachem versuchte, in HÖhe seiner Zahlungen Mobiliar zu erhalten, erhielt er nichts. Er musste Oktober 1912 krankheitshalber seine Praxis einen Monat unterbrechen, konnte dann die Zahlungen nicht mehr leisten und wurde zum 14.1.1913 zum Offenbarungseid geladen, den [Fräulcin] Stenzel und Frau Jahn schon geleistet hatten. Seine ehelichen Verhältnisse sind zum großen Teil durch diese Angelegenheit zerrüttet worden, ebenso wurde dadurch seine ärztliche Laufbahn ungeheuer gehemmt. Dr. Steiner hat bei seiner letzten Anwesenheit in Frankfurt a. M. geäußert, dass die Geschädigten in der beantragten Weise entschädigt werden sollen. Mehrere Briefe Dr. Bachems an Dr. Steiner in dieser Angelegenheit blieben unbeantwortet; nur erhielt er einmal von einer Dame ein Schrei ben, die ihm - angeblich auf Dr. Steiners Anordnung - mitteilte, Dr. Steiner würde von der Reise nach Finnland aus an Dr. Bachem schreiben. Es scheint dies wiederum ein Missbrauch mit Dr. Steiners Namen gewesen zu sein, denn dieser Brief kam nie. Die bisherigen Barausgaben Dr. Bachems betragen ca. 1950 Mark; er ist zur Zahlung von 2792,40 Mark und Kosten und so weiter verurteilt und hat noch im Frühjahr dieses Jahres die Einklagung eines Wechsels im Betrage von 8000 Mark zu erwarten. 21.1.1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt a. M. [Rudolf Steiner:] «Zu diesem Briefe kam noch auf den letzten Tag ein Brief des Direktor Roggenberg, in dem er mitteilt, dass er sehr ungehalten sei dariibeq dass Doktor Bachem diesen Antrag stellL und dass er durchaus nicht wünscht, dass mein Name in Zusammenhang mit dieser Sache gebracht werde. Was die Sache selbst betrifft, so muss gesagt werden, dass gar keine Rede davon sein kann, dass jemals im Einverständnisse mit mir die Burg Rödelheim installiert worden ist. Es ist eine reine Privatsache von Fräulein Stenzel und hat nichts zu tun mit der theosophischen Sache und mit Sektionsangelegenheiten. Fräulein Stenzel hat diese Sache begründet. Aber so wenig ist irgendjemand von uns mit dieser Sache verknüpft, dass ich selbst erst durch die Druckschriften, die damals Fräulein Stenzel versandte, von der vollzogenen Gründung Kenntnis erhielt. Ich muss es entschieden ablehnen, irgendetwas mit der Angelegenheit uor der Begründung zu tun gehabt zu haben. Ich habe in Frankfurt auch nur gesagt, dass, wenn es möglich wäre, es sehr wünschenswert sein würde, wenn unsere theosophischen Freunde, die so geschädigt worden sind, entschädigt werden könnten. - Wünscht jemand zu dieser Angelegenheit das Worth Herr Arenson: Nerehrte FreundC Dieser Fall, der eben vorgebracht worden ist, ist ja gewiss recht betrüblich, ich möchte aber doch noch etwas anderes hinstellen. Dieser Fall ist doch auch typisch, und wir sollten daraus ersehen, was alles gefolgert wird aus hingeworfenen Worten, wie in allen solchen Fällen der Name von Herrn Doktor Steiner hineingezogen wird und wie überall Leute sich finden, die darauf in irgendeiner Weise eingehen. Ich möchte Sie nun kurz bitten, einen Beschluss der Art zu fassen, dass wir unser Bedauern aussprechen über die Schädigung unserer Freunde, dass aber die Versammlung nicht in der Lage ist, in irgendeiner Weise eine Entschädigung zu gewähren, da die ehemalige  Deutsche Sektion durchaus nicht Anlass zu einer solchen Entschädigung hat. Ich möchte meinen Antrag etwa so eingeben: Die Versammlung bedauen, dass dieses stattgefunden hat. Sie kann aber nicht irgendwie herangezogen werden zu einer Entschädigung." Herr Dr. Steiner: AVünscht sonst jemand das Wort zu dieser Angekgenheiü» Herr Daeglau: «Es wäre vielleicht gut, die theosophischen Freunde darauf hinzuweisen, dass dieses Beispiel eine sehr gute Lehre sein kann. Es wird oft darüber gesprochen, wie notwendig es sei, Theosophie ins wirkliche Leben hineinzutragen. Hier ist ein Versuch gemacht worden aus Enthusiasmus. Dies Beispiel zeigt, dass der gute Wille nicht genügt, sondern wer so etwas tun will, muss auch das praktische Leben wirklich kennen, um die theosophischen Lehren darin zu verwirklichen. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, als Geschäftsmann, als Geschäftskundiger dieses Unternehmen von Anfang an zu beobachten, dem musste ein Schmerz durchs Herz ziehen, wenn er die Folgen bedachte, wenn er sah, was sich da vorbereitete. Enthusiasmus allein genügt nicht, und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass man als Theosoph mit Menschen zu tun hat, die mehr verstehen vom Leben als der Unternehmer selbst. Derjenige, der etwas unternehmen will, ist leicht geneigt, herumzuhorchen und die Kenntnisse und Meinungen der anderen günstig zu deuten. Er unternimmt es, hat nicht genug Kenntnisse und macht Fehler über Fehler. Wenn aber das Unternehmen fehlschlägt, dann glaubt er, alle die klügeren Menschen sind auch verantwortlich dafür. Fahren wir fort, Theosophie ins praktische Leben hineinzutragen, aber seien wir auch Praktiker und nicht nur Enthusiastenm Herr Lippelt: «Zwei Mitglieder sind in bedeutende Not geraten. Ich möchte den Freundschaftsdienst der Gesellschaft im Allgemeinen anrufen. Es könnte doch eine Sammlung veranstaltet werden> Herr Dr. Steiner: «'YYünscht noch jemand das Wort? Wenn nicht, dann wird Herr Arenson nun seinen formulierten Antrag verlesenm Herr Arenson: «Die anwesende Versammlung spricht Herrn Doktor Bachem ihr Bedauern darüber aus, dass er durch das Rödelheimer Unternehmen eine Schädigung in der geschilderten Art erlitten hat. Sie ist aber als solche nicht in der Lage, irgendwelche Schritte in der Angelegenheit zu unternehmen, die zur Deckung der von ihm kontrahierten Schulden führen könnten>  Herr Dr. Steiner: «Es ist wirklich in einem solchen Falle außerordentlich schwer. Wenn auf der einen Seite Doktor Bachem zu Schaden gekommen ist so steht die Sache so, dass man ja wirklich außerordentlich gerne helfen möchte, aber es ist in diesen Dingen kein Ende abzusehen. Denn es ist doch nicht möglich, dass, wenn es irgendeinem Theosophen einfällt, da oder dort etwas zu begründen, und andere sich bereden lassen, und um ihr Geld dabei kommen, dass da in irgendeiner Weise die Theosophische Gesellschaft als solche herangezogen werden kann. An sich muss ich gestehen, ist es ja schwer zu verstehen, dass Herr Doktor Bachem Wechsel unterschreibt und sich sagen lässt, das sei nur eine Formsache, er würde niemals mit den Wechseln etwas zu tun bekommen. Es ist gutmütig, aber wirklich zu sorglos, sich sagen zu lassen, das Unterschreiben von Wechseln sei eine reine Formsache. Selbstverständlich, wenn eine Anzahl Mitglieder etwas dafür tun will, so würde das sehr schön sein, aber dass wir als Ganzes das tun, das scheint wirklich nicht zu gehen. Daher bitte ich diejenigen, die für den Antrag Arenson sind, die Hand zu erheben.» (Der Antrag wird angenommen.) Herr Dr. Steiner: «VVir kommen zum nächsten Punkt. Berichte der Zweige. Wünscht jemand das Wort dazuh Frau Dr. Grosheintz: «Ich möchte nur fragen, wie steht es mit dem Charter der einzelnen Logenh Herr Dr. Steiner: «Die Frage ist erledigt. Es wäre kompliziert geworden, wenn wir darauf gewartet hätten, dass jede Loge aufgefordert worden wäre, den neuen Generalsekretär anzuerkennen und nach Adyar zu gehören: Es ist einfacher, die Mitglieder betrachten sich nicht mehr als Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Dies entspricht ja der Wahrheit. Es liegt im Interesse der Mitglieder, sich zu betrachten als herausgeworfen aus der Sektion. Es kann selbstverständlich sich jede Loge bei dem neuen Generalsekretär der Deutschen Sektion melden. Es wird dann ein neuer Charter (Stiftungsurkunde) ausgestellt, von dem neuen Generalsekretär, der ernannt werden wird, und diejenigen, die weiter der Theosophischen Gesellschaft Adyar angehören wollen, die müssten an diese neue Deutsche Sektion sich anschließen oder direkt an Adyar. In beiden Fällen würden sie mit unserer Bewegung, mit  der ich verquickt bin, nichts mehr zu tun haben, weil wir arbeiten wollen, ohne dass man uns die unsinnigsten Vorwürfe macht. Wer mit uns etwas zu tun haben will, soll das treulich bekennen, und wer das nicht will, der kann sich der neuen Deutschen Sektion anschließen oder in Adyar. Das ist es, um was es sich in der Zukunft handeln wird. Die Deutsche Sektion und alle ihre Funktionen haben zu bestehen aufgehÖrt. Ich habe schon bei der Eröffnung dieser freundschaftlichen Zusammenkunft erörtert, dass ich und alle, die Verständnis für die Sachlage haben, nur mit großem Schmerze gesehen haben, was sich vollziehen musste. Es hat sich vollzogen, weil wir es als unsere Pflicht betrachtet haben, gerade der Theosophischen Gesellschaft anzugehören, und wir mit tiefem Schmerz sehen mussten, dass dies uns unmöglich gemacht worden ist. Unsere Arbeit hat so manches gezeitigt, und es verging eigentlich kein Tag in der letzten Zeit, an dem nicht deutlich uns vor Augen trat, welche Widerstände und Schwierigkeiten zu überwinden sind, wenn es sich darum handelt, ehrlich, aufrichtig und reinlich eine geistige Bewegung in die Welt zu bringen. Lassen Sie mich noch etwas vorbringen, rein symptomatisch, nicht um Kleinigkeiten zu erwähnen, sondern, um zu zeigen, wie es doch möglich ist, ein reinliches, gesundes Urteil zu erhalten, trotzdem man solche Redensarten immer wieder hören muss: Jeder strebt die Wahrheit an, aber man kann nicht immer wissen, ob man auf dem Wege der Wahrheit ist. Derjenige aber, der ernstlich will, kann wissen in vielen Fällen, was Wahrheit und was nicht Wahrheit ist. Wer die <Botschäft des Frieden» liest, wird finden, dass die Zitate alle unrichtig sind. Dazu aber zu sagen, die Wahrheit strebe jeder an, das heißt in einem solchen Falle, man will nicht die Dinge wirklich sehen. Und wenn man nicht hinsehen will, so kann man sie auch nicht verstehen. Wenn es vorkommen kann, dass derjenige, der falsch zitiert hat, sagt: Er habe das WÖrtchen <nur> deshalb eingefügt, um die Sache zu verdeutlichen, so gehört darauf eine Antwort, wie sie die Verfasserin der Gegenschrift wirklich sehr geistreich gegeben hat: Ob es denn zur Verdeutlichung diene, wenn man sagt anstatt: Mein Freund ging aufs Eis und zog sich warme Handschuhe an>, mein Freund ging aufs Eis und zog sich nur warme Handschuhe an.' (Große Heiterkeit.) Von dieser Art sind die Verdeutlichungen. Es würde wünschenswert sein, die Augen aufzumachen und nachzusehen, worum es sich eigentlich handelt. Es ist eine Ankündigung von  einer Buchhandlung erschienen zum Beispiel, da finden sich die Worte darinnen: <Dr. Steiner hat in Deutschland bereits den Anfang gemacht, aber die von ihm vertretene plutokratisch-autokratische Richtung ist wegen ihrer Einseitigkeit nicht geeignet, den heutigen geistig-sozialen Fortschritt allseitig zu fördern. Deshalb musste eine zeitgemäße populäre Form gefunden werden, die es ermÖglicht, dass jene Schätze undogmatisch, frei erreichbar und ohne klerikale Bevormundung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Diese rosenkreuzerischen Unterrichtsbriefe geben ein abschließendes Gesamtbild über die rosenkreuzerische Forschung und Weltanschauung. Die Anfänge ihrer Entstehung sind auf deutschem Boden zu suchen. In der für rosenkreuzerische Forschung viel günstigeren Ätheratmosphäre Kaliforniens sind sie weiter ausgearbeitet worden. ...> Es ist eben notwendig, dass man aufmerksam ist, dass man die Augen aufmacht und nicht immer schläft als Theosoph. Es würde sich empfehlen, zuzusehen, was eigentlich in Kalifornien ausgereift ist. Dass man aber, wenn man will, wohl richtig schließen kann, will ich zeigen, indem ich Ihnen einen Brief an mich vorlese von jemand, der eben die Augen aufmacht: Sehr geehrter Herr. Dürfte ich es wohl wagen, mit einer oder sogar mehr als einer Frage an Sie heranzutreten? Erst muss ich erwähnen, dass ich hier kurze Zeit zu Besuch weile und mein Wohnort in Salina, Kansas, U.S. Amcrica ist. Dort ließen zwei Freundinnen und ich uns vor einiger Zeit ein von der Esoterischen Bibliothek in Washington D.C. empfohlenes Buch schicken; dasselbe heißt: <Rosicrucian Cosmo-Conception on Christian Occult Sci«icc> by Max Hcindcl. In der Vorrede fiel uns die sonderbare Weise auf, in der Herr M. H. Bezug nimmt auf den Namen Dr. Rudolf Steiner, dessen Lehre in den Hauptlinien seiner Lehre ähnlich sei etc. etc. - Kurz, das Vorwort veranlasste mich und später die Freundinnen, Ihr Buch ·Thcosophic> und dnitiation and its Rcsülts> zu lesen. Es ist uns ein Rätsel, wie es zugeht, dass so ganze Sätze in <Cosmo-Conception> beinahe Wort für Wort zu vergleichen sind mit denen, enthalten in Ihren Büchern, und so kam uns der Gedanke: ·Hat jener Herr Max Heindel die Lehre, die er in Amerika, hauptsächlich aber in Kalifornien, zu verbreiten sucht, von Ihnen geborgt?" Das ist ein Brief von jemandem, der die Sachen anschaut und zu einem Urteil kommt. Es brauchte ihm von mir nur mit der Tatsache geantwortet  werden, dass Max Heindel unter einem anderen Namen, als [Grasshoff], unter uns gelebt hat und viele meiner Vorträge und Zyklen angehört und abgeschrieben hat. Und es liegt in der Tat der Fall voi; dass in Deutschland zunächst eine gewisse Richtung begründet worden ist, und dass dann in recht merkwürdiger Weise von Max Heindel eine Form gefunden worden ist, die <zeitgemäß ist ... etc. ...' (siehe oben). Dann ist der betreffende Herr weggegangen und hat seinerseits aus Vorträgen von mir etwas zusammengestückelt und es vorgebracht als ein Neues. Wir erfahren recht sonderbare Dinge. Unsere Arbeit wird auf der einen Seite hier als plutokratisch, als autokratisch und als einseitig dargestellt, und in der Ätheratmosphäre Kaliforniens wird sie als gereift, gewandelt weitergegeben. Vielleicht tritt sogar noch einmal der Fall ein, dass man einfach Max Heindel ins Deutsche übersetzt, und dann gegen mich zu Felde zieht mit Dingen, die von mir selber sind. ... Deshalb bitte ich, die Dinge, etwas näher zu betrachten. Es ist wirklich ein Martyrium gewesen, in der Theosophischen Gesellschaft zu arbeiten, und es ist auch recht schwierig, zu arbeiten, wenn die Mitarbeiter nicht Anteil nehmen an dem, was geschieht. Es ist dann recht schwierig, die Sache vorwärtszubringen. Es muss schon einmal betont werden, dass wir ja vor der Tatsache standen, aus spirituellen Reinlichkeitsgriinden eine Bewegung nicht mitmachen zu können, wie etwa die Krishnamurti-Bewegung. Und den <Stern des Ostciis> muss man schon so betrachten, dass da ein kleiner Junge als Vorstand dieses <Sternes des Ostens' figuriert, wir uns, wenn wir mit diesem 'Stern des Ostens' etwas zu tun haben wollten, an der gegenwärtigen Geistesströmung unserer Zeit versündigen würden. Der Vater der beiden Jungen hat einen Prozess gegen Misses Besant angestrengt, um seine Söhne wieder zu bekommen. Derjenige, der weiß, um welche Dinge es sich handelt, und der aus seinem Wahrheitsgefühl heraus nichts zu tun haben darf mit dem, was sich betitelt <Stern des Ostens>, der darf auch einfach sagen in einem solchen Falle: Es werden unsinnige Forderungen direkt zu unmöglichen Forderungen. Denn ich möchte kennen den Menschen, der ohne Verblendung die ganze KrishnamurtiAffäre ernsthaft geprüft hat, und dann noch Mitglied dieses <Stern des Ostens> sein kann. Dass man diesen Bund dulden könne in einer Wahrheit suchenden Gesellschaft, ist unmöglich. Unmöglich ist aber auch, wenn man in diesem Falle noch spricht von Toleranz oder Ähnlichem.  Wenn es uns auch auf der einen Seite den tiefsten Schmerz bereitet, dass wir nicht mehr innerhalb einer uns lieb gewordenen Gesellschaft arbeiten können, wahr ist, was auch die Welt sagen mag, das eine: Wir können nicht anders, als uns auf den Boden der Wahrheit stellen, gegenüber welcher Wahrheit es kein spielerisches Herumplänkeln, keine spielerischen Begriffe gibt. Darüber, dass jemand falsche Zitate gebraucht, dass zwei Briefe nicht zusammenstimmen, darüber gibt es nicht verschiedene Meinungen. Wer da noch davon spricht, man könne nicht entscheiden, der will sich nicht auf den Boden der Wahrheit stellen. Wir werden, wenn wir vorwärtskommen wollen, dies nur tun können auf dem Boden ungeschminkter Wahrheit, und wir werden froh sein, dass man uns in Zukunft nimmermehr verwechseln wird können mit denjenigen, die objektive Unwahrheiten und allerlei Spielereien in die Welt setzen. Wir werden versuchen, vorwärtszukommen. Diejenigen, die sich so mit uns vereinigen werden, werden die Wege mit uns finden. Diejenigen aber, die leichten Herzens selbst heute noch die Möglichkeit finden, uns statt den anderen in Adyar zu sagen, die Dinge hätten so oder so gehalten werden können, denen kann nur gesagt werden, sie mögen zu Adyar halten. Wir aber wollen uns nur auf den Boden stellen, der schon charakterisiert worden ist als der Boden der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Kein anderer kann es sein! Und wenn man beliebt, uns mit spielerischen Worten zu sagen, dass wir es verschuldet hätten, was nun gekommen ist, dann antworten wir mit gutem Gewissen mit den Worten, die wir zitieren dürfen: Hier stehen wir, wir haben nicht anders gekonnt, die Geister der Welt, die göttlichen Geister mögen uns helfen. Und damit mag es weitergehenm  AUTOBIOGRAFISCHER VORTRAG ÜBER DIE KINDHEITS- UND JUGENDJAHRE BIS ZUR WEIMARER ZEIT Vortrag uon RudolfSteinek Berlin, 4. Februar 1913 Meine lieben theosophischen Freunde! Es ist meine ganz ehrliche Überzeugung, dass es im Grunde genommen eine arge Zumutung ist, vor einer solchen Versammlung das vorzubringen, was ich nun werde darzustellen haben. Sie können wirklich überzeugt sein, dass ich, dieses fühlend, nur aus dem Grunde zu dieser Schilderung meine Zuflucht nehme, weil in der letzten Zeit Dinge zutage getreten sind, die gewissermaßen unserer Sache wegen die Zurückweisung von Verdächtigungen und Entstellungen zur Pflicht machen. Ich werde mich bemühen, so objektiv wie möglich das darzustellen, was darzustellen ist, und ich werde mich bemühen - da ich ja selbstverständlich nicht alles vorbringen kann -, das, was ich vorbringe, subjektiv höchstens insoweit zu beeinflussen, als die Auswahl des Vorzubringenden in Betracht kommt. Hierbei soll mich der Grundsatz leiten, das zu erwähnen, was auf meine ganze Geistesrichtung irgendwie von Einfluss gedacht werden kann. Betrachten Sie die Art, wie ich versuchen werde darzustellen, nicht als eine Koketterie, sondern als etwas, was mir in vielen Punkten doch als die natürliche Form erscheinen muss. Wenn sich jemand zu einem ganz modernen Leben, zu einem Leben in den modernsten Errungenschaften der gegenwärtigen Zeit hätte anschicken wollen und sich dazu hätte aussuchen wollen die entsprechenden Daseinsbedingungen der gegenwärtigen Inkarnation, so, scheint mir, hätte er in Bezug auf seine gegenwärtige Inkarnation diejenige Wahl treffen müssen, die Rudolf Steiner getroffen hat. Denn er war von allem Anfange an eigentlich umgeben von den allermodernsten Kulturerrungenschaften, war umgeben von der ersten Stunde seines physischen Daseins an vom Eisenbahn- und Telegrafen-Wesen. Geboren ist er am 27. Februar 1861 in Kraljevec, das jetzt zu Ungarn gehört. Er hat nur die ersten anderthalb Jahre an diesem Orte, der auf der sogenannten Mur-lnsel liegt, zugebracht, dann ein halbes Jahr in einem Orte in der Nähe von Wien und dann eine ganze Anzahl von Knabenjah ren in einem Orte an der Grenze von Niederösterreich und Steiermark, mitten drinnen in jenen österreichisch-steierischen Verhältnissen einer Gebirgsgegend, die einen gewissen tiefer gehenden Eindruck machen können auf das Gemüt eines Kindes, das für solche Sachen empfänglich ist. Sein Vater war ein kleiner Beamter der Österreichischen Südbahn. Die Familie hatte immerhin zu tun mit denjenigen Verhältnissen, die nach Lage der Sache dazumal nicht anders charakterisiert werden können als ein «Ankämpfen gegen die schlechte Bezahlung solcher kleiner Eisenbahnbeamter». Die Eltern haben - das muss ausdrücklich hervorgehoben werden, damit nicht ein Missverständnis entsteht - stets die Bereitschaft gezeigt, ihre letzten Kreuzer für das hinzugeben, was dem Wohle ihrer Kinder entsprach; aber es waren nicht sehr viele solcher letzten Kreuzer vorhanden. Was der Knabe - man könnte sagen - stündlich sah, waren auf der einen Seite die hereinblickenden, oftmals in so schönem Sonnenschein erstrahlenden, oftmals von den herrlichsten Schneefeldern bedeckten steirisch-österreichischen Berge. Auf der anderen Seite waren da zum Erfreuen des Gemütes die Vegetations- und sonstigen Naturverhältnisse einer solchen Gegend, die dort, als am Fuße des österreichischen Schneeberges und des Sonnwendsteins gelegen, vielleicht zu den schönsten Flecken des österreichischen Landes gehören. Das war einerseits dasjenige, woraus man die Eindrücke bestimmen kann, die an den Knaben herankamen. Das andere war, dass stündlich der Blick gerichtet sein konnte eben auf die modernsten Kulturverhältnisse und -errungenschaften: auf die Eisenbahn, mit deren Bedienung ja sein Vater zu tun hatte, und auf das, was dazumal schon die Telegrafie im modernen Verkehr hat leisten können. Man möchte sagen, dass dasjenige, was da an den Knaben herantrat, ganz und gar nicht moderne Stadtverhältnisse waren. Denn der Ort, zu dem der Bahnhof gehörte, wo er aufwuchs, war ein sehr kleiner Ort und bot nur insofern moderne Eindrücke, als zu dem Orte eine Spinnfabrik gehörte, sodass man fortwährend einen recht modernen Industriezweig vor Augen hatte. Diese Verhältnisse müssen alle erwähnt werden, weil sie tatsächlich bildend und herausfordernd auf die Kräfte der Seele des Knaben einwirkten. Stadtverhältnisse waren sie wirklich durchaus nicht; aber der Schatten der Stadtverhältnisse kam in diesen abgelegenen Ort herein.  Denn es war nicht nur - mit all den Wirkungen, die so etwas hat eine der kunstvoll angelegten Gebirgsbahnen in unmittelbarer Nähe, die Semmeringbahn, sondern es waren auch in der Nähe die Quellen, aus welchen gerade in der damaligen Zeit die Wasser der Wiener Hochquellenwasserleitung entnommen wurden. Außerdem war die ganze nähere Umgebung viel von Leuten aufgesucht, die ihren Sommeraufenthalt von Wien und anderen österreichischen Orten aus in dieser Gebirgsgegend verleben wollten. Aber man muss sich dabei vorstellen, dass in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts solche Orte noch nicht so übersät waren mit Sommerfrischlern, wie es in späteren Zeiten der Fall war, und dass man auch als Kind in gewisse persönliche Beziehungen trat zu den Leuten, die solche Sommerfrischen aufsuchten, sodass man dadurch eine Art intimen Verhältnisses gewann zu dem, was in der Stadt vorging. Wie der Schatten der Stadt erstreckte sich das, was sich da zeigte, in diese kleine Ortschaft hinein. Was noch in Betracht kam - wer sich ein wenig psychologischen Blick angeeignet hat, wird schon sehen, dass so etwas doch in Betracht kommen kann -, waren gewisse Eindrücke, von denen man nichts anderes sagen kann, als dass sie die Auflösung von althergebrachten religiösen Verhältnissen im engsten Kreise einer kleinen Ortschaft zeigten. Es gab in dem Orte selber, in dem der Knabe heranwuchs, einen Pfarrer. Erwähnen möchte ich nur, dass ich selbstverständlich alle Namen und dergleichen weglasse, deren Nennung irgendwelchen Anstoß erregen oder auch nur verletzen könnte, da man es bei einer solchen Darstellung oft mit Leuten zu tun hat, die selbst oder deren Nachkommen noch leben; das soll also vermieden werden, trotz des Bestrebens, in der genauesten Weise darzustellen. In diesem Orte hatte man es also zu tun mit einem Pfarrer, der auf unsere Familie keinen anderen Einfluss nahm, als dass er meine Geschwister taufte; mich selber hat er nicht mehr zu taufen brauchen, da ich schon in Kraljevec getauft worden war. Im Übrigen galt er auf dem Bahnhof, wo der Knabe, von dem ich zu erzählen habe, heranwuchs, bei den Bewohnern des Bahnhofes und allen denen zum Beispiel, die von der unmittelbar benachbarten Spinnfabrik fast bei jedem Zug anwesend waren, da das Ankommen eines Zuges ein großes Ereignis war, als eine recht komische Figur. Und der Knabe hörte in einer nicht gerade respektvollen Weise den betreffenden Pfarrer nicht anders nennen als «unseren Pfarrer-Nazb.  Dagegen gab es im Nachbarorte einen anderen Pfarrer; der kam oftmals in unser Haus. Dieser andere Pfarrer war aber gründlich zerfallen erstens mit dem Pfarrer-Nazl und zweitens mit allen Berufsverhältnissen, in denen er stand. Und wenn jemand schon in der allerersten Kindheit, die Rudolf Steiner zu verleben hatte, vor dem Ohr des Knaben die losesten Worte gebrauchte über alles, was damals auch schon als 'jcsiütisch> bezeichnet worden ist -, wenn jemand die losesten Worte gebrauchte in Gegenwart des vier- bis fünfjährigen Knaben über die kirchlichen Verhältnisse, so war es jener Pfarrer, der sich als ein entschieden Liberaler fühlte und den man in unserem Hause liebte wegen seiner selbstverständlichen Freigeistigkeit. Es machte damals dem Knaben einen außerordentlichen Spaß, was er einmal von jenem Pfarrer hörte. Es war ihm der Besuch des Bischofs angesagt worden. In einem solchen Falle werden sonst in so kleinen Ortschaften große Vorbereitungen getroffen. Unserem freigeistigen Pfarrer aber war es passim, dass man ihn aus dem Bette holen musste, indem man ihm sagte: Er solle schnell aufstehen, denn der Bischof stünde schon in der Kirche. Kurz, es waren Verhältnisse, denen gegenüber es unmöglich war, dass sich etwas anderes entwickelte als das, was vielleicht nur Österreicher kennen: eine gewisse Selbstverständlichkeit gegenüber den Verhältnissen der religiösen Tradition, eine selbstverständliche Gleichgültigkeit. Man kümmerte sich sozusagen nicht darum und nahm ein kulturhistorisches Interesse an einer so originellen Persönlichkeit, wie der ebengenannte Pfarrer war, der zum Bischof zu spät kam, weil er tatsächlich einen sonderbaren Anblick bot. Man wusste gar nicht, warum er eigentlich Pfarrer war. Denn von allem, was sonst einen Pfarrer interessiert, sprach er nie; dagegen sprach er sehr häufig davon, welche Knödel ihm besonders gut schmeckten und was er sonst alles erlebte. Er zog manchmal ganz gewichtig los über seine Behörden und erzählte, was er da alles auszuhalten hätte. Aber irgendeine Anleitung zum Zelotismus konnte von diesem <Herrn Pfarrer' ganz gewiss nicht kommen. Kurz nur wurde von dem Knaben die dortige Ortsschule besucht. Aus Gründen - es braucht ja nichts irgendwie auch nur unexakt dargestellt zu werden -, die einfach in einem persönlichen Zwist des Vaters des Knaben mit dem Schullehrer lagen, wurde der Knabe sehr bald aus der Dorfschule herausgenommen und bekam dann zwischen den Zeiten, wo die Züge verkehrten, in der Stationskanzlei von dem Vater einigen Unterricht.  Dann wurde der Vater des betreffenden Knaben, als dieser acht bis neun Jahre alt war, an eine andere Bahnstation versetzt, die an der Grenze liegt zwischen - wie man in Österreich sagt - «Cisleithanien» und «Transleithanien», zwischen den österreichischen und ungarischen Ländern, doch war die Station schon nach Ungarn hinüber gelegen. Bevor aber von dieser Versetzung gesprochen werden kann, muss noch etwas erwähnt werden, was von einer außerordentlichen Bedeutung und Wichtigkeit für das Leben des Knaben Rudolf Steiner war. Der Knabe war in einer gewissen Beziehung für seine Angehörigen ein unbequemer Knabe, schon deshalb, weil er einen gewissen Freiheitssinn im Leibe hatte, und wenn er bemerkte, dass etwas von ihm gefordert wurde, womit er nicht ganz übereinstimmen konnte, dann wollte er sich dieser Forderung gern entziehen. Er entzog sich zum Beispiel der Forderung, Leute zu grüßen oder mit ihnen zu sprechen, die zu den Vorgesetzten seines Vaters gehörten und die auch als Sommerfrischler an dem betreffenden Orte waren. Er verkroch sich dann und wollte nichts wissen von einer Untertänigkeit, die ja natürlich ist und gegen die nichts eingewendet werden soll. Nur als Eigentümlichkeit soll hervorgehoben werden, dass er nichts davon wissen wollte und sich dann oft in den kleinen Wartesaal zurückzog, wo er versuchte, in sonderbare Geheimnisse einzudringen. Diese waren in einem Bilderbuch enthalten, das bewegliche Figuren hatte, wo man unten an Fäden zog. Es enthielt die Geschichte einer Persönlichkeit, die für Österreich - besonders für Wien - eine gewisse Bedeutung hatte: die Persönlichkeit des «Staberl». Sie war so etwas Ähnliches geworden - allerdings mit lokaler Färbung - wie ein Mittelding zwischen einem Kasperl und einem Eulenspiegel. Aber auch noch etwas anderes bot sich dem Knaben. Da saß er eines Tages in jenem Wartesaäle ganz allein auf einer Bank. In der einen Ecke war der Ofen, an einer vom Ofen abgelegenen Wand war eine Tür; in der Ecke, von welcher aus man zur Tür und zum Ofen schauen konnte, saß der Knabe. Der war dazumal noch sehr, sehr jung. Und als er so dasaß, tat sich die Tür auf; er musste es natürlich finden, dass eine Persönlichkeit, eine Frauenspersönlichkeit, zur Türe hereintrat, die er früher nie gesehen hatte, die aber einem Familiengliede außerordentlich ähnlich sah. Die Frauenspersönlichkeit trat zur Türe herein, ging bis in die Mitte der Stube, machte Gebärden und sprach auch Worte, die etwa in der folgenden Weise wiedergegeben werden können: ·Nersuche jetzt und später, so  viel du kanns>, so etwa sprach sie zu dem Knaben, «fiir mich zu tunb Dann war sie noch eine Weile anwesend unter Gebärden, die nicht mehr aus der Seele verschwinden können, wenn man sie gesehen hat, ging zum Ofen hin und verschwand in den Ofen hinein. Der Eindruck war ein sehr großer, der auf den Knaben durch dieses Ereignis gemacht worden war. Der Knabe hatte niemanden in der Familie, zu dem er von so etwas hätte sprechen können, und zwar aus dem Grunde, weil er schon dazumal die herbsten Worte über seinen dummen Aberglauben hätte hören müssen, wenn er von diesem Ereignis Mitteilung gemacht hätte. Es stellte sich nach diesem Ereignis nun Folgendes ein. Der Vater, der sonst ein ganz heiterer Mann wah wurde nach jenem Tage recht traurig, und der Knabe konnte sehen, dass der Vater etwas nicht sagen wollte, was er wusste. Nachdem nun einige Tage vergangen waren und ein anderes Familienglied in der entsprechenden Weise vorbereitet worden war, stellte sich doch heraus, was geschehen war. An einem Orte, der für die Denkweise der Leute, um die es sich da handelt, recht weit von jenem Bahnhofe entfernt war, haue sich in derselben Stunde, in welcher im Wartesaäle dem kleinen Knaben die Gestalt erschienen war, ein sehr nahestehendes Familienglied selbst den Tod gegeben. Dieses Familienglied hatte der Knabe nie gesehen; er hatte auch nie sonderlich viel von ihm gehört, weil er eigentlich in einer gewissen Beziehung - das muss auch hervorgehoben werden - für die Erzählungen der Umgebung etwas unzugänglich war; sie gingen bei dem einen Ohr hinein, bei dem anderen wieder hinaus, und er hatte eigentlich nicht viel von den Dingen gehört, die gesprochen worden sind. So wusste er auch nicht viel von jener Persönlichkeit, die sich da selbst gemordet hatte. Das Ereignis machte einen großen Eindruck, denn es ist jeder Zweifel darüber ausgeschlossen, dass es sich gehandelt hat um einen Besuch des Geistes der selbstgemordeten Persönlichkeit, die an den Knaben herangetreten war, um ihm aufzuerlegen, etwas für sie in der nächsten Zeit nach dem Tode zu tun. Außerdem traten ja die Zusammenhänge dieses geistigen Ereignisses mit dem physischen Plan, wie soeben erzählt worden ist, in den folgenden Tagen gleich stark zutage. Nun, wer so etwas in seiner frühen Kindheit erlebt und es nach seiner Seelenanlage zu verstehen suchen muss, der weiß von einem solchen Ereignisse an — wenn er es eben mit Bewusstsein erlebt -, wie man in den geistigen Welten lebt. Und da nur an den unmittelbar notwendigen  Punkten das Hereinleuchten der geistigen Welten besprochen werden soll, so soll hier gleich angedeutet werden, dass von jenem Ereignisse ab für den Knaben ein Leben in der Seele anfing, welchem sich durchaus diejenigen Welten offenbarten, aus denen nicht nur die äußeren Bäume, die äußeren Berge zu der Seele des Menschen sprechen, sondern auch jene Welten, die hinter diesen sind. Und der Knabe lebte etwa von jenem Zeitpunkt ab mit den Geistern der Natur, die ja in einer solchen Gegend ganz besonders zu beobachten sind, mit den schaffenden Wesenheiten hinter den Dingen, in derselben Weise, wie er die äußere Welt auf sich wirken ließ. Nach der schon erwähnten Versetzung des Vaters an den an der Grenze von Österreich und Ungarn, aber noch in Ungarn gelegenen Ort kam der Knabe in die Bauernschule jenes Ortes. Es war eine Bauernschule nach alter Einrichtung, wie sie damals bestanden, wo Knaben und Mädchen ganz selbstverständlich noch untereinander waren. Was in dieser Bauernschule gelernt werden konnte, das wirkte noch nicht einmal, trotzdem es natürlich nicht besonders viel war, mit der vollen Intensität auf den Knaben, von dem die Rede ist, aus dem einfachen Grunde, weil der ausgezeichnete Lehrer dieser Bauernschule - in seiner Art ausgezeichnet innerhalb der Grenzen, in denen das möglich ist - eine besondere Vorliebe für das Zeichnen hatte. Und da der Knabe ziemlich früh die Anlage zum Zeichnen zeigte, so nahm einfach jener Lehrer den Knaben während der Zeit, wo den anderen Schülern gezeigt wurde, wie man lesen und schreiben lernt, aus dem Schulzimmer heraus, führte ihn in seine kleine Stube, und der Knabe musste immer zeichnen, sodass er es verhältnismäßig bald dazu gebracht hatte, ganz nett - wie einzelne Leute sagten - eine der bedeutendsten politischen Persönlichkeiten Ungarns zu zeichnen, nämlich den Grafen SzCchenyi. In jenem Orte lebte selbstverständlich auch ein Pfarrer. Aber von dem Pfarrer, der da jede Woche in jene Bauernschule kam, lernte der Knabe in Bezug auf das Religiöse auch nicht sonderlich viel. Man kann nur sagen: weil ihn die Sache nicht besonders interessierte. Im Elternhause wurde nicht viel von religiösen Dingen gesprochen, und ein besonderes Interesse war dafür nicht vorhanden. Dagegen kam der Pfarrer einmal in die Schule mit einer kleinen Zeichnung, die er gemacht hatte; es war das kopernikanische Weltsystem. Das setzte er einigen Knaben und Mädchen, bei denen er besonderes Verständnis dafür annahm, auseinander, sodass  der Knabe, der von dem Pfarrer nichts in der Religion lernen konnte, durch ihn das kopernikanische Weltsystem ganz gut verstanden hat. Der Ort, wo dies alles geschah, war ein sehr eigentümlicher Ort, weil da wiederum sozusagen hereinschauten gewichtige politische und kulturelle Verhältnisse. Es war damals gerade die Zeit, als die Ungarn anfingen zu magyarisieren und wo besonders in solchen Grenzgegenden sich vieles abspielte, was der Zusammenhang zwischen verschiedenen Völkerschaften ergab, besonders zwischen den magyarischen und deutschen Völkerschaften. Außerordentlich vieles lernte man noch kennen an bedeutsamen Kulturverhältnissen - ohne dass man damals alles rubrizierte -, sodass auch da der Knabe mit den modernsten Verhältnissen bekannt wurde. Was nun missverstanden worden ist, das ist, dass der Knabe, wie die anderen Schulbuben des Ortes - eine ganz kurze Zeit war das zwar nur der Fall - in der Dorfkirche Ministranten-Dienste leisten musste. Es wurde da einfach gesagt: Der und der haben heute die Glocken zu läuten und sich die Ministranten-Kleider anzuziehen und Ministranten-Dienste zu tun. Es war das gar nicht so sehr lange geschehen, da bestand der Vater des Knaben - und zwar aus sehr merkwürdigen Gründen - darauf, dass diese Ministranten-Dienste nicht zu lange ausgedehnt werden sollten. Der Knabe konnte, aus gewissen Verhältnissen heraus, ab und zu es nicht vermeiden, dass er zu spät kam, und der Vater wollte nicht, dass sein Junge ebensolche Schläge bekäme wie die anderen Jungen, wenn sie zu spät zum Glockenläuten kamen. Da brachte er es denn dahin, dass seinem Sohne dieses Amt wieder entzogen wurde. Noch in anderer Beziehung waren die damaligen Verhältnisse ganz interessant. Der Pfarrer, der eigentlich nicht besonders tief mit seinem Amt verbunden war, aber dies nicht - wie jener andere Pfarrer, von dem ich vorhin erzählt habe - merken ließ, war ein außerordentlich enragierter magyarischer Patriot, und es schien ihm klug - das konnte auch der Knabe schon durchschauen -, sich gegen etwas zu wenden, was an diesem Orte damals aufkam und was gerade zeigt, wie man als Knabe auch dort kulturhistorische Verhältnisse recht gut studieren konnte. Es war nämlich ein heftiger Kampf ausgebrochen zwischen dem Pfarrer und der Freimaurerloge, die an jenem Orte war, der als Grenzort schon in Ungarn lag. Solche Grenzorte wurden von den Logen gern ausgesucht. Es wurde von den dortigen Freimaurern, neben dem Berechtigten, das  Unglaublichste aufgebracht als Anklagen gegen die Kirche. Und wenn man bekannt werden wollte mit dem, was - auch in berechtigter Weise - gegen die klerikalen Verhältnisse vorgebracht werden konnte, so hatte man dazu genügend Gelegenheit, trotzdem man vielleicht noch nicht eine gewisse Jugend überschritten hatte. Manche Dinge, die nicht gerade dazu beitragen, in einem Knaben einen besonderen Respekt vor der Kirche zu erwecken, sollten eigentlich in einem späteren Abdruck nicht gedruckt, sollen hier aber doch erwähnt werden. Es trug nämlich nicht gerade zur Erhöhung der Ehrfurcht vor den kirchlichen Traditionen bei, dass der Knabe Folgendes ansehen musste. Es war da ein Bauernsohn des betreffenden Ortes, der es dahin gebracht hatte, Geistlicher zu werden, worauf ja die Bauern besonders stolz sind. Er war Zisterzienser geworden, was der Knabe nicht miterlebt hatte, aber er sah, was sich nun abspielte. Damals war eine große Feier veranstaltet worden, denn der ganze Ort war stolz darauf, dass es ein Bauernsohn so weit gebracht hatte. Es waren fünf bis sechs Jahre dahingegangen, der betreffende Geistliche hatte eine Pfarre bekommen und kam zuweilen auch in seinen Heimatort. Da konnte man dann beobachten, wie ein Wagen, den eine bauernmäßig gekleidete Frau und jener Pfarrer zusammen schoben, immer schwerer und schwerer wurde. Das war nämlich ein Kinderwagen, und mit jedem Jahr gab es ein Kind mehr für diesen Kinderwagen. Man konnte von dem ersten Besuche an bei diesem Geistlichen eine merkwürdige Vermehrung seiner Familie beobachten, die als eine «Beigatm seines Zölibates mit jedem neuen Jahr immer sonderbarer erschien. Vielleicht darf da doch die Bemerkung eingefügt werden, dass in dieser Weise nicht dafür gesorgt wurde, dass der Knabe möglichst viel Respekt bekam vor dem, was die Traditionen geistlicher Körperschaften sind. Es soll nun noch erwähnt werden, dass der Knabe im Alter von etwa acht Jahren in der Bibliothek des vorhin erwähnten Lehrers auch eine ·Geometrie» von MoCnik fand, die in den österreichischen Ländern viel gebraucht wurde, sich nun ganz allein an ein eifriges Studium der Geometrie machte und mit einer großen Lust sich gerade in diese Geometrie vertiefte. Dann brachten es die Verhältnisse mit sich, die so charakterisiert werden könnten, dass es in der Familie des Knaben als eine völlige Selbstverständlichkeit galt, dem Knaben nur eine Bildung zu geben, die ihn zu  irgendeinem modernen Kulturberuf befähigen konnte - alles Bestreben ging dahin, ihn ja nicht zu etwas anderem als zu einem modernen Kulturberuf zu bringen -, diese Verhältnisse also brachten es mit sich, dass man den Knaben nicht in das Gymnasium, sondern in die Realschule schickte. Er hat also überhaupt nicht eine Vorbildung genossen, die ihn zu einem geistlichen Berufe vorbereiten konnte, denn er hat kein Gymnasium, sondern nur eine Realschule besucht, die damals in Österreich ganz und gar nicht die Befähigung zum späteren geistlichen Berufe gegeben hätte. Für die Realschule war er durch sein Zeichentalent und durch seine Hinneigung zur Geometrie recht gut vorbereitet. Schwierig erging es ihm nur in allem Sprachlichen, auch im Deutschen. Jener Knabe hat bis zu seinem vierzehnten, fünfzehnten Jahre die allertörichtesten Fehler in der deutschen Sprache bei seinen Schulaufgaben gemacht; nur der Inhalt hat ihm immer wieder hinweggeholfen über die zahlreichen grammatikalischen und orthografischen Fehler. Weil es Symptome sind für eine gewisse Artung der Seele, darf auch noch erwähnt werden, dass der Knabe, von dem hier die Rede ist, zu einer Nichtberücksichtigung gewisser grammatikalischer und orthografischer Verhältnisse selbst seiner Muttersprache dadurch geführt wurde, dass ihm in einer gewissen Weise der Zusammenhang mit dem fehlte, was man nennen könnte: unmittelbares Sichhineinleben in das ganz trockene physische Leben. Das trat zuweilen grotesk hervor. Dafür ein Symptom: In der Bauernschule, die der Knabe besuchte, bevor er in die Realschule kam, mussten die Kinder immer zu Neujahr und zu den Namenstagen der Eltern und so weiter auf schönem buntem Papier Glückwünsche schreiben. Diese wurden dann zusammengerollt und, nachdem der Inhalt auswendig gelernt worden war, von dem Lehrer in eine sogenannte kleine Papiermanschette gesteckt; die gab man nachher unter Aufsagen des Inhalts an die betreffenden Angehörigen ab, an die sie gerichtet waren. Jener Pfarrer, der einmal auf den Knaben einen unausbleiblich komischen Eindruck dadurch gemacht hat, dass er, als die dortige Freimaurerloge erbaut war, furchtbar zeterte und, weil noch dazu - zu einer wirksamen Redewendung gut zu gebrauchen - der Begründer der Freimaurerloge ein Jude war - es war unauslöschlich komisch -, von der Kanzel herunter verkündete, dass zu alledem, was schlechte Menschen seien, auch das dazu gehöre, dass man so etwas würde wie ein Jude oder ein Freimaurer, jener Pfarrer hatte auf seinem Pfarrhof - es soll dabei an nichts Schlim mes gedacht werden - einen Knaben. Der ging auch zu uns in die Schule und schrieb dort auch seine Glückwünsche. Da kam es einmal so, dass der Knabe Rudolf Steiner in das Glückwunschkonzept des betreffenden Knaben hineinschaute, der im Pfarrhof wohnte, und dabei sah, dass dieser Knabe nicht wie die anderen sich unterschrieb, sondern: «Ihr herzlich ergebener Neffem Der Knabe Rudolf Steiner wusste damals nichg was ein «Neffe» ist; er harte nicht viel Sinn für die Verbindung von Worten mit Dingen, wenn die Worte selten ausgesprochen wurden. Aber er hatte einen merkwürdigen Sinn für den Klang der Worte, für das, was man durchhören kann durch den Klang der Worte. Und so hörte der Knabe aus dem Klange des Wortes «Neffe», dass es etwas besonders Herzliches sei, wenn man auf seinem Glückwunsch sich seinen Angehörigen gegenüber unterschrieb: «Ihr herzlich ergebener Neffe», und er fing nun auch an, für seinen Vater und seine Mutter zu unterschreiben: Jhr herzlich ergebener Neffe·. Erst durch die Aufklärung über die Tatsachen wurde dem Knaben klar, was ein Neffe ist. Das geschah, als er zehn Jahre alt war. Dann kam der Knabe auf die Realschule in die benachbarte Stadt. Diese Realschule war nicht so ganz leicht zu erreichen. Es war nach den Verhältnissen der Eltern gar nicht daran zu denken, dass er in der Stadt hätte wohnen können. Aber es war der Besuch der Realschule auch dadurch möglich, dass die Stadt nur eine Wegstunde von dem Ort entfernt war, wo er wohnte. Wenn - was nicht sehr häufig geschah - die Eisenbahnstrecke im Winter nicht eingeschneit war, so konnte der Knabe am Morgen mit der Eisenbahn zur Schule fahren. Aber gerade in den Zeiten, in denen auch der Fußweg nicht besonders angenehm war, denn dieser führte über Felder, waren die Bahngeleise tatsächlich sehr häufig verschneit, und dann musste der Knabe morgens zwischen halb sieben und acht Uhr oftmals durch wirklich knietiefen Schnee zur Schule wandern. Und am Abend war gar nicht daran zu denken, anders als zu Fuß nach Hause zu kommen. 'Wenn ich jetzt auf den Knaben zuriicksehe, der recht viele Anstrengungen hat machen müssen, um zur Schule und wieder zurück zu kommen, so kann ich nicht anders sagen, als dass es mein Glaube ist, der gewisse Grad von Gesundheit, den ich selber jetzt habe, sei vielleicht zurückzuführen auf jenes anstrengende Waten durch knietiefen Schnee und auf die sonstigen Anstrengungen, die mit dem Besuch der Realschule verbunden waren. Es war ja dadurch, dass sich eine wohltätige Frau in der Stadt gefunden hatte, die den Knaben über Mittag - durch die ersten vier Schuljahre  hindurch - zu sich eingeladen hatte und ihm zu essen gab, wenigstens nach der Richtung hin die Not, dass nichts zu essen dagewesen wäre, gelindert. Auf der anderen Seite aber war dabei auch wieder Gelegenheit, die modernsten Kulturverhältnisse zu sehen. Denn der Mann jener Frau war in der Lokomotiv-Fabrik jenes Ortes angestellt, und man lernte da viel kennen von den Verhältnissen jenes Industrieortes, die für die damalige Zeit außerordentlich wichtig waren. So warfen auch die modernsten industriellen Verhältnisse ihre Schatten in das Leben des Knaben. Nun gab es mehreres im Zusammenhang mit der Schule, was den Knaben in einer außerordentlichen Weise interessierte. Zunächst war da der Direktor der Realschule, ein ganz merkwürdiger Mann. Der stand mitten darinnen in dem damaligen naturwissenschaftlichen Leben und setzte all sein Streben daran, aus den Begriffen und Ideen der Naturwissenschaft, Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre, sich eine An von Weltsystem zu begründen. Von den Bestrebungen seines Direktors lernte der Knabe einen Programmaufsatz der Schule kennen, der hieß ·Die Anziehungskraft betrachtet als eine Wirkung der Bewegungm Und die Sache ging gleich los mit ganz kräftigen Integralen. Das heftigste Bestreben des Knaben war nun, sich hineinzulesen in das, was er nicht verstehen konnte, und immer wieder las er darüber, so viel er erfassen konnte. Einen gewissen Sinn verstand er: dass die Kräfte der Welt und selbst die Anziehungskraft aus der Bewegung heraus erklärt werden sollten. Es entstand nun ein Streben in dem Knaben, möglichst bald so viel von Mathematik zu kennen, um diese Ideen durchdringen zu können. Das war nicht ganz leicht, da man zunächst viel Geometrie lernen musste, um solche Sachen zu verstehen. Nun kam noch etwas anderes hinzu. An jener Realschule war ein ausgezeichneter Lehrer für Physik und Mathematik, der einen zweiten Programmaufsatz verfasst hatte, den der Knabe zu Gesicht bekam. Das war ein außerordentlich interessanter Aufsatz über Wahrscheinlichkeitsrechnung und Lebensversicherung. Und der zweite Anstoß, den der Knabe daraus bekam, war eben der, dass er kennenlernen wollte, wie man die Leute versichert aus den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung heraus, und das war in jenem Aufsätze sehr übersichtlich wiedergegeben. Dann muss noch ein dritter Lehrer erwähnt werden, der Lehrer der Geometrie. Der Knabe hatte nämlich das Glück, diesen Lehrer schon in dem zweiten Schuljahre zu haben und von ihm zu bekommen, was  später zu der darstellenden Geometrie hinüberführte und verbunden ist mit geometrischem Zeichnen, sodass man auf der einen Seite das Rechnen hatte und auf der anderen außerdem noch Freihandzeichnen. Der Lehrer der Geometrie war ein anderer als der Direktor und ein anderer als jener, der den Aufsatz über das Lebensversichern schrieb. Die Art nun, wie dieser Lehrer die Geometrie vorbrachte und Anleitung gab, Zirkel und Lineal zu gebrauchen, war etwas außerordentlich Praktisches, und es darf gesagt werden, dass sich der Knabe infolge der Anleitung dieses Lehrers ganz in die Geometrie vernarrte und auch in das geometrische Zeichnen mit Zirkel und Lineal. Die übersichtliche und praktische Art, Geometrie durchzunehmen, war auch noch dadurch besonders erhöht, dass jener Lehrer verlangte, dass man die Bücher eigentlich nur als so eine Art Dekoration habe. Was er gab, diktierte er den Schülern und zeichnete es selbst an die Tafel; man zeichnete es ab, machte sich auf diese Weise selbst sein Heft und brauchte eigentlich nichts anderes zu wissen, als was man selbst im Heft ausgearbeitet hatte. Es war eine gute Art, selbsttätig mitzuarbeiten. In anderen Fächern dagegen war oft eine recht gute Anleitung vorhanden, alles, was vorkam, zu verschlafen. Nun ging die Sache so, dass der Knabe Gelegenheit hatte, schon in der dritten Realschulklasse jenen Lehrer für Mathematik und Physik zu bekommen, der den Aufsatz über Wahrscheinlichkeitsrechnung und Lebensversicherung verfasst hatte. Der stellte sich heraus als ein ganz ausgezeichneter Lehrer für Mathematik und Physik. Und wenn dem Manne, der aus dem Knaben geworden ist, hier etwas durch das Gemüt schießt, indem er an jenen Lehrer denkt, so ist es das, dass er jederzeit in geistiger Beziehung seinen Kranz niederlegen möchte vor jenem ausgezeichneten Lehrer für Mathematik und Physik. Nun fing man erst recht an, mit Hingebung sich der Mathematik und Physik zu widmen, und so konnte es dazu kommen, dass es mÖglich geworden war, verhältnismäßig bald zu greifen zu den damals viel mehr als heute verbreiteten ausgezeichneten Lehrbüchern für den Selbstunterricht in Mathematik von Lübsen. Mit Anleitung der Bücher von H. B. Liibsen brachte es auch der Knabe dahin, verhältnismäßig bald zu verstehen, was sein Direktor geschrieben hatte über die «Anziehungskraft betrachtet als eine Wirkung der Bewegung» und was sein Lehrer geschrieben hatte über Wahrscheinlichkeitsrechnung und Lebensversicherung. Das war eine große Freude, diese Dinge nach und nach zum Verständnis getrieben zu haben.  Nun spielte in das Leben des Knaben noch hinein, dass er kein Geld hatte, um die Schulbücher einbinden zu lassen. Da hatte er denn von einem Gehilfen seines Vaters die Buchbinderei gelernt und konnte sich in den Ferien damit beschäftigen, sich seine Schulbücher selbst einzubinden. Es scheint mir wichtig, dies hervorzuheben, weil es etwas bedeutete für die Entwicklung jenes Knaben, eine so praktische Sache wie die Buchbinderei in verhältnismäßig frühen Lebensjahren kennenzulernen. Aber noch anderes spielte da hinein. Es war die ZeiZ von der jetzt die Rede ist, gerade die, in welcher in Österreich eingeführt wurde anstelle des alten Zoll-, Fuß-, Pfund- und Zentner-Systems das neue metrische Maß- und Gewichtssystem, das Meter- und Kilogramm-System. Und den ganzen Enthusiasmus erlebte der Knabe mit, der sich abspielte in allen Verhältnissen, als man aufhörte, in der bisherigen Weise mit Fuß und Pfunden und Zentnern zu rechnen und nun anfing, Meter und Kilogramm an ihre Stelle zu setzen. Und das gelesenste Buch, welches er immer in der Tasche hatte, war das heute schon vergessene über das neue Maß- und Gewichtsystem. Und schnell wusste der Knabe herzusagen, wie viel eine Anzahl von Pfunden ausmachten in Kilogrammen und wie viel eine Anzahl Fuß in Metern, denn darüber waren lange Tabellen in dem Buche enthalten. Eine Persönlichkeit, die in das Leben des Knaben hineinspielte, darf nicht unerwähnt bleiben: ein Arzt, ein sehr freigeistiger Arzt, der aber - vielleicht wird es mir nicht übel genommen - eine gewisse «weitschauende Lebensauffassung» hatte. Er hatte nun dadurch auch seine Eigenarten, war jedoch in gewisser Beziehung ein außerordentlich guter Arzt. Aber es passierten ihm zum Beispiel solche Sachen: Der Arzt war dem Knaben schon bekannt von der ersten Eisenbahnstation her, wo die okkulte Erscheinung stattfand. Damals war Folgendes vorgekommen. Der Weichenwärter auf der dortigen Station hatte einen heftigen Zahnschmerz. Der betreffende Arzt war nun auch Bahnarzt und hatte, obwohl er nicht dort wohnte, den Weichenwärter zu behandeln. Und siehe da, der gute Arzt wollte recht schnell mit den Sachen fertig werden und schickte ein Telegramm, dass er mit einem bestimmten Zug kommen würde. Er wolle aber nur so lange aussteigen, als der Zug hielte, um in dieser Zeit den Zahn herauszuexpedieren und dann gleich weiterzufahren. Die Sache wurde in Szene gesetzt, der Arzt kam mit dem festgesetzten Zug, zog dem Weichenwärter den Zahn aus und fuhr weiter. Aber  nachdem der Arzt abgefahren war, kam der Weichenwärter und sagte: «Nun hat er mir halt einen gesunden Zahn ausgerissen, aber der kranke tut mir au nit mehr wehb Dann hatte der Weichenwärter einmal Magenschmerzen, da wollte ihn der Arzt in ähnlicher Weise abfertigen. Diesmal aber war der Zug, mit dem er kam, ein Schnellzug, der auf der Station nicht hielt. Daher ordnete er an, der Weichenwärter solle sich auf dem Bahnsteig hinstellen und ihm, wenn der Zug vorbeiführe, die Zunge herausstrecken, er wolle dann von der nächsten Station aus Bescheid geben. Das geschah auch: Der Weichenwärter musste sich hinstellen, die Zunge herausstrecken, während der Zug voriiberfuhr, und der Arzt telefonierte dann von der nächsten Station aus das Rezept zurück. Das waren einige Seiten der «weiten Lebensauffassung» dieses Arztes. Aber er war eine feinsinnige, außerordentlich menschenfreundliche Persönlichkeit. Der Knabe hatte längst die Studien gemacht mit dem neuen Maßund Gewichtssystem, hatte sich über Integral- und Differenzialrechnung informiert. Von Goethe und Schiller aber wusste er nichts, als was in den Schulbüchern stand - einige Gedichte -, sonst nichts von deutscher Literatur, von Literatur überhaupt. Eine eigentümliche, selbstverständliche Liebe zu jenem Arzt war aber dem Knaben geblieben, und mit einer rechten Verehrung ging er an den Fenstern dieses Arztes vorbei in der Stadt, wo die Realschule war. Da konnte er ihn hinter dem Fenster sehen mit einem grünen Schirm vor den Augen, und unbemerkt konnte er beobachten, wie er vertieft vor seinen Büchern saß und studierte. Bei einem Besuche, den der Arzt in dem zuletzt erwähnten Dorfe machte, ergab es sich, dass er den Knaben einlud, ihn einmal zu besuchen. Der Knabe ging dann zu ihm hin, und der Arzt wurde nun ein liebevoller Berater, indem er dem Knaben die wichtigeren Werke der deutschen Literatur zur Verfügung stellte - manchmal in kommentierten Ausgaben - und ihn immer mit einem liebevollen Wort entließ, ihn auch wieder so empfing, wenn er die Bücher zurückbrachte. So war der Arzt, von dem ich Ihnen die andere Seite zuerst erzählt habe, eine Persönlichkeit, die eine der meistgeachteten in dem Leben des Knaben wurde. Vieles, was von Literatur und damit Zusammenhängendem in des Knaben Seele drang, kam von jenem Arzte. Nun stellte sich etwas Eigentümliches für den Knaben heraus. Er empfand durch jenen ausgezeichneten Geometrielehrer die größte Hin gebung für darstellende Geometrie, und dadurch kam etwas vor, was erwähnt werden darf, was überhaupt vorher in jener Schule und auch an einer anderen Schule nie vorgekommen war: dass jener Knabe, von dem hier gesprochen wird, von der vierten Klasse ab in «jjarstdknde Geometrie und Zeichnen> eine Note bekam, die sonst eben gar nicht gegeben wurde. Die höchste, schwer zu erhaltende, Note war «vorziiglich»; er hatte «ausgezeichnet» bekommen. Er verstand wirklich von all diesen Dingen viel mehr als von Literatur und ähnlichen Sachen. Es gab aber auch manche andere Seiten in der Schule. Zum Beispiel war durch eine Anzahl von Klassen hindurch der Lehrer für Geschichte ein recht langweiliger Patron, und man hatte es außerordentlich schwer zuzuhören; was er vortrug, war dasselbe, was im Buche stand, und man kam leichter dahinter, wenn man es nachher im Buche las. Da hatte sich der Knabe ein merkwürdiges System ersonnen, das zusammenhing mit seinen damaligen Neigungen. Er hatte zwar nie besonders viel Geld, aber wenn er wochenlang die Kreuzer beiseitelegte, die er hier und da erhielt, so konnte er schließlich sich etwas zusammensparen. Nun war damals gerade zu seinem guten Karma die Reclam'sche Universal-Bibliothek begründet worden, und zu den ersten Werken, die erschienen, gehörten zum Beispiel die Werke Kants. Das Erste, was sich der Knabe aus der Universal-Bibliothek kaufte, war Kants «Kritik der reinen Vernunft». Er war damals zwischen dem vierzehnten und fünfzehnten Jahre. Die geschichtlichen Vorträge seines Professors langweilten ihn furchtbar. Besonders viel freie Zeit hatte er nicht, es gab viele Schulaufgaben, die in der Zeit von abends bis zum nächsten Morgen gemacht werden mussten. Als einzige Zeit, die man nutzbringend anwenden konnte, blieb die Stunde, in welcher der Geschichtslehrer so langweilig vortrug. Nun sann der Knabe darauf, wie er diese Zeit nützen könnte. Mit dem Bücherbinden war er bekannt. Da nahm er das Geschichtsbuch auseinander und klebte buchbinderisch ordentlich zwischen die Seiten des Geschichtsbuches die Blätter von Kants «Kritik der reinen Vernunft» hinein. Und während dann der da oben erzählte, was im Buche stand, las der Knabe Kants ·Kritik der reinen Vernunft» mit großer Aufmerksamkeit. Und er war aufmerksam, denn er brachte es dahin, mit fünfzehn Jahren Kants «Kritik der reinen Vernunft» eingehend gelesen zu haben, und konnte dann dazu übergehen, die anderen Werke von Kant zu erarbeiten. Es darf wirklich, ohne zu renommieren, gesagt werden, dass der Knabe es mit sechzehn,  siebzehn Jahren dahin gebracht hatte, die Kant'schen Werke, soweit sie in der Reclam'schen Universal-Bibliothek zu haben waren, in sich aufzunehmen; denn zu dem Studium während der Geschichtsstunden kam noch das Studium in der Ferienzeit hinzu. Er gab sich eifrig Kant hin, und es war tatsächlich eine neue Welt, die damals aus dem Studium dieser Kant-Werke von dem physischen Plane her dem Knaben aufging. Mit der Realschulzeit ging es nun zu Ende. Einen ganz modernen Schullebenslauf hatte der Knabe hinter sich. Zwei Dinge sind noch hervorzuheben. In den höheren Klassen war auch ein sehr guter Chemielehrer, der nicht viel sprach, der meistens immer nur das Notwendigste sagte. Aber auf einem mehrere Meter langen Tisch waren alle möglichen Apparate ausgebreitet, und alles wurde gezeigt. Die kompliziertesten Experimente wurden gemacht und nur von den notwendigsten Worten begleitet. Und wenn wieder so eine interessante Stunde vorbei war, dann fragten die Schüler wohl: ·Herr Doktor» - er hatte sich lieber so anreden lassen als «Herr Professor» - «wird das nächste Mal experimentiert oder examinierth, da hieß die Antwort dann meistens: «Experimentiem, und jeder freute sich wieder. Examiniert wurde gewöhnlich nur in den letzten zwei Stunden, bevor Zeugnisse ausgestellt werden sollten. Aber ein jeder hatte in seinen Stunden immer gut aufgepasst und mitgearbeitet, und so kam es denn - weil er auch ein ausgezeichneter Mann war -, dass auch die Schüler immer etwas konnten. Es mag noch bemerkt werden, dass es der Bruder jener jetzt wieder in Österreich bekannt gewordenen Persönlichkeit war, der Bruder des österreichisch-tirolischen Dichters Hermann von Gilm, eines bedeutenden Lyrikers. Es darf wohl hier ausnahmsweise der Name genannt werden als der Name eines nicht mehr unter uns Weilenden, da nur Gutes von ihm gesagt werden kann. Das andere, was noch hervorzuheben isg war, dass in der Nähe jenes Ortes ein Schloss war, in dem ein Mann wohnte, der Graf Chambord, welcher der Prätendent war für einen europäischen Thron, doch diesen Thron wegen der politischen Verhältnisse nie einnehmen konnte. Er war für die dortige Gegend ein großer Wohltäter, und man erfuhr viel von dem, was aus diesem Schlosse des Kronprätendenten kam. Selbstverständlich hatte der Knabe nie Gelegenheit, den Grafen selbst kennenzulernen; aber dieser lebte im Munde der Leute in der ganzen Gegend. Wenn es auch ein Mensch wak von dem man sagen konnte, dass in der Gesinnung nur wenige Leute mit ihm einverstanden waren, so breitete  sich doch wieder der Schatten wichtiger politischer Verhältnisse, die man dadurch kennenlernen konnte, in den Ort hinein. Nun kamen noch andere Dinge dazu. Es ging das Interesse des Knaben, das an Kant angefacht war, nach und nach so weit, dass er auch nach anderen philosophischen Dingen Lust bekommen hatte, und er verschaffte sich nun mit seinen recht geringen Mitteln psychologische und logische Werke. Besondere Sympathie empfand er für die Bücher von Lindner, die, was Psychologie betrifft, recht gute Lehrmittel waren, und lernte aus den Fäden, die da verfolgt wurden, noch bevor er von der Realschule abging, die Herbart'sche Philosophie eigentlich recht gut kennen. Es hatte ihm dies allerdings eine Schwierigkeit bereitet, denn der Lehrer der deutschen Sprache, der im Übrigen ein vortrefflicher Mann war und viele Verdienste um das Schulwesen sich erwarb, hatte gar nicht leiden mögen, dass der Knabe Rudolf Steiner solche Lektüre pflog, die ihn verleitete, so furchtbar lange Schulaufsätze zu machen, manchmal sogar ein ganzes Heft vollzuschreiben. Und nach dem Abiturientenexamen, wo dann die Schüler, wie das so gebräuchlich war, mit den Lehrern vor Schulabgang noch einmal zusammen waren, da sagte er zu dem Knaben: ·Ja, Sie waren mein stärkster Phraseur, ich fürchtete mich immer schon, wenn ihr Heft Kamm Einmal zum Beispiel hatte er, nach dem Gebrauche des Wortes «psychologische Freiheit», dem Knaben den Rat gegeben: «Sie scheinen wirklich eine philosophische Bibliothek zu Hause zu haben; ich möchte Ihnen anraten, sich nicht viel damit zu beschäftigen» Von besonderem Interesse war dem Knaben auch der Vortrag eines Professors der kleinen Ortschaft über «Pessimismus». Noch soll erwähnt werden, dass es dann später auch wieder Jahre gab, in denen auf der Realschule ausgezeichnet Geschichte gepflegt worden ist. Und da war es dann wirklich ein gründliches Vertiefen des Knaben in die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, weil er habhaft werden konnte der «WCltgeschichte» von Roneck, die einen großen Eindruck machte durch die Wärme, mit der die ersten Bände dieser Weltgeschichte geschrieben sind. Von dem, was gewissermaßen bedeutsam ist, darf noch hervorgehoben werden, dass der Knabe nur pflichtgemäß in den ersten vierJahren an dem Religionsunterricht teilgenommen hat. Als er von dem vierten Schuljahre ab durch den Lehrplan der Schule von dem Religionsunterricht befreit war, hat er nicht mehr daran teilgenommen. Durch die Verhältnisse seiner Familie war er auch nie zur Firmung geführt worden, sodass er bis  heute nicht gefirmt worden ist. Also einen gefirmten Menschen haben Sie nicht vor sich. Denn es war damals in den Kreisen, in denen der Knabe aufwuchs, eine Selbstverständlichkeit, dass man so etwas wie die klerikalen Einrichtungen nicht mitmachte. Dagegen hatte es einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht, dass er bei seinem Abiturientenexamen in der Physik eine Frage zu beantworten bekam, die so modern war, dass sie in den österreichischen Schulen wohl zum ersten Mal gestellt worden ist. Er hatte nämlich das Telefon zu erklären, das damals erst Verbreitung gefunden hatte. Es war wirklich ein Zusammenhang da mit den alkrmodernsten Verhältnissen. Er musste aufzeichnen an der Tafel, wie man von der einen zur anderen Station telefoniert. Nun handelte es sich darum, dass nach der Schulzeit eine ganze Anzahl von philosophischen Sehnsuchten in dem Knaben erregt worden waren. Das Abiturientenexamen war zu Ende, und der Vater ließ sich an einen Bahnhof in der Nähe von Wien versetzen, damit der Knabe jetzt die Hochschule besuchen konnte. Es war in der Ferienzeit, die auf das Abiturientenexamen folgte, und da stellte sich wirklich eine tiefe Sehnsucht nach der Lösung philosophischer Fragen ein. Um diese zu stillen, gab es nur eine Möglichkeit. Man hatte in den Jahren eine Anzahl von Schulbüchern aufgestapelt, die trug man nun zum Antiquar und bekam dafür ein nettes Sümmchen. Das wurde sofort umgetauscht in philosophische Bücher. Und nun las der Knabe, was er von Kant noch nicht gelesen hatte, zum Beispiel seine Abhandlung vom Jahre 1763 über den ·Nersuch, den Begriff der negativen Größen in die Weltweisheit einzufijhren» oder Kants «Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik», wo Beziehung genommen wird auf Swedenborg. Aber nicht nur Kant, sondern die ganze Literatur konnte verfolgt werden durch einzelne repräsentative Bücher von Hegel, Schelling, Fichte und ihren Schülern - zum Beispiel Karl Leonhard Reinhold, von Darwin und so weiter. Bis zu einem Philosophen kam es, der heute nicht mehr besonderes Ansehen hat, zu Traugott Krug, dem Kantianer. Nun sollte der Knabe auf die Hochschule. Er konnte selbstverständlich nur auf eine technische Hochschule gehen, da er keine Vorbildung hatte für die mit dem humanistischen und antiken Geisteswissen verbundenen Studien. Er ließ sich dann in der Tat einschreiben an der Technischen Hochschule in Wien und hörte in den ersten Jahren Chemie, Physik, Zoologie, Botanik, Biologie, Mineralogie, Geologie, Mathematik,  Geometrie und reine Mechanik. Daneben hörte er deutsche Literaturgeschichte bei jenem Manne, der allerdings mit dem Leben des Knaben recht tief zusammenhängL bei dem Vortragenden für deutsche Literatur an der Technischen Hochschule, Karl Julius Schröer. Schon im ersten Jahre des Hochschulstudiums trat etwas ganz Besonderes ein. Durch eine besondere Verkettung von Umständen trat in den Gesichtskreis des Knaben eine merkwürdige Persönlichkeit, eine Persönlichkeit, die keine Gelehrsamkeit haue, aber ein umfassendes tiefes Wissen und eine umfassende tiefe Weisheit. Nennen wir jene Persönlichkeit, wie sie mit ihrem Vornamen wirklich hieß, Felix, der in einem abgelegenen, einsamen Gebirgsdörfchen mit seiner bäuerlichen Familie lebte, das Zimmer voll hatte mit mystisch-okkulter Literatur, selber tief eingedrungen war in mystisch-okkulte Weisheit und der seine Hauptzeit zuzubringen hatte mit dem Sammeln von Pflanzen. Er sammelte überall in den dortigen Gegenden die verschiedensten Pflanzen und verstand es - das konnte man gewahr werden, wenn man ihn, wie das nur selten, aber doch der Fall war, begleiten durfte auf seinen einsamen Wanderungen -, jede einzelne Pflanze aus ihrem Wesen, aus ihren okkulten Untergründen heraus zu erklären. In jenem Manne waren ganz ungeheure okkulte Tiefen. Es war bedeutsam, was mit ihm besprochen werden konnte, wenn er, auf dem Rücken sein Bündel mit einer großen Anzahl von Pflanzen, die er gesammelt und getrocknet hatte, dann in die Hauptstadt fuhr, wohin der Knabe zu fahren hatte. Da gab es sehr wichtige Gespräche mit diesem Manne, den man in Österreich einen Dürrkräutler nennt, einen, der Kräuter sammelt und trocknet und sie dann in die Apotheken trägt. Das war der äußere Beruf des Mannes, der innere war freilich ein ganz anderer. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass er alles in der Welt liebte und nur bitter wurde - das sei aber nur kulturhistorisch erwähnt -, wenn er auf klerikale Verhältnisse zu sprechen kam und auf das, was auch er durch die klerikalen Verhältnisse auszustehen hatte; dem war er nicht liebevoll geneigt. Es folgte aber bald darauf noch etwas anderes. Mein Felix war gewissermaßen nur der Vorherverkünder einer anderen Persönlichkeit, die sich eines Mittels bediente, um in der Seele des Knaben, der ja in der spirituellen Welt darinnen stand, die regulären, systematischen Dinge anzuregen, mit denen man bekannt sein muss in der spirituellen Welt. Es bediente sich jene Persönlichkeit, die nun wieder so fremd wie möglich  allem Klerikalismus gegenüberstand und damit selbstverständlich gar nichts zu tun hatte, eigentlich der 'Werke Fichtes, um gewisse Betrachtungen daran anzuknüpfen, aus denen sich Dinge ergaben, in welchen doch die Keime zu der «Geheimwissenschaft» gesucht werden könnten, die der Mann, der aus dem Knaben geworden ist, später schrieb. Und manches, aus dem die «Geheimwissenschaft» geworden ist, wurde damals in Anknüpfung an Flehtes Sätze erörtert. Ebenso unansehnlich im äußeren Berufe war jener ausgezeichnete Mann wie Felix auch. Ein Buch war es, das er gleichsam als Anhaltspunkt benutzte, das wenig in der äußeren Welt bekannt geworden ist und das in Österreich oft wegen seiner antiklerikalen Richtung unterdrückt wurde, durch welches man sich aber zu ganz besonderen geistigen Wegen und geistigen Pfaden anregen lassen kann. Jene eigenartigen Strömungen, die durch die okkulte Welt gehen, die man nur erkennen kann, wenn man eine aufwärts- und eine abwärtsgehende Doppelströmung ins Auge fasst, traten damals lebendig vor des Knaben Seele. Es war in der Zeit, da der Knabe noch nicht den zweiten Teil des «Faust» gelesen hatte, als er auf diese Weise okkult eingeführt wurde. Es ist nicht nötig, über diesen Punkt der okkulten Schulung des jetzigen Jünglings, zu dem der Knabe herangewachsen war, weiter zu sprechen. Denn alles, was sich ihm darbot, blieb in der Seele des Jünglings; er erlebte es in sich selbst und schritt seinen äußeren Lebensweg weiter fort. Zunächst war er angeregt worden durch die literarhistorischen Vorträge Karl Julius Schröers über «Die deutsche Literatur seit Goethes erstem Auftreten» zu dem, was Goethe gegeben hatte, besonders aber zu der «Farbenlehre» und zu dem zweiten Teil des «Faust», den er als achtzehn- bis neunzehnjährigerJüngling studierte. Gleichzeitig studierte er die Herbart'sche Philosophie, namentlich die «Metaphysik». Eine sonderbare Enttäuschung hatte der Jüngling erfahren, der ja schon mit viel Philosophischem bekannt geworden war, aber aus sich gewisse Gründen hatte, die Herbart'sche Philosophie zu schätzen. Es hatte sich in ihm eine freudige Sehnsucht danach gebildet, einen der bedeutendsten Vortragenden für Herbart'sche Philosophie kennenzulernen, nämlich Robert Zimmermann. Das war tatsächlich eine Enttäuschung, weil man in der Schätzung der Herbart'schen Philosophie sehr herabgestimmt wurde, wenn man den sonst geistvollen, aber auf dem Katheder unerträglichen Roben Zimmermann hörte.  Dagegen gab es eine Anregung, die dem Gemüt sehr zugute kam, von einem Manne, der dann auch später in das Leben der Persönlichkeit, von der hier die Rede ist, eintrat, von dem Geschichtsforscher Ottokar Lorenz. Der Jüngling hatte nämlich wenig Neigung, ganz pedantisch regelmäßig die Kollegs an der Technischen Hochschule zu hören, obwohl er alles mitgemacht hat. Er hatte auch in der Zwischenzeit als Hospitant an der Universität Vorlesungen gehört von Robert Zimmermann über ·Praktische Philosophie» und auch die Vorträge über ·Psychologie» von Franz Brentano, die damals - aber das lag weniger in der Natur der Sache - nicht einen so starken Eindruck auf den Jüngling gemacht haben wie später seine Bücher, und die der Mann, der aus dem Jüngling geworden ist, dann alle gründlich kennengelernt hat. Einen gewissen Eindruck machte Ottokar Lorenz durch seinen Freiheitssinn, denn er hielt damals - während der sogenannten üSsterreichischen liberalen iira» - ganz freigeistige Vorträge. Und Ottokar Lorenz war schon der Charakter, der auf ganz junge Menschen Eindruck machen konnte. Er sprach im Kolleg wirklich die herbsten Worte, zog als Historiker mit vielen Belegen los über das, worüber loszuziehen war, war dabei ein ganz ehrlicher Mensch, der dann zum Beispiel, nachdem er etwas «brenzliche» Verhältnisse auseinandergesetzt hatte, sagen konnte: «Ich musste ein bisschen schönfärben; denn, meine Herren, hätte ich alles gesagt, was darüber zu sagen ist, dann würde das nächste Mal der Staatsanwalt hier sitzen.· Es war derselbe Ottokar Lorenz, von dem nach der Anekdote - soweit Anekdoten wahr sind: nämlich wahrer als wahr - Folgendes erzählt wird. Ein Kollege von ihm, der besonders die geschichtlichen Hilfswissenschaften pflegte, hatte einen Lieblingsschüler, bei dem, als er zur Promotion kam, Lorenz mitprüfen musste. Da konnte zum Beispiel der Kandidat gleich gründlich Auskunft geben, in welchen päpstlichen Urkunden zum ersten Male der i-Punkt vorkommt. Und nachdem er so genau über alles Auskunft zu geben wusste, konnte sich Ottokar Lorenz nicht enthalten zu fragen: ·Ich möchte den Herrn Kandidaten auch etwas fragen. KÖnnen Sie mir sagen, wann jener Papst, in dessen Urkunden zuerst der i-Punkt vorkommt, geboren ist?» Das wusste der Kandidat nicht. Dann fragte er ihn weiter, ob er ihm sagen könne, wann jener Papst gestorben sei? Das wusste er auch nicht. Dann fragte er, was er denn sonst von diesem Papst wisse? Aber auch da konnte der Kandidat nichts sagen. Da meinte der Lehrer, dessen Lieblingsschüler der Betreffende war: «Aber  Herr Kandidat, Sie sind ja heute so, als wenn Ihnen ein Brett vor den Kopf genagelt istb Da sagte Lorenz: «Nun, Herr Kollege, er ist ja Ihr Lieblingsschüler, wer hat ihm denn das Brett vor den Kopf gmagdt?» Solche Dinge kamen schon vor. Lorenz war der Liebling der Studentenschaft der Wiener Universität, und er war auch ein Jahr Rektor an der Wiener Universität. Es war nun dort gebräuchlich, dass jemand, der Rektor gewesen war, für das nächste Jahr dann Prorektor wurde. Nach ihm wurde nun ein ganz schwarzer Radikaler zum Rektor gewählt, der ungeheuer unbeliebt war. Dem machten die Studenten gern allerlei Katzenmusiken. Nun war Lorenz der heftigste Gegner jenes Klerikalen, der Vertreter des Kirchenrechtes war. Jener Rektor konnte schon gar nicht mehr in die Universität hineinkommen, denn sowie er sich dazu anschickte, ging es sofort mit dem Lärm los. Da musste dann der Prorektor kommen und Ordnung schaffen. Sobald Lorenz erschien, jubelte ihm die Studentenschaft zu. Jener Ottokar Lorenz aber stellte sich hin und sagte: «Euer Beifall lässt mich ganz kalt. Wenn ihr- wie wir zwei auch immer verschieden denken mögen - meinen Kollegen so behandelt, wie ihr es tut, und mir zujubelt, dann sage ich euch, dass ich, der ich an Gelehrsamkeit nicht würdig bin, meinem Gegner die Schuhriemen aufzulösen, mir nichts aus eurem Beifall mache und ihn ablehne!» — «Pereat! pereatb ging es los, und aus war es mit seiner Beliebtheit. Lorenz ging dann nach Jena, und der, der hier spricht, traf noch öfter mit ihm zusammen. Jetzt ist er nicht mehr auf dem physischen Plan. Er war eine ausgezeichnete Persönlichkeit. In allen Einzelheiten steht noch lebhaft vor meiner Seele, wie er einmal einen Vortrag gehalten hatte über die Beziehungen der Tätigkeit von Carl August zur übrigen deutschen Politik. Als im nächsten Jahr, wiederum bei der Versammlung der Goethe-Gesellschaft, Ottokar Lorenz dasaß und wir über diesen Vortrag sprachen, den er damals gehalten haue, da fielen aus seiner tiefen Ehrlichkeit heraus die Worte: «ja, was das betrifft - als ich damals über das Verhältnis Carl Augusts zur deutschen Politik sprach, da habe ich eben einen argen Bock geschossenb So war er jederzeit bereit, sein Unrecht zuzugeben. Außer mancherlei anderen Persönlichkeiten, die damals Eindruck machten auf den Jüngling, sei ein ausgezeichneter Mann erwähnt, der dann aber bald starb, bei dem der Jüngling an der Wiener Technischen Hochschule Kollegs hörte über «Geschichte der Physik». Es war Ed mund Reitlinger, der auch mitgearbeitet hat an dem «Leben Keplers» und in ausgezeichneter Weise den Werdegang der Physik durch die Zeiten hindurch zur Darstellung bringen konnte. Bedeutsame Anregungen gingen in mancherlei Beziehung von Karl Julius Schröer aus, der nicht nur durch die Vorträge wirkte, sondern auch dadurch, dass er die Einrichtung traf von ·Übungen im mündlichen Vortrag und in schriftlicher Darstellung». Da mussten die Studenten vortragen, und da lernte man den ordentlichen Aufbau einer Rede. Dabei konnte man auch manches nachholen, was man früher nicht gelernt hatte in Bezug auf Satzfügungen; kurz, man wurde gründlich unterwiesen im mündlichen Vortrage und in schriftlicher Darstellung. Und lebhaft kann ich zurückdenken an das, was damals der Jüngling, von dem hier gesprochen wird, vorgetragen hat. Der erste Vortrag war über die Bedeutung Lessings, besonders über den Laokoon; der zweite über Kant, und zwar vorzugsweise über das Problem der Freiheit. Dann hat er einen Vortrag gehalten über Herbart und besonders über die Ethik Herbarts; der vierte Vortrag, der damals probeweise gehalten wurde, handelte vom Pessimismus. Damals wurde nämlich durch einen Kommilitonen in diesem Kolleg über «miiündlichen Vortrag und schriftliche Darstellung» eine Diskussion über Schopenhauer angeregt, und derJüngling, von dem hier die Rede ist, sagte damals in der Debatte: «Ich schätze Schopenhauer außerordentlich, aber wenn das richtig ist, was sich als Fazit der Schopenhauer'schen Anschauung ergibt, dann möchte ich lieber der Holzpfosten sein, auf dem mein Fuß jetzt steht, als ein lebendes Wcsen> So war seine Seelenstimmurig; der Jüngling wollte sich verteidigen gegenüber einem enragierten Schopenhauerianer. Dass er ihn jetzt nicht mehr abwehren würde, geht wohl schon daraus hervor, dass er selbst eine Schopenhauer-Ausgabe veröffentlicht hat, worin er den Ansichten Schopenhauers gerecht zu werden versuchte. Nun gab es damals auch an der Wiener Technischen Hochschule einen Studentenverein, und der Jüngling, von dem hier gesprochen wird, bekam in diesem Studentenverein das Amt eines Kassierers. Aber er beschäftigte sich mit der Kasse nur zu gewissen Zeiten, mehr beschäftigte er sich mit der Bibliothek; und zwar erstens, weil ihn die Philosophie interessierte, dann aber auch, weil er die Sehnsucht hatte, mit dem geistigen Leben weiter bekannt zu werden. Diese Sehnsucht war sehr groß geworden, aber es fehlten die Mittel, um Bücher zu kaufen, denn Geld  gab es wenig. So kam es denn, dass er nach einiger Zeit der selbstverständliche Bibliothekar jenes Studentenvereins wurde. Und wenn man dann Bücher brauchte, so schrieb er im Auftrag des Studentenvereins einen sogenannten «Pumpbriefj an den Autor irgendeines Werkes, das man gern haben wollte, in welchem man ihm mitteilte, dass sich die Studenten außerordentlich freuen würden, wenn der Autor sein Buch schicken wollte. Und diese Pumpbriefe wurden gewöhnlich in außerordentlich lieber Art dadurch beantwortet, dass die Bücher kamen. Dazumal kamen tatsächlich die bedeutendsten Bücher, die auf dem Gebiete der Philosophie geschrieben worden sind, auf diese Weise in den Studentenverein herein und wurden gelesen - wenigstens von dem, der die Pumpbriefe geschrieben hatte. Dadurch konnte sich der Betreffende damals nicht nur bekannt machen mit der «Erkenntnistheorie» von Johannes Volkelt und den Arbeiten von Richard Falckenberg, sondern auch mit den Werken von Helmholtz und mit geschichtssystematischen Werken. Es schickten viele ihre Bücher; sogar Kuno Fischer hat einmal einen Band seiner «Geschichte der neueren Philosophie» gestiftet. Dann waren auf diese Weise hereingekommen in die Bibliothek die sämtlichen Werke von Baron Hellenbach, der gleich alle seine Werke schickte, nachdem ihm ein Pumpbrief geschrieben worden war. So war reichlich Gelegenheit, sich mit philosophischen, kulturwissenschaftlichen und auch literarhistorischen Werken bekannt zu machen. Aber auch auf anderen Gebieten konnte man seinen Blick in genügender Weise vertiefen. Dann aber kam durch den persönlichen und immer intimer werdenden Verkehr mit Karl Julius Schröeg der nicht nur ein Kenner, sondern auch ein tief bedeutsamer Kommentator Goethes war, dass sich derJüngling zu interessieren anfing für die Ideen Goethes und besonders für dessen Ideen über die Naturwissenschaften. Es gelang Schröer, nachdem die mannigfaltigsten Anstrengungen gemacht worden waren, gewisse physikalisch gehaltene Aufsätze des Jünglings über die «Farbenlehre» unterzubringen. Es trat dann weiter die Möglichkeit an ihn heran, mitzuarbeiten an der großen Goethe-Ausgabe, die damals als die Ausgabe der «Kiiürschnerschen National-Litteratur» durch Joseph Kürschner veranstaltet wurde, und die Bearbeitung der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes zugewiesen zu erhalten, wie auch den Auftrag, die Einleitung dazu zu schreiben. Als der erste Band der «Naturwissenschaftlichen Schriften  Goethes, mit Einleitungen von Rudolf Steiner» erschienen war, hatte er das Bedürfnis, aus den Fundamenten heraus die denkerischen Quellen darzustellen, aus denen doch die ganze Anschauung folgte, die hier zum Verständnis Goethes dargelegt worden war. Daher schrieb er zwischen dem Erscheinen des ersten und des zweiten Bandes die «Erkenntnistheorie der Goethe'schen Weltanschauung». Von vorher, aus dem Beginn der achtziger Jahre, kommen nur in Betracht einige Aufsätze: Einer, der veröffentlicht worden ist unter dem Titel «Auf der Höhe», einer über Hermann Hettner, einer über Lessing und einer über «Paralkkn zwischen Shakespeare und Goethe». Das sind im Grunde genommen alle Aufsätze, die damals geschrieben wurden. Bald kam Rudolf Steiner in eine umfangreiche Schriftstellerei hinein dadurch, dass er Mitarbeiter wurde an «Kijrschners deutscher NationalLitteratur» und die Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes mit den ausführlichen Einleitungen zu besorgen hatte. Hervorgehoben darf dabei noch werden, dass, wie ihm früher der Studentenverein eine Art Rückhalt war, es jetzt der Wiener «Goe[he-Verein» wurde, dessen zweiter Vorsitzender Karl Julius Schröer war. Es war auch weiterhin aneifernd für Rudolf Steiner, dass Schröer ihn einlud, nachdem die ersten Goethe-Bände erschienen waren, einen Vortrag zu halten vor einer solchen Versammlung, wie es die Mitglieder des Wiener «GoetheVereins» waren. Und da hielt Rudolf Steiner seinen Vortrag über «Goethe als Vater einer neuen Ästhetik». Dazumal war der, dessen Lebensverhältnisse hier dargestellt werden sollen, nachdem er die Hochschulverhältnisse hinter sich hatte, Erzieher geworden. Er musste ja schon von seinem vierzehnten Jahre ab immer Privatstunden geben, musste andere Knaben unterrichten, musste diesen Unterricht auch später fortsetzen, um seinen Lebensunterhalt zu gewinnen, und hatte, während er die Hochschule absolvierte, recht viele Schüler. Man kann sagen: Er war glücklich, dass er recht viele Schüler hatte, denen er Nachhilfe erteilte oder die er auch ganz erzog. Das ging parallel mit dem Hineinkommen in die Goethe-Gesellschaft. Dann wurde er Erzieher in einem Wiener Hause. Mit Bezug auf dieses Haus muss wieder gesagt werden, dass hier etwas hereinschien, was von den modernsten Verhältnissen ausstrahlte. Denn der Herr dieses Hauses, dessen Knaben von Rudolf Steiner zu erziehen waren, war einer der angesehensten Vertreter des zwischen Europa und Amerika spielenden  Baumwollhandels, der einen ja am tiefsten hineinführen kann in die modernen kommerziellen Probleme. Er war ein entschieden liberaler Mann. Und die beiden Frauen, zwei Schwestern - es lebten in diesem Hause gleichsam zwei Familien innig zusammen -, waren ganz hervorragende Frauen, die das allertiefste Verständnis hatten auf der einen Seite für Kindererziehung und auf der anderen Seite für jenen Idealismus, der zum Ausdruck kam in Rudolf Steiners «Einkiwngen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften» und in der «Erkenntnistheoriem Nun wurde es möglich, sozusagen noch praktische Psychologie an der Erziehung einer Anzahl Knaben zu lernen. Praktische Psychologie auch dadurch, dass man in allen Fragen, welche die Erziehung betrafen, die Initiative entwickeln durfte, weil man einem so tiefen Verständnis gerade bei der Mutter dieser Knaben begegnen konnte. Das, was Rudolf Steiner da antrat, war ein ErzieheramL das er durch Jahre hindurch zu führen hatte. Und zwar verlebte er diese Jahre so, dass er sich neben der Unterrichtstätigkeit, die er als Erzieher auszuüben hatte, auch beschäftigen konnte mit der Ausarbeitung seiner Schrift zur Einführung in Goethes naturwissenschaftliche Werke. Bis zu dieser Zeit hatte also Rudolf Steiner eine Realschule hinter sich, hatte hinter sich die Zeit der Wiener Technischen Hochschule und lebte nun als Erzieher von Knaben, die selbst Realschüler waren, von denen nur der eine Gymnasiast war. Weil der eine das Gymnasium besuchte, war Rudolf Steiner jetzt in die Notwendigkeit versetzt, das Gymnasium nachzuholen. Sodass er aus dieser Notwendigkeit heraus, nachdem er sein zwanzigstes, einundzwanzigstes Lebensjahr erreicht hatte, mit dem Buben das Gymnasium nachlernen konnte, und nur das hat ihn dann in den Stand gesetzt, sich später das Doktorat zu erwerben. Es liegen also die Sachen so, dass Rudolf Steiner vor dem zwanzigsten Jahre mit nichts zu tun hatte als mit einer Realschule, die in Österreich nie eine Vorbereitung für den geistlichen Beruf gibt, sondern geradezu davon fernhält. Dann hat er durchgemacht eine technische Hochschule, die auch nicht zum geistlichen Beruf befähigt, denn da wurde Chemie, Physik, Zoologie, Botanik, Mechanik, was sich auf Maschinenbau bezieht, Geologie und so weiter getrieben, auch neuere Geometrie, so die «Geometrie der Lage». Dem ging parallel während der Hochschulzeit die Vertiefung in die verschiedensten philosophischen Werke, dann mit dem Intimerwerden mit Schröer das Herantreten an die Goethe-Ausgaben,  und dann kam, was man «Beruflliches» nennen kann: die Erziehertätigkeit, die - weil man psychologischen Blick entwickeln musste, da die Verhältnisse wegen Abnormität bei dem einen Knaben schwere waren «praktische Psychologie» sein konnte. Diese Zeit verlief also wirklich nicht, wie andere Leute wissen wollen, im Jesuitenstift zu Kalksburg - jetzt wird schon wieder ein anderer Ort genannt -, sondern die Zeit verlief in der Erziehertätigkeit in einem Wiener jüdischen Hause, wo der Betreffende ganz gewiss nicht die geringste Anleitung hatte, um eine jesuitische Tätigkeit zu entwickeln. Denn das Verständnis, das die beiden Frauen entwickelten an dem damaligen Idealismus oder an den Erziehungsmaximen für die Kinder, war gar nicht geeignet, den Jesuitismus nahekommen zu lassen. Etwas nur war da, was sozusagen wie ein Schatten aus der Welt des Jesuitismus hereinschaute. Und das kam so. Es machte Schröer die Bekanntschaft der österreichischen Dichterin Marie Eugenie delle Grazie, die in dem Hause eines katholischen Priesters lebte, des Laurenz Müllner, der später dann zur philosophischen Fakultät überging. Und man braucht nur die Schriften von Marie Eugenie delle Grazie zu lesen und wird gleich sehen, dass Müllner keineswegs die Absicht hatte, sie unter jesuitischen Einfluss zu bringen. Aber man kam da auch mit allerlei Universitätsprofessoren zusammen. Darunter war einer, der grundgelehrt war in der Semitologie, den semitischen Sprachen, und der ein tiefer Kenner des Alten Testamentes war. Er war ein grundgelehrter Herr, von dem man sagte, dass er «die ganze Welt und noch drei Dörfer dariiber· kenne. Aber die Gespräche, die ich mit ihm führte und die mir bedeutsam waren, das waren die, welche sich auf das Christentum bezogen. Was damals von diesem Gelehrten über das Christentum gesprochen wurde, bezog sich einmal auf die Frage der «Conceptio immaculata», der unbefleckten Empfängnis. Ich versuchte ihm zu beweisen, dass eine völlige Inkonsequenz in diesem Dogma vorhanden ist, bei dem es sich ja nicht nur handelt um die unbefleckte Empfängnis der Maria, sondern auch um die der Mutter der Maria, der heiligen Anna; da müsse man ja dann immer weiter hinaufgehen. Nun war er aber einer jener Theologen, dem der «Thheobge» so gar nicht im Nacken saß, ein durchaus freisinniger Theologe, und er fügte hinzu: «Das können wir nun nicht tun; denn da kämen wir nach und nach beim Davidl an, und da würde die Sache schlimm werdenm  In diesem Tone bewegten sich überhaupt die Gespräche in dem Hause des Professors Müllner beim «jour» von delle Grazie. Müllner war ein sarkastischer Geist, und auch die Professoren waren freisinnige Männer. Was von der anderen Seite hereinleuchtete, kam eigentlich nur von einem Mann, der etwas von jesuitischem Geist hatte, der nachher dann ein tragisches Ende genommen hat. Bei einem Schiffbruch in der Adria ertrank er. Dieser Mann war ein Kirchenhistoriker der Wiener Universität. Er sprach wenig, aber was er sprach, war nicht geeignet, das andere Element günstig zu vertreten. Denn es war über ihn das Gerücht im Umlauf, dass er des Abends, wenn es finster geworden wa4 aus Furcht nicht mehr auf die Straße gehe, weil dann die Freimaurer umgingen. Der konnte also nicht ein besonderes Interesse für den Jesuitismus erwecken, einmal, weil er kein guter Kirchenhistoriker war, und dann auch wegen solchen Geredes. Vor der Dämmerung verschwand er auch tatsächlich immer. Es bot sich damals auch Gelegenheit, etwas gründlicher in die österreichischen politischen Verhältnisse hineinzukommen, und dies geschah dadurch, dass die von Heinrich Friedjung begründete «Deutsche Wochenschrift» von mir redigiert werden konnte. Diese vertrat einen entschieden liberalen Standpunkt in Bezug auf die Österreichischen Verhältnisse, den jeder studieren kann, wenn er sich bekannt macht mit dem, was bei Friedjung vorhanden war. Diese Zeit brachte Rudolf Steiner auch mit den übrigen politischen Verhältnissen und Persönlichkeiten in Berührung. Jene redaktionelle Tätigkeit fiel zwar sehr kurz aus, aber sie fiel in eine sehr wichtige Zeit: nachdem der Battenberger aus Bulgarien vertrieben war und der neue Fürst von Bulgarien sein Amt angetreten hatte. Damit war die Signatur dafür gegeben, wie man sich ein zutreffendes Bild von den kulturpolitischen Verhältnissen zu machen hatte. Nun erschien in jener Zeit ein Werk, das ganz bedeutsam ist, wenn es auch von manchen für einseitig gehalten werden mag, nämlich der «Homunkulus» von Robert Hamerling. Besonders bedeutsam für den, dessen Lebensverhältnisse hier geschildert werden sollen, war der Momunkulus» noch deshalb, weil Rudolf Steiner schon früher mit Hamerling bekannt geworden war. Denn obwohl Rudolf Steiner in Kraljevec geboren wurde, stammte seine Familie doch aus Niederösterreich, und zwar aus dem sogenannten «Bandlkramerlandl», wo man die Leute mit dem Bündel auf dem Rücken die dort verfertigten Bänder herumtragen sieht. Dorther stammte die Familie. Und wie es so ist, werden die Familien in  solchen Berufsverhältnissen überallhin verschlagen, und der Knabe kam nie zurück nach Niederösterreich. Aber er war doch in einer gewissen Beziehung dadurch herstammend aus demselben «Bandlkramerlandb, woher auch Hamerling stammt. Man hat ja Hamerling nicht besonderes Verständnis entgegengebracht. Aber bei ihm kÖnnte man sagen, dass er, wenn auch nicht eine jesuitische, so doch eine Klostererziehung genossen hat. Nicht aber ist das der Fall bei dem, der hier vor Ihnen steht. Anerkannt hat man ja Robert Hamerling auch nicht, denn als er später einmal seine Heimat wieder besuchte und in dem dortigen Gasthof zu dem Wirt sagte, er sei Hamerling, da hat ihm dieser entgegnet: «Nun Sie ... Sie Hamerling, Sie Schwammerling ...» Es war Veranlassung genommen worden, die «Erkenntnistheorie der Goethe'schen Weltanschauung» an Hamerling zu senden. 'Wie sie Hamerling aufgenommen hat, das kann einem Urteil entnommen werden aus der «Atomistik des Willens», wo sie gerade in einem wichtigsten Kapitel - in dem Kapitel über die Natur der mathematischen Urteile - in einer, wie mir auch heute erscheint, völlig originellen Weise verwendet worden ist. Es fand - wenn auch nicht besonders lange - doch ein Briefwechsel mit Robert Hamerling statt, der für Rudolf Steiner in gewisser Beziehung wichtig war, weil er nach einem Briefe, den er an Hamerling geschrieben hatte, von diesem feinen Stilisten gesagt bekam, dass er einen außerordentlich sympathischen, schönen Stil schreibe, dass er ein gewisses Talent habe, mit Kraft das darzustellen, was er darstellen wolle. Das war außerordentlich wichtig für Rudolf Steiner, weil er sich doch in diesen Jahren noch nicht viel zutraute, sich jetzt aber in Bezug auf diese Frage des Stils in der Darstellung durch Robert Hamerling mehr zutraute als vorher. Es musste ja notwendigerweise vorher erwähnt werden, dass der Knabe bis zum dreizehnten, vierzehnten Jahre grammatikalisch und orthografisch recht wenig richtig hat schreiben können und dass ihm nur der Inhalt seiner Aufsätze über die Fehler in der Grammatik und Orthografie hinweggeholfen hat. Als nun die Goethe-Ausgabe sich ihrem Abschluss nahte und als Rudolf Steiner im Unterricht mit seinen zu erziehenden Buben die humanistisch-antike Kultur nachholend sich angeeignet hatte, kam die Zeit, wo er promovieren konnte. Er hatte auch noch einen wirklich künstlerisch-architektonischen Blick gewinnen können durch den Umstand,  dass damals in Wien die großen Architekten lebten, mit denen er auch dadurch Beziehungen hatte, dass er an der Wiener Hochschule mit ihnen persönlich bekannt wurde. Es sei nur erwähnt, dass damals in Wien die Votivkirche, das Rathaus, das Parlamentsgebäude und anderes gebaut wurde. Dadurch konnte man vieles in sich anregen von Zusammenhängen mit der Kunst. In jenen Zeiten gab es auch - worauf auch hingewiesen werden darf - heftige Debatten mit den enragierten Wagner-Anhängern, denn der, von dem hier die Rede ist, konnte und musste sich nur mit aller Mühe durchringen zur Anerkennung Richard Wagners, zu einer Anerkennung, die ja von anderen Darstellungen her bekannt ist. Es spielt auch in jene Zeit noch hinein die Bekanntschaft mit einer geistigen Strömung, die eigentlich, trotzdem sie schon früher begonnen hat, in Europa doch damals erst auftauchte. Es ist die Bekanntschaft mit dem, was H. P. Blavatsky als theosophische Richtung verbreitet hat. Und der, von dem hier die Rede ist, darf darauf hinweisen, dass er wohl einer der ersten Käufer des «Esoterischen Buddhismus» von A. P. Sinnett wie auch des Buches von Mabel Collins «Licht auf den YVeg» war. Einer bekannten Dame, die damals sehr schwer krank war, brachte er dieses Buch gleich nach seinem Erscheinen ans Krankenbett und gab ihr mancherlei Anleitung, um dieses Buch von ihrem Standpunkte aus zu verstehen. Auch einem Manne brachte er es, der von ihm für das österreichische Offiziersexamen in Integralrechnung und Mathematik vorbereitet werden musste. Er wohnte im Hause der Familie, wo die sehr schwer kranke Dame war. Damals traten mir auch die Wiener Vertreter der theosophischen Bewegung nahe. Mit allem, was sich in dieser Zeit um den vor Kurzem verstorbenen Franz Hartmann gruppierte, und auch mit anderen Theosophen kam der, von dem hier die Rede ist, in einen recht freundschaftlichen und intimen Verkehr. Das war in den Jahren 1884 bis 1885, als die theosophische Bewegung überhaupt erst anfing, bekannt zu werden. Nur war es dazumal dem, von dem hier gesprochen wird, nicht mÖglich, sich dieser Bewegung anzuschließen, trotzdem er sie sehr genau kannte, weil das ganze Gebaren und das ganze Gehabe der Leute, das gewissermaßen Unechte - das soll hier nur als Terminus technicus gebraucht werden doch nicht vereinbar war mit dem, was sich doch schließlich bei dem hier Geschilderten herausgebildet hatte an einer im Sinnenleben verankerten wissenschaftlichen Exaktheit, Genauigkeit und Echtheit. Das soll nicht  ein Selbstlob sein, sondern ich will es mehr dem zuschreiben, was sich als Resultat aus der Gelehrsamkeit unserer Zeit ergibt. Was man auch sonst gegen diese Gelehrsamkeit einzuwenden hat, das kann nicht eingewendet werden, dass nicht die größte, geschärfteste Logik gerade aus ihr hervorkommen könnte. So kam es, dass der, von dem hier die Rede ist, persÖnlich wertvolle Menschen innerhalb des theosophischen Kreises kennenlernte, so zum Beispiel Rosa Mayreder, die sich später ganz abwendete von der theosophischen Richtung. Er lernte dort auch äußerlich historisch die ganze Richtung genau kennen, aber er konnte nichts damit zu tun haben und kam erst dazu, praktisch sozusagen, das, was er zu sagen hatte, auch theosophisch anzuwenden, als er veranlasst war, sich zu vertiefen in Goethes ·Märchen von der grünen Schlange und der schönen Liliem Um dieses Märchen zu kommentieren, betätigte er sich zuerst praktisch mit dem, was seit der erwähnten ersten okkulten Erscheinung immer in seiner Seele gelebt hatte. Das war im Jahre 1888, nachdem er vorher gründlich die theosophische Bewegung kennengelernt hatte, aber sich ihr äußerlich nicht hatte anschließen können, obgleich er wertvolle Menschen dort kennengelernt hatte. Eines tiefen Eindruckes soll noch gedacht werden, eines Eindruckes bei einer Kunstausstellung in Wien, wo im Jahre 1888 von dem, dessen Leben hier dargestellt wird, zum ersten Male Werke von BÖcklin gesehen wurden, nämlich «Pietä», «Im Spiel der Welkn», «Friihlingsstimmung» und die «Quellnymphe». Das waren Werke, die ihm einen Anlass gaben, sich dann auch bleibend mit den Ideen über Malerei zu beschäftigen, weil er selbstverständlich der Sache auf den Grund kommen wollte - ähnlich wie es auch mit Richard Wagner war, wo der Ausgangspunkt die erwähnten Debatten waren -, um sich dann auch auf dieses Gebiet der Kunst ganz besonders einzulassen, was in Weimar später seinen Fortgang fand. Nachdem der zu Schildernde so weit war, ergab sich, dass an einzelne Gelehrte die Mitarbeiterschaft an der großen Weimarschen GoetheAusgabe verteilt wurde. Bei denjenigen, die dazumal im Auftrage der Großherzogin Sophie von Weimar die einzelnen Arbeiten zu verteilen hatten, stellte sich die Idee heraus, ihm zuerst bloß die Goethe'sche ·Farbenlehre» zu übertragen. Später aber, als Rudolf Steiner nach Weimar kam, um dort die «Farbenlehre» zu bearbeiten, wurde ihm dann auch - besonders dadurch, dass er in ein herzliches und inniges Verhält nis zu dem so tragisch geendeten Bernhard Suphan kam - gerade die Ausarbeitung der naturwissenschaftlichen Werke Goethes übergeben. So begann jene Weimarsche Zeit, in der von dem Darzustellenden eine naturwissenschaftlich-philologische Tätigkeit entwickelt worden ist. Auf die eigentliche philologische Tätigkeit ist aber der Betreffende nie besonders stolz gewesen, er kÖnnte selbst viele Fehler in dieser Beziehung nachweisen und will manches, was ihm als Schnitzer passiert ist, nicht beschönigen. Nachdem nun Rudolf Steiner in das alte Goethe-Schilkr-Archiv eingezogen war - es war noch im Schloss untergebracht -, machte er andere, wichtige Erfahrungen. Es kamen immer wieder in- und ausländische Gelehrte, auch von Amerika herüber, sodass dieses Goethe-Schiller-Archiv ein Sammelpunkt für die mannigfaltigste Gelehrsamkeit wurde. Weiter war die Möglichkeit gegeben, das Entstehen einer wunderbar idealen Anstalt zu sehen; denn es war die Zeit, wo das neue Goethe-Schiller-Archiv jenseits der Ilm gebaut wurde. Zugleich war einzigartige Gelegenheit da, sich einzuleben in alte Erinnerungen, die sich noch an die GoetheSchiller-Zeit knüpften. Und es war auch, weil Weimar wirklich der Sammelpunkt von mancherlei künstlerischen Interessen war - auch Richard Strauss nahm dort seinen Anfang -, Gelegenheit, mit den verschiedensten künstlerischen Interessen ganz zusammenzuwachsen. Nachdem das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» durch Rudolf Steiner interpretiert war, trat intensive Arbeit an Goethe stark in den Vordergrund des Interesses. Doch neben der Vertiefung in Goethe arbeitete er damals auch die «Philosophie der Freiheit» aus; die Abhandlung über ·Wahrheit und Wissenschaft» brachte er bereits nach Weimar mit. Einige Male fuhr er noch nach Wien, einmal, um dort im Goethe-Verein einen Vortrag zu halten über das Märchen von der grünen Schlange und der schÖnen Lilie»; ein zweites Mal, um in einem wissenschaftlichen Klub einen Vortrag zu halten über die Beziehungen des Monismus zu einer spirituelleren, realeren Richtung. Das war 1893. Das Referat ist zu lesen in den «Monatsblättern des Wissenschaftlichen Clubs in Wienm Rudolf Steiner behandelte in diesem Vortrag in einer ausführlichen Weise das Verhältnis der Philosophie zur Naturwissenschaft. Der Vortrag klang dann aus in eine deutliche Schilderung seines Verhältnisses zu Ernst Haeckel und hob alles hervor, was Steiner Ablehnendes über Haeckel zu sagen hatte.  Es ist nun die Zeit schon weit vorgerückt, sodass es nicht möglich ist, über das Folgende ebenso ausführlich zu sprechen wie über das Vorangegangene. Es ist das auch nicht nötig. Aber Sie könnten, wenn Sie noch viel mehr durchforschen, was sich bis zur Weimarer Zeit zugetragen hat, und den Verhältnissen nachgehen würden - abgesehen davon, dass die Dinge genugsam für sich sprechen -, überall die deutlichsten Beweise dafür finden, was es für eine tolle Verkehrung der Wahrheit ist, wenn jene sonderbare Beschuldigung erhoben worden ist, die jetzt auch wieder von der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft bei einem besonderen Anlass vorgebracht worden ist, ich sei «von den Jesuiten erzogen» worden. Es wurde mir eben ein Heft der «Stimmen aus Maria-Laach» überreicht, die bekanntlich von Jesuiten herausgegeben werden, worin sich die Besprechung eines Buches findet, das über Theosophie handelt, und die einen merkwürdigen Satz enthält. Es ist nämlich ein Buch erschienen, das sich gegen Theosophie wendet, von einem jesuitischen Pater verfasst. Am Ende der Besprechung heißt es: «Der erste Teil beschäftigt sich mit der Bewegung im Allgemeinen, ihrem Esoterismus und falschen Mystizismus. Der zweite Teil geht ins Einzelne, widerlegt die theosophischen Träumereien über Christus. [...I Die Werke, auf die sich der Kritiker zumeist bezieht, sind Rudolf Steiners, des (dem Vernehmen nach) abgefallenen Priesters und jetzigen Generalsekretärs der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, <Christentum als mystische Tätsächc> und Misses Besants, der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), 'Esoterisches Christentum>; beide Bücher sind bereits ins Italienische iibersetzt> Dass Rudolf Steiner ein «abgdalkner Priester» sei, das steht also sogar in der jesuitischen Zeitschrift selbst, in den «Stimmen aus Maria-Laach», sodass die Jesuiten die Ehre der Verbreitung dieser Behauptung für sich selbst in Anspruch nehmen kÖnnen. Wie aber Alter nicht vor Torheit schützt, so schützt auch der Jesuitismus niemanden davor, eine objektive Unwahrheit ungerechterweise zur Behauptung zu erheben. Und wenn eine solche Verdrehung der Tatsachen sogar von den Jesuiten selbst verbreitet wird, so sollte das für Misses Besant erst recht ein Grund sein - könnte man meinen -, um demgegenüber misstrauisch zu sein. Aber Misses Besant führt diese Dinge noch weiter aus, und sie werden weitergetragen. Ich musste sogar einmal, als ich in Graz war, vom Podium aus diesen Dingen selbst entgegentreten. Es wird ja auch behauptet, ich hätte  in Kalksburg, in der Nähe von Wien, eine jesuitische Erziehung erhalten. Das Stift Kalksburg habe ich niemals gesehen, trotzdem meine Angehörigen nur drei bis vier Stunden davon entfernt waren. Und den anderen Ort - Bojkowitz -, der in gleichem Zusammenhang genannt wird, habe ich überhaupt erst in diesen Tagen dem Namen nach kennengelernt. Alle diese Einzelheiten, die Ihnen zu erzählen ich als eine Art Zumutung betrachte, werden Ihnen wohl die Erklärung dafür geben, wie recht man hat, wenn man die Zeit bedauen, die man auf Zurückweisung solcher törichter Vorwürfe zu verschwenden hat. Daher wurde auch nicht viel Aufhebens gemacht mit dem Vorwurf. Wenn aber dieser Vorwurf jetzt erhoben wird vonseiten der Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft, so liegt doch die Notwendigkeit vor, gegenüber jener Behauptung den tatsächlichen Verlauf meiner Jugenderziehung ins Feld zu führen, zu schildern, wie sie wirklich verlaufen ist, nämlich als eine Art von Selbsterziehung. Alles, was ich Ihnen erzählt habe - von dem Knaben, von dem Jüngling und von dem späteren Mann Rudolf Steiner -, kann dokumentarisch belegt werden, und die Tatsachen werden in jeder Einzelheit das ganz Törichte und Unsinnige jener aufgestellten Behauptungen erweisen. Über ihre moralische Bewertung brauchen wir uns nicht zu ergehen. Was gesagt ist und was über das Spätere noch gesagt werden kann, das sind Tatsachen, das kann jederzeit nachgeprüft werden, dafür kann eingetreten werden. Aber die Frage kann erhoben werden: Mit welchem Recht und von welchen Quellen aus spricht Misses Besant von dem, was sie über meine «jugenderziehung» sagt, von der ich mich «genügend frei zu machen nicht fähig gewesen seb? Und mit welchem Recht und von welchen Quellen aus werden ihre Anhänger vielleicht - da sie sich um die Einwände, die hier gemacht werden, nicht kümmern - diese Dinge weiter behaupten? Vielleicht werden sogar einige Menschen darauf kommen, zu sagen: Aber Misses Besant ist hellsichtig und hat daher vielleicht alles gesehen, was sie in die grandiosen Worte zusammenfasst: ·Er hat sich von seiner Jugenderziehung nicht genügend frei zu machen vermocht> - Da wäre es wohl besser, das einmal zu korrigieren, was von Misses Besants Hellsehertum stammt, und dieses Hellsehertum gerade an einem solchen Faktor zu prüfen. Es gibt keinen anderen Weg, um gegen jenes «Hellsehertum» aufzutreten, als die Tatsachen anzuführen. Und ich musste diejenigen, die zu uns stehen wollen am Ausgangspunkt unserer anthroposophischen Bewegung, schon einmal an diesem Ausgangspunkt  damit langweilen, dass ich sie vor die Alternative stellte: entweder die Tatsachen sich anzusehen, die alle im Einzelnen belegt werden können und denen nachgegangen werden kann, oder die nicht weiter zu charakterisierenden Bemerkungen hinzunehmen, die Misses Besant bei der letzten Adyar-Versammlung der Theosophischen Gesellschaft - wahrscheinlich nach den Stimmen ihrer Anhänger aus ihrem Hellsehertum heraus - gemacht hat.  ZU DEN JÜNGSTEN ENTWICKLUNGEN 1912/13 Zwei Ansprachen uon Rudolf Steiner vor und nacb dem Zyklus «Welcbe Bedeutung bat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physiscben Leib, Ätberleib, Astralleib) und sein Selbsth (GA 145) Den Haag, 20. März 1913 Meine lieben theosophischen Freunde! Zum ersten Mal sind wir hier zu einem Zyklus versammelt, nachdem diejenigen unserer Freunde, welche die gegenwärtige Lage unseres theosophischen Strebens zu erkennen vermocht haben, sich vereinigt haben mit den Mitgliedern der ehemaligen Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft welche - man kann das Wort nicht anders prägen aus unserer Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen worden sind. Es ist notwendig, meine lieben Freunde, in dem Augenblicke, da ich Sie zu diesem mir ganz besonders feierlichen Zyklus begrüßen darf, einige Worte zu dieser herzlichen, theosophisch aufrichtigen Begrüßung hinzuzufügen. Es ist dieses aus dem Grunde notwendig, weil unsere Freunde vielleicht noch oftmals in der nächsten Zeit Gelegenheit haben werden, da oder dort ein Wort sprechen zu müssen über die wahre Sachlage der Ereignisse, die in der letzten Zeit sich unter uns und unseren Freunden abgespielt haben. Wir konnten aus mancherlei Zuschriften und Äußerungen ersehen, dass man da oder dort es nicht als natürlich empfunden hat, dass wir für unsere Veranstaltungen, für unsere internen Veranstaltungen den Modus wählen mussten, die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft, insofern diese von Adyar aus verwaltet wird, nicht zu diesen unseren internen Veranstaltungen zuzulassen. Es hat sich gezeigt, dass man diese notwendige Maßnahme nicht überall gleich als eine solch notwendige empfunden hat, dass man an manchen Orten gemeint hat, wir hätten besser getan zur Aufrechterhaltung des Friedens oder dergleichen, diese Maßregel nicht in so strenger Weise zu ergreifen. Dennoch, meine lieben Freunde, wenn Sie alles wirklich in Anbetracht ziehen, was geschehen ist, werden Sie jedem gegenüber verteidigen können, ja verteidigen müssen, dass in dem entsprechenden ernsten Augenblicke diese Maßregel ergrif fen werden musste. Sie müssen ja nur bedenken, dass die Deutsche Sektion nicht etwa, wie man es formal auslegen könnte, ausgetreten ist aus der Theosophischen Gesellschaft, sondern in aller Wirklichkeit dennoch ausgeschlossen worden ist, ausgeschlossen worden ist wiederum mit einem Grund, der formell definiert werden kann in der ganz besonderen Weise, dass man sich sogar zu sagen vermessen konnte, die Deutsche Sektion habe irgendwelche Statuten der Theosophischen Gesellschaft verletzt! Denn man wird sagen: Diese Deutsche Sektion habe die Mitglieder des Sternes vom Osten, also die Bekenner einer bestimmten Meinung, aus ihrer Körperschaft ausgeschlossen. Man muss in Erwägung ziehen, dass alles geschehen ist vorher von der anderen Seite, dass die Deutsche Sektion nicht anders konnte, als nicht die Mitglieder des Sternes des Ostens zunächst, sondern die Persönlichkeiten, die innerhalb Deutschlands als Mitglieder des Sternes des Ostens in Betracht kamen, wirklich nicht mehr zuzulassen zu den Veranstaltungen der Deutschen Sektion. Denn in dem Augenblick, als der <Stern des Ostens> seinen Einzug in Deutschland hielt, stellte er sich mit ausgesprochener Absicht feindlich der Deutschen Sektion gegenüber; namentlich bemühte er sich, das System zum Ausdruck zu bringen, welches unter anderem auch wiederum in einer so - man möchte sagen - versteckt sonderbaren Art im letzten März-<Theosophist> zum Ausdruck gekommen ist. Es bemühten sich die Persönlichkeiten, die die Flagge des Sternes des Ostens angenommen haben, unsere Arbeit vor der Welt so hinzustellen, als ob es uns jemals darauf angekommen wäre, irgendwelche spirituelle Meinung, irgendwelchen spirituellen Standpunkt aus unseren Bestrebungen auszuschließen. Damit war ein Kardinalangriff, der durchaus nur auf objektive Unwahrheit gestützt war, gegen die Deutsche Sektion geführt. Und alle Maßnahmen, die gelinderer Natur waren, waren stumpf geblieben gegen jene Wühlarbeit, die sich immer wieder und wiederum dahin zuspitzte, vor aller Welt den ganzen Charakter unserer Bestrebungen zu verunglimpfen, sodass wir um der MÖglichkeit unserer Arbeit willen gezwungen waren zu erklären, dass wir nicht zusammengehen können mit denjenigen Persönlichkeiten, die sich in Deutschland dem <Stern des Ostens> angeschlossen hatten. Ähnliche Angriffe kamen ja von Persönlichkeiten des <Sternes des Osten» auch aus dem Auslande. Die Maßregel, die dann getroffen worden ist gegen den <Stern des Ostens>, war weiter nichts als eine Abwehrmaßregel, und wer sie anders hinstellt, der sagt über sie  nicht das Richtige. Eine notwendige Abwehrmaßregel, herausgefordert durch die Tatsache, dass unsere Arbeit nicht nur gestört, sondern einfach unmöglich geworden wäre, wenn wir nicht zu dieser Maßregel gegriffen hätten. Unsere Arbeit kann wirklich so charakterisiert werden, dass man darauf hinweist, dass ja Logen unter uns bestanden haben, welche ganz anders gearbeitet haben als wir, dass ihnen aber kein Haar gekrümmt worden ist. Wir haben alle Logen «gechartert», welche sich auf [einen] ganz anderen Standpunkt gestellt haben, als der war, auf dem wir selber standen. Als dann aber unter ausgesprochenem Hinblick auf die wühlarbeit des Sternes des Ostens Logen gegründet werden sollten, welche schon in ihrem Titel Angriffe trugen, nicht nur auf unsere Arbeit, sondern auf die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit unserer theosophischen Gesinnung, dann war die Abwehrmaßregel aus dem Grunde notwendig, weil wir zu unwahren Menschen geworden wären, wenn wir solche Logen irgendwie Kreien hätten. So waren wir in die Notwendigkeit versetzt, entweder tief innerlich unwahr zu werden oder diese Abwehrmaßregel gegenüber den Mitgliedern des Sternes des Ostens zu ergreifen. Die Taktik kann ja immer in einem sonderbaren Licht dargestellt werden, wenn man jemand zuerst zu einer Handlung zwingen will und dann diese Handlung als ungesetzmäßig bezeichnet. Man darf sagen: Es ist eigentlich bei wenig Maßnahmen der Welt vorgekommen, dass man in einer solchen Weise sich verhalten hat; das blieb der gegenwärtigen theosophischen Gesellschaft doch in einem so hohen Grade zu tun vorbehalten. Wenn Sie ferner die Zuschrift lesen, welche der bevorstehenden Ausschließung der Deutschen Sektion durch Misses Besant an den Generalsekretär der damaligen Sektion gerichtet worden ist, so werden Sie diese Zuschrift als nichts anderes ansehen können denn als eine wirkliche Ausschließung. Sie werden sich sagen müssen: Hätte die Deutsche Sektion das nicht so betrachtet, dann hätte sie sich auf einen unwahren Boden gestellt. Dann müssen Sie aber bedenken, dass diesen Dingen vorangegangen ist ein Rundschreiben von meiner Seite an die Generalsekretäre, in welchem Zirkularschreiben ausführlich dargelegt wag wie die Sache eigentlich stand. Dieses Zirkularschreiben enthielt wirkliche Unterlagen für die Beurteilung der Sachlage. Man hat die betrübliche Erfahrung machen müssen, dass außer dem Generalsekretär der skandinavischen Sektion, der ja mittlerweile zurückgetreten ist, keine einzige Persönlichkeit es  war in der Körperschaft der Generalsekretäre und des Generalcouncil, die sich irgendwie bereit erklärt hat, auf das einzugehen, was von mir vorgebracht war. Alles, was vonseiten der Generalsekretäre kam, war so abgefasst, dass von vornherein angenommen wurde, alle die Darstellungen von Adyar seien das einzig Maßgebende, was als Unterlage zur Beurteilung der Sachlage dienen konnte. Es ist das eine betrübliche Tatsache, die sich ergab als Resultat meines damaligen Rundschreibens. Man kann sagen: Ein berechtigter Schmerz könnte einen überkommen über das Schicksal der Theosophischen Gesellschaft, wenn man diese allgemeine Taubheit gegenüber ganz offen sprechenden Tatsachen bei einer ganzen KÖrperschaft wahrnehmen musste. Und die Krone ist dem ganzen System aufgesetzt worden durch eine Rede, die Frau Besant in der repräsentativen Versammlung in Adyar bei dieser Konvention gehalten hat, bei der sie gezeigt hat, wie ihr jegliche Möglichkeit fehlt, ein Verhältnis zu gewinnen zu jenem notwendigen Pflichtgefühl, das man haben muss erst die Tatsachen zu prüfen und dann eine Behauptung zu tun. Misses Besant hat bekanntlich die Behauptung getan, dass meine Erziehung von Jesuiten geleitet worden sei. Man kann nichts sagen, was aller, aller Wahrheit in einer absurderen, in einer törichteren Weise ins Gesicht schlagen würde, als diese Behauptung, die von der Spitze der Leitung der Theosophischen Gesellschaft in derselben Zeit in die Versammlung hineingeschleudert worden ist, als wir in KÖln unter dem Beisein zahlreicher Freunde, auch aus diesem Lande, unseren Vortragszyklus hatten, in dem wir neuerdings bekräftigen konnten, wie wir fest und wahrhaftig zu stehen versuchten auf dem guten Boden der alten Theosophischen Gesellschaft. Man sollte empfinden, meine lieben theosophischen Freunde, die ganze Anomalie einer solchen Tatsache. Nicht nur, dass dies geschehen war, sondern Misses Besant hatte die Kühnheit, die nicht beneidenswerte Kühnheit, auf jene Tatsachen, die von mir dargestellt worden sind in dem Heft der «Mitteilungen», wo ich zuerst gezwungen war, die Tatsachen zu schildern, eine Antwort zu zimmern, an deren Schluss sie die Worte stellte, dies seien ihre letzten Worte in dieser Angelegenheit. Meine lieben theosophischen Freunde, nach den bisherigen Erfahrungen könnte es vielleicht sein, wäre sogar die Möglichkeit vorhanden, dass es noch Menschen gäbe in der Theosophischen Gesellschaft, welche auf diese Antwort auch noch etwas geben. In dieser Antwort könnte  man suchen nach einem Wort, das der objektiven Wahrheit entsprechen würde: Man würde nichts finden, denn in dieser Antwort ist geradezu alles auf den Kopf gestellt, und zwar so, dass mit einem ungeheuren Wortgeplänkel geradezu dieses Auf-den-Kopf-Stellen der Dinge getrieben worden ist. Es ist geradezu wunderbar, dass sich jemand finden kann, der in einer solchen Weise fähig ist, die Dinge auf den Kopf zu stellen; jeder Satz schließt darin etwas ein, was das Gegenteil von dem ist, was sich zugetragen hat. Ich habe bei der Berliner Generalversammlung oder der Versammlung der Anthroposophischen Gesellschaft gar nicht mit einem Wort auf dieses Schriftstück hingewiesen, um die schon stark in Anspruch genommene Zeit nicht noch mehr in Anspruch zu nehmen. Und ich will auch heute nicht auf dieses Schriftstück eingehen, das nur jeder zu lesen braucht, um herauszusehen, aus welchem Geist es verfasst ist. Nur auf das eine möchte ich eingehen, weil man es nicht sogleich selber daraus ersehen kann. Am Schlusse findet sich ein Satz, der etwa so lautet: Doktor Steiner sagt, dass das Pamphlet von Doktor Vollrath - es ist gemeint das gedruckte Pamphlet, von dem in so viel unleidlicher Weise die Rede war in der vorhergehenden Generalversammlung -, dass das nichts anderes enthalte als gewisse Wiederholungen, die Frau Besam an mich gerichtet habe in Bezug auf seine Ausschließung. Wer lesen kann, der kann sehen. Hier sagt sie doch, dass dieses Schriftstück Doktor Vollraths Appell ... vorhanden war ..., ja sie sagt mehr, sie sagt: ·Wenn jenes Pamphlet nicht mehr enthielte als jenes Schriftstück, das Dr. Vollrath an mich richtete, so muss es sehr harmlos seinn Dass sie aber die Behauptung tut, das Pamphlet müsse harmlos sein, das wiederholt Anklagen, die in jenem damaligen Appell des Doktor Vollrath an Misses Besam enthalten waren, denn sie sagt ja, dass diese harmlos gewesen seien. Nun, in diesen Anklagen stand zum Beispiel der Punkt, dass sich Doktor Vollrath gegen mich hätte wenden müssen, weil ich in habgieriger Weise ein zu großes Gehalt genösse und weil meine Übungen so stark schwarzmagischer Natur seien, dass zahlreiche Menschen krank geworden, manche auch gestorben seien ... und dass alle jene Übungen nur wiederum ausgingen, magische Kräfte und nicht Erkenntnis zu erwerben und dergleichen mehr. Von all diesen Dingen behauptet Doktor Vollrath, dass er sich erbötig mache, wenn Misses Besam es verlangt, sie zu beweisen. Das war das Schriftstück, das Vollrath nach Adyar schickte. ... Dieser Brief  lag Misses Besant vor, und das Erwähnte war ein integrierender Teil. Misses Besant sagt darüber: ·NVenn Dr. Steiner behauptet, dass dieses Pamphlet nur Wiederholungen enthielte jenes damaligen Appelles, dann muss dieses Pamphlet sehr harmloser Natur sein> Also Misses Besant macht der Welt vor, dass die Anklagen: Doktor Steiner hatte sich bereichern wollen, während er jegliches Gehalt abgelehnt hat, und er hatte Übungen gegeben, die schwarzmagischer Natur seien, die die Menschen krank machten, an denen die Menschen sogar sterben, diese Anklagen, die tatsächlich dazumal gemacht worden sind, die nannte Misses Besant, um der Welt in ihrer Art den Fall darzustellen, harmlos. So ist das beschaffen, was im Februarheft des «Theosophist» Misses Besant ihren Anhängern neuerdings aufgetischt hat. Ich möchte einmal nichts weiter zu diesen Dingen hinzufügen; denn die Dinge werden ja immer weniger, wirklich weniger erträglich, je mehr man hinzufügt- ich möchte nur fragen, ob unsere Empfindungen, die wir dazumal hatten in Berlin, als unsere Freunde beschlossen, dafür zu wirken, dass nun endlich der Strich gemacht werde, ob unsere Empfindung berechtigt war, dass wir voraussetzen, selbstverständlich voraussetzen, dass unsere Freunde von selber das Gefühl haben würden: Es kann unmÖglich von mir zu denjenigen gesprochen werden, die weiterhin sich Bekenner von Misses Besant nennen. Man würde gegen alle okkulten Grundsätze verstoßen, wenn man zu denjenigen Menschen sprechen wollte, welche einen - es darf der Ausdruck gebraucht werden - hinausgeworfen haben, welche einen in einer solchen Weise hingestellt haben, wie Misses Besant das beliebt hat. Auf Dinge, wie auf den März-<Theosophist> einzugehen, widerstrebt mir so, dass ich es nicht tun will. Denn was da in zuckersüße Soße getaucht ist, ist der versteckteste Angriff, der nur gedacht werden kann. Prinzipiell - das haben Sie aus den Satzungen der Anthroposophischen Gesellschaft gesehen - stehen wir auf dem Standpunkt, dass jeder zu uns kommen kann. Diejenigen aber, die es nicht vermögen hineinzuschauen in die Wahrheit in der Angelegenheit, mit der wir es zu tun haben, die erklären prinzipiell, selbst wenn [sie zu uns kommen wollen], dass sie uns eigentlich aus ihrer Körperschaft draußen haben wollten. Und die Art und Weise, wie sich die Generalsekretäre verhalten haben, beweist, dass es von uns unwahrhaftig wäre, wenn wir jetzt andere Maßregeln getroffen hätten, als den Strich gezogen hätten zwischen demjenigen, was wir  wollen, und demjenigen, was nicht nach den Prinzipien, sondern wider alle Prinzipien der alten Theosophischen Gesellschaft, jetzt innerhalb dieser Theosophischen Gesellschaft gemacht wird. Aber die andere Seite, meine lieben theosophischen Freunde, der ganzen Angelegenheit darf ich auch sagen. Und eigentlich war es nur notwendig, damit nicht unsere Freunde sozusagen in Verlegenheit sind, wenn dieses oder jenes fernerhin gesprochen wird, zu antworten, nur deshalb war es notwendig, die Worte, die eben gesprochen worden sind, gleichsam als Hintergrund desjenigen zu sagen, was ich Ihnen weiter wie eine Art Begrüßung zu sagen habe. Eigentlich muss gestanden werden, meine lieben theosophischen Freunde, dass ich selber, wenn ich einen Augenblick sprechen darf zu Ihnen - und die Freundschaft, die Sie mir erwiesen haben, berechtigt mich in einer gewissen Weise dazu -, ich selber empfinde alles das, was geschehen ist, neben allem Herben, neben allem Leidvollen, zugleich als eine große Befreiung, als eine Befreiung gerade von einer Engigkeig die seit Jahren bedrückend war innerhalb des Lebens in der Theosophischen Gesellschaft von jenem Münchener Kongress der europäischen Sektionen an, wo versucht worden ist, nicht auf irgendeiner nationalen und einseitigen Meinungsgrundlage, sondern auf einer wirklichen weiten Grundlage der Gegenwart eine dazumal noch schüchtern hervortretende neue Note in die Theosophische Gesellschaft hineinzubringen. Da konnte man das Urteil hören: Das, was ihr da gemacht habt, ist nicht Theosophie, das ist etwas ganz anderes. Eine Gesellschaft, die auf Okkultismus begründet ist, die hat in sich dennoch, wenn auch in einer gewissen Weise der Einzelne sich befreien mag von ihren Grenzen und Schranken, hat dennoch Kräfte, die psychisch oder spirituell wirken, und es war einfach nicht möglich in dem Rahmen der Theosophischen Gesellschaft, dasjenige, was man in berechtigter Weise Okkultismus nennt, in all seiner Weitherzigkeit und in seiner Angepasstheit für unseren gegenwärtigen Menschheitszyklus zur Geltung zu bringen. Und ich hoffe, wenn es uns gegönnt ist, die Anthroposophische Gesellschaft weiterzuführen, werden sich unsere Freunde überzeugen, dass die Befreiung von der Theosophischen Gesellschaft uns nicht bringen wird eine Verengerung, sondern im Gegenteil gerade eine Erweiterung unseres okkulten Strebens. Mancherlei von dem, was unmöglich war zu verwirklichen innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wegen ihrer Vorurteile, deshalb, weil sie einem entgegentrat mit  eng begrenzten Traditionen, es wird sich verwirklichen lassen in der Anthroposophischen Gesellschaft, und diejenigen, die werden sehen wollen, sie werden sehen, dass gerade die Weite der Gesichtspunkte, die wir brauchen in unserer Gegenwart, nunmehr versucht werden soll, damit wirklich das, was in unserer Zeit herunterfließt aus den geistigen Welten an spirituellem Weisheitsgut und an spirituellen Willensimpulsen, einem Teil der Menschheit, der Verständnis dafür hat, zugutekommen könne. Deshalb erscheint mir dieser erste Zyklus, der hier abgehalten werden darf vor Ihnen, meine lieben theosophischen Freunde, der dererste Zyklus der begründeten Anthroposophischen Gesellschaft ist, er scheint mir als ein ganz besonders feierlicher zu begrüßen zu sein. Den Haag, 29. März 1913 Wie ich am Eingang dieses Vortragszyklus bemerkte, war mir selbst dieser Vortragszyklus in einer gewissen Weise eine feierliche, ernste Veranstaltung; eine feierliche, ernste Veranstaltung aus dem Grunde, weil wir sozusagen den ersten Vortragszyklus innerhalb des Kreises unserer theosophischen Freunde haben nach - nennen wir es heute von dem einen Aspekt aus, von dem aus wir es auch betrachten können -, nach unserer Befreiung von demjenigen, was uns in einer gewissen Weise doch Fesseln angelegt hat, Fesseln, die wir, wenn wir mit den Anforderungen der spirituellen Menschheitsentwicklung wirklich fortschreiten wollen, immer unerträglicher und unerträglicher hätten finden müssen. Es ist, meine ich, durchaus zu fühlen gewesen an manchen Stellen gerade dieses Vortragszyklus, dass gewisse hemmende geistige Kräfte jetzt wie von uns abgefallen sind und dass mancherlei - ich weiß nicht, ob es viel gefühlt worden ist -, dass mancherlei in einer weniger gehemmten Weise aus den Geheimnissen des hÖheren Daseins schon in diesem Vortragszyklus vor die Ohren unserer verehrten Freunde hat gebracht werden können, mehr als das in früheren Zeiten der Fall war, wo wir doch noch immer das Leidwesen mit uns herumtrugen - das uns in gewisser Beziehung ein Leidwesen war -, dass Gedankenformen hereingebracht wurden innerhalb unserer Gesellschaft, welche von Quellen herrühren, die diesen Gedankenformen - und wenn sie auch erst durch Bücher zu den Menschen sich verbreitet hatten -, einen gewissen hemmenden Einfluss gemacht haben.  Denn da, wo wir es mit Geistigem zu tun haben, haben wir es mit realen Kräften zu tun. Wir haben es mit einer Befreiung zu tun, haben es damit zu tun, dass uns früher hemmende Gedanken jetzt wie - ich will nicht sagen wie - abziehen aus unseren Reihen, richtig abziehen; Gedanken, die vorher innerhalb unserer Arbeit - ich will nicht sagen wie - gewirkt haben. Die Welt wird vielleicht in gar nicht so fernen Zukunftszeiten sich ein wenig überzeugen können davon, welcher Art diese Gedankenformen und mancherlei elementare Gewalten sind, die von manchen Seiten sich früher in unsere Reihen mischten, in der neueren Zeit eigentlich nur noch in der Form einer in die bekannten objektiven Unwahrheiten gehüllten Entstellung unserer Arbeit sich hineingossen. Wir werden immer mehr und mehr das, was geschehen ist, als eine Befreiung fühlen; aber gar mancherlei wird verstanden werden müssen, meine lieben Freunde. Wir haben es insbesondere in Deutschland bemerken müssen, dass auftrat eine gewisse Bewegung mit Prätentionen, deren wahrheitsgetreue Schilderung geradezu eine Ungeheuerlichkeit darstellen würde; denn die Art und Weise, wie zum Beispiel unsere Gegner in Deutschland aufgetreten sind, was geführt hat zur notwendigen Abwehr, das zeigte überall, in jedem Punkte, das Gegenteil dessen, was von einer wirklichen okkulten Bewegung angestrebt werden muss, zeigte überall eine in objektive Unwahrheiten gegossene Tyrannisierungssucht. Ein wirklicher Okkultist kann nur dazu kommen, mit denjenigen, von denen er weiß, dass sie nicht zu ihm gehören können, nichts zu tun haben zu wollen; das heißt, sie nicht in seinen Reihen haben zu wollen. Das ist das einzige Prinzip, das in einer okkulten Bewegung herrschen kann: positive Arbeit und das Recht, sich um andere nicht kümmern zu wollen, die auf anderem Boden arbeiten. Das war das Einzige, was innerhalb unserer Reihen beansprucht worden ist. Und derjenige, der prüft, wird dieses uralt heilige Kriterium wirklichen Verständnisses für den Okkultismus gerade in unseren Reihen verwirklicht finden können. Hohnsprechend auf wirklichen Okkultismus war die Forderung, dass zum Beispiel die Deutsche Sektion jedermann aufnehmen müsse, der nicht nach der Meinung dieser Sektion, sondern nach seiner eigenen Meinung dazuzugehören habe. Das, was dazumal unsere Gegner von uns verlangt haben und weswegen sie jede beliebige Sache als Unwahrheit gegen uns geschleudert haben, war gleich mit der Forderung, dass die Menschen nicht auf den Beinen, sondern auf dem Kopfe gehen sollen;  nur verfolgt man in unserer Zeit die Dinge eben nicht bis zu ihren letzten Konsequenzen. Es ist ja so weit gekommen, dass in den letzten «Mitteihngem gesagt werden musste, dass einer der Vertreter des ·cSystems Besan> in Deutschland es dahin gebracht hat, den Satz auszusprechen, dass er ja nicht verstünde, wie jener sonderbare Knabe bloß eine solche Entwicklung hätte durchmachen können, wie er sie durchgemacht haben soll. Denn, sagt der Herr, Annie Besant paradiert mit ihm als dem kommenden Christus; der Ausdruck «paradiert» wurde gebraucht; aber derjenige, der die soundso vielen Inkarnationen jenes sonderbaren Knaben gelesen hat, der wird schon wissen, dass Annie Besant nicht den Christus der Evangelien damit meint; sie sagt nur - sagt jener Herr - zu der europäischen Menschheit, dass derjenige, den sie nicht für den Christus hält, der Christus sei. Nun ich glaube, wenn es möglich ist, dass jemand solche Dinge hinschreibt, so ist Beweis genug für eine Sache geliefert, die nicht weiter gekennzeichnet werden soll. Das kann also eine Befreiung bedeuten, was geschehen ist. Das werden Sie vielleicht auch mitempfunden haben bei diesem Zyklus, der für mich in gewissem Sinn ein feierlicher und ernster war, weil er der erste war in unserem neuen Wirken, in unserem neuen Schaffen; und es konnte ja wahrhaftig nichts anderes sein als das Gefühl der Verpflichtung für dieses Schaffen, was uns die Möglichkeit geboten hat, mit einem gewissen Gleichmut alles das, was in so abstoßender und aufdringlicher und oftmals so dreister Weise an uns herangetreten ist, hinzunehmen. So lassen Sie denn gerade diesen Vortragszyklus, meine lieben Freunde, die Sie an ihm haben teilgenommen, in Ihren Herzen als eine gewisse Inauguration einer neuen Arbeitsperiode von uns empfunden sein. So habe ich Sie schon beim Beginn dieses Zyklus begrüßt; so, denke ich, waren wir in einer gewissen Weise doch gleichgestimmt nebeneinander; und wenn wir, meine lieben Freunde, gar manchen diesmal haben nicht da sitzen sehen, der vielleicht dagesessen hätte, wenn die Ereignisse nicht vorangegangen wären, so mag uns ein anderes, wenn wir es richtig empfinden, über alles das hinausheben: Gerade dieser Vortragszyklus hat uns ja zu unserer - ich darf insbesondere auch in diesem Falle sagen -, zu meiner tiefsten Freude unmittelbar vor unseren Augen, unmittelbar vor unserem Herzen gezeigt, dass diejenige Persönlichkeit in unserer Mitte mit uns weilt, vereint mit unseren Meinungen in diesem Falle, die uns so  teuer geworden ist und so teuer bleiben wird: unser lieber, hochverehrter Edouard SchurC, der so viel für westländische moderne Esoterik in einer ungeheuer wertvollen Literatur getan hat. Dass diese Persönlichkeit uns das Kleinod ihrer Anwesenheit bei diesem Vortragszyklus der Anthroposophischen Gesellschaft mit auf den Weg gegeben hat, ist ein Geschenk, das wir gar nicht hoch genug schätzen kÖnnen. Damit wollte ich nur Färbung, Empfindungsnuance geben den Grüßen, die ich Ihnen zurufe am Ende dieses Vortragszyklus, dahingehend, dass wir in dem von uns gemeinten alten theosophischen Sinn uns vereint fühlen in unseren Seelen, in unseren Herzen, auch da, wo wir auseinandergegangen sein werden, und dass wir empfinden werden, empfinden mögen ein räumliches, ein physisches Beieinandersein, wie bei einem solchen Zyklus, als den Ausgangspunkt eines Zusammengehörens der Seelen, der Herzen für das geistig Dauernde, für das, was arbeiten darf an der spirituellen Entwicklung der Menschheit.  ANHANG Brief von Rudolf Steiner an Wilhelm HÜbbe-Schleiden vom iS. Oktober i9i2 Die [ELFTe] Generalversammlung der Deutschen Sektion DER THEOSOPHICAL SOCIETY ADYAR in Berlin am 2. Februar i9i3, PERSÖNLICHER BERICHT VON Hugo HÖppener (Fidus) Ergänzung zum Bericht zum 2. Februar i9i3> Brief von Hugo Höppener an Wilhelm HÜbbe-Schleiden Faksimiles und Fotos  BRIEF VON RUDOLF STEINER AN WILHELM HÜBBE-SCHLEIDEN uom 15. Oktober 1912 Sehr geehrter Herr Doktor! Es ist unmöglich, den Zweig, um dessen Anschluss an die Deutsche Sektion Sie am 14. September d[ieses] J[ahres] angesucht haben, derselben einzugliedern. Wenigstens könnte ich dies nicht auf meine eigene Verantwortung hin tun, sondern müsste die Sache erst in der vor der nächsten Sektions-General-Versammlung stattfindenden Vorstandssitzung vorbringen. Dies hat seinen Grund darin, dass die Art, wie Sie seit einiger Zeit die theosophische Sache vertreten wollen, von der Deutschen Sektion als deren Intentionen direkt entgegengesetzt und sogar feindlich empfunden wird. Vor allen Dingen kann ich selbst nicht mit gutem Gewissen meinen Namen unter die Begriindungsurkunde eines Zweiges setzen, der Mitglieder mit solcher Arbeitsart in sich schließt. Es ist mir wohlbekannt, dass über die Deutsche Sektion gegenwärtig Irrtümer verbreitet werden, gerade wenn wir gezwungen sind, uns in der Art ablehnend zu verhalten, wie wir es jetzt tun müssen. An der Verbreitung dieser Irrtümer beteiligt sich ja ganz besonders die Präsidentin der T[heosophischen] G[esellschaft] selbst. Doch bleibt es deshalb doch eben unrichtig in objektivem Sinne, wenn gesagt wird, wir lehnten uns gegen den Bestand verschiedener Standpunkte auf. Oder wir duldeten nur «unsre» Meinung. Sie selbst schreiben in einem Ihrer Briefe, dass auch Mitglieder zur Geltung kommen müssten außer meinen «wortgetreuen Anhängerm. Sie sagen dies, trotzdem Persönlichkeiten in unsern Reihen wirken, denen gegenüber diese Worte eine gar nicht zu überbietende Beleidigung ihres durchaus freien und ganz selbstständigen Wirkens bedeuten. Wir können nicht Hand in Hand gehen mit Persönlichkeiten, welche solches zu sagen in der Lage sind, und trotzdem formell die Brüderlichkeit stets betonen. Dies ist ein Fall unter vielen. Ich sage dieses alles nur, damit Sie sehen, wie wir uns innerhalb der Deutschen Sektion bewusst sind, dass man, um uns anzuklagen, von ändern Dingen spricht als denjenigen, die den objektiven Tatbestand wiedergeben. Uns in der Deutschen Sektion ist jeder Standpunkt recht, wenn er sich auf Grundlagen auferbaut, welche  der T[heosophische] G[esellschaft] entsprechen. Trotzdem wird man immer wieder sagen, wir seien «dogmatisch», und was ähnliche Dinge mehr sind. Es ist aber ein Zusammenarbeiten mit Persönlichkeiten unmöglich, die einen ändern Standpunkt (wie in diesem Falle den von der Mehrheit der Deutschen Sektion eingenommenen) nicht wollen, dies aber nicht einfach zugeben, sondern von dem andern «Dogmatismus» etc. behaupten. - Es ist also nicht das «Was» der Standpunkte, um das es sich handelt, sondern das «Wie» des Arbeitens, wegen dessen ich im Namen der Deutschen Sektion Ihr Ansuchen um die Aufnahme in die Deutsche Sektion des genannten Zweiges ablehnen muss. In dieser Ablehnung wird mich kein Einspruch auch der Präsidentin beirren können, da diese 1% wie angeführt, sich beteiligt an den objektiv irrtümlichen Darstellungen des Arbeitens in der Deutschen Sektion. Doch werde ich die Sache dem Vorstand der Deutschen Sektion vorlegen. In voller Hochachtung Dr. Rudolf Steiner  DIE [ELFTE] GENERALVERSAMMLUNG DER DEUTSCHEN SEKTION DER THEOSOPHICAL SOCIETY ADYAR IN BERLIN AM 2. FEBRUAR 1913 Persönlicher Bericht 'von Hugo H@pener (Fidus) Am Vorabend der öffentl[ichen] Gen[eral]-Vers[sammlung] waren einige Mitglieder der T[heosophica1] S[ociety] und Freunde der «alten Richtung· mit Dr. Hiibbe-Schleiden bei Fr[au] von Sonklar versammelt, um über den bevorstehenden Bruch mit Dr. Steiner u[nd] seiner Anhängerschaft zu beraten. Dr. H[iibbe-Schleiden] verkündete, dass jene durch ein notwendig gegenseitiges Schachspiel zur Entscheidung gedrängt worden seien, zu welcher sie in taktischer Klugheit selbst nicht freiwillig schreiten wollten - nämlich zur Loslösung von der Muttergesellschaft, trotzdem sie sich die Gründung einer Anthroposophischen Gesellschaft ausgesprochenermaßen schon seit München in Bereitschaft hielten. Als letzten Gewaltakt Steiners teilte er mit, dass er selbst, Dr. H[übbe-Schleiden], vom Erscheinen beim Kongresse ausgebeten sei, samt allen Sternbiindlern. H[iibbe-Schleiden] verlas zwei Briefe von A[nnie] Besant als Präsidentin der T[heosophica1] S[ociety], worin sie als Ausführende des Generalrats in Adyar die Deutsche Sektion der T[heosophica1] S[ociety] aufhob und zur Wiederbildung den treu gebliebenen Mitgliedern übertrug u[nd] Dr. H[iibbe-Schleiden] als Gen[eral-]Sekretär ernannte. Der Brief enthielt eine Einlage, die die Missverständnisse über die Vollrath-Sache aufklärte, die St[einer] zur großen Anklage gegen A[nnie] B[esant] Handhabe gab. Beide Schriftstücke hatte Steiner heute Abend ebenfalls zu jener Vorstandssitzung der annoch D[eutschen] Sekt[ion]. Hiibbe[-Schleiden] gab dann noch eine Charakteristik von Steiner, wie solche sich durch Anzeichen und maurerische Einblicke ergänzte, wobei auch seine Verdächtigung als «jesuit» zur Erklärung kam. - Anwesend waren Fr[au] v[on] Sonklar, Herr Paul Zillmann u[nd] Frau [Helene Zillmann], Herr Krojanker, Herr Ahner von der Loge zum Gral (Dresden), Fr[au] Dr. Sprangeg Herr Karl Wachtelborn und noch ein paar Herren, Mrs Clement, Dr. Blake, Gertrud Prellwitz u[nd] ich. Der Abend verlief in würdiger Harmonie, trotzdem ich Unparteilichkeiten u[nd] «Ketzereien»  äußerte. Um 11 gingen wir auseinander. Verabredung, dass alle NichtSternbündler versuchen sollten, morgen dabei zu sein. Sonntag morgens 10 Uhr. Eröffnungstag. Trotzdem die Auflösung der D[eutschen] Sekt[ion] schon dem Vorstande gestern Abend bekannt war, hatte man den Herren Krojanker u[nd] Wachtelborn als Mitglieder des Sternbundes den Zutritt verwehrt. Mir u[nd] Gertrud Prellwitz dagegen bereitwillig gestattet. - Wir Gegner saßen alle links dem Eingänge nahe. Dr. St[einer] verkündete, dass er nicht mehr in der Lage sei, die [XL] Gen[eral]-Vers[sammlung] d[er] D[eutschen] Sekt[ion] zu eröffnen nach Ereignissen, die weiterhin zu besprechen seien, und dass er [unleserliches Wort/nur einer Art Urversammlung von theosophischen Freunden heute vorläufig vorsitzen könne, womit man einverstanden war. Abstimmung über Gerechtigkeit der Ausschließung (Rundfrage an die Delegierten), Aufstehen [und] Rede Ahners über die Ungerechtigkeit. Nun hielt [Steiner] vorerst eine etwas gedehnte Gedenkrede auf die besonders vielen Toten des Jahres, wobei er auch [unseren] Georg Bauernfeind erwähnte, andeutend, dass er der Freund eines Kreises von Mitgliedern gewesen und eines seltsamen Todes gestorben, über den er sich jetzt nicht verbreiten könnte. Hierauf verkündete Dr. St[einer], dass durch eine Zuschrift der Präsidentin A[nnie] B[esant] im /?/ Namen des Generalrates zu Adyar die Deutsche Sekt[ion] d[er] T[heosophischen] S[ektion] aufgelöst sei u[nd] die Charter zurückgefordert. Die Versammlung sei also augenblicklich rechtlos u[nd] auf die Straße gesetzt und schwebe gewissermaßen zwischen Himmel u[nd] Erde, eigentlich Himmel u[nd] Hölle. Die zugleich erfolgte Absetzung als Gen[eral-]Sekretär entbinde ihn zugleich der Pflicht, länger mit der offenen Aussprache aller Gründe u[nd] Veranlassungen zum Bruche hintanzuhalten. Und er erzählte nun, wie er u[nd] die positive Arbeit seit den zehn Jahren seines Gen[eral-]Sekretariates und der Gründung der D[eutschen] Sekt[ion] beständig unter den Störungen durch älteste Mitglieder der T[heosophischen] S[ociety] u[nd] das Hauptquartier in Adyar zu leiden gehabt hätte. Vor allem sei es Dr. Hübbe-Schl[eiden] gewesen, der nicht aufgehört hätte zu nörgeln und trotzdem ständig seiner persönlichen Hilfe bedurft hätte. So hätte er gleich angefangen, ihm Briefe zu schreiben mit Vorschlägen, z[um]  B[eispie1], dass wir Adyar nicht brauchten, dass jede Sektion autonom und demokratisch sich selbst regieren müsste; dann dass die Frauen in der Bewegung nur störend seien wegen ihrer zu geringen mentalen Begabung. Selbst von Annie Besant hätte er dies gesagt. Unsäglich viel Zeit habe St[einer] persönlicher Hilfe, persönlichen Unterredungen und persönlichen Kämpfen mit H[iibbe-Schleiden] geopfert. Zum Danke träte H[übbe-Schleiden] jetzt als Führer des Sternbundes in Deutschland mit rücksichtsloser Feindschaft gegen ihn und das Wirken der D[eutschen] Sekt[ion] auf, und das nicht mit offener Gewalt, sondern mit liebetriefender Hinterlist, wie Broschüren wie «Die Botschaft des Friedens» bewiesen, die im Beginne die Liebe u[nd] den Frieden predige und zum Schlusse die Steiner'sche Wirksamkeit mit der des Jesuiten-Ordens vergleicht, u[nter] [anderem] habe H[übbe-Schleiden] ihm auch Vorschriften machen wollen, als d%erhaupt des Sternbundes», was u[nd] wie er zu lehren habe, dass er seine Lehren nach denen der Annie Besant zu richten habe u[nd] dass er das Wort Christus als fälschlich gebraucht nicht anwenden darf, sondern dafür Bodhisattwa sagen müsse. H[iibbe- Schleiden] hätte im[mer] die Worte Liebe u[nd] Frieden im Munde geführt, seine Broschüre «Dk Botschaft d[es] Friedens» triefe von Liebe und verleumde zum Schluss ihn u[nd] die Anthroposophen als Jesuiten. Die Versammlung zollte St[einer] stets frohlockend Beifall. Was sie überhaupt von dem Sternbunde zu leiden gehabt hätten. Z[um] B[eispie1] hätte ein St[ern]-Bündler (eigenmächtig, auf bloße Vermutung hin) ein Telegramm nach Holland gesandt, dass der Baseler Zyklus nicht stattfände und so eine Reihe Holländer ferngehalten. Und wenn man über die Ausschließung der St[ern-]Biindler sich empöre, so sei es unvernünftig zu verlangen, dass man beständig seine Störer u[nd] Würger noch gütig einladen solle. Sie behaupteten auch ständig, dass man innerhalb der Sektion nur Dr. St[einer] nachsprechen höre und dass dieser keine andere Lehre und Meinung dulde. Sie führten so großartig das Wort AVahrheit» im Siegel und im Munde, wenn aber ihre Präsidentin sich von Jahr zu Jahr die schlimmsten Verdrehungen erlaube, so sei das eben Nergesslichkeit» in unwichtigen Kleinigkeiten. Was wäre sich all die Jahre gleich geblieben?: Das wäre ihre eigene Gesinnung und die positive Arbeit der D[eutschen] Sekt[ion] gewesen; der gute Wille zum Ausharren in so unerquicklicher, undankbarer Lage und Verhältnis zu Adyar.  Geändert dagegen hätte sich alle Augenblick[e] die Haltung Dr. H[übbe-Schleidens] und A[nnie] Besants. Diese hätte selbst vor Jahren für die lebenslänglichen Ämter gestimmt in Fällen, wo lang erprobte Würdigkeit dafür gefunden würde, die Gefühlsgründe dafür seien leicht einzusehen. Jetzt verurteile man die dahin gehenden Statutenänderungen in der D[eutschen] Sekt[ion]. Hiibbes Aufrichtung des Sternordens sei ein Abfall und eine Treulosigkeit gegen die D[eutsche] Sekt[ion] gewesen. Auch die Angliederung des ·Undogmatischen Verbandes» wie der neuen Besantloge habe der Vorstand abgelehnt, weil sie gegen den Geist der T[heosophica1] S[ociety] seien, ebenso die Loge Schumann in Dresden (oder Leipzig). Die D[eutsche] Sekt[ion] wollte nicht Sklave der Störenfriede sein u[nd] könne sie nicht in ihren Reihen dulden, aber einer Begründung einer zweiten Sekt[ion] unter direktem Anschluss an Adyar hätte ja nichts im Wege gestanden. Wenn sich die Gegner entrüsten, dass die vom Sternorden ausgeschlossen wurden, was sagen die Entrüsteten dazu, dass nun sie selbst, die ganze tätige Sektion durch Machtspruch aus Adyar ausgestoßen u[nd] rechtlos auf die Straße gesetzt sei. Nun verlas St[einer] Briefe von A[nnie] Besant. A[nnie] B[esant] habe schon früher geäußert, er - St[einer] habe eine jesuitische Erziehung gehabt und sei unfähig zur Führung von Theosophen, da er die jesuitischen Einflüsse nicht ablege (Entrüstung. Vor keiner Verdrehung schrecke man zurück, man nannte sogar den Namen des mährischen Ortes wo St[einer] seine jesuitische Ausbildung genossen, einen Ort, den er selbst nicht mal dem Namen nach gekannt hätte. St[einer] verspricht den Seinen eine kl[eine] Lebensbeschreibung, um diese Verleumdungen zu entkräften). Schon H[elena] P[etrovna] B[lavatsky] warnte vor u[nd] prophezeite eine organisierte Attacke auf die Theosophie und die geistige Entwicklung durch die Jesuiten - jetzt solle sie sich zeigen durch Dr. St[einer] und seine Mitarbeiter. So sei eine andere Attacke die Vergewaltigung der T[heosophica1] S[ociety] durch die Tingley-Gruppe gewesen, sowie theosophische u[nd] christl[iche] Sekten in Amerika u[nd] Deutschland zur Verdrehung des Christusgeistes. Im [letzten] «Theosophist» [- Januar 1913 -] [sei] nach einem Bericht über die Deutsche Sektion, gleich drauffolgend, nur durch drei Sterne getrennt eine Schilderung gewesen, wie in Deutschland eine  christliche Sekte unter jesuitischer Führung zur Verdrehung des Christusgeistes an Einfluss u[nd] Verbreitung gewönne. Der «schwarze Generab unterdrücke jede freie Forschung neben seiner Offenbarung. Geld flösse wie Wasser, und sogar Tempel sollen gebaut werden den neuen Lehren. Fr[äulein] v[on] Sivers las diese Dinge mit höhnischer Feierlichkeit vor. Dann verliest St[einer] den Beschluss des Vorstandes als Antwort auf die Ausschließung u[nd] Aufhebung der D[eutschen] Sekt[ion]. Sie hätten keine andere Alternative, als dies Verhängnis auf sich zu nehmen, u[nd] dass gegenüber solchen Verdächtigungen u[nd] verleumderischen [Erfindungen] es auch ihrerseits unmöglich gewesen wäre, noch länger zusammenzuarbeiten. Niemals hätten sie freiwillig die gemeinsame Arbeit niedergelegt, aber nun sie gezwungen, täten sie es mit schwerem Kummer, aber in der Hoffnung, dass einmal andere Zustände (Personen ?) eintreten würden, die ein Zusammenstehen wieder möglich machten. Einstweilen wollten sie in Treue bei den theosophischen Grundsätzen ausharren u[nd] in ihrem Sinne rastlos, wenn auch unabhängig weiterarbeiten. Die Debatte wurde eröffnet durch einen uns unbekannten blonden Herrn, welcher erklärte, dass es ungerecht sei, wenn hier so viel angeschuldigt würde u[nd] vielstimmig verurteilt, ohne dass man die Gegenpartei zu Worte kommen lasse. Das sei gegen die allgemeine Rechtspflege, umso mehr gegen den theosophischen Geist. In diesem Sinne sprach auch ich meine Unbefriedigtheit aus, dass man besonders Dr. H[übbe-] S[chleiden] so gröblich und unwahrscheinlich beschuldige u[nd] ihm nicht einmal ermöglicht, ja noch nie sich persönlich selbst zu erklären. (Lärm: Zwischenruf: Wer unzufrieden ist, kann ja hinausgehen!) - Ich woll[t]e dadurch keine Partei nehmen, sondern nur das deutsche, ja allgemeine irdische Rechtsgefühl anrufen. Es sei unstatthaft und keine Beweisführung, wenn man sich mit geistiger Begründung als glaubhaft darstelle, denn über geistige «Wahrheit», die man stets so viel im Munde führe, seien eben die Meinungen so verschieden wie über Glaubensbekenntnisse. Der philosophische Mensch müsse einsehen, dass es keine unfehlbare Wahrheit für alle gebe, sondern nur eine Wahrhaftigkeit für den Einzelnen, zu bekennen u[nd] zu vertreten, was er glaube u[nd] wozu das Gewissen drängt. Als ich überschrien wurde, erhob sich Gertrud Prellwitz u[nd] suchte mich als nicht feindselig zu erklären. Sie u[nd] das Fidushaus hätten immer mit Freude Dr. Steiner und seinen Lehren  zugestanden, und sie spräche ihm von Herzen ihren Dank aus für alles, was sie von ihm gelernt und noch lernen würde. Sie habe ihren Beitritt zur Anthroposoph[ischen] Gesell[schaft] schon gemeldet. Aber um zu ihm /unleserlich] zu halten, müssten wir auch wohlwollender Sachlichkeit u[nd] Gerechtigkeit begegnen, okkultes Wissen allein täte es nicht! Als darob sich wieder Lärm erhob, donnerte ihnen Gertrud entgegen: «Nein, Sie dürfen uns jetzt nicht feindselig ansehen! Wir meinen es doch gut u[nd] aufrichtig und wollen zu Ihnen stehenb (darauf wieder Beifall u[nd] versöhnte Stimmung). Diese nahm Paula Hübbe dazu wahr, an Dr. Steiner ihren Dank auszusprechen für das, was sie durch ihn habe, und zu bekennen, dass sie Hiibbes Feindseligkeit beklage. Um auch etwas Freundliches zu sagen, begrüßte ich die Abtrennung der Anthroposophen als eine Verselbstständigung theosophischer Arbeit in Deutschland, die großartig einmütige Erhebung des deutschredenden Mitteleuropas als ein entscheidendes Zeichen d[er] Zeit. Dass das Ausland nicht immer richtig gegen Deutschland verfahren, u[nd] dass der Unterschied von Nation u[nd] Rasse wenn auch nicht programmatisch, so doch organisatorisch berücksichtigt werden müsse, u[nd] somit auch die frühen Sezessionen, von der Oberleitung von Adyar. Ich freute mich über die Erstarkung deutscher Art, auch in dieser Bewegung selbstständig zu werden und nicht erst immer alles Licht u[nd] alle Entscheidung aus dem Osten zu erwarten. Auch damit woll[t]e ich nicht Adyar beurteilen oder angreifen, sondern nur meinen, dass der nationale Geist so wichtig sei wie das allgemein Religiöse. Auch woll[t]e ich Adyar nicht von allen Missgriffen freisprechen, aber ermahnen, die Möglichkeit zuzugeben, dass auf beiden Seiten Fehler gemacht worden seien. Hier wurde ich wieder überschrien. - Steiner aber beeilte sich zu erklären, dass selbst solche wohlmeinenden Zusprüche wie der meinige von den Gegnern übel gegen sie ausgelegt werden könnte, und so müsse er erklären, dass die Anthroposophen nichts mit nationalen oder pangermanischen oder gar Rasse-Bestrebungen zu tun haben. Die Theosophie sei eine allgemeinmenschliche Sache u[nd] internationale Berührung u[nd] Verständigungsmöglichkeit. - Ich verzichtete darauf zu wiederholen, dass ich keine nationalen Anschauungen, sondern nur national besser getrennte Organisationen, wie sie ja die Sektionen je schon anstrebten, meinte. Steiner hatte bei seiner Eröffnung nur den Aufhebungsbeschluss von Fr[au] Besant verlesen, in Englisch u[nd] Deutsch. Immer warteten wir,  dass er auch die Briefbeilage vorbringen würde, in welchem die VollrathMissverständnisse, die ja die Hauptunterlage zu seiner Anklage gegen A[nnie] Besant bildeten, berichtigt wurden. Damit wäre ja ein Teil der Gründe zum Antrag auf Resignation der Präsidentin hingefallen. Wir warteten bis gegen Schluss der Debatte, weil wir ihn nicht vor seinen Anhängern bloßstellen wollten. Als Steiner uns noch den Anhang des Besantbriefes vorenthielt, flüsterten wir uns dies zu, und eine Nachbarin, die es hörte, zerrte unsere öffentliche Erklärung heraus, indem sie rief, dass wir Steiner der Unterschlagung eines Schreibens beschuldigten. Gertrud übernahm es, Steiner über diese Einlage zu befragen, die uns Dr. H[iibbe-Schleiden] gestern Abend im Duplikat vorgelesen hatte. Anfangs tat er, als wenn er keine bekommen, in die Enge getrieben, suchte er achtlos einen Brief vor und las ihn [in] verwischtem Englisch vor, ohne wie bei den früheren Vorlesungen deutsch zu ergänzen. Dies musste ich erst ausbitten. Und da ließ den[n] Steiner das entscheidende Wort, welches Vollraths ersten Appell an Besant wegen Ausschließung aus der Deutsch[en] Sekt[ion] von einem zweiten Appell (wegen nie erfolgten Ausschlusses aus der ganzen T[heosophica1] S[ociety], der eben gar nicht stattfinden konnte) unterscheiden sollte. So b1ieb[en] nur «Redensarten» übrig, die umso weniger Eindruck auf jene Hörer machten, als diese ja überhaupt nicht sachlich zu hören imstande waren u[nd] vollständig blindfanatisch nur ihm zustimmten. Jesuitischer beherrscht konnte eine ungebildete Kirchengemeinde von Hetzkaplanen sich nicht zeigen als Steiners Anhänger. Wir gaben es auf, hier noch weiter auf Wahrhaftigkeit zu dringen, auch wollten wir uns abends noch einmal des Wortlautes von A[nnie] Besants Beilage vergewissern. Man brach zur Mittagspause auf, und wir konnten beobachten, wie wir zwar meist auf feindliche Gefühle stießen, aber doch einige fanden, die uns recht gaben und uns beklagten, dass da nicht durchzudringen sei. Nachm[ittags] u[nd] abends waren wir bei Fr[au] v[on] Sonklar, wo wir Dr. H[übbe-Schleiden] Bericht erstatteten, der durch Herrn Ahner, der des Nachmittags noch der Neugründung beigewohnt, abends ergänzt wurde. Hübbe verteidigte sich natürlich nicht gegen Steiners Anschuldigungen, sondern nahm sie nur lächelnd auf. Er pries das Geschick, dass so gute u[nd] gerechte Vertreter [an] diesem dunklen Tage die T[heosophica1] S[ociety] vertreten hatten, und dankte uns, dass wir  der Gegenpartei mit so viel Wohlwollen gegeniiberständen. Als ich dann noch meine Ansicht über Steiners vermeintlichen Jesuitismus entwickelte, gaben uns alle recht: Er sei nur unfreiwillig beeindruckt von dem jesuitischen Geist, der durch ihn gerade die aufgeklärtesten, selbst über den Materialismus stehen[den] Idealisten in das joch einer fanatischen Dogmatik locke. Die Schädigung der geistigen Freiheit sei die gleiche, ob die Unfreiheit kirchlich oder okkultistisch sei. Wir beschlossen eine Sammelschrift herauszugeben. Fidus.  ERGÄNZUNG ZUM BERICHT ZUM 2. FEBRUAR 1913 Briefuon Hugo Höppener (Fidus) an Wilhelm Hübbe-Scbleiden uom 25. März 1913 Lieber Hübbe! Danke für all Deine Zusendungen und Ostergriiße! Wie gern hätte ich Dir eher geantwortet, aber jede Nacht arbeite ich schriftlich das Dringendste ab. Und selbst die «Mitteilungen» der Mathilde Scholl, die Dir den gesamten Bericht der «Generalversammlung» wortgetreu geben könnten oder können sollten, musste ich erst durchackern, denn ich sah auf den ersten Blick, dass selbst dort - und gerade dort manches entstellt ward. So z[um] B[eispie1] ist der endlich zur Verlesung erzwungene aufklärende Brief von Annie Besant einfach durch eine nichtssagende uns gänzlich unbekannte andere Briefstelle ausgewechselt worden. Sodass der Bericht sich nach der Zeugenschaft Objektiver, was aber höchstens Gertrud u[nd] ich, Ahner und Herr Weidlich (der von mir genannte Blonde) sein dürften, einer Fälschung schuldig macht. Unserer beider Reden wurden natürlich immer dann nicht ·werstanden» (weil überlärmt), wenn etwas Starkes gesagt wurde gegen sie und wenn es nicht als «unsachliche» Beleidigung zurückgewiesen werden konnte. Und meine für die Anthroposophen bedingte Zustimmung zur Verselbstständigung wurde als meine absolute eigene Meinung und Stimmung hingestellt. Ich gab ihnen das Recht zu fühlen [...I, sich nicht vom Osten her gängeln zu lassen u[nd] danach zu handeln, um ihnen so strenger das Recht abzusprechen, den Osten, den Sternbund u[nd] die Präsidentin unsachlich zu kritisieren und zu beschimpfen - dies aber wurde jedes Mal übertobt. - Gewiss gab ich ihnen auch zu, dass auf beiden Seiten Fehler gemacht sein worden. Im Übrigen aber wurde ich als Faselhans sowohl stenografien wie von Steiner abgekanzelt, wenn es ihnen passte. Dementsprechend wurde unser Redestil selbst in anderen Dingen recht unbeholfen übermittelt, um jede Spur von geistiger und gemütlicher Überlegenheit zu verwischen und das Gesagte so unwirksam wie möglich zu machen. Und es wäre auch noch ein Kunststück gewesen, einer einhellig feindlichen Versammlung etwas Objektives zu sagen, bei größter Gemütsruhe u[nd] Klarheit, weil immer  das Entscheidende überschrien u[nd] verhindert wurde. Zu Kraftmeiereien aber waren wir nicht berufen. - Soeben stellt mich auch Fr[au] v[on] Sonklar brieflich liebevoll zur Rede wegen meiner Worte von ·östlicber Gängelei». Ich kann ihr natürlich nur antworten, dass ich nicht für entstellte Berichte verantwortlich bin, hundert ändern gegenüber muss ich alles auf mir sitzen lassen. Ich will jedoch versuchen, Mathilde Scholl, die ich für nur verblendet, aber doch gewissenhaft halte, einige Worte zuzurufen, die sie stutzig machen könnten. Jetzt sehe ich auch, wie man es mit Vollrath gemacht haben wird, der auch ·micht reden» konnte u[nd] doch so glänzende Verteidigungen schrieb. Damit will ich ihm keineswegs alles unterschreiben. Damit's endlich zu Dir kommt, Gruß von allen, die alle auf Deiner Seite sind außer Franz, der in schlimmsten Zwisten steht oder noch nicht mal das! Dein Fidus  FAKSIMILES UND FOTOS  (rechts:) Charter des Präsidenten H. S. Olcott zur Gründung der Deutschen Sektion im «Supplement» zum August-lieft vom Tbeosopbist 1902 unter Nennung von Rudolf Steiner als designierten Generalsekretär der Deutschen Sektion. Darunter der Gesuch zur Sektionsgriindung. (Unterstreichungen von Rudolf Steiner, RSB Zs 394)  THE THEOSOPHIST. AUGUST 1902. EXECUTIVE NOTICE. THEOSOPHICAL SOCIETY, PRESIDENT'S OFFICE, OOTACAMUND, INDIA, 22nd yuly, i902. The undersigned hereby gives notice that on the application of the oScers of the Branches of our Society at Berlin, Charlottenburg,. Dusseidorf, Hamburg, Stuttgart, kannover, Munich, Cassel and Leipzig, in Germany, and our German BrancAALLugqno, Switzerland, he has authorised them to form themselves jnto a body to be known as the German Section of the Theosophica1 Society which shall include Bran' cliCSin G"er"ian Territory and GernlaE!Eänches in Switzer]and, subject to the pröwsr$Hcönhe $ociety'reöii"st1tütion än"nüier This is the tenth Section in the Society. In testimony whereof he has i,ssue,d this clay to the Presidents of the above·named Branches a,Charterm"caused the Society's Seal to be afhxed at Adyar. The unclersigned appoints Dr. Rudo]pkiateiner, , F. T. S., 95 Kaiserallee, Friedenau, Berlin, GenerarS"ecre.ä"mTro bem., pentling the formal organisation of the Section and Moption of By-Laws for its government. H. S. Olcott, P. T. S. COPY OF THE APPLICATION. A,j'plication to the President-Founder of the Theosophica1 Society for a Gjectional Charter. We, the undersigned members of the Theosol?hical Society, European Section, representinq the ten Branches ot the Section named oelow, hereby make aj'phcation to the President-Founder to form a German Section consisting of these Branches and of any others which may. be formed within the limits of the Section ; and we request the president-Founder to nominate Dr. Rudolf Steiner, at Freidenau, near Berlin, to act as General Secretary of the Section, pending the meeting of the constitutive Convention. · NAMES. Dr. Rudolf Steiner, Pres. } Graf von Brockdorf " julius Engel, Pres. } Gustav Riidi er Carl Sctnnie5er, Pres. } Wilhelm Floetgen Bruno Berg Bernhard Hubo, Pres. I Victoria Paulsen A ,A rt1 C 1Z>Jhe' Branches d ,.,, , Berlin T. S. 4i ' ,,, "(Jh"ar1ottenburg T. S. W ¶ ... Dusseldorf T. S. ,,, Hamburg T. S.  7 Die offizielle Anzeige des Ausschlusses der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft. Präsidenten Amt Theosophische Gesellschaft Adyar, Madras, S. Mä rz. 7. 1913. An Dr. Rudolf Steiner, Generalsekretär und den Vorstand (Executiv ComitC) der T. G. in Deutschland. Ich, Annie Besant Präsidentin der Theosophia:hen Gesellschaft, da ich keine Antwort erhalten habe auf die besonderen Anklagen, die gemacht wurden in dem Briefe vom 14. Januar 1913, sondern nur eine allgemeine B3hauptung, dass die obengenmnteo ,jiiemak in irgend einer Weke die Konnitution der T. G. verletzt" haben und daw ,,die deut8ae Sektion nichts zu widerrufen und nichts zurückzunehmen" hat, ziehe hierdurch zurück die Stiftungsurkunde der T. G. in Deutschland mit allen Stiftungsurkunden und Diplomen, die VOll ihr hemasgegeben wurden vor diesem 7. März 1913 und erkläre, dass sie nicht länger irgend eine Gültigkeit haben, und ich fordere Dr. Rudolf Steiner auf, nach No. 44 der Satzungen der Theomphischen Gesellschaft, mir auszuliefern die Stiftung8urkunde der T. G. in Deu!1and und alle Stiftungsurkunden, Diplom« Siegel, Berichte und andere Schriftstücke die Gesellschaft betreffeod, die zum Besitz cder zu der Verwaltung der T. G. in Deutschland, wie sie bißher beastanden hat, gehören. President's Office Theosophical Society Adyar, Madras, S. March, 7. 1913. To Dr. Rudolf Steiner, General Secretary, and the Executive Committee of the T. S in Germany. I, Annie Besam, The FYesident d the Theosophicaj Society, having received do answer to the 8pecifSc chxrges made in the letter of January 14 tb 1913, but only a general mtement tut the above-mmed "hiwe never in any way violMed üje conMitutioo of the T. S." and 0 that "nothing cxistß whieh the German Section has to repudhte or retract", Do hereby cancelt the Charter of the T. S. in Germany, with all Charters and Diplomm issued by it previous to this 72 day of MarCh, 1913. and declare that they have nö longer any validity ; and I call on Dr. Rudolf Steiner, under No. 44 of the k"u)C8 of the Theo8ophjcal Society, to deliver over to me the Constituent Charter of the T. S. in Germany, and all Charten, Diplomm, Seals, Records and other papers, pertaining to the Society, belonging to or in the custody of the T. S in Germany, heretofore existing. Annie Be8ant Präsidentin der Theosophischen Geseüscbaft. Annie Besant President of the Theogophical Society. Anzeige des Ausschlusses der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) in den Mitteilungenfür die Mitglieder derAntbroposopbiscben Gesellschaft (Tbeosopbiscben Gesellschaft), herausgegeben von Mathilde Scholl, Nr. 1, zweiter Teil, S. Z Der Text entspricht dem Ausschlussschreiben von Annie Besant vom 7. März 1913 an Rudolf Steiner (Archiv-Standort: 068/1).  3.22'1 I i F . 1· ". =,L£. : 2lo 7izLb·;- aL*Uu" Ä"_ *",7 A, ,,.caj-%4:z' E" . 6 ¶ 0 m ;7 'D J" ' · f N m Pf . :L ,4'~ M m, /m"(. t. i /ß'Üd~, ~1An oLi ?wy—'? i·a;4d .' . ~ . m" . ,,&&d«/44et"72~ Eintragungen in das Album von Fossi Vonklar, spätere Frau Leinhas (RSA NZ 5291) Annie Besant schreibt am 27. Mai 1905: ·There is no Religion higher than Truth». Am 14. März 1906 schreibt Rudolf Steiner darunter: «Das Leben ist eine Schule / Wohl dem, welcher die Prüfung bestehtb  ' 6'mG,µ : ciü§ 4cf $;:m jj·! " «.!\ 'j»4±s ~:·""! b F ih, ü^jS4r \'r'i^ :£1^wA:' ]'"""1'> t'"") 1 0 y&!µ'- ftü.j ""' KjG~ :. K%j, K^'""-"· ":" « ". . Y . · ' E r , ." r :)" ~.....e!!¥*!?iM!n d' y4iu Si';!·:-l ' " · j K" "- " ^n,c .' " . " . " 4 ..".ma:ä..u;~.. 1SpY ."! @"1m(a ~-aU¥ · " ." . ',S ,.a ".S"_.m . . ,, :" '_'"MA 'm'rL~A" "t""r "i=:=-'""i',··",,,,' '}':hjyg.T m. ~L" :-· ,S'-. " t .' H Lj j,jt'tt" ('a :?y- j2{ 'n \"!":r'l'° " > ' P ~ 'ü:j+'r'j 'µ- uä-)""y °' r" 1tij^, Yjjt'- q bmm Lz iML -J , GA du1^m ' d 2nj("' 1+'1 ~+ t·1j-j) ~ \ 1'-' "·' " J^"" LCnjU47 |bu|- Ar jjt r t+-j"^" ¶u y,~jK 4 c\µbM/P' v°ut'b}<r j/µ, , 3·l ;" Jl ' % , C ' 0 Cl-\ .Äa,jä ¢?,1/k4vj'^ 1'> '"j'X!"f.' '""' 0  Aus einem Notizbuch Rudolf Steiners (erste von drei Seiten; RSA NB 577; vermutl. 1903): ·Der mystische Geist im Kleide des wissenschaftlichen Denkens = diese Art Mrs Besant war eine der deutschen Vorstellungsweise gemäßen Einleitung unserer deutschen Section. Unserem Wirken war durch diese Einleitung Richtung und Vorbild gegeben. Nur dadurch können wir in Deutschland eine der großen theosophischen Weltbewegung entsprechende besondere StrÖmung hervorrufen, dass wir uns eins wissen mit dem Centrum dieser Beweg[ung] in England und Indien. Und Mrs Besant brachte uns die Richtung und deutete für uns auf das Gesamtziel. Wir durften aus ihren Worten den Mut zum Erfolg schöpfen. Denn die Mittel, mit denen wir diesen Erfolg erringen werden, sie werden im Einklang stehen müssen mit der besonderen Eigenart des deutschen Volksgeistes: Die beiden Grundzüge dieses Volksgeistes sind mystische Gefühlsinnigkeit und logische Kritik. Sie sind zugleich die Gefahren, denen dieser Geist ausgesetzt ist. Er kann leicht das mystische Element in Gefiihlsschwärmerei, die logische Kritik in Zweifelsucht ausarten lassen. Diese Gefahren zu überwinden; die in ihnen liegenden Kräfte zu Wurzeln der theosoph[ischen] Bewegung in Deutschland zu machen, ist das Bestreben, das wir - M[arie von] S[ivers] und ich - für unsere neu begründete theos[ophische] Zeitschrift ·Luzifer» haben. Wir müssen stets eingedenk sein, dass wir zu deutschen Seelen sprechen und ihr Verständnis wachrufen, indem wir ihnen den Geist bringen, der von den Trägern unserer Beweg[ung] ausströmt. Und in diesem Sinne waren auch die Vorträge und Übriges gehalten, die ich in diesem ersten Jahre des Bestehens der deutschen Section versucht habe. Cursus der Theosophie und zwei wöchent[liche] Übungsstunden in Berlin. Die Or[ganisation] hat, das dürfen wir sagen, schon viel [unleserlicb]. Das Verständnis für die Gesellschaft muss langsam geweckt werden. Der Deutsche kann nur schwer seine Sondermeinung und Sonderbe[strebung] einem größeren Ganzen einordnen. Er [hält] der Gesellschaft ein gewisses Vorurteil entgegen. Wir dürfen vor diesem Vorurteil nicht zurückschrecken. Wir müssen den heiligen Namen der Theosophie und ihres KÖrpers, der Theosophischen Gesellschaft, mutig zu ihnen [bringen]. Wer heute unsere Worte mit Zustimmung hÖrt, wird in kürzerer oder längerer Zeit auch unser [Mitglied] werden, [unleserlich] dazu finden. Wer nur auf unsere Erfolge hört wird noch wenig bei uns sehen. Wer Keime in der richtigen Weise zu beurteilen imstande ist wird solche bei uns ent[decken]. Wenn wir wissen, dass man hier in London bei den Häuptern der Bewegung [unleserlich] und Lob sieht auf das, was wir tun, dann werden wir Kraft haben zur Überwindung der Schwierigkeiten. Wir haben nämlich in Berlin eifrige Mitglieder. Sie werden Zeit brauchen, bis nach außen treten kann was sie in sich ausbilden.» (ca. 1903; in eckigen Klammern Auflösung von Abkürzungen durch den Herausgeber; ab «Die Or[ganisation]» hat Rudolf Steiner stenografisch notiert.)  f\ ' 7p!k . ""k, 'y  Gruppenfoto der Teilnehmenden vom Kongress in Budapest 1909 (RSA FA PI RSt 60). In der zweiten Reihe in der Mitte Rudolf Stcincr, links neben ihm Marie von Sivers, rechts neben ihm A nnie Besam. Helena Petrovna Blavatsky und Henry Steel Olcott (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hübbe-Schleiden; RSA FA P5 1-1)  'Qi Von links nach rechts: Henry Steel Olcott, Wilhelm HiibbeSchleiden, Hugo Göring (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hübbe-Schleiden; RSA FA P5 1-32) William Quan Judge (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hübbe-Schkiden; RSA FA P5 1-11)  r ,Bp"»" t 9¶ ,m' 0 . . V . e Charles Webster Leadbeater (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hiibbe-Schleiden; RSA FA P5 1-16)  Bertram Keightley (ca. 1909) Gräfin Sophie von Brockdorff und Graf Kay von Brockdorff (ca. 1902) (RSA FA P3 Bro.K 2)  Günther Wagner (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hiibbe-Schleiden; RSA FA P5 1-27-2) ~. K . .. * . ", q F . W Ludwig Deinhard (aus einem Foto-Album von Wilhelm Hübbe-Schleiden; RSA FA P5 1-27-1)  Bernhard Hubo (ca. 1915) (RSA FA P3 Hubo.B I)  Zu dieser Ausgabe Der vorliegende Band enthält Mitglieder- und Kongress-Vorträgc und Ansprachen Rudolf Steiners sowie Berichte und Protokolle von Versammlungen, die ein Bild von der Entwicklung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) im Rahmen der Europäischen Föderation ab 1902 bis zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft zu Ende 1912, Anfang 1913 geben. Die Auswahl der Dokumente aus dem Rudolf Steiner Archiv erfolgte nach dem Kriterium ihres Bezugs zur Deutschen Sektion, zur Europäischen Föderation oder zur Theosophischen Gesellschaft Adyar. Dokumente auf der Ebene von Vorstandssitzungen, Zweigen oder Logen wurden nicht berücksichtigt (z. B. Protokolle vom Besant-Zweig in Berlin). Eine gewisse Ausnahme hiervon bilden die im vorliegenden Band wiedergegebenen Protokolle zu den Versammlungen der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Berlin (DTG), jener Berliner Loge, die bereits vor der Gründung der Deutschen Sektion existierte und der anfänglich Logen-übergeordnete, Sektions-relevante Aufgaben zukamen. Die im vorliegenden Band publizierten Vorträge, Ansprachen, Berichte und Protokolle beziehen sich auf das Werk und Wirken Rudolf Steiners und können die komplexen Differenzen, die zur Trennung 1912/13 führten, naturgemäß nicht erschöpfend dokumentieren. Dem ausgewählten Material wurde ein bislang im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe unpublizierter Vortrag vom 25. September 1920 vorangestellt, in dem Rudolf Steiner auf die im vorliegenden Band behandelte Phase der Gesellschaftsentwicklung zurückblickt. Gegen Ende des Bandes findet sich ein Vortrag vom Februar 1913, in dem Rudolf Steiner vor dem Hintergrund der damals kursierenden Behauptungen, er sei ein ·Jesuitenzögling», seine Kindheit und Jugendzeit schildert. Dieser Vortrag war bislang nur in der ersten und zweiten Auflage (1948, 1953) der Briefe von RudolfSteiner (GA 38) abgedruckt, in den späteren Auflagen nicht mehr. Da diese beiden ersten Auflagen noch nicht als Bände der Gesamtausgabe erschienen, wird dieser Vortrag mit dem hiesigen Abdruck erstmals im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe wiedergegeben. Für GA 251, den zuletzt erscheinenden Band der drei Bände GA 250 bis 252 ist eine Übersicht zu den Dokumenten (Vorträge, Aufsätze, Protokolle etc.) zur Gesellschaftsgeschichte 1902 bis 1925 vorgesehen. Insofern die im vorliegenden Band abgedruckten Dokumente bereits in anderen Bänden der Rudolf Steiner Ausgabe erschienen sind, wird dies in den entsprechenden Hinweisen nachgewiesen. Des Weiteren sei auf den Band Scbriften zur Gescbicbte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, hingewiesen, in dem paralkllaufendes, schriftliches, zumeist publiziertes Material (Einladungen, Mitteilungen etc.) zu den im vorliegenden Band dokumentierten Versammlungen und Kongressen abgedruckt ist.  Der vorliegende Band behandelt nicht die Geschichte der mit der Aktivität Rudolf Steiners im Rahmen der Theosophischen und Anthroposophischen Gesellschaft verbundenen esoterischen Lehrtätigkeiten («Innerer K reis», Esoterische Schule, Freimaurerische Stunden bzw. Misraim-Dienst). Siehe hierzu die Bände GA 264 bis GA 270 im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe. Bände aus der Rudol/Steiner Gesamtausgabe mit Bezug zum vorliegenden Band - Mein Lebensgang, GA 28 - Schriften zur Geschichte derAntbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37 - Zur Geschichte derAntbroposopbiscben Gesellschaft 1912-1925, GA 251 (in Vorbereitung) - Zur Geschichte des Jobannesbau-Vereins und des Goetbeanum-Vereins, GA 252 - Probleme des Zusammenlebens in derAntbroposopbiscben Gesellschaft. Zur Dornacher Krise vomJahre 1915, GA 253 - Anthroposophische Gemeinschaftsbildung, GA 257 - Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Antbroposopbiscben Gesellschaft, GA 258 - Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft. Vom Goetbeanumbrand zur Weibnacbtstagung, GA 259 - Die Weibnacbtstagung zur Begründung der Allgemeinen AnthroPosoPhischen Gesellschaft 1923/24, GA 260 - Die Konstitution derAllgemeinen Anthroposophischen Gesellscbaft und der Freien Hocbscbulefür Geisteswissenschaft. Der Wiederaufbau des Goetheanum, GA 260a - Rudolf Steiner/Marie Steiner-uon Sivers: Briefwechsel und Dokumente 1901-1925, GA 262 - Zur Gescbicbte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264 - Zur Gescbicbte undaus den Inhalten der erkenntniskultiscben Abteilung der Esoterischen Schule uon 1904 bis 1914, GA 265 - Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284 Zur allgemeinen Textgestalt Die Wiedergabe der Textgrundlagen folgt den im Arcbiumagazin Nr. 5 (Basel 2016) publizierten Editionsrichtlinien. Dies ermöglicht eine transparente und quellennahe Herausgabe und soll die Bandbreite zwischen den Bedingtheiten  der Mitschreibenden einerseits und der inhaltlichen und dokumentarischen Nähe zu Rudolf Steiner andererseits sichtbar machen. Da die im vorliegenden Band wiedergegebenen Dokumente einerseits teils schriftlichen und teils mündlichen Ursprungs sind, und da sie andererseits auch von verschiedener Autorschaft stammen, werden i.d.R. im Untertitel sowohl die Publikationsart (Vortrag oder Text, Protokoll oder Bericht etc.) als auch der jeweilige Autor genannt. Texte des Herausgebers sind in kleinerer Schrift gesetzt. Nicht selbstverständliche Abkürzungen im Text wurden vom Herausgeber in eckigen Klammern aufgelöst. Alle anderen Textstellen in eckigen Klammern stellen Ergänzungen oder Änderungen durch den Herausgeber dar und sind in den Hinweisen erläutert. Redaktionelle Bemerkungen stehen in kursiver Schrift in eckigen Klammern, z.B.: [Text bricht ab]. Wenn nicht anders angegeben, entspricht derTitel den Angaben in der zugehörigen Textgrundlage. Die Rechtschreibung wurde an den aktuellen Standard nach Duden 2017 angeglichen. Zu den im Textteil genannten Personen werden in den Hinweisen nur bei der Erstnennung Erläuterungen gegeben. Für alle weiteren Nennungen wird der Leser auf das Namenregister verwiesen, in dem die Seite der Erstnennung zu finden ist. Die in diesem Zuge vorgenommenen Änderungen in der Schreibweise der Namen basieren zum größten Teil auf dem Abgleich mit dem ·Register der Mitgliederder Deutschen Sektion derTheosophischen Gesellschaft 1902-1913· (Typoskript Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Dornach 2000). Bei der aufwendigen Recherche der Personendaten waren dankenswerterweise Nana Badenberg, Marit Indbjo, Monika Philippi, Martina Maria Sam und PCter Barna behilflich. Für einige der im Text namentlich erwähnten Persönlichkeiten konnten dennoch keine näheren Angaben gefunden werden. Die in den Hinweisen immer wiederkehrende Aussage «keine näheren Angaben bekannt» bezieht sich auf die im Rahmen der Herausgabe des vorliegenden Bandes nur begrenzt möglichen Recherchen. Überblick über die Geschichte der Theosophischen Gesellschaften Die Geschichte der Theosophischen Gesellschaft nahm keineswegs einen geradlinigen und konfliktfreien Verlauf. Durch Affären und Streitigkeiten sind aus ihrer Entwicklung eine verwirrende Zahl von Gesellschaften, Initiativen, Publikationsorganen etc. hervorgegangen. Die im vorliegenden Band gesammelten Dokumente legen hiervon Zeugnis ab. Folgende kurze Ausführungen des Herausgebers zur Geschichte der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) mit dem Fokus auf ihre Deutsche Sektion mögen als Übersicht dienen.  Die Theosophische Gesellschaft Adyar Die Geschichte der Theosophischen Gesellschaft ist zuvorderst ein Zeugnis der Suche nach einer Wiedervereinigung von Kunst, Wissenschaft und Religion unter Beibehaltung der Autarkie des individuellen Bewusstseins, oder anders gesagt: Zeugnis einer Suche nach einer monistischen Weltanschauung auf der Grundlage des modernen Wissenschaftsbewusstseins. Ein Blick auf die Geschichte der Theosophischen Gesellschaft darf allerdings deren Anbindung an den mehr oder weniger verborgenen Strom mitteleuropäischer okkulter Brüderschaften (wie zum Beispiel das Rosenkreuzertum oder das Freimaurertum) und an die Geschichte des esoterischen Christentums nicht aus dem Auge verlieren. Mit der Bezugnahme Rudolf Steiners auf diese okkulten Traditionen fand eine offenkundige Wiederanbindung zunächst der Theosophischen und später der Anthroposophischen Gesellschaft an diese Ströme statt. Der historische Ursprung der modernen Theosophischen Bewegung ist allerdings nicht in der Anknüpfung an die esoterische Tradition von Geheimgesellschaften oder Mysterienstätten zu suchen, sondern im spiritistischen Milieu des 19. Jahrhunderts. Hier fanden sich die drei Griinderfiguren der Theosophischen Gesellschaft - Henry Steel Olcott (1832-1907), Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) und William Quan Judge (1851-1896) - und fühlten sich dazu aufgerufen, den Versuch einer seriösen und wissenschaftlich fundierten Gelstesforschung zu beschreiten. Am 17. November 1875 gründeten sie mit diesem Ziel in New York die international ambitionierte «Theosophicd Society» (Theosophische Gesellschaft, TG) mit Henry Steel Olcott als Vorsitzendem und mit William Quan Judge als Sekretär.' Helena Petrovna Blavatsky blieb zwar ohne Amt, mit ihrer publizistischen und teils mediumistischen Wirksamkeit war der Ruf der Gesellschaft aber bald mit ihrem Namen verbunden.' Die durch sie verbreiteten Lehren und esoterischen Inhalte sind prägend für die Geschichte der Theosophischen und Anthroposophischen Gesellschaft - bis in die heutige Zeit hinein. Die anfängliche Suche nach der Anknüpfung an spirituelle Quellen und Traditionen führte Olcott und Blavatsky nach Indien, wo sie (über Zwischenstufen) schließlich in Adyar 1882 das bis heute bestehende Hauptquartier der Theosophischen Gesellschaft begründeten. 1 Laut Henry Steel Olcott's Old Diäry Leaves, VoL I, S. 25, 121-122, 132 ist der Begriff «Theosophic» durch die Suche nach einem passenden Namen in einem Wörterbuch gefunden worden. - In Bezug auf die Anwesenheit bei der Gründung und die dabei zugeschriebene Aufgabe von Judge bzw. Blavatsky unterscheiden sich die Quellen. Bei den Unterzeichnenden der Gründungsurkunde findet sich William Quan Judgc nicht. Als Sekretär wird statt seiner auch Helena Petrovna Blavatsky genannt. 2 Bereits am 29. September 1877 erschien Isis unueiled (deutsche Ausgabe: Isis entschleiert).  1884 kam cs zur Coulomb-Affäre (s.u.), die Blavatsky im darauffolgenden Frühjahr dazu veranlasste, in der Begleitung von Franz Hartmann (1838-1912; s.u.) Indien fluchtartig nach London zu verlassen. Die Affäre hatte für die ·Theosophische Gesellschaft» zunächst durchaus ruinöse Folgen. Damit verbundene Dissonanzen führten 1895 zur Spaltung der Theosophischen Gesellschaft (TG) in die «Theosophische Gesellschaft in Amerika· (TGinA) und in die «Theosophische Gesellschaft Adyar» (TG Adyar). Die «Theosophische Gesellschaft in Amerika· leitete William Quan Judge bis zu seinem frühen Tod am 21. März 1896. Die Nachfolge übernahm ab 1898 Katherine Tingley (1847-1929). Nach den Erschütterungen durch die Coulomb-Affäre hatte Blavatsky bereits 1887 wieder genügend Rückhalt zur Gründung der ·Blavatsky Lodge· in London, und sie begründete imJuli 1890 die «European Section of theTheosophical Society». In dieser Sektion fasste sie alle Landessektionen und Logen in Europa zusammen. Die europäische Sektion war offiziell der Zentrale der Theosophischen Gesellschaft in Adyar und damit deren Präsidenten Henry Steel Olcott unterstellt. 1891 starb Helena Petrovna Blavatsky. Die seit 1889 in der Theosophischen Gesellschaft mitarbeitende Engländerin Annie Besant (1847-1933) gewann nach Blavatskys Tod zunehmend an Bedeutung. Als engste esoterische Schülerin und Mitherausgeberin der Zeitschrift ·Lucifer· wurde sie ab 1891 Leiterin der von Blavatsky 1887 begründeten «Esoterischen Schule der Theosophischen Gesellschaft in England·. Nach Olcotts Tod 1907 wurde sie zur Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft gewählt. Zu ihrem engsten Berater zog sie Charles Webster Leadbeater (1847-1934) bei. Diesem war nach der sogenannten Leadbeatcr-Affäre (s. ü.) zunächst - mit entschiedenem Willen von Annie Besam - der Austritt aus der Gesellschaft nahegelegt worden. Bereits ab 1907 betrieb Besant aber dessen Rehabilitation, sodass er 1909 wieder in die Theosophische Gesellschaft Adyar aufgenommen wurde. Aus der Zusammenarbeit mit Leadbeater ging die Krishnamurti- oder Alcyone-Affäre mit samt der Gründung des sogenannten ·Ordens des Sterns im Osten» hervor (s.u.), die zu heftiger Kritik und Auseinandersetzungen innerhalb der ·Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft» und schließlich 1913 zur Abspaltung und Gründung der ·Anthroposophischen Gesellschaft» aus der «Deutschen Sektion derTheosophischen Gesellschaft» führte. Bereits 1909 war eine andere bedeutende Abspaltung in Distanzierung zu Annie Besant vollzogen worden: George Robert Stow Mead (1863-1933), der frühere Privatsekretär Blavatskys und Generalsekretär der Europäischen Sektion, begründete - außerhalb der bereits bestehenden theosophischen Gesellschaften - die sogenannte ·Quest Society».  Die Theosophische Gesellschaft in Deutschland' Auch in Deutschland sind die ersten Anfänge der theosophischen Idee im spiritistischen Kontext zu suchen. Als erste inoffizielle (d. h. nicht durch eine Gründungsurkunde von Adyar legitimierte) bekannte Gründung gilt die ·Isis Loge» in Hamburg (1879). Die erste offizielle Loge war die ·Theosophische Sozietät Germania», die im Beisein von Präsident Olcott am 27. Juli 1884 in Elberfeld im Haus der Familie Gebhard' begründet wurde. Der Jurist und Privatgelehrte Wilhelm HiibbeSchleiden (1846-1916) aus Hamburg wurde zum Vorsitzenden gewählt. Wenige Wochen später besuchte auch Helena Petrovna Blavatsky das Haus Gebhard in Elberfeld. Hiibbe-Schleiden hatte zunächst als Kolonialpolitiker gewirkt. Ab Januar 1886 erschien unter seiner Herausgeberschaft die Zeitschrift ·Sphinx», die sich als «Monatsschrift für die geschichtliche und experimentale Begründung der übersinnlichen Weltanschauung auf monistischer Grund]age» (s.u.) verstand. Die im Zusammenhang mit der Coulomb-Affäre (s.u.) erhobenen Betrugsvorwürfe gegen Helena Petrovna Blavatsky erschütterten die gerade erst gegründete ·Sozietät Germania», sodass die Mehrheit der Mitglieder (18 von 33) wieder austrat. Am 31. Dezember 1886 wurde die ·Theosophische Societät Germania» wieder aufgelöst. 1892 entstand auf Veranlassung von Hiibbe-Schleiden in Berlin die ·Theosophische Vereinigung» und am 3. November 1893 der «Esoterische Kreis». Beide wurden am 29. Juni 1894 in Berlin in Anwesenheit von Henry Steel Olcott zur ·Deutschen Theosophischen Gesellschaft» (DTG) als Zweig der Europäischen Sektion umgewandelt. Erster Vorsitzender war zunächst Dr. Hugo Göring (Redakteur bei der Zeitschrift ·Sphinx»), ihm folgten wenig späterJulius Engel und ab 1899 die Gräfin Brockdorff. Allmählich bildeten sich in ganz Deutschland Logen (u.a. Berlin, München, Hamburg, Kassel, Düsseldorf, Hannover). Verbunden mit der «Theosophischen Gesellschaft in Amerika» unter der Leitung von Katherine Tingley fand am 24. Juni 1896 auf die Initiative von Paul Raatz (1869-?) in Berlin die Gründung der «Theosophischen Gesellschaft in Europa (Deutschland)» statt. Präsident wurde zunächst Franz Hartmann (später Paul Raatz selbst), Vizepräsident Theodor Reuß (1855-1923). Bereits ein Jahr später, am 3. September 1897 begründete allerdings Franz Hartmann in München eine eigene ·Internationale Theosophische Verbrüderung· (ITV), die als «Theosophische Gesellschaft in Deutschland» (TG in D) 1898 ihren Sitz in Leipzig nahm. Damit existierten in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts drei verschiedene nennenswerte theosophische Gesellschaften: die Hartmann'sche «Theo3 Siehe hierzu: Alexander Lüscher: Materialien zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1912/13·, Archivmagazin, Nr. 1, S. 26-99. 4 Franz Gustav Gebhard (1853-1940), Gustav Gebhard (1828-1900), Mary Gebhard (geb. L'Estrange; 1832-1892)  sophische Gesellschaft in Deutschland» (TG in D, Leipzig) als die damals größte, die ·Theosophische Gesellschaft in Europa» unter der Leitung von Paul Raatz (mit Sitz in Berlin und im Anschluss an die Theosophische Gesellschaft in Amerika) sowie die Deutsche Theosophische Gesellschaft (DTG) in Berlin unter der Leitung von Wilhelm Hiibbe-Schkiden und der örtlichen Betreuung durch Gräfin und Graf Brockdorff (s.u.). Im Jahre 1902 fiel Rudolf Steiner im Januar die Leitung der DTG (als einem Zweig der TG Adyar) und im Oktober die Leitung der in Gründung befindlichen Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar zu.' Als Rudolf Steiner imJanuar zum Mitglied der Theosophischen Gesellschaft' und zehn Monate später auch zum Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar ernannt wurde, stand er also vor einer äußerlich und innerlich diversifizierten theosophischen Bewegung. Rückblickend formulierte Rudolf Steiner 1906, dass vor allem durch seine beiden Vortragszyklen in den Wintern 1900/1901 (als Schrift im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert: Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verbältnis zur modernen Weltanschauung, GA 7) und 1901/1902 (als Schrift: Das Christentum als mystische Tatsache, GA 8; die Vorträge: Antike Mysterien und Christentum, GA 87) eine Art Mittelpunkt zur Sammlung der theosophischen Kräfte in Deutschland entstanden sei, von dem 5 Zu den Vorgängen um die Gründung der Sektion siehe u.a. RudolfSteiner/Marie Steiner-uon Siuers: Briefwechsel und Dokumente 1901-1925, GA 262, Dornach S. 44 f. - Aufgrund von Uneinigkeiten gab Rudolf Steiner 1905 die Leitung der DTG ab und gründete den eigenen ·Besant-Zweig·. Die DTG wurde im Januar 1906 aufgelöst. Der «Besant-Zweig· legte im Sommer 1912 diesen Namen ab und firmierte ab da unter ·Bcrlincr Zwcig·, ab 1913 dann als Berliner Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft. Rudolf Steiner und Marie Steiner-von Sivers blieben die Leiter dieses Urzweiges der anthroposophischen Bewegung, bis Rudolf Steiner bei der Neubildung der Gesellschaft zu Weihnachten 1923 als Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft mit Sitz am Goethcanum, Dornach bei Basel, deren erster Vorsitzender wurde und seinen Hauptwohnsitz endgültig von Berlin nach Dornach verlegte. Der Berliner Zweig hatte von Herbst 1903 bis Mai 1909 sein Domizil in Berlin, im Hinterhaus der Motzstraße 17, einem großen Gebäude, in dem sich sowohl die Geschäftsstelle der Deutschen Sektion, der Verlag für das Schrifttum Rudolf Steiners als auch seine und anderer Mitarbeiter Wohnungen befanden. Am 5. Mai 1909 wurde ein längst notwendig gewordenes größeres Zweiglokal in der Geisbergstraße 2 von Rudolf Steiner feierlich eingeweiht. 6 Im Januar 1902 wurde Rudolf Steiner Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (Mitgliedsnummer 20952). Graf Brockdorff schrieb ihm aus diesem Anlass am 15. Januar 1902: ·Sehr geehrter Herr Dr. Steiner! Im Namen der D.[eutschen] T.[heosophischen] G.[esellschaft] und im Namen des Sccretärs der Europäischen Section der T.[heosophischcn] G.[csellschaft], Mr Bertram Kcightky, der über Ihr Buch <Mystik> sehr erfreut ist, was ich ihm zustellen ließ, begrüße ich Sie als Mitglied unserer Gesellschaft. Sie sind es im Herzen bis jetzt gewesen, nun sind Sie es auch in Wirklichkeit!· (RSA 086/II).  aus eine Grundlage für die spätere Scktionsgriindung geschaffen worden sei.' Am 19. Oktober 1902 erfolgte die Gründung der ·Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft· (siehe im vorliegenden Band S. 49f.). Im Juni 1902 schrieb Gräfin von Brockdorff im «Vähan»: «In seinem Geiste und mit seiner Zustimmung werden wir jetzt auch die Förderung der Deutschen Sektion weiter betreiben helfen, da wir in Dr. Steiner einen Mann fanden, der schon seitjahren mit uns arbeitet und bald zeigen wird, dass er die Saat, welche Dr. Hübbe-Schleiden ausstreute, weiter der Reife entgegenführen wird»' Rudolf Steiner kommentierte diese Phase des Eintritts in die Theosophische Gesellschaft rückblickend aus dem Jahr 1918: ·Es muss immer wieder betont werden, weil das immer wieder verkannt wird, dass ich niemals irgendwie gesucht habe Anschluss an die Theosophische Gesellschaft. So albern es klingt: die Theosophische Gesellschaft> hat Anschluss an mich gesucht»' Nach anfänglicher Einvernehmlichkeit offenbarten sich spätestens ab ca. 1907 Differenzen zwischen Rudolf Steiner und Annie Besant. Steiners Theosophie betonte vor allem die Methode zur Erlangung übersinnlicher Erkenntnisse. Hierbei bezog er sich vor allem auf das in der esoterisch-christlichen Tradition fußende Rosenkreuzertum, das er als spezifisch westlichen Einweihungsweg verstand. Die mit der Begründung des ·Ordens des Sterns im Osten» von Leadbeater und Besant betriebene Proklamierung Krishnamurtis als ·wiedergeborenem» Wekenlehrer (Maitreya, Bodhisattva, Messias oder Christus), damit verbundene Streitigkeiten, Intoleranzen und Intrigen'° sowie die Absage des für September 1911 geplanten europäischen Kongresses in Genua führten 1912/1913 schließlich zur Abtrennung der «Anthroposophischen Gesellschaft» von der ·Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft». Die Bildung der ·Anthroposophischen Gesellschaft» vollzog sich in suchenden Etappen. Als erster Versuch mag die letztlich nicht geglückte Stiftung einer ·Gesellschaft für theosophische Art und Kuns> vom 15. Dezember 1911 genannt werden." Parallel dazu, einen Tag später wurde auf die Initiative von 7 Siehe Vortrag vom 25. Juni 1906 im vorliegenden Band. 8 Aus: Der Väban, Jahrgang III. Nr. 12/1902, S. 188. 9 Aus dem Vortrag vom 27. Oktober 1918 in: Gescbicbtlicbe Symptomatologie, GA 185, Dornach 1982, S. 144. 10 Zum Beispiel versuchte der von Annie Besant zum Vertreter der Deutschen Sektion im General Council in Adyar berufene John H. Cordes durch Bernhard Hubo von Rudolf Steiner ·so viel wie möglich private und intime Neuigkeiten zu bekommen». Bernhard Hubo wehne sich gegen diese Instrumentalisierung und machte dieses Vorgehen öffentlich. Siehe Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosopbbcben Gesellschaft, Nr. 14/1912: S. 9. - Siehe auch das Rundschreiben von Rudolf Steiner vom 14. November 1912 in: Schriften zur Geschichte derAnthroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925; GA 37, Basel 2019, S. 175 f. 11 Siehe Vortrag vom 15. Dezember 1911 im vorliegenden Band.  Carl Uriger (1878-1929) der sogenannte «Bund» begründet; aber auch diesem war offenbar keine dauerhafte Existenz vergönnt. Nach der Uraufführung von Rudolf Steiners drittem Mysteriendrama «Der Hüter der Schwelle» in München am 24. August 1912 fand am 26. August 1912 die erste Generalversammlung dieses Bundes mit ca. 800 Teilnehmenden statt. Es ging dort auch um die Frage nach dem zukünftigen Namen des Bundes. In diesem Zusammenhang muss Rudolf Steiner den Namen «Anthroposophische Gesellschaft» vorgeschlagen haben. In der Zusammenkunft vom 31. August 1912 wurde verkündet: ·Der <Bund> sollte unter dem Namen <Anthroposophische Gcscllschäft> konstituiert werden, die Geschäftsführung sollte ein Vorstand, bestehend aus Carl Uriger (Präsident), Marie von Sivers (erste Vizepräsidentin) und Michael Bauer (zweiter Vizepräsident), iibcrnchmcnm" Marie Steiner sah rückblickend in diesem Bund durchaus die Grundlage der Anthroposophischen Gesellschaft: «Am 28. Dezember 1912 [wurde] in Köln, vor Beginn des Vortragszyklus Die Bbagauad Gita unddie Paulusbriefe ohne Feierlichkeit durch die Aufnahme der ca. 300 Teilnehmer die ·Anthroposophische Gesellschaft> gegründet.»" Diesem mehr formalen Akt wurde am 29. Dezember 1912 eine feierliche Zusammenkunft in den Räumen des KÖlner Zweiges zugeeignet. Wilhelm Hiibbe-Schleiden begründete im August 1912 den sogenannten «Undogmatischen Verband». Im auf den 1. September 1912 datierten Anhang zu seiner Broschüre ·Die Botschaft des Friedens» spricht er bereits von den ·Anhängern der Anthroposophischen Gesellschaft·." Am 15. April 1916 äußerte sich Rudolf Steiner wie folgt zur Namensfrage: ·Als vor einigen Jahren die Frage war: Wie soll die Gesellschaft heißen, innerhalb welcher diese Geistesforschung, die hier gemeint ist, gepflegt wird? Am liebsten hätte ich [...I dazumal diese Gesellschaft <Go«hc-Gcsdlschäft> benamt gefunden, wenn nicht der Name schon vergeben gewesen wäre an eine andere Goethe-Gesellschaft. Sie wurde mit dem Namen <Anthroposophische Gcscllschäft> benamt - aber aus guten Gründenm" Am 8. April 1921 führte Rudolf Steiner zur Frage der Kontinuität zwischen ·Buncb und ·Anthroposophischer Gesellschaft» aus: «Es wurde nämlich gesagt, aus dieser Arbeit, die dazumal in jener Nacht so rastlos verübt worden ist, sei dann die Anthroposophische Gesellschaft hervorgegangen. - Nein, davon kann gar nicht die Rede sein: Aus jener Nacht und aus jener Bundesbe12 Karl Heyer: Notizen Zusammenkunft München, 31. August 1912, Manuskript, Archiv am Goetheanum. 13 Aus: Marie Steiner: Briefe und Dokumente, Dornach 1981, S. 48. 14 Wilhelm Hiibbe-Schkiden: Die Botschaft des Friedens, Anhang vom I. September 1912, Leipzig 1912, S. 41. 15 Rudolf Steiner Aus dem mitteleuropäischen Geistesleben, GA 65, Dornach 2000, Vortrag vom 15. April 1916: «Leib, Seele und Geist in ihrer Entwicklung durch Geburt und Tod und ihre Stellung im Weitab, S. 673 f.  griindung ist nämlich gar nichts hervorgegangen! [...I Es wurde zwar dazumal viel geredet, was zu tun sei, aber geworden ist gar nichts daraus. I...] Das, was dazumal getan worden ist, war, dass diejenigen, die in unserer anthroposophischen Arbeit schon drinnengestanden haben, die also schon bei uns waren, dass die - ganz abgesondert von dieser Bundesgriindung - die Anthroposophische Gesellschaft gegründet haben, die sich dann weiterentwickelt hat, während der ·Bund· aus einem sanften Schlaf allmählich in den sozialen Tod, sagen wir, übergegangen ist. Also, es wäre ein kleiner Irrtum!»'6 Was als ·Anthroposophische Gesellschaft· aus dem ·Bund· hervorging, das ist - folgt man diesen rückblickenden Äußerungen Rudolf Steiners - nicht die «Anthroposophische Gesellschaft», die dann im Dezember 1912 in Köln zunächst begründet und durch die Generalversammlung im Februar 1913 bestätigt wurde. So schreibt Rudolf Steiner in einem ·Statuten-Entwurf der Anthroposophischen Gesellschaft»: ·Die Begründung der Gesellschaft hat sich dadurch vollzogen, dass ein Gründungskomitee von drei Persönlichkeiten, nämlich Dr. Carl Uriger, Fräulein Marie von Sivers und Michael Bauer, zunächst die Gesamtleitung der Anthroposophischen Gesellschaft übernommen habem»" Diese Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft fand durch die InitiativTat der drei genannten Persönlichkeiten am 8. Dezember 1912 in Berlin statt. Die erste Ankündigung einer zu vollziehenden Gründung einer Anthroposophischen Gesellschaft ist für den 24. Dezember 1912 in einem Weihnachtsvortrag für Mitglieder in Berlin belegt (im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in: Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege derSeele zu Christus, GA 143). Diese drei Persönlichkeiten waren auch Mitglieder im Vorstand der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, der insbesondere auf die Initiative von Mathilde Scholl auf den 8. Dezember 1912 in Berlin versammelt worden war. Der Vorstand entschloss sich selben Tags aufgrund der vorhergehenden Dissonanzen zwischen der Deutschen Sektion und der Leitung in Adyar dazu, ein Telegramm an den Sekretär des ·Genera1 Councib zuhanden der 37. Generalversammlung in Adyar zu senden. Der Inhalt bestand in der Aufforderung zum Rücktritt von Annie Besam. Die letztliche Antwort aus Adyar war der Ausschluss der Deutschen Sektion, die seitens der Leitung in Adyar am 7. März 1913 offiziell vollzogen wurde, indem Annie Besant Rudolf Steiner die Stiftungsurkunde der Deutschen Sektion entzog. Knapp 90 Prozent der Mitgliedschaft der Deutschen Sektion (ca. 2400 Mitglieder) traten zur Anthroposophischen Gesellschaft über." 16 Rudolf Steiner: Soziale Ideen - Soziale Wirklichkeit - Soziale Praxis, Bd. II, GA 337b, Dornach 1999, Abenddisputation vom 8. April 1921, S. 259f. 17 Undatiert [ca. 8. Dezember 1912], handschriftliches Manuskript, Rudolf Steiner Archiv, Standort 069/IV. Das ·habcn· am Ende des Zitates so im Original. 18 Zum genauen Ablauf des Griindungsgeschehens für die Anthroposophische Gesellschaft siehe: Alexander Lüscher Materialien zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1912/1913·, Arcbiumagazin, Nr. 1, S. 26-99.  Wilhelm Hiibbe-Schleiden bemühte sich nun - autorisiert von Annie Besant - mit den verbleibenden etwa 320 Mitgliedern um eine Neugründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Mit dem Tod von Wilhelm Hiibbe-Schleiden am 17. Mai 1916 beginnt ein neuer Abschnitt der Geschichte der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland, der hier nicht weiterverfolgt werden soll. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts existieren weiterhin in Deutschland einerseits die ·Theosophische Gesellschaft in Deutschland eV.» in der Nachfolge von Franz Hartmann und damit in der Anbindung an die Theosophische Gesellschaft in Amerika und andererseits die «Theosophische Gesellschaft Adyar in Deutschland cV.», die- wie der Name sagt- mit der theosophischen Zentrale in Adyar verbunden bleibt. Dissonanzen, Streitigkeiten und Affären Die Geschichte der Theosophischen Gesellschaft ist von Beginn an mit Auseinandersetzungen, Streitigkeiten und Skandalen verbunden. Für den Zeitraum, der durch den vorliegenden Band abgedeckt wird (bis Februar 1913), sind vor allem die folgenden, weitgehend chronologisch aufgeführten und kurz erläuterten Begebenheiten relevant. Die Coulomb-Affäre 1884 erschien im Madras Christian College Magazine ein Artikel unter dem Titel Tbc Collapse ofKoot Hoomi, in welchem Blavatsky Betrug im Zusammenhang mit den sogenannten Meister-Briefen unterstellt wurde. Die MeisterBriefe sollen durch die spirituelle Vermittlung von H. P. Blavatsky verschiedenen Persönlichkeiten in ihrem Umfeld zugekommen sein. Bekannt wurden vor allem die Briefe, die an A. P. Sinnett (1844-1908) «adressiert» waren. Sinnett und seine Frau erhielten zwischen 1880 und 1885 solche Briefe. A. P. Sinnetts Bücher Tbe Occult World und Esoteric Buddbism gehen weitgehend auf diese Briefe zurück. Ein Großteil der Meister-Briefe wird gegenwärtig in 18 Aktenordnern in der Manuskript-Abteilung des British Museum in London aufbewahrt. Die Briefe sollen u.a. in einem Wand-Schrein von Blavatskys Wohnung in Adyar ·erschienen» sein. Die Autorschaft dieser Briefe wurde den «Meistern» Koot Hoomi und Morya zugeschrieben." Der besagte Artikel behauptete nun, dass diese angeblichen Meisterbriefe in Wirklichkeit von Blavatsky selbst verfasst worden seien. Hierfür bezog sich der Artikel auf Aussagen des Haushälterehcpaares von Blavatsky, Emma und Alexis Coulomb. Blavatsky widersprach diesen Anschuldigungen zuerst entschieden, unterließ jedoch auf Anraten 19 Zu den Meistern: Siehe Hinweis zu S. 58  Olcotts und anderer rechtliche Schritte. Die Coulomb-Affäre beschädigte das Ansehen Blavatskys und damit der Theosophischen Gesellschaft massiv. Blavatsky musste regelrecht aus Adyar - in der Begleitung von Franz Hartmann - nach Europa flüchten. Im Dezember 1885 traf der - u.a. von Olcott selbst in Auftrag gegebene Abschlussbericht der Societyfor Psycbical Research (SPR) ein, der an die Coulomb-Affäre anschloss und die Vorwürfe gegen Blavatsky bekräftigte. Dieser sogenannte Hodgson Report stützte sich auf Untersuchungen, die Richard Hodgson (1855-1905, australischerjurist und Parapsychologe) im Auftrag der SPR in Adyar durchgeführt hatte. Auch dieser Bericht stellte die Meisterbriefe als Fälschungen dar, sie seien teils von Blavatsky selbst, teils von einer anderen Person angefertigt worden und über geheime Schiebetüren in den Wandschrein eingelegt worden. Erst 1986, also gut 100Jahre später, publizierte die SPR eine neuerliche Untersuchung, nun von Vernon Harrison (1912-2001), nach der sowohl die Anschuldigungen der Coulombs als auch Hodgsons Schlussfolgerungen als untauglich zu betrachten seien und die Affäre eine neuerliche Prüfung verlange (siehe hierzu: Vernon Harrison: H. P. Blauatsky und die SPR. Eine Untersuchung des Hodgson-Bericbts aus demJahre 1885. University of Carolina 1997, 78 S.) Rudolf Steiner selbst legte die Coulomb-Affäre auch als Betrug an H. P. Blavatsky aus. Siehe hierzu das Kapitel ·Vorbemerkungen des Flerausgebers» in: Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264. DerJudge-Case Missverständnisse und Machtinteressen in den Jahren 1891 bis 1894 zwischen Henry Steel Olcott, Annie Besant und William Quan Judge führten dazu, dass am 28. April 1895 aus der vormaligen Theosophischen Gesellschaft (TG) zwei theosophische Gesellschaften hervorgingen: die Theosophische Gesellschaft in Amerika (TGinA) und die Theosophische Gesellschaft Adyar (TG Adyar). Damit verbunden waren wiederum Streitigkeiten um Meisterbriefe (Authentizität, Referenzierbarkeit). - Siehe hierzu auch die Bemerkungen von Rudolf Steiner im Vortrag vom 15. Juni 1923, in: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft, GA 258. Der Posten des designierten Generalsekretärs der Deutschen Sektion Als sich ca. 1901 die Gründung einer Deutschen Sektion abzuzeichnen begann, lief auch die Suche nach einem geeigneten Generalsekretär an. Ambitioniert waren vor allem Richard Bresch (Lebensdaten unbekannt), Günther Wagner (1842-1930) und Bernhard Hubo (1851-1934). Ludwig Deinhard (1847-1917)  war angefragt worden, schwieg aber zu der Anfrage. Wilhelm Hiibbe-Schlciden wollte das Amt nicht übernehmen. In dieser Lage schlug Graf Brockdorff Rudolf Steiner als Generalsekretär vor. In einem Brief vom 14. März 1913 an Hiibbe-Schleiden erinnert sich Brockdorff: ·Bei der Gründung der Sektion habe ich nur vorbereitet, damit Hubo nicht gewählt würde, und war ich es deshalb, der Dr. Steiner den Herrn Engel, Bresch etc. vorschlug und da Sie Herr Dr. es durchaus nicht werden wollten, wurde Dr. Steiner gewählt.»" Das Verhältnis von Richard Bresch, Bernhard Hubo, Wilhelm Hübbe-Schleiden und teils auch von Ludwig Deinhard zu Rudolf Steiner war von Beginn an eher reserviert. Das Verhältnis von Rudolf Steiner und Richard Bresch verschlechterte sich darüber hinaus durch die Dissonanzen um die beiden Zeitschriften ·Der Vähan» (Redakteur: R. Bresch) und «Lucifer» (bzw. «Luzifer - Gnosis»; Herausgeber: Rudolf Steiner; siehe auch weiter unten). In der Generalversammlung der Deutschen Sektion von 1905 sprach sich Richard Bresch explizit gegen die Wiederwahl Rudolf Steiners zum Generalsekretär aus (siehe im vorliegenden Band Seite 212 f.). Die Gründung eines eigenen Besant-Zweiges und die daraus folgende Auflösung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) in Berlin Als Rudolf Steiner 1902 die Leitung der 1894 begründeten «Ijeutschen Theosophischen Gesellschaft· (DTG) in Berlin übernahm, kam dieser in Bezug auf die theosophische Bewegung in Deutschland eine richtungsweisende Bedeutung zu. Der Zweig diente zu dieser Zeit noch als eine Art Zentrum für die Theosophen in Deutschland und hatte daher auch viele auswärtige Mitglieder. Nach der Gründung der Deutschen Sektion am 20. Oktober 1902 hieß die DTG auch «Berliner Zweig der Theosophischen Sektion Deutschlands·. Uneinigkeiten über Stil und Ambitionen der Versammlungen führten schließlich dazu, dass sich 1905 Rudolf Steiner, Marie von Sivers und Friedrich Kicin (?-1933) aus der Leitung der DTG zurückzogen und einen eigenen Zweig, den Besant-Zweig, gründeten (siehe hierzu die Notizen zur Generalversammlung der DTG am 22. Januar 1905 und zur außerordentlichen Generalversammlung der DTG am 5. Februar 1905 im vorliegenden Band, S. 173 f.). Dies und die Gründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar führten dazu, dass die DTG sich schließlich imJahr 1906 auflöste. Der ·BesanrZweig» wiederum legte im Sommer 1912 (als die Diffcrenzen mit Annie Besant im Zusammenhang mit der Krishnamurti-Affäre und der Gründung des Ordens des Sterns im Osten zunahmen) diesen Namen ab und firmierte ab da unter ·Berliner Zweig», ab 1913 dann als «Berliner Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft». In den Auseinandersetzungen des Jahres 1912/13 begründete sich vonseiten der Besam-treuen Mitglieder in Berlin eine neue Besant-Loge, die für 20 Zitiert nach Norbert Klau: Theosophie undAnthroposopbie, Göttingen 1993, S. 75.  die, für den Februar 1913 vorgesehene Generalversammlung einen Antrag um Anschluss an die Deutsche Sektion stellte. (Siehe im vorliegenden Band S. 569f.). Fuente-Vermächtnis Die Erbschaft eines gewissen Don Salvador de la Fuente (Lebensdaten nicht bekannt) wurde zu einem Streitpunkt für einige Repräsentanten der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft um Richard Bresch. Don Salvador de la Fuente vermachte im Jahr 1900 die Hälfte seines Vermögens der Theosophischen Gesellschaft Adyar und verfügte, dass der Betrag zwischen der Theosophischen Bibliothek Adyar (Olcott) und dem Central Hindu College (Besant) aufgeteilt werden sollte. Bezüglich dieser Verwendungsverfiigung bzw. der Kommunikation zu diesem Thema bezichtigte Richard Bresch Besant und Olcott der Verschleierung. (Siehe hierzu auch die Ausführungen Rudolf Steiners vom 2. August 1905 in Schriften zur Geschichte der antbroposophiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 115 f. Siehe im vorliegenden Band den Bericht zur Generalversammlung 1905, S. 212 f.) Die Theosophische Bibliothek in Berlin Die Anfänge der Theosophischen Bibliothek sind unklar. Sie gehörte wohl von Beginn an der DTG. Aus einem Benefiz-Vortrag (Datum nicht bekannt) von Emanuel Reicher (1889-1924) floss der Bibliothek ein großer finanzieller Betrag zu. Da Reicher sich in der Öffentlichkeit offenbar nicht mit der theosophischen Bewegung in Verbindung bringen lassen wollte, wurde der Name der Bibliothek in ·Bibliothek für vergleichende Religionswissenschaft» abgeändert und das Eigentumsrecht und die Verwaltung einer Kommission übertragen, welche aus Gräfin und Graf Brockdorff, Hermann Krecke (1852-1904), Emanuel Reicher und Wilhelm Hiibbe-Schkiden bestand. Die Geschichte der DTG und ihrer Bibliothek ist eng mit dem Ehepaar Gräfin Sophie von Brockdorff (1848-1906) und Graf Cay Lorenz von Brockdorff (1844-1921) verbunden. Abgesehen von ihrem leitendenden Engagement für die DTG stellten sie ihre Räumlichkeiten und auch die im alltäglichen Sprachgebrauch weiterhin als ·Theosophische Bibliothek» bezeichnete Bibliothek zur Verfügung. Offiziell wurde diese am 15. Oktober 1897 eröffnet. Die Räumlichkeiten der Bibliothek befanden sich zuerst an der Flemmingstr. 2 (Hof, Parterre). Im Oktober 1899fand der Umzug der Bibliothek nach Alt-Moabit 97 (Hofpavillon) statt, der damaligen Adresse der Brockdorffs. Ab 1. April 1901 ist die neue Adresse der Brockdorffs Kaiser-Friedrich-Str. 54a in Charlottenburg, wohin ab März 1901 auch die Bibliothek transferiert wurde. Im Frühjahr 1903 wurde die Bibliothek schließlich zu Clara Motzkus (?-1916) in die Schliiterstr. 2 verlegt. In der Bibliothek der Brockdorffs fanden vor kleinem Publikum regelmäßig Vorträge und Diskussionen über theosophische und philosophische Themen  statt. Ende 1902 übersiedelten die Brockdorffs nach Meran und vermachten die Theosophische Bibliothek der DTG, laut Aussage von Rudolf Steiner am 22. Januar 1905 (siehe S. 173 f. im vorliegenden Band) mit der Auflage, dass Marie von Sivers die Bibliothek in ihr Haus aufnehme. Mit der Gründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft im Jahr 1902 sollte auch die Brockdorff'sche Theosophische Bibliothek von der DTG auf die Theosophische Gesellschaft übertragen werden (siehe Protokoll zur Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 22. Oktober 1905 im vorliegenden Band, S. 212 f.). Diese Übertragung verlief nicht reibungsfrei (siehe hierzu u. a. das entsprechende Rundschreiben Rudolf Steiners an die Vorstandsmitglieder vom Oktober 1906, abgedruckt in Schriften zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellscbaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 128 f.). Indem Graf Brockdorff bereits 1906 die Theosophische Bibliothek auf Günther Wagner überschrieb, und dieser die Bibliothek wiederum der Deutschen Sektion überantwortete und dadurch lebenslanger Verwalter der Bibliothek wurde (siehe im vorliegenden Band S. 285 f.), konnte die Bibliothek den Übergang in die Anthroposophische Gesellschaft mitvollziehen, sehr zum Leidwesen u.a. Wilhelm Hübbe-Schleidens (siehe hierzu u.a. Norbert Klatt: Theosophie undAntbroposopbie, Göttingen 1993, S. 124). Die Leadbeater-Affäre Charles Webster Leadbeater (1847-1934), Priester, Theosoph und Okkultist. Entdecker des Krishnamurti und Initiator des Ordens «Stern des Ostensm Leadbeater hatte- von ihm offenbar nie bestritten- jungen Theosophen Masturbation als Hilfsmittel empfohlen, um erotische Phantasien beherrschbar zu machen. Das Bekanntwerden solcher Empfehlungen Anfang 1906 zog den Vorwurf homosexueller Beziehungen zu seinen Schülern nach sich. Anfang Mai 1906 trat Leadbeater aufgrund eines Ehrengerichtsverfahrens aus derTheosophischen Gesellschaft Adyar aus, um weiteren Schaden von ihr abzuwenden. Dieses Gerichtsverfahren und ein zweites endeten allerdings mit Freispruch Leadbeaters. Annie Besam setzte entgegen ihrem eigenen vormaligen Handeln im Jahr 1906 und gegen den Widerstand zahlreicher Theosophen im Januar 1909 die Wiederaufnahme Leadbeaters in die Theosophische Gesellschaft durch (siehe hierzu auch im vorliegenden Band auf den Seiten 569f.). Im Zusammenhang mit der Krishnamurti-Affäre (s.u.) wurde das Thema erneut virulent, nachdem der Vater von Krishnamurti und dessen Bruder Nitya erfahren hatte, dass Leadbeater den beiden Jungen als moralisch verwerflich geltende Praktiken beigebracht habe (siehe hierzu auch im vorliegenden Band S. 234 f., 262 f., 266f., S. 296f.). Im Jahr 1916 war Leadbeater an der Gründung der Liberal Catholic Church beteiligt, in der er das Amt eines Bischofs bekleidete. Rudolf Steiner äußerte sich über Leadbeater z.B. in verschiedenen Briefen. (Siehe Zur Gescbicbte und aus  den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, 2. Aufi. Dornach 1996, S. 275-285) Rudolf Steiner war einer der wenigen, die sich im Jahr 1906 nicht gegen Leadbeater wandten. Als imJahr 1908 auf Veranlassung von Annie Besant eine Abstimmung unter den Generalsekretären zur Wiederaufnahme Leadbeaters in die Theosophische Gesellschaft stattfand, musste Steiner darauf insistieren, dass er sich diesbezüglich der Stimme enthalte. Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 8. Dezember 1912 heißt es diesbezüglich: ·Dr. Steiner wünschte dabei mit Stimmenthaltung zu figurieren. Mrs Besant schrieb aber zurück, ich werde Ihre Stimme <dafür> nehmen, was Dr. Steiner [per Telegramm] aber ablehnte.» (Siehe hierzu im vorliegenden Band S. 569£). Die Olcott-Nachfolge Nach Henry Steel Olcotts Tod am 17. Februar 1907 bewarb sich neben Annie Besam zunächst auch Bertram Keightley, der englische Generalsekretär um die Nachfolge des Präsidentenamtes der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Bertram Keightley zog allerdings seine Kandidatur wieder zurück. Henry Steel Olcott hatte vor seinem Ableben - den Statuten gemäß - eine NachfolgeEmpfehlung gegeben. Der Vorschlag Olcotts lautete auf den Namen Annie Besant. Was allerdings Verwirrung und Entrüstung stiftete, war, dass Olcott diese Proklamierung okkult begründete. Die Meister K. H. und M. hätten ihm diese Nachfolge-Empfehlung geraten; des Weiteren hätten sie ihm nahegelegt, die Angelegenheit Leadbeater, die zu hastig erledigt worden sei, zu bereinigen. Vor allem Rudolf Steiner monierte diesen Bezug auf die Meister als unstatthaft. (Siehe hierzu auch Schriften zur Geschichte deranthroposopbischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 133 f.) Hugo Vollrath-Affäre Hugo Vollrath (1877-1943), theosophischer Buchhändler und Verleger (Theosophisches Verlagshaus) in Leipzig. Auf der Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 wurde er aus der Deutschen Sektion ausgeschlossen. 1911 wurde er von Annie Besant zum Sekretär des Ordens «Stern im (Jsten» für Deutschland ernannt, was jedoch bald darauf wieder von ihr selbst annulliert wurde. Zur Generalversammlung im Dezember 1911 stellte Vollrath den Antrag auf Wiederaufnahme in die Sektion, welcher abgelehnt wurde. - Die Berichte zur siebten Generalversammlung am 26. Oktober 1908 und der zehnten Generalversammlung am 10. Dezember 1911 der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft im vorliegenden Band (S. 345 f. und S. 569 f.) geben ein beredtes Zeugnis von der Hugo-Vollrath-Affäre. (Siehe auch Schriften zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 175 f., S. 243 f., S. 264f.)  Die Krishnamurti-Affäre und der ·Drden des Sterns im Osten» Der ·Order of the Star in the East» (die deutschen Bezeichnungen variieren zwischen «Stern(en)orden», ·Drden vom Stern im Ostem, «Orden des Sterns im Osten» und ·Stern(en)bun&) wurde 1911 in der Nachfolge des von George Arundale (1878-1945) geleiteten «Order of the Rising Sun» (1910-1911) von Annie Besant gegründet. Er sollte dazu dienen, den von C. W. Leadbeater entdeckten indischen Knaben Jiddu Krishnamurti (1895-1986) unter dem Namen Alcyone als wiederverkörperten Weltlehrer zu etablieren. Der Orden war als irdisches Gefäß gedacht für das zu erwartende Wirken Krishnamurtis als Weltenheiland (Christus-Maitreya) ab seinem 33. Lebensjahr. Rudolf Steiners Ablehnung der Lehren dieses Ordens, die zunehmend zu denen der Theosophischen Gesellschaft wurden, führten zuerst zum Ausschluss der Mitglieder des Sterns des Ostens aus der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Letztendlich aber mündete diese Affäre 1913 in den Ausschluss der unter Rudolf Steiners Leitung stehenden Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft Adyar und damit zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft. Krishnamurti selbst distanzierte sich als Erwachsener von der ihm zugedachten Rolle und löste den Orden mit einer denkwürdigen Rede am 3. August 1929 auf. Die Absage des Kongresses in Genua 1911 Siehe hierzu die Ausführungen auf den S. 452 f. im vorliegenden Band. Stiftung einer Gesellschaft für Theosophische Art und Kunst Der Versuch der Stiftung einer Gesellschaft für Theosophische Art und Kunst ist im vorliegenden Band durch den Vortrag von Rudolf Steiner vom 15. Dezember 1911 (S. 574f.) dokumentiert. Der Versuch misslang nach Erinnerungen von Marie Steiner aufgrund des Verhaltens von Alice Sprengel (18711949), die unter Wahnvorstellungen litt. Rudolf Steiner hatte sie als «Siegdbewahrer» für die zu stiftende Gesellschaft nominiert. Sie wurde schließlich am 23. September 1915 aus der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen." 21 Näheres zu dieser Stiftungs-lnitiative Rudolf Steiners siehe: Robin Schmidt (Hrsg.): Gesellschaftfür Theosophische Art und Kunst - 1911, Dornach 2012.  Die Publikationsorgane The Theosophist Am 30. September 1879 von H. P. Blavatsky und H. S. Olcott begründetes, traditionsreiches Periodikum der theosophischen Bewegung, bis heute ohne Unterbrechung herausgegeben, Erscheinungsort: Adyar. Blavatsky war von 1879 bis 1885 Herausgeberin; danach übernahm Olcott in seiner Funktion als Präsident der Theosophischen Gesellschaft die Herausgabe. Später war der jeweilige Präsident der Adyar-Gesellschaft gleichzeitig auch Herausgeber vom «Theosophistm. Sphinx Von 1886 bis 1896 erschien unter der Herausgeberschaft von Wilhelm Hübbe-Schleiden die Zeitschrift «Sphinx», die sich als Monatsschrift für die geschichtliche und experimentale Begründung der übersinnlichen Weltanschauung auf monistischer Grundlage» verstand. Erscheinungsorte waren Braunschweig und Leipzig. Außer Wilhelm Hübbe-Schleiden waren Bekanntheiten wie Max Dessoir (1867-1947), Franz Hartmann, Carl Kiesewetter (1854-1895) und Carl du Prei (1839-1899) Autoren für die Sphinx. Von 1891 bis 1894 wirkte der Maler Fidus (Hugo Höppener, 1868-1948) als Illustrator für die Sphinx. Lotusblüthen Die von Franz Hartmann gegründete Theosophische Gesellschaft in Deutschland nutzte die bereits 1893 begründeten ·Lotusblütherr als eigenes Gesellschaftsorgan. Es erschien als Monatsblatt bis 1901. Ab 1908 firmierte es als ·Neue Lotusbliiten·, erschien zweimonatlich. Die Herausgabe wurde 1915 eingestellt. Erscheinungsort: Leipzig. Kleine Mitteilungen Dem Bedürfnis nach schriftlicher Information der Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland kam anfangs Graf Brockdorff mit seinen ·Kkinen Mitteilungen der DTG» in Form von hektografierten Schreiben nach, die monatlich erschienen. Die erste Nummer trägt das Datum Juni 1897. Graf Brockdorff war der geschäftsführende Sekretär des Berliner Zweiges der Europäischen Sektion (DTG), der eine Art Zentrum für die deutschen Theosophen bildete. Nomineller Vorsitzender war der bei Hannover lebende Wilhelm  Hiibbe-Schleiden von 1897 bis Anfang 1902, als Rudolf Steiner den Vorsitz übernahm." The Vähan, Der Vähan ·The Vähan· wurde von Walter Gorn Old (1864-1929) und George Robert Stow Mead (1863-1933) in London herausgegeben. Die Zeitschrift bestand von 1890 bis 1920. Das Wort «Vähan» kann mit Mittler, Träger oder Vehikel übersetzt werden. Die deutsche Ausgabe ·Der Vähan» erschien von 1899 bis 1906. «I)er Vähan» war eine Initiative des Grafen Brockdorff und wurde von einigen vermögenden Mitgliedern unterstützt. Die Herausgabe wurde Richard Bresch in Leipzig übertragen. Am 15. Juli 1899 erschien die erste Nummer ·Der Vähan. Autorisierte deutsche Ausgabe. Zeitschrift für Theosophie, Organ der Theosophischen Gesellschaft». Dieser deutschsprachige ·Vähan» war in der Ausstattung eine Kopie seines Vorbildes, des englischen ·Vähan». Er brachte vorwiegend Übersetzungen von Artikeln aus seinem englischen Vorbild, aber auch aus der ·Theosophica1 Revkw». Die «Kleinen Mitteilungen der DTG· wurden hier als eine eigene Sparte weitergeführt. Als Richard Bresch 1905 aus der Theosophischen Gesellschaft austrat, konnte auch der ·Väham nicht mehr als Gesellschaftsblatt fungieren. Lucifer / Thc Thcosophical Review «Lucifer» wurde von Helena Petrovna Blavatsky begründet. Die erste Ausgabe erschien am 15. September 1887 in London. Nach der Ausgabe März-August 1897 erfolgte die Umbenennung in «The Theosophical Review·. Bis 1889 war Mabel Collins (1851-1927) stellvertretende Herausgeberin, danach übernahm diese Aufgabe Annie Besant, die nach Blavatskys Tod 1891 zur Herausgeberin avancierte. Von 1889 an half auch G. R. S. Mead mit, der im September 1897 die Verantwortung als Herausgeber des «Lucifer» übernahm und die Umbenennung in «Theosophical Review» lancierte. Luzifer / Lucifer - Gnosis Mit der Gründung der Deutschen Sektion war ein Konflikt über die Herausgeberschaft des ·Vähan» verbunden. Wilhelm Hübbe-Schkiden und Graf Brockdorff vertraten den Standpunkt, dass Rudolf Steiner als Generalsekretär die Zeitschrift der Sektion herauszugeben habe. Hinzu kam, dass viele Mitglieder 22 Sowohl für die ·Kleinen Mitteilungen» als auch für den deutschen ·Vähan· wird in den Quellen auch Gräfin Brockdorff als Herausgebende bzw. Verantwortliche genannt.  mit Bresch als Herausgeber unglücklich waren. Dieser lehnte aber die Abgabe der Herausgeberschaft des «Vähan» ab. Da an diesem Problem die ganze Sektionsgriindung zu scheitern drohte, kam es zu einem Kompromiss: Richard Bresch sollte den «Vähan» weiterführen, und Rudolf Steiner sollte eine neue Monatsschrift ins Leben rufen. Dafür hatte er die Unterstützung der prominenten Mitglieder, insbesondere auch die der Gräfin Brockdorff (siehe auch den Bericht zur Bildung der Deutschen Sektion am 18. und 19. Oktober 1902 im vorliegenden Band, S. 49f.). Im Juni 1903 brachte Steiner mit finanzieller Unterstützung der Brockdorffs die erste Ausgabe von «Luzifer - Zeitschrift für Seelenleben und Geisteskultur - Theosophie» heraus. Der Titel der Zeitschrift wurde in Anlehnung an die von Helena Petrovna Blavatsky begründete englische Zeitschrift «Lucifer» gewählt und bezog sich auf die wörtliche Bedeutung des Wortes «Luzifer», also «Lichtbringer». Nach sieben Ausgaben erfolgte die Vereinigung des ·Luzifer» mit der von Wiener Theosophen herausgegebenen okkulten Zeitschrift «Gnosis·. AbJanuar 1904 erschien sie unter dem Titel als «Lucifer - Gnosis». Bezüglich des Titels berichtete Rudolf Steiner im Vortrag vom 15. Juni 1923 rückblickend, dass er die Verbindung der beiden Zeitschriften «dadurch habe ausdrücken wollen, dass ich der neueren Zeitschrift den Titel habe geben wollen: Luzifer mit der Gnosis. Ja, das hat zum Beispiel Hiibbe-Schleiden ganz und gar nicht zugelassen.»23 Rudolf Steiner wollte in diesem Periodikum seine Sicht der theosophischen Lehre und Erkenntnisse darlegen und trat damit gewissermaßen in Konkurrenz zum bereits bestehenden Organ «Der Vähanm Die letzte Ausgabe von ·Lucifer - Gnosis» erschien im Mai 1908. Erscheinungsort war Berlin. Diese erste von Rudolf Steiner herausgegebene geisteswissenschaftliche Zeitschrift erschien von Juni 1903 bis Mai 1908 mit insgesamt 35 Nummern: , uni 1903 - Dezember 1903: Luzifer, Nr. 1-7 anuar 1904: Luzifer mit der Gnosis, Nr. 8 "ebruar 1904 - Oktober 1905: Nr. 9-29. Ende 1905 und Mai 1908: Nr. 30-35: ohne Monats- und Jahresangabe; unregelmäßiges Erscheinen. Zwischen 1907 und 1909 erschienen Sonderdrucke der Hefte Nr. 8-35, in denen ausschließlich die Beiträge Rudolf Steiners aus den entsprechenden Heften abgedruckt waren. Gleichzeitig sammelte Rudolf Steiner auch seine Aufsatzfolgen «Aus der Akasha-Chronik» und «Die Stufen der höheren Erkenntnis» in selbstständigen Sonderdruck-tieften. Neben den Hauptbeiträgen Rudolf Steiners wurden in dieser Zeitschrift auch viele Arbeiten anderer namhafter Autoren abgedruckt. Regelmäßig wurden auch die von Marie von Sivers angefertigten Übersetzungen der Werke Edouard SchurCs veröffentlicht. Daneben erschienen in den Heften Beiträge 23 Aus dem Vortrag vom 15. Juni 1923 in: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verbältnis zurAntbroposopbiscben Gesellschaft, GA 258, Dornach 1981, S. 119f.  von theosophischer Seite. (Zur Geschichte dieser Zeitschrift siehe auch Rudolf Steiner: Mein Lebensgang, GA 28, Kapitel XXXII, und den Aufsatz von Karl Boegner: ·Rudolf Steiner als Herausgeber und Redakteur von <Lucifer- Gnosis>. Eine Dokumentation zum anthroposophischen Frühwerk 1902-1908», in: Die Drei, Nr. 9/1985, S. 619-641. Theosophie Von Hugo Vollrath redigierte und verlegte Monatsschrift «Theosophie- Zentralorgan der theosophischen Bewegung in den deutschsprechenden Ländern», herausgegeben von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft (T. G.). Erscheinungsort: Leipzig; erschien bis zur Nummer 23/1936-1937. Die erste Nummer erschien 1910/1911. Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (1905-1913) und für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft (1913-1914) (sogenannte «Scholl-Mitteilungen") Sowohl der «Vähan» als auch «Lucifer- Gnosis» waren eher öffentliche Blätter, die auf gesellschafts-interne Belange kaum eingehen konnten. Da zudem nicht alle Mitglieder der Deutschen Sektion auch Abonnenten dieser beiden Zeitschriften waren, entwickelte sich zunehmend das Bedürfnis nach einer Form, alle Mitglieder über das, was in der Gesellschaft vorging, informieren zu kÖnnen. Die Einrichtung der ·Mitteilungen· wurde auf der dritten ordentlichen Generalversammlung der Deutschen Sektion am 22. Oktober 1905 in Berlin auf Antrag des Zweiges Stuttgart beschlossen, drei Jahre nach der Gründung der Sektion (siehe hierzu den Bericht im vorliegenden Band, S. 212 f.). Gleichzeitig wurde auf Antrag von Rudolf Steiner beschlossen, die Mitteilungen» als offizielle Mitteilungen der Sektion kostenlos jedem Mitglied zukommen zu lassen. Als Herausgeberin wurde Mathilde Scholl bestimmt. Anlass für diesen Schritt war, dass Richard Bresch wegen des Fuente-Vermächtnisses (siehe oben) im «Vähan» die Zentralleitung der Theosophischen Gesellschaft in Adyar diskreditierte und hierfür Unterstützung durch die Sektion mit einem eigenen Antrag an der dritten Generalversammlung suchte (siehe hierzu im vorliegenden Band die S. 212 f.). Da man aber diese Eigeninitiative nicht befürworten konnte und daher befürchtete, dass der ·Vähan· eine entstellte Wiedergabe der Generalversammlung bringen würde, brachte Bernhard Hubo gleich zu Beginn der Versammlung den Antrag ein, die Veröffentlichung des Protokolls ausschließlich dem Generalsekretär vorzubehalten. Dies geschah dann in und mit der ersten Nummer der «Mitteilungem?' 24 Siehe hierzu auch «Zu dieser Ausgabe» von Julius Zoll in der Faksimik-Buchausgabe der ·Scholl-Mitteilungen», Dornach 1999, S. V-VI.  Hinweise zum Text Zur Ansprache uom 25. September 1920 Textgrundlage: Als Textgrundlage diente die maschinenschriftliche Übertragung mitder Vortragsregister-Nr. 4223 Ides Stenogramms von Helene Finckh. Für die redaktionelle Bearbeitung wurde die Publikation in den Blätternfür Anthroposophie Nr. 3/1955, S. 82-88 hinzugezogen. Der Titel stammt vom Herausgeber.- Im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe wird dieser Vortrag hiermit erstmals abgedruckt. Er wird an den Beginn des vorliegenden Bandes gestellt, weil er in seinem ersten Teil einen Rückblick und Überblick auf die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen und Anthroposophischen Gesellschaft aus der Sicht Rudolf Steiners wiedergibt. Auch wenn der zweite Teil des Vortrages inhaltlich bereits zum Band GA 251 (Zur Geschichte derAntbroposophiscben Gesellscbaft 19131925) gehört, wird er hier gemäß der Editionsrichtlinien, nach denen neu zu publizierende Vorträge nur ungekürzt abgedruckt werden sollen, dennoch wiedergegeben. - «Vom 26. September bis 16. Oktober 1920 fand in dem damals noch nicht vollendeten ersten Goetheanum-Bau in Dornach als eine Art provisorische Eröffnungsveranstaltung der erste anthroposophische Hochschulkurs statt. An diesem sprachen neben Rudolf Steiner ca. 30 Dozenten vor einer etwa tausendköpfigen, überwiegend studentischen, Zuhörerschaft in Kursen und Einzelvorträgen über die verschiedensten Gebiete des wissenschaftlichen und sozialen Lebens aus den Quellen der Anthroposophie heraus. Am Vorabend vor Beginn dieses Kurses, dessen Zustandekommen vor allem der Initiative von Dr. Roman Boos zu verdanken war, hielt Rudolf Steiner im Kreise der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft nachstehende Ansprache», zitiert aus dem begleitenden Geleitwort der Redaktion der Blätterfür Anthroposophie. - Siehe insbesondere folgende Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe: Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis des Menschen, GA 283; Der Baugedanke des Goetbeanum, GA 289; Grenzen der Naturerkenntnis, GA 322; Soziale Ideen - Soziale Wirklichkeit - Soziale Praxis, Band /1, GA 337b. zk Seite 25 nacbdem es uor einiger Zeit, vor einigen Monaten bier - notgedrungen durch gegnerische Angriffe - schon innerhalb gewisser Grenzen gescbeben ist: Siehe hierzu den Vortrag vom 5. Juni 1920 mit dem Titel ·Die Wahrheit über die Anthroposophie und deren Verteidigung wider die Unwahrheit», in: Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b. Regnerische] Angriffe: Einfügung durch den Herausgeber gemäß der Publikation in den Blätternfür Anthroposophie. Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens: Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, GA 7. Dort heißt es in der Vorrede  zur ersten Auflage von 1901: «Was ich in dieser Schrift darstelle, bildete vorher den Inhalt von Vorträgen, die ich im verflossenen Winter in der theosophischen Bibliothek zu Berlin gehalten habe. Ich wurde von Gräfin und Grafen Brockdorff aufgefordert, über die Mystik vor einer Zuhörerschaft zu sprechen, der die Dinge eine wichtige Lebensfrage sind, um die es sich dabei handelt> 25 Gräfin Brockdo'ff' Rudolf Steiner hatte in den Winterhalbjahren 1900/1901 und 1901/1902 auf Einladung durch und in Anwesenheit von Gräfin Sophie (1848-1906) und Graf Cay Lorenz (1844-1921) von Brockdorff zwei Vortragszyklen in der Theosophischen Bibliothek gehalten. Über den ersten verfasste Rudolf Steiner die Schrift Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, GA 7, und über den zweiten die Schrift Das Christentum als mystische Tatsache, GA 8. Die Vorträge zum zweiten Zyklus wurden mitgeschrieben und im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe unter dem Titel Antike Mysterien und Christentum, GA 87, publiziert. Ende 1902 übersiedelten die Brockdorffs nach Meran und vermachten die Theosophische Bibliothek der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Berlin (siehe hierzu auch Zu dieserAusgabe, S. 701 f.) 26 durch eine Mittelsperson: Adele Schwiebs (Lebensdaten unbekannt), von 1895 bis 1912 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. den Vortrag, dergeuniinscbt wurde, über Nietzsche zu bähen: Der Vortrag wird in der Regel auf den 22. September 1900 datiert; Hella Wiesberger undJulius Zoll mutmaßen allerdings den 20. September 1900 als das richtige Datum (siehe dazu: Hella Wiesberger, Julius Zoll: «Zur Datierung von Rudolf Steiners ersten Vorträgen in der Theosophischen Bibliothek» in Berlin>, Beiträge zurRudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 120, S. 71-72). Nietzsche: Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), deutscher Philologe und Philosoph. Friedrich Nietzsche, ein Kämpfergegen seine Zeit: Rudolf Steiner: Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit, GA 5. Vortrags/abend/: Änderung durch den Herausgeber gemäß der Publikation in den Blättern für Anthroposophie. In der Textgrundlage steht ·Vortragsthema». einen Vortrag halten über dasselbe Thema, über das ich im dlfagazin für Litteratur», das ich damals redigierte, geschrieben baue zu Goetbes bundertfünfzigstem Geburtstage: Am 27. oder 29. September 1900 hielt Rudolf Steiner auf Einladung der Brockdorffs den Vortrag «Goethes geheime Offenbarung» in der Theosophischen Bibliothek, von dem aber keine Mitschriften überliefert sind. Zur Datierung dieses Vortrages siehe: Hella Wicsberger, Julius Zoll: ·Zur Datierung von Rudolf Steiners ersten Vorträgen in der ·Theosophischen Bibliothek» in Berlin· in: Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 120/1998, S. 71. - Der  besagte Aufsatz gleichen Titels vom 26. August 1899 aus dem Magazin für Litteratur ist im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe in: Methodische Grundlagen der Antbroposopbie, GA 30, abgedruckt. 26 zu Goetbeshundertfünfzigstem Geburtstag:johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter und Naturwissenschaftler. Rudolf Steiner war u. a. auch Herausgeber von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften im Rahmen der von Joseph Kürschner herausgegebenen ·Deutschen National-Litteratur»; siehe hierzu Goethes Werke. Naturwissenschaftliche Schriften, hrsg. v. Rudolf Steiner, Band I-V, in: Kürschners Deutsche National-Litteratur, Berlin und Stuttgart 1887 (Reprint GA 1a-e, Dornach 1975). wenigstensfür mich und dasjenige, was ich zu tun habe in der Bewegung: Hervorhebung durch den Herausgeber. - In seinem Brief an Anna Steiner vom 14. Februar 1904 schreibt Rudolf Steiner: «Ich habe mich der Theosophie zugewandt, weil sie mir immer in der Seele und im Blute steckte. Und ich weiß, dass ich erst in ihr an den rechten Platz gestellt werden könnte» (RSA Standort 068/1). 27 den ich /damals/ gehalten: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht «danm. Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens: Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens undibr Verhältnis zur modemen Weltanschauung, GA 7. Das Christentum als mystische Tatsache: Rudolf Steiner verfasste im Anschluss an die Vorträge die Schrift Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA Z Im Rahmen der Gesamtausgabe wurden die Vortragsmitschriften unter dem Titel Antike Mysterien und Christentum, GA 87, herausgegeben. - In seinen Gedenkworten für Gräfin Brockdorff, abgedruckt im vorliegenden Band auf den Seiten 266 f., mündet die Darstellung zu den beiden Vorträgen und zu den beiden Vortragsreihen in dem folgenden Satz: ·Dadurch ist eine Art Mittelpunkt zur Sammlung der theosophischen Kräfte in Deutschland entstanden, von dem ausgegangen und eine Grundlage geschaffen worden ist für die eigentliche Sektionsgründung.· TbeosopbicalSociety: Die Einladung erfolgte ausgehend von der ·Deutschen Theosophischen Gesellschaft· in Berlin, die als Loge der Europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar (i.e. Theosophical Society) angehörte. Olcott: Colonel Henry Steel Olcott (1832-1907), Fachmann für Landwirtschaft, Schriftsteller, Reporter und Rechtsanwalt. Gründete am 17. November 1875 in New York zusammen mit Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) die Theosophical Society und blieb bis zu seinem Tode deren Präsident, als der er oft mit dem Titel ·Präsident-Griinder» angesprochen wurde. Rudolf Steiner verfasste in: Lucifer - Gnosis,  Nr. 33 einen Nachruf auf Olcott, abgedruckt in: Lucifer- Gnosis 19031908, GA 34, 2. Aufi. Dornach 1987, S. 585. -Siehe auch Robin Schmidt: RudolfSteiner und die Anfänge der Theosophie, Dornach 2010, S. 28. 28 [hatten, fand dann einmal in München - es war 1907 - ein Kongms statt: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage heißt es: ·haben, bis wir dann einmal in München- es war 1907 - einen Kongress hatten». - Kongress der FÖderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft vom 18. bis 21 Mai 1907 in München. Siehe vor allem Bilder okkulterSiegel undSäiclen. Der MüncbnerKongress Pßngsten 1907 undseine Auswirkungen, GA 284. mit den anderen Theosophen: Siehe hierzu das Kapitel 38 in: Rudolf Steiner: Mein Lebensgang, GA 28: ·Es entstand ein anthroposophisches Leben, das gewissermaßen in sich geschlossen war und wenig nach dem blickte, was sonst an Versuchen sich bildete, in die geistige Welt Blicke zu tun. Die Hoffnungen lagen in der Entfaltung der anthroposophischen Mitteilungen. Man erwartete, im Wissen von der geistigen Welt immer weiter zu kommen. Anders war das in München. Da wirkte in die anthroposophische Arbeit von vornherein das künstlerische Element. Und in dieses ließ sich eine Weltanschauung wie die Anthroposophie in ganz anderer Art aufnehmen als in den Rationalismus und Intellektualismus. Das künstlerische Bild ist spiritueller als der rationalistische Begriff. Es ist auch lebendig und tÖtet das Geistige in der Seele nicht, wie es der Intellektualismus tut. Die tonangebenden Persönlichkeiten für die Bildung einer Mitglieder- und Zuhörerschaft waren in München solche, bei denen das künstlerische Empfinden in der angedeuteten Art wirkte» (Dornach 2000, S. 461). Tbeosopbical/Society/: Einfügung durch den Herausgeber. diesen Hinduknaben, Alcyone: Jiddu Krishnamurti (1895-1986), von C. W. Leadbeater und A. Besant protegiert als der sich wiederverkörpernde Wdtenkhrer (Maitreya, Messias oder Christus) und erhielt dafür den Namen Alcyone, benannt nach dem hellsten Stern der Plejaden. 1911 war für ihn der ·Order of the Star of the East» gegründet worden, dessen Oberhaupt er wurde. Nach allmählicher Distanzierung von der Theosophischen Gesellschaft löste er selbst 1929 diesen Orden wieder auf. Gelangte in den Siebziger- und Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts als eigenständiger spiritueller Lehrer erneut zu großer Publizität. Siehe auch Zu dieserAusgabe, S. 715. Und daher kam es ja, dass uiir dann herausgeworfen wurden: Gemeint ist der Entzug der Charta der Deutschen Sektion durch Annie Besant im Winterhalbjahr 1912/13 und die damit verbundene Ablösung der neu gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft im Februar 1913. Siehe auch den Bericht zur Versammlung von 2. Februar 1913 im vorliegenden Band, S. 569.  28 denn ich hatte in einem anderen Lokal einen Vortrag zu balten, der einem Zyklus angehörte, der sich nannte: ·Antbroposopbiscbe Betracbtung der Weltgescbicbte·: Siehe hierzu insbesondere Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 121, S. 50-59. - Rudolf Steiner hatte im Kreis der Kommenden in Berlin einen Vortragszyklus von 27 Vorträgen vom 6. Oktober 1902 bis zum 6. April 1903 zu halten, von denen der dritte Vortrag auf den 20. Oktober 1902, den Tag der Gründungsversammlung der Deutschen Sektion, fiel. Darüber berichtet Rudolf Steiner auch in: Mein Lebensgang: «Und als in Berlin im Beisein von Annie Besant die Deutsche Sektion der Theosophischen Gcsdlschäft> begründet und ich zu deren General-Sekrctär gewählt wurde, da musste ich von den Gründungssitzungen weggehen, weil ich einen der Vorträge vor einem nicht-theosophischen Publikum zu halten hatte, in denen ich den geistigen Werdegang der Menschheit behandelte, und bei denen ich im Titel: <Eine Anthroposophit» ausdrücklich hinzugefügt hatte. Auch Annie Besant wusste, dass ich, was ich über Geistwelt zu sagen hatte, damals unter diesem Titel in Vorträgen vorbrachtem (Mein Lebensgang, GA 28, 9. Aufi. Basel 2000, S. 394) In der angegebenen 9. Auflage von Mein Lebensgang findet sich nach S. 394 eine Abbildung des Programms dieses Vortragszyklus. Die erwähnte Hinzufügung «eine Anthroposophie· findet sich nicht in diesem und auch in keinem anderen überlieferten gedruckten Programm. Vielleicht hat Rudolf Steiner diese Hinzufügung mündlich gemacht. - Im Vortrag vom 11. Juni 1923 berichtet Rudolf Steiner rückblickend: ·Dieser Kreis hieß <Dic Kommenden'. [...] Für diesen Kreis - in den [...I höchstens zwei oder drei Theosophen hingegangen waren und diese wirklich nur aus Neugierde- sprach ich über die Entwicklung der Weltanschauung von den ältesten orientalischen Zeiten bis zur Gegenwart, oder Anthroposophie. Also dieser Vortragszyklus trug zunächst seinen ausführlichen Titel: ·Entwicklungsgeschichte der Menschheit an der Hand der Weltanschauungen von den ältesten orientalischen Zeiten bis zur Gegenwart, oder Anthroposophien Dieser Vortragszyklus [...I ist gleichzeitig gehalten worden von mir, als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft gegründet worden ist.» (Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft, GA 258, Dornach 1981, S. 44.) - In einem Brief an Wilhelm Hiibbe-Schleiden vom 16. September 1902 schrieb Rudolf Steiner: ·Außerdem werde ich noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: <Anthroposophie, oderdie Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaftn Im BrunoBund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über <Brunos Monismus und die Anthroposophien» (RSA Standort 087/1) - Im Brief vom 13. Oktober 1902 an Hiibbe-Schleiden wird deutlich, dass der Vortrag beim Giordano-Bruno-Bund dann schließlich unter dem Titel Monismus und Theosophie» gehalten wurde: ·Es war mir überraschend, wie  viel Interesse ich mit meinem Vortrag Monismus und Theosophie' (im Giordano-Bruno-Bund) gefunden habe» (RSA Standort 087/1) Dieser Vortrag vom 8. Oktober und die Diskussion vom 15. Oktober 1902 sind in: Über Philosophie, Gescbicbte und Literatur, GA 51, abgedruckt. Siehe auch den Vortrag vom 20. Juni 1916 «Die zwölf Sinne des Menschen» in Weltwesen und Icbbeit, GA 169. 29 Es war 1909, da war in Budapest der Tbeosopbiscbe Kongress: Siehe hierzu S. 376 f. im vorliegenden Band. Unddann kam es eben 1913 zu dieser Gründung derAntbroposopbiscben Gesellscbaft: Die erste Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft, die auch als die Konstituierungs-Versammlung betrachtet wird, fand am 3. Februar 1913 statt. Allerdings gab es bereits im Herbst und Winter 1912 verschiedene vorausgehenden Gründungs-Akte. - Siehe hierzu: Alexander Lüscher: «Materialien zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1912/1913», Arcbiumagazin, Nr. 1, S. 26-99; sowie Zu dieserAusgabe, S. 701f. 30 wie ganz organisch berausgeuwcbsen ist auch die Dreigliederung aus dieser anthroposophischen Bewegung: Siehe hierzu z. B. Aufsätze über die Dreigliederung des Sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915-1921, GA24. Ich war einmal aufeiner tbeosopbiscben Veranstaltung in Paris: Siehe den Bericht von Rudolf Steiner über den Kongress der Föderation Europäischer Sektionen derTheosophischen Gesellschaft in Paris 1906 im vorliegenden Band, S. 236. uibrations: Vergleiche auch den Vortrag vom 11. Juni 1923, in: Die Geschichte und die Bedingungen derantbroposopbiscben Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft, GA 258. 31 dasjenige, [als] das sie: Einfügung durch den Herausgeber. die Wiedererneuerung des geistigen Lebens aus dem geistigen Urquell herausfür die Entwicklungsnotwendigkeiten der neueren Menschheit: Kursivsetzung durch den Herausgeber. Charmanter Mann [.../: Anstelle des Auslassungszeichens folgt in der Textgrundlage ·- Otalika (?) - ", wobei es sich um einen Hörfehler gegenüber dem möglich Originalwortlaut ·Botaniker» handeln kÖnnte. Er uiar Botaniker: Eventuell handelt es sich um Otto Penzig (1856-1929), deutsch-italienischer Botaniker, ab 1886 Lehrstuhl für Botanik an der Universität Genua, von 1905 bis 1918 Generalsekretär der italienischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar (siehe auch im vorliegenden Band S. 452). 32 war sie [im Verhältnis): Einfügung durch den Herausgeber gemäß der Publikation in den BlätternfürAnthroposopbie. 33 was morgen als unserantbroposopbiscber Hocbscbulkursus bierbeginnen soll: Siehe ·Textgrundlage» auf S. 720.  33 Doktor Boos, der Begründer, derFührer des schueizeriscben Dreigliederungsbundes: Roman Boos (1889-1952),Jurist, Schriftsteller; Gründung des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus im ersten Halbjahr 1919. 34 von unserem Freunde Stuten: Jan Adriaan Stuten (1890-1948), Musiker, Dirigent, Bühnenbildner. unter denen meine sein soll über Wissenschaft, Kunst und Religion: Vortrag vom 26. September 1920, ·NVorte zur Eröffnung des Goetheanums», in: Zur Geschichte desJobannesbau-Vereins und des Goetbeanum-Vereins, GA 252. unseres Freundes Scbuurman: Max Schuurman (1889-1955), Dirigent, Violinist, Komponist. Das «Haus Schuurman» im Osten des Goetheanum-Geländes ist von Rudolf Steiner für Max Schuurman entworfen worden; Schuurman konnte das Haus am 25. März 1925 beziehen. der « Chymiscben Hocbzei> des Christian Rosenkreutz: Eine der drei auf Christian Rosenkreutz (1378-1484) zurückgeführte Schriften aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts, in der der Einweihungsweg von Christian Rosenkreutz bildhaft geschildert wird. Christian Rosenkreutz ist nach Rudolf Steiner einer der höchsten christlichen Eingeweihten (siehe u.a. die beiden Vorträge vom 27. und 28. September 1911 in Neuchätd, in: Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menscbbeit, GA 130). Als Autor der Chymiscben Hochzeit giltjohann Valentin Andreae (1586-1654). 35 uom Verein des Goetheanismus: Siehe hierzu die Ansprache vom 25. April 1920 in: Zur Geschichte desJohannesbau-Vereins und des Goetbeanum- Vereins, GA 252. 36 Pfarrer Kully: Max Kully (1878-1936), katholischer Ortspfarrer in Arlesheim (Kanton Baselland, CH); siehe: Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b. Persönlichkeit uon der Nachbarschaft hier: Um welche Persönlichkeit es sich hier handelt, konnte nicht festgestellt werden. 37 da ichja erst seit heute da bin: Rudolf Steiner gab vom 15. bis 18. September 1920 Vorträge in Stuttgart und Berlin. 38 die Versammlung, die ja hier stattgefunden haben soll in Dornach: Am 19. September 1920 fand im «Zum Ochen» in Dornach eine Regionalversammlung der katholisch Gläubigen statt, die als «Aufklärungsversammlung über den neuen Propheten von Dornach» angekündigt wurde; siehe: Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b. PfarrerArnet: Marcus Arnet (1885-1951), katholischer Pfarrer in Reinach (Kanton Baselland); siehe: Die Antbroposopbie und ihre Gegner, GA255b. die Feier unserer Grundsteinlegung: Die Grundsteinlegung für das Erste Goetheanum fand am 20. September 1913 statt.  38 im Grunde genommen uon Seiten unserer Leute, unserer Mitglieder so ziemlich alles, U/'äs die Herren baben wollen, ausgeliefert wird: Siehe Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b, Dornach 2003, S. 418 f. 39 Dasjenige, wogegen sich die Resolution, ... Gegen das müssen üjir uns selbstverständlich wenden: Siehe Die Antbroposopbie und ihre Gegner, GA 255b, Dornach 2003, S. 150f. 40 Weise gehetzt ...: Die drei Punkte wie in der Textgrundlage. 41 zUäs uns am heiligsten sein soll: Gemeint ist der Bau des Ersten Goetheanum. Zum Bericht uon Ricbard Brescb über die Bildung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 18. und 19. Oktober 1902 Textgrundlage: Bericht in Der Väban, Jahrgang IV, November und Dezember 1902, Nr. 5, S. 61-64 und Nr. 6, S. 81-84. - Im August 1902 erschien im Supplement des Tbeosopbists die auf den 22. Juli 1902 datierte Erlaubnis des Präsidenten Olcott zur Gründung der Deutschen (und damit zehnten) Sektion der ·Theosophischen Gesellschaft Adyar» mit Rudolf Steiner als dem designierten Generalsekretär (siehe Anhang S. 685). Bereits am Samstag, 18. Oktober 1902, traf sich abends eine Anzahl von Zweig-Ddegierten zur Vorbesprechung. Am 19. und 20. Oktober erfolgte die eigentliche Gründungsversammlung. Die Verhandlungen zu den Statuten zogen sich bis zum 20. Oktober, an dem Annie Besam mit einer Ansprache die Gründungscharta überreichte. Rudolf Steiner hielt einen Vortrag über praktische Karmaübungen (keine Mitschrift überliefert), der jedoch auf allerlei Widerstände stieß. Der 21. Oktober war vor allem dem Besuch Annie Besants gewidmet, die am 22. Oktober 1902 wieder abreiste, zwischenzeitlich aber Rudolf Steiner und Marie von Sivers noch in die von ihr geleitete esoterische Schule aufgenommen hatte. - Abkürzungen der Namen wurden von dem Herausgeber stillschweigend aufgelöst. zk Seite 49 [in Berlin/: Einfügung durch den Herausgeber. /Berlin/: Einfügung durch den Herausgeber. würden wir wirken können ...: Die drei Punkte wie in der Textgrundlage. dem Sektions-Cbarter: Damals übliche Redeweise; korrekt wäre «die» Charter. Julius Engel: Julius Paul Ludwig (ca. 1854-1925), Kunstmaler und Schriftsteller, 1894-1899 Vorsitzender der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Berlin, ab 1902 im Vorstand der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft; Professor und Bibliothekar an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg.  49 Wilhelm Eggers: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Egger». Wilhelm Eggers (1868-1946), Magistratssekretär in Hannover; als Sekretär des Zweiges Hannover 1902 Mitbegründer der Deutschen Sektion, ca. ab 1903 Leiter des Zweiges Hannover. Wilhelm Hübbe-Scbleiden: 1846-1916, Jurist, deutscher Kolonialpolitiker, Gründerfigur der deutschen theosophischen Bewegung und Vorsitzender der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Berlin. 18861895 Herausgeber der okkultistischen Zeitschrift Sphinx. Teilnehmer an den Esoterischen Stunden Rudolf Steiners. 1911 wurde er von Annie Besant zum Vertreter des Ordens des Sterns des Ostens in Deutschland ernannt und entwickelte sich in diesem Zusammenhang zum Gegner Rudolf Steiners. Nach dem Ausschluss der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft wurde er interimistisch Generalsekretär einer neuen, Adyar-treuen Deutschen Sektion. Rudolf Steiner spricht u.a. über ihn im 32. Kapitel von Mein Lebensgang [1923-1925], GA 28, 9. Aufi. Dornach 2000, sowie im Vortrag vom 15. Juni 1923, in: Die Gescbicbte und die Bedingungen der anthroposopbiscben Bewegung im Verhältnis zurAntbroposopbiscben Gesellschaft, GA 258, 3. Aufi. Dornach 1981, S. 109-127. Bruno Berg: Julius Bruno Berg (Lebensdaten unbekannt); arbeitete in der Bezirks-Direktion der ·Vaterländischen Vieh-Versicherungs-Gesellschaft zu Drcsden· für Rheinland und Birkenfeld. - Bis zu dessen Auflösung Vorsitzender des theosophischen Düsseldorfer Zweiges, beteiligt an der Gründung der Deutschen Sektion. Scbarlau: Gustav F. Scharlau, Mitglied seit 1897, Mitbegründer des Hamburger Zweiges; Lebensdaten unbekannt. Fr. Pfundt: Friedrich Pfundt, Eisenbahnsekretär; Lebensdaten unbekannt. Richard Bresch: Lebensdaten unbekannt, 1899 bis 1906 Herausgeber des Vcrcinsorgans Der Väban, beteiligt an der Gründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft mit Rudolf Steiner als Generalsekretär. Im Vorstand der Deutschen Sektion bis zu seinem Austritt 1905. Rudolf Steiner spricht über Richard Bresch bei der Ansprache zur Generalversammlung der Deutschen Sektion am 14. Dezember 1911 in Berlin, in: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, 2. Aufi. Dornach 1996, S. 407-408. [Hamburg durcb Bernard Hubo]: Ergänzung durch den Herausgeber. - Bernhard Hubo (1851-1934), Kaufmann, Gründer und Vorsitzender des Pythagoras Zweiges Hamburg. 50 da letztere demnächst separat im Druck erscheinen dürften: Siehc hierzu Schriften zur Geschichte der Antbroposopbiscben Bewegung und Gesellscbaft 1902-1925, GA 37, S. 409f. und S. 662f.  50 Fräulein uon Siuers: Marie von Sivers (1867-1948), russisch-deutsche Schauspielerin, Theosophin und Anthroposophin; Weggefährtin und ab 1914 die zweite Ehefrau von Rudolf Steiner. Herr Rüdiger: Gustav Rüdiger (Lebensdaten unbekannt), Kaufmann in Berlin, beteiligt an der Gründung der Deutschen Sektion, von 1906 bis 1908 Vorsitzender des Zweiges Charlottenburg. Günther Wagner: 1842-1930, Unternehmer und Gründer der Schreibwarenfirma Pelikan, ein Wegbereiter für Rudolf Steiner und die Entstehung der Deutschen Sektion. Ubersetzer theosophischer Literatur, Betreuer und späterer Besitzer der Theosophischen Bibliothek in Berlin, die er bei deren erster Generalversammlung an die Anthroposophische Gesellschaft übergab. Dr. Noll: Dr. med. Ludwig Noll (1872-1930), Arzt und Heilmittelhersteller. Leiter und Begründer des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Stuttgart (1921). 1924/25 neben Ita Wegman behandelnder Arzt Rudolf Steiners. Oppel: Adolf Martin Oppel (1840-1923), Maler und Bildhauer, Schriftsteller (auch unter dem Akronym AMO), war bei der Gründung der Deutschen Sektion 1902 Vorsitzender des Zweiges Stuttgart. Lucifer: Eigentlich Luzifer, Zeitschrift für Seelenleben und Geisteskultur. Nach dem Vorbild von H. P. Blavatskys gleichnamiger Zeitschrift (Lucifer, gegründet 1887, 1897 in: Tbeosopbical Reuiew umbenannt), nannte auch Rudolf Steiner seine erste theosophische Zeitschrift «Luzifer» (ab 1904 mit der Wiener Zeitschrift Gnosis vereinigt zu Lucifer Gnosis. Der Name deute das Prinzip der Selbstständigkeit an, ·deshalb nannte Madame Blavatsky ihre erste Zeitschrift so und deshalb heißt die unsere so, um dieses Prinzip zu dokumentierem (aus dem Vortrag vom 29. April 1906 in Stuttgart, in: Das christliche Mysterium, GA 97, 3. Aufi. Dornach 1998, S. 174). Luzifer fungiert hierbei als «Symbol der Weisheit, die uns durch Forschung gegeben wird, [...I zu Deutsch der Träger des Lichtes», und hat nichts mit einem religiös konnotierten Teufel gemein. ·Es heißt das Herz mit dem Kopfe entzweien, wenn man Gott zum Gegner des Luzifer macht I...] Luzifer soll kein Teufel sein, I...] er soll ein Erwecker derer sein, die an die Weisheit der Welt glauben und sie in das Gold der Gottesweisheit wandeln wollen. Luzifer will Kopernikus, Galilei, Darwin und Haeckel frei ins Auge schauen; aber auch den Blick nicht senken, wenn die Weisen von der Heimat der Seele sprechen· (vgl. Steiners Eröffnungsartikel «Luzifer· in: Lucifer - Gnosis 1903-1908, GA 34, 2. Aufi. Dornach 1987, S. 19-32; siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 716f. im vorliegenden Band). 51 Besam: Annie Besant (1847-1933); enge Mitarbeiterin von Helena Petrovna Blavatsky; 1891 Nachfolgerin von H. P. Blavatsky in der Leitung von deren «Esoteric Schoob; nach dem Tod von Henry Steel Olcott  wurde sie 1907 Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) und blieb es bis zu ihrem Tode. Autorin zahlreicher theosophischer Schriften. Gründete 1910 zusammen mit C. W. Leadbeater den Orden des ·Star of the East», was schließlich zum Bruch mit Rudolf Steiner und zur Auflösung der Deutschen Sektion führte. 1917 Präsidentin des indischen Nationalkongresses. Eine detaillierte Biografie findet sich in: Zeitgeschichtliche Betracbtungen Band ll, GA 173b, 2. Aufi. Basel 2014, S. 440-443. - Siehe auch Robin Schmidt: RudolfSteiner unddie Anfänge der Tbeosopbie, Dornach 2010, S. 37 und S. 56. 52 uergleiche Februar-Väban, S. 129: Übersetzung eines Textes von Annie Besant aus dem Tbeosopbical Reuiew vom Januar 1902, erschienen in: Der Väban, Nr. 8/1902, S. 129-133 unter dem Titel «Eine Loge der Theosophischen Gesellschaftm ein Vortrag Dr. Steinen überpraktiscbe Karmastudien: Rückblickend berichtet Steiner am 24. August 1924 in London: «Daher trug der erste Vortrag, den ich dazumal hielt innerhalb des Rahmens dessen, was gesprochen werden sollte in der Deutschen Sektion der Theosophical Society, den Titel <Praktische Karma-Übungenn Aber die Persönlichkeiten, die dazumal mit bei der Begründung waren, bekamen einen furchtbaren Schreck, als sie diesen Titel vernahmen, und ich könnte heute noch mit voller Anschaulichkeit die astralischen Wellen des Bebens und Zitterns schildern, welche namentlich die alten Herren an sich zeigten, die dazumal, herausgewachsen aus der theosophischen Bewegung, hörten, ich wollte sprechen über praktisches Karma. Und Worte immerhin wie dieses wurden mir entgegengebracht: Wollen Sie denn an einem Tage unsere ganze jahrzehntelange Arbeit - denn die Leute glaubten ja, jahrzehntelange Arbeit geleistet zu haben -, unsere ganze jahrzehntelange Arbeit einsargen! - Und es fanden sozusagen fortwährend Privatsitzungen, Councils statt, in denen man mir begreiflich machte, das könne so nicht gehen. Und ich verspürte dann nicht nur den astralischen und Ich-Eindruck von den Bebe- und Zitterwellen, sondern ich verspürte auch den fröstelnden Eindruck der astralischen Gänsehaut, welche die alten Herren bekamen. Und da war es denn ganz unmöglich, bei dem Programm zu bleiben, weil es aussichtslos gewesen wäre. Und so kam eben die theosophische Bewegung in Deutschland in ein mehr theoretisches Fahrwasser, wie sie ja überhaupt in der Theosophical Society es hat, und das eigentlich Esoterische musste warten> (aus: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge Bd. VI, GA 240, Dornach 1992, S. 256f.). - Von dem Vortrag <Praktische Karma-übungen> liegt dem Rudolf Steiner Archiv bis dato kein Material vor. 53 Sankbaracharya: Titel spiritueller Führer in Indien. Im engeren Sinne bezogen auf Adi Shankara (ca. 788-820) in der Bedeutung von Meister Shankaram  55 öffentlichen Vortrag: Der Vortrag hatte den Titel «Theosophy, it's Mcaning and Objects». vor etwa 14 Tagen im Giordano-Bruno-Bunde: Rudolf Steiner hielt am 8. Oktober 1902 den Vortrag «Monismus und Theosophie» im ·Giordano-Bruno-Bund für einheitliche Weltanschauung·, in der Gesamtausgabe publiziert in: Über Philosophie, Geschichte und Literatur. Darstellungen an der «Arbeiterbildungsscbule» und der «Freien Hocbscbule» in Berlin, GA 51. - Die erste Ausgabe der Theosophie (GA 9) erschien 1904 im Verlag C. A. Schwetschke und Sohn, Berlin, und trug den in allen späteren Auflagen weggelassenen Vermerk: «Dem Geiste Giordano Brunos gewidmetm Annie Besant galt in theosophischen Kreisen als der wiedergeborene Giordano Bruno. Kepler: Johannes Kepler (1571-1630), deutscher Mathematiker und Astronom. 57 Huxley: Thomas Henry Huxley (1825-1895), Biologe, Naturforscher, Hauptvertreter des Agnostizismus, trat für den Empirismus und Darwinismus ein. Max Müller: 1823-1900; deutscher Sprach- und Religionswissenschaftler; in seinen Essays. Beiträge zur uergleicbenden Religionswissenschaft, Leipzig 1869, heißt es auf S. 306: «Diejenigen, die im Polytheismus die natürlichste Entwicklung des religiösen Gefühls sehen, vergessen, dass ein mehr oder minder bewusster Theismus jedem Polytheismus vorhergehen muss. ln keiner Sprache gibt es einen Plural vor einem Singular, und nie hätte der menschliche Geist den Begriff von Göttern erfasst, wenn er nicht vorher den Begriff von Gott erfasst hätte> uon Spiegel: Friedrich Spiegel (1820-1905), deutscher Orientalist und Iranist. 58 [Upanisbaden]: Sanskrit, so viel wie ·das Sich-in-der-Nähe-Niedersetzem, «sich zu Füßen eines Lehrers (Guru) setzem; philosophische Schriften des Hinduismus, Teil des Veda, verfasst zwischen 700 und 200 v. Chr. - Änderung durch den Herausgeber im ganzen Text: In der Textgrundlage steht «Upankcha&m Schopenhauer: Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph. Rudolf Steiner war Herausgeber von Arthur Schopenhauers sämtliche Werke in zwölfBänden in der Cotta'scben Bibliothek der Weltliteratur, Stuttgart, 1894-1896. Laotse: Legendärer chinesischer Philosoph aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr. Zoroaster: Auch Zarathustra, historisch schwer einzuordnende Gestalt, lehrte zwischen 2000 und 1000 v. Chr., Begründer der ursprünglich persischen Religion des Zoroastrismus.  58 Krishna: Soviel wie der «Schwarze· oder der «Dunkle·; hinduistische Form des Göttlichen, als der achte Avatar von Vishnu verehrt. Buddha: Siddhartha Gautama Buddha aus dem sechsten und fünften vorchristlichen Jahrhundert; gilt als der Begründer des Buddhismus. Mohammed: Um 570 bis 632, Religionsstifter des Islam. Esgibt eine Bruderschaft göttlicher Menschen: Die sog. Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empßndungen oder auch Mahatmas, Choans, Arbats oder die Bruderschaft uon Sbambala oder einfach ältere Brüder der Menschheit genannt, bilden gemäß theosophischer Überlieferung gemeinsam die sogenannte Weiße Loge; sie werden als Hüter des göttlichen Planes und Förderer seiner Verwirklichung aufgefasst. Von den zwölf Meistern sollen stets sieben im Physischen wirken (Meister Jesus, Christian Rosenkreutz, Kuthumi, Morya, der venezianische Meister, Hilarion, Serapis) und fünf im Geistigen verbleiben. 59 des Hellsebens /und so üjeitcr/: Änderung durch den Herausgeber. Anstelle von «und so wcitcr» steht in der Textgrundlage ¢'ctc. etc». Lombroso: Cesare Lombroso (1835-1909), italienischer Arzt und Psychiater. Beetbouen: Ludwig van Beethoven (1770-1827), deutscher Komponist. Michelangelo: Michelangelo Buonarotti (1475-1564), italienischer Künstler, Baumeister, Erfinder. Sbakespeare: William Shakespeare (1564-1616), englischer Dichter und Schauspieler. Proß Kußmauls: Adolf Kußmaul (1822-1902), deutscher Internist und Gastroenterologe. 61 So haben wir denn in diesen denkwürdigen Berliner Tagen: Während dieser Tage wurden Marie von Sivers und Rudolf Steiner durch Annie Besant in die Esoterische Schule aufgenommen. Am 10. Mai 1904 ernannte Annie Besant Rudolf Steiner zum Arch-Warden (Erzknker) der Esoterischen Schule für Deutschland und Österreich. Berlin habe denfestlichen Flaggenschmuck nicht der Kaiserin: Auguste Viktoria von Schlcswig-Holstcin-Sonderburg-Augustenburg (18581921), Gemahlin Kaiser Wilhelms II., von 1888 bis 1918 deutsche Kaiserin und Königin von Preußen; sie hatte am 22. Oktober Geburtstag. Zum Bericht Rudolf Steiners über die dreizehnte Jahresuersammlung der Britischen Sektion uom 3. bis 5. Juli 1903 Textgrundlage: Die in Schriften zur Geschichte derAnthroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 414-416, unter dem Titel ·Bericht aus London» publizierte Fassung.  zk Seite 62 uan Manen: Johan van Manen (1877-1943); Orientalist, 1909-1916 Privatsekretär von C. W. Leadbeater. - Am 4. Juli 1903 fand anlässlich der Generalversammlung der Britischen Sektion die erste Versammlung der Föderation der Europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft, bestehend aus einer britischen, holländischen, französischen, italienischen und deutschen Sektion, statt. Auf die Initiative von Johan van Manen aus dem Jahr 1902 wurde hier der Beschluss zur jährlichen Durchführung von Kongressen der europäischen Sektionen gefasst. Der erste dieser Kongresse fand 1904 in Amsterdam, der zweite 1905 in London, der dritte 1906 in Paris, der vierte 1907 in München statt. Von da an fanden diese Kongresse nur noch alle zwei Jahre statt. Der fünfte Kongress fand 1909 in Budapest statt. Der sechste sollte im Jahr 1911 in Genua durchgeführt werden, wurde aber kurzfristig abgesagt. 63 persönlich geleitet: Kursivsetzung wie in der Textgrundlage. 5. /Juli/Anspracben: Einfügung durch den Herausgeber. luy Hooper: Nähere Angaben zur Person unbekannt. G. Mead: George Robert Stowe Mead (1863-1933), klassischer Philologe, Gnosisforschcr, Schriftsteller, Übersetzer und letzter Privatsekretär von H. P. Blavatsky; zeitweise Generalsekretär der europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Nach seinem dortigen Austritt gründete er 1909 eine eigene theosophische Organisation, die 'Quest-Society». Zum Autoreferat RudolfSteinen über seinen Vortrag ·Tbeosopbie und deutsche Kultur» uom 4. Juli 1903 Textgrundlage: Erstmals publiziert in: Luzifer Nr. 5/1903, S. 206-207. Diese Fassung ist Textgrundlage für die vorliegende Wiedergabe; Kursivsetzungen wie dort. In der Rudolf Steiner Gesamtausgabe bereits publiziert in: Lucifer Gnosis, GA 34. zu Seite 64 3. Juli desJahres: Der Vortrag fand am 4. Juli 1903 statt. uergleicbe Heft 3 des ·Luzifer», S. 126: Hierbei handelt es sich um einen kurzen Text mit dem Titel: Non der theosophischen Bewegung», Luzifm Nr. 3/1903, S. 126-127 (in der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert in: Lucifer - Gnosis, GA 34), dessen Inhalt sich weitgehend mit dem Beginn des Berichtes über die 13. Jahresversammlung der Britischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 3. bis 5. Juli 1903 in London deckt; siehe vorhergehend im vorliegenden Band, S. 62 f. die tiefe Mystik eines Meisters Eckbart und Tauler, eines Valentin Weigel, Jakob Böhme, Angelus Silesius: Siehe hierzu Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur  modernen Weltanschauung, GA 7. Rudolf Steiner fasste in diesem Buch seine Vorträge aus dem Winterhalbjahr 1900/01 in der Theosophischen Bibliothek in Berlin zusammen; es erschien erstmals 1901 in Berlin. 64 Meister Eckhart: Um 1250-1329, deutscher Mystiker. Jobannes Tucler: Um 1300-1360, Schüler von Meister Eckhart. Valentin Weigel: 1533-1588, deutscher Mystiker. Jakob Böhme: 1575-1624, deutscher Mystiker. Angelus Silesius: Mit bürgerlichem Namen Johann Scheffler (1624-1677), deutscher Mystiker. 65 Dieses Märchen ist geradezu die ·geheime Offenbarung» Goethes: Das Märchen von Johann Wolfgang von Goethe erschien 1795 in der von Friedrich Schiller herausgegebenen Zeitschrift Die Horen als letzter Beitrag zu Goethes Novellenzyklus Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. - Siehe u.a. Rudolf Steiner: Goethes Geistesart in ibrer Offenbarung durch seinen «Fau$t» und durch das Märchen uon derSchlange und der Lilie, GA 22. - Siehe auch Hinweis zu S. 26. Noualis: Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (1772-1801), deutscher Schriftsteller und Philosoph der Frühromantik. Vgl. Rudolf Steiner: Antike Mysterien und Christentum, GA 87, Vortrag vom 9. November 1901, in dem Rudolf Steiner von Novalis als einem modernen Pythagoreer spricht. Siehe u.a. auch Vortrag vom 26. April 1905 in Köln in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II, GA 90b. in den Vorträgen über «Pbilosopbie der Mytbologie· und «Pbilosopbie der Offenbarung»: Beide Vorlesungen hielt Schelling als Nachfolger auf Hegels Lehrstuhl in Berlin. Jean Paul: 1763-1825, deutscher Schriftsteller der Klassik und Romantik. Siehe z. B.: «jean Paul» in Rudolf Steiner: Biographien und biographische Skizzen, GA 33, Dornach 1992, S. 269-304. Rudolf Steiner erhielt 1892 von derJ. G. Cottascben Buchhandlung Nachfolger die offizielle Einladung für die Gesamtausgaben von Schopenhauer und Jean Paul. Die Jean-Paul-Ausgabe erschien 1897, die Schopenhauer-Ausgabe war in den Jahren 1894-1896 vollständig herausgegeben. Zum Bericht von Richard Bresch über die erste Generalversammlung der Deutschen Sektion am 17. und 18. Oktober 1903 Textgrundlage: Bericht von Richard Bresch in: Der Väban, Nr. 5/1903, S. 73-75. - Namenabkürzungen wurden stillschweigend vom Herausgeber aufgelöst.  zu Seite 66 Centre: Oder «Zentrum»; zur Begründung einer Loge bedurfte es laut Statuten der Theosophischen Gesellschaft mindestens sieben Mitglieder, andernfalls galt es als Zentrum. Jahresuersammlung der europäischen Generalsekretäre: Vom 30. Juni bis 20. Juli 1903 reiste Rudolf Steiner nach London zur ersten Versammlung der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft. Im Rahmen davon nahm er auch an den Besprechungen der Generalsekretäre teil. Siehe vorhergehende Berichte im vorliegenden Band. 67 Fräulein von Rosen: Elisabeth von Rosen. Mitglied der Deutschen Theosophischen Gesellschaft Berlin, keine näheren Angaben bekannt. Vortrag über okkulte Geschichtsforschung: Siehe im vorliegenden Band abS.72. /Der/Redner: Einfügung durch den Herausgeber. Die Geheimlehre: Gemeint ist das Buch Die Geheimlehre von Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891). Die Geheimlehre erschien schließlich in vier Bänden: Bd. I: Kosmogenesis, Bd. 2:Antbropogenesis, Bd. 3: Esoterik; Bd. 4: Index. Das englische Original erschien unter dem Titel Tbc Secret Doctrine. Band 3 erschien posthum unter der Herausgeberschaft von Annie Besant. 68 Nikolaus uon Cusa (Cusanus): Nikolaus Cusanus (Nikolaus von Kues, 1401-1464), Jurist, Philosoph, Mathematiker, Kardinal. Siehe hierzu insbesondere das Kapitel «Der Kardinal Nikolaus von Kues», in: Die Mystik im Aufgange des neuzeitlicben Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, GA Z Kopernikus: Nikolaus Kopernikus (1473-1543), Domherr des Fürstbistums Ermland, Arzt und Astronom. Begründete durch sein Hauptwerk De reuolutionibus orbium coelestium (1543, Nürnberg) das heliozentrische Weltbild. im dritten Band der « Gebeimlebre» angedeutet: Dort heißt es in dem Kapitel ·Die Sieben Strahlenm «Als ein Beispiel eines Adepten, der sich der ersterwähnten Kraft erfreute, zitieren einige mittelalterliche Kabbalisten eine wohlbekannte PersÖnlichkeit des fünfzehnten Jahrhunderts - den Kardinal de Cusa; infolge seiner wunderbaren Hingabe an esoterisches Studium und die Kabbalah führte das Karma den leidenden Adepten dahin, intellektuelle Erholung und Ruhe von kirchlicher Tyrannei in dem Körper des Kopernikus zu suchen.· Zur ·ersterwähnten Kraft· heißt es wenige Zeilen vorher: Sie gestatte es «einem Adepten, der während des Lebens in seinem Studium und im Gebrauche seiner Kräfte sehr gehindert war, [...I nach dem Tode einen anderen KÖrper auszuwählen, in welchem er mit seinen unterbrochenen Studien fortfahren könne, ob wohl er ordnungsgemäß darin jede Erinnerung an seine frühere Inkarnation verlieren wiirdem (aus: H. P. Blavatsky: Die Geheimlehre, Bd. III, S. 375 f.; deutsche Übersetzung von Robert Froebe, Theosophisches Verlagshaus Dr. Hugo Vollrath, Leipzig, o.j., S. 367-368). - Siehe dazu die Vorträge in: Das Prinzip derspirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiedewerkörperungsfragen, in GA 109, S. 9-154. 68 wirsind in derfünften Rasse und beidemfünften Geheimnis: Die sogenannte fünfte nachatlantische Kulturepoche wird der germanisch-angelsächsischen Kultur (1413-3573 n. Chr.) zugeordnet; in dieser Epoche soll die Menschheit die Bewusstseinsseele ausbilden. - In der Frühzeit seines Wirkens in der Theosophischen Gesellschaft übernahm Rudolf Steiner noch die theosophischen Begriffe Rasse, Wurzelrasse, Unterrasse u.a., was er später wegen der Begriffsunschärfe aufgegeben hat und nur noch von Kulturepochen gesprochen hat. Siehe dazu den Sonderhinweis auf S. 869. Paulus: ca. 10 v. Chr.-ca. 60 n. Chr., Apostel. 69 Da nun schon zweimal ein solches Erraten beinahe erfolgt ist und in absehbarer Zeit wieder beuorstebt: Siehe hierzu einerseits die Documents de Barr und andererseits den Brief Rudolf Steiners vom 24. Dezember 1903 an Günther Wagner. In den Documents de Barr II vom September 1907 heißt es: ·Als ein <höherer Gracb wird innerhalb dieser ganzen Strömung die Initiation des Manes angesehen, der 1459 auch Christian Rosenkreutz initiierte: Sie besteht in der wahren Erkenntnis von der Funktion des Bösen. Diese Initiation muss mit ihren Hintergründen noch für lange vor der Menge ganz verborgen bleiben. Denn wo von ihr auch nur ein ganz kleiner Lichtstrahl in die Literatur eingeflossen ist, da hat er Unheil angerichtet, wie durch den edlen Guyau, dessen Schüler Friedrich Nietzsche geworden ist.· in Rudolf Steiner: Nachgelassene Abhandlungen und Fragmente, 1879-1924, GA 46, Dornach 2020, S. 591. Mit dem «ed]en Guyau» ist der französische Philosoph Jean-Marie Guyau (1854-1888) gemeint. Siehe hierzu auch David Marc Hoffmann: ·Über die «vahre Erkenntnis von der Funktion des Bösen>», Archiumagazin Nr. 3/2014, S. 186-202. Im Brief vom 24. Dezember 1903 an Günther Wagner heißt es: «Lassen Sie mich vorläufig nur so viel sagen, dass die Theosophie- die Teil-Theosophie, die etwa in der ·Geheimlehre> und ihrer Esoterik liegt - eine Summe von Teilwahrheiten des fünften [Geheimnisses] ist. [...I Ich kann Ihnen nur die Versicherung geben, in dem Satze K.[ut]H.[umi]s 1··.] NVenn die Wissenschaft gelernt haben wird, wie Eindrücke von Blättern ursprünglich auf Steinen zustande kommen ...>, in diesem Satze liegt fast das ganze fünfte Geheimnis auf okkulte Weise verborgen.» Aus: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, S. 47-48; siehe a.a.O. auch die S. 255 f.  69 welche diesen Kern bilde: Am 14. November 1903 schrieb Günther Wagner, der diesen Vortrag gehört hatte, aus Lugano an Rudolf Steiner einen Fragebrief. Die Antwort dazu ist in: Lucifer- Gnosis, GA 34, Dornach 1987, auf den Seiten 350f. abgedruckt. biogenetiscben Grundgesetzes: Heute «biogenetische Grundrege1·. Eine u.a. von Ernst Haeckel (1834-1919), Naturforscher, Zoologe, Professor in Jena, entdeckte Regel, dass die Entwicklung des Einzelorganismus die Stammesentwicklung wiederholt. das Wesen des Befrucbtungsuorganges: Der deutsche Zoologe Oscar Hertwig (1849-1922) beobachtete auf einer Forschungsreise unter der Leitung Ernst Haeckels erstmals am Seeigel-Ei unter dem Mikroskop die Befruchtung einer weiblichen Eizelle durch eine männliche Samenzelle. während gleichzeitig die Tbeosopbiscbe Gesellschaft gegründet wurde: Die Theosophische Gesellschaft wurde am 17. November 1875 in New York von Henry Steel Olcott, Helena Petrovna Blavatsky und William Quan Judge gegründet. Haeckel: Ernst Haeckel (1834-1919), Naturforscher, Zoologe, Professor in Jena; war prägend für Rudolf Steiner, der dessen entwicklungsgeschichtliche Gedanken als ·die bedeutendste Tat des deutschen Geisteslebens in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts» bezeichnete (Autobiografische Skizze in: Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe Nr. 13, S. 4 sowie im vorliegenden Band S. 622). Vgl. auch Mein Lebensgang [1923-1925], GA 28, Dornach 2000, S. 218-222. Steiners Broschüre Haeckel und seine Gegner (1899), in: Metbodiscbe Grundlagen derAntbroposopbie, GA 30, Dornach 1989, erregte seinerzeit großes Aufsehen. Siehe außerdem die Aufsätze Ernst Haeckel und die <Welträt$el' [1899], Die Kämpfe um Haeckels ·Welträtse1' [1900], ebd. und Rudolf Steiners Briefwechsel mit Haeckel in: Briefe Il, GA 39, Dornach 1987. 70 zwei auch in der Reclam'scben Uniuersalbibliotbek erschienene Werke du Preis: Carl du Prei (1839-1899), deutscher Philosoph, Schriftsteller und Okkultist. Das Rätsel des Menschen. Einleitung in das Studium der Geheimwissenschaften erschien 1892, Die monistische Seelenlebre. Ein Beitrag zur Lösung des Menschenrätsels erschien 1888. persönlicben Magnetismus ... Törnbock: Sehr wahrscheinlich ist hier Victor Turnbull gemeint (keine näheren Angaben bekannt). In Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek befindet sich ein Exemplar von: Victor Turnbull: Lehrgang des Persönlichen Magnetismus. Selbstbeberrscbung und Charakterbildung, Berlin (o.j.; RSB O 373). <Persönlicher Magnetismus> wird synonym für ·Hypnotismus> verwendet. Fräulein Motzkus: Clara Motzkus (?-1916), schon 1895 der Theosophischen Gesellschaft beigetreten.  70 HerrSeiler: Franz Seiler (1868-1959), Kaufmann, Stenograf von Rudolf Steiners Vorträgen. Frau Helene Lübke: Helene Lübke (1859-1916), Mitglied der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Leiterin des 1903 durch sie gegründeten Weimarer Zweiges. Von 1903 bis 1908 im Vorstand der Deutschen Sektion. Witwe des Kunsthistorikers Wilhelm Lübke. Mathilde Scholl: 1868-1941, Lehrerin, Übersetzerin, seit 1903 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft und 1905-1914 Herausgeberin des Gesellschaftsorgans Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Initiantin und Zentralfigur der Anthroposophischen Bewegung in Köln und Umgebung. Zum Benicht RudolfSteinen über die erste Generalversammlung der Deutschen Sektion am 18. und 19. Oktober 1903 Textgrundlage: Als Textgrundlage diente der erste Abdruck dieses Autoreferates in: Luzifer, Nr. 6/1903, S. 245-247. Titelerweiterung ·Bericht zur ersten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesel1schaft· durch den Herausgeber. In der Gesamtausgabe wurde dieser Text bereits in: Lucifer - Gnosis, GA 34, sowie in Über die astrale Welt und das Deuacban, GA 88, publiziert. - Das Autoreferat bezieht sich auf den am 18. Oktober 1903 gehaltenen Vortrag; siehe den im vorliegenden Band vorhergehenden Bericht aus dem Väban, Nr. 5/1903. - Abkürzungen wurden durch den Herausgeber stillschweigend aufgelöst. zu Seite 72 Gebeimlebre: Siehe Hinweis zu Seite 67. 73 Zarathustra: Auch Zoroaster, historisch schwer einzuordnende Gestalt, lehrte zwischen 2000 und 1000 v. Chr. Begründer der ursprünglich persischen Religion des Zoroastrismus. - Siehe Hinweis zu Seite 58. 74 /Adolf/Kolbe: Einfügung durch den Herausgeber. AdolfArenson: 1855-1936, Kaufmann, Musiker, Vortragsredner. Gründete und leitete ab 1905 mit Carl Uriger den Stuttgarter Hauptzweig. 1904-1913 im Vorstand der Deutschen Sektion. 1910 bis 1913 komponierte Arenson auf Aufforderung Rudolf Steiners die Musik zu dessen vier Mysteriendramen. Verfasser des Nachschlagewerks Ein Führer durch die 50 Vortragszyklen RudolfSteiners (Dornach 1930). Fischer (Hannouer): Heinrich Fischer, keine näheren Angaben bekannt.  Zum Protokoll der Generalversammlung der Deutschen Sektion am 19. Oktober 1903 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung mit der VortragsregisterNr. 673 b; ein Stenogramm liegt nicht vor. - Der Beginn der Versammlung war auf zehn Uhr morgens angesetzt. Die Versammlung fand in der Motzstr. 17 stau. - Abkürzungen wurden stillschweigend durch den Herausgeber aufgelöst. zk Seite 75 Frau Blieffert: Emma Blieffert, geb. Kriegs. Verheiratet mit Hans Blieffert (erhielt Anfang Februar 1906 eine Seeleniibung von Rudolf Steiner, siehe Mantriscbe Sprüche. Seelenübungen Band II, 1903-1925, GA 268, S. 27). Gründungs-Mitglied des Besant-Zweiges. Nähere Angaben zur Person sind nicht bekannt. Herr Fränkel: Richard Fränkel (1882-1941), Richter, wurde 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft nicht zum Reichsgerichtsrat ernannt. Schriftführer der Deutschen Theosophischen Gesellschaft bei deren Auflösung am 15. Januar 1906. Herr Georgi: Bernhard Georgi, kurzzeitig Mitglied der Deutschen Theosophischen Gesellschaft im Jahr 1903; keine näheren Angaben bekannt. Herrn Haase in Leipzig: Bruno Haase (Lebensdaten unbekannt). Herrn Fischer in Schneidlingen: Keine näheren Angaben bekannt. 78 Keine Religion ist böberals die Wahrheit: Im englischen Original:There is no religion higher than truth. Siehe hierzu im Anhang auf S. 687. Zum Behebt Rudolf Steiners über den Kongress in Amsterdam uom 19. bis 21. Juni 1904 Textgrundlage: Bericht von Rudolf Steiner in: Lucjfer - Gnosis, Nr. 13/1904, S. 25-31. Im Rahmen der Gesamtausgabe erstmals publiziert in: Lucifer- Gnosis, GA 34. zk Seite 80 ihren Kongress ab 1.../: In der Textgrundlage folgt hier die Klammer «(Vgl. No. 10 dieser Zeitschrift)», wobei sich allerdings in dieser Nummer kein Bezug zum Amsterdamer Kongress findet. Brüderschaft der großen Führer: Siehe den Hinweis zur ·weißen Loge» zur Seite 58. 82 Ein solcher Impuls ist in die Welt gesandt/.../durcb H. P. Blauatsky und h. S. Olcott gefübrt: Siehe hierzu Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701f. 83 der [Tbeosopbiscben] Gesellschaft: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber.  84 W. B. Fricke: 1842-1931, damaliger Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft in den Niederlanden. Tb. Pascal: Dr. ThCophile Pascal (1860-1909), 1900-1908 erster Generalsekretär der französischen Sektion in Paris, zusammen mit Dominique Albert Courmes Herausgeber der Revue TbCosopbique FranCaise (Le Lotus Bleu). Decio Caluari: 1863-1937, italienischer Parlamentarier, Gründer der ersten italienischen Loge mit Leihbibliothek in Rom (1897), Leiter des theosophischen Verbandes Lega teoso/ica independente, Gründer und Leiter der Zeitung Ultra. Italienischer Generalsekretär 1904-1905. Johan uan Manen: Johan van Manen (1877-1943), zur Zeit des Amsterdamer Kongresses 27 Jahre alt. Siehe auch Hinweis zu S. 62. am 19. /Juni,/ Vormittag: Einfügung durch den Herausgeber. die «iVeue Psychologie»: Siehe Annie Besam: Tbeosopby and the new Psycbology. A Course ofsix Lectures. The Theosophical Publishing Society, London and Benares 1904. Ein Exemplar davon befindet sich auch in Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek (RSB O 469). Büchner: Karl Ludwig Büchner (1824-1899), deutscher Naturwissenschaftler; 1855 erschien sein Buch Kraft undStoff- Empiriscb-naturpbilosopbiscbe Studien. Vogt: August Christoph Carl Vogt (1817-1895), deutscher Physiologe. Der Satz lautet im Original: ·Die Gedanken stehen in demselben Verhältnis zu dem Gehirn, wie die Galle zur Leber oder der Urin zu den Nieren.·, aus seinen Physiologischen Briefenfür Gebildete aller Stände, dreizehnter Brief, Gießen 1874, S. 354. Mozart: Wolfgang Amadeus Mozart, 1756-1791, österreichischer Komponist. 85 Alfred R. Orage: 1873-1934, u.a. Herausgeber von The New Age. Emilio Scalfaro: Keine näheren Angaben bekannt. Arturo Regbini: 1878-1946, italienischer Mathematiker, Philosoph und Theosoph. 86 Sarah Corbett: geb. Woodhead (1851-1908), Lehrerin, gründete 1893 zusammen mit Christopher Corbett einen Kinderhort und einen Mädchen-Klub in England. Jabrbucb des Kongresses: Johan van Manen, Kate Spink (Ed.) (1907): Transactions oft tbe Second annual Congress oftbe Federation of European Sections of tbe Tbeosophical Society, London, 461 S. (ArchivStandort RSB O 646b). Purnendu Narayana Sinha: Keine näheren Angaben bekannt. Emma Weise: Keine näheren Angaben bekannt.  86 D. A. Courmes: Dominique Albert Courmes (1843-1914), Griindergestak der theosophischen Bewegung in Frankreich, zusammen mit ThCophile Pascal Herausgeber der Reuue TbCosopbique FranCaise (Le Lotus Bleu). S. EdgarAldermann: Möglicherweise Sylvanus Edgar Alderman (18761904). 88 Leadbeaters: Charles Webster Leadbeater (1847-1934); p'opagierte zusammen mit Annie Besam den Inderknaben Jiddu Krishnamurti als künftigen Träger des sich wiederverkörpernden Weltenlehrers Maitreya (Messias oder Christus). Geriet 1906 in den Verdacht moralischer Verfehlungen gegenüber ihm anvertrautenjugendlichen und musste deshalb aus der Theosophischen Gesellschaft austreten (siehe hierzu im vorliegenden Band S. 234f. und S. 262f.). Bereits 1909 wurde Leadbeater wieder in die Theosophische Gesellschaft aufgenommen und verblieb darin in leitender Stellung bis zu seinem Tode im Jahre 1934. - Vgl. auch den Hinweis in Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, und die Biografie Leadbeaters von Gregory Tillet Tbc Elder Brother, London 1982. Siehe auch Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 713 f. Mathematik und Okkultismus: Mathematik und [Okkultismus]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·NVissenschaft». Das Autoreferat zu diesem Vortrag findet sich in: Philosophie undAntbroposopbie, GesammelteAußätze 1904 bis 1923, GA 35, Dornach 2014, S. 7-18. Platon: 427-347 v. Chr. griechischer Philosoph, Schüler des Sokrates. - Siehe auch die Vorträge vom Januar 1902 in: Antike Mysterien und Christentum, GA 87. 89 Galilei: Galileo Galilei (1564-1641), italienischer Naturforscher. Newton: Isaac Newton (1642-1726), englischer Naturforscher. Siehe Hinweis zu Seite 112. Gaston Polak: Gaston Polak (1874-1970), von 1913-1938 Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft in Belgien. Bbagauän Däs: Bhagavän Däs (1869-1958), zeitweise Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft in Indien, Gegner der KrishnamurtiVerehrung. 1955 Auszeichnung für seine Verdienste um das indische Bildungswesen. Widmung durch die Indische Post zu seinem 100. Geburtstag mit einer Erinnerungsbriefmarke. - Siehe aber auch Vortrag vom 15. Juni 1923, in: Die Geschichte und die Bedingungen derantbroposopbiscben Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft, GA 258. Da diese Abhandlung bald in Buchform uorliegen wird: Vermutlich handelt es sich um: Tbe science ofpeace, an attempt at an exposition ofAdyä ima-Vidyä (tbe ffrst principles ofthe science oftbe seif), Benares 1904, 94 S. (Archiv-Standort RSB O 487). 90 Jean Debille: 1867-1953, belgischer Maler und Theosoph, ab 1910 Sekretär der Theosophischen Gesellschaft Adyar für Belgien. Später Anhänger von Krishnamurti. Fidus: Hugo Reinhold Karl Johann Höppener (1868-1948), bekannt als der Illustrator ·Fidus· von Zeitschriften wie Sphinx, Pan, Simplicissimus undJugend. Dr. Hallo'j.j. Hallo, Physiker, Lebensdaten unbekannt. Zum Bericht Ludwig Deinbards über den Kongress in Amsterdam vom 19. bis 21. Juni 1904 Textgrundlage: Bericht von Ludwig Deinhard im Vähan, Jahrgang VI, Nr. 1, Juli 1904, S. 1-5. zu Seite 91 ·Rembmndt als Erzieher» betitelten Buch: Das Buch erschien 1890 mit der anonymen Autorschaft-Angabe Non einem Deutschen». Der Autor war der deutschnationale und antisemitische Kulturkritiker Julius Langbehn (1851-1907). In Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek vorhanden (RSB G 513). - Rembrandt van Rijn (1606-1669), Maler des niederländischen Barocks. 92 Multatuli: Pseudonym des niederländischen Dichters Eduard Douwes Dekker (1820-1887). Nach seinem Tode erschienen in sechs Teilen seine Briefe, herausgegeben von seiner Witwe, 1890-92; ebenfalls 1892 die gesammelten Werke in zehn Bänden. Von 1899 gibt es eine deutsche Ausgabe in zehn Bänden. Sein bekanntestes Werk ist der 1860 in Brüssel erschienene Roman «Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft· (RSB B 842). - Siehe u.a. Rudolf Steiner: Vortrag über den Dichter ·Multatuli», in: Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884-1902, GA 32, Dornach 2016, S. 498. 93 Concertgebouui: 1888 eröffneter, bis heute repräsentativer Konzertsaal in Amsterdam. 94 neue Psychologie: Siehe Hinweis zu Seite 84. PierreJanet: 1859-1947, französischer Philosoph und Psychiater, gilt als Wegbereiter der Psychotherapie. A. de Rocbas: Albert de Rochas d'Aiglun (1873-1914), französischer Parapsychologe. 95 Vaisbnauismus: Oder Vishnuismus, Hinduismus-Richtung mit Vishnu als dem höchsten Gott.  95 C. Jinarajadasa: Curuppummullage Jinarajadas (1875/1877-1953); von 1945/46 bis 1953 Präsident der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Am 1.1.1907 aus der Theosophical Gesellschaft Adyar ausgeschlossen, wogegen Rudolf Steiner schriftlich Einsprache hielt; siehe hierzu auch Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, S. 287f. D. uan Hinloopen Labberton: Dirk van Hinloopen Labberton (18741961), Orientalist und Theosoph. Gazzbali: Al-Gazzhali (1058-1111), islamischer Mystiker. 96 Ludwig L. Lindemann: 1877-1911, keine näheren Angaben bekannt. Ebenso ist /der/ Referent: Einfügung durch den Herausgeber. Sie beziehen sich alle aufdie uierte Dimension: Siehe hierzu Die uierte Dimension. Matbematik und Wirklichkeit, GA 324a, sowie Kosmologie und Menscblicbe Evolution, Farbenlehre, GA 91. 97 Viriato Diaz-Perez: 1875-1958, ab 1902 Konsul von Paraguay in Spanien, emigrierte 1906 nach Paraguay. Samueluan West: 1876-1909, keine näheren Angaben bekannt. /Der/ Verfasserweist nach: Einfügung durch den Herausgeber. Jules Grand: Keine näheren Angaben bekannt. Margaret Duncan: Keine näheren Angaben bekannt. Amäie AndrC: AmClie AndrC-Gedalge (1856-1931), französische Gesangslehrerin, Komponistin, Freimaurerin. 98 aussetzen.» ...: Die drei Punkte so wie in der Textgrundlage. Robert Scbumann: 1810-1856, deutscher Komponist. Zum Vortrag RudolfSteinen uom 4. Juli 1904: ·Bericbt über die Jahrestagung in Amsterddam» Textgrundlage: Als Textgrundlage diente die maschinenschriftliche Übertragung des Stenogramms von Franz Seiler (Vortragsregister-Nr. 874 I). zu Seite 101 ersten Grundsatz: Die Gründerpersönlichkeiten der Theosophischen Gesellschaft formulierten folgende drei Grundziele: «a) den Kern einer allgemeinen Bruderschaft der Menschheit zu bilden, ohne Unterschied der Rasse, des Glaubens, des Geschlechts, der Kaste oder Farbe; b) anzuregen zur Vergleichung der Religionssysteme und zum Studium der Philosophie und Wissenschaft, C) die noch ungeklärten Naturgesetze u nd die im Menschen schlummernden Kräfte zu erforschcnm, zitiert aus:Allgemeine undSektions-Verfassung nebst Satzungen der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft, S. 3, Berlin, o.J.  101 von den großen Führern der Menschheit: Siehe Hinweis zu Seite 58. 104 uralten Weisheit: Vgl. Annie Besant: Uralte Weisheit, erschienen 1898 unter dem Original-Titel Tbc Ancient Wisdom; gilt als eines der Grundwerke der Theosophie. In der Bibliothek Rudolf Steiners befinden sich beide Ausgaben; die englische in der zweiten Auflage von 1899 (RSB O 400) und die deutschsprachige in der ersten Ausgabe von 1898 (RSB O 478). Neue Psychologie: Siehe Hinweis zu Seite 84. 106 das Pseudonym Leonie: Zu den Untersuchungen mit dem Medium Leonie siehe u.a. Charles Richet: Experimentelle Studien aufdem Gebiete der Gedankenübertragung, Stuttgart 1891, übersetzt von Albert von Schrenck-Notzing. 108 /Orage aus Leeds/: Korrektur durch den Herausgeber aufgrund des im vorliegenden Band vorhergehend abgedruckten Autoreferates von Rudolf Steiner in: Lucifer - Gnosis. In der Textgrundlage steht ·Oretsch aus Nizza». so werde ich Ihnen hier einmaleine Reibe uon Vorträgen darüberbalten: Siehe hierzu die Vorträge vom Frühjahr 1905 in: Die uierte Dimension. Mathematik und Wirklichkeit, GA 324a, sowie Kosmologie und Menschliche Euolution, Farbenlehre, GA 91 (dort die Ausarbeitungen vom 21., 23., 25., 27. August 1906). DasJahrbuch: Zu dem Kongress wurde von Johan van Manen ein Jahrbuch ediert: Transactions oftbeßrst annualcongress oftbe Federation of European Sections oftbe Tbeosophical Society beld in Amsterdam,June 19tb, 20tb and 21St, 1904. Edited by Johan van Manen, Secretary of the Federation, Amsterdam 1906 (RSB O 646a). 111 Mathematik und /Okkultismus/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Wissenschaft·. Das Autoreferat zu diesem Vortrag findet sich in: Philosophie und Anthroposophie, Gesammelte Aufsätze 1904 bis 1923, GA 35, Dornach 2014, S. 7-18. Matbesis: Griechisch, so viel wie lernen, Kenntnisgewinn, Wissenschaft. 112 Pythagoras: 570-510 v. Chr., griechischer Philosoph und Mathematiker. warum Pythagoras das Wesen der Welt l.../in den Zablen suche: Vgl. auch die Ausführungen vom November 1901 in Antike Mysterien und Cbristentum, GA 87. durch den die Inßnitesimal- und Integral-Recbnung gefunden worden ist: Newton und Leibniz gelten als diejenigen, die unabhängig voneinander zur Infinitesimal-, Integral- und Differenzialrechnung fanden und so die Analysis begründetet. Siehe auch Hinweis zu Seite 89. 113 Dann wurde uon einem Franzosen über den Rhythmus in der Welt gesprochen: In dem im vorliegenden Band abgedruckten Autoreferat aus  Lucifer- Gnosis heißt es: ·In derselben Abteilung sprach Gaston Polak (Bruxelles) über Symmetrie und Rhythmus im Menschen.· 113 uon Bbagauän Däs, Benares, uwrde eine Abhandlung über die Beziehung zwischen Selbst und Nicht-Selbst uerlesen: Korrektur durch den Herausgeber aufgrund des im vorliegenden Band vorhergehend wiedergegebenen Autoreferates aus Lucifer- Gnosis. In der Textgrundlage steht ·dann von einem Inder - Bagavantas -, von dem Ich und dem Nicht-lch». [Hooper, London/: Korrektur durch den Herausgeber aufgrund des im vorliegenden Band vorhergehend wiedergegebenen Autoreferates aus Lucifer- Gnosis. In der Textgrundlage steht «Hoover». Bericbt über den Londoner Theosophischen Kongress: Der Kongress fand vom 3. bis 4. Juli 1903 statt. Der Bericht Rudolf Steiners ist unter dem Titel «Theosophie und deutsche Kultur» im vorliegenden Band abgedruckt. 114 Darüberwerde ich noch am nächsten Montag sprechen: Der Vortrag vom 11. Juli 1904 ist im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe unter dem Titel Moderne Bibelforschung» publiziert in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, GA 90a. einen Vortrag über die Aura: Gemäß Autoreferat in: Lucifer - Gnosis, GA 34 ein Öffentlicher Vortrag von Dr. Hallos über die menschliche Aura. Wiederseben in London: Der Kongress fand vom 6. bis 10. Juli 1905 in London statt. Siehe den Bericht im vorliegenden Band, S. 195. das Geburtsbaus Spinozas: Baruch de Spinoza (1632-1677), Philosoph sowie Bibel- und Religionskritiker. Zum Vortrag RudolfSteiners uom 12. September 1904: « Tbeosopbie, Wissenschaft und Religion. Annie Besan> Textgrundlage: Als Textgrundlage diente die maschinenschriftliche Übertragung (Vortragsregister-Nr. 878 I) eines Stenogramms von Franz Seiler. Für die redaktionelle Bearbeitung wurden zusätzlich die Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI herangezogen. zu Seite 115 Wie Sie alle wissen ... Annie Besam hören: Rudolf Steiner begleitete zusammen mit Marie von Sivers Annie Besam vom 15. bis 24. September auf einer Vortragsreise durch Deutschland und fasste jeweils im Anschluss den Inhalt der Vorträge in deutscher Sprache zusammen. - In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht ·haben und hören». den Vortrag über Theosophie und Imperialismus: Annie Besant: Theosopby and Imperialism. A Lecture by Annie Besant. The Theosophical  Publishing Society, London 1902. Ein Exemplar hiervon findet sich in Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek (RSB O 467). 116 Pßngstumnder: Apg 2,1-12. /dem/Sie eine andere: Einfügung durch den Herausgeber. in Indien segensreichfür die Bildung dieses Volkes: Annie Besant setzte sich, wie auch Henry Steel Olcott, für die spirituellen Belange der indischen Bevölkerung ein und unterstützte die indische Unabhängigkeitsbewegung. 117 obzwar es entquillt einer uölligen Beherrschung aller gegenwärtigen Wissenschaften: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht «obzwar es antiquiert ist, völlig entspricht der Weltanschauung». ·Die neue P$ychologie»: Siehe Hinweis zu Seite 84. 118 Ludwig Büchner, Vogt: Siehe Hinweise zu Seite 84. Molescbott: Jakob Moleschott (1822-1893), Naturforscher und Philosoph niederländischer Herkunft. Clifford in England: William Kingdon Clifford (1845-1879), britischer Philosoph und Mathematiker. Die Gedanken des Menschen werden uom Gebirn so erzeugt, wie die Galle uon der Leber erzeugt wird: Siehe Hinweis zu Seite 84. welche das Körperliche böber stellten als das Seelische: In den Übertragungen mit den Vortragsregister-Nr. 878 II-VI heißt es: ·welche das Körperliche zu erforschen und zu ergründen suchten, namentlich diejenigen wollten nichts wissen, die damals glaubten, auf der Höhe der Wissenschaft zu stehen». merde /unter/dem Mikroskop: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «auf». durch die gebildete Welt: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht «die Gebiete der Welt». dass unser äußeres Leben ... der Naturkräfte: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht ·dass unser äußeres Leben eine Entdeckung geworden ist ihrer großen Eroberungsmächte auf dem Gebiete der Naturkräfte». 120 Blauatsky ... Geheimlehre: Helena Petrovna Blavatsky. Siehe Hinweis zu Seite 67. 120 f. welcbe aufder Höhe dermaterialistiscben Weltanschauung steben: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·welche aufhören werden zu der materialistischen Weltanschauung zu stehem» 121 Sehen Sie in alle Länder ... des Menschenlebens befassen: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: «Sie sehen sie  in allen Ländern, und sehen Sie, wie sie sich bemühen in allen Ländern durch Unterricht Sinn für neues geistiges Leben zu erwecken, und wie dieses geistige Leben als Sehnsucht in allen Seelen lebt, dass sie sich tiefer mit den Rätseln des Menschenlebens befassen> 121 und /mebrals/alles sonst: Einfügung durch den Herausgeber. 122 Das Gehirn schwitzt: Siehe Hinweis zu Seite 84. die noch uorfünfzehn Jahren dies taten: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI folgt hier der Passus: ·wurden gerade diejenigen, die». von einer Erreichung: In den Übertragungen mit der VortragsregisterNr. 878 II-VI steht ·Berechtigung» statt ·Erreichung». Charles Darwin: 1809-1882, englischer Naturforscher, auf den die neuzeitliche Evolutionstheorie zurückgeht. aus unendlicher Gelehrsamkeit: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht «aus unserer angesehensten Gelehrsamkeitm /Fresnel/: In der Textgrundlage steht ·Francem In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht «Frenzel». Vermutlich ist aber der französische Physiker Augustin Jean Fresnel (1788-1827) gemeint, der wegbereitend für die Wellentheorie des Lichtes war. Laplace: Pierre-Simon Laplace (1749-1827), Astronom und Mathematiker, entwickelte die Hypothese, dass das Universum und unser Planetensystem aus einer Art materiellem Urnebel hervorgegangen seien. 123 Laplace, ... Ich habe diese Hypothese nicht nötig!: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI lautet diese Passage wie folgt: Laplace hat dem großen Kepler entgegengehalten - von dem die Lehre über die Bewegung der Weltenkörper herrührt -, Kepler sagte nämlich: Ich finde, dass in Ihren Ausführungen über die Welt kein Gott zu finden ist. - Die Anekdote wird allerdings gemeinhin von Napoleon und Laplace berichtet. dessen Einsicht zum alten Eisen gehört: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·dessen Ansicht zum alten Eisen gehört». nach ihrer Ansicht: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: «nach ihrer Einsicht·. 125 /geschweige denn/ erkannt werden können: Änderung durch den Herausgeber. ln der Textgrundlage steht «nurm ist im Jahre 1875 der große spirituelle Strom ausgegangen: Siehe im vorliegenden Band Zu dieserAusgabe, S. 701 f. Licht aufden Weg: Von Mabel Collins (1851-1927, mit bürgerlichem Namen Kenningdale Cook), Leipzig 1898 (im englischen Original Light on tbe Patb). Rudolf Steiner schrieb dazu im Jahr 1904 eine Exegese  (siehe Anweisungenfür eine esoterische Schulung. Aus den Inhalten der esoterischen Schule, GA 245). Liebt aufden Weg entsprang einer Inspiration durch den Meister Hilarion' (siehe Zur Gescbicbte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264, Dornach 1996, S. 205). 126 zu gleicber Zeit eine große Macbt, und manches, zUäs in der Menscbbeit geschieht: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht ·zu gleicher Zeit eine große Macht, und was mit Machten in der Menschheit geschieht·. [eineje/eigene: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «seine». die Wissenscbaft in ibre Bahnen lenken: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht «die Wissenschaft in ihrem Denken lehren». Zeitbewusstsein: Passend wäre auch «Selbstbewusstsein» statt ·Zeitbewusstscinm 127 Nicht glauben ü'ik dass die theosophische Bewegung dazu berufen ist, Seelengestalten nach neuen Wahrheiten zu erforschen: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·Nicht glauben wir, dass die theosophische Bewegung dazu berufen ist, in solchen Gestalten neue Wahrheiten neu zu erforschem. uralten Weisheit: Vgl. auch das Buch Uralte Weisheit von Annie Besant. Siehe Hinweis zu S. 104. uon allen Seiten in der Zukunft: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·von allen Seiten beleuchten in der Zukunft». Für diejenigen, ..., für solche Männer und Frauen ist die Theosophische Gesellschaft nur das äußere Instrument. Nicht daraufkommt es an: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·Für diejenigen, welche in stillen Augenblicken die innere Stimme sprechen hören, die sind nur das äußere Instrument für die Seele. Sie sollen nicht deuteln oder kritisieren.» Die größten Meister: In den Übertragungen mit der VortragsregisterNr. 878 II-VI steht: ·Die geistigen Meister.· - Insbesondere die Meister Morya und Kuthumi (oder Koot Hoomi) der Weißen Loge galten als Lehrer von H. P. Blavatsky und als geistige Führer der theosophischen Bewegung. 128 strömt zu denen, die ihn haben wollen: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·strömt zu denen, die ihn hören wollen". in der Theosophen uersammelt sind: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: «in der die Theosophie versiegelt ist·.  128 damit die Menschheit der Gegenwart es immer mehr und mehr begreifen kann: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: «damit die Menschheit der Gegenwart immer mehr und mehr davon ergriffen werden kann.» 129 was die wahre Lehre unserer Gesellscbaft ist: In den Übertragungen mit der Vortragsregister-Nr. 878 II-VI steht: ·was den wahren Lehrer unserer Sache bedeutet> am nächsten Freitag und Sonntag: Laut Das Vonragswerk RudolfSteiners von Hans Schmidt, Dornach 1978, hat Annie Besant am Freitag, 16. September 1904 in Berlin und am Sonntag, 18. September 1904 in Weimar zum Thema «Die neue Psychologie» und am Samstag, 17. September 1904 in Berlin zum Thema: ·Der Mensch als Herr seiner Bestimmung» gesprochen. Zum Vortrag Rudolf Steiners vom 25. September 1904: «Tbeosophie und modeme Wissenschaft" Textgrundlage: Bericht in der Tbeosophiscben Rundschau Nr. 1-2/1904 als Beilage zum Theosophischen Wegweiser vom Oktober 1904. Autor unbekannt. Vortragsregister-Nr. 890. - Siehe auch den Bericht aus Lucifer- Gnosis Oktober 1904, abgedruckt im Rahmen der Gesamtausgabe in: Lucifer - Gnosis, GA 34. Rudolf Steiner hat in diesem Bericht irrtümlich das Datum 26. September 1904 angegeben. - Der dritte Allgemeine Theosophische Kongress in Dresden für Deutschland, Österreich und die Schweiz, auf dem Rudolf Steiner den hier referierten Vortrag hielt, war von der ·sezessionistischem, nicht zur Adyar-Gesellschaft zugehörigen «Theosophischen Gesellschaft in Deutschland» unter der Leitung von Franz Hartmann veranstaltet worden, auch um eine mögliche Vereinigung der verschiedenen theosophischen Gesellschaften in Deutschland auszuloten. Eine solche Vereinigung kam aber nicht zustande. zu Seite 130 Meinbolds Säle: Befanden sich an der früheren Moritzstr. 10 in Dresden. Franz Hartmann /- Florenz -]: 1838-1912, deutscher Theosoph, Freimaurer, Rosenkreuzer. Gründer der von Adyar unabhängigen Theosophischen Gesellschaft in Deutscbland mit Zentrum in Leipzig. Herausgeber der Zeitschrift Lotbusblüten. - Änderung durch den Herausgeber: In derTextgrundlage steht ·Hartmann-Florenz·. Der Zusatz ·Florenz» sollte wohl auf einen damaligen Wohnsitz Hartmanns hinweisen. Er liest sich allerdings an dieser Stelle in der Textgrundlage irreführender Weise wie ein Namenszusatz. Sankaräcärya: Oder Sankharacharya, siehe Hinweis zu Seite 53. Herders:johann Gottfried Herder(1744-1803), deutscher Dichter, Philosoph und Theologe. Aussagen dieser Art finden sich z.B. in Herders  Briefen zu Beförderung der Humanität, Nr. 63: ·Wie die griechische Kunst eine Schule der Humanität sei. Vom Werte rein dargestellter Gedankenformen». 131 Euolutionslebren Lamarcks und Danuins: Jean-Baptiste de Lamarck (1744-1829), französischer Botaniker, Zoologe und Entwicklungsbiologe. - Zu Darwin siehe Hinweis zu S. 122. Liebe deinen Nächsten: Mk 12,31 Zum Protokoll der Jahresuersammlung der Deutschen TheosophiSchen Gesellschaft (DTG) am 23. Oktober 1904 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung unbekannter Hand, Vortragsregister-Nr. 917a II, Stenogramm liegt nicht vor. Abkürzungen wurden vom Herausgeber stillschweigend aufgelöst. - «Deutsche Theosophische Gesellschaft»: DTG, Name des alten Berliner Zweiges, der vor der Gründung der Deutschen Sektion schon der Theosophischen Gesellschaft Adyar angehörte. Mit Gründung der Deutschen Sektion übernahm Rudolf Steiner auch die Leitung dieses Zweiges. Im Februar 1905 führte die Kritik einiger Mitglieder an der Geschäftsführung dazu, dass Rudolf Steiner, Marie von Sivers und Friedrich Kiem von der Leitung der DTG zurücktraten und einen neuen Berliner Zweig, Besam-Zweig genannt, begründeten, dem sich fast alle Berliner Mitglieder anschlossen. Die DTG löste sich daraufhin im Januar 1906 auf. - Die Jahresversammlung fand in der Motzstraße 17 statt. zu Seiie 132 Besuch und Vortrag: Siehe Hinweis zu Seite 115. Wolfgang Kirchbach: 1857-1906, Dichter und Schriftsteller, 1888-1889 Vorgänger von Rudolf Steiner als Redakteur des Magazinsfür Litteratur; lernte Rudolf Steiner im Giordano-Bruno-Bund kennen. Siehe hierzu u. a. Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe Nr. 79/80 sowie Briefe Band II: 1890-1925, GA 39;siehe auch ÜberPbilosophie, Geschichte und Literatur, GA 51, Dornach 1983, S. 287ff. die in den Mitteilungen des Bundes mitfolgenden Worten gekennzeichnet ist: In den Mitteilungen des Giordano-Bruno-Bundes Nr. 7, Oktober 1904 heißt es auf Seite 2 in einer Kurzusammenfassung zum Vortrag von Wolfgang Kirchbach: ·Zum Schluss setzte der Redner auseinander, warum der Bund jene sog. theosophische Bewegung, welche die Engländerin Annie Besant im Sinne der modernen heiligen Madam Blavatsky vertritt, durchaus ablehnen muss. Er verlas dazu die jahrmarktsmäßigen Spukgeschichten, mit denen sich diese sog. Philosophie verknüpft hat, und das herbe vernichtende Urteil Max Müllers (Oxford) über diese Richtung.» (RSB ZS 213a). - Vergleiche auch Rudolf Steiners Schilderungen im Vortrag vom 12. Juni 1923 in: Die Geschichte und die Bedin gungen derantbroposopbischen Bewegung im Verhältnis zurAntbroposophiscben Gesellschaft, GA 258. 133 [zusammen also M. 518,66/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·verbleiben alsom 134 Herr Krojanker: Paul Peritz Krojanker (1865-1916), Zahnarzt und Psycho-Pädagoge, Geschäftsleiter der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, 1915-1916 Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosopbiscben Gesellscbaft Adyar. Emanuel Reicher: 1849-1924, Österreichischer Schauspieler und Regisseur. Krecke: vermutlich Hermann Krecke (1852-1904), Berliner Landgerichtsrat, Lebensreformer, beschäftigte sich u.a. mit genossenschaftlichen Ideen. Herr Quaas: Felix Quaas, Rechtsanwalt, keine näheren Angaben bekannt. In der Textgrundlage steht Quas. 135 Indemnität: Freistellung von einer rechtlichen Verfolgung. H/err/ Werner: Ergänzung durch den Herausgeber für den ganzen Text. - Vermutlich Paul Werner, Lebensdaten unbekannt, Heilmagnetiseur. Mitglied in Berlin seitJuni 1904. Herr Kiem: Friedrich Kiem (?-1933), Kassierer des Berliner Zweiges der TG und 1905-1913 im Vorstand der Deutschen Sektion, königlicher Rechnungsrat. Baron von Reimer: Victor von Reisner (1860-1919), österreichischungarischer Journalist. In Berlin arbeitete er als Journalist und freier Schriftsteller, Redakteur einiger Berliner Zeitschriften. Fräulein Frölich: Toni Frölich, Gründunsgmitglied des Besant-Zweiges in Berlin. Näheres zur Person nicht bekannt. Rechnungsrat Tessmar: Wilhelm Tessmar, Lebensdaten unbekannt, 1907-1911 Kassenrevisor der Deutschen Sektion. 136 Mücke:Johanna Mücke (1864-1949), gehörte der sozialistischen gewerkschaftlichen Bewegung und dem Vorstand der Arbeiterbildungsschule in Berlin an. Leiterin des Philosophisch-Theosophischen und später Philosophisch-Anthroposophischen Verlags von 1908 bis 1935. Viele Aufzeichnungen zu Rudolf Steiners Vorträgen sind ihr zu verdanken. /Voigt/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Vogt·. - Adelheid Voigt, Gründungsmitglied des Besant-Zwciges. Keine näheren Angaben bekannt. 137 derAllgemeine Theosophische Kongress: Gemeint sind die Kongresse der Europäischen Föderation der Europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Nach Deutschland kam dieser Kongress 1907 in München (siehe im vorliegenden Band S. 62).  Zum Protokoll der zweiten Generaluersammlung der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft am 30. Oktober 1904 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung (Vorrragsregister-Nr. 926) des Protokollstenogramms von Franz Seiler. - Die zweite Generalversammlung der Deutschen Sektion fand in der Motzstraße 17 statt. zu Seite 139 Besuches und der Vorträge Misses Besants: Siehe Hinweis zu Seite 115. seines Besuches des Theosophischen Kongresses in Dresden: Rudolf Steiner sprach am 25. September 1904 auf dem dritten Allgemeinen Theosophischen Kongress in Dresden, der von der sezessionistischen, nicht zu Adyar gehörigen ·Theosophischen Gesellschaft in Deutschland» veranstaltet wurde, über Theosophie und moderne Wissenschaft. Siehe hierzu im vorliegenden Band S. 130f. sowie Zu dieserAusgabe, S. 701 f. 140 [icb habe]: Einfügung durch den Herausgeber. 141 /Löbnis/: Änderung durch den Herausgeber im gesamten Protokoll. In der Textgrundlage steht ·Löhner». - Dr. Felix Carl Paul Löhnis (18741930), Agrarbakteriologe, Dozent und Professor für Landwirtschaft u. a. in Burgdorf, Leipzig, 1905 Austritt aus derTheosophischen Gesellschaft. Frau Dr. Wegeler: Else Wegeler, keine näheren Angaben bekannt. Bernsdorf: Wahrscheinlich Margarethe Bernsdorf, keine näheren Angaben bekannt. Richter: Emma Bertha Richter (geb. Leipnitz), keine näheren Angaben bekannt. Frau Dr. Braun: Frieda Clara Braun, später verh. Wöbcken (?-1959), Krankenschwester, gesch. Frau des Publizisten Dr. Heinrich Braun; Mitglied seit 1897, sie half in den ersten Jahren beim Bücherversand im Berliner Sekretariat, verzog 1905 nach Bremen. Gräßn Kalckreutb: Gräfin Pauline von Kalckreuth (1856-1929), Malerin, zusammen mit Sophie Sünde Leiterin des Münchner Zweiges. Als Mitbegründerin des Johannes-Bauvereins (später Goetheanum-Bauverein) in dessen Vorstand von 1911 bis 1925 und von 1911 bis 1913 im Vorstand der Deutschen Sektion. Zusammen mit Sophie Stinde trug sie die Organisation der Festspiele in München 1907 und 1909-1913. Wolfart: Keine näheren Angaben bekannt. Möglicherweise auch Wolfram: Elise oder Erna Wolfram, beide Leipzig. 143 Fräulein Stinde: Sophie Marie Nicoline Stinde (1853-1915), Leiterin des Münchner Hauptzweiges und von 1907 bis 1913 die Hauptorganisatorin der Münchner Festspielveranstaltungen, ferner Mitbegründerin und erste Vorsitzende (1911-1915) des Johannes-Bauvereins (später Goetheanum-Bauverein). Vgl. Rudolf Steiners Ansprachen vom 18., 22. und  29. November und 26. Dezember 1915 anlässlich des Todes von Sophie Stinde in: Unsere Toten, GA 261, 2. Aufi. Dornach 1984, S. 150-179, sowie zum Jahrestag ihres Todes am 17. November 1916 (ebd., S. 197202). 143 Konzertmeister/Rösel/: Änderung durch den Herausgeber. In derTextgrundlage steht ·Rosm Rudolf Arthur Rösel (1859-1934), Violinist, 1878-1906 Konzertmeister und Komponist in Weimar. Henni/n/g: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage ·Hennig». Horst von Henning, (?-1945), Hofkonzertmeister in Weimar. Rudolf Steiner war Taufpate seines Sohnes. Schriftführer bei der Gründung des Zweiges Weimar 1903, seit 1895 Mitglied derTheosophischen Gesellschaft. Esoterischer Schüler Rudolf Steiners ab 1904. Michael Bauer: 1871-1929, Lehrer, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, blieb bis 1921 im Zentralvorstand der Anthroposophischen Gesellschaft. [Franken]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Franke». Konsul Carl Franken, Schriftführer des Zweiges Lugano. Lebensdaten unbekannt. Feldner:Jakob Feldner (1876-1938), Bahnbeamter in Regensburg, Dichter. Vollrath: Hugo Vollrath (1877-1943); Aberkennung des erschlichenen Doktortitels 1914, theosophischer Buchhändler und Verleger (Theosophisches Verlagshaus) in Leipzig. Auf der Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 aus der Deutschen Sektion ausgeschlossen. 1911 von Annie Besant zum Sekretär des Ordens «Stern des Ostens» für Deutschland ernannt, was jedoch bald darauf wieder annulliert wurde. Zur Generalversammlung im Dezember 1911 stellte er Antrag auf Wiederaufnahme in die Sektion. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Frau uon Lichtenberg: Vermutlich Clara von Lichtenberg, geb. von Egidy (Lebensdaten unbekannt). Adalbert von Hanstein: Ludwig Adalbert von Hanstein (1861-1904), deutscher Dichter und Schriftsteller sowie Privatdozent an der Technischen Hochschule Hannover. Ladenburg: vermutlich Carl Ladenburg (1827-1909), Bankier, k.u.k. österreichisch-ungarischer Konsul. [Wöbcken]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Wöbke». Entweder: Klara Wöbcken, ?-1959, Krankenschwester, gesch. Frau des Publizisten Heinrich Braun, Gründungsmitglied des Besant-Zweiges, half in den ersten Jahren beim Bücherversand im Berliner Sekretariat, verzog 1905 nach Bremen; oder: Gustav Wöbcken (1872-1959), Oberbuchhalter im Versicherungsgewerbe; war verheiratet mit Klara WÖbcken.  144 16. Mai 1904: Dr. Steiner: Geburt und Tod im Leben der Seele: Vorgesehen für GA 68b. Judge/Hartmann-Bewegung: Franz Hartmann, siehe Hinweis zu Seite 130. William Quan Judge (1851-1896). Judge gründete 1895 die von Adyar unabhängige «Theosophische Gesellschaft in Amerika». Anlass dafür war die sog. Coulomb-Affäre, in der H. P. Blavatsky als Fälscherin der sogenannten Meister-Briefe belastet wurde. Erst in den 90er-jahren des 20. Jahrhunderts konnte H. P. Blavatsky zumindest teilweise rehabilitiert werden. Die Coulomb-Affäre beschädigte den Ruf der Theosophischen Gesellschaft Adyar erheblich. - Hartmann gründete 1896, zunächst noch in enger Anlehnung an die ·Theosophische Gesellschaft in Amerika·, die ·Theosophische Gesellschaft in Europa», trennte sich nach einem Jahr wieder davon und gründete 1897 die dnternationale Theosophische Verbrüderung· und unter deren Dach schließlich 1898 die von Adyar unabhängige «Theosophische Gesellschaft in Deutsch1and·. Sie wurde von den Mitgliedern der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar als «sezessionistisch» bezeichnet. Siehe auch Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. 145 Tolstoi: Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller. Vorträge über alte und neue Apokalypsen. ... Tbeosophie und Haeckel: Siehe u.a. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, GA 90a. Da ein Herrausgescblossen wurde von der Mitwirkung: Um wen es sich dabei gehandelt hat, konnte bislang nicht ausfindig gemacht werden. 145 f. Herr Bresch bat nun einen alten Erlass: Richard Bresch hatte in seiner Funktion als Redakteur des Vähans einem Bericht von Felix Löhnis über den Theosophen-Kongress in Dresden vom 24. bis 26. September 1904 (der mit einem zuversichtlichen Hinweis auf den für 1906 in Nürnberg geplanten Kongress und auf die dafür in Aussicht stehende Zusammenarbeit der verschiedenen theosophischen Organisationen endete), folgende gewissermaßen korrigierende Fußnote hinzugefügt: ·Vom Generalrat unserer T. S. ermächtigt, hat Präsident Olcott hinsichtlich des Schließens von Bündnissen mit anderen Gesellschaften (siehe Vähan, II. Jahrgang, S. 71) erklärt: <Bci einer Körperschaft wie der Ihrigen (Hartmann-Böhmenschen) stellt sich als ernstes Hindernis entgegen, dass sie unrechtmäßig unter unserem Namen wirken und unser Korporationssiegel verwenden, ... sodass wir als erste Bedingung für ein mit einer anderen Gesellschaft abzuschließendes Bündnis auf das Fallenlassen dieses Symbols, unseres Namens und Mottos dringen müssen. Da es sich hier aber eingestandener Maßen um Schließung eines Bündnisses handelt, jedoch von einem solchen <Fallenlassen> noch nichts verlautete, so ist die in Aussicht genommene Kooperation unserer Loge  in Nürnberg mit der der erwähnten Sezessionsgesellschaft, wenn auch vielleicht nicht unzulässig, so doch aussichtslos. Jedenfalls erscheint es notwendig, den Präsidenten beziehungsweise Generalrat darüber rechtzeitig zu befragem'» 146 /Hubo gibt]: Einfügung durch den Herausgeber. Edwin Böhme: 1877-1906, Vortragsredner und Buchautor. Mitbegründer der von Franz Hartmann begründeten «Theosophischen Gesellschaft in Deutschlan&. Eckige Kreise: Wilhelm Hiibbe-Schkidcn: Eckige Kreise- Ein Antwortschreiben des Herrn Edwin Böhme uom 20. APril 1902, öffentlich beleuchtet von Hübbe-Scbleiden, Berlin, 1902 (RSB 0571). 147 Rudolph: Hermann Rudolph (1865-1946), Volksschullehrer; Vortragsredner und Buchautor. Mitglied der von Franz Hartmann begründeten ·Theosophischen Gesellschaft in Deutschland», 1912 deren Generalsekretär. In welche Stellung kommt unsere Sektion, wenn wir hier in einigenJahren sämtliche Vertreter der Sektionen zu Gaste haben ?: Gemeint ist die Aussicht, dass der Kongress der Europäischen Föderation der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft auch für Deutschland als Austragungsland erwartet wurde, was dann 1907 in München geschah (siehe im vorliegenden Band 298 f.). Hubo fragt insofern, ob dann auch die Sezessionisten mit eingeladen werden sollen bzw. können. 150 Der Antrag wird einstimmig angenommen: In: Luzifer - Gnosis, Nr. 19/1904, S. 223, erschien hierzu im gleichlautenden Sinne eine offizielle Stellungnahme des Vorstandes der Deutschen Sektion (siehe im vorliegenden Band S. 152). 151 Vorträge von Herrn Bresch undDr. Steiner: Richard Bresch sprach über: ·So1len wir der Jugend Theosophie lehren?», Rudolf Steiner hielt den Vortrag «tjber das Wesen des Hellsehensm Siehe Hinweis zu Seite 153. Zum Benicht (uon Rudolf Steiner) über die Jabresuersammhmg der Tbeosopbiscben Gesellschaft am 29. und 30. Oktober 1904 Textgrundlage: Abdruck in: Luzifer - Gnosis Nr. 19, Dez. 1904, S. 223; Vortragsregister-Nr. 926. zu Seite 153 Vortrag «t)ber das Wesen des Hellsebens·: Im Rahmen der Gesamtausgabe bereits abgedruckt in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis, GA 90a.  Zum Bericht uon Richard Bresch über die Generaluersammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft am 29. und 30. Oktober 1904 Textgrundlage: Bericht von Richard Bresch im Väban, Jahrgang VI, Nr. 5, November 1904, S. 89-90. zu Seite 155 ob sie ihre beziehungsweise Stimmen in eine Hand legen oder sie durch mehrere Delegierteabgeben lassen wollen: Alter Sprachgebrauch für ·entweder ... oder>: «ob sic entweder ihre Stimmen in eine Hand ... oder ...». F[elix/ L/öbnis/: Auflösung der Abkürzung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «F. L.m 156 in beregter Fußnote: Veralterte Bezeichnung für «besagte». 157 Ein Referat über den letzteren Vortragßnden die Leserin deruorliegenden Nummer: Siehe Hinweis zu Seite 153. den ersteren gedenken wir in der nächsten oder übernächsten Nummer zu bringen: Richard Bresch: «Sollen wir die Jugend Theosophie Ichrenh, in: Der Väban, Jahrgang 6, Nr. 8/1905, S. 163-170. Zum Vortrag uon Rudolf Steiner am 2. Januar 1905: ·Das Wesen der tbeosopbischen Bewegung und ihr Verhältnis zur Tbeosopbikben Gesellscbaf> Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 994 AI. - Der Vortrag wurde bereits in: Zur Gescbicbte und aus den Inbalten der ersten Abteilung des Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264, publiziert. ZbC Seite 158 bevor ich meine Reise nach Süd- und Westdeutschland antrete: Vom 3. bis 13. Januar hielt Rudolf Steiner Vorträge in Stuttgart, München, Nürnberg und Weimar. überalle gebildeten Länder: In GA 264 steht ·iiber alle Gebiete·. /so/gegenübergestanden: Einfügung durch den Herausgeber. die Sendbotin unserergroßen erhabenen Meister: Siehe Hinweis zu S. 58 (Weiße Loge). Gemäß eigenen Darstellungen soll H. P. Blavatsky mit den Meistern Morya, Kuthumi (Koot Hoomi) und Hilarion Begegnungen gehabt haben. Siehe hierzu auch Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264. bat [die Bewegung]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·sie».  158 /Vielmebr/ist: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «es». 159 [wie im Sturm]: Änderung durch den Herausgeber. In derTextgrundlage steht «wie in allem Sturm» richtiges: In der Erstpublikation in GA 264 steht «rechtes». wichtiges Glied: In der Erstpublikation in GA 264 steht ·richtiges·. ·Wenn die Rose ... ·: Aus der Schluss-Strophe von Friedrich Rückerts Gedicht Welt und icb: ·Möge jeder still beglückt / seiner Freuden warten! / Wenn die Rose selbst sich schmückt, / schmückt sie auch den Garten.» das In-sich-selbst-Saugen uon geistigen Erkenntnissen: In der Erstpublikation in GA 264 steht «das Sich-selbst-Entwickeln durch geistige Erkenntnisscm Und wer/treu/ bleibt: Einfügung durch den Herausgeber. 160 welcher Geist: In der Erstpublikation in GA 264 steht ·dass derselbe Geist». Immer weiter und immer weiter entwickeln wir uns zu diesem Geist hinaufund immer weiter wird die eigene Seele: In der Erstpublikation in GA 264 steht: dmmer weiter können wir uns zu diesem Geist hinaufentwickeln und immer weiter wird die eigene Seele sich entwickeln.» 161 durch welche die Welt selbst entstanden ist: In der Erstpublikation in GA 264 steht «wie die Welt selbst entstanden ist». durch die Selbsterkenntnis: In der Erstpublikation in GA 264 steht ·durch die wahre Selbsterkenntnis». JedesJahr: In der Erstpublikation in GA 264 steht ·Jede Seele». 162 [derAufgabe]: Einfügung durch den Herausgeber. Scbamo: Oder ·Shamo»; früher gebräuchlicher Name für die Wüste Gobi. 163 /der ersten Unterrasse/ derfünften: Einfügung durch den Herausgeber. Zarathustra: Siehe Hinweis zu Seite 73; siehe auch Stunde vom 8. September 1904 in: Kosmologie und menschliche Evolution - Farbenlehre, GA 91. 164 Rassenentwicklung: In der Erstpublikation in GA 264 steht ·Erdenentwicklung». - Siehe dazu Sonderhinweis auf S. 869. Hermes: Hermes Trismegistos, Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes mit dem ägyptischen Gott Thot, gilt als der Verfasser der nach ihm benannten ·Hermetischen Schriftenm Orphische Urkultur: Auf den Sänger Orpheus eine eigene Mysterienschule in Griechenland zurückgeführt, die inhaltliche Verwandtschaft mit der Vedanta-Philosophie aufwies. Bekannte Begriffe, die auf die or phischen Mysterien zurückgehen, sind z. B. <Chronos>, ·Chäos>, Atherm 164 [Anstöße]: Änderung durch den Herausgeber. In derTextgrundlage steht ·Anschliisse». ujas wir die Loge der erhabenen Menscbbeitsfübrer nennen: Die sog. Weiße Loge; siehe Hinweis zu S. 58. Wejße Loge: Siehe Hinweis zu S. 58. Und so sprachen sie zu allen Völkern: Siehe auch die Bemerkungen zum Pfingstwunder im Vortrag vom 12. September 1904 im vorliegenden Band. 165 die uon Anbeginn der Menschheit /die Weisheit und] den Zusammenklang der Empßndungen /gegeben/: Einfügungen durch den Herausgeber. Die erste Einfügung gemäß der Fassung in GA 264. - Siehe Hinweis zur weißen Loge auf Seite 58. Alle [solche Bewegungen/sindgroß: Einfügung durch den Herausgeber. 168 Prüfet alles und das Beste behaltet: Redewendung in Anlehnung an 1. Thes 5,19-22: ·Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein.» (Luther 1912) Diejenigen, die es haben, oder die, die es erkannt haben ?: In der Erstpublikation in GA 264 steht: «Diejenigen, die es erkannt haben, oder die, die cs nicht erkannt haben?». wenn coir zu diesen erhabenen HOben hinaufsteigen wollen: In der Erstpublikation in GA 264 steht: «wenn wir zu diesen erhaben hohen Wesen hinaufsteigen wollem» 169 Hili: Sir Rowland Hili (1795-1879), seine 1837 in London erschienene Schrift Post of/ice reform, its importance andpracticability erregte Aufsehen, da er u.a. zur Vereinheitlichung des Portos die Verwendung von Briefmarken vorschlug. 1840 wurden die ersten Wertzeichen ausgegeben. Hili wurde 1846 zum Sekretär und später zum Leiter des Postwesens ernannt. [Lord Licbßeld]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Leedffeld», in GA 264 steht «Ldidd». Lord Lichfield (17951854), bekannt als Thomas William Anson, war von 1835 bis 1841 unter Lord Melbourne General-Postmeister. Gauß'johann Carl Friedrich Gauß (1777-1855), deutscher Mathematiker, Astronom und Physiker. Der Postmeister Nagler: Karl Ferdinand Friedrich von Nagler (17701846), preußischer General-Postmeister. Die Urkunde kann beute noch eingesehen werden: Siehe R. Hagen ·Die erste deutsche Eisenbahn», 1885 (S. 45), sowie Friedrich Harkort: «Eisenbahnen» in der Zeitschrift Hermann, Nr. 26, 1835. - Zu den hier genannten Beispielen der Lebenspraxis siehe insbesondere den von Rudolf  Steiner mehrfach gehaltenen Vortrag ·Praktische Ausbildung des Denkens», 18. Januar 1909 in GA 108, 11. Februar 1909 in GA 57, 13. Februar 1909 in: Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe Nr. 78, S. 7-24. 170 um das /innere/ Leben: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «eigene». 171 [die Meister/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «sie». ln unserem Zweige: Zu diesem Zeitpunkt noch die Deutsche Tbeosopbische Gesellscbaft, Berlin. Siehe auch Hinweis zu Seite 132 sowie Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. 172 Pbilon uon Alexandrien: Um 10 v. Chr. bis ca. 40 n. Chr., jüdischer Philosoph. - Siehe u.a. Vortrag vom 1. Februar 1902 in: Antike Mysterien und Christentum, GA 87. im Sinne unserer erhabenen Wesen: In der Erstpublikation in GA 264 steht statt «Wesem Meister». Zum Protokoll der außerordentlichen Generaluersammlung der Deutschen TheosophiSchen Gesellschaft (DTG) uom 22. Januar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung eines Stenogramms von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 1011 I. - Auslassungspunkte wie in derTextgrundlage. In runden Klammern Kommentar des Stenografen. - Das Wort ·außerordentliche» wurde im Titel ergänzt, weil zum einen die letzte ordentliche Generalversammlung am 23. Oktober 1904 stattfand und zum anderen auf der Versammlung vom 5. Februar 1905 mit Rückblick auf den 22. Januar 1905 nicht von einer Generalversammlung gesprochen wurde. - Die Versammlung fand in der Motzstr. 17 statt, was in diesem Falle in der Wohnung von Marie von Sivers hieß. - ·Deutscbe Theosophische Gesellschaft» (DTG): Siehe Hinweis zu S. 132 sowie Zu dieserAusgabe, S. 701 f. zu Seite 173 Aufder Genembersammlung: Bezieht sich aufdie Generalversammlung vom 23. Oktober 1904. Siehe Seite 132 f. im vorliegenden Band. 174 Eberty: Stadtrat Luise Eberty. Keine näheren Angaben bekannt. der Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft: Siehe Hinweis zu S. 132 sowie Zu dieserAusgabe, S. 701 f. Besam-Zweig: Mit Blick auf die vorhergehende Anmerkung eine verwirrende Bemerkung. Auch in der Chronik Lindenbergs wird der 22.Januar 1905 als konstituierende Generalversammlung des Besant-Zweiges bezeichnet; dennoch wird dort für den 5. Februar 1905 angegeben, dass Rudolf Steiner auf einer außerordentlichen Versammlung des Berliner Zweiges ankündige, dass er einen Besant-Zweig gründen werde, wie dies  auch aus dem im vorliegenden Band abgedruckten Protokoll vom 5. Februar 1905 hervorgeht. 175 Es wurden die Vorträge über das Christentum als mystische Tatsache und die Vorträge über die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens gebalten: Siehe Hinweis zu S. 27. die Vorträge im Arcbitektenbaus: Die öffentlichen Vorträge im Berliner Architektenhaus (Wilhelmstr. 92/93), in dem Räume für Vorträge gemietet werden konnten (aus den Jahren 1903-1918 abgedruckt in GA 52 bis 67) stellen als längste kontinuierliche Vortragstätigkeit Rudolf Steiners eine umfassende Einführung in die Anthroposophie dar. 177 Bei Rechtsanwalt Quaas tritt /es/ als Disharmonie beruor: Einfügung durch den Herausgeber. 178 Herr/Georgi]: Änderung durch den Herausgeberim ganzen Text. In der Textgrundlage steht «Georgy». Dr. B. ...: Vermutlich Dr. Braun; siehe weiter unten im Text. nachdem ich meinen Briefvon Unbekannten habe schreiben lassen: Brief im Archivbestand nicht auffindbar. Frau B. ...: Vermutlich Frau Braun, siehe weiter unten im Text. 181 /Lauweriks/: In derTextgrundlage steht ·Lammering». Änderung durch den Herausgeber aufgrund einer schriftlichen Bemerkung von Rudolf Steiner vom Juni 1905, die in: Lucifer- Gnosis, GA 34, wiedergegeben ist: «In Düsseldorf wirkt als Vorsitzender der ausgezeichnete Maler Otto Boyer. [...I Eine besondere Gabe für diesen Zweig ist, dass Herr Lauweriks, der früher der holländischen Sektion angehörte, seit einem Jahre in Düsseldorf sein Arbeitsfeld hat und dass er seit dieser Zeit seine wertvolle Arbeitskraft auf theosophischem Gebiete den Mitgliedern in Form sehr instruktiver Kurse über die Geheimlehre H. P. Blavatskys schenkt.» Siehe auch den Bericht zur Generalversammlung am 22. Oktober 1905 im vorliegenden Band. Lauweriks übernahm im Herbst 1905 die Leitung des Düsseldorfer Zweiges. - Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks (1864-1932), niederländischer Architekt, lehrte von 1904 bis 1909 an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, trat 1894 der Theosophischen Gesellschaft bei. - Wendete sich später von Rudolf Steiner ab, war Mitglied des «Sterns des Ostens» und von Mai 1913 bis 1914 Generalsekretär der neu gegründeten Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 182 Morgen über acht Tage werde ich wieder hier zu sprechen haben: Gemeint ist der Mitgliedervortrag vom 30. Januar 1905 zum Thema ·Die Apokalypse und Theosophische Kosmologie I», abgedruckt in Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II, GA 90b. am Donnerstag bin ich wieder in Berlin: Für den öffentlichen Vortrag ·Goethes Evangelium» am 26. Januar 1905 im Architektenhaus, im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in Ursprung und Ziel des Menschen.  Grundbegriffe der Geisteswissenschaft, GA 53 sowie in Goethe und die Gegenwart, GA 68C. Zum Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) am 5. Februar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler; Vortragsregister-Nr. 1018 al. In runden Klammern Bemerkungen des Stenografen. - Rudolf Steiner hatte mit einem Rundschreiben an die Mitglieder des Berliner Zweiges der «Theosophischen Gesellschaft· auf Sonntag, den 5. Februar 1905, 5 Uhr nachmittags zu dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung in die Motzstraße 17 eingeladen. In dem Rundschreiben war die Resignierung des ersten und zweiten Vorsitzenden bereits angekündigt. zk Seite 183 verknüpft bin lediglich persönlicb: Rudolf Steiner wurde im Januar 1902 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Auf Einladung der Brockdorffs hielt Rudolf Steiner in den Winterhalbjahren 1900/1901 und 1901/1902 zwei Vortragsreihen, die Rudolf Steiner anschließend zu den beiden Schriften Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlicben Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modemen Weltanschauung, GA 7, und Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8, ausarbeitete. Die zweite Vortragsreihe wurde von Franz Seiler mitstenografiert und ist im Rahmen der Gesamtausgabe unter dem Titel Antike Mysterien und Cbristentum, GA 87, publiziert worden. - Vor Rudolf Steiner waren in der Leitung der Deutschen Tbeosopbiscben Gesellschaft Wilhelm Hiibbe-Schkiden sowie Graf und Gräfin Brockdorff. Als Grafund Grä/in von BrockdorffBerlin uerließen: Ende 1902 verließen Gräfin und Graf Brockdorff aus gesundheitlichen Gründen Berlin und zogen nach Meran. 184 bat sich Fräulein von Siuers entschlossen: Rudolf Steiner erklärte sich zur Mitarbeit in der Deutschen Theosophischen Gesellschaft unter der Bedingung bereit, dass Brockdorffs Marie von Sivers als Mitarbeiterin gewinnen. Marie von Sivers hatte zwischenzeitlich mit Nina Gern« eine Loge der Theosophischen Gesellschaft in Bologna begründet. Auf Brockdorffs Drängen hin entschied sich Marie von Sivers entgegen ihrer ursprünglichen Absichten, sich für und in Bologna zu engagieren, doch in der Berliner Leitung mitzuarbeiten. 185 dass [in Bezug auf] das: Einfügung durch den Herausgeber. die Versammlung uor uierzehn Tagen: Siehe vorhergehendes Protokoll vom 22. Januar 1905 im vorliegenden Band. 186 muss ich diesen Scbritt tun: Rücktritt aus dem Vorstand der DTG und Neubegründung des Besant-Zweiges in Berlin.  186 Wer Wabrbeit sucht ...: Z.B.: «ljenn das Ziel, nach dem das rein theoretische Verhalten ringt, ist die Wahrheit, wie das Ziel der Praxis die Anwendung ist. Diejenigen, die sich in der Praxis bewegen, haben auch dann, wenn sie untersuchen, wie die Sache an sich beschaffen ist, nicht das Ewige im Auge, sondern das, was für ein anderes und was für den Augenblick von Bedeutung 1sl», aus Aristoteles (384-322 v. Chr. griechischer Philosoph): Metaphysik,jena 1907, S. 1 f. 187 Esfolgt die Aufzählung einer Reibe von Mitgliedern: Im Stenogramm werden folgende Namen aufgeführt: Fräulein [Clara] Förstemann, Fräulein [Helene] Heinrich, Frau [Franziska] Johannesson, Frau [Emma] und Herr [Hans] Blieffert, Fräulein [Anna] Knispel, Herr [Friedrich] Kiem, Fräulein [Johanna] Mücke, Frau [Minna] Artur, Herr [Otto] Flamme, Herr [Carl] Schlosshauer, Fräulein [Adelheid] Voigt, Herr [Wilhelm] Tessmar, [Unleserlicher Name: aufgrund von GA 37, S. 105 sehr wahrscheinlich Herr [?] Willmann], Herr Magnetiseur [Paul] Werner, Frau Dr. [Else] Wegeler, Fr. [Clara (Frieda)] Braun, Frau [Camilla] Wandrey, Baronin [Clara] und Baronesse [Freiin Nelly] [von] Lichtenberg, Fräulein [Marie] von Sivers und Fräulein [Toni] Frölich. Im Rundschreiben vom 10. Februar 1905 werden außerdem genannt: Gräfin [Oktavia] Mokke Huitfeld, Herr Magnetiseur [Bernhard] Tönjes, Herr [Richard] Gnuschke, Frau [Marie] Kreiselmayer, [Herr Jacques Kreiselmayer], Frau [Marie] Schmidt, Rudolf Steiner, [Marie von Sivers]. Die hier genannten Namen gelten als Gründungsmitglieder des Besant-Zweiges [in eckigen Klammern Einfügungen durch den Herausgeber]. Der Zweig uiar bei dem bö/licben Ebepaar, das uns eingeladen hatte, /nocb/nicbt bekannt: Mit dem höflichen Ehepaar sind vermutlich Gräfin und Graf von Brockdorff gemeint. Ursprünglich hieß der Berliner Zweig ·Deutsche Theosophische Gesellschaft Berlin» (DTG) und war im Jahre 1894 als Zweig der Theosophical Society, Europäische Sektion, Sitz London, gegründet worden. Nach der Gründung der Deutschen Sektion im Jahr 1902 hieß die DTG auch «Berliner Zweig der Theosophischen Sektion Deutschlandsm Wenn eine selbstherrliche Verwaltung /.../gewünscbt: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht anstelle des Auslassungszeichens ein «nicht». 189 Beider Generaluersammlung: Siehe das Protokoll vom 23. Oktober 1904 im vorliegenden Band S. 132 f. im Arcbitektenbaus: Siehe Hinweis zu S. 175. 190 dass in dieser Woche erst icb scbriftlicb den Vorwurf erhalten habe: Schreiben im Archiv nicht vorhanden. 191 auch nicbt als /es/ vor acht Tagen: Einfügung durch den Herausgeber. 193 Resignation: Von lat. resignare, hier so viel wie «Rücktritt».  194 /Jobannesson/... /Voigt/: Änderungen durch den Herausgeber aufgrund der in der Anmerkung zu Seite 187 angeführten Namensliste sowie aufgrund des Registers der Mitglieder derDeutscben Sektion der Tbeosopbischen Gesellschaft uon 1902-1913. In der Textgrundlage steht «johannsen» und Nogt». Scbluss der Versammlung 8 Ubr/abends/: Einfügung durch den Herausgeber. Zum BeriCbt RudolfSteinen zum Theosophischen Kongress in London uom 6. bis 10. Juli 1905 Textgrundlage: Als Textgrundlage diente der in den Heften Nr. 26/1905 (S. 443-445) und Nr. 27/1905 (S. 479) von Lucifer- Gnosis publizierte Bericht. Im Rahmen der Gesamtausgabe erstmals publiziert in: Lucifer - Gnosis, GA 34, S. 566-572. - Vgl. auch den Bericht Rudolf Steiners über den Londoner Kongress im Brief vom 23.Juli 1905 an Günther Wagner in: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264, Dornach 1996, S. 91-95 (RSA 068/1). zu Seite 195 diesJabr/1905/: Einfügung durch den Herausgeber. 196 G. Russel: George William Russel (1867-1935), irischer Dichter, Maler und Journalist. Boyer: Otto Boyer (1874-1912), deutscher Maler und Schriftsteller. Fräulein Schmidt: Keine näheren Angaben bekannt. 197 Ezekiel... einen «Cbrisws», in dem der Theosoph sein Bilduon Christus sehen könne: Moses Jacob Ezekiel (1844-1917), amerikanischer Bildhauer, lebte ab 1869 in Europa, vorzüglich in Rom. - Zum Christusbild: Siehe hierzu Rudolf Steiner: Das plastische Werk, GA K 11, Dornach 201l,S. 77. Richard Wagner: 1813-1883, deutscher Komponist. - Siehe auch: ·Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft», vier Vorträge in Berlin am 28. März, 5., 12. und 19. Mai 1905, enthalten in: Rudolf Steiner: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, GA 92. ein indisches Idiom: Wohl in Hindi und Parsi, siehe Bericht von Rudolf Steiner in: Lucifer- Gnosis, Nr. 31/1906, im vorliegenden Band, S. 236. 198 Percy Lund: 1863-1943, englischer Fotograf und Herausgeber theosophischer Schriften. Okkulten Grundlagen der Goetbe'scben Lebensarbeit: Siehe das Autoreferat in: Philosophie undAnthroposopbie, GA 35, Dornach, 1984, S. 19-42. M. P. Bernard: Keine näheren Angaben bekannt. M. H. Cboisy: Keine näheren Angaben bekannt.  198 Mr Leo: Alan Leo, Pseudonym für William Frederick Allan (1860-1917), englischer Autor, Theosoph und Astrologe; gilt als Vater der modernen Astrologie; einer der ersten Mitglieder vom ·Drder of the Star in the EäStm Mead... über die Gnosis: George Robert Stowe Mead (1863-1933), siehe Hinweis zu Seite 63; siehe sein Buch Fragmente eines uerscbollenen Glaubens (übersetzt aus dem Englischen von Alida von Ulrich), Berlin 1902, auf das sich Rudolf Steiner vielfach bezieht (RSB O 609). Herr und Frau ü. Seydewitz: Maria Fanny Helena von Seydewitz (ca. 1844-1920); Max von Seydewitz (1861-?), Maler und Bildhauer. Gräßn Scback: Vermutlich Olga Leontine Elisabeth Hedwig Gräfin Schack von Wittenau (1867-1945), Mitglied der Theosophischen Gesellschaft ab 1898. Herr undFrau Peipers: Felix und Cecile Peipers. Dr. med. Felix Peipers (1873-1944), Arzt, 1911-1913 im Vorstand der Deutschen Sektion, Mitbegründer des Johannes-Bauvereins (später Goetheanum-Bauverein) und 1911-1925 in dessen Vorstand. Ab 1915/16 Vorsitzender des Zweiges München I. Von 1921 bis 1924 leitender Arzt am klinisch-therapeutischen Institut Stuttgart. - Cecile Peipers (1882-1951), Bildhauerin. /Miss/Kate Spink: Catherine Elizabeth Spink (1867-1953); von 1905 bis 1908 Generalsekretärin der Britischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar. - In der Textgrundlage steht ·Frb statt ·Missm Jahrbuch des Kongresses: Johan van Manen, Kate Spink (Ed.) (1907): Transactions oft the Second annual Congress oftbe Federation ofEuropean Sections oftbe TbeosopbicalSociety, London, 461 S. Zum Vortrag RudolfSteinen am 2. Oktober 1905: ·Tbeosopbie und Helena Blauatsky· Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung eines Stenogramms von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 1127a. zu Seite 200 Werden üjirjeden Montag eine Wocbenuersammlung haben: Siehe u. a. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis, GA 90b. Arcbitektenhaus: Siehe Hinweis zu Seite 175. Näcbsten Donnerstag werde ich sprechen über Haeckels Welträtsel: Der Vortrag (5. Oktober 1905) ist unter dem Titel Alaeckel, die Welträtsel und die Theosophie» publiziert in: Die Welträtsel und die Antbroposopbie, GA 54. dann überunsere Weltlage: Der Vortrag (12. Oktober 1905) ist unter dem Titel ·Krieg, Frieden und die Wissenschaft des Geistes» publiziert in: Die Welträtsel und dieAntbroposopbie, GA 54.  200 dann über die Frage der inneren Entwicklung: Der Vortrag (Z Dezember 1905) ist unter dem Titel «Grundbegriffe der Theosophie. Seele und Geist des Menschen· publiziert in: Die Welträtsel und die Anthroposophie, GA 54. Eine Betrachtung über Weibnacbten: «I)as Weihnachtsfest als Wahrzeichen des Sonnensieges», Vortrag vom 14. Dezember 1905 publiziert in: Die Welträtsel und die Antbroposopbie, GA 54. Ich habe eine größere Vortragstour hinter mir: Vom 6. bis 25. September 1905 war Rudolf Steiner auf Vortragsreise in St. Gallen, Zürich, Basel, Freiburg, Stuttgart, Nürnberg, Heidelberg, Frankfurt, Kassel und Weimar. 201 Streben beute /sind/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht äst». unseren ersten Grundsatz: Siehe Hinweis zu S. 101. was schon Schopenhauer gesagt hat: Arthur Schopenhauer (1788-1860), Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwcr», Motto, das Schopenhauer seiner Preisschrift über die Grundlage der Moral voranstellte. - Siehe Hinweis zu Seite 65. 203 dass ich nicht bloß uon /einer/Arznei: Einfügung durch den Herausgebcr. in dem nächsten Montag-Vorwag: Vortrag vom 9. Oktober 1905, Berlin; im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert unter dem Titel «Geisteswissenschaft als Gesundungsquell» in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis Il, GA 90b. 204 Bei der Eröffnung des diesjäbrigen Kongresses: Die Föderation europäischer Sektionen führte vom 6. bis 10. Juli 1905 in London ihren zweiten theosophischen Kongress durch. dem Grundwerke uon Helena Petrouna Blauatsky: Gemeint ist das Buch Die Geheimlehre von Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891). Siehe Hinweis zu Seite 67. Unergründliche Tiefen: Siehe auch den Vortrag vom 1. April 1904, Berlin, «Die Genesis I», in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, GA 90a. 205 Sie bat so viele in /Würzbu"&/ geschrieben, während die Bücher [in Wahrheit] im Vatikan lagen: Anderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht statt beider eckigen Klammern ·in Warschaw, beim ersten Mal darüber in Bleistift ·Würzburg». H. P. Blavatsky schrieb einen Großteil ihrer «Geheimlehre» (The Secret Doctrine, 1888) in Würzburg. man liest leicht 136 statt 631: Rudolf Steiner wies immer wieder darauf hin, dass im Kamaloka die Zeit rückwärts verlaufe und die bild haften Darstellungen spiegelbildlich aufzufassen seien. Siehe z. B.: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zurAntbroposopbiscben Gesellschaft, GA 258, Dornach 1981, S.100-101. 206 [sie bat auch]: Einfügung durch den Herausgeber. [Helena Petrouna Blauatsky]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «sie». 208 dass im achtzehnten Jahrhundert in einer der großen Städte uon 1000 Menschen 77 gestorben sind, währendjetzt uon 1000 nur noch 22 sterben: Vermutlich ist an dieser Stelle die Mitschrift unvollständig, denn von 1000 Menschen sterben natürlicherweise alle. Es fehlt ein spezieller Anlass wie «Untererrüihrung», «schlechte Hygiene» o. A. Wir wissen nichts, wir können nichts wissen: Bezieht sich u.a. auf die bekannte <Ignorabimus-Rede> von Emil Heinrich du Bois-Reymond (1818-1896), die er unter dem Titel Die Grenzen des Naturerkennens 1872 in Berlin hielt. 210 Aber es gibt Menschenwesen, die über den Standpunkt hinaus sind: Siehe Hinweis zur sog. «Weißen Loge» auf Seite 58. Zum Bericht in den mMitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar)» über die Generalversammlung der Deutschen Sektion am 22. Oktober 1905 Textgrundlage: Bericht in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 1/1905, S. 1-9. zu Seite 212 die dritte ordentliche Generaluersammlung: Gründungsversammlung 1902, erste Generalversammlung 1903, zweite Generalversammlung 1904. 213 Stübing: F. W. A. Stübing. Keine näheren Angaben bekannt. Kieser: Carl Kieser, Oberbahnsekretär, (?-1944). Dr. Paulus: Dr. Franz Gottlob Paulus (1849-1919), Arzt und Redakteur, ab 1906 in Ascona. uielcber in die Welt uor drejßigJahren gesandt worden ist: Die Theosophische Gesellschaft wurde im Jahr 1875 begründet, siehe u.a. Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band. das durch die abgespaltenen theosophischen Bewegungen bemorgerufen worden ist: Siehe hierzu Zu dieserAusgabe im vorliegenden Band, S. 701.  214 Kongress der Föderation europäischer Sektionen: Die Föderation europäischer Sektionen führte vom 6. bis 10. Juli 1905 in London ihren zweiten theosophischen Kongress durch. über die Erfordernisse der Schülerschaft im Zusammenhänge mit Helena Petrovna Blavatsky: Siehe den Vortrag vom 2. Oktober 1905, abgedruckt im vorliegenden Band, S. 200. 215 indisch: Wohl in Hindi und Parsi, siehe Bericht von Rudolf Steiner in: Lucifer- Gnosis, Nr. 31/1906, im vorliegenden Band, S. 236. Mir selbst war es gestattet, einen Vortrag über die okkulte Grundlage in Goethes Werken zu halten: Siehe Hinweis zu Seite 198. 216 Wegen desJahrbuchs der Föderation: Siehe Hinweis zu Seite 198. Der Ort des Kongresses uon 1906 ist Paris: Siehe hierzu im vorliegenden Band die Seiten 236f. Gräßn Wachtmeister: Countess Wachtmeister, Constance Georgina Louise Wachtmeister (1838-1910), geb. Bourbel de MontpinCon, Mitbegründerin der Blavatsky-Lodge in London, besorgte für H. P. Blavatsky die Reinschrift ihrer Secret Doctrine (Geheimlebre), arbeitete für die Tbeosopbical Publisbing Society, Autorin des Buchs Reminiscences of H. P. Blauatsky and Tbe secret doctrine. 50 Pfund: Laut den weiter unten folgenden Ausführungen etwa 1000 Mark. - Der Dankesbrief von Rudolf Steiner vom 17. August 1905 an die Gräfin Wachtmeister ist im Archiv erhalten (Archiv-Standort RSA 068/11). 217 Kerning-Loge: Gegründet 19. Februar 1905, wohl benannt nach Johann Baptist Krebs (1774-1851, bekannt als Johann Baptist Kerning), Stuttgarter Hofopernsänger, Regisseur und Gesangslehrer, Freimaurer. Herr Abner: Hermann Ahner (Lebensdaten unbekannt), Leiter eines Dresdner Zweiges, der 1913 nicht in die Anthroposophische Gesellschaft überging, Gastwirt und Magnetopath. 218 der FallJudge: Missverständnisse und Machtinteressen in den Jahren 1891 bis 1894 zwischen Henry Steel Olcott, Annie Besant und William Quan Judge führten dazu, dass am 28. April 1895 aus der vormaligen Theosophischen Gesellschaft (TG) zwei theosophische Gesellschaften hervorgingen: die Theosophische Gesellschaft in Amerika (TGinA) und die Theosophische Gesellschaft Adyar (TG Adya') (siehe Zu dieser Ausgabe, S. 701 f.). Damit verbunden waren wiederum Streitigkeiten um Meisterbriefe (Authentizität, Referenzierbarkeit). - Siehe hierzu auch die Bemerkungen von Rudolf Steiner im Vortrag vom 15. Juni 1923, in: Die Geschichte und die Bedingungen deranthroposopbiscben Bewegung im Verhältnis zurAntbroposopbiscben Gesellschaft, GA 258. Fuente-Angelegenbeit: Ein Streitpunkt war die Erbschaft eines Don Salvador de la Fuente, der die Hälfte seines Vermögens der Theosophi schen Gesellschaft vermachte und verfügte, dass der Betrag zwischen der Theosophischen Bibliothek Adyar (Olcott) und dem Central Hindu College (Besant) aufgeteilt werden sollte. Bezüglich dieser Verwendungsverfiigung bzw. der Kommunikation zu diesem Thema wurden Besam und Olcott der Verschleierung bezichtigt. Siehe auch weiter unten im Text (siehe Zu dieser Ausgabe, S. 701 f.). 220 «Tbeosopbist», July 1905, p. 622: Dort heißt es: «It has been pretended that I ought to have dividcd it among thc sevcral Sections. Since they did not take the troubk to find out the conditions under which the Testator bequeathed his estate to Mrs Besant and myself, the cavils of these erltics arc little better than impertinences and the taint of selfishness is on them» In deutscher Übersetzung: «Es wurde behauptet, ich hätte es [das Erbe] auf die verschiedenen Sektionen aufteilen sollen. Da sie [die Kritiker] sich nicht die Mühe gemacht haben, sich nach den Bedingungen zu erkundigen, unter denen der Erblasser Frau Besant und mir seinen Nachlass vermacht hat, sind die Mäkeleien dieser Kritiker kaum besser als Unverschämtheiten, und ein Anflug von Egoismus liegt auf ihnen> 221 ln Nummer3 des Väban, Jahrgang VII: Der im Väban publizierte Text entspricht dem hier wiedergegebenen Wortlaut. Er wird dort unterzeichnet von «Stadttierarzt Döbrich, Rechtsanwalt Felix Quaas, Dr. Max Asch, Emil Hubricht, Richard Bresch, Dr. F. LÖhnis·. Sir Subramania lyer: Subbier Subramania Iyer (1842-1924), Anwalt, Richter, Aktivist der indischen Friedens- und Unabhängigkeitsbewegung, Gründungsmitglied des indischen Nationalkongresses. Stellvertretender Präsident der Theosophical Society Adyar von 1907 bis 1911. Väban No. 12,Jahrgang VI, Seite 280: Richard Bresch schreibt dort u.a.: ·Hiermit wird der gegen Präsident Olcott und Mrs Besant erhobene Vorwurf, sie hätten den Generalrat der Theosophischen Gesellschaft zu Rate ziehen sollen, allerdings hinfällig und gegenstandslos.» Seruilismus: So viel wie Unterwürfigkeit. 222 München: Am 6. Juni 1904 wurde in München ein neuer Zweig im Rahmen der Deutschen Sektion gegründet, der die in München vorhandenen Teilzweige und -gruppen zu einem großen Zweig vereinigte. Rosa von Hofstetten: 1836-1907, hatte den Vorsitz des neu begründeten Münchener Zweiges, bis sie ihn 1906 krankheitshalber an Gräfin Kalckreuth abgab. Hiernickel: Heinrich Hiernickel. Keine näheren Angaben bekannt. Emmy uon Rumpler: Geb. DÖnniges, keine näheren Angaben bekannt. Harriet Vacano: Harriet Freiin von Vacano (1862-1949), frühe esoterische Schülerin von Rudolf Steiner, ab 1904 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, München Zweig I, enge Freundin von Marie Steiner. Von 1914-1917 lebte sie in Konstanz/Krcuzlingen, später in Dornach.  Unter dem Pseudonym Harry KÖhler Übersetzerin der Werke Wladimir Solowjes (5 Bde. 1922). 222 Scberpenberg: Hermine Antonia van Scherpenberg geb. Waller (18711941); und M. M. von Scherpenberg, keine näheren Angaben bekannt. Emmy uon Gumppenberg: Baronin Emilie von Gumppenberg (18571934). Mitglied im Zweig München I seit Mai 1904, fungierte aber auch als Vorsitzende der beiden Zweige München II und III, wirkte bei den Mysterienspielen mit. Gertrud uon Tscbirscbky: Gertrud von Tschirschky und BÖgendorff, keine näheren Angaben bekannt. 223 Jahn: Gottlieb RudolfJahn (Lebensdaten unbekannt), Ingenieur, 19051908 Zweigleiter in Leipzig. Hucbthausen: August Dietrich Huchthausen (?-1955). 224 Schrift uon Dr. Heinrich Hensoldt <Annie Besam, eine wunderliche Heiligo: Dr. phil Heinrich Hensoldt (1856-1918), u.a. Mineraloge, umstrittene Persönlichkeit. Die genannte Broschüre findet sich auch in der nachgelassenen Bibliothek Rudolf Steiners (RSB O 566 und 566a). Dr. Otto Schrader: Dr. theol. Friedrich Otto Schrader (1876-1961), Indologe, 1905-1916 Leiter der Theosophischen Bibliothek Adyar, ab 1921 Professor für Indologie in Kiel. 225 Ihre Gründungfand imJahre /1875/statt, die Coulomb-Krisis 1885, die Judge-Krisis /1895/, die gegenwärtige Krisis 1905: Änderungen durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht: «Ihre Gründung fand im Jahre 1895 statt, die Coulomb-Krisis 1885, die Judge-Krisis 1875, die gegenwärtige Krisis 1905.» das [subjektive] Gefühl: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·subjekte». 228 ln Bezug aufeinen in der Nummeruom Nouember 1905 des Väban enthaltenen Berichts: Im vorliegenden Band nachfolgend abgedruckt. Apotheose: So viel wie ·Vergöttlichung». 229 Haase: vermutl. Julius Wilhelm Christian Haase (1858-1951), Architekt, Intendantur- und Baurat, Geheimer Baurat, um 1905 tätig im KÖniglich Bayerischen Kriegsministerium. Heyne ... Wejß: Zu Herrn Heyne, Herrn Emil Hubricht, Paul Weiß, Eduard Bachmann, Anna Werner, Ludwig Weiß keine näheren Angaben bekannt. Clara Rettich 1860-1916, Malerin, führte die apokalyptischen Siegel für den Münchener Kongress aus. Frau Helene uon /Gillbaußen/: In der Textgrundlage steht ·Gillhausen»; Charlotte Helene von Gillhaußen, 1844-?, geb. von Witzleben.  229 Eliza von Moltke: Eliza von Moltke-Huitfdd, 1859-1932, 1878 Heirat mit Helmut von Moltke d.j., frühe esoterische Schülerin Rudolf Steiners. Zum Benicht uon Felä Löbnis im · Väban» über die Generaluersammlung der Deutschen Sektion am 22. Oktober 1905 Textgrundlage: Bericht von Felix Löhnis im Väban, Jahrgang VII, Nr. 5, November 1905, S. 117-118 in der Rubrik «Kleiner Vähanm zk Seite 230 a. c.: Abkürzung für lat. anni currentis: «des laufenden Jahrcsm Seruilismus: Siehe Hinweis zu Seite 221. 231 Vergleich mit den Erfahrungen, die man bei ganz ähnlicher Sachlage vorzebnJahren in Amerika gemacht bat: Anspielung auf den sog. ·Fal1 Judge·: H. S. OIcott hatte nach Blavatskys Tod aufgrund seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes seinen Rücktritt angekündigt. Die amerikanische und die europäische Sektion schlugen zusammen Judgc als Nachfolger vor. Doch Olcott zog daraufhin seinen Rücktritt wieder zurück. Am 28. April 1895 trat die amerikanische Sektion aus der ·Theosophischen Gesellschaft» aus und gründete die eigenständige ·Theosophische Gesellschaft in Amerika». Die vormalige «Theosophische Gesellschaft· wurde zur ·Theosophischen Gesellschaft Adyar. Siehe auch Zu dieserAusgabe, S. 701f. den in Nummer3 des ·Väbam abgedruckten Antrag: Siehe den vorhergehenden Bericht zur Generalversammlung im vorliegenden Band. ugl. Nummer 2-4 des ·Väbam: Es handelt sich um die Nummern 2 bis 4 des Jahrgangs VI vom Väban. In Nr. 2 werden über das AutodafC der Inquisition Ausführungen gemacht. Zur Au/lösung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG) Textgrundlage: Kopie der handschriftlichen Notizen von Richard Fränkel. RSA-Standort: 041/1. zk Seiie 233 Helene von Borcke: Keine näheren Angaben bekannt. Eva von Krockow: Keine näheren Angaben bekannt. Zur mündlicben Mitteilung Rudolf Steiners am 2. Juni 1906: · Über den Fall Leadbeater· Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von handschriftlichen Notizen von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 1328a. - Der vierte Kongress  der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft fand vom 3. bis 5. Juni 1906 in Paris statt. - Zum Fall Leadbeater siehe auch Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, dort insbesondere den Brief Rudolf Steiners an Annie Besant von Anfang Juli 1906, S. 279 f. - Im Protokoll der Vorstandssitzung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 8. Dezember 1912 heißt es: ·Es kam dann die Unterredung zwischen Dr. Steiner und Mr Leadbeater im Hause von Eduard SchurC zur Sprache» zu Seite 234 ein Komitee zu berufen: ·Nachdem das Exekutiv-Komitee der amerikanischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft gegen Mr C. W. Leadbeater schwere Anklagen erhoben hatte, berief der Gründer-Präsident am 16. Mai nach London eine aus dem gesamten Exekutiv-Komitee der britischen sowie aus Delegierten der amerikanischen und französischen Sektion bestehende Versammlung, um mit ihr zu beraten, was in dieser Angelegenheit am besten zu tun wäre. Nachdem die Anklagen sorgfältig geprüft und Mr Leadbeater persönlich vernommen worden war, ward der folgende Entschluss gefasst: An Anbetracht gewisser gegen C. W. Leadbeater erhobener Anklagen empfiehlt das Komitee nach Anhörung der Verteidigung Leadbeaters dem Griinder-Präsidenten einstimmig, den von Leadbeater schon vor des Komitees Entscheidung angebotenen Verzicht zu akzcptiercn.· Die Mitgliedschaft Mr Leadbeaters in der Theosophischen Gesellschaft hat somit aufgehört, zugleich wird sein Amt als Delegierter des Präsidenten hiermit annulliert. H. S. Olcott·, Exekutiv-Bericht aus der Kanzlei des Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, so abgedruckt in: Der Väban, Nr. 12/1906, S. 267 f. 7. [Juni]: Einfügung durch den Herausgeber. [Wenn] Leadbeater gefallen ist: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·wann». Formalkann man Olcott nach den Statuten der Gesellscbaft nichts anhaben: In den folgenden Stellungnahmen Rudolf Steiners zum Fall Leadbeater wird deutlich, dass Rudolf Steiner mit der Verfahrensweise der Leitung der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) in diesem Fall nicht einverstanden war. Zum Benicht Rudolf Steiners über den Theosophischen Kongress in Paris uom 3. bis 5. Juni 1906 Textgrundlage: Bericht in Lucifer - Gnosis Nr. 31/1906. - Im Rahmen der Gesamtausgabe wurde der Text in: Lucifer- Gnosis, GA 34 bereits publiziert. - Der dritte Kongress der FÖderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft fand in Paris vom 3. bis 5. Juni 1906 im Washington Palacc Hotel, Rue Magellan 14, statt. - Siehe auch: Johan van Manen (Ed.): Transac tions ofthe Tbird Annual Congress oftbe Federation oftbe European Sections oftbe TbeosopbicalSociety, London 1907, 378 S. zu Seite 236 In den ersten Junitagen /1906/: Einfügung durch den Herausgeber. AimCe Blech: 1862-1930, arbeitete als Pflegerin in einem Militärkrankenhaus, theosophische Lehrerin und Autorin, publizierte zeitweise unter dem Pseudonym Lionel d'Alsace, Schwester von Zehna und Charles A. Blech. Zelma Blech: 1854-1944, Theosophin, Okkultistin, Schwester von AimCe und Charles A. Blech. Charles A. Blech: 1855-1934, von 1908 bis 1934 Generalsekretär der Französischen Sektion in Nachfolge des verstorbenen Th. Pascal. Bruder von AimCe und Zehna Blech. M. Bailly: Edmond Bailly, mit bürgerlichem Namen Henri-Edmond Limet (1850-1916), französischer Buchhändler, Autor und Musiker, Theosoph. P. E. Bernard, Jules Siegfriedßls: Keine näheren Angaben bekannt. A. Ostermann: Alfred Ostermann (1862-1919), war als Theosoph vor allem im Elsass (Colmar) aktiv. Auenue de la Bourdonnais 59: In unmittelbarer Nähe zum Eiffelturm. 237 3. Juni/1906/: Einfügung durch den Herausgeber. 240 Dr. Koopmans:Jacob Cnoop Koopmans (1867-1923), Anwalt, damaliges Vorstandsmitglied der «Theosofische Vereniging in Ne&rhnd». Herr Becker: Evtl. Carl Becker (1862-?), Kunstmaler, Professor. Keine näheren Angaben bekannt. Max Gysi: Max Fritz Gysi (1874 -1946),in London ansässiger Schweizer Bankier, ab 1914 britischer Staatsbürger. Übersetzer und Koordinator der Übersetzungen von Steiners Werken ins Englische. Mrs Sbarpe: S. Maud Sharpe (Lebensdaten unbekannt), zeitweise Generalsekretärin der Britischen Sektion. Edward E. Long: Keine näheren Angaben bekannt. Georg Doe: Keine näheren Angaben bekannt. von Ulrich Vermutlich Alida von Ulrich (?-1927), Übersetzerin ins Deutsche von G. R. S. Mead: Fragmente eines verschollenen Glaubens. Zunächst Mitglied der Theosophischen Gesellschaft in Italien, dann Mitglied der Russischen Sektion. 241 Theosophie in Deutschland uor bundertJahren: Ein Autoreferat dieses Vortrags wird im vorliegenden Band nachfolgend unter dem Datum 4. Juni 1906 wiedergegeben.  241 Schiller: Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter, Philosoph, Arzt. Paracelsus: Theophrastus Bombast von Hohenheim (1493/94-1541), mittelalterlicher Universalgelehrter, Alchemist und Arzt. Ennemoser: Joseph Ennemoser (1787-1854), Arzt und Magnetiseur. /Eckartsbausen/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Eckardthausen·. Karl von Eckartshausen (1752-1803), deutscher Schriftsteller, Theosoph. Justinus Kerner: 1786-1862, deutscher Arzt und Schriftsteller. Troxler: Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866), Schweizer Arzt, Politiker, Pädagoge und Philosoph. Fräulein Kamensky: Anna Kamensky (1867-1952), verbrachte ihre Kindheitin Bayern, Wittenberg und Genf, seit ihrer Kindheit mit Nina Gern« befreundet; besuchte Vorträge von Annie Besant in London 1902; wurde bei ihrer Gründung zur Präsidentin der Russischen Theosophischen Gesellschaft gewählt. Gründerin des Magazins Vestnik Teoso/ii. Herbert Wbyte: 1878-1917, arbeitete im britischen Militärdienst; einige Jahre stellvertretender Leiter des TbeosopbicalPublisbing House in London. ACuagbosbas ·Awakening ofFaitb in tbe Mabayana»: Auch Ashvaghosha, ca. 80 bis 150 n. Chr., indischer Philosoph und Dichter. Die Schrift Auukening ofFaitb in tbe Mahayana wurde früher ihm zugeschrieben; nach heutiger Einschätzung ist dieser Text aber chinesischer Herkunft. - Mahayana (Sanskrit, so viel wie großes Fahrzeug oder großer Weg), eine der Hauptrichtungen des Buddhismus. 242 Upanisbaden: Siehe Hinweis zu S. 58. Bbagauad Gita: Sanskrit, so viel wie «Gesang des Erhabenen»; zentrale Lehrschrift des Hinduismus in Form eines spirituellen Gedichts; entstanden vermutlich zwischen dem 5. und 2.Jahrhundert v. Chr. M. XifrC: Don JosC XifrC (1856-1920), persönlicher Schüler von H. P. Blavatsky, sorgte für die Ausbreitung der Theosophie in Spanien. Rafael Urbano: 1870-1924, spanischer Schriftsteller, Übersetzer, Humorist, Theosoph. heilige Tberesa:Theresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Heilige und Kirchenlehrerin. -Siehe u.a. den Vortrag «Grundlagen der Anthroposophk» vom 28. November 1921, in: Die Wirklichkeit der höheren Welten, GA 79. Johann vom Kreuze: 1542-1591, Karmeliter, spanischer Mystiker, Heiliger und Kirchenlehrer, Schüler der Theresa von Avila. - Siehe u.a. Rudolf Steiner: Der Goetbeanismus ein Umuwndhcngsimpuls und Auferstehungsgedanke, GA 188, Vortrag vom 4. Januar 1919.  242 Mr Wallace: L. Wallace, Sekretär der FÖderation der Europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Nähere Angaben zur Person nicht bekannt. Louis Desaint: Keine näheren Angaben bekannt. Philosophie Bergsons: Henri-Louis Bergson (1859-1941), französischer Philosoph, 1927 Nobelpreisträger für Literatur. Maurice Largeris: Keine näheren Angaben bekannt. EugCne LCuy: Französischer Schriftsteller (vermutlich 28. Juni 1846 in Altkirch (Elsass) - nach 1919), Freund von Edouard SchurC, verfasste u.a. die Schrift Mrs Annie Besam und die Krisis in der Theosophischen Gesellschaft (Berlin 1913) sowie RudolfSteiners Weltanschauung und ihre Gegner» sowie L'Etoile d'Orient. LesprocCs de Mme. Annie Besant. 243 Gaston Reuel: 1880-1939, Begründer und Herausgeber von LXffrancbi in der Nachfolge von Le TbCosopbe. - Zu Louis und Mme Revel keine näheren Angaben bekannt. Pauline Smith: Keine näheren Angaben bekannt. Mme Strobl: Rita Strohl, franzÖsische Pianistin und Komponistin (1865-1941); in der zweiten Ehe mit RenC Billa verheiratet. Mme Lasneret, Mlle Roberty... und Mme Alice-HCrCs, MlleJeanne BussiCre: Keine näheren Angaben bekannt. RenC Billa: 1884-1944, Musiker und Maler, Künstlername: Richard Burgsthal. Verheiratet mit Rita Strohl. Henry FarrC: Möglicherweise der durch seine Bilder vom Ersten Weltkrieg bekannte Maler (1871-1934). 244 Haydn: Joseph Haydn (1732-1809), Österreichischer Komponist. Freimaurerei vom <cbottiscben Ritus»: Gemeint ist das Hochgradsystem des sog. ·Alten Angenommenen Schottischen Ritus· (A.A.S. R.), der Legende nach gegründet durch Friedrich den Großen; betont Demut, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. /Taraporeu]alla/: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht ·Taraporwalla·; Mitglied der Bombay-Lodge, keine näheren Angaben bekannt. E Bligb Bond: Frederick Bligh Bond (1864-1945), Architekt, Archäologe, Illustrator, Psychologe; Freimaurer, Theosoph u.a. Miss Ward: Keine näheren Angaben bekannt. Blauatskys Gebeimlebre: Siehe Hinweis zu Seite 67. RC Leuie: Keine näheren Angaben bekannt. 245 AruidKnös: Arvid Erik KnÖs (1856-1915), GeneralsekretärdcrSkandinavischen Sektion von 1902 bis 1907 und von 1913 bis 1915.  Zum Autoreferat Rudolf Steinen zu seinem Vortrag vom 4. Juli 1906: ·Tbeosopbie in Deutschland vor bünden Jabrem Textgrundlage: Handschriftliches Manuskript des Autoreferates, Vortragregister-Nr. 1333. - In der Gesamtausgabe bereits publiziert in: Pbilosopbie und Anthroposophie, GA 35. zu Seite 246 Lessing: Gotthold Ephraim Lessing (1729-1871), deutscher Dichter der Aufklärung. Kant: Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph der Aufklärung. 247 /Literaturgeschichten]: In der Textgrundlage steht der heute nicht mehr gebräuchliche Begriff ·Literärgeschichtem. in dem Werk, das er «Gott» nannte: Siehe Johann Gottfried Herder (1744-1803): ·Gott, Einige Gespräche», in: Herders sämtliche Werke, hrsg. von B. Suphan, Berlin 1887, 16. Band, S. 403-580. /.../Jakob Böhme: Änderung durch den Herausgeber zugunsten der Textverständlichkeit. Anstelle des Auslassungszeichens steht in der Textgrundlage ein ·die». Erziehung des Menscbgescblecbtes: Hier heißt es u. a.: «Warum sollte ich nicht so oft wiederkommen, als ich neue Kenntnisse, neue Fertigkeiten zu erlangen geschickt bin? Bringe ich auf einmal so viel weg, dass es der Mühe wiederzukommen etwa nicht lohnte?», aus ·Erziehung des Menschengeschlechtes» in: Lessings Werke, Leipzig 1869, Bd. 4, S. 289, § 98. 248 Briefwechsel zwischen Julius und Raphael: Schillers Sämtliche Werke, 19. Bd., Augsburg 1827, ·Philosophische BridC», S. 5 ff. [idealische] Geistesbild: Dem Original gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·idealste·. /mannigfaltigen/ Äußerungen: Dem Original gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·mannigfaltigsten·. jenes /Wesens/: Zitat gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Urwesens». in diesem [Reiche der Wahrbeit/: Dem Original gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Systemm das Natursystem des Linnäus: Carl von LinnC (1707-1778), schwedischer Naturforscher, auf den das heute gültige binäre Nomenklatur-System in der Taxonomie der Biologie zurückgeht. Wesen. /...]: Dem Original gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ein Gedankenstrich. da /abne/icb: Dem Original gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht - früher gleichbedeutend - «ahnde·.  249 Wille /und/Etuus: Dem Original gemäße Einfügung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage fehlt das ·und». 250 /Briefen ·Über die ästhetische Erziehung des Menschen»]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Briefen zur Beförderung der ästhetischen Erziehung des Menschenm Von Johann Gottfried Herder stammen die «Briefe zur Beförderung der Humanität». 252 Nurdurcb das Morgenrot des Schönen: WÖrtlich heißt es in Schillers Gedicht ·Die Künstkr·: ·cNur durch das Morgentor des Schönen / Dringst Du in der Erkenntnis Land» - Siehe hierzu auch den Vortrag vom 4. Dezember 1922 in Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218, in dem Rudolf Steiner begründet, warum seine Fassung die richtigere sei. Denke man eine Welt uon Blindgeborenen: «Einkitungsvorlesungen in die Wissenschaftslehre 1813m In: Flehtes nachgelassene Schriften, Bonn 1834, S. 280f. 253 Der neue Sinn: Ebda S. 19 und S. Z 254 Die meisten Menschen: Siehej. G. Fichte: Grundlage dergesamten Wissenscbaftskbre, 1794, zweiter Teil, Anm. zu § 4; in Sämtliche Werke, herausgegeben von I. H. Fichte, Berlin 1845, Bd. 1, S. 175 ff. [aber sollen]: Original-Zitat gemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «aber wir sollen». 255 /Wen/ die Neugierde: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «wem». 258 Eine wirklich pythagoreische Denkungsart: Vgl. z.B. den Vortrag ·Novalis' Dichtung <Heinrich von Ofterdingen>» vom 26. April 1905 in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis LI, GA 90b. Echte Mathematik ...ist nichts wunderbar: Alle Zitate aus Novalis' ·Fragmcntcn», in: No'ualis Werke in vier Teilen, hrsg. von Hermann Friedemann, Dritter Teil, ·Fragmente Ib, Mathematische Fragmentem 259 Die Menschheit ist derhöhere Sinn unseres Planeten: Noualis -Schriften, ·Neue Fragmentesammlungen 1798», hrsg. von Paul Kluckhorn, Leipzig, o.j.,2. Bd.,S. 353. 260 Lorenz Oken: 1779-1851, deutscher Naturforscher und -philosoph. Steffens: Heinrich Steffens (1773-1845), norwegisch-deutscher Naturforscher und Philosoph. GottbilfHeinrich Schubert: 1780-1860, deutscher Naturforscher, Arzt und Mystiker. Karl Gustau Carus: 1789-1869, deutscher Universalgelehrter, Arzt, Maler und Naturphilosoph. 261 «Es gibt demnach notwendig etwas im Mensclkn»: Aus I. P. V. Troxler: Blicke in das Wesen des Menschen, Aarau 1812 (RSB P 1059), S. 124. Ein fügungen in runden Klammern durch Rudolf Steiner. In eckigen Klammern Original-Zitat gemäße Einfügung bzw. Änderungen durch den Herausgeber: Anstelle von «Schema» steht in derTextgrundlage ·Soma· und anstelle von «geahnet» steht in der Textgrundlage ·geahnde>. Zur Aussprache zum Fall Leadbeater am 7. Juni 1906 in Paris Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von handschriftlichen Notizen von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 1335a. - In runden Klammern Kommentare von Franz Seiler. zk Seite 262 /RudolfSteiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. Was ist es, /das/uerwirft: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht «dcr». 263 Fr. fragte nach: ·Fr.» Konnte nicht eindeutig aufgelöst werden. Miss Bright: Keine näheren Angaben bekannt. 264 [bildeten] die Römer: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·wirktenm [und hoben Okkultisten haben wir die Einrichtung der Prostitution zu uerdanken/: Unsicher überlieferte Stelle. Rudolf Steiner selbst äußerte sich am 29. Mai 1917 über eine Seiler-Mitschrift folgendermaßen: «Wie musste man vorJahren, ich möchte sagen unter Zwang sich entschließen, die Zyklen in der Form zu drucken, wie sie jetzt gedruckt werden. Ich habe mich mit allem Möglichen, was ich konnte, dagegen gesträubt. Warum mussten die Zyklen gedruckt werden? Nun, erstens weil die Mitglieder drängten, dass sie gedruckt werden. Ich erklärte, ich könne die Nachschriften nicht durchsehen. Aber ein anderer Grund war noch der, dass ja diese Nachschriften - und manchmal was für welche! - bevor sie gedruckt wurden, von Hand zu Hand gingen und so die groteskesten Dinge in den Nachschriften von Mitglied zu Mitglied wanderten. Wir brauchen uns ja nur zu erinnern, dass wir einmal eine Nachschrift entdeckten, in welcher stand, dass ich in einem Vortragszyklus erklärt hätte, dass die Prostitution eine Einrichtung großer Eingeweihter sei. Es war eine Nachschrift aus dem Jahr 1906. Es ließ sich aber überhaupt nichts machen gegen das Prinzip des unbefugten Nachschreibens und Verbreitens, als nun selbst die Verbreitung in die Hand zu nehmen, um wenigstens dafür zu sorgen, dass nicht der allergrößte Unsinn unter den Mitgliedern zirkulierte und selbstverständlich auch in die Öffentlichkeit kam.» (Vorgesehen für GA 251, Vortragsregister-Nr. 3375a I) 265 Wenn ein Lebrergefallen [ist]: Einfügung durch den Herausgeber.  Zum Vortrag Rudolf Steinen am 25. Juni 1906: ·Nacbrufauf Grä/in Brockdorff Benicht über den Pariser Kongress. Zum Fall Leadbeater» Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung mit der VortragsregisterNr. 1346 III des Stenogramms von Franz Seiler. Titel durch den Herausgeber ergänzt durch «zum Fall Leadbeater». - In runden Klammern Kommentare von Franz Seiler. - Änderungen durch den Herausgeber aufgrund der im vorliegenden Band vorhergehenden Kongressberichte (wenn nicht anders angegeben). zu Seite 266 [NacbrufaufGrä/in Brockdorff]' Einfügung durch den Herausgeber. Der Nachruf wurde im Rahmen der Gesamtausgabe bereits in: Unsere Toten, GA 261, publiziert. Grä/in Brockdorff' Sophie Gräfin von Brockdorff (1848-8.6.1906; geb. Sofie von Ahledfeldt), verheiratet mit Graf Cay Lorenz von Brockdorff (1844-1921), Schriftstellerin unter dem Pseudonym Sophie Marie Wilhelmi. Ende 1902 übersiedelten Brockdorffs nach Meran und vermachten die sog. Theosophische Bibliothek der Deutschen Theosophischen Gesellschaft in Berlin. Siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 701 f. 267 /udcbes/ immer wieder und wiederum in /seiner/ liebeuollen ... zu halten wusste: Änderungen durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht: «welche immer wieder und wiederum in ihrer liebevollen ... zu halten wusstem dass eines Tages eine Dame zu mirsagte: In der Überlieferung gilt allgemein Adele Schwiebs als die Übermittlerin. einen Vortrag über Nietzsche gehalten: Siehe hierzu den Hinweis zu Seite 26. Dieser zweite Vortrag war: 27. oder 29. September, siehe Hinweis zu Seite 26. Die Mystik des neuzeitlichen Geisteslebens: Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens undibr Verbältnis zur modernen Weltanschauung, GA Z Das Christentum als mystische Tatsache: Rudolf Steiner verfasste im Anschluss an die Vorträge die Schrift Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 7. Im Rahmen der Gesamtausgabe wurden die Vortragsmitschriften unter dem Titel Antike Mysterien und Christentum, GA 87, herausgegeben. 269 uier Wochen in Paris Vorträge gehalten: Die Vorträge sind in einer Zusammenfassung von Edouard SchurC im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert unter dem Titel: Kosmogonie, GA 94.  269 EdouardScburC: 1841-1929, französischer Schriftsteller und Theosoph. den Sie auch aus ·Luzifer» kennen: Möglicherweise unsichere Stelle in der Mitschrift. Zum einen war Edouard SchurC Autor auch für die von Rudolf Steiner herausgegebene Zeitschrift «Lucifer - Gnosism Zum anderen hatte SchurC imJahr 1900 selbst ein Buch mit dem Titel Les enfants de Lucifer (deutsch: Die Kinder des Lucifer, Leipzig 1905, in der Übersetzung von Marie von Sivers) publiziert. 270 Unser Mitglied [Bernard]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Bernd»; siehe aber den in der vorliegenden Ausgabe vorangehenden Bericht über den Kongress aus Lucifer - Gnosis Nr. 31/1906. /. ../: Im weiter oben wiedergegebenen Bericht über den Kongress aus Lucifer- Gnosis Nr. 31/1906 heißt es: In der zweiten Sektion, die sich mit Philosophie zu beschäftigen hatte, sprach zuerst Herbert Whyte über ·ACvaghosha's Awakening of Faith in the Mahayana». Er führte aus, dass das Wesentliche im Mahayana gleich ist dem in den Upanishaden und in der Bhagavad Gita. - In der Textgrundlage steht anstelle des Auslassungszeichens «Pandit ...·. Dann war eine Persönlichkeit da: P. C. Taraporewalla, siehe den weiter oben wiedergegebenen Bericht über den Kongress aus Lucifer - Gnosis Nr. 31/1906 und den dortigen Hinweis. [Keightley/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Attley (?)". [Kate Spink]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Kad Spion oder ähnl.». Mrs Cooper-Oakley: Harriet Isabella Cooper-Oakley (1854-1914), Schriftstellerin, Theosophin. 1902 Gründerin der Italienischen Sektion; 1910 Leiterin der Theosophischen Gesellschaft in Budapest. Miss /Ward]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Board». [Amid Knös]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Knoes (7)"· Freund /W. B. Fricke/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Freund Frigge». [Mesdames Blech]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht Madame Black (?)". 271 [Rafael Urbano]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Raffael Urbana (?)". Baronin ü. Bredow: Eugenie von Bredow-Schwerin (1860-1922), Theosophin und Anthroposophin, Schülerin von Rudolf Steiner.  271 Herr undFrau Künstler: Maude Künstler, geb. Capon (1865-1916), enge Freundin von Mathilde Scholl. Karl Künstler (1869-1942), Mitbegründer des Kölner Zweiges im Jahr 1904; zusammen mit seiner Frau großzügiger Gastgeber Rudolf Steiners in Köln. Ihre Wohnung war Zweigversammlungsraum. Im Jahre 1917 modellierte Rudolf Steiner von der inzwischen verstorbenen Maud Künstler ein Reliefporträt. Fräulein Noss: Gertrud Noss (?-1915), geb. Bethe, Theosophin in KÖln. Fräulein Link: Antonie Link, keine näheren Angaben bekannt. Fräulein Wagner: Amalie Wagner (1837-1910), Schwester von Günther Wagner, esoterische Schülerin Rudolf Steiners. Herr Kuli: Sehr wahrscheinlich Gustav Kuli (1877-1949). In der Textgrundlage folgt nach «Kuli» « (7)"· [Fräulein Stucky]: Sehr wahrscheinlich Johanna Stucky, Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Frau v. Schuski (?)". [Carl Kieser/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Herr Kieser oder Kaiser (?)». Oberbahnsekretär, (?-1944). Herr/Feldner/: Änderung durch den Herausgeber. In derTextgrundlage steht ·Feltner» gefolgt von «(?)". in der/Auenue de la Bourdonnais 59]: Einfügung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Rue ...». der/Rue Magellan 14/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Rue Michelon (?)". Mitgliede /Edmond Bailly]: Einfügung durch den Herausgeber. 272 des /betroffenen/ Landes: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «betr.». treten /gelassen/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «treten zu lassen». zUäs im ersten Grundsatz steht: Siehe Hinweis zu S. 101. 273 dass ich esselbst/.../fürrichtig halte: Änderungdurch den Herausgeber. Anstelle des Auslassungszeichens steht in der Textgrundlage ein «nicht·. weil wir uns auf ihre Dinge: Mit «ihre» sind vermutlich die Kritiker gemeint, auf die Rudolf Steiner im vorhergehenden Satzteil hinweist. Ich will durchaus nichts sagen /dagegen/: Einfügung durch den Herausgeber. 274 [W. B. Fricke]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Frigge». [Amid Knös/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·cKnoes». für Deutschland ich: In der Textgrundlage folgt hier ·(Dr. Steiner)».  274 [Kate Spink]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Käthe Spörri». Miss /Ward/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht »Worthm [moraliscb fraglicher/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «mora]ischer Individuen». 275 Common sense: Englisch, so viel wie yesunder Menschenverstandm In der Textgrundlage steht in runden Klammern «gewöhnlicher Menschenvcrstandm Sogar Fichte: Vermutlich missverständliche Mitschrift von Franz Seiler. Gerade Fichte, Schelling und Hegel kritisierten den «gesunden Menschenvermnd» als einen solchen, der nur zu trivialen Erkenntnissen in der Lage sei. Vgl. G. W. F. Hegel: ·Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie» in: Glockner (Hrsg.): Werke, Bd. 19, S. 500-506. I...]: Anstelle des Auslassungszeichens steht in der Textgrundlage ·(Goethe, Franz v. Assisi)'< 276 Miss Winters: Aufgrund der unsicheren und fehlerhaften Notierung der Namen durch den Stenografen Franz Seiler fragliche Namensnennung. die andere [Strömung]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Stufe». Mister [Keightley]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Attley». wie damals neben dem Christentum /Strömungen/ uorbanden waren: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Stufe». 277 Frau [uon Ulrich]: Einfügung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Frau Ulrich». [slawiscbe] Mythen: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «serbische», siehe Bericht von Rudolf Steiner in: Lucifer - Gnosis», Nr. 31/1906, nachfolgend im vorliegenden Band S. 236. Theosophie in Deutschland von 100Jahren: Siehe die Wiedergabe des Autoreferates im vorliegenden Band. /Louis Desaint/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Frau Louise Dessint». [Henri Bergson]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Francis Berssonm Dann ist vorgelesen worden über ... das uzar eine Logenarbeit, das Resultat uon allen Mitgliedern zusammen: Die drei Punkte wie in der Textgrundlage. Sehr wahrscheinlich berichtete Rudolf Steiner weiter über die algerische Logenarbeit. In dem im vorliegenden Band vorhergehend abgedruckten schriftlichen Bericht Rudolf Steiners steht an dieser Stelle:  ·Es wird darinnen dargestellt, wie für vieles, was der noch unwissende Mensch vornimmt, die <Meister· auf den höheren Planen die Leiter sind. Dann, wenn sich der Mensch weiterentwickelt, tritt er in Beziehung zu diesen Meistern. Diese Vereinigung mit ihnen führt zur Weisheit und zur <Yogäm 277 mit einer/RCception du Soir/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Resp. ...». 277f. [Edmond Bailly, von dem aucb die ·Ode an die Sonnej: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht: ·Delji (?), von der auch der <Gesang». 278 Anglophon der Götter 1.../: Unklare Textstelle. In der Textgrundlage steht « mit Auseinandersetzungen gewisser mandrischer Art von Anglophon der Götter (7)·. - Im Bericht von Rudolf Steiner in: Lucifer Gno$i$», Nr. 31/1906 (im vorliegenden Band nachfolgend auf der S. 236) steht an dieser Stelle: «Es handelte sich um eine <Anrufung der Planetengeister'; die Beziehung der sieben Vokale zu den Planetengeistern wurde dabei erörtert.» [Ward]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Worth·. [Commandant D. A. Courmes]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Burm (?)". den [Frederick Bligb Bond/gebalten bat: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Bunde (?)". 1.../: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht anstelle des Auslassungszeichens: ·cund interessante Figuren zu Zeichen». Gysi: Alfred Gysi (1865-1957), Mitbegründer des zahnärztlichen Universitätsinstituts in Zürich, engagierte sich für den Geländekauf in Dornach. 279 Wiener Universitätslehrer Unger:Joseph Unger(1828-1913), erhielt 1857 die Professur für Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Sie gehören zu uns in Deutschland: Der Prager Zweig galt als eine Enklave des Besant-Zweiges in Berlin. Man [siebt] die Stadt: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «sich» und am Schluss des Satzes steht dort noch ·an·. [Zum Fall Leadbeater/: Einfügung durch den Herausgeber. Krisis nicht in einer Aktion Hensoldt und Brescb bestebt: Siehe Bericht zur Generalversammlung vom 22. Oktober 1905 im vorliegenden Band, S. 212. 280 [Scbouten Beek]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Souten? (Shouton) ». - Schouten Beek ist ein Pseudonym für Mikael Martin Thoreusen Haugen (1878-1967), Mechaniker, Hellseher und Heiler. Nannte sich selbst ab seinem 34. Lebensjahr Marcello, wurde  1914 aus der Anthroposophischen Gesellschaft aufgrund problematischer guruhafter Umtriebe ausgeschlossen. Später Heiler, spiritueller Berater und Schriftsteller. 281 die man /unleserlicbes Wort] Praktiken: So in der Textgrundlage; auch das Stenogramm konnte an dieser Stelle nicht entschlüsselt werden. 282 Und uielleicbt [diejenigen]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «von denenm die unzählige Scbülergebracbt haben: Möglicherweise auch ·gebraucht· statt «gebrachtm [dann/bleibt unsfern: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht: «die werden sagen:». nicht ganz Richtiges [getan/bat: Einfügung durch den Herausgeber. 283 trotzdem /er/ so: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «es». da /die Menscbbeit] zu Grunde: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «sie». 284 werde ich eine Darstellung des Falles Leadbeater ... geben: Siehe den Aufsatz ·Lebensfragen der theosophischen Bewegung· in: Lucifer Gnosis, Nr. 32/1906: S. 609-612, Nr. 33/1907: S. 641-646, Nr. 34/1907: 673-677 und 35/1908: 710-716. [gekommen]: Einfügung durch den Herausgeber. Zum Bericht über die vierte Generalversammlung der Deutschen Sektion in den ·Mitteilungen für diC Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellscbaft· Textgrundlage: Wiedergabe des Berichtes in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. IV/1907, S. 1-4. Vortragsregister-Nummer: 1404 I. zk Seite 285 Vierte ordentliche Generalversammlung: In der Einladung zu dieser Generalversammlung wurde zur fünften Generalversammlung eingeladen. erfolgte /die/ Feststellung: Einfügung durch den Herausgeber. Kinkel: Alice Karoline Mathilde Emilie Kinkel (1866-1943), frühe Mitarbeiterin Rudolf Steiners in Stuttgart. 1911 bis 1920 Verwalterin des Zweighauses in Stuttgart. Eine große Anzahl nicht-stenografischer Vortragsmitschriften bzw. -notizen sind ihr zu verdanken. Seves: Maximilian Seves, keine näheren Angaben bekannt. 286 Wolfram: Elise Wolfram, geb. Garmatter (1868-1942), Schriftstellerin (Pseudonyme F. Wolf-Rabe, Wulf Rabe), ab 1908 Leiterin des Zweiges  in Leipzig, bis 1913 Vorstandsmitglied der Deutschen Sektion, stellte 1908 den Antrag auf Ausschluss Hugo Vollraths; esoterische Schülerin Rudolf Steiners. 286 Von Damnitz: Felix von Damnitz (1860-1943), verheiratet mit Louise Ripert. Das Ehepaar begleitete Rudolf Steiner auf vielen Vortragsreisen. Sie gründeten 1905 das Zentrum Elberfeld; Reichsbahn-lnspektor a.D. Sektionsmitglieder: Einzelmitglieder, die keinem Zweig angehören. HerrSelling: Wilhelm Selling (1869-1960), 1920 Heirat mit Karin Flack, später (Oktober 1922) GriinderpersÖnlichkeit des sog. ·EsoterischenJugendkreises». 288 Als ein Symptom: Rudolf Steiner bezieht sich hier auf den Aufsatz «Das Grundgesetz der Bewegung· des Mediziners Prof. Max Kassowitz (1842-1913) in Die Zukunft, Nr. 51/1906,Jahrgang 14, S. 440-458 (RSB ZS 482), erschienen am 22. September 1906. Rudolf Steiners handschriftliche Randbemerkungen dazu lauten: «Dementia professoralis» und ·also ungefähr = wie wenn ein Passagier umsteigt / <Umstcigetheorie> =». Max Kassowitz hatte im Jahr 1899 das Buch Allgemeine Biologie publiziert. - Im Vortrag ·Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesm», 1. Oktober 1906, publiziert in Ursprungsimpdse der Geisteswissenschaft, GA 96, formulierte Rudolf Steiner die geschilderte Gegebenheit wie folgt: «Ein bedeutender Biologe hat in einer sehr verbreiteten Zeitschrift etwas ganz Merkwürdiges geschrieben. Es ist merkwürdig- vielleicht nicht so sehr für den, der nur Einzelnes liest. Für den aber, der das Ganze verfolgt, ist es etwas, was ihm bei fünfundneunzig Prozent der gesamten gelehrten Welt entgegentritt, und er findet, dass in Zukunft ebenso von einer Art Gelehrten-lrreseins, Gelehrten-Schwachsinns gesprochen werden kann wie über die Hysterie. Da wird in jenem Aufsatz gesagt: Wenn eine Billardkugel rollt, auf eine andere stößt und diese weiterstößt, so kann ich mir nicht vorstellen, dass da gar nichts von der ersten in die zweite übergeht. Dieser Gelehrte nennt das eigentümliche Gespenst, das von der ersten Billardkugel heraussteigt, um in die zweite hineinzukriechen und die zweite unter dem Einfluss der ersten in Bewegung zu setzen, die 'Materia movens>». 289 Vortragszyklen - außer in Paris auch in Leipzig und Stuttgart, in München: Die Zyklen finden sich in den folgenden GA-Bänden: Paris: Kosmogonie (GA 94), Leipzig: Populärer Okkultismus (GA 94), Stuttgart: Vor dem Tore der Theosophie (GA 95), München: Die Tbeosopbie an Hand desJobannes-Euangeliums (GA 94). 290 Die DTG (Zweig Berlin): Siehe Zu dieserAusgabe, Seite 701 f. Esfolgt die Verlesung unddie Übersetzung eines Begrüßungsschreibens des englischen Generalsekretärs Miss Kate Spink durch Fräulein von Sivers: Grußwort von Kate Spink vom 18. Oktober 1906 (RSA-Standort 089/11)  291 Zur Deckung deretuu 4000 bis 5000 Mark betragenden Kosten des Kongresses: Eine Mark aus demJahr 1906 entspricht etwa 6 Euro im Jahr2020. Damit hätten sich die Kosten des Kongresses auf ca. 24000 bis 30000 Euro belaufen. 292 Graf Brockdorff habe nämlich ... Günther Wagner übertragen: Brief von Graf Brockdorff an Rudolf Steiner vom 18. Oktober 1906 (RSAStandort 086/11). Darin heißt es: «Mir liegt, wie Sie richtig sagen, die Bibliothek am Herzen, damit sic Nutzen schafft. Ich habe mich mit Herrn G. Wagner so weit geeinigt, dass er alle Rechte, die mir über die Bibliothek zustehen, übernimmt, er aber dafür sich verpflichtet hat, sobald er von der Verwaltung der Bibliothek zurücktritt, dieselbe in ihm gleichwertige Hände 1egt> Zum Vortrag uon RudolfSteiner am 17. Februar 1907: ·NacbncfaufHenry Steel Olcott» Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung mit der VortragsregisterNr. 1512a einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler. Titel und Datumsangabe so wie in der Textgrundlage. zu Seite 293 großen Meistern der Weisheit unddes Zusammenklangs der Empßndungen: Sieh Hinweis zu S. 58. Pniisident-Gründer: Colonel Henry Steel Olcott (1832-1907) gründete am 17. November 1875 in New York zusammen mit Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) die Theosophical Society und blieb bis zu seinem Tode deren Präsident, als der er oft mit dem Titel ·Präsident-Gründer· angesprochen wurde. 294 Sinnett: Alfred Percy Sinnett (1840-1921),Journalist, Schriftsteller; von 1895 bis 1907 stellvertretender Präsident der Theosophischen Gesellschaft (Adyar). Detaillierte Angaben zu Sinnetts Wirken in der Theosophischen Gesellschaft finden sich in: Zeitgeschichtliche Betrachtungen, Band III, GA 173C, 2. Aufi. Basel 2014, S. 598f. Er und seine Frau Patience erhielten zwischen 1880 und 1885 Briefe der Meister Morya und Koot Hoomi (RSB O 631), auf denen auch Sinnetts eigene Buchpublikationen beruhen (z. B. "Esoterischer Buddhismus»). Die Originale dieser Meisterbriefe befinden sich in der British Library. Siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 701. Der Vorschlag des Colonel Olcott tritt aber im Zusammenhang mitpsycbiscben Erscheinungen auf: Siehe hierzu auch Schriften zur Geschichte der antbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 133 f. 295 Die bohen [Weisheitdebrer/: Siehe Hinweis zu S. 58.  Zur Anspracbe RudolfSteinen am 25. März 1907: «Zur Wahl des neuen Präsidenten der TheosophiSchen Gesellscbaft» Textgrundlage: Maschinenschriftliche Ausschrift des Stenogramms von Franz Seiler. Vortragsregister-Nr. = 1516. Die Ansprache erfolgte nach dem Mitglieder-Vortrag «Die weltgeschichtliche Bedeutung des am Kreuze fließenden Blutes», 25. März 1907, Berlin, in: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96. Zur Wahl des Präsidenten äußert sich Rudolf Steiner auch ausführlich in zahlreichen schriftlichen Dokumenten: Siehe Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37; sowie Zur Gescbicbte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, ·Elf Briefe und ein Aufsatz», S. 287-319. zu Seite 296 wegleitenden: Hinter diesem Wort folgt in der Textgrundlage ·[7]". vertreten: Hinter diesem Wort folgt in der Textgrundlage «[?]". uralten: Hinter diesem Wort folgt in der Textgrundlage ·[7]"· Wie es sieb mit den Manifestationen uerbält: Gemeint sind physische Manifestationen von geistigen Wesen (wie zum Beispiel den Meistern am Sterbebett von H. S. Olcott) oder ·Nachrichten» wie z.B. die sog. Meisterbriefe» (siehe hierzu Zu dieserAusgabe, S. 701 f.). Punkt: Hinter diesem Wort folgt in der Textgrundlage ·[7]". berechtigt: Hinter diesem Wort folgt in der Textgrundlage ·[7]". 297 Angelegenheit Leadbeater: Siehe im vorliegenden Band S. 234 f., 262 f. und 266 f. sowie Zu dieserAusgabe auf S. 701 f. Zum Bericht Rudolf Steiners über den theosophischen Kongress in München uom 18. bis 21. Mai 1907 Textgrundlage: Bericht von Rudolf Steiner in: Lucifer - Gnosis Nr. 34/1907, S. 695-707. Im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert in Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284; sowie in: Lucifer - Gnosis, GA 34. - Annie Besam trifft in den Tagen des Münchner Kongresses mit Rudolf Steiner die Vereinbarung, dass er eine eigene esoterische Schule nach rosenkreuzcrischer und westlicher Tradition aufbauen dürfe, während ihre Schule der mehr östlichen Tradition verpflichtet bleiben solle. zu Seite 300 dass diese Farbe im Einklänge mit dem Okkultismus gewählt worden ist: Vgl. hierzu auch die Bemerkungen Rudolf Steiners über die Wirkung der Komplementärfarben bei der Erziehung von Kindern, z. B. «Der Lebenslauf des Menschen in geheimwissenschaftlicher Beleuchtung»,  Vortrag vom 10. März 1908, in: Einführung in die Grundlagen der Theosophie, GA 111. 300 An den Wänden wurden angebracht ... die sogenannten sieben apokalyptischen Siegel: Siehe hierzu insbesondere Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284. 301 Offenbarung St. Johannis: Gemeint sind Die Offenbarungen desJohannes im Neuen Testament. der geheimwissenscbaftlicben Geistesströmung, welche seit dem uierzehnten Jabrbundert die tonangebende des Abendlandes ist: Hiermit dürfte die Rosenkreuzer-Strömung gemeint sein. was «in der Küürze»: Off 1,1: · Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll». - Vgl. hierzu den Vortrag «Zur Apokalypse II», Berlin Mai 1904, in: Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis ll, GA 90a. 302 Inhalt der Siegel: Ausführlicheres zu den Siegeln siehe Die Apokalypse desJohannes, GA 104. Und als icb mich wandte: Off 1,12-16. die in ibrergegenuürtigen Gestalt ... was sie in der Zukunft werden sollen: Siehe hierzu u.a.: Rudolf Steiner: Vorträge vom 27. und 28. August 1905 in: Kosmologie und menschliche Euolution - Farbenlehre, GA 91. Spracborgans ... das einmal... geistiges Produktions- (Zeugungs-)organ wird: Siehe hierzu u.a. Aus derAkasba-Cbronik, GA 11, Dornach 2018, S. 220. 303 Deuacban: Siehe u.a.: Über die astrale Welt und das Deuacban, GA 88. 304 Und icb nahm ein Büchlein: Off 10,10. 305 Die/Kapitelle/: Änderung durch den Herausgeber. In derTextgrundlage steht «Kapitäler». Aus der Akasba-Cbronik: Die fortlaufenden Beiträge wurden im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe unter dem Titel Aus derAkasbaChronik (GA 11) herausgegeben. 306 nicht genau in der ganz sachgemäßen Anordnung: Rudolf Steiner spielt hier wohl nochmals darauf an, dass die «Säulen· nicht zu beiden Seiten des Raumes aufgestellt werden konnten. zwei Säulen ... die eine ist rot; die andere tiefblaurot: Rudolf Steiner hat hiermit unmittelbar zum Salomonischen Tempel Bezug genommen, wie er auch im Kultus der Freimaurer nachgebaut wird. Die beiden Säulen aus der Vorhalle des Salomonischen Tempels werden mit Jachin und Boas bezeichnet. Jachin bedeutet so viel wie: ·Er macht kst» und Boas so viel wie: ·in ihm ist Stärke». Vgl. hierzu z.B. den Vortrag vom 7. Dezember 1923 in: Mysteriengestaltungen, GA 232.  307 Rosenkreuzertum: Siehe den unmittelbar im Anschluss an den Münchner Kongress unter dem Titel Die Theosophie des Rosenkreuzers (GA 99) gehaltenen Vortragszyklus. Siehe auch Rudolf Steiner: Anthroposophie und Rosenkreuzertum, Ausgewählte Texte, herausgegeben und kommentiert von Andreas Neider, Basel 2007. 308 sieben [Säulenkapitelle): Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Säulenkapitäler·. diefür/die/Erkenntnis: Einfügung durch den Herausgeber. Tonhalle (Kaim-Säle): Das Gebäude wurde 1895 unter dem Namen ·Kaim-Saa1» in der Maxvorstadt von München eröffnet. 1905 wurde es in ·Tonhalle» umbenannt, 1944 im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben zerstört. Das Gebäude im Louis-Seize-Stil war eine der ersten Spielstätten des 1893 von Hofrat Franz Kaim gegründeten Kaim-Orchesters, den heutigen Münchner Philharmonikern. 309 D. Nagy: Dezsö Nagy (Lebensdaten unbekannt), ungarischer Generalsekretär 1907-1908. Johann Sebastian Bach: 1685-1750, deutscher Komponist und Musiker der Barockzeit. Emanuel Nowotny: Organist, Bachinterpret (?-1957). Mr Wedgwood: James Ingall Wedgwood (1883-1951), von 1911 bis 1913 Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft von England und Wales, ab 1916 (wie auch Leadbeater) Bischof der «Old Catholic Church». 310 Bedrnicek:Jan Bedrincek-Chlumsky, von 1909 bis 1925 Generalsekretär der Tschechischen Theosophischen Gesellschaft, keine näheren Angaben bekannt. Fr. Forsch: Olga von Forsch; keine näheren Angaben bekannt. Frl. N. ü. Gernet: Nina (Konstantinovna) von Gernet (?-1932). Mitglied der Englischen Theosophischen Gesellschaft. Hat zusammen mit Marie von Sivers den Aufbau einer Theosophischen Sektion in Bologna geplant. Nina Gernet wollte Steiner für die Theosophie gewinnen. Befreundet mit Anna Kamensky. Jahrbuch des Kongresses: Das Jahrbuch zum Münchener Kongress ist nicht erschienen. 311 Alice uon Sonklar: Alice von Sonklar-lnnstädten, geb. Lopez (1865-?), Pianistin, im Dezember 1912 als Mitglied des Sterns des Ostens aus der Sektion ausgeschlossen. Toni Völker: Marie Antonie (Toni) Völker (1873-1938), Pianistin und Klavierlehrerin, Leiterin des Stuttgarter Kerning-Zweiges, 1911-1913 im Vorstand der Deutschen Sektion.  311 Gertrud Garmatter: 1874-1933, Sängerin. In Berlin arbeitete sie in Verlag und Büro der Anthroposophischen Gesellschaft. Schubert: Franz Schubert (1797-1828), österreichischer Komponist. Scarlatti: Giuseppe Domenico Scarlatti (1685-1757), italienischer Komponist. Johannes Brahms: 1833-1897, deutscher Komponist. Johanna Fritscb: Keine näheren Angaben bekannt. Marika von Gumppenberg: 1857-1934, Mitglied der Theosophischen Gesellschaft seit April 1907, Nichte von Emmy von Gumppenbcrg. Herrn Tuckermann: Hermann Tuckermann (1872-1937), Hornist des Bayrischen Staatsorchesters. 312 Der zweite Vortrag des Vormittags üzar derjenige Dr. RudolfSteinen über «Die Einweihung des Rosenkreuzer»: In: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284. 313 Bernhard Stauenbagen: 1862-1914, deutscher Komponist und Pianist, ab 1890 Hofpianist und ab 1894 Hofkapellmeister des Großherzogs von Sachsen-Weimar und aus dieser Zeit befreundet mit Rudolf Steiner, 1898 wurde er Kapellmeister am Münchner Hoftheater, von 1907 bis 1914 leitete er die Meisterklassen für Klavier am dortigen Konservatorium. Frl. Sprengel: Alice Sprengel (1871-1949), ab 1904 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, ab 1913 wechselte sie als Schülerin Rudolf Steiners in die Anthroposophische Gesellschaft. 1915 wurde sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie iibernah m danach leitende Funktionen im Ordo Templi Orientis (siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 701 f.). Herr Stahl: Vermutlich Carl Joseph Stahl (1863-1930), österreichischer Glasmaler und Fachautor; malte nach Vorgaben Rudolf Steiners die sieben Säulen des Münchner Kongresses. RichardJürgas: Lebensdaten nicht bekannt, Mitglied des damaligen Karlsruher Hoftheaters, Theosoph. Erl. Wolliscb: Vittoria Wollisch (1876/77-1954). Übersetzte u.a. Rudolf Steiners Das Christentum als mystische Tatsache (GA 8) ins Italienische. Herrn Linde: Hermann Linde (1863-1923), Maler. Galt als hervorragendster Orientmaler Deutschlands, malte die halbe große Kuppel im Ersten Goetheanum aus. Ab 1916 schuf er einen Bilderzyklus zu Goethes ·Märchen» und zum ersten Mysteriendrama von Rudolf Steiner. Den Brand des Ersten Goetheanums überlebte er nur um ein halbesJahr. 314 Frau Hempel: Hedwig Hempel, nähere Angaben nicht bekannt. Dr. Carl Unger: Carl Unger (1878-1929), Ingenieur, Fabrikbesitzer in Stuttgart, persönlicher Schüler Rudolf Steiners, Vortragender und  Schriftsteller. Führender Mitarbeiter der anthroposophischen Bewegung und viele Jahre im Vorstand zunächst der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, blieb bis 1923 im Zentralvorstand der Anthroposophischen Gesellschaft. Vor Beginn eines öffentlichen Vortrages in Nürnberg fiel er am 4. Januar 1929 einem Attentat zum Opfer. 314 Planetenentwicklung und Menscbheitsentwicklung: In: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchener Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284. Cbr. Döbereiner (Violoncello): Christian Döbereiner (1874-1961), Musiker, Gambist, Chorleiter, Komponist, Dirigent. Spezialist für historische Aufführungspraxis. Ab 1899 Hofmusiker in München. Elfriede Scbunk (Klauier): 1871-1945(?), Pianistin, Cembalistin, Organistin, Klavierlehrerin. Hugo Wolf: 1860-1903, österreichischer Komponist und Musikkritiker. Händel: Georg Friedrich Händel (1685-1759), deutsch-englischer Komponist des Barocks. A. Kühnel: Ambrosius Kühnel (1771-1813), deutscher Komponist, Organist und Verleger. 315 Mr Kirby: Nähere Angaben nicht bekannt. Max Bruch: 1838-1920, deutscher Komponist und Dirigent. Pauline Frieß: 1885-1903(?), Pianistin, Klavierlehrerin. Mia Holm: 1845-1912, Lehrerin, theosophisch-anthroposophische Dichterin. Jules Ägoston:Julius (Gyula) Ägoston (1862-1910), Direktor am JennerPasteur-lnstitut, Budapest; Generalsekretär der Ungarischen Theosophischen Gesellschaft; imJuni 1908 von Rudolf Steiner als Schatzmeister für den Kongress in Budapest vorgeschlagen. Miss Seuers: Elisabeth Severs (Lebensdaten unbekannt), Autorin für Tbe Tbeosophist, 1909-1912 Sekretärin des von Annie Besant begründeten «Order of Service in England·. Herr Nerei: Nähere Angaben nicht bekannt. Mrs Douglas-/Sbeild/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Shield»; beide Schreibweisen sind gebräuchlich; sic selbst unterschrieb ihre Briefe mit Sheilds. Elizabeth Douglas-Sheild, eine der sechs Töchter von John Mackenzie (1835-1899), daher Schwester von Isie Mackenzie. Am 27. April 1898 heiratete sie Edward Sheilds aus Kimberley. Übersetzte Werke von Rudolf Steiner ins Englische. Felix Mendelssohn-Bartholdy: 1809-1847, deutscher Komponist. Hilde Stockmeyer: 1884-1910, Mitbegründerin des Zweiges Karlsruhe sowie des Franz-von-Assisi-Zweiges in Malsch, studierte Sanskrit und Sprachen. Ihr Vater war der Kunstmaler Karl H. W. Stockmeyer.  315 Frau Ripper: Wahrscheinlich Marie Rieper, keine näheren Angaben bekannt. 316 die Ermächtigung [erteilt/: Einfügung durch den Herausgeber. Ernst Wagner: 1877-1951, österreichischer Maler, Bildhauer, Grafiker, Schriftsteller, 1929 bis 1936 Professor an der Staatlichen Kunstgewerbeakademie in Dresden; fertigte auch eine Bronzebüste von Rudolf Steiner an. 317 Herrn Haß: Fritz Haß (1865-1930), deutscher Maler, Illustrator, Karikaturist und Fotograf. Fotografierte und porträtierte auch Rudolf Steiner. Fräulein Lehmann: Vermutlich Bertha Reebstein-Lehmann (1884-1967), Sekretärin von Marie Steiner. M. Gailland: Keine näheren Angaben bekannt; nach GA 284 M. Callland; möglicherweise auch ·Gaillard». Julia Wesw-Hoffmann: Keine näheren Angaben bekannt. Im Bericht von Mathilde Scholl über den Münchener Kongress in: Bilder okkulter Säulen und Siegel, GA 284, Dornach 1993, S. 106 steht: «eine Skizze <H. P. Blävätsky> von Julia Wesw-Hoffmann hergesandt». Hans Volkert: 1878-1940/45, deutschsprachiger Maler, Grafiker und Medailleur. Moreau: Vermutlich ist Gustave Moreau (1826-1898), Maler des Symbolismus, gemeint. Hermann Schmiechen: 1855-1925, deutscher Maler. In London malte er 1884 Helena Petrovna Blavatsky; unter ihrer Anleitung entstanden (fiktive) Porträts von Meister Morya und Meister Koot Hoomi. eine Statuette «Der kleister» uon /Heyman/: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht ·Heymann». Frank Heyman; siehe Hinweis zu S. 378 und die Ausführungen Rudolf Steiners zu den Werken von Frank Heyman auf dem Budapester Kongress im vorliegenden Band, S. 376f. Stockmeyer: Karl Stockmeyer (1858-1930), Maler, Vater von Hilde und Ernst August Karl Stockmeyer. Wie auch seine Frau esoterischer Schülcr von Rudolf Steiner. Bilderuon Watts: Vermutlich George Frederic Watts (1817-1904), Maler und Bildhauer. Lionardo: Leonardo da Vinci (1452-1519), Maler, Bildhauer, Architekt, Bildhauer, Universalgelehrter. Kalckreutb dem Älteren: Leopold Graf von Kalckreuth (1855-1928), deutscher Maler und Grafiker. Kunstmaler Knopf: Vermutlich Hermann Knopf (1870-1928), österreichischer Genre-Maler.  317 nach zweiJahren (1909) in Budapeststattßnden: Siehe Hinweis zu Johan van Manen auf Seite 62. zwei öffentliche Vorträge Dr. RudolfSteiners in München über ·Bibe1 und Weisbeit· am 23. und 24. Mai: Noch unveröffentlicht, vorgesehen für GA 68a. Kursus über Theosophie nach Rosenkreuzer-Metbode: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert unter dem Titel Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99. 318 unser Mitglied Herr Kubn: Kein näheren Angaben bekannt. sollen in Kürzefolgen: Siehe Hinweise zu Seite 198 und 310. Otto Rietmann: 1856-1942, Gründer des Zweiges in St. Gallen, Schweizer Fotograf, viele Porträtaufnahmen von Rudolf Steiner und Aufnahmen vom Ersten und Zweiten Goetheanum stammen von ihm. - Siehe Foto zum Kongress im Anhang. Zum Vortrag Rudol/Steiners uom 12. Juni 1907: ·Benicbt über die Gestaltung und den Verlauf des Kongresses in Müncben» Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung eines Stenogramms von Franz Seiler mit der Vortragsregister-Nr. 1550 AI. Bei der hier abgedruckten Passage handelt es sich um einführende Worte zu einem Vortrag, der im Rahmen der Gesamtausgabe unter dem Titel ·Die drei Aspekte des Persönlichem in: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96, publiziert wurde. Die Einfiihrungsworte wurden auch in: Bilder okkulter Siegel und Säulen, GA 284, abgedruckt. Für die redaktionelle Bearbeitung wurde auch die Übertragung von Bertha Reebstein (Vortragsregister-Nr. 1550 G) beigezogen. zu Seite 319 /Wir haben uns hierjetzt einige Wocben nicht gesehen. ... Diese Kongresse bildenja]: Einfügung aus der Stenogramm-Übertragung von Bertha Reebstein (Vortragsregister-Nr. 1550 G). Die Mitschrift von Franz Seiler beginnt erst mit dem zweiten Satz. Dieser lautet dort wie folgt: ·Dieser Kongress wird eine Art Verbindung zwischen den verschiedenen Nationen herstellen auch in Bezug auf unsere theosophische Sache innerhalb Europasn ü7ä$ wir/ä"ußerlicb/sehen und schauen und/demjenigen, was wir/innerlichfühlen: Sinngemäße Einfügungen durch den Herausgeber. für die Zerfahrenheit /beutiger Menscben/: Einfügung durch den Herausgeber aufgrund des Abdrucks in GA 96 und GA 284. 320 in dem /Zusammenuucbsen/: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Zusammenfalten». In der Fassung, die in GA 96 wiedergegeben ist, lautet die Passage wie folgt: ·Der zu der  Kirche Pilgernde empfand damals die Formen wie ein Händefalten, so wie der alte Germane [beim Betreten eines Haines die Bewegungen der Bäume wie] ein Händefalten empfand.· In GA 284 lautet diese Passage: ·Der zu der Kirche Pilgernde empfand damals die Formen wie ein Händefalten, so wie der alte Germane in dem Zusammenfalten der Bäume ein Händefalten empfand.» 320 wenn man [beute] durcb: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Man sah da [nichts als/ Tbeosopbiscbes: Änderung durch den Herausgeber aufgrund der in GA 96 und 284 abgedruckten Fassung. In der Textgrundlage steht: «Man sah nicht nur Theosophisches». Die Wirkung dieser Farbe ist ... in eine Farbe kleiden: Siehe Goetbes Werke. Naturwissenscbaftlicbe Schriften, hrsg. v. Rudolf Steiner, Dritter Band, «Zur Farbenlehre», Sechste Abteilung: Sinnlich-sittliche Wirkung der Farbe, in: Kürschners Deutsche National-Litteratur, Berlin und Stuttgart 1887 (Reprint GA Ic, Dornach 1982), S. 295f. S 792f. 321 die Landschaft durch ein rotes Glas an, ... So muss es aussehen am Tage des Gerichts: Entspricht inhaltlich dem § 798 a.a.O. Mars, Merkur, /Jupiter/, Venus: Einfügung durch den Herausgeber. [Diese] Gesetzmäßigkeit: Ändcrung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Die». Das Gralssiegel ist zum ersten Mal uot der Öffentlichkeit erschienen: Siehe hierzu den Hinweis zu Seite 595 in: Lucifer - Gnosis, GA 34, Dornach 1987. [in dieser Weise]: Einfügung durch den Herausgeber. Edouard Scbwcs Mysteriendrama: Das heilige Drama von Eleusis, rekonstruiert von Edouard SchurC, aus dem Französischen übertragen von Marie von Sivcrs, in freie Rhythmen gefasst durch Rudolf Steiner. Die Uraufführung fand am 19. Mai 1907 anlässlich des Münchner Kongresses statt. den Mysterienspielen [der Antike/: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Was dem /Ganzen der Kongress-Gestaltungen]: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Das Programm/beft/: Sinngemäße Ergänzung durch den Herausgeber. Die Anfangsbuchstaben auf dem Programm/beft]: Sinngemäße Ergänzung durch den Herausgeber. - E. D.N. - I.C. M. - P. S.S.R. Abkürzungen für den Rosenkreuzerspruch ·Ex deo nascimur» (Aus Gott sind wir geboren), ·In Christo morimur» (In Christus sterben wir), «Per spiritum sanctum reviviscimus» (Durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen). Der Spruch geht zurück auf die Fama Frater nitatis der Rosenkreuzer, in der u.a. berichtet wird, wie das Grab des Christian Rosenkreutz wieder aufgefunden worden sei. Der nach mehr als hundertJahren unversehrte Leib soll ein Buch in den Händen gehalten haben, an dessen Ende gestanden habe: ·Ex deo nascimur, in Jesu morimur, per spiritum sanctum reviviscimus·. Siehe Fama Fratemitatis, Erstdruck 1614, Jubiläumsausgabe 400 Jahre Rosenkreuzer-Manifeste, Basel 2016, S. 36-37. Rudolf Steiner hat das Wort ·Jesu» durch ·Christo» ersetzt. Zum Vortrag RudolfSteiners am 7. Oktober 1907: ·Worte für Annie Besant nach der Präsidentenwabh Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung des Stenogramms von Franz Seiler, Vortragsregister-Nr. 1587a III. zu Seite 322 dass wir ihn vergrößern konnten: Die Räumlichkeiten in der Wohnung an der Motzstr. 17 wurden im Sommer 1907 vergrößert. aus den «Mitteilungen» bekannt geworden: Siehe Annie Besam: «Zur Präsidentenwahb, in: Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 5, August 1907, S. 41-43. tatsächlich zum Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft gewählt worden ist: Die Wahl fand im Mai 1907 statt. Siehe auch den Nachruf auf Henry Steel Olcott auf den Seiten 293 des vorliegenden Bandes sowie: Schriften zur Geschichte derAntbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37. 323 nacb dem unsere Loge ibren Namen trägt: Der Besant-Zweig der Theosophischen Gesellschaft wurde von Rudolf Steiner 1905 begründet. Siehe auch die entsprechenden Passagen im vorliegenden Band aus dem Jahr 1905 sowie Zu dieserAusgabe, S. 701 f. Zum Benicht zurfünften Generaluersammlung der Deutschen Sektion am 20. Oktober 1907 in den Mitteilungen für diC Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosophiscben Gesellscbaft· Textgrundlage: Wiedergabe des Berichtes in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 6/1908, S. 1-7. Für den vorliegenden Abdruck wurden weiterhin die maschinenschriftlichen Übertragungen von Franz Seilers stenografischer Mitschrift von der Ansprache Rudolf Steincrs mit den Vortragsregister-Nrn. 1595 I und II beigezogen. - Fünfte ordentlicbe Generalversammlung: In der Einladung zu dieser Generalversammlung wurde zur sechsten Generalver sammlung eingeladen. - Die Zählung der Generalversammlungen ist ab 1906 verwirrend. Vermutlich bestand Unklarheit darüber, ob die Gründungsversammlung im Oktober 1902 als erste Generalversammlung zu zählen sei oder erst die Versammlung im Oktober 1903. Ab 1908 setzte sich die erste Zählweise durch. zk Seite 329 Kortb: Wilhelm Korth (Lebensdaten unbekannt), Gerichtssekretär. Peelen:Johanna Peelen (?-1920), Vortragsrednerin, ab 1909 Vorsitzende des Cusanus-Zweiges in Koblenz. Siehe auch Rudolf Steiners Gedenkworte am Grabe von Johanna Peelen in: Unsere Toten, GA 261, 2. Aufi. Dornach 1984, S. 234-238. 330 Frau Knocb: Ida Knoch (1871-1946), geb. Wagner, Tochter von Günther Wagner, Ehefrau von Gustav August Georg Knoch, Nichte von Wilhelm Hübbe-Schleiden. Frl. Stryczek: Paula Stryzcek (1868-1946), Kindergärtnerin; ab 1908 von Wilhelm Hiibbe-Schkiden adoptierte Paula Hübbe-Schkiden. Nach dessen Tod Wahltochter im Haushalt von Günther Wagner. 331 /gesamt/: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Bericht des Generalsekretärs [Dr. Steiner/: Einfügung durch den Herausgeber. 332 Diefünfte Generalversammlung: In der Mitschrift von Franz Seiler mit der Vortragsregister-Nr. 1595 I steht «sechste Generalversammlung». Siehe Hinweis zur Textgrundlage zum vorliegenden Bericht. geistigen, inneren Eintracht: In der Mitschrift von Franz Seiler heißt es: ·Geist der inneren Eintracht·. bei solchen Gelegenheiten [geschäftlich] uerbandeln: Einfügung durch den Herausgeber aufgrund der Mitschrift von Franz Seiler. 334 den Wunscb, [den ich in Sie lege/dasswir: Einfügung durch den Herausgeber aufgrund der Mitschrift von Franz Seiler. wie das schon im Vorjahre uon derselben Stelle undzurselben Zeit betont worden ist: Siehe Protokoll zur Jahresversammlung 1906 im vorliegenden Band auf den Seiten 285 f. 337 einen neuen Präsidenten der Gesellschaft zu wählen: In der Mitschrift von Franz Seiler heißt es an dieser Stelle: «Das ist die Folge dessen, dass der bisherige, so außerordentlich verdienstvolle Präsident-Griinder der Gesellschaft im vorigen Jahre von diesem physischen Plane abgegangen ist." 338 [wenn sie aucb viel Zeit von derjenigen Art ... diese Worte zu wiederholen.]: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. [Die anderen haben nicht ... Babnen zu lenken.]: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler.  339 Es sei der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft gestattet: Brief Rudolf Steiners an Annie Besant vom September 1907 (ArchivStandort: 068/1). 340 [Die genauere Beschreibung des Kongresses braucht ja nicht gegeben zu werden. Sie ist in den Mitteilungen hinlänglich gegeben worden. Das einzige,): Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. diefür den Kongress normierte Ausgabe in Höhe von 4500 Mk.: Im Stenogramm von Franz Seiler steht ·4000». Siehe aber auch den Bericht zur Generalversammlung im Jahr 1906 im vorliegenden Band. [Es ist also so, dass er sicb uollständig ausbalanciert bat ... sebr erfreulich war./: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. 341 Mysteriendramas von Eleusis: «Das heilige Drama von Eleusis», rekonstruiert von Edouard SchurC, aus dem Französischen übertragen von Marie von Sivers, in freie Rhythmen gefasst durch Rudolf Steiner. Die Uraufführung fand am 19. Mai 1907 anlässlich des Münchner Kongresses statt. [Das hat sich beim Einstudieren ... Da streiten Sie nicht mehr.]: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. /- die ist aber nicht notwendig -/: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. 342 [Die Arbeit mussfortgesetzt werden, die begonnen worden ist. Die Logen Basel undNürnberg haben sich Vortragszyklen auserbeten./: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. Fräulein Eggert: Frieda Eggert (?-1907), keine näheren Angaben bekannt. Herrn Wirscbmidt: Karl Wirschmidt (?-1907), keine näheren Angaben bekannt. 343 [Ich selbstsehe die ... anführen]: Einfügung aus der Mitschrift von Franz Seiler. Es ist eine neue Zeitschrift erstanden. Die bejßt der ·Morgem: Erstmals erschienen am 14. Juni 1907 unter dem Titel: Morgen. Wochenschriftfür deutsche Kultur. Als Begründer und Herausgeber werden auf der Titelseite genannt: Werner Sombart, Richard Strauß (1863-1941), Georg Brandes (1842-1931), Richard Muther (1860-1909) und unter Mitwirkung von Hugo von Hofmannsthal (1874-1929). in einer jetzt uielbesprocbenen Angelegenheit: Gemeint ist die sogenannte Harden-Eulenburg-Affäre. Eine Kritik des Journalisten Maximilian Harden (1861-1927) an Philipp zu Eulenburg-Hertefeld (1867-1921) in der Zeitschrift Die Zukunft löste eine Reihe von Verfahren und Verleumdungsklagen wegen homosexuellen Verhaltens unter Mitgliedern des Kabinetts von Kaiser Wilhelm II. aus. Am 4. Oktober  1907 erschien in der Nr. 17 der Wochenschrift Morgen der von Steiner erwähnte ·Sensationsartikel·, der am 18. Oktober in der Nr. 19 durch den Justizrat Adolf von Gordon berichtigt wurde. Dennoch wurde am 29. Juni 1908 der Prozess gegen Eulenburg eröffnet. Wegen Eulenburgs angeschlagenem Gesundheitszustand wurde der Prozess 1909 jedoch ausgesetzt. Politisch hatte der Skandal negative Folgen für das Ansehen von Homosexuellen. Wilhelm Il.ließ Eulenburg durch die Affäre fallen. 344 solcber/Beispiele/anfübren: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Zum Benicht über die siebte Generabersammlung der Deutschen Sektion am 26. Oktober 1908 in den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellscbaft· Textgrundlage: Bericht in den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 8/1908, S. 1-17. Vortragsregister-Nr. 1850 I. zk Seite 345 Grosbeintz: Dr. Emil Grosheintz (1867-1946), Zahnarzt, Mitgründer des Basler Paracelsus-Zwciges und 1908 Vorstandsmitglied der Deutschen Sektion. Stifter des ersten Grundstücks für den Bau des ersten Goetheanums, Vorsitzender des Johannes-Bauvereins (später Goetheanum-Bauverein). Schuster: Hugo Schuster (1876-1925), Griindungspersönlichkeit für die theosophische Arbeit in der Schweiz; nahm als Pfarrer der altkatholischen Kirche am zweiten Theologenkurs im September/Oktober 1921 (Vorträge und Kurse über cbristlich-religiöses Wirken 11: Spirituelles Erkennen - Religiöses Empßnden - Kultisches Handeln, GA 343) teil; gilt als Wegbereiter für die Bildung der Christengemeinschaft. Wandrey: Camilla Wandrey (1859-1941), u.a. theosophische und anthroposophische Vortragsredncrin. Berendt: Elisabeth Bercndt, gest. 1952, Schriftführerin bei der Begründung des Zweiges Köln im März 1904. Schwester Luise Hesselmann: Langjährige tragende Figur im Zweigkben Bremens; (?-1920). Alexander Schuster: 1867-1941, königlicher Gärtner, Gründungsmitglied vom Zweig Kassel 1907. 346 Frau Smits: Wahrscheinlich Clara Smits Mess'oud Bey, geb. Reuß-Zafferen (1863-1948), ab 1904 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (Düsseldorf). Als Vorsitzende des Zweiges Düsseldorf I war sie von 1908 bis 1913 im Vorstand der Deutschen Sektion. Eine Unterredung mit Rudolf Steiner Ende des Jahres 1911 über die Berufsausbildung ihrerToch ter Lory wurde zum Ausgangspunkt für die Entwicklung der neuen Bewegungskunst Eurythmie. 346 Tabuscbat: Franz Tabuschat (1893-1927), Schriftführer bei der Gründung des Zweiges Düsseldorf II, 1907. Westpbal: Wahrscheinlich Otto Westphal (1883-1946). Lange: Julius Lange, keine näheren Angaben bekannt. Schoah Friedrich Schwab (1878-1946), Klavierbauer, wird später Arzt u.a. auch von Friedrich Rittelmeyer; Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Heidelberg 1906. Lieduogel: Wahrscheinlich Carl Liedvogel (1879-1947). [Hertzberg]: In der Textgrundlage ·Herzberg·; Hauptmann Erich von Hertzberg, keine näheren Angaben bekannt. Bürck: Ernst Wilhelm Bürck (1879-1937). Vahl: Wahrscheinlich Kapellmeister Paul Vahl, keine näheren Angaben bekannt. Daeglau: Wahrscheinlich Willi Daeglau, Bibliothekar, keine näheren Angaben bekannt. Auch zu Frau Daeglau sind keine näheren Angaben bekannt. Wangenheim: Baronin Gertrude Alexandrine von Wangenheim, geb. Holz, Hofdame I. k. H. der Herzogin Sachsen-Coburg-Gotha. Lebensdaten unbekannt. Kopp:julie (?-1958) oder Gustav Kopp (?-1938). Fuchs: Wahrscheinlich Wilhelmine Fuchs (1883-1967). Schneider: Carl Schneider, Zeichner, Schriftführer bei der Gründung des Zweiges in Straßburg 1908 und Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Straßburg II 1909. Lebensdaten unbekannt. 347 Frau Aldingen Maria Aldinger (?-1909). Franke: Reinhold Franke, Vorsitzender bei der Zweiggründung Wiesbaden 1908, keine weiteren Angaben bekannt. Böbmecke: Rudolf Böhmecke (?-1936), Schriftführer bei der Gründung des Zweiges Bielefeld 1908. /Punkt/ll.: Einfügung durch den Herausgeber. So auch für alle weiteren Tagesordnungspunkte. Bericht des Generalsekretärs [Dr. Steiner/: Einfügung durch den Herausgeber. 349 als wir unter so schönen Auspizien die Deutsche Sektion begründen konnten: Am 19. Oktober 1902 wurde unter Anwesenheit von Annie Besant, die die von Henry Steel Olcott unterzeichnete Stiftungsurkunde überbrachte, in Berlin die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft gegründet. Siehe im vorliegenden Band S. 49 f.  349 in dem Buch ·Die Mystik< Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, GA 7. 350 Und im zweiten Jahre konnte sich anschließen der Vortragszyklus, der in dem Buch Das Christentum als mystische Tatsacbe· zum Ausdruck gekommen ist: Die Vortragsmitschriften dieses Vortragszyklus sind im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert unter dem Titel Antike Mysterien und Christentum, GA 87, das Buch unter dem Titel Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8. nun auch ihre Übersetzung gefunden haben in einefremde Sprache: Gemeint ist die Übersetzung von Edouard SchurC ins Französische mit einer Einleitung zur Biografie Rudolf Steiners: Les MystCre CbrCtien et les MystCres antiques, traduit de l'allemand et prCcCdC d'une Introduction par Edouard SchurC, Paris, 1908 (RSB St 15). 352 in den Kursen zu München, Basel, Köln, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Leipzig: München, u.a. in: Aus der Bilderschrift derAPokalypse des Johannes, GA 104a und in: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99; Basel, in: Menscbbeitsentwicklung und Cbristus-Erkenntnis. Theosophie und Rosenkreuzertum - Das Jobannes-Euangelium, GA 100; KÖln, in: Mythen und Sagen. Okkulte Zeicben und Symbole, GA 101; Hamburg, in: Das Jobannes-Euangelium, GA 103; Nürnberg, in: Die Apokalypse desJobannes, GA 104; Stuttgart: Welt, Erde und Mensch, deren Wesen und Entwicklung sowie ihre Spiegelung in den Zusammenhang zwischen ägyptischem Mythos und gegenwärtiger Kultur, GA 105; Leipzig, in: Ägyptische Mythen und Mysterien im Verbältnis zu den wirkenden Geisteskräften der Gegenwart, GA 106. Vortragszyklus in Kristiania: 7.-21. Juli 1908: Theosophie im Anschluss an dasJobannes-Euangelium. Kein Material vorhanden. 354 Agnes Scbucbardt:ln derTextgrundlage «Schuchard». Seit 1895 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (Berlin), (?-1907). Keine näheren Angaben bekannt. Franz Vrba: Ingenieur, (?-1907), war erst seit Oktober 1907 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (Berlin/Prag). Keine näheren Angaben bekannt. Otto Huscbke: 1846-1907, englischer Staatsbürger aus Bombay, ab 1881 Kunstmaler in München. Fräulein Huscbke: Hilde Huschke, keine näheren Angaben bekannt. /Hilde]Huscbke: In der Textgrundlage steht ·Hilda». Frau Dosen Margarete Doser (geb. Berner) (1878-1908). Frau Doser einige Zeilen an mich ricbtete: Brief vom 5. Februar 1908 aus Capri (RSA 086/III).  355 Fritz Eyselein: Friedrich Eyselein (?-vor Oktober 1908); gestorben durch Suizid. 356 Frau Fäbndricb: Alice Fähndrich, geb. Freiin von Nordeck zu Raabenau (1857-1908), keine weiteren Angaben bekannt. Frau Rothenstein: Dora Rothenstein (?-1908), keine näheren Angaben bekannt. 359 als ein neuer Präsident gewählt werden musste ... der einzig mögliche war: Siehe hierzu S. 296f. und 322 f. im vorliegenden Band. Die neue Präsidentin war Annie Besant. 362 Pastor Wendt: Heinrich Wendt, keine näheren Angaben bekannt. 363 Ich habe schon uor zwei Jahren gesagt: Bezieht sich auf die Generalversammlung der Deutschen Sektion vom 22. Oktober 1905; siehe im vorliegenden Band S. 212. Herr /Hübener/: In der Textgrundlage steht «Hübner». Max Hiibener; keine näheren Angaben bekannt. 364 eine Zuschrift uon Mrs Besant: Brief vom 1. Oktober 1908 (RSA 086/1). /Nitzscbe/: In der Textgrundlage steht «Nitsche». Wahrscheinlich Dr. phil. Max Nitzsche, keine näheren Angaben bekannt. 365 gestern in der ordentlichen Vorstandssitzung versammelten Vorstandsmitglieder: In dem Protokoll der Vorstandssitzung heißt es: «Dr. Steiner schlägt vor, nicht den Ausdruck <auszuschlicßen> zu benutzen, sondern zu sagen,dass die Sektion ihn [Dr. Vollrath] nicht mehr als Mitglied betrachte, wobei er ja immer noch Mitglied der Gesellschaft bleiben kann. Bevor zur Abstimmung geschritten wird, teilt Dr. Steiner noch mit, dass er sich der Abstimmung enthalten werde. Die Abstimmung ergab die Annahme des nach dem Vorschlage Dr. Steiners modifizierten Antrages mit 10 gegen 1 Stimme (Ahner).· (Vortragsregister Nr. 1847 a AI) Internationalen Theosophischen Gesellschaft: Von Franz Hartmann in München begründete Gesellschaft: «Internationale Theosophische Verbrüderung» (I.T.V.), die als «Theosophische Gesellschaft in Deutsch1and· (T.G. in D.) 1898 ihren Sitz in Leipzig nahm. Siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 701 f. 366 dass uon der anderen Seite eine Broschüre uerfasst wurde: Um welche Broschüre es sich hierbei gehandelt hat, konnte bislang nicht ausgemacht werden. 367 Erbat die ganze Art, alle Allüren uon dereinen in die andere Gesellschaft binübergetragen: Hugo Vollrath war zu diesem Zeitpunkt auch Mitglied der Hartmann'schen Internationalen Theosophischen Gesellschaft. Nun, lesen Sie das Vorwort: Siehe «Bilder okkulter Siegel und Säulen» in: Rudolf Steiner: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284, Dornach 1993, S.91f.  367 uerlegen: Vermutlich im Sinne von muslegen», «verkaufen» gemeint. Eines Tages verfasst Herr Doktor Vollratb Zettel: Dokumente hiervon konnten im Archiv-Bestand nicht gefunden werden. 368 Er ist nach Leipzig gegangen ... Was ist denn dasfür eine ·Litterariscbe Abteilung der Deutschen Sektion· ...: Vorher wirkte Hugo Vollrath in Berlin. Siehe auch den Bericht zur Generalversammlung vom 10. Dezember 1911 im vorliegenden Band, S. 454, dort insbesondere die Darstellungen von Hugo Vollrath. 372 /Steinbart/: Lebensdaten unbekannt, in der Textgrundlage steht ·Steinbach». Wahrscheinlich Marie Steinbart. Frau Schmidt: Keine näheren Angaben bekannt. Zum Vortrag Rudolf Steiners am 21. Juni 1909: mDcr Budapester internationale Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft» Textgrundlage: Die in Was in derAntbroposopbiscben Gesellschaft vorgebt Nr. 19-22/1944 wiedergegebene und von Marie Steiner redigierte Fassung (Vortragsregister-Nr. 2028b) sowie Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft Nr. 10/1910, S. 7-10 und S. 17. - Der fünfte internationale Kongress der Föderation Europäischer Sektionen der TG fand zu Pfingsten 1909 vom 30. Mai bis 2. Juni in Budapest statt; im Anschluss an den Kongress fand der Vortragszyklus Theosophie und Okkultismus des Rosenkreuzers statt. Siehe hierzu Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederuerkörperungsfragen, GA 109. In der Pester Lloyd vom 3. Juni 1909 wurde auf den S. 4-5 kurz über den Kongress berichtet. Die in den mMitteilungem uon 1909 erschienene Wiedergabe: Der Bericht wurde - in der hier wiedergegebenen ausführlichen Fassung - bereits zu Lebzeiten in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutscben Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft Nr. 10/1910, S. 7-17 abgedruckt. zk Seite 376 den «Stern des Chtens»: Siehe Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701f. Krishnamurti: Siehe Hinweis zu Seite 28. Seit dem Münchener Kongress: Siehe die Berichte auf den S. 298 f. im vorliegenden Band. Der nächste Kongress wird im Jahre 1911 in Turin sein: Der Kongress hätte in Genua stattfinden sollen. Siehe im vorliegenden Band S. 452. 377 zu den jüngsten Sektionen, die innerhalb Europas: Die Gründung der ·Magyar Teozöfiai Tärsasäg» erfolgte am 2. März 1906, die Charter wurde am 7. Juli 1907 ausgestellt. Aus ungarischen vereinsrechtlichen Gründen konnte die ungarische Theosophische Gesellschaft nicht im  eigentlichen Sinne als Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar begründet werden. 377 und eine u)eiteTe Durchführung dieser Idee zeigt dieser unser Berliner Logenraum: Siehe hierzu Vortrag vom 5. Mai 1909, Berlin: ·Die Einweihung des neuen Zweigraumes·, in: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284. Das längst notwendig gewordene größere Zweiglokal befand sich in der Geisbergstraße 2. Die Raumgestaltung, die vor allem durch die Farbgebung ganz in Blau eine einheitliche Flächenwirkung anstrebte, war nach den Angaben Rudolf Steiners durchgeführt worden; sieheJahresbericht des Zweiges in: Mitteilungenfürdie Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Nr. 10/1910, S. 17-18. Alexander Nagy: Sändor (Alexander) Nagy (1868-1950), ungarischer Maler und Grafiker. 378 /BCla Takäcb/: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht ·Dokatsch Bela», (1874-1947), Kunstmaler u. Architekt. Frank Heyman: Änderung durch den Herausgeber im ganzen Text, in der Textgrundlage steht «Heymann»; (1880-1945), bereits mit 14 Jahren Studium an der Kunsthochschule Valand in Göteborg. Mit 19 Jahren ging Heyman nach München, um klassische Skulptur und Architektur zu studieren. Ab derJahrhundertwende Avantgardist und mit der Theosophie verbunden. Heyman blieb ein unerkannter und wenig rezipierter Künstler. Siehe auch: Rudolf Steiner: Das Malerische Werk, GA K 13-16, 52-56, Dornach 2007, S. 34. Aufeiner meiner Reisen, ... wurde uon ihm in sein in der Näbe uon GOteborg beßndlicbes Atelier geführt: Rudolf Steiner hatte vom 27. März bis 8. April 1908 eine Vortragsreise nach Schweden, Norwegen und Dänemark. Am 6. April 1908 besuchte Rudolf Steiner Frank Heyman in seinem Atelier. 379 Man würde nicht nur einen Eisenbahnwagen nötig gehabt haben ... mit kleineren Pbotograßen der Kunstwerke begnügen: Frank Heyman schrieb noch am 30. Januar 1909 an Rudolf Steiner, dass er nicht wisse, ob er in Budapest ausstellen solle oder nicht (Archiv-Standort: 087/11). 380 unserFreundSelander: Edvard Anders Sehnder (1853-1928), Mathematiker, Wegbereiter der Anthroposophie in Finnland. 381 Wie wir über diese Ideen zu denken haben, ... uor unserer Abreise zum Budapester Kongress: Siehe Vortrag vom 25. Mai, Berlin: ·Der Gott des Alpha und der Gott des Omega», in: Das Prinzip der spirituellen ökonomie im Zusammenhang mit Wiederuerkörperungsfragen, GA 109. Es u'irdvielleicbt nützlich sein: Ab hier ist die Textgrundlage die in: Was in derAntbroposophiscben Gesellschaft uorgeht Nr. 19-22/1944 wiedergegebene und von Marie Steiner redigierte Fassung (VortragsregisterNr. 2028b).  382 Secret Doctrine: In der deutschen Ausgabe Gebeimlehre. Siehe Hinweis zu Seite 67. Die Theosophie rührt uonjenen hoben Indiuidualitäten her: Siehe Hinweis zu S. 58. Dzyan-Stropben: Buch des Dzyan, geheimes Buch aus Tibet, wird der Weißen Loge zugeschrieben; enthalten in der Geheimlehre von H. P. Blavatsky. Siehe hierzu Zur Geschichte undaus den Inhalten deT ersten Abteilung der Esoteriscben Schule 1904-1914, GA 264, 2. Aufi., Dornach 1996, S. 249-250. Rudolf Steiner hat viel aus den Dzyan-Strophen der deutschen Ausgabe der Geheimlehre (engl. Originaltitel: Tbc Secret Doctrine; ins Deutsche übersetzt von Robert Froebe in Rudolf Steiners Bibliothek, Sign. O 496 und O 497) exzerpiert (Notizblätter 117 und 446); die Strophen eins bis neun hat er wohl im Zuge seiner intensiven Beschäftigung mit dem Text einmal selbst übersetzt (Notizbuch Nr. 427 und Notizblätter 580 und 581). Briefe der Meister: Briefe, die von den Meistern der Weisheit stammen und sich auf okkultem Wege in einem Schrein in Blavatskys Wohnung eingefunden haben sollen. Das British Museum in London bewah rt einen Großteil dieser 18 Aktenordner umfassenden Briefe auf. Siehe hierzu aber auch die Hinweise zu den Seiten 294 sowie Zu dieserAusgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. 384 Es wird meine Aufgabe sein in München, gelegentlich meines nächsten dortigen Vortragszyklus: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in: Der Orient im Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzifer und die Brüder Christi, GA 113. dass er an dem Genuss von Scbweine/7eiscb zugrunde gegangen sei: Im Band III, Esoterik, von H. P. Blavatskys Geheimlehre findet sich im Abschnitt 89, ·Die Schüler der Theosophie verwerfen die Bibel nicht» folgende Fußnote: «In der profanen Geschichte von Gautama Buddha stirbt dieser in dem schönen hohen Alter von achtzig und geht vom Leben zum Tode friedlich über mit all der Heiterkeit eines großen Heiligen, wie Barthelemy St. Hilaire es wiedergibt. Nicht so in der esoterischen und wahren Auslegung, die den wirklichen Sinn der profanen und allegorischen Erzählung enthüllt, die Gautama, den Buddha, sehr unpoetisch an den Nachwirkungen von allzu viel Schweinefleisch sterben lässt, das Tsonda ihm zubereitet hatte. Wieso jemand, der predigte, dass das Töten von Tieren die größte Sünde sei, und der ein vollkommener Vegetarier war, durch essen von Schweinefleisch sterben konnte, ist eine Frage, die von unsern Orientalisten niemals gestellt wird I...]. Die einfache Wahrheit ist die, dass dcr erwähnte Reis mit Schweinefleisch rein allegorisch ist. Der Reis steht für die verbotene Frucht, wie Evas Apfel, und bedeutet bei den Chinesen und Tibetanen theosophische Erkenntnis; und <Schweinef1cisch> für die brahmanischen Lehren - indem Vischnu in seinem ersten  Avatara die Gestalt eines Ebers annahm, um die Erde auf die Oberfläche der Wasser des Raumes emporzuheben. Buddha starb daher nicht an <Schweinefleisch>, sondern weil er einige der brahmantschen Mysterien veröffentlicht hatte, worauf er, da er die durch seine Enthüllung über einige unwürdige Menschen gebrachten schlechten Wirkungen sah, es vorzog, anstatt das Nirvana zu genießen, seine irdische Form zu verlassen, aber noch in der Sphäre der Lebendigen zu verbleiben, um der Menschheit zum Fortschritte zu verhelfen. Daher seine beständigen Wiederverkörperungen in der Hierarchie der Dalai und Teschu Lamas, unter anderen Wohltaten. So ist die esoterische Erklärung.» 385 ein Vortrag uon mir: «Von Buddha zu Christusm Der Vortrag ist im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in: Das Prinzip derspirituellen ökonomie im Zusammenhang mit Wiederuerkörperungsfragen, GA 109. Ichßucbe dem Skytbianos, icb ,fluche dem Zaratbas, icb /1ucbe dem Boddba: Es gibt zwei solcher Abschwörungsformeln in griechischer Sprache. Siehe Ferdinand Christian Baur: Das manicbäiscbe Religionssystem, Tübingen 1831, S. 458 f. Rudolf Steiner sprach über diese Formel noch einmal im August desselben Jahres in München in dem Vortragszyklus Der Orient im Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzifer und die Brüder Cbristi, GA 113, Vortrag vom 31. August 1909. - Skythianos: Gilt als einer der höchsten Eingeweihten und als der Bodhisattva des Westens; soll ein gebürtiger Skythe oder Sarazene im ersten Jahrhundert n. Chr. gewesen sein, nach Rudolf Steiner Bewahrer der uralten atlantischen Weisheit. Über Skytbianos werden wir noch sprechen: Vermutlich verweist Rudolf Steiner hier auf den im August 1909 in München gehaltenen Zyklus Der Orientim Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzifer und die Brüder Cbristi, GA 113. 387 Akasha-Cbronik: Der Sanskrit-Begriff Akasha steht für Himmel, Raum oder Äther. Die Akasha-Chronik gilt als eine übersinnliche Weltenchronik. Vgl. hierzu z.B. Rudolf Steiner: Aus derAkasba-Cbronik, GA 11. Große Loge der Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empßndungen: Siehe Hinweis zu Seite 58. Sbamballa: In buddhistschen Legenden beschriebenes mythisches KÖnigreich in den unzugänglichen Regionen des Himalaja; entsprechend theosophischerTradition Sitz der ·Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen». 388 in den mannigfaltigen Vorträgen, die icb diesen Winter hier gehalten babe: Siehe Geisteswissemcbaftliche Menschenkunde, GA 107. Sieben Heiligen Risbis: Gelten als die spirituellen Begründer der urindischen Kultur. in dem Jesus von Nazarethfür die letzten dreiJahre seines Lebens uerkörpert bat: Siehe hierzu insbesondere Aus der Akasba-Forscbung. Das Fünfte Euangelium, GA 148.  388 Man kann aucb sagen, dass das Wesen früher schon vorbanden war im Kosmos: Siehe hierzu insbesondere: Die Vorstufen zum Mysterium uon Golgatha, GA 152. 389 Abura Mazdao: Auch Ormuzd, Sonnengott der persischen Tradition, insbesondere in der Lehre des Zarathustra. Letzterer betrachtete Ahura Mazdao als den kommenden Christus. 390 Wir wollen daher einträcbtiglicb unter uns und eintniicbtiglicb mit der theosophischen Bewegung sein: Am 28. März 1916 schildert Rudolf Steiner rückblickend, dass es im Hintergrund des Budapester Kongresses keineswegs nur «einträchtiglich» zuging: ·d909 in Budapest hatte ich Misses Besant etwas ganz Bestim mtes zu sagen. Dazumal war es ja auch, dass man mit mir hat einen Kompromiss schließen wollen, denn es ging damals die Absicht, diesen Alcyone zum Träger des Christus zu ernennen. Man wollte mit mir einen Kompromiss schließen, man wollte mich zum wiederverkörperten Johannes ernennen, den Evangelisten, und man würde mich dann dort anerkannt haben. Das würde Dogma geworden sein dort, wenn ich auf alle diese verschiedenen Schwindeleien eingegangen wäre» (aus: Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste, GA 167, Dornach 1962, S. 79). 391 Subba-Row-Medaille: Tallapragada Subba Row, 1856-1890, indischer Theosoph, durch den 1882 Helena Petrovna Blavatsky und Henry Steel Olcott nach Madras (heute Chennai) eingeladen wurden und in der Folge davon Adyar (Stadtteil von Madras/Chennai) zum Hauptsitz der Theosophischen Gesellschaft wurde. - Rudolf Steiner erhielt die Medaille für sein Buch Wie erlangt man Erkenntnisse der böberen Welten ?, GA 10. ·Die Tragödie des Menscbem von Emericb Madäcb: Imre oder Emcrich Madäch (1823-1864), ungarischer Dichter. Die Tragödie des Menschen, Erstausgabe 1861, deutsch erstmals 1865. In Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek befinden sich drei deutschsprachige Exemplare des Buches (RSB B 1156, B 1157, B 1157a). 392 DCak: Ferenc DCak (1803-1876), ungarischer Politiker, u.a. Wegbereiter des Ausgleichs zwischen Ungarn und Österreich 1867. unter dem sogenannten Bach 'schen Regime: Bezieht sich auf die Phase der österreichischen Vorherrschaft gegenüber Ungarn nach der Revolution 1848. Alexander Freiherr von Bach (1813-1893) war zu dieser Zeit als Minister des Innern und alsJustizminister einflussreichstes Regierungsmitglied, der ein absolutistisch-zentralistisches Regierungssystem vertrat. 393 Puszten: Ungarisch, so viel wie Einöden, Wüsten; weite, baumlose Heidestrecken im ungarischen Tiefland. 394 die die Sacbe blitzartig beleuchten: Dieses und das folgende Zitat nach der Reclam-Ausgabe von Imre Madächs Tragödie des Menschen, Leipzig 1888,in der Übersetzung von Julius Lechner von der Lech (RSB B 1157).  394 Danton: Georges Danton, 1759-1794, tragende Figur der Französischen Revolution. da sind die übrig bleibenden Menschen wie Eskimos halb vertiert: Rudolf Steiner referiert hier aus Imre Madächs Tragödie des Menschen. Siehe Sonderhinweis auf S. 869. dass sie sieb [als] Mutterfühle: Einfügung durch den Herausgeber. was dir gegeben ist ... es ist entbalten: Die drei Punkte wie in der Textgrundlage. die hinuntergehen bis zu den Eskimos: Rudolf Steiner nimmt hier Bezug zu Imre Madächs Tragödie des Menschen. - Siehe Sonderhinweis auf S. 869. 398 zwischen Theosophie und Wissenschaft beigetragen haben: Ab hier nur noch in: Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft Nr. 10/1910, S. 17 abgedruckt. 399 «Die westlichen Wege der Einweihung»: Vorgesehen für GA 68 b. Zum persönlichen Berkbt uon Alice Kinkel zum theosophischen Kongress in Budapest vom 30. Mai bis 2. Juni 1909 Textgrundlage: Typoskript eines persönlichen Berichtes von Alice Kinkel an den Stuttgarter Zweig. Einfügungen in runden Klammern sind offenbar Kommentare der Autorin für die Adressaten im Stuttgarter Zweig. zu Seite 400 Budapest: Budapest entstand 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbstständigen Städte Buda (dt. Ofen), Öbuda (Alt-Ofen), beide westlich der Donau, und Pest östlich der Donau. Pester-Lloyd-Gesellscbaft: 1852 vom Kaufmann Jakob Kern gegründet; gab ab 1854 die Pester Lloyd-Tageszcitung heraus, die damals größte deutschsprachige Tageszeitung in Ungarn. 400 f. Vizepräsidenten der ungarischen Sektion, Herr Stark: Keine näheren Angaben bekannt. 401 Miss Shaft: Keine näheren Angaben. Vertreter Herr /Blech]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Black». Herr /Cnoop Koopmans]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Knopkoffmann». Der Vortrag von Frau Besam uiird u'oblgedruckt werden: Keine näheren Angaben vorhanden. 402 Prof/essors/ Zippernowsky: Keine näheren Angaben bekannt.  402 Festuortrag uon Herrn Dr. Steiner Non Buddha zu Christus»: Siehe Hinweis zu S. 385. Meine Nachschrift dieses Vortrages stehtfür einen der nächsten Zweigabende zum Vorlesen zur Verfügung: Alice Kinkel war Mitglied der Theosophischen Gesellschaft in Stuttgart. Ihre Mitschrift des Vortrages ist im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe in Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederuerkörperungsfragen (GA 109) publiziert. Frau Windust: Keine näheren Angaben vorhanden. 403 Madame Vunkowsky: Keine näheren Angaben vorhanden. Joseph Migray: Keine näheren Angaben bekannt. eine Zusammenfassung der uon ihr in ihrer «Studie des Beu?usstseins»: Siehe Hinweis zu Seite 84. fand die fotograßscbe Aufnahme der sämtl/ichen] Teilnehmer des Kongmses statt: Siehe Wiedergabe der Fotografie im Anhang auf S. 691. Frau /Sbeilds/aus Berlin: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Shields». Siehe Hinweis zu S. 315. Herrn [Heyman]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Haimann». Siehe Hinweis zu S. 378. Der nächste Kongress ßndet Ostern 1911 in Turin statt: Der Kongress hätte in Genua stattfinden sollen. Siehe im vorliegenden Band S. 452. 404 Der öffentliche Vortrag von Herrn Doktor Steiner: Es handelt sich um den Vortrag vom 2. Juni 1909 mit dem Titel «Die westlichen Wege der Einweihung», vorgesehen für GA 68 b. Mondschein zu Fuß oder zu Wagen nach dem Blocksberg, GellCrt-begy: Goethes Blocksberg im Faust lehnt an diesen Budapester Blocksberg an. [der durch die Fahrt über die Donau, durcb die weltberühmte Kettenbrücke]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·der uns durch die Fahrt über die Donau die weltberühmte Kettenbrückem 405 Der Zyklus uon Herrn Dr. Steiner: Ab hier handschriftliche Ergänzung durch Alice Kinkel. über «Theosophie und Okkultismus des Rosenkreuzem: Die Vorträge sind abgedruckt in: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiedewerkörperungsfragen, GA 109. Den öffentlichen Vortrag vom 2. Juni 1909 habe ich leider nicht mitgeschrieben: Siehe Hinweis zu Seite 404.  Zum Benicht zur achten Generaluersammlung der Deutschen Sektion in den ·Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbischen Gesellscbaf> Textgrundlage: Bericht in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 10/1910, S. 1-7. Vortragsregister-Nr. 2075. - Die Generalversammlung dauerte vom 23. bis 25. Oktober 1909 (siehe Schriften zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1905, GA 37). zu Seite 406 Frau von Reden: Thekla Helene Elisabeth von Reden (geb. Schack) (1857-1944), Schriftstellerin, Philosophin (Pseudonym Th. von Walter), Vortragsrednerin, seit 1908 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (Berlin). Herr Walther: Kurt Walther (1874-1940), Postinspektor, heiratete Clara Selling, die Hauswirtschafterin von Rudolf Steiner. Von 1916 bis 1921 in Vertretung von Marie Steiner im Zentralvorstand der Anthroposophischen Gesellschaft. /Oscar/ Grosbeintz: 1878-1944, Bruder von Dr. Emil Grosheintz. Im Jahr 1907 zusammen mit Anna Häfliger Mitbegründer des Berner Johannes-Zweiges. - Vorname durch den Herausgeber eingefügt. Dr. Hermann: Max Hermann (?-1935), Vorsitzender bei der Begründung des Zweiges Breslau 1909. 407 Baronin Locella: Freifrau Marie von Locella (1855-1935), geb. Tiedemann, Vorsitzende bei der Gründung des Dante-Zweiges in Dresden 1909. Zimmermann: Georg Zimmermann, keine näheren Angaben bekannt. Frl. Stenzel: Maria Stenzd (?-1954), keine näheren Angaben bekannt. Dibbern: In Hamburg waren zur Zeit der Generalversammlung 1909 Juanita und Albert Dibbern Mitglied; keine näheren Angaben bekannt. Dannenberg: Zum Zeitpunkt der Generalversammlung waren in Leipzig Mitglied Else und Max Dannenberg (1873-1927); keine weiteren Angaben bekannt. Frau Hofrat Walther: Terese Walther, keine näheren Angaben bekannt. 408 Elkan: Wahrscheinlich Josef Elkan (1866-1925), Vorsitzender bei der Begründung der Zweige München II (1906) und IV (1909). Gödecke: Keine näheren Angaben bekannt. Van Leer: Jan van Leer (1880-1934), niederländischer Kaufmann, setzte sich für den Aufbau der Wekda sowie für die Finanzierung der beiden Goetheanum-Bauten ein. in der uorjährigen Generaluersammlung: Siehe im vorliegenden Band S. 345.  409 üjic sie uor einigen Monaten in München oderin Basel: Sehr wahrscheinlich bezieht sich Rudolf Steiner auf die Vorträge, die im Rahmen der Gesamtausgabe in den Bänden Der Orient im Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzifer und die Brüder Christi, GA 113 (München) sowie Das Lukas-Euangelium, GA 114 (Basel) erschienen sind. 410 Kunstsäle: Oder Kunstzimmer, siehe hierzu u.a. die ausführliche Darstellung von Marie Steiner in: Briefwechsel und Dokumente 1901-1925, GA 262, Dornach 2002, S. 282 f. 410f. Vor sieben Jahren uwrde nämlich einmal in Berlin uon mir ein Vortrag gehalten über ScburCs Drama «Die Kinder des Luzifer»: Der Vortrag konnte nicht identifiziert werden. 411 So erschien zum Beispiel neulich in einer Berliner Morgenzeitung ein Artikel: Zu dem Artikel liegen keine näheren Angaben vor. 412 Klopstock:Friedrich Gottlieb Klopstock(1724-1803),deutscherDichter. Wir wollen wenigergelobt, dafüraber/1eißigeruerstanden werden: dWer wird nicht einen Klopstock loben? / Doch wird ihn jeder lesen? - Nein! / Wir wollen weniger erhoben / und fleißiger gelesen sein.» Aus: Gotthold Ephraim Lessings «Sinngedichte an den Leser», Werke, Bd. 1, München 1970,S.9. eine wirklich schätzenswerte Lehrerin auftbeosopbiscbem Gebiet: Hier ist wohl Annie Besant gemeint. 413 Allerdings machen gewisse Dinge eine solche Prüfung oft schwierig ... was sich auch aus der unmittelbaren Forschung ergibt: Siehe hierzu Rudolf Steiner: Das Lukas-Eoangelium, GA 114. 414 was gestern als kurze Skizze überAntbroposopbie gesagt 'worden ist: Vortrag ·Anthroposophie» vom 23. Oktober 1909, Berlin, in: Anthroposophie, Psycbosopbie, Pneumatosopbie, GA 115. in meiner demnächst erscheinenden «Geheimwissenschaft»: Rudolf Stciners Die Geheimwissenschaft im Umriss, GA 13, erschien erstmals im Jahr 1910 im Verlag Max Altmann, Leipzig. 416 besonders auch die nach Österreich ... des öffentlichen Vortrages in Prag: Rudolf Steiner bezieht sich hier auf seine Reise nach Prag, Wien und Klagenfurt vom 18. bis 28. November 1908. Am 18. November 1908 hielt er in Prag einen öffentlichen Vortrag über «Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft», von dem allerdings keine Mitschriften erhalten sind. Ebenso ist von den Vorträgen in Klagenfurt (26.-28.11.1908) kein Material vorhanden. In Bezug auf die Vorträge vom 21. und 23.11.1908 in Wien siehe: Die Beantwortung uon Welt- und Lebensfragen durch Antbroposopbie, GA 108. zwischen den italienischen und deutschen Studenten ... die heftigen Streitigkeiten zwischen Deutschen und Tschechen abspielten: Die Vorkriegsgcschehnisse ergriffen europaweit auch die Studentenschaften. Zwischen  1904 und 1908 fanden in Wien zwischen deutschsprachigen und italienischen Studenten blutige Auseinandersetzungen statt, gleiches in Prag zwischen tschechischen und deutschsprechenden Studenten. 416 ln Rom, Düsseldovf Kristiania, Budapest, Kassel, München und Basel: Rom: 25.-31. März 1909, Einführung in die Tbeosopbie, GA 111; Düsseldorf: 12.-22. April 1909: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in derpbysiscben Welt. Tierkreis, Planeten und Kosmos, GA 110; Kristiania: 9.-21. Mai 1909, Aus der Bilderschrift derApokalypse desJohannes, GA 104a; Budapest: 30. Mai bis 12. Juni 1909: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederuerkörperungsfragen, GA 109; Kassel: 24. Juni bis 7. Juli 1909: DasJobannes-Euangelium im Verhältnis zu den dreianderen Euangelien, besonders zum Lukas-Euangelium, GA 112; München: 23.-31. August 1909: Der Orient im Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzijer und die Brüder Christi, GA 113; Basel: 15.-26. September 1909: Das Lukas-Euangelium, GA 114. 417 Philosopbiscb-Tbeosopbischen-Verlages: Am 1. August 1908 wurde der ·Philosophisch-Theosophische Verlag» durch Marie von Sivers und Johanna Mücke in Berlin gegründet. Anlässlich der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft wurde der Verlag 1913 in ·Philosophisch-Anthroposophischer Verlag» umbenannt. Seit 1995 firmiert er als ·Verlag am Goetheanum». und in dem gelegentlicb auch ein Abriss über Anthroposophie: Wahrscheinlich ist der Text im heutigen GA-Band 45 gemeint: Antbroposophie. Ein Fragment aus demJahr 1910. Frau Lina Scbwarz, Frau Coben und Frau Aldingen Lina Schwarz (?-1909), Maria Aldinger (?-1909), Frau Cohen (?-1909); keine näheren Angaben bekannt. Zum Vortrag von RudolfSteiner am 2. Nouember 1909: ·Über den siebenjährigen Bestand der Deutschen Sektion der TheosophiSchen Gesellschaft» Textgrundlage: Was in der Anthroposophischen Gesellschaft uorgebt, Nr. 44/1934, S. 175-178, Vortragsregister-Nr. 2086. Hier ist der Vortrag irrtümlicherweise auf den 1. November 1911 datiert. Dieser Veröffentlichung lag eine Mitschrift von Bertha Reebstein zugrunde, die von Marie Steiner redigiert wurde. Es handelt sich hierbei um den ersten Teil des Vortrages vom 2. November 1909. Der zweite Teil hat die vier verschiedenen Aspekte in der Christus-Darstellung der vier Evangelien zum Thema und ist im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in: Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Liebte der Evangelien, GA 117. - Marie Steiner setzte der Publikation im ·Nachrichtenblatt· die folgenden Worte voran: «ü/orte Rudolf Steiners charakterisierend die von ihm gewünschte Methode der  geisteswissenschaftlichen Arbeit und des Herantretens an das Verständnis der Christus-Wesenhei>. zu Seite 422 diejenigen Betrachtungen, welche für unsern Berliner-Zweig mit dem heutigen Abend beginnen sollen: Siehe Die tieferen Geheimnisse des Menscbbeitswerdens im Lichte der Euangelien, GA 117. in den Tagen unserer Generalversammlung: Die Generalversammlung fand am 24. Oktober 1909 in Berlin statt. Siehe im vorliegenden Band S.406f. Es ist wiederholt betont worden: Siehe Hinweis zu Seite 300. 424 in meiner ·Tbeosopbie»: Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menscbenbestimmung, GA 9. 425 Vier Vorträge sind in den letzten Wochen im Arcbitektenbaus gehalten worden: Siehe hierzu Metamorphosen des Seelenlebens - Pfade der Seelenerlebnisse, GA 58. 426 Glauben Sie /es mir/: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. dass von mir hier das System der Künste vor ein paar Tagen entwickelt worden ist in einem ganz besonderen Stil: ·Das Wesen der Kijnste», Vortrag vom 28. Oktober 1909; im Rahmen der Gesamtausgabe abgedruckt in: Kunst und Kunsterkenntnis, GA 271. Der Vortrag fand im unmittelbaren Anschluss an die Vorträge vom 23. bis 27. Oktober 1909 zum Thema ·Anthroposophie» (Antbroposopbie - Psycbosopbie - Pneumatosopbie, GA 115) statt. 428 sondern /Ausbau/nacb der Lebenspraxis hin: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Aufbau». nach weiteren dreiJahren ... beute also: Die drei Punkte so wie in der Textgrundlage. derja als einer der ältesten Zweige: Siehe Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701f. 429 aus den Betrachtungen, die in Anlehnung an dasJobannes-Euangelium gesprocben worden sind: Siehe DasJobannes-Euangelium im Verbältnis zu den drei anderen Evangelien, besonders zu dem Lukas-Euangelium, GA 112. an dasJohannes- und Lukas-Euangelium gesagt: Siehe vorhergehenden Hinweis. auf das Markus-Euangelium ... Mattbäus-Euangeliums: Die entsprechenden Vorträge folgten dann teils im November 1909 (Die tieferen Geheimnisse des Menscbbeitswerdens im Lichte der Euangelien, GA 117) sowie in den Jahren 1910 und 1911 (Das Mattbäus-Euangelium, GA 123, sowie Exkurse in das Gebiet des Markus-Euangeliums, GA 124). 430 aufder Erde ...»; Die drei Punkte so wie in der Textgrundlage.  Zum Bericht über die neunte Generalversammlung der Deutschen Sektion am 30. Oktober 1910 in den mMitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellscbaf> Textgrundlage: Bericht in den «Mitteilungenfür die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellscbaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 11/1910, S. 1-10, Vortragsregister-Nr. 2292. zu Seite 431 Frl. uon Eckardtstein: Freiin (Baronesse) Imme von Eckardtstein (18711930), Malerin, schloss sich der Künstlerkolonie Worpswede an. Zentrales Motiv ihres Schaffens im theosophisch-anthroposophischen Kontext war der sog. Kaknderimpuls, aus dem einmalig der Kalender 1912/13» und dauerhaft der Anthroposophische Seelenkalender hervorgegangen ist. Waller: Marie Mieta Waller (1883-1954), Künstlerin, esoterische Schülerin und vertraute Mitarbeiterin von Rudolf Steiner. Frl. Knispel: Anna Knispel (Lebensdaten unbekannt), Gründungsmitglied des Besant-Zweiges 1905, später Mitarbeiterin im PhilosophischAnthroposophischen Verlag. Weiler: Vermutlich Otto Weiler (Lebensdaten unbekannt), Magnetiseur. Rüppel: Katharina Rüppel (Lebensdaten unbekannt). 432 Dr. Oberdörffer: Vermutlich H. I. Oberdörffer; völkisch-rassistischer Interpret der Theosophie Blavatskys, bekämpfte später die Anthroposophie als unarisch und Steiner als angeblichen Juden. Frl. Arnold: Wahrscheinlich Johanna Arnold (1870-1917), Vorsitzende bei der Gründung des Zweiges Bochum 1911. Leinhas: Wahrscheinlich Emil Leinhas (1878-1967), Kaufmann, Betriebswirt, Autor. Frl. Müller: Martha Müller, keine näheren Angaben bekannt. Frl. Heims: Dora Heims (?-1957), keine näheren Angaben bekannt. Hering: Konnte nicht eindeutig zugeordnet werden. 433 Graf Lerchenfeld: Otto von Lerchenfeld (1868/9-1938), Bayerischer Reichsrat, Landwirt; setzte sich für den Johannesbau, die soziale Dreigliederung und die biologisch-dynamische Landwirtschaft ein. Lenzingen Mathilde Lenzinger, keine näheren Angaben bekannt. Wegfraß: August Wegfraß (1884-1974), keine näheren Angaben bekannt. Frl. ü. Scbmeling: Dorothea Blecken von Schmeling (1860-1937), keine näheren Angaben bekannt. Herr undFrau Zeissig: Alfred Zeissig (1881-1957), Zahnarzt, Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Wien 1910; Erna Zeissig-Heilmann,  Gesangspädagogin (Lebensdaten unbekannt); beide gehörten zu den esoterischen Schülern Rudolf Steiners. 433 Frau Hofrat Bittner: Franziska Xaverine Bittner, geb. Heinzel (18551928), Wittwe des Hofrats Julius Bittner, Schriftführerin bei der Gründung des Zweiges Wien 1910. da das Protokoll in den dWitteilungen» ausführlich enthalten sei: Siehe im vorliegenden Band S. 406f. 434 Bericht des Generalsekretärs [Rudolf Steiner/: Einfügung durch den Herausgeber. - Es ist bemerkenswert, dass Rudolf Steiner nicht auf die von A. Besant und C. W. Leadbeater betriebenen Vorgänge in Adyar um Krishnamurti eingeht. uns im Laufe dieser Generaluersammhcng mit Vorträgen zu erfreuen: Siehe hierzu die in Schriften zur Gescbicbte derantbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, abgedruckte Einladung zur Generalversammlung. Siehe auch die im vorliegenden Band folgenden Anmerkungen Rudolf Steiners zu einem Vortrag von Franz Seiler. 436 sogenannten Kunst- und Musikzimmern: Siehe Hinweis zu S. 410. den Kursus in Stockholm: Im Rahmen der Gesamtausgabe erschienen als DasJobannes-Euangelium und die dreianderen Euangelien, GA 117a. 438 in dem Kursus in Wien: Im Rahmen der Gesamtausgabe erschienen als Makrokosmos und Mikrokosmos. Die große und die kleine Welt. Seelenfragen, Lebensfragen, Geistesfragen, GA 119. Das bat sieb auch äußerlich durch die Begründung des Wiener Zweiges gezeigt: Wann genau die Gründung des Wiener Zweiges stattgefunden hat, konnte nicht herausgefunden werden. auch in Klagenfurt ein solcher theosophischer Zweig begründet worden: Die Einweihung des Zweiges Klagenfurt fand am 5. April 1910 statt. Die in diesem Rahmen vom 4. bis 6. April 1910 gehaltenen Vorträge sind nicht überliefert. dass aufunsere Anregung auch die Tschechische Sektion entstanden ist: Genaueres ist nicht bekannt. Besonders cbarakteristiscb: Vermutlich handelt es sich um den Vortrag vom 17. September 1910 in Basel; im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert in: Wege und Ziele des geistigen Menschen. Lebensfragen im Lichte der Geistesruissenscbaft, GA 125. Zu dem von Rudolf Steiner erwähnten Zeitungsartikel liegen keine näheren Angaben vor. 439 bei dem Hamburger Kursus: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert als Die Offenbarungen des Karma, GA 120. 440 Dasführt uns nach Kristiania ... Volksseelen genannt werden: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert als Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhänge mit dergermmaniscb-nordiscben Mythologie, GA 121.  es konnte gesprochen werden über Rassenentwicklung: Siehe Sonderhinweis auf S. 869. Das ist auch in München geschehen: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert als Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte, GA 122. und in Bern: Im Rahmen der Gesamtausgabe publiziert als Das MatthäusEuangelium, GA 123. 442 Bruder dieses Mitgliedes: Über den Bruder von Günther Wagner liegen keine näheren Angaben vor. Fräulein Amalie Wagner in Hamburg: Siehe Hinweis zu Seite 271. Zu der Schwester, die ihr voranging, liegen keine näheren Angaben vor. als ihr die Scbwester/.../im Tode uoranging: Ida Wagner (?-1904), keine näheren Angaben bekannt. 443 Jacques Tscbudy in Glarus: Keine näheren Angaben bekannt. Minutb aus Riga: Georg Wilhelm Minuth, keine näheren Angaben bekannt. die Gattin unseres lieben Freundes Sellin: Albrecht Wilhelm Sellin (1841-1933), Kolonial-Direktor, Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Zürich 1908; Caroline Sellin, geb. Marezoll (?-1910). 444 unser lieber Freund /Frentzel/ bat seine Gattin: In der Textgrundlage steht ·Frenzel·; vom Herausgeber durchgehend geändert. - Hinri (Lebensdaten unbekannt) und Paul Frentzel (1875-1949). Frau Hedwig uon Knebel: Lebensdaten unbekannt, geborene Freiin von Seckendorff-Gutend. 447 welche ibrAmt lebenslänglich innehaben: Siehe hierzu das Protokoll zur achten Generalversammlung im vorliegenden Band S. 406. 451 Dieser Antrag wird angenommen: Die Generalversammlung fand 1911 am 10. Dezember statt. nächsten Jahre, also 1911, uom 18. September ab in Genua stattßnden wird: Der Kongress in Genua fand aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen Annie Besam und Rudolf Steiner in der Alcyone-Affäre durch eine Absage von Annie Besam nicht statt. Siehe hierzu auch die folgenden Seiten im vorliegenden Band. die Berichte in den nächsten Mitteilungen zu ueröffentlicben:ln den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Nr. 11/1910 sind Berichte von insgesamt 26 Zweigen abgedruckt. dass um 5Vt Uhr dersacblicb theosophische Teilder Generaluersammlung beginnt: Siehe hierzu die in Schriften zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, abgedruckte Einladung zur Generalversammlung.  Zum Bericht zur zehnten Generaluersammlung der Deutschen Sektion am 10. Dezember 1911 in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaf> Textgrundlage: Bericht in den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar), Nr. 13/1912, S. 1-35; Vortragsregister-Nr. 2492. Die Auflösung der Abkürzungen durch den Herausgeber (in eckigen Klammern). zk Seite 455 Wir konnten ja 1909 eine, 1910 zwei und 1911 sogar dreiAufführungen: 1909 wurde aufgeführt: Die Kinder des Luzifer von Edouard SchurC; 1910 wurden aufgeführt: Die Kinder des Luzifer von Edouard SchurC sowie von Rudolf Steiner: Die Pforte der Einweihung (GA 14); 1911 wurden aufgeführt: Das heilige Drama uon Eleusis von Edouard SchurC, sowie von Rudolf Steiner: Die Pforte der Einweihung und Die Prüfung der Seele (beides GA 14). in Stuttgart ein eigenes Heim: Die Grundsteinlegung für das Stuttgarter Zweighaus an der Landhausstr. 70 erfolgte am 3.Januar 1911, die Einweihung am 15. Oktober desselben Jahres. Siehe auch: Bilder okkulterSiegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 und seine Auswirkungen, GA 284; sowie: Zur Geschichte des Johannesbau-Vereins und des Goetbeanum-Vereins, GA 252 sowie GA K 1-10; 57, in Vorbereitung. 456 Erster/Tagesordnungspunkt/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht nur Punkt. Entsprechend für alle weitere Tagesordnungspunkte geändert. Es ist eine Scbweizeriscbe Sektion gegründet worden: Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 9. Dezember 1911 (Vortragsregister-Nr. 2491a II) lautet die betreffende Passage: «Logen in der Schweiz betreffend: Herr Dr. Steiner teilt mit, dass bis jetzt die Schweizer Logen Zürich, Bern, St. Gallen, Basel, Neuchätel, Lugano zu uns gehörten; das sei aber infolge eines Dekrets von Adyar nicht mehr möglich, da durch die Bestrebungen einer Genfer Loge eine Schweizerische Sektion gegründet worden sei, allerdings so, dass die deutschsprechenden Logen einfach von dem Faktum in Kenntnis gesetzt worden seien, mit der Aufforderung, sich zum Beitritt zu erklären. Ferner sei Herrn Dr. Steiner vom Präsidenten Mrs Besant geschrieben worden, dass er keine Schweizer Mitglieder mehr aufnehmen möchte. Da unsere Schweizer Logen sich in dieser Weise nicht aufsaugen lassen wollten, konnte Mrs Besant berichtet werden, dass dieselben verlangen, bei der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft zu bleiben, widrigenfalls sie eine neue Gesellschaft oder Sektion gründen und die Anerkennung von Adyar nachsuchen würden. Darin liegt ein Präjudiz, insofern als die Gesellschaften oder Sektionen  nicht mehr von Adyar aus dekretiert, sondern lediglich anerkannt oder nicht anerkannt werden. Und das ist bedeutsam. Auf eine schriftliche Darlegung der Sache, da der Genueser Kongress, wo die Besprechung stattfinden sollte, abgesagt wurde - erhielt Dr. Steiner heute Morgen einen Brief, in welchem Mrs Besant sagt, es wäre ihr begreiflich, dass die früher zur Deutschen Sektion gehörigen Schweizer Logen nicht sehr geneigt sind, sich den französischen anzuschließen. Sie sei daher damit einverstanden, dass sie eine besondere Sektion für die deutschsprechenden Logen in der Schweiz gründen. Der Name der anderen Schweizerischen Sektion würde dann umgeändert werden. Herr Dr. Steiner bemerkt dazu, dass nach diesem Prinzip fast für jeden Kanton in der Schweiz eine besondere Sektion gegründet werden müsste, während die naturgemäße Zuteilung der Deutschsprechenden zur Deutschen, der Französischsprechenden zur Französischen, der Italienischsprechenden zur Italienischen Sektion die einfachste Lösung wäre. Zu diesem Punkte ergreifen verschiedene Herren das Wort. Herr Grosheintz fragt, ob die Schweizer nicht den deutschen Generalsekretär zu ihrem Generalsekretär wählen kÖnnen. Dr. Steiner bemerkt darauf, dass diese Frage vertagt werden muss, indem er erwähnt, dass die Österreicher in ähnlichem Falle ein Mittel darin gefunden haben, dass sie Dr. Steiner das Ehrenpräsidium übertragen haben. Herr Hubo gibt zu erwägen, ob ein Mitglied der Deutschen Sektion, das nicht Mitglied der Schweizerischen Sektion ist, zum Ehren-Generalsekretär gewählt werden darf. Dr. Steiner bemerkt noch, dass diese fast unmöglichen Konstellationen nur dadurch hervorgerufen worden sind, dass man in Adyar die Verhältnisse in der Schweiz nicht kennt und nicht zu übersehen vermag> - Siehe auch: General Report oftbe thirty-sixth Anniuersary and Conuention oftbe Tbeosopbical Society, held at Benares, December 26th to 31st, 1911, Adyar 1912, S. 7-9. 456 Esgelangte gestem ein Briefvon derPräsidentin: Brief von Annie Besant an Rudolf Steiner vom 22. November 1911 (RSA 086/1). 457 Dr. /Grosbeintz/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Grossheinz». Entsprechend im ganzen Protokoll geändert. Herr/Waltber/: In der Textgrundlage steht «YVdter». Oda Waller: ?-1913, Schwester von Mieta Waller; spielte in «Die Kinder des Lucifer» 1909 den Hermes und 1911 die Luna. Siehe auch Rudolf Steiner: Unsere Toten, GA 261, Dornach 1984, S. 71 f. 458 Herr Oskar [Grosbeintz]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Grossheinz». Entsprechend im ganzen Protokoll geändert. HerrScbwinke: Hermann Schwinke, keine näheren Angaben bekannt.  458 Frl. Jacob: Sophie Jacob, 1868-1935, von 1910 bis 1915 Leiterin der Loge Dresden. Frau Stein: Gertrud Stein, 1875-1958. Frau Benirscbke: Louise Benirschke, geb. Wagner (1881-1940), evtl. Ehefrau von Max Benirschke (1880-1961). Herr Höfemann: Keine näheren Angaben bekannt. Herr/Trommsdorff/' In der Textgrundlage steht «Tromsdorff». - Wilhelm Trommsdorff (1881-1961). 459 Frl. /Noack/: In der Textgrundlage steht ·Noak». - Anna Noack, keine näheren Angaben bekannt. [Frau ü. Prittu'itz/: In der Textgrundlage steht ·Fr1. v. Prillwitz». - Ella von Prittwitz und Gaffron (1862-1943). Herr Rosenthal: Ludwig Rosenthal, Städtischer Feldmesser, nähere Angaben nicht bekannt. Herr cl Rainer: Baron Julius Ritter von Rainer-Harbach, 1874-1941, Österreichischer Theosoph. 1911 im Vorstand der Deutschen Sektion. Bekannt durch das von Rudolf Steiner als ·vorziiglich» bezeichnete Brot aus dem eigenen Backbetrieb. Begründer der Ceres-Handelsgesellschaft. HerrFriedricb: Wilhelm Friedrich, keine näheren Angaben bekannt. Frau Reif: Martha Reif-Busse, keine näheren Angaben bekannt. Frau Röcbling: Frau Geheimrat Helene Röchling, geb. Lanz (1866-1945), Stifterin, Mäzenin. Herr Pfarrer Klein: Paul Klein (1871-1957), evangelischer Pfarrer an der Christuskirche in Mann, bekannt als einflussreicher Prediger mit eigenen tief gehenden spirituellen Erfahrungen; esoterischer Schüler Rudolf Steiners. 460 Herr del Monte:JosC del Monte (1875-1950), Unternehmer, Besitzer der gleichnamigen Karton-Fabrik, Förderer und Stütze der anthroposophischen Arbeit. Herr Molt: Siehe Hinweis zu Seite 495. Frl. /Völker/: In der Textgrundlage steht ·Völcker». - Marie Antonie Völker; siehe Hinweis zu Seite 311. Herr Schüler: Christian Schuler, Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Tübingen 1911, keine näheren Angaben bekannt. Frl. Milek: Paula Milek, später Paula Hermann (1880-1956), keine näheren Angaben bekannt.. Herr Lissau: Vermutlich entweder Robert (1876-1966) oder Richard Lissau (?-1963). 461 Herr Riehl: Alois Riehl, keine näheren Angaben bekannt.  462 Fräulein Hippenmeyer: Jenny Hippenmeycr (1851-1911), Malerin, Gründerin einer Kunstschule für Damen in Köln mit Emma Bindschedler; ebenda tätig als Porträtistin und Blumenmalerin. Ludwig Lindemann: Siehe Hinweis zu Seite 96. 463 Doktor Max Asch: 1856-1911, Arzt, Asch war u.a. mit Carl Ludwig Schleich befreundet, siehe hierzu Rudolf Steiners Vortrag Dornach, 7. September 1924 in: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge, Band IV, GA 238; Max Asch war einer der Ersten, der in Berlin zum Kreis August Strindbergs ·Zum schwarzen Ferkel» gehörte. Er unterstützte den Künstler Edvard Munch in den Anfängen seiner Berliner Zeit. Edvard Munch malte 1895 ein Porträt von Max Asch. mein Vortragszyklus in Prag: Siehe hierzu: Eine Okkulte Physiologie, GA 128. 464 Ernst Pitscbner: ?-1911, wahrscheinlich Pietschner, keine näheren Angaben bekannt. Christian Dieterle: Keine näheren Angaben bekannt. JosefKeller: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Karl Gesterding: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Edmund [Reebstein]: ?-1911, in der Textgrundlage steht ·Rebstein»; Notar. Frau Major Göring: Keine näheren Angaben bekannt. Erwin Baumberger: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Georg Stephan: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Fanny Russenberger: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Johannes /Radmann/: ?-1911, in der Textgrundlage steht ·Rademann». Keine näheren Angaben bekannt. Karl Schwarze: Gerichtssekretär, (?-1910), keine näheren Angaben bekannt. Wilhelm Eckle: ?-1911, keine näheren Angaben bekannt. Georg Hamann: Keine näheren Angaben bekannt. 464f. Wilhelmine Mössner: Wahrscheinlich Lina MÖssner, keine näheren Angaben bekannt. 465 Walter Krug: Keine näheren Angaben bekannt. Frau Silbermann: Marie Silbermann (?-1911), keine näheren Angaben bekannt. Frau /Liendl/: In der Textgrundlage steht «Lindl». - Natalie Liendl, keine näheren Angaben bekannt. Helene uon Scbewitscb: Geb. Dönniges (1845-1911), Schauspielerin und Schriftstellerin. - Im Duell ihrer beiden vormaligen Verlobten Ferdi nand Lassalle (1825-1864) und Janco Gregor von Racowitza verstarb der Erstere, der Zweite wurde ihr erster Ehemann, der allerdings schon 1865 verstarb (Geburtsjahr unbekannt). Ihr zweiter Ehemann wurde Sergej von Schewitsch (1848-1911). Größere finanzielle Schwierigkeiten führten zu Betrügereien und Straftaten. Vier Tage nach dem Tod ihres zweiten Mannes nahm sie sich mit einer Überdosis Morphium das Leben. (Siehe auch: Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 462 f.) 468 Dr. M. Haedicke: Karl Max Haedicke (1860-1923), Arzt, HomÖopath. 1912 im Vorstand der Hartmann'schen Gesellschaft. Leipzig, den 8. Dezember 191/1]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·1912». 469 Gleichzeitig möchte ich Sie daran erinnern, dass ich hier in der Versammlung für die Toleranz sprach und unter anderem auch sagte, ... Sie bestritten das: Bislang ungeklärt, auf welche Begebenheit sich diese Aussage bezieht. t t f: So in der Textgrundlage. contradictio in adjecto: So viel wie «Widerspruch in sich». 470 interpelliert bin: So viel wie ·zu einer Erklärung aufgefordert seim. Im Jahre 1904 ist der Beschluss gefasst worden: Dieser Beschluss wurde bereits 1902 gefasst. Siehe im vorliegenden Band S. 45 f. 471 nach dem Münchener Zyklus: Siehe hierzu ·Weltenwunder, Seelenpriifungen und Geistesoffenbarungen», GA 129. - Noch am 28. August hielt Rudolf Steiner in München zwei Vorträge. Vom 7. bis 10. September 1911 war er in Berlin. Am 10. September reiste er wieder nach München. [benachrichtigen]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «benachrichten». 472 M. d. D. S.: Abkürzung für «Mitglied der Deutschen Sektion». 473 Curt Richard Müller: Keine näheren Angaben bekannt. /RudolfSteiner:/: Einfügung durch den Herausgeber. eine Druckschrift, 'welche in der gleichen Angelegenheit Herr Doktor Hugo Vollruh uerfasst bat: Eine als Broschüre gedruckte ·Eingabe» an die Deutsche Sektion, die Hugo Vollrath am 17.10.1911 auch Wilhelm Hiibbe-Schleiden zusandte. In dem Begleitbrief heißt es: ·Anbei übersende ich Ihnen meine Eingabe an die Deutsche Sektion in einigen Exemplaren [...] Ich bekam die Weisung von der Loge, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, doch soll ich durchaus selbstständig vorgehen.·, zitiert nach N. Klau: Theosophie undAntbroposophie, Göttingen 1913, S. 112. 475 Sezession der T/beosopbiscben/ G/esellscbaft/, der sogenannten Intern/ationalen| Tbeosopb/opbiscben] Verbrüderung (I.T.V.), ebenso mit der Tbeosopbiscben Gesellschaft uon Paul Raatz in Berlin: Siehe Zu dieser Ausgabe, Seite 701 f. - Paul Raatz: 1869-1922(?), begründete in Berlin  einen Zweig der Theosophischen Gesellschaft in Europa (Deutschland) (TGE) im Anschluss an W. Q.Judge und K.Tingley, deren erster Generalsekretär Franz Hartmann und dessen Stellvertreter Theodor Reuss (1855-1923) waren. 476 ln diesen Prozessen ist mein Gegner stets verurteilt worden: Vermutlich handelt es sich um Prozesse, die er gegenüber seinen Schuldnern führte. Siehe auch S. 373 im vorliegenden Band. Verleger M. Altmann: Beim Verlag Max Altmann (Leipzig) erschienen deutschsprachige Übersetzungen verschiedener Werke von H. P. Blavatsky (siehe hierzu auch GA 41b), die Monatsschrift Zentralblatt für Okkultismus sowie einige frühe Ausgaben von Schriften Rudolf Steiners (z.B. Die Geheimwissenschaft im Umriss, GA 13). 477 A. Strauch: Keine näheren Angaben bekannt. 478 den offenen Briefbetreffend: Vermutlich ist hierder Brief Hugo Vollraths an Annie Besant vom 3.12.1908 gemeint. 480 einen Vortragszyklus in Leipzig: Siehe hierzu Ägyptische Mythen und Mysterien im Verhältnis zu den wirkenden Geisteskräften der Gegenwart, GA 106. Die Heiligkeit des inneren Kreises (E. S.): Gemeint ist die sogenannte Esoterische Schule; sic wurde von Rudolf Steiner ab 1904 aufgebaut und hatte drei Abteilungen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs löste Steiner die Esoterische Schule auf. 481 Budapester Kongress: Siehe die Berichte zu diesem Kongress im vorliegenden Band, S. 376f. und 406f. 482 Eine Grenze bat Tyrannenmacbt! ... wie die Sterne selbst: Zitiert aus Friedrich Schillers Wilhelm Teil, 2. Akt, 2. Szene. 483 /RudolfSteiner:/: Einfügung durch den Herausgeber. - Archiv-Standort des Briefes von Dr. Hugo Vollrath: RSA 089/III. Die Gründung derFreien Intern/nationalen/Sektion, deutscher Zweig, wäre dann die natürliche Folge: 1910 soll Vollrath die Vertretung der ·Freien Internationalen Sektiom in Deutschland überantwortet worden sein. Die «Freie Internationale Sektion» gehörte zur Theosophischen Gesellschaft Adyar. - Im September 1923 gründete Hugo Vollrath die sogenannte ·Supernationale Theosophische Gesellschaft· mit Leipzig als Hauptquartier. 484 Göttingen, 8. Dezember 1911: Brief im Rudolf Steiner Archiv erhalten (RSA-Standort 087/1). wenn er den Augenblick: So auch im Brieforiginal, RSA 087/1. Sine im et studio: Ohne Zorn und Eifer; Redewendung, die auf den römischen Geschichtsschreiber Tacitus (ca. 58-120 n. Chr.) zurückgeführt wird.  485 Ausdruck «Ausgeuwlztes Blech: Siehe Bericht zur Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 im vorliegenden Band, S. 345. weil er damals jene Zettel uerscbickte: Siehe Bericht zur Generalversammlung vom 26. Oktober 1908 im vorliegenden Band, S. 345. Eine Gesellschaft, die einen ausschließt, uerliert ihren kosmopolitischen Charakter: Siehe den Bericht zur siebten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (26. Oktober 1908) im vorliegenden Band, S. 345. 487 Wenn ein Heiliger kommt, ... ü7o keine waren: Konnte nicht nachgewiesen werden. 488 Wo zwei oder drei uersammelt sind in meinem Namen: Mt 18,20. Liebet eure Feinde, segnet die euch ,fluchen: Mt 5,43. 491 Zu dem, ü7ä$ sich in München bilden soll in den nächsten Jahren: Es war vorgesehen, in München (DE) ein Veranstaltungszentrum unter dem Namen «johannesbau» zu errichten. Zeitgeschichtliche Umstände führten aber dazu, dass ein entsprechender Bau unter dem Namen ·Goetheanum· ab 1913 in Dornach (CH) errichtet wurde (siehe hierzu u.a.: Zur Geschichte desJobannesbau-Vereins unddes Goetbeanum-Vereins, GA 252). 492 Kinell: Gustav Kind (1847-1935), von 1910 bis 1912 Generalsekretär der Schwedischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft; einziger Generalsekretär, der 1912/13 zur Anthroposophischen Gesellschaft wechselte. - Die besagte Depesche vom 9.12.1911 ist im Rudolf-SteinerArchiv im Original erhalten, RSA 087/III. 493 Paulusworte uon der ·Gottes-Weishei>: Siehe z. B. 1 Kor 1,24. 494 PariserKongresses[1906/und Damals imJabre/1906/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «1905». 495 ·moralinsanitym Moralischer Schwach- oder Wahnsinn, ein damalig gebräuchlicher Ausdruck für Persönlichkeitsstörungen. Dass Doktor Steiner in dieser Weise gebandelt bat, hat ibm später manchen Vorwurfeingebracbt: Siehe hierzu die entsprechenden Berichte im vorliegenden Band, S. 234 f., 262 f., 266 f. Molt: Dr. h.c. Emil Molt (1876-1936), Leiter der Waldorf Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart, Gründer der Freien Waldorfschule in Stuttgart (1919). Eine detailliertere Lebensbeschreibung zu Emil Molt findet sich in: Die Anthroposophie und ihre Gegner, GA 255b, 1. Aufi. Dornach 2003, S. 594f. 499 meritorische: So viel wie «privaten Charakters, verdienstvolb. 500 bekämpft worden [sind]: Einfügung durch den Herausgeber. 503 Ul. G. Schröder: In der Textgrundlage steht D. G. Schröder; Johannes Gottfried Schröder (1870-1942), Großkaufmann, Gutsbesitzer. Begründete 1913 die Handelsgesellschaft Ceres.  503 /RudolfSteiner:/ Einfügung durch den Herausgeber. 505 Aber eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede, man muss sie [billig] hören beede: Einfügung durch den Herausgeber gemäß üblicher Überlieferung dieser Redewendung. Entspricht dem römischen Rechtsgrundsatz «Audiatur et altera parsm Wer nichtpariert, der,fliegt: Der Satz soll auf den Parteitagen der damaligen Sozialdemokraten gefallen sein. 506 uon dem hohen Liede der Liebe: 1 Kor 13. Doktor Hübbe-Scbleiden ist nicht an 80, sondern etwa 62 Jabre alt Herr Günther Wagner uerbessert 65 Jahre: Wilhelm Hübbe-Schleiden wurde am 20. Oktober 1846 geboren und war damit zum Zeitpunkt der Generalversammlung 65 Jahre alt. 509 ArcbitektScbmid: Carl Schmid-Curtius (1884-1931), Architekt und Mediziner, als Architekt u.a. verantwortlich für den Stuttgarter Zweigbau, für die Pläne des Johannes-Baus in München sowie für den Bau des Ersten Goetheanum bis 1914. - Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Schmidt». Frau Dr. Vollrath: Clara Vollrath, geb. Ortlepp., von 1909 bis 1913 mit Hugo Vollrath verheiratet; keine näheren Angaben bekannt. 510 meiner Zeitschrift ·Tbeosophie·: Von Hugo Vollrath redigierte und verlegte Monatsschrift Theosophie - Zentralorgan der theosophischen Bewegung in den deutschsprechenden Ländern, herausgegeben von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft (T. G.). Erschien bis 1937. 511 Mahatma Kuthumi: Siehe Hinweise zu den Seiten 58, 127, 158. 514 Verlage dVabres Leben·: Wahres Leben war eine Zeitschriftfür Seelenforscbung sowie für die höheren geistigen und sittlichen Interessen der Menschheit auf der Grundlage spiritualistiscber Weltanschauung und Organ deutscher Spiritualisten-Vereine; erschienen im Verlag von Hermann Zieger, Leipzig. 518 nichts darüber zu sagen -, ...: In der Textgrundlage stehen an dieser Stelle fünf statt drei Punkte. 520 Mazdaznan: Spirituelle, lebensreformistische Bewegung (Vereinigung von Zarathustrismus, Christentum und Hinduismus), übernahm Elemente der Theosophie von Helena Blavatsky und Atemübungen des Yoga; begründet von Otto Hanisch (1844 (1856?)-1936); bekannt vor allem durch seine Ernährungslehre (Vegetarismus). - Abura Mazdao: Siehe Hinweis zu Seite 389. 521 Diem perdidi: Der Ausspruch wird dem römischen Kaiser Titus zugeschrieben. ·Diesen Tage habe ich verloren» soll er ausgesprochen haben, als ihm eines Abends bewusst geworden sei, dass er an jenem Tag noch keine gute Tat vollbracht hatte.  521 in corpore: lat., so viel wie «als Ganzes, gemeinsam». 522 Fräulein Brandt: Möglicherweise Clara Brandt, verstorben 1912. 523 Er ist uon Misses Besam zum Sekretär des Sternes des Ostens ernannt: 1911 ernannte Annie Besant Hugo Vollrath zum Sekretär des «Ordens des Stern im Osten» für Deutschland, was jedoch bald darauf wieder annulliert wurde. 525 Cbristus hat gesagt: Ich bin die Wahrheit: Siehe joh 14,6. 526 Gleichzeitig ungefähr erscbien ein <Adyar-Bulletin). Dort waren angeführt als Repräsentant des Sternes des Ostens Doktor Hübbe-Schleiden undals VertreterDoktor Hugo Vollratb: Es handelt sich wahrscheinlich um die Stellungnahme von Annie Besam im Tbeosophist, VoL XXXIV, Nr. 1, Oktober 1912, S. 173 f. Im <Adyar-Bulletin> findet sich eine solche Bemerkung nicht. 528 dawider: Veraltetes Wort für «dagegen». 529 [Haedicke]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Heddeke». 533 Herr /Walther/: In der Textgrundlage steht «Wälter». Fräulein Winkler: Vermutlich Elisabeth Winkler (?-1937), keine näheren Angaben bekannt. erste Generaluersammlung desJobannesbau-Vereins: Die erste Generalversammlung des Johannesbau-Vereins fand statt am 12. Dezember 1911. Siehe Zur Gescbicbte des Jobannesbau-Vereins und des GoetbeanumVereins, GA 252. Zur Ansprache Rudolf Steinen uom 14. Dezember 1911: · Warum wurde bisher das, was unter theosophischer Bewegung zu uersteben ist, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft uertretenk Textgrundlage: Die in Zur Gescbichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, S. 404-418 wiedergegebene Fassung. Dortiger Wortlaut nach einer Mitschrift von unbekannter Hand (Vortragsregister-Nr. 2497), 1984 überprüft und ergänzt anhand der stenografischen Mitschrift von Bertha Reebstein-Lehmann (Einschübe in eckigen Klammern). Der Titel stammt vermutlich von Hella Wiesberger. zk Seite 534 Sie haben sehr scböne Gedanken ... der theosophischen Bewegung kennengelernt: Es waren Ausführungen von Baron von Walken vorausgegangen über seine Erfahrungen auf Vortragsreisen in Skandinavien und England. Stenografische Aufzeichnungen hiervon liegen nicht vor. Rudolf Steincrs Notizen dazu siehe Zur Geschichte und aus den lnbalten der ersten Abteilung der Esoterischen Scbule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, Seite 468.  Baron Walken: Baron Carl Alphonse von Walken Bornemann (18631941), skandinavischer Dichter und Übersetzer, einflussreicher Anthroposoph in den skandinavischen Ländern. 1911 und 1912 gab er ZweigVorträge in England, die den Unterschied der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners zu der orientalisierenden Richtung der Theosophischen Gesellschaft (Adyar) behandelten. - Eine Mitschrift des Vortrages von Baron von Walken liegt nicht vor, wohl aber Notizen Rudolf Steiners, die in Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, S. 468 wiedergegeben sind. 535 in meiner «Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens»: Rudolf Steiner: Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung, GA 7. einen Teil jener Vorträge, welche zu dem Buch «Das Christentum als mystische Tatsacbe» geführt baben: Die Vorträge sind im Rahmen der Gesamtausgabe erschienen unter dem Titel Antike Mysterien und Christentum, GA 87; Rudolf Steiner verfasste den Inhalt der Vorträge als eigene Schrift, publiziert als Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8. ohne dass ich in die Tbeosopbiscbe Gesellschaft damals auch nur eingeschrieben gewesen wäre: Rudolf Steiner wurde im Januar 1902 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. da fand einmal ein Gespräch zwischen uns statt: Laut Hella Wicsbergers Marie Steiner-uon Siuers. Ein Lebenfür die Anthroposophie (Dornach 1989) fand dieses Gespräch am 17. November 1901 statt; siehe dort S. 115-117. 536 Schibboleth: Hebräisch, so viel wie ·Strömung, Strom» auch im Sinne von «Kemzeichen», Schicksal. Dieses Bucb erschien wiederum im Auszug in englischer Übersetzung in der damals erscheinenden Zeitschrift ·Tbeosopbica1 Reviewn In der Tbeosophical Reuiew vom 15. Januar 1902 (vol. 29, Nr. 173) veröffentlichte Bertram Keightley unter dem Titel ·The Mysticism of the Intelkct» eine umfangreiche Besprechung von Rudolf Steiners Schrift Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modemen Weltanschauung (GA 7). - In einem Brief vom 1. Februar 1902 machte Hedda Brockdorff, die Tochter von Graf und Gräfin Brockdorff, Rudolf Steiner auf diese positive Würdigung seiner Schrift aufmerksam.Sie schrieb: ·Es freut mich so sehr, dass die Engländerlhr Buch anerkennend hervorheben und gerade, dass sie es in dieser Art und Weise tun - sie, die sonst immer sagen: <Deutschland ist noch nicht reif oder Was kann aus Deutschland Gutes kommen.'» (RSA-Standort 086/11) - In weiteren Ausgaben der Tbeosopbical Reuiew bringt Keightley Referate zu dieser Schrift Rudolf Steiners: Im März 1902, Vol. 30, S. 50f.:  Meister Eckhart; im April 1902, Vol. 30, S. 165 f.: Friends of God (Tauler, Suso & Ruysbroeck) (as related by Rudolf Steiner); imJuni 1902, Vol. 30, S. 310 f.: Cardinal Nicholas of Cusa (I) (acc to Rudolf Steiner); im Juli 1902, Vol. 30, S. 418 f.: Cardinal Nicholas of Cusa (2); im August 1902, Vol. 30, S. 508 f.: Agrippa & Paracelsus (acc to Rudolf Steiner). 536 die Übersetzung, die erjetzt/1911/besorgt bat: Rudolf Steiners Die Mystik im Aufgänge des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verbältnis zur modernen Weltanschauung (GA 7) erschien im November 1911 vollständig auf Englisch übersetzt, unter dem Titel Mystics oftbe Renaissance andtbeir Relation to Modern Tbougbt. Bereits am 17. Februar 1911 hatte der für die Publikation verantwortliche Max Gysi aus London an Rudolf Steiner geschrieben, dass Bertram Keightley die Schrift unter seiner Aufsicht übersetzt habe und: «er hat seine Arbeit ganz ausgezeichnet getam. (RSA-Standort 087/11). 537 «Hangen und Bangen, in schwebender Pelm: Goethe-Zitat aus Egmont, 3. Aufzug, 2. Szene, Klärchens Wohnung: «Freudvoll und leidvoll gedankenvoll sein; hangen und bangen in schwebender Pein, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt; glücklich allein ist die Seele, die 1iebt.·, Worte des Klärchens. Auch «Klärchens Lied» genannt. Und ich glaube, dass sieb Fräulein uon Siuers noch erinnert: Siehe hierzu z. B. das ·Vorwort» von Marie Steiner in der ersten Auflage von Rudolf Steiners Wendepunkte des Geisteslebens, Dornach 1927, S. IX. 538 die repräsentiert waren ... durch zwei Leute: Wilhelm Hiibbe-Schleiden und Ludwig Deinhard; vgl. hierzu Rudolf Steiners Brief an Marie von Sivers vom 18. April 1903 in GA 262. Einerganzen Gesellschaft ... was ich damals ihnen gesagt habe: Um welche Broschüre es sich hierbei gehandelt hat, konnte nicht herausgefunden werden. ln demselbenJahre, ujo ich eingetreten worden war in die Theosophische Gesellscbaft: Rudolf Steiners Mitgliedschaft wurde mit einem Schreiben des Grafen Brockdorff vom 15. Januar 1902 bestätigt. in London der Kongress der europäischen Sektionen: Der offizielle erste Kongress der europäischen Sektionen fand im Juli 1903 statt. Rudolf Steiner bezieht sich hier wohl auf die Jahresversammlung der britischen Sektion 1902, zu der sich wie gewöhnlich auch die Vertreter verschiedener europäischer Landesgesellschaften einfanden. 540 ein Jahr darauffolgenden Kongress: Rudolf Steiner hatte am 2. Juli 1903 ein Gespräch mit Henry Steel Olcott. Es handelt sich um den ersten Kongress der FÖderation der Europäischen Sektionen. Ukasse: Von russisch yka3 (Ukas), so viel wie «Erlass, Dekret». 541 dass damals, am Sterbebette Olcotts, die Meister erscbienen wären und bestimmt hätten, wer der Nachfolger Olcotts sein sollte: Siehe hierzu ins besondere Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S. 133 f.; sowie Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. 541 zum Beispielals einer der Heruorragendsten Mister Mead: Siehe hierzu Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. 542 Annie Besam uor einem Zeugen [Marie uon Siuers]: Siehe hierzu u.a. die «Vorbemerkungen des Herausgebers» in: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA264, Dornach 1996, S. 263 f. nachdem Annie Besant jenes Abkommen getroffen hatte: Die Ausführungen dieses Abschnittes beziehen sich auf die Herauslösung der von Rudolf Steiner geleiteten Esoterischen Schule aus der von Annie Besant geleiteten Esoteric School of Theosophy. 543 und endlich zu dem, das Sieja kennen: Gemeint ist die Bildung des Ordens des Sterns des Ostens und dessen Propagierung Krishnamurtis als Wiederverkörperung Maitreya, Weltenlehrers, Messias oder Christus. wenn sie es gerade in diesem Momente tut, quo ein solches Pamphlet erscheint: Hugo Vollrath aus Leipzig war 1908 aus der Deutschen Sektion, aber nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen worden. Annie Besant wurde von Rudolf Steiner entsprechend orientiert. 1911 forderte Vollrath seine Wiederaufnahme und ließ zugleich eine Schrift (Pamphlet) gegen Rudolf Steiner erscheinen; siehe hierzu den im vorliegenden Band vorangehenden Bericht. Zur gleichen Zeit wurde Vollrath von Annie Besam neben Wilhelm Hiibbe-Schleiden zum Vertreter des Ordens ·Stern des (Jstens» in Deutschland ernannt. 544 als Antwort aufeinen Briefan sie uon der anderen Seite: Die relevanten Stellen des Briefes von Rudolf Steiner sind in GA 264, Dornach 1996, auf S. 419f. abgedruckt. Ich will gar nicht uon dem Genueser Kongress sprechen: Im September 1911 sollte in Genua ein Kongress der Föderation europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft stattfinden, auf dem der Gegensatz zwischen Annie Besants und Rudolf Steiners Christuslehre offen behandelt worden wäre. Annie Besant bewirkte, dass der Kongress in letzter Minute abgesagt wurde. Siehe im vorliegenden Band S. 452. wie es 1909 in Budapest derFalluwr: Siehe im vorliegenden Band S. 376f., 400f. sondern einen Menschen, den Misses Besant mitgebracht bat: Krishnamurti wurdc in Begleitung von Annie Besant zum Kongress in Genua erwartet. 545 wie es beute kritisiert wurde: Siehe im vorliegenden Band S. 454 f. in jenen drei Punkten: Siehe Hinweis zu S. 101. 546 uon dieser Stelle aus morgen, um elf Uhr etwa, Ihnen zu sprechen: Siehe die im vorliegenden Band folgende Ansprache vom 15. Dezember 1911.  Zur Ansprache uon RudolfSteiner am 15. Dezember 1911: Ein esoteriscb-sozialer Zukunftsimpuls. Versuch zur ·Stiftung» einer Gesellschaft für theosophische Art und Kunst Textgrundlage: Vor- und Nachwort entstammen dem von Marie Steiner 1947 herausgegebenen Privatdruck. Textgrundlage für die Ansprache Rudolf Steiners ist die in: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1984, S. 421-435, wiedergegebene Fassung. Von dieser Ansprache liegen keine vollständigen Mitschriften vor, sondern nur Notizen von verschiedenen Zuhörern. Für die von Marie Steiner 1947 herausgegebene Vervielfältigung standen nur die stenografischen Notizen von Bertha Reebstein-Lehmann (Ausschrift: Vortragsregister-Nr. 2499 A) zur Verfügung. Der Neuauflage dieser Vervielfältigung von 1984 konnten Ergänzungen und Berichtigungen eingearbeitet werden aus inzwischen aufgefundenen Notizen von Mieta Pyle-Waller (Vortragsregister-Nr. 2499 B) und von Elisabeth Vreede (Vortragsregister-Nr. 2499 DI). Die Notizen von Mieta Pyle-Waller (Vortragsregister-Nr. 2499 C) hat Rudolf Steiner selbst durchgesehen und mit einigen wenigen Korrekturen versehen. Für GA 264 konnten alle diese Unterlagen noch ergänzt bzw. berichtigt werden durch ausführlichere stenografische Notizen von Franz Seiler, die bis anhin noch nicht übertragen worden waren (Ausschrift mit der Vortragsregister-Nr. 2499 E). - In GA 264 finden sich Einschübe in runden Klammern, die für den vorliegenden Abdruck in die Hinweise zum Text verlegt worden sind. Diese entstammen der Mitschrift von Bertha Reebstein-Lehmann, Vortragsregister-Nr. 2497 A I. - Zu dem Versuch der Stiftung siehe: Robin Schmidt (Hrsg.): Gesellschaftfür Theosophische Art & Kunst - 1911, Dornach 2012. zu Seite 547 die dem steinigen Boden des Euangelium-Bildes gleich: Das Gleichnis vom Sämann, Mk 4,1-9 und Mt 13,1-9. 550 Dieses sei das zweite Mal: Im Vortrag Dornach, 24. Dezember 1923, zur Eröffnung der Weihnachtstagung wies Rudolf Steiner darauf hin, dass ·nicht aus irdischer Willkür, sondern aus der Befolgung des Rufes, der aus der geistigen Welt heraus erklungen hat» der Impuls für die anthroposophische Bewegung erflossen ist. in Ihren weiteren Kreis: Der engere Kreis war innerhalb der Esoterischen Schule. 'was in dieser Generaluersammlung uorausgegangen ist: Siehe den im vorliegenden Band wiedergegebenen Bericht zur Generalversammlung am 10. Dezember 1911, S. 454. 551 Vor sie hingestellt werden: In GA 264 ist ergänzt «(eröffnet werden)». für die nächste Zukunft: In GA 264 ist ergänzt ·(Zeit)». 552 Icb habe schon einmalbei eineranderen Gelegenbeit: Vermutlich ist der Vortrag vom 22. Oktober 1905 (in Die Tempellegende und die Goldene  Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwicklungsgebeimnisse des Menschen. Aus den Inhalten der Esoterischen Schule, GA 93) gemeint, der bei der damaligen Generalversammlung in Berlin gehalten worden war. 552 so ist er wiederfür eine Weile gescheitert: In GA 264 ist ergänzt: ·(so muss er wiederum für eine Weile aufgeschoben werden)". 553 präliminariscb: So viel wie «einleitend, vorläufig». durch den Versucb unserer Stätte in Stuttgart ... durch die Begründung desJobannes-Bauuereins: Siehe hierzu Zur Geschichte desJohannesbauVereins und des Goetbeanum-Vereins, GA 252. 554 dieses Arbeitskreises: In GA 264 ist ergänzt «(dieser Arbeitsweise)». dass er irgendudcben: In GA 264 ist ergänzt «(einigen)». nach rein okkulten Grundsätzen: In GA 264 ist ergänzt «(Gesetzen)». in sicb selbst begründeten Bestand: In GA 264 ist ergänzt ·(Substanz)». 555 von Mitgliedern zu werben: In GA 264 ist ergänzt ·(sammeln)». bei irgendwelchen: In GA 264 ist ergänzt ·(gewöhnlichen)". Und wir werden brauchen: In GA 264 ist ergänzt ·(haben müssen)". 556 wie der Zusammenscbluss zu erfolgen bat: In GA 264 ist ergänzt ·(wie sich die Persönlichkeiten zusammenfinden)». in dieser Beziehung: In GA 264 ist ergänzt ·(Richtung)". indem er dies aufdie Gegenwart: In GA 264 ist ergänzt ·(den gegenwärtigen Moment)". 557 als der eine: In GA 264 ist ergänzt «(erste)". 558 in einem organischen: In GA 264 ist ergänzt ·(organisatorischen)". ein ideell-spirituelles Gegengewicbt: In GA 264 ist ergänzt ·(Gegenbild)» kann eine Relation, ein Verhältnis: In GA 264 ist ergänzt ·(ein Zusammenhang)". dass ein uorzüglicbes Exempel: In GA 264 ist ergänzt «(Vorbild)». 559 Festspielen in München: Siehe Hinweis zu Seite 455. beim Logenbau in Stuttgart: Siehe Hinweis zu Seite 553. conditio sine qua non: Lat., wörtlich: Bedingung, ohne die nicht; so viel wie: unabdingbare Voraussetzung. die gegeben werden sollte: Nach der Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregister-Nr. 2499 E) folgt hier noch der Satz: ·Und nun, nachdem ich diese Mitteilung gemacht habe ..., dies weniger wegen ihres Inhaltes, als dass sie eben gegeben wurde, können wir wieder eintreten in die Fortsetzungen der Verhandlungen, ... in die Mitteilungen des Herrn Baron Walken, und wir kÖnnen eine fruchtbare Auseinandersetzung haben beim Beisammensein der ausländische Freundc»  559 Er erwiderte: Dass dieses nicht geschehen sei, wäre auch eine Antwort: Im Vortrag vom 21. August 1915 äußert sich Rudolf Steiner rückblickend wie folgt: ·Ich habe dazumal gesagt: Wenn etwas geschehen soll, so werden die Mitglieder bis zum Dreikönigstage etwas hören. - Es hat keines etwas zu hören bekommen, und daraus geht hervor, dass die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst überhaupt nicht besteht. Das ist eigentlich selbstverständlich, da niemandem eine Mitteilung gemacht worden ist, so wie es selbstverständlich gewesen wäre, dass die Mitteilung ergangen wäre, wenn die Sache realisiert worden wäre. Die Art und Weise, wie die Sache aufgefasst worden ist, machte sie unmöglich. Es war ein Versuch> gemäß derin München und Budapestgetroffenen Abmachungen: Im Anschluss an den Münchner Kongress im Jahr 1907 trafen Rudolf Steiner und Annie Besam die Vereinbarung, die Esoterische Schule in eine westliche unter der Leitung Rudolf Steiners (mit rosenkreuzerischer Ausrichtung) und eine östliche unter der Leitung Annie Besants zu gliedern (siehe hierzu: Zur Geschichte undaus den Inbalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, S. 263 f.). - Bezüglich der Vereinbarung in Budapest im Sommer 1909formuliert Rudolf Steiner am 28. März 1916 rückblickend: ·1909 in Budapest hatte ich Mrs Besant etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Dazumal war es ja auch, dass man mit mir hat einen Kompromiss schließen wollen, denn es ging damals die Absicht, diesen Alcyone zum Träger des Christus zu ernennen. Man wollte mit mir einen Kompromiss schließen, man wollte mich zum wiederverkÖrperten Johannes ernennen, den Evangelisten, und man würde mich dann dort anerkannt haben. Das würde Dogma geworden sein dort, wenn ich auf alle diese verschiedenen Schwindeleien eingegangen wäre. Aber gegen all das, was dazumal im Werden war, bildete sich dort eine, ich möchte sagen, internationale Gesellschaft der ehrlichen Leute. Unteranderem war auch Mr Keightley dabei, der früher immer Mrs Besant auf die wissenschaftlichen Fehler hin ihre Bücher ausgebessert hat. Diese internationale Gesellschaft stellte mir von Indien aus den Antrag, ihr Präsident zu werden. Und ich sagte 1909 in Budapest zu Mrs Besant: Es ist gar keine Rede davon, dass ich jemals in einer okkulten Bewegung irgendetwas anderes sein will, als im Zusammenhänge mit der deutschen Kultur- nur mit der deutschen Kultur, innerhalb Mitteleuropam (aus: Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste, GA 167, Dornach 1962, S. 79) 560 Im Johannesbau-Verein, in der Fertigstellung des Stuttgarter Gesellschafts-Hauses, in den sogenannten Kunst- und Volkszimmem Münchens und Berlins: Zum Johannesbau-Verein siehe vor allem: Zur Gescbicbte des Jobannesbau-Vereins und des Goetbeanum-Vereins, GA 252; zum Stuttgarter Gesellschaftshaus siehe Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongress Pßngsten 1907 undseine Auswirkungen sowie:  Das architektonische Werk I: Das Goetbeanum undseine Vorläufer, GA K 1-10, 57 in Vorbereitung. Zu den sogenannten Kunst- und Volkszimmern siehe im vorliegenden Band S. 410. 560 Die geistig heruorragendste Publikation war die des Seelenkalenders: ·Anthroposophischer Seelenkalender», in: Wabrspruchuorte, GA 40. dass ihm der Siegelbewahrer: Also Alice Sprengel. Dies legte er nach psycboanalytiscber Methode ... schrieb er Dr. Steiner einen Brief: Siehe hierzu insbesondere: Probleme des Zusammenlebens in der Anthroposophischen Gesellschaft. Zur Dornacher Krise vomJahr 1915, GA 253. 561 Nachschriften darübersinduorhanden:in: Vorträge vom 10. und 11. November 1917; in: Anthroposophie 1934/35,17. Jg., Buch 3 und 4; ebenso in: Die Menschensäule 1937, 11. Jg., Heft 10/11. Im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert in: lndiuiduelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen, GA 178. Es ist einmalzur Herbsteszeit: Aus dem Vortrag vom 21. August 1915 in: Probleme des Zusammenlebens in derAnthroposophiscben Gesellschaft. Zur Dornacher Krise uomJahr 1915, GA 253. 562 deren Abbildungen uns erbalten sind in den Reproduktionen von Alinari: Rudolf Steiner: ZwölfEntwürfefür die Malerei dergroßen Kuppel des ersten Goetbeanum, herausgegeben von Marie Steiner, Dornach, 1930; montierter Farbdruck, Offizin Fratelli Alinari, Florenz. Siehe auch: Entwürfefür die Malerei der kleinen Kuppel des ersten Goetbeanum, GA K 14; sowie Das malerische Werk, GA K 13-16. desFrädein Bertba Meyer: Bertha Meyer-jacobs (1878-1930), KleinodienKünstlerin. Siehe auch ihr Buch: Kleinodienkunst - nach Hinweisen und Entwürfen uon RudolfSteiner, Dornach, 1929. - Siehe auch: Kleinodienkunst als goetheanistische Formensprache, GA K 51. 563 bewegten Eurythmie ... musikalischen Kunst: Siehe hierzu die Bände zur Eurythmie aus der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA 277-279; GA K 26 a und b; Eurythmieformen Bd. I-IX) sowie u.a. Das Wesen des Musikaliscben und das Tonerlebnis im Menschen, GA 283. gescbaffene neue architektonische Stil: Siehe Das architektonische Werk lund ll, GA K 1-10;57 sowie GA K 27-43. musste diesem Prinzip auch in der Behandlung seiner Glasfenster treu bleiben: Siehe Rudolf Steiner: Die Goetheanum-Fenster. Sprache des Lichtes. Entwürfe undStudien, GA K 12. Die Kunst des Scbwarz-Weß ... in die Welt der schöpferischen Farben: Siehe:Dasgrapbiscbe Werk, GA K 45;sowie:Daszeicbneriscbe Werk, GA K 48, in Vorbereitung. Sowie: Das malerische Werk, GA K 13-16; und: Ein malerischer Scbulungsu'eg. Pastellskizzen und Aquarelle, GA K 54; und: Naturstimmungen. Neun Scbulungsskizzenfür Maler, GA K 54.1.  563 der Spracbgestaltung: Siehe hierzu die Bände zu Sprachgestaltung aus der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA 280-282). Bericht von Carl Unger zur Bundesgründung am 15. und 16. Dezember 1911 in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen SektiOn der Theosophischen Gesellscbaft· Textgrundlage: Wie in den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Nr. 13/1912, S. 35-37 abgedruckt. Handschriftliches Original im Archiv vorhanden (RSA-Standort: 139/IV. Der Bundfürantbroposopbiscbe Arbeit- wie er auch genannt wurde - ging laut einer rückblickenden Aussage Rudolf Steiners nicht in die am 28. Dezember 1912 zunächst in Köln gegründete Anthroposophische Gesellschaft über. Siehe die Ausführungen zur Geschichte derTheosophischen Gesellschaft in: Zu dieser Ausgabe, S. 701 f. zk Seite 565 Die Rede, welche Herr Baron uon Walken: Stenografische Aufzeichnungen hiervon liegen nicht vor. Rudolf Steiners Notizen dazu siehe Zur Geschichte und aus den lnbalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914, GA 264, Dornach 1996, Seite 468. Im Anschluss an diese Rede gab Herr Dr. Steiner durch Darstellung: Siehe im vorliegenden Band den Vortrag vom 14. Dezember 1911, S. 534. 567 Es wurde uerabredet, bei den Veranstaltungen in München ... inwieweit eine dauernde Organisation geschaffen werden kann: Im Sommer 1912 fanden im Anschluss an die Aufführungen der ersten drei Mysteriendramen von Rudolf Steiner sowie des Heiligen Dramas uon Eleusis von E. SchurC in den letzten August- und in den ersten Septembertagen 1912 weitere Besprechungen und Vereinbarungen über die Tätigkeit des Bundes statt. Rudolf Steiner schlägt für eine neu zu gründende Gesellschaft den Namen ·Anthroposophische Gesellschaf> vor. Die «Anthroposophische Gesellschaftm wird am 28. Dezember in Köln begründet. Siehe auch Zu dieser Ausgabe, S. 701 f. Benicht über die Zusammenkunft am 2. Februar 1913 anlässlich der angekündigten elften Generaluersammlung der Deutschen Sektion in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Antbroposopbiscben Gesellschaft (Theosophischen Gesellschaft)" Textgrundlage: Wie in den Mitteilungenfür die Mitglieder derAntbroposopbiscben Gesellschaft (Theosophischen Gesellscbaft), Nr. 1/1913, ersterTeil, S. 1-25 aufgrund einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Ausschrift mit der Vortragsregister-Nr. 2695 I mit handschriftlichen Einträgen von Rudolf Steiner) abgedruckt. Bemerkungen des Stenografen in runden Klammern.  Vgl. auch den Bericht von Hugo HÖppcner im Anhang. - Siehe auch Zu dieser Ausgabe im vorliegenden Band, S. 701 f. zu Seite 569 angesichts der uorgefallenen Tatsachen: Infolge der Streitigkeiten um Hugo Vollrath sowie um die sogenannte Krishnamurti-Affäre kam es zwischenzeitlich zum Entschluss, die Deutsche Sektion aus derTheosophischen Gesellschaft herauszulösen und eine eigenständige ·Anthroposophische Gesellschaft» zu gründen. Siehe auch den weiteren Verlauf des Berichtes. - Siehe auch Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und der Gesellschaft 1902-1925, GA 37. 570 Frau Mia Holm: Siehe Hinweis zu S. 315. Frau Bontemps: Magdalene Augustine Bontemps (?-1913); keine näheren Angaben bekannt. 571 Fräulein [Clara Brandt): In der Textgrundlage steht Klara Brand. Leo Ellrich: ?-1913, keine näheren Angaben bekannt. So [habe ich] zu gedenken: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Frau Doktor /Roesel/ ... Herrn Doktor /Roesel/: In der Textgrundlage steht ·Röse1». Lucia Roesel. Ludwig Roesel, Oberlehrer, Vorsitzender bei der Gründung des Zweiges Bielefeld 1908; zu beiden keine näheren Angaben bekannt. 571f. Gottlieb /Hiltboldt/: ?-1913, in Textgrundlage steht «Hiltbdd», keine näheren Angaben bekannt. 572 Wilhelm Vockrotb: ?-1913, keine näheren Angaben bekannt. Hugo /Boltze]: In der Textgrundlage steht «Bo]ze»; (?-1911): Kaufmann aus Halle, später Eisenach; Inhaber internationaler Handelsgesellschaften. Hans Schellbach: ?-1913, keine näheren Angaben bekannt. Georg Bauernfeind: Norbert Klatt berichtet in: Tbeosophie und Anthroposophie, Göttingen 1993, S. 249: ·Der junge Pastorensohn Georg Bauernfeind aus Magdeburg war an den Folgen einer Fastenkur im Hause von Hugo Höppener am 9. Dezember 1911 gestorben.· Mister Meakin: Nevill Gauntlett Myers Mcakin (1876-1912), Autor. Fräulein /Bloecker]: Elisabeth Ervin Bloecker (?-1913); in der Textgrundlage steht «Erwin-Blöcker»; keine näheren Angaben bekannt. Frau Major Herbst: Sophie Dorothea Herbst; keine näheren Angaben bekannt. Frau Many: Magdalena Marty; keine näheren Angaben bekannt. 573 H/ermann/Abner: Auflösung der Abkürzungen im gesamten Bericht durch den Herausgeber.  574 Nach dem Vorstandsbeschlüsse von gestern: Siehe die noch folgenden Ausführungen. 575 Der oben erwähnte Beschluss lautet: Vgl. Rundschreiben an die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 8. Dezember 1912 in: Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellscbaft 1902-1925, GA 37, Dornach 2019, S. 198 f. [Herr Dr. Steiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. 577 Welcher den Inhalt hatte ... Frauen uon der theosophischen Bewegung auszuschließen: Beide Briefe nicht im Archiv-Bestand vorhanden. - Klau zitiert aus einem Brief Hübbe-Schleidens an Deinhard vom 22. Februar 1907: Steiner «wendet sich nur an die Frauen, männlichen und weiblichen Geschlechtes, nur an Menschen des Gefühles und der Phantasie, wir an die Männer die denkfähig, wissend, urteilsfähig und erfahren sind. Haben 6 von diesen nicht mehr Wert als 6000 von jenen?» (Zitiert aus Norbert Klatt: Tbeosopbie und Anthroposophie, Göttingen, 1993, S. 89.) An Clemens Driessen schreibt Hübbe-Schleiden am 22. Februar 1905: Von 100 Frauen wird ja vielleicht eine geistig mündig oder von 1000. [...I Die andren sind und bleiben große Kindsköpfe, die sich nur von Gefühl und Laune leiten 1assen> (Zitiert aus Norbert Klau: Tbeosopbie und Anthroposophie, Göttingen, 1993, S. 40 f.) dass dann DoktorHübbe-Scbleiden nach ein paar Wochen aus dem Vorstande ausgetreten ist, ohne irgendwie dazu gedrängt worden zu sein: Hiibbe-Schkiden stand der Gründung einer Deutschen Sektion von Beginn an ambivalent gegenüber. Als ein Mitglied des Vorstandes seiner Loge in Hannover dem Wahnsinn verfiel und dieser Fall für öffentliches Aufsehen sorgte, zog er sich Anfang 1903 aus dem Vorstand der Deutschen Sektion zurück. 579 Aus einem Zirkular wissen Sie: Siehe hierzu ·An die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Juli 1906» in: Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und der Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S. 121-126. Ich uiill nicht davon sprechen, uiic ich mich dazumal bemühte, in die Sache Klarheit zu bringen: Siehe im vorliegenden Band S. 234 f. 580 er sei Repräsentant des Bundes ·Stern des Ostens· in Deutscbland: Brief von Wilhelm Hübbe-Schleiden an Rudolf Steiner vom 4. Juli 1911 (RSA 087/11). Es wurde sogar gesagt, ich solle das Wort ·Cbristu» vermeiden, zueil es nur zu Missuerständnissen führen könne: Brief von Wilhelm HiibbeSchleiden an Rudolf Steiner vom 9. August 1911 (RSA 087 II). Die relevante Stelle lautet: «Und ich werde alle Menschen, die je etwas von dem Roscnkreuzertum hören, davor warnen, dieses für ihn eigenartige Wort ändern gegenüber zu gebrauchen. - Nicht sowohl durch die ver schiedenen Begriffe als vielmehr durch die Bezeichnung der verschiedenen Begriffe mit demselben Worte «Christus» werden endlose Verwirrungen heraufbeschworen. Für die unterschiedlichen Begriffe ist ja dieser selbe Ausdruck jedem Einsichtigen ganz entbehrlich, da die drei verschiedenen Begriffe des Streitpunktes mit noch vielen ändern Worten ausreichend bezeichnet werden können. Beispielsweise reicht es ja vollkommen aus, wenn wir von dem Bodhisattwa oder vom Erzengel des Maitreya Buddha reden. - Aber selbst zu solchen Ausdrücken wird wohl der Sternbund gar keine Veranlassung haben, da er sich gar nicht an Theosophen wendet, sondern an das große Publikum, das nichts von Okkultismus und Theosophie als solchen weiß und wissen will. I...] Die Gefahr eines Missverständnisses wird übrigens bereits vermieden, wenn nur für die rosenkreuzerische Christus-Vorstellung ein anderes Wort festgehalten würde. Dabei ist die Auswahl groß> Mit «rosenkreuzerische Christus-Vorstdlung» ist wohl die von Rudolf Steiner in Anlehnung an die Rosenkreuzer-Tradition vertretene Theosophie gemeint. - Siehe auch Schriften zur Geschichte derantbroposophiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, S. 284f. 580 Bodbisattua: Sanskrit, so viel wie «Er]euchtungswesen»; ein Bodhisauva wird in einer der nächsten Verkörperungen ein Buddha; hat im eigenen Ich seine Göttlichkeit entdeckt. Verkörpert sich aus der Liebe zu den Menschen, um ihnen beizustehen. Ich möchte hierfür den Druck: Redaktionelle Ergänzung Rudolf Steiners zum Abdruck des Protokolls in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Antbroposopbiscben Gesellschaft (Theosophische Gesellscbaft). 581 dass Doktor Hübbe-Schleiden mir am 4. Juli 1911 in einem Briefe: RSA 087/II. sagt Frau Besam [dafür/: Einfügung durch den Herausgeber gemäß Brief-Original. die sie und Leadbeater im ·Tbeosophist· ueröffentlicht haben: Charles Webster Leadbeater, Annie Besam: «Rents in the Veil of Time», in: Tbe Tbeosopbist, April 1910, 891-929; May 1910, 1039-1074;june 1910, 11631184; July 1910, 1297-1337; August 1910, 1425-1453; September 1910, 1573-1598; October 1910, 83-104; November 1910, 243-269; December 1910, 397-433; January 1911, 631-675; February 1911, 787-821. Später erschienen als Tbc Liues ofAlcyone - A Clairuoyant Investigation oftbe Liues througbout tbe Ages ofa large BandofSeruers, 2 Vols, Adyar 1924. was Sie in den uor kurzem ueröffentlichten «Mitteilungem lesen konnten: Gemeint sind die Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Tbeosopbiscben Gesellscbaft, Nr. 15, Januar 1913. nachher als jesuitisch bezeichnen jemand, der nie mit einem Jesuiten etwas zu tun gebabt bat: Siehe hierzu im vorliegenden Band S. 622 f. sowie Zu dieserAusgabe, S. 701 f.  582 Doktor Hübbe-Scbleiden eine Schrift herum als Propagandascbriftfür einen ·Undogmatiscben Verbandm Hübbe-Schleiden vergleicht auf S. 2 seines Aufrufs ·Undogmatic Federation (Undogmatischer Verband) - An Appeal» (RSA 087/1) die Organisation der Deutschen Sektion mit kirchlichen Strukturen: ·The Council of the Section corresponds therefore with the concilium of Cardinals I...]; the lodge-president finds a parallel in the bishop or ordinated priest.· - «Undogmatischen Verband»: Im August 1912 hatte Wilhelm Hiibbe-Schleiden einen «Undogmatischen Verband» für Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft gegründet. Eine der heftigst uns angreifenden Persönh'chkeiten des ·Stern des Qstenp saß bis in die Novembertage hinein in unserer Berliner Loge: Um welche Person es sich dabei handelte, ist nicht bekannt. 583 sie sindin den ·Mitteilungem ausgefübrt: Siehe hierzu auch Scbriften zur Gescbicbte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellscbaft 19021925, GA 37. Wenn das uorkommen kann: Es geht um einen Appell Hugo Vollraths gegen seinen 1908 erfolgten Ausschluss an Annie Besant. 1909 schreibt sie brieflich an Rudolf Steiner über diesen Appell; 1912 schreibt Annie Besam, dass sie von einem solchen Appell an sie nichts wisse. von der sie 191/2/ behauptet: Änderung durch den Herausgeber gemäß der Dokumentenlage und der schriftlichen Darlegung dazu in: SchriF ten zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel, Dornach 2019, S. 244. In der Textgrundlage steht «1911». Sie muss ihren Briefuon 1909 rein uergessen haben:J. I. Wedgwood, Generalsekretär der TG in England und Wales, schreibt in einem Brief an Rudolf Steiner am 17. Dezember 1912 (RSA 088/IV): ·Mrs Besant must have forgotten your letter of 1909; and of course wrote in perfect good faith that she did not know the <ins and oUts> of the Vollrath case. She has a mass of correspondence from all over the world, and much public non-Theosophical work in England and India, so that forgetfulness is readily pardonable.» da gehörte zu den begeistertsten Zxstimmem dieser Einrichtung Misses Besam: Annie Besant in ihrem Brief an Rudolf Steiner vom 23. November 1908 (RSA Standort-Nr. 86/1, bisher unveröffentlicht): ·Ich denke, es ist eine weise Entscheidung Ihrer Sektion, einen Funktionär auf Lebenszeit zu wählen, wenn er während sieben Jahren [wieder]gewählt wurde; das gibt Stabilität, und das ist ein sehr notwendiger Wachstumsfäktor.», siehe auch Schriften zur Geschichte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Dornach, Basel 2019, S. 186 und Hinweis auf S. 622.  583 dn allen Angelegenheiten der Theosophischen Bewegung ist es selbstuerständlicb, dass in erster Linie Ihr Urteil in Betracht kommt.·: Diese Briefstelle konnte bisher nicht nachgewiesen werden. 584 Aber als er dann kam und begründen wollte einen sogenannten ·Freibeitszweig~: Brief vom 14. September 1912 und Einschreiben vom 10. Oktober 1912 von Wilhelm Hübbe-Schleiden an Rudolf Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion (RSA 087/1). da schrieb ich im Oktober 1912: Brief von Rudolf Steiner an Wilhelm Hiibbe-Schleiden vom 15. Oktober 1912 (RSA-Standort 068/11). 585 Der Wortlaut des Telegrammes ist Ihnen ja aucb aus den Mitteilungen bekannt: Siehe Mitteilungen für die Mitglieder der Deutscben Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Nr. 15, Januar 1913, S. 7-8. Das Telegramm mündete in den Satz: «Auf Grund dieser Erkenntnis, dass die Präsidentin unausgesetzt und geradezu systematisch gegen den obersten Grundsatz der Theosophischen Gesellschaft [...I verstoßen und in Missbrauch und Willkür die Präsidialgewalt mit Behinderung positiver Arbeit ausgeübt hat, kann der versammelte Vorstand der Deutschen Sektion, nach genauester Prüfung der Dokumente nur in der Resignation der Präsidentin die MÖglichkeit des weitern Fortbestandes der Gesellschaft sehenn Resignation: Von lat. resignare, hier so viel wie ·Riicktrit>. 586 Das Einliegende erklärt sich selbst: Hierbei handelte es sich um ein gedrucktes Zirkular von Annie Besam, das auch im Februar-Tbeosopbist 1913 wiedergegeben wurde j'Supplement to The Theosophist», February 1913, S. XVI-XVII) und auf die sich Voten von Gertrud Prellwitz und Hugo HÖppener im weiteren Verlauf der Versammlung beziehen. Siehe hierzu auch den Bericht von Hugo Höppener im Anhang, S. 673 f. Ihre Weigerung in Ihrem Briefe vom 1/5/. Oktober 1912: Änderung durch den Herausgeber aufgrund der Brief-Originale. In der Textgrundlage steht «13. Oktober 1912». - Brief von Annie Besant vom 14. Januar 1913: RSA 086/1; Brief von Rudolf Steiner an Wilhelm Hübbe-Schleiden vom 15. Oktober 1912 (RSA 068/1). aufAnsucben des Herrn C/arl/ Schumann: Brief von Carl Schumann (Zahntechniker; ursprünglich Mitglied in KÖln, später in Leipzig; schließlich Austritt aus der Deutschen Sektion derTheosophischen Gesellschaft) vom 15. August 1912 zur Anerkennung der ·Veritas-Loge» durch die Deutsche Sektion; Wiederholung des zuvor unbeantworteten Gesuches am 18. September 1912 (RSA 089/1). - Der Brief Rudolf Steiners an Carl Schumann vom 15. Oktober 1912 findet sich nicht im Bestand des Rudolf Steiner Archivs. 589 /RudolfSteiner:/: Einfügung durch den Herausgeber.  589 Nach dem ofßziellen Adyarbulletin ... zuithin bis Section:ln: Tbc Adyar Bulletin, Nr. 1/Bd. VI, 15. Januar 1913, S. 10. Laut Mitteilungen Nr. 15, Januar 1913, S. 2; siehe auch Tbc Tbeosopbist, Januar 1913, Nr. 4/Bd. XXXIV, S. 481-482. Auch nach dem Bericht des französischen Generalsekretärs bat Misses Besam diese Worte gesprochen: Charles A. Blech: 1855-1934, von 1909 bis 1934 Generalsekretär der Französischen Sektion. 590 lt is imjysible to: Tbc Tbeosopbist, Januar 1913, Nr. 4/Bd. XXXIV, S. 480. Ubersetzung aus dem Brief Rudolf Steiners an Wilhelm HübbeSchleiden vom 15. Oktober 1912 (RSA 068/1). Der Brief ist vollständig im Anhang des vorliegenden Bandes, S. 671 wiedergegeben. Mrs Tingley's Uniuersal Brotberbood: Katherine Augusta Tingley (1847-1929), Nachfolgerin von William Quan Judge als Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft in Amerika (TGinA) von 1896/98 bis 1929. Am 13. Januar 1898 gründete Tingley in New York die International Brotherbood Organisation (IBO). Der Kongress in Chicago im Februar 1898 wählte Tingley zur Präsidentin der IBO und der TGinA. Beide Gesellschaften firmierten ab diesem Zeitpunkt zusammen als Uniuersal Brotberboodand TbeosopbicalSociety (UBTS). Tbc T/beo$ophical/S/ociety/i$face toface zuitb an organisedattack: The Tbeosopbist, Januar 1913, Nr. 4/Bd. XXXIV, S. 481-482. 591 Der Teufel ist herabgestiegen mit großem Zorn, weil er weiß, dass er nur eine kurze Zeit bat: Siehe Off 12,12. trotzdem der belgische Generalsekretär schon seine objektiv völlig unwahren Konsequenzen aus solchen Dingen gezogen hatte: Jean Delville, später auch Anhänger von Krishnamurti. Auf welche Gegebenheit sich die Aussage Rudolf Steincrs bezieht, konnte bislang nicht festgestellt werden. 592 Wahr ist, dass Doktor Hübbe-Scbleiden mit dem Jesuitenuorum'ffortwährend gespielt bat: Siehe Hinweis zu S. 581 sowie weiter unten. lcb frage Sie, ob sie anhören wollen in den nächsten Tagen eine kurze Skizze, einen kurzen Auszug meines Lebensweges?: Vortrag vom 4. Februar 1913, im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe erstmals publiziert im vorliegenden Band auf den Seiten 622 f. Vormals in: Edwin Froböse, Werner Teichert: Briefe von RudolfSteiner, Bd. I, Dornach 1955 sowie in: Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Nr. 8384/1984, S. 2-39. [RudolfSteiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. damit er dann als Broschüre erscheinen kann: Zur Drucklegung einer solchen Broschüre kam es nicht. - Wohl veranlasst durch die von Rudolf Steiner im Vortrag gestellte Frage nach den «Quellen» Annie Besants zu ihrer Behauptung und durch Rudolf Steiners energischen Protest nannte  alsbald Annie Besam in: Tbe Tbeosopbist, April/1913 als Quellen für ihre Behauptung: Dr. Franz Hartmann, Paul Zillmann und Dr. Ferdinand Maack [1861-1930; Arzt, Okkultist]. Ersterer hatte schon 1909 den Jesuitenverdacht gegenüber Annie Besam - und vorher auch über diese selbst - geäußert, was von Annie Besant als ·Lächerlichkeit» an Rudolf Steiner berichtet wurde. - Zillmann, der Herausgeber der Neuen Metaphysischen Rundschau, Berlin, hatte 1912 (Band XIX, Heft 5) in seinem Artikel «Diejesuiten und der Okkultismus» von einer jesuitischen Herkunft Rudolf Steiners geschrieben unter Berufung auf Otto Zimmermann [1873-1932, Jesuit, theologischer Schriftsteller] und Ferdinand Maacks Zweimal gestorben! (Leipzig 1912). Maack aber beruft sich in seiner Schrift ebenfalls auf Zimmermann und erklärt auf Grund dessen Wort vom «abgefallenen Priester» die jesuitische Herkunft Steiners für ·festgestellt». Otto Zimmermann hat 1918 sowohl die Behauptung Besants ("Jesuitenzögling») wie sein von Busnelli [Giovanni, (1866- ?),Je" suit und Dante-Forscher] übernommenes Zitat (·abgefallener Priester») mit der allerdings sehr oberflächlichen Wendung: ·Was sich nicht aufrecht erhalten 1ieß· widerrufen. (siehe Stimmen der Zeit, Freiburg i.Br. 1918, 95. Band, 48. Jahrg., 10. Heft, Juli, S. 331) [In eckigen Klammern: Ergänzung durch den Herausgeber] - In einem Brief vom 7. September 1911 schreibt W. Hübbe Schleiden an L. Deinhard: ·Dass Steiner übrigens in einemjesuiten-Kolleg ausgebildet sei (wahrscheinlich dort seine Gymnasial-Ausbildung für die Universität empfangen habe), will Franz Hartmann von ihm selbst erfahren haben und erzählt es jedermann.», zitiert nach N. Klatt: Theosophie und Anthroposophie, Göttingen 1993, S. 107. 592 aus einer Schrift 'Werdende Wissenschaft' von Paungarten ... Boitzenburg: Ferdinand Freiherr von Paungarten: Werdende Wissenschaft- Eine kritische Einführung in esoterische Forschung, Leipzig 1913. Die Passage, in der die Quelle zitiert wird, in welcher Rudolf Steiner fälschlicherweise als ·Jesuitenzögling» beschrieben wird, findet sich auf den Seiten 82 f. Dort wird ·Boikowitz» als Ort des gemutmaßten Jesuitenkollegs in Mähren angegeben. Bei der Quelle handelt es sich um einen Artikel des Jesuiten Otto Zimmermann in den «Stimmen aus Maria-Laach· (Freiburg i. Br. 1912, 6. Heft). Dort wird Rudolf Steiner als ein ·(dem Vernehmen nach) abgefallener Priester» bezeichnet. 594 Insinuation: So viel wie ·Unterstellung». Wörtlich: An den Busen bringen, ans Herz legen, nahelegen. 596 Herr Weidlich: Vermutlich Ernst Weidlich, keine näheren Angaben bekannt. Ich sehe das als eine falscbe Übersetzung an: In den Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, Nr. 14/1912 sind auf den Seiten 1 und 2 der Brief von Annie Besant vom  8. Mai 1912 im englischen Originalwortlaut und dessen deutsche Übersetzung wiedergegeben. Die infrage kommende Passage lautet im Englischen: «Dr. Vollrath made no appeal to me; hence I had no duty to look into the rights or wrongs of the matter, and to this day I do not know them> Die abgedruckte Übersetzung ins Deutsche lautet: ·Dr. Vollrath tat keinen Appell an mich; daher hatte ich keine Pflicht zu beachten Recht oder Unrecht in dieser Sache, und bis heute kenne ich sie nicht.» 598 Fräulein Prellwitz: Gertrud Prellwitz (1869-1942), Lehrerin, Schriftstellerin nahe Bekannte von Hugo Höppener. 599 Fräulein Hübbe-Scbleiden: Siehe Hinweis zu Seite 330. In einem Brief vom 3. Juli 1911 schreibt sie an Wilhelm Hübbe-Schleiden: «Ich halte es ja für unmöglich, dass Du den Gedanken haben könntest, gegen Dr. Steiner anzuarbeiten, der imjahre 1906 Deine pecuniären u. Deine geistigen Verhältnisse geregelt hat· (zitiert nach Norbert Klatt: Tbeosopbie undAntbroposopbie, Göttingen 1993, S. 249; Cod MS W. Hiibbe-Schleiden 153, Nr. 76). 601 der skandinauiscbe Generalsekretär hatte auch Stimmenenthaltung geübt: Siehe Hinweis zu Seite 245, Arvid Knös. 1911 erschien aber im «Tbeosopbist» eine biograßscbe Skizze Leadbeaters, in der gemeldet wurde: ... Das war 1911: Die biografische Skizze erschien nicht im ·Theosophist·, sondern im Adyar Bulletin VoL V, Nr. 3, März 1912, S. 71-74. Dort heißt es auf Seite 74, dass aufgrund u.a. einer anonymen Abstimmung unter den Generalsekretären erklärt werden könne, dass es keinen Grund gäbe C. W. Leadbeater wieder in die Gesellschaft aufzunehmen. Jetzt aber erfahren wir, dass Mister Mead es Herrn Doktor Steiner zum schweren Vonuurfmacbt ... Einer, der uon dieserSacbe wusste, ist inzwischen gestorben: Weder die Aussage von Mead noch Angaben dazu, um welche verstorbene Persönlichkeit es sich handelte, konnten ausfindig gemacht werden. in seinerspäteren Wiedergabe der Münchener Tage: «Three Public Meetings held at Munich, in August 1912, establishing the necessitiy of the <Bund>, by One who was there», in: Tbc Tbeosopbist, Dec. 1912, S. 433445. 602 Ich habe den starken Gewappneten aus dem Hause geworfen: Bezieht sich auf Lk 11,14-23. Denken Sie an die berühmte Szene der Tempelreinigung ... selber blind, wollt ihr andereführen: Zur Tempelreinigung: Siehe: Mt 21,12 f., Mk 11,15f., Lk 19,45f., joh 2,13-16. - Zu den Streitworten siehe: Mt 21,23f., Mk 11,27f., Lk 20,1f. einer Schrift wie die ·Botscbaft des Friedens·: Broschüre von Wilhelm Hiibbe-Schleiden, Leipzig 1912, mit dem Abdruck eines von ihm für  die Theosophische Gesellschaft gehaltenen Vortrags vom 19. Juni 1912 in Hannover. Im Anhang, S. 39 heißt es dort: ·Die Haltung dieses neuen Bundes der ·Anthroposophischen Gcscllschäft> kommt, wohl unbewusst, auf Ähnliches hinaus wie die des Jesuiten-Ordens gegenüber jeder Art von undogmatischer Religiosität.» Und auf S. 41: «E\nthroposophen wünschen aber, ihre Anschauungen als allein berechtigt anerkannt zu sehen [...I Man könnte dieses wohl als einen passiven und aktiven Verfolgungs-Wahn bezeichnen. Aber dem liegt leider ein viel schlimmrer Wahn, der Wahn der menschlichen Unfehlbarkeit zu Grunde, insbesondere der Wahn der esoterischen Unfehlbarkeit. Hier ist der Irrwahn umso offenkundiger ...» - Vgl. dazu ·Die Denkschrift über die Abtrennung der Anthroposophischen Gesellschaft von der Theosophischen Gcscllschäft>, herausgegeben von Dr. Hübbe-Schleiden· in: Schriften zur Geschichte der antbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S. 284f. 603 Insulte: Lat., so viel wie «Beleidigung». 604 Ich habe mich schwerin meinem Urteil...: Das Original dieses EsotericSchool-Rundschreibens von Annie Besant, datiert auf 9. Juni 1906, war in englischer Sprache. Siehe auch Aus den Inhalten der Esoterischen Stunden, GA 266C, Dornach 1998, S. 33 f., S. 511. 606 Fräulein Riege: Keine näheren Angaben bekannt. der eine Einlage enthält uon Frau Besant: Der Brief von Annie Besam, datiert auf den 14.Januar 1913 (der Rudolf Steiner am 1. Februar 1913 erreichte) enthielt ein gedrucktes Zirkular von Annie Besam, das auch im Februar-Tbeosopbist 1913 abgedruckt wurde («Supplement to The Theosophist», February 1913, S. XVI-XVII). Rudolf Steiner setzt sich damit ausführlich in den Mitteilungenfür die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft (Theosophischen Gesellschaft), Nr. 1 (2), April 1913, S. 2 f. auseinander (siehe hierzu: Schriften zur Geschichte der Anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S. 274). Der Vorwurf der Unterschlagung dieses Dokumentes im Rahmen der Versammlung wird von Mathilde Scholl in den Mitteilungen für die Mitglieder derAnthroposophiscben Gesellschaft (Theosophischen Gesellschaft), Nr. 3, Juli 1913, S. 413 f. behandelt. 607 As to tbe pamphlet: Siehe hierzu: Schriften zur Geschichte derAntbroposopbiscben Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S.274. /RudolfSteiner:/: Einfügung durch den Herausgeber. Der Brief liegt bei mir, den Doktor Vollratb 1908 an Frau Besam geschrieben bat: Siehe Hinweis zu S. 662 f. Fräulein uon Siuers uerliest den englischen Text der Erklärung: Siehe oben,S. 594.  610 dass man den Namen der ursprünglich in Berlin begründeten BesantLoge abgescbafft und derselben Vereinigung einen anderen Namen gegeben hatte: Im Sommer 1912 legte der Besant-Zweig die Bezeichnung «Besant» ab und hieß fortan «Berliner Zweigm 611 [RudolfSteiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. Antrag uan Leer: Siehe im vorliegenden Band S. 431 f. Änderung des S 8 der Sektions-Satzungen: Siehe im vorliegenden Band S.345f. 612 [RudolfSchaefer]: Der Name wurde im Bericht mit unterschiedlicher Schreibweise wiedergegeben: Rudolph Schaefer, Rudolph Schäfer. Änderung durch den Herausgeber: Die Namensschreibung wurde gemäß Register der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft uon 1902-1913 (einleitend kommentiert von Julius Zoll, Mai 2000, Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Dornach) vereinheitlicht. derogierenden: So viel wie «teilweise außer Kraft setzenm 612 f. ·Mitteilungem, Köln, VIll, Seite 6-7 und XI, S. 8: Siehe im vorliegenden Band das Protokoll zur Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft am 26. Oktober 1908, S. 345; sowie das Protokoll zur Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft am 30. Oktober 1910, S. 431. 613 [RudolfSteiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. Herrn Dr. Bacbem: Max Bachem, prakt. Arzt (Lebensdaten unbekannt). 614 Vizetelegrafendirektor Roggenberg: Gerjet Roggenberg, keine näheren Angaben bekannt. girierte: Girieren, Lehnwort zum lateinischen «girare»; so viel wie «in Umlauf bringen». FrauJahn: Wahrscheinlich AnnaJahn, keine näheren Angaben bekannt. Herr Leser: Keine näheren Angaben bekannt. 615 [RudolfSteiner:]: Einfügung durch den Herausgeber. Burg Rödelbeim: Schloss Rödelheim, Solmser Schloss, ursprünglich eine mittelalterliche Burganlage in Frankfurt-Rödelheim, später zu einem Schloss umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg zerstört. 616 Herr Lippelt: Keine näheren Angaben bekannt. 617 Frau Dr. Grosbeintz: Nelly Grosheintz-Laval (1875-1955); Ehefrau von Emil Grosheintz. 618 f. Es ist eine Ankündigung uon einer Bucbbandlung erschienen: Weder die Buchhandlung noch die Ankündigung konnten ausfindig gemacht werden. 619 Max Heindel: Pseudonym, mit bürgerlichem Namen Carl Louis Fredrik Grasshoff (1865-1919), Theosoph und Rosenkreuzer, Begründer der ro senkreuzerischen Schule Rosicrucian Fellowship. - Rosicrucian CosmoConception on Christian Occult Science erschien 1909 in Deutsch unter dem Titel Die Weltanschauung der Rosenkreuzer oder mystisches Christentum. - Steiner nahm Fredrik Grasshoff sowohl in die Esoterische Schule als auch in den freimaurerischen Misraim-Dienst auf. Grasshoff gibt an, im April/Mai 1908 in Deutschland den Besuch eines älteren Rosenkreuzerbruders erhalten zu haben und eingeweiht worden zu sein. Am 8. August 1909 gründete er als Max Händel in den USA den Rosicrucian Fellowship. 619 <Tbeosopbie] und ·Initiation and its Rcsülts>: Gemeint sind: Theosophie. Eine Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung, GA 9, sowie der zweite Teil des in englischer Übersetzung in zwei Bänden erschienenen Werks Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?, GA 10. 620 [GrassbofQ: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «Grashof». Der Vater der beiden Jungen bat einen Prozess gegen Misses Besam angestrengt, um seine Söbne wieder zu bekommen: Jiddu Narayaniah, der Vater von Krishnamurti, richtete am 21. März 1912 ein vertrauliches Schreiben an Rudolf Steiner (RSA 088/11), in dem er diesen um Beistand in seinen Bemühungen bat, die Söhne aus der Hand C. W. Leadbeaters und Annie Besants zurückzuerhalten. In erster Instanz gewann der Vater am 15. April 1913 einen Prozess gegen Annie Besant. Doch Annie Besant bewirkte eine Revision,durch die das Urteil wiederaufgehoben wurde. So blieb Krishnamurti bis zu seiner Volljährigkeit unter ihrer Vormundschaft und bis 1929 das Oberhaupt vom «Order of the Star in the East·. Danach löste er selbst den Orden wieder auf (siehe auch Hinweis auf S. 28). - Der Brief wurde faksimiliert, übertragen und kommentiert abgedruckt: Stephan Widmer und Claudius Weise: ·Fundstiick XVIII: Brief des Vaters vonJiddu Krishnamurti an Rudolf Steiner·, in: die Drei, Nr. 9, 2015, S. 73. 621 Hier steben 'wir, wir baben nicbt anders gekonnt, die Geister der Welt, die göttlichen Geister mögen uns helfen: Anspielung auf die legendär überlieferten Schlussworte Martin Luthers vor dem Reichstag in Worms vom 17. April 1521: «Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen.» Zum autobiogra/iscben Vortrag RudolfSteiners am 4. Februar 1913: Über die Kindbeits- undJugendjahre bis zur Weimarer Zeit Textgrundlage: Einige Seiten dieses Vortrages über die Kindheit wurden im Nachrichtenblatt Nr. 19/1925 unter dem Titel «Ein Jugenderlebnis Rudolf Steiners» veröffentlicht. Der Vortrag wurde erstmals vollständig im Nachrichtenblatt Nr. 13-19/1946 unter dem Titel ·Selbsterziehung - Dr. Steiners  Kindheits- und Jugendjahre bis zur Weimarer Zeit» von Marie Steiner redigiert publiziert. Ihr lagen damals zwei verschiedene stenografische Vortragsmitschriften zugrunde, wovon die eine vermutlich von Walter Vegelahn stammt (Vortragregister-Nr. 2699 B I-B III), die Herkunft der ändern dagegen unbekannt ist (Vortragsrek.ister-Nr. 2699 A II) .Von diesen Mitschriften liegen nur die langschriftlichen Ubertragungen vor, nicht aber die Originalstenogramme. Die Fassung von 1946 liegt auch - mit geringfügigen redaktionellen Änderungen - der in den Briefen uon RudolfSteiner von 1948, herausgegeben von Edwin Froböse und Werner Teichert, publizierten Fassung zugrunde. Für die vorliegende Publikation wurde die in den Beiträgen zur RudolfSteiner Gesamtausgabe Nr. 83-84/1984 auf den Seiten 2 bis 39 wiedergegebene Fassung als Textgrundlage gewählt. Für diese Fassung konnten damals zwei weitere stenografische Mitschriften berücksichtigt werden, beide im Originalstenogramm vorliegend; die eine stammt von Franz Seiler (VortragsregisterNr. 2699 C I), die andere von Bertha Reebstein-Lehmann (VortragsregisterNr. 2699 D I). Eine grundlegende Schrift Rudolf Steiners zu seiner Biografie ist Mein Lebensgang (GA 28), die vielfältige Parallelstellen aufweist. - Siehe auch: Walter Kugkr (Hrsg.): Rudolf Steiner: Selbstzeugnisse - Autobiograßscbe Dokumente, Dornach 2007. Zur Kindheit und Jugend Rudolf Steiners siehe insbesondere auch Martina Maria Sam: RudolfSteiner- Kindheit undJugend, 1861-1884, Dornach 2018. Siehe auch: Peter Selg: RudolfSteiner 1861-1925. Lebens- und Werkgeschichte (in drei Bänden), Arlesheim 2012. Einem großen Teil der Hinweise liegen die Nachforschungen von Carlo Septimus Picht (1887-1954) zugrunde. Der Vortrag wurde gehalten im Rahmen der ersten Generalversammlung der frisch begründeten Anthroposophischen Gesellschaft. In der Versammlung zur Auflösung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft zwei Tage zuvor am 2. Februar 1913 erbat sich Rudolf Steiner von den Anwesenden die Erlaubnis zu diesem autobiografischen Vortrag, um zu den Behauptungen von Annie Besant Stellung zu nehmen, er sei von den Jesuiten erzogen worden und habe sich von diesem Einfluss nicht genügend frei machen können. Diese autobiografische Skizze steht somit gewissermaßen am Übergang von der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft zur Anthroposophischen Gesellschaft. - Laut einem Tagebucheintrag von Margarita Wobschin soll dieser Vortrag drei Stunden gedauert haben (Tagebucheintrag 2. bis 13. Februar 1913, in: Erika Beltle/Kurt Vierl (Hrsg.): Erinnerungen an Rudolf SteineK Stuttgart 2001, S. 67). ZbC Seite 622 Sie können wirklicb überzeugt sein, ... zur Pflicht machen: Siehe das vorhergehende Protokoll zur Versammlung vom 2. Februar 1913 im vorliegenden Band, insbesondere S. 592. Kraljevec: Auf Deutsch ·Königsdorf», im Norden des heutigen Kroatiens, an der damaligen Bahnlinie Preßburg - Ödenburg - Nagy-Kanizsa  - Pettau. - Das in den offiziellen Dokumenten angegebene Datum ist stets der 27. Februar 1861. In: Mein Lebensgang (GA 28) heißt es entsprechend: ·In Kraljevec bin ich am 27. Februar 1861 geborenm Allerdings heißt es in einem handschriftlichen autobiografischen Fragment (Fragment 115 in: Fragmente, GA 46) «Meine Geburt fällt auf den 25. Februar. Zwei Tage später wurde ich getauft.» - Näheres zur Diskussion um das Geburtsdatum siehe u.a. M. M. Sam: RudolfSteiner - Kindheit und Jugend, 1861-1884, Dornach 2018; sowie Walter Kugkr (Hrsg.): Rudolf Steiner: Selbstzeugnisse - Autobiograßscbe Dokumente, Dornach 2007. 622 in einem Orte in der Nähe uon Wien: Mödling, ca. 10 km südwestlich von Wien. 622 f. eine ganze Anzahluon Knabenjabren in einem Orte an der Grenze von Niederösterreich und Steiermark: Pottschach, an der Semmeringbahn, zwischen Wiener Neustadt und dem Semmering. 623 Sein Vater: Johann Steiner (1829-1910), heiratete am 16. Mai 1860 Franziska Blie (1834-1918). Vgl. auch den Hinweis zu S. 650, Aandlkramerland1·. Schneeberges und des Sonmuendsteins: Namen von Gebirgsmassiven in Niederösterreich, unweit von Pottschach. 624 Semmeringbabn: Erbaut 1848-1854, eine der ersten der großen Gebirgsbahnen Europas. Wiener Hochquellenwasserleitung: Sie führte der Stadt Wien das Quellwasser aus dem Gebiet des Schneebergs zu. Es gab in dem Orte ... einen Pfarrer: Ignatz Artner, von 1859 bis 1887 Pfarrer in Pottschach. da ich schon in Kraljeuecgetauft worden war: Laut mündlicher Auskunft M. M. Sam wurde damals üblicherweise nicht in Kraljevec, sondern in Draskovec getauft. meine Geschwister: Leopoldine Steiner (1864-1927) und Gustav Steiner (1866-1942). 625 im Nachbarorte einen anderen Pfarrer: Zisterzienserpater Robert Andersky (1814-?), von 1861 bis 1875 Pfarrer der Gemeinde St. Valentin. Vgl. die Schilderung in: Mein Lebensgang, GA 28, 9. Aufi. Dornach 2000,S.10f. Zelotismus: So viel wie Glaubensfanatismus; von altgriechisch [1qküriiC, zelotes, was so viel wie «Eiferer» bedeutet. 626 an eine andere Bahnstation versetzt: Neudörfl, 1641 gegründet. Sein Name entstand aus dem Streit der Wiener Neustädter gegen das ·meue DOrfilm Cisleitbanien und Transleitbanien: Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich wurden die Länder in eine österreichische und eine un garischc Reichshälfte aufgeteilt. Geografische Grenze zwischen diesen beiden Gebieten war der Grenzfluss Leitha. Die Länder diesseits (cis) der Leitha gehörten der österreichischen, die Länder jensseits (trans) der Leitha der ungarischen Reichshälfte an. 626 die Persönlichkeit des Staberl: Eine Figur der Wiener Lokalposse, die einen Wiener Bürger (Paraplümacher) darstellt, der sich in fremdartigen Verhältnissen zwar ungelenk benimmt, aber durch Mutterwitz sich immer zu helfen weiß. Sic wurde erfunden von dem Wiener Lustspielund Romandichter Adolf Bäuerle (1784-1859), der die Figur erstmals am 23. Oktober 1813 in seiner Komödie Die Bürger in Wien. Lokale Posse in drei Akten im Leopoldstädter Theater auftreten ließ. Karl von Bernbrunn (1787-1854, Künstlernamen Karl Carl) adaptierte die Figur des Staberls für Aufführungen im Wiener Theater. Siehe hierzu: Wolfgang G. Vögele: dch bin der Herr Staberl, Paraplümacher aus Wien»; in: die Drei Nr. 12/2011, S. 7-21. - Bei dem erwähnten Ziehbilderbuch handelt es sich sehr wahrscheinlich um Campart's Zweites lebendiges Bilderbuch mit beweglichen Figuren. Zur Belustigung für Kinder. Staberl's Reiseabenteuer. Augsburg, 1875. eine Frauenspersönlicbkeit: M. M. Sam vermutet, dass es sich hierbei um Juliane Blie, eine Schwester von Rudolf Steiners Mutter, Franziska Steiner (geb. Blie), handelte (siehe M. M. Sam: RudolfSteiner- Kindheit undJugend, 1861-1884, Dornach 2018, S. 55 f.). ·Die Schwester meiner Mutter war auf tragische Art gestorben», schreibt Rudolf Steiner in einem handschriftlichen biografischen Fragment (Fragment 115 in: Fragmente, GA 46); "auf tragische Weise» ist dort eine nachträgliche Einfügung zwischen den Zeilen. 627 wer so etwas in seinerfrüben Kindbeit erlebt: Das Erlebnis mit der verstorbenen Verwandten dürfte in das letzte PottschacherJahr (1868) fallen, und cs dürften sich daran die Natureindrücke knüpfen, die sich teilweise in der Märchendichtung ·Das Quellenwunder» in Rudolf Steiners szenischem Lebensbild Die Prüfung der Seele, in GA 14, spiegeln. 628 der ausgezeichnete Lebrer dieser Bauernscbule: Heinrich Gangl, Hilfslehrer. Grafen SzCcbenyi: Stephan Graf von SzCchenyi, 1792-1860, ungarischer Staatsmann mit dem Beinamen «der größte Ungar». ln jenem Orte lebte selbstuerständlicb auch ein Pfarrer: Franz Maräz, 1860-1873 Pfarrer von Neudörfl, dann Domherr in Ödenburg. Vgl. die Schilderung in: Mein Lebensgang, Dornach 2000, S. 24-26. 629 als die Ungarn anßngen zu magyarisieren: Die unter habsburgischer Herrschaft stehende österreichische Monarchie wurde 1867, u. a. veranlasst durch den Widerstand der führenden magyarischen Schichten gegen die österreichische Alleinherrschaft, zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn umgewandelt. Siehe Hinweis zu S. 392.  629 Was nun missuerstanden worden ist: Edouard SchurC hatte in seinem Vorwort zur französischen Übersetzung von Rudolf Steiners Buch Das Christentum als mystische Tatsache überschwänglich, in biografischen Angaben über Rudolf Steiner, geschrieben: ·La poesie du culte, la profondeur des symboles l'attirait mysterieusement ...», was eben ein Missverständnis SchurCs war, das alsbald von gegnerischer Seite mit den Worten, Rudolf Steiner habe «als Chorknabe beim Altardienst tiefe religiöse Eindrücke empfangen», zur Anspielung auf die angebliche jesuitische Erziehung missbraucht wurde (siehe Hans Freimark (1881-1945): Geheimlehre und Gebeimwissenscbaft», Leipzig 1913, S. 84 f.). - In seinem Lebensgang schrieb Rudolf Steiner: «Das Feierliche der lateinischen Sprache und des Kultus war ein Element, in dem meine Knabenseek gerne lebte.» (aus: Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 27) enragierter: von französisch enragC, eigentlich «toll, wütend»; so viel wie ·1eidenschaftlich von etwas eingenommen seim. Freimaurerloge: 1871 eingeweiht alsJohannes-Loge «Humanitas» (siehe ·Einweihung der Loge Humanitas in Neudörfl» in: Hajnal 1871/72, S. 273 ff.). - Franz Maräz, der Pfarrer von Neudörfel, der in den Kindheitsjahren Rudolf Steiners eine prägende Rolle spielte, kämpfte heftig gegen das Freimaurertum. 630 uon MoCnik: Franz Ritter von MoCnik, 1814-1892. Von den verschiedenen Lehrbüchern für Geometrie dieses Autors kommen infrage: Lehrbuch der Geometrie. Mit 265 in den Text eingedruckten Holzschnitten, Wien 1856 und Anfangsgründe der Geometrie in Verbindung mit dem Zeichnen. Für Unterrealscbulen. Mit 223 in den Text gedruckten Holzschnitten», 12. umgearbeitete Auflage, Prag 1867. - Das Lehrbuch der Geometrie, 2. Aufi., Wien 1851 ist in Rudolf Steiners nachgelassener Bibliothek vorhanden (RSB Ma 48). 631 dass man den Knaben nicht in das Gymnasium, sondern in die Realschule schickte: Der Knabe Rudolf Steiner selbst wäre gerne ins Gymnasium gegangen. Die Realschule war der ausgesprochene Wunsch des Vaters - zu Rudolf Steiners gutem Karma, wie er später sagte (vgl. Vortrag vom 1. November 1918, in: Gescbicbtlicbe Symptomatologie, GA 185). 632 Dann kam der Knabe aufdie Realschule in die benachbarte Stadt: Wiener Neustadt. - Ab dem Schuljahr 1871/72 besuchte Rudolf Steiner die Landes-Oberrealschule in Wiener Neustadt, einem damals bedeutenden Industriezentrum. Der Besuch der Schule war möglich geworden, da der Vater eine Prüfung an der Volks-Biirger-Schule in Wiener Neustadt veranlasste. Das Prüfungszeugnis vom 28. September 1872 weist in allen Fächern ein ·sehr gut» auf. Allerdings verlief die wenige Tage später stattfindende Prüfung an der Landes-Oberrealschule in Wiener Neustadt weniger glänzend, aber doch so, dass Rudolf Steiner als Schüler angenommen wurde.  632 zu Fuß nach Hause zu kommen: Bei diesen Fußmärschen ging die um zwei Jahre jüngere Schwester Rudolf Steiners, Leopoldine, oft ihrem Bruder entgegen, um, wie sie erzählte, ihm die schwere Büchermappe tragen zu helfen, in der ersten Zeit auch, um ihm «in der Angst vor Zigeunern» beizustehen. - Rudolf Steiner berichtet in einem autobiografischen Manuskript davon, dass der tägliche Schulweg auch ein Moment reicher spiritueller Erlebnisse war (RSA NZ 5097-5099); vgl. auch den Eintrag Ita Wegmans vom 27. Februar 1941 in ihr Notizbuch (Nr. 71) auch (siehe Peter Selg: RudolfSteiner 1861-1925. Lebens- und Werkgescbicbte, Bd. 1, S. 89). eine wohltätige Frau: Adele Lackinger (?-1881), deren Mann Oberbuchhalter in der Lokomotiv-Fabrik Wiener Neustadt war. 633 Zunächstwar da derDirektor der Realschule: Heinrich Schramm (18391886), Direktor und Landes-Schulinspektor (1868-74), Leiter der OberRealschule Wiener Neustadt, an welcher er seit 1864 ordentlicher Lehrer der Mathematik gewesen war. Er veröffentlichte im AchtenJahresbericht der Schule (1873) den Programm-Aufsatz: ·Die Anziehungskraft betrachtet als eine Wirkung der Bewegung». An jener Realschule war ein ausgezeichneter Lehrerfür Physik und Mathematik: Laurenz Jelinek (Lebensdaten unbekannt), von der dritten Klasse an Lehrer Rudolf Steiners in Mathematik und Physik. Er veröffentlichte im NeuntenJahresbericht der Schule, der am Ende des Schuljahres 1873/74 erschien, den Programm-Aufsatz über Wahrscheinlichkeitsrechnung: «Die Würfelzahlen und die Zerlegung einer ganzen Zahl in eine Summe von ganzen Zahlen, deren größte gegeben ist». der Lehrer der Geometrie: Georg Kosak (1836-1914), von der zweiten Klasse an Lehrer Rudolf Steiners in darstellender Geometrie und geometrischem Zeichnen.lm ZwölftenJahresbericht der Schule findet sich sein Programm-Aufsatz: ·Über den geometrischen Ort des constanten Quotientenm Diesen Lehrer, der später in Graz wohnte, wollte Rudolf Steiner, als seine Vortragstätigkeit ihn nach nahezu dreißig Jahren dorthin führte, besuchen, erreichte ihn aber leider nicht (siehe Vortrag 11. Juni 1924, in: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band 5, GA 239). 634 von Lüben: Heinrich Borchert Liibsen (1801-1864), Einleitung in die lnßnitesimal-Recbnung (Differential- und lntegml-Recbnung) zum Selbstunterricbt, Hamburg 1855, 5. Auflage Leipzig 1874. Einleitung in die Mecbanik. Zum Selbstunterricht mit Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Lebens, Hamburg 1858, 5. verbesserte Auflage Leipzig 1871. Ausführliches Lehrbuch der Analysis, desgl., Hamburg 1853. Ausführliches Lehrbuch der Arithmetik und Algebra, desgl., Oldenburg 1835, 8. und 9. Auflage 1865-67. Ausführlich« Lehrbuch der ElementarGeometrie, desgl., Hamburg 1851, 8.-10. Auflage Leipzig 1865-67. Aus fübrliches Lehrbuch der analytischen oder böheren Geometrie, desgl., Hamburg 1842, 10. Auflage Leipzig 1874. Ausführliches Lehrbuch der ebenen und sphärischen Trigonometrie, desgl., Hamburg 1852, 5. und 6. verbesserte Auflage Leipzig 1865-67. 634 was sein Direktorgescbrieben hatte über die m4nziebungskraft betrachtet als eine Wirkung der Bewegung»: Siehe Hinweis zu S. 633. 635 uon einem Gebilfen seines Vaters: Balus, aus Sauerbrunn bei Neudörfl, keine näheren Angaben bekannt. Im seinem Lebensgang berichtet Rudolf Steiner von einem Beamten-Kollegen seines Vaters, der ihn mit Auszügen aus wissenschaftlichen Büchern versorgte (GA 28, Dornach 2000, S. 49). Nach C. S. Picht handelt es sich hierbei um dieselbe Persönlichkeit, die Rudolf Steiner auch das Buchbinden beibrachte (siehe C. S. Picht: «Aus der Schulzeit Rudolf Steiners», in: Zur Pädagogik Rudolf Steiner, Jahrgang IV, 6. Heft, Februar 1931, S. 253-267). das gelesenste Buch: Allgemeiner Maß- und Gewichtskalender, Ausfübrlicbe Umwandlungs-Tabellen sämtlicher in Österreich- Ungarn gebräucblicben und neuen Maße und Gewichte. Bearbeitet und zusammengestellt von einem Fachmann, Wien 1874. - Siehe hierzu auch das autobiografische Manuskript Rudolf Steiners (RSA NZ 5097-5099). ein sehrfreigeistigerArzt: Dr. med. Carl Hickel (1812-1905), prakt. Arzt und Bahnarzt. Er wohnte in Wiener Neustadt in der Frauengasse, an der Ecke, die auf den Pfarrplatz mündet. Noch am 6. Januar 1893, schwer krank und fast erblindet, schrieb cr an Rudolf Steiner. Siehe Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 49/50. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 29f. 637 Darstellende Geometrie und Zeichnen: Das Fach, das (zuerst von Edw. Grossmann und dann) von Georg Kosak unterrichtet wurde, hieß von der ersten bis zur vierten Klasse «Geometrie und Zeichnen», von der fünften bis zur siebenten Klasse «Darstellende Geometrie und Zeichnen», daneben gab es das Fach ·Freihandzeichnem. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 37f. Reclam'scbe Uniuersal-Bibliotbek: Die Bändchen begannen 1867 zu erscheinen, Kant'sche Werke darin aber erst von Mitte der 70er- bis Anfang der 80er-jahre, und zwar: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf; Kritik der Urteilskraft; Kritik derpraktiscben Vernunft; Kritik der reinen Vernunft; Von der Macht des Gemüts, durcb den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein; Die Religion innerbalb der Grenzen der bloßen Vernunft; Der Stand der Fakultäten; Träume eines Geistersebers. Die Kritik der reinen Vernunft erschien als erstes philosophisches Werk bei Reclam im Mai 1877; Rudolf Steiner war da gerade 16 Jahre alt. der Geschichtslehrer: Franz Kofler (1844-1901), unterrichtete Geschichte, Geografie und Deutsch. Siehe auch Vortrag vom 18. Mai 1924  in: Esoteriscbe Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge, Bd. 2, GA 236 und Vortrag vom 13. Juni 1924 in: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge, Bd. 5, GA 239. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 39f. 638 ein sehr guter Cbemielebrer: Hugo von Gilm (1831-1906). Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 43 f. Hermann uon Gilm: 1812-1864, Halbbruder von Hugo von Gilm, lyrischer Dichter, von freisinniger Anschauung in Politik und Religion und begeistert für sein Heimatland Tirol. Bezeichnend sind auch seine ·Jesuitenlieder». Graf Cbambord: Heinrich Karl Ferdinand Marie Dieudonne von Artois, Herzog von Bordeaux, Graf von Chambord (1820-1883). Der zweimalige Versuch der legitimistischen Partei, ihn als Heinrich V. auf den französischen Thron zu erheben, scheiterte. Er lebte daher als begüterter Landedelmann auf seinen Besitzungen (vgl. auch Vortrag vom 1. November 1908 in: Geschichtliche Symptomatologie, GA 185). Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 19f. 639 Bücberuon Lindner: Gustav Lindner (1828-1887); Lehrbuch derempirischen Psycbologie, Wien 1858; Einleitung in das Studium der Pbilosopbie, Wien 1866. die Herbart'scbe Pbilosopbie: Johann Friedrich Herbart (1776-1841), Philosoph und Pädagoge; Begründer des sog. Herbartianismus und der Allgemeinen Pädagogik. der Lehrer der deutschen Sprache: Josef Mayer (1844-1929), Lehrer für Deutsch, Geschichte, Geografie und Stenografie. Siehe auch Vortrag vom 18. Mai 1924 in: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge, Bd. 2, GA 236 und Vortrag vom 13. Juni 1924 in: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenhänge, Bd. 5, GA 239. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28. Dornach 2000, S. 45 f. Undnacb dem Abiturientenexamen: Das MaturitätsZeugnis der Oberrealschule von Wiener Neustadt trägt das Datum 5. Juli 1879. Dort heißt es am Ende: ·Da hiernach der Examinand den gesetzlichen Anforderungen mit Auszeichnung entsprochen hat, so wird ihm hierdurch das Zeugnis der Reife zum Besuche einer technischen Hochschule ausgestellt». Das Zeugnis ist mitunterzeichnet vom Landesschul-lnspektor Regierungsrat Eduard Walser, der 1884 die Familie Specht auf Rudolf Steiner aufmerksam machte. ·Weltgescbicbte» uon Rotteck: Karl von Rotteck (1775-1840), Allgemeine Weltgeschichte, Freiburg i.Br. 1812 bis 1827, 9 Bände. Vgl. Rudolf Steiner: Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 43f. dass der Knabe nurpßicbtgemäß in den ersten uierJahren an dem Religionsunterricht teilgenommen bat: Der Religionsunterricht war damals  obligatorisch bis zur vierten Klasse der Oberrealschule. Wies das Zeugnis des ersten Halbjahres der ersten Klasse noch die Note «befriedigend» auf, so hieß es am Ende der vierten Klasse «vorziiglich». 640 und der Vater ließ sich an einen Bahnbofin der Nähe uon Wien uersetzen: Inzersdorf, unmittelbar südlich von Wien, an der Bahnlinie Wien - Münchendorf- Pottendorf- Wiener Neustadt. Rudolf Steiner wohnte dort von Herbst 1879 bis zum 20. Juni 1882. Träume eines Geistersehers, erläutert durcb Träume der Metaphysik: Diese Schrift Kants erschien 1766 als Kritik an Emmanuel Swedenborg (1688-1772), dem schwedischen Wissenschaftler und Mystiker. Karl Leonbard Reinhold: 1757-1823, eigenständiger postkantianischer Philosoph; aus Österreich stammender Vertreter der Aufklärung. Traugott Krug: Wilhelm Traugott Krug (1770-1842), Fundamentalphilosophie, Züllichau 1803, 3. Auflage Leipzig 1827, worin die Grundidee seines philosophischen Systems als «transzendentakr Synthetismus» bezeichnet ist. Erließ sich dann in der Tat einschreiben an der Technischen Hochschule in Wien: Das Datum der Immatrikulation ist der 3. Oktober 1879. Als Sohn eines Eisenbahnbeamten bekam Rudolf Steiner nach Erfüllung gewisser Vorbedingungen wie Mittellosigkeit der Eltern und gute Noten ab dem zweiten Studienjahr ein jährliches Stipendiums von 300 Gulden, das nach dem Erbauer der Semmeringbahn, Ghega-Stipendium genannt wurde. 641 KarljuliusScbrö"er: 1825-1900, Pädagoge, Sprach- und Goetheforscher, väterlicher Freund und geistiger Förderer Rudolf Steiners in den 80erJahren. Seit 1867 Professor für Literatur an derTechnischen Hochschule, Wien. Überseine diesbezügliche Tätigkeit heißt es in der Gedenkschrift dieses Instituts (Wien 1915): ·Er behandelte in seinen Vorlesungen nicht nur die Geschichte der deutschen Dichtung überhaupt und des 19. Jahrhunderts insbesondere, sondern auch hervorragende Dichter wie Walther von der Vogelweide, Goethe und Schiller, las über deutsche Grammatik als Wissenschaft und Unterrichtsgegenstand, über die deutschen Klassiker und die deutsche Bühne und richtete für die seit 1870/72 auftauchenden Übungen im mündlichen Vortrage und in der schriftlichen Darstellung in der durch ihn begründeten <Deutschen Gesellschaft> eine Art Seminar ein. So entfaltete Schröer eine ziemlich ausgreifende Lehrtätigkeit und wagte sich auch an einige Vortragsprobleme, die dem Techniker im Allgemeinen etwas ferner liegen». - Rudolf Steiner gab von Karl Julius Schröer ein umfassendes Bild in: Vom Menschenrätsel, Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reibe deutscher und österreichischer Persönlicbkeiten, GA 20. Siehe auch: Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 54f. - Vgl. auch Walter Beck: KarlJulius Scbröer. Eine Biografiie mit neuen Dokumenten, Dornach 1993.  641 Schon im erstenJahre des Hochschulstudiums: 1879/80. Nennen wirjene Persönlichkeit, wie sie mit ihrem Vornamen wirklich hieß, Felix: Felix Koguzki (1833-1909). In seinem erhalten gebliebenen Tagebuch findet sich die Eintragung: «Herr Steiner jun., Studiosus, in Inzersdorf wohnhaft, besuchte mich Sonntag, den 21. August a. D. 1881; leider war ich nicht zu Hause. - H. St. war zum zweiten Mal auf Besuch bei mir Freitag. 26. d.M. u.j." (siehe hierzu Emil Bock: RudolfSteiner. Studien zu seinem Lebensgang und Lebenswerk, Stuttgart 1967). - Siehe auch: Peter Selg: Rudolf Steiner und Felix Koguzki. Der Beitrag des Kräutersammlers zur Antbroposopbie, Arlesheim 2000. eineranderen Persönlichkeit: Diese ist nicht bekannt. Rudolf Steiner hat sie lediglich einmal als eine ·sehr bedeutende PersiSnlichkeit» bezeichnet (siehe Friedrich Rittelmeyer: Meine Lebensbegegnung mit RudolfSteiner, 10. Aufi. 1983, S. 103). Vgl. auch Rudolf Steiners Aufzeichnungen für Edouard SchurC, 1907 (in RudolfSteiner, Marie Steiner-von Siuers: Briefwechsel und Dokumente, GA 262) sowie den Brief Rudolf Steiners an Friedrich Eckstein (1861-1939) vom 30. November 1890 in: Rudolf Steimt Briefe Band ll, Dornach, 1987, GA 39, S. 51: ·Es gibt zwei Ereignisse in meinem Leben, die ich so sehr zu den allerwichtigsten meines Daseins zähle, dass ich überhaupt ein ganz anderer wäre, wenn sie nicht eingetreten wären. Über das eine muss ich schweigen; das andere aber ist der Umstand, dass ich Sie kennenlernte.» 642 Geheimwissenschaft: Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriss, GA 13, 1910. Ein Buch war es, das er gleichsam als Anhaltspunkt benutzte: Konnte bisher nicht festgestellt werden. Siehe auch Hella Wiesberger: ·Rudolf Steiners Lebenswerk in seiner Wirklichkeit ist sein Lebensgang. Die drei Jahre 1879-1882 als eigentliche Geburts-Zeit der anthroposophischen Geisteswissenschaft», in: Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 49-50/1975. Hella Wiesberger weist auf Lazar Hellenbachs 1882 erstmals publiziertes Buch Die Magie der Zahlen als Grundlage aller Mannigfaltigkeit und das scheinbare Fatum (RSB O 163) hin. eine aufwärts- und eine abwärtsgehende Doppelströmung: Siehe Hella Wiesberger: «Rudolf Steiners Lebenswerk in seiner Wirklichkeit ist sein Lebensgang. Die drei Jahre 1879-1882 als eigentliche GeburtsZeit der anthroposophischen Geisteswissenschaft», in: Beiträge zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 49-50/1975. Es warin der Zeit...: Siehe hierzu Rudolf Steiners Brief ·An Josef Köck· vom 13. Januar 1881 in Briefe, Band I, 1881-1890, GA 38, Dornach 1985, S. 13. die literarhistorischen Vorträge KarlJulius Schröers: Die Vorlesungen hießen Deutsche Literatur seit Goethe und Schillers Leben und Werke; siehe Martina Maria Sam: RudolfSteiner- Kindbeit undJugend, Dornach 2018, S. 435.  642 die Herbart'scbe Pbilosopbie, namentlich die ietaphysik»: Johann Friedrich Herbart, «Allgemeine Metaphysik nebst den Anfängen der philosophischen Naturlehre», zwei Bände, Königsberg 1828/29. Robert Zimmermann: 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph, von 1861 bis 1895 Professor der Philosophie an der Universität Wien. 643 Ottokar Lorenz: 1832-1904, von 1856 bis 1865 Professor der Geschichte an der Wiener Universität, von 1885 an in Jena. Erbatte auch in der Zwischenzeit: Siehe hierzu die Übersicht in: Martina Maria Sam: RudolfSteiner- Kindheit undJugend, Dornach 2018, S. 435f. Franz Brentano: 1838-1917, Philosoph, ein Neffe Clemens Brentanos, bis 1873 katholischerTheologe, dann bis 1895 Professor der Philosophie in Würzburg. Siehe z.B. auch Rudolf Steiner: Von Seelenrätseln, GA 21 sowie den Aufsatz ·Philosophenhände» vom 1923 in: Der Goetbeanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart, GA 36. In welchenpäpstlichen Urkunden: Vgl. dazu die Parallelstelle im Vortrag vom 26. Dezember 1909 in: Die tieferen Geheimnisse des Menscbbeitswerdens im Lichte der Euangelien, GA 117, 644 und er war aucb ein Jahr Rektor an der Wiener Uniuersität: Im Jahr 1880. ein ganz schwarzer Radikaler zum Rektor: Anselm Ricker (1824-1902), Pastoraltheologe. ·Pereat!pereat!»: So viel wie «Nieder mit ihm!», wörtlich: Er komme um, er möge untergehen. wie er einmal einen Vortrag gehalten batte: Der Vortrag von Ottokar Lorenz fand 1893 bei der VIII. Generalversammlung der GoetheGesellschaft in Weimar statt über das Thema: ·Goethes politische Lehrjahre» (Berlin 1893); es wurde darin in besonderer Ausführlichkeit Goethes Abhängigkeit in politicis von Carl August und seine Tätigkeit für den Fürstenbund behandelt (vgl. Goetbe-jabrbucb, XV. Band, Frankfurt a. M. 1894). Carl August: Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828). über die Beziehungen der Tätigkeit uon Carl August zur übrigen deutschen Politik: Siehe hierzu auch: Goethe, KarlAugust und Ottokar Lorenz: Ein Denkmal, Dresden 1895 (RSB GÖ278). 645 Edmund Reitlinger: 1830-1882, ab 1866 Professor der Physik an der Technischen Hochschule, Wien; Edmund Reitlinger, Carl Woldemar von Neumann und C. Gruner:Johann Kepler, Stuttgart 1868. Vgl. Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 77 f. durch einen Kommilitonen: Moriz Zitter (1861-1921), stand bis zum Lebensende in freundschaftlicher Verbindung mit Rudolf Steiner; gab in  Hermannstadt die Deutsche Lesehallefür alle Stände heraus (darin u. a. ·Ein freier Blick in die Gegenwart» von Rudolf Steiner, 1884, in GA 30). Zitter zeichnete 1899 neben Rudolf Steiner und Otto Erich Hartleben (1864-1905) als Herausgeber des Magazinsfür Litteratur; etwa ab der Jahrhundertwende bis 1921 Verleger und Herausgeber der Wienerklinischen Rundschau. Vgl. Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 78 f. 645 Scbopenbauer-Ausgabe: ArtburScbopenbauers sämtlicbe Werke in zwölf Bänden. Mit Einleitung uon Dr. RudolfSteiner, in: Cottascbe Bibliothek der Weltliteratur. Einleitung daraus (Biografie Schopenhauers) in: Biogra/ien und biograßscbe Skizzen 1894-1905, GA 33. Studenten'uerein: Deutsche Lesehalle, vor 1881 Lese- und Redeballe der Technischen Hocbscbde in Wien, ursprünglich hervorgegangen aus dem Literarischen Studentenverein der Wiener Hochschulen. 646 Johannes Volkelt: 1848-1930; Erfahrung undDenken. Kritische Grundlegung der Erkenntnistheorie, Hamburg 1886. Rudolf Steiner nimmt in seinen erkenntnis-philosophischen Schriften immer wieder Bezug auf Johannes Volkelt. Auch an Johannes Volkelt schickte Rudolf Steiner 1882 seinen frühen Atomismus-Aufsatz (bisher in den Beiträgen zur Gesamtausgabe Nr. 63, vorgesehen für GA 46). Volkelt antwortete am 28. August 1882 mit einem langen Brief (RSA 089/III; abgedruckt in: Martina Maria Sam: Rudolf Steiner, Kindheit und Jugend, Dornach 2018, S. 368f.). Richard Falckenberg: 1851-1920, Philosophie-Historiker. In der nachgelassenen Bibliothek Rudolf Steiners findet sich sein Werk: Geschichte der neueren Pbilosopbie uon Nikolaus uon Kues bis zur Gegenwart (RSB 288 u. 289). Helmboltz: Hermann Helmholtz (1821-1894), deutscher Naturforscher, Physiologe. Kuno Fischer: 1824-1907, Geschichte der neueren Pbilosopbie, 10 Bände, Heidelberg 1897-1903. Baron Hellenbach: Freiherr (Baron) Lazar von Hellenbach (1827-1887), Philosoph und Sozialpolitiker. Rudolf Steiner bezeichnet ihn im öffentlichen Vortrag vom 30. Mai 1904 in Berlin (abgedruckt in: Spirituelle Seelenlehre und Weltbetrachtung, GA 52) als «eine Persönlichkeit, die heute noch unterschätzt wircb. Siehe auch Hinweis zu S. 642 über die Doppelströmung der Zeit. Aufsätze ... über die Farbenlehre: «Über das Verhältnis Thomas Seebecks zu Goethes Farbenlehre» und «Hundert Jahre zurück. Zur Farbenlehre» in der Cbronik des Wiener Goetbe-Vereins, herausgegeben von Karl Julius Schröer, Wien 1886, 1. Jg., 1. Bd. Nr. 1 bzw. 1887, 2.Jg., 1. Bd. Nr. Z Beide abgedruckt in: Methodische Grundlagen derAntbroposopbie 1884-1901, GA 30.  646 Josepb Kürschner: 1853-1902, Schriftsteller und Redakteur, lebte von 1881 bis 1892 in Stuttgart, gab von 1883 bis 1901 die Deutsche Nationalliteratur heraus. Diese umfasst 163 bzw. 221 Bände und Registerband, darin die Bände 82-117 Goethes Werke, darin XXXIII-XXXVI: Naturwissenscbaftlicbe Schriften, herausgegeben (mit Einleitungen und Erläuterungen im Text) uon Rudolf Steiner. Die beiden ersten Bände erschienen im Verlag W. Spemann, Berlin und Stuttgart, der sich mit Adolf Kröner (dem Besitzer des Cotta-Verlages und anderer Verlage) zur Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart verband, wo dann die weiteren Bände erschienen. Fotomechanischer Nachdruck nach der Erstauflage Dornach 1982. Selbstständige Ausgabe der «Einleitungen» von Rudolf Steiner in: Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften, GA 1. - Der Briefwechsel zwischen Karl Julius Schröer, Joseph Kürschner und Rudolf Steiner über die Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes (1882-1884) wurde in den Beiträgen zur RudolfSteiner Gesamtausgabe, Nr. 46, Dornach 1974 abgedruckt. Siehe auch RudolfSteiner. Briefe, Band 1(1881-1890), GA 38. mitzuarbeiten an dergroßen Goetbe-Ausgabe: Siehe hierzu u.a. Renatus Ziegler: Geist und Buchstabe, Basel 2018. 647 Erkenntnistbeorie der Goetbe'scben Weltanschauung: Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetbe'scben Weltanschauung mit besonderer Rücksicht aufSchiller, GA 2. Auf der Höhe: Titel eines Werkes von Bertold Auerbach, den Rudolf Steiner im Vortrag vom 29. Dezember 1889 mit dem Titel ·Die Frau im Lichte der Goethe'schen Weltanschauung» zitiert. Der Vortrag ist im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe abgedruckt in: Goethe und die Gegenwart, GA 68C. Hermann Hettner: 1821-1882, Literatur- und Kunsthistoriker, Freund Gottfried Kellers. Werke: Das moderne Drama, 1852; Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts, drei Bände, 1856-70; Griechische Reiseskizzen, 1853; Italienische Studien, 1879. Das sind ... alle Aufsätze, die geschrieben wurden: Alle genannten AuF sätze gelten als uerloren. Siehe hierzu «Das Aufsatzwerk Rudolf Steiners 18834889» in: Schriften zur Gescbicbte der anthroposophischen Bewegung und Gesellschaft 1902-1925, GA 37, Basel 2019, S. 583 sowie die dortige Liste «Das Aufsatzwerk Rudolf Steiners 1883A925» ab S. 687. Siehe auch Anm. 67 in Walter Kugler: RudolfSteiner - Selbstzeugnisse, Dornach 2007. Wiener ·Goetbe-Vereim: Im Mitgliederverzeichnis des Wiener GoetheVereins von 1889 ist Rudolf Steiner, Wien IX., Kolingasse 5, aufgeführt. Bei dieser Adressangabe muss es sich um einen Tippfehler handeln. Er hat lange Zeit zu der Fehlannahme geführt, Rudolf Steiner habe in Wien eine eigene Wohnung geführt. Tatsächlich aber wohnte Rudolf Steiner  bis September 1890 im Mezzanin in der Kolingasse 19 bei Familie Specht. - Der erste Vorsitzende des Wiener Goethe-Vereins war von 1878-1904 Karl Ritter von Stremayr (1823-1904), zeitweise Ministerpräsident von Cisleithanien. 647 seinen Vortrag über « Goetbe als Vater einer neuen Astbetikn Fand am 9. November 1888 unter dem Titel «Goethe als Vater einer modernen Ästhetik» statt. Den Titel «Goethe als Vater einer neuen Ästhetik» bekam er erst für die Ausarbeitung für die Deutschen Worte. Im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe publiziert in: Methodische Grundlagen der Anthroposophie 1884-1901, GA 30 (siehe dort auch: Goetbe als Astbetiker) und in: Kunst und Kunsterkenntnis, GA 271. Erzieher in einem Wiener Hause: Rudolf Steiner war auf Empfehlung des Wiener Realschuldirektors Dr. Eduard Walser vom 10. Juli 1884 bis zum 28. September 1890 im Hause von Ladislaus (1834-1905) und Pauline (1846-1916) Specht, Wien IX., Kolingasse 19, als Erzieher von deren vier Söhnen Richard, Otto, Arthur und Ernst tätig. Hinzu kam noch deren Cousin Hans Specht, der zusammen mit seinen Eltern Helene (1851-1938; Schwester von Pauline) und Ladislaus Specht (1847-1932; Neffe ihres gleichnamigen Schwagers) gewissermaßen im selben Haushalt lebte (siehe auch Martina Maria Sam: ·Ich bitte um Nachricht, wie es meinem geliebten Hans geht» in: Das Goetheanum, Nr. 39-40/2019). - Vgl. hierzu das Kapitel ·Hauskhrcr in der Familie Specht; Goethestudien» in: Mein Lebensgang, GA 28; siehe außerdem: RudolfSteiner als Hauslebrer und Erzieher, Wien 1884-1890, in: Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Nr. 112-113/1994. - Otto und Ernst Specht waren Gymnasiasten, die anderen Realschüler. 647 f. Vertreter des ... Baumwollhandels: Siehe hierzu Rudolf Steiners Ausführungen im Vortrag vom 23. Januar 1921, in: Die Verantwortung des Menschenfür die Weltentwicklung, GA 203. 648 Und die beiden Frauen, zwei Schwestern - es lebten in diesem Hause: Neben der Familie von Pauline und Ladislaus Specht (senior) lebte im selben Haus die Familie der Schwester von Pauline Specht: Helene Specht. Sic war vermutlich mit einem Bruder von Ladislaus Specht verheiratet. und in der ·Erkenntnistbeoric>: Gemeint ist die Schrift Rudolf Steiners: Grundlinien einer Erkenntnistbeorie der Goetbe'scben Weltanschauung mit besonderer Rücksicbt aufScbiller, GA 2. Erzieber von Knaben: Otto u. Ernst waren Gymnasiasten, die anderen Realschüler. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 104f. Dann bat er durchgemacht ...: Siehe hierzu Martina Maria Sam: Rudolf Steiner, Kindheit und Jugend, Dornach 2018, S. 435f. Wegen Abnormität bei dem einen Knaben: Siehe vor allem: Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 104 f.  649 Kalksburg-jetzt 'wirdscbon wiederein anderer Ort genannt: Kalksburg liegt südwestlich von Wien mit Jesuitenkloster; als anderer Ort wurde Bojkowitz in Mähren genannt, östlich von Brünn, nahe den Weißen Karpaten. Siehe hierzu den Bericht zur Versammlung vom 2. Februar 1913, S. 592 im vorliegenden Band. Marie Eugenie delle Grazie: 1864-1931, Dichterin, lebte seit 1872 in Wien. Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 120 f. Laurenz Müllner: 1848-1911, Professor der Philosophie in Wien, wurde 1894 Rektor der Universität Wien. Seine bei dieser Gelegenheit gehaltene Inaugurationsrede ·Die Bedeutung Galileis für die Philosophie» hat Rudolf Steiner oft erwähnt. Vergleiche die Ausführungen über Müllner in: Vom Menschenrätsel, GA 20. Darunterwar einer, dergrundgelehrt war in derSemitologie, den semitischen Sprachen, und der ein tiefer Kenner des Alten Testamentes war: Wilhelm Neumann, Ord. Cist., (1837-1919). Über Neumann vergleiche den Vortrag ·Die Bedeutung des Thomismus in der Gegenwart· vom 24. Mai 1920, in: Die Philosophie des Thomas von Aquino, GA 74. - Siehe auch Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 125 f. Conceptio immaculata: Vgl. Vortrag vom 14. Juni 1921, vorm., Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken I, GA 342; sowie Vortrag vom 1. Oktober 1921, nachm., in: Vorträge und Kurse über christlichreligiöses Wirken ll, GA 343. 650 Dieser Mann war ein Kirchenhistoriker der Wiener Uniuersität: Joseph Kopallik (1849-1897), ab 1886 Professor an der Universität Wien. Weil dann die Freimaurer umgingen: Vgl. Vortrag von 14. Juni 1921, vorm., in: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken I, GA 342. Heinrich Friedjung: 1851-1920, Historiker und politischer Schriftsteller, begründete die «Deutsche Wochenschriftm, die seit dem 4. November 1883 erschien. Sie nannte sich ·ein Organ für die gemeinsamen nationalen Interessen Österreichs und Deutschlands». Mitherausgeber war Dr. Joseph Eugen Russell, durch den Rudolf Steiner Anfang 1888 in die Redaktion aufgenommen wurde. Rudolf Steiner schrieb während ca. 7 bis 8 Wochen ab Mai 1888 die politischen Leitartikel (siehe Gesammelte Aufsätze zurKultur- und Zeitgescbicbte, GA 31). Friedjung, den Rudolf Steiner im Vortrag vom 9. Mai 1919 (in: Die Befreiung des Menschenwesens als Grundlagefür eine soziale Neugestaltung. Altes Denken und neues soziales Wollen, GA 329) als «lieben Jugendfreun& bezeichnet (vgl. auch Vortrag vom 12. April 1919 in: Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen. Die geistigen Hintergründe der sozialen Frage, Band II, GA 190), verkaufte die ZeitunG im Herbst 1886 an den deutschen Journalisten Joseph Eugen Russell. Uber diesen Verkauf kam es 1888 zum Streit, der schließlich Ende Juli zur Einstellung  der «Deutschen Wochenschrift» führte (siehe hierzu Martina Maria Sam: ·Rudolf Steiners kurzes Gastspiel als Redakteur der Deutschen Wochenschrift·», in: Das Goetbeanum, Nr. 25-26/2019, S. 16-19). 650 der Battenberger: Alexander Prinz von Battenberg (1857-1893), durch Zar Alexander I., seinen Oheim, 1879 als Alexander I. zum Fürsten von Bulgarien gewählt. Dankte 1886 mit Rücksicht auf seine schroffe Ablehnung durch Zar Alexander III. ab und führte von 1889 ab den Namen eines Grafen von Hartenau. Im Jahre 1887 wurde Prinz Ferdinand von Koburg als Ferdinand I. Fürst von Bulgarien. - Siehe (insbesondere zu Ferdinand von Bulgarien) auch die politischen Wochenschauen Rudolf Steiners in der Deutschen Wochenschrift in: Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901, GA 31. Robert Hamerling: Eigentlich Rupert Hamerling, 1830-1889, von 1851 bis 1866 Lehrer in Wien, Graz, Cilli und Triest; dann ganz als Dichter lebend; Homunkulus. Modernes Epos in zehn Gesängen, Hamburg 1888. Über Hamerling siehe auch Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884-1902, GA 32; sowie Vom Menschenrätsel, GA 20 und den Vortrag ·Robert Hamerling, ein Dichter und ein Denker und ein Mensch·, in: Wie erwirbt man sich Verständnisfür die geistige Welt?, GA 154. Siehe auch Thomas Kracht: Robert Hamerling, sein Leben - sein Denken zum Geist. Scbicksalan der Schwelle, Dornach 1989. - Rudolf Steiner schrieb 1888 einen Aufsatz in der Deutschen Wochenschrift über Hamerlings Homunkulus (abgedruckt in: Gesammelte Aufsätze zur Literatur 18841902, GA 32), der schicksalhafte Folgen in seinem Verhältnis zu Ladislaus Specht zeitigte. Siehe hierzu: Mein Lebensgang, Dornach 2000, S. 192f. Bandlkramerlandl: Gewöhnlich das ·Waldvierte1» genannt, das Robert Hamerling als seine Heimat einmal folgendermaßen schildert: ·Ich weiß nicht, wie viel die Erbauung einer Eisenbahn, welche das Waldviertel berührt, an der Weltabgeschiedenheit desselben geändert hat. Im Jahre 1867 war das Erscheinen eines Fremden dort noch ein Ereignis. Kam ein solcher zu Fuß oder zu Wagen des Weges, so blieben die pflügenden Rinder auf dem Felde stehen, um mit seitwärts gewendeten Köpfen die neue Erscheinung anzuglotzen. Der Bauer machte einige schwache Versuche, sie mit der Geißel anzutreiben - vergebens; am Ende tat er wie sie, und der Pflug rastete, bis der Fremde hinter dem nächsten Hügel oder Wäldchen verschwunden war. Auch das ein Bild von idyllischer Stimmung» (siehe Robert Hamerling: ·Die schönste Gegend der Erde», aus: Prosa, Skizzen, Gedenkblätter und Studien, Hamburg 1884, 2. Band). - Am Ende seines Briefes vom 30.Januar 1887 an Rudolf Steiner schreibt Hamerling: «Es macht mir Freude, dass der feine Kopf, dessen Bekanntschaft ich da so unerwartet machte, ein Österreicher, und noch dazu ein Landsgenosse von mir im engeren Sinne ist, der sich im NValdvierteb heimisch nennt. Klären Sie mich doch, ich bitte, über diese Ihre Lands mannschaft auf, geben Sie mir nähren Nachrichten von sich, und legen Sie freundlichst auch Ihre Photographie bei, wenn Sie mich wieder mit einem Schreiben erfreuen> (RSA 087/1; «Waldviertek wird der Norden Niederösterreichs genannt). 651 Nun Sie ... Sie Hamerling, Sie Scbwamerling: Konnte nicht nachgewiesen werden. Es war Veranlassung genommen worden: Siehe hierzu auch Andrea Hitsch: Inmitten ein einsamer Wanderer, Feldkirchen 2002, S. 171 f. Hier ist auch die Widmung Rudolf Steiners in dem Exemplar der Grundlinien einer Erkenntnistheorie für Hamerling wiedergegeben. Atomistik des Willens: Robert Hamerling: Die Atomistik des Willens. Beiträge zur Kritik der modernen Erkenntnis, zwei Bände, Hamburg 1891. ein Briefu'ecbsel mit Robert Hamerling: Von diesem Briefwechsel sind im Rudolf Steiner Archiv zwei Briefe und zwei Korrespondenzkarten Hamerlings an Rudolf Steiner erhalten (RSA 087/11). Am 30.1.1887 schreibt Hamerling an Steiner: «Ihr erkenntnistheoretisches Büchlein hat mir eine angenehme Überraschung bereitet und ich hätte gerne viel, sehr viel darüber geschrieben [...I Fast möchte ich wünschen, Sie hätten die Beziehung auf Goethes Erkenntnistheorie im Titel des Buches weggelassen. Was Sie bieten, ist weit mehr als eine Erläuterung der Goethe'schen Naturanschauung. [...] Ich kann hier nur sagen, dass Ihr Ringen, zwischen Idealismus und Realismus einen festen Standpunkt zu gewinnen, mir ungemein interessant ist, dass Ihr Büchlein mir ein sinniges Gedankenleben enthüllt hat, dass so manche feine und hübsche Bemerkung mich daraus angesprochen, und dass Ton und Stil des Ganzen - trotz mancher inhaltlichen Anregung zu Einwürfen - mich von Anfang bis zu Ende sympathisch berührt hät> Und am 11. Mai 1888 schreibt Hamerling: ·Warum mein lieber, hochgeehrter Herr, verwerten Sie diese feinsinnige Begabung nicht in reicherem Maße? Warum lassen Sie in der literarischen Welt nicht mehr von sich hören? Oder legen Sie Ihre Erzeugnisse in Blättern nieder, die mir nicht zu Gesichte kommen? [...I Wäre ich nicht schwer leidend und in allem nur mit Anstrengung tätig, so würde ich Sie um Ihre Freundschaft bitten und in regen brieflichen Verkehr mit Ihnen treten. Lassen Sie mich doch wenigstens etwas Genaueres erfahren über Ihre Stellung und Beschäftigung, Ihre Ziele und Zwecke.» Als nun die Goetbe-Ausgabe: Die Kiirschner'sche Ausgabe. (Siehe Hinweis zu Seite 646.) die Zeit, ujo er promouieren konnte: Die Promotion wurde erst am 26. Oktober 1891 (die Prüfung hatte Anfang Mai stattgefunden) von Weimar aus an der Universität Rostock erlangt auf der Grundlage der schon in Wien fertiggestellten Dissertation Die Grundfrage der Er kenntnistheorie mit besonderer Rücksicht aufFicbtes Wissenscbaftslebre. Prolegomena zur Verständigung des philosophierenden Bewusstseins mit sich selbst. In Buchform unter dem Titel Wahrheit und Wissenschaft, Vorspiel einer Philosophie der Freiheit, Weimar 1892, erschienen, um eine Vorrede und eine «Practische Schlussbetrachtung» erweitert, GA 3. - Siehe David Hoffmann, Walter Kugler, Ulla Trapp: RudolfSteiners Dissertation, Rudolf Steiner Studien Band V, Dornach 1991. 652 die großen Architekten: Heinrich von Ferstel (1828-1883), Professor der Baukunst an der Technischen Hochschule Wien, erbaute in den Jahren 1865-1879 die Votivkirche. Friedrich von Schmidt (1825-1891), Professor an der Kunstakademie Wien, erbaute in den Jahren 1872-1883 das Rathaus. Theophil von Hansen (1813-1891), Professor an der Kunstakademie Wien, vollendete 1883 das Parlamentsgebäude (Reichsratsgebäude), dessen Bau 1873 begonnen worden war. mit den enragierten Wagner-Anbängern: Z.B. Rudolf Steiners Jugendfreund Emil Schönaich (1860-1899). Siehe hierzu auch Mein Lebensgang, GA 28, Dornach 2000, S. 73 f. - Auch im Kreis von Marie Lang (1858-1934) herrschte zeitweise Wagner-Verehrung. Siehe auch den Vortrag vom 10. Juni 1923 in: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft, GA 258. zurAnerkennung Richard Wagners: Über Richard Wagner siehe z. B. die Vorträge Rudolf Steiners aus demJahre 1906 über die Musikdramen Richard Wagners, in: Die Welträtsel unddie Anthroposophie, GA 54; ferner den Vortrag ·Richard Wagner und die Mystik», gehalten am 2. Dezember 1907 in Nürnberg, in: Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben, GA 55. - Vgl. auch Michael Kurtz: RudolfSteiner und die Musik, Dornach 2013. ·Esoteriscben Buddbismus· von A. P. Sinnett ... Mabel Collins «Licht aufden Weg»: Alfred Percy Sinnett: (1840-1921), englischer Autor und Theosoph. Sein Buch Esoteric Buddbism erschien erstmals 1883 in London. Dessen deutsche Übersetzung erschien 1884 in Leipzig unter dem Titel Die esoterische Lehre oder Geheimbuddhismus. - Die Schriften der englischen Theosophin Mabel Collins (Pseudonym für Mrs Kenningdale Cook, 1851-1927) waren in der Theosophical Society sehr verbreitet und wurden auch von Rudolf Steiner geschätzt. Er schrieb dazu im Jahr 1904 eine Exegese (siehe Anweisungen für eine esoterische Schulung. Aus den Inhalten der esoterischen Schule, GA 245). Licht auf den Weg entsprang einer Inspiration durch den Meister Hilarion· (siehe Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264, Dornach 1996, S. 205). - Zu Sinnetts Esoterischem Buddhismus schreibt Rudolf Steiner in Mein Lebensgang, GA 28: ·Sinnetts ·Esoterischer Buddhismus> kam mir durch  einen Freund in die Hände, zu dem ich über diese Dinge sprach. Dieses Buch, das erste, das ich aus der theosophischen Bewegung kennenlernte, machte auf mich gar keinen Eindruck. Und ich war froh darüber, dieses Buch nicht gelesen zu haben, bevor ich Anschauungen aus dem eigenen Seelenleben heraus hatte. Denn sein Inhalt war für mich abstoßend; und die Antipathie gegen diese Art, das Übersinnliche darzustellen, hätte mich wohl verhindert, auf dem Wege, der mir vorgezeichnet war, zunächst weiter fortzuschreiten> (Dornach 2000, S. 137) 652 Einer bekannten Dame, die damals sehr schwer krank wak ... der von ihm für das österreichische Ofßziersexamen in Integralrechnung und Mathematik vorbereitet werden musste. Er wohnte im Hause der Familie, wo die sehr schwer kranke Dame uiar: Um wen es sich bei der ·schwer kranken I)ame» handelte, konnte bislang nicht ermittelt werden. Vermutlich war der Mann, der sich zum Offiziersexamen vorbereitete, Benno Rittervon Frobcl; cr schrieb Rudolf Steiner am 2. November 1883 einen Brief über den Verlauf des Examens (RSA: 086/IV). und auch mit anderen Theosophen: Vgl. den Vortrag vom 10. Juni 1923 in: Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verbältnis zur Antbroposopbischen Gesellschaft, GA 258. um den uor kurzem uerstorbenen Franz Hartmann: Siehe Hinweis zu S. 130. als die theosophische Bewegung überhaupt erstanßng: In Wien gründete sich eine theosophische Gruppe um Friedrich Eckstein (1861-1939) erst im Jahr 1887. Das war in den Jahren 1884 bis 1885: Die deutsche Ausgabe von Sinnetts Esoterischem Buddhismus erschien erstmals 1884. Die erste deutsche Ausgabe von Mabd Collins Licht aufden Weg erschien 1885. -Von Eduard von Hartmann erschien als Feuilleton-Beitrag zu Sinnetts Esoterischem Buddhismus in der Wiener Zeitung Nr. 292 vom 19. Dezember 1884, S. 3-5 unter dem Titel «Indische Gnosis». Im Tbeosopbist wurde in der Mai-Ausgabe des Jahres 1885 ein Reprint gebracht: ·Edward von Hartmann: Critisism of Esoteric Buddhism, by A. P. Sinnett, Wiener Zeitung». 653 Rosa Mayreder: 1858-1938, Schriftstellerin, auch bedeutend als Malerin. Seit 1893 im Vorstand des Allgemeinen Österreichischen Frauenuereins, wirkte sie mit Marie Lang und Auguste Fikkert zusammen, mit denen sie (seit 1895) die Dokumente der Frauen, die erste Zeitschrift für Frauenbewegung in Osterreich, herausgab. Der Beginn der Freundschaft zwischen Rudolf Steiner und Rosa Mayreder wurde durch den folgenden Brief Marie Längs an Rosa Mayreder vom 11. März 1890 eingeleitet: ·Liebe Rosa! Es tut mir unendlich leid, dass Du heut nicht zu mir kommen kannst, da ich mich schon wieder sehr nach Dir sehne. Ich haue Dir auch noch eine Mitteilung zu machen. Dr. Steiner, der feine liebenswiir dige Mann, von dem wir unlängst sprachen, freut sich auch sehr, Dich kennenlernen zu dürfen, und da ich nicht wusste, welche Tage Du in dieser Woche noch frei hast, so bat ich Steiner, morgen Mittwoch zu uns zu kommen, um uns die Freude, Dich kennenzulernen, baldigst bereiten zu können. Ich hoffe, Du zürnst nicht wegen der Eigenmächtigkeit. Wenn Du die Güte hättest, Krieghammer, den Du ja zu Dir eingeladen hast, mit einem Wort zu benachrichtigen, dass auch er zu uns kommen soll, so dürfte es morgen ein erfreulicher Abend für mich werden. Bitte, schreib mir eine Zeile, ob die Geschichte in Ordnung ist, denn Steiner kommt erwartungsvollst. Deine Maric» - Siehe auch Mein Lebensgang, Dornach 2000, S. 158 f. Siehe auch den Aufsatz «Rosa Mayreder» in: Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884-1902, GA 32, Basel 2016, S. 51 f. 653 erwähnten ersten okkulten Erscheinung: Siehe in diesem Vortrag im vorliegenden Band S. 626. bei einer Kunstausstellung in Wien, u'o im Jahre 1888: Die Ausstellung dauerte vom 19. Mai bis zum 25. September 1888 im Österreichischen Kunstverein. Böcklin: Arnold Böcklin (1827-1901), Schweizer Maler des Symbolismus. Siehe auch Vortrag vom 4. Mai 1924 in: Esoterische Betrachtungen karmiscber Zusammenbänge, Bd. 2, GA 236, Dornach 1988, S. 109. Weimarscben Goetbe-Ausgabe: Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar, Weimar 1887 bis 1920. Abteilung 2, Naturwissenschaftliche Schriften: VI., VII., (VIII.), IX., X., XI., XII. Band, herausgegeben von Rudolf Steiner. - Siehe auch Rudolf Steiner: Editoriscbe Nachworte zu Goetbes naturwissenscbaftlicben Scbriften in der Weimarer Ausgabe (1891-1896), GA 1 f. Siehe auch Hinweis zu S.646. Großherzogin Sophie uon Weimar: Sophie Luise von Sachsen-Weimar, Prinzessin der Niederlande (1824-1897), Gemahlin des Großherzogs Karl Alexander (1818-1901), durch das Testament des Enkels Goethes, Walter von Goethe (gest. 1885) zur Erbin des Goethe'schen Familienarchivs ernannt, stiftete sie das Goethe-Archiv (später Goethe- und Schiller-Archiv). 654 Bernhard Supban: 1845-1911, Literarhistoriker, von 1887 bis zu seinem Tode durch Suizid Direktor des Goethe-Schiller-Archivs in Weimar. Siehe hierzu insbesondere Kap. IX und XIV in: Mein Lebensgang, GA 28. Jutta Hecker schildert in ihrer Monografie Rudolf Steiner in Weimar, Dornach 1988, S. 90, den tragischen Tod Suphans wie folgt: «Er knüpfte eine Schlinge, er türmte die Bände seiner berühmten HerderAusgabe aufeinander und stieß sie, darauf stehend, entschlossen mit den Füßen weg.· das alte Goetbe-Scbiller-Arcbiu: Das Goethe-und-Schiller-Archiv war anfangs im Weimarer Schloss untergebracht, von 1896 ab in dem jenseits  der Ilm von der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar errichteten Archivbau. 654 Richard Strauss: 1864-1949, Komponist, 1889-1894 Hofkapellmeister (neben Eduard Lassen) in Weimar. einen Vortrag zu halten über das «Märchen von der grünen Schlange und der scbönen Lilie»: Siehe: ·Über das Geheimnis in Goethes Rätselmärchen in den Unterhaltungen deutscher Ausg«mnderter» Vortrag vom 27. November 1891, in: Rudolf Steiner: Goetbe und die Gegenwart, GA 68c. die ·Pbilosopbie der Freiheit» ...: Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freibeit, GA 4; ders.: Wabrbeit und Wissenscbaft, GA 3. ein zweites Mal, um in einem wissenschaftlichen Klub einen Vortrag zu halten über die Beziehungen des Monismus zu einer spirituelleren, realeren Richtung: Siehe «Einheitliche Naturanschauung und Erkenntnisgrenzen·, gehalten im «Wissenschaftlichen Club in Wien», am 20. Februar 1893, abgedruckt in: Methodische Grundlagen derAntbroposophie 1884-1901. Gesammelte Aufsätze zur Philosophie; Naturwissenschaft, Ästhetik und Seelenkunde, GA 30. zUäS Steiner Ablehnendes über Haeckel zu sagen hatte: Unklare Textstelle. Der Vortrag ist in den Monatsblättern des wissenschaftlichen Clubs in Wien, Nr. 10/1893 auf den Seiten 89-99 publiziert worden. Im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe ist er in GA 30 abgedruckt. Dort finden sich allerdings nur zu Beginn einige wenige- anerkennende - Worte über Ernst Haeckel; im Übrigen aber setzt er sich primär mit Immanuel Kant und dessen Widerlegung auseinander. 655 «Stimmen aus /14aria-Laacb»: Das nun folgende Zitat entstammt der Besprechung des Buches Manuale di Teosopbia. Parte seconda. Teosopbia e cristianesimo, (von Giovanni Busnelli, Rom 1911) durch den jesuitischen Priester Otto Zimmermann in Stimmen aus Maria-Laacb, Nr. 6/1912. Busnelli spricht dort von einem «ehemals katholischen Priesterm Siehe auch den Hinweis zu S. 592. Christentum als mystisch Tatsache: Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache, GA 8. - Italienische Übersetzung: Rodolfo Steiner: Il cristianesimo quälefatto mistico, Trad. di Vittoria Wollisch con introduzione di Ed. SchurC, Palermo 1909. Esoterisches Christentum: Annie Besant: Esoterisches Christentum oder die kleinen Mysterien, autorisierte Übersetzung von Mathilde Scholl, Leipzig 1903. ln italienischer Übersetzung: Annina Besant: ll cristianesimo esoterico, o i misteri minori, Roma 1903. Misses Besantführt diese Dinge noch weiteraus: Im Dezember 1912 hatte Annie Besant an der Generalversammlung der Theosophical Society in Adyar über Rudolf Steiner geäußert: ·The German General-Secretary,  educated by the Jcsuits, has not been ablc to shake himself sufficiently clear at that fatal influence to allow liberty of opinion within his section.» («Der Generalsekretär der Deutschen Sektion, der von den Jesuiten erzogen wurde, war nicht fähig, sich von diesem verhängnisvollen Einfluss genügend freizumachen, um Meinungsfreiheit innerhalb seiner Sektion walten zu lassen.»), zit. aus GeneralReport oftbe thirtyseuenth Anniuersary & Conuention oftbe TbeospbicalSociety, 1913, S. 16. 655 als ich in Graz war: Vermutlich im Mitglicdervortrag vom 22. Januar 1913. Von den insgesamt acht - zwischen dem 8. November 1907 und dem obigen Datum - in Graz gehaltenen Vorträgen liegen keine Mitschriften vor. 656 Kalksburg/Bojkowitz: siehe Hinweise zu S. 649. Zu den beiden Ansprachen RudolfSteiners am 20. und 29. März 1913: «Zo¢ den jüngsten Entwicklungen 1912/13» Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift unbekannter Hand; die Stenogramme liegen nicht mehr vor; Titel vom Herausgeber. Vortragsregister-Nr. 2739 und 2754. Der Titel stammt vom Herausgeber. - Es handelt sich bei den beiden hier wiedergegebenen Passagen um Ansprachen Rudolf Steiners zu Beginn und zu Ende des Vortragszyklus Welche Bedeutung bat die okkulte Entwicklung des Menschenfürseine Hüllen (physischen Leib, Ätberleib, Astralleib) und sein Selbst?, die in dem entsprechenden GA-Band Nr. 145 nicht abgedruckt wurden. zu Seite 658 ausgeschlossen worden sind: Siehe hierzu den Bericht zum 2. Februar 1913 im vorliegenden Band, S. 569 f. 659 im letzten März-Tbeosopbist: Siehe Tbc Tbeosophist, ·Suppkment to the Theosophist», S. XXI: Annie Besant: «The Order of the star in the cam. 660 welche sich auf/einen/ganz anderen Standpunkt: Einfügung durch den Herausgeber. welcbe schon in ihrem Titel Angriffe trugen: Die Loge, die für Leipzig beantragt wurde, hätte ·Veritas»-Loge heißen sollen; siehe Hinweis zu S. 586. Die von W. Hübbe-Schkiden für Göttingen beantragte Loge hätte «Freiheitszweig» heißen sollen. Zuschrift lesen, welche der beuorstebenden Ausschließung der Deutscben Sektion durch Misses Besam an: Siehe im vorliegenden Band S. 588. ein Rundschreiben uon meiner Seite an die Generalsekretäre: Etwa im November 1912: «An die Mitglieder des General-Councils derTS» (RSA 069/4). Siehe hierzu GA 37, Basel 2019, S. 281.  660 dass außer dem Generalsekretär der skandinauiscben Sektion, der ja mittlerweile zurückgetreten ist: Von 1910 bis 1912 war Gustav Kinell Generalsekretär der Skandinavischen Sektion (siehe Hinweis zu S. 492). 661 Misses Besam hat bekanntlich die Behauptung getan, dass meine Erziehung vonJesuiten geleitet worden sei: Siehe Hinweis zu Seite 655. als wir in Köln unter dem Beisein zablreicher Freunde, auch aus diesem Lande, unseren Vortragszyklus bauen: Die Bhagavad Gita unddie Paulusbriefe, GA 142. an deren Schluss sie die Worte stellte, dies seien ihre letzten Worte in dieserAngelegenbeit: Vermutlich bezieht sich Rudolf Steiner hier auf das Schreiben von Annie Besant vom 14. Januar 1913; siehe im vorliegenden Band S. 588. 662 Ich habe bei der Berliner Generalversammlung oder der Versammlung der Antbroposopbischen Gesellschaft: Siehe im vorliegenden Band den Bericht zur Versammlung vom 2. Februar 1913, S. 569. gedruckte Pamphlet: Siehe im vorliegenden Band den Bericht zur Versammlung am 10. Dezember 1911. S. 454. Hier sagt sie doch, dass dieses Schriftstück Doktor Vollratbs Appell ... vorbanden war...: Die beiden drei Punkte wie in der Textgrundlage. dass zahlreiche Menschen krank geworden, manche auch gestorben seien: Siehe hierzu im vorliegenden Band den Bericht zur Versammlung am 10. Dezember 1911. S. 454. Menschen krank geworden, mancbe aucb gestorben seien ... und dass /...]Das war das Schriftstück, das Vollratb nacb Adyarscbickte. ...: Die beiden drei Punkte wie in der Textgrundlage. 662f. DieserBrieflag Misses Besam vor: Brief Hugo Vollraths an Annie Besant vom 1. Dezember 1908 (Archiv-Standort 089/III). In diesem Brief werden von Vollrath sechs Punkte aufgeführt, die nahelegen sollen, warum Rudolf Steiner Interesse am Ausschluss VoIlraths aus der Deutschen Sektion gehabt habe: «I.) Weil Dr. Steiner meinen Widerstand fürchtete in gewissen Maßnahmen der Verwaltung, so hat er z. B. durchgesetzt, dass er ein festes Gehalt von 2000 M. aus der Sektionskasse erhielt u. dass seine speziellen Freunde als Vorstandsmitglieder lebenslänglich nach einigen Jahren gewählt wurden> Im Brief vom 9. Dezember 1908 (Archiv-Standort 089/III) korrigiert Vollrath den Betrag auf 1200 M. (Siehe hierzu aber im vorliegenden Band S. 132f.) Weiter heißt es im Brief vom 1. Dezember 1908: «3. Weil ich privatim geäußert habe, dass die Hysterie einiger Leipziger Schüler Dr. Stciners wahrscheinlich auf die occulten Übungen zurückzuführen sei, die zur Lockerung des ÄtherKörpers führen. [Ich kenne selber einige Übungen, die Steiner gibt, die aber mehr dazu dienen, Kräfte zu entwickeln u. die Entfaltung der Tugend vernachlässigen]. [...I Ferner möchte ich bemerken, dass die in 1-6  ausgeführten Behauptungen von mir öffentlich vertreten werden können, falls es nötig ist.» 663 was im Februarheft des «Tbeo$ophi$t»: Es handelt sich hier um ein «Rundschreiben an die Mitglieder» von Annie Besant mit dem Titel «To The Members oft he T. S.», in: Tbc Tbeosophist, February 1913, ·Suppkment to the Theosophist·, S. XVI-XVII. Prinzipiell - das baben Sie aus den Satzungen der Anthroposophischen Gesellscbaft gesehen - steben wir aufdem Standpunkt, dassjeder zu uns kommen kann: Im sogenannten «Entwurf der Grundsätze einer Anthroposophischen Gesellschafb (Berlin, undatiert) der auch in broschierter Ausgabe vom Philosophisch-Theosophischen Verlag verlegt wurde, steht z. B. als erster Leitsatz: «Es können alle diejenigen Menschen brüderlich zusammenwirken, welche als Grundlage eines liebevollen Zusammenwirkens ein gemeinsames Geistiges, in allen Menschenseelen betrachten, wie auch diese verschieden sein mögen in Bezug auf Glauben, Nation, Stand, Geschlecht usw.» Im darauf folgenden Text der Broschüre wird dieser Leitsatz weiter ausgeführt. selbst wenn /sie zu uns kommen wollen]: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage heißt es: «selbst wenn sie wollen zu uns kommen> uonjenem Münchener Kongress der europäischen Sektionen an: Siehe im vorliegenden Band S. 298f. 666 Wir haben es mit einer Befreiung zu tun, haben es damit zu tun, dass uns früher hemmende Gedanken jetzt wie - ich will nicht sagen wie - abzieben aus unseren Reiben, richtig abziehen: Fragliche Textstelle. Vermutlich müsste es heißen: «dass uns früher hemmende Gedanken nicht mehr - ich will nicht sagen wie - abziehen aus unseren Reihen, nicht mehr abziehen». 667 dass in den letzten ·Mitteilungen» gesagt werden musste: Rudolf Steiner: ·Der Ausschluss der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft>, Mitteilungenfür die Mitglieder der Tbeosopbiscben/Antboposopbiscben Gesellschaft, Nr. 1/2, April 1913, S. 323-328. einer der Vertreter des ·Systems Besant» in Deutschland: Gemeint ist Wilhelm Hiibbe-Schleiden. Siehe hierzu auch GA 37, S. 317. Zum Briefuon Rudolf Steiner an Wilhelm Hübbe-Scbleiden vom 15. Oktober 1912 Textgrundlage: Kopie des Brief-Originals (RSA 068/1). - Rechtschreibung auf die heutige Regelung angepasst. Aufgelöste Abkürzungen in eckigen Klammern. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Niedersächsischen Staatsund Universitätsbibliothek Göttingen.  zu Seite 671 der nächsten Sektions-General-Versammlung stattßndenden Vorstandssitzung: Die Vorstandssitzung fand am 8. Dezember 1912 statt. die Präsidentin der T/beosopbiscbe] G/esellscbaft/selbst: I.e. Annie Besam. Zum persönlichen Benicht uon Hugo Höppener zur elften Generalversammlung der Deutscben Sektion am 2. Februar 1913 Textgrundlage: Kopie des handschriftlichen Berichtes von Hugo Höppener, Kursivsetzung entspricht einer Unterstreichung in der Textgrundlage. Für die redaktionelle Bearbeitung wurde die in Theosophie und Anthroposophie von Norbert Klatt, Göttingen 1993, auf den Seiten 243-250 wiedergegebene Fassung (Cod MS W. Hübbe-Schkiden 142/Beil. 17) hinzugezogen. Alle Abkürzungen wurden aufgelöst und entsprechend durch eckige Klammern gekennzeichnet. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. - Die /elfte/ Generaluersammlung: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·IX.». zu Seite 673 Paul Zillmann u/nd/ Frau [Helene Zillmann/: Paul Zillmann (18721940), Journalist, Begründer und Herausgeber der Metaphysischen Rundscbau, der Neuen Metaphysischen Rundschau und der Metaphysischen Studien. Helene Zillmann (1867-?), Mitherausgeberin der Metaphysischen Rundschau. Dr. Sprangen Margarete Spranger, geb. Suth, damalige Rentnerin und Theosophin in Berlin. Karl Wacbtelborn: Heilpraktiker, Theosoph, zunächst Hartmannianer, 1916 Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Mrs Clement: Virginia F. Clement (ca. 1858-?), aus Kalifornien, Theosophin. Dr. Blake: Henry W. M. Blake (ca. 1883-?), englischer Chemiestudent 1912-1914 in Berlin. 674 die [XI./: Änderung durch den Herausgeber, in der Textgrundlage steht ·die [IX.]·. Aufstehen /und/ Rede: Einfügung durch den Herausgeber. Nun hielt /Steiner/ uorerst: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·er». wobei eraucb [unseren] Georg Bauernfeind erwähnte: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·unseresm  674 über den er sich jetzt nicbt uerbreiten könnte: Siehe Hinweis zu S. 572. im [S'] Namen: Fragezeichen in eckiger Klammer so in der Textgrundlage. 676 Im /letzten/ ·Tbeosopbist" /-Januar 1913 -/: Beide eckigen Klammern enthalten Bleistift-Einfügungen von fremder Hand. /sei/nacb einem Bericht: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht «hätte». 677 mit höhnischer Feierlicbkeit: Hier steht in der Handschrift Hugo HOppeners am Rande «Chaswicks?». uerleumderiscben /Erßndungen/: Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht ·Erfindung». dass einmalandere Zustände (Personen ?): So in der Textgrundlage. blonden Herrn: Ein Herr Weidlich; siehe hierzu das folgende Dokument im vorliegenden Band. - Am Rand mit Bleistift von fremder Hand ergänzt «(Weidlich)». nicht einmalermöglicbt: Die Silbe «ein» von «einmal» mit Bleistift von fremder Hand ergänzt. Ich woll/t/e: Einfügung durch den Herausgeber. Gilt auch für die beiden folgenden «woll[t]e»-Fälle. irdische Rechtsgefühlanrufen: Die Silbe «sgefiih1· mit Bleistift von fremder Hand ergänzt. zu bekennen: ·zu» Bleistifteinfügung von fremder Hand. 679 Gertrud übernahm es, Steinerüberdiese Einlage zu befragen: Siehe Hinweis zu Seite 606. ihn /in/uer'wiscbtem: Einfügung durch den Herausgeber. Vertreter/an/diesem: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 680 eine Sammelschrift herauszugeben: Vermutlich handelt es sich dabei um die von W. Hübbe-Schleiden herausgegebene Denkschrift über die Abtrennung der Anthroposophischen Gesellschaft uon der Tbeosopbiscben Gesellschaft, Leipzig, 1913 (RSB 568 b). Zum Brief uon Hugo Höppener an Wilhelm Hübbe-Scbleiden vom 25. März 1913 Textgrundlage: Kopie des bandscbriftlicben Briefes von Hugo Höppener. Für die redaktionelle Bearbeitung wurde die in Theosophie und Anthroposophie von Norbert Klatt, Göttingen 1993, auf den Seiten 251-252 wiedergegebene Fassung (Cod MS W. Hiibbe-Schleiden 142, Nr. 37) hinzugezogen. Die dortigen Herausgeber-Kommentare und sowie die Rechtschreibung wurden aktualisiert. Kursivsetzungen entsprechen Unterstreichungen in der Textgrundlage.  Alle Abkürzungen wurden aufgelöst und entsprechend durch eckige Klammern gekennzeichnet. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. zu Seite 681 So z/um]B[eispiel/ ist ... Briefstelle ausgewechselt worden: Siehe hierzu den Hinweis zu S. 586. Der in den Mitteilungen wiedergegebene Satz entstammt - im Gegensatz zu H. Höppeners Aussage - der Briefeinlage von Annie Besam. Ich gab ihnen das Recht zu fühlen 1.../: Änderung durch den Herausgeber. Anstelle des Auslassungszeichens steht in der Textgrundlage ein «zu». 682 außer Franz: Gemeint ist Franz Bernoully (?-1915), Freund von Hugo Höppener.  Sonderhinweis zu Äußerungen über «Rassen» in der RudolfSteiner Gesamtausgabe Im Werk Rudolf Steiners finden sich zwei Rassenbegriffe: Der traditionelle anthropologische Begriff, der sich auf physische Erscheinungsformen der Menschheit bezieht, und zeitweise der aus der theosophischen Literatur stammende Begriff der «Wurzelrasse», der sich auf zeitliche Phasen langer Evolutionszyklen bezieht. Letzteren verwendete Steiner in den Anfängen seiner theosophischen Zeit ab 1904 in der Zeitschrift Lucifer - Gnosis, um sich dann 1906 in Heft 32 derselben Zeitschrift vom theosophischen Gebrauch des Begriffs der Wurzelrasse zu distanzieren.' «Rassen» habe es in der frühen Zeit der menschlichen Evolution auf der Erde nicht gegeben, sie seien erst in bestimmten Zeiträumen entstanden und würden sich in der Zukunft wieder auflösen. Aufgrund seiner eingeschränkten Gültigkeit könne der Begriff nicht allgemein für die Evolutionsphasen der Menschheit verwendet werden. 1909 bezeichnet Steiner in Vorträgen den Begriff der Wurzel- oder Hauptrasse als ·Kinderkrankheit» der theosophischen Bewegung, man müsse sich darüber klar sein, «dass der Rassenbegriff aufhört, eine jegliche Bedeutung zu haben gerade in unserer Zeit»3 In Rudolf Steiners Schriften und Vorträgen finden sich in bestimmten Zusammenhängen Ausführungen über Völker und «Rassen» sowie Bezeichnungen wie «kkger», ·Wilde», «Hottentotten», die im Rahmen seinerzeit gängiger Diskurse formuliert wurden und heute zum Teil als diskriminierend verstanden werden. Inzwischen hat sich nicht nur der wissenschaftliche Begriff der «Rasse» verändert, es gelten - auch vor dem Hintergrund der historischen Erfahrungen des weiteren 20. Jahrhunderts - systematische Herabsetzungen und Verleumdungen der Angehörigen einer Ethnie oder Religion, besonders wenn sie im Zusammenhang mit öffentlichem Aufruf zu Hass und Diskriminierung auftreten, als Straftatbestand. Infolge öffentlicher Kritik in den 1990er-jahren hat eine Untersuchungskommission unter Leitung des Juristen Ted van Baarda im Auftrag der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden den Rassismusvorwurf gegenüber Rudolf Steiner verhandelt und eine ausführliche juristische Studie zu allen diesbezüglichen Äußerungen ' Die fortlaufenden Zeitschriftenbeiträge wurden später unter dem Titel Aus der Akasba-Cbronik zusammengefasst, siehe den gleichnamigen Band der Gesamtausgabe, GA 11, der Beitrag von 1906 mit der Kritik am Begriff der Wurzelrasse darin als Kapitel ·Das Leben der Erde». ' Vortrag vom 4.12.1909 in München, in: Die tieferen Geheimnisse des Menscbbeitswerdens im Lichte der Euangelien, GA 117, Dornach 1986, S. 152. Ähnlich viele weitere Äußerungen in Vorträgen dieser und späterer Jahre.  erarbeitet.' Untersucht wurde dabei, inwieweit entsprechende Äußerungen Steiners nach gegenwärtigen rechtlichen Maßstäben als diskriminierend aufzufassen sind, wenn sie heute als Standpunkt vertreten oder verbreitet werden. Viele diesbezügliche Stellen wurden als unbedenklich, eine weitere Gruppe als missverständlich oder allenfalls leicht diskriminierend beurteilt. Sechzehn Stellen wurden vom niederländischen Schlussbericht als Wortlaute mit diskriminierender Wirkung eingestuft. Diese und ähnliche Passagen werden in den betreffenden Bänden in der Gesamtausgabe erläutert. Dazu dienen der vorliegende Sonderhinweis und stellenweise zusätzliche Kommentare. DieTätigkeit der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung und des Rudolf Steiner Verlags ist editorisch und nicht interpretierend ausgerichtet. Das Werk Rudolf Steiners wird in der Gesamtausgabe so vollständig und authentisch wie möglich wiedergegeben und enthält daher naturgemäß kontrovers deutbare Passagen und Formulierungen. Die Anmerkungen der Herausgeber beschränken sich gewöhnlich auf philologische Hinweise und historische Sachverhalte ohne inhaltliche Kommentierung oder Interpretation der Texte. Eigentliche Forschungsdiskussionen sind außerhalb der Gesamtausgabe zu führen.' Rudolf Steiners veröffentlichtes Werk besteht aus über Jahrzehnte hinweg entstandenen verschiedenen Schriften und vom Autor nicht redigierten Mitschriften von Vorträgen, die vor unterschiedlichem Publikum, sowohl im internen Kreis als auch öffentlich, gehalten wurden. Das Kernanliegen seiner Philosophie und Anthroposophie ist in Theorie und Praxis die emanzipatorische Entwicklung des freien, selbstbestimmten Individuums auf seinem Erkenntnisweg, ungeachtet aller ethnischen und sonstigen Prägungen. Im Gesellschaftlichen vertrat Rudolf Steiner das Prinzip der Brüderlichkeit. Insgesamt enthält sein Werk keine Lehre, aus der sich Rassismus ableiten ließe. Wie jedes Werk ist es jedoch nicht vor Missbrauch, sei es durch Anhänger oder Gegner, geschützt. Nirgends hat Steiner in seinen Schriften oder Vorträgen zu Hass oder Diskriminierung gegen bestimmte Gruppen aufgerufen. Im Gegenteil hat er immer wieder gegen rassische, ethnische, nationalistische oder geschlechtliche Diskriminierung scharf Stellung genommen, was bei der Lektüre von Äußerungen über Kulturen, ·Rassen» und Völker im Bewusstsein gehalten werden sollte. ' Antroposoße en bet uraagstuk uan de hissen, Eindrapport van de commissie Antroposofie en het vraagstuk van de rassen, Antroposofische Vereniging in Nederland, Zeist 2000; autorisierte deutsche Übersetzung des Zwischenberichts: Anthroposophie und die Rassismus-Vonuürfe: Der Benicht der niederländiscben Untersuchungskommission ·Antbroposopbie und die Frage der Rassem, mit einem Rechtsgutachten von Ingo Krampen ·Rassendiskriminierung nach deutschem Rechr, Frankfurt a. M. 1998, 5. Auflage, 2009. ' Zum Thema etwaiger rassistischer und antisemitischer Inhalte bei Rudolf Steiner siehe Ralf Sonnenbergs abwägende Zusammenfassung der Diskussion mit einer Kurzbibliografie, in: Ralf Sonnenberg (Hg.), Anthroposophie undJudentum: Perspektiuen einer Beziehung, Frankfurt a. M. 2009, S. 53-63.  Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung als herausgebende und der Rudolf Steiner Verlag als veröffentlichende Institution distanzieren sich von jeglichen Äußerungen, die zum Hass gegen Einzelne oder Gruppen aufrufen oder sich in feindseliger und diskriminierender Art gegen Menschen aufgrund ihrer ·Rassem ethnischen Herkunft, Weltanschauung etc. richten. Sie lehnen im Besonderen jede Verwendung von Zitaten Rudolf Steiners zu diesen Zwecken ab. RudolfSteiner Nacblassuerwaltung, Stiftung zur Erhaltung, Erforschung und Veröffentlicbung des wissenscbaftlicben und künstlerischen Nachlasses uon RudolfSteiner, Dornach RudolfSteiner Verlag AG, Basel  Namenregister Auf der jeweils erst genannten Seite findet sich in den Hinweisen zum Text - sofern verfasst worden - eine Erläuterung zur genannten Person. ( ) nicht namentliche Nennung Adam 393 f. Ägoston, Jules 315, 401 Ahner, Hermann 213, 217f., 226f., 286, 292, 329f., 343 f., 407f., 418 f., 458, 472, 488f., 499f., 520f., 573 f., 596, 609, 613, 673 f., 681 Ahriman 558 Ahura Mazdao 389, 520 Aldermann, S. Edgar 86, 95 Aldinger, Maria 347, 417 Al-Gazzhali 95 Alice-HCrCs, Mme 243 Altmann, Max 199, 476 Andersky, P. Robert (625) AndrC-Gedalge, AmClie 97, 243 f. Angelus Silesius 64, 247f., 267 Arenson, Adolf 74 f., 141 f., 152 f., 198, 213, 218f., 223, 226, 285, 291, 315f., 330f., 343, 346f., 356, 363 f., 407f., 432f., 451, 460, 493, 498, 506, 529f., 555, 568, 615 Arnet, Marcus 38, 41 Arnold, Johanna 432 Artner, Ignatz (624) Artur, Minna (187) Asch, Max 463 Ashvaghosha / ACvaghoshas 241 Atlantis 97, 162, 199, 380, 386 Auerbach, Bertold (647) Augustinus 49 Bach, Alexander Freiherr von 392 Bach, Johann Sebastian 309 f., 315 Bachem, Max 613 f. Bailly, Edmond 236f., 244, 271, 277f. Balus, aus Sauerbrunn (635) Battenberg, Alexander Prinz von 650 Bauer, Michael 143, 148 f., 219, 223, 226, 310, 315, 364, 460, 484, 489f., 501, 507, 529, 532, 568, 606 Bauernfeind, Georg 572, 674 Baumberger, Erwin 464 Becker, Carl 240 Bedrnicek-Chlumsky, Jan 310, 329, 331, 343, 347, 417 Beethoven, Ludwig van 59, 84, 88, 98, 105, 111, 244, 246, 314 Benirschke, Louise 458 Berendt, Elisabeth 345, 406 Berg, Bruno 49f., 70, 76 Bergson, Henri-Louis 242, 277 Bernard, P. E. 236, 240, 270, 276 Bernard, M. P. 198 Bernsdorf, Margarethe 141 Besam, Annie 45, 51 f., 54f., 60, 67, 80f.,84f.,90f.,98f.,102f.,111f., 115f.,126f.,132f.,139,144f.,154, 171, 187, 194f., 200, 204f., 214f., 220f., 228, 230, 242, 245, 294 f., 309f., 314f., 322f., 326f., 338 f., 349, 357, 364, 380f., 398, 400f., 417, 452 f., 475, 480, 494, 501, 505, 523, 526f., 536, 540f., 559, 577f., 587f., 610, 620, 655f., 660f., 667, 673f., 678 f., 681, 686f. Bhagavän Däs 89, 96, 113 Billa, RenC 243 Bittner, Xaverine 433 Blake, Henry W. M. 673  Blavatsky, Helena Petrovna 45, 67f., 80 f., 86, 102 f., 108, 120f., 158, 195, 200, 204 f., 210, 214 f., 228, 230, 237, 244, 278, 293, 311, 317, 382f., 391, 469, 530, 538, 545, 577, 652, 691 Blech, AimCe 236, 270 Blech, Charles A. 236, 270, 401 Blech, Zehna 236, 270 Blie, Franziska (623) Blie, Juliane (626) Blieffert, Emma 75, (187) Blieffert, Hans (187) Bloecker, Elisabeth E. 572 Böcklin, Arnold 653 Böhme, Edwin 146 Böhme, Jakob 64, 241, 247, 260 Böhmecke, Rudolf 347, 431, 458 Boikowitz, Bojkowitz 592, 649 Boitze, Hugo 572 Bond, Frederick Bligh 244, 278 Bontemps, Magdakne Augustine 570 Boos, Roman 33, 37f. Boyer, Otto 196 f., 215 Brahms, Johannes 311 Brandt, Clara 522, 571 Braun, Frieda Clara 141, 180 Bredow, Eugenie von 271, 286, 329f., 345, 406, 431, 457, 533, 567 Brentano, Franz 643 Bresch, Richard 49 f., 66, 74, 75 f., 145 f., 152, 154, 157, 218, 220f., 270, 476, 509, 537 Brockdorff, Graf und Gräfin 25f., 49, 75, 134, 143, 180, 183 f., 191, 233, 266f., 289, 292, 350, 536f., 694 Bruno, Giordano 55, 120, 724 Bruch, Max 315 Buddha/Boddha 57, 73, 384 f., 402, 452 Büchner, Ludwig 84, 118 Bürck, Ernst Wilhelm 364 Busnelli, Giovanni 591, 862 BussiCre, Jeanne 243 Calvari, Decio 84, 96 Carus, Karl Gustav 260 Chambord, Graf von 638 Choisy, M. H. 198 Christus 28, 54, 58, 63, 73, 130, 172, 197, 215, 264, 317, 385 f., 402 f., 429f., 452, 488, 499f., 504, 506, 525, 543, 580f., 602, 655, 667, 675f. Clifford, William Kingdon 118 Cohen, Frau 417 Collins, Mabel 652 Cooper-Oakley, Harriet Isabella 270 Corbett, Sarah 86, 97 Courmes, D. A. 86, 95, 236, 242f., 278, 470 Cusanus, Nikolaus 68 Daeglau, Willi 346, 407, 432, 458 f., 616 Daeglau, Frau 346, 458 Damnitz, Felix von 286, 330f., 346, 407, 432, 533, 567 Damnitz, Louise von 286, 346, 458 Dannenberg, Else und Max 407 Darwin, Charles 118, 122, 131, 145, 260,640 Deinhard, Ludwig 48f., 85, 90, 91, 96, 107, 141f., 153, 219, 224f., 279, 315 Dekker, Eduard Douwes (Multatuli) 92 De Lamarck, Jean Baptiste 131 Delville, Jean 90, 97, 591 Dei Monte, JosC 460, 533, 568 Demeter 313 Desaint, Louis 242, 277 Delle Grazie, Marie Eugenie 649f. Diaz-Perez, Viriato 97  Dibbern, Albert und Juanita 407, 432, 459, 503 Dieterle, Christian 464 Dionysos 313 Doe, George 240 Döbereiner, Christian 314 f. Doser, Margarete 354 f. Douglas-Sheild, Miss 315, 403 Duncan, Margaret 97 Du Prei, Carl 48, 70 Eberty, Frau 174, 177f., 187, 191, 194, 233 Eckhart, Meister 64 Eckk, Wilhelm 464 Eckardtstein, Imme von 431, 533, 555, 560 Eckartshausen, Karl von 241, 260 Eckstein, Friedrich 641 Eggers, Wilhelm 49, 77, 223, 330f., 346, 407 Eggert, Frieda 342 Elkan, Josef 408, 418 Ellrich, Leo 571 Engel, Julius 49f., 74 f., 134, 138, 141, 148, 152, 227, 303 Ennemoser, Joseph 241, 260 Eros 313 Eunike, Anna 45 Eva 393 f. Eyselein, Friedrich 355 Ezekiel, Moses Jakob 197, 215 Fähndrich, Alice 356 Falckenberg, Richard 646 FarrC, Henry 243 Faust 65, 311, 642 Feldner Jakob 143, 227, 271 Ferstel, Heinrich von (652) Fichte, Johann Gottlieb 47, 113, 241, 246f., 252 f., 275, 640 Fidus (Hugo Höppener) 90, 97, 597, 599f., 612 f., 673 f. Fischer, Herr (Schneidlingen) 75 Fischer (Hannover) 74 f., 77 Fischer, Kuno 646 Flamme, Otto (187) FÖrstemann, Helene (187) Forsch, Olga von 310 Franken, Carl Konsul 143 Franke, Reinhold 347 Fränkel, Richard 75, 174, 177, 192 f., 233,361f. Frentzd, Hinri 444 Frentzd, Paul 444 Fresnel, Augustin Jean 122 Fricke, W. B. 84, 92f., 245, 270, 274, 309, 316 Friedjung, Heinrich 650 Friedrich, Wilhelm 459 Frieß, Pauline 315 Fritsch, Johanna 311, 315 Frobd, Benno Ritter von (652) Frölich, Toni 135 f. Fuchs, Wilhelmine 346 Galilei, Galiko 89, 112, 120 Gailland/Cailland/Caillard, M. 317 Gangl, Heinrich (628) Garmatter, Gertrud 311 f., 315 Gauß, Johann Carl Friedrich 169 Georgi, Bernhard 75, 135, 178 f. Von Gern«, Nina 310 Gesterding, Karl 464 Gilm, Hermann von 638 Gilm, Hugo von 638 Gödecke 408 Goethe, Johann Wolfgang von 27, 59, 64 f., 241, 246 f., 320, 564, 636, 642,646f. Göring, Frau Major 464 Göring, Hugo 692, 704 Grand, Jules 97 Grasshoff, Fredrik (Max Händel) 619f.  Groshcintz, Emil 345, 364, 431, 457, 532, 567 Grosheintz, Oscar 406, 408, 420, 431,458 Grosheintz-Laval, Nelly 617 Gnuschke, Richard 187 Gumppenberg, Emilie von 222, 291, 313 f., 330f., 407, 433, 459f. Gumppenberg, Marika von 311 Gysi, Max Fritz 240 Gysi, Alfred 278, 533, 568 Haase, Bruno 75 Haase,julius Wilhelm Christian 229 Haeckel, Ernst 69, 145, 200, 654 Haedicke, Max 468 f., 529f. Händel, Georg Friedrich 314 Hamam, Georg 464 Hamerling, Robert 650f. Hansen, Theophil von (652) Hanstein, Adalbert von 143 Hartmann, Franz 130, 144, 147, 479,652 Haß, Fritz 317 Haydn, Joseph 244 Heindl, Max (Fredrik Grasshoff) 619f. Heinrich, Helene (187) Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 47, 64, 96, 113, 241, 246f., 260, 640 Hekate 313 Hellenbach, Lazar von 646 Helmholtz, Hermann 646 Hempel, Hedwig 314 Henning, Horst von 143, 448, 450 Hensoldt, Heinrich 224 f., 279 Herbart, Johann Friedrich 639, 642,645 Herbst, Sophie Dorothea 572 Herder, Johann Gottfried 130, 246f. Hermann, Max 406, 431 Hermes Trismegistus 164, 239, 276, 385 Hertzberg, Erich von 346 Hesselmann, Luise 345, 431, 458, 503 Hettner, Hermann 647 Hcyman, Frank 317, 378 f., 403 Hickel, Carl (635) Hiernickel, Heinrich 222 Hili, Rowland 169 Hiltboldt, Gottlieb 571f. Hippenmeyer, Jenny 462 Höfemann, Herr 458 Höppener, Hugo (Fidus) 90, 97, 597, 599f., 612 f., 673f. Hofstetten, Rosa von 222, 355 f. Holm, Mia 315, 570 Holten, Henriette von 48 f., 71, 74, 75, 79, 136, 142, 155, 178 Homunkulus 650 Hooper, Ivy 63, 89, 97, 113 Hubo, Bernhard 48, 49f., 70, 74, 75f.,141f.,152f.,157, 213,218f., 223, 226, 230, 285, 291 f., 315, 342, 362f., 374, 522, 531, 567, 696 Huchthausen, August Dietrich 223,286 Hiibbe-Schleiden, Wilhelm 48, 49f., 70, 76f., 134, 144 f., 224f., 279, 407, 483 f., 488, 497, 505 f., 526, 576f., 586f., 597f., 599, 606, 671, 673, 681, 692 Hiibbe-Schleiden, Paula (Stryzcek, Paula) 599 Hiibener, Max 363 Huschke, Hilde 354 Huschke, Otto 354 Jacob, Sophie 458 Jahn, Anna 614 Jahn, Gottlieb Rudolf 223 f., 330 f., 476 Janet, Pierre 94 Jelinek, Laurenz (633)  Jesus 28, 53 f., 165, 172, 388f., 429f., 499f., 581, 602 Jinarajadas, Curuppummullage 95 Johann vom Kreuze 242 Johannesson, Franziska (187), 194 Judge, William Quan 144, 218, 225, 604, 692 Kalckreuth, Pauline von 141, 150, 198, 222, 271, 285, 291, 316, 330f., 346, 407, 433, 459, 533, 568 Kalckreuth, Leopold von (Kalckreuth der Ältere) 317 Kalksburg 649, 656 Kamensky, Anna 241, 276, 279, 310, 401,404 Kant, Immanuel 246, 254, 637f., 645 Kassowitz, Max 288 Keightley, Bertram 45, 63, 84, 93, 104, 199, 239, 270, 276, 536f., 694 Keller, Josef 464 Kepler, Johannes 55, 396, 645 Kerner, Justinus 241, 260 Kerning, Johann Baptist 217 Kiem, Friedrich 135f., 141, (187), 193, 198, 219, 271, 286, 329f., 345f., 364, 400, 421, 431, 457, 460, 567 Kieser, Carl 213, 263, 271, 347, 408, 433, 460 Kinell, Gustav 492, 660 Kinkel, Alice 285, 400, 407, 432, 458f. Kirby, Mr 315 Kirchbach, Wolfgang 132 Klein, Paul 459, 493, 499, 502, 508, 516f., 522, 525, 528, 533, 601, 608 Klopstock, Friedrich Gottlieb 412 Knispel, Anna 431, 457 Knoch, Ida 330f., 346 Knös, Arvid 245, 270, 274, 309f., 314 Knopf, Hermann 317 Köck, Josef (642) Kofkr, Franz (637) Koguzki, Felix (641) Kolbe, Adolf 48f., 74f., 153,219, 330f., 346, 364, 459, 567 Koopmans, Jacob Cnoop 240, 401 Kopallik, Joseph (650) Kopernikus, Nikolaus 68, 89, 119 Kopp, Julie oder Gustav 346, 408 Korth, Wilhelm 329, 331, 345, 406, 431,457 Kosak, Georg (633) Knebel, Hedwig von 444 Kraljevec 622, 624, 650 Krecke, Hermann 134 Kreiselmeayer, Marie und Jacques (187) Krishna 58 Krishnamurti 376, 452, 581, 620 Krojanker, Paul 134 f., 137, 141 f., 148,155f., 177f.,187, 191f.,213, 218f., 223, 227, 233, 456f., 472, 488 f., 499, 509f., 520f., 673 f. Krug, Wilhelm Traugott 640 Krug, Walter 465 Künstler, Maud und Karl 271, 345 Kürschner, Joseph 646 Kuhn, Herr 318 Kuli, Gustav 271 Kully, Max 36f. Kußmaul, Adolf 59 Kuthumi (Koot Hoomi), Mahatma 511 Laokoon 645 Labberton, Dirk van Hinloopen 95 Lackinger, Adele 632 Ladenburg, Carl 143 Lamarck, Jean Baptiste de 131 Lang, Marie (652) Lange, Julius 346 Laotse 58 Laplace, Pierre-Simon 123 Largeris, Maurice 242  Lasneret, Mme 243 Lauweriks, Johannes 181, 196, 215, 346,363 Lerchenfeld, Otto von 433, 460, 533, 568 Leer, Jan van 408, 419, 447, 458, 533, 611 Lehmann, Berta 317, 432 f. Leibniz, Gottfried Wilhelm 47, 89, 112 Leinhas, Emil 432, 459, 503 Leonardo da Vinci 317, 320 Leonie, Medium 106f. Leo, Alan 198, 310, 571 Leser, (Herr) 614 Lessing, Gotthold Ephraim 246f., 647 Levie, RC 244 LCvy, EugCnc 242 Lichfield, Lord 169 Lichtenberg, Clara von 143, 345, 406,457 Liedvogel, Carl 346, 432 Lilie, die schöne 26, 65, 267, 653 f. Linde, Hermann 313, 460, 555, 562 Lindemann, Ludwig L. 96, 408, 462f., Liendl, Natalie 465 Lindner, Gustav 639 Link, Antonie 271 Lippelt, (Herr) 616 Lissau, Richard oder Robert 460 Locella, Marie von 407, 432 Löhnis, Felix 141 f., 145 f., 150 f., 213,220f.,230 Lombroso, Cesare 59, 97 Long, Edward E. 240 Lorenz, Ottokar 643 f., Luzifer 393, 411 Liibke, Helene 70, 74f., 77, 141, 145, 153, 198, 219, 223 f., 290 Lübsen, Heinrich Borchert 634 Lund, Percy 198 Madäch, Imre (Emerich) 391 f., 397, 402 Manen, Johan van 62, 84, 92f., 104, 197f., 238, 245, 274, 291 Maräz, Franz (628 f.) Maria-Laach 592, 655 Marty, Magdalena 572 Mayer, Joseph (639) Mayreder, Rosa 653 Mazdaznan 520 Mead, George Robert Stowe 63, 96, 197f., 221, 239, 270, 276, 391, 536f., 541,601 Meakin, Nevill Gauntlett 572 Meister Eckhart 64 Menddssohn-Bartholdy, Felix 315 Metanira 313 Meyer-jacobs, Bertha 562 Michelangelo 59, 320 Milck, Paula (Hermann, Paula) 460 Miltiades 394 Minuth, Georg Wilhelm 443 MoCnik, von Franz Ritter 630 Mössner, Wilhelmine (Lina) 464 f. Mohammed 58, 59, 113 Moltke Huitfeld, Gräfin 229, 457 Moleschott, Jakob 118 Moreau, Gustave 317 Moses 58, 385 Motzkus, Klara 70, 74 f., 134, 142 f., 178, 219, 342, 356, 419, 434, 457, 472,610 Mozart, Wolfgang Amadeus 84, 88, 105, 111, 244, 246, 278, 315 Mücke, Johanna 136, 223, 286, 329, 331, 345, 406, 417, 431, 457, 533, 567 Müller, Curt Richard 473, 499, 522 Müller, Martha 432 Müller, Max 57 Müllner, Laurenz 649f. Multatuli (Eduard Douwes Dekker) 92  Nagler, Karl Ferdinand Friedrich von 169 Nagy, Alexander 377 Nagy, Dezsö 309f., 315 Napoleon 123 Nerei, Herr 315 Neumann, Wilhelm (649) Newton, Isaac 89, 112 Nietzsche, Friedrich Wilhelm 26, 267,480 Nitzsche, Max 364 Noack, Anna 459 Noll, Ludwig 50, 77, 143, 155, 329, 331, 458, 533, 567 Noss, Gertrud 271, 285, 345, 364, 532, 567 Novalis 65, 241, 258 f., 418 Nowotny, Emanuel 309, 311, 315 Oken, Lorenz 260 Olcott, Henry Steel 27, 63, 78, 82, 104, 145f., 150, 220f., 234 f., 245, 270f., 280f., 293 f., 297, 309, 317, 337f., 358, 391, 470, 540f., 684, 691 Oppel, Adolf Martin 50, 78, 143, 155 Orage, Alfred R. 85, 97, 108 Orpheus 164 Ostermann, Alfred 236, 270 Paracelsus 241, 247 f., 260 Pascal, ThCophile 84f., 93, 96, 104, 107, 197, 236f., 244 f., 270f.,274, 278, 309f., 316 Paul, Jean 65 Paulus, Apostel 59, 68, 493 Paulus, Dr. Franz 213, 219, 225 f. Paungarten, Ferdinand Freiherr von 592 Peelen, Johanna 329, 331, 345, 406f.,458 Peipcrs, Cecile 198 Peipers, Felix 226, 313, 329 f., 398, 402f., 407, 433, 459, 533, 555, 568 Penzig, Otto 245, 271, 274, 309, 316, 401, 452 f., 471 Persephone 313 Petrus 394f. Pfundt, Friedrich 49 Philon von Alexandrien 172 Pitschner, Ernst 464 Platon 88 Pluto 313 Polak, Gaston 89, 96 Prellwitz, Gertrud 598, 606f., 673 f., 677 Prittwitz und Gaffron, Ella von 459 Pythagoras 88, 112, 258 Quaas, Felix 134, 173 f., 177 f. Raatz, Paul 475 Radmann, Johannes 464 Rainer, Julius Ritter von 459, 493, 506, 509, 529, 533, 567, 604 Reebstein-Lehmann, Bertha 317, 432f. Reebstein, Edmund 464 Reden,Thekla Helene Elisabeth von 406, 431, 457 Reghini, Arturo 85, 97 Reicher, Emanuel 134 Reif-Busse, Martha 459 f. Reinhold, Karl Leonhard 640 Reisner, Victor von 135 Reitlinger, Edmund 645 Rettich, Clara 229, 316 Revel, Mme 243 Revel, Gaston 243 Revel, Louis 243 Richter, Emma Bertha 141 Ricker, Anselm (644) Riehl, Alois 461 Rietmann, Otto 318  Rieper/Ripper, Marie 315 Roberty, Mlle 243 Rochas, Colonel A. de 94 f. Roesel, Lucia 571 Roesel, Ludwig 571 RÖchling, Helene 459 Roggenberg, Gerjet 614 f. Rösel, Rudolf Arthur 143 Rosen, Elisabeth von 67, 75, 133 f., 141 Rosenthal, Ludwig 459 Rothenstein, Dora 356 Rotteck, Karl von 639 Rudolph, Hermann 147 Rüdiger, Gustav 50, 74 Riippel, Katharina 431 Rumpler, Emmy von 222 Russel, George William 196, 215 Russel, Joseph Eugen (650) Russenberger, Fanny 464 Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl August von 644 Sachsen-Weimar, Sophie Luise von 653 Sankharacharya 53 Scalfaro, Emilio 85, 96 Scarlatti, Giuseppe Domenico 311 Schack von Wittenau, Gräfin Olga 198 Scharlau, Gustav F. 49, 330f., 346, 407, 432, 452, 459, 503 Schellbach, Hans 572 Schelling, Friedrich Wilhelm 64 f., 113, 241, 246f., 260, 640 Scherpenberg, Hermine von 222 Scherpenberg, M. M. von 222 Schewitsch, Helene von 465 Schiller, Friedrich von 241, 246f., 257, 564, 636, 654 Schlosshaucr, Carl 187 Schmeling, Dorothea von 433, 461 Schmid-Curtius, Carl 493, 509 Schmidt, (Fräulein) 196, 215, 372 Schmidt, Friedrich von (652) Schmiechen, Hermann 317 Schönaich, Emil (652) Scholl, Mathilde 70, 74, 77, 141, 153, 198, 218 f., 225f., 231, 271, 285, 290f., 329f., 345, 364, 407, 432, 567, 681,690 Schopenhauer, Arthur 58, 201, 246, 645 Schneider, Carl 346 Schramm, Heinrich (633) Schröder, Johannes Gottlieb 503 Schröer, Karl Julius 641 f. Schubert, Franz 311, 314 Schubert, Gotthilf Heinrich 260 Schuchardt, Agnes 354 Schuler, Christian 460 Schumann, Carl 586, 588 Schumann, Robert 98, 311 Schunk, Elfriede 314 f. SchurC, Edouard 269, 312 f., 316, 321, 342, 411, 477, 538, 668, 690 Schuster, Alexander 345 Schuster, Hugo 345, 406 Schuurman, Max 34 Schwab, Friedrich 346, 364 Schwarz, Lina 417 Schwarze, Karl 464 Schwiebs, Adele 26, 135, 173 f., 177f., 187, 233 Schwinke, Herr 458 Seiler, Franz 70, 74, 77, 136, 141 f., 152 f., 216, 219, 286, 290, 342, 345, 356, 363, 406, 418, 431, 434, 457, 465, 530, 567, 609 Selander, Edvard Anders 380 Selling, Wilhelm 286, 291, 329, 332, 347, 406, 431, 457, 473 Sellin, Albrecht Wilhelm 443 Sellin, Caroline 443 f. Seves, Maximilian 285 Severs, Elisabeth 315  Shakespeare, William 59, 647 Sharpe, S. Maud 240 Siegfried, Jules (HIs) 236, 238 Siegfried 314 Silbermann, Marie 465 Silesius, Angelus 64, 247, 249, 267 Sinha, Purnendu Narayana 86, 95 Sinnett, Alfred Percy 69, 294, 652 Seydewitz, Marie von 222 Seydewitz, Max von 222 Sivers, Marie von 45f., 48f., 70, Mf.,79, 133£,141L,152j55, 173f.j83f., 188,191f., 198,216, 219, 223, 226f., 230, 240, 271, 285f., 290f., 311, 318, 329f., 342, 345f., 356, 364f., 406f., 418f., 432f., 450, 457f., 475 f., 521, 535f., 542, 554 f., 567f., 593 f., 600, 603, 608f., 690f. Skythianos 385 Smith, Pauline 243 Smits, Clara 285, 346, 364, 408, 432, 532, 567 Sonklar, Alice von 311, 372, 448f., 673, 679, 682 Specht, Arthur (639, 647f.) Specht, Ernst (639, 647 f.) Specht, Helene (639, 647f.) Specht, Ladislaus (jun.) (639, 647f.) Specht, Ladislaus (sen.) (639, 647f.) Specht, Pauline (639, 647 f.) Specht, Richard (639, 647f.) Specht, Otto (639, 647f.) Spiegel, Friedrich 57 Spink, Kate i98f., 245, 270, 274, 290, 309 Spinoza, Baruch de 114, 247 Sphinx 299 Sprengel, Alice 313, 556, 561 Staberl 626 Stahl, Carl 313, 316 Stavenhagen, Bernhard 313, 316, 342 Steffens, Heinrich 260 Stein, Gertrud 458 Steiner, Gustav (624) Steiner, Johann (623) Steiner, Franziska (626) Steiner, Leopoldine (624) Stenzel, Maria 407, 432, 613 f. Stephan, Georg 464 Stinde, Sophie 143, 152f., 155, 196f., 215, 219, 222, 226, 271, 274, 285, 291, 316f., 330f., 346, 407, 433, 450, 459, 522, 528, 555, 560, 568 Stockmeyer, Karl H. W. 317 Stockmeyer, Ernst August Karl 343 Stockmeyer, Hilde 315, 444 f. Stremayr, Karl Ritter von (647) Strauch, A. 477 Strauss, Richard 654 Strohl, Rita 243, 245 Stryczek, Paula (Hiibbe-Schleiden, Paula) 599 Stucky, Johanna 271 Stuten, Adriaan Jan 34 Stiibing, F. W. A. 213, 218, 223, 226f. Suphan, Bernhard 654 Swedenborg, Emmanuel 640 SzCchenyi, Graf Stephan von 628 Tabuschar, Franz 346, 408 Takäch, BCla 378 Taraporewalla, P. C. 244 Tauler, Johannes 64 Tschirschky, Gertrud von 222, 407, 433 Tessmar, Wilhelm 135, 193 f., 219, 286, 290, 292, 329, 331, 342 f., 345, 356, 364, 406, 419, 431, 434, 448, 451, 457, 472, 513, 520f., 531 f., 567, 597, 606, 610 Theresa (von Avila) 242 Tingley, Katherine 590f., 676 Tönjes, Magnetiseur 187  Tolstoi, Lew Nikolajewitsch (Leo) 145 Triptolem 313 Trommsdorff, Wilhelm 458 Troxler, Ignaz Paul Vital 241, 260f. Tschudy, Jacques 443 Tuckermann, Hermann 311 Turnbull, Victor (TÖrnbock) 70 Unger, Joseph 279 Uriger, Carl 315, 353, 364, 398, 460, 489, 507, 528, 532, 556, 565, 568 Urbano, Rafael 242, 271 Ulrich, Alida von 240, 277 Vacano, Harriet Freiin von 222, 313, 433, 460 Vahl, Paul 346 Vockroth, Wilhelm 572 Völker, Marie Antonie (Toni) 311, 330, 331, 353, 403, 408, 433, 460, 533, 568 Vogt, Carl 84, 105, 118, 122 Voigt, Adelheid 136, 187, 194, 406, 431,457 Vollruh, Clara 509 f., 514 f., 521 f., 533 Vollrarh, Hugo 143, 198, 225, 286, 330 f., 362, 365 f., 472 f., 480 f., 493 f., 509f., 514 f., 521f., 538, 543 f., 601, 606f., 662, 673, 679, 682,697 Volkelt, Johannes 646 Volkert, Hans 317 Vrba, Franz 354 Wagner, Amalie 271, 442 Wagner, Ernst 316 Wagner, Günther 50, 74 f., 98, 145, 153, 213, 219, 271, 285, 289f., 330f., 346, 362 f., 407, 410, 418, 421, 431 f., 442, 457f., 506, 695 Wagner, Richard 197, 215, 319f., 652f. Wallace, L. 242, 316, 401, 452 Walken, Baron Carl Alphonse von 534f., 539f., 546, 565, 568 Waller, Maria Mieta 431, 457 Waller, Oda 457 Walser, Eduard 639, 647 Walther, Terese 407 Walther, Herr 406, 431, 451, 457, 493, 507, 533 Wandrey, Camilla 345, 407, 432, 533,567 Wangenheim, Gertrude Alexandrine von 346 Ward, Miss 244, 270, 274, 278 Watts, George Frederic 317 Wedgwood, James Ingram 309 f., 315,583 Wegfraß, August 433, 460 Weidlich, Ernst 596, 677, 681 Weigel, Valentin 64 Weiler, Otto 431, 458 Weise, Emma 86, 94 Wegeler, Else 141, 187 Werner, Paul 135 f., 187, 191, 229, 406, 418 Wendt, Heinrich 362 West, Samuel van 97 Westphal, Otto 346 Wcsw-Hoffmann, Julia 317 Winkler, Fräulein 533 Winters, Miss 276 Wirschmidt, Karl 342 Wöbcken, Clara 141, 143 Wöbcken, Gustav 143 Wolf, Hugo 314 Wolfart 141 Wolfram, Elise 286, 289f., 314 f., 330f., 343, 346, 353, 364, 373, 398, 402, 407, 432, 459, 473 f., 479f., 484, 488, 496, 500, 504f., 510f., 518, 529, 532, 567  Wollisch, Vittoria 313 Zeissig, Alfred 433, 460 Zeissig-Heilmann, Erna 433 XifrC, Don JosC 242, 245 Zimmermann, Georg 407 Zimmemann, Otto 592 Zarathustra/Zoroaster/Zaratas 58, Zimmermann, Robert 642 f. 73, 163 f., 385 f., 388, 414 Zitter, Moritz (645)