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ga90b INHALT I. MITGLIEDERVORTRÄGE IN BERLIN Zu den Wurzelrassen der Atlantier und Arier Berlin, I. Januar 1905 19 Der Untergang Lemuriens, hervorgerufen durch Missbrauch des Feuers in seinem Zusammenhang mit dem karnischen Element. Durch Verinnerlichung Entwicklung der atlantischen Wurzelrasse. Wiederholung der atlantischen Rassen in der fünften Kulturepoche. Von der Eingottheits- über die Zwei- und Dreigottheitsreligion zum Polytheismus in der fünften Unterrasse der fünften Kukurepoche. Elementarische, siderische und himmlische Gottheiten. Menschheitsentwicklung und Tierkreis Berlin, 2. Januar 1905 23 Die Seele kommt vom Mond, der Leib von der Erde, und der Geist kommt als göttlicher Einschlag. Himmlische, siderische und elementarische Götter. Am Anfang einer planetarischen Entwicklung sind die dementarischen Wesen wirksam, dann die siderischen und zuletzt die himmlischen. Entwicklung vom planetarischen über das siderische Bewusstsein zum kosmischen Bewusstsein. Vom Einheits- zum Vielheitsbewusstsein. - Durchschreiten der Evolution der Menschheit durch den Tierkreis. Die Vergottung des Menschen - die Aufgabe der KÜNSTe Berlin, undatiert 1905 (?) 28 Die Erlösung des in der Natur schlummernden Gottes durch die Kunst ist zugleich die Vergottung des Menschen. Auferstehung der drei Elementarreiche in den drei Künsten Architektur, Plastik, Malerei. Diese drei Künste als Künste der Vergangenheit. Zukünftige Künste: Dichtun& Musik, darstellende Kunst. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie I Berlin, 30. Januar 1905 34 Das Problem verschiedener Ergebnisse der Forschung im Übersinnlichen. Die 49 Metamorphosen der Erde zwischen den ihr vorangehenden und ihr folgenden Planeten mit insgesamt 343 Zuständen.  Die Apokalypse und theosophische Kosmologie II Berlin, 6. Februar 1905 48 Saturn, Sonne, Mond als Vorgänger der Erde. Das allumfassende Bewusstsein des Menschen auf dem Saturn (dem Bewusstsein der Steine entsprechend). In der vierten Runde des Saturns tritt der Mensch zum ersten Mal auf. Waches Bewusstsein im traumlosen Schlaf als Voraussetzung für das Schauen der alten Sonne; waches Bewusstsein im rraumerfüllten Schlaf als Voraussetzung für das Schauen des alten Mondes; waches Bewusstsein jenseits des traumlosen Schlafes als Voraussetzung für das Schauen des alten Saturns. Bildung der Naturreiche auf dem alten Mond. - Die sieben Wochentage als Abbildung der planetarischen Entwicklung. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie III Berlin, 13. Februar 1905 65 Die sieben Entwicklungsstufen der Erde entsprechen den sieben Wurzelrassen. Die Erde zwischen Mars und Merkur. Die sieben Wochentage. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie IV Berlin, 20. Februar 1905 73 Entwicklung des geistigen Schauens. Die Chakren. Der achtgliedrige Pfad. Sechs Tugenden (sechs Nebenübungen). Die Apokalypse und theosophische Kosmologie V Berlin, 27. Februar 1905 79 Die zukünftige Entwicklung der Menschheit. Die heutige Menschheit befindet sich in der vierten Runde: unterste Stufe das Mineralreich. ln der fünften Runde ist das Pflanzenreich und in der sechsten das Tierreich die unterste Stufe. In der fünften Runde wird Manas, in der sechsten Budhi und in der siebten Atma entwickelt. Die Apokalypse und theosophische Kosmologie VI Berlin, 6. März 1905 86 Die Wurzelrassen der vierten Runde. Die Menschheit, ihre Bewusstseinszustände und die Naturreiche in den zukünftigen Runden. Ostern und die Theosophie Berlin, 21. April 1905 93 Der Ursprung von Ostern in den Mysterienstätten: Die Seele als Besiegerin des Leibes. Der Adept lernt, den Ätherleib zu beherrschen (Sonnen held). Das Christus-Ereignis als Offenbarung der Mysteriengeheimnissc. Die Frühlingssonne als Wiederbeleber im Menschen. Die Bergpredigt Berlin, 19. Juni 1905 100 Ohne die Bergpredigt kein Verständnis vom Christentum. Der <Berg> als Ort von Mysterienunterweisungen. Der Spiegcl-Charakter der astralen Welt. Die Bergpredigt als Einweihungspredigt. Makarie in &Vilhelm Meisters Wanderjahrem als <scligc>, eingeweihte Person. Die sieben Seligpreisungen als Stufen der Einweihung. Die Aufgabe der theosophischen Bewegung in der Gegenwart. ÜBER DAS JOHANNES-EVANGELIUM Berlin, 26. Juni 1905 116 Das Johannes-Evangelium als Quelle okkulter Kräfte. Die heutige Bedürfniskukur, frühere Mysrerienkultur. Das Christentum hat zuerst die Aufgabe, den Menschen auf den physischen Plan zu führen; danach die Aufgabe, die Erde zu vergeistigen. Das Wiedererscheinen des Christus, Beginn des neuen Evangeliums, Johannes-Evangeliums. Nervosität als Zeitkrankheit. Das Chrisrenrum von heute heißt <Thcosophic>. Überwindung der Herrschaft der Leidenschaften im Astralleib. Demut als Voraussetzung. Das Johanncs-Evangdium als Wegleiter. Die sieben Prinzipien Berlin, 18. August (1905?) 129 Atma wird durchflutet von drei objektiven und drei subjektiven Prinzipien. Objektiv: Kraft, Karna, Manas; subjektiv: aurische Hülle, Mahat und Budhi. Subjektiv - objektiv; Dharma in Karma Berlin, 20. August (1905?) 132 Subjektiv erwacht sein: wirkend, aber nicht wahrnehmend. Objektiv erwacht sein: wirkend und wahrnehmend. Die Entwicklung besteht im fortwährenden Verwandeln des Subjektiven ins Objektive oder des Gesetzes in die Wirklichkeit. Karma ist das in die Materie gekreuzigte Dharma. Dharma ist die Enrwicklune,im Fortschritt und das Übersein in einem Sein. Nater' entspricht dem Ubersein; ·Mutter" entspricht dem sich entwickelnden Wesen; ·Sohn> entspricht demjenigen, was aus dem Sein vermöge des Überseins wird. Nirwana als Abwesenheit von Karma, weil ganzes Dharma offenbar.  Geisteswissenschaft als Gesundungsquell Berlin, 9. Oktober 1905 136 Der Dogmatismus der gegenwärtigen Lehre. Worauf es in der theosophischen Bewegung ankommq sind nicht die Inhalte, sondern die Gesinnung des Zusammenlebens: im Bewusstsein einer geistigen Welt. Der Mensch als <Fak[or> der richtigen Zukunftsentwicklung. Das von den Zweigen ausströmende Geistige ist ein Gesundungsquell für die ganze Weh. Die Apokalypse, Sagen, Mythen und Märchen als okkulte Weisheitslehren. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis Berlin, 16. Oktober 1905 153 Naturerkenntnis ist Selbsterkenntnis, Spiegel der Vergangenheit und der Zukunft. Davon sprechen auch die großen Urkunden und Kunstwerke der Menschheitsgeschichte. <Däs bist dü> als Folge der Weltenrwicklung, als Folge des Karm< als Lehre für die Weiterentwicklung. Die theosophische Lehre als göttliche Lehre. ·Alles um uns herum für uns. Und wir selbst für den Gott.» Das Verhältnis des Okkultismus zur THEOSOPHISCHEN BEWEGUNG Berlin, 22. Oktober 1905 169 Unterscheidung zwischen theosophischer Bewegung, Theosophischer Gesellschaft und Okkultismus. Die okkulte Schulung dient heute dazu, die Weltgedanken verstehend zu empfangen. Die Theosophische Gesellschaft ist keine okkulte Brüderschaft, sondern eine Gesellschaft, in der Okkultismus wieder kukurwirksam zur Sprache kommen kann. - Die Bedeutung des Gedächtnisses auf dem Schulungsweg; die Seligpreisungen; Gefahren auf dem Schulungsweg; Sintflut. Theosophie im alltäglichen Leben Berlin, 30. Oktober 1905 193 Unser Verhaken als Nährboden für Elementarwesen und deren Entwicklung. Den Schmerz vergraben lernen. Die Pflanze schläft, ihr Bewusstsein ist außerhalb. Physischer Plan, Astralplan, Mentalplan. Das Tier hat sein Bewusstsein im Astralplan. Naturwescnheiten mit KÖrper auf dem Astralplan und Bewusstsein auf dem physischen Plan. Der Tod von geistigen Wesenheiten im Vcrstandcsdenken des Menschen. Der Geist der Lüge. Die Vorbereitung einer hellseherischen Kultur als Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft.  Theosophie und Freiheitsbegriff Berlin, 6. November 1905 209 Der heutige Mensch ist sowohl gebunden als auch frei. Je mehr er sich entwickelg desto freier wird er. Freiheit bedeutet, sich aus seiner eigenen Tierheit befreien: sich selbst zu etwas entschließen können. Frei ist, wer aus dem Gedanken selbstschöpferisch zu gestalten vermag. Der Mensch auf dem Wege zur Vergottung. Erkenntnis der höheren Welten I Berlin, 1 I. Dezember 1905 213 Materielles, imaginatives, voluntaristisches (inspiratives) und intuitives Erkennen. Der <Schwan> als Einweihungsstufe der Intuition befähigt zur Erkenntnis des Ich. Naturreiche und menschliche Organisation. Der Aufstieg zu Manas, Budhi, Atma. Die hierarchische Gliederung der Schöpfung. Erkenntnis der höheren Welten II Berlin, 18. Dezember 1905 .. ...... .. 219 Die Theosophische Gesellschaft als Verwaltungssache und nicht als Ort der Pflege des okkulten Lebens. Die vier Glieder des materiellen Erkennens (Sensation): Gegenstand, Bild, Begriff, Ich. Imaginatives Erkennen: Fortfall des Gegenstandes - Illumination, geregelteres Traumleben, Geister des Zwielichts (Engel). Inspiration: Fortfall des Bildes - Inneres Wort, Feuergeister (Archangeloi). Intuition: Fortfall des Begriffes, Geister des Egoismus (Asuras, Archai). Erkenntnis der höheren Welten III Berlin, 28. Dezember 1905 235 Sensation, Imagination, Inspiration, Intuition. Die Künste für die Ausbildung der Imagination (Illumination). Die Vorführung des Urdramas des ersterbenden und wieder auferstehenden Gottes in den Mysterien. Inspiration: Kontinuität des Bewusstseins; Selbstlosigkeit als Bedingung. Intuition: Hineinkriechen in die Dinge. Intuition noch passiv, alle weiteren Stufen: kreatives Mitgestalten. Erkennen der Ideen Platons, der Gattungswcsen der Tiere - Geister der Form. Das Leben der Pflanzenwelt erkennen - Geister der Bewegung. Die Keuschheit der Mineralwdt Geister der Weisheit. Das geistvolle Zusammenwirken der Ameisen in einem Ameisenstaat - Throne.  II. MITGLIEDERVORTRÄGE IN KÖLN Die Apokalypse des Johannes I Köln, 16. Januar 1905 . .. ...... ... .. ... .. 256 Die Apokalypse als Geheimlehre des Christentums. ·Selig sind, die da glauben und nicht schauen» als Kern des Christentums. Kunst, Wissenschaft und Religion sind aus den Mysterien hervorgegangen. Dreieinigkeit. Die Menschwerdung des Logos. Der Monotheismus der Rishis, das Zwei-Gou-System der Perser. Seit den Ägyptern drei GÖtter. Vervollkommnung des Astralleibes im fünften Zyklus. Das Viergetier vor dem Lamm. Die sieben Gemeinden und die sieben Rassen. Die Selbsterkenntnis des Menschen und die Anbetung Christi. Über das Buch der Genesis Köln, 17. Januar 1905 . 264 Die sieben Schöpfungstage entsprechen den sieben Runden. Erläuterung der Runden entlang der Genesis. Über die Bedeutung der katholischen Messe im Sinne der Mystik KÖln, 17. März 1905 271 Die katholische Messe ging aus den Mysterien der Perser und der Ägyprer hervor. Die Weltentwicklung als Ausgestaltung des Weltengeistes bis in die irdischen Naturreiche hinein. Die Wiedereinkehr des Gottes im Menschen. Die Verklärung. Die Bedeutung von Evangelium, Opferung, Wandlung und Kommunion der Messe. Die Vereinigung von Isis und Osiris als Sanctissimum der Messe. ÜBER DIE PLANETARISCHE ENTWICKLUNG Köln, 18. März 1905 279 Die verschiedenen Bewusstseinszustände des Menschen, die zugehörigen Naturreiche und Planeten. Auf dem Saturn ist die erste Runde, auf der Sonne die zweite Runde und auf dem Mond die dritte Runde für die Entwicklung des Menschen von Bedeutung. Die Entwicklung des Menschen durch die Wurzelrassen. Die Erde zwischen Mars und Merkur. Jupiteg Venus, Vulkan. Die Wochentage als Abbild der planetarischen Entwicklung.  Die Apokalypse des Johannes II Köln, 19. März 1905 286 Der Kernspruch des Christentums. Die Mysterienstäuen, das Urdrama des Weltengottes. Die Fleischwerdung des Logos. Versiegelung in den ersten vier Unterrassen; Entsiegelung ab der sechsten Unterrasse. Die apokalyptische Madonna zeigt sich in der siebten Unterrasse. Das zweihörnige Tier sowie Mars und Merkur. Die Zahl 666. Die Absonderung des Bösen von der Erde in die achte Sphäre. Novalis' Dichtung «Heinrich von Ofterdingen» Köln, 26. April 1905 293 Das Leben des Novalis, Novalis als Seher. Die Erzählung im ·Heinrich von Ofterdingen·: Atlantis; der Ursprung der Dichtung (Kunst), Philosophie und Religion in den Mysterien; das Urdrama der Gottheit; Sophia als Führerin auf dem Weg zur neuen Einheit; die Begegnung mit dem Bergmann, die Großartigkeit des Lichtes. Klingsor: Das Herauswachsen der Astralis aus der gegenwärtigen Welt. Novalis als wiedcrverkörperter Pythagoreer. Yoga und Unio mystica Köln, 27. April 1905 300 Yoga als ein Anstreben der Vereinigung von Vater, Sohn und Heiligem Geist durch Reinigung der drei Körper. Umwandlung des Astralkörpers durch Meditation. Umwandlung des Ätherkörpers durch Harmonisierung der Temperamente. Umwandlung des physischen KÖrpers durch die richtige Ernährung. - Die Theosophie als Anpassung des Yoga an das heutige Kulturleben. Der Unterschied zwischen Hatha- und Raja-Voga. Meditation. Stufen der Erkenntnis. Harmonie des Seelenlebens. Die Bergpredigt Köln, 2. Dezember 1905 317 Der <Berg· als Mysterienort. Die Verklärung auf dem Berg. Eine ·Hiitte bauenn <Selig·: Die Seele für die geistige Welt öffnen. Die Bergpredigt als Einweihungsurkunde.  III. MITGLIEDERVORTRÄGE IN DÜSSELDORF Über den Gottesbegriff Düsseldorf, 19. Januar 1905 328 Dem Europäer ist das Bewusstsein über die göttlichen Hierarchien abhanden gekommen. Stattdessen fragt der Europäer nach dem Verhältnis des Menschen zu Gott und nach dem Verhältnis Gottes zur Evolution. Die Antworten sind durch einen Schulungsweg (Yoga, innere Entwicklung) zu finden. Höherentwicklung des Menschen aufgrund der Heraussetzung der Naturreiche. Weiterentwicklung durch Absorption der Naturreiche in den Menschen. Die Notwendigkeit des Abstieges der einen für den Aufstieg der anderen. ÜBER DIE LEBENSFÜHRUNG EINES GEISTIG STREBENDEN Düsseldorf, 20. Januar 1905 334 Selbstvervollkommnung nicht aus Egoismus anstreben; Mitgefühl bringt voran. Verzicht auf Meinung, auf Sympathie und Antipathie, auf Kritik, auf Fragen. Der Glaube an die Weisheit in der Welt. Die altnordischen Göttersagen Düsseldorf, 22. März 1905 338 Die Tiefe und das Tragische der Nordischen Mythen: Der Untergang der Götter in den ersten vier Unterrassen zugunsten des Christentums. Die Bildung des Menschen durch die nordischen GÖtter. Yoga Düsseldorf, 4. Dezember 1905 344 Yoga als Verbindung mit dem göttlichen Urgrund. Glauben an die HÖherentwicklung. Theosophie als Anpassung des Yoga an das heutige Kulturleben. Die Notwendigkeit der Charakterfestigkeit. Yoga hebt ins Bewusstsein, was sonst unbewusst ist. Unterschied zwischen Hathaund Raja-Voga. Meditieren. Rhythmisierung des Alltags. Die Stufen der Erkenntnis. Bescheidenheit.  IV. MITGLIEDERVORTRÄGE IN HAMBURG Die Wochentage - Sibyllenweisheit Hamburg, 9. April 1905 354 Die Wurzelrassen. Die planetarische Entwicklung. Die Wochentage als Abbild der planetarischen Entwicklung. Die sieben Phasen einer Entwicklung. Die sieben rÖmischen Könige. Die geistige Entwicklung des Menschen Hamburg, 15. Oktober 1905 362 Irland zur Zeit der Atlantis als erster Ort eines bewussten MenschenIch. Atlanticr und Lcmurier. Die Umwandlung der drei Leiber zu Manas, Budhi, Atma - Vater, Sohn, Heiliger Geist. ÜBER DIE DEUTSCHE MYTHOLOGIE Hamburg, 10. Dezember 1905 366 Verwandtschaft der germanischen mit der indischen Mythologie. Die Nibelungen, die Tafelrunde von König Artus. Barbarossa. Gralssage, Lohengrin. Druidenweisheit. V. MITGLIEDERVORTRAG IN LUGANO Das Yergängliche und das Ewige Lugano, 10. Januar 1906 374 Theosophie als Erkenntnisweg zu Gott und zum inneren Wesenskern des Menschen. Die drei Leiber des Menschen und sein Ich. Drei Arten des Träumens und der Tod. Die Höherentwicklung der drei Leibesprinzipien durch Selbstschulung zu Manas, Budhi, Atma - Vater, Sohn, Heiliger Geist.  ANHANG Faksimile zu RudolfSteinen Übertragung der Seligpreisungen (Mt 5,3-9) aus dem Notizbuch 124 zum Vortrag uom 19. Juni 1905 388 Zu dieser Ausgabe 389 Hinweise zum Text 391 Glossar zu den indiscb-tbeosophiscben Begriffen . . . . . . . . . . . . . . 422 Namenregister 431 SonderhinweiS zu Äußerungen über ·Rassem in der RudolfSteiner Gesamtausgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 435  I. MITGLIEDERVORTRÄGE IN BERLIN  ZU DEN WURZELRASSEN DER ATLANTIER UND ARIER 1. Januar 1905 Was die vierte Rasse vorzugsweise als ihre Aufgabe hatte, war, das Innere zu entwickeln. Der Mensch hatte vorher sehr im Allgemeinen gelebt. Das menschliche Karna stand mit dem allgemeinen Karna in ganz enger Verbindung. Es hatte sich noch nicht gesondert. Was warmblütiges Karna eigentlich bedeutet, verstehen wir, wenn wir den Gegenpol dazu suchen, denn in der Natur entsteht alles polarisch. Während sich das Karna für den Menschen - in der Mitte der lemurischen Rasse- absonderte, musste draußen in der Welt auch etwas entstehen; dieses andere ist das natürliche Feuer, das Feuer draußen in der Welt. Die beiden stehen daher in okkultem Zusammenhang, und der karnische Missbrauch im Menschen bedeutete eine Störung im feurigen Element der Erde. Denn die Verwandtschaft war eine viel innigere als jetzt, wo die Sonderung vollkommen ist. Grad so, wie die Menschen durch ihr Karna noch imstande waren das Feuer zu bändigen, Feuer aus dem Stein hervorzulocken, konnten sie das Feuer so missbrauchen, dass es sie vernichtete. Der Untergang Lemuriens wurde hervorgerufen durch Missbrauch des Feuers in seinem Zusammenhang mit dem karnischen Element. So bedeutete die Sünde damals viel mehr als später. Als das Karna sich immer mehr abgesondert hatte, eine immer mehr ins Innere zurückgezogene Seele die Folge war, da entstand die atlantische Rasse. - Das Prana war aber noch im selben Zusammenhang, und die Atlantier konnten diese Kraft benutzen, konnten die Keimkraft zu industriellen Unternehmungen verwenden. Die ersten Rassen, die Rmoahals und die Tlavatlis, waren noch im Besitze des Zauberworts, der von den Lemuriern ausgebildeten mantraähnlichen Laute, die eine unmittelbare Wirkung über die Kräfte des Lebens hatten. Als die Sprache mehr heraufkam, ging die Kenntnis des Zauberworts allmählich verloren. Während der Toltekenrasse bekam es  immer weniger Wirkung auf die Außenwelt. Einige jedoch erhielten sich das als Kunst. Früher hatten die Menschen weniger geachtet auf diese Herrschaft über das Leben: Jetzt wollten einige dies systematisieren, und in gewissem Sinne erhielten sie auch die Herrschaft über den Tod. Das uns aus der Bibel bekannte Patriarchenalter begründet sich auf der Kunst, das menschliche Leben in außerordentlichem Maße zu verlängern. Dies wurde also Kunst; und bei der vierten, der turanischen Unterrasse führte es zu einer furchtbaren schwarzen Magie, insofern als das Leben einen okkulten Zusammenhang hat mit allem, was wässriges Element ist. Diese Quellmaterie war es, über welche die Atlantier sich eine so hohe Herrschaft erwarben; sie hatten über sie dieselbe Kraft, wie die Lemurier über das Feuer, und auf diese Art wurde auch der Untergang durch das Wasser herbeigeführt. Es ist ein tiefer makrokosmischer Zusammenhang zwischen der Natur und dem Menschen. So sind auch die Fauna und die Flora verschieden je nach den Wurzelrassen und Unterrassen, beispielsweise bei der vierten Unterrasse der Arier - in der das idealische, romanische Christentum entstand - entsprach die Fauna und Flora, die noch übrig geblieben ist, jenen Ländern. Die materialistisch germanische Rasse hat wiederum die ihre. Das Äußere ist abhängig von dem, was der Mensch in seinem Innern entfaltet. Das ist ihm heute noch nicht bewüss¢ jetzt beherrscht er nichts, als was sein Verstand beherrscht. Während der sechsten Rasse wird er aber wieder lernen, die Lebenskraft zu beherrschen; während der siebenten das Feuer, das innere, das Kundalini-Feuer, das jetzt nur der Adept beherrscht. Während der fünften Unterrasse der Atlantier, der ursemitischen, war - wie wir wissen - durch einstige Abzweigung gewisser Tiere, der Huftiere, des Pferdes, der Verstand begründet worden. Es entsteht die Anlage zur Logik, zur Kombination, zum persönlichen Rechthaben; der persönliche Streit entsteht, kommt auf, der dem Gegensatz der Überzeugungen und Meinungen entspringt; das Sondersein, das in der fünften, der arischen Wurzelrasse, seinen äußeren Ausdruck findet. Dies ist ein notwendiger Durchgangspunkt; es ist aber natürlich, dass dies auch den Untergang der fünften Wurzelrasse herbeiführen  wird. Durch den Krieg aller gegen alle werden die Arier zugrunde gehen, wie einst die Atlantier durch das Wasser und die Lemurier durch das Feuer. Der Mensch war damals noch nicht imstande, diesen Verstand selbst zu leiten, daher war der führende Manu noch ein überirdischer. Ausgesondert wurde nun, namentlich von den Ursemiten, das Häuflein, das in die Wüste Gobi und Shamo geführt wird. Vor allen Dingen sollte dies Häuflein reine Körper haben, sodass eine ausgewählte Pflanzenkost von dem Manu angeordnet wurde. Daher stammen die noch übrig gebliebenen dekadenten Speisegesetze. Was der Manu bezweckte war aber, den Leuten vor allen Dingen Freiheit zu lassen - sie zu überlassen dem Einfluss einer luziferisch gebildeten Priesterschaft. Daher kam es, dass nur ein kleines Häuflein treu blieb, die ändern abfielen. Daher sind die Entwicklungsstufen so verschieden. Der Meister unterscheidet sich dadurch von allen ändern führenden Gewalten der Menschheit, dass er auf demselben Wege, nur schneller, die höchste Entwicklung erreicht. Wenn die Meister als Führer der Menschheit offen bekannt sein werden, kommt die sechste Unterrasse auf. Die siebente Unterrasse wird eigentlich untergehen. Dagegen wird das kleine Häuflein ·Homines religioses' gesammelt werden in die sechste Unterrasse, die das nötige Temperament dazu im Blute haben wird. Das damals treu gebliebene Häuflein war die Grundlage für die arische Rasse; daher die wunderbare, reine, glänzend spirituelle Lehre der nach Süden gezogenen indischen Unterrasse. Erkannt und angebetet wird das einheitlich Göttliche. Durch den zum Devachan hinaufreichenden Verstand wurden zuerst die Devas erkannt und angebetet. Die Veden sind erst spätere Ausbildungen; sie sind zu der Zeit entstanden, als die dritte Unterrasse schon da war. Von der ursprünglichen RishiReligion gibt es nur Traditionen. Sie ist eine Wiederholung dessen, was instinktiv noch die Lemurier empfunden haben; die einheitliche Religion wird hier mit dem Verstande noch einmal durchgemacht. Die zweiheitliche [Religion], mit der Trennung in Gut und Böse, war eine Wiederholung des von den Atlantiern Erlebten und wurde im Bewusstsein von den Persern noch einmal durchgemacht.  In der dritten Unterrasse entsteht das Ergebnis der monistischen und dualistischen Religion, die Trinität - der Osirisdienst und Mithrasdienst. Erst von der dritten Rasse an werden drei Logoi erkannt. Unter diesem Einfluss hat sich auch die indische Trinität gebildet. Das Kind wird zum ersten Mal personifiziert in Florus. Das Persönliche ist nun möglich, in das sich Christus versenkt. Gott erscheint unter der Maske des Menschen. Die Dreifaltigkeit wird zu den drei Personen. In der fünften Unterrasse will jeder selbst entscheiden, die Polypersonalität macht sich geltend, deren Höhepunkt in der französischen Revolution stattfindet. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind die leitenden abstrakten Ideen, die die Götter ersetzen.  ELEMENTARISCHE, SIDERISCHE UND HIMMLISCHE GOTTHEITEN. MENSCHHEITSENTWICKLUNG UND TIERKREIS Berlin, 2. Januar 1905 Wenn wir verfolgen die ganze Entstehung des Menschen, werden wir uns erinnern, dass wir es anfänglich zu tun haben mit Pitris, die herüberkommen von der lunarischen Epoche, denn die Pitris sind die eigentlichen Menschen, im Samen herübergekommen, und bilden die Anlage zur Erde. Sie haben die drei Reiche schon abgestreift, und wir haben es zu tun mit Mondpitris. Das ist der erste Faktor. Der zweite ist das, worin sich die Pitri inkarnieren sollen, was von der der Erde selbst kommt, denn die Mondformen sind ja weg. Es ist eine zweite Strömung, die sich mit der ersten verbinden muss. Und die dritte ist die, welche während der lemurischen Epoche als manasische Befruchtung kam. Die Seele kommt vom Mond, der Leib von Erde, ballt sich von der Erde auf. Und der Geist kommt von oben als göttlicher Einschlag. Damit setzen sich die drei Glieder zusammen. Diese drei Strömungen sind die Repräsentanten von drei Wesenheiten: 1. menschliche Wesenheit 2. übermenschliche Wesenheit 3. untermenschliche Wesenheit. Wir nennen die übermenschlichen <gött1ichc Wesenheiten'; 'himmlische Götter nennt sie auch der Mystiker. Die zweite Strömung, aus der die Seelen kommen, nennen wir <Sternengötter> oder <planetarische oder siderische Göttem [Lücke in der Mitschnift] Drei Gruppen, aus denen der Leib aufgebaut ist, nennen wir ekmentarische Geister. So dürfen wir sagen, dass der Mensch seinem Leibe nach aufgebaut ist von ekmentarischen, unterirdischen Geistern. Die haben allmählich geformt Leiber von Mineral, Pflanzen, Tieren und  Menschen bis zum Punkt, wo er durchglüht wird vom planetarischen [Lücke in der Mitscbrift] Geist. Erst am Ende seiner Entwicklung wird er Geist oder Logos sein. Noch andere charakteristische Merkmale müssen wir vcrstehen. Die elementarischen Wesenheiten können wir dadurch charakterisieren, dass wir sagen: Bei ihnen ist Wille, Gemüt und Gedanke in einem einzigen Mittelpunkt vorhanden. Wenn wir alle Elementargeister, die in unserer Evolution schaffen, studieren und fragen: «Was willst du soh, so hat dies keinen Sinn. Denn der gemeinsame Geist hat den Willen, der Elementargeist ist der Ausführende. Ebenso hat es ein gemeinsames Bewusstsein — man kann nicht fragen: «YVas fühlst du?» Wie die Hand beim Menschen. Daher erscheint die Tätigkeit der Elementargeister in Form notwendiger Naturgesetze. Sie erscheinen gefühllos und willenlos als Notwendigkeiten, weil das Bewusstsein im Mittelpunkt des ganzen Makrokosmos ist. Nun kommen wir zu den siderischen Wesenheiten. Sie haben, wenn sie auf höchster Stufe angelangt, ihr Gefühl für sich und ihre Gedanken für sich, noch nicht ihren Willen für sich. Wird der Mensch am Ende der Erdentwicklung angekommen sein als planetarischer Logos, wird er imstande sein, alles zu denken und zu fühlen, aber nicht zu wollen. Das erst, wenn er die drei nächsten Planeten durchgeistigt haben wird. Dann sind wir allfiihlende und allwollende Wesen, aber noch nicht allmächtige Wesen. Allerdings nimmt der Mensch jetzt allmählich den Willen auf. Grade das Willenselement ist, was herauskommt nach und nach und seit Mitte der lemurischen Zeit Freiheit heranbildend. Ein Elementarwesen ist nicht frei, weder in Bezug auf [Lücke in der Mitscbrift/plan. Der Logos ist frei in Bezug auf seine Gedanken, wenn er auf hÖchster Spitze angelangt auf Gefühl; und ein göttliches Geistwesen ist frei in Bezug auf Gedanke, Gefühl und Wille. Damit auch erklärlich, warum die christliche Esoterik dem Menschen keinen freien Willen beilegt, erst dem Menschen in beschränktem Maße. Engel führen den Willen Gottes aus, sind Boten. Sie sehen, dass Gedanke und Gefühl in den mittl/Lücke in der Mitschrift/ siderischen Wesen in Balance sind. Die zwei werden noch nicht bemeistert durch den Willen, daher noch in Konflikt;  sie werden sie auf dem nächsten Planeten durch den Willen in volle Harmonie bringen. Sodass namentlich diese planetarischen Geister, die unsere Erde betreten, in Gedanke und Gefühl Balance halten, also noch hin und her schwanken, noch nicht stabil sind - dadurch Kama-Manas. Der dritte Grad der göttlichen Wesen hat stabiles Gleichgewicht durch den Willen, der sie in Balance hält. Wenn Sie dies verfolgen, werden Sie sich sagen: Am Anfang des ersten Planeten haben wir außen nur elementare Wesenheiten in ihrer Tätigkeit bemerkbar, denn die Pitris sind noch Kinder. Dann beginnt und geht in der Mitte der planetarischen Entwicklung der Einfluss der siderischen Wesenheiten, und von Mitte an bis Ende ist der Einschlag der göttlichen Wesenheiten. Von Anfang an haben wir also nur ein Mittelpunktsbewusstsein für den planetarischen Kosmos; dann beginnt, ein siderisches Bewusstsein sich zu entwickeln, und dann ein himmlisches. Im Beginn ist einer bewusst, und am Ende nehmen alle an dem Bewusstsein des einen teil; am Anfang Einheitsbewusstsein, am Ende Vielheitsbewusstsein. Nun nennen wir am Ende ein solches Wesen, das mit dem Bewusstsein ausgestattet ist wie viele, <Ätl71ä>. Und das Einheitsbewusstsein im Anfang ·lshwara), sodass wir uns die ganze Evolution vorstellen müssen als Übergang vom Einheitsbewusstsein, den Ishwara, zum Einheitsbewusstsein der <Atwar>. Immerfort gibt er ab, bis Symphonie erreicht ist. Wenn Sie nun sich die Entwicklung vorstellen, müssen Sie sich sagen: Wir haben es anfangs zu tun mit einem ungeteilten IshwaraBewusstsein, das sich irgendwo geteilt hat, bis die dumpfen IchBewusstseine herauskommen. Diesen Punkt bezeichnet man esoterisch-astrologisch mit der Waage. Sodass Sie sagen können: Das Standbild der Waage bedeutet für den Esoteriker: das Hervorgehen von Atma aus Ishwara. Und jetzt tritt ein wichtiger Moment in der Evolution ein: dass das Wesen, aus dem das Ich hervorging, eine Zweiheit ist; denn es ist ja ein makrokosmisches Wesen. Der Mikrokosmos ist der AtmaEmbryo und der Makrokosmos ist das, was von außen als Ishwara Bewusstsein einwirkt. Sodass Sie haben jetzt nach dem Sternbild der Waage, wo es dann auseinanckrgeht, die Zweiheit: das Jungfräuliche der Seele, die Jungfrau, und was von außen hereinkommt, das Kraftvolle. Das kann man auch Willen nennen, der Löwe. Und nun sind wir schon bei demjenigen Punkt, wo Löwe und Jungfrau, die vorher sich nur in Naturreichen geltend gemacht haben, nach und nach im Menschen zur Vereinigung kommen, der hermaphroditische Mensch, die Zwillinge. Natürlich muss sich zwischen LÖwe und Jungfrau und Zwillingen die Umkehr vollziehen; was außen war, muss nach innen kommen, das bedeutet der Krebs. Wir haben es nun im hermaphroditischen Menschen veranlagt, die Zweiheit, die nun nach der ändern Seite heraustritt. Das, was früher höhere Natur war, wird niedrigere Natur: Stier. Und jetzt beginnt wieder der Aufstieg, es geht hinauf zum Widder. Was niedere Natur war, wird zum Repräsentanten der Gerechtigkeit - Jason-Sage. Das nächste ist nun, dass die Gerechtigkeit nicht äußerlich bleibt, sondern das Innere ergreift: Karna, das Wasser. Wir haben das Sternbild der Fische. Jetziger Moment. Die theosophische Bewegung /Lücke in der Mitschrift] Dann geht es weiter. Zukunft: Wassermann, Schütze, Skorpion, und dann kommt wiederum die Waage. Neuer Zyklus von Gott zum Menschen. Dasjenige, was sich zwischen Waage und Widder abwickelt - Jungfrau, Löwe, Krebs, Zwillinge, Stier, Fische - ist die offen an dem Tag liegende Menschheitsentwicklung unserer Erde. Auf der ändern Seite haben wir die verborgene Entwicklung in der Gottheit. Zwischen der Waage und den Fischen liegt sie. Es ist also alles, was auf der ändern Seite liegt, äußerlich sichtbare Entwicklung, kann durch G/Lücke in der Mitscbnift]. Alles andere liegt auf der äußeren Seite, wenn sich innerlich entwickeln - Nacht, südliche Hälfte. Das eine, das Sichtbare, ist in umfassendem Sinne Inhalt der Wissenschaft. Die andere Hälfte ist Inhalt der Mysterien. Natürlich hellt nur die volle Wissenschaft das Ganze auf. Daher ist die theosophische Entwicklung die Enthüllung der anderen Seite, der eigentlichen Nacht, die zum Tage wird für denjenigen, der in sie eintritt.  Daher tritt in derJungfrau zu Weihnacht die Sonne auf, steigt immer höher, zu Ostern die Wiedergeburt vom Stiermenschen zum Widder, und dann geht es durch die Fische bis zur vollen Sonnenhöhe.  DIE VERGOTTUNG DES MENSCHEN DIE AUFGABE DER KÜNSTE Berlin, undatierte Mitschrift Die mittelalterlichen Mystiker sprechen von einer sogenannten Vergottung des Menschen. Es ist ein außerordentlich treffender Ausdruck für einen inneren Vorgang, für bestimmte geistige Erfahrungen. Es liegt ihm zugrunde, dass der Mensch durch seinen inneren Wesenskern sich immer mehr entwickeln kann, den Geistesmenschen durch die äußere Hülle immer mehr durchscheinen lassen kann. Das ist das Wesen der Vergottung. Wer davon spricht, hat im Sinn, dass der Mensch auch seinen Ursprung genommen hat vom Geistigen. Gleichsam heruntergestiegen vom geistigen zum physischen Dasein, um sich wiederum heraufzubewegen zu seinem Ausgangspunkt. Warum musste er den Weg hinweg von der Göttlichkeit nehmen, wenn doch der Weg zurück wieder eingeschlagen werden muss? Ein bedeutender Mystiker der Gegenwart hat gesagt, dass derjenige, der nur ein wenig erfahren hat, diese Frage nicht mehr so leicht stellt, und im Grunde hat die griechische Mystik die Antwort gegeben, indem sie die Seele eine Biene nennt. Wie die Biene aus dem Bienenstock kommt, hinausfliegt in die Fluren und Honig sammelt, den Extrakt, den edelsten, von der Pflanze nimmt und wieder zurückbringt -, dasselbe tut die Seele in der Welt, zieht aus in die Fluren, sammelt zur Prüfung Weisheitsschätze, was nur hier zu erfahren ist für die Seelen, um den Wohnplatz Gottes wieder zu bereichern. Mehr könnten wir lernen an solchen einfachen Bildern, als der nüchterne Verstand zu erfassen vermag. Nun war es mir gestern vergönnt, über die drei Künste und ihre Entwicklung zu sprechen, indem ich sie darstellte als ein Spiegelbild jener Welten, die unserer jetzigen vorangegangen sind. Die drei Elementarreiche finden ihr Spiegelbild in der Architektur, der Plastik und Malerei. Alles in den drei Elementarreichen ist in gewisser Beziehung der noch unverdichtete Ausgangspunkt unserer Welt, der  wie begraben schlummert und die der Mensch wieder herausholt. Deshalb hat man sie verglichen mit einer Schlummerstätte Gottes, wo sie ruhen, um durch den Menschen wieder auferweckt zu werden. Das Reich der fluktuierenden Bilder können wir nicht mehr mit äußeren Augen sehen. Der Mensch sucht, es durch die drei Künste wieder in sich zu beleben, auferstehen zu lassen. Dass unser Sein durch sein Schaffen eine Erlösung des in der Natur schlafenden Gottes ist, dass in unserer Seele der Gott wieder erwacht und in unsere Schöpfungen fließt, sodass in Menschenwerken aus deren Gestaltungen die Gottheit leben kann, das ist die hohe Aufgabe der Kunst. Und indem der Mensch das tut, vergottet er sich selbst und dadurch wird er das Wesen, das den Honig der Welt wieder zurückzubringen hat auf den Altar Gottes. Lassen wir unser Auge schweifen über die Werke der großen Maler. Was Raffael und Michelangelo auf die Leinwand hingezaubert, was Tausende von Seelen erhebt, es ist eine Schöpfung des Geistes, groß, gewaltig, aber sie wird vergehen, in winzige Atome werden zerstieben die Werke der großen Genien. Aber verbunden ist mit dieser menschlichen Schöpfung etwas, was unvergänglich ist, das, was die menschliche Seele sich erarbeitet. Sie haben etwas erworben, was unvergänglich ist; in die Ewigkeit hineingetragen, was sie in ihren Geist hineingetragen, hineingearbeitet haben. Wenn der Globus zerstoben sein wird, werden die Wesen mit hinübernehmen, was die Seelen hier gelernt und erfahren haben. Das bringen sie als die Bienen des Lebens zurück zum Altar Gottes. Das ist, was die Mystik Vergottung nannte. Immer wieder erlöst die Menschheit den verborgenen Gott. Dann wird offenbar, was so wenige heute verstehen: dass dasjenige, was der Mensch zuletzt schafft als die göttliche Welt, in der Anlage bereits da war. Sodass das Höchste, zu dem der Mensch zuletzt kommt, das Tiefste ist. Sodass wir in der Erkenntnis zuletzt haben, was Gott in die Welt hineingelegt hat. Hellseherische Einsicht ist Gemeinschaft mit der göttlichen Welt. Von einer besonderen Ausbildung des traumerfüllten Schlafbewusstseins haben wir gesprochen, die zur Erkenntnis der drei Eie mentarreiche führt, zu der Welt der gen der gestaltlosen Kräfte, der des gibt es andere Erfahrungen. Dieser Darstellungen uns umgeben hat, ist der gestaltenden Kräfte sich erheben flutenden Bilder, der Gestaltunweltengestaltenden Tones. Nun ' Traum, der mit sinnbildlichen es, der zu einem Wahrnehmen kann. Nun gibt es das erwachte Bewusstsein während des traumlosen Schlafes. Wenn die Kontinuität des Bewusstseins eintritt, nimmt der Mensch die tönende Welt wahr: Die geistige Welt fängt an zu tönen. Was Pythagoras als Sphärenmusik beschrieben hat, ist wirkliche Wahrheit. In dem Klang drückt sich das innere Wesen der Welt aus: ·Die Sonne tönt nach alter Weise» Das wäre eine vollständige Phrase, denn die Sonne tönt nicht im physischen Leben, wohl aber, wenn wir sie als KÖrper einer geistigen Wesenheit erkennen. Aus dem Weltenchaos heraus hören wir sich ordnen das Chaos als Ton, als geistige Harmonie: «Tönend wird für neue Ohren ... Unerhörtes hört sich nichtn Aber Geistiges hÖrt sich. Geister, die theosophische Weisheit haben, haben daher von dem Tone als Weltengestaltendes gesprochen. In Schopenhauers Geist lebte die Ahnung von einer ungeheuer bedeutenden Tatsache. Das Weltenwesen ist für den Hellseher eine Welt von TÖnen. Wenn wir in das Innere dringen, geschieht es durch das musikalische Wesen, durch die Welt der Töne, und das ist etwas Wahres. Gestaltungen drängen nach Außen, und selbst die gestaltenden Kräfte dringen in den Raum, und ihre Spiegelbilder sind äußere Ankündigungen von inneren Wesen. Die durchgeistigste Hülle ist, was wir in den drei Künsten wahrnehmen. Bei der Musik dringen wir nicht durch die Oberfläche hindurch, sondern direkt in das Wesen der Dinge. Wenn die Glocke klingt, flutet ihr innerstes Wesen in die Welt hinein. Der Ton ist die nach außen tretende Schönheit des innersten Wesens. Deshalb ist er auch ein äußeres Abbild von dem, in das sich der Hellseher im Innersten versenkt. Beim Inneren sprechen wir ebenfalls von drei Reichen. Wenn wir vom innersten Wesen des Weltengeistes sprechen, werden wir wie ein Gefühl von der Dreiheit bekommen müssen. Wie der Mensch her vorgekommen ist aus dem Mineralischen, das im physischen Körper pulsiert - dann pulsiert im Physischen das Leben so im höchsten Wesen. Wille, Weisheit, Tätigkeit. Hierin tritt der Wille wieder nach außen, von dem Schopenhauer spricht als der Wesenheit, die aus dem Abgrund steigt. Er lebt in uns, macht unser Wesen aus. Die Vorstellung wird ein Abbild, da geschieht die Verbindung mit außen; am meisten dort, wo Handlung, Tätigkeit ist. In ihnen verkörpern wir uns und sind vorhanden wie die Gottheit in ihrem Reiche. So haben wir abgründigen Willen in der Weisheit, die Verbindung mit der Welt aufstellt, und wir haben Tätigkeit, in der er sich verbirgt. Wenn der Wille das Tiefste ist in uns, dann auch in der Natur. Indem in des Menschen Seele der Wille erwacht, feiert der Gott seine Auferstehung - ebenso in der Weisheit und in den Handlungen des Menschen. Wie Musik uns hineinführt in das Wesen der Dinge, so ist es die tiefste Wesenheit der Dinge selbst, die in den Tönen der Musik lebt. Der Ton ist der Geistkörper des Willens. Das ursprünglichste Wesen des Geistes ist in dem Willen des Musikalischen. Ein schöner Gedanke der Schopenhauer'schen Philosophie ist, dass das Weltenrätsel in der Musik sich löst. Nietzsche, der mit einem sehnenden Geiste sondergleichen nach solchen Gedankenzusammenhängen forschen wollte, kam zu einer verworrenen Ahnung schönster Art: in der «Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik». Was wollte er in diesem Buche erreichen? Den Weg des Geistes nach seinem Innenleben hat Nietzsche zu beschreiben versucht. Er suchte vorzudringen bis zu dem Punkte, an dem der Mensch in sich den Weltenwillen pulsieren fühlt. In der Musik verwandelt der Mensch den Willen in einen Geistkörper. Der Mensch ist am intensivsten mit seinem Gott vereint, wenn Musik aus seiner Seele erklingt. So stellt sich Musik auch für Nietzsche ins Universum hinein. Aus einer großen Anschauung heraus lässt Goethe Faust vordringen bis Am Anfang war die Tatn ·Tät> ist der ausgeströmte Wille, und will der Mensch in ein Kunstwerk schaffen ein Abbild der Tat, so muss er aus dem musikalischen gebären, daher hat die Tragödie im Chor ihren Ausgangspunkt: Die Kunst der Handlung aus der Kunst  des Tones, des nach außen fließenden Geistes. Und dann werden wir die kosmische Stellung der redenden Künste im Weltengeist finden. Weisheit ist die Kraft des Geistes, der halb nach außen dringt und sich den ändern Teil von der Welt reichen lässt: die Durchdringung des Geistes mit dem Wesen von außen. Das Zusammenklingen von innen und außen - das ist die Weisheit. Das ist wahre Weisheit, wenn der Mensch die Harmonisierung seines inneren Wesens mit dem Außen findet. Und die wahre Weisheit schließt das Gute ein. Sie ist eine Weisheit des Empfindens. Wie der Wille seinen Ausdruck hat im Ton, so schafft sich in der Bedeutung die Seele den Weg zum Wort. Das Wort hat ebenso wie die Weisheit einen Teil von außen und einen Teil von innen. Es kündigt uns in seiner Bedeutung etwas Äußeres an. Wie in der Kunst des reinen Tones der ursprüngliche Wille zum Ausdruck kommt, so ist im Rhythmus des Wortes die Weisheit der Seele zur Seele ausgedrückt. Lyrik - von Bedeutung durchtränkter Ton, Lied - die Stufe der Weisheit nach außen gegossen und verkörpert. Das Dritte ist dort, wo der Geist zurücktritt und sich verkörpert in der Handlung. Des Menschen Handlung ist seine Schöpfung, das dritte Reich des Geistigen schöpft die dramatische Kunst. Das Drama ist das Abbild des dritten Reiches, der Aktivität. So lässt der Mensch die Phasen seines Wesens zurück in dem, was er als Abbild schafft. Musik, Lyrik, Dramatik. Solange sich die Wesen um uns herum durch den Ton ankündigen, bleiben wir in gewisser Beziehung außerhalb ihrer. Ihre Bedeutung sprechen sie aus durch das innere Wort, wenn sie nicht nur tönen sondern reden. Das ist etwas, was in allerfernster Zukunft wie ein Ideal vorschwebt, das ist auch etwas, was am Ausgangspunkt der Welt steht. Und der Künstler stellt es als Prophetie hin. Der Musiker, der Lyriker und der Dramatiker sind die Propheten dessen, was kommen soll. Die anderen drei Künste stellen die Vergangenheit dar; diese drei stellen die Zukunft dar. So schafft uns der Künstler ein Paradies, wodurch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich verbinden. Das ist, wovon Goethe spricht:  Doch ihr, die echten Göttersöhne, Erfreut euch der lebendig reichen Schöne! Das Werdende, das ewig wirkr und lebr, Umfass euch mit der Liebe holden Schranken, Und was in schwankender Erscheinung schwebt, Befestigt mit dauernden Gedanken! [Faust 1, Vers 344-349) [So spricht der Herr zu den drei Erzengeln Gabriel, Michael, Raphael im Prolog im Himmel in Goethes «Faust» I.] Was in schwankender Erscheinung lebt, befestigt der Gedanke. Man kann nicht schöner die kosmische Sendung der Kunst darstellen. Das Ewige selbst ist in dieser Welt. Und wenn wir fähig sind, das Schöne mit Hingabe anzusehen, zu umfassen mit unserer Liebe, das Ewige im Bild zu fühlen, dann befestigen wir das Schöne mit dauernden Gedanken. Wenn der ganze Erdenglobus zerstoben sein wird in Millionen von Atomen, wird das Ewige hinübergetragen in neue Welten. Diesen Anteil hat sicher die Kunst. Im Kunstwerk kann sich der Mensch ein begrenztes Abbild der Weltenschöne schaffen, ein begrenztes Abbild der göttlichen Vollkommenheit ist die Kunst. In den Künsten bekommen wir auch ein Vorgefühl jener beseligenden Freiheit, die uns aus der Erkenntnis strÖmt. Die Kunst erscheint als das sicherste Unterpfand unserer Befähigung zur Freiheit. So wird der schöne Schein der große Erzieher zum Höchsten, zur Freiheit. Der Deutsche, der Schillers Briefe zur ästhetischen Erziehung nicht kennt, der kennt ein wichtigstes Stück des deutschen Geistes nicht. voll theosophischer Gesinnung sind sie, das Erleben des göttlichen Wesenskernes will die Theosophie; deshalb erhebt sich das Kunstgenießen zur Selbstlosigkeit, weil es interesseloses Wohlgefallen an der hÖchsten Geistigkeit schafft. Man muss durchdringen durch die Materie zum Geistigen, dann wird durch die Vergeistigung des Materiellen das Höchste erreicht, dann wird das Schöne die Erziehung zum Geistigen, und durch die ästhetische Empfindung der Schönheit dringt der Mensch zur Weisheit.  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE I Berlin, 30. Januar 1905 Wenn man den tiefen Sinn so bedeutender Werke wie der Apokalypse verstehen will, dann muss man einen tiefen Einblick erhalten in den Weltenbau und in die ganze Entwicklung der Welt. Deshalb habe ich für die Zeit, in der ich nicht anwesend sein konnte, Fräulein von Sivers gebeten gehabt, durch einige Stunden die Evolutionslehre, die Lehre von der Entwicklung der verschiedenen Welten, die mit unserer Erde irgendwie in einer Beziehung stehen, einmal hier durchzusprechen. Es hat sich dabei selbstverständlich ergeben, dass in der An und Weise, wie die Entwicklung hier vorgebracht worden ist, etwas Individuelles gesehen wurde. [Es ist durchaus in meinem Sinne geschehen, in welchem ich darüber Forschungen selbst angestellt habe.] Bevor wir überhaupt in irgendeiner Weise ersprießlich vorwärts rücken können in der Apokalypse - an die wir bald wieder herantreten können, wo Sie sehen werden, welche Tiefen darin enthalten sind, überhaupt im esoterischen Christentum enthalten sind -, müssen wir uns zuerst über gewisse Begriffe unseres Erd- und Sonnensystems klar werden. Deshalb werde ich selbst einige Einschiebungen über die Entwicklung unseres Planeten und unseres Sonnensystems machen. Wir kommen da zu recht schwierigen Partien der theosophischen oder mystischen Lehre, und ich muss daher einiges vorausschicken über die Art und Weise, wie Sie so etwas aufzufassen haben. Vor allen Dingen seien Sie sich darüber klar, dass die Apokalypse zu den bedeutendsten und tiefsten Werken der Welt gehört, dass die allergrößten Geheimnisse darin enthalten sind. Und außerdem seien Sie sich darüber klar, dass eine Erklärung der Apokalypse etwas außerordentlich Schwieriges ist, weil in der Gegenwart so wenig Vorbereitung für ein solches Verständnis vorhanden sein kann. Es  ist im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts in Europa kaum eine Erklärung der Apokalypse gegeben worden. Erst jetzt, nach längerer Zeit, sind wir imstande, wieder von der Apokalypse zu sprechen. Seien Sie sich bewusst, dass die Erklärung der Apokalypse, wie wir sie geben, mit den allertiefsten Geheimnissen zusammenhängt, und Sie daraus in unserer Zeit etwas hören, was dem Menschen durch den Gang der Geistesentwicklung und durch den allgemeinen Weltengang verschlossen war. Man muss mit sich selbst nachsichtig sein, wenn nicht alles von Anfang an klar und durchsichtig sein kann. Es ist nicht möglich, dass das Schwierige von Anfang an klar ist. Die letzte Erklärung der Apokalypse gehört zu den tiefsten Geheimnissen der Einweihung, und der Schleier von dem, was heute gehoben werden kann, ist schon außerordentlich tiefliegend. Wir könnten nicht weiterrücken, wenn wir nicht einiges einfügten über das Weltensystem, mit dem unsere Erde zusammenhängt. In Anknüpfung an die Dinge, die in meiner Abwesenheit besprochen worden sind, möchte ich einiges voraussenden. Fräulein von Sivers hat die Erd- und Sonnenentwicklung so vorgetragen, wie ich sie in der Lage bin vorzutragen. Die Ansichten stehen sich aber nur scheinbar bei den verschiedenen okkulten Forschern auf diesem Gebiet gegenüber. Nur dürfen Sie nicht glauben, dass, wenn etwas sich scheinbar widerspricht, das schon ein wirklicher Widerspruch ist. Wenn also Herr Schouten glaubt, einen Widerspruch zu finden zwischen dem, was hier vorgetragen worden ist und dem, was er weiß von unserem sehr verehrten Genossen Leadbeater, sq bedarf das natürlich im Ganzen einer Art von Beleuchtung, wie man solche Sachen aufzufassen hat; wir werden das im Einzelnen besprechen. Vor allem halten Sie fest, dass kein praktischer Mystiker darauf Anspruch macht, ein allgemeingültiges Dogma vorzutragen. Diesen Anspruch machen nicht Leadbeater und auch ich nicht. Jeder trägt vor, was er als solche Beobachtungsresultate vorzubringen in der Lage ist. Und was hier vorgebracht wird, fassen Sie bitte nicht anders auf als eine Erzählung, die jemand gibt von dem, was er erfahren hat. Darüber kann geredet werden, das macht keinen Anspruch auf dogmatischen Wen, das sind keine Lehrsätze.  Zunächst könnte man einwenden: Wenn sich verschiedene Forscher auf diesem Gebiet widersprechen, wie soll man überhaupt zu einer Klarheit kommen? So liegt aber die Sache nicht. Wenn Sie Reisebeschreibungen der verschiedensten Gegenden lesen, so werden Sie sehen, wie verschieden schon diese Beschreibungen sind. Und so verschieden wie diese Beobachtungen sind, so verschieden sind auch die Beobachtungen der okkulten Forscher. Bei einiger Verständigung, die auf diesem Gebiete aber schwierig ist, kommt man immer, und zwar ausnahmslos, zu ganz denselben Ergebnissen. Niemals gibt es einen wirklichen Widerspruch zwischen zwei okkulten Forschern, wenn sie beide in der nötigen objektiven Weise zu Werke gehen, mit allen Mitteln der okkulten Forschung wirklich arbeiten. Allerdings macht man sich vielleicht gar keinen Begriff von der Art und Weise, wie auf diesem Gebiete überhaupt Forschungen zustande kommen. Ich möchte hier zunächst einmal von dem Fall sprechen, der hier besprochen worden ist, nämlich von dem Fall, der einen Differenzpunkt ausmacht - nicht in der übrigen Esoterik, aber in der jüngeren Strömung, die sich in der theosophischen Bewegung zum Ausdruck gebracht hat [wie bei Sinnett, Leadbeater und Blavatsky]. Die theosophische Bewegung ist im Verhältnis zur okkulten Bewegung eigentlich eine sehr junge Bewegung. Im Jahr 1875 wurde sie gegründet. Der Okkultismus aber ist Jahrtausende alt. In Europa gab es dieselben Lehren, wie sie die Theosophie bringt; die Theosophie gab es in Europa auch, nur im achtzehnten Jahrhundert ist sie etwas zurückgetreten, weil der Materialismus nicht gestattete, dass man von diesen Dingen sprach. Der Materialismus ist etwas, was verscheuchend auf die heilige Wissenschaft des Okkultismus wirkt. Innerhalb der theosophischen Bewegung selbst tritt in Bezug auf diese Lehre von der Entwicklung unserer Erde ein scheinbarer Widerspruch auf. Als zum ersten Mal die großen Lehrer der theosophischen Bewegung, die wir die Meister nennen, etwas von dem geheimen Wissen europäischen Schülern, sogenannten Laien-Chelas, mitteilten, da war es tatsächlich dieser europäische Laien-Schiiler, unser verehrter Freund Sinnett, der das erste wirkungsvolle Buch «Esoterischer Buddhismus» nach den Mitteilungen des Meisters geschrie ben hat. Es war diesem Laienschüler sehr viel unklar. Das konnte nicht anders sein, denn das ganze europäische Denken unterscheidet sich ganz wesentlich von der Art und Weise des Denkens eines wirklichen Okkultisten, eines wirklichen Esoterikers. Derjenige, der mit europäischen Kulturbegriffen ausgerüstet ist - und Sie dürfen nicht vergessen, dass der jetzige Mensch ganz in den Vorurteilen der heutigen Zeit aufwächst -, versteht sehr leicht falsch, was der Esoteriker sagg weil er es übersetzt in seine vom Materialismus hergenommenen Begriffe. So lag zunächst ein gewisses Missverhältnis zugrunde, als der erhabene Meister an Sinnett durch die Vermittlung von Helena Petrovna Blavatsky die ersten Lehren über die Entwicklung unserer Erde gab. Unsere Erde hat nämlich unseren jetzigen Zustand erreicht, nachdem sie vorher durch einen ganz anderen Zustand hindurchgegangen ist, und sie wird, wenn sie diesen jetzigen Zustand durchgemacht hat, wieder in einen anderen Zustand übergehen. Wir können das so aussprechen, dass wir sagen: Die Erde macht Verwandlungen durch. Die ersten Theosophen haben sich diese drei Metamorphosen - den Zustand unserer Erde, der dem jetzigen vorangegangen ist, den jetzigen Zustand und den, der darauf folgt - dadurch veranschaulicht, dass man drei Kugeln gezeichnet hat die man auch Globen genannt hat. I III .,,,d O O ,h.,i,.h Y)" Erde physisch Der Esoteriker bezeichnet als <Erde> nicht das, was Gesteins- und Metallkomplexe sind, sondern er bezeichnet als Erde auch das, was zu der Erde gehört: die mineralische Welt, die Pflanzenwelt, die Tier und die Menschenwelt. Dann haben wir uns diese Erde vorzustellen so, dass sie hervorgeht aus einem früheren Zustand. Den müssen Sie sich auch nicht so vorstellen wie die jetzige Erde, sondern so, dass Sie sich die damalige Erde in einer viel feineren Materie, gar nicht in einer physischen Materie vorstellen, sondern in einer Materie, die etwa so vorzustellen ist wie dasjenige, was wir menschlichen AstralKÖrper nennen, der den Menschen in Form einer Wolke einhüllt und durchtränkt. Aus solcher Materie bestand die damalige Erde. Dieser Zustand hat sich verdichtet zu unserm jetzigen physischen Zustand. Man hat ihn daher den unserer Erde vorangehenden astralen Globus genannt. Der nachfolgende, in den sich unsere Erde verwandeln wird, ist wiederum hinsichtlich der Materie ähnlich beschaffen wie dieser Zustand, er ist auch astralisch. Zum Unterschied von dem astralen Globus nennt man den dritten Globus den plastischen, aus dem Grunde weil, wenn Sie die Erde betrachten in diesem astralen Zustande, sie sich Ihnen undifferenziert zeigt, eine Masse, in welcher man viel weniger Wesenheiten unterscheiden kann als in dem dritten Globus. Vor allen Dingen werden Sie aber den Unterschied sehen, wenn Sie die Menschen betrachten. Auf allen drei Globen ist der Mensch vorhanden. Auf dem ersten Globus war der Mensch in einem solchen Zustand, dass er ganz abhängig war von den äußeren, auf ihn einwirkenden Kräften. Der Mensch in unserer Zeit, auf unserer physischen Erde, hat seine Hände, seine Beine, er kann gehen, kann sich bewegen, kann den Mund bewegen - das liegt heute alles in seiner Willkür. Das war auf dem astralen Globus noch nicht in demselben Maße vorhanden; der Mensch war damals noch viel mehr Automat. Er gab das wieder, was äußere Kräfte in ihm anregten. Er bewegte seine Hände, weil äußere Reize auf ihn einwirkten. Er war den äußeren Reizen anheimgegeben. Das ist anders geworden, der Mensch ist selbstständiger geworden auf dem Globus, den wir unsere Erde nennen. Und das wird noch anders sein, wenn wir auf dem dritten, dem plastischen Globus sein werden. Der physische Leib ist da verschwunden, die Erde ist in Auflösung, Verdunkelung ist eingetreten. Dann wird der Mensch nicht nur seine Glieder bewegen können,  sondern er wird imstande sein, seine eigene Gestalt nach Willkür zu formen, sodass der Mensch - während er heute eine bleibende Physiognomie hat - nicht imstande sein wird, durch seine Physiognomie seine Gefühle zu verbergen. In seinem äußeren Aussehen wird er einen unmittelbaren Siegelabdruck geben von dem, was in seinem Inneren lebt. Wir werden imstande sein, unsere Hände zu verlängern, nicht nur zu bewegen. Der Mensch wird imstande sein, sich plastisch von innen heraus selbst zu bilden. Seine Form wird das Ergebnis dessen sein, was in seinem Innern lebt. Das Leben wird sich in der Form mehr zum Ausdruck bringen. Diese drei Entwicklungsstadien sind nicht die einzigen, welche unsere Erde durchmacht. Diesem astralen Globus ging ein anderer voran, und dem plastischen wird wiederum ein anderer folgen. Während hier [auf dem astralen Globus] die Wesenheiten, mit denen wir es zu tun haben - also auch die Menschen -, in einem Stoffe sind, der unserem Astralkörper gleichkommt, so ist hier [auf dem Globus, der dem astralen voranging] der Mensch und alle Wesenheiten, überhaupt die ganze Erde, in einer Materie, die der mentalen Aura, dem Denkkörper des Menschen gleichkommt. Es ist auf diesem Globus alles von äußeren Reizen abhängig. Aber das kommt nicht in unserer astralen Materie zum Vorschein. Was hier lebt, könnte man niemals sehen, auch nicht mit den Sinnen des Hellsehers. Da gibt es nur zu vernehmen, was der <Hel]hörer> vernehmen kann. Alles ist geistiger Ton. Die geistigen Töne schwirren auf diesem Globus nur so durcheinander und sind dasselbe, was auf dem astralen Globus das Ineinanderfluten der Farben ist. Es ist ein Globus, den man den Rupa-Globus nennt. Das ist die Form, die wir auf unserer Erde im physischen Zustande in den Luftwellen kennen. So ist die unendlich feine Materie, aus der unsere Gedanken geformt sind. Nur Gedankenmaterie war damals auf der Erde vorhanden, als sie in diesem Zustande war. Dieser Globus ging allmählich durch Verdichtung in den astralen Globus über. <Rüpä> heißt Form.  I VII Arupa-Globus O O s,irituel1 Il VI Ru,a O O in,ellek,uel1 III V "'"' O C) O """"' Erde physisch In einem ähnlichen Zustand wird der Mensch wieder sein, wenn er den plastischen Zustand durchgemacht hat. Auf dem plastischen Globus bringen sich die Leidenschaften und Gefühle außerordentlich plastisch zum Ausdruck, während hier [auf dem intellektuellen Globus] in dem höheren Zustand alles in Tönen zum Ausdruck kommt. Diese Tonwelt, in der der Mensch leben wird, wird sich von der Tonwelt [absteigender] Linie [des Rupa-Globus] wesentlich unterscheiden. Wenn sich der Hellseher innerhalb dieses Globus versetzt und die ganze Tonwelt wahrnimmt, so nimmt er etwas wahr, was dem gleicht, das Sie hören, wenn Sie in einem Saal sitzen, in dem eine Symphonie gespielt wird, das aber ein rein Geistiges ist, das nicht mit physischen Ohren gehört wird. Während Sie [auf dem Rupa-Globus] absteigend etwas wie eine Symphonie wahrnehmen, nehmen Sie [auf dem intellektuellen Globus] aufsteigend Worte wahr, eine artikulierte Tonwelt mit dem Ausdruck der im Menschen lebenden Gedanken- und Vorstellungswelt. Diesen beiden Globen geht je ein anderer voran - einer absteigend, einer aufsteigend. Das sind die Arupa-Globen. Sie sind formlos. Die Menschen waren dazumal so vorhanden, dass von ihnen in dieser ganzen Welt, die noch feiner ist als die Rupa-Welt, nichts anderes lebte als einzelne TÖne, mit einem ganz bestimmten Timbre.  Diese einzelnen Töne, die noch nicht zusammenstimmten, die [- wenn man so sagen darf -] noch nicht zu Melodien sich formten, sondern als einzelne Töne lebten, waren ganz wesenhaft. Unter diesen Wesen waren einzelne Grundwesenheiten der Pflanzen und Tiere und vor allem war auch jeder Mensch, wie er heute ist, schon vorhanden als ein Ton. Jeder Mensch hatte damals einen anderen Ton. Dadurch ist der Mensch ein Wesen, das sich von anderen unterscheidet. Dieser Ton, mit ganz bestimmter Färbung, ist der Mensch wieder, wenn er wiederum auf dem Globus angelangt sein wird, den wir den archetypischen Globus nennen wollen. Da ist der Mensch wiederum Ton, aber aus diesem Ton klingt alles das heraus, was er erfahren hat. Es ist ein Ton [von großer Fülle], aus dem die ganze reiche Erfahrung des Menschen herausklingt. Davon ist kaum eine Vorstellung zu machen, aber wie gesagt, es ist so vorzustellen, dass dies [auf dem Rupa-Globus] ein armer Ton ist, während [auf dem archetypischen Globus] das andere ein Ton ist, aus dem alles spricht, was der Mensch in den verschiedenen Entwicklungsstadien durchgemacht hat. Wenn Sie das verfolgen, dann haben Sie ein Bild, wie sich die Erde in ihre verschiedenen Zustände verwandelt. Eine zusammengehörige Gruppe von Metamorphosen nennt man eine Planetenkette. Der Ausdruck entspricht dem Sachverhalt nicht genau, weil das eine schematische Zeichnung ist. Würde ich die Zeichnung so entwerfen sollen, dass sie dem Tatbestand besser entspräche, so müsste ich die Kugeln alle auf einen einzigen Platz zeichnen. Wir haben nicht ein nacheinander erfolgendes Auftreten neuer Kugeln, sondern ein Verwandeln. Diese erste Arupa-Kugel verdichtet sich, und aus ihr entsteht der Zustand der Rupa-Kugel. Aus dieser entsteht die astrale Kugel, und diese verdichtet sich dann so weit, dass die Erde daraus sich bildet. Und dann käme das Folgende, aber so, dass ich das alles übereinander zeichnen müsste. Die Zeichnung dürfen Sie nur als eine schematische auffassen. Wir haben es also mit sieben aufeinanderfolgenden Verwandlungen zu tun, [die der Planet durchmacht]. Zunächst hat man sich - irre geführt - vorgestellt, dass nicht Verwandlungen stattfinden, sondern dass man es mit sieben im Räume  verteilten Kugeln zu tun hätte und dass das Leben von einem auf den anderen Globus übergehe. Das macht nichts, wenn man sich das zunächst so vorstellt, denn in diesen hohen Gebieten ist es ohnehin schwierig, zu richtigen Vorstellungen zu kommen. Und so schadet es auch nichts, wenn gesprochen wird von der Lebenswelle, die von Globus zu Globus fließt. Etwas anderes ist es, dass durch die erste Mitteilung des Meisters die folgende Vorstellung hervorgerufen worden ist. Man hat gedacht, dass die Lebenswelle von dem einen nach dem anderen Globus überfließt. In Bezug auf die Globen - wenigstens in Bezug auf zwei haben sich Vorstellungen eingeschlichen, als ob der erste und der dritte Globus dem Mars und dem Merkur entsprechen würde. Der Meister erklärte nach Rückfrage, dass Mars und Merkur nichts zu tun haben mit der Entwicklung der auf der Erde befindlichen Menschheit. Für den Okkultisten ist das eine vollständige UnmöglichkeiL denn Mars und Merkur sind physische Globen, die anderen sind aber nicht physisch. Mars und Merkur sind in demselben physischen Zustand wie die Erde, sie haben also auch die physische Ausgestaltung einer solchen Planetenkette, wie die Erde sie hat. O O O O O O O Der Mars ist also der physische Repräsentant einer ebensolchen Planetenkette wie unsere Erde. Ebenso ist es mit dem Merkur. Später traten da immer mehr und mehr Forscher bei uns auf, welche diese Dinge nicht nur so verfolgen konnten, was ihnen die Meister sagten,  sondern dass sie aus der eigenen Anschauung kennenlernten, was da vorliegt. Sie lernten die Methoden kennen. Diese Anschauung kann etwas irreführend sein über den Tatbestand. Es gibt Methoden, durch die sich der Hellseher zurückversetzen kann auf den astralen Globus und auch vorwärts versetzen kann auf den plastischen Globus, den Globus <Drei>. Wenn man sich in den Zustand des astralen Hellsehens versetzt und seinen Gedanken richtet auf den Punkt, wo der astrale Globus zu finden sein muss, dann kann man verfolgen, wie es dazumal war, als unsere Tiere, Pflanzen und Mineralien auf diesem Standpunkt waren. Das hat man dann vor sich und kann es genau verfolgen. Wenn man sich in einen solchen Zustand versetzt, in den Zustand eines astralen Hellsehers, dann ist man nicht bloß vereint, nicht bloß darinnen in der Astralwelt, welche man aufgesucht hat, sondern man ist auch in den astralen Welten, die damit verwandt sind mit derjenigen, die man aufgesucht hat, die also in einem ebensolchen Zustande sind. Man ist in allen Weltenkörpern darinnen, die in demselben Zustande sind. Raum und Zeit benehmen sich in dieser Beziehung für den Hellseher in ganz gleicher Weise. Sie machen gar keinen Unterschied. Wenn man sich zurückversetzt auf den unserer Erde vorangehenden Globus, wenn man auf dem Planeten ist, ist man auch auf allen Planeten, die eine Ähnlichkeit mit dem damaligen Zustand der Erde haben. Der Hellseher ist dann tatsächlich auf denjenigen Planeten, die heute zu den Planeten unseres Sonnensystems gehören und in diesem Zustande sind. Nicht alle Planeten sind im gleichen Zustande. Der Mars ist heute zwar physisch, aber er ist erst auf der Stufe der Entwicklung, auf der unsere Erde damals war, als sie den astralen Zustand durchmachte. Die Erde ist damals in der Lage gewesen zu erstarren, physisch zu werden. In dieser Lage ist der heutige Mars. Er ist auf der Stufe des dritten Globus, aber nicht astral, sondern physisch. Nun kann man wahrnehmen, was in diesem Zustande vorhanden ist. Wenn man sich auf diesen Zustand des Mars versetzt, dann ist man nicht nur auf unserer Erde, sondern auch auf dem Mars. Sie können also jetzt hellseherisch den gegenwärtigen Zustand des Mars studieren, und da können Sie eine interessante Entdeckung  machen. Was Sie sonst bloß astralisch beobachten können, in Wolkengebilden, das können Sie am heutigen Mars betrachten. Es ist so, wie wenn das plötzlich in Erstarrung übergegangen wäre. Wenn wir also den Mars untersuchen, so können wir uns fast so vorkommen, wie wenn wir diesen Mars vor einiger Zeit verlassen hätten. [Der Mensch von heute, hier, von unserer Erde, hat niemals auf dem Mars gelebt.] Wir waren allerdings in einer Astralform, als wir diesen verlassen haben. Der heutige Mars sieht so aus, wie wenn der Mensch ihn verlassen hätte und auf die Erde herübergekommen wäre. Das ist das interessante Problem, welches dazu führen kann zu glauben, man hätte einmal auf dem Mars gelebt. Dieser astrale Globus <Ehis> ist nicht mit dem Mars zu verwechseln. Der Merkur ist weiter in seiner Entwicklung als unsere Erde. Er ist bereits auf dem Zustand angelangt, auf dem die Menschen angelangt sein werden, wenn wir die astralische Plastizität haben werden. Die Wesen des Merkurs können den physischen Zustand ertragen. Die Erdenmenschen werden diesen Zustand auf einem astralen plastischen Globus durchmachen. Aber der Merkur gibt uns ein Bild davon, wie der Mensch werden wird, wenn er auf einem plastischen Globus sein wird. Bei ihnen ist die Plastizität mit dem physischen Zustand vereinbar. [Eine Verwandtschaft ist also vorhanden]. Aber die Planeten haben selbst ihre Ketten, und nur durch ihre Evolutionsstadien kann der Anschein erweckt werden, als ob die Erdenentwicklung etwas damit zu tun hätte. Die Wesen, die auf dem Merkur und auf dem Mars leben, sind nicht menschenähnlich. Sie machen ganz andere Evolutionen durch. Die Menschen können nur auf der physischen Erde physisch sein, während die Marswesen mit den Eigenschaften des astralen Menschen physisch sein können und die Merkurwesen plastisch sind auf dem physischen Globus, was die Menschen nur auf dem plastischen Globus sein können. Damit haben wir das absolviert, was wir die Planetenkette nennen, und zwar die Planetenkette unserer Erde. Diese Planetenkette ist aus einer anderen Planetenkette hervorgegangen. Das nächste Mal werde ich zeigen, wie unsere Erde aus einem anderen Planeten sich herausentwickelt hat, so wie wir dazumal die lunarische Epoche  hatten. Was übrig blieb von dieser Epoche, ist in unserem heutigen Mond enthalten. Unser heutiger Mond ist nicht der Vorgänger der Erde, er ist nur ein verdichtetes physisches Stück davon, gleichsam eine Schlacke. Wenn wir davon sprechen, dass die Wesen der Erde vom Monde herüber sich entwickelt haben, so ist das zwar nicht ganz genau, aber in den Grenzen, von denen ich gesprochen habe, ist es durchaus richtig. Wir werden bei dieser Mondepoche eine etwas ähnliche siebengliedrige Kette kennenlernen, sodass wir sagen können: Bevor die Erde auf ihre sieben Glieder gekommen ist, hat sie sich in den sieben Gliedern der lunarischen Epoche entwickelt. Diese siebengliedrige Mondepoche ist dadurch ausgezeichnet, dass die Menschen damals noch nicht das helle Verstandesbewusstsein hatten, das der Mensch heute hat, sondern ein Bewusstsein, das ähnlich ist einer Traumtrance. Das ist der Nachklang des früheren dumpfen Bewusstseins. Ferner haben wir es mit einem Planeten zu tun, der nicht mehr in unserem Räume zu finden ist. Dieser Planet ist zu dem geworden, was heute die Sonne ist, durch verschiedene Zwischenphasen hindurch. Daher ist für die alte Esoterik die Sonne ein Planet. Die Esoterik meint nicht die physische Sonne, sondern den Vater unserer physischen Sonne. Das nächste Mal werde ich den Sonnenvorgänger der Erde erklären. Unsere Erde ist also durchgegangen durch ein, zwei, drei Globen von je sieben Gliedern und ist jetzt im vierten Globus der Kette mit ebenfalls sieben Gliedern, sodass das 28 Glieder ergibt. Zukünftig wird sie noch hindurchgehen durch drei weitere Glieder, die ähnlich sein werden dem Jupiter und der Venus und so weiter. Das nächste Glied der Kette, das den Menschen als hochentwickeltes Wesen enthalten wird, einen Planeten, der nicht im physischen Zustande isi; werden wir noch kennenlernen, und endlich werden wir das eigentliche Ziel unserer Erdentwicklung verfolgen können. Es kommen also noch drei Globen mit je sieben Gliedern, gleich 21 Gliedern, hinzu, sodass wir 7 x7 Glieder haben, das heißt 49 Metamorphosen, die wir durchzumachen haben. Diese 49 Metamorphosen schreibt der Esoteriker nicht so auf wie der moderne Mensch.  [Die Esoterik kennt nicht das Zehnersystem, sondern das System der Sieben.] 66 bedeutet bei dem Esoteriker nicht 66, sondern [6x6 =] 36; nach dem Siebener-System macht das: 7x7 = 49. So wird Ihnen begreiflich sein, was es bedeutet, wenn der Esoteriker aufschreibt 77. Das bedeutet für ihn nicht 77, sondern 7x 7 = 49 Metamorphosen. Auf jedem Planeten sind sieben Wurzelrassen. Wir haben also sieben Ketten mit je sieben Planeten oder Globen und jeden Globus mit sieben Wurzelrassen, das macht zusammen 343 Zustände. Diese Zahl spielt in der Geheimlehre eine gewisse Rolle. In der ersten Zeit wurde die Sache sehr wenig verstanden. Der Verkehr mit dem Meister ist so, dass man selbst das Problem löst, und dann von dem Meister die Antwort erhält, ob es stimmt oder nicht. Weitere Notizen, uermutlicb zu einer Fragenbeantu'ortung zum Vortrag uom 30. Januar 1905 Wenn man die Erde von außen betrachtet, so stellt sie sich dar als eine Kugel mit grünem Grundton. [Die Erde hat die Grundfarbe Grün.] Während es verhältnismäßig leicht ist, die früheren Stadien zu prüfen, ist es schwierig, spätere zu schauen. Die Akasha-Chronik spricht da nicht mit, sie liefert nur die Intentionen. In der Wissenschaft gibt es ähnliche Methoden, um zurückzuschauen und um vorauszuschauen. Wenn der Naturwissenschaftler Wasserstoff und Sauerstoff und elektrischen Strom hat, so weiß er, dass daraus Wasser entsteht. Der astrale Globus unserer Erde ist der Materie nach vollständig wieder astraler Globus - nur ausgearbeiteter. Die astrale Welt hat Geburt und Tod schon vorgearbeitet. Der Mond hat einen sehr dichten physischen Körper. Er hat auch etwas Ähnliches wie einen Astralkörper. Er verhält sich zur Erde, wie die negative fotografische Platte sich verhält zur positiven. Alles, was auf der Erde erfreulich erscheint, ist in der Erscheinung auf dem Monde eine sehr betrübliche Sache. Alles bedeutet dort gerade das  Entgegengesetzte. Für die psychische Anschauung ist es unmöglich, die astrale Materie zu sehen. Mit der psychischen Kraft der Erde sieht man die astrale Sphäre des Mondes nicht. Wenn man die Operationen, die man bei karmischen Untersuchungen über das Karma der Menschen macht, studiert, dann gelangt man in die Region, wo man etwas von diesem Mond selbst wahrnehmen kann. Die Zahl 666 bedeutet 216 - 6x 6x 6 -. Der vollkommenste Zustand, der siebente, bleibt bei der Apokalypse aus. [666 die Zahl des Tieres, diese Zahl erhält man, wenn man die beiden oberen Globen jeder Kette wegstreicht. Diese beiden oberen Globen sind die der Gottheit. Eine Kette ist eine Runde.] Über die Zeit der nächsten Katastrophe ist es schwer, etwas zu sagen, denn der, welcher etwas davon weiß, kann nichts sagen. Unsere fünfte Rasse wird untergehen durch den Kampf aller gegen alle. Über den Zeitpunkt kann man da nichts sagen. Man darf auch über Zahlen nicht sprechen. Im Laufe der Vortragsserie kann vielleicht etwas darüber gesagt werden. Wir befinden uns ja in einer Zeit, wo außerordentlich schnell die Dinge sich entwickeln. Das neunzehnte Jahrhundert bedeutet im Astralen so viel wie das vorhergehende Jahrtausend. In immer rascherem Tempo geht es voran. Bei den Wurzelrassen kann man das auch schon beobachten. Gegen das Ende der Zyklen ist das Leben ein stark beschleunigtes. Die Bibel bezeichnet den siebenten Zustand auf dem intellektuellen Globus als Seligkeit. In Indien nennt man es Devachan. Der siebente Zustand ist immer der Seligkeitszustand, nur in ganz verschiedenem Grad bei den verschiedenen Planeten.  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE II Berlin, 6. Februar 1905 Das letzte Mal habe ich versucht, einen Überblick zu geben über die uns am nächsten liegenden Vorgänge im irdischen System. Ich versuchte diese Einschiebung über die kosmischen Vorgänge aus dem Grunde, weil wir sie brauchen zum besseren Verständnis der Apokalypse. Das letzte Mal habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass, bevor die Wesen sich ausgebildet haben, welche unsere Erde heute bevölkern - vor allen Dingen der Mensch und die zu ihm gehörigen anderen drei Naturreiche: Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich -, bevor diese Wesen auf der Erde waren, waren sie auf anderen Planeten. Nun bitte ich Sie im Besonderen das, was ich heute sagen werde, in dem Sinne aufzufassen, wie ich das auch für die letzte Stunde schon angegeben habe, ja, es heute noch in erhöhtem Sinne so zu nehmen. Wir kommen nämlich in besonders hohe Gebiete des übersinnlichen Anschauens, in Gebiete, über die wir nur in der Lage sind, Andeutungen zu machen. In Gebiete, die nicht nur schwer verständlich sind, sondern in denen das Anschauen selbst und dasjenige, was wir darüber wissen können, so subtil ist, dass es für diejenigen, die mit ihren Gedanken und besonders mit ihrem Empfindungsgehalt noch fest wurzeln in den materialistischen Anschauungen unserer Zeit, recht schwierig wird, auch nur über das Wort <phantastisch> hinauszukommen, wenn sie von diesen Dingen reden hören, von denen heute gesprochen werden soll. Es ist nicht so leicht für die Menschen einer materialistischen Zeit, von den materialistischen Vorstellungen abzukommen. Der Gedanke macht sich noch leichter frei, aber das Gefühl - das sagt zu viel noch: Das ist doch etwas, was ich nicht fassen kann, das ist etwas, was so weit über alles das hinausliegt, was wir Wirklichkeit nennen. Gerade mit Rücksicht darauf, dass unsere Empfindungen leicht zurückbleiben hinter dem, wozu sich  unser Gedanke erhebt, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass wir es mit Zeiten zu tun haben, die sehr fern hinter uns liegen und die sehr verschieden sind von dem, was wir heute gewohnt sind, Wirklichkeit zu nennen. Um Ihnen eine Vorstellung von dem zu geben, was ich sagen will, muss ich beim Anfang anfangen. Ich muss von einem Planeten ausgehen, von dem sich sozusagen der Mensch zuallererst entwickelt hat, von einem Planeten, von dem er eigentlich ausgegangen ist. Drei solcher Planeten hat der Mensch durchgemacht, bevor er in diese Erde hineingezogen ist. Der letzte Planet, den wir als Menschen durchgemacht haben, wird von uns in der esoterischen Sprache der ·Mond> genannt. Das ist nicht der heutige Mond; der heutige Mond ist nur eine Schlacke. Der hier gemeinte Mond ist der Vorgänger unserer Erde, auf dem sich in primitiven Zuständen das entwickelt hat, was der Mensch heute hat. Dem ging ein weiterer Planet voran, den wir in der esoterischen Sprache die <Sonne> nennen. Diese alte Sonne ist dadurch auch unter die Planeten zu zählen. Heute und auch das nächste Mal werde ich mich schon näher darüber aussprechen können. Da werden wir wieder zurückkommen in die Zeiten, wo der Mensch den Mond wieder verlässt, um auf der Erde Entwicklungszustände durchzumachen, die wir noch kennenlernen werden. Nun müssen wir aber noch zu dem dritten oder dem letzten- oder auch dem ersten - Planeten zurückgehen, auf dem der Mensch zuerst aufgetreten ist, sodass wir drei Planeten haben, die für uns Menschen in Betracht kommen, die unsere Wohnsitze wirklich waren, bevor wir auf diese Erde gekommen sind. Ich will Ihnen, soweit das geht, eine Schilderung dieses ersten Planeten geben. Dieser erste Planet unterscheidet sich nicht nur in Bezug auf seine physische, sondern in Bezug auf all seine Beschaffenheit ganz grundlegend von alledem, was überhaupt der heutige Mensch gewohnt ist, sich vorzustellen. Dasjenige, was wir heute zu sehen gewohnt sind, selbst das, was wir zu denken gewohnt sind, das war damals noch nicht vorhanden. Das hat sich alles erst aus dem entwickelt. Daher werde ich nur eine gleichnisweise und annähernde Beschreibung dieses ersten planetarischen Zustandes geben können, in dem der Mensch war.  Lassen Sie uns den Menschen selbst einmal während dieses ersten Zustandes betrachten. Der Mensch hatte während des ersten Zustandes ein Bewusstsein, das ganz verschieden war von dem Bewusstsein, das der Mensch auf der Erde hat. Das Bewusstsein, das der Mensch damals hatte, war dumpf. Es war dasselbe Bewusstsein, das der Stein heute ungefähr hat. Nur dürfen Sie es nicht vergleichen mit dem, was im Steine heute bewusst lebt. Obgleich es dumpf war, was damals an Bewusstsein wie im Stein lebte, so war es doch zugleich allumfassend. Die ganze Entwicklungssphäre, die der Mensch als seinen Wohnplatz anerkannte, und auch alles das, was ringsherum in den Sternen mit dieser Entwicklungssphäre in Berührung stand, alles das konnte dieses Bewusstsein überschauen. Dieses Bewusstsein kann heute noch unter gewissen Verhältnissen beim Menschen hergestellt werden, allerdings in ganz abnormen Zuständen, wenn die anderen Bewusstseinszustände des Traumbewusstseins und der Tieftrance nicht mehr vorhanden sind, sondern wenn ganz abnorme Verhältnisse eintreten. Auch die Medizin kennt schon diese Zustände. Da tritt dann eine ganz besonders tiefe Trance ein, und diese tiefe Trance ist damit verknüpft, dass diese Leute chaotisch und ungeordnet ganze Planetensysteme aufzuzeichnen beginnen. Sie können es zum Beispiel erleben, dass in Sanatorien, in denen Menschen mit solchen krankhaften Zuständen untergebracht sind, diese Patienten ganze Planetensysteme aufzeichnen. Sie erinnern allerdings nur annähernd an das, wovon wir in der Theosophie sprechen. Aber eines geht aus dem Zustande hervor: Die Menschen haben ein dumpfes Bewusstsein, und dieses Bewusstsein verbreitet sich nicht nur um den Planeten, auf dem sie wohnen, sondern auch über die angrenzenden Weltgebiete. Man kann es ganz gut Allbewusstsein nennen. Und ein solches Allbewusstsein hatten die Menschen, die auf dem ersten Planeten waren. Das ganze Leben auf diesem ersten Planeten war ein solches, dass es sich nur vergleichen lässt damit, was Sie haben, wenn Sie imstande wären, die leblose Erde, wie sie heute ist, nicht nur sich vorzustellen als mit Gestein, mit Felsen durchdrungen, sondern wenn Sie sich die Erde selbst als belebt vorstellen, als einen belebten Ball - und außer dem noch diesen ganzen belebten Ball mit Empfindung durchdrungen; sodass Sie von einem Eindruck, den jemand gemacht hätte auf dem damaligen Planeten — wie zum Beispiel wenn jemand mit dem Fuße auf die Erde hätte stoßen können - eine Empfindung davon gehabt haben würde. Der damalige Planet hat auch die mannigfaltigsten Zustände von Wachstum und Leben gehabt. Da ist ein Berg entstanden, da ein Tal, und alles war von Leben durchwogt und war ganz Empfindung. Die Gestalten darauf lassen sich nur vergleichen mit aufeinanderfolgenden Meereswogen, mit Elementen, welche herausspritzen und wieder zurückspritzen in den mannigfaltigsten Gestalten. Das Ganze ist ein wunderbares Gewoge und Leben. Das Ganze wächst und vergeht in sich. Diesen Zustand hatte der Planet in seinen mittleren Stadien. Es ist schwer, mit Ausdrücken, die von den heutigen Dingen her genommen sind, es zu charakterisieren. So war der Planet aber auch nicht gleich in seinen ersten Zuständen. Wenn Sie sich versetzt hätten mit Augen, mit physischen Sinnesorganen in den Weltraum, Sie würden den ersten Zustand dieses Planeten nicht haben sehen können. In seinem ersten Zustand war dieser Planet in dem ArupaZustand. Er ist da in einer materiellen Beschaffenheit, die man nicht mit den Sinnen wahrnehmen konnte, selbst wenn solche Sinne vorhanden gewesen wären. Es war also in einem hochfeinen Zustande. In diesem Zustande könnte ihn nur der hochentwickelte Hellhörer wahrnehmen. Der hochentwickelte Hellseher würde nichts sehen, selbst die psychischen Augen, die hellseherischen, können in diesen ersten Stadien nichts sehen. Da können Sie den Planeten nur hören. Nur ein feines Hellhören vermag ihn wahrzunehmen. Und das Ganze, was Sie da hören, ist ein einziger Grundton, der allerdings sich in der mannigfaltigsten Weise ausgestaltet. Aber ein einziger Grundton ist da vorhanden; dieser variiert sich, wird mannigfaltig in sich selbst. Wenn der Planet dann in seinen zweiten Zustand kommt, so können Sie ihn auch noch nicht sehen, selbst mit hellseherischen Augen nicht. Sodann kommt er aber in den dritten Zustand, den astralen Zustand, da kann man ihn schon sehen. Es ist aber nicht die astrale Materie der Erde, es ist ein höherer Zustand, ich kann es  aber vergleichsweise so nennen. Jedenfalls kann man hier schon ein Ineinander-sich-Bilden sehen. Alles, was ich früher beschrieben habe als das Durcheinanderwirbeln und -wogen, das können Sie hier mit dem psychischen Auge vorgestellt sehen. Sie können sehen wogende und wirbelnde Gebilde, Sie können sie aber nicht sehen in einer Materie, die Sie greifen kÖnnten, sondern nur in einer Materie, die Sie mit psychischem Auge sehen in Farbmassen und Farbspielen von außerordentlicher Feinheit - und in einer Bildung, die von Farben ausgezeichnet ist, die sich mit keiner dieser irdischen Farben vergleichen lassen. Das ist ein Farbenbild. Dann kommen wir noch zum vierten Zustande hin. Da haben wir einen Zustand, den wir annähernd den physischen nennen können, den physischen Zustand. Wenn da ein Auge vorhanden wäre, könnte es diesen physischen Zustand schon sehen. Das ist der Zustand, den ich beschrieben habe als empfindenden und lebenden - zu gleicher Zeit aber auch in mineralischer Bildung, aber noch nicht eben, noch nicht flach. Sie haben da muschelartige Bildungen, und alles ist in einem fortwährenden Durcheinanderbilden, wie ich es beschrieben habe. Das ist der vierte Zustand. Da ist eigentlich zum ersten Male das vorhanden, was wir den allerersten Vorahnen des Menschen nennen können. So ist der Mensch. Er ist da ein unbestimmtes Wesen, das jeden Augenblick eine andere Gestalt annimmt, das sich in jedem Augenblick metamorphosiert. Dann bildet sich das Ganze wieder zurück oder auch durch dieselben Zustände wieder hinauf, ähnlich wie ich es das letzte Mal beschrieben habe: durch das Astralische, das Rupische hindurch bis zum Arupischen. So haben wir einmal die Entwicklung vom Arupischen durch das Physische hindurch wieder zum Arupischen gehen sehen. Da unten im vierten Zustand ist der Mensch zum ersten Male physisch geworden. Diesen Vorgang nennen wir die allererste Runde unserer menschlichen Entwicklung. Es ist diese erste Runde die wichtigste, die in Betracht kommt. Diese bringt den Menschen auf dem Planeten so weit, wie der Mensch überhaupt auf diesem ersten Planeten kommen kann. Die folgenden Runden haben für die Fortentwicklung des Menschen zu seiner Vollendung keine weitere Bedeutung. Nun  beginnt, nachdem eine Art Schlafzustand durchgemacht ist, die ganze Sache von Neuem. Die Zustände werden zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechsmal durchgemacht. Aber während dieser sechs folgenden Runden oder Zyklen kommt der eigentliche Mensch, dasjenige, was wir jetzt Mensch nennen, nicht besonders viel weiter. Denn was er weiter erreicht, fällt später wieder ab und hat für die weitere Entwicklung keine Bedeutung. Dagegen entwickeln sich höhere Wesen, erhabenere Wesen, die aus früheren Entwicklungsstadien herübergekommen sind, und erreichen ihre Vollendung. In diesen folgenden sechs Runden erreichen sie ihre Bedeutung. Wenn der Mensch hier ist, ist er im sogenannten Elementarreich. Und indem er da ist, wird er zum ersten Mal als Mensch physisch. Das erste Elementarreich wird da physisch. Das ist wichtig festzuhalten, dass wir das das <erste E]ementarreich> nennen. Und den Bewusstseinszustand, in dem er eine An von Allwissenheit hatte, aber in dumpfer Weise, bezeichnet man mit <Tamas>. Das ist eines der sogenannten Gunas. Da ist der Mensch auf der ersten Stufe der Evolution. Siebenmal wird das Ganze wiederholt. Damit haben diese ganzen Planeten sieben verschiedene Formen siebenmal angenommen. Man könnte also davon sprechen, dass wir es zu tun haben mit 7x 7 Zuständen, gleich 49 Zuständen. Diese 49 Zustände bezeichnet man als das System des ersten Planeten. Diese sieben Zustände bezeichnet man gewöhnlich als eine Planetenkette - das ist aber eine schlechte Bezeichnung. Den Planeten, den ich so beschrieben habe, nennt man in der esoterischen Sprache den Saturn - und zwar aus einem ganz bestimmten Grunde. Wer diesen Planeten überhaupt erreichen will, der muss zu Folgendem imstande sein. Der gewöhnliche Mensch auf der heutigen Stufe seiner Entwicklung hat sein helles Tagesbewusstsein. Er ist mit seinem Bewusstsein auf dem physischen Plan, er ist im Sinnesbewusstsein. Er hört auf, sein Bewusstsein zu haben, wenn er schläft. Er träumt entweder, oder er schläft traumlos. Derjenige, der träumt, erinnert sich eventuell an seine Träume. Während seines Traumes hat er aber in der Regel kein Bewusstsein.  Nun gibt es aber eine Möglichkeit, durch die sich der Mensch ebenso bewusst ist während des Traumes, wie der Mensch während des täglichen physischen Lebens. Das ist ein anderer Bewusstseinszustand. Da träumt er nicht bloß, da ist er in einer Welt bewusst, in der er sonst nur geträumt hat, und das ist die sogenannte astrale Welt. Diese Welt macht es ihm möglich, sich zurückzuversetzen in die Zeit, die wir die Entwicklung auf dem Monde nennen. Da kann der Mensch noch einmal erleben, was damals in der Mondepoche vor sich gegangen ist. Ein noch tieferer Zustand ist, wenn der Mensch bewusst ist im traumlosen Schlafe. Es tritt dann eine sogenannte Kontinuität des Bewusstseins auf. Der Mensch ist bewusst, während er schläft. Das Bewusstsein hört da nie auf; nur der Körper schläft, der Geist ist wach. Dieser Bewusstseinszustand, wenn er erreicht ist — das heißt, wenn der Mensch, auch wenn er einschläft, doch fortfährt, bewusst zu sein, und wenn er aufwacht, ebenso bewusst wieder ins helle Tagesbewusstsein eintritt -, macht es ihm möglich, sich in die noch vorhergehende Periode zurückzuversetzen. Dann ist der Mensch in der Lage, eine wirkliche Vereinigung zu vollziehen mit dem, was heute die Sonne ist. Er lebt auf der heutigen Sonne. Für den, der vom dem Wesen des Hellsehens keinen richtigen Begriff hat, ist es schwer zu begreifen, was ich sage. Ich muss aber hier einige Erfahrungen mitteilen. Nun gibt es einen noch höheren Zustand, der das Bewusstsein auf noch eine andere Stufe erhebt. Das ist der Zustand, der noch hinausreicht über das, was man die Kontinuität des Bewusstseins nennt. Es ist dies ein Zustand besonderer Erleuchtung des Bewusstseins selbst dieses tiefen traumlosen Schlafbewusstseins. Das gibt die Möglichkeit, während dieses Lebens die Erfahrungen auf dem ersten Planeten zu machen, und zu gleicher Zeit tritt für den Hellseher, wenn er sich auf den ersten Planeten konzentriert, die Tatsache ein, dass er vereinigt ist mit dem, was gegenwärtig der physische Planet Saturn ist. Dies hat aber nichts mit dem damaligen Saturn zu tun. So haben wir uns zurückversetzt in die 49 Zustände, durch die sich der Mensch entwickelt hat.  Jetzt möchte ich fortfahren, Ihnen zu zeigen, wie die Entwicklung weitergeht. Ich kann dieselbe Zeichnung weiter benutzen und kann nun einfach sagen, dass nun eine etwas längere Zwischenperiode, eine Art bewusstloser Zustand, ein Schlafzustand, eintritt für alle Wesen, welche in diesem Planetenzustand waren, und dann das ganze Spiel von Neuem beginnt. Wiederum haben wir diese sieben aufeinanderfolgenden Zustände, das heißt, eine Runde haben wir wieder. Diese Runde hat nun eine ganz bestimmte Aufgabe, sie hat die Aufgabe, noch einmal alles dasjenige zu wiederholen, was während der vorangehenden 49 Zustände sich abgespielt hat, sodass während des ersten Zustandes von den sieben Zuständen, kurz, also mit siebenfacher Schnelligkeit, dasjenige wiederholt wird, was während der ersten 49 Zustände sich abgespielt hat, sodass der Mensch sich zwar unwesentlich verändert, jetzt aber wieder physisch hier auftritt. Erst im zweiten Zyklus ist eine Neugestaltung. Und auf diese zweite Runde kommt es jetzt an. In dieser zweiten Runde, nachdem die Rupa- und Arupa-Sphäre durchgemacht sind und wir in den physischen Zustand eintraten, da haben wir nicht mehr eine lebendige, wachsende Erde, sondern da haben wir ein Reich abgespalten und ein zweites darüber gÖaut, und in diesem ist der Mensch verkörpert. Wir haben jetzt ein Reich, das nicht so ganz unähnlich ist unserem Mineralreich, wir haben ein Reich, welches mineralisch ist, aber wir haben darin wachsende Mineralien, ebenso wie unsere Pflanzen. Das sind lebende Mineralien. Dadurch entsteht aber auch ein Abgetötetes. Das kann der Mensch nicht brauchen. Er könnte sich nicht weiter entwickeln, wenn er dieses nicht ausschiede. Und das Ausgeschiedene lässt er als besonderes Mineralreich zurück. Der Mensch hat sich dann heraufentwickelt in ein Reich, das sich über das Mineralreich erhebt, dessen Wesen man bezeichnen könnte als Pflanzentiere. Es gibt heute solche Wesen nicht. Aber wir können sie etwa vergleichen mit Tieren, die wie die heutigen Quallen sind. Das sind Tiere sehr niederer Art, und auch die sind schon ganz anders. Die Wesen, welche hier gelebt haben, hatten eine viel größere Dichtigkeit, und sie hatten eine ganz andere Art von Substanz, die sich nicht einmal vergleichen lässt mit dem,  was menschliche Substanz ist. Diese müssen Sie sich denken verfeinert, ätherisiert, nicht unedler, sondern edler als die menschliche Substanz. Die ganzen Wesenheiten haben die verschiedensten Formen von Sternen. Es waren polyforme Sterne, vielflächige und vieleckige Figuren. Das alles ist in beweglicher, nach Zahlen gegliederter An miteinander verbunden. Sehr wichtig ist es - das müssen Sie festhalten -, dass das menschliche Bewusstsein sich zu einem höheren Grad entwickelt hat, zu einem Bewusstsein, das nicht mehr allsehend ist, dafür aber heller geworden ist. Der ganze zweite Planet, den wir Sonne nennen, kennt nicht mehr alles, ist aber dafür heller geworden. Diesen Bewusstseinszustand bezeichnet man als Rajas. Das ist ein Bewusstsein, das die ganzen höheren Reiche durchdringt. Dieses Bewusstsein ist nicht auf Einzelwesen beschränkt, denn die Wesen sind noch nicht so streng voneinander abgegrenzt, sie gehen noch fortwährend ineinander über. Es entstehen aber fortwährend Wesen, und es vergehen fortwährend Wesen. Sie lösen sich auf und bilden sich wieder neu. In dem ersten Zustand hatten wir es nur mit dem Entstehen und Vergehen von dumpfen Formen zu tun, hier hatten wir es nur mit Wesen in diesem dumpfen Bewusstsein zu tun. Der Mensch entwickelt sich in den nächsten Zyklen zwar weiter, aber das kommt für die Aufwärtsentwicklung nicht besonders in Betracht. Was einen bleibenden Wert für seine Entwicklung hat, das ist der Zustand, den er während der zweiten Runde erreicht hatte. Die ganze Sache beginnt nun, nachdem siebenmal dieselbe Sache durchgemacht ist - also ein zweites Mal nach einer Art Schlafzustand - von Neuem. Nun haben wir es in dem ersten Zyklus mit einer kurzen Wiederholung dessen, was auf dem Saturn vorgegangen ist, zu tun. Der Mensch erscheint noch einmal als eine Art mineralischer Empfindungsmensch, nur dass die Empfindung nicht mehr so zum Ausdruck kommt. Die Empfindung ist weg, nur noch Wachstum und Leben sind vorhanden. In der zweiten Runde wiederholt der Mensch dann dasjenige, was auf der Sonne vor sich gegangen ist. Und in der dritten Runde findet eine Weiterbildung des Menschen statt. Da geht  der Mensch zunächst die alten Zustände noch einmal durch und tritt dann in dieser dritten Runde in physischem Zustand auf. Das ist der Mondzustand, den wir als Vorgänger unseres jetzigen Erdenzustandes kennen. Dadurch haben sich jetzt drei Reiche gebildet, welche in einer gewissen Weise sich voneinander unterscheiden. Diese drei Reiche sind nicht ähnlich unseren drei Reichen, dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich, sondern sie sind etwas anderes. Das Mineralreich ist ein solches, welches noch Spuren von Wachstum und Leben hat, von beweglichen und wachsenden Mineralien. Die Pflanzen sind solche, welche noch Spuren von der Tierheit in sich haben. Und darüber ist noch ein drittes Reich, ein Reich, welches höhersteht als selbst unser höchstes jetziges Tierreich, aber noch nicht so hoch wie das jetzige Menschenreich. Aber das war alles zu gleicher Zeit. Wenn ich sage, dieses dritte Reich war nicht so hochstehend, so bezieht sich das auf das Bewusstsein und die geistigen Eigenschaften. Die Materie ist wesentlich feiner als die heutige Materie des Menschen. Der Mensch ist in einem ätherartigen Zustand, welcher eine gewisse Ähnlichkeit hat mit den Quallen. Die Gestalt, die da der Mensch hat, ist nicht sehr ähnlich der heutigen menschlichen Gestalt, vor allen Dingen in diesen Zuständen. Wenn man ihn beschreiben wollte, so könnte man sagen, er wäre eine Art von Vierfüßler, aber von besonderer Art. Es sind nämlich vier Füße vorhanden, und sie werden alle zu einer Art von Fortbewegung verwendet. Sie werden zwar nicht so verwendet wie die Füße der heutigen Affen, aber alle vier dienen doch der Fortbewegung. Der Gebrauch der Hände war noch nicht nötig. Das sind die drei Reiche, die hier vorhanden sind. Das Bewusstsein, das der Mensch da erlangt hat, ist das Traumbewusstsein. Der Mensch hat die Fähigkeit verloren, die ganze Erde zu überschauen, aber er hat die Fähigkeit, noch astrale Zustände wahrzunehmen. Er hat ein psychisches Bewusstsein in der lunarischen Epoche. Er sieht die Menschen, die mit ihm zu gleicher Zeit da leben, nicht nur in ihrer physischen Gestalt, sondern auch in ihren Leidenschaften und in dem, was sie an Gefühlsleben haben. Da kann sich der Mensch  hineinversetzen und es wahrnehmen. Das ist während des dritten Zyklus. Nun aber entwickelt sich der Mensch weiter in den Zuständen, die er in dem vierten, fünften, sechsten und siebten Zyklus durchmacht. Diese sind für seinen weiteren Fortschritt nicht von so ganz besonderer Bedeutung. Er verändert sich wohl, aber diese Veränderungen haben für den Fortschritt des Menschen keine so große Bedeutung. So haben wir wieder 49 Zustände zu den vorhergehenden hinzugefügt und sind angelangt bei dem letzten Zustand, in den der Mensch kommt, wenn er die Mondepoche durchgemacht hat. Nun kommt wieder eine Art von Heriiberschlafen, und dann kommen wir zur Entwicklung der Erde. Da ist der Anfang wieder in derselben Weise gemacht. Wir haben wieder eine Runde, in der sieben Zustände durchgemacht werden. In dieser ersten Runde wiederholt der Mensch dasjenige, was auf dem ersten Planeten erlebt worden ist. Der Mensch ist jetzt im Zustande des Minerals. Das Mineralreich ist jetzt leblos geworden, und in diesem Zustande tritt die Erde auf in der ersten Runde. In der zweiten Runde haben wir es zu tun mit der Wiederholung des Sonnendaseins, in der dritten Runde mit der Wiederholung des Monddaseins, und erst in der vierten Runde tritt die eigentliche Neubildung auf, der unsere Erdentwicklung angehört. Diese Neubildung charakterisiert sich dadurch, dass, wenn die physische Entwicklung eintritt, zu den drei früheren Reichen ein viertes hinzutritt. Der physische Mensch tritt auf. Jetzt wird der Mensch auf der Erde physisch, und wir haben das jetzige Mineralreich, das jetzige Pflanzenreich, das jetzige Tierreich und das Menschenreich. Das ist in der Mitte der physischen Entwicklung. Und jetzt beginnen nämlich die folgenden Zyklen eine Bedeutung zu haben für die Weiterentwicklung des Menschen. Sie sind nicht mehr Schalen, die abgeworfen werden, sondern sie beginnen eine Bedeutung zu haben für die folgenden Zyklen des Menschen. In der Mitte dieser Runde, da, wo wir sprechen von der lemurischen Zeit, tritt mit dem Menschen etwas ganz Besonderes ein. Ein neuer Anfang tritt ein. Bis dahin haben wir den Menschen sozusagen betrachtet, indem er sich von einem unvollkommenen Zustand heraufentwickelt  hat bis zu seiner gegenwärtigen menschlichen Gestalt. Hier in der Mitte der lemurischen Zeit wird er geisÖegabt, begabt mit dem, was wir Geist nennen, Denken - und später mit noch höheren Fähigkeiten, die wir ausüben werden. Der Geist fängt an, den Menschen zu bewegen. Dieser Geist macht nunmehr von jetzt ab seine Entwicklung durch, sodass die nächsten Runden, die vierte und fünfte, dazu bestimmt sind, diesen Geist zu höheren Stufen zu führen. Die sechste Runde führt dann noch höher, und die siebente noch hÖher. Sie sehen, dass wir es von jetzt ab mit etwas ganz Neuem in der Menschheit zu tun haben. Es tritt etwas in den Menschen hinein, was früher nicht in ihm vorhanden gewesen ist. Wo das herkommt, darüber wollen wir das nächste Mal sprechen. Heute wollen wir uns klar sein darüber, dass der Mensch während dieser vierten Runde physisch geworden ist. Ich habe davon gesprochen, wie sich der Mensch bis zu diesem physischen Zustande hinaufentwickelt hat. Der Mensch hätte nun nicht weiterkommen können, wenn er nicht mit dem Funken des Geistes in der Mitte der Erdentwicklung begabt worden wäre. Das bildet einen neuen Einschlag, ein Samenkorn, einen Sauerteig, wodurch der Mensch zu einer neuen Entwicklung angefacht worden ist. Sonst wäre der Mensch nur zur äußerlichen Form geworden. Wäre der Geist nicht an ihn herangekommen, so hätte es keine HÖherentwicklung des physischen Menschen gegeben. Erst dadurch ist die Weiterentwicklung möglich geworden, dass der geistige Einschlag in den Menschen hineingekommen ist. Wir werden noch sehen, wie das zusammenhängt mit der ganzen Entwicklung. Der Mensch wäre immer äußerlicher und äußerlicher geworden, das Seelische hätte sich im Äußerlichen verloren, und der Mensch wäre nach und nach seine eigene Versteinerung geworden. Er wäre nur noch bloße äußere Form gewesen, es wäre vollständig übergegangen in die achte Sphäre. Er hätte aufgehört, ein Wesen zu sein, das sich fortentwickeln kann. Von dem, was aufhört, sich fortentwickeln zu können, sagt man, dass es in die achte Sphäre übergegangen sei. Um dies zu verhindern, dazu war der Einschlag mit dem Geiste bestimmt. So haben wir heute kennengelernt die vierfache planetarische Entwicklung. Wir haben kennengelernt die Entwicklung, die sich auf  dem abgespielt hat, was wir den Saturn nennen — ein Zustand, der eine gewisse Ähnlichkeit hat mit dem, was heute auf dem Saturn vorgeht. Es ist aber nicht dasselbe, was damals sich abgespielt hat. Sieben mal sieben Metamorphosen haben stattgefunden. Die wichtigste davon ist die erste Runde oder der erste Zyklus. Da hat sich der Mensch zu einem dumpfen Bewusstsein entwickelt und zu einer Art lebendigem, wachsendem mineralischen Dasein. Die folgenden Zustände gehören höheren Wesen an, die uns jetzt weniger angehen. Nun beginnt auf der Sonne der zweite planetarische Entwicklungszustand. Wiederum geht der durch sieben mal sieben Entwicklungszustände hindurch. Wir haben sieben Runden und sieben Planeten oder Globen - der Ausdruck <Glob«i> ist ziemlich unzutreffend. Die zweite Runde ist hier die wichtigste, die in Betracht kommt. Der Mensch entwickelt sich da zu einer Art von Pflanzentier. Auf dem dritten Planeten oder während der lunarischen Epoche sind die zwei ersten Runden Wiederholungen. Die dritte Runde bringt erst neue Zustände. Sie entwickelt sich und ist durchzogen von einer Art von Traumbewusstsein. Man nennt dies den SattvaZustand. Da geht der Mensch also durch. Die folgenden vier Runden bringen zwar eine weitere Entwicklung, aber sie ist nicht von Bedeutung. Dann nach einem Zwischenzustand beginnt die Erdepoche. In der vierten Runde der Erdepoche entwickelt sich in den vier uns bekannten Reichen das, was um uns herum ist: das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich. Das ist es, was ich über den bisherigen Entwicklungsgang zu sagen habe. Wir müssen uns klar sein darüber, dass solche Dinge, die so sehr verschieden sind von dem, was der Mensch heute um sich sieht, nur annähernd beschrieben werden können. Es ist nicht möglich, diese Dinge ganz genau zu beschreiben; man muss Hilfsvorstellungen anwenden. Dennoch aber möchte ich es vorziehen, anschaulich zu beschreiben und nicht schematisch. Wenn Sie bloß die Namen und ein Schema haben, so werden Sie zwar für den Verstand eine gewisse Befriedigung haben, aber es scheint mir doch der Sache angemessener zu sein, wenn man die Dinge anschaulich beschreibt, wie sie sich in den verschiedenen Metamorphosen wirklich abgewickelt haben.  Ich weiß, dass das schwer ist, aber ich hoffe doch, eine Vorstellung davon gegeben zu haben. Das spirituelle Bewusstsein befähigt zur Wahrnehmung des höchsten Tones. Zur Wahrnehmung des niedersten Tones befähigt das hyperpsychische Bewusstsein, zur Wahrnehmung der Farbenwelt das psychische Bewusstsein. Der Erde physischer Teil geht nicht ganz in das Astrale über. Das nächste Mal werde ich über den Mars und über den Merkur sprechen. Was ich erzählt habe, ist aufgeschrieben in gewöhnlichen Urkunden. Die sieben Zustände haben Sie beschrieben in den Wochentagen: Saturn-Day, Sunday, Monday, Mardi, Mercredi, Jeudi, Vendredi. Diese Dinge sind von den alten Weisen gegeben. Unsere Wochentage sind dem Planetensystem nachgebildet. In den Wochentagen haben Sie eingeschrieben, was die alten Weisen gewusst haben. Was am Himmel geschrieben ist, haben sie in die Wochentage geschrieben. Fragenbeantwortung Sind Sie der Ansicht, dass derjetzige Mond derphysischen Erde vorangegangen ist? Der jetzige [sichtbare] Mond ist Stoff von der früheren Erde. Der Mond [der lunarischen Epoche] geht in die achte Sphäre. Wer mit dem ·Auge des Dangma' den Mond betrachtet, der kann sehen, dass in den Mondbergen der damalige Zustand kristallisiert, erstarrt ist. War die Sonne damals schon da? So wie sie heute ist, war sie nicht da. Sie war zwar schon selber leuchtend, aber zu gleicher Zeit so, dass das Licht dazumal tönte. Goethe beschreibt den damaligen Zustand des Himmels in dem <Prolog im Himmeb, «Faust», erster Tci1>, da lässt er den Sonnenzustand, der dem niederen Mentalplan entspricht, tönen: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang ...» und so weiter. Unsere heutige Sonne gehörte dem damaligen Sonnenkörper an.  Worin besteht der Unterschied zwischen dem astralen Sehen und dem mentalen Sehen? Der astrale Seher kann sein Bewusstsein ausbreiten auf die ganze Rasse, auf die Wurzelrasse. Der mentale Seher aber kann sein Bewusstsein ausbreiten über sieben Rassen, also bis zum Beginn der ersten, der polarischen Rasse. Alle Geheimschulen haben zunächst 49 Grade. Wie uerbalten sich diese theosophischen Erkenntnisse zur modemen Geologie? Die für uns hier in Betracht kommenden Perioden wären das Alluvium, dann das Diluvium, und dann kämen wir zum Tertiärzustand, der entspricht ungefähr dem Zeitalter der atlantischen Zeit, sodass im Wesentlichen die Oberfläche der Erde in diesem Tertiärzustand den Boden des atlantischen Ozeans bildet. Würde man den Menschen aus jener Zeit suchen, so würde er auf dem Boden des atlantischen Ozeans zu suchen sein. Dieser Tertiärzeit geht voran die Sekundärzeit; diese entspricht ungefähr der lemurischen Zeit. In der Mitte dieser Zeit entstand die heutige Form des Menschen. Noch früher haben wir es zu tun mit Wesen von so <dijnner> Materie, dass es unmöglich ist, Abdrücke von ihm zu erhalten. Die Tiere, die zu der gleichen Zeit entwickelt waren in der lemurischen Zeit, waren Reptilien, Saurier und ähnliche. Parallel mit den Atlantiern entwickelten sich dann die Säugetiere. Das würde so ungefähr die Parallelisierung sein zu den geologischen Perioden. Dann müssen Sie auch durchaus parallelisieren mit den betreffenden Überresten. Sie werden dann verfolgen können, dass die Paläontologie auch in gewisser Beziehung stimmt. Viele von den Flächen, die für uns aber in Betracht kommen, sind heute vom Meere bedeckt. Das ist mit ein Grund, weshalb wir keine getreuen Bilder davon haben können. In dem feurigen Zustand lebten die Söhne des Feuernebels - die ältesten Wesenheiten. Wenn wir zurückgehen in die Tertiärzeit, so haben wir noch Reptilien, in der Primärzeit noch Fische. Diese Wesen waren damals als solche schon vorhanden, nur waren sie in einem anderen materiellen Zustand. Sie waren sq, dass sie dieselben Abdrücke haben. Das Wesentliche war  vorhanden. Der Feuerzustand hat ihnen Plastik gegeben. Durch die weitere Zusammenziehung ist die Faltung entstanden - das ist der Stauungszustand. Wer sich okkult mit diesen Dingen befasst, hüte sich davor, von äußeren Dingen auszugehen. In einem zweiten Band zu meinem Buch «Theosophie» werde ich Andeutungen geben und Hinweise auf die betreffende Parallelisierung zur Wissenschaft. Zwischen der modernen Wissenschaft und der Theosophie darf kein Widerspruch entstehen. Die Wissenschaft ist entstanden durch eine notwendige Evolution und muss durchaus in allen Dingen, die als Tatsachen vorliegen, in absolute Übereinstimmung gebracht werden mit dem, was Theosophie ist. Wie bat man sich die Verdichtung, die Erstarrung der Materie uorzustellen? Ein gutes Bild dafür sind im Wasser schwimmende Eisstücke. Es ist aber besser, nicht zu sagen, das Wasser habe die Fähigkeit, zu Eis zu werden -, sondern sich zu begnügen mit dem Ausdruck des im Wasser schwimmenden Eises. So ähnlich ist es auch mit den Materien im Weltenraum. Es sind erstarrte feinere Materien. Die interessante Bildung der Weltnebel müssen wir auffassen als das Herabscheinen der niedersten Astralzustände. Ein Astralkörper des Menschen sieht so ähnlich aus wie der Orionnebel, wie ein Weltennebel, wie ein Wirbel. Ein elementarer Astralkörper ist nur in der Nachbarschaft des Menschen zu finden, die entwickelten aber können sich weiter von ihm entfernen. D> '  Wollen Sie uns nicht noch etwas uon den Cbakrams sagen? Die Chakrams werden vergleichsweise auch Lotusblüten genannt. Es gibt sechzehn-, zwölf-, zehn-, sechs-, vier- und zweiblättrige Chakrams oder Lotusblumen. Die zweiblättrige Lotusblume kann nicht sich selbst wahrnehmen, wohl aber die sechzehn-, zwölf-, zehn- und sechsblättrige so, wie das Auge die Nasenspitze wahrnehmen kann. Der Astralkörper ist menschenähnlich nur bei sehr hoch entwickelten Menschen, sonst ist er ganz anders. [Die zweiblättrige Lotusblume beim wenig entwickelten Menschen: g Das Innere ist die zwölfblättrige Lotusblume beim höher entwickelten Menschen. Diese innere Röhre ist so, als wenn die Finger beider Hände ineinanderlegt ineinander greifen. S <Lotusblume> ist ein Ausdruck wie ungefähr beim physischen KÖrper man von Lungenflügeln spricht.]  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE III Berlin, 13. Februar 1905 In einer Beziehung ist uns noch eine Frage geblieben, es ist die: Welche Beziehung hat die Erde zu den anderen Planeten? Der Mars und Merkur können uns einiges Licht werfen; aber weil irrtümliche Vorstellungen davon gemacht worden sind, ist es ein schweres Kapitel. Die Meister der Weisheit haben von Anfang an nicht willig auf Fragen geantwortet. Einige Worte eines großen Meisters, die in der Geheimlehre stehen: «Gib nicht die große Weisheitb Und so weiter. Sie sprechen eine deutliche Warnung aus. Es gibt eben Gründe, dass nicht eher hierüber gesprochen werden darf, bis der Mensch dazu reif genug ist. Die Beziehungen der Erde zum Mars und Merkur. Die Menschen haben, ehe sie diese Erde bewohnt, auf dem Monde gelebt. Der heutige sichtbare - physische - Mond ist nur noch ein Stück davon. Vordem auf der Sonne, und vor der Sonne auf dem Saturn. Drei Planeten nacheinander. Danach sind die Wochentage benannt. Farblos: Sonnabend - Saturday. Nun zur Erde: eine Weltenkugel in Metamorphosen, welche sie in sieben mal sieben Zyklen absolviert. O C' O O Mondas,,a1 O O Oas,,al Erde physisch  Mond orange, dann dunkler, dann grün - Erde - gefärbt, dann hinüber zum nächsten Zustand wieder dunkler, so die aufeinanderfolgenden Zustände. Nachdem also der Mond - welcher die orangene Farbe hatte seine 49 Metamorphosen absolviert hatte und der Mensch auf der dritten Runde sich soweit entwickelt hatte, wie ihm hier das Ziel gesetzt war, zog sich alles Leben in den Keimzustand zusammen, um es von Neuem auf der Erde wieder aufblühen zu lassen. Die Erde musste in sieben Zyklen den Saturnzustand durchmachen, dann den Sonnenzustand, dann den Mondzustand, und wird nun in ihrer vierten Runde physisch, da befinden wir uns nun in der festesten Materie und haben die Farbe grün, die vorherige Phase war orange. Der Mond war nur im Anfang astral, dann wurde er dichter Äther. Die Erde zuerst Äther und dann fesL dann astral und so weiter. Wir verstehen unsere Erde erst recht, wenn wir uns bekannt machen mit dem, was auf unserer Erde vorgegangen ist. Die Erde macht sieben Stufen der Entwicklung durch, das sind die sieben Rassen. I. Die polarische Wurzelrasse. Ätherstoff. Dann dichter, nicht wie unsere Luft, die II. Wurzelrasse, die Hyperboreer. Die III. Rasse, die Lemurier, Luft-Feuernebel, noch nicht dicht. Bis zu den Lemuriern waren die Menschen zweigeschlechtlich, von hier an wurden sie eingeschlechtlich. IV. Rasse, die Atlantier, die durch die Sintflut umgekommen. V. Die arische Rasse, unsere jetzige Rasse. Dann die sechste und siebente Rasse, deren Namen später genannt werden. Von der siebenten Rasse dann hinüber zum nächsten Zyklus. Hier in dieser vierten Runde ist die Erde zu ihrer völligen Entwicklung gekommen. In der lemurischen Rasse ist der Mensch zu seiner völligen Bestimmung gekommen. Kann als Mensch keine weitere Stufe erreichen. Er kam herab vom Monde, da er in hohem Traumbewusstsein sich befand. Die Lemurier sind ähnlich dem Zustand der Mondmenschen. Zweigeschlechtlich war die reifste Frucht der Mondentwicklung. Als  er dann alle Erdenrunden durchgemacht hatte, um in der Lemurischen zu werden [Lücke in der Mit,scbrift/. Die Seele der Lemurier war anders als unsere heutige. Er hatte auch nur zwei Sinne. Das Gehör und den Tastsinn. Aber es war nicht der Tastsinn, wie wir ihn haben, um feste Körper zu berühren, sondern es war ein Fühlen von warm und kalt, von Luftfiihlen. Der Mensch war wie ein Resonanzboden. Die Luft war dichter, das Wasser dünner. Eine Nebelmasse war die Luft. Der Mensch lebte im Feuernebel. Alks tönte um ihn herum, er hörte so wie hellhören. Er hörte die Luft durchzucken, wie man das Rollen des Gewitters hört. Danach konnte er sein Leben, seine Beschäftigung einrichten. Durch den Tastsinn konnte er [sich] seinen Weg bahnen, [um] zu den Nahrungsmitteln zu gelangen. Es gab nicht Vorstellungen, die wie Abbildungen sind, sondern wie Traumbilder, aber regelmäßig in Farben, es war ein inneres Wallen und Weben. Wenn er rot empfand, war es sein Leben selbst und nicht auf äußere Gegenstände gerichtet, sondern es wirkte magnetisierend, zum Beispiel: Empfand er Furcht, so waren es hässliche Bilder. Das hatten die Menschen mitgebracht vom Monde. Der Mensch der lemurischen Rasse hätte nicht weiterkommen können, wenn nicht der andere Einschlag gekommen wäre. Die Anlage zu dieser weiteren Ausbildung war nicht vorhanden. Es waren aber neben diesen Durchschnittsmenschen auch schon höhere Wesen da. Zum Beispiel waren Wesen da, die schon vorher auf der Sonne so hoch gekommen waren, die brauchten die Mondphasen nicht mehr durchzumachen, es sind die solarischen Pitris. Auf der Sonne hatten sie schon diese übermenschliche Art erlangt. Viel weiter, vollkommener zeigt sich auch diese Art in ihrem Seelenleben. Während der gewöhnliche Mensch nur Bilder sah in der Umgebung, sahen diese Pitris in den Bildern wahre Offenbarungen, eine höhere Art von Bildern. Dies war der Ausdruck geistiger hoher Wesenheit. Es war ein anderes Wissen als unser heutiges Wissen, es war wie Intuition. Sie studierten nicht Naturgesetze, sondern nahmen die Natur wahr. Solche Wesenheiten mussten sich den Menschen offenbaren. Der Mensch vor den Lemuriern wäre zur Statue, zur Schlacke  geworden - er brauchte nun einen neuen Einschlag. Er hätte das Gedankenleben nicht entwickeln können. Diese Führer waren da, sie hatten viel Macht, ganz anders als heute die Meister. Sie konnten in die Entwicklung eingreifen - so wie die Chemiker die Stoffe verwenden. Sie haben den astralisch eingefügten Menschenkörper geformt, der ist woanders hergeholt. Diese hohen Führer waren niemals mit der Erde verbunden, diese solarischen Wesen konnten mit anderen Planeten zusammenkommen. Wichtig waren die drei ersten Rassen - Erde -, wo das zugeführt werden konnte; und das musste man auf [anderen] Weltenkörpern studiert haben. Die Führer haben es studiert, sie haben es vom Mars geholt, der sich gerade verdunkeln wollte. Der Mars hat andere Bewohner als die Erde. Die Erde ist physischer Natur, Mars aber astralisch, aber erstarrt, und in diesem Zustand ist er in derselben tiefen Kugel wie unsere Erde. Mars hat zwei höhere Planeten. Diese astrale ist dieselbe Kugel, wie die Erde jetzt physisch. Mars aber astral, aber die Marsianer sind unmittelbar physisch geworden im astralen Zustand. Und diese astrale Hülle ist vom Mars heruntergeholt und dem Menschen einverleibt, dadurch konnte der Mensch sich weiterentwickeln. Ein zweiter Einschlag höchster Geistigkeit ist der Erde durch Korrespondenz mit der Venus geworden, da sind die Ingredienzien geholt, deren der Mensch noch bedurfte. Durch Studien der Wesen der Venus. Diese Söhne der Venus sind heruntergekommen, um der Erde zu bringen, was sie - die SÖhne der Venus - an anderen Planeten studiert haben. Ein dritter Einschlag kam jetzt. Der Mensch, welcher den Funken des Geistes nun hatte, musste nun weitergeführt werden. Zuerst musste er durch Furcht und Streben, durch Leidenschaft, durch Begierden und Wünsche, nun aber musste er zur wunschlosen Geistigkeit geführt werden. Merkur befindet sich im Stadium der Aufhellung, der zeigt ein hochentwickeltes Astralwesen, von hier wurden die manasischen Körper geholt. Die erste Rasse unsere Erdenrunde hatte die Entwicklung von Mars und Merkur. Eigentlich verdanken wir unsere Eigenschaften dem Monde und der Sonne, aber dann dem Mars und dem Merkur.  Saturnstadium = Samstag Mondstadium = Montag Marseinschlag = Mardi Merkureinschlag = Merkurtag So weit zur Gegenwart, aber sie weisen auf die Zukunft. Das Merkurstadium erlangt unsere Erde im nächsten Planeten. Die Erde bezeichnet man nicht in den Wochentagen, weil sie es ja selbst ist, sie liegt dazwischen. Der Mensch hat schon heute den Anfang der höheren reinsten Weisheit in sich, auf dem dann nächsten Devachan; wird aber erst in der Zukunft einmal physisch. Beobachten wir den Jupiter, hier lernen wir, wie die Menschen, wie die Wesen des Jupiter werden. Es ist eine Verwandtschaft mit dem Jupiter vorhanden. Die Wesen sind uns ein Vorbild. Jupiter = Zeus-Zustand. Minerva = Pallas Athene, die aus dem Haupte des Jupiter entsprungen ist. Die Wesen sind nicht mehr verknüpft mit dem Kama-Rupa, sondern sie sind Wesen höchster Geistigkeit. Dann zuletzt mit der Venus. Dieser Planet steht so zu uns, dass die Wesen nur indirekt auf uns wirken. Diese Planeten haben auch ihre eigenen Ketten. Bei der Venus spricht man von Kronos - Uranos Jupiter - Jeudi, Venus - Freitag - Freya - Vendredi. Da sind die Wochentage aufgeschrieben, vom Himmel haben die Weisen sie heruntergeholt. Wir haben hier ein Geheimnis kennengelernt, wie die großen Führenden hinabgestiegen sind, um uns zu befruchten. Darum heißt es: Gott Jupiter stieg herab, um sich mit menschlichen Frauen zu vermählen. Zeus und Dionysos. Merkur griechisch. Mythe = Merkur, Sohn des Zeus und der Maya, hellenische Nymphe. Aber esoterisch Merkur verbunden. Hellenische Nymphen. Ares hat Nachkommen, der Drachenzähne hat Deutsche Mythe Wotan = Merkur = Wednesday Merkur verbindet sich mit Erda, sie ist hellsehend, sie kann die  Zukunft voraussehen. Brunhilde von ihr- der Erda - geboren. Brunhilde = Wunschmädchen, Leidenschaft. Die initiierten Weisen gingen daher, um die Menschen zu erinnern, wie sie zur Zeit stehen. Die Zeit musste Namen haben, welche sie erinnert. Für die Menschen wird jetzt der Donnerstag ein Feiertag sein, weil der Mensch sich zum Jupiterwesen hin entwickelt. Die Erde aus Merkur und Mars. S O V S M~ (S)M«~ Mm Die tiefer stehenden Wesen sind preisgegeben und in die Tierheit zurückgestoßen, um die Entwicklung des Menschen zu fördern, und bei der nächsten Rasse sind wieder die tiefer stehenden ausgeschieden, so wurden bei den Lemurieren die Reptilien abgestoßen. Bei den Atlantiern wurden die Säugetiere abgespalten. Unsere heutigen Wilden sind degenerierte Wesen. Der Mensch ist hinuntergestoßen, aber die Schuld wird wieder einmal ausgelöst werden. Das Karma ist dadurch geworden, dass der Mensch hinunter musste und physisch werden musste. Solch solarisches Wesen ist in Hermes verkörper¢ die hermaphroditische Zeit. Als wir auf der Sonne waren, war räumlich die Sonne eine andere Sonne; also ist die heutige, unsere Sonne, auf einem anderen Platz. Der Hellseher sieht die Sonne aber an dem Platz, wo sie damals gestanden hat. Den alten Ort noch auf dem Mentalplan. So hat auch der Mond eine Verschiebung erlitten.  Im Mittelalter kannte man noch das Ptolemäische System. Nach den astronomischen Beobachtungen war die Erde im Mittelpunkt, und esoterisch ist dieses ja der Fall. Kopernikus zeigte den Himmel nur äußerlich, physisch. Die fünfte Rasse fängt an vom zwölften Jahrhundert. Ergänzende Ausführungen aus einer maschinenschriftlichen Übertragung von Aufzeichnungen uon Camilla Wandrey: Die Solarpitris waren übermenschliche Wesenheiten, sie hatten eine wesentlich andere Anlage, besonders im Seelenleben, als die Menschen. Diese erhabenen Wesen nahmen die junge Menschheit in Schutz. Sie waren befähigt, Offenbarungen höherer geistiger Mächte und Wesenheiten zu erleben, sie nahmen die Götter wahr, sie besaßen ein Wissen, das durch Intuition sich in die Götter hineinlebte, sie nahmen die lebendig wirkenden göttlichen Wesenheiten unmittelbar wahr. Der Mensch brauchte einen neuen Einschlag, um nicht zu erstarren, er konnte von sich aus kein geistig-seelisches Leben entwickeln. Diese mächtigen Solarpitris hatten das Schauen, das sie mit anderen Planeten wirklich in Verbindung setzen konnte. Sie studierten die anderen Wesen auf den anderen Planeten, um für die Menschen die Früchte ihres Studiums zu verwerten. So betrachteten sie die Entwicklung der Wesen auf dem Mars. Der Mars hat nun als tiefstes den astralischen Zustand, nicht den physischen. Sie studierten die Hüllen der Wesen auf dem Mars, und es fand statt eine Art von Herunterholen der astralischen Hüllen der Marswesen. Das war der Einschlag. Durch diesen Einschlag vom Mars konnten die Menschen erhalten die Leidenschaften, das Begierdenhafte, das Geschlechtliche - KarnaRupa. Der zweite Einschlag, dasjenige, was als Geistigkeit, als reine jungfräuliche Geistigkeit auch dem Leidenschaftlichen, dem Begierdenhaften zugrunde liegen kann, das Geistig-Begierdenhafte wurde  dadurch möglich für diese Solarpitris, den Menschen zu bringen, dass dasselbe Studium in Bezug auf die Venus stattfand. Dann erhielt der Mensch den dritten Einschlag, der kam etwas später. Der Mensch hatte auf der einen Seite jetzt den Funken des Geistes, auf der anderen Seite die Leidenschaften. Er musste jetzt weitergeführt werden. Es musste ihm etwas gegeben werden, dass er nicht versinke in die Tiefen des vom Mars geholten Kama-Rupa. Der feinere Kama-Rupa, der dem Gedankenleben dient, der den Menschen befähigt, seine Leidenschaften zur Ruhe zu bringen, wurde durch die Solarpitris geholt vom Merkur. So bekam die Menschheit durch die Vermittlung der Solarpitris von Merkur, Mars, Venus die geistige Befruchtung: die beiden Kama-Rupa und das, was den Ausgleich zwischen den beiden herstellen soll. Vom Jupiter holten die Solarpitris dann das, was wir jetzt entwickeln wollen, die geistige Wesenheit des Menschen, die sich Weisheit, Manas, erringen kann. Jupiter gab dem Menschen die Möglichkeit, zur Weisheit zu kommen, während von der Venus herabfließen die jungfräulichen Höhen des Geistes, die wir nur ahnen kÖnnen, die zu erreichen für uns noch in weiter Ferne liegen, wenn wir auch die Anlage dazu, die Befähigung, diese göttliche Erbschaft anzutreten, von den Solarpitris in uns haben. Die esoterische Woche, die wir als wirkliche Esoteriker immer wieder in Gedanken und Gefühlen durchleben sollten, ist ein irdisches Abbild dieser Wirksamkeit der Solarpitris für die Menschheit. Wir haben aufgezählt Saturn, Sonne, Monden-Tag. Dann kommt der Mars-Tag - Din, Dienstag. Hier ist der Mars als identisch mit der ersten Hälfte der Erdenentwicklung gedacht. Dann der Merkur. Merkur oder Wotanstag, Wednesday - Mittwoch, Wotan ist dasselbe wie Merkur. Dann der Donars-Tag. Donar ist Jupiter. Immer sollte sein der Jupitertag, der Donnerstag, der Zukunftstag, ein Fest- und Feiertag für jeden Esoteriker und auch für einen jeden, der Esoteriker werden will. Und endlich der Tag der Venus, der Freya. Venerdi im Italienischen, Vendredi im Französischen, da klingt an das alte Wissen von dem Zukunftsgeheimnis der Menschheit, an dessen Erinnerung der Tag der Venus, der Freitag, mahnt.  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE IV Berlin, 20. Februar 1905 Heute möchte.ich einiges über die Entwicklung der Zukunft sagen. Die irdisch menschliche Entwicklung müssen wir uns klar machen, weil sie bei der Apokalypse notwendig ist, denn es sind sehr leicht Zweifel möglich. Wenn man durch gewisse Methoden, die man anwenden muss, dahin kommen kann, zurückzublicken, kann es doch zweifelhaft sein, in die Zukunft zu schauen. Aber prophetisch sein ist nun doch weniger zweifelhaft, weil alles in der Natur Gesetze hat, jedoch nur der kann etwas sagen, der die Gesetze durchschaut. Wer die Gesetze der Chemie kennt, weiß genau die Stoffe zu mischen, so kann der Erkennende der geistigen Gesetze die Schlüsse ziehen. Also durch Methoden gelangen wir dazu, in die Zukunft zu schauen - ich möchte im Einzelnen ausführen, wie die Stadien der Vergangenheit sind und wie die Umstände, unter welchen man zum Schauen, Hellsehen gelangt. Es gibt Stufen des Hellsehens. Die Entwicklung vor unserem irdischen Zustand war der astrale, vor diesem der Rupa und vor diesem der Arupa. Den irdischen nimmt man wahr durch die physischen Sinne. Den kann jeder Mensch sehen. Den vorhergehenden sowie den Zukunftszustand kann man nicht mit physischen Sinnen sehen, dennoch ist es möglich, sie wahrzunehmen. Der Mensch hat außer seinem Wachzustand noch zwei Schlafzustände den traumlosen und den Traum. Wer keine Entwicklung durchgemacht hat, der wird nur verworrene Träume haben, aber der geschult ist, kann Regelmäßigkeit in sein Traumleben hineinbringen. Die Träume des rein materialistisch Gesinnten werden nur von solchen materiellen Dingen handeln. Der aber nach dem Grundsatz  des Goethe-Wortes lebt Nergängliches ist nur ein Gleichnis», dem werden die Träume Symbole werden. Das ist natürlich noch kein Hellsehen; der ist Hellseher, der während seines wachen Tagesbewusstseins fortwährend überspringen kann in das astrale Anschauen; wach muss er sein und in die astrale Welt schauen. Der Hellseher sieht die Aura des Menschen. Die Aura umgibt den Menschen wie eine Wolke. Beim unentwickelten Menschen ist diese Wolke verworren, je klarer die Gedanken, dessen Aura ist geordnet, gegliedert. Wie entwickelt man nun die Sinnesorgane zum Schauen? Diese Sinnesorgane liegen an verschiedenen Stellen der Aura. Man sieht ein längliches Gebilde vom Gehirn zur Brust, in diesen Leib - Gebilde - sind eingebettet die ·heiligen Räder>, <Lotusblumen> genannt. In der Tat sind in diesem Körper sechs Lotusblumen. Diese sind die astralen Sinnesorgane. Zwischen den beiden Augenbrauen ist die zweiblättrige Lotusblume, die sich von rechts nach links dreht. Der nun imstande ist zu schauen, da fängt an bei ihm, die Lotusblume sich zu drehen. pr~ " % r r I 1 1/ ('(::i": ", |ll;!7;/?\Vl7::"\i\\ ji \ 1 4 ) \ I ^ \ p \\\\|, ;,1( \\, j/i I r I \ I Eine zweite Lotusblume befindet sich im Kehlkopf, es ist die sechzehnblättrige, sie dreht sich von rechts nach links. In der Vergangenheit war der traumhafte Mensch damit begabt, er trug nichts dazu  bei, es war ihm von der Natur gegeben. Bei der Ausbildung des Verstands wieder verloren gegangen. Acht Blätter waren vollständig ausgebildet in hellglänzenden Farben, später also hat sich diese Blume verdunkelt, weil der Mensch zum hellen Bewusstsein heranreifte. Wir können nun einen Blick in die Geheimnisse des Initiierten tun und begreifen, wenn Buddha in seiner Lehre vom achtgliedrigen Pfad spricht. Acht Tugenden sind es, die der Geheimschiiler sich aneignen muss: I. Glaube und Verständnis für das Karma II. Klar denken III. Klar reden IV. Richtig handeln V. Richtige Lebensart VI. Seine Pflichten erfüllen VII. Gedächtnis kontrollieren VIII. Konzentration der Gedanken Wer immer auf diesem Pfade sich bewegt, da fangen an die anderen acht Blätter sich zu bewegen, die ersten acht werden mitgezogen. So drehen sich die sechzehn Blätter von rechts nach links. Buddha hat also nicht umsonst vom achtfachen Pfad gesprochen. Ein drittes Organ ist in der Nähe des Herzens, es ist die zwölfblättrige Lotusblume. Um diese Sinne zu entfalten, sind wieder andere Methoden nötig. Jeder Theosoph weiß von sechs Tugenden, die ausgebildet werden müssen. I. Toleranz II. Gelassenheit, Geduld III. Glaube, Vertrauen IV. Liebe zur Freiheit V. Gedankenkontrolle, Kontrolle der Handlungen VI. Gedankenkonzentration Sechs von diesen zwölf waren schon einmal früher beim Menschen entwickelt. Auch hier werden die sechs nächsten anfangen, sich zu drehen, und dann die sechs ersten mitbewegen. Dadurch erhält man  die Fähigkeit des astralen Schauens. Durch eifriges Meditieren gelangt man zu diesen Tugenden, durch diese zum astralen Schauen. Das Meditieren ist gesund, es führt zur moralischen Gesundheit. Dann weiter unten ist die zehnblättrige Lotusblume, etwas tiefer die sechsblättrige und dann tiefer die vierblättrige Lotusblume. Wer den astralen Sinn der sechzehnblättrigen Lotusblume ausgebildet hat, kann in die Gedankenwelt des anderen Menschen blicken. Wer den der zwölfblättrigen Blume ausgebildet hat, kann in die Sinnenwelt des anderen Menschen schauen, wer aber die der zweiblättrigen ausgebildet hat, die obere zwischen den Augen, der kann in das Karma der anderen Menschen schauen. Über die Ausbildung dieses Sinnes kann ich nur in ganz intimen Kreisen sprechen. Die Befähigung des Menschen, die zwei Globen vor und nach der irdischen - physischen - wahrzunehmen, tritt dann ein, wenn er es so weit bringt, im tiefen Schlaf etwas wahrzunehmen, traumlos. Er erfährt dann, was auf der Mentalwelt oder auch im Devachan vorgeht und kann es hier anschauen. Aber nicht bloß im Schlaf, sondern im Hellsehen kann er die beiden höheren Globen wahrnehmen. Es gehört dazu: Energisches Versetzen in die beiden ersten Sätze von «Licht auf den Weg», aber nicht bloß gedacht, gefijhlt müssen sie werden. Und wenn man ebenso die beiden anderen Sätze Ehe vor den Meistern kann die Stimme sprechen, muss das Verwunden sic verlernen. Ehe vor ihnen stehen kann die Seele, muss ihres Herzens Blut die Füße netzen. in sich aufgenommen hat, wird man die Sinne wecken, um die höheren Globen schauen zu können. «Licht auf den Weg» ist in solcher hohen Zeichensprache geschrieben und von einer höheren Wesenheit diktiert. Doch gibt es noch andere Methoden, ein andermal davon. Es wird aber gerade durch eifriges Meditieren der Manas geweckt. Wer den hohen Zustand schauen kann, ist Adept. Nur der Adept ist fähig dazu. Versetzen wir uns in die Entwicklung unserer Erde. Unsere Erde wird immer dünner, feiner, zuletzt nur astral und dann nur geistig.  Künftig werden es alle Menschen wahrnehmen. Die Erde macht also sieben mal sieben Zustände durch. Betrachten wir, was heute geschieht. Der Mensch kann nur mineralisch wahrnehmen, er kann nicht das Leben des Tieres oder der Pflanze unmittelbar wahrnehmen, es muss sich ihm erst durch die Sinne kundgetan werden. Der Mensch kann keinen Pflanzenkeim bereiten, aber er kann Maschinen machen, weil er auf Unlebendiges eingerichtet ist, es ist die niederste Form seines Geistes. Es hat einmal keine Maschinen gegeben, es wird später eine vollkommene Bearbeitung des unbelebten Steines, des Kristalles - ein dumpfes Bewusstsein hat auch der Stein - geben. Am Ende der zweiten Runde hat der Mensch den ganzen Boden umgearbeitet, er hat dann seinen Verstand in die physische Welt hineingearbeitet. Er prägt dem Mineralischen, Leblosen seine Gesetze auf, indem er die mineralische Welt umgearbeitet hat. Er hat dann seinen Verstand hineingearbeitet. Die Erde ist dann ein Produkt des menschlichen Verstandes. Der Hellseher kann das schon vorher erleben, was heute alle Menschen durchmachen. Er kann die Lotusblumen als astrales Sinnesorgan in sich früher entwickeln, als es die Durchschnittsmenschen haben; wenn die Wesen im astralen Zustand sind, werden sie es auch haben. Die Lotusblume spielt in schönen Farben, regelmäßig. Der Mensch erreicht also die Verwandlung der Naturprodukte in Kunstprodukte mit seinem Verstande. Die astrale Welt ist ein Abdruck des Verstandes der Menschen. Die Bewegungen der Blumen passen dann zu dem, was er hineingearbeitet hat. Was früher im Unlebendigen gearbeitet wurde, wird nun belebt durch die sich drehende Lotusblume. Er verwandelt die Erde in ein lebendiges astrales Wesen. So wird dann auf dem späteren Globus der Geist die Körper bewegen. [Formzustände] So wie heute das Wort aus dem Kehlkopf des Menschen hervorgeht, so wird er dann selbst Wort sein. Er ist ein Geistwesen, welches selbst schwingt, das tönend sein manasisches Selbst tönt. Nachdem er nun geistig geworden, belebt er alles um sich, er erfüllt dann den  Erdenball mit seiner Wesenheit; er wird mit eigener Bewusstheit durchdringen, was er mit seiner Lotusblume gemacht hat. Nach uns wird das Pflanzenleben das unterste Reich sein, es verschwindet dann, und das Tierreich ist das unterste; dann verschwindet auch das Tierreich, dann wird die ganze Erde ein Gebilde sein, was der Mensch selbst sich bereitet. Dann kommt ein Pralaya. Dann kommt der nächste Zyklus der Erde - Runde -, es wird noch einmal alles wiederholt. Dann in der fünften Runde ist die Erde so entwickelt, dass sie den Zustand als physisch hat, was der nächste unserer heutigen Runde - Runde vier - sein wird, ähnlich der astralischen Pflanzennatur. Der Mensch ist dann auf einer Erde, deren niedrigstes Reich Pflanzen sind; also unsere nächste Metamorphose wird verdichtet sein - es wird dann verdichtet sein, was unser nächster Zustand astral sein wird. Die Lotusblume wird dann wirklich blühen. Der Mensch ist heute auf der Stufe seiner mineralischen Entwicklung. Auf der fünften Runde wird er in seiner Pflanzenentwicklung sein, es wird dann <organisiert' sein, was heute <mechanisiert> ist. Wenn er die physische Erde wird durchgearbeitet haben, wird er sie selbst beleben. Was er auf technischem Wege getan, wird er vorfinden; es sind Formen - Entelechien -, die er heute gemacht, die wird er dann beleben. Das sind die höheren Entwicklungsstadien des Menschen. Es ist keine Torheit, wenn wir von der Zukunft sprechen. Eingeweihte können sich in gewisse Bewusstseinszustände versetzen, um das zu schauen, was heute Ideale des Verstandes sind. Der hohe Mensch erhebt sich zur Prophetie, deshalb spricht man von Propheten in der jüdischen Geheimsprache, wenn Gottbegnadete den Impuls bekamen, um in die Zukunft zu schauen.  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE V Berlin, 27. Februar 1905 Ich will heute etwas von der menschlichen Zukunft entwickeln. Wir haben die Perspektive so aufzufassen, dass wir es im Sinne eines Naturgesetzes tun, denn der Geheimkundige sieht auf die Gesetze der Welt. Man muss sich nicht etwa vorstellen, dass diese Ziele ohne das Zutun der Menschen sich vollziehen. Denn wenn wir in eine Vergangenheit zurückblicken, finden wir, dass die Menschheit in ihren Runden und Rassen sich ganz gesetzmäßig entwickelt hat. Die Menschen wurden geleitet von dhyanischen Wesen. Jetzt aber leben wir in einer Zeit, in welcher die Leitung auf die Menschheit selbst übergeht, dagegen früher die Menschheit geleitet wurde von großen Wesen, die sich nicht inkarnieren brauchten. Das ist die Aufgabe unserer Wurzelrasse, dass die Menschen so weit kommen, die Rolle des Gottes übernehmen zu müssen. Damals waren die Meister die großen Führer, die über dem Ma/Lücke in der Mitscbrift/ hinaus waren, die mitarbeiteten; sie kannten die Gesetze des Kama-Manas, was sie vom Mars heruntergeholt hatten. Doch greifen nun mehr menschliche Wesenheiten mit ein, wenn unsere fünfte Wurzelrasse bis über die siebente wird entwickelt sein. Es wird die Menschheit so weit kommen, dass sie selbst auftreten wird mit göttlicher Funktion. Es kennen dann die Menschen die Gesetze der Wirksamkeit. Wir können es uns nur in schwachen Umrissen klar machen: Wir leben in der Entwicklung des Verstandes. Alles, was wir haben, ist etwas, was von der Vergangenheit in uns hereinragt; oder was schon von der Zukunft hereinragt, ist das, was wir jetzt schon gebrauchen. Die große Masse bedient sich des Verstandes. Was kann nun dieser Verstand? Er kann bezeichnen, was ihm als ein objekt gegenübersteht, was die Sinne wahrnehmen; nicht aber kann es eine Verstandeswissenschaft [vom Geiste] geben, es muss ein Objekt da  sein. Er prägt der Natur seinen Verstand ein, aber er braucht Rohmaterial. Die künstlerische Fähigkeit leuchtet schon aus der Zukunft herein. Der Verstand jedoch braucht Materielles; Kombinierendes braucht der Verstand, mehr wird er nicht können, solange die Erde physisch ist. Nun aber tritt ein Zustand ein, eine neue Metamorphose der Erde, erst ätherisch, dann aber astral; erst steht uns kein Widerstand gegenüber. Der Mensch wird dann keine Maschinen mehr bauen von Holz und Eisen, Stück für Stück. Die Welt ist dann schmiegsam und biegsam. Der Hellseher sieht sie in Farben, vergleichbar mit unserem Gefühl. Dann wird er im astralischen Raum frei gestalten können; es gibt keine äußere Materie, er wird aus dem astralischen Stoff schaffen. Manas - deutsch <Wcishcit>, mehr als Wissen; Weisheit schafft aus Intuition. Wie man ein Bild gestaltet aus Intuition, um es in den Stoff hineinzulegen. Der Mensch schafft dann aus dem Astral-Stoff heraus, er hat dann die Fähigkeit, weisheitsvoll zu gestalten; und damm, weil der Mensch auf dem physischen Globus - vierte Runde - war und sich auf diesem die Fähigkeit erworben hat. Freimaurerei - Baukunst Wenn er auf dieser vierten Runde im Physischen eine Kirche baut, so beherrscht er den Stoff; er eignet sich Fähigkeiten an; denn die Kirche vergeht, aber die Fähigkeit geht nicht verloren. Diese Fähigkeit geht auf dem astralen Globus auf, steigt auf in astralen Bildern. Sie nimmt dort einen merkwürdigen Charakter an. Der Mensch baut dann nicht Stein auf Stein - Form und Stoff braucht man nicht. Wie die Pflanze aus ihrer eigenen Kraft eine neue Gestalt hervorbringt, diese Art des Schaffens ist es, mit wirklichem Hervorbringen aus sich heraus. Menschliche Schöpfung und pflanzliches Gestalten machen keinen Unterschied. Sein Schaffen wird so sprießen und kraften wie die Pflanze. Es wird dann sein: Menschen-, Tier- und Pflanzenreich; dann aber wird er lebendig gestalten - was heute im Organischen geschieht -, doch aber nur im Astralischen. In der nächsten Metamorphose verstiebt das Astralische, der  Mensch ist dann nur reines Geistwesen, er kann dann noch höher als das pflanzliche Schaffen - die Pflanze empfindet dabei nichts, dann aber wird der Mensch als Geistwesen schaffen; alles was er hier physisch schafft, [geschieht] dort mit voller Bewusstheit. Es ist Lustempfinden an dem, was sich an Schaffenskraft auslebt, er unterscheidet sich nicht mehr davon, was er heute mit dem Tier [Lücke in der Mitschrift] Er wird nicht nur lebendig wachsen lassen, er wird alles mit Empfindung wachsen lassen. Er wird ein selbst empfindendes Wesen. Der Mensch wird nicht nur - wie heute - Kirchen erbauen, sondern die Gebäude werden Leben in sich haben, er wird nicht mehr die Form, er wird den Gedanken selbst erschaffen. Seine Kunstwerke werden lebende Wesen sein - Tiersein im Gebiete des Geistigen. Alles wird zusammenfließen mit der Tierheit. Dann werden nur zwei Reiche sein, Mensch selbst und Tier. Nun kommen wir bis zur nächsten Metamorphose: Hier ist der Mensch zur höchste Stufe Tierheit ist hier verschwunden. Alles was er beim Herunterstieg in die Materie abgesondert hat, wird er in sich wieder aufzusaugen haben. Das Mineralreich war einst mit uns vereinigt, mit uns durchdrungen, die Wut des Löwen, die List des Fuchses, alles das hatte der Mensch in sich selber; er stieß in die Tierheit herunter, was einst seine Brüder waren. Als er das Mineralreich abgestoßen, wurde er weicher, dann hat er die Pflanzen abgestoßen, er konnte sich veredeln stufenweise. Er hat die Reiche gemacht. Für jeden Heiligen ist ein Verbrecher da, der Heilige wäre sonst nicht fortgeschritten. Der Mensch muss die anderen herunterstoßen, aber er muss sie auch wieder heraufholen. Man darf sich entwickeln, aber nicht um seiner selbst willen, nur darum sich entwickeln, um die anderen wieder mit sich heraufzuziehen. Er muss alles wieder ausgleichen. Dann ist unsere Runde zu Ende. Dieser Gedanke schwebt dem Meister vor, kein anderer Gedanke, und wenn solcher Gedanke uns als Ideal vorschwebt, werden wir uns so entwickeln in folgender Entwicklung. Es tritt nun ein Dämmerungszustand ein.  O O O O 5. Runde astral O O O physisch In der fünften Runde brauchen wir mit den chemischen und mineralischen Gesetzen nicht auftreten, der Mensch schafft dann astral wie in dem nächsten astralen Zustand der vierten Runde, aber dieses Astrale wird dann wieder im untersten Globus physisch sein. Die Erde wird dann wieder mit physischen Augen gesehen werden, aber es wird das niederste Reich das Pflanzenreich sein. Es ist dann kein chemisches Gesetz und Stoff, sondern es ist ein in sich verschlungenes Pflanzenreich. Der Mensch ist ganz Wachstum, pflanzlich. Wie er sich von mineralischen Stoffen im Physischen der vierten Runde - heute - nährt, wird er dann nur von Pflanzen. Der Mensch [ist] dann eine große Pflanze. Es werden durch seine Tätigkeit hervorgehen Kirchen - alles [wird] dann nur noch wachsen. Er wird den Samen für eine Kirche oder ein Gebäude einsenken, und sie wird wachsen. Dann wird die Erde noch eine höhere Fähigkeit erhalten, es wird ein höheres Reich angesetzt. Heute lebt er im mineralischen -, im Pflanzen- und Tierreich, er empfindet nur Verstand. Über dem Verstande aber wird in der fünften Runde ein neues Reich gesetzt. Heute gibt es Blutsverwandtschaft, physisches Zusammenleben, das wird es dann nicht mehr geben, das hört auf. Es würde uns dann ganz undenkbar vorkommen, einer Gemeinschaft anzugehören, wenn er nicht der ganzen Menschheit angehörte. Das Moralische - [Lücke in der Mitscbrift/ Heute sprechen wir von Rassen und Völkern, das würde dort  ein Unsinn sein. Der Mensch wird sich sein Reich schaffen, seine Gemeinschaft, aber nach Grundsätzen der Vernunft. Moralische Gemeinschaften. Eines wird ihnen zur Grundregel. Das Leben wird eingerichtet nach Grundsätzen des erfüllten Karma. Karma ist nur bedingt durch Geburt und Tod, das aber hört schon auf in unserer sechsten Wurzelrasse - in der vierten Runde; schon auf der astralen gibt es nicht mehr VerkÖrperungen, keine Geburt und Tod. Fünfte Runde kein Karma. Der Mensch geht mit einem bestimmten Karma hinüber, und dann werden sich die Menschen gliedern nach deren Karma. Hier erklärt sich etwas, was man in Europa unerklärlich findet: der Kastengeist. In Indien war das schon einmal, bei den Brahmanen. Die kamen schon mit einem bestimmten Karma, sie waren höhere Wesen. Man darf den Kastengeist nicht kritisieren, denn die Sache muss man kennen. Unser nächster Globus - der vierten Runde - ist das Vorbild für den physischen Globus der fünften Runde, und hier erscheint der Mensch als höchster Zustand, <Glorie>. Dann tritt ein Schlummerzustand ein, und die sechste Runde beginnt. Hier leben die Wesen so, dass das Tierreich das niederste Reich ist. Das Tierreich hat in sich den gleichen Verstand. Nun kommt noch ein höheres Reich hinzu - die spirituelle Fähigkeit über die bloße Moral. Das hatten Zarathustra, Christus, Buddha, man nennt sie deshalb künstliche Sechs-Runder. Platon war ein künstlicher Fiinf-Runder. Daher führen solche Wesen ein Doppelleben, sie ragen mit der Geistigkeit weit hinaus, überragen die Menschheit. Wir müssen nun nicht gleich an die großen Fremdlinge und Schenker unser Ziel richten, unzählige Grade sind vorhanden - ein Künstler ist im Sinne der Entwicklung. Würde es nur Christus und Platon gegeben haben, wäre keine Evolution, doch deshalb müssen einige sich herausheben, um die anderen nachzuholen. Es scheint erst ungerecht, aber das macht nur die Zeit, wer aber über die Zeit hinaus erhaben ist, der findet die großen Harmonien. Es wäre sonst inhaltslos - so wie Beethovens neunte Symphonie.  Durch Disharmonien müssen sich die Harmonien ergeben. Deshalb müssen welche vorauseilen der Vielheit. Aus der Diskussion Merkur ist heute im Zustand, eben aufzuhellen zwischen der vierten und fünften Metamorphose. Marswesen Kama-Manas in niederster Form, sie gehen jetzt in den astralen Zustand von der dritten bis vierten Runde. Mit unserem Sonnensystem sind eine ganze Menge von Planeten in anderen Stadien, was wir mit physischen Augen sehen, kann man sich versieben- oder verachtfacht denken im Astralen. Fünfte Runde wird Manas entwickeln. Sechste Runde wird Budhi Manas Siebente Runde wird Atma entwickeln. Auf dem Monde sind zum Beispiel Wesen so tief heruntergestoßen, dass sie auf der Erde als Feinde der Menschen erscheinen. Standhaftigkeit, Gleichmut, Geduld, Vertrauen, Kontrolle, Konzentration der Gedanken, der Handlungen Zweiblättrige Lotusblume zwischen den Augen entwickelt das Schauen über das Karma und über seine eigenen Inkarnationen. Alle heutigen Menschen sind wiederverkörperte Atlantier. In der sechsten Runde Vernichtung der Seelen, die so weit zurückgeblieben, dass sie als schwarze Magier gelten; die fallen heraus. Es ist dies als Strafe anzusehen, weil die Menschen schon ein höheres Bewusstsein haben; die werden dann in einer Hülle gebannt sein, um dann später einmal wieder mitgerissen zu werden; sie müssen so lange aber warten und bleiben bewahrt in einer dicken Hülle; es ist dies allerdings ein furchtbarer Zustand, es gibt nichts Schwereres als stille stehen.  Dann kommen sie in eine Entwicklung, um sich unter furchtbaren Qualen erst wieder hindurch zu arbeiten. Es wird das Schicksal ja schon in der fünften Runde entschieden, aber es muss noch das Atma ausgebildet werden. Sodass [von] der sechsten an Atma, sonst würde sie ihr tiefstes Ich nicht haben ausbilden können. Entschieden aber ist das Schicksal. - Das <Läüc> in der Apokalypse. Wer aber von wirklicher Erkenntnis heute durchdrungen, von dem, was wir heute gehört- man kann mit diesem Gedanken kein schwarzer Magier werden.  DIE APOKALYPSE UND THEOSOPHISCHE KOSMOLOGIE VI 6. März 1905 Ich will heute die Betrachtungen der letzten Stunden weiterführen, um dann die Apokalypse fortzusetzen, was jetzt in großer Kürze geschehen kann, wenn man an die Urkunde herangeht mit den Vorkenntnissen, die wir in den letzten Stunden gewonnen haben. Das sind die Ideale des Initiierten, alles mit dem Eindruck betrachten, dass es wahr werden wird. Es muss sich aber auch gestalten lassen, nicht nur so aus dem Blauen. Unsere Runde wird abschließen mit einem Aufsaugen des Mineralischen; dann in der nächsten, das Pflanzenreich als unterstes Reich Physisch ist alles, was man sehen kann; mineralisch ist den chemischen und physischen Gesetzen unterworfen. Mineralische Wesen sind auch alle anderen Wesen in der Natur; einen chemischen Prozess hat auch die Pflanze. Alle Reiche sind mineralisch. Daher ist die vierte Runde die mineralische. Die fünfte Runde wird nichts Mineralisches mehr haben, als Unterstes nur noch das Pflanzenreich. Eine moralische Weltordnung wird sich aufbauen in der fünften Runde. Das Wohlergehen des Einzelnen wird kein anderes sein, als dass allen anderen Wesen auch ein solches Wohlergehen zukomme. Karma wird erfüllt sein. Es wird schon in der nächsten Rasse- der sechsten - der vierten Runde erfüllt sein. Es wird verwirklicht sein in der fünften Runde - kein Kristall mehr - alles wird ein großer Garten sein in der Art von ineinander sprießenden [Lücke in der Mitschrift] Es ist alles verwandelt in wachsendes Wesen. In der vierten Runde ist der Verstand ausgebildet. Solange der Mensch mit dem Verstand auffasst /Lücke in der Mitschrift] Das Lebendige ist nicht mit dem Verstande erfasst, nur der Reingeistige wird das verstehen. Man muss denken lernen, ohne sich sei ner Sinne zu bedienen. Goethe und Platon hatten solches Denken. Das ist der Gang bis zur fünften Runde. Wir leben gegenwärtig in der fünften Wurzelrasse. Die Atlantier hatten noch nicht den nüchternen Verstand. Das Leben war durchsetzt von dumpfem Hellsehen. Die erste Wurzelrasse, die polarische, die konnte nur so leben, wie sie lebte, die Erde war von feinerem Stoffe und hoher Temperatur. Es war ein feiner ätherischer Stoff. In diesem Stoff inkarnierten sich die Seelen. Es waren Menschen anderer Art - Äthermenschen. Die Fortpflanzung war so: Die Menschen waren länglich, es waren noch nicht Hände entwickelt - die Wesen teilten sich, es gab ein Wesen das andere von sich ab. Es war der Tod noch nicht. Der Tod fand erst statt in der zweiten Rasse. Die erste Rasse lebte in der Gegend um den Pol herum. Es waren andere Wärmeverhältnisse. Jedes Wesen war seelenerfiillt. Sterben gab es nicht. Die Erde kühlte sich immer mehr ab, und die Materie konnte sich nicht mehr so fortpflanzen. Die Seele verlor die Fähigkeit, auf die Materie in der ersten Weise zu wirken, und schaffte sich andere Organe zur Fortpflanzung. Die Tochterwesen waren jetzt kleiner, und jetzt konnten die Wesen mehr Stoff aufnehmen, um die Teilung zu bewirken. Die Tochterwesen aber waren zuerst sehr klein; wachsen dann aber sehr schnell. Das Chemische stirbt ab. Die Wesen mussten sich nun neue Organe ausbilden. Denn bei der zweiten Rasse tritt die Empfindung auf. Bei der ersten Rasse war nur der Hörsinn vorhanden. Die ganze Umwelt war Ton. Der Ton wurde wahrgenommen. Bei der zweiten Rasse kam noch der Tastsinn hinzu. Der Mensch fängt an, Wärmeunterschiede zu machen. Das ist die hyperboreische Zeit. Die zweite Rasse sind die Hyperboreer. Die dritte Rasse, die Lemurier, entwickelten etwas ganz Besonderes. Vorher war der Mensch befördert durch Außenwärme, jetzt aber ist die Erde immer kälter geworden, und eine Art Reaktion trat ein. Eigenwärme hatte jetzt der Mensch, vorher konnten die Wesen keine eigene Wärme haben. Eigenwärme also für die dritte Rasse. Die Seele wurde jetzt ein Schauplatz des Eigenlebens. Ausdruck des Karna im physischen Leibe. Durch Gefühlsleben konnten die  Wesen die äußere Wärme aufsaugen. Daher wurde der Mensch jetzt zur Flamme. Damals, vor dem der Mensch innere Wärme erzeugen konnte, waren die Triebe, Leidenschaften noch unentwickelt, nach dem Sinn von der Außenwelt. In der ersten Zeit der lemurischen Rasse waren die Wesen zweigeschlechtlich, männlich-weiblich, doppelgeschlechtlich. Dann spaltete sich das Wesen, es traten Mann und Weib auf. Von den Atlantiern wurden Ausgewählte geführt nach der Wüste Gobi, aus diesen ist die fünfte Wurzelrasse - unsere heutige Wurzelrasse - entstanden, die ganz besonders den Verstand auszubilden hatte. Die erste Unterrasse dieser fünften wurde von Gobi aus in verschiedene Teile des Südens ausgesendet, nach Indien. Die erste Unterrasse sind die Inder; die hohe Kultur dieses Volkes finden wir noch in den Nachklängen der Veden. Die zweite Unterrasse sind die medisch-persischen, die Vorderasiaten. Die Zweigöttlichkeit trat auf. Die dritte, die vorderasiatisch-ägyptische Rasse. Die Dreigöttlichkeit trat auf. Die vierte, die griechisch-lateinische, auch noch die keltische, Südeurop% Mitteleuropa, christliche Kultur. Die fünfte ist unsere arische, und diese muss vorzugsweise den Verstand entwickeln. - Diese Rasse muss ganz heruntersteigen bis auf den physischen Plan. Die folgende sechste Unterrasse wird, es kann nur andeutungsweise perspektivisch gesagt werden, aus keiner anderen hervorgehen als aus der slawischen. Es ist keine andere zur weiteren Unterrasse als die slawische; im Osten in der ·gedrijckten> Rasse. Diese Unterrasse in ihrer dumpfen Kindlichkeit heute /Lücke in der Mitschrift] Der Verstand wird aufgenommen von den östlichen Völkern, es wird dann mehr spiritueller Sinn sein. Es mag träumerisch erscheinen, aber der Sinn ist schon vorgebildet. Die fünfte Wurzelrasse wird ihr Ende erreichen durch einen Untergang - die dritte Wurzelrasse ging durch Feuer unter, die vierte  Wurzelrasse durch Wasser - die fünfte Wurzelrasse wird durch das Böse untergehen, durch Krieg, Streit, das Böse. Aber wir nähern uns der moralischen Wurzelrasse, der sechsten. Wenn die sechste Unterrasse unserer fünften Wurzelrasse aus den slawischen Völkern sich bildet, so bildet sich die siebente Unterrasse aus den Amerikanern. Überbleibsel dieser letzteren nun werden sich dann ausnehmen, wie sich heute etwa die Chinesen ausnehmen, welche Überbleibsel sind von der Mongolischen, der siebenten Unterrasse der atlantischen, der vierten Wurzelrasse. Aber die spirituelle, die sechste Unterrasse wird einen anderen physischen Zustand erreichen, die Stoffe werden feiner sein, Verhärtung des Festen, das wird in bewusster Weise vorgehen, sie wird die erste Unterrasse der sechsten Wurzelrasse liefern. In dieser sechsten Wurzelrasse - in der Mitte - wird eine Trennung stattfinden. Männlich und weiblich wird aufhören, ein Rückgang in früheres Verhalten. In der siebenten Wurzelrasse kommt der Verstand zur höchsten Vollkommenheit. Dann zum Übergang zum nächsten Globus, zur nächsten Runde. Dann wird ein physisches Leben [Lücke in der Mitscbnift] Aber ein neuer Sinn wird hinzukommen, der moralische Sinn. Während unserer vierten Runde sind schon eine Mehrzahl Menschen jenes Sinnes teilhaftig, es sind künstliche Fiinft-Runder. Wer nun diesen hohen Zustand nicht erreichen kann, kann sich nicht weiterentwickeln. Diese Zurückgebliebenen haben eine ganz besondere Aufgabe. Die physische Stofflichkeit ist nicht mehr da, das wird erkaltet sein in denjenigen, die es nicht bis zur Geistigkeit gebracht, die auf der Stufe stehengeblieben, dieser Stufe der heutigen fünften Rasse der vierten Runde. Diese nun haben eine Art von Neigung zum Physischen, und diese Neigung bringen sie mit. Die gegenwärtige Runde ist die mineralische, diese Zusammensetzung wird die Erde verlieren. Es würde keinen physischen Zustand mehr geben, wenn nicht diese Zurückgebliebenen I...] da wären, um eine neue An von Mineralreich zu entwickeln. Die Erde wird in keinen physischen Zustand mehr kommen. Diese Zurückgebliebenen werden das darstellen, was  bei den Lemuriern dargestellt wurde als große Wesenheiten, die sich in diese Rasse - Mitte der dritten Rasse - inkarnierten, es entstand das, was in der Bibel mit dem Sündenfall bezeichnet wird, es entstand Gut und Böse; und die Tiere blieben [Lücke in der Mitschrift] Und gerade, wenn dieses schwere Element zum Ausdruck kommt, wird die Erde zum erscheinenden Stern, wird der Mensch sich seiner Vergöttlichung nähern; dadurch sind die Planeten entstanden. Die Planetenbildung geschieht aus sich heraus - so bilden sich neue Planeten. Wie manche Tiere innen weich sind und außen eine harte Kruste haben, diese Tiere haben sich schon vorher verhärtet - Mondtiere und sind dadurch ein materiell wahrnehmbares Wesen geworden. Die Menschen also, die auf dieser materiellen Stufe stehengeblieben sind, die sich nicht weiterentwickeln können, dieser Mensch wird dann in der fünften Runde materiell zu schaffen verstehen Dann ist noch etwas, ein Mysterium. Es ist die Zeit gekommen, dass geoffenbart wird, und jeder normale Mensch wird es so weit bringen. Die Menschen werden ihr Karma mitbringen in die fünfte Runde. Dieses Karma, welches sie erreicht haben am Ende der vierten Runde Es tritt dann auf ein Wesen, dessen Karma bestimmt ist, abgeschlossen Das Kontobuch ist abgeschlossen, Bilanz auf sein Karma [Lücke in der Mitschrift] bisher nur Unterbilanz Sonnenhafte Wesen. [Lücke in der Mitscbnift/ Die Summe des Karma drückt sich in seiner äußeren Gestalt aus, auf seinem Antlitz. Heute kann sich der Mensch verbergen, in der fünften Runde kann der Mensch kein Heuchler mehr sein - er wird ein Wesen sein, wozu er sich gemacht hat. In der sechsten Runde wird der Mensch wie Budhi; geistig wahrnehmen, viel höher, iiberphysisches Hellsehen. Der Mensch wird zu einem Verhältnis zur Welt stehen - dem das Wesen missfallen wird. Das Ich-Bewusstsein gliedert sich an und  erlebt in einer Welt, die eine Empfindungsgrundlage hat, wie es heute seinen inneren Menschen lebt. Er wird sich ausdrücken, der Mensch wird Wort geworden sein. In der sechsten Runde wird das materialisiert werden, was er fühlt, nur sprechen wird er nicht mehr - das Äußere wird abgetrennt sein, deshalb heißt es bei Christus: «Und das Wort ist Fleisch gcworden> Es wird der Mensch der sechsten Runde des Wortes [Lücke in der Mitscbnift] In der fünften Runde wird das Gefühlsleben feste Gestalt. In der sechsten Runde wird seine Umgebung erfüllt sein von seinem Leben. In der siebenten wird er soweit sein, dass er gottähnlich ist. Alle Natur hat in ihm aufgehört. Heute sagt der Mensch Ich. Niemand kann zu einem anderen Ich sagen, nur zu sich selbst kann der Mensch Ich sagen. Die Namennennung aller Wesen ist die Stufe, wo sein Ich erwacht. Mit dem Ich wird die Gottheit ausgesprochen. Er nannte dann seinen Namen Jehovah, das heißt ·unaussprech1ich>. In der siebenten Runde wird er sein wie eine große Ich-Vorstellung - Weltenkomplex mit dem Ich. In der Genesis - die ersten vier Tage sind die vier ersten Runden und die drei folgenden Runden dann auf Jupiter, dann Venus, dann Vulkan. Und das Marsstadium wäre schon jetzt. Jupiter soll gleich Venus sein. Der nächste Planet - fünfte Runde - wird das Marsstadium haben, der siebente darf noch nicht genannt werden, da man sich diesen Zustand nicht vorstellen kann, er wird einstweilen Vulkan genannt. Den fünften Planeten wird der Mensch auf einer Stufe finden, welcher von dem heutigen dadurch unterschieden ist, weil er schöpferisch tätig ist. Imaginärer Bildner, Schöpfer ist er, selbst ein Schöpfer. So entwickelt er sich auf den sieben Runden der Erde. Aber er wird mehr sein [Lücke in der Mitschrift]  Er wird ein Schöpfer sein, magische Bilder werden sein, und die Farbenbilder werden Wirklichkeiten sein. Von der Materie getrennt Bilder schaffend. Das dritte Elementarreich tritt aus dem Menschen heraus, es wird das sein, was die christliche Esoterik <Glorie> nennt. Der sechste Planet wird so sein im vierten Elementarreich. Der Mensch wird imstande sein, nicht nur das Weben der Imagination [Lücke in der Mitscbnift/ Denn während in der fünften Runde der Mensch nur imstande ist, als Schein zu schaffen, wie es heute unsere Sonne tut, wird hingegen auf der sechsten Runde dieses geschaffene Farbenbild ein produktives Wesen sein. Auf der Venus ist heute ein solcher Zustand erreicht, lebend zu schaffen, man kann sich diesen Zustand ja nur ausmalen. Von dem siebenten darf noch nicht gesprochen werden. Wenn der Mensch darauf hinsehen könnte - der Anblick ist so erschütternd, er kann ihn nicht ertragen. Es kann sich nur derjenige solches denken, der ohne physisches Gehirn denken kann.  OSTERN UND DIE THEOSOPHIE Berlin, Karfreitag, 21. April 1905 Alle Feste haben in der Theosophie eine lebendige Bedeutung, welche auch für die materialistische Weltanschauung wiedergewonnen wird. Die Menschen heute haben sich gewöhnt an Konventionelles. Doch können wir erkennen, dass uralte Weisheit die theosophische Weltanschauung genannt hat. Unsere Vorfahren waren mit anderen Gaben ausgestattet, es bestand noch ein lebendiger Zusammenhang mit den Quellen des Daseins, aus denen wir selbst sind und zu denen wir wieder zurückkehren. Das Osterfest hatte eine neue Form bekommen durch das Christentum. Es ist das ehrwürdigste Fest bei allen VÖlkern. Das Osterfest ist aber nicht erst ein Fest seit den Zeiten der Christenheit, sondern es hat schon früher bestanden. Das Ziel, welches angestrebt ist, konnte man in den Mysterien erreichen; das, was zum Bewusstsein kommen sollte, war zusammengesetzt im Auferstehen des Glaubens. Empedokles bezeichnet es mit den Worten: NVenn du den Leib verlassend, dich zum freien Äther schwingst - zum Auferstehungsglauben -, wirst ein unsterblicher Geist du sein, dem Tode entronnen!' [Das, was als gemeinschaftliches Bewusstsein durch die ganze Menschheit geht und in ihren größten Vertretern zum Ausdruck kommt, hat sich zusammengefasst im Christen-, im Auferstehungsglauben.] Am Prägnantesten, am Geheimnisvollsten ist dieses im Osterglauben zu finden in den geheimnisvollen Stätten [der Mysterien. Wo die Sonne die Kraft gewinnt, Sieg gewinnt über alle Hemmnisse der Natur, dorthin muss ich Sie führen. Wir werden hingeführt in die alten Pyramiden] der Ägypter, [in die Stätten der Rishis]. Es hat wirklich keinen bedeutenden Geist gegeben, der nicht den Auferstehungsglauben hatte. Platon, Pythagoras, Giordano Bruno, Nikolaus Cusanus haben geschöpft aus diesem Auferstehungsglauben, das hat  ihnen die Kraft gegeben. Der Sieg des Geistes über die Materie an den Niederungen des Leibes? Das ist der Glaube aus dem Opferkultus alter Mysterien. Die Seele ist die Besiegerin des Leibes. Im Frühling erhält die Sonne neue Kraft, dann trägt sie den Sieg davon über alle Hindernisse in der Natur. Die alten indischen Rishis haben nicht belehrt, sondern sie haben neue Menschen gemacht. Nur derjenige, welcher durch hervorragende Eigenschaften Geist in der Außenwelt bezeugte, wurde zugelassen zum Osterfest. Der Mensch musste Tugend üben, die intellektuellen Kräfte, die Klarheit des Verstandes ausbilden. Er musste so rein werden, sich in der Tugend üben, dass man sagen konnte, er habe sich so vergeistigt. Die da wurden für gut befunden von den Priestern, die wurden zugelassen zum Osterfest, das das Erkenntnis- und Verwandlungsfest der Natur des Menschen ist. Es sollte ihnen vor Augen geführt werden, was mit Mysten geschah. Wir betrachten den Leib des Menschen, nur ein Teil von ihm kann mit Augen wahrgenommen werden. Wir haben aber noch den Ätherleib, der nicht so ganz dem physischen Leib gleicht. Wenn wir den physischen Leib absuggerieren, so ist der Raum ausgefüllt mit dem zweiten Leib, dem Ätherleib, und dem dritten, dem Astralleib, [der wie ein Nebelwirbel den physischen Leib umgibt und durchdringt]. Sie beide umgeben den physischen Leib, und darinnen wohnt als viertes der [das Ich des] Mensch[en]. Betrachten wir den Menschen. Er hat es nur zu tun mit seiner Selbsterkenntnis und seinem Astralleib, der aber geläutert werden kann. - Wenn wir einen unentwickelten Menschen betrachten, so drückt sein Äther- und Astralleib das niedere Leid aus, es durchwühlt ihn. Der Mensch, der sich der moralischen Pflicht bewusst ist, bei dem tritt das Mitgefühl mit den Menschen auf; bei diesem zeigen sich die Farben Grün, Bläulich, Violett, Rötlich. Grün ist die Denktätigkeit. Bläulich-Violett ist ein Zeichen der Hingebung und allen [ähnlichen] Gefühlen. Durch die rote Färbung kennzeichnet sich die Begierde. Orangegelb bedeutet Ehrgeiz. Der Hellseher kann die Stufe erkennen, welche der Mensch erreicht hat. Wenn der unentwickelte Mensch mit der Läuterung sei ner Gedanken anfängt, dann zeigen sich zuckend rote Farbentöne. Durch viele Inkarnationen wird der Mensch in seinem Innern selbst astral, er kultiviert und veredelt sich. Wenn der Mensch der Schöpfer seines Astralkörpers ist, dann hat er über den Tod den Sieg davon getragen. Wenn der Mensch noch nicht Herrscher seines Astralkörpers ist, dann lösen sich der physische und der Astralkörper im Weltennebel auf. Beim Tode wird die Seele wieder aufgelöst im Weltenall. Der Ätherleib löst sich auch auf. - Warum lösen sich die Körper auf? Weil der Mensch noch keine Macht über seine Körper hat. Das, was sich der Mensch erarbeitet hat am Astralkörper, das ist ewig. Was er an Läuterung erfahren hat während des physischen Daseins, das nimmt er mit, und bei der neuen Verkörperung bringt er diese Erfahrungen wiederum mit. Der Ätherleib ist der Träger des Lebens; während des Lebens im Physischen ist der physische Leib Herrscher. Der Herrscher über das Lebensprinzip kann der Mensch so ohne Weiteres nicht werden. Was sich an Gesetzen abspielt am Leib - Blut, Nieren -, von denen weiß der Mensch nichts. Alle diese Prozesse bedingen das Leben. Alle Prozesse des Physischen wirken auf den Ätherleib. Erst wenn der Mensch befreit ist von den Körpern, dann tritt er den Lebensweg an. Anders ist es für den Chela: Welcher eine Verwandlung erfahren hat durch die Mysterien, dessen Ätherleib verschwindet nicht. Der Chela lernt, an seinem Ätherleib zu arbeiten. Wer anfängt, an seinem Ätherleib zu arbeiten, wer die Einweihung erfahren hat, der wird die Herrschaft über seien Ätherleib erringen. Der Mensch muss an seinem Ätherleib ebenso arbeiten, wie vordem an seinem physischen Leib und an seinem Astralkörper. Wenn in den Geheimschulen der Schüler das ·Stirb und Wer& erlebte, dann hat er die Herrschaft über seinen Astralkörper errungen. Der Chela wird den Sieg erringen über den Tod, weil er sich unterworfen hat den Mysterien. Der Chela wird unempfindlich gemacht an seinem physischen Körper- der übt dann keine Herrschaft mehr über den Chela; der KÖrper ist dann weich und biegsam geworden. Es ist ein Symbol, dass der Myste einen neuen Namen bekommt, weil er den höheren Welten angehört. So trat der Myste vor seinen  Mitmenschen als ein Bote, was nun draußen ihm entgegentrat war ein Abbild dessen, was in ihm wogte. Die Sphärenmusik vernahm der Chela mit den Schwingungen des Weltenalls, es war seine eigene Wahrnehmung. Er hatte die Unsterblichkeit erlebt. Drei Tage hatte der Chela an sich zu arbeiten, dann konnte er als ein Bote, ein Prophet vor die Menschen treten. Dann hatte er an sich erfahren das geheimnisvolle Leben, das große Wort des Logos, das geistige Tönen, Klingen und Schwingen des Weltenalls: dWenn du den Leib verlassend, dich zum freien Äther schwingst, wirst ein unsterblicher Geist du sein, dem Tode entronnenb, Empedokles. Solche Mysten hatten während der drei Tage im Särge gelebt vom lebendigen Geist der Unsterblichkeit. Sie hatten den Tod überwunden, weil sie ihren Ätherleib belebt hatten. Nicht umsonst spricht man vom Sonnenhelden, es sind solche, welche ihren Ätherleib beherrschen. Sonnenhelden gibt es in allen Religionsbekenntnissen. Die Sonne, welche wir sehen, ist nur ein Teil der Gesamtsonne. Man spricht von der Sonne als von der ·tönendem, die uns Leben zusendet es ist der Sieg über die Finsternis, der Sieg über die Materie. Wenn der Chela ein Sonnenheld geworden ist, dann sagt er: jch habe die Sonne um Mitternacht glänzen sehen> Er sieht die Sonne durch die feste Materie der Erde. Das ist nicht nur bildlich aufzufassen, die Sonne ist ein Vorbild für den Helden, der seinen Ätherleib beherrschen gelernt hat. Goethes «Faust» I, Prolog im Himmel: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang.» Und in «Faust» II: ·Horchet, horcht dem Sturm der Horen, tönend wird für Geistes-Ohren schon der neue Tag geboren.» Überall, wo Einweihung stattgefunden hat, spricht man von ·TÖnenn Das Wort, welches das Christentum uns gibt: «Selig sind die da glauben, auch wenn sie nicht schauem, will uns die Weise betonen, in welcher der Mensch die Einweihung erlebt hat. Aristides, nachdem er die Einweihung erlebt hatte, sagt: Ach fühle das Nahen der Gottheit, meine Hand hat sie berijhrt.» - Sophokles: «Die Wahrheit der Unsterblichkeit erkennen nur die, die eingeweiht sind.» Wer noch  nicht eingeweiht werden konnte, der hoffte auf das künftige Leben. Es wäre dem Sklaven undenkbar, das Schwere seines Loses zu ertragen, als dass er sich sagen konnte: Heute bin ich ein Sklave, im nächsten Leben werde ich ein KÖnig sein. Allen Menschen ist die Einweihung beschert, aus diesem Bewusstsein heraus bildet sich ein Charakter. Man nennt einen solchen Menschen auch einen <armen Menschen>, weil er das Leben nicht mehr besitzt; das Reich Gottes war in seinem Innern aufgegangen. Selig sollten die sein, die da glauben, auch wenn sie nicht schauen. Dies Wort wird uns klar werden, wenn wir in dem Ostermysterium einen Zeitpunkt erkennen, der vor dem Erscheinen Christi noch nicht da war. Das war, was sich in Damaskus zugetragen hat: Saulus wurde zu Paulus. Wer hätte das erlebt, bevor Christus-jesus da war! Niemand hätte es erleben können - er hätte denn in die Mysterienschulen gehen müssen. Alle Lehren haben dasselbe gelehrt. Aber nicht darauf kommt es an, sondern darauf, dass Christus auf Erden war. [Krishna,] Hermes, Moses, Zarathustra, Buddha und alle anderen [ehrwürdigen Lehrer] konnten von sich sagen «Ich bin der Weg und die Wahrheit> Christus aber konnte sagen «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Lebenn Deshalb ist keine Lehre hinterblieben. Bedeutungsvoll ist, dass Christus gelebt hat. Er war wirklich erschienen. Was den Mysten durchdrang, wenn er den Sieg über den Tod errungen hatte, das war Fleisch geworden. Der Logos war Fleisch geworden und hatte unter uns gelebt - gewohnt. Das Worj, welches sonst nur dem Eingeweihten erklungen, es war Fleisch geworden. Bisher hatten nur die Priester in den Mysterientempeln erlebt. Was später allen Menschen klar werden sollte. Dass Christus lebt, musste sich abspielen in der Welt. Draußen in der Welt, auf dem historischen Plan, hat sich etwas zugetragen, was sich in den Tiefen der Mysterien und Kulte abspielte; das, was der Einzelne nur hatte schauen dürfen, wurde nun Ereignis, welches sich vor aller Augen abspielte. Das Wort, das da erklungen, kannte der Eingeweihte. Was als ein geschichtliches Ereignis sich abspielte, war vorher prophetisch angezeigt. Das Prophetische stimmte mit dem überein,  was sich zugetragen, es war nun ein Beweis der Unsterblichkeit, es war [nicht] nur Glaube. Das Kreuz, welches früher nur der Schüler geschaut hatte, war nun vor aller Augen aufgerichtet. In Saulus entstand der Glaube, ohne dass er in die Mysterienschulen stieg. Es entstand in ihm das, was der Mysterienschiiler sich durch Schulung hatte erringen müssen. Der Simplon-, der St. Gotthard-Durchstich wären nicht möglich gewesen, wenn vorher nicht ein Leibniz, ein Newton gelebt hätten. Alle begrenzen den Glauben mystischer Tatsachen - nun inkarnierte sich die Gottheit selbst. So musste das Leben des ChristusJesus sich als Tatsache abspielen, wenn ein solches Ereignis, welches den Paulus umwandeln sollte, stattfinden konnte. - Deshalb nannte ich mein Buch «I)as Christentum als mystische Tatsachem Das ist der Anblick des Ostergeheimnisses - es ist nicht nur, dass man spricht vom ·schlichten Mann aus Nazareth>, sondern es kommt darauf an, dass Christus Jesus gelebt hat, dass er im Fleisch erschienen ist. Es ist dasselbe, was allen Menschen zugrunde lag, bevor die Menschheit herunterstieg in die Dichtigkeit. Das war der Sündenfall damals, als die Welt gegründet wurde. Dann liegt das Wort zugrunde, was da war, ehe denn die Welt war, und was da sein wird, wenn alle äußere Weisheit zugrundegegangen ist. Paulus spricht zuerst das Wort <Thcosophiä> aus. Fichte sagt: «Stiirzet alle auf mich ihr Felsen und zerstöret mich ..., denn ich bin stärker als ihr, wenn ich meine Bestimmung erfüllem Das war das Erlebnis in den Mysterienschulen, der Myste drang durch die Sinnlichkeit, er erlebte, dass der Logos da war, ehe denn die Welt gegründet war. Er erblickte den tönenden Logos, er erblickte das Leben, er hatte den freien Äther errungen. Was er auflas in den Mysterien, was ihn durchdrang, das war das Wort, welches da war, ehe denn die Welt gegründet war. [Dieser ganzen Welt liegt eben das Wort, der göttliche Logos zugrunde. Dieses Wort war da, ehe die Welt war.] Wenn der Myste unsterblich, so durchheiligt war, da lebte in ihm das Wort. ·Mein Vater hat mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet war ...», «Mir ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erdenm  Zusammensetzung der Sonne und des Mondes. Astralkörper Mondkörper. Der Osterglaube soll uns die Kraft geben, dass wir dem großen Osterfest entgegenleben, welches aus der tiefsten Weisheit herausgeboren ist. Es sind Ereignisse, welche das finstre Dasein besiegen, welche Inhalt haben für alle, die davon durchdrungen werden. Wenn der Mensch bestrahlt ist vom /Lücke in der Mitschrift/ Die Sonne erlangt neue Kraft im Frühling, Wiederbeleber im Menschen, Sieg über den Mondenkörper.  DIE BERGPREDIGT Berlin, 19. Juni 1905 Derjenige, der die Zeichen der Zeit zu deuten weiß, der weiß auch, dass wir in der nächsten Zeit großen Ereignissen entgegengehen. In einer solchen Zeit ist es notwendig, dass man über den Standpunkt des niederen Verstandes hinausgeht. Der Gedanke und die Idee sollen leuchten. Von einem solchen Gesichtspunkt aus wollen wir jetzt ein wichtiges Kapitel der Bibel betrachten - die Bergpredigt. Ohne die Bergpredigt zu kennen, kann man auch das Christentum nicht verstehen. Nicht umsonst steht gerade die Bergpredigt am Anfang des Evangeliums. Aber auch sie ist, wie so vieles andere, nicht nur missverstanden worden, sondern überhaupt nicht gekannt. Diese Unkenntnis eines solch wichtigen Kapitels rührt davon her, dass weder bei Gelehrten noch auf kirchlicher Seite auch nur eine Spur von geistiger Erfassung der tieferen christlichen Wahrheiten zu finden ist. Wenn wir so etwas verstehen wollen wie die Bergpredigt, müssen wir uns darüber klar sein, dass die heutige hausbackene, philiströse Auffassung durchaus nicht dem wahren Christentum entspricht. Eine solche Auffassung, wie sie nicht ein Christ, sondern wohl der Verfechter der sogenannten französischen Staatsmoral haben konnte - l'Ctat c'est mol -, würde niemals die Kraft gehabt haben, die das Christentum hatte - eine solche Kraft, die in einer solchen Weise durch die Jahrhunderte hindurch wirkt, hat nie hausbackene Quellen, sondern sie hat geistig-okkulte Quellen. Und die wollen wir einmal in Bezug auf die Bergpredigt bloßlegen. Dieses Unverständnis der Bibel und der Bergpredigt rührt davon her, dass wir eigentlich gar keine ordentliche Bibelübersetzung haben, dass dabei nicht die elementarsten Bedingungen erfüllt sind. Die Leute können sagen, der Buchstabe ist tot, der Geist aber macht lebendig. - Dabei tut sich jeder etwas darauf zugute, dass er aus einer <phantastischen> Phantasie heraus so etwas auslegen könnte wie die Bergpredigt; doch dabei sind eine Menge Willkürlichkeiten zu fin den. Man muss zuerst den Buchstaben kennen; man muss wissen, was da geschrieben steht, damit man nicht die eigene Banalität des Geistes höher schätzt als den toten Buchstaben. Erst wenn man den Buchstaben verstanden hat, dann kann man sich vermessen, den Geist zu erklären. Es wird sich daher heute darum handeln, zunächst den Buchstaben zu verstehen, und dann diesen Buchstaben im richtigen Geiste zu deuten. Von der theologischen Auffassung der Bergpredigt zu erzählen, ist nicht nötig. Jeder kennt sie aus den gangbaren Predigten. Wir würden nicht weit kommen, wenn wir auch nur einiges aus diesen Predigten verzeichnen wollten. Neben dieser theologischen Auffassung gibt cs noch eine liberale Auffassung, die aus einer philiströsen Ethik und Sittenlehre hervorgeht. Eine solche Auffassung finden Sie in dem Buche «Was lehrte Jesush von Wolfgang Kirchbach. Dieser Schriftsteller, der zwar das Verdienst hat, etwas richtiger übersetzt zu haben, als es in der lutherischen Bibel geschiehL ist so erfüllt von der Höhensichtigkeit seiner Auffassung und so unverständig gegenüber jeder okkulten geistigen Vertiefung, dass Irrtümer auf Irrtümer gehäuft werden können, wenn man sich dem Studium dieser liberalen Bibelauffassung überlassen wollte. Man muss die elementaren Begriffe kennen, welche solch ein Buch wie die Bibel verständlich machen, wenn man tiefer eindringen will in die Sache. Die Bibel ist ein durchaus okkultes Werk. Wenn ich Ihnen nächstens auseinandersetzen werde, welche Tiefen im dreizehnten Kapitel des Johannes-Evangeliums zu finden sind, dann werden Sie noch viel mehr gewahr werden, welch tiefes Buch wir in der Bibel vor uns haben. Es ist durchaus ungehörig, wenn heute diejenigen, die ein paar Begriffe aus der sogenannten liberalen Weltanschauung aufgelesen haben - auch wenn sie Theologen sind - und uns alles mögliche erzählen über solche Sätze, wie sie in der Bergpredigt stehen. Dabei bedenken diese Leute gar nicht, dass sie etwas ganz Hausbackenes haben, wenn sie sich mit ihren Voraussetzungen an diese erhabenen Wahrheiten heranmachen. Sie wissen, dass gewöhnlich der erste Satz der Bergpredigt übersetzt wird:  Selig sind, die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich. [Mt 5,3] Jeder tieferen, sinnigeren Auffassung müssen diejenigen Auseinandersetzungen, die gewöhnlich an diese Sätze der Bergpredigt angeschlossen werden, geradezu ins Gesicht schlagen: Ein dlgemeiner Lohn> würde die Auffassung sein für die, welche geistig arm sind. Und wenn wir die Sätze so an uns herankommen lassen, als ob es sich darum handeln könne, Lohn zu erhalten für die geistige Armut, für die Barmherzigkeit und so weiter, wenn wir glauben, der Stifter der christlichen Religion habe sagen wollen: «Seid barmherzig, so werdet ihr zum Lohne selig werdenb, so müsste er alles Schachern um Lohn selig preisen. Das pfeifen aber die ethischen Spatzen vom Dache, dazu bedarf es keiner ethischen Lehre wie die der Bergpredigt. Solche Lehren wie die der Bergpredigt, die von einem Eingeweihten selbst gegeben worden sind, machen selbst zum Eingeweihten. Schon am Anfang der Bergpredigt wird es hinlänglich angedeutet, dass wir es mit einer okkulten Anweisung zu tun haben. In den meisten okkulten Schriften kommt der Ausdruck vor: <Der Meister führte seine Schüler auf den Berg.> - Das heißt nichts anderes, als über intimste Angelegenheiten zu sprechen, über Wahrheiten, die sich der Alltäglichkeit entziehen. Es ist keine Volkspredigt, die hier gehalten wird. Wer aufmerksam lesen will, kann selbst aus der lutherschen Bibelübersetzung finden, dass es sich nicht um eine Volkspredigt handelt: Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. [Mt 5,1] Im Grundtext heißt es: Er ging von dem Volke weg, abseits von dem Volke und da vertrat er dann die tiefere Lehre, die nur die Eingeweihten, die tiefer mit ihm vereinigt waren, verstehen kÖnnen. Das <Aiifden-Berg-Fiihren' können Sie in allen Mysterienschriften verfolgen. Es heißt: sich dahin zurückziehen, wo man die intimsten Wahrheiten der Seele besprechen kann. Nun, wollen wir uns einmal auf den Standpunkt stellen, dass der Christus Jesus in intimster Weise tiefe Wahrheiten [aussprach], die nicht für die Menge waren, sondern für die Herzen der Eingeweihten,  um ihren Worten Kraft zu verleihen, damit sie hintreten können vor die Menge und ihre Worte wieder tief hineindringen in die Herzen der anderen. Stellen wir uns auf diesen Standpunkt ganz ohne Fanatismus, ganz objektiv, aufgrund derjenigen Lehre, die wir in der ganzen Reihe von Vorträgen in der letzten Zeit gehört haben. Da muss ich zunächst einmal eines wiederholen, das diejenigen, die meine Vorträge über die Astralwelt und über den vierdimensionalen Raum gehört haben, in gewisser Beziehung schon kennen. Wir wollen aber diese wichtigen Wahrheiten noch einmal an unserem Geiste vorüberziehen lassen. Wir haben da gesprochen von dem Betreten einer höheren Welt, in der die Ursachen zu den Wirkungen vorhanden sind, die wir mit den Sinnen gewahren können. In dieser Welt liegt auch unser eigenes höheres Selbst. Das niedere Selbst gehört der Sinnenwelt, der Alltäglichkeit an. Durch diesen Satz wird uns auseinandergesetzt, was wir innerhalb unserer unmittelbarer Arbeit, aber auch innerhalb unseres Zeitalters, unseres Volkes und so weiter zu leisten haben. Auch in dem, was das Christentum die geistige Welt, den &immeb nennt, können wir dasselbe sehen, was die Theosophie die geistige Welt nennt. In diesem Reiche der Himmel ruht auch unser höheres Selbst. Dieses höhere Selbst müssen wir kennenlernen, zu dem müssen wir uns erheben. Und dieses höhere Selbst, wenn wir es kennenlernen, indem wir den Astralraum oder einen noch höheren Raum betreten, stellt uns zunächst die Dinge etwas anders dar, als sie nach den Denkgewohnheiten, nach den Vorstellungen, die wir uns in der gewöhnlichen Welt angeeignet haben, sein können. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, dass man erst lernen muss, wenn man als Okkultist diese höhere Welt eröffnet erhält, die Dinge da zu schauen und in ihrer Wirklichkeit zu erkennen. Ein Beispiel dafür ist, dass man eine Zahl im Spiegelbilde lesen muss, dass man also, wenn man als okkulter Schüler eingeweiht wird in höhere Geheimnisse, und von dem Lehrer der okkulten Geheimnisse, der okkulten Wissenschaft die Zahl 561 gezeigt wird, man sie so zu lesen hat, wie sie der Spiegel zeigt, nämlich 165. Sie wissen auch, dass man eine Kugel oder einen Würfel so sieht, als ob man im Mittelpunkte derselben wäre und nach allen Seiten hin blicken würde.  Nicht von außen, von allen Seiten, sondern von innen. Sie wissen auch, dass die Zeit in dieser höheren Welt umgekehrt verläuft. Wir sind gewohnt, uns die Welt so vorzustellen, wie sie uns durch die Sinne geboten wird. Im Astralraum ist das anders. Wir müssen uns erst daran gewöhnen, das, was wir da umgekehrt sehen, richtig zu erkennen. Wir müssen erst lesen lernen. Auch das Moralische stellt sich in diesen höheren Welten anders dar. Das können Sie am besten erfahren, wenn in einem pathologischen Fall einem Menschen plötzlich der Astralraum geöffnet wird. Es gibt viele Menschen, die sich damit beschäftigen. Dass es viele Menschen gibt, denen plötzlich der astrale Raum eröffnet wird, das kommt daher, dass der Materialismus heute alle Kreise erfasst hat. Das Bedürfnis, den Geist zu schauen, sitzt aber so tief in der menschlichen Seele, dass gerade dann, wenn der Mensch ganz umgeben ist von der materiellen Umwelt, die inneren Sinne geöffnet werden. Dann gerät er aber in den Zustand von Angst und Verzweiflung. Alles, was von uns ausströmt als Triebe, Begierden und Leidenschaften, alles, was auf dem Grunde der menschlichen Seele ruht, sei es niedrig und gemein, aber auch das, was uns erfüllt mit höherem Enthusiasmus, alles das erscheint in Bildern. Ein Spiegelbild des niederen Selbst erscheint im Astralraum. Der Mensch erblickt sein ganzes Inneres wie in einem großen Gemälde. Da bekommt er Furcht; denn es ist keine Kleinigkeit, das zu schauen, was auf dem Grunde der Seele ruht. Diese okkulte Schau spricht eine große, eine furchtbare Wahrheit aus. Und da gibt es kein Bemänteln, kein Verhüllen. Man nennt nicht mit Unrecht deshalb in der indischen Weltanschauung - die nicht die theosophische ist - unsere Sinnenwelt eine Illusion, Maja. Der Mensch täuscht sich oft hinweg über die Qualitäten seines eigenen Innern. Aber das Okkulte findet alles, was in ihm liegt. Es ist das, was dem Okkultisten den innersten Ausdruck im Gesicht gibt, wenn er einmal in diese Welt eingetreten ist. Man spricht von dem Ernst und der Würde, die unzertrennlich sind von einer okkulten Weltauffassung. Sie wissen, da ist nichts von Phantastischem. Die strengsten Prüfungen werden dem Schüler auferlegt. Sie wissen, dass man zuvor den nüchternen Verstand entwickelt,  sodass der Mensch weit über alles Träumerische und Phantastische hinweg ist. Wenn man plötzlich in die astrale Welt hinein kommt, so versteht man sie nicht. Es kann aber pathologisch vorkommen. Aus dieser Charakteristik des Astralraumes, der geistigen Welt, sehen Sie, dass man zunächst die Form eines Spiegelbildes hat. Wie positiv und negativ, wie warm und kalt verhält sich das, was wir in der höheren, geistigen Welt erleben, zu dem, was wir hier in der sinnlichen Welt haben. Das ist kein willkürlicher Zusammenhang, sondern ein notwendiger, wie der eines Naturgesetzes. Jeder Mensch, der den Zusammenhang dieser zwei Welten aus eigener Erfahrung kennt, weiß zu sagen, dass ein Glied in der einen Welt notwendig den entgegengesetzten Pol in der anderen Welt nach sich zieht. Sehnsucht [im Physischen] ist der eine Pol, Erfüllung [im Geistigen] ist der andere Pol. Barmherzigkeit ist der eine Pol, Barmherzigkeit ist auch der andere Pol. Reinheit des Herzens ist der eine Pol, göttliche Schau ist der andere Pol. So könnte ich Ihnen noch eine große Anzahl dieser sogenannten pathologischen Pole anführen, aus denen Sie ersehen könnten, dass alles, was in unserer Seele ruht, im Spiegelbild erscheint in der anderen Welt. Bin ich in diesem niederen Selbst ein Mensch, der bedürftig ist der Wahrheit, der Aufklärung, so habe ich Sehnsucht nach der Wahrheit, und dann spiegelt sich für den okkulten Betrachter diese meine Sehnsucht als eine Erfüllung im höheren Selbst. Was das niedere Selbst ersehnt, zeigt notwendigerweise den Gegenpol in der geistigen Welt an. Ob in diesem oder in einem anderen Leben die Erfüllung kommt, das ist eine andere Frage. Aber was hier Sehnsucht für das niedere Selbst ist, das ist Erfüllung für das höhere Selbst. Und was sich hier aus dem niederen Selbst als Erfüllung hinaufschwingt in das höhere Selbst, das wird Sehnsucht auf der höheren Ebene. Dass dies so ist, das war die tiefe Weisheit, welche der Christus Jesus seinen intimen Schülern vorgetragen hat in der Bergpredigt, in dieser Einweihungspredigt. Wir müssen bei einem Buch, wie die Bibel es ist, die Worte viel genauer nehmen, als das gewöhnlich der Fall ist. <Sclig sein> - was heißt das eigentlich? Leute, die ein okkultes Wissen gehabt haben,  haben das immer gewusst. Und Goethe, der, wie Sie wissen, als einer der richtigen und wahren Okkultisten aufzufassen ist, hat sehr gut gewusst, um was es sich bei diesen Worten handelt. Darum hat er gerade die Erweckung des höheren Selbst, wenn auch nicht im höchsten Sinne des Wortes, im zweiten Teil des «Wilhelm Meister» bei einer Persönlichkeit unter dem Namen <Makarie>, <dic Selige', gezeichnet. Goethe schildert uns das Innenleben dieser <scligen Persönlichkeit> in einer Weise, die er durchaus ernst genommen haben will, obwohl Goethe mit einem gewissen Humor diese Dinge vorgetragen hat. Aber wer bekannt ist mit diesen Dingen, weiß, wie ernst das fünfzehnte Kapitel von «VYilhelm Meisters Wanderjahrem gelesen werden muss. Möchten die Goethe-Gelehrten sich doch nur einmal dazu entschließen, dasjenige ernst zu nehmen, was Goethe an so vielen Stellen recht ernst ausgesprochen hat. Das fünfzehnte Kapitel beginnt wie folgt: Makarie befindet sich zu unserem Sonnensystem in einem Verhältnis, welches man auszusprechen kaum wagen darf. Im Geiste, der Seele, der Einbildungskraft hegt sie, schaut sie cs nicht nur, sondern sie machr gleichsam einen Teil desselben; sie sieht sich in jene himmlischen Kreise mit fortgezogen, aber auf eine ganz eigene Art. Sie wandelt seit ihrer Kindheit um die Sonne, und zwar, wie nun entdeckt ist, in einer Spirale, sich immer mehr vom Mittelpunkt entfernend und nach den äußeren Regionen hin kreisend. Wenn man annehmen darf, dass die Wesen, insofern sie körperlich sind, nach dem Zentrum, insofern sic geistig sind, nach der Peripherie streben, so gehört unsere Freundin zu den geistigsten; sie scheint nur geboren, um sich von dem Irdischen zu entbinden, um die nächsten und fernsten Räume des Daseins zu durchdringen. Diese Eigenschaft, so herrlich sie ist, ward ihr doch seit den frühesten Jahren als eine schwere Aufgabe verliehen. Sie erinnert sich von klein auf ihr innerstes Selbst als von leuchtenden Wesen durchdrungen, von einem Licht erhellt, welchem sogar das hellste Sonnenlicht nichts anhaben konnte. Oft sah sie zwei Sonnen, eine innere nämlich und eine außen am Himmel, zwei Monde, wovon der äußere in seiner Größe bei allen Phasen sich gleich blieb, der innere sich immer mehr und mehr verminderte. Das ist natürlich so gesprochen, wie es exoterisch nicht anders möglich war. Aber jeder Sachkenner weiß, dass Goethe das Okkulte kannte und dass er wusste, was eine <scligc Persönlichkeit' genannt werden konnte, eine Persönlichkeit, die etwas anfangen konnte mit den Worten: inneres, höheres, geistiges Selbst und so weiter. Wenn  wir dieses geistige Selbst aufgeben als das Spiegelbild in der Welt der Spiegelungen, dann zeigt es uns die Gegensätze der polarischen Eigenschaften. So kÖnnen wir uns sagen: Weil unser hÖheres Selbst in den Reichen der Himmel ist, deshalb können wir uns das Leben in den Reichen der Himmel einrichten, weil wir uns das Leben hier zu gestalten vermögen. Nun kommen wir zum Text. Ich habe versucht, die Seligpreisungen richtig zu übersetzen, wort- und sinngemäß. Sie werden sehen, wie diese Übersetzung stimmt. I) Selig sind die Bettler um Geist, denn in ihrem Selbst sind die Königreiche der Himmel. [Mt 5,3] Dieses «Selbst», das steht auch im griechischen Text da. Es steht nicht da «die geistig Armem, sondern «die Bettler um Geist», also die, welche bedürftig sind nach Geist. In dem höheren Selbst findet der Bettler um Geist die Reiche der Himmel auf Erden, [nach denen er sich im niederen Selbst gesehnt hat]. Der Christus Jesus hat auch noch an anderen Stellen von den Reichen der Himmel oder dem Reich Gottes gesprochen. Auch diese Stellen übersetzt man gewöhnlich ganz falsch. Ich möchte sie so übersetzen, wie sie sinngemäß übersetzt werden müssen, wenn man alles heranzieht, was man zwar nicht aus dem Lexikon, aber aus dem Geist und einer tieferen Sachkenntnis herausholen kann. Jesus Christus wurde gefragt von den Pharisäern, wann das Reich Gottes kommt. Da antwortete er: <Es kommt das Reich Gottes nicht in einer [äußeren] Wahrnehmung - und damit ist eine sinnliche Wahrnehmung gemeint. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier! oder: Da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist unter ctich.> Das Reich Gottes ist um uns herum, wirklich genau ebenso wie das Physisch-Sinnliche. Hätten wir keine Augen, so würden wir keine Farben und keine Formen sehen. Hätten wir keine Ohren, so würden wir keine Töne hören. Ebenso ist es für den, dessen höhere, geistige Sinnenwelt aufgegangen ist: Da ist diese Umgebung nicht mehr sinnlich allein, sie ist voll von geistigen Wesenheiten, die um uns herum sind. Den Geist lehrte der Christus Jesus. Deshalb sagt er:  Nicht mit den Augen, mit denen ihr [seht], nicht mit den Ohren, mit denen ihr hört, werdet ihr das Reich Gottes wahrnehmen, sondern mit den Augen und Ohren des Geistes, so wie wir auch das Reich des Devachan sehen. Ob wir ein Reich sehen oder nicht, das hängt davon ab, ob wir Sinnesorgane dafür haben. Dasselbe Reich, das wir Devachan nennen, meint auch der Christus Jesus in der Bergpredigt [mit den Himmeln]. II) Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden in ihrem höheren Selbst die Erde besitzen. [Mt 5,5] Durch die Sanftmut ihres niederen Ich werden sie in ihrem höheren Ich eine Kraft erzeugen, welche diese Erde zum Besitz macht, das heißt, die Kraft, die Erde im Sinne der Menschlichkeit, der Humanität zu gestalten. Nicht durch Zorn, nicht durch wilde Leidenschaften des niederen Selbst, sondern durch die Sanftmut des niederen Selbst werden die gegenpoligen Eigenschaften im höheren Selbst erzeugt, in Kräften, die sich auf der Erde in einem friedlichen Dasein, in einem Reich der Humanität äußern. III) Selig sind die Leidtragenden, denn sie werden in sich selbst Trost finden. [Mt 5,4] Denjenigen, welche geduldig ihr Leid tragen in ihrem niederen Selbst, denen wird ein höheres Selbst aufgehen im Reiche der Himmel, in dem sie Trost finden werden. Das ist die bedeutsame Lehre des Okkultismus, dass im höheren Selbst aufgeht, was im niederen Selbst gesät wird. IV) Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Denn sie werden in sich selbst gesättigt werden. [Mt 5,6] [Aber es besteht hier nicht eine notwendige Verknüpfung. Nicht gemeint ist daher, dass die Seligen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, in sich selbst gesättigt werden.]  Hunger und Durst nach Gerechtigkeit im niederen Selbst ist Stärkung der Gerechtigkeit im höheren Selbst. V) Selig sind die Mitleidigen, denn ihnen wird durch sich selbst auch Mitleid sein. [Mt 5,7] Das heißt, wenn wir verstehen, was unter dem Ausdruck <Mitlcid· gemeint ist, werden wir Sinn für den Zusammenklang der Menschheit haben und diesen Zusammenklang ausstrahlen in die höheren Welten. VI) Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. [Mt 5,8] Das ist ein Ausspruch, der als Grundspruch aller Theosophie und alles Okkultismus gelten könnte. Derjenige, welcher nicht rein im Herzen ist, der Vorurteile intellektueller oder moralischer Art hat, der ist wie einer, dessen Auge oder Kristall-Linse durchdrungen ist von falschen Kräften. Wer indessen ein reines Herz hat, der wird aussenden die Strahlen des reinen Herzens, der wird Gott schauen. Sie sehen wieder die zwei Pole. [Wie sich die Sehkraft des Auges nur entwickeln kann, wenn die Kristall-Linse rein ist.] Wie nur bei reiner Sehkraft die äußere Welt bewusst werden kann, so kann auch nur dem reinen Herzen Gott bewusst werden. VII) Selig sind die Friedenstiftenden, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. [Mt 5,9] Sie wissen, wir haben in den letzten Vorträgen die erhabene Zukunft des Christentums geschildert. Daraus ist klar geworden, dass das Christentum die Christus-kraft der Zukunft hat, dass es immer reiner und größer und edler werden wird, und dass dann dasjenige, was dieses Christentum in die Völker der Erde ausgießen wird, Friede sein wird. Dieser Friede kann nur Gott werden, wenn von dem niederen Selbst aus die Friedfertigkeit hinaufschlägt nach der  Höhe. Die Menschen, die sich vorbereiten durch die Friedfertigkeit, sie werden zu dem höheren Selbst aufsteigen und als solche «Kinder Gottes» genannt werden. VIII) Selig sind die, welche man um der Gerechtigkeit willen verfolgt, denn in ihnen selbst wird das [Reich] des Himmels sein. [Mt 5,10] Verfolgung bedeutet Zuflucht, das ist ein Gegenpol. Werde ich heute verfolgt im niederen Selbst, so werde ich Zuflucht finden in dem höheren, denn das ist der andere Gegenpol. So hat man im theosophischen Sinne diese erhabenen Wahrheiten zu lesen. Es ist heute notwendig, dieses Wesentliche der Bergpredigt zu betonen aus dem Grunde, weil wir in einer Zeit leben, in der wieder ein Kern der Menschheit auf dieses höhere Selbst, auf dieses Reich der Himmel aufmerksam gemacht werden muss, um ihm bewusst zustreben zu können. Ein Teil der Menschheit muss wieder zu echten, wahren Christen werden. Sie wissen, man nennt oft mit dem missverstandenen Goethe Selbstlosigkeit die Überwindung des Sonderseins. In Wahrheit ist es aber die Aufsperrung des geistigen Selbst. Diejenigen, welche meine Wagner-Vorträge gehört haben, wissen, was wir in der Theosophie den hebräischen Geist nennen. Sie werden auch wissen, dass vom okkulten Gesichtspunkte aus, vom Gesichtspunkte der Geheimlehre aus, dieser hebräische Geist zu den bedeutenden gehört. So wahr dies ist, ebenso wahr ist es auch, dass nur dann die Zukunft eine geistige Menschheit bringen kann, wenn der ganz reine, freie, christliche Geist wiedergefunden wird. Wir brauchen die ursprüngliche Kraft, denn das hÖhere Selbst muss aus etwas Ursprünglichem heraus kommen. Halten Sie sich einmal vor Augen, was geschehen ist. Gewöhnlich betrachtet man die Seiten der Weltgeschichte gar nicht tief genug. Es ist richtig- denn alles Geschichtliche ist notwendig -, dass in den verflossenen Zeiten auch die Welle des Materialismus hochgestiegen ist, dass der Geist heraufgekommen ist, der sich bloß auf die äußere Sinneswelt beschränkt. Dieser Geist ist der Geist des Materialismus. Aber dieser Materialismus hat seine  Bedeutung für die Menschheit verloren. Für den Einsichtigen ist der Materialismus heute ein Götzendienst; für den Einsichtigen ist es so, dass der Spiritualismus den Materialismus ablösen muss. Wenn wir die Sache so betrachten, dann werden wir sehen, dass in gewisser Weise schon das Gefäß da ist für den Geist, der hineingegossen werden soll. Wir brauchen nur ins Auge zu fassen, was ich einmal die <nördliche Strömung> und die <südlichc Strömung> in unserem Kulturleben genannt habe, die von Osten nach Westen gehen. Die eine ist die, welche die indisch-persisch-germanische Kulturströmung genannt wird. Die andere ist jene Strömung, welche über die chaldäischen, babylonischen, ägyptischen und südeuropäischen griechisch-römischen Länder geht. Diese zwei Strömungen müssen wir unterscheiden. Dem okkulten Beobachter stellen sie sich ganz klar dar, sodass die eine, die über Spanien herüberkommt und dem Mittelalter den letzten Einschlag gegeben hat, abgelöst werden muss von der Sanskrit-persischen-germanischen Strömung. Die sechste Unterrasse wird ganz beherrscht sein von der nördlichen Strömung. Wir können aber das, was wir erreichen sollen, nur erreichen als selbstbewusste Wesenheiten, wenn wir es also bewusst erkennen. Die Theosophen sind ja am wenigsten diejenigen, welche sagen, dass das, was geschehen soll, schon von selbst geschehen wird, denn der Mensch muss es herbeiführen. Daher müssen wir uns vertiefen in das, welche Aufgabe uns die Weltgeschichte stellt. Wir müssen erkennen, was im Niedergänge ist und was im Aufgänge isL was im Aufgänge der Sonne steht. Karma ist kein fatalistisches Naturbuch. Wir müssen erkennen, was es heißt, im Sinne des Christentums in die Zukunft zu wirken. Das Gefäß ist uns noch übergeben aus der Vergangenheit. Aber ebenso wenig wie aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasser wird, wenn es der Chemiker nicht mischt, [wird Karma nicht neues Karma erzeugen], wenn der Mensch nicht handelt. Das niedere, persönliche Ich hat eine große Rolle gespielt in der materialistischen Epoche, die eben abgelaufen ist. Aus diesem Element heraus wird sich das Höhere der Menschheit erheben und sich dann zeigen in seiner Glorie.  Ich sagte, die Menschen betrachten nicht tief genug die Zeitgeschichte; wir haben das mit dem Materialismus verlernt. Aber der Materialismus hat seinen äußersten Punkt erreicht. Wenn Sie im Kleinen beobachten können, so werden Sie das sehen. Nur einige kleine Symptome mÖchte ich dafür angeben; sie sind für den, der in die Zusammenhänge tiefer hineinzusehen vermag, ausschlaggebend. Als ich einige Stunden vor dem Vortrag in einer Zeitung über den abgegangenen [ungarischen] Minister Stephan [Tisza] las, da las ich auch einen Satz in einem Leitartikel der «Neuen Freien Presse» in Wien, der eine tiefe Ironie über unsere ganze Zeit ausspricht. Wenn es möglich ist, dass Denkgewohnheiten eines Menschen sind, dass er solche Sätze hinzuschreiben wagt, dann ist dieses Innere des Menschen schal. Der Satz heißt ungefähr: «VVas ich aus diesem Menschen zu seiner Zeit herausgehört habe, da niemand wissen konnte, dass mit seinem Sturz eine Entwicklung zu Ende war, das ist der vollständige Ernst seiner Zidem - Es ist also möglich, dass eines großen Staatsmannes Ziele nicht ernst sind. Die Zeit ist also da, in der man den Menschen schon einen Großen nennt, der ernsthafte Ziele hat. Der Materialismus musste da sein; er hat unsere Naturwissenschaft, unsere ganze äußere Kultur geschaffen. Wir wollen auch zugeben, dass die auf das Sinnliche gerichtete Denkweise unsere Industrie und Technik hervorgebracht hat. Aber es ist jetzt wieder die Zeit des Aufstieges. Über die niedere Persönlichkeit hinaus muss der Mensch dringen zu dem, was das höhere Selbst im Sinne der Bergpredigt ist. Den Zusammenhang der niederen und höheren 'Welt muss er also kennen. Er muss über den Geist der fünften Wurzelrasse hinauskommen. Auch in der Schalheit ist viel UnpersÖnliches. Das hat sich auch auf eine unpersönliche, naturnotwendige Art vollzogen. Es liegt einem Theosophen vollständig fern, anders als objektiv die Dinge anzuschauen. Daher soll auch das, was ich jetzt sagen werde, objektiv gemeint sein. Keine Persönlichkeit soll verunglimpft werden. Es handelt sich mit diesen Persönlichkeiten um ein Symptom des Materialismus, der sich selbst eigentlich schon überwunden hat. Zwei Menschen [der Familie Rothschild] sind in der letzten Zeit kurz hintereinander gestorben. Es wäre heute nicht mehr möglich,  dass jenes Symbol, welches für das Rothschildsche Welthaus das maßgebende war- es ist ein Fiinfpfeil - Bedeutung gewinnen könnte. Dieser Fünfpfeil - was bedeutet er? Er bedeutet, dass bis vor einiger Zeit des verflossenen neunzehnten Jahrhunderts dieses Welthaus an fünf verschiedenen Orten Europas, dass dessen Geist an diesen fünf Orten zusammenwirkte. Das rein persönliche Selbst wirkte da, und es wirkte viel mehr die letzte Zeit aufbauend als irgendjemand, der nur äußerlich die Geschichte kennt, ahnt, der auch etwas sagen kann von dem, was verborgen ist hinter der Achtbarkeit mancher Bankhäuser, der weiß, welche Herrschaft ausgegangen ist von diesem materialistischen Geist, dass er auf unserem Staate gelastet hat und dass unsere Staatsgeschichte nicht mehr verstanden werden kann ohne Berücksichtigung dieses materialistischen Geistes. Hier ein bedeutsames Charakteristikum: Rothschild bekam einmal Besuch von einem Staatsmann. Er saß an seinem Schreibtisch, bemerkte den Besuch, schrieb aber weiter. Als das einige Zeit lang dauerte, da sagte der Staatsmann: «Ich bin Graf Soundso> - Darauf antwortete Rothschild: «Bitte setzen Sie sich, nehmen Sie sich einen Stuhl.» - Der Staatsmann war ganz verblüfft und wiederholte noch einmal: Ach bin Graf Soundso und komme im Auftrag des KÖnigs.» - Und darauf antwortete Rothschild: «Bitte nehmen Sie zwei Stijhle.» Dieses fünfblättrige Kleeblatt [der Rothschilds] hatte einen so gewaltigen Einfluss bekommen. Der Materialismus aber ist jetzt unpersönlich geworden; er ist mächtiger noch, als solche fünf Einzelpersönlichkeiten heute sind. Vor der unpersönlichen Aktie, wenn sie sich zusammenschließt, wären selbst diese PersÖnlichkeiten machtlos. Die unpersönliche Aktie, wie sie heute die Welt beherrscht, ist das äußere Symbol unserer ganz äußerlich gewordenen Welt. International, kosmopolitisch stark, ohne jede individuelle Kraft, ist heute der unpersönliche, materialistische Geist. Ihn besiegen wird nur der höher geartete, spirituelle Geist, der dann aus den Menschen strömen wird, wenn diese Menschen ihr höheres Selbst gefunden haben. Wenn sich nicht die theosophische Bewegung erweisen sollte als eine solche, die den Kernpunkt von Menschen erzieht, dann könnte  noch manches sehr BÖsartige im Gefolge kommen. Die Theosophische Gesellschaft ist geschaffen worden aus der Notwendigkeit unserer Zeit heraus, und jeder, der nur dadurch mitwirkt, welcher sich hie und da einmal einen theosophischen Vortrag anhört, um sich zu durchdringen mit den theosophischen Gedanken und ihn im kleinsten Kreise reproduziert -, der trägt wirklich etwas bei zu einer Erhöhung der menschlichen Spiritualität. Nur derjenige, der keine Ahnung hat von den Aufgaben unserer Zeit oder dem die Aufgaben unser Zeit vÖllig gleichgültig sind, könnte vorübergehen an dem theosophischen Geist, an der theosophischen Gesinnung. Tiefernst müssen wir das Christentum erfassen. Paulus ist der erste gewesen, der das Wort Theosophie gebraucht hat. Er hat es schon in unserem Sinne gebraucht. Worauf es ankommt, ist: hinauszuwachsen über den heute so viel verbreiteten sogenannten Geist des Liberalismus - der nichts anderes ist als der Chorgeist des Egoismus -, hinauszuwachsen über ihn in den Gemeinschaftsgeist aus heller, lichter Erkenntnis, nicht aus dem bloßen Gefühl heraus - denn das ist nicht das echte. So müssen wir die Theosophie auffassen und leben. Dann wird sich uns zeigen, dass wir jedes Wort in einem neuen Licht, in einem neuen Glänze sehen werden. Lassen Sie sich nicht irreführen von denen, die von der Theosophie sprechen als von einem Neubuddhismus>, die so davon sprechen, als ob sie eine ganz neue Weltanschauung nach Europa hineintrage. Ein echter Theosoph wird die Wahrheit da suchen, wo sie in der Wurzel des Volkstums zu finden ist. Deshalb habe ich mich auch bemüht, [in meinem Buche «Theosophie»] die indischen Ausdrücke durch gute deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Das haben viele missverstanden. Das ist aber nicht so gemeint, wie Sie es auffassen. Der wahre Theosoph sagt nicht: «Ich bringe jedem etwas Fremdes», sondern er sagt sich: «jeder Mensch und jedes volk ist aus dem Geist geboren, und erkennen wir den Geist, so erkennen wir auch die tiefste Seele des Volkes> So haben die großen Lehrer der Weltreligionen gewirkt. Der Buddha ist nicht hingegangen und hat seine Schüler in Indien etwas gelehrt, was in Europa heimisch war. Alle haben sie aus derselben Quelle, der Gottweisheit heraus geschöpft; aber jeder hat die Weis heit so vorgetragen, wie es sich seinem Volke geziemt hat. Vereint sind die großen Weisen in der weißen Bruderloge. Ein jeder spricht aber in der Sprache seines Volkes, seines Zeitalters und seiner Bildung, sodass ihn die Menschen verstehen können. So ist auch der Christus unter die Menschen getreten. Nicht eine Weisheit predigte er, die aus einer anderen Substanz genommen war. Nehmen wir diesen Geist, dann werden wir wieder den spirituellen Geist finden. Wir werden finden, dass es sich uns nicht ziemt, beim Alten stehenzubleiben und dass wir auch nicht in den materialistischen Geist verfallen sollen. Wir sollen uns erfüllen mit vom Materialismus freien Seelen, die zu dem höheren Selbst hinaufführen. Dann werden wir den inneren Sinn etwas fühlen, was in der Bergpredigt mit «selig» gemeint ist. Werden wir so Bettler um Geist, dann werden wir in der Zukunft teilhaftig werden der Reiche im Himmel.  ÜBER DAS JOHANNES-EVANGELIUM Berlin, 26. Juni 1905 Da es heute das letzte Mal ist, dass wir uns vor den Ferien sehen, so möchte ich heute gerne kurz einen Gegenstand besprechen, welcher wahrhaftig richtig geeignet ist, dem Menschen Nahrung für die Ferienzeit zu geben. Worauf wir heute einige Blicke werfen wollen, das soll der Geist des Johannes-Evangeliums sein. Dieses Evangelium wird heute von den gelehrten Theologen als dasjenige angesehen, das für die religiöse Bildung des Menschen die geringste Bedeutung haben soll. Man nennt die drei ersten Evangelien die drei synoptischen Evangelien und man ist der Anschauung, dass diese drei Evangelisten bis zu einem gewissen Grade treu über das berichten, was sich zwischen den Jahren 3 und 33 in Palästina abgespielt habe. Dagegen sind die heutigen Theologen der Meinung, dass das Johannes-Evangelium eine Art Dichtung sei und nicht eigentlich Tatsachen bringe. Sie stellen es in die Ecke und betrachten es als eine An von inbrünstigem Bekenntnis seines Verfassers, aber sie wollen sich nicht danach richten. Wir wollen nun versuchen, ein wenig in die Bedeutung und die Kraft diesesJohannes-Evangeliums einzudringen. Für den, dem es die Hauptsache ist, in den Geist des Christentums und in die Aufgaben unserer nächsten Zukunft einzudringen, für den ist das JohannesEvangelium das wichtigste, und nur einem Missverständnis unserer Zeit ist es zuzuschreiben, dass das Johannes-Evangelium heute in die Ecke gestellt wird. Die Mystiker wussten, dass das Johannes-Evangelium ein Buch des Lebens ist. Schon einmal habe ich etwas Ähnliches erwähnt. Wer das Johannes-Evangelium vom dreizehnten Kapitel an liest, der liest nicht nur ein Buch, der lässt nicht nur die Kunde von gewissen Tatsachen in sich einfließen, sondern ein jeder Satz ist eine Quelle von okkulten Kräften. Und wenn wir dieses Evangelium von dort ab lesen, dann erzeugen wir in uns selbst spirituelle Kräfte, dann werden wir andere Menschen. Nicht darauf kommt es an, dass wir  die Sätze auswendig können, sondern dass wir ihren Sinn erleben, dass wir eins damit werden. Der Okkultist sagt: Ein jeder Satz vom dreizehnten Kapitel ab ist so für dich geschrieben, dass er zunächst ein inneres menschliches Erlebnis bedeutet. Es geht in uns etwas vor, wenn wir uns ganz darin vertiefen und den Zaubersinn der Worte auf uns wirken lassen. Es leuchten Dinge in uns auf, die wir vorher nicht gekannt haben, und dadurch begreifen wir unsere Aufgabe für die nächste Zukunft. Schon in unseren letzten Stunden habe ich gesagt, dass wir vor einer bedeutungsvollen Aufgabe stehen, dass wir unserer Aufgabe nur dann gewachsen sein können, wenn wir sie im Geistigen erfassen, wenn wir überhaupt den Geist unserer Zeit in uns aufgenommen haben, und dieser Geist ist überhaupt der Geist des wahren, echten Christentums. Worauf ist denn die Kultur in den letzten Jahrzehnten hingesteuert? Auf den äußeren Besitz, auf eine solche Einrichtung der äußeren, materiellen Welt, dass diese äußere Welt möglichst behaglich ist, möglichst die äußeren, sinnlichen Bedürfnisse befriedigt. Auch die höchsten geistigen Fortschritte haben nur dazu gedient, das Sinnenleben behaglich zu machen. Ebenso haben alle unsere Erfindungen, alle unsere Fortschritte in der Technik, die Anstrengungen unserer größten Denker und so weiter uns nur Mittel geliefert, um dasjenige zu befriedigen, was die Bedürfnisse unserer Sinne sind. Das Tier geht auf die Weide und nährt sich, und der Mensch hat in den letzten Jahrhunderten seine Vernunft angestrengt, um schließlich auch nur dieselben Bedürfnisse zu befriedigen. Versenken wir uns einmal ganz da hinein: Welche Geisteskraft gehört dazu, um die Eisenbahn, das Telefon, die Dampfmaschine und so weiter zu erfinden; und wir verwenden sie, um unsere Nahrungsbedürfnisse zu befriedigen. [Wir sprechen durch das Telefon, wir fahren mit der Eisenbahn nach den fernsten Gegenden der Erde. Und wozu? Weshalb telefonieren wir und weshalb fahren wir mit der Eisenbahn? Wir telefonieren, um irgendeine Menge Getreide zu bekommen, wir fahren mit der Eisenbahn, um Dinge, die rein sinnlichen Bedürfnissen dienen, zu erhalten.] Letzten Endes gebrauchen wir die Mittel unserer Kultur,  damit die Menschen ihre rein sinnlich-materiellen Bedürfnisse stillen können. Es ist so, als wenn in raffiniertester Weise das Tierreich in uns seine sinnlichen Bedürfnisse befriedigen will. In urfernen Zeiten der Vergangenheit war das anders. Da verschafften sich jene primitiven Menschen in der allereinfachsten Weise das Nötige für ihr materielles Dasein, während dagegen aber die spirituellen Bedürfnisse des Menschen im Vordergrund standen. Das alles ist, was das materielle Leben betrifft, heute raffinierter geworden. Eingesponnen hat sich der Mensch in ein Netz des Verstandes und der Vernunft, um nur dem äußeren Leben Genüge zu verschaffen. Aber in jener Zeit, zu der wir den Blick zurückwenden, stand eine hohe spirituelle Bewegung im Mittelpunkt des Lebens. Die Menschen waren einfach, aber es zeigt sich uns eine hohe geistige Kultur. Innerhalb jener Volksmassen gab es Stätten, in denen hochentwickelte spirituelle Wesenheiten sich in den Besitz hoher geistiger Kräfte setzten, mit denen sie eine geistige Kultur bewirkten. Ein Strom spirituellen Lebens ging von diesen Mysterienstätten aus. [In einfachen Fabeln und Märchen erzählten die Mysterienpriester der großen Menge von ihren Weisheiten.] Märchen erzählte der alte Dmidenpriester, die uns sehr elementar vorkommen können, die aber aus tiefster, spiritueller Einsicht hervorgegangen sind. [Aber sie sind nicht, wie unsere phantastischen Gelehrten glauben, von dem kindlichen Geist der Volksphantasie geschaffen, sondern sie sind hervorgegangen aus tiefer spiritueller Erkenntnis.] Die Kobolde, Undinen, Nixen, die heute für Aberglauben und Phantasie gehalten werden, entstammten dem lebendigen Verkehr mit den höchsten geistigen Wesenheiten, die andere Plane bewohnten. Denn wir sind von geistigen Welten umgeben. Die astrale Welt ist aber überall, sie ist ebenso [belebt und ebenso] farbig und tönend wie unsere [physische] Welt, [nein, sie ist sogar viel tönender und viel farbiger]. Das alles tritt vor den vorgeschrittenen Menschen, [dem die Chakrams geöffnet sind; er sieht eine neue Welt, etwa so wie derjenige, der vorher blind oder taub gewesen ist und dann durch irgendeinen Umstand sehend oder hörend wurde]. Besonders lernt er eine ganze Reihe neuer Wesenheiten kennen, die auf dem physischen Plan  nicht sichtbar werden können, weil sie bis zu diesem Stoff nicht kommen können, sondern weil sie im Astralstoff ihre Körperlichkeit haben. Aus dem Verkehr mit diesen höheren Wesenheiten stammen die Sagen und Märchen. Die spirituellen Kräfte wirkten in unserem heutigen Sinne damals Wunder. Die primitiven Zustände, von denen die Naturforscher uns erzählen, sind nicht richtig. Ihre materiellen Bedürfnisse befriedigten diese Menschen in der einfachsten Weise, aber dagegen nahmen sie Teil an dem spirituellen Leben jener höheren Persönlichkeiten. [Ihre Staats- und Geschlechterverbände waren durchdrungen von der spirituellen Kraft der geistigen Wesenheiten.] Ein Ameisenhaufen [oder ein Bienenstock] ist viel vernünftiger eingerichtet als mancher heutige Staat. Wo ist aber für ein heutiges Staatswesen in diesem Sinne der Leiter? Hinter all jenen Staaten früher aber stand die Intelligenz, und jene Individualitäten, von denen hier die Rede ist, beherrschten mit ihren spirituellen Einsichten alles, was um sie herum war. Das äußere Leben war einfach und primitiv, dahinter aber stand ein spirituelles Leben. So ist die Welt der sinnbildliche Abdruck eines höheren geistigen Lebens. Auch heute leben die, die im Besitz der höheren geistigen Kräfte sind, die in die höheren Welten hineinschauen, die Rat pflegen können mit Wesen höherer Welten. Aber es ist ihre Bestimmung geworden, dass sie eine Weile zurücktreten mussten, dass sie sich im Hintergrund halten mussten. Im Laufe der letzten Jahrtausende ist die Welle des Materialismus immer höher und die Welle des Spirituellen immer mehr hinuntergestiegen. So leben sie heute im Verborgenen, diese Meister [der Weisheit und] des Zusammenklanges der Empfindungen, und so wissen nur diejenigen von ihnen, die durch besondere Schulung sich den Zugang zu ihnen eröffnen. Seit zwei Jahrtausenden hat eine andere Kraft die Menschheit geführt; aber diese Kraft hat heute erst das erste Kapitel hier auf der Erde entwickelt: Das ist das Christentum. Das Christentum hat die Aufgabe, zunächst den Menschen, der den materiellen Plan betreten sollte, bewusst zu führen. Wir müssen  noch immer die Vergleiche aus den Tierstaaten herholen, wenn wir wissen wollen, wie unsere Vorfahren von den geistigen Wesenheiten geführt wurden. Wir wollen noch einmal ein Bild gebrauchen, das einem den ganzen Umschlag klar machen kann. An den ägyptischen Pyramiden arbeitete ein Heer von Sklaven, und zwar in einer Weise, von der der Mensch sich heute keine Ahnung machen kÖnnte. Aber ein jeder hatte ein Bewusstsein: «jjieses Leben ist eines unserer vielen - aber viele werde ich auf dieser Erde leben; und so wie der, der heute befiehlt, wo ich Sklave bin, so werde ich auch einstmals befehlen.» - So ward ihnen das Leben erträglich. Sie wussten, wenn sie jetzt leiden, dann hatten sie den Grund dazu in früheren Leben gelegt. Sie wussten, dass sie hier auf der Erde Besucher sind. Das machte ein ganz anderes Kulturbewusstsein aus. Aber so durfte es nicht bleiben, denn die Menschen haben eine ganz andere Aufgabe. Wir sollen nicht bloße Besucher sein, wir sollen die Erde so umgestalten, dass alles Materielle immer geistiger wird, wir sollen den Geist in die Erde hineinarbeiten. Alles, was wir der Erde tun, haben wir dem Gotte getan, ganz gleich, was wir fertig bringen, alle sind Glieder einer großen Kette. Wir sind die Boten der Gottheit, und die Erde muss einst zu einem goldenen Zeitalter, zu einem Paradies werden; die Menschen müssen als frei schaffende Wesen die Erde umgestalten. Dazu musste der Mensch auf der Erde vorbereitet werden, indem er zunächst den Blick auf zum Himmel richtete. Aber dann musste eine Zeit kommen, wo der Mensch die Wichtigkeit des Materiellen einsah - einsah, dass jeder Handgriff wichtig ist. Alles, was scheinbar nichtig ist, wird auf anderen Planen einstmals wichtig werden. Eine Erziehung sollte das Christentum werden: zunächst den Blick von dem Spirituellen ablenken. Den Dingen auf der Erde sollte eine solche Wichtigkeit beigelegt werden, dass der Mensch zweier Jahrtausende gar nicht an das Spirituelle denken sollte. So gab es ein Zeitalter, in dem das Spirituelle zurücktrat. Den Zusammenhang mit dem Spirituellen hatten die Menschen vergessen, aber dafür sollte ihnen auch ein Bewusstsein bleiben davon. [Deshalb ist der Christus Jesus erschienen, damit sie es ertragen können durch zwei Jahrtau sende, das Leben im Irdischen zu führen.] Deshalb ist der Christus auf die Erde gekommen; daher hat er auch in der Verklärungsszene seinen Jüngern den Auftrag gegeben, von der Wiederverkörperung nichts zu sagen. Der Christus sagte dabei: Der Elias ist wiedergekommen, und die Menschen haben ihn nicht erkannt. Da legte er ihnen die Wiederverkörperungslehre klar; sie sollten aber nichts davon sagen, als bis er wieder erschienen sei. [Die Wiederverkörperungslehre ist eine echt christliche Lehre. Petrus, Jakobus und Johannes wählte er aus, um die Verklärung mitzuerleben. Die Zeitunterschiede verschwinden, Moses und Elias werden sichtbar. Aus der Frage der Jünger: Was sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse vorher wiederkommen? - geht hervor, dass man von der Wiederverkörperungslehre wusste. Da sprach sich Jesus so aus: Elias ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt. Er legte ihnen die Wiederverkörperung dar, aber er sagte: Saget niemand etwas davon, bis ich wieder erschienen bin. Das Wiedererscheinen bezieht sich auf unser eigenes Zeitalter.] Seit zwei Jahrtausenden haben die Menschen sich immer mehr in die materielle Welt hineingelebt - der Christus war ihr Führer. Aber nunmehr ist die Menschheit berufen, den Christus wieder in sich zu erleben. Der Okkultist weiß von der Wahrheit: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Zeit. [Mt 28,20] Damit sind immer das Ende einer laufenden und der Aufgang einer neuen Zeit gemeint. [Christus war in den sogenannten gemeinsamen AstralkÖrper der Menschen erhöht. Die Zeit wird kommen, wo er wieder da sein wird, die Zeit wird kommen, wo jeder, wenn auch in anderer Weise, wissen wird, dass der Christus ätherisch wiedererscheinen wird.] Es wird die Zeit kommen, wo ein jeder in ganz anderem Lichte wissen wird, was der Christus eigentlich ist. In Glorie wird der Christus auf der Erde wiedererscheinen, und dann wird das zweite Kapitel des Christentums beginnen. Das ·neue Evangelium> wird dann beginnen -, das meue' Evangelium ist dasJohannes-Evangelium.  Ein richtiges Verständnis des alten Evangeliums ist das JohannesEvangelium. Durch die materialistische Wissenschaft kam die Sache auf von dem <schlichten Mann aus Nazarethm Es kam den Theologen darauf an, in rein materialistischer Weise die Geschehnisse in Palästina nach ihrem Standpunkt des Liberalismus zu deuten. Der Materialismus war eine notwendige Erscheinung; aber vielfach wird er missverstanden, und auch die Theologie wurde von diesem Missverständnis ergriffen. [Auch die Schule Harnacks betont, dass es auf das Geschichtliche ankomme. Purer Materialismus ist es. Wir bekämpfen sie nicht, denn wir wissen, dass sie notwendig ist. Der materialistische Unverstand hat eben auch die Theologen ergriffen. Und di;ser materialistische Unverstand wird jetzt an den Universitäten und an den Schulen gelehrt. Sie spotten ihrer selbst und wissen und merken es nicht.] Ein neues Verständnis für das Christentum wird erwachen, und bewusst muss der Mensch dem entgegengehen - eine lichtvolle Kultur, in der nicht Gewalt drohen wird, in der der Geist der Eingeweihten über die Seelen hin fluten und ein anderes Zeitalter bringen wird. Nicht nur geistig und psychisch werden wir auf dieses Zeitalter hingeführt, nicht in Lethargie können wir verharren; der letzte Augenblick steht vor uns. Die Weltgeschichte steht im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Heute gibt es eine Krankheit, die die Krankheit der Krankheiten ist - <Ncwosität> nennen wir sie. Die hat die frühere Zeit in dieser Weise nicht gekannt. Wenn dem jungen Bewusstsein unseres Zeitalters nichts anderes wird sagen können, wie groß die materialistische Gefahr ist, das Nervöse sollte es den Menschen sagen. Noch vor einem Jahrhundert war <i1cwös> der, der seine Muskeln gebrauchen konnte. Nun ist eine neue Sache aufgetreten: eine Empfindlichkeit, die bis an die äußeren Sinne geht - bis dahin hat uns der Materialismus getrieben. Materielles in der äußeren Welt hat sein Gegenbild im Nervösen, und so wie das Streben im Materiellen um sich greifen wird, in demselben Maße werden die Menschen ihre Nerven weiter ruinieren.  Der jetzt in Wien verstorbene Baron Rothschild war eine Signatur für dieses Beispiel. Zwanzig Millionen hat er hinterlassen für eine Stiftung zugunsten nervenkranker Menschen. Er hat dieses Vermögen zusammengerafft als kranker Mann sein Leben lang. Mit ruinierten Nerven trat er sein Leben an, und so ging er auch davon hinaus. Es ist nicht zu trennen: Das Jagen und Hasten und bloße Denken an das Materielle mit dem Zusammenbruch des Nervensystems. Zur Pflege nervöser Menschen sollen die zwanzig Millionen sein - eine Signatur für die Ruinierung des Nervensystems. - Jene tiefe Verwandtschaft zwischen dem Spirituellen und dem äußeren physischen Leben kennt der Okkultist - das kennt aber noch nicht der heutige Mensch. Besonders im Materiellen leben die heutigen Ärzte. Aber wir wissen, dass die Wahrheit an den Tag kommen wird. Wollen wir nicht dass die materielle Gesinnung die Menschen auch physisch ruiniert, so müssen wir das spirituelle Leben auch wieder ergreifen. Alk, die das nicht einsehen, sagen: Hinter uns die Sündflut! Es wird sich rächen, dass viele heute nichts mehr wissen wollen von einem Eindringen in die Tiefen der mystischen Schriften des Christentums. Ein anderes Morgenrot leuchtete in unserer Zeit, wenn die christlichen Kirchen besser verstünden, was das Christentum ist. Mit gewaltigen Hieroglyphen ist in das Bibelbuch auch unser Zeitalter eingetragen: Wer verrät den Christus Jesus? Derjenige, der die dreißig Silberlinge hat, der den materiellen Besitz darstellt. Am Anfang der christlichen Ära ist der göttliche Geist hinuntergestiegen. Heruntergestiegen ist der christliche Geist, um auch das irdische Tal zu heiligen, und wer nicht daran denkt, dass er mitberufen ist, ein anderes Zeitalter heraufzuführen, der verletzt seine tiefste Verantwortlichkeit. Einer zweitausendjährigen Erziehung musste der Mensch die Hand bieten. Judas aus Kariot musste das Opfer bringen. - Er musste den Christus den materiellen Kräften des Lebens überliefern. Dadurch, dass die Menschheit den dreißig Silberlingen gefolgt ist, ist der Christus hinein verschwunden in den astralen Plan. Durch den Verrat des Judas wird Ihnen charakterisiert, was die Aufgabe des Christentums während der zweitausend Jahre war.  Aber eine andere Aufgabe steht heute dem Christentum bevor. Wir haben wieder uns nur an die Pforten zu legen, aus denen die Worte heraustönen, die damals zu den Aposteln gesprochen worden sind: [Ich sage euch, Elias ist schon gekommen.] [Mt 17,12] Das Christentum von heute heißt <Thcosophic> und ein falsches Christentum ist es, das die Theosophie verleugnet. Hat einer der heutigen Theologen nachgedacht über die Bibelstelle Johannes 13, Vers 16? Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Apostel größer als der ihn gesandt hat. Man möchte es begreifen, dass die Menschen nicht über eine so wichtige Sache nachdenken, wenn es umgekehrt dastehen würde: Der Herr ist nicht größer als sein Knecht und der ihn gesandt hat, nicht größer als der Apostel. Es schließt sich die an die Fußwaschung an. Sie kennen sie, diese bedeutsame Szene. Petrus weigert sich zunächst, bittet dann aber, dass ihm der Meister auch den ganzen Leib wasche. Dann deutet der Meister darauf hin, dass einer nicht rein sei, dass der ihn verraten werde. [Wenn du dich nicht waschen Rissest, so hast du keinen Teil an mir.] [joh 13,8] ... Wer rein ist, braucht nur die Füße gewaschen zu haben. Ihr seid rein, aber nicht alle.] [joh 13,10] In dieses Kapitel ist das ganze Geheimnis der gegenwärtigen Menschen hineingeheimnist. Im Grunde sollte die Erziehung der letzten zwei Jahrtausende eine Fußwaschung sein. Während auf der einen Seite Judas steht mit dem Wissen [mit den dreißig Silberlingen], wäscht Christus den anderen die Füße. Betrachten wir unseren physischen Leib und unseren Astralkörper. Der physische KÖrper steht in dieser physischen Welt drinnen. Dieselben Kräfte physischer und chemischer Art, die draußen [in den Steinen und in den Maschinen] wirken, wirken auch in unserem  physischen Körper. Unser Astralkörper bekommt seine Bestimmung durch die Triebe und Leidenschaften. Was wollte nun Christus mit der Fußwaschung tun? Schon öfter habe ich gesagt, dass der physische KÖrper des heutigen Menschen das Vollendetste und Bedeutsamste, und dass er seine anderen Körper erst wieder dahin bringen müsse. Nehmen Sie als ein Beispiel dafür ein Stück des Oberschenkelknochens. Kein Techniker könnte ein solches Stück besser zusammenfügen. Weise und vollkommen ist unser physischer Körper aufgebaut, ein Abdruck höchster Weisheit. Wäre der physische Körper nur auf der Erde, so wäre die physische Welt vollkommener. Es gibt keine niedrigen Verrichtungen in unserem physischen KÖrper. Das ist das, was erst der Astralleib dort hinunterwirkt. Nichts ist sündhaft, was der physische Körper wirkt, nur der Astralleib ist sündhaft. Der Astralkörper arbeitet als der Feind unseres physischen KÖrpers, und Sünde und Unrecht werden dadurch im physischen Körper hervorgerufen. Der Astralkörper musste sich dem physischen anpassen. Er musste während der letzten zwei Jahrtausende heruntersteigen - der Christus musste heruntersteigen, er musste verraten werden. Er musste diejenigen Dinge finden, wodurch er am besten dem physischen Körper dienen kann. Die Leidenschaften mussten sich über das physische Leben ergießen. Judas mit dem Geldbeutel musste einziehen, um den Einklang mit der physischen Welt herbeizuführen /Lücke in der Mitschrift] [Wir werden erst fertig mit diesen Dingen, wenn wir wieder das spirituelle Leben erreicht haben.] Nicht ungestraft hat sich der Astralkörper mit der materiellen Welt verbunden - er ist darin untergegangen. So wie wir Menschen mit dem Astralkörper im physischen Körper wohnen, so wohnen höhere Wesen mit ihrem höheren Geist-Körper in unserem Astralkörper; und die können ihren Astralkörper ebenso missbrauchen, wie wir es mit dem physischen tun. Das sind die Diaboloi, die Dämonen. Judas ist ergriffen worden von den Dämonen. [Der Satan fuhr in ihn, heißt es.] Das entspricht einer wirklichen Tatsache. Judas hat zwar den Astralkörper herunterge führt [aber nicht ohne Beisein jener Macht, welche den AstralkÖrper missbraucht]. Jetzt aber müssen wir uns freimachen von Judas. Unser physischer KÖrper ist ein Siegelabdruck der Vollkommenheit und Weisheit; daher wird der Okkultist sagen: Die vollkommenen GÖtter haben den physischen Leib in der Vollkommenheit geschaffen und der Astralkörper muss erst in diese Vollkommenheit hineinwachsen; er muss selbst göttlich werden. Das Astrale muss sich reinigen, so wie sich das Physische gereinigt hat, indem es hinunterkommt bis in die physische Welt, die durch die Erde repräsentien wird. Und wenn wir auf die Erde niedersteigen, müssen wir uns die Füße reinigen; und wenn der Astralkörper zur Erde niedersteigt, dann müssen die Füße besonders rein sein. Er muss hinuntersteigen können in die materielle Welt, alles mitmachen können, aber dabei rein bleiben. Wollen diejenigen, welche jetzt in ihrem Astralkörper leben und ihn veredeln wollen, ihre Aufgabe erfüllen, dann müssen sie sich diese Weise zum Vorbild nehmen. In unserer Zeit ist der Astralkörper der Diener des physischen Leibes; denn im physischen Leibe lebt der Gott. Und es wäre schlimm für den Menschen, wollte er seinen physischen Leib unter den Astralleib stellen. <Herr> ist das, was in unserem physischen Leib wirkt, und der <Kiiccht> ist der Astralleib. Er selbst - der Gott- hat den physischen Leib vollkommen gemacht; ausgesandt hat er den Astralkörper und ihn für immer unter den Einfluss spiritueller Kräfte gestellt, die ihn vollkommen und immer vollkommener machen sollen. Das macht uns zu Knechten, und es wäre Überhebung von uns, wollten wir uns höher stellen als die in der Natur wirkenden höheren Kräfte. Wir sollen uns erbauen an der göttlichen Natur [und uns erbauen an den Sonnenstrahlen, an den Bahnen der Planeten und so weiter] und uns nicht darüber stellen, sonst verletzen wir dies Gebot [das ausgesprochen ist in dem Worte: Der Knecht - der astralische Mensch - ist nicht größer als der, welcher den physischen Leib geschaffen hat]. Heute wird uns vom theosophischen Standpunkt eine so tiefe Stelle verständlich, wenn es heißt: Der Apostel ist nicht größer als sein Meister. Solche Worte wirken ähnlich, wie die Devas einstmals gewirkt haben. Und die haben wie unsere Vorfahren gewirkt, da war  die Stimme der Meister in den Volksmärchen und Volkssagen - da ist der Herr drinnen. Unsere materielle Weisheit ist stümperhaft und knechtisch geworden; hier ist uns gesagt, dass sich der Knecht nicht über den Herrn erheben soll [Lücke in der Mitschrift]. Am Rand sei hier dazu gefügt: Demütiger wie Schelling und Hegel kann man kein Bekenntnis ablegen. [Hegel, Fichte, Saint-Martin, Baader - sie alle sagen]: Es wird eine Zeit kommen, wo alles das, was materielle Wissenschaft ist, [was Erkenntnis der äußeren Sinnenwelt ist,] wie Kinderspiel angesehen werden wird - und wir werden wieder wie Kinder dastehen und uns niederwerfen vor den alten Sagen und die uralte Weisheit dort suchen. [Diese Zeit ist gekommen. Wir suchen diese Weisheit in jedem Religionsbekenntnis.] Wir wissen, dass wir Christen sind; und verkennen wir nicht unsere Aufgabe, jetzt spirituell zu wirken; desto bessere Christen und desto bessere Theosophen werden wir. Es gibt keine bessere Anleitung dazu als das Johannes-Evangelium. Leben wir mit dem Johannes-Evangelium, dann leben wir in eine neue Zukunft des Christentums hinein; dann befolgen wir auch den Satz, dass der Knecht sich nicht über den Meister stellen soll. Kommen Sie aber mit der materiellen, stümperhaften Weisheit und Kritik dort hinein, wollen Sie es meistern, dann ist es ein Frevel und Vermessenheit bevor der Mensch das Buch erkannt hat. Erkennen und Verstummen und in Demut sich hingeben dem, was in diesen Schriften wurzelt, zu nichts anderem, als diese Zeitaufgabe zu erfüllen, haben uns die Meister den Zusammenklang der uralten Wahrheiten wieder gelehrt. Sie haben selbst an dem Aufbau unserer Welt gearbeitet. - So redet der, der vom theosophischen Standpunkt in das Getriebe der Welt hingeschaut hat, nicht als von einer Theorie, sondern aus dem Wissen heraus, das an den Quellen selbst geschöpft ist. Wer an den Stufen der Weisheit gesessen hat - vor unseren älteren, vollkommeneren Brüdern -, wer ihre Füße geküsst und ihre Stimme vernommen hat, der holt seine Worte selbst heraus aus der Zukunft, die ihm apokalyptisch voranleuchtet; der kann wieder sprechen, wie es einstmals gestattet war, prophetisch zu sprechen, und er wird die Kraft haben über das zu sprechen, was einstmals kommen wird.  Diese Kraft geben uns die großen Meister, die die Siegelbewahrer sind - in deren Dienst wir uns stellen. Weil wir den Pulsschlag der Zukunft zu vernehmen glauben, und weil wir wissen, was aus den Tönen der Zukunft zu uns spricht, deshalb sind wir Theosophen, weil wir gar nicht anders können. - Und wenn wir den Geisteshauch durch unsere Seelen strömen lassen, dann sind wir echte Theosophen. Dieser Geist ist ein Geist der Anbetung und Demut. Christus ist geboren aus dem Geist; und wird der Geist uns wieder tragen, dann werden wir wieder echte Christen werden. Wirken wir so zusammen da, wo wir immer sein mögen, wie Brüder; ein jeglicher ist nicht zu schwach dazu; ein jeder kann es: zu wirken im Sinne des Lichtes, das uns von unserm größten Meister Christus-jesus kommt. So werden wir uns wiederfinden - im Herbst - und versuchen, weiter einzudringen in die Hallen des geistigen Lebens.  DIE SIEBEN PRINZIPIEN Berlin, 18. August (1905?) Atma besteht beim Menschen aus sieben Prinzipien: 1. aurische Hülle, 2. Budhi, 3. Manas, 4. Karna Manas, 5. Karna, 6. Physis. Dieses aus sieben Prinzipien bestehende Wesen hat drei Bewusstseinszustände, auch <Bestimmungen> oder <Upädhis' genannt. Atma lebt in drei Upadhis: 1. kraftend - physisch 2. lebend - astralisch 3. denkend - manasisch Atma ) "-~ Wollen (aurische Hülle) Fühlen (astrale Hülle) Denken (phys. Hülle) Budhi Mahat Z E Z 9 m « H Z Drei Uphadis: kraftend - lebend - denkend V V V Sthula Sharira: Das ganze Mineralreich ist nicht in sich erwacht. Es kraftet, das heißt, es ist, aber es fühlt nicht und denkt nicht sein Sein. Linga Sharira: Pflanzen und Tiere sind teilweise in sich erwacht. Sie leben, das heißt, sie fühlen, aber denken nicht ihr Sein. Karana Sharira: Menschen sind erwacht. Sie denken, das heißt, sie denken ihr Sein.  Denken wir uns eine Persönlichkeit, sie ist und sie wird wahrgenommen. Wir haben also Subjekt und objekt. Außerdem nimmt das Subjekt sich selbst wahr, es stellt sich gleichsam außer sich und macht sich zum Objekt; sein Ich steht über dem äußeren Ausdruck seines Ich. Es ist, nimmt sich wahr und denkt. Denken wir uns Atma. Um sich selbst wahrzunehmen, muss Atma sich manifestieren, das heißt durch eine Willenshandlung kundgeben; es muss sein und umgibt sich deshalb mit einer feinen Hülle, die wir die aurische Hülle nennen. - Erster Aspekt: die Welt als Wille/Atma. Nun nimmt Atma sich wahr, er fühlt, empfindet sich als seiendes Wesen und bildet dadurch in der aurischen die astrale Hülle. - Zweiter Aspekt: die Welt als Fiihlen/Budhi. Um von sich eine Vorstellung zu haben, muss Atma aus sich heraustreten, er macht sich nun objektiv und schafft sich so die physische Hülle. - Dritter Aspekt: die Welt als Denkenl Mahat. Wir haben nun hier Atma, das alles durchflutet siebenmal: dreimal subjektiv und dreimal objektiv in seinen Aspekten, und einmal als sich selbst. Betrachten wir die objektive Seite in ihrem Niederstieg, in der Trennung von Atma, so finden wir Wille ohne Geist als Kraft, Fühlen ohne Geist als Karna, Denken ohne Geist als konkreten Manas. In ihrem Aufstieg, das heißt in ihrer Rückkehr zum quellenden Atma wird Karna zu Budhi, Manas zu Mahat, die Kraft zur aurischen Hülle. Alles geht wieder ein in Atma: Wenn ein Wesen zu sich kommen soll, muss es aus sieben Prinzipien bestehen. Die Sieben-Zahl in der objektiven Welt und im Menschen: Sthula Sharira Linga Sharira Budhi Karana Sharira aurische Hülle Mahat \ / Atma  Ein Wesen kann in drei Bewusstseinszuständen erwachen, das heißt in seinen drei Hüllen: kraftend, lebend - oder fühlend - und denkend. Im Mineralreich ist das Wesen nur kraftend erwacht; im Pflanzenreich lebend; im Tierreich lebend und fühlend; im Menschen denkend.  SUBJEKTIV - OBJEKTIV DHARMA IN KARMA Berlin, 20. August (1905?) Was auf einem Plane bloß subjektiv erwacht, kann auf diesem Plane wirken, aber nicht wahrnehmen. Mineral ist erwacht - subjektiv auf dem physischen Plan. Was auf einem Plane subjektiv und objektiv erwacht, kann auf diesem Plane wirken und wahrnehmen. Mensch ist erwacht auf dem physischen Plan - subjektiv und objektiv auf dem astralen Plan - subjektiv auf dem mentalen Plan - subjektiv Licht Pu- "' '" " \ Kmmüch köhcrcs Seitbgt McMU Pkgh Me~k Der physische Plan ist für den Menschen nur deswegen vorhanden, weil er auf demselben subjektiv und objektiv erwacht ist. Wird er auf dem astralen Plan objektiv erwachen, dann wird die ganze Wunschwelt ebenso objektives Dasein haben, wie jetzt die gesamte physische Welt. Wird er auf dem mentalen Plan objektiv erwachen, dann wird alles, was jetzt bloß Gedankenwelt isL wesenhafte, objektive Welt sein. 132  Die Entwicklung des Menschen besteht nacheinander abwechselnd in einem Objektivwerden der drei Welten. 1. Physische Welt objektiv: physisches Dasein 2. Astrale Welt objektiv: Kamaloka Dasein 3. Mentale Welt objektiv: Devachan Dasein phgsück Ma~j$ Ma~4 a4jlfraL "" Erde ßudbi Budhi KammLoca ~maL Alma PevachmL Erde: physisch, astral, Manas Kamaloka: astral, Manas, Budhi Devachan: mental, Budhi, Atma Die Entwicklung besteht im fortwährenden Verwandeln des Subjektiven ins Objektive oder des Gesetzes in die Wirklichkeit. Dharma in Karma. Die Funktion in Form umgesetzt. Die Hand ist Ergebnis der Arbeit. Das Auge ist Ergebnis des Lichtes. Funktion ist das Dasein in Tätigkeit gedacht. Organ ist Funktion zur Ruhe gekommen.  Entwicklung im Fortschritt heißt: Dharma Holt sich durch seine Tätigkeit aus seiner Umwelt die Organe für seine Zukunft. U bl w \j Karma ist das in der Materie gekreuzigte Dharma. Karma ist offenbares Dharma und muss wirken, weil es den unoffenbaren Teil von Dharma verschlossen in sich trägt. Dharma ist zugleich das Übersein in einem Sein. Selbsterkenntnis heißt, die Stufe seines Seins im richtigen Sinne erkennen; dann dient Selbsterkenntnis dem Dharma. Selbsterkenntnis ist Erkenntnis des Unvollkommenheitsgrades eines jeden. Befolgung des Gesetzes im Sinne wahrer Selbsterkenntnis ist Dharma. "~_~--" Dharma nimmt Materie an und ist in Materie tätig. Vater: das Übersein Mutter: das sich entwickelnde Wesen Sohn: das, was aus dem Sein vermöge des Überseins wird. Dharma ist das schaffende Prinzip, ist ein fortwährendes Eingreifen des Überseins in das Sein.  Karma ist das in der Materie gekreuzigte Dharma. So lange muss Karma zur Tätigkeit anstacheln, als Karma nicht Dharma geworden ist. Ideal: Zustand einer Wesenheit, die ihr ganzes Dharma offenbart hat und damit ihr Karma verbrannt hat. Nirwana. Nirwana ist das Nichts von Karma, weil das ganze Dharma offenbar geworden ist.  GEISTESWISSENSCHAFT ALS GESUNDUNGSQUELL Berlin, 9. Oktober 1905 Ich habe mir das letzte Mal erlaubt, einige Worte über die Aufgabe oder die Bedeutung eines theosophischen Zweiges zu sprechen. Das, was ich damals sagte, ist wirklich etwas, was man vielleicht demjenigen, der in der theosophischen Bewegung steht, oder der sich beteiligen will an dem, was man heute Theosophie nennt, nicht tief genug vor Augen führen kann. Nichts ist häufiger heute, als das Opponieren, als das Kämpfen gegen die bloße Theorie, gegen die bloße Lehre und andererseits wieder das Verlangen nach Leben, nach Empfindung und Gefühl, nach dem, was nicht Theorie und nicht Lehre ist; denn keine Zeit ist so in Theorien, Lehren und Dogmen befangen gewesen - ohne dass man das eigentlich so recht weiß - wie die gegenwärtige. Das scheint eine starke Behauptung zu sein, und dennoch möchte ich sie aufrechterhalten, selbst gegenüber denjenigen, die einwenden: Ist das nicht das finstere Mittelalter, die dunkle Dogmenzeit und ist unsere Zeit nicht darüber hinaus? Sie finden in dieser Woche eine bekannte Zeitschrift aufliegen, in der auf der ersten Seite gesprochen wird über ein Buch, das über das Christentum handelt und das herrührt von dem Philosophen Eduard von Hartmann. Es ist uns heute nicht naheliegend genug, uns mit den Ideen dieser Schrift zu befassen. Aber ein bekannter Kämpfer für die gegenwärtige Erneuerung christlicher Ideen hat in der «Zukunft» Ideen geäußert in Anknüpfung an diese Schrift, die doch zu denken geben, weil sie sehr verbreitet sind in unserer Gegenwart. Da sagtjentsch nämlich, Hartmann hätte in dieser Schrift etwa gesagt, was zwar oft schon gesagt worden ist, was aber der logische Kopf Eduard von Hartmanns so klar wie nur irgend möglich noch einmal gesagt hat, sodass jetzt jeder weiß, dass man es niemals wieder zu tun haben könne mit irgendwelcher theoretischen oder systematischen, lehrhaften Begründung  der religiösen Anschauungen oder Wahrheiten. Die Zeit, in welcher man philosophisch oder theologisch die Religion begründet hat, wäre vorüber. Wir wissen heute ganz genau - und damit spricht er etwas aus, was in vielen Herzen nachklingen wird -, dass sich alle Denksysteme in Widersprüche verwickeln und dass uns eigentlich nur das Leben, das hinaufblickt in eine jenseitige Welt, zu einer göttlichen Weltordnung, einzig und allein interessieren könne. Der gute Mann merkt nicht, dass, obgleich er alle andere Dogmatik abweist, für ihn zwei oder drei, wenn auch bloß abstrakt bleibende Dogmen einen gewissen Wen haben. Er will alle Dogmatik abstreifen, und er ist gerade ein Dogmatiker ausgesprochener An. Zwar will man nicht Dogmatiker sein, und doch ist man es, ohne dass man weiß, wie stark man Dogmatiker ist. Das hat auch dazu geführt, dass alle ähnlichen Bewegungen - seien es der ·Giordano-8runoBuncb oder die <Gcsdlschäft für ethische Kultur> - mehr oder weniger auf einem streng lehrhaften Standpunkte stehen, dass es ihnen also mehr darauf ankommt, Lehren zu verbreiten. Ob es nun Lehren sind über das rechte sittliche Handeln oder über den Monismus oder über eine Reform unseres Religionsunterrichtes in den Schulen, der ersetzt werden soll durch einen Moralunterricht, der nur auf eine bestimmte Moraldogmatik hinausläuft - denn etwas muss man doch lehren -, das bleibt sich gleich. Also ersetzt man die alten Dogmen durch neue, durch Dogmen des Freisinns. Überall kommt es auf die Lehre an, überall auf den Inhalt des Wortes. Das ist bei der theosophischen Bewegung durchaus nicht nötig. Das wollte ich besonders betonen, was wir auch immer lehren, was auch immer der eine oder der andere in seinen Büchern schreibt oder lehrt, mÖgen es hohe Wahrheiten sein, und mag es viele Menschen geben, die sich angesprochen fühlen von solchen Wahrheiten, da sie ein widerspruchsloses Weltsystem darstellen und so weiter - darauf kommt es in der theosophischen Bewegung nicht an. Es kommt nicht darauf an, was wir lehren, was wir behaupten, was wir sagen, sondern darauf, wie wir in der theosophischen Bewegung zusammenleben, was für eine Gesinnung wir entwickeln. Diese Gesinnung, die wir entwickeln sollen und die wir entwickeln wollen, ist die, dass  in unserer Seele das Bewusstsein lebt nach geistiger Wirksamkeit, dass Bewusstsein, dass Gedanken, Empfindungen, Gefühle ebenso wirkliche Kräfte in der Welt sind wie Magnetismus, Elektrizität, wie Licht oder Dampfkraft. Nicht der ist im wahren Sinne Theosoph, welcher zugibt, dass etwas Wahres ist an den Dingen, die innerhalb unserer Literatur verbreitet sind, sondern der, welcher sich mit seinen Mitmenschen zusammenfindet mit dem immer und immer wieder in seiner Seele aufsteigenden Bewusstsein, dass, wenn er etwas denkt, empfindet oder will, was sich vielleicht gar nicht einmal in eine äußere Handlung umsetzt, dass das dann eine Wirksamkeit habe. Und wenn dann irgendeiner von uns irgendwo spricht zu einer solchen Gemeinde, die dieses Bewusstsein ihm entgegenbringt, dann sind seine Worte ganz etwas anderes als die Worte eines beliebigen anderen Vortragenden oder eines beliebigen anderen Redners. Denn dann werden Sie hier sitzen in dem Bewusstsein, dass nicht nur Ihr physischer Leib, der sich hier befindet, etwas Wirkliches ist, sondern dass Ihre Empfindungen und Gefühle und Ihre Gedanken, die durch Ihren Geist gehen, etwas so Anwesendes sind wie Ihr physischer Leib. Und wenn Sie mit diesem Bewusstsein die Türschwelle überschreiten und die Worte aufnehmen, die hier gesprochen werden, dann finden diese Worte den Weg, den sie finden sollen in die Welt. Die Worte des Theosophen werden nicht darum gesprochen, dass der eine oder andere ihnen zustimmt oder nicht zustimmt. Nicht ob sie wahr oder nicht wahr sind, kommt in erster Linie in Betracht, sondern die Tatsache, dass sie Kräfte sind. Der Einzelne mag noch so schöne und hervorragende Gedanken in seinen Worten zum Ausdruck bringen, darauf kommt es weniger an, es kommt hauptsächlich darauf an, durch welche Kanäle diese Gedanken ziehen. Eine theosophische Loge oder ein theosophischer Zweig ist der Ausgangspunkt von zahlreichen Kanälen, durch welche diese Gedanken, die ausgesprochen werden, ihren Abfluss finden in die ganze Welt hinaus. Aber nur dann werden diese Worte so gehört werden, wenn bei den Zuhörern das Bewusstsein einer geistigen Welt vorhanden ist. Dann verstärken sich die Kräfte des Redners durch das Bewusstsein eines jeden Anwesenden, dann sind die geistigen Kräfte wie in einer  elektrischen Batterie, und sie dringen hinaus in die Welt wie Wellen und sind dort wirksam, wo sich Gelegenheit bietet. Auf diese Gesinnung, auf dieses Bewusstsein, auf dieses Leben in der Lehre kommt alles an, nicht auf den Inhalt. Unsere Lehren sind herausgeholt aus der Betrachtung von großen geistigen Zusammenhängen des Daseins und aus der Betrachtung des Wesens des Menschen. Nicht dass wir sie wissen, sondern dass sie wirken, ist das Ziel. Und diese Wirkung ist eine wichtige aus dem Grunde, weil diese Gedanken dieselben sind durch die seit Jahrmillionen, überhaupt seitdem es eine Zeit gibt, alles in der Welt geschehen ist. Und so wahr, wie durch diese Gedanken die Welt so geworden ist wie sie jetzt ist, so wahr wird durch dieselben Gedanken die Welt in der Zukunft so, wie sie werden soll und werden muss. Aber es gibt einen Faktor, der mitwirken muss, damit in der Zukunft das Richtige geschieht, und dieser Faktor heißt <Mciisch>, dieser Faktor heißt <erkennender und bewusster Menschn Wir können sagen: Es hat eine Zeit gegeben, in welcher die großen Gedanken der Weltordnung durch das in die Wirklichkeit umgesetzt worden sind, was wir die Götter nennen. Damals war der Mensch noch ganz unbewusst. Damals konnte der Mensch noch nicht an dem Weltenbau mitwirken. Sehen Sie, der Mensch ist jetzt im Anfange der Entwicklung seines Bewusstseins. Er wird Zeiten entgegengehen, in denen dieses Bewusstsein immer weitere und weitere Kreise ziehL Dadurch wird er immer mehr berufen sein, an dem mitzuarbeiten, was einstmals die Götter getan haben. Deshalb nennen wir unsere Theosophie <Göttlichc Wcishcit>, weil wir die Weisheit daher haben, und weil wir unseren Anteil haben müssen, wenn wir in der Zukunft unseren Bau darnach einrichten wollen. In der Zukunft wird der Mensch in einem weiteren Sinne berufen sein, bewusster mitzuwirken als heute. Wie die heutige Gesellschaft sich selbst eine sittliche Welt-Ordnung schafft, so wird auch eine Zeit kommen, in der in viel höherem Maße als heute die geistigen Kräfte durch die Seele des Menschen ziehen, und die starre Gesellschaftsordnung einen viel tieferen, intensiveren Sinn haben wird. Und wie der Mensch heute nur an der Oberfläche die Naturgesetze verwendet,  um das zu tun, was in der Industrie lebt und webt, so wird eine Zeit kommen, in der der Mensch die geistigen Weltgesetze gebrauchen wird, um unsere Einrichtungen zu machen. Der Mensch wird durch die Handhabung der großen Weltgesetze über Gesundheit und Krankheit Herr werden. Im Menschen lebt ein GÖttliches. Dieses göttliche Wesen ist am Anfange der Entwicklung, und dieses göttliche Wesen herauszuholen und zu einem schaffenden zu machen, das ist das Ziel der <Thcosophic> oder <Gottcswcishcit>. Nicht um Neugierige zu befriedigen, die gern etwas von Gott wissen wollen, gibt es eine Theosophie, sondern um dem Menschen die Kraft zu geben, seine Aufgabe als ein sich vergöttlichendes Wesen zu erfüllen. Zwar nicht in einer kurzen Stunde, aber immer mehr und mehr wird uns das klar werden können. Was ich jetzt in einem Satz zusammenfassen möchte, dürfte manchem ganz eigentümlich erscheinen, ist aber doch eine Wahrheit, die der Okkultist so kennt, wie zum Beispiel ein Naturforscher irgendeine andere Wahrheit, irgendeine äußere Wahrheit. Es gibt eine solche Wahrheit. Ich habe schon im siebenundzwanzigsten Heft der ·Lucifer-Gnosis» darauf aufmerksam gemacht. Sie hängt zusammen mit der Gesundheit in der Welt. Es ist eine Wahrheit allerdings im geistigen Sinn und nicht so offenbar ist der Zusammenhang. Letzten Endes ist es durchaus wahr, dass ein gesunder äußerer physischer Leib die Folge eines inneren Lebens des Geistes in der Wahrheit ist. Um mich deutlicher, aber etwas entfernt liegender auszudrücken: Eine theosophische Loge, ein theosophischer Zweig ist auch ein Quell von Gesundheit. Indem Sie hier in der Gesinnung zusammensitzen, von der ich gesprochen habe, und in Ihr Bewusstsein jene Wahrheiten aufnehmen, die nichts anderes sein sollen als ein Nachklang der großen Weltgedanken, die die Harmonien der Welt geschaffen haben, zittern und vibrieren durch Ihre Seele die wahren Gedanken der Welt. Und so wahr es ist, dass alles Physische eine Wirkung des Geistes ist, so wahr ist es, dass sich der Zustand des Physischen richten wird nach den Schwingungen, nach den Wellen, die jetzt durch Ihre Seele zittern. Wenn die Gedanken gesund sind, die die Wellenschwingungen Ihrer Seele anregen, dann werden diese  auch die physischen Schwingungen anregen, und diese müssen dann gesund sein. Durch das Ausströmen der Wellen nach allen Richtungen der Welt bewirken wir eine Quelle der Gesundheit. Ein Quell der Gesundheit geht aus von den theosophischen Logen. Nicht morgen oder übermorgen können Sie diese Gesundung in Ihrem Leben schon bemerken. Aber in der Zukunft können Sie finden, dass die Gesundheit die Folge von dem jetzigen Triebe nach Wahrheit ist. Für die Nachkommen bauen wir gesunde Körper, indem wir unsere Seelen die Wahrheit pflegen lassen im geistigen Leben. Da stellen wir uns hinein in den ganzen Zeitenlauf, da stellen wir uns hinein in den Weltenlauf, wenn wir den richtigen Glauben haben. Viele sagen ja: Was hat uns der Materialismus geschadet? Der hat uns viele gewaltige Einrichtungen gebracht und auf allen Naturforscher- und Ärzteversammlungen so viel Wissen und Kenntnisse des Lebens. Da können Sie über das Leben so vieles hören. Sie können hören, wie großartig die hygienischen Fortschritte sind und so weiter, wie viel geringer die Sterblichkeit ist heute als vor einem Jahrhundert. Das alles hat uns das Studium der Naturgesetze gebracht, ein Studium, das arbeitet mit der reinen Materie. Aber Sie müssen auch tiefer sehen. Sie müssen sehen, dass nicht immer das Äußere mit dem Inneren stimmt, und dass das Äußere ein sehr trügerisches Kennzeichen für das Innere ist. Ja, wir wollen es nicht ableugnen, dass in unserer Zeit des Materialismus Großes und Großartiges geschaffen worden ist. Aber wer hat es geschaffen? Hier kommen wir auf einen Punkt, der uns den Unterschied lehn zwischen dem, was der Mensch bloß denkt, was bloß im menschlichen Verstande lebt, und dem, was tief im Grunde seiner Seele liegt. Diese zwei Dinge müssen Sie streng unterscheiden. Sie gehen durch die Welt und machen Ihre täglichen Verrichtungen nach dem, was Sie heute denken. Aber was Sie heute denken, beruht auf einem Grunde, der nicht von heute ist. Was Sie heute denken, beruht auf einem tieferen Seelengrunde, der das Ergebnis der Vergangenheit ist. Schon rein äußerlich betrachtet sind selbst die materialistischen Denker des neunzehnten Jahrhunderts aus dem Denken der Vergangenheit hervorgewachsen. Sie sehen: Erzeugt in  den Schulen, die noch nicht dem Materialismus verfallen waren. Die großen Lehrer des Materialismus wie Büchner, Vogt, Moleschott, wo haben sie gelernt und wodurch ist es gekommen, dass ihre Bücher etwas so Verführerisches haben? Dadurch, dass ihre Schule in der Zeit war, wo diese noch nicht so vom Materialismus erfasst war. In Wahrheit tragen wir als Seelengrund das in uns, was wir in früheren Leben waren. Aus einer tiefen Weisheit heraus sagt uns die indische Philosophie: Das, was du heute denkst, wirst du morgen sein. Das gilt für den Menschen und für alle Tatsachen und Wesen der Welt. Heute ruht unser Denken auf der Oberfläche. Heute sind wir das, was wir in der Vorzeit gedacht haben. Sie glauben, dass wir das Alte überwunden haben. Von dem grauen finsteren Mittelalter sprechen die Leute. Aber gerade die ersten Zeiten des Mittelalters ruhen als unser tiefstes Sein in unserer Seele. Damals lebten wir in einer früheren Inkarnation. Was wir heute denken, werden wir erst in einer künftigen Inkarnation sein. Es darf uns nicht wundern, dass wir materialistisch denken, aber dennoch Früchte geerntet haben, die das Resultat früherer Epochen sind. Was wir heute haben, ist nur das Ergebnis von einem Zeitalter, auf das wir geneigt sind, mit Spott und Hohn herabzublicken. Aus dieser tiefen Erkenntnis heraus kam der Impuls, der im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts zur theosophischen Bewegung führte. Die Lebensfrucht früherer Zeiten und früherer Denkweise haben wir heute vor uns. Aber diejenigen, welche Wache halten über die Zeichen der Zeit, die wissen, dass von unseren Gedanken, von dem, was wir heute in der Seele haben, abhängt das Leben in der Zukunft. Diese Zukunft wird eine immer raschere und raschere Lebensentfaltung sein. Sie müssen sich klar darüber sein, dass das Leben nicht in allen Zeiten gleich rasch verläuft. Alle, die hier sitzen, haben viele theosophische Vorträge gehört, und ich darf deshalb oft ein Wort sagen, welches aus tieferer Weisheit herausgeholt ist. Wir wissen, dass es außer dem physischen Plan den Astralplan gibt, und der, welcher das höhere Leben kennt, weiß auch von dieser höheren Welt den Gang der Entwicklung vorauszusagen, den Gang des Fortschritts zu verfolgen.  Wenn man da die Zeit von Karl dem Großen bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts und die Zeit vom Anfang des neunzehnten Jahrhunderts bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts vergleicht, also ein Jahrtausend gegen ein Jahrhundert, so bemerkt man die überraschende Tatsache, dass in beiden Zeiträumen ungefähr dasselbe geschehen ist. Nur zehnmal schneller ging der Fortschritt der Menschheitswelle und immer schneller und schneller wird sie in der kommenden Zeit gehen. Daher müssen wir uns darauf gefasst machen, dass die Dinge, die unsere Gedanken nach sich ziehen, in einer gar nicht zu fernen Zukunft äußere Wirklichkeit sein werden. Dies zeigt Ihnen, aus welchem Impuls heraus die theosophische Bewegung geflossen ist. Die Gesundung soll die nachfolgende Generation unseren Gedanken verdanken, wie wir das, was wir haben an Fortschritten, den vorhergehenden Generationen verdanken. Sie mögen denjenigen, der in diesem Sinne die theosophische Bewegung ansieht, eine <prophetische Natur> nennen. Aber Propheten waren zu allen Zeiten diejenigen - und sie mussten es sein -, welche den Gang der Ereignisse wirklich leiten wollten. Denn, um zu bestimmen, was in der Zukunft geschehen soll, im großen Maßstäbe, muss man vorher wissen, was gesetzmäßig für diese Zukunft ist. Die großen Individualitäten, welche wissen, was der Zukunft frommt, haben uns deshalb die Möglichkeit gegeben, wiederum das, was so lange vergessen war, nämlich die großen Weltgesetze, kennenzulernen und sie uns nachfühlen zu lassen zur geistigen und physischen Gesundung unseres Geschlechtes und unserer Rasse. Nehmen Sie dies ganz und gar wörtlich, dass wahre Gedanken eine gesundende physische Wirkung haben, und dass diejenigen Gedanken, welche in der theosophischen Loge erweckt werden durch unsere Seelenschwingungen ärztlich-medizinische Kräfte sind, die durch die Menschheit pulsieren. Fühlen Sie in Ihrer ganzen Seele diese Wahrheit, diese Lebenswahrheit und fühlen Sie die Wichtigkeit in der theosophischen Bewegung, dann kommen Sie auf ein anderes Kapitel und werden befähigt, es zu begreifen. Viele gibt es unter uns, welche sagen: Ja, die theosophische Bewegung verbreitet eine schÖne hohe Ethik, sie verbreitet schöne Lehren,  die in sich selbst zusammenstimmen. Aber man sollte dabei bleiben und nicht den Blick hinaufrichten und die Menschen verwirren in mystischen, geheimnisvollen, abstrakten und mentalen Welten. Wie viele gibt es in der Theosophischen Gesellschaft, die sagen: Lasst uns zufrieden mit dem astralen und mentalen Gebiet, wir wollen das Einheitsbewusstsein entwickeln. Eine gewisse Scheu ist zu bemerken gegenüber dem, was wir als die Lehre vom Astralen und Mentalen kennen. Aber einmal muss es ausgesprochen werden: Derjenige, der diese Lehre von diesen höheren Welten ausschließen wollte von der theosophischen Bewegung, der handelte gegen die Intentionen, welche die großen Individualitäten, die wir die Meister nennen, uns gegeben haben. Wir können ebenso gut die theosophische Bewegung fallen lassen, wenn wir die Lehre von den höheren Welten aus ihr verbannen. Gewiss, man kann heute von einer Ethik, von einer ethischen Lehre sprechen. In der Schule will man schon diese ethische Lehre einführen. Ethische Gesellschaften sind gegründet worden, welche den Versuch machen, ohne Rücksicht zu nehmen auf diese oder jene Weltanschauung, auf dieses oder jenes Religionsbekenntnis, allgemeine menschliche Pflichten aufzustellen und einzuführen. Pflichten aber kann man nur aufstellen über das, was man kennt. Sehen Sie sich aber einmal diese Pflichtenlehren an. Sie sind ein getreues Spiegelbild, ein vollkommener Abdruck des materiellen Zeitalters, in dem wir leben. Was Sie an neuen Pflichten bei den neuen Aufklärern finden, ist nichts anderes als die Konsequenz einer materialistischen Weltanschauung, die Konsequenz dessen, was die Augen sehen, Ohren hören und Hände tasten können. Das ist gewiss Idealismus, und man kann edler Idealist auf diesem Gebiete sein - zweifellos. Aber dies ist die letzte Konsequenz, der letzte Ausfluss einer materialistischen Zeit. Und weil selbst diejenigen, welche glauben, Idealisten zu sein, und die hinaufstreben mit ihren Gedanken und Gefühlen nach einer höheren Welt und eine dunkle Ahnung sich wenigstens bewahren wollen von einer höheren Welt, weil diese, wenn sie anfangen zu denken, zu fühlen und zu handeln und nicht bloß reden wollen, sogleich wieder in die materialistischen Denkgewohnheiten verfallen. Weil  nun auch viele solche in der theosophischen Bewegung sind, deshalb verbreitet sich auch in ihr der Gedanke: Wir sollten uns beschränken auf eine solche materialistische Ethik, auf ein Einheitsbewusstsein, das man nicht fassen kann und nicht fassen will, weil die Menschen Furcht haben, in bestimmter Weise die hÖheren Welten anzufassen. Auch die Theosophen, die sagen, dass man nicht sprechen sollte vom astralen und mentalen Plan, weisen darauf hin, dass man mit dem bloßen Verstande eine gewisse Summe von theosophischen Wahrheiten verbreiten könne. Sie wollen auch dasjenige, was das tiefere Wesen und die Grundlage alles Wirklichen ist, nur hindeuten als auf ein Göttliches, das den Wirklichkeiten zugrunde liegt. Aber es selbst anschauen, es erfassen, sich ihm gegenüberstellen, so wie es ist, davor schrecken sie zurück. Das wäre gerade so, wie wenn jemand sagen wollte: Ja, eine elektrische Kraft gibt es, wir wollen es zugeben; aber sie anwenden, sie studieren, um elektrische Maschinen zu konstruieren und so weiter, darauf wollen wir uns nicht einlassen. Das ist gefährlich, wir könnten uns verwirren, das gibt der Welt ein anderes Bild. Ein solcher stellt sich aber doch der elektrischen Kraft nicht richtig gegenüber. Richtig stellt sich ihr vielmehr derjenige gegenüber, welcher sagt, ich will die elektrische Kraft nach jeder Richtung kennenlernen, damit ich sie in den äußeren Einrichtungen der Menschen zum Dasein und zur Anwendung bringen kann. Dem ersten Anhänger der elektrischen Kraft würde der Theosoph gleichen, der sagt: Kümmern wir uns nicht um astrale und mentale Welten, sondern nur um das Einheitsbewusstsein. Er würde die geistige Kraft nicht auf die unmittelbare Gegenwart anwenden. Wollen wir aber von dem Göttlichen nicht nur träumen, nicht nur Ahnungen haben, nicht bloß reden und höchstens dunkel fühlen, sondern es in die Wirklichkeit umsetzen, dann müssen wir es im Einzelnen in seinen Gestalten kennenlernen, wie es sich offenbart in den höheren Welten, und dann kÖnnen wir eindringen in die höheren Welten. So wahr es ist, dass wir unsere physische Welt dadurch erobern, dass wir die einzelnen Gestalten der elektrischen Kraft kennenlernen, so lernen wir unser Leben als handgreifliche Wirklichkeit kennen, wenn wir diese Kraft uns zu eigen machen.  Durch den Menschen soll diese Kraft, die heute nur von universellen Wesen in der Welt verwirklicht wird, in der Zukunft bewusst verwirklicht und beherrscht werden. Nicht um unsere Neugierde zu befriedigen, sehen wir da hinein in die geistige Welt, nicht umsonst suchen wir die Augen des Geistes und der Seele zu öffnen gegenüber den Wesen, die nicht im physischen Körper leben, sondern wie aus unseren Leidenschaften und Instinkten und inneren Seelenkräften wirken. Nicht umsonst erheben wir uns zu den Wesen, deren Körper kein physischer ist, deren Körper aus demselben Stoff gewoben ist, aus dem unsere Gedanken gewoben sind, zu den Wesen, die wir die Wesen der mentalen Welt nennen. Wir erheben uns zu diesen, um zu lernen, was der Welt, in der wir leben, eingewoben werden muss. Das ist eine Grundwahrheit, dass der Geist immer vorhanden ist. Wenn Sie eine Blume sehen, so sehen Sie nicht nur den physischen Gegenstand - die heutige Wissenschaft will ja nichts davon wissen: Diese Blume ist Geist, und deren sinnliche Gestalt ist nur der Ausdruck des Geistes. Öfters habe ich schon gesagt: Wenn Sie eine Wasserfläche haben, und Sie lassen das Wasser mehr und mehr abkühlen, so bildet sich Eis. Einer kommt nun und sagt: Eis ist wirkliches Wasser, nur in anderer Form. Dann kommt ein anderer und sagt: Das ist doch kein Wasser, es ist doch fest und nicht flüssig. Jeder weiß, dass Eis zusammengezogenes, durch Kälte geformtes, anders gestaltetes Wasser ist. Mit der Blume verhält es sich ganz ähnlich. In dieser Blume haben Sie nur anders gestalteten Geist. Wie Sie nun Eis in Wasser verwandeln können, so können Sie auch die Blume in deren geistige Wesenheit auflösen. Unsere physische Welt ist nichts anderes als zu fester Form gewordene astrale und mentale Wesenheit. Alle, die hier sitzen, sind auch mentale Wesenheiten und bringen sich in ihrem physischen KÖrper verdichtet zum Ausdruck. Will man gedeihlich wirken, so muss man die Kräfte kennen. Wollen Sie Eis erzeugen, so müssen Sie Kälte und Wasser haben. Wollen Sie die physische Welt in der richtigen Weise gestalten, so müssen Sie den Geist kennen. Sie müssen die Kräfte des Geistes erforschen, nicht um unsere Neugierde zu befriedigen gegenüber den höheren Welten, um allerlei  Interessantes zu erfahren, sondern weil wir daraus unsere Kenntnis für unsere Lebenspraxis ziehen. Was heute noch astral ist, wird in der Zukunft physisch sein; und was heute noch mental ist, wird in der Zukunft astral und in noch fernerer Zukunft physisch sein. Indem wir heute in einer theosophischen Loge vom Astralen sprechen und diese astralen Wahrheiten durch unsere Seele ziehen lassen und in diesen Seelen Schwingungen erzeugen, werden diese Seelen künftig in Menschen inkarniert werden, welche für das Astrale disponiert sind. Werden wir dann wieder auf der Erde inkarniert werden, so werden diese Wahrheiten aus uns herausfließen. Physisch gestaltet wird dann durch uns dasjenige werden, was sich als Teile, als Kinder der astralen Welt in unsere Seele senkte. Wir sind da, um von den höheren Welten herunterzuholen die Gesetze unseres Wirkens und Lebens. Es kann daher auch nicht die Frage sein, ob es dem einen oder anderen gefällt, in die höheren Welten aufzusteigen, sondern lediglich, ob wir hinaufsteigen sollen und müssen. Dass wir hinaufsteigen sollen, dass wieder ein Zeitalter kommen soll, welches die Welt spiritualisiert, welches spirituelle Anschauungen in der Menschheit verbreitet, dies war die Erkenntnis der großen Wesenheiten, welche die theosophische Bewegung angeregt haben. Dem Zeitalter, das hinter uns liegt, der Epoche, in welcher der Mensch materiell wurde, ging ein anderes voraus. Das berief sich auf große, hohe geistige Wesenheiten, die die Lehrer und Führer der Menschheit waren. Damals, als in den alten Zeiten große heilige Führer der Menschheit diese Menschheit leiteten, da waren wenigstens alle diese Führer tief durchdrungen von den Wahrheiten, die heute die theosophische Bewegung in der Menschheit verbreitet, auch von der Wahrheit einer wieder und wieder sich verkörpernden Menschenseele. Wenn Sie sich das Verhältnis der großen Lehrer des Altertums zu der Menge denken, werden Sie einen Begriff bekommen von der Lehrart in den alten Zeiten. Denken Sie sich zurück in jene Zeiten und in die großen vorgeschrittenen Individualitäten, welche hineinschauten in den mysteriösen, geheimnisvollen Weltenbau, der für die Augen der anderen verschlossen war - wie sich Johannes in der Apokalypse ausdrückt. Sie sprachen zu den Menschen, die sie  noch nicht mit dem Verstande erfassen konnten, die aber vorbereitet werden mussten, um sie in späteren Inkarnationen mit dem Verstande erfassen zu kÖnnen - in einer bildlichen Form. Und das führte zu der Form von Sprache, die damals gesprochen wurde, zu der Sprache der Sage, des Mythus, des Märchens. Hier sitzen Sie heute. Aber alle Ihre Seelen waren einstmals in jenen grauen Vorzeiten verkörpert, alle Ihre Seelen horchten hin auf einen der großen Lehrer der grauen Vorzeit, wie er die Märchen erzählte. Diese Märchen waren nicht solcher Art, die aus leichter oberflächlicher Phantasie erdacht wurden wie die heutigen, sondern in diesen Märchen lebte und webte die große Wahrheit des Seins. Und wenn die Wahrheit auch nicht begrifflich in ihnen ausgesprochen war, mit den Gestalten und Personen des Märchens senkte sich nicht das Begriffliche, sondern die Empfindung in Ihre Seelen. Die Märchen, welche Sie in Grimms Märchensammlung lesen, enthalten größtenteils solche Weisheitslehren. Als sie eingesenkt wurden in die Menschenseelen, da haben Sie sie so gelernt, dass Sie heute imstande sind, die Wahrheiten begrifflich aufzunehmen, die damals ins Märchen gefasst waren. Es ist die größte Unwahrheit, wenn man sagt, die Märchen enthalten keine Wahrheiten. Sie enthalten die urältesten Wahrheiten des Menschengeschlechtes. Die Seele, die das Märchen in sich einfließen lässt, empfängt den Empfindungskeim für die Wahrheit, der sich später entfaltet. In unserer Jugend müssen wir, weil alles in der Welt sich wiederholen muss, was in den Vorzeiten da gewesen ist, jene Seelen und Gemütszustände, die wir in früheren Zeiten durchgemacht haben, als wir die urewigen Worte der Heiligen der Menschheit hÖrten, nochmals kurz durchleben. Und wenn heute eine Mutter ihrem Kinde ein Märchen erzählt aus dem Schatze der alten Zeit, dann fließt Wahrheit in die Seele des Kindes. So wird das Kind wiederholt vorbereitet für sein späteres Alter, wo es dann diese Wahrheiten mit dem Verstande aufzunehmen in der Lage ist. Wenn wir die Sache so betrachten, verstehen wir den Zeitenlauf. Wir hören von der Zeit, die wir geschildert haben, wo die großen Mysterien der Menschheit gegeben wurden bis herab in unsere Zeit. Unsere Zeit sollte groß werden durch das, was der Mensch selbst  hervorbringen kann. Allmählich musste es sich herausentwickeln aus dem, was in den Märchen eingewickelt war, wie ein Kind sich zur Größe und Selbstständigkeit herausentwickelt. Es war gut, dass sich die Menschheit eine Zeitlang auf sich selbst, auf ihre eigene Seele berief. Das ist ein Mittelzustand. Und wozu hat er geführt? Er hat dazu geführt, was sich ausdrückt in dem Spruch: Über das Jenseitige können wir nichts wissen. Was sich erst eröffnet jenseits des Todes, darüber wissen wir nichts. Es ist das eine große Unbescheidenheit, so zu sprechen. Nicht diejenigen können über eine Sache sprechen, die nichts davon wissen, sondern diejenigen, welche etwas davon wissen. Diejenigen, die die theosophische Bewegung in ihrem tiefsten Kern richtig verstanden haben, die haben auch durch dieses Gefühl das Richtige zu ergreifen versucht. Mit Notwendigkeit hat es das Pochen auf sich selbst bewirkt, dass der Mensch zu dem Nichtwissen kam. Zunächst sieht des Menschen Verstand nur, was diesseits des Todes liegt. Also kann er, wenn er auf sich selbst sieht, nichts wissen von dem, was jenseits des Todes liegt. Aber sie werden sich wieder gewöhnen hinzuhören auf die Lehrer, welche in diesem Leben schon die Pforte des Todes überschritten haben, und aus eigener Erfahrung von diesem Leben zu erzählen wissen. Was sich da abspielt, das begründet wieder eine neue Bescheidenheit. Nicht Unbescheidenheit ist es, wenn diejenigen, welche für die Theosophische Gesellschaft das Wort führen, immer und immer wieder betonen: Wir sprechen nicht unsere Weisheit aus, nein, wir sprechen nicht unsere Weisheit aus, wir sprechen das aus, was uns die großen Führer und Weisen der Menschheit auch heute noch lehren. Wir sprechen nicht deshalb von Meistern, weil wir uns anmaßen, die hÖheren Wahrheiten aus uns selbst, aus unserem eigenen Quell zu schöpfen. Wir sitzen zu den Füßen der Meister, weil wir wissen, dass, solange wir auf uns selbst pochen, solange wir uns nicht zu Schülern der Meister machen, wir bei dem «Ich weiß nicht» stehen bleiben müssen. Aus dieser Bescheidenheit heraus führen wir nicht unsere eigenen Gedanken aus. Ich spreche durch das, was wir anregen wollen in der Welt, ich spreche die Weisheit der großen, über uns stehenden, unsere Entwicklungsstufe lang hinter sich habenden  großen weisen Führer. Und wir versuchen es auf alle Weise, die Stimme dieser Meister zu hören. Deshalb sind solche Lehren, wie sie in «Licht auf den Weg» stehen, als die goldenen Lehren von der theosophischen Bewegung verbreitet worden. Jener Satz Ehe vor den Meistern kann die Stimme sprechen, muss das Verwunden sie verlernen. wird uns zum Leitsatz. Wir versuchen das Verwunden zu verlernen. Wir versuchen, jedem unserer Gedanken die Spitze abzubrechen die verwundet, weil wir wissen, dass Worte, die andere verletzen, das Wort des Meisters zurückwerfen. Spitze Gedanken, die verletzen, werfen die Meisterworte zurück. Wenn aber unser Herz sich erschließt wie eine Glockenblume, wenn unsere Worte weich und mild sind und nicht verwunden, dann geht rein und glockenhell die Stimme der Meister, das Wort der Meister durch uns. Die Stimme des Meisters hören Sie, wenn Sie widerstandslos durch die Worte, die nicht verwunden, hindurchgehen können. Dann vernehmen Sie die Worte des Meisters. Durch solche Gedanken fließen die Gedanken der Meister. Und wenn der Mensch sich so verhält, dann klingt durch ihn, durch das, was er denkt und sagt, die Stimme der Meister. Die Meister des Zusammenklangs der Gedanken und Empfindungem werden ihm hörbar. In diesem Sinne sprechen diejenigen, welche zu dem Meister ein wahres Verhältnis haben. Nur in diesem Sinne dürfen sie und können sie sprechen. Sonst ist ihr Wort nicht Wahrheit, sondern Betrug und Lüge. Alles, was in einem anderen Sinn als Kunde des Meisters gebracht wird, ist nicht wahr. Wahr aber ist es, dass durch die theosophische Bewegung die Gedanken und Impulse höherer Wesen fließen, wenn wir nicht unsere Gedanken verbreiten wollen, sondern uns zum Werkzeug derer machen, die heute wieder in der Welt das spirituelle Leben anfachen wollen.  Aus der Fragenbeantwortung Kann man das Vernehmen der inneren Stimme auch in der Natur draußen pflegen? Die Schule der Einsamkeit in der Natur ist sehr wichtig. Die meisten Menschen können keine wahre Empfindung verbinden mit dem, was <Schweigen im Wäldc> genannt wurde. Und doch liegt etwas sehr Bedeutsames dahinter. Denken Sie sich einen ganz lauten Schall immer schwächer und schwächer werden, und dann denken Sie sich ihn ganz verstummen. Sonst denken Sie nichts. Dann hören Sie nichts um sich herum. Denken Sie sich dasselbe beim Licht. Sie sehen Licht. Das Licht stumpft sich immer mehr ab; dann sehen Sie Dunkelheit. Und doch, die Dunkelheit ist nicht Nichts. Die Dunkelheit ist eine so positive Empfindung wie das Weiß. Aber sehen Sie, das NichtsHÖren und das Nichts-Sehen ist hervorgerufen aus dem allmählichen schwächer Werden des Lichtes und des Tones. Die ganze Dunkelheit und Lautlosigkeit ist nach und nach eingetreten. Fragen Sie sich jetzt einmal, könnte dieses schwächer und schwächer Werden des Tones nicht noch weiter fortgesetzt werden? Unter diese Nuance hinunter bis dahin, wo es noch leiser ist, als wenn man nichts hört. Im gemeinen Leben gibt das jeder zu. Einer, der immer und immer sein Geld ausgibt, der hat nichts; aber er kann doch noch weniger haben. Er kann Schulden machen. Dann hat er noch weniger als nichts. Wenn der Ton tiefer und tiefer geht, dann kommt man dazu, dass man auf der anderen Seite der Natur den Ton wieder hört. Da müssen Sie aber erst die Stimme leben lernen. Dies kann im Anfang als Stimmung empfunden werden. Wenn Sie solche Übungen machten, würden Sie schon finden, dass auf der anderen Seite der Mentalwelt für Geistesohren der neue Tag geboren wird. Wer dieses kann, der ist auf einem guten Wege. Es ist viel damit erreicht. In unseren Städten ist es aber fast unmöglich. Leicht ist es in der Natur draußen, da, wo der Frühling wirklich grünt, da, wo die Bäume, die Blätter und der Wald jeden Tag anders aussehen. Nicht umsonst sind die okkulten Stätten, in denen die Kultur gepflegt wurde, in die Natur hinausgelegt.  Sind Pflanzenfarben hörbar? Bei Stifter habe ich einen Satz gelesen: Ich hörte die blaue Farbe der Blume. Einer nicht sehr weitgehenden Sensitivität erscheinen auch die Töne in Farben und nicht nur die Farben in Tönen. Das geht noch weiteg dass, wenn ein anderer <1> ausspricht, gewisse Personen eine bestimmte Farbe in ihrem Bewusstsein haben. Der Anfang der neunten Symphonie ist schon in Farben umkomponiert. Der Physiologe Nussbaumer hat sich mit diesem Studium befassg auch französische Physiologen. Haben auch die Städte gewisse Farben ? Ja, Berlin ist grau, Wien rot. Die gotische Kirche ist astral ein Musikstück, mental ein Tongebilde.  SELBSTERKENNTNIS UND GOTTESERKENNTNIS Berlin, 16. Oktober 1905 Am Freitag um sieben Uhr ist eine Versammlung des Besant-Zweiges. Auf der Tagesordnung steht: ·Norbesprechung der am Sonntag stattfindenden Generalversammhng». Am Sonntag um zehn Uhr ist die Generalversammlung: Berichterstattung über die Geschäftsführung und so weiter. Falls die Generalversammlung es zulässt, wird um vier Uhr nachmittags eine mehr sachliche Besprechung über Theosophie stattfinden. In der Versammlung am nächsten Montag werde ich sprechen über ·Okku1tismus, Esoterik und Theosophien Ich bitte, darauf aufmerksam zu machen, dass dieses Thema mit den augenblicklichen Strömungen zusammenhängen wird. Ich bitte, so viel wie möglich, auch auswärtige Mitglieder einzuladen. Heute möchte ich zunächst einiges über <Selbsterkenntnis> und <Gotteserkenntnis> zu Ihnen sprechen. Das sind zwei Begriffe, die im Sinne des okkulten Weltstrebens sehr leicht misszuverstehen sind und die erfahrungsgemäß auch sehr leicht und häufig missverstanden werden. Immer wieder und wieder lesen Sie in theosophischen Büchern und hören Sie in diesen oder jenen populären theosophischen Vorträgen oder auch in anderen Vorträgen, die verwandten Richtungen angehören, dass der Mensch das göttliche Selbst in seiner Seele trägt, es in sich trägt, und dass er, um zur Gotteserkenntnis zu kommen, dieses Selbst nur sprechen zu lassen brauche, dann wird er damit auch die höchste Gotteserkenntnis in sich selbst finden. Die <Erkenntnis des göttlichen Sclbst> ist fast zu einem geflügelten Wort geworden. So wahr es ist, dass als ein heiliger Leitspruch vor jeder theosophischen Versammlung der alte Satz <Erkenne dich sc1bst> stehen sollte, so wahr ist es auch, dass dieses <Erkenne dich sclbst> die größten Schwierigkeiten bereitet. Mit dem Verstehen dieses Satzes wollen wir uns heute ein wenig beschäftigen: ·Erkenne dich sclbst> und der andere Spruch <Selbsterkenntnis ist der erste Schritt, der  Anfang zur Besserung'. 'Selbsterkenntnis> klingt ja viel trivialer, ist aber doch ebenso wahr. Diese beiden Sprüche müssen sich gegenseitig durchaus ergänzen. Ich habe Menschen kennengelernt, die kamen mir entgegen mit dem Ausspruch: Ach bin das Atma, in mir lebt das göttliche Selbst, in mir lebt der Gottesmensch» - und dergleichen ähnliches mehr. Derjenige, der eindringen will in die okkulten Lebensauffassungen, der muss sich vor allen Dingen die triviale Auffassung solcher Aussprüche gründlich abgewöhnen. Und heute wollen wir einmal vom Standpunkte des Okkultisten über diese Aussprüche einiges erÖrtern. Der Okkultist spricht nicht so, und niemals werden seine Worte geradezu die sein: <Selbsterkenntnis ist Gotteserkenntnisn - Aber um das im richtigen Lichte zu sehen, müssen wir uns fragen: Was können wir eigentlich in uns selbst finden? Wie viel können wir von uns selbst lernen? Ich will Ihnen an die Spitze dieses Vortrages einen Ausspruch solcher Individualitäten stellen, welche über uns alle weit hinausgeschritten sind und von denen wir alle viel lernen müssen. Sie sagen uns über die Selbsterkenntnis: «Viel lernen wir» - also die höheren Individualitäten - «von der Natur um uns herum, viel lernen wir durch das menschliche Leben um uns her. Unendlich Wertvolles lernen wir von unseren älteren Brüdern; gar nichts lernen wir von uns selbstm Halten wir uns diesen Ausspruch wohl vor Augen. Es ist ein Spruch derjenigen, die uns weit vorangeschritten sind in der Entwicklung. Wer sich klar macht, was der Mensch eigentlich ist, der wird diesen Ausspruch allmählich verstehen lernen. Was ist der Mensch? Da müssen wir auf manches zurückblicken, was in diesen Stunden hier von uns besprochen worden ist. Wir wissen ja, dass der Mensch nicht etwas ist, das aus dem Nichts heraus geboren ist. Wir wissen, dass er die WiederverkÖrperung seiner früheren PersÖnlichkeit ist. Wenn wir den Menschen von heute betrachten, so müssen wir uns fragen: In welchen Persönlichkeiten war dieser Mensch früher verkÖrpert? Und da kommen wir zu einer Reihe von Lebensläufen der vor uns stehenden Individualität. Und wenn wir auch bis zur ersten Inkarnation eines solchen Menschen gelangt sind, so sind wir noch immer nicht an einen Anfang gekommen. Wir gelangen nur in ältere  Regionen. Der Mensch war noch nichts, was dem ähnlich sieht, was er heute ist. Aber er war schon etwas. Und weiter hinaus finden wir den Menschen drinnen liegend in den Tatsachen und Wesen der Dinge der Vergangenheit. Da finden wir die Ursachen zu dem gegenwärtigen menschlichen Dasein. Und wenn wir uns fragen: Was sind wir? -, so haben wir zu sagen: Wir sind die Wirkung der früheren Lebensläufe, der Tage früherer Zeiten. Wenn wir uns heute so recht anschauen, sind wir im Grunde genommen nichts anderes als dasjenige, was sich zusammensetzt aus den Ursachen unserer früheren Taten und der Taten der in uns wirkenden Mächte der Welt. Wir sind eine Folge der Vergangenheit, und alles, was wir in uns finden können, das ist in der Vergangenheit einmal geschehen. Was in uns Persönlichkeit ist, das war Tat - Karma, persönliches, individuelles oder Weltenkarma - in der Vergangenheit. Wir sind ein Ausdruck dieses Karma. Und könnten wir so richtig in uns hineinblicken mit wirklicher Selbsterkenntnis, dann finden wir, wenn wir die Schulung durchmachen, die uns die okkulten Schulen gewähren, die eigenen früheren Lebensläufe, die Menschen, die mit uns früher verbunden waren, dann finden wir uns verstrickt mit der Menschenwelt, die um uns herum ist. Wenn wir das zu Rate ziehen, was ich in früheren Stunden hier gesprochen habe, dann wissen wir auch, wohin wir zu sehen haben, wenn wir die Sache in anderer Form sehen wollen. Bevor wir physisch wurden, waren wir Astralleib. Der ist die Summe von Leidenschaften und Begierden, wie sie sich damals vorbereitet haben und wie sie dann im physischen Leibe herausgekommen sind. Was in unserem physischen KÖrper heute wirkt, ist der Astralleib der Vergangenheit. Der hatte die Triebe und Leidenschaften in sich. Und was wir außerhalb von uns in den Tieren sehen, das sind die Leidenschaften, die sich von uns abgespalten haben. Sehen Sie hinaus auf den Löwen, so können Sie sagen: Diese Löwennatur habe ich einst in mir gehabt; ich habe sie hinausgeworfen, damit ich mich höher entwickeln kann. Was als Trieb in mir ist, habe ich abgestreift und geläutert. Zu einer Harmonie verschmolzen habe ich sie in mir, während sie sich draußen im Tierreich ausgebreitet haben. Meine  astrale Vergangenheit sehe ich ausgebreitet in den verschiedenen Tiergruppen der Welt. Und ehe ich in dem Astralkörper war, war ich in dem Mentalkörper. Auch damals habe ich Wesen abgestreift, um mich höher zu entwickeln. Und in der Pflanzenwelt, die ich um mich sehe, sehe ich die ganze Vergangenheit im Mentalkörper. Die köstlichen Früchte der Pflanzen drücken sie aus. Und wenn ich in die allertiefste Natur hineinschaue, in das, was in mir selbst Verstand und Bewusstsein geworden ist, dann muss ich diesen denkenden Verstand in seinen verschiedenen Bildern und Formen in der ganzen mineralischen Natur wahrnehmen. Auch dies ist ein Teil meiner eigenen Vergangenheit. Sehen Sie, wir begreifen die mineralische Welt, weil wir sie einst selbst waren. Wir begreifen den Bergkristall, weil wir ihn aus uns abgesondert haben. Was unser Verstand denkt, das hat einst die ganze mineralische Welt geschaffen. So ist unsere eigene Wesenheit um uns ausgebreitet, und indem wir in dieser Welt Umblick halten, erblicken wir nur unser eigenes Selbst, unser vergangenes Selbst. Und indem wir die Menschen um uns herum sehen, Menschen, die vielleicht auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe stehen, indem wir das alles um uns herum sehen, sehen wir die Bilder unserer eigenen früheren Verkörperungen und bilden unsere eigene spätere Verkörperung. So wie mancher Mensch um uns herum heute ist, so waren wir einst selbst. [So wie die Hottentotten waren wir; im Göttlichen werden wir einst sein.] So kommen wir zu einem Bild der Vergangenheit und zu einem Bild der Zukunft. Naturerkenntnis ist Selbsterkenntnis, Spiegel der Vergangenheit und der Zukunft. Das bedenkend spricht aus dem tiefsten des Innern heraus im Grunde genommen das einzig klärende Wort über die Selbsterkenntnis die Vedanta-Weisheit, die wunderbarste Weisheit, die jemals die Welt hervorgebracht hat: <Tät twam äsi> - <Däs bist dun Es gibt kein Ding in der Außenwelt, das nicht zu unserem Sein, zu unserem Selbst gehörte. Sehen Sie den Stein an, auf den Sie treten - das ist etwas, was einst mit Ihrem eigenen Selbst verbunden war. Sehen Sie die Pflanzen und die Tiere an - alles das  sind Stücke unseres eigenen Selbst. Sie waren einst hineingewoben in unser Selbst. Wir gehören mit Vergangenheit und Zukunft zu einem einzigen Wesen zusammen. Deshalb sagen wir zu dem, was draußen im Räume sich ausbreitet: <Däs bist dun Nicht das ist Selbsterkenntnis, wenn Sie hineinschauen in Ihr Inneres, sondern gerade, wenn Sie hinausschauen in die Welt mit dem Bewusstsein, dass in jedem Weltenwesen ein Stück Ihres eigenen Wesens ist: Nicht in dir ist die Welt, sondern draußen auf dem großen Tableau des Universums. Nicht aus dir, sondern zunächst aus dem großen Tableau des Universums spricht der schöpferische Gott. Selbsterkenntnis erlangst du, indem du Welterkenntnis erlangst, indem du hörst auf jegliches Wesen der Natur, indem du die Sinne und geistigen Organe öffnest für das, was aus der Außenwelt zu dir spricht. Nicht verschließen sollst du dich gegen die Außenwelt, sondern öffnen das Selbst nach außen, indem du das Selbst zunächst entäußerst und dir bewusst wirst, dass in der Außenwelt draußen dein wahres Selbst ist, das geschaffen hat in den urältesten Zeiten das, was noch als wahrnehmbar in dir ruht. Fühle dich eins mit dem, was im Räume draußen lebt und webt, und fühle dies in dem Ausspruch: <Däs bist du'. [Der Stein draußen ist die Ursache, dass gewisse Dinge in dir sind. Fühle, indem du Minerale anschaust: <Däs bist du'.] Der Mensch gehört nicht allein der Vergangenheit an, sondern auch der Zukunft. Er muss in die Zukunft hineinwirken; er muss lernen, was er einst sein wird. Dieses Selbst, das wir in uns tragen, wird einst etwas ganz anderes sein als das, was es heute ist. Aber was es in der Zukunft sein wird, das können wir nicht in unserem Selbst finden. Das liegt nicht in unserem Selbst. Unser Selbst ist Karma - Wirkung der Vergangenheit. Was das Selbst hieraus macht, das werden wir erst in der Zukunft sein. Das kÖnnen wir aber nicht lernen von uns selbst, sondern nur von denjenigen, welche eine Stufe weiter geschritten sind als wir, von unseren älteren Brüdern, die in einer Reinkarnation stehen, die vorgeschrittener ist als die unsrige. Deshalb sagt der höher entwickelte Mensch: Das, was ich war und was ich sein werde, das muss ich lernen. Viel kann ich lernen von der mich umgebenden Natur, sehr viel von den mich umgebenden  Menschen, unendlich Wertvolles kann ich lernen von meinen älteren Brüdern, gar nichts von mir selbst - und er meint damit das im Augenblick gegenwärtige Selbst. Es muss vielleicht mehr begriffen werden, dass ein tieferes Selbst ausgebreitet draußen in der Natur ist, insofern es seine Ursache in der Vergangenheit hat. Und es muss ferner begriffen werden, dass in dem, was unsere älteren Brüder, die weisen Brüder der Menschheit erlebten, uns heute eine Vorzeichnung für unsere eigene Zukunft ist. So müssen wir verstehen, dass wir Selbsterkenntnis nicht entgegenhalten können dem, was unsere älteren weisen Brüder lehren, sondern dass wir unser eigenes Selbst in diesen älteren Brüdern zu sehen haben, dass wir unsere Zukunft selbst in diesen älteren Brüdern zu sehen haben. Das, was sie heute sind, werden wir einst sein, [und wollen wir lernen, was wir in der Zukunft sein werden,] dann müssen wir uns sagen lassen, was sie bereits durchgemacht haben. Wie könnten die Tiere, Pflanzen und niedrigstehenden Menschen eine Aufklärung geben über ihr Selbst? Dasjenige, was wir heute sind, werden diese in einer späteren Zeit sein. Aber wir können unser eigenes Selbst uns nur aufklären lassen von denjenigen, die angelangt sind an den Stufen, zu denen wir noch kommen müssen. So können wir nur in Demut sitzen zu den Füßen der großen Lehrer des Menschengeschlechts. Die Weisen Indiens sprechen: Der Schüler hat andächtig zu sitzen zu den Füßen des großen Guru. - Das schließt nicht Selbsterkenntnis aus, sondern das schließt Selbsterkenntnis ein, die wahre Selbsterkenntnis. Denken Sie sich: Ich sitze zu den Füßen des erhabenen Guru -, da darf ich nicht sagen: Ich will nicht von dir lernen, sondern von mir selbst. — Das wäre eine Verkennung des wahren, höheren Selbst. Das höhere Selbst spricht aus allen. Aus seinen Worten spricht auch mein Selbst. Das, was ich lernen kann von meinem Selbst das tönt mir aus den Lippen meines Guru. Theorie, graue Theorie ist es, wenn man meint, das eigene Selbst solle man sprechen lassen. Und wahre esoterische Praxis ist es, wenn man die älteren Brüder der Menschheit hört. Das, was wir sind, was unser Selbst uns zu sagen hat, spricht am besten ein solches Buch aus wie «Licht auf den Weg» oder ähnliches. In  den ewigen Sätzen, die Sie in diesem Buch finden oder im Neuen Testament namentlich im Johannes-Evangelium oder in den ehrwürdigen Schriften der großen Meister, da tönt Ihr Selbst zu Ihnen. Und wenn Sie lautlos und still werden in dem, was Sie selbst jetzt sind als Wirkung der Vergangenheit zu den Füßen des Guru - er braucht nur entwickelter zu sein als Sie selbst -, dann tönt Ihnen Ihr eigenes Selbst belehrend in die Ohren, in Ihre Seelen. Und indem an Sie ein Satz herantritt, wie er hier steht: «Erwarte das Blühen der Blume in der Stille nach Sturmgebraus, nicht friiher», dann ist das ein Ausspruch eines Meisters, der die Stufe längst durchgemacht hat, auf der ich stehe und der mich belehren kann über mein Selbst. Deshalb sagt der Okkultist: Vor allem habe ich mich zu vertiefen in dasjenige, was die weisen Führer der Menschheit hervorgebracht haben. Und da steigt er in Demut und Gelassenheit stufenweise empor. Zuerst hören wir auf dasjenige, was uns die Großen der Menschheit zu sagen haben, die auf allen Gebieten aufgetreten sind und die weiser waren als wir. Wir blicken auf zu den großen Künstlern, zu den großen weisen Führern, sofern sie uns in der äußeren, exoterischen Geschichte entgegentreten. Wenn wir ein Bild von Raffael auf uns wirken lassen, wenn wir des Platons große Werke über die Unsterblichkeit der Seele oder seinen «Phaidom in uns eindringen lassen, wenn wir auf uns wirken lassen die Schriften, die uns zum Beispiel unser deutscher Johann Gottlieb Fichte oder ähnliche große Männer hinterlassen haben, dann spricht unser Selbst mit uns, dann redet unser Selbst mit uns, und dann ranken wir uns auf der ersten Stufe hinauf zu einem höheren Element unseres Selbst. Dann, wenn wir das, was auf dieser Stufe steht in uns, aufgenommen haben, wenigstens teilweise, dann können wir an die Tiefen derjenigen, die sich nicht nennen, weil auf ihren Namen nichts ankommt, etwa in eine solche Schrift wie «Licht auf den Weg», die nur durch das Werkzeug Mabel Collins niedergeschrieben wurde, die aber von einem großen, weisen Führer herrührt, dann ranken wir uns hinauf zu höheren Stufen. So spricht auch unser Selbst zu uns durch das Evangelium, durch die Bhagavad Gita, durch die uralten Schriften der Menschheit. Das  alles ist unser Selbst, was da spricht, und wir finden es am besten, wenn wir es nicht in uns, sondern außer uns suchen, wie es in dem Vedantaspruch heißt: <Tät twam äsi> - <Däs bist dun Und dann, wenn wir nichts mehr verspüren davon, dass wir uns selbst etwas zu sagen haben, wenn wir bloß noch ein Gefäß sein wollen, wenn wir alles hingegeben haben, was mit unserem engeren Selbst, das eine Wirkung ist, zusammenhängt, dann, erst dann spricht höhere Individualität zu uns. Dazu gehört aber noch so manches, vor allen Dingen eine tüchtige Berücksichtigung des Spruches, dass die Selbsterkenntnis, die Erkenntnis unseres sogenannten Innern, der Anfang zum Willen zur Vervollkommnung auch der Erkenntnis ist, dass wir durch unser Selbst gar nichts lernen. In Wahrheit gibt sich der Mensch durch dieses Selbst den schwersten Täuschungen hin. Dieses Selbst - sehen Sie es sich einmal an. Sind Sie selbst es bei Ihren täglichen Verrichtungen? Sind Sie es selbst, wenn Sie zum Essen gehen? Sind Sie es selbst, wenn Sie Ihren Geschäften nachgehen? Eine klare Selbsterkenntnis wird Ihnen sagen, dass Sie es nicht selbst sind, sondern, dass es Naturtriebe sind. Was Ihr physischer Leib, was die Natur aus Ihnen macht, das treibt Sie, das nur stößt und drückt in Ihnen. Es ist die größte Illusion, wenn jemand sagt: Ich essq ich gehe spazieren, ich besorge dieses oder jenes Geschäft - denn er ist nicht der Treibende, sondern der Getriebene. Für den, der sich hineinversenkt in diese Selbsterkenntnis, ist sie nicht die Quelle für die Wahrheit, die er in seinem Selbst etwa finden könnte, sondern er bemerkt, dass er gerade in seinem Selbst die Außenwelt findet, das, was ihn von außen stößt und treibt. Selbst wenn Sie noch so sehr mit Ihrer gegenwärtigen Individualität zusammenhängen, was sind Sie? Sie sind das Ergebnis Ihrer karmischen Entwicklung von früher. Das, was wir heute denken und fühlen, das denken und fühlen wir so, weil wir in früheren Lebensläufen zu diesem oder jenem getrieben worden sind. Die früheren Leben wirken durch unser Leben hindurch. Wenn Sie sich in der Selbsterkenntnis fragen: Warum tue ich dieses oder jenes, da kommen Sie nicht auf Ihr Selbst, sondern auf die früheren Ursachen in Ihren Lebensläufen. Und wenn Sie noch weitergehen, selbst prüfen, was Sie in dem gegenwärtigen Leben sich  angeeignet haben, finden Sie dasselbe. Nehmen Sie nur die Sprache. Ist die Sprache Ihr Selbst? Sie sprechen, Sie meinen zu sprechen. Kann der Mensch sprechen aus seinem Selbst heraus? Wenn das so wäre, es müsste jeder Mensch neue Worte bilden können, jeder Mensch müsste die Sprache aus seinem Selbst heraus gebären. Aber die Sprache spricht, die Sprache des Stammes, des Volkes. Das ganze Volk spricht durch die Sprache. Das ganze Volk steht hinter uns und spricht zu uns, durch uns. Wir können immer weiter nach Selbsterkenntnis trachten und werden finden, dass das Selbst immer weiter aus uns herausgeht. Und wenn wir verstehen <Tät twam äsi>, und dieses Selbst ausgebreitet und ausgegossen sehen über die Außenwelt, dann leben wir in Selbsterkenntnis. Das muss man sich nur ganz klar machen und man muss es einmal gefühlt haben, was es heißt, so ausgehöhlt durch die Selbsterkenntnis vor sich selbst zu stehen. Ausgehöhlt steht der Selbsterkennende vor sich selber. Öde und finster muss es erst werden in uns, wenn wir das Ende der Selbsterkenntnis erreicht haben wollen. Da, wo wir früher Wärme empfanden, da fühlen wir später durch die Selbsterkenntnis, dass diese Wärme nicht unserem Herzen entströmt, sondern dass sie erst hineingegossen ist durch die Außenwelt und dass unser Selbst nur der Zusammenfluss der Kräfte der Außenwelt ist. An die Stelle eines jeden arroganten Gefühls des Selbst treten dann die vollkommenste Bescheidenheit und die Erkenntnis, dass wir nichts sind gegenüber der Umwelt. Dürre und Öde und Ausgehöhltheit ist das Ergebnis jener Selbsterkenntnis, die nur in sich selbst suchen will. Wenn wir da angelangt sind und einsehen, dass unser Selbst ganz in der Außenwelt liegt, dann sind wir reif, einfließen zu lassen die Lehren unserer älteren Brüder, dann sprechen sie zu uns, die Siegelbewahrer unseres höheren Selbstes, wenn wir nichts mehr sein wollen von diesem höheren Selbst. Unser niederes Selbst ist draußen ausgebreitet in den verschiedenen Etappen, und unser höheres Selbst ist draußen ausgebreitet in denen, die weiter gekommen sind als wir. Selbsterkenntnis ist Welterkenntnis, und der Anfang der Selbsterkenntnis ist der, dass unser Selbst von außen in uns einströmen  muss. Keiner kann den Weg gehen und den Spruch fühlen: «Suche den Weg der inneren Versmkung», ohne getrieben zu sein zu dem anderen Spruch: «Suche den Weg, indem kühn du heraustrittst aus dir selbst> Das ist erst wahre Selbsterkenntnis, dass nicht mehr in uns selbst gesucht wird, sondern in der Außenwelt. Und dann enthüllt sich uns etwas von der Zukunft, von dem, was noch nicht ist. Es gibt nämlich solche, die heute schon vermöge ihrer weiteren Entwicklung hineinsehen können in dasjenige, was unser eigenes Selbst erst in der Zukunft sehen wird. Wir sind hindurchgegangen durch die astrale, durch die mentale WelL und wir werden uns wieder hinaufringen zu einer astralen und mentalen Welt durch diese unsere physische Welt hindurch. Aber dazu müssen wir uns erst die Kraft entwickeln, um uns zu diesen höheren Welten hinaufzurücken, wo wir mit Tod abgehen; sie können gesehen werden von unseren älteren Brüdern. [Die Welten, die jenseits des Todes liegen, sie können gesehen werden von unseren älteren Brüdern.] Derjenige, der in Demut die Stufe der älteren Brüderschaft erreicht hat, der sieht innerhalb des Lebens schon jene Reiche, welche der Mensch betritt, wenn er durch das Tor des Todes geschritten ist. Und wie lernt der Mensch, in diese Welt hineinzuschauen? Nicht durch Selbstbebriitung, sondern durch Hinhorchen auf dasjenige, was uns unsere älteren Brüder sagen; durch das Begreifen des Satzes, dass Selbsterkenntnis Hinhorchen ist auf die Unterweisung der älteren Brüder. In den Worten unserer älteren Brüder liegen die Kräfte, die uns nicht nur unterrichten, nicht nur belehren, sondern in unserem eigenen Astralleib, in unserem eigenen Mentalkib Organe, Geistesaugen und Geistesohren erwecken. Indem der Guru zu mir spricht, fließen StrÖme in mich ein, die in mir Geistesaugen und Geistesohren erwecken, wodurch ich selbst hineinsehen lerne in die Welten, in die er hineinsehen kann. Erst, wenn ich nicht mehr brauchen will, was in mir ist und nur Wirkung der Vergangenheit ist, wenn ich mich ausgehöhlt habe und in das leere Gefäß den Inhalt der höheren Brüder einfließen lasse, dann bekomme ich den Inhalt, der mich hineinblicken lässt in die Zukunft des Menschenlebens.  So ist für den wahren Okkultisten in der Praxis die Selbsterkenntnis das bescheidene AnhÖren derjenigen, die das schon gelernt haben, was er noch zu lernen hat. Und am meisten lernt man unter diesem Gesichtspunkte. Deshalb verehrt der Okkultist den Schüler und den Meister, und er sucht den Schüler und den Meister nicht in sich selbst, sondern in dem anderen größeren Selbst, das draußen in der Welt ist. Selbsterkenntnis heißt für den Okkultisten Hingabe zu einem Schüler und zu dem Meister; und das größere Selbst bei ihm suchend auch hier den Spruch bewahrheitend: <Däs bist dun Und unbescheiden im höchsten Sinne des Wortes wäre es, zu sagen, dass man in sich das finden könnte, was unsere älteren Brüder lehren. Deshalb wird man so bescheiden, wenn man ein wenig vorschreitet in der Erkenntnis. Deshalb gewöhnt man sich ab, von einem bestimmten Punkte an jemals seine eigene Meinung zu sagen. Denn was ist diese? Nichts als eine Wirkung des Karma. Aber wenn man dasteht und seine eigene Meinung unterdrückt, alles, wozu man selbst glaubt aufgerufen zu haben, zunächst schweigen lässt und auf das hört, was uns von der Außenwelt entgegentönt von denen, die es weiter gebracht haben als wir selbst, dann verdienen wir, wirklich gehört zu werden. Und dann weiß auch der einfache Mensch, der in diesem Sinne lebL Schönes und Großes zu sagen. Wenn ein Mensch nur seine Meinung vertritt, wird er Ihnen sehr wenig zu sagen haben. Wenn ein Mensch zu Ihnen kommt, aber nur seine Meinung vertreten will, der wird Ihnen sehr wenig sagen. Wenn er aber aus seiner Individualität heraustönen lässt die urewigen Wahrheiten derjenigen, die weiser sind als er selbst und derer er sich bewusst ist, dann wird er Ihnen - wenn auch scheinbar einfältig - unendlich vieles zu sagen haben. Die höchste Wahrheit tönt aus der tiefsten Bescheidenheit und Demut. Diejenigen, die die höchsten Wahrheiten gesagt haben, sie haben anders gesprochen als diejenigen, welche so häufig zu uns sprechen, die sagen: Ich meine dieses, ich glaube jenes, das ist mein Standpunkt, das ist meine Meinung. - So sprechen diejenigen nicht, die etwas weitergekommen sind; sie berufen sich auf diejenigen, die hinter ihnen stehen. Sie wissen, dass wertlos ihre eigene Meinung ist. Diejenigen, die die theosophische Bewegung gegründet haben,  die, welche sie in der richtigen Weise vertreten, haben sich immer auf die Individualität berufen, die hinter ihnen steht, auf ein wahres höheres Selbst, das hinter ihnen spricht, [eine Individualität,] die Meister ist, und deshalb unser höheres Selbst ist. Die Worte der außer uns lebenden Meisterpersönlichkeiten, die teilen das eigentliche verständnisvolle Wirken der theosophischen Gesellschaft mit. Ganz und gar ergeben sie [die Gründer der theosophischen Gesellschaft] sich in ihren Willen und machen sich zu ihren Instrumenten. Das ist ihre Gesinnung. Am liebsten haben sie es, wenn sie vor andere hintreten können und sagen können: Gar nichts ist in mir, nichts soll heraustönen aus mir, ich will mich zu einem leeren Gefäß machen, aus dem der Meister spricht. Aber der soll nicht mein eigenes Selbst sein, sondern dieses höhere Selbst sollen die weisen Führer und Brüder der Menschheit sein, die neben uns leben, und deren Worte wir hören und im richtigen Sinne verstehen wollen. Viel können wir lernen von der Natur um uns herum, sehr viel von den Menschen und dem Leben um uns herum, und das Wertvollste können wir lernen von den älteren Brüdern. Gar nichts aber sollen wir lernen aus uns selbst heraus, denn wir sind nur ein Durchgangspunkt. Wir vermögen nichts in der Welt, wenn wir diesen Durchgangspunkt in unserer Gegenwart zu dem Wirksamen machen wollen. Denken Sie sich, was Sie wären, wenn Sie nur Ihre Gegenwart wirksam machen wollten. Diese ist doch nur die Wirkung von Karma. Weisen Sie alles ab, was über Ihnen steht, so geschieht nichts durch Sie, als was schon geschehen ist. Sie wären eine unfruchtbare Frucht am Menschenbaume. Denn es ist ja alles schon geschehen, was durch Sie geschehen könnte, wenn Sie bei Ihrem eigenen Selbst bleiben. Erst wenn Sie Ihr Selbst befruchten mit dem höheren Selbst, mit dem in der Welt vorhandenen höheren Selbst, dann kÖnnen Sie etwas Neues in diese Welt hineinbringen. Dann wirkt aus Ihnen etwas heraus, was nicht bloß Vergangenheit und deren Wirkung ist. Einzig und allein der Zusammenhang mit dem, was an Höherem geleistet worden ist in der Welt als wir selbst sind, einzig und allein dieser Zusammenhang und dieses volle bescheidene Bewusstsein gibt uns die Kraft, etwas Produktives in der Welt zu bewirken. Und dieser Entschluss,  aus der Öde des eigenen Selbst die Verbindung zu suchen mit dem, was höher steht in der Welt als wir, dieser Entschluss ist die erste Stufe zur Schülerschaft. Wer eine andere Selbsterkenntnis sucht als die angedeutete, der kann nie im okkulten Sinne Schüler oder Chela werden. Einzig das gibt uns die Kraft, etwas zu lernen in der Welt. Ohne dieses Bewusstsein sind wir kraft- und machtlos - nichts. Alle okkulten Schulen haben dieses Bewusstsein als eine volle Wirklichkeit zusammengefasst in zwei Sätze, die, wenn der Mensch sie sich nicht nur theoretisch vorhält, sondern in jedem Momente seines Lebens nach ihnen lebt, ihm eine unendliche Fülle von Seelenkraft geben, wie sie der Mensch nur haben kann. Aller Okkultismus und alles menschliche Streben überhaupt sind in diesen zwei Sätzen eingeschlossen, die wir gleich berühren wollen. Aber diese Sätze müssen so gelebt werden, dass wir bei jedem Schritt von ihnen ganz und gar durchpulst und durchflossen werden, dass wir nichts tun ohne das Bewusstsein dieser zwei Sätze. Diese zwei Sätze passen im Grunde genommen zusammen, denn das, was um uns ist, ist in uns zusammengeflossen und hat uns zu dem gegenwärtigen Standpunkt gebracht. Da stehen wir und sehen uns alles an, was um uns herum ist. Das ist unsere eigene ausgebreitete Vergangenheit. Mehr können Sie nicht in ihrem Selbst finden. Sie finden in ihrem eigenen Astralleib die draußen ausgebreiteten Empfindungen. Alles, was empfinden kann, ist ein Spiegelbild dessen, was in Ihrem eigenen Astralkörper lebt. [Alles, was lebt, ist ein Spiegel unseres Ätherkörpers.] Was als Stein und Mineral um uns herum ist, das ist ein Spiegelbild dessen, was in dem eigenen physischen Körper lebt. Ihr Ich ist zunächst ganz leer; denn Sie sagen zu ihm nichts anderes als Ich. Wollen Sie mehr in diesem Ich haben, so müssen Sie in die Zukunft schauen, müssen Sie auf das hinschauen, was nicht Vergangenheit ist für Sie selber. Dann müssen Sie sich bewusst sein, dass in der Brücke zwischen diesen beiden etwas ausgesprochen ist, was wichtig ist, nämlich, dass in der Brücke zwischen diesen beiden Sie selbst ausgesprochen sind, dass Sie nur eine Brücke sind zwischen dem, was Sie selbst entwickelt haben und dem, was sich noch entwickeln wird. Was wir sehen können, das waren wir schon; was wir  sehen lernen, wenn wir auf die Unterweisungen der älteren Brüder schauen, das werden wir schauen, das arbeitet der Zukunft entgegen. So blickt der, welcher das verstanden hat, hinaus in die Welt und sagt: Das ist gewesen und ist um meinetwillen da, dass ich entstehen konnte. Was ich wahrnehmen kann, gehÖrt alles dazu. Nehmen Sie irgendetwas aus dieser Umwelt heraus, Sie wären nicht derselbe, der Sie heute sind. Und alles hat sein müssen, damit Sie sind. Wie Sie ein Haus Stein auf Stein aufbauen, so ist es auch da. Damit die oberen Stockwerke aufgebaut werden können, muss das unterste da sein. Nehmen Sie einen einzigen Stein heraus, so sieht das Haus nicht mehr so aus, wie es aussehen soll. Ebenso ist es beim Menschen. Nehmen Sie einen Baustein heraus, so sieht er nicht mehr so aus, wie er jetzt aussieht. Das begreift man nicht gleich. Aber wie der Yogaschiiler sagt, durch einige Yogaübungen lernt man dies begreifen. Blicken wir in die Welt, so sehen wir, was um uns in der Welt da ist. Blicken wir in uns selbst, so finden wir das, was werden soll, wir finden die Knospen für die Früchte der Zukunft. Und dann sind wir uns auch klar, dass wir nicht um unserer selbst willen da sind, sondern um dessentwillen, dass wir [SO] werden, wie unsere älteren Brüder sind, dass wir ihnen nachstreben als unseren Idealen. Nicht ausgeklügelten Ideen, sondern dem Beispiel [unserer älteren Brüder] sollen wir nachstreben. In der Wirklichkeit sollen wir leben, nicht in Abstraktionen. Das ist der zweite Satz. So entwickelt sich das Göttliche, indem wir den Anschluss finden an das, was für uns Gegenwart ist und für uns Veranlagung ist zu einer Zukunft. Wir sind da, um des Göttlichen willen, nicht um unserer selbst willen. So denkt derjenige, der diese zwei okkulten Sätze versteht, gar nicht an sich selbst. Er denkt an das, was da ist um seinetwillen und an das, was werden soll, um dessentwillen er da ist. Aus diesen zwei Anschauungen fließt die Kraft zu wirken, nicht für uns selbst, sondern alles für das Göttliche, das sich aus uns heraus entwickelt. Das sind die zwei Grundsäulen alles Okkultismus. Wollen Sie zu den höheren Quellen hinauf, dann müssen Sie unter den Auspizien dieser zwei Sätze leben, dann müssen diese zwei Sätze alles durchseelen und durchpulsen, sie müssen Ihnen ganz intim  und vertraut werden. Die zwei Sätze, in denen sich der Sinn unserer heutigen Besprechung zusammendrängen soll, sind die Sätze, die mit goldenen Lettern vor jeder Geheimschule stehen, mit Lettern, die nur zu den Seelen sprechen, sie aber wie ausgelöscht sind, wenn jemand sie mit Eigennutz oder Selbstsucht ansehen will. Wer in völliger Selbstlosigkeit die Pforte der Geheimschule betritt, sieht diese zwei Säulen aller Wirklichkeitserkenntnis, die da lauten: «Alles um uns herum für uns. Und wir selbst für den Gottm Das sind zwei Sätze, die dem Okkultisten die Kraft geben, wenn er sie ganz begriffen hat. Wir müssen wirklich lernen wollen, was um uns ist. Und wenn uns jemand nach unserem höheren Selbst fragt, so müssen wir über uns hinaus deuten, nicht in eine unbestimmte, abstrakte Leerheit, sondern in eine konkrete Wirklichkeit. [Nichts haben wir in uns selbst, alles um uns herum ist da für uns, und wir sind für das Göttliche da. Die beiden Grundsätze allen Okkultismus, sie standen mit goldenen geheimen Lettern, die ihren Glanz verloren, wenn ein profanes Auge sie erschaute, über den Pforten aller okkulten Schulen.] [Der Profane kann sie nicht nur nicht lesen, er kann sie auch, wenn er sie lesen würde, nicht verstehen. Das sind Sätze die dem Okkultisten Kraft geben, wenn er sie ganz begreift.] In diesem Sinne sollte heute gesprochen werden. Denn wenn solche Dinge verstanden werden, dann versteht man auch, dass die theosophische Bewegung nicht ohne okkulte Grundlage, nicht ohne das Wissen der Meister und nicht ohne das Wissen der höheren Welten möglich ist. Diese höheren Welten sind unsere Zukunft. Was wir heute tun, arbeiten wir in unseren Astralleib hinein, und dieser wird die spätere Welt aufbauen. Es gibt auch Seelen, die mehr hineingearbeitet haben, als wir selber sind, und diese stellen uns die Bilder unseres eigentlichen höheren Selbst auf. Wenn wir unter dem Einfluss solcher Erkenntnis leben, dann kÖnnen wir allen Schwierigkeiten, die von außen kommen, in der theosophischen Bewegung begegnen. Diese Schwierigkeiten kommen in der  Regel von Menschen, nicht von unseren älteren Brüdern. Und man kommt immer mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass die Fehler solcher großen Bewegungen, wie es die theosophische Bewegung ist, nicht aus ihr heraus kommen, sondern in sie hineingetragen werden. Was ist eine solche Bewegung, wie die Theosophie es ist? Sie kann dadurch entstehen, dass eine Reihe von Menschen zusammengerufen wird, und dass durch ihre Seelen das Leben und die Weisheit der Meister fließen sollen. Nun sind sie beisammen, es strömt dieses Leben durch sie. Aber sie kamen ja von außen herein, sie sind zusammengekommen von allen Seiten, und sie bringen ihre Fehler mit, legen sie nicht gleich ab, und so müssen ihre Fehler innerhalb der Bewegung erscheinen. Aber dies sind nicht die Fehler, die aus der Bewegung selbst kommen. Die Menschen bringen die Fehler in die Bewegung hinein. Wenn Unarten in der Bewegung sind, so sind es nicht die, welche in der theosophischen Bewegung liegen, sondern solche, die auch draußen in der Welt sind. Wir müssen uns klar sein darüber: Schwere Krisen können noch kommen. Wir müssen auch die Fehler der in die theosophische Bewegung hineintretenden Menschen tragen. So sollten wir alles ansehen, was geschieht in unserer Bewegung. Manches ist zu tadeln in dem, was wir alle tun. Aber wir sind von draußen hereingekommen und haben noch die Fehler der äußeren Welt. Und seien wir uns klar darüber, dass wir durch die theosophische Bewegung diese Fehler ablegen müssen. Und wenn es die wertvollsten Mitglieder wären, so streben auch diese danach, ihre Fehler abzulegen. Es ist ein Fehler, auf die Fehler hinzuweisen. Suchen wir die Fehler in uns, und wenn Größe und Erhabenheit da ist, außer uns. Dann haben wir uns in die theosophische Bewegung richtig hineingestellt. Kritisieren wir uns und nicht die Bewegung, dann können wir weiterkommen. Das könnte uns eine Leitlinie sein für manches, was in der letzten Zeit geschehen ist, auch für das Leben in der Bewegung selbst, was der Meister in den Sätzen sagt: «Viel lernen wir in der Natur, sehr viel mehr von den Menschen und unendlich Wertvolles von den älteren Brüdern. - Nichts von uns se]bst.» HÖchstens das eine: Wie wir uns selbst an dem Beispiele der älteren Brüder zu verbessern haben.  DAS VERHÄLTNIS DES OKKULTISMUS ZUR THEOSOPHISCHEN BEWEGUNG Berlin, den 22. Oktober 1905 Ich möchte noch einmal bekanntgeben, dass ich mir gestatten werde, morgen früh einen Vortrag zu halten über gewisse gegenwärtige okkulte Fragen im Zusammenhang mit der Freimaurerei. Und das soll geschehen nach altem okkulten Usus, getrennt für Herren und Damen. Um zehn Uhr wird der Vortrag für Herren stattfinden, um halb zwölf Uhr für Damen. Sie werden vielleicht fragen, warum dieser Usus besteht, der erst in der theosophischen Weltanschauung überwunden werden wird. Das wird sich aus dem Inhalt der Vorträge ergeben, und ich möchte mir noch erlauben zu bemerken, dass morgen Abend der Besant-Zweig seine ordentliche Versammlung haben wird um acht Uhr. Also über das Verhältnis des Okkultismus zur theosophischen Bewegung und einige andere damit zusammenhängende Fragen möchte ich sprechen. Es ist oft und oft darüber gesprochen worden, ob die theosophische Bewegung, insbesondere insofern sie sich in der Theosophischen Gesellschaft zum Ausdruck bringt, eine okkulte Bewegung sei, oder ob man von allem Okkultismus in der theosophischen Bewegung absehen müsse. Die theosophische Bewegung als solche, insofern sie sich in der Theosophischen Gesellschaft zum Ausdruck bringt, kann keine okkulte Bewegung sein. Eine okkulte Bewegung hat andere Voraussetzungen als diejenigen sind, die in der Theosophischen Gesellschaft zum Ausdruck kommen können. Okkulte Gesellschaften hat es zu allen Zeiten gegeben. Diese hatten vor allen Dingen eines notwendig: nämlich, dass sie durch die ganze An ihres Strebens eine Art von hierarchischer Gliederung waren. Das heißt, dass die Mitglieder einer solchen Gesellschaft, Brüderschaft, nach Graden geordnet waren. Jeder Grad, vom ersten bis hinauf in die neunziger Grade, hatte seine ganz bestimmte Aufgabe. Innerhalb jeden Grades gab es ganz bestimmte Aufgaben. Niemand konnte  vorher in einen höheren Grad befördert werden, bis er die Aufgaben des niederen Grades erfüllt hatte. Ich kann nur ganz im Allgemeinen andeuten, warum das so ist. Da müssen wir nämlich überhaupt über die Aufgaben solcher okkulten Brüderschaften sprechen. Die verehrten Freunde, die über solche Dinge mich schon öfter haben sprechen hören, werden mich heute umso besser verstehen. Okkulte Brüderschaften sind Führerbrüderschaften der Menschheit. Sie haben die Aufgabe, die Dinge der Zukunft vorzubereiten. Alles, was in der Zukunft geschehen soll, bereitet sich ja schon in der Gegenwart vor, findet in der Gegenwart seinen Ausdruck als Idee, als Plan und wird dann in der Zukunft verwirklicht. Selbst wenn Sie auf dem äußeren physischen Plan die Entwicklung des Menschengeschlechtes ansehen, so werden Sie doch finden, dass Dinge, die später eine Verwirklichung erfuhren, viel früher in Köpfen und Seelen von führenden Persönlichkeiten und Individualitäten als Idee aufkeimten und nach Ausdruck rangen. Nehmen Sie zum Beispiel die Dampfmaschine: Sie werden finden, wenn Sie die Sache zurückverfolgen, wie sich die Dampfmaschine aus den einfachsten Tatsachen heraus entwickelt hat; wie schon der mit kochendem Wasser gefüllte Kochtopf die Idee der Dampfmaschine enthält, die sich dann von dieser einfachsten Form bis zum kompliziertesten Mechanismus fortsetzt. Das sind aber Kleinigkeiten gegenüber dem großen Menschheitsbau, den wir vor uns haben. Die wichtigsten Sachen setzen viel größere und viel bedeutungsvollere Perspektiven voraus. Sie setzen voraus, dass dasjenige, was in weiter ferner Zukunft geschehen soll, in gewisser Weise heute schon vorbereitet wird. Wie kann so etwas geschehen? Dadurch, dass man es in der Hand hat, heute schon die Kräfte in die Welt hineinzulegen, welche in der Zukunft wirksam werden sollen. Alles, was in der Zukunft hier auf dem physischen Plan geschehen wird, das bereitet sich bereits viel früher auf dem Astralplan und dem Devachanplan vor; sodass tatsächlich ferne, zukünftige Ereignisse, ihrer Kraft nach, in den höheren Planen und Welten verfolgt werden können. Aber der Mensch kann nicht gut in die Zukunft hineinwirken, wenn er nicht, aus der Kenntnis der wirkenden Kräfte  heraus, diese Wirkung vorbereitet. Der Mensch ist ein selbstbewusstes Geschöpf und muss sein Geschick selbst in die Hand nehmen. Deshalb hat es immer fortgeschrittene Brüder unseres Menschengeschlechtes gegeben, welche nicht bloß auf dem physischen Plane sehen können, sondern auch auf höheren Planen. Versuchen wir zu begreifen, was das heißt: auf höheren Planen voraussehen. Nehmen wir an, Sie haben einen Teich mit Wasser. Sie können voraussehen, dass der Teich, wenn die Temperatur sinkt, eingefroren sein wird, dass darauf Schlittschuhläufer und so weiter sein können. In ähnlicher Weise haben wir es mit dem Verhältnis des sogenannten astralen Planes zum physischen Plane, das heißt zu unserer Welt zu tun. Wenn man nämlich die Vorgänge auf dem astralen Plane verfolgt, dann kann man in der Tat mit Hilfe des astralen Ereignisses dasjenige sehen, was in späterer Zeit gleichsam als Verdichtung davon da sein wird. Und so kann man aus den astralen Ereignissen dasjenige ersehen, was später auf dem physischen Plane verdichtet auftritt. Nichts anderes sind die physischen Begebenheiten als so verdichtete Ereignisse, die sich vorher in den höheren Welten zugetragen haben. Ein Beispiel: Im ganzen Altertum gab es Mysterien. Diese hatten die Aufgabe, einzelne Menschen aufzunehmen und sie einzuweihen in die Geheimnisse des Daseins, oder- wie Johannes der Apokalyptiker sagt - zu zeigen, was «in Kürze», in der Zukunft geschehen soll. Wenn wir in eine solche Tempelstätte eintreten, finden wir, dass ein Unterricht dort stattfindet für diejenigen Schüler, die in den ersten Grad aufgenommen werden. Wir finden dann auch einen Unterricht für hÖher und immer hÖher entwickelte Schüler. Die erste Stufe war die, dass die Betreffenden ihren Astralleib läuterten. Dies bestand darin, dass sie nicht bloß die gewöhnliche bürgerliche Ethik sich zu eigen machten. Die bürgerliche Ethik wurde vorausgesetzt; das was hier in Betracht kommt, musste in strenger Pflichterfüllung befolgt werden. Wenn der Schüler dann mehr und mehr zu höheren Idealen aufstieg, aus den Leidenschaften und Trieben des gewÖhnlichen Lebens hinaufstieg zu den Wünschen, die über allem Kleinlichen des Menschen stehen, und seine Lust und Unlust so reinigte, dass die  großen weltumfassenden Angelegenheiten des Menschengeschlechtes die seinigen wurden, wenn er über sich hinaus mitfühlte und mitempfand, dann war er auf dem Wege, das, was man die <Reinigung' des Astralkörpers nannte, zu vollziehen. Dann durfte er in die dichteren Leiber eingreifen; er durfte an seinem Ätherkörper arbeiten, er durfte nicht nur die weiche biegsame und schmiegsame astrale Materie in seinem Geist- und seinem Seelenkörper umgestalten, sondern er durfte hineinarbeiten in seinen Ätherleib. Dann war er das, was man einen Chela nennt. Ein solcher Chela ist derjenige, der nicht nur höhere Pflichten anerkennt, der nicht nur die Reinigung so weit vorgenommen hat, dass er die menschlichen Pflichten zu den seinigen gemacht hat, sondern so weit ist, dass er hinausgewachsen ist über die niederen und höheren Angelegenheiten der einzelnen Völkeg selbst der einzelnen Bekenntnisse. Sein Blick ist auf das Leben der ganzen Menschheit gerichtet. Und durch den mehr durchorganisierten Ätherkörper wird er ein Teilnehmer an den großen Angelegenheiten des Erdenbaues. Dazu musste Folgendes geschehen. Es musste der Chela alle die Kräfte lahmlegen, welche ihn an der Arbeit an seinem Ätherleib hinderten. Wenn Sie einen Menschen vor sich haben, so hat er ja den physischen Körper, Ätherkörper und Astralkörper. Der Chela hat seinen AstralkÖrper geläutert und darf hineinarbeiten in seinen Ätherleib. Sie werden begreifen, warum der Mensch diese Reinigung seines Astralleibes durchführen muss. Was geschieht denn, wenn der Astralleib gereinigt ist? Was dringt da ein in den Ätherleib? Dasjenige, was im Astralleib veranlagt ist. Die Dinge, die im Astralleibe leben, drücken sich dem Ätherleib ein. Solange Sie am Astralleib arbeiten, können Sie die Fehler immer wieder umarbeiten: Die Astralmaterie ist dünn und weich. Sie können das immer wieder ins Gleichgewicht bringen. Hat ein Mensch aber als Chela den Ätherleib zu entwickeln begonnen, dann drücken sich diese Eigenschaften in den Ätherleib ein, und dieser ist viel dauernder. Der Mensch würde dadurch, dass er das irdisch Fehlerhafte dauerhaft macht, zu einem gefährlichen Mitgliede der Menschheit werden. Daher die immerwährende Betonung der not wendigen Reinigung. Dieser Ätherleib wird durch die Kräfte, die auf ihn wirken, beeindruckt. Denken Sie ihn sich getrennt von dem physischen Körper, so hat er eine ganz andere Elastizität. Wenn er darinnen steckt, so hält er diesen in der Form; aber er ist, solange er darinnen weilt, zunächst zu schwach, um das in sich hineinzudrücken, was als Astralität durch die Katharsis durchgegangen ist. Daher hat man das Altertum hindurch Folgendes machen müssen. Man musste jene, die Elastizität des Ätherleibes verhindernden Kräfte zunächst beseitigen. Das geschah dadurch, dass der ganze physische Leib in einen lethargischen Zustand gebracht wurde. Der Mensch lag da, und der Ätherleib wurde herausgeholt aus dem physischen Leibe. Der physische KÖrper blieb dann wie tot liegen, und der Ätherkib wurde nach seinen eigenen Kräften geformt. Das ist die <Grablegung>. Der Betreffende wurde drei bis dreieinhalb Tage in einen lethargischen Zustand versetzt. Und dann konnte er am Ätherleibe arbeiten. Und dann, nachdem er den Ätherleib dem Astralleib entsprechend geformt hatte, kehrte er zurück in den physischen Leib. Dann hatte er das innere Leben in sich erweckt dann war er ein Auferstandeneg und er bekam einen neuen Namen. Das war eine Handlung auf dem Astralplan. Alles das, was ich beschrieben habe, ging auf dem Astralplan vor sich; der physische Leib hatte dabei nichts zu tun. Dieses Ereignis wiederholte sich in allen alten Mysterien. Jeder Eingeweihte kannte es. Stellen Sie es sich nun verdichtet vog herabgeholt auf den physischen Plan, sodass etwas geschehen ist mit diesem Ereignis, das sich früher nur astral zugetragen hat. Vergleichsweise so, wie wenn Sie zum Beispiel da, wo Sie früher Wasser hatten, jetzt ein Stück Eis haben. Viele solche astralen Ereignisse müssen zusammenfallen, zusammenfließen, damit die physische Verdichtung einst mÖglich wird. Dadurch, dass durch die Erscheinung Christi dasjenige auf dem physischen Plane sich ereignete, was vorher so oft und oft in den Mysterienstätten auf dem astralen Plane sich abgespielt hatte, ist das Mysterium von Golgatha historisch mÖglich geworden. Es hat herabgeholt werden können auf den physischen Plan. An diesem Beispiel lernen wir begreifen, wie in okkulten Brüderschaften tatsächlich die Zukunft vorbereitet wird.  Wenn wir uns nun fragen: «Wäs geschieht denn da eigentlichh, so ist zu antworten: Gewiss, in Gedanken, in der Idee kann man sehr vieles erfassen. Aber die Idee hat keine Wirklichkeit. Die Idee ist nichts anderes als das, was auf den physischen Plan von den höheren Planen heruntergeholt wird. Was der Mensch darüber denkt, ist aber das Wirkungsloseste dabei, weil dieses nur auf dem physischen Plane vorhanden ist. Anders ist es, wenn dieser Idee etwas entgegengebracht wird, das auch aus den hÖheren Sphären stammt. Nehmen Sie zum Beispiel die Lehre der Sphärenmusik des Pythagoras, wie er sie seinen Schülern beigebracht hat. Die Philosophen suchen die okkulte Musik des Pythagoras als ein ganz einfaches System darzustellen. Der Verstand kann das schnell fassen. Aber ihm kam es darauf an, dass der Schüler erst dann dazu kam, wenn sein Gemüt;, seine Stimmung dafür vorbereitet war. Demjenigen, der keinen Sinn hat für Bilder, die dem Astralischen entstammen, ist es auch unmöglich, das Bild der Sixtinischen Madonna von Raffael in seinem tieferen Sinne erklären zu wollen: Das Gefühl, das Gemüt, muss sich an ihm hinaufranken. Dasjenige, was sonst in der Idee kalt lässt, erscheint ihm hier im Bild künstlerisch lebensvoll als der göttliche Weltgedanke, als dasjenige, wonach die göttlichen Kräfte die Welt geschaffen haben - und eine einfache Linie wird zu etwas Heiligem! Dadurch, dass die Gedanken sich um das Element des Göttlichen herumschlingen, wird der Gedanke entgegengebracht göttlicher Einwirkung. So handelt es sich bei einer solchen Schulung darum, den Menschen gradweise darauf vorzubereiten, wie er sich den großen Weltgedanken nähern kann, wie er sie zu empfangen hat. Dann verbindet er allmählich mit dem Eindringen in diese großen Weltgedanken jene wirksame, aber sonst okkulte Kraft, welche im Astralen schon vorher die Zukunft für den physischen Plan vorbereitet. Hat der führende Menschenbruder vielleicht Schüler bei sich, welche an solchen geistdurchdrungenen Ideen hängen, dann sind diese eine Kraft, die auch ihm vorwärts hilft in seinem Wirken für die äußere Welt; es entstehen die großen spirituellen Zentralstätten des geistigen Wirkens. Sie sehen also, dass tatsächlich dasjenige, was ich Okkultismus genannt habe, mit dem Fortschritt der Menschheit sehr viel zu tun  hat. Und in unserer Zeit haben wir eine ganz besonders wichtige Aufgabe. Versuchen wir mit ein paar Worten nur hinzudeuten darauf, wie wir zu dieser unserer Aufgabe gekommen sind. Wir stehen innerhalb der großen Wurzelrasse der Menschheit, welche diese Erde bevölkert. Seitdem aus den Fluten des Meeres emporgestiegen ist der Boden, den wir heute bewohnen, seitdem die atlantische Rasse allmählich zu verschwinden begonnen hat, seitdem ist die große arische Wurzelrasse diejenige, welche herrschend ist auf der Erde. Wenn wir uns selbst betrachten, so sind wir hier in Europa die fünfte Unterrasse der großen arischen Wurzelrasse. Die erste Unterrasse lebte in urferner Vergangenheit im alten Indien. Und die heutigen Inder sind Nachkommen jener ersten Unterrasse, deren Geistesleben noch vorhanden ist in den uralten Veden der Inder. Die Veden sind indessen nur Nachklänge der alten Rishi-kultur. Damals ist ja noch keine Schrift dagewesen; da gab es nur Tradition. Dann kamen die zweite, die dritte und die vierte Unterrasse. Die vierte Unterrasse hat das Christentum aufgenommen. Dann sehen wir, dass um die Mitte des Mittelalters die fünfte Unterrasse sich gebildet hat, zu der wir und die angrenzenden VÖlker gehören. Die alten Inder der ersten Unterrasse lebten unter anderen Bedingungen als wir und waren im Grunde genommen auch anders organisiert. Selbst die heutigen Nachkommen, die heutigen Inder, sind wesentlich anders organisiert als unsere europäischen Völker. Wer als Okkultist die Unterschiede untersucht, der findet, dass im alten indischen Volke der Ätherkörper viel weniger an den physischen Körper gefesselt ist, sich nicht so dicht in den physischen Körper hineinversenkt hat, sondern dass er viel leichter vom Astralkörper zu beeinflussen ist. Damit hängt es zusammen, dass die indische Rasse leicht etwas vom Astralkörper auf den Ätherkörper überleiten kann, dass diese indische Rasse leicht in den Ätherkörper hineinarbeiten kann. Das heißt nichts anderes, als dass durch okkulte Schulung der Inder leichter zu gewissen höheren Anschauungen kommen kann. Je leichter der Ätherkörper beeinflusst werden kann durch den AstralkÖrper, desto leichter ist es mit Bildern, ohne abstrakte Begriffe, auf den Ätherkörper einzuwirken. Umso leichter ist es dem, welcher im Astralen  die Yogaschulung durchmacht, durch Bildvorstellungen zu den höheren Gebieten in Beziehung zu kommen. Diese wirken auf den Ätherkörper, der noch weich ist, ein. Man hat da nicht nötig, in strengen Begriffen zu arbeiten, sondern mit höchst einfachen Bildvorstellungen kann man an der Seele eines indischen Menschen arbeiten, und er wird zu sehr hohen Entwicklungsstufen kommen können. Durch die verschiedenen Unterrassen hindurch hat sich das Menschengeschlecht geändert. Unser Ätherkörper ist heute viel stärker unter dem Einfluss des physischen Körpers, als dies bei den alten Indern der Fall war. Und so kommt es, dass wir viel stärker und innerlicher arbeiten müssen, um den Ätherleib zu beeinflussen. Wir kÖnnen nicht zu halb traumhaften Vorstellungen greifen. Wir müssen alles einer scharfen Konzentration unterziehen, an unserem Inneren arbeiten durch starke seelische Konzentrierung in das reine Übersinnliche, nicht bloß durch bildhafte Begriffe. Eine solche Vorstellung, die eine starke Konzentration unseres inneren Wesens bewirkt, kann dann viel kräftiger auf den, an den physischen Körper gefesselten Ätherleib wirken. Damit der Astralleib auf den Ätherleib wirken konnte, musste er früher aus dem Ätherleibe heraus sein. Jetzt aber kann der Ätherleib auch innerhalb des physischen Leibes vom Astralleib aus beeinflusst werden. Würden wir dasselbe Experiment machen, das in den alten Mysterienstätten üblich war, und die Lethargie herbeiführen, so würden wir imstande sein, auf den Ätherleib einzuwirken. Aber wenn das Erdenbewusstsein und die Beweglichkeit des Denkens wieder zurückkehrten, würden diese sogleich wieder dasjenige auslöschen, was der Astralleib im Ätherleibe beeindruckt hat. Wir müssen den Ätherleib stark beeinflussen, wenn wir wollen, dass er das, was wir ihm eingeprägt haben, beibehält. Die okkulte Aufgabe ist heute eine andere geworden, sie ist jetzt eine mehr innerliche. Und so sehen Sie auch, wie im Laufe der Zeit große Unterschiede in den einander folgenden okkulten Schulen auftreten. Das Yogasystem der Inder ist etwas anderes als die Schulung der Rosenkreuzer. Die Rosenkreuzerschulung ist berechnet auf das, was ich Ihnen jetzt auseinandergesetzt habe. Außerdem tritt noch etwas anderes  ein: Es musste, damit überhaupt ein solcher Fortschritt geschehen konnte, auf die Verstandeskraft eingewirkt werden. Viel mehr als früher wurde der Verstand angespannt, der dann durch die Kraft der inneren Konzentration sein Hiniibergefiihrtwerden zum Erfassen des Übersinnlichen entwickeln kann. Es musste in der neueren Zeit also viel mehr in Begriffen gelehrt werden; es musste Gewicht gelegt werden auf die Verstandesausbildung und auf das abstrakte Vorstellungsvermögen. Vergleichen Sie einmal die Wandlungen in der Kultur von der alten indischen bis zu unserer Zeit. Im alten Indien haben Sie eine hohC Intuition und eine geringe äußere Auswirkung der Zivilisation. Jetzt, in unserer Zeit, ist es umgekehrt. Das bewirkt, dass auch die Stellung des Okkultismus allmählich eine ganz andere wird. Das bewirkt, dass vieles von dem, was früher geheim gehalten wurde, heute allgemeines Wissensgut geworden ist. Viele, viele solche Erkenntnisse und Begriffe waren früher innerhalb der okkulten Brüderschaften bewahrt worden, und es kam der Mensch an diese Dinge erst heran, wenn er sein ganzes Herz umgewandelt hatte. Heute hat der Okkultist dies nicht mehr in der Hand. Er muss vieles von dem, was man früher für spätere Stufen der Schulung aufbewahrt hatte, jetzt als schon durch die Kultur der Außenwelt offenbar geworden erkennen. Damit muss der Mysterieneingeweihte rechnen. Und so mussten viele Wahrheiten, die in den okkulten Schulen gelehrt worden sind, allmählich herausgetragen werden auf den physischen Plan. Schon das, was in den heutigen Elementarschulen gelehrt wird, würde uns hinwegführen von dem Geistigen, wenn nicht von einer anderen Seite her okkulte Hintergründe dazu träten. In früheren Zeiten wusste der Schüler, dass hinter dem, was er in der Schule und der Gelehrtenwelt als Lehrstoff erhielt, noch etwas Höheres ist, und dass er selbst vielleicht einst zu diesem höheren Wissen würde kommen können. Er wusste, dass er ein Glied ist innerhalb eines geistigen Organismus; heute nimmt man in der demokratischen Welt viele Begriffe auf, die nicht zu solcher Einsicht führen. Es musste dem Bau des äußeren demokratischen Wissens gleichsam die Spitze der Pyramide hinzugefügt werden. Das elementare Wissen von den in der Welt verborgenen Kräften war nun gegeben worden. Es fehlte  noch die zu einer geistigen Weltanschauung führende Spitze. Um diese zu geben, musste eine weltumfassende Bewegung begründet werden. Die theosophische Bewegung war als eine solche gedacht. Daher entschloss man sich in gewissen Brüderschaften, als die Popularisierung der bisher verborgenen Weistümer immer weiter und weiter vor sich gegangen war, der Welt so viel von den hinter ihr stehenden Geheimnissen mitzuteilen, als nötig war, um das Wissen der äußeren Welt mit dem umfassenden okkulten Wissen der Brüderschaften in Einklang zu bringen. Hier stehen wir an dem Punkte, an dem wir den Zusammenhang der theosophischen Bewegung und der Theosophischen Gesellschaft mit dem Okkultismus sehen können. Die Theosophische Gesellschaft ist keine okkulte Bewegung, keine okkulte Brüderschaft, sie ist auf demokratischer Grundlage errichtet, auf der ein jeder ein gleichwertiges Mitglied mit den ändern ist. Doch etwas anderes ist es, wie man die Aufgabe der Theosophischen Gesellschaft erfassen soll. Die Aufgabe der Gesellschaft ist auf dem physischen Plan. Will man diese voll erfassen, so muss man hinaufsehen können in die höheren Welten. Aber darum handelt es sich nicht, dass der Theosoph schon hinaufsehen kann in die höheren Welten, sondern es handelt sich darum, dass innerhalb der Bewegung auch okkulte Kräfte entwickelt werden, damit die Theosophische Gesellschaft eine Stätte sein könne, von welcher aus der Okkultismus ausstrahlen kann und zur Sprache kommt. Es ist etwas anderes, ob eine Gesellschaft eine okkulte Brüderschaft ist, oder ob sie sich sagt: Wir sind zwar keine okkulte Brüderschaft, aber in unserer Gesellschaft kommt der Okkultismus wieder zur Sprache. Heute, wo im Grunde genommen die ganze Menschheit sehnsüchtig aufschaut zu den höheren Welten, ohne die Wege dahin zu finden, heute muss dementsprechend ein noch weiterer Teil der okkulten Kenntnisse popularisiert werden. Und diese Aufgabe hat der Okkultismus innerhalb der Theosophischen Gesellschaft. Immer haben geistige Bewegungen befruchtend gewirkt auf die Entfaltung der Kultur auch auf dem physischen Plan. Ihr äußerer Ausdruck ist nichts anderes, als die irdische Verwirklichung dessen, was geistig vorbereitet worden war. Was ist es denn anderes, wenn wir zum  Beispiel die Werke von Michelangelo und Leonardo da Vinci ins Auge fassen? In diesen Werken haben Sie in Farben und Formen etwas Geistiges an die Wand hingezaubert: Durchsetzt ist das Bild von dem, was zuerst als Spirituelles in der Seele des Künstlers lebte. Das Spirituelle geht voraus demjenigen, was später als sein Ausdruck in der materiellen Welt erscheint. Und die materialistische äußere Kultur ist nur der Abdruck der materialistisch gewordenen inneren Gesinnung der Menschen. Seit 1850 breitet sich in den zivilisierten Staaten die rein materialistische Städtekultur aus. Wir sehen das Große, das sie auf dem physischen Plan geleistet hat; wir sehen aber auch, was sie nicht hat leisten können. Im Künstlerischen zum Beispiel hat sie keinen wirklichen neuen Stil hervorgebracht, den einen ausgenommen: und das ist der Stil des Warenhauses. Dieser ist etwas, was im Verhältnis zu unserer äußeren Zivilisation innerlich wahr ist. Alles andere, was aus alten Zeiten übernommen wird, hat keine Beziehung zur Jetztzeit. Erst wenn wir eine Gesellschaft gebildet haben, deren Mitglieder ergriffen sind von einer spirituellen Kraft, wie sie früher im Christentum gelebt hat, und wie sie in den besten christlichen Seelen noch als Sehnsucht lebt und wiedergewonnen werden kann, dann werden wir wieder eine spirituelle Kultur haben. Und eine solche Kultur wird wieder Künstler auf allen Gebieten des Lebens hervorbringen. Lassen Sie die Theosophie in den Seelen der Menschen leben, dann wird sie wieder als Stil, als Kunst aus den Seelen herausströmen, sie wird da sein auch für unsere Augen und Ohren. Es wird die äußere Welt wieder ein Ausdruck sein können des Spirituellen, was heute in einer solchen Gesellschaft schon dargelebt wird. In diesem Sinne könnte die Theosophische Gesellschaft der Gestaltung der ferneren Kultur dienen. Sind wir beieinander, so müssen wir uns klar sein, dass wir wie Zellen sind, die sich zusammenschließen müssen zur Ausgestaltung einer künftigen Kultur. In unseren Seelen werden diejenigen Kräfte vorbereitet, welche künftig die Welt so umbilden werden, dass sie ein physischer Abdruck werden wird unsrer heutigen Stimmungen und Lebensanschauungen. Alles, was heute offenbar wird und sich  manifestiert, ist ehemals okkult gewesen. Wie heute die Elektrizität eine offenbare Kraft ist, so war sie einst eine okkulte Kraft. Und, was heute noch okkult ist, das ist dazu bestimmt, eine treibende Kraft für die Zukunft zu werden. Genau ebenso, wie vor Jahrmillionen dieser unser Menschenkörper vorbereitet worden ist aus Kräften, die in unserer Umgebung sind, so bereitet sich heute in uns ein höherer Körper vor, ein Körper der Zukunft; doch erst in einer femen Zeit wird dieser Körper der Zukunft der unsrige sein. Verfolgen wir einmal ein wenig unseren Entwicklungsweg zurück. Was war einst da? Ein dumpfes Menschenbewusstsein. Ringsum die Welt, die anders ausgesehen hat als die unsrige, war ein traumhafter Spiegel. Ein träumendes Bewusstsein hatten die Menschen. Und auch als die Entwicklung ihres Gemeinwesens weiterschritt, hatten sie keine Parlamente, die auf Meinungsaustausch beruhten, nichts Derartiges hatten sie. Es spiegelte sich bloß alles in dem Bewusstsein, das im Menschen aufstieg. Und die heutigen Körperorgane: Wodurch sind sie entstanden? Dadurch, dass jene Kräfte an den Menschen gearbeitet haben. So wie die Tiere in den finsteren Höhlen von Kentucky ihre Sehkraft verloren, weil sie sie nicht brauchten, so organisierten die äußeren Kräfte auch dasjenige, was wir als Auge und als Ohr haben. Diese sind durch die Schall- und Lichtkräfte ausgebildet und aus unserem Organismus herausentwickelt worden. Aus dem, was jetzt in uns lebt, wird sich unser geistiger Organismus in der Zukunft entwickeln. Diejenigen Dinge, die als Ausdruck unserer spirituellen Kultur vor uns stehen, die Kirchen und so weiter, die Kulturwerke, die uns Schönheit und Wahrheit vermitteln, sie werden sich einprägen in unsere höheren Wesensglieder. Und wenn diese sich einst entfalten werden zu einem selbsteigenen Leben, dann wird das, was als Schönheit und Wahrheit in der äußeren Kultur lebt, in unserem Inneren aufsteigen. Was Augen und Ohren jetzt wahrnehmen, das sind Bausteine für die Organisierung einer höheren Zukunft. Betrachten wir die Welt von diesem Gesichtspunkt aus, dann gewinnt das menschliche Innere eine ganz andere Bedeutung. Wir stehen damit vor einer Tatsache, die in einfacher Weise das begreiflich machen kann, was man Yogaschulung oder innere oK Kulte Schulung nennt. Aus den Worten, die ich gesprochen habe, werden Sie entnehmen können, dass dasjenige, was in der Welt einst geschaffen hat, was in der Welt gewirkt und gekraftet hat, [später] von unserem Inneren aufgenommen worden ist. Was heute in mir ist, war einstmals außer mir: Das ist der Grundgedanke der okkulten Schulung. Ehe unser physischer Körper war, war schon unser Ätherleib vorhanden. Unser Ätherleib wiederum ist ein Gebilde, das von unserem Astralleibe geformt worden ist. Und davon geht die Yogaschulung aus. Wer sich auf die Yogaschulung einlässt, steigt hinab in seinen Ätherleib und weiß, dass er im Ätherleib die Kraft findet, die einst vor Jahrmillionen ihn aufgebaut hat. Langsam hat sich der physische Körper herausgehoben aus der Grundlage des Ätherleibes. Nur in großen Zügen kann ich beschreiben, wie das Hinuntersteigen in den Ätherleib vor sich geht. Da gibt es gewisse Strömungen im Ätherleibe, welche die Vorboten sind für die physischen Körperorgane. Das Nervensystem, die Nervenstränge, das sympathische System, das bis in den Rücken verläuft, die Nervenknoten des sympathischen Nervensystems, das sind Teile, die ätherisch vor Urzeiten herausgebildet wurden. Das ist ein Vorgang, der sich abgespielt hat in grauer Vorzeit. Dann, nachdem der Mensch weiter und weiter vorgeschritten ist, gab es eine Zeit, wo sich herausbildete innerhalb dieses Körpers, der nun in sich die Anlage zum physischen Nervensystem hatte, das Gebilde, welches uns fähig macht zur Entfaltung der inneren Körperwärme, zur Bereitung des warmen Blutes. Das ist wiederum ein späteres Gebilde aus dem Ätherkörper, der dann schon stark von den Kräften des Astralleibes beeinflusst war. Und aus dem, was wir hernach als Grundlage des Gehirns vorfinden, hat sich der Riickenmarkstrang herausgebildet - wiederum aus dem Ätherleibe heraus, als dem anderen Pol des Ätherleibes, der sich auf der einen Seite zum Gehirn herausbildete, auf der anderen Seite zur inneren Blutwärme. Das ist in der Vergangenheit geschehen. An dieser Bildung des Menschen haben nicht nur die Naturkräfte gearbeitet, sondern auch höhere geistige Wesenheiten. Wenn nun der Yogi stufenweise hinuntersteigt in diesen Ätherleib, dann dringt er hinein in die Zeiten der Vergangenheit, wo seine  geistige Ursprungsform von diesen Kräften und Wesenheiten beeinflusst worden ist und dasjenige hervorgebracht hat, was heute in uns lebt. Wenn der Mensch so hinuntergestiegen ist in das Leben, dann kann er beim Hinabstieg jenen Punkt noch einmal erreichen. Er steigt vom Kopfe abwärts in die unteren Gebiete hinunter, die in den ältesten Zeiten aufgebaut worden sind, und dann wieder zurück in seinen Kopf. Das ist eine Beschreibung des okkulten Erkenntnisweges, wenn auch nur eine spärliche Beschreibung. Weiteres kann in den okkulten Schulen gegeben werden. So bildete der Schüler der Mysterienweisheit die Fähigkeit aus, in die früheren Zeiten hineinzublicken; dann kommt die Zeit, wo er die okkulte Pilgerschaft unternehmen kann. Er erreicht dies auf dem Wege einer bestimmten Übung, durch die er sein persönliches Selbst überwindet und dadurch aufhört, das kleine gebundene Ich zu sein. Erst dann kann er den Aufstieg in das Universum vollziehen. Noch einmal steigt er hinunter, indem er die Weltkraft so mitnimmt, in das Meer der Vergangenheit, in aufsteigender Linie. Er kann allmählich hinaufkommend dann im Einzelnen den Weg verfolgen, den er so zurückgelegt hat. Langsam und allmählich lernt der Mensch hinunterschreiten in das Meer seiner Bildekräfte, und zuletzt kommt er an einen Punkt, der in der Nähe des Ursprungs liegt. So muss es den Menschen ergangen sein, denen zuerst das Auge erstand, um den Blick ins Weltall zu lenken. Dann geht dem Schüler auf der Zusammenfluss des Ich mit dem großen Welten-ich. Und nun muss er lernen, zu dem kleinen Ich zu sagen: «Ich bin nicht Dux Es ist ein wichtiger Moment, wo er sich klar macht, was dies heißt: «Ich bin nicht Du.» Das ist ein Moment, in dem man anfängt zu begreifen, dass es höhere Kräfte in der Natur gibt als das Denken, dass es außer ihm etwas gibt, was man nicht mit den Gedanken der Gegenwart ausdrücken kann, was aber bewirkt, dass bei zwei Menschen, die über dasselbe sprechen können, die Rede des einen klar aber öde, die des ändern durchpulst ist von dem warmen Licht, das die Zukunft schaffen wird. Wenn der Schüler so weit ist, dann kann er in noch anderer Weise lernen, als er bis jetzt lernen konnte. Er erlebt da etwas ganz Be sonderes. Ihm tritt in der übersinnlichen Welt ein geistiges Wesen entgegen. Er trifft diejenige Individualität, welche mit ihm früher schon einmal verbunden war. Das ist ein großes wichtiges Mysterium, dass sich gewisse Stufen unseres Daseins wiederholen. Wir steigen bewusst auf vom Manas zu den höheren Kräften. Wir sind einst aus geistigen Welten heruntergestiegen, und damals hat dasselbe Wesen etwas in uns hineingesenkt, dem wir jetzt wieder begegnen auf der jenem Punkte in der Vergangenheit entsprechenden Stufe, auf welcher es damals mit uns war. Es ist der Lehrer, der sogenannte Guru. Wir trafen ihn damals zum ersten Mal; jetzt treffen wir ihn wieder, wenn wir das, was er in unsere Seelen versenkt hat und wir unbewusst empfangen haben, bewusst auffassen können. Und steigen wir dann weiter hinunter, so treffen wir die Geister, die mitgebaut haben an uns vor Äonen. Wir treffen die zwölf Geister: die Geister des Willens, die Geister der Weisheit, die Geister der Form, die Geister der Bewegung, die Geister der Persönlichkeit oder des Egoismus, die Geister des Feuers oder Wärme, die Geister der Dämmerung oder des Zwielichts und so weiter. Das alles bietet sich unserem Geistessinn dar bei diesem Abstieg in das Universum, auf dieser Pilgerfahrt. Und das allein macht es uns möglich, einen Blick in die Zukunft zu tun, das macht es uns möglich, vorauszunehmen, was «in Kijrze» geschehen soll, wie der Apostel sagt. Dies ist die Aufgabe des Okkultismus. Sie ist zu lösen, weil diese Lösung notwendig ist. Bewegungen, welche idealistisch sind, welche ethisch sind, gibt es genug. Die Bewegung aber, die man Theosophie nennt, unterscheidet sich von ändern dadurch, dass der Okkultismus bewusst in dieser Bewegung zu Wort kommt. Damit ist das Verhältnis des Okkultismus zur Theosophie klargelegt. Die Theosophische Gesellschaft kann nie eine okkulte Brüderschaft sein wollen. Was ihr Kraft geben muss zur Erfüllung ihrer Aufgabe, was ihr das Leben geben muss, das können nur Dinge sein, die aus dem Okkultismus herausströmen. Deshalb wird die Theosophische Gesellschaft gedeihen, wenn man Verständnis haben wird für die Pflege okkulter Lehren und okkulten Lebens. Das ist noch keine Forderung, dass die Mitglieder selbst Okkultisten sein sollen. Wenn aber die Theosophie  vergessen sollte, dass in ihr dieses Blut pulsiert, dann mag sie eine interessante Gesellschaft sein, aber das, was mit ihr gewollt worden ist von den erhabenen Mächten, die an ihrem Ausgangspunkt gestanden haben, wird sie nicht leisten. Wer dies versteht, wird der Theosophischen Gesellschaft nimmermehr den okkulten Charakter nehmen wollen. Doch wird, wer so in der Theosophischen Gesellschaft steht, in eine zwiespältige Lage gebracht. Er wird das Ohr richten müssen nach der Seite, von woher die okkulten Wahrheiten zu uns strömen, und auf der anderen Seite die Aufmerksamkeit auf das äußere exoterische Leben der Gesellschaft richten. Trennen muss man diese Dinge streng voneinander; niemals dürfen sie miteinander vermischt werden. Aber man darf auch nicht, wenn man von der äußeren Theosophischen Gesellschaft spricht, von den okkulten Persönlichkeiten, die am Ausgangspunkt stehen, sprechen. Niemals mischen sich diejenigen Mächte, welche auf dem höheren Plane leben, und die der Menschheitsentwicklung wegen außerhalb des physischen Leibes leben, in diese Angelegenheiten ein. Niemals geben sie etwas anderes als Impulse. Wenn wir in sachlicher Weise für die Ausbreitung der Theosophischen Gesellschaft wirken, stehen uns immer die großen Individualitäten, die wir Meister nennen, zur Seite; wir dürfen uns an sie wenden und sie durch uns sprechen lassen. Wenn es sich um die Verbreitung des okkulten Lebens handelt, dann sprechen die Meister. Handelt es sich nur um die Organisation der Gesellschaft, dann überlassen sie das denjenigen, die auf dem physischen Plane leben. Das ist der Unterschied zwischen der okkulten Strömung und dem Rahmen der theosophischen Organisation. Lassen Sie mich den Unterschied dessen, was als innerer spiritueller Strom geht und was sich auslebt durch die einzelnen Persönlichkeiten, so ausdrücken, wie es vielleicht am besten ausgedrückt werden kann: Wenn es sich um das spirituelle Leben handelt, dann sprechen die Meister, handelt es sich um die bloße Organisation, dann ist Irrtum möglich, denn da schweigen die Meister.  Aus der Fragenbeant'wortung Welche Bedeutung bat das Gedächtnis bei der okkulten Schulung? Das Gedächtnis ist eines der Dinge, die bei der okkulten Schulung geopfert werden müssen. Es wird aber beim Aufstieg alles wieder erobert, was beim Abstieg verloren gegangen ist. Wenn Sie sich okkult höher entwickeln, dann haben Sie überhaupt kein Gedächtnis mehr. Das Gedächtnis hat sich zu etwas anderem entwickelt. Sie können das nachlesen im Luzifer-Heft Nr. 14 und 15. Da tritt denn das wirkliche Lesen in der Vergangenheit ein. Zuerst auf dem astralen Plan und dann in der Akasha-Chronik. Es wird dem Schüler dann das, was er an Gedächtnis verloren hat, an Lesekraft ersetzt. Er wird nicht mehr wissen, wann Cäsar geboren ist, aber er wird zurückverfolgen können die ganzen Vorgänge bis zu jener Zeit. Wie sind die Seligpreisungen in der Bergpredigt aufzufassen? Die Bergpredigt ist eine Unterweisung von Christus an seine Jünger. Zunächst muss man wissen, was es heißt: ·auf dem Berge seinn Da legte der Christus Jesus den Jüngern die großen Weltzusammenhänge dar. Es ist das ungemein interessant vom okkulten Standpunkte. In der okkulten Welt erscheint uns zunächst alles im Spiegelbilde. Ihre eigenen Leidenschaften sehen Sie verkehrt. Als wildes Tier kommt dem Menschen das Tier in ihm entgegen. Es ist das Hinausströmen der eigenen Leidenschaft, die im Spiegelbild wieder auf ihn zukommt. Daher dürfen wir sagen, dass der Mensch durch sich selbst notwendigerweise das Spiegelbild seiner Handlungen auf dem höheren Plane hervorruft. Die Zahl 126 erscheint als 621. Dass dies so ist, das sagte der Christus in den Seligpreisungen zu seinen Jüngern. <Sclig werden> heißt, der Seele sich nähern. Der <Hciligc Gcist> ist der Geist, der gesundend ist. Der erste Satz, wenn wir ihn richtig übersetzen, würde etwa lauten: Selig sind, die da betteln um Geist, denn sie finden in sich die Reiche der Himmel. [Mt 5,1] Und ferner:  Wer um meinetwillen verfolgt wird, der findet das Himmelreich in sich selbst. [Mt 5,6] Dann tritt aus dem Innern etwas nach der Außenwelt hin, und in der Außenwelt tritt es ihm wieder im Spiegelbild entgegen. Aus einer guten griechischen Übersetzung geht dies alles schön hervor. Den richtigen Sinn kann man aber nur mit okkulter Kenntnis verstehen. Worin besteht der Unterschied zwischen einem okkult bocbentwiekelten und einem okkult geringer entwickelten MenscbenS' DerUnterschied istlediglich ein zeitlicherUnterschied.Warum sind die Hochentwickelten in früherer Zeit zu der geistigen Größe gekommen?Wei1 sieihre EntstehungauffriihereWeltentstehungen zurückgeführt haben. Der Okkultist spricht aus der Erfahrung, und über einen gewissen Punkt hinaus kann der Mensch nichts sagen. Da gibt es dann nur noch Spekulation. Am Ende der Dinge wird erst über diejenigen Dinge gesprochen werden können, die über das Ende der Dinge hinausgehen. Bestehen auch Gefahren bei dem okkulten Streben? Ja, es gibt Gefahren bei dem okkulten Streben. Man muss vor allem wachsam sein, wach sein. Nicht mediumistisch. Der Okkultist betritt kein Gebiet des höheren Lebens anders als mit klarem Bewusstsein, sodass er dabei ist, ähnlich wie er in der physischen Welt wandelt. Ich darf nicht mein physisches Bewusstsein verlieren. Tue ich das, dann beginnt die Gefahr. Ich darf in keinem dumpfen Zustand des Bewusstseins etwas aufnehmen, sondern nur in völlig klarem Bewusstseinszustände. Personen, die in Dämmerzustände, Trance und mediale Zustände kommen, müssen sich hüten, anders als in völliger Freiheit ihren Lehrern gegeniiberzutreten. Im Ganzen ist die Entwicklung nicht diese, dass der Schüler sich nach dem Astralen wendet, sondern die Methoden führen dazu, dass man erst dann auf den astralen Plan kommt, wenn man auf dem astralen Plan höhere Erlebnisse haben kann, wenn man nicht mehr all den verwirrenden Eindrücken ausgesetzt ist. Der Mensch, der auf dem physischen Plan ist, lebt in seinem Ich  auf dem Devachanplan. Was angestrebt werden muss, ist, dass der Mensch dieses Leben, welches er auf dem Devachanplan hat, ebenso behält, wie er das physische behält, sodass also das Folgende nicht eintreten darf. Nehmen Sie an, der Mensch wird plötzlich auf dem astralen Plan sehend. Dann wird er irre dadurch, dass er gewohnt ist, dass nur die Außenwelt in ihn eindringt. Sein Ich kann nicht dabei sein, weil es ungewohnt ist, auf dem astralen Plane zu leben, weil es nur gewohnt ist, durch die physischen Sinne die Verbindung mit der Welt zu haben. Setzen Sie einen Menschen unvorbereitet in die astrale Welt hinein, so ist er allen möglichen Fährlichkeiten ausgesetzt. Er muss sich wieder zusammenschließen können mit der Welt, er muss einen Stützpunkt haben, um von da aus weitergehen zu können. Diesen Stützpunkt gewinnen heißt: <eine Hütte bauen>. Christus führte die Jünger in der Verkliirungsszene in die Devachanebene ein, und da sagten ja die Jünger bekanntlich: Hier lasst uns Hütten bauen. Wird die astrale Kraft ausgebildet vor dem mentalen Stützpunkt, dann ist es möglich, dass der Jünger sich allen möglichen Trieben und Leidenschaften aussetzt. Das soll vermieden werden durch die neue Methode. Es wird die Frage aufgeworfen über die okkulte Seite des Cbnistentums und ob scbwarze Magie auf diesem Wege möglich sei. Es hat seine Richtigkeit: Dasjenige, was man christliche Entwicklung nennt, ist nicht identisch mit Okkultismus und auch nicht identisch mit den östlichen Philosophien. Noch tiefer erscheint die Sache, wenn man die okkulte Seite des Christentums betrachtet. Das Christentum ist aufgetreten in der vierten Unterrasse. Dass es in die Welt gekommen ist in der Form, wie es ist, hat seine tiefe Bedeutung. Das muss aber nicht so bleiben. Dieses Christentum nimmt, wie jede spirituelle Strömung, im Aufgänge der vierten Unterrasse eine besondere Form an. Ich will nur kurz charakterisieren, wie es da hervorkommt. Versetzen Sie sich zurück nach dem alten Indien und nach dem Volke, das der Träger der alten Zarathustra-kultur war. Dann in die Zeit  der Kultur der Semiten, Juden, Hebräer, und dann sehen wir die vierte Menschenrasse heraufkommen. Die griechisch-lateinische Kultur war es, die sich da in Südeuropa heraufentwickelte. Das Heraufkommen der griechisch-lateinischen Rasse ist ausgedrückt in der Kunst des Altertums, zum Beispiel in der Laokoon-Gruppe. Wenn Sie diese Laokoon-Gruppe ansehen, so finden Sie darin den Laokoon im Kämpfe mit den Schlangen. Laokoon war ein alter Priester in Troja. Und die Kultur des alten Troja war noch eine Priesterkultur. Anchises flieht bekanntlich nach der Einnahme von Troja. Dann wird in Italien eine Priesterkolonie gegründet: Alba longa. Alba longa heißt auch das lange Messgewand, das Gewand für eine Priesterkultur. Alba longa wurde gegründet für eine neue Priesterkultur, als Abzweigung der alten trojanischen. Die Schlange windet sich um den Priester. Das ist ein Symbol für die Überwindung der Priesterschaft, die nichts mit Schlauheit, sondern nur mit Spiritualität zu tun hat. Das steht in der Laokoon-Gruppe vor uns. Sie ist ein großes Dokument für den Übergang der dritten in die vierte Unterrasse. Es gibt ein Gesetz im Okkulten, das drückt sich darin aus, dass in einer Rasse - ich kann das heute nicht beweisen -, in der die leitenden Individualitäten ihren Organismus, also das Werkzeug des Geistes, mit alkoholischen oder ähnlichen Getränken ernähren, es einfach unmöglich ist, zu einer Erkenntnis der höheren Glieder des menschlichen Wesens zu kommen. Es gibt da nur die zwei Möglichkeiten: Entweder Erkenntnis der höheren Welten und kein Alkohol oder Alkohol und Entwicklung auf dem physischen Plan mit dem Ausblick, dass es noch andere Pläne geben kann, in die man aber nicht selbst hineinzuschauen vermag. Daher haben alle alten Kulturen unter dem Einfluss der Reinkarnationsidee gestanden. Schon der Sklave, der an den ägyptischen Pyramiden arbeitete, wusste die Wahrheit der Reinkarnation. Er wusste, dass er auch einmal den Platz einnehmen wird, von wo aus man befiehlt, wie er jetzt zu gehorchen hatte. Das Christentum ist eine Erziehung der Menschheit für die Wichtigkeit des physischen Planes gewesen. Vorbereitet wurde dann die fünfte Unterrasse mit der Autoritätskultur. Wodurch bereitet sich äußerlich diese fünfte Unterrasse vor? Dadurch, dass gerade in den  Mysterien eine ganz andere Richtung eingeschlagen wird. Vor Dionysos haben Sie noch nichts von dem späteren Opfer. Da haben Sie die Waschungen, und das Wasser ist das Opfer. Mit Dionysos wird der Gott des Werdens wirksam. Die Widder oder Lammkultur tritt auf. Homer. Christus ist die Individualität, die herabsteigt aus den höchsten Regionen. Sie enthält heute schon körperlich dasjenige, was in sehr ferner Zukunft auch die anderen Menschen enthalten werden. Wenn Sie Christus betrachten wollen, so ist er am besten geschildert im Evangelium des vertrauten Jüngers Johannes. Das Wort ist Fleisch geworden, heißt es da. Der Mensch wird einst Wort werden, und dieses Wort lebt im Fleisch im Christus. Wenn Sie diesen Christus in der vierten Unterrasse betrachten, dann konnte er eines sagen: Ich bin in gewisser Weise tief verwandt mit dieser Unterrasse, dieser vierten, aber ich wachse auch gleichzeitig aus dieser vierten Unterrasse heraus. Ich stelle dasjenige dar, was wieder und wieder in der Zukunft erscheinen wird. Dadurch ist er verbunden mit der Menschheitsentwicklung, mit der irdischen Evolutionswelle, die die vierte und fünfte Unterrasse ausmacht, und dann die sechste Unterrasse ausmachen wird. Da schaut er auf alles, was als materielles Leben sich auf der Erde entwickelt. Dem gehört das Leben Christi an; und wodurch wurde dieser Leib zu einem Angehörigen der vierten Unterrasse? Dadurch, dass eine Kultur hervorkam, die abschnitt die Lehre von der Reinkarnation. Der Christus hat ja seine Jünger auch die Reinkarnation gelehrt. Denn sie fragten ihn ja selbst: ·Das sollte doch erst geschehen, wenn Elias wiedererschienen ist.> Da sagte er: ·Er ist wiedererschienen. Johannes war Elias, aber sie haben ihn nicht erkannt.> Wir fassen daher die Theosophie auf als die Ausführung des Christentums. Sie lehrt, was das Christentum nur angedeutet hat. Die alten Opfer sind Wasseropfer gewesen. Die Opfer der vierten Unterrasse sind Weinopfer. Und Christus verwandelt das Wasser in den Wein. Das ist physisch und materiell zu verstehen. Die christlichen Mönche dürfen Wein trinken. Es ist ihnen nicht verboten, Wein zu trinken. Das macht das Christentum zu einer anderen Art der Entwicklung. Die christliche Entwicklung muss sich ganz dem  Führer anvertrauen. Es ist dem Schüler nicht gestattet, selber zu sehen, dadurch nicht gestattet, dass er Wein getrunken hat. Das liegt auch vor beim Abendmahl. Was ist denn da vorhanden? Der Körper der ganzen Erde ist in dem Christus vorhanden. Er kann sagen: <Däs ist mein Lcib.> Und was ist das Blut? Das ist das, was unmittelbar die Leidenschaften in der nächsten Zeit hervorbringt. Das ist der Lebenssaft der DionysosKultur. Der Wein ist das astrale Element. In seiner umfassenden Individualität in konzentrierter physischer Form. Das alles kann ich jetzt nur andeuten. Nehmen Sie die aus dem christlichen Leben herausgewachsenen Individualitäten: Für sie kann das gelten. Sie übergeben sich dem, der sie führt, weil sie eine Weile lediglich auf dem physischen Plane wandeln. Das ist christliche okkulte Entwicklung. Dann gibt es aber auch eine christliche schwarze Magie. Die ist wirklich vorhanden und spielt eine gewisse Rolle. Im Gespräche ist es vielleicht möglich, auch über dies besondere Auskunft zu geben. Nehmen wir einen umfassend entwickelten Okkultisten der alten Welt, einen solchen, in den das Licht ursprünglich von Anfang an hereinleuchtet, und dann den modernen Okkultisten, der von den Rosenkreuzern ausgeht und sich jetzt entwickelt. Das ist der, bei dem das Licht da steht, wo man sich mit einem gewissen Bewusstsein entwickelt und dem Führer anvertraut. Wachsein ist es, um was es sich handelt, wenn man sich okkult entwickeln will. Können Sie uns über Noah und die Sintflut noch Weiteres sagen? Die Frage bezüglich Noah hängt zusammen mit meinen allerletzten okkulten Forschungen. Niemand wird im «Luzifer» etwas finden, was ich dazumal, als ich die Artikel schrieb, noch nicht gewusst habe. Jetzt aber weiß ich darüber etwas mehr. Jetzt sind mir die klimatischen Verhältnisse klar und anschaulich geworden. Ich habe etwas verstehen gelernt, was ich dazumal schon angeführt hätte, wenn ich es dazumal schon verstanden hätte. Die Stelle von Noah habe ich damals allegorisch genommen. Sie war mir ein Bild für die tiefe seelische Bedeutung. Nun aber weiß ich, dass dieser Regenbogen in der Bibel einer wörtlichen Tatsache entspricht. Auf der alten  Atlantis waren andere klimatische Verhältnisse. Die Verteilung von Luft und Wasser war anders. Nicht umsonst spricht die deutsche Sage vom Nebelheim. Es gibt da noch keinen Regen. Eine andere Verteilung in dem Kreislauf des Wassers in der Luft ist vorhanden, andere Wolkenbildungen sind vorhanden, sodass man findet, dass auf der alten Atlantis die Bildung eines Regenbogens noch nicht möglich ist. Solche Verhältnisse sind erst möglich geworden, als die Atlantis überflutet wurde und die neuen Kontinente emporstiegen. Nun wird uns angedeutet wie der Regenbogen hervorgeht aus der Sintflut. Noah ist der biblische Vertreter eines gewissen Volksstammes, der ursprünglich in der Atlantis veranlagt ist. Wir sprechen von den Ursemiten. Von ihnen stammen alle Unterrassen in einer gewissen Weise ab. Das ist uns ja aus der theosophischen Literatur bekannt. So ist es also in gewisser Weise richtig, dass alle von der ursemitischen Rasse abstammen. Die vierte Unterrasse, welche herauswächst aus der damals vorhandenen, ist veranlagt in den Ursemiten, sodass der eine Stamm, der uns biblisch als der Noahs dargestellt wird, in seinem Weintrinken besonders charakterisiert ist. Wie hängt die Rassenbildung mit der germanischen Mythologie zusammen ? In der Wüste Gobi war ein Zentrum. Von da strömte aus der nördliche Kulturstrom, der einen tragischen Zug hatte. Er ist enthalten in den Nibelungen, in der Götterdämmerung. Druide bedeutet Eiche. Die Ankunft des Christentums bildet eine der Erwartungen in allen nordischen Mysterien. Das drückt sich in einem Symbolum aus. Den Eingeweihten werden durch gewisse Symbole gewisse Wahrheiten bezeichnet. Was war es, was gebracht werden musste, was vorhergesagt wurde durch die alten Druidenpriester? Das Kreuz war es. Nun gibt es einen nordischen Eingeweihten, auf den alle diese Dinge zurückgehen. Sieg heißt er. Alle die Namen wie Siegfried, Sieglinde, Siegmund und so weiter führen auf diesen Sieg zurück. Dieser nordische Eingeweihte hat in dem späten Siegfried eine Ausprägung gefunden. Als Eingeweihter wird er geschildert. Das geht daraus hervor, dass er unverwundbar war durch das Drachenblut,  dass er aber noch verwundbar war an einer bestimmten Stelle des Schulterblattes. Und es wurde gelehrt: Es wird noch einer kommen, der auch diese verwundbare Stelle überwinden wird. Aus der Befruchtung der vierten Unterrasse mit dem, was zurückgeblieben war und herübergekommen ist von früher, entwickelte sich die fünfte Unterrasse. Das gab die Veranlassung zur Gründung der fünften Unterrasse.  THEOSOPHIE IM ALLTÄGLICHEN LEBEN Berlin, 30. Oktober 1905 Sie hören häufig, namentlich von gelehrter oder, sagen wir, von fortschrittlicher Seite: J% geistige Wesenheiten sind vorhanden für diejenigen, die noch am alten kindlichen Glauben hängen, die in ihrer Phantasie und ihren Gefühlen leben. Aber für Leute, die klare, logische Begriffe haben, sind solche geistigen Wesenheiten nicht da. Ich möchte an das erinnern, was der Leipziger Universitätsprofessor Wundt geschrieben hat, worin er gegen alle spirituellen Tatsachen kämpft. Er sagt: Diejenigen Menschen, die von vornherein an solche geistigen Wesenheiten glauben, sehen diese Dinge, diejenigen aber, die nicht daran glauben, sehen diese Dinge nicht. Für die bleibt dies etwas, was immer zweifelhaft sein muss. Das ist aber das Maßgebende. Nun wollen wir uns fragen, ob diejenigen, die mit logisch-klaren Begriffen in die Welt hineinsehen, auch wirklich ausschlaggebend sind mit ihren Aussagen über die Erscheinungen einer höheren Welt. Da müssen wir ein wenig auf dasjenige Rücksicht nehmen, was Lebensbedingung ist für eine ganze Reihe von zunächst elementaren Erscheinungen der höheren Welt. Wir sind fortwährend nicht nur von sinnlichen Dingen und Wesen umgeben, sondern wir sind auch immer von einer Welt übersinnlicher Wesenheiten umgeben. Man darf nicht glauben, dass diese übersinnlichen Wesenheiten in [keiner] Beziehung stehen zu der sichtbaren Natur. Genau wie der Mensch aus sichtbaren und unsichtbaren Teilen besteht, aus seinem sichtbaren physischen Leib und aus seinem unsichtbaren Geist und seiner unsichtbaren Seele, so bestehen auch andere Wesenheiten aus einem sichtbaren und einem unsichtbaren Teil. Die Beziehungen können dann allerdings weitaus andere sein als beim Menschen. Die einfachsten übersinnlichen Wesen, mit denen wir es zu tun haben, sind die sogenannten Elementarwesen. Das sind Wesenheiten, die uns auf Schritt und Tritt umgeben. Der ganze Raum um uns her um ist mit solchen Wesenheiten ausgefüllt. Genauso, wie Pflanzen, Tiere und Menschen um uns herum leben, so leben um uns herum auch übersinnliche Wesenheiten. Aber sie sind nicht immer vollständig ausgebildet, sie sind in einem mehr oder weniger unvollkommen ausgebildeten Zustand. Wenn Sie die uns umgebende Natur betrachten, werden Sie sich dasselbe [Lücke in der Mitschrift) der sichtbaren Sinnenwelt. Wenn Sie hier eine Bohne haben, einen Bohnensamen, und dort eine aufgeschossene Bohnenpflanze, die sich um den Stock windet und Bohnenblüten entfaltet, dann können Sie sich sagen: In gewisser Beziehung sind der Bohnensamen und die aufgeschossene Bohnenpflanze, die in vielen Windungen sich an einem Stock hinaufschlingt, im Grunde genommen von einem gewissen Standpunkt dasselbe. Wenn Sie heute die Bohne in die Erde hineinlegen, kann sie in einiger Zeit genau ebenso am Stock hinaufsprießen, kann genau dasselbe sein, was heute als ausgebildete Bohnenpflanze vor Ihnen steht. So haben Sie hier in der Sinnenwelt scheinbar zwei Wesenheiten. Von einem anderen Gesichtspunkte aus sind sie in Wirklichkeit dasselbe. So ist es auch in der geistigen Welt. Da haben Sie tatsächlich Wesenheiten, die wie die Bohnen im Samenzustande vorhanden sind - als geistige Keime -, die uns fort und fort umgeben, die fortwährend in der geistigen Welt um uns herum sind. So wie Sie der Bohne die Gelegenheit geben, die ausgesprochene Bohnenpflanze zu sein, so können Sie auch diesen geistigen Keimen, die im Astralraum fortwährend uns umgeben, einen Boden geben, in dem sie wurzeln können. Wenn Sie die Bohne immerfort auf der Oberfläche der Erde liegen lassen, auf steinigem Boden, wird sie sich niemals entwickeln können. Wenn Sie sie aber hineinsenken in geeigneten Boden, dann wird sie aufsprießen. So kann es auch bei einem geistigen Keim sein. Es gibt nun Wesenheiten um uns herum, solche Keimwesenheiten, die einfach durch das, was wir entwickeln, wachsen, die dadurch einen Nährboden haben, in dem sie wachsen und gedeihen. Nehmen Sie einmal an, geistige Wesenheiten seien um Sie herum, welche so wie die Bohnenpflanze physischen Erdboden, Salze, physisches Licht und so weiter braucht, sich einen physischen Körper aufzubauen - sich einen Astralkörper aufbauen wollen aus Astralstoff.  Was ist nun astraler Stoff? Das sind zum Beispiel menschliche Leidenschaften, Triebe, Begierden. Astralstoff ist die Habsucht, die Freigiebigkeit, die entwickelt die Liebe. Das alles verhält sich zu einem Wesen, das seiner ganzen Natur nach nicht im Physischen wurzelt und sich einen Astralkörper machen will [wie der Erdboden für den Samen]. Was da der Mensch ausströmt, entwickelt an Begierden und Trieben, das ist für gewisse Wesenheiten notwendig, sodass man sagen kann: Hier im Astralraum ist ein geistiger Keim, und da entwickelt ein Mensch einen ausgeprägten Instinkt für die Habsucht. Das ist ein [geeigneter] geistiger Boden für ein gewisses geistiges Wesen, das in seiner Umgebung ist; das findet Gelegenheit darin [zu wachsen], sodass Sie geistigen Wesenheiten die Möglichkeit geben, darin zu leben. Tatsächlich ist das vorhanden. Es ist zum Beispiel auch bekannt, dass die Menschen ihren Schmerz in den Tränen zu entladen suchen. Niemand wird leugnen, dass die Tränen etwas haben, das den Schmerz lindert. Ein gewisses Linderungsmittel des Schmerzes sind die Tränen. Durch eine astrale Substanz wird bewirkt dieser eigentümliche Linderungseffekt der in den Tränen liegt. Diese astrale Substanz, die dadurch zustande kommt, dass der Schmerz sich in Tränen entlädt, gibt Veranlassung, dass sich gewisse Wesenheiten inkarnieren, verkörpern. Tatsächlich saugt der Mensch, der weint, aus der Umgebung geistige Wesenheiten ein. Diese bewirken, dass der Schmerz immer geringer und geringer wird. Nun sind aber Schmerzen vielfach, wenn wir sie selbst durchleben, ohne dass sie sich in Tränen entladen, eine bedeutende Kraftsteigerung, die noch viel stärker wirken kann, wenn wir sie als gute Erfahrung anhäufen und nicht die Wollust der Tränen suchen. Dann sind sie ein Quell der Weisheit. Schmerzliche Erfahrungen sind ein Quell der Weisheit. Es wird immer wieder derjenige, der etwas weiß, etwas sieht in der Welt, seine Freuden gern hingeben; seine Schmerzen wird er aber nicht gern hingeben, denn aus schmerzlichen Erfahrungen geht das hervor, was wir tun und nicht tun sollen. Hat etwas Schmerz gemacht, dann wissen wir, dass es nichts Lebensförderndes ist, und wir wissen uns in späterer Zeit zu verhalten. Große Idealisten sind in früheren Inkarnationen oft Märtyrer ge wesen. Aus diesen schmerzlichen Erfahrungen, die sie mit Würde und Gleichmut ertragen haben, ist ihnen ein idealer Sinn entsprossen. Daraus können Sie schon sehen, dass bittere Erfahrungen mit Weisheit zusammenhängen. So werden Sie auch zugeben müssen, dass, wenn der Mensch sich die schmerzlichen Erfahrungen ausweint, er dann auch deren Wirkungen abstumpft. Das ist tatsächlich der Fall. Derjenige, der in höhere Welten hineinschauen will, der muss vor allen Dingen verstehen, sich den Schmerz in der Seele zu vergraben, ihn zu einem wirkenden Ferment zu machen und ihn nicht in den nach außen entströmenden Tränen verschwinden zu lassen. Neben allen bildlichen Ausdeutungen ist auch als eine wirkliche Wahrheit buchstäblich zu nehmen das Wort in «Licht auf den Weg»: Bevor das Auge sehen kann, muss es der Tränen sich entwöhnen. Damit soll nichts gegen die Tränen bei Menschen einer gewissen Entwicklungsstufe gesagt sein. So sehen Sie, wie das einen Nährboden abgibt für geistige Wesenheiten, die fortwährend da sind, und aus denen astrale Wesenheiten aufsprießen wie Pflanzen aus besäter Erde. Was sind denn nun diese astralen Keime? Wo sind sie vorhanden? Wenn Sie sich diese Fragen ganz genau vorlegen, dann werden Sie manches verstehen in der Natur, was Sie sonst schwer begreiflich finden. Für denjenigen, der die Welt in jener Weise zu ergründen versucht, sind die Dinge der Natur nicht reine physische Wesenheiten, die man gewöhnlich in ihnen vermutet, sondern sie sind durchsetzt von geistigem Leben. Die ganze Natur ist belebt, wirklich belebt von geistigen Wesenheiten. Seher wussten das und wissen es auch heute noch. Paracelsus zum Beispiel sagte, dass in den Pflanzen und Steinen überall geistige Wesenheiten ruhen. Nun wollen wir einmal die Natur solcher geistiger Wesenheiten zu erforschen suchen, die anders geartet sind als die Wesenheiten, die rings uns umgeben. Zunächst muss ich einige Begriffe erörtern, die Ihnen die ganze zunächst übersinnliche Natur begreiflich machen werden. Einige kennen diese Dinge ja schon, aber ich glaube, sie in einem anderen Zusammenhang zu bringen. Außerdem kann man sie auch öfters hören.  Der Mensch weiß von seiner Umgebung und handelt aus seinem Bewusstsein heraus. Was heißt das? Wenn er schläft, handelt er nicht aus dem Bewusstsein heraus, denn dann ist sein eigentliches höheres Ich, seine eigentliche höhere Wesenheit, von dem Leibe getrennt. Der Leib ist für sich. Wenn Sie einen schlafenden Menschen betrachten - was haben Sie da eigentlich vor sich? Der Mensch besteht aus dem physischen Leib, [den Sie mit den Augen sehen,] dann aus einem Ätherleib, der ähnlich gebaut ist und eine Art Modell zu dem physischen Leibe bildet, dann aus dem Astralleib mit dem Gefühls-, Trieb-, Begierden- und Leidenschaftsleben, und endlich aus dem Ich, in dem ich die höheren Glieder zusammenfasse. Wenn der Mensch wach ist, stehen folgende Teile vor uns: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Der physische Leib ist in der sinnlichen Welt, der Ätherleib, der Astralleib und das Ich sind in der übersinnlichen Welt. Wir haben also ein Wesen vor uns, das sein Bewusstsein im Übersinnlichen hat und nur den Körper auf dem physischen Plan. Während des Schlafes legt er den physischen Körper ab und lebt in den höheren Welten. Was hier der Mensch im Schlafzustand darstellt, das können Sie bei den anderen physischen Wesen, die Sie umgeben, als einen konstanten Zustand betrachten. Bei der Pflanze können Sie sagen - und nicht bloß bildlich -, dass sie schläft. Was der Mensch in der Nacht ist - annähernd-, das ist die Pflanze immer: Sie ist ein Schläfer, hat ein schlafendes Bewusstsein. Es ist wichtig, dass man das richtig weiß. Sehen Sie, ebenso wie der Mensch, wenn er schläft, sein Bewusstsein nicht im physischen Leibe hat, so hat auch die Pflanze ihr Bewusstsein nicht im physischen Leibe, und daher ist sie ein Schläfer. Dadurch unterscheidet sich der Mensch von der Pflanze, dass der Mensch sein Bewusstsein im Leibe darinnen hat, während die Pflanze ihr Bewusstsein außerhalb des Leibes hat. Die Pflanze ist nicht ohne Bewusstsein, sie hat es nur außerhalb ihres Körpers; sie hat es auf dem Mentalplan. Das Tier hat das Bewusstsein auf dem Astralplan, die Pflanze aber hat es auf dem Mentalplan. Da kommen wir jetzt zur Beschreibung der äußeren sinnlichen Welt, der sinnlichen Natur. Ich möchte versuchen, es Ihnen sche matisch darzustellen. Wenn Sie diese ganze Welt betrachten, so tritt Ihnen diese Welt durch Ihre Sinne, durch Ihre Augen, Ohren, durch die Empfindung und das Gefühl entgegen. Dies nennen wir den physischen Plan. Geradeso wie ein Schwamm von Wasser durchzogen ist, so ist diese Welt von der Astralwelt durchzogen; sie durchdringt die physische Welt. Der Astralplan hat nun nicht Gegenstände und Wesenheiten, die man angreifen und mit Augen sehen kann. Die <Materie>, die auf demselben vorhanden ist, besteht aus demselben Stoff, aus dem Ihre Wünsche und Begierden bestehen. Wenn Sie hier eine Kerze haben und anzünden, so brennt sie auf dem physischen Plan. Das Feuer entsteht also durch einen physischen Vorgang. Wenn Sie aber Ihrem Nachbar fluchen, so brennt auf dem Astralplan Feuer. Er hat Schmerz, und das ist auf dem Astralplan in einer Art Flämmchen sichtbar. Die Lust ist auch so etwas Ähnliches auf dem Astralplan. Ein noch feinerer Stoff ist derjenige, aus dem Ihre Gedanken gewoben sind, den nennen wir Mentalstoff. Dann gibt es noch einen höheren Plan, das ist der höhere Mentalplan. Der Stoff auf diesem Plan ist derselbe wie derjenige, aus dem die Gedanken bestehen, die ganz frei von Sinnlichkeit sind, die höchsten Gedanken, die der Mensch überhaupt haben kann. Nun haben wir an Wesen auf der Erde: Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Mensch hat, wenn er wacht, sein Bewusstsein hier auf dem physischen Plane; sein Bewusstsein wohnt im physischen Leibe. Das Tier hat sein Bewusstsein nicht im physischen Leibe, sondern auf dem Astralplan. Dadurch ist das Tier nicht imstande, auf dem physischen Plane sein Ich auszusprechen. Es fehlt ihm die Möglichkeit, selbst zu denken. Es gibt eine sogenannte Gattungsseele beim Tier; die lebt auf dem astralen Plan. Die Pflanze hat ihr Selbstbewusstsein auf dem Mentalplan. So sind der Mensch, das Tier, die Pflanze und endlich das Mineral in ihrer Zweiheit als Form und Bewusstsein. Daraus können wir sehen, was Mineral, Pflanze, Tier und Mensch sind. Das Tier ist nicht imstande, das Ich zu fassen. Es ist kein Instrument da, durch das es wirken kann. Auf dem Astralplan sind die Tiere so wie auf dem physischen Plane die Menschen;  sie fangen an, mit Ihnen zu sprechen. Und auf dem Mentalplan sind die Pflanzen so wie die Menschen auf dem physischen Plane. Das Tier ist auf dem physischen Plane und wurzelt im Astralplan mit seinem Bewusstsein. Es kann auch umgekehrt sein, sodass nämlich das Bewusstsein auf dem physischen Plane ist und der Körper auf dem Astralplan, der dann mit seinem Bewusstsein in unsere Welt hineinreicht. Was würde ein solches Wesen bedeuten? Ein solches Wesen würde sich droben im Astralraum bewegen, es würde im Astralraum spazieren gehen. Und so, wie wir das Tier hier unten erfahren, so äußert sich das <Tier>, das sein Bewusstsein im Physischen hat, in physischer Wirkung, das heißt in Form einer Anziehung. Der Physiker hat zum Beispiel hier einen Magneten, und wenn er etwas Eisen in seine Nähe bringt, so zieht er es an. Der Physiker redet dann von einer Anziehung. Das ist natürlich bloß ein Wort. Was liegt in Wahrheit hier vor? In Wahrheit liegt vor, was ich beschrieben habe. In Wahrheit liegt der magnetischen Kraft, die darin wirkt und sichtbar ist, eine astrale Wesenheit zugrunde. Allen Naturkräften liegen astrale Wesenheiten zugrunde. Den Naturkräften liegen astrale Wesenheiten zugrunde. Da gehen auf dem Astralplan Wesenheiten spazieren, und hier äußern sie sich als Naturkräfte. Naturkräfte sind nicht anderes als Handlungen auf dem physischen Plane von Wesenheiten, die auf dem Astralplan leben! Deshalb wird derjenige, welcher mit seiner ganzen Empfindungsfähigkeit an die Natur herantritt, aus den Naturkräften heraus solche Wesenheiten wahrnehmen können. Nehmen Sie einen sehr sensitiven, empfindungsfähigen Menschen, der sich solchen Kräften nähert. Er wird nicht nur dann, wenn das Eisen da ist und angezogen wird, sagen können: Hier ist magnetische Kraft vorhanden, sondern sein Auge wird die magnetischen Kräfte sehen - und das ist dasselbe, was das Bewusstsein des Tieres auf dem Astralplan ist. Diese magnetischen Kräfte haben ihren KÖrper auf dem Astralplan, und dies kann der betreffende sensitive Mensch sehen. Ein Stück Schwefel ist nicht nur ein Stück Schwefel, sondern es ist auch eine Kraft, und diese Kraft entspricht einer astralen Wesenheit  auf dem Astralplan. Das ist auf dem astralen Plane eine Wesenheit, ein Organismus. Daraus können Sie ersehen, dass wir es eigentlich fortwährend mit Wesenheiten zu tun haben, die auf dem Astralplan ihre Wesenheit haben, wie bei den Naturkräften. Der Mensch kann die eine Pflanze lieblich, die andere antipathisch empfinden. Das hat keinen anderen Grund - wie der Hellseher sehen kann - als den, dass die eine Pflanze Kräfte hat, die sich in einem schönen Astralkörper zum Ausdruck bringen, und die andere Kräfte hat, die sich in einem scheußlichen Astralkörper zum Ausdruck bringen. Den Geruch, den der physische Mensch riechen, der astrale Mensch wahrnehmen kann, können Sie sehen in einer astralen Gestalt. Eine Pflanze, wenn Sie anfangen die Kräfte wirklich zu bekommen, um das zu sehen, was nicht für die physischen Sinne wahrnehmbar ist, ist für Sie umgeben mit Lichtwirkungen. So haben wir in der Pflanze zwei Wesenheiten ineinander stecken, die zusammengehören. Die Pflanze sprosst vom Boden heraus. Sie hat ihr Bewusstsein auf dem Mentalplan und den physischen Körper hier unten. Eine andere Wesenheit ist in sie hineingesteckt, die hat ihren Körper auf dem Astralplan und ihr Bewusstsein hier unten. Verfolgen Sie mit mir einmal den Gang, den das Tier durch sein Leben macht. Wenn das Tier nun lebt, geboren wird, so entsteht zunächst der Astralkörper des Tieres, dann der Ätherkörper, und dann kleiden sich dieselben mit physischem Stoff aus. Das Tier bekommt den physischen Körper, das Astrale lebt in dem physischen Körper. Nehmen Sie nun dieses Leben des Tieres. Das kann nur so lange bestehen, als Sauerstoff in der Luft da ist. In dem Augenblick, wo die Luft nicht genug Sauerstoff hat, stirbt das Tier. In dem Augenblick, wo Sie das Tier lebendig begraben, stirbt es auch, weil es nicht genug Sauerstoff hat. So sehen Sie, dass der bloße physische Körper den Astralkörper des Tieres nicht halten kann, wenn nicht die entsprechende Lebensluft da ist. Wenn Sie das ganze Tier mit der Erde zudecken, dann kann dieses Tier nicht leben. Etwas Ähnliches können Sie auch bei den astralen Wesen machen, von denen ich Ihnen gesprochen habe. Nehmen Sie an, Sie haben  den Astralkörper einer Wesenheit, die eine Pflanze begleitet, die zu ihr gehört; dieser Wesenheit treten Sie nun gegenüber. Wenn Sie ihr gegenübertreten, so ist es für eine solche Wesenheit vielfach so, wie wenn Sie eine Bohne in den Boden einpflanzen. Sie bieten ihr durch Ihren eigenen Geist die MÖglichkeit zu wurzeln, zu wachsen und zu gedeihen. Sie bekommt eine äußerlich sichtbare Form. Das ist ein sehr wichtiger Vorgang. Sie treten einer Pflanze gegenüber, sie fängt an, wie von Feuerfunken umgeben zu sein; es bildet sich ein Wesen, das mit der Pflanze verbunden ist; es bildet sich dieses seinen Körper. Nun fangen Sie an, nachzudenken über dieses Wesen. Wenn Sie nachdenken, so ist das wirklich wie eine An von Boden, in den das Wesen eingesenkt wird. Aber so wohltätig der Boden für die Pflanze auch ist, wenn er in der richtigen Weise einen Teil ihrer Organe umhüllt, so verderblich ist er für sie, wenn Sie die ganze Pflanze bedecken. Und wie der Erdboden die Pflanze tötet, wenn Sie die ganze Pflanze mit Erde überschütten, so wirkt auch der Gedankenboden auf solche Wesenheiten. Wenn Sie sie ganz mit Gedankenmaterie verschütten, so wirkt dies ertötend. Es fehlt ihnen die Lebensluft. Daher sterben die Elementargeister der Natur, indem man ihnen die Lebensluft durch Gedanken nimmt. Das ist etwas, warum kaustische Denker, solche Leute, die alles ausspintisieren, womöglich alles mit ihrem Gedankenstoff umgeben wollen, die zarten Wesenheiten, die uns umgeben, tatsächlich um sich herum ertöten. Das wird Ihnen erklärlich machen, was es heißt: Solche Wesenheiten <sterben'; sie sterben tatsächlich vielfach im Menschen. Geradeso, wie ein Bergrutsch alle darunterliegenden Pflanzen begräbt und sie sterben macht, so macht das menschliche Denken dadurch, dass es sich ausbreitet, eine ganze Reihe von Naturwesenheiten tot. Der Mythos und die Sage haben das schön ausgedrückt in einer symbolischen Sprache; sie finden es ausgedrückt in dem Mythos von den Heinzelmännchen: Früher, wo der Mensch noch nicht so viel gedacht hat, waren sie da. Dann kam die Zeit, wo der Mensch vorzugsweise zu denken anfing; da zogen sie sich zurück, die Naturgeister. Das ist sinnbildlich ausgedrückt, aber einer verborgenen Wirklich Kelt entsprechend. Wie der Mensch seinem physischen KÖrper nach der Erde übergeben wird, wenn er stirbt, so werden diese Naturgeister ihren Elementarkörpern nach in die mentale Erde in den oberen Welten gesenkt, und da sterben sie. Der Mensch hat seinen Tod in der physischen Erde, der Naturgeist hat seinen Tod in der <Et"dc> der geistigen Welt! [Sie haben dort ihr Grab, und das wird ihnen bereitet durch das spintisierende, klügelnde Denken der Menschen.] Dem, der noch nicht eingeschult ist in diese Dinge, wird die Sache phantastisch erscheinen. Derjenige, der mit zweifelnden Gedanken an die geistige Welt herantritt, der wird diese geistige Welt nicht finden. Er benimmt sich, wenn er durch die geistige Welt durchschreitet, so, wie wenn man mit einer Feuerflamme durch einen Mückenschwarm durchgeht. So ist es mit einem Denker, der keine Sensitivität hat. Viele getötete [geistige] Wesenheiten zeigen die Spur solcher Denker an. Deshalb ist der Mensch vielfach ein Zerstörer der Elementargeister. Er ist etwas, was sich höher entwickeln will, und diese Wesenheiten, die in einer umgekehrten Entwicklung stehen, werden vielfach von den Menschen zerstört. Da haben Sie wieder ein praktisches Beispiel, das Ihnen eine wirkliche Lehre des Okkultismus begreiflich erscheinen lässt: dass Sie selbst den geistigen Wesenheiten dasjenige entgegenbringen müssen, was sie erscheinen lässt, was sie da sein lässt. Daher die immer und immer wieder auftauchende Forderung: Man soll nicht kaustisch denken, nicht kritisieren, sondern sich hingebungsvoll der Umwelt überlassen. Dann treten aus ihrer Finsternis heraus die hellen geistigen Elementarwesen. Diese Dinge hängen alle mit tiefen Gesetzen des geistigen Seins zusammen. Nun noch ein weiteres Beispiel, aus dem Sie sehen können, wie das unmittelbare Leben erklärlich wird durch solche Erkenntnisse, die den verborgenen Welten angehören. Nehmen Sie an, ein Mensch lügt den anderen an. Wenn ich die Wahrheit sage, bedeutet das in der geistigen Welt etwas ganz anderes, als wenn ich lüge. Wenn ich die Wahrheit sage, erzeuge ich eine Gedankenform. Jeder Gedanke, den ich äußere, ist eine Form in der übersinnlichen Welt. Nun entspricht der Tatsache, die ich mitteilen will, aber auch etwas in der geistigen Welt. Einer jeden Tatsache im äußeren, sinnlichen Raum entspricht  auch etwas in der geistigen Welt. In dem Augenblick, wo ich die Wahrheit sage, verbindet sich die Gedankenform, die ich gebildet habe, mit dem, was der Tatsache in der geistigen Welt entspricht. Sage ich oder denke ich aber eine Lüge, die nicht der Tatsache entspricht, dann wird meine Gedankenform sofort, wenn ich versuche, sie zu vereinigen mit dem geistigen Gegenbild, das der Tatsache entspricht, auf mich zurückprallen und an mir haften bleiben. Auf denjenigen, der Gewohnheitsliigner ist, prallen fortwährend seine erlogenen Sachen zurück, und er umgibt sich mit einem ganzen Panzer seiner Lügen. Nun denken Sie sich einmal einen solchen Menschen, der in einen solchen Panzer von Lügen eingeschlossen ist. Da können die Kräfte nicht hinein, die ihn entwickeln könnten, und die Folge davon ist, dass er in der [Entwicklung] zurückbleibt. Wer lügt, schließt sich von der Kraft aus, die er ein- und ausströmen [lassen] muss, und er bleibt infolgedessen zurück. Daher ist alles, was Unwahrheit ist, was nicht mit den Tatsachen übereinstimmt, ein Hemmschuh der Entwicklung. Alle Wahrheit verbindet sich mit den Tatsachen selbst, und sie lässt den Menschen in den ganzen Strom der Tatsachen hineintauchen. Wenn Sie das in Betracht ziehen, werden Sie verstehen, was es bedeutet ein ·wahrhaftiger Mensch zu seinn Ein wahrhafter Mensch zu sein, bedeutet: sich fähig zu machen fortzuschreiten, immer weiter und weiter zu schreiten. Nur wahrhaftige Menschen werden weiterkommen. Auf dem physischen Plan lässt sich eine Lüge vielleicht verbergen, aber auf dem Astralplan lässt sich eine Lüge nicht verbergen. Lügenhafte Menschen sind auf dem Astralplan wie von dicken Krusten umgeben. Daher können sie sich nicht entwickeln. Aus diesem Grunde ist der größte Hemmschuh in der Welt die vorhandene Lüge. <Liigc> heißt im Hebräischen <Tophd>. Und wenn Sie sich den <Gcist der Liigc> in der Welt denken, der es sich zur Aufgabe machen wollte, der Welt möglichst viele Hindernisse in den Weg zu legen, so müsste das ein ·Lijgengeist> sein. Der müsste so lügen, dass sich eine Kruste um die ganze Menschheit bildet; er würde der Verderber der Menschheit sein. Verderber heißt im Hebräischen <Mcphiz>. Einen solchen Liigengeist können Sie also <Mcphistophc1> nennen, <Gcist der Lügen Sein Name ist aus dem  Grund gewählt, weil er der Nater aller Hindernisse> ist. Auch bei Goethe wird er so genannt. So haben Sie hier etwas, woraus Sie sehen kÖnnen, dass man den Dichter nur verstehen kann, wenn man ihn vom Okkultismus aus betrachtet. Sie werden bei den meisten wirklich großen Dichtern genau dasselbe finden. Sie werden niemals finden, dass die großen Weltdichter aus einer beliebigen Phantasie heraus geschaffen haben, sondern aus den okkulten Tatsachen, aus den okkulten Zusammenhängen heraus! Nun noch ein anderes Beispiel, das schon öfter erwähnt worden ist. Wir stehen in der fünften Wurzelrasse, und innerhalb dieser in der fünften Unterrasse. Drei Unterrassen hatten eine priesterliche Kultur. In der vierten Kulturperiode kamen die semitischen Völker herauf. Aus den Priesterkulturen entwickelte sich eine Kultur, die ganz anders war, die nicht begründet war auf die Inspiration von oben; darauf nämlich war die Priesterkultur gegründet. - Die Kultur der vierten Unterrasse war begründet auf Klugheit. Es bedeutet also das Heraufkommen der griechischen Kultur die Überwindung der Priesterweisheit durch die Schlauheit. Dies stellen uns ein griechischer Dichter und ein griechischer Bildhauer dar. Der Dichter Homer stellt uns dies vor in Odysseus, der durch List, indem er ein hölzernes Pferd macht, die Trojaner überwindet. Der Bildhauer lässt den alten trojanischen Priester Laokoon erdrückt werden von der Schlange, dem Symbol der Weisheit und Klugheit. Die wirklichen Dichter haben immer aus dem Okkulten geschöpft. Die anderen sind keine Dichter, weil nichts in ihrer Dichtung der Wirklichkeit entspricht. Bei spirituellen Völkern nur kann die Dichtung blühen. Die Wahrheit wird den Menschen in verschiedener Weise überliefert. Die Dichter waren nicht bloß Unterhalter der Menschheit; sie waren Seher, die über unsere physische Wirklichkeit hinweg hineinleuchten wollten in die höheren Welten. Homer ist daher der blinde Seher>, weil er aus dem Verborgenen, nicht aus der Sinnenwelt heraus seine Werke schuf. So sehen Sie, dass wahre große Dichtungen nur verstanden werden können, wenn wir sie auf der Grundlage der okkulten Tatsachen betrachten. Leben und Menschenschöpfung wird uns nur  klar, wenn wir sie vom okkulten Standpunkte aus betrachten. Bedenken Sie, was das bedeutet! Man kann gegen den Okkultismus wettern und ihn ansehen als etwas, das die Menschen zu Phantasten macht. Sie sehen aber: In Wahrheit führt der Okkultismus immer tiefer und tiefer in die Welt hinein. Er macht den äußeren Zusammenhang der Welt erst recht verständlich. Es gibt, wie Goethe schon gesagt hat, kein Außen und kein Innen. «Natur hat weder Kern noch Schale, alles ist sie mit einem Male> Offenbar sind die Geheimnisse, wenn der Sinn der Menschen sich öffnet. Damit komme ich zu etwas, was zunächst schwer glaublich erscheint, was aber wirklich wahr ist, nämlich dazu, welchen Nutzen es hat, wenn es neben den okkulten Schulen noch eine äußere exoterische, theosophische Bewegung gibt. Nur der, welcher okkultes Leben haben will, soll sich einweihen lassen. «VVas hat es denn für einen Zweck, eine Theosophische Gesellschaft zu habenh, so könnte man fragen. Der, welcher sich nur mit verstandesmäßigen Erkenntnissen an diese Sache heranmacht, wird kaum eine zufriedenstellende Antwort finden. Wer sich aber vertiefen würde in diese geistige Welt, würde mehr Erfolg haben. Es mag lange dauern, was aber davon kommt, ist ein wirkliches Hineinschauen in die Welt. Nicht umsonst sitzen die Menschen beisammen. Je nach dem Karma dauert es bei dem einen längere, bei dem anderen kürzere Zeit. Was man da hört, ist krafterweckend, selbst hineinführend in die geistige Welt, der Anfang der Einweihung. Das muss man bedenken, wenn man den richtigen Zweck und den wahren Grund der theosophischen Bewegung einsehen will. Der wahre Grund der theosophischen Bewegung ist der, in den weitesten Kreisen nicht nur erzählend von den höheren Welten zu reden, sondern durch unser Reden, dadurch, dass darin die Kraft der höheren Welt selbst fließt, auch die Gabe, die Fähigkeit zu wecken, in den höheren Welten selbst zu leben. Das ist durchaus nötig. In der Tat würde derjenige, welcher alles verstände, alles durchdränge mit seinem reinen Begriffsmaterial, was erzählt werden kann von den höheren Welten, und welcher mit Unbefangenheit der Sache entgegenkäme, bloß noch ein feines Häutchen zum Zerspringen zu bringen haben, und es würde die Gabe des Hellsehens ohne  Weiteres eintreten. Es mag Einzelne geben, welche ein abgekürztes Verfahren gar haben. Es muss immer solche geben, die sich etwas weiter entwickeln als die anderen. Aber die ganze Menschheit kann in unserer Zeit weitergebracht werden. Was heute gelehrt wird, kann unbedingt in einiger Zeit von selbst Kräfte des Sehens hervorbringen. Und zwar in folgender Weise: Heute denken die Menschen, sie seien furchtbar gescheit in ihren kritischen Gedanken. Wem verdanken sie das? Nehmen Sie an, Sie sitzen in einer Versammlung. Vor Ihnen steht ein Redner, der, wie man sagt, die Wahrheit verkündet. Wenn ein solcher Mensch gesprochen hätte vor denselben Menschen in ihrer vorhergehenden VerkÖrperung, so hätten sie ihn nicht verstanden. Keine Spur! Nehmen wir an, alle, die in einer solchen Versammlung sitzen, wären vor eintausendfünfhundert Jahren oder mehr auf der Erde gewesen. Damals wurden ihnen aber von ihren Priestern Märchen erzählt. Sie wurden nicht auf die Weise unterrichtet wie wir heute, in Verstandesform, sondern es wurden ihnen Märchen erzählt. Und diese Seelen verkörpern sich wieder: Die Kraft, mit der sie die Märchen eingesehen haben, kommt jetzt dadurch zur Geltung, dass sie verstandesmäßigem Reden Verständnis entgegenbringen können. Und durch das jetzt entwickelte Verständnis wird ein höheres Verständnis zur Entwicklung kommen. Es wird sich nicht mehr um ein Begreifen mit dem Verstande handeln, sondern um ein Hellsehen. Sie sehen also, dass die theosophische Bewegung eine große Perspektive eröffnet. Sie wirkt so, wie vor Jahrhunderten die Priester mit ihren Märchen in die übersinnliche Welt hineingewirkt haben. So wie sie etwas in die Seele versenkt haben, das heute hervorkommt, so wird die heutige verstandesmäßige Bildung in der nächsten Verkörperung die Fähigkeit erzeugen, mit hellseherischen Kräften die Welt zu durchdringen. Das ist der Weltberuf der theosophischen Gesellschaft. Das will sie und soll sie sein. Wenn Sie sie so betrachten, werden sie sich klar darüber sein, dass man in den Okkultisten-Vereinen das nicht haben kann. Bewegungen, die ethische oder andere Zwecke haben, gibt es viele. Bewegungen aber, in denen gesprochen wird von den übersinnlichen Welten heraus, um das Geistige, den Geist zu  wecken, solche Bewegungen gibt es außerhalb der theosophischen Bewegung als populäre Bewegung heute nicht. Das ist der Grund, weshalb durch die theosophische Bewegung eine solche Strömung ins Leben gerufen wurde. Die theosophische Bewegung ist nichts, was uns graue Theorien lehrt, sondern uns unmittelbar hineinführt ins Leben, was uns Anleitung gibt mit offenen Augen ringsherum die Welt anzusehen. In der ganzen Welt ist wirklich etwas wie Blindheit bei denjenigen vorhanden, die in der Außenwelt den Anstoß geben sollten. Letzten Donnerstag versuchte ich das auf sozialem Gebiete klarzumachen. Auf allen Gebieten, auf denen ein Wissen der Kräfte herrschen sollte, sehen wir, wie eigentlich Blindheit die Handschrift derer ist, die erweckend sein sollten. Die Theosophie will die Kräfte, die ihr zugrunde liegen, herausbringen. Der Mensch ist vielfach ein Feind der uns umgebenden Elementarwesen, die uns immerfort und fort umgeben. Er wird aber zu ihrem Freund, wenn er sie erkennt und vertraut mit ihnen wird und in ihrem Sinne wirkt. Wir werden Freunde derjenigen Wesen, die uns immer umgeben in der geistigen Welt, wenn wir uns in die verborgenen Seiten des Naturdaseins hineinbegeben; dann wirken sie mit uns, nicht gegen uns. Alles, was in der Welt auftritt und was fortschritthemmend ist und was manche blutige Zerstörung in der Welt bewirkt, hat seinen Grund in nichts anderem als in den wachgerufenen Elementarwesen in der Welt. Sie sind Feinde des Menschen, solange der Mensch wirken will, ohne sie zu kennen. Sie verwandeln sich in Freunde, wenn er sie kennenlernen will, wenn er ihnen mit Vertrautheit gegenüberstehen will. Äußerlich, physisch gesprochen heißt es: Der Mensch steht in der Welt, wirkt und wirkt, und um ihn herum geschehen die Dinge, die von seinen Handlungen ausgehen. Er sieht nichts. Gar nichts sieht er. Dann plötzlich brechen revolutionäre Bewegungen herein, weil er nichts gesehen hat, weil er die verborgenen Dinge, die lange da waren, bevor sie den äußeren feindlichen Sturm entladen haben, nicht gesehen hat. Würde der Mensch sie sehen, dann würde er nicht so sein, dass er sie missachtet und zu revolutionären Strömungen ausarten lässt. Dann würde er in ihrem  Sinne wirken. Daraus ersehen Sie, dass nicht den Gang der Gesetze, die geistigen Elementarwesen zu erkennen, Zerstörung, Tumulte und Revolutionen in der Welt bedeutet, und dass, je mehr wir die Kräfte um uns herum kennenlernen, desto mehr wird eintreten, was wir eine ruhige Entwicklung der Menschen nennen. So haben auch im Großen die Kenntnisse der elementaren Natur, die Kenntnis der geistigen Welt um uns herum einen großen praktischen Wert. So kÖnnen wir tiefer in unsere Umwelt eindringen und sie verstehen. Das nächste Mal wollen wir von einem Problem sprechen, das dem Menschen sehr nahegehen kann. Vieles haben wir schon gehört von Kräften, die um den Menschen herum wirken. Und so wollen wir uns fragen: Ist der Mensch ein Wesen, bei dem man von Freiheit sprechen kann oder nicht? Ist er am Gängelbande der Elementarwesen oder nicht? Das sind die Fragen, die uns das nächste Mal beschäftigen sollea  THEOSOPHIE UND FREIHEITSBEGRIFF Berlin, 6. November 1905 Zunächst könnte es scheinen, als ob die strenge Gesetzmäßigkeit in der The [...I M [...I unvereinbar sei. Sie wissen, dass dies Problem [...I Ist der Mensch frei oder nicht frei? Steht er unter eherner Gesetzmäßigkeit, oder unterliegen seine Handlungen seinem Willen? Zunächst ist diese Frage nicht gestellt, und es hängt viel davon ab, dass man Fragen richtig stellt. Wie der Mensch heute steht, ist er weder das eine noch das andere, weder frei noch gebunden, sondern sowohl das eine wie das andere. In Bezug auf gewisse Handlungen ist er frei, in Bezug auf andere steht er unter eherner Notwendigkeit. Freiheit ist etwas, dem wir uns immer nähern, wir werden freier, je mehr wir uns entwickeln. Im Anfang sind wir sehr gebunden, hängen ab von allem, wozu uns unsere instinktiven Mat[...] veranlagt [haben]. Aber je mehr wir uns entwickeln, desto freier werden wir. Wie hängt das zusammen mit den Gesetzen des Karma? Die Theosophie behandelt Gesetze, die in die Zukunft hinein wirken. Wenn wir so fest bestimmte Gesetze angeben, wie können wir da von einer Entwicklung zur Freiheit sprechen? Wenn wir uns auf diesem Felde ganz genau einlassen in bestimmte Untersuchungen über die menschliche Seele, kommen wir vorwärts. Wir müssen uns vor allen Dingen daran halten: Was ist das, Freiheit? Kann es ein Schaffen aus dem Nichts heraus sein? Ist es ein bestimmtes Wesen? Ist der Mensch zur Freiheit veranlagt auf der Stufe des Daseins, auf der er jetzt steht? - In dem Augenblick, in dem der Mensch sich eine solche Frage aufwirft, ist er ein Wesen, das sich bis zu einem bestimmten Punkte entwickelt hat. Dass sich meine Hand bewegt, ist ein Ergebnis unendlich komplizierter Gesetze. Nun kann es sich nicht darum handeln, ob ich diese Gesetze aus der Welt schaffe, sondern ob ich innerhalb dieser Gesetze, in denen ich geworden bin, einen freien Entschluss habe; ob ein Wesen, das nach bestimmten [Gesetzen] geb[oren] ist und sich innerhalb dieser Gesetze bewegt, sich die Freiheit zuschreiben  kann oder nicht. Diese Gesetze gehören unserem Werden in der Vergangenheit an und reichen hinein in die Zukunft. Denken Sie sich, jemand verlangt, zum Athleten ausgebildet zu werden. Er muss sich in ganz bestimmter Richtung ausbilden, Gesetze befolgen, auf einen gewissen Standpunkt sich bringen; wenn er das hat, kann er Athlet werden. Freiheit besteht nicht darin, dass wir die Gesetze ändern, nach denen wir geworden sind, sondern innerhalb dieser Gesetze uns betätigen. Sie haben gehört, dass [der] M[ensch] entweder den linken oder rechten Pfad geht. Ja, es steht ihm also nicht frei; er muss den einen oder ändern gehen. Wenn er einen Guru hat, muss er Gesetze befolgen, einem Ziele zustreben - kann dann die Rede sein von Freiheit? In Wahrheit handelt es sich um kein solches Ziel, dem wir zustreben sollen. Diesen Zweck hat gar keine okkulte Entwicklung, sondern sie hat Zweck und AbsichL in dem Menschen Fähigkeiten zu entwickeln, ihn durch Gesetze auf eine bestimmte Stufe zu bringen. Wenn er diese hat, dann ist er fähig, sich ein Ziel zu setzen. Das Tier kann nicht aus Freiheit handeln, nur nach Instinkten; keine Trieb-, keine Leidenschaftshandlung ist frei, sie ist innerlich erzwungen. Um frei zu sein, muss man vor allem die Fähigkeit haben, sich frei zu entschließen; in sich selbst keinen Zwang fühlen, dies oder jenes zu vollführen. Das ist eine zu erringende Stufe. Und aller Okkultismus handelt von den Fähigkeiten, die wir entwickeln sollen, um uns frei zu entschließen. Nehmen Sie an, ein Mensch erlangt die Fähigkeit, in die übersinnliche Welt hineinzuschauen. Der Mensch handelt zunächst aus instinktiven Trieben heraus. Was soll der innere Zwang? Er hat zunächst die Aufgabe, den Menschen in ein Verhältnis zur Außenwelt zu setzen. Die instinktiven Triebe leiten zunächst sein Leben das macht ihn unfrei. Wenn der Mensch anfängt, in die übersinnliche Welt hineinzuschauen, ist der Anfang, dass er den Zusammenhang zwischen den Trieben und Weltenzusammenhängen durchschaut. Er kennt, wie ein Instinkt als Ursache in der Welt wirkt. Er geht über zu der Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen sich und der Außenwelt. - Dazu gibt ihm der Okkultismus die Anleitung.  Sie haben dieses gesetzmäßige Getrieb der Welt immer besser kennengelernt und sehen, wie sich die Freiheit daraus entwickelt. Dass Sie Sauerstoff und Wasserstoff zusammenbringen, ist die Tat Ihrer Freiheit. Wissen wir nichts von dem Gesetz, können wir nicht voraussehen, was wird, müssen uns einem Zwang unterwerfen. Dadurch, dass wir die gesetzmäßigen Folgen erkannt haben, das macht uns frei. Je mehr wir die höheren Gesetze durchschauen, können wir uns an sie halten, um die Ziele zu erklimmen. Was wir erkennen lernen, sind die Mittel, wodurch wir bestimmte Ziele, die wir uns dann setzen, erreichen. Der Meister gibt dem Chela keine Anleitung darüber, wo er hinsteuern soll; er soll sich bewegen lernen im Sinne des Ziels. Ein Zid ergibt sich uns dann, wenn wir unbefangen die Welt wirklich betrachten. Nur das kann ein freies Ziel sein, das der Mensch sich setzt aus der Fülle der Welterscheinungen heraus. Dann ist er in Wahrheit ein befreiter Mensch. Die drei wichtigsten Elemente des Seelenlebens sind Tätigkeit, Weisheit, Wille. Die Handlungen müssen bestimmt sein durch unsere Weisheit und unsern Willelb [- sind] also nicht frei. Weisheit ist teilweise frei, teilweise nicht. In der Idee zu meinem Hause bin ich frei; dass ich das Haus so gestalten kann, wie ich es will, dazu bringt mich meine Kenntnis der Gesetze. Und je besser ich sie kenne, desto besser werde ich imstande sein, diese Idee zu verwirklichen. Frei ist, wer aus dem Gedanken selbstschöpferisch zu gestalten vermag. Der von dem freien Gedanken bestimmte Wille ist das, was den Menschen wirklich befreit. Der Mensch hört also auf, von hinten durch die Vergangenheit bestimmt zu werden, und wird von vorn durch seine Ziele bestimmt. Perle in Muschel als Beispiel. Unfrei ist der Mensch, solange wir in ihm selbst den Grund finden, dass er sich das Ziel gesetzt hat; wenn im Ziel das Gesetz liegt, dann ist er frei, dann kann er die Handlung unterlassen. Er handelt selbstlos in Hingabe auf das Ziel. Der Gegensatz von innerer Nötigung ist die Bestimmung durch das Objekt, die Liebe zum objekt.  Wirklich frei ist nur ein GotK aber der Mensch ist auf dem Wege zur Vergottung. Durch das Objektivwerden, durch das Umwandeln in die Erkenntnis verwandelt sich, was früher Nötigung war, in Freiheit. Deshalb ist der Mensch auf dem Wege zur Freiheit, weil er imstande ist, das, was in ihm als Ziel [lebt], herauszusetzen. In dem Objektivieren liegt der Weg zur Freiheit.  ERKENNTNIS DER HÖHEREN WELTEN I Berlin, 11. Dezember 1905 Sie haben von den Geistern gehört, die sich am Menschen [aufschließen]: 'Wille, Weisheit, Formn Ich möchte noch einiges sagen über diese Wesenheiten. Sie müssen sich vertraut machen damit. Wer nur den physischen Teil berücksichtigt, der weiß nur wenig. Alle Lehren sind gewonnen aufgrund von Beobachtungen mit höheren Organen, die dem physischen Körper nicht angehören, die den höheren Körpern angehören und auch beim gewöhnlichen Menschen noch nicht entwickelt sind. Damit vertraut machen, dass durch höheres Schauen gewonnen. Die Namen der [vier] Stufen des Wahrnehmens [sind]: 1. Materielles Erkennen: Es ist das untergeordnete, nur für das alltägliche Leben [verwendete Erkennen]. 2. Imaginatives Erkennen - Erkennen geistiger Wesen in Bildern: Die auf und ab wogenden Bilder der Traumwelt sind etwas Chaotisches, Ungeordnetes, ohne Bedeutung. Die Bedeutung kann aber entwickelt werden in der Seele. Imago-Bild, mit dem der Mensch sich umstellt. Da ist das Gewebe dessen, aus dem sich die Erkenntnis zusammengesetzt [...I Durch die Wirklichkeit, die man imaginativ erkennt, kann man durchfassen, durchgehen. 3. Das voluntaristische - willensartige - Erkennen: Man hat es nicht mehr mit Bildern zu tun. Alle Bilder-Erkenntnis gehört den astralen Welten an, alle Willenserkenntnis gehört der mentalen Welt an. [···1 Wesen, die man wahrnimmt, haben den Stoff wie unser menschlicher Wille. Willensartige Äußerungen. 4. Intuition: Wille besonders ausgebildet sensitiv. Der Wille regt sich. Wenn der Wille empfindend wird, das ist die höchste An der Erkenntnis, die der Mensch auf dem dritten Plan haben kann. Der  höchste Plan ist die Intuition; die Stufen führen hinauf zu den drei Welten, da sind wir an der Grenze dessen angelangt, was den Menschen zunächst angeht. Die Intuition ist die Erkenntniswelt des Schülers, der den dritten Grad erreicht hat. Der dritte Grad oder Schwan ist derjenige, der den Verkehr der gewöhnlichen Menschen mit den Meistern verbindet - Lohengrin. Die Intuition befähigt den Menschen, die Gegenstände im Innern wahrzunehmen. Wir müssen so recht verstehen lernen, was für eine Bedeutung der Name <Ich· hat, man muss solcher Sache nachgehen. Durch Meditation klarmachen die Unterscheidung des Ich von anderen Namen. Dann unterscheiden Sie das Einmaleins der königlichen Yoga-Schule. Es ist ein unsagbar großer Unterschied zwischen dem ·Ich> und anderen Namen. Es gibt kein Ding, das einen Namen hätte, den ein jeder ihm beilegen könnte, aber einen Namen kennen Sie alle, den nur ein jeder zu sich selbst sagen kann, das bedeutungsvolle Ich. Das Ich muss aus dem Innern zum Menschen klingen, dann betritt der Mensch das Gebiet, welches übersinnlich und der Weg ist, durch den er nur von innen kommt. Da betritt der Mensch zuerst das Gebiet, das keine [Lücke in der Mitschrift] Deshalb ist in der jüdischen Geheimlehre der unaussprechliche Name [Jahwe], welcher bedeutet <Ich bin>, der sich im Innersten der Seele ankündigende Gott, das erste der Intuition. Wenn Sie nun alle Dinge lernen, so zu erkennen, wenn Sie ebenso den Dingen ihren Namen entlocken, wie Sie es zu sich tun, wenn Sie in die Dinge hineinkriechen durch Selbstentäußerung, durch das Aufgehen des Selbst, dann lernen Sie alle Geheimnisse, dann sagt jeder Gegenstand sein eigenes Ich, dann werden alle Dinge sprechend. Alle Illusion des eigenen Selbst ist dann verschwunden. Alle Dinge künden dann die in ihnen liegenden Worte. [...I Was ich Ihnen nun sage, ist eine Versinnbildlichung dessen, was in allen Schulen gesagt worden ist. Ich spreche zu Ihnen, Sie hören mich dadurch, dass ich imstande bin, die Luft in Schwingungen zu versetzen in ganz bestimmte Formen, welche ein richtiges Abbild meiner  Worte und Laute sind. Nun wissen Sie, dass man alle luftförmigen Dinge flüssig machen kann. Nun denken Sie, es könnte jemand in dem Moment die Luft festmachen, in dem ich etwas ausspreche, dann würden meine Worte herunterfallen wie Schneekristalle. So stellte sich mit Recht der Mensch, der tiefer hineinsah, überhaupt die Welt vor. So sprach einstmals die Weltenseek die Urworte hinein in einen unendlich feinen Stoff, in die Akasha-Materie. Alks, was hier auf Erde ist, ist heruntergefallene Akasha-Materie. Der Kristall ist das verdichtete Wort der Urseele. Alles um uns herum ist das starr gewordene Wort der Urseele. Wenn der Mensch zur intuitiven Erkenntnis aufsteigt, dann hört er die Worte, die einstmals die Urseele gesprochen hat. Die vier Stufen der Erkenntnis führen zum mentalen Plan. Die vier Stufen werden in allen Rosenkreuzerschulen gelehrt und bilden den Inhalt der ersten sieben Grade der Einweihung. Auch die Freimaurerei, bevor sie heruntergegangen ist zu den drei Johannisgraden, hatte diese sieben Stufen. Man kommt zur Einsicht in die höheren Welten durch das Gefühl und durch ruhige, klare Forschung. Vertrauen ist notwendig und der Glaube, hervorgerufen durch das ahnende Gefühl. Der Mensch ist veranlagt zur Wahrheit und Klarheit; wenn der Okkultist ihm etwas sagt, dann findet er schon, dass etwas Richtiges daran ist. Zunächst will ich ein Gerippe geben von der höheren Welt und will zunächst ganz logisch und elementar vorgehen. Wenn Sie die menschliche Entwicklung betrachten, so werden sie beim Menschen so, wie er vor Ihren Sinnen steht, die viergliedrige Natur gewahr. Erstens: Der physische Leib hat Gemeinschaftliches mit dem Mineralreich. Wenn der Mensch vor uns steht, so ist er eine Mischung des Physischen und der höheren Leiber. Das Auge ist ein physikalischer Apparat ohne Empfindung, aber es ist belebt, mit Empfindung begabt. Draußen in der Welt ist das Reich des Leblosen ausgebreitet, von dem der Mensch Besitz ergriffen hat. 1. Das Reich des Leblosen 2. Das Reich des Pflanzlichen Physischer Leib Ätherischer Leib  3. Das Reich des Tierischen Astralleib Ich Manas Budhi [Atma] Zweitens: Der Ätherleib: Sie können ein Stück vom Mineralreich abschneiden und hinlegen, so ist es nach einem Jahr noch ebenso. Anders ist es bei der Pflanze, wenn Sie ein Blau abschneiden, so ist es nach kurzer Zeit verdorrt. Drittens: Der Astralleib oder der Empfindungsleib. Diese drei Reiche der Natur sind auch im Menschen. Dann haben Sie noch das vierte Glied, das Ich. Das Ich hält zusammen den Extrakt der ganzen Welt im menschlichen Leib. Schiller hat es ganz theosophisch ausgedrückt in dem, was er als Naturanschauung Goethes beschreibt: «Sie suchen die Natur zu erkennen, aber auf einem schweren Wege, indem Sie zusammenfassen alle drei Reiche, um den Menschen zu bcgrcifen> Hier sind wir auf einem Punkt angekommen, auf dem der Mensch heute ist. Wir haben das, was die Naturkräfte aus ihm gemacht haben. Der physische Leib ist das, was die Gottheiten gemacht haben, es ist das Gescheiteste. Weise ist der physische Leib aufgebaut, die ändern KÖrper sind noch unvollkommen. Der Astralleib macht Torheiten gegen das Herz, er greift unrhythmisch und chaotisch ein in den weisen Bau. Das Ich ist das eigentliche Baby, es ist ganz am Anfange. Durch diese Unvollkommenheiten muss sich der Mensch erst hinaufentwiekeln. Der Europäer weiß zu unterscheiden zwischen 'gut' und <bösc>, <wahr> und <fälsch>. So viel das Ich hat von einwandfreier Wahrheit; so viel Manas ist im Ich. Über all das, was manasisch ist, braucht man nicht erst abzustimmen. So viel auch der Mensch erreicht, mit allen ändern gemeinsam, die Wahrheit muss er selbst erkennen. Leidenschaftslos werden. So viel leidenschaftsloses Gefühl im Menschen ist, so viel Budhi ist in ihm. Wenn das Ich sich ausbildet, wird es auch so rhythmisch wie der physische Leib.  Zwei Welten. Der Mensch lebt in drei Reichen, aber es geht dem Menschen eine neue Welt auf, in die er sich hineinleben muss. Wie sich das Baby <Ich> über das Tierreich erhoben hat, so erhebt es sich in höhere Reiche. Das Ich hinaufzuführen, haben alle Religionen angestrebt. Wenn wir hinaufsteigen, so bekommen wir eine Übersicht. Mi^mLL _Pft"«= Tier Die Mondwesen nennt die alte christliche Geheimlehre Engel. Die Asuras sind der Ursprung für alle Arten von Egoismus, wir hätten sonst aber nicht die Selbstständigkeit. Selbstheit, aber auch Selbstsucht. Die Götter der Form sind die aufbauenden architektonischen. Am physischen Leib haben die Geister der Form gearbeitet. Jehova ist der Geist der Form. Am Ätherleib sind besonders Mondgötter tätig gewesen, deshalb nennt Helena Petrovna Blavatsky Jehova den Mondgott. Der Okkultist geht an diese Wesen heran und sagt, dass sie nicht aus dem Nichts sich heraus entwickelt haben. Ergänzung aus den Aufzeichnungen uon Alfred Reebstein Der Mensch, das Ich hat von den anderen Reichen Besitz ergriffen, einen Extrakt daraus gebildet, den es nun regiert. Der physische Leib ist in seiner Art am vollkommensten durchgebildet; die höheren Glieder, Ätherleib und Astralleib, sind in ihrer Art viel weniger ¶T^lllr ^rv¶ m ¶ ¶e+^k: LA ^+ r: .~r1 ^~t+ : ~ : L ~^~ r ^+ .: A.l. . _ L — _.L,CC—_ C: _  und das Ich erreichen erst in späteren Stufen größere Vollkommenheit. Was an vollständig einwandfreier Wahrheit im Menschen ist, heißt: Manas. Budhi heißt, was vollständig unabhängig ist von Empfindungen und Leidenschaften. Gleichzeitig mit dem Menschenreich machen ihre Entwicklung durch: - Mineralreich - Pflanzenreich - Tierreich - Menschenreich - Reich der Iche - Engelreich, lunarische Pitris, Mondwesen, Menschen des Mondes - Erzengelreich, Feuergeister, Sonnenwesen, Menschen der Sonne - Archai, Zeitgeister, Geister der Persönlichkeit; Asuras, Menschen des Saturn - Geister der Form, Exusiai - Geister der Bewegung - Tätigkeit - Dynamis - Geister der Weisheit - [Throne] - Cherubim - Seraphim  ERKENNTNIS DER HÖHEREN WELTEN II Berlin, 18. Dezember 1905 Ich möchte heute fortfahren in der Betrachtung derjenigen Dinge, die wir vor acht Tagen anfingen. Vor nicht langer Zeit zeigte mir einer unserer theosophischen Freunde einen Brief, der auf eine Einladung dieses theosophischen Freundes hin geschrieben war von einem süddeutschen Pastor. Der Freund meinte, dass es gut sein könnte, den betreffenden Herrn zu dem Vortrag über die Weisheitslehren des Christentums einzuladen, weil er glaubte, dass der Betreffende eigentlich Theosophie predigte, und dass man eine Verbindung zwischen der Theosophie und der Auffassung des Christentums von Seiten des betreffenden Pfarrers herbeiführen könne. Interessant war die Antwort, die der Betreffende erteilte. Er lehnte es ab, an dem Abend zu kommen. Er war durch Äußerlichkeiten verhindert. Aber er sagte, er hätte sich mit der Theosophie befasst, auch versucht, einige Hefte der «Lucifer - Gnosis» zu lesen und ersehe daraus, dass die Theosophie bezweckt, gewisse alte gnostische Vorstellungen wieder zu erneuern. Er könne ja diesen ganzen Bestrebungen nicht eigentlich so recht etwas Besonderes abgewinnen, aus dem Grunde, weil er es vorziehe, ein unmittelbares Verhältnis zu seinem Gott zu gewinnen und sich nicht zu begnügen durch ein so vermitteltes, durch viele Zwischenwesen hindurchgehendes Verhältnis zu der Göttlichkeit zu kommen. Das ist eine sehr charakteristische Antwort, die ich aus dem Grunde erwähne, weil sie heute von so vielen Leuten gegeben wird. Sehr viele - und das soll nicht irgendeine Kritik an unseren Zeitgenossen sein, sondern nur eine Bemerkung -, denn die Erscheinung ist so berechtigt wie nur möglich. Sie geht ganz aus dem Zeitbewusstsein hervor. - Ich sage: Diese Antwort wird heute vielfach gegeben. Die Menschen meinen, dass man eigentlich etwas nicht recht mit dem heutigen Zeitbewusstsein und ihrem Gefühle Übereinstimmende macht, wenn man außer der sinnlichen Welt, in der wir leben, und in der die Welt durchflutenden Göttlichkeit noch eine ganz große  Reihe von Zwischenwesen, sagen wir Götter oder geistige Wesenheiten zwischen drinnen noch annimmt. Seit vier Jahrhunderten ist die Menschheit erzogen worden in dieser Anschauung. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn eine solche Empfindung heute allgemein geworden ist, und man glaubt, dass die Theosophie etwas zu viel zu tun habe mit all den verschiedenen Geistern und geistigen Wesenheiten, mit einer ganzen Hierarchie von geistigen Wesenheiten zwischen den Menschen, und von denen man kein Bewusstsein, sondern nur eine Ahnung haben kann. Was Lehre einer Anschauung einer so großen Summe geistiger Wesenheiten ist, ist nicht neu, sondern so alt, als die Menschheit ist. Die Zeit, in der man glaubt, absehen zu können von diesem Fühlen des Geistigen, die ist eigentlich klein im Verhältnis zu der großen Entwicklungszeit. Da, wo man ein Bewusstsein hatte von der wirklichen Bedeutung und Tiefe der geistigen Welt, da war niemals die Ansicht verbreitet, dass man von geistigen Wesenheiten und ihrer Kenntnis absehen kann. Ich habe es Öfters hier erwähnt, dass die Theosophie als solche nichts besonders Neues ist, dass sie nur die Popularisierung, die allgemein verständliche Verkündigung von Lehren darstellt, die in den sogenannten Brüderschaften immer gepflegt worden sind. Nur die Art und Weise, wie die Menschen zu diesen Lehren gekommen sind, war in den verflossenen Jahrhunderten anders als heute. Von alledem, wovon wir heute reden, hätte man vor fünfzig Jahren noch nicht reden können. Damals verlangte man von dem, der so etwas wissen wollte, ganz entschieden, dass er die Aufnahme suche in eine sogenannte okkulte Schule, und es wurde niemand bekannt gemacht etwa gleich mit so bedeutsamen und einschneidenden Anschauungen, wie sie heute in jedem kleinen Handbüchelchen der Theosophie zu finden sind. Man musste sich da die Möglichkeit, mit solchen Dingen bekannt zu werden, erst langsam und allmählich erwerben, man musste Grad für Grad absolvieren, studieren. Jeder neue Grad, den man erwarb, machte einen erst berechtigt, gewisse höhere Anschauungen aufzunehmen. Und die Erziehung innerhalb eines solchen Grades bestand darin, dass man das Gefühl bekam, dass das das Wahre, Richtige und Wesentliche ist, was  man in der aufsteigenden Menschheitsentwicklung erhielt von den Lehrern okkulter Schulen. Das gab es nicht deshalb, weil es verboten war - keine Kritik an dem okkulten Lehrer -, sondern weil man sich stufenweise überzeugte, dass es ein Unsinn wäre, eine Kritik an den okkulten Lehrern zu üben, geradeso, wie es ungereimt von einem Kinde wäre, Kritik am Einmaleins zu üben, bevor es dasselbe kann, oder bei einem Schüler der Geometrie, wenn er noch nicht reif dazu wäre, sie zu verstehen. Geradeso hat man früher nie gesagt: «Das mag ich nicht, das konveniert mir nicht» und so weiter. Man hat es als selbstverständlich hingenommen, weil man dazu vorbereitet war. Heute sind wir in die Notwendigkeit versetzt, einen weiteren Kreis ohne solche Vorbereitungen einführen zu können und von den elementaren Lehren des Okkultismus zu sprechen. Die Gründe habe ich öfters auseinandergesetzt, weshalb die geistige Lehre vor allen Menschen verkündigt wird. Glauben Sie nicht, dass das, was wir von diesen okkulten Lehren verkündigen dürfen, die ganze Lehre des Okkultismus ist. Es ist das Allererste. Und es werden noch lange nicht die Zeiten kommen, wo die tieferen Lehren mitgeteilt werden können. Aber auch diese werden kommen, in denen man auch höhere geistige Welten wird erschließen können. Heute ist es nur notwendig, so viel zu verkünden und die Menschen in so viel einzuführen, als der Zeitenlauf von uns erfordert. Diejenigen, die hier sitzen, sind ja zum größten Teile oft und oft hier gewesen, und aus diesem Grunde dürfen hier immerzu Behauptungen und Mitteilungen gemacht werden, welche für den, der draußen steht, für den, der zu einem öffentlichen Vortrag kommt, grotesk und paradox erscheinen, phantastisch, wenn nicht gar verrückt. Aber die tieferen Wahrheiten, gerade diejenigen, die den eigentlichen Nerv des Lebens ausmachen, die tiefsten Gesetze der Welterkenntnis, diese Lehren erscheinen zunächst dem, der nur in die äußere Sinnlichkeit gebannt ist und an dasjenige, was ihm sonst gesagt wird über die geistige Welt, als illusionär, als paradox. Dem, der tiefer und tiefer in die heutige Welt eindringt, erscheint gerade das als Illusion, was uns im gewöhnlichen Leben die Sinne lehren und was uns unser Verstand vermitteln kann. Nun hat die Menschheit seit Jahrhunderten die Kraft verloren, das  Geistige wirklich unterscheiden zu können, und das, meine verehrten Anwesenden, betrachten Sie als etwas Wesentliches in der Einleitung zu dem heutigen Vortrag, dass der Menschheit Unterscheidungskräfte in den letzten vier Jahrhunderten etwas eingebüßt haben. Daher kommt es, dass Einwendungen gemacht werden kÖnnen wie in dem erwähnten Briefe. Denken Sie sich einmal, was eine solche Einwendung bedeutet. Sie ist ganz dasselbe, wie wenn Sie jemandem einen Vorschlag machen wollten, er solle zu einem Vortrag kommen über Botanik und er schriebe Ihnen zurück: Ich habe einiges gelesen von Botanik, gelesen, dass sie unterscheidet zwischen verschiedenen Pflanzen - Orchideen, Eichen, Palmen und so weiter -, aber es interessiert mich nicht weiter. Ich will nicht zwischen den einzelnen Pflanzen unterscheiden, ich will mich damit begnügen ein allgemeines, unmittelbares Gefühl von dem Pflanzendasein als solchem zu haben. Ich weiß, dass die Welt Pflanzen hat: Eichen, Lilien, Tulpen, Pappeln - das sind Pflanzen; es ist für mich aber eine übertriebene Gnosis, wenn man erst unterscheiden soll zwischen Lilien, Tannen, Tulpen, Pappeln. Ich begnüge mich damit, dass es im Allgemeinen etwas Geistiges gibt, etwas Göttliches, das die Welt durchflutet was reden mir die Leute etwas vor von solchen Wesenheiten. Ein solcher ist in derselben Lage wie der, welcher den Einwand gegen die Unterscheidung in der Botanik macht. Dieses Unterscheidungsvermögen hat die Menschheit seit Jahrhunderten etwas verloren. Dieses UnterscheidungsvermÖgen muss heute aber wieder erweckt werden. Gerade dazu ist die theosophische Weltanschauung da. Für den, der die geistigen Zusammenhänge kennt, ist es wirklich kein leichter Entschluss, vor die Welt hinzutreten und von den großen Zusammenhängen zwischen den großen geistigen Wesenheiten zu sprechen, denn er weiß, wie hart es ist, in dieser Zeit Verständnis zu erzielen, und wie der Mensch beirrt werden kann durch solche Auseinandersetzungen über die geistigen Wesenheiten. Aber zu gleicher Zeit muss ein solcher hineinblicken in den Gang der geistigen Welt. Es ist wenig bekannt, dass die Erscheinungen der Welt in den sogenannten Zyklen verlaufen. Heute in der materialistischen Zeit übersieht man den regelmäßigen rhythmischen Gang auch der fatalen  Erscheinungen in der Welt. Der aber, der hineinsieht in das Getriebe des großen menschlichen Geisteslebens, der sieht etwas herankommen, etwas, was sich mehr und mehr der Menschheit offenbart. Auch das ist paradox, was ich jetzt sagen will, aber es wird nur zu klar erkannt werden in einiger Zeit, vielleicht in einer nicht zu fernen Zeit. Dasjenige, was der Menschheit bevorsteht, bevorstehen muss einfach wegen des Materialismus, der sich seit vier Jahrhunderten vorbereitet hat, das ist ein gewisser Verlust des geistigen Lebens, eine Verwirrung im geistigen Leben, die sich ganz gewiss ausbilden würde zu einer Art von geistiger Krankheit, zu einer Art von Epidemie, wenn nicht durch die Einstrahlungen der Lehrer des geistigen Lebens dieser geistigen Epidemie gerade entgegengearbeitet würde. Vor dem würden wir stehen. Heute bereitet es sich langsam vor. Wer nicht Augen hat, sieht nicht, und wer nicht Ohren hat, hört nicht, wenn er auch in der Psychiatrie drinnen steht. Wer aber seelisch beobachten kann, der weiß, in welcher Gefahr der Mensch steht. Diese Gefahr muss nicht kommen, aber sie würde kommen, wenn nicht durch das Leben dieser menschliche Geist wieder in sich befestigt würde, das heißt einen richtigen Mittelpunkt erhielte. Zu nichts anderem soll die Theosophie da sein, als im tiefsten Seelengrunde des Menschen Charakteh festen, starken Charakter zu erzeugen, keine geistig schwankende Natur aufkommen zu lassen. Derjenige, der mit seinem Erkennen so hinhuscht, hin und her irrlichterliert durch die äußeren materiellen Erscheinungen des Daseins, heute dem und morgen jenem sich zuneigt, der ist der großen Gefahr ausgesetzt, seinen geistigen Mittelpunkt zu verlieren. Und da hilft es auch nichts, wenn wir mit allgemeinen Ideen von Göttlichkeit und Geistigkeit dieses Hinhuschen durchtränken. So wie der nur Herrscher und sicher ist im Pflanzenreich, der Botanik gelernt hat, so vermag nur der Sicherheit zu haben mit den geistigen Wesenheiten - die nun einmal da sind -, der eine Erkenntnis der geistigen Welt hat. Früher hat niemals jemand etwas gesagt von hÖheren geistigen Wesenheiten. Wer reif dazu war, hat es gesucht und gefunden. Per Zufall, der keiner war, kamen sie zu den Menschen, die sie einweihen konnten. Es war der große, geistige menschliche Magnetismus,  der dem Schüler notwendig den Lehrer zutreibt. Scheinbar treffen sie einen harmlosen Menschen an, meinethalben im Wartesaal oder in der Eisenbahn, wo sie vielleicht mehrere Stunden sitzen müssen. Da kommen Sie ins Gespräch mit einem solchen Menschen. Es ist scheinbar zufällig, in Wahrheit ist es aber für Sie eine Notwendigkeit. Sie finden vielleicht in einem solchen Menschen denjenigen, der den bedeutsamsten Einfluss auf Sie hat, der vielleicht Ihr okkulter Lehrer ist. So kam es, dass jener innere seelische Magnetismus so abgenommen hat, dass diese Kraft nicht mehr spielt. Sie finden nicht mehr so leicht den Anschluss an die eigentlichen geistigen Lehrer. Daher ist es notwendig geworden, in einer tumultuarischen Weise durch das gesprochene Wort vor den größeren Mengen unserer Zeitgenossen die okkulten Lehren elementar zu entwickeln, damit jeder sich sagen kann, da und dort ist ein Mittelpunkt; wenn ich will, so kann ich mich anschließen. Eigentlich sollte niemand aufgefordert werden, sich irgendeiner geheimwissenschaftlichen Strömung anzuschließen. Wie weit da der einzelne geht, muss sein absolut freier Entschluss sein. Im Zeichen des Okkultismus sollte nie, wie man das heute auffasst, agiert werden. Durch eine solche Agitation wird nämlich das hervorgerufen, was nicht da sein sollte auf diesem Gebiete. Wer sich anschließt ohne eigentlich Suchender zu sein, der sagt: «Das gefällt mir, und das gefällt mir nicht - und das ist nicht das Richtige.» Eigentlich ist das Prinzip des gesellschaftlichen Zusammenschlusses nicht dasjenige, was richtig ist, wie im Buddhismus. Es ist nur ein Surrogat heute, weil man sich zu allem gesellschaftlich zusammenschließt. Das, was im Okkultismus das Richtige ist, ist die Gruppierung. Ebenso wenig hat es einen Sinn, sich in eine Gesellschaft zum Zwecke des Okkultismus zusammenzuschließen, wie es auch keinen Sinn und Verstand hat, sich in Bezug auf Geometrie zusammenzuschließen. Man kann Geometrie von einem lernen, der Geometrie kann, aber in Gesellschaft kann man nichts über die Wahrheit der Geometrie ausmachen. Der Okkultismus ist ein kleiner Kreis innerhalb unserer Gesellschaft. Die Theosophische Gesellschaft ist eine Verwaltungssache, eine administrative Sache. Das okkulte Leben  aber kann man in keinem anderen Sinne pflegen, als ich es zu erörtern versucht habe. Diejenigen, welche sich eingelebt haben in das okkulte Leben, die wissen, dass jene große Sicherheit des inneres Seelencharakters nur erreicht werden kann, wenn man das Unterscheidungsvermögen innerhalb der geistigen Welt hat. Das musste ich voraussetzen, weil mit Lehren, wie wir sie nun entwickeln werden, immer und immer wieder auf die gleichen Widersprüche gestoßen wird. Nun möchte ich dasjenige noch weiter ausbauen, wovon wir das letzte Mal gesprochen haben. Ich habe schon angedeutet, dass es vier Stufen der Erkenntnis gibt. Diese vier Stufen sind immer gepflegt worden da, wo es Okkultisten gegeben hat. Nicht willkürlich, meine verehrten Anwesenden, durch Erwägungen, durch Schlussfolgerungen, durch Spekulation hat die Menschheit Kunde erhalten von den höheren geistigen Welten und ihren Wesenheiten, sondern dadurch erlangt man davon Kunde, dass man sich die geistigen Organe bildet, durch die man Erfahrungen machen kann in diesen höheren Welten. Nun wollen wir diese Stufen des höheren Lebens einmal kurz vor die Seele bringen. Das gewöhnliche Erkennen, das eigen ist allen Menschen in aller Welt, das nennt man das materielle Erkennen. Dieses Materielle ist das, was der heutige Mensch fast einzig und allein nur kennt. Es ist fast kein anderes Erkennen bekannt heute als dieses materielle Erkennen. Das suchen Sie im Alltagsleben, ganz gleichgültig, ob Sie tanzen, kochen oder etwas anderes tun, da erkennen Sie auf diese Weise. Aber auch im anatomischen Seziersaal, im Laboratorium und in der ganzen Wissenschaft ist nichts anderes als das materielle Erkennen. Es ist die erste Stufe des Erkennens. Es ist nicht der Fall, dass der Okkultist eine Kritik über das materielle Erkennen ausüben will. Das materielle Erkennen hat seine volle Berechtigung im Leben. Nur muss gesagt werden, dass es höhere Stufen des Erkennens gibt. Dieses materielle Erkennen müssen Sie sich klarmachen seinen einzelnen Teilen nach. Vier Glieder sind es, die im materiellen Erkennen eine Rolle spielen. Nun bitte ich Sie, mir genau zu folgen. Was gehört zum gewöhn lichen materiellen Erkennen? Denken Sie sich, Sie sollten diese Blüte unter dem Gesichtspunkt des materiellen Erkennens betrachten. Vier Dinge sind notwendig, damit dieses materielle Erkennen zustande kommt. Erstens die Blüte, das ist der Gegenstand. Zweitens das Bild des Gegenstandes. - Wenn Sie überhaupt so etwas würdigen wollen wie dieses, so müssen Sie sich schon einlassen auf solche subtilen Dinge. Drittens der Begriff. Der ist etwas anderes als das Bild. Der Begriff wird erlangt durch innere geistige Arbeit. Das Bild bleibt als Eindruck des Objektes auf ihrer Seele. Der Begriff ist aber etwas anderes. Ich will es Ihnen noch klarer machen. Denken Sie sich: Viele Menschen haben den Sternenhimmel angeschaut. Sie haben entweder das Bild gehabt ohne Begriff oder den Begriff und auch das Bild. Der Astronom hat einen Begriff von dem Sternenhimmel und das Bild; der Bauer hat ein Bild davon, aber keinen Begriff. Sie sehen hierbei, dass Begriff und Bild verschieden sind. Nehmen wir den Begriff des Kreises. Der Kreis ist eine Linie, welche von dem Mittelpunkt gleich weit absteht. Das Vierte ist das Ich, Sie selbst. Wenn Sie diese vier Dinge sich vorhalten, so haben Sie die Bestandteile der gewöhnlichen materiellen Erkenntnis. Dasjenige, wodurch das Bild zustande kommt bei dem materiellen Erkennen, nennt man Sensation. Die zweite Stufe des Erkennens, die es auch gibt, unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass der äußere Gegenstand wegbleibt, und damit auch die Sensation. Das, wodurch Sie die Anregung zum Bild bekommen, ist weg. Alles dasjenige, was Sie auf diese Weise erkennen, dass ein Gegenstand auf Sie wirkt, ist eben nicht die zweite Erkenntnisstufe. Sie müssen sich denken, dass da die ganze Welt weg ist. Nun sagt ja der materialistische Mensch, dann ist ja überhaupt nichts mehr da. Das ist es aber, worauf es ankommt, dass man dann noch etwas hat. In der Tat hat derjenige, der keine Entwicklung durchmacht, auch nichts mehr, wenn er die Augen zumacht. Er hat den leeren, finsteren Raum um sich. Ausgebildet wird die zweite Erkenntnisstufe durch die sogenannte Meditation. Weggeblieben ist der äußere Gegenstand. Vorhanden sind dabei noch das Bild, der Begriff und das Ich. Diese drei sind noch vorhanden. Dass kein äußerer  Gegenstand da ist, nur noch das Bild, das verleitet viele zu sagen: Das ist Phantastik. Das kann es auch sein, und es wird immer dann Phantastik sein, wenn es nicht systematisch ausgebildet ist. Das schon als Phantastik anzusehen, wenn man nur ein Bild hat, das wäre eine Torheit. Wenn jemand den lenkbaren Luftballon im Träume erfinden könnte und ihn dann verwirklichte, dann bleibt das doch ganz egal, ob er die Entdeckung im Träumen oder im Wachen gemacht hat. Wenn Sie eine Überzeugung gewinnen können, dass dasjenige, was Ihnen im Träume erscheint, wahr ist, dann ist es doch richtig - und darum handelt es sich. Der Gegenstand, der sonst Sensation bewirkt, der muss ersetzt werden. Da tritt eben das auf, was man im Okkultismus die Illumination nannte. Und dieses ganze Erkennen, welches wieder vier Teile hat - nämlich Bild, Begriff, Ich und Illumination -, das nennt man jetzt imaginatives Erkennen. Ausgebildet wird dieses imaginative Erkennen durch die Meditation. Wie das gemacht wird, das habe ich öfters beschrieben. Man kann nicht meditieren, ohne dass man dazu die Anleitung eines Menschen hat, der Erfahrung hat auf diesem Gebiete. Die Meditation verläuft so, dass der Meditierende die Gegenstände um sich herum wirklich verliert, dass er sich blind und taub macht und dann auch das Gedächtnis verliert, sodass die Seele ganz leer ist von äußeren Gegenständen. Eine Kanone muss man losschießen können, ohne dass Sie darauf achten, dann haben Sie die Stille der Seele erreicht. Dann muss durch eine Übung die Illumination angeregt werden. Erkennen, dass man da etwas erreicht haL kann man dadurch, das man bemerkt, dass die Träume aufhören, einen chaotischen Charakter zu haben. Man muss aufmerken, dass die Traumwelt ruhig verläuft und stetig. Bei den gewöhnlichen Menschen ist die Traumwelt gewöhnlich so, dass er Reminiszenzen hat, oder dass er die Stimmungen des äußeren Lebens im Traum erlebt. Wenn er also meditiert, dann fängt die Traumwelt an, einen regelmäßigen Charakter zu erhalten. Er bekommt dann die Dinge zu wissen, die er nicht kennt. Träume sprechen zunächst in Symbolen. Dies muss gefühlt werden. Aber da geht der Mensch meist zu weit. Er versucht, diese Traumbilder zu  deuten. Man soll sie aber nicht verstandesmäßig deuten. Auf diese Tatsache bezieht sich auch die Sage vom Schatz-Graben. Die sagt, dass, wenn man einen Schatz gräbt, man nicht sprechen darf, sonst kann er nicht heraus. Auch wenn man innerlich etwas ausspricht, also deutelt, so ist das schon eine Gefahr. Nur mit dem kann man sprechen, der eine genaue Erfahrung über diese Sache hat. Deutelt man aber, so fängt der Verstand an, wie versengend, wie abbrennend auf das feine geistige Leben zu wirken. Man soll ganz intim die Träume erleben, sie behandeln wie ganz zarte Dinge, denen man sich ahnend hingibt, und nicht gleich in scharfen, groben Verstandeslinien die Dinge deuten. Das muss man aus dem Grunde tun, weil die Traumbilder, wenn sie auftreten mit Wirklichkeitswert, dann einen so reichen und umfassenden Wirklichkeitswert haben, dass die gewöhnlichen Verstandeskräfte nicht ausreichen, sie zu erfassen. Sie vernichten sich das innere Leben, wenn sie mit dem äußeren Verstande an die spinnengewebefeinen inneren Gebilde herangehen. So ist dieses wunderbare Leben zunächst, so beginnen die inneren Illuminationen, und bald werden Sie gewahr, dass sich eine neue Welt darin erschließt. Sie lernen dadurch etwas kennen, was ganz anders ist als diese gewöhnliche, materielle Welt rings um Sie herum. Ich möchte mich einmal klar machen, wie es sich in Bezug auf eine Art des Wahrnehmens innerhalb der Illumination gestaltet. Nehmen Sie an diese Blume. Sie ist gelb, hat grüne Blätter. Wir wollen zunächst einmal die Farben ins Auge fassen. Diese Farben sind sozusagen über die Oberfläche des Gegenstandes ausgebreitet. Denken Sie einmal nach, dass Sie meist die Farbe so wahrnehmen, dass sie über die Oberfläche des Körpers ausgebreitet erscheint. Versuchen Sie, sich einmal zu überlegen, wie wenig es vorkommt, dass Sie von den Gegenständen abgetrennte Farben sehen. Sie haben das höchstens beim Regenbogen. Grob stellt sich Ihnen das dar, wenn Sie im bestaubten Zimmer den Sonnenstrahl hereinkommen sehen. Da haben Sie ungefähr das Gefühl von einer Farbe. Denken Sie sich nun, dass das Gelb nicht am Gegenstand haftet, sondern frei ist wie Flocken von Farbe, die den Raum durchschweben. Denken Sie sich jetzt einen  solchen Raum durchsetzt nach allen Richtungen mit solchen Färbflocken und Farbengebilden, dann haben Sie ungefähr etwas, was sich Ihnen darstellt bei Vorstellungen in der Illumination in Bezug auf die Farbenwelt. Diejenigen der okkulten Schüler, welche eine weichere Natur haben als die abendländischen Menschen, die machen ganz besondere Übungen. Der Abendländer ist viel zu kompakt dazu. Die Morgenländer aber haben infolge ihrer weichen Natur die MÖglichkeit, dieses Übungen zu machen. Der morgenländische Yogi setzt sich hin und sieht sich die Farbe einer solchen Blume an, wendet die ganze Aufmerksamkeit auf diese Farbe, lebt in dieser Farbe so, dass er imstande ist, die Aufmerksamkeit ganz von dem Gegenstande abzulenken und sie nur an der Farbe festzuhalten, dann erlangt er die Fähigkeit, die Farbe festzuhalten, auch wenn der Gegenstand weg ist. Dann wird es ihm möglich, diese schwebende Farbenwelt allmählich ins Bewusstsein hereinzubringen. Ebenso kann es sein in Bezug auf die Tonwelt und auch in Bezug auf andere Formen der Welt. Sie sehen: Der Mensch erobert sich ein ganz neues Gebiet des Wahrnehmens. Diese Welt und diese Farbenflocken sind immer und überall da. Diese Farbenflocken sind nicht unregelmäßig, sind nicht bloß herumfliegende Wolken, sondern genau, wie auf dem physischen Erdenplane die Gegenstände nicht bloß Klötze sind, sondern auch Wesenheiten, so offenbaren sich auch Wesenheiten in dieser flockigen Farbenwelt. Sie haben keine Knochen und kein Fleisch, sie sind inkarniert in dem Stoff, den ich eben beschrieben habe. Das sind also Körper von bestimmten Wesenheiten. Diejenigen Formen der Wesenheiten, mit denen Sie Bekanntschaft machen können, wenn Sie die Illumination erzeugt haben, sodass Sie sie in diesem Raum wahrnehmen können, sind größtenteils die Körper der Geister des Zwielichts. Sie können also wahrnehmen als die hervorragender Geister dieser Sphäre: die Geister des Zwielichts, die lunarischen oder Mond-Pitris. Solche Wesenheiten waren die Menschen selbst einmal auf dem unserer Erde vorangehenden Planeten. Die jetzige Gestalt haben sie nur durch ihre Verdichtung erlangt. Diejenigen  Wesenheiten, die nicht die menschliche Verdichtung erreicht haben, die stehengeblieben sind auf jener Stufe, stehen heute in jener Welt als Lunar-Pitris, als Geister des Zwielichts. Wie man sich jeweils mit einem Reiche bekannt machen muss, wenn man vom Mineralreich zum Pflanzenreich, zum Tierreich aufsteigt, und man nicht alle drei Reiche zusammenwerfen darf, so kÖnnen wir nun auch weiter hinaufsteigen zum Reiche der lunarischen Pitris, die sich in diesem sogenannten Elementarreiche kundgeben können. Das ist das erste Elementarreich - eigentlich das dritte. Damit haben wir nicht in unbestimmter Weise herumgeredet, sondern wir haben einen Weg angedeutet, der zur Wahrnehmung einer Sorte von Wesenheiten führt, die Sie bei der planetarischen Entwicklung kennenlernen. Diese Geister des Zwielichts spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Das sind die Wesenheiten, die in der geistig übergeordneten Welt dem Menschen am nächsten verwandt sind. Das nächste Mal werde ich über die verwandtschaftliche Beziehung des Menschen zu diesen geistigen Wesenheiten etwas mitteilen. Diese Wesenheiten sind um Sie herum vorhanden und beeinflussen Sie fortwährend. Bei der nächsten Erkenntnisstufe fällt also auch das Bild fort. Es bleiben also nur noch der Begriff und das Ich. Diesen Zustand erreicht man durch Konzentration. Diese besteht darin, dass der Mensch gewisse Teile in Zusammenhang bringt mit bestimmten Teilen des Organismus. Dasjenige, was macht, dass er nicht blind herumphantasiert, dass er nicht Begriffe erfindet, das ist etwas Ähnliches wie bei der vorhergehenden Stufe die Illumination und bei der weiter vorhergehenden Stufe die Sensation. Wir haben also Sensation, Illumination und jetzt auf der dritten Stufe Inspiration. Hier bleiben Gegenstand und Bild weg, und der Begriff bekommt Inhalt dadurch, dass die Inspiration eintritt. Sie haben es also hier zu tun mit Ich, Begriff und Inspiration. Die Illumination hat etwas Lichtartiges, darum heißt sie auch Illumination. Die Inspiration ist ganz frei von allen diesen bildhaften Vorstellungen. Da schwebt der Mensch in der rein geistigen Welt. Daher sagt man auch, dass seine Vorstellungen einen Inhalt bekom men, ohne dass sie zuerst Bilder zu sein brauchen. Es ist das Bildlose des Wortes, mit dem man das vergleichen kann. Daher sagt man auch, der Mensch bekommt auf dieser Stufe das innere Wort, das heißt, er ist imstande, Wahrheiten durch Eingebungen zu finden, indem die geistige Welt in sein Begreifen hineinwirkt, sodass nicht das Bild auf ihn wirkt, sondern dass der Geist direkt zu ihm spricht. Es fließt in seine Begriffe die Sprache der geistigen Welt selbst ein. Das ist Inspiration. Es ist das Gespräch mit den Wesen einer geistigen Welt. Der Mensch ist still in sich abgeschlossen, weist ab alles Visionäre, Bildhafte, hält sich ruhig und still, und die Geister sagen ihm die Wahrheit. Das ist die Stufe der Inspiration, das innere Wort. Diese Stufe der Inspiration macht es möglich, dass der Mensch überall, wo er hintritt, die Gegenstände nicht bloß sieht, sondern dass sie ihm überall etwas sagen, dass er überall heraushört, was da in einem jetzt wieder neuen Raum herumschwirrt. Diese Stufe der Erkenntnis meint Goethe, als er im Anfang des Prologs im Himmel die Worte spricht: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang.» Das ist keine Phrase, das ist Wirklichkeit. Er spricht da von der geistigen Sonne, die tönt. Die ganze Welt wird da eine tönende Welt, die uns bedeutsam unterrichtet über den inneren Wesenskern. In dieser Welt machen wir dann Bekanntschaft mit einer höheren Gruppe von geistigen Wesenheiten, die wir nennen die Sonnengeister oder auch die Feuergeister. Wie wir dort die Geister des Zwielichts kennengelernt haben, so lernen wir hier die Geister des Feuers kennen. So haben wir also: Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich, Geister des Zwielichts, Geister des Feuers. Die Erkenntnis auf dieser Stufe ist eine willensartige Erkenntnis, weil die Kraft, die man besonders entwickeln muss, der Wille ist. Eine besondere Ausbildung des Willens durch Konzentration, durch innere Willenszucht und Willenserziehung. Man macht dann die Bekanntschaft mit den Wesen, die Wachstum hervorbringende Kraft sind, Kraft der Fortpflanzung und so weiter. Das lernen wir auf diese Weise kennen. Dasjenige, was von diesen Feuergeistern überall existiert, lebt in allen wachsenden Wesenheiten. Derjenige, der zu einer inspirierten Erkenntnis sich erhebt, ist ein solcher, der <däs Gras wachsen hÖrtn Die Sprichwörter sind  oft ungeheure Weisheitsworte. Auf dieser Stufe wird alles Wachsen gehört. Dasjenige, was die Wesen wachsen macht, ist die Kraft, die in den Feuerwesen lebt. Zum Abschluss jetzt noch [die vierte] Stufe. Da bleibt nun noch der Begriff weg. Dann ist das Ich allein. Da ist kein Erkennen im Begriff mehr, da ist ein Erkennen ohne Begriff, ein reines Leben im Geistigen. Da kriechen Sie in die Wesenheiten hinein, die Sie erkennen wollen. Am gröbsten ist die Erkenntnis im Materiellen. Denken Sie einmal, wie wenig Sie vermögen, in die Blume hineinzukriechen. Sie müssen draußen bleiben. Beim imaginativen Erkennen haben Sie die Bilder um sich herum. Beim inspirierten Erkennen, da kommen die Töne von der Außenwelt an Sie heran. Jetzt aber kriechen Sie in die Wesen hinein. Sie sind jedes Wesen, das Sie erkennen. Da hört Raum und Zeit auf. Sie sind dort, wo Sie das entsprechende Wesen erkennen. Sie sind nicht mehr verschieden von jenem Wesen. Ihr Ich ist untergetaucht in jenem Wesen. Und das ist die Erkenntnis durch Intuition - intuitive Erkenntnis. Das sind die vier Stufen der Erkenntnis. Durch dieses intuitive Erkennen lernen Sie nicht nur das Äußere der Wesenheiten, sondern die Wesen in ihrem Inneren kennen. Da erweitert sich das Ich über die ganze Umwelt. Der Mensch, welcher diese höhere Erkenntnis erlangt hat, heißt der <Schwan>. Lohengrin wird durch einen Schwan aus einer geistigen Welt in die physische Welt hineingeführt. Man erlangt also durch diese Gabe eine Erkenntnis, die nur dem zugänglich ist, der die Gabe der Umwandlung, der Transformation in diese Wesen hat. Wenn Sie sich auf diese Stufe erheben wollen, auf der das intuitive Erkennen steht, so müssen Sie sich in solcher Materie zeigen, dass das intuitive Erkennen sich in Sie verwandeln kann. Daher muss Zeus sich in einen Schwan verwandeln, damit er erfasst werden kann. Die Sagen haben alle eine große Beziehung auf dieses Weltendasein. Durch dieses intuitive Erkennen erheben Sie sich auf die Stufe von Wesenheiten, die man die Geister der Persönlichkeit oder die Geister des Egoismus nennt. Alles, was in uns als Prinzip, als Wesen des Egoismus lebt, das ist von diesem geistigen Reich, dem Reich der Geister  des Egoismus oder der Persönlichkeit. Die Geister des Egoismus waren immer an der Arbeit. Zuerst wird der physische Leib von den Geistern des Egoismus bearbeitet, dann der Ätherleib und dann der Astralleib. Daher ist der Mensch als kama-manasisches Wesen Egoist. Was er denkt, ist das Selbstständige und auch das Selbstsüchtige. Was das für Wesen sind, kann man erst erkennen, wenn man auf der Stufe steht, dass man in das Wesen, in das Ego der Wesen hineinkriechen kann. Da lernen Sie die Geister der Persönlichkeit kennen. So also sehen Sie, dass es nicht ins Blaue hineingeredet ist, wenn Sie so etwas in meinem «Luzifer» oder bei Mrs. Besant, wenn vielleicht auch nicht unter denselben Namen, angeführt finden. Die Geister sind nicht erfunden, sondern mithilfe der Erkenntnisstufen gewonnen. Daher unterscheiden wir: Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich, Mensch, Lunar-Pitris oder Geister des Zwielichts, Feuergeister oder Solar-Pitris, Geister des Egoismus oder Geister der Persönlichkeit - Suras und Asuras. Dann die höheren Reiche: Geister der Form, Geister der Bewegung und Geister der Weisheit. Von diesen vier geistigen Stufen werden wir das nächste Mal sprechen. Schon von dem, was ich aber heute gesagt habe, können Sie die praktische Anwendung machen, nämlich dass derjenige, der etwas weiß von dieser Natur, wenn er auch noch nicht sich bis in die unmittelbare Erfahrung in dieser Weise hinaufhebt, eine innere Festigkeit bekommt, wenn er auch nur etwas weiß. Sein Zentrum würde der Mensch ganz und gar verlieren in den nächsten Jahrzehnten, wenn nicht die Erkenntnis von diesen Dingen käme. Diese Wesenheiten sind nicht in Wolkenkuckucksheim vorhanden, sondern sie umgeben uns fortwährend. Indem der Mensch vor mir steht, ist er nicht bloß ein Mensch, sondern in ihm und mit ihm zusammenhängend ist der Lunar-Pitri, der Solar-Pitri, sind die Geister des Egoismus und so weiter. Und sie sind fortwährend tätig in diesem Menschen. Ich erkenne etwas unvollständig, wenn ich nur den äußeren Menschen vor mir habe. Denken Sie sich einmal, wie unsicher Sie würden, wenn Sie einmal erblinden würden. Die Orientierung in der neuen Welt wird erst durch neue Sinne möglich gemacht. So wird Erkenntnis in der Welt auch erst möglich gemacht dadurch, dass man weiß, was da  ist. Das macht uns fest, dass wir wissen, dass es solche Dinge gibt, dass solche Dinge da sind. Es ist also notwendig, dass die jetzige Menschheit solche Dinge weiß. Im vierten Jahrhundert da führten den Menschen - ihm unbewusst - noch höhere geistige Wesenheiten. Das ist die höhere Entwicklung. Der Sinn der materialistischen Zeit ist, dass die Geister geflohen sind, um in seinem Bewusstsein wieder aufzutauchen. Der Mensch ist heruntergestiegen in die Finsternis, um bewusst zum Lichte wieder hinaufzusteigen. Das wäre der größte Schaden, wenn der Mensch hier unten bliebe in der Finsternis und nicht den Weg zurückfinden würde zum Licht. Nicht aus bloßer Willkür ist die theosophische Lehre gebracht worden, sondern weil sie eine Notwendigkeit für die Menschheit ist. Einzelne hat es in geheimen Gesellschaften immer gegeben, die die Erkenntnis hatten. Aber viel allgemeiner muss das noch werden. Deshalb die populäre An, in der diese Lehren. in der Theosophie verbreitet werdem  ERKENNTNIS DER HÖHEREN WELTEN III Berlin, 28. Dezember 1905 Ich darf wohl das, was wir das letzte Mal begonnen haben, in Kürze nochmals skizzieren, um dann weiter darauf aufzubauen. Sie erinnern sich, dass ich versucht habe, die verschiedenen Grade des höheren Schauens Ihnen klarzulegen, und zwar in diejenigen Tätigkeiten auseinanderzulegen, die uns in die höheren Reiche hinaufführen, in die Reiche der höheren Wesenheiten, die wir betrachten müssen, wenn wir die ganze menschliche Entwicklungsgeschichte durch die verschiedenen Planeten hindurch wirklich durchgehen wollen. Ich bitte Sie, dabei zu berücksichtigen, dass man bei einer solchen Betrachtung notwendigerweise recht skizzenhaft bleiben muss, dass man manches besprechen muss, was wirklich recht schwer in die gewöhnlichen alltäglichen Begriffe zu bringen ist, denn man hat es ja dabei zu tun mit Dingen, für die eigentlich die gewöhnliche Sprache nicht geschaffen ist. Die gewöhnliche Sprache ist dazu da, um das, was sinnlich wirklich ist, das, was uns umgibt, zu bezeichnen. Daher ist sie recht unzureichend für alle die Dinge, für die wir heute eine Vorstellung erwecken wollen. In den Schulen, in denen seit Jahrhunderten - oder genauer: seit dem vierzehnten Jahrhundert - in Europa in derselben Art solche Vorstellungen entwickelt worden sind, wie wir sie jetzt elementar öffentlich besprechen dürfen, in diesen Schulen wurde durchaus nicht - namentlich, wenn es sich um die höheren Partien handelt in den Worten der gewöhnlichen Sprache gesprochen, sondern in einer sogenannten symbolischen Sprache. Man eignete sich erst eine bestimmte Sprache an. Man eignete sich erst eine bestimmte Art, sich auszudrücken, an, die dann die Möglichkeit bot, in jener eigentümlichen Weise zu charakterisieren, die notwendig ist, wenn man in solche übersinnlichen Gebiete eindringen will. Nun lassen Sie mich kurz wiederholen, was ich das letzte Mal  andeutete. Ich sagte Ihnen, dass zunächst unsere gewöhnliche, alltägliche Betrachtungsweise - und das ist auch diejenige, welche unsere Wissenschaft hat - die sogenannte materielle Erkenntnis ist. Diese hat ihren Gegenstand außerhalb unserer selbst. Sie hat ihren Gegenstand in der Sinnenwelt, und sie baut dann zunächst die Erkenntnis auf mit Hilfe des Bildes, geht dann vom Bild zum Begriff und vom Begriff zum Ich. Wir haben es also zu tun in unserer materiellen Erkenntnis mit: Gegenstand, Bild, Begriff und Ich. Diese vier Dinge sind dabei zu berücksichtigen. Wenn wir nun zu der ersten Stufe der höheren Erkenntnis aufrücken müssen, so muss der Gegenstand wegbleiben, der äußere sinnliche Gegenstand muss wegfallen. Von dem also, was wir innerhalb unserer gewöhnlichen Erkenntnis haben, bleiben uns dann nur noch Bild, Begriff, Ich. Dafür nun, dass nicht mehr äußere Gegenstände uns anregen, dass nicht mehr äußere Gegenstände auf unsere Sinnlichkeit wirken, dass die Sensation nicht mehr da ist, dafür tritt die Illumination ein, die für unsere gewöhnlichen Bilder Bilder vom Innern heraus bildet, sodass sie nicht Visionen sind, nicht Illusionen, sondern zu dem werden, was die Mystiker aller Zeiten Imaginationen genannt haben. Wenn man sich einen richtigen Begriff von dem machen will, was man hier Imagination nennt, dann muss man schon absehen können, richtig absehen können von allem, was noch eine Anlehnung an einen äußeren Gegenstand fordert. Ich glaube, das letzte Mal erwähnt zu haben, dass dies Schülern, welche man heranbilden will zu dieser Erkenntnisart, oftmals große Enttäuschung bringt. Der Mensch erwartet, dass, wenn sich ihm eine höhere Erkenntnis bieten soll, die sich so ausnimmt, wie das beim gewöhnlichen Leben der Fall ist, dass sie von außen an ihn herantritt. Das war auch bei dem Spiritismus der Fehler. Ich will nichts gegen den Spiritismus sagen. Der Fehler lag nur in der Methode. Der Irrtum ist der, dass der Spiritist die Dinge vor sich hat wie einen irdischen Gegenstand, der seine Sinnlichkeit anregt. Deshalb ist es auch im Grunde genommen keine gute Vorschule für ein höheres Erkennenwollen, wenn man gerade durch den Spiritismus geht, obgleich ich sehr gut weiß, dass viele unserer besten Theosophen durch den Spiritismus durchgegangen sind. Aber in den  Zeiten, bevor durch die Theosophische Gesellschaft diese höheren Erkenntnisse in ihren elementaren Stufen populär gemacht worden sind, hatte man keine Schulen. Man hat da durchaus nicht aufgebaut auf der spiritistischen Methode. Man ist direkt darauf losgegangen, den Menschen so umzubilden, dass er imstande ist, ohne äußere Veranlassung sich wirklich zu erheben in die übersinnliche Welt. Der Spiritist versucht, die übersinnliche Welt zu seinem gewöhnlichen Anschauungsvermögen herunterzuholen. Er sagt sich: Ich kann so erkennen, dass die äußeren Gegenstände mich anregen; wenn nun die höhere Welt eine Wirklichkeit haben soll, so muss mir das Wesen einer höheren Welt ebenso erscheinen wie die gewöhnlichen Wesen. Sie müssen sich hineinbequemen in mein Anschauungsvermögen. Der Okkultist aber sagt: Nein, die Gegenstände und Wesenheiten einer höheren Welt gehen nicht hier herunter, nicht dahin, wo man mit den Augen sieht und mit den Händen greift, sondern man muss zu ihnen hinaufsteigen, man muss die Organe, die notwendig sind, um in der höheren Welt zu sehen, in sich entwickeln. Daher ist für die heutige Menschheit eine viel bessere Schulung als irgendwelche äußere Veranstaltung, um zu dem höheren Schauen zu kommen, der Durchgang - so sonderbar es auch demjenigen erscheinen mag, der etwas anderes erwartet -, der Durchgang durch die Künste. Das, was der Mensch, wenn er nicht direkt durch die Schule des Hellsehens durchgeht, ausnützen sollte, um wieder zu einem vertieften Schauen zu kommen, zu einer Imagination zu kommen, das ist die Vertiefung in dasjenige, was ihm die Kunst geben kann, und zwar die Kunst auf allen Gebieten. Da müssen wir uns klar sein darüber, welche Rolle die Kunst seit langer Zeit in dem Entwicklungsgang unserer Menschheit spielt. Durch solche Dinge wird uns auch manches klar, was sonst außerordentlich schwer auseinanderzusetzen ist. Folgen Sie dem Rat zu dem Zwecke, um das, was ich zu sagen habe, anschaulich zu bekommen. Folgen Sie mir einmal in das, was man die griechischen Mysterien nennt, die griechischen Mysterien, in der Zeit, bevor Homer seine Gedichte geschrieben hat. Jene Zeiten, in denen dieser griechische Geist und Seher lange Urdramen vorgetragen hat, die die besten Geister gesucht haben. Aber weil  sie nicht befähigt waren, hellseherisch zurückzublicken, keine positive Wissenschaft darin gefunden haben, so zeigt sich das, was sie geleistet haben, mehr wie eine Ahnung als ein wirkliches Erkennen. Gehen Sie aber zurück in diese früheren Zeiten, in die zum Beispiel Nietzsche hineinschauen wollte, als er begrifflich das Dionysische im Gegensatz zum Apollinischen fasste, gehen wir zurück in diese Zeiten, so sehen wir, wie Lehrer die Schüler hinführten in verborgene Kulturstätten und sie vorbereiteten, um da das Urdrama zu sehen. Was haben Sie da gesehen? Das Geheimnis des Weltendaseins und der Weltentwicklung haben sie gesehen. Das, was wir uns bemühen, durch viele Worte klarzustellen, das wurde in astraler Anschauung, in wirklicher Schau von diesen Schülern durchlebt: die herabsteigende Gottheit, die sich ins Materielle hineinsenkte, die sich in das Materielle hineingesenkt hat vor Urzeiten. Und dann die Umwandlung dieser ursprünglichen Gestaltung der Materie zu den Formen, die heute uns umgeben - zu den Mineralien, Pflanzen und Tieren. Das wurde da gezeigt, wie einstmals die unsichtbare, übersinnliche Gottheit im All schaffend war, und wie sie sich da jene Früchte gebildet, verdichtet hat, von denen unsere Schöpfung ausgegangen ist, wie gleichsam wie aus Wolkengebilden das Physische aus dem Geistigen hervorkam und wie aus den anfänglichen Gestaltungen sich allmählich die komplizierten und zuletzt der mikrokosmische Mensch sich herausbildete. Dieser ganze Gang des Weltenwerdens wurde vor den Schüler hingestellt. Man nannte das <dic große Welttragödie'. Zuerst die große lebendige Gottheit, die sich hineinsenkte in die Materie, die darin begraben wird, um im Menschen wieder aufzuleben, die lebendig begraben werdende und wieder auflebende Gottheit. Und nun wurde vor dem Schüler klar gemacht: In dir selbst vollzieht sich dieser Vorgang, in dir hat er sich vollzogen und vollzieht sich noch fortwährend. Du warst schon dabei in jenen Gestaltungen, die sich da vollzogen haben vor Urzeiten. In jenen Gestaltungen warst du im Anfange des Werdens, und die wandelten sich und wandelten sich bis zu deiner heutigen Gestalt. Heute hast du zu fühlen, wie das, was als Seele, was als Geist in dir lebt, wieder aufgeht, wie das, was sich hineinversenkt hat in die Materie, die Gottheit, sich wieder  erhebt wie aus einem Grabe, aus dem die Gottheit aufersteht, und dass, wenn du dann <Ich> aussprichst, die Gottheit sich in dir ausspricht. Das alles wurde in vollständiger Anschaulichkeit dargelegt. Und damit vereinigten sich die Dinge, die der heutigen Menschheit längst abhanden gekommen sind. Es war dies möglich dadurch, dass man diese Schüler in einen ganz anderen Bewusstseinszustand versetzte, als in dem, in welchem der Mensch im Alltagsleben ist, sodass er umgeben war von den ]ebendigen Bildern des ganzen Weltenwerdens. Es handelt sich also darum, dass die Schüler sozusagen in sich hineinscheinen fühlten das Bewusstsein, das ihnen die Gegenstände des Alltags sichtbar machte. Die äußeren Gegenstände vergingen um sie herum, aber das, was man versuchte, ihnen zu zeigen, trat in viel lebendigeren Farben in ihnen auf, als sich jemals die Gegenstände der Natur sich würden darbieten können. Das Feuer der Gottheit stand vor ihrer Seele. Und das Feuer, das sich metamorphosierte, sodass aus ihm alles andere hervorging, das war da so ähnlich, wie dem Träumer in oberflächlicher Weise der Traum vorkommt. Wenn Sie sich diesen Traum übersetzen in etwas, was Regelmäßigkeit und Harmonie hat und im großen Maße als das, was uns in der Außenwelt umgibt, dann haben Sie eine schwache Vorstellung davon, was in der Seele eines solchen Schülers des Urdramas vorging. Da sagte man von einem solchen Schüler, dass er die Welt gesehen habe im Zwielicht. In diese Bilder tönte dann hinein das Weltenereignis, dieses ganze Weltenwerden. Ein Abdruck von solcher Imagination, von solchen Bildern um uns herum, ist die sichtbare Kunst. Sie verhält sich zu dieser Imagination, zu dieser Schau, wie sich das Schattenbild zu dem wirklichen Gegenstand verhält. Sie hat also eine solche Verwandtschaft zur hellseherischen Imagination, während unser materielles Sehen keine Verwandtschaft hat zur hellseherischen Imagination. Die künstlerische Phantasie ist ein Schatten der Imagination. Damit ist nicht gesagt, [dass ich die künstlerische Phantasie als minderwertiger hinstellen wollte als das Hellsehen]. Damals, als die Menschen noch hellseherische Fähigkeiten erwecken konnten, sodass sie hellsehen konnten, hineinsehen konnten in die uralten Zeiten, da  gab es noch keine Kunst. Was man da erlebte, war zugleich Religion und zugleich Kunst und zugleich Wissenschaft. Alles, was die Menschen in die hÖheren Welten führte, das war darin geboten. Später trennten sich diese drei. Diesen Zustand musste die Menschheit durchmachen. Und seit der Zeit ist die Kunst äußeres Schattenbild. Die äußere Kunst ist inneres imaginatives Schauen. Es gehört zum Entwicklungsgang, dass die Menschheit dieses ursprüngliche Schauen für eine Weile verloren hat. Was erweckt worden ist dadurch, das ist ein anderer Bewusstseinszustand. Und der stellt in einer späteren Gegenwart die Kunst in greifbarer, sichtbarer Form vor. Deshalb ist das künstlerische Schauen so vorteilhaft für das imaginative Schauen. Das ist die erste Stufe: die Illumination. Die zweite Stufe war diejenige, wo auch das Bild verschwindet, wo wir es nur mit Begriffen und Ich zu tun haben, und wo [anstelle des Bildes] die Inspiration eintritt. Inspiration ist dann für den Menschen da, wenn die sogenannte Kontinuität des Bewusstseins eintritt. Kontinuität des Bewusstseins heißt: Der Mensch hat nicht nur Bewusstsein während des Alltagslebens, sondern er setzt dieses Bewusstsein in den Schlaf hinein fort. Eine teilweise Aufhellung des Schlafes ist, wie Sie wissen, das Traumbewusstsein. Dieses Traumbewusstsein hat der gewöhnliche Mensch nur in einer chaotischen Weise. Bei dem, welcher sich zum Hellsehen, zur Illumination hinaufentwickelt, fangen die Traumbilder an, regelmäßig, gesetzmäßig zu werden. Er sieht im Traum Wahrheiten, die er, ohne dass er dieses Traumleben zur Regelmäßigkeit ausbildet, nicht sieht. Bei solchen, noch nicht entwickelten Menschen gibt es immer den traumlosen Schlaf als einen Bewusstseinszustand. Es gibt also hellseherische Individuen, welche es so weit bringen, dass sie einen Teil ihres Schlafes ausgefüllt haben von regelmäßigen, neue Welten enthüllenden Träumen. Damit beginnt diese Stufe des illuminativen Hellsehens, der Imagination. Dann sehen Sie auch, wie andere Menschen, in denen sie das nicht haben, in dem Träume leben. Nun muss derjenige, der einen solchen Menschen anleitet, ihn dahin bringen, dass er, dieser Schüler, seine Traumanschauungen herüberbringen kann in die alltägliche Wirklichkeit; das heißt, dass  er dasjenige, was er in dieser Traumvorstellung wahrnimmt, auch im Alltagsleben wahrnehmen kann. Verständigen wir uns darüber einmal ganz klar. Der gewöhnliche Träumer: Was sieht er? Er hat etwas erlebt am Tage. Das kommt ihm als Reminiszenz im Träume vor. Es ist ein Nachklang von den Tageserlebnissen. Oder aber, er nimmt seine Umgebung in irgendeiner Weise wahr. Er hört einen Eisenbahnzug, der vorübersaust. Er wacht auf und merkt, dass er die neben ihm tickende Uhr symbolisch als Eisenbahnzug wahrgenommen hat. Oder es können auch die Stimmungen, in denen ein Mensch ist, sich symbolisch im Traum ausdrücken. Zum Beispiel: Der Mensch wird fiebrig und träumt von einem kochenden Ofen. Ich erzähle Ihnen hier Tatsachen, die wirklich einmal passiert sind. Ich bitte zu berücksichtigen, dass ich nur wirklich einmal vorgekommene Ereignisse als Beispiele anführe. Nehmen wir nun an, der Mensch träumt von hässlichen Tieren. Das Chaotische hört dann unter der Leitung des Geheimlehrers auf, da nimmt dann der Schüler Dinge wahr, die nicht aus dem alltäglichen Leben stammen. Es enthüllen sich ihm dann Dinge, die er nicht aus unserer Welt kennt. Erst wenn der Schüler imstande ist, dieses ins Alltagsleben herüberzutragen, dann machen wir das, was er erfährt, zum Gegenstand der okkulten Weisheit. Wie wird nun das, was ich charakterisiert habe als chaotisch, regelmäßig gemacht? Es fängt elementar an. Sie träumen zum Beispiel unter der Anleitung des Lehrers. Die Übungen werden als Meditationen vollzogen, und die haben dann die Wirkung, dass Sie im Träume wirklich sehen einen leidenden Menschen. Der leidende Mensch ist vor Ihnen in einer gewissen Situation. Sie überzeugen sich sehr bald, dass sie nicht geträumt haben, auch dass es nicht wirklich ist, sondern sie überzeugen sich, dass sie bei einem Freunde waren, der leidend ist oder leidend gewesen ist. Sie haben da nichts Sinnliches gesehen, sondern Sie haben da die Seele erfahren, das wirkliche Seelenleben. Sie erfahren dann nicht nur ein solches einzelnes Seelenleben, sondern sie erfahren Seelenleben bald in Hülle und Fülle. Sie müssen sich hineinfinden in die Mannigfaltigkeit der Gesichte. Sie müssen lernen, sie ordnungsgemäß zu erfassen. Es ist dies eine lange, gedul dige Arbeit, aber machen müssen wir sie. Dann träumen wir das herüber in das Alltagsleben. Sie werden dann imstande sein, im Alltage dasselbe zu sehen bei vollkommen wachendem Bewusstsein. Sie sehen dann nicht, was sinnlich ist, sondern was seelisch ist. Sie müssen sich vorstellen, dass Sie umgeben sein werden von dem Seelischen. Wenn Sie als Hellseher dem Menschen gegenüberstehen, so werden sie zunächst nichts anderes sehen als irgendein anderer Mensch auch sieht. Wenn Sie aber die Aufmerksamkeit auf sein Seelisches wenden, so wird er Ihnen seelisch durchsichtig. Da muss aber der richtige Traumzustand vorangegangen sein. Dann kommt schon das andere, denn es sind ja ganz bestimmte Stufen. Die nächste Stufe ist die, wo das Bewusstsein nicht mehr schwindet, wenigstens nicht zu schwinden braucht, wo also der traumlose Schlaf bei Bewusstsein absolviert wird, wo Sie imstande sind, morgens früh so aufzuwachen, dass Sie wissen, Sie haben die ganze Nacht Erfahrungen gemacht, wirklich erlebt. Diese Erfahrung des traumlosen Schlafes ist nicht in solchen Sinnbildern. Sie lässt sich zunächst nicht vergleichen mit der Welt der Bilder, die im traumerfüllten Schlaf um uns herum sind. Das, was hier zuerst auftritt im traumlosen Schlaf, ist eine Welt des Tönens und Redens, eine Welt der Töne und Worte. Der traumlose Schlaf wird zunächst mit Worten ausgefüllt. Sehen Sie, in den ersten Stadien dieser hellseherischen Entwicklung erfahren Sie zunächst das ganz sporadisch und einzeln. Sie wissen einfach morgens, da ist mir irgendetwas gesagt worden. Sie erinnern sich an das, was Ihnen da zugerufen worden ist. Sie wissen ganz genau: So etwas würde Ihnen im gegenwärtigen Leben, im gewöhnlichen Leben nicht zugerufen werden kÖnnen. Es ist vielleicht eine große Wahrheit, die Sie im gewöhnlichen Leben nicht erfahren kÖnnten. Irgendetwas Geistiges war dieses Zurufen, dieses Hören. Das wird immer mehr und mehr ausgebreitet, bis endlich das ganze Leben des traumlosen Schlafes ein fortwährendes Unterreden ist mit anderen Wesenheiten. Eine Vorbedingung allerdings, um in dieser Welt sich nicht Illusionen hinzugeben, ist dies, dass man schon bis zu einem gewissen  höheren Grade innerer Selbstlosigkeit es gebracht hat. Derjenige, der viel kritisiert, viel Abfälliges über die Welt und ihre Erscheinungen gerne sagt, der wird auf dieser Stufe der Entwicklung sehr oft vielleicht den furchtbarsten, trügerischen Vorstellungen ausgesetzt sein. Daher wird der Lehrer den Schülern vor allen Dingen immer wieder eines einschärfen. Er wird dem Schüler sagen: Versuche, immer und immer wieder bloß Fragen zu stellen und dir die Antworten aus diesem Zustand heraus geben zu lassen. Das ist etwas ganz anderes, als man eigentlich im gewöhnlichen Leben macht. Im Leben ist man rasch fertig mit einer Antwort. Versuchen Sie einmal, von diesem Gesichtspunkte aus, das Leben zu betrachten. Jeder Mensch sagt heute: Ach meine das», oder: «Das ist meine Anschauung.» So sagen heute die Menschen. Der Okkultist aber, der auf diese Stufe sich erheben will, sollte nie so reden. Aber, wenn er sich vorbereitet hat, so sollte er anders innerlich zu reden imstande sein. Er soll an die Welt Fragen stellen und sich ganz enthalten lernen, selber eine Antwort darauf zu geben. Das ist eine Stimmung, die Goethe, der sie kannte, mit einfachen Worten schildert. Er sagt: Wir sind nicht dazu geschaffen das Problem zu beantworten, sondern das Problem aufzustellen, es recht klar aufzuwerfen, und das Weitere dann in Ehrfurcht abzuwarten. Diese Stimmung zu erzeugen ist ungeheuer wichtig für den Schüler auf dieser Entwicklungsstufe. Daher ist es sehr nützlich auf dieser Stufe, wenn er die Enthaltsamkeit, die Selbstlosigkeit besitzt, sich eine recht wichtige Sache vorzunehmen und sich jeglicher Meinung zu enthalten. Denn, was er sagen kann, ist in der Regel doch nur das, was seiner gewöhnlichen Gescheitheit entspricht. Auf diesem Standpunkt steht er schon. Er will aber über diesen hinauskommen, und daher soll er sich vollständig der Antwort enthalten und abwarten, um sich die Antwort geben zu lassen. In diesem Zustand des traumlosen Schlafes wird sie ihm zugeraunt. Von diesem Zustande aus entspringt dann eine immer tiefere und tiefere Welt, die eine Welt des Gesprächs ist. Ich möchte gerne auf eine solche Stelle aufmerksam machen, auf jenen tiefen Ausspruch, den einer unserer auserlesenen Geister, Goethe, getan hat. Die, welche Goethes Märchen gelesen oder gehört haben, werden sich an eine Stelle erinnern, die da lautet:  ·Was ist herrlicher als Gold?·, fragte der König. ·Das Licht·, antwortete die Schlange. ·Was ist erquicklicher als Lich[?», fragte jcTIcL «Das Gespräch·, antwortac diese. In dieser Stelle weist Goethe darauf hin, dass er alles das wusste, was wir hier auseinandergesetzt haben. Dieses Gespräch, das über dem Lichte ist, das ist es, worauf er da hinweist. Dann bringt man also dieses, was man in dieser Weise im traumlosen Zustand erlebt hat, herüber in den Alltag. Manche werden versucht sein, zu glauben, dass der Hellseher überhaupt nicht mehr traumlos schläft, sondern fortwährend sieht. Das muss nicht sein. Es handelt sich nicht darum, wie große Teile von der Nacht ausgefüllt sind, die in dieser Weise verlaufen. Da können noch lange Perioden des traumlosen Zustandes dazwischen sein. Es ist wahr - ich glaube, es schon angedeutet zu haben: Wer in dieser Weise etwas im traumlosen Schlaf erleben kann, der hört alle Gegenstände um sich herum. Er hört das Glas Wasser, er hört ein jegliches Ding, das ihm etwas zuraunt. Das ist die dritte Stufe des Erkennens, die Inspiration. Auf diese Weise entstanden diejenigen Schriften, die man inspirierte nennt. Heute bekämpfen Theologen und Gelehrte die Methode der Inspiration bei den Schriften der Eingeweihten. Denken Sie sich, was zusammengeschrieben worden ist darüber, ob das Evangelium inspiriert ist oder nicht - und zwar von Lehrern, die keine Ahnung davon haben, dass es so etwas gibt wie Offenbarung. Inspirierte Schriften sind für solche, die man eines Tages mÖglichst schmerzlos verschwinden lässt. Aus dem Zustande des Hellsehens sind die größten Teile der drei synoptischen Evangelien und das JohannesEvangelium geschrieben. Sie sind inspiriert. Wir haben es da nicht mit einem Wunder zu tun, nicht mit einem Diktat eines Gottes, sondern mit diesem Zustand. Daher kann sie nur derjenige verstehen, welcher etwas davon weiß, wie in solchen Zuständen Wahrheiten kommen. Die nächste Stufe ist die Intuition. Sie drückt sich Ihnen dadurch klar aus, dass Sie jetzt fühlen: Sie sind in den Dingen drinnen, nicht mehr außer den Dingen. Sie kriechen jetzt in jedes Ding hinein. Das ist der Zustand der Intuition. Der gewöhnliche Mensch hat nur bei  seinem Ich den Zustand der Intuition. Wenn der Mensch so weit entwickelt ist, steckt er in jedem Ding darinnen. Die Geister des Zwielichts nimmt der Mensch wahr auf der ersten Stufe, auf der Stufe der Imagination. Auf der Stufe der Inspiration nimmt der Mensch wahr die Geister des Feuers oder des Feuernebels. Auf der Stufe der Intuition nimmt er die Geister der Persönlichkeit wahr, die Geister, die überall als Grundlage der Welten-lche verborgen liegen. Wenn er da angelangt ist, kann er wirklich untertauchen in die Tiefen. Dann gibt es aber auch ein Heraufheben über diesen Zustand. Der besteht darinnen, dass der Mensch, dass er nicht mehr bloß wahrnimmt, sondern dass er mittut mit der Menschheit. Das ist sogar etwas, wo das Verständnis selbst bei denjenigen leicht aufhört, die noch mitgehen bis zur Stufe der Intuition. Die werden von da aus nicht mehr so leicht mitgehen. Es ist auch nur durch Vergleich näher zu kommen dem, was ich jetzt sage. Es ist ein passiver Zustand auch bei der Intuition. Der Mensch taucht unter, er bleibt dabei aber in gewisser Beziehung passiv. Innerlich tätig fängt er erst an zu werden, wenn er innerlich höher steigt. Er macht nunmehr mit in der Welt. Den Zustand, den ich jetzt schildere, kann man nur erreichen, wenn man den Zustand der Intuition schon erreicht hat. Wenn nun jemand so weit ist, dass er sich in den Gegenstand ganz hineinversetzen kann, dass er bei jeglichem das Gefühl hat, das bist du selbst, dass er also bei einem Hund oder einer Tulpe das Gefühl hat, als wenn er hineingekrochen wäre, sodass er es nicht nur hört, sondern dass es in ihm selbst tönt, was es ist, dann kann er zu etwas anderem übergehen. Er kann sich erheben zunächst auf das Gebiet des Tierreiches. Wenn er das macht, dann hat er zunächst die Aufgabe, die Tierwelt um sich herum selbstlos zu betrachten, und zwar hat er sein Augenmerk auf die verschiedenen Tiergattungen zu lenken. Dann wird, während er bei der Intuition in einzelnen Tieren darinnen gewesen ist, für ihn jetzt eine Stufe eintreten, wo er aus dem einzelnen Tier wieder heraussteigt, aber in dem tierischen Wesen selbst darinnen bleibt. Sagen wir zum Beispiel, er hat einen Hund betrachtet. Durch die Intuition ist er fähig, sich ganz in ihn  hineinzuversenken, alle Empfindungen mitzuerleben, und alles, was er an Lust und Schmerz hat, selbst mitzufühlen. Nun gibt es eine höhere Stufe. Da schreitet der Mensch hinaus über die Dinge, ohne dass er das alles verliert. Aber das Sonderdasein geht dabei verloren. Über das Einzelwesen erhebt er sich, in der Tierheit aber bleibt er darinnen. Er verliert das Interesse an dem Einzelwesen, es verschwinden die besonderen Eigentümlichkeiten dieses Einzelwesens. Indem er sich so allmählich heraushebt, aber das Wesentliche dieser Wesenheit vorhanden bleibt, treten in seinem Geiste Formen auf, die er bisher nicht gesehen hat. Er hat zuerst das Ich der einzelnen Wesenheit erfasst und nimmt dann wie einen Extrakt dieses Ich aus dem Wesen heraus. Es gestaltet sich und formt sich, und jetzt bekommt er das, was Platon <I&cii> genannt hat. Das sind die Ideen des Platon. Da haben Sie nicht einen einzelnen Hund mehr, sondern Sie haben eine geistige, lebendige Form vor sich. Damit haben Sie mehr als das einzelne Wesen. Da haben Sie das Musterbild für alle diese Wesen. Sie haben das, was man die Gattungsseele nennt, und zwar nicht als einen abstrakten Begriff, sondern als lebendige Wirklichkeit. Sie sind da umgeben von den Gattungsseekn der Tiere. Sie leben jetzt mit diesen, wie sie vorher mit den bloß sinnlichen Tieren gelebt haben. Der Raum ist nicht leer um sie herum. Aber die Wesen, die Sie da sehen, sehen nicht so aus wie die Wesen, die da um uns herumlaufen. Es sind ganz neue Wesen, und die passen nicht für das einzelne Wesen, für den einzelnen Hund, wohl aber für alle von derselben Gattung. Es ist etwas, was viel abstrakter und viel lebendiger ist als das Physische. Was Sie da dann sehen, das sind die Geister der Form. Sie gehören einer höheren geistigen Welt an. Ein solcher Formgeist war Jehova. Er war derjenige Formgeist, der die Gattungsseele der Menschheit ausmachte. Die Gattungsseele der Menschheit war der Gott Jehova. Auf dieser Stufe der geistigen Welt kann man ihn erreichen, kann man sich erheben zu dem, was in der jüdischen Mysterienlehre Jehova genannt wird, zu dem Geist der menschlichen Form. Zu diesem Geist der menschlichen Form musste ein anderer hinzutreten, wenn sich ein Neues, ein Anderes entwickeln soll. Dieser  Geist der menschlichen Form hatte den Menschen nur zu einem solchen gemacht, dass er war wie die Gattungsseele. Das individuelle Leben würde nicht herausgekommen sein. Das individuelle Leben ist dann herausgekommen, als der Mensch sich zur Erkenntnis des Guten und Bösen durchrang. Das ist groß und gewaltig im Sündenfall dargestellt. Weiter wollte Jehova nicht gehen als bis zur Form. Bis dahin hat er den Menschen geführt. Im Zusammenhang mit anderen Wesenheiten hat dann der Mensch seine Leitung über das JehovaPrinzip übernommen. So sehen Sie ihn versinken mit der Überhebung des Menschen über die Tierwelt in das, was man die Welt der Formen nennt. Wenn der Mensch so weit ist, dass er diese Wesenheit ahnen lernt, dann kann er sich zur nächsten Stufe erheben. Diese besteht darin, dass er jetzt erst wieder dasjenige in diesen Wesenheiten erkennen lernt, was er auf einer untergeordneten Stufe, bei den natürlichen Wesenheiten auch sehen und erkennen gelernt hat, wenn er über die Form hinausgeht, eben zum Leben. Das Erste, was Sie nämlich wahrnehmen - und warum ich das nennen muss -, das ist das, dass Sie zunächst diese Gattungsseele in der Form sehen. Sie müssen sich aber zu einem höheren Erkennen hinaufschwingen, wenn Sie diese Welt der Formen in Bewegung, in Tätigkeit sehen wollen. Das können Sie nicht, wenn Sie sich bloß in die Tierwelt versenken. Diese Gabe wird Ihnen erst zuteil, wenn Sie sich hingebungsvoll in die Pflanzenwelt versenken und Sie es mit dieser ebenso machen, wie ich es geschildert habe mit der Tierwelt. Wenn Sie sich in die Pflanzenwelt mit der Intuition hineinversenken, aber dabei die Wesenheit der Pflanze nicht verlieren, sodass die Wesenheit der Pflanze da bleibt und Sie es verstehen, sich zu verschmelzen mit der ganzen wesenhaften Natur der Pflanze, wenn es Ihnen gelingt, durch die Pflanzenwelt die leidende und sich freuende große Natur zu erleben. Wenn man dem heutigen Menschen von diesen Dingen spricht und zwar je mehr er wissenschaftlich ist, desto mehr -, lacht er einen aus. Aber es ist doch wahr, dass in der Pflanzenwelt Lust und Leid wahrzunehmen ist für denjenigen, der mit der Pflanzenwelt leben kann, nicht als bloßer Vergleich, nicht als Sinnbild, sondern so, dass  er weiß, den Ausdruck des inneren Empfindens wahrzunehmen, wie der Mensch bei dem Austritt einer Träne aus dem Auge eine Empfindung wahrnimmt. Es gibt also eine wirkliche Stufe der Erkenntnis, wo der aus der Pflanze herausperlende Tau Ihnen ankündigt wirkliches Leben, ein solches Leben, wie es in der Träne ist, die aus dem Auge quillt. Wenn Sie fähig sind, in dem Saft, der aus dem Bäume herausfließt, wenn Sie ihn anschneiden, eine Manifestation des Lebens in der Natur zu sehen, so wie Sie sich schneiden und wissen, dass es dann weh tut, dann sind Sie da, wo Sie aufsteigen können in die Welt der Aktivität, in die Welt der Bewegung. Dann können Sie wahrnehmen, dass die Wesen, welche Sie vorher nur in der Form gesehen haben, innerlich lebendig sind. Da fangen die Wesen an zu reden. Die Gattungsseelen sagen Ihnen etwas. Die nächste Stufe ist diejenige, welche der Mensch erreicht, wenn er imstande ist, dasselbe, was ich für die Pflanze gesagt habe, gegenüber dem Mineralreich zu empfinden, gegenüber der leblosen Natur. Zwar hat Kant gesagt: Zwei Dinge erfüllen ihn mit dem Gefühl der Ehrfurcht der gestirnte Himmel über ihm und das moralische Gesetz in ihm. Das bleibt aber doch nur abstrakt, solange uns der abstrakte Himmel mit Ehrfurcht erfüllt, sodass uns das noch genügt, dass der leblose Sternenhimmel zu uns spricht. Aber dass der tote Kristall nicht bloß tot und stumm ist, sondern dass er uns auch ausspricht die Geheimnisse der Natur, das zeigt uns schon die materialistische Anschauung. Man kann diese Geheimnisse erreichen durch die liebevolle Vertiefung in die Natur. Wer das vorausgemacht hat, was ich beschrieben habe, wer mit der Pflanzenwelt gelitten und sich gefreut hat, dem wird es auch leicht werden, die dumpfe Sprache der leblosen Natur zu verstehen - obwohl es da auch eine Kluft gibt. Es ist verhältnismäßig leichter, die Sprache der Pflanzen zu verstehen als die Sprache der Steine. Selbst bis in diese höheren Stufen hinauf bleibt dem Menschen das eigen, dass er am besten das versteht, was ihm verwandt ist. Nun ist ihm verwandt menschliches Fühlen, menschlicher Schmerz und menschliche Lust. Wenn auch Lust und Schmerz, die uns in der Pflanzenwelt erscheinen, sehr verschieden sind von menschlicher Lust und  menschlichem Schmerz, so haben sie doch etwas leise Verwandtes, das wir nicht bei der stummen Steinwelt erkennen. Aber das Neue, was wir in der stummen Steinwelt erkennen, ist gerade das, was uns so hoch erheben würde [über] das, was uns so schwach macht. Die stumme Steinwelt hat keine Begierden mehr. Da schweigt die Begierdenwelt, da hört sie auf, bevor wir von der Pflanzenwelt hinübertreten zur Steinwelt. Die Pflanzen- und die Tierwelt hört hier auf. Die Pflanzen haben noch etwas Analoges der Begierde, was bei den Tieren sich steigen und bei den Menschen stark hervortritt. Das ist es, was diese unkeusch macht, während der Stein keusch ist. Wer den Stein erfasst, lernt Wesen kennen, die keusch und begierdenlos sind. Ein begierdenloses, ein verlangenloses Leben lernt man im Steinreich kennen. Wenn wir im Steinreich etwas Ähnliches empfinden und etwas Ähnliches wahrnehmen können, wie ich es von der Pflanzenwelt geschildert habe, da lernen wir erkennen, was es heißt, ein Wesen zu sein, das durch seine Natur keusch ist. Die keusche, stumme Steinwelt, von der wir nicht mehr sagen, dass durch sie so etwas wie durch den Tautropfen, wie durch das heraustropfende Pech des Baumes Lust und Schmerz zum Ausdruck kommt, sondern sagen müssen, dass sie in diskreter, vollständig verhaltener Stummheit treu in sich selber bewähn und nicht - wenn ich mich trivial ausdrücken darf- das, was sie innerlich erlebt, jedem auf die Nase bindet. Das ist das Ungeheure, das wir in dem Inneren der Steinwelt erkennen. Die Steinwelt ist vor so und so langer Zeit zur Vollendung gekommen. In Wahrheit ist die Steinwelt die größte. Was als Bergkristall uns heute entgegentritg hat einst seine Zeit der Unkeuschheit durchgemacht wenn wir Jahrmilliarden zurückblicken. Am größten erscheint uns die Weisheit der Natur, wenn wir sie prüfen in der lautlosen Welt der Gestirne, der Steine und Kristalle. Die Stufe der Form führt uns zum Geist der Form. Die zweite Stufe, die von der Pflanzenwelt ausgeht, führt uns zu den Geistern der Bewegung, der Aktivität, und dieselbe Anschauungsstufe führt uns zu den Geistern der Weisheit. Wir erreichen sie nicht früher, als bis wir die stumme, keusche, in sich geschlossene Wesenheit, lebensvolle Wesenheit des Steinreiches in uns selbst lebendig aufleben lassen.  Wenn Sie eine kleine Schilderung haben wollen von dem, was in den Menschen vorgeht, so sei noch das Folgende gesagt. Der Mensch muss zunächst das äußere Licht um sich herum verschwinden lassen, er muss zunächst gegenüberstehen der leblosen Natur und von alledem, was ihm die Sinne sagen, absehen. Dann ist zunächst eine Dunkelheit da. Wenn er sich nun hinaufhebt zu dem Anschauen, das ich geschildert habe, dann werden alle Wesen von innen heraus leuchtend. Ein inneres Licht durchleuchtet und durchstrahlt alle diese Wesenheiten und strahlt von ihnen aus. Und dies ist das Licht der Weisheit. Das sind solche Stufen der Anschauung, die uns hinaufführen zu dem, was ich beschrieben habe als die Geister der Weisheit. Nun gibt es, wie Sie wissen, ganz am Anfang der Saturn-Entwicklung die Geister des Willens. Wollen Sie diese erkennen lernen, so müssen Sie sich nicht im Allgemeinen zu Tier, Pflanze und Mineral wenden, sondern, um die Geister des Willens zu erfassen, müssen Sie noch etwas ganz Besonderes haben. Sie mögen das, was ich jetzt sage, auch für noch so phantastisch ansehen - ich hoffe aber, dass das nicht geschieht. Wenn Sie sich noch höher erheben wollen - nachdem Sie die anderen Stufen einigermaßen absolviert haben -, so müssen Sie an etwas herantreten - es scheint paradox - wie zum Beispiel einen Ameisenhaufen, in dem nicht bloß Tiere gattungsmäßig vereinigt sind, sondern auch in weisem Zusammenhang leben, und sich hineinvertiefen in das geistvolle Zusammenwirken dieser kleinen Geschöpfe. Das tut der verstandesmäßige Forscher nicht. Der Hellseher aber lebt mit den in sich gegliederten Männchen und Weibchen und Arbeitern, die in wunderbarer Weise zusammenwirken, sodass er damit innerlich identisch ist. Das ist die Methode, den Willen zu erkennen. Schopenhauer hat viel über den Willen geschrieben. Dieses Kapitel hätte er aber schreiben können, wenn er als Hellseher den Kopf in einen Ameisenhaufen gesteckt hätte. Da lernt man nämlich erkennen, was der Wille seiner Natur nach ist. Da lernt man erkennen, was es bedeutet, wenn Sie selbst das Wort <Ich wi11> aussprechen. Dieses Wort lebt tief in Ihrer eigenen Natur. Da wirkt vieles in Ihrer eigenen Natur zusammen. Sie nehmen aber nur das Resultat wahr. Der Naturforscher gibt Ihnen  eine ganz andere Anschauung. Was ich Ihnen schildere, ist dem Leben entnommen. Wenn Sie dagegen an Stelle eines Ameisenhaufens einen Bienenstock wählen, so machen Sie etwas ganz Falsches. Das, was im Bienenstock lebt, ist etwas ganz anderes als das, was im Ameisenhaufen lebt. Wir haben gesprochen von den Geistern des Willens, von Geistern der Weisheit, von Geistern der Form, von Geistern der Bewegung, von Geistern der Persönlichkeit, von Geistern des Feuers, von Geistern des Zwielichts, dann von Mensch, Tier und Pflanze und Mineral. Diese Wesenheiten sind nicht aus der Luft gegriffen, sind nicht erfunden, sind nicht Spekulationen, die Ihnen da vorgetragen werden in dem elementaren Okkultismus, der als Theosophie figuriert, sondern es sind Dinge, die in der Erfahrung erworben sind. Nur Andeutungen konnte ich machen, wie so etwas zustande kommt, was man als elementare Theosophie oder als elementaren Okkultismus bezeichnet. In dieser Weise erwirbt man die höheren Fähigkeiten, die einen Einblick in die höheren Welten gewähren. Das, sehen Sie, ist etwas von dem, was in der Zukunft wiederum aufleben muss. Es ist heute um uns herum wirklich vieles, was einem Sorge machen kann, und ich glaube, was einem für den wirklichen Menschheitsfortschritt Begeisterten wirkliche Sorge machen kann, ist auch das, dass viele nicht die Augen offen halten. Der Mensch soll ein Pionier sein des Augenoffenhaltens. Nicht darauf kommt es an, das einzelne sich Theosophen nennen, sondern darauf, dass wir in der großen Entwicklung der Menschheit die Mittel und Wege finden, um dem, was sonst wirklich zusammenbrechen müsste, einen neuen Untergrund zu geben. Lassen Sie mich die Betrachtungen des alten Jahres abschließen mit diesem Hinweis, den ich schon einmal gemacht habe. Viel Zerstörungswerk wird um uns herum geleistet, vieles, was den aufmerksamen Betrachter, auch wenn er nicht Hellseher ist, darauf hinweisen kÖnnte, dass wir am Anfange eines großen Zerstörungswerkes sind in Bezug auf das äußere Materielle, das sich im verflossenen Jahrhundert entwickelt hat, denn nur bis zu einem gewissen Punkte geht die materielle Entwicklung.  Ergänzung aus Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft Aber dasjenige, was am meisten Sorge macht, dass so viele unserer Mitmenschen die Augen nicht offen halten für das, was der Menschheit nottut. Der Theosoph soll aber ein Pionier sein dieser Arbeit des Augenoffenhaltens. Nicht darauf kommt es an, dass Einzelne sich hinsetzen und entwickeln, sondern in der großen Entwicklung der Menschheit mitzuarbeiten, Mittel und Wege zu finden, dem, was sonst wirklich zusammenbrechen müsste, neuen Inhalt zu geben. Viele Zerstörungswerke werden heute um uns herum geleistet. Vieles, das den aufmerksamen Betrachter darauf hinweisen wird, dass wir am Anfang eines Zerstörungswerkes sind, der materiellen Kultur des neunzehnten Jahrhunderts; denn diese hat nicht in gleichem Maße auch eine geistige Entwicklung mit sich gezogen. Wir sind in der Lage, drahtlos zu telegrafieren; denken Sie sich nun diese Fähigkeit des Menschen nur um eine kleine Stufe weiter ausgebildet, sodass man hier in Berlin eine Droschke nimmt und mit einem Wellenerzeuger durch die Friedrichstraße fährt, um in Paris durch die entsprechenden Wellenerregungen den ganzen Louvre zu zerstören. Kein Mensch würde in einem solchen Falle imstande sein, den Attentäter nachzuweisen. Alle unsere juristischen Begriffe werden in einer Zeit, die man sich leicht ausmalen kann, vollständig machtlos sein; eine Zeit wird kommen, wo die rein materielle Kultur sich selbst im Großen und Ganzen ad absurdum führt, wo sie zerstörend, vernichtend wirkt. Nur dadurch, dass die innere Seelenkultur nun nachrückt, sodass die Menschen nicht mehr auf das Äußerliche angewiesen sind, und obwohl das Böseste gemacht wird, doch nur das Richtige geschieht, nur dadurch kann geholfen werden. Der Weg der Entwicklung der heutigen Menschheit zeigt die ersten Anfänge jetzt schon. Nur der Weg innerlicher, spiritueller Entwicklung kann wieder herausführen, und die Theosophie ist ein notwendiger neuer Anfang einer Kulturrichtung, zu der sich sozusagen überschlagenden äußeren Kultur das notwendige innere Moralische zu finden, das nur hier herausführen kann, denn der Mensch hat die Seele, den Geist neben dem Materi D ' b seelischen, geistigen Schauens und Erkennens. Wieder muss es nun geübt werden. Deshalb sind die erneuerten, geistigen Bewegungen der Gegenwart so notwendig, damit wiederum die Kräfte geübt und gepflegt werden, die sonst verkümmern müssten. 253  II. MITGLIEDERVORTRÄGE IN KÖLN  DIE APOKALYPSE DES JOHANNES I Köln, 16. Januar 1905 Mit der Apokalypse kommen wir in die tiefsten Tiefen der christlichen Weltanschauung hinein, jede große Religion hat ihre Geheimlehrer gehabt, auch das Christentum. Wir müssen uns vor allen Dingen darüber klar sein, welches eigentlich das Wesen der Geheimlehre ist. Nichts anderes ist die Apokalypse als die christliche Geheimlehre. Man muss nur die Kernworte verstehen: «Selig sind, die da glauben und nicht schauerin Das ist der Kern des Christentums. Glauben und Schauen sind zwei Gegensätze. Das Christentum sollte auch denen, die glaubten, wenn sie nicht schauten, Seligkeit bringen. Das große Mysterium auf Golgatha hatte seine Vorboten in den früheren Menschenrassen. Schon in den uralten Mysterien, solange unsere Wurzelrasse auf der Erde ist, hat man in geheimen Tempelstätten etwas gefeiert, etwas den Leuten gezeigt, welches nichts anderes war als das Geheimnis der Weltentaten Gottes. Wir begleiten unsere Voreltern in diejenigen Orte, die ihnen die heiligsten waren. Da wurde ihnen dargestellt, wie der Gott selbst heruntersteigt auf die Erde, wie er verschmilzt mit dem stofflichen Dasein. Man nennt das die Kreuzigung der Gottheit im Irdischen. Das wurde so dargestellt, dass eine menschliche Gestalt in eine Art Sarg gelegt wurde; das bedeutete, dass sich die Gottheit in die Materie begibt. Dann wurde gezeigt, dass der Mensch sich vervollkommnen muss; dann würde er den Gott selbst in sich finden. Das ist dieselbe Kraft, die gekreuzigt ist in der Materie, und die daher aus der Materie heraus wieder neu geboren werden kann. Alles, was Religion, Kunst und Wissenschaft geworden ist, ist aus den Mysterien hervorgegangen. Es waren die Mysterien eine bildhafte Darstellung dessen, was sich später auf Golgatha zugetragen hat. Immer mehr entwickelte sich das Gottesdrama in seinen Einzelheiten. - Wenn man verfolgen könnte, was der Tempelpriester zum Tempelschükr sprach, würde man ungefähr dasselbe hören, was im  Evangelium des Johannes steht. Es hatte sich zu einem Kanon verdichtet. Die christlichen Evangelien sind uralte Tempelurkunden. Die Lehre wurde herausgeholt aus den Tiefen der Tempel. Sie ist nichts Neues. Dies wird in den Evangelien angedeutet, namentlich bei Johannes. In dem, was der Schüler im Tempel sah, sollte dargestellt werden, was in der Welt vor sich gegangen ist. Das wurde in diesem einen Testament dargestellt. Was in der Tempelstätte dargestellt wurde, das drückt Johannes aus: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. ln ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternisse haben es nicht begriffen. [joh 1,1-5] Der Schüler, der zu den Mysterien zugelassen wurde, konnte schauen in den Mysterien ein Bild des großen Weltgeheimnisses. Was so in den Mysterien dargestellt worden war, hatte sich in Palästina wirklich vollzogen. Das Christentum ist eine Erfüllung. Es ist auf den historischen Schauplatz hinausgetreten; die Tempelurkunden wurden geheim gehalten. Die, welche zu den Mysterien zugelassen wurden, mussten einen heiligen Eid leisten, nichts davon den Uneingeweihten mitzuteilen. Heute kann des Wissens sich jede Wissenschaft bemächtigen, die Alten aber sagten: Nur ein reines Herz darf wissen, im unreinen Herzen wird das Wissen zu einer bösen Macht. - Nur der durfte wissen, der das Wort des Wissens aus würdigem Herzen und Empfinden anderen mitteilen konnte. Nur das Wort des Wissens, das durchwärmt war von dem guten, dem reinen, dem edlen Gefühl, wurde geachtet. Die Tempelurkunden waren die geheime Offenbarung für die Schüler der Mysterien. Nun war Christus wirklich offenbar geworden. Dadurch war das Christentum für die ganze Welt herausgeholt aus den Tempelstätten auf den Schauplatz der Welt. Selig sollten auch die sein, die da glaubten, ohne in die Tempelstätten zu schauen. Durch Jahrtausende wurde in den Tempelstätten eine Geheimlehre verkündigt; diese wurde offenbar durch das Erscheinen Christi. Die Eingeweihten sollen in dem Sinne wirken, dass die Menschen  auf die Zukunft vorbereitet würden. Die Propheten waren in die Mysterien eingeweiht. Jeder Einweihungsinhalt wird später offenbar. In demselben Augenblick wird ein neuer Inhalt gegeben für eine neue Zukunft. Christus hat in dem Lazarus-Wunder selbst eine solche Einweihung vollzogen. Das Evangelium war durch das Christentum offenbar geworden, war Botschaft geworden. Eine neue Geheimlehre entwickelte sich nun im ersten Christentum. Draußen wurde der Inhalt der Evangelien verkündet, das Leiden, die Auferstehung. In den Mysterien aber wurden Ereignisse der Zukunft dargestellt. Auch heute gibt es noch christliche Mysterien. Darin wird dargestellt, was in der fernen Zukunft geschehen soll. Christus ist dasjenige, was man in der Theosophie die zweite Wesenheit der göttlichen Dreiheit nennt. Diese besteht aus den drei Wesenheiten: Gott, der Vater, das Wort und der Heilige Geist. Der Vater, das ist das, wonach alles hinstrebt, diejenige WesenheiL zu welcher sich das ganze unbekannte Weltenall hinbewegt. Das Wort ist der Führer zu dem Vater. Es wurde in allen Welten als dasjenige angesehen, was zu dem Vater führt. <vcdä> heißt das iWortn Die ältesten Urkunden der Inder hießen die Nedenn Der Inder wusste, dass seine Rishis - seine Lehrer - inspiriert waren; sie teilten die <Veden> mit, das <Wort>, welches von der Gottheit inspiriert war, das Wort, aus welchem die Welt entstanden ist. Im uralten Indien war das Wort nichts Äußerliches. Es gab die Wesenheit des Gegenstandes wieder. Bei den alten Deutschen gab es eine Runenschrifu wenn in alter Zeit der Mensch den Namen eines Dinges aussprach, wusste er, dass aus dem Wort das Ding entstanden ist. Daher finden wir bei den Juden den unaussprechlichen Namen Gottes, weil er das Wesen selbst war. Daher wurde nur bei den feierlichsten Gelegenheiten und Handlungen der eigentliche Name Gottes gebraucht - Jahwe. Die alten Völker sagten sich: Die Welt ist durch das Wort, den Logos, entstanden. Das Wort hat einstmals Weltenschwingungen erregt, rhythmische Bewegungen, aus denen die Welt hervorgegangen ist. Die dritte göttliche Wesenheit ist dasjenige, was das Wort fassen kann, das Kraft gibt, emporzustreben zum Vater. - Das Wort, die  göttliche Schöpfungskraft, das zweite Glied in der göttlichen DreiheiL hat menschliche Gestalt angenommen. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. [joh 1,14] Der Mensch wird nicht immer in dieser grobstofflichen Form erscheinen; die Entwicklung des Menschen im Fleische ist die vierte Runde oder der vierte Zyklus. Vorher war der Mensch in einer freieren Stofflichkeit und blieb durch drei Zyklen hindurch in einer ganz anderen Art des Daseins. Aber die Fähigkeiten, die er jetzt hat, konnte er erst im Fleische erlangen. Er muss sich nun wieder hinaufentwickeln durch feinere Materien hindurch. Im sechsten Kreislauf wird etwas Besonderes sein. In einer verfeinerten Materie wird er dann sein. Heute können wir das Wort nur in physischen Luftschwingungen verkörpern. Nur insofern ich mein Wesen im Worte ausdrücke, kommt es zu einem anderen. Aber im sechsten Zyklus werden wir aus einem feineren Stoff bestehen, sodass wir unser ganzes Wesen nach außen in Schwingungen fortpflanzen und vor allen Menschen unser ganzes Wesen enthüllen werden. Heute kann der Mensch durch die grobe Stofflichkeit vieles verbergen. Dann aber, in der sechsten Runde, werden wir ganz Schwingung, ganz Ton sein, Wesen, die in rhythmischen oder nicht-rhythmischen Wellen sich der Umwelt mitteilen. Dann ist das Wort, der Name des Menschen äußere Körperlichkeit. Jetzt kann der Mensch nicht sein ganzes Wesen der Außenwelt mitteilen. Aber es gibt immer schon Wesen, die übermenschlich sind, wie das Wort selbst; diese können im Fleisch schon im vierten Zyklus sein, was die anderen im sechsten Zyklus werden. Das Wort ist in Christus schon Fleisch geworden. Das, was für die Menschen sich im sechsten Zyklus vollziehen kann, das hat sich im vierten Zyklus durch Christus hereingestellt in die Menschlichkeit. Das ist das Geheimnis der Menschenwerdung des Logos. Das Ziel des Menschen ist: Du sollst dich dahin entwickeln, dass du dein ganzes Wesen nach außen kehren kannst. Das ist die Nach folge Christi. Der Mensch soll im sechsten Zyklus das werden, was Christus ihm im vierten Zyklus vorgelebt hat. Clemens Alexandrinus, Origenes, waren christliche Eingeweihte und erfüllt von der ganzen Bedeutung des Zieles, davon, dass ein Jahrtausend, ein Zyklus, kommen muss, wo der Mensch die Möglichkeit findet, ein äußerer Siegelabdruck des im Fleisch lebenden Christus zu sein. So ist im Menschen ein schlummerndes Christus-Prinzip verborgen. Damit dies offenbar werden kann, muss der Mensch hindurchgehen durch verschiedene Zustände. In den ersten christlichen Mysterien wurde dies dargestellt. Dies finden wir in den ersten Kapiteln der Apokalypse. Der ·Erstgeborene von den Tot«i> bedeutet, dass er das Vorbild in der vierten Runde von dem war, was es heißt, das ganze Wort so darzuleben, dass es offenbar sein wird. Die menschliche Entwicklung ist viel älter als die Geschichte. Unsere jetzige Wurzelrasse - [die arische,] die fünfte - entwickelte sich in ihrer ersten Unterrasse im heutigen Indien. Die indischen Religionsbücher sind erst in viel späterer Zeit geschrieben. In der ersten Zeit ist dem Menschen nichts äußerlich über die Entwicklung der Menschheit anvertraut worden. Diese wurde geleitet von den alten Rishis, zu einem Religionsbekenntnis, das in wunderbarer Weise monotheistisch war. Die zweite Unterrasse - die der Perser - entwickelte eine Religion, die auf das Zweiheitsprinzip gebaut war; niedergeschrieben wurde sie aber auch erst in viel späterer Zeit. In der dritten Unterrasse erkannte man vor allem in Ägypten eine dreigliedrige Gottheit. Dies wirkte auf die vorhergehenden Rassen zurück. Jetzt erst wurden die Veden aufgeschrieben. In den ägyptischen Pyramidentempeln wurden die Mysterien gezeigt, von dort wurden die Evangelien herausgeholt. Die Flucht nach Ägypten deutet darauf hin. Auf die dritte Unterrasse folgt als vierte die griechisch-römische Unterrasse, in welcher das Christentum sich entwickelte; dann bildete sich die wissenschaftliche Weltanschauung aus anstelle der religiösen; die Kultur des Verstandes entwickelte sich vom elften, zwÖlften und dreizehnten Jahrhundert an. Wie ein Schwanengesang liegt noch etwas von der alten Weltanschauung in jener Zeit, mit der sich damals die neue Weltanschauung verknüpfte.  Das Heraustreten des innersten Wesens des Menschen vor die anderen Menschen ist dasjenige, was das Glaubensbekenntnis des Christus werden muss. Die, welche vÖllig begreifen kÖnnen, dass Christus der Welt angehört, die werden die vierundzwanzig Ältesten sein, die das Lamm - Christus - anbeten. In der Zukunft, in der sechsten Wurzelrasse wird sich das abspielen, dass einige imstande sein werden, das Lamm in seiner ganzen Bedeutung anzubeten. Dann kann der Mensch sich mischen unter die, welche das Lamm anbeten. Das wird durch das Symbol der vier Tiere dargestellt - Löwe, Kuh, Mensch und Adler -, die da anbeten unter den Ältesten. Der Mensch hat außer dem physischen Leib noch einen Astralleib. Dieser ist in der Entwicklung noch nicht so weit wie der physische Leib. In Bezug auf den physischen Leib ist der Mensch Gott ähnlich; nur noch schöner wird das Menschengeschlecht werden. Die weitere Vervollkommnung wird sein, dass er den astralischen Leib vervollkommnen wird. Das Empfinden, Fühlen und dergleichen wird vollkommener werden. Das geschieht im fünften Zyklus. Wir stehen noch vor diesem Zyklus. Jetzt ist des Menschen astralischer Körper noch nicht so weit entwickelt. Entwickelt ist jetzt erst der physische Körper. Im astralischen Körper wird er erst Mensch in dem fünften Zyklus. Da, wo der Mensch mit dem Gefühl daliegt vor dem Lamm, anbetend, steht er noch nicht als völliger Mensch da. Da hat er eine der Gestalten der TierheiL Diese astralische Gestalt des Menschen hat er sich errungen durch frühere Entwicklungsstufen hindurch. Gewisse Eigenschaften der Tierheit drücken sich in den Rassen aus. Den Mut bezeichnet der Löwe, das sinnliche Schaffen das Rind, die Kuh; der Mensch bezeichnet den niederen Menschen, den Kama-Manas-Menschen, der sich über das Irdische erhebt. Diese sind noch nicht gottähnlich. Menschen mischen sich in das Gottähnliche hinein und werden symbolisiert durch die vier Tiere, das ist der Zeitpunkt, in dem der Mensch angelangt sein wird in der sechsten Wurzelrasse, nachdem ein Untergang wieder über die Erde hinweggegangen sein wird. Nun beschreibt Johannes fernere, spätere Zustände. Es ergehen die Botschaften an die sieben Gemeinden. Die Rassen leben nicht  nur nacheinander, sondern auch nebeneinander. Sie haben auch alle führende Persönlichkeiten, von denen die Geschichte nichts erzählt. Die verschiedenen Schulen, die ihre Aufgabe erfüllt haben und nun noch starr konservativ festhalten an ihrer Aufgabe, die aber ihre Mission abgeben müssen an die Menschheit, das sind die sieben Gemeinden. Diese bekommen die sieben Sendschreiben. Die Apokalyptik räumt zuerst aus dem Wege die alten Geheimlehren, um der neuen Geheimlehre Platz zu machen. Zu den sieben Gemeinden wird gesagt: Ihr könnt nicht mehr Führer sein, jetzt muss eine neue Offenbarung kommen, eine neue Gemeinde. Auch die drei nachfolgenden Runden beschrieb der Apokalyptiker. Man kann diese Runden nicht mit dem astralischen Hellsehen sehen, sondern nur, wenn der Mensch in die Welt des Devachan, die mentale Welt eindringt. Wenn der Mensch so weit gelangt ist, dann schaut er im Geiste. Wenn der Mensch in diese DevachanWelt eindringt, dann sieht er nicht, sondern dann hört er. Er ist dort hellhörend. Hellhörend ist der Ausdruck, den wir gebrauchen für die geistige Welt. Er hört dort die Sphärenmusik, von der in den Pythagoreer-Schulen gesprochen wurde. Goethe deutet auch das TÖnen an, da wo er vom Geiste redet. «Die Sonne tönt», sagt Goethe. Dadurch wird auf das Hörbare hingedeutet, wie es im Devachan ist. ·Ihr Anblick gibt den Engeln Stärken Die Engel sind die geistigen Wesenheiten, die den Planeten vorstehen. Will man sehen, wie ein Zyklus sich abspielt, so muss man das in der Welt erkennen, was tönt; diese Weltzyklen deutet der Apokalyptiker an in den Posaunen der Engel. In der sechsten Runde wird nun das ganze Wesen vor allen offenbar liegen. Aber noch bevor die sechste Runde anfängt, kann der Mensch das Christus-Prinzip aus sich heraus entwickeln. Was früher äußerlich war, ist bei dem Menschen Fähigkeit geworden durch Verinnerlichung, Involution. Die Veräußerlichung, die Evolution in den großen Weltgesetzen und die Verinnerlichung, Involution, verhalten sich wie Ausatmen und Einatmen. Während der Mensch durch die Rassen hindurchgeht, nimmt der Mensch das in sich auf, was um ihn lebt. Alle sind durchgegangen durch die alte indische Zeit, dann  durch alle anderen Unterrassen, und so werden sie hineinleben in die Zeit, wo sie vor den Füßen des Lammes anbetend liegen werden. Die sieben Siegel werden dann entsiegelt, wenn der Mensch zu der Erkenntnis seiner selbst gekommen ist, zur Anbetung Christi. Dann wird das Buch entsiegelt. Weil Johannes andeutet, dass dies noch vor der siebenten Rasse ist, darum lässt er erst sechs Siegel Öffnen; erst später das siebente Siegel, wenn der Mensch in der Entwicklung noch weiter gelangt ist.  ÜBER DAS BUCH DER GENESIS Köln, 17. Januar 1905 Zunächst lernten die Menschen ihre Religion kennen aus den Schriften, die sie wörtlich auffassten. Heute gilt es als aufgeklärt, wenn man hinaus ist über die religiösen Urkunden. In Bezug auf das Alte Testament hat man immer hören können, dass es unmöglich ist, die biblischen Begriffe mit einem aufgeklärten Bewusstsein zu vereinigen. Man ging dazu ijbeg die Schrift bildlich zu verstehen; man hielt noch an den Symbolen fest. Diese Auffassung der biblischen Symbolik hat dann die Menschen dazu gebracht, den biblischen Geist noch mit einem gewissen Ernst aufzufassen. Aber selbst die Theologen können sich heute noch kaum mehr zu etwas anderem entschließen, als die ersten Kapitel des Alten Testamentes nur als bildliche Darstellung zu nehmen. Es kann daraus eine recht gemütvolle Auffassung entstehen, aber wenn der Mensch fortschreitet, kann er nicht bei dieser Auffassung bleiben. Eine Art von Entwicklungsweg ist es: zuerst abzukommen von der orthodoxen Anschauung, dann von der bildlichen und überzugehen zu einer ändern, wieder in gewissem Sinne wÖrtlichen Anschauung. Wir müssen aber dazu die Sprache der alten Weisheitslehren verstehen lernen und erkennen, dass die alten Lehrer nicht erwa gediehteg nicht Phantasiegebilde hergestellt haben, sondern dass sie eine andere Vorstellung von der Wahrheit hatten, als wir heutzutage haben. Sie schrieben nieder die ewige Wahrheit in ihren Lehren. Diese kann man nicht an jeden Menschen unmittelbar heranbringen, während man die sinnliche Wahrheit wohl an jeden heranbringen kann. Die alten, großen Lehrer hatten selbst eine innere Entwicklung durchgemacht. Ihr Anschauen war ein geistiges. Sie wussten, das, was sie im Geiste schauten, das kann nicht jeder schauen, der in ihrer Umgebung ist. Die Völker waren in ihrer Auffassung noch kindlich. Dementsprechend mussten ihnen die großen Wahrheiten gegeben werden in einer besonderen, für ihr Verständnis geeigneten  Form. Nun traten alle großen Lehrer an die Menschen heran mit dem Bewusstsein: Die Seele ist unvergänglich. Sie muss zur Wahrheit hin entwickelt werden. Moses beispielsweise hat gewusst, wenn er an die Vorstellungen des Volkes anknüpfte, senkte er etwas Bleibendes in die Seele hinein, in den Kausalkörper. Der materialistische Denker glaubt, dass die Seele im Tode zugrunde geht. Moses sagte sich aber: Teile ich heute dem Menschen in einer gewissen Form die Wahrheit mit, so wirkt das in seiner Seele. Später wird er reif sein, die Wahrheit in ihrer wahren Gestalt zu erkennen. Moses wusste, dass später andere kommen würden, die auslegen würden, was er lehrte. Er bereitete die Form vor. Das, was er präparierte, ist durchgegangen durch die Inkarnationen der Seelen. Er hielt es nicht für richtig, dass man gleich die letzte Form der Wahrheit den Leuten sagen sollte. Er selbst hat im Hintergrunde durchaus die Wahrheit selbst gehabt. Das hat er in den sieben Schöpfungstagen ausgesprochen. Er hat die Wahrheit in die Form gebracht, die damals der kindlichen Auffassung der Menschen entsprach. Wenn cr von den <Runden> gesprochen hätte, hätte er kein Verständnis gefunden. Er sprach daher von Tagen, wie im alten Indien man von Tagen und Nächten des Brahma spricht. Auf dem Monde hatte der Mensch ein traumhaftes Bewusstsein. Dort haue er bis zur höchsten Stufe das Traumbewusstsein ausgebildet. Jeder von uns war dort in eine Art von Keimzustand gekommen; in traumhafter Weise hatte er dort wahrgenommen, und das in sich aufgenommen und zu einem Keim entwickelt. Diese Keime schliefen hinüber vom Monde zur Erde. Ein geistiger Keim war der Mensch, der zur Erde kam. Der war durch ein [Pralaya] hinübergeschlafen in den Erdenzustand. Nun ist seine Bestimmung, zum klaren Bewusstsein zu kommen. Er muss eine lange Reihe von Zuständen durchmachen. In den drei ersten Runden wurde wiederholt, was er auf früheren Planeten durchgemacht hatte. Moses spricht von den Runden. Der Mensch ist während der ersten Runde in dem ersten Elementarreich. Der Traumzustand geht sachte hinüber in einen Zustand, den der Mensch jetzt erreicht hat. Der Mondmensch unterschied nicht zwischen sich  und den ändern Gegenständen. Für ihn war eine traumhafte bildliche Wirklichkeit da in der An, wie für uns die Außenwelt im Traum da ist. Er nahm nicht wahr durch die Sinne. Den Gegensatz zwischen sich und seiner Welt sollte der Mensch in der ersten Runde auf der Erde ausbilden. Moses nennt es den Unterschied zwischen Himmel und Erde. Er sollte sich selbst als Erdenbürger neben dem Himmel erkennen. Das ist, was in dem ersten Entwicklungszyklus geschieht. Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und wirr. [I Mose 1-2] Der Mensch unterschied nicht zwischen sich und den einzelnen Gegenständen. Das war alles noch ein Chaos. Dann, nach der ersten Runde, ging der Mensch wieder durch einen Zwischenzustand hindurch und kam dann in die zweite Runde. Da bekamen die Gegenstände schon bestimmtere Grenzen. Er kann schon unterscheiden, was um ihn ist. Es ist nicht mehr wüst und wirr. Er kann unterscheiden zwischen dem, was geistig ist, und dem, was äußerer Gegenstand ist. Vorher war es finster auf der Tiefe; der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Alles was Mensch war, war das Wasser. Die Menschenkeime alle zusammen bildeten das Gewässer. Der Geist Gottes brütete über den Menschenkeimen, die er zu den Gestalten aufrief. Es ward Licht. Sobald wir die Außenwelt sehen, wenn die Wesenheiten sich uns gegenüberstellen, dann erst können sie sich uns offenbaren. Es ward Licht. Gott schied das Licht von der Finsternis; er machte Tag und Nacht. [I Mose 1,5] Der Mensch nahm die Gegenstände wahr. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. [I Mose 1,5] Nun folgte die rupische Runde, die gestaltete Runde, in der man das Dasein wahrnehmen konnte. Es soll ein Unterschied werden zwischen den Wassern; jeder sollte ein eigenes Karna haben. Jedes einzelne Menschenwesen wurde dadurch herausgehoben, dass Gott eine Grenze machte und das Wasser über und unter der Feste scheidet. In die einzelnen Menschenkeime pflanzte er die Anlage ein, zwischen  dem Geistigen und dem Physischen zu unterscheiden. Es wurden in dem Menschen angelegt die zwei Seelen; die Seele, die hinaufblickt, und die Seele, die in das Irdische blickt, die in dem Irdischen lebt. In der dritten Runde tritt der Mensch in das dritte Elementarreich ein. Immer mehr und mehr bildeten sich die einzelnen Astralleiber der Menschen heraus. Jetzt wird der Mensch selbstständig. Er tritt heraus aus dem Mutterboden der All-Erde. Er gelangt zum Pflanzendasein. Das sind nicht unsere jetzigen Pflanzen. Der Mensch war selbst im Pflanzendasein. Alle abgetrennten Astralleiber erlangten die Möglichkeit, astrale Wesen aus sich hervorgehen zu lassen wie die Pflanze. Der Mensch wurde während der dritten Runde zum Tierdasein berufen, aber in einer pflanzlichen Natur, weil das Tier noch nicht den Leidenschaftskörper herausgebildet hatte. Er hatte noch kein warmes Blut. Dieses bildete sich heraus in der dritten Runde des dritten Elementarreiches. Das Besamen deutet darauf hin, dass eine Befruchtung noch nicht stattfand. Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, dass man das Trockene sehe. [I Mose 1,9] Früher konnte man den Astralkörper nicht sehen. Jetzt schnürt er sich ab. Das Trockene der Erde bedeutet nur das besondere festere Dasein, was eine Grenze um sich bildet. Die Sammlung der Wasser bedeutet die allgemeine astrale Welt in ihrem Zusammenhang. Gott sprach: Es lasse die Erde hervorgehen Gras und Kraut. [I Mose 1,11] Dies war der Mensch. Auch bei den Germanen ging der Mensch hervor aus Esche und Ulme, bei den Persern ging er ebenfalls hervor aus einem Baum. Und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst [...I. [I Mose 1,1 I] bedeutet, dass jede Art gemäß seinen Samen in sich trug und keine geschlechtliche Fortpflanzung bestand. Die vierte Runde ist diejenige, in der sich der physische Mensch vorbereitet, wie er jetzt ist. Der Mensch trat in das Mineralreich ein, er nahm einen Körper an, der den chemischen und physikalischen  Gesetzen unterworfen war. Den wird er in der nächsten Runde nicht mehr haben, sondern dann wird er seinen Astralkörper ebenso beherrschen, wie er jetzt seinen physischen Leib beherrscht. Er wird dann astralische Organe haben, er wird sich seine Organe selbst, wenn er sie braucht, ausbilden können, wenn der astralische Körper alles Physische beherrschen wird. Jetzt aber in der vierten Runde kann der Mensch nur im Hinblick auf die Gesetze der mineralischen Welt wirken. In dem physischen, mineralischen KÖrper sind wir wie in einem Hause eingeschlossen. Erst dadurch, dass wir selbst physisch geworden waren, dadurch wurde die ganze Welt physisch. Früher erlangte er durch eine Art von Hellsehen Kenntnis von der Welt um sich. Mit der vierten Runde ist die ganze Welt der sinnlichen Gegenstände um ihn her entstanden. Moses konnte deshalb sagen: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht, und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre. [I Mose 1,14] Kant sagt, dass der Raum und die Zeit aus dem Menschen selbst stammen. Das hat Moses damals schon gesagt. Das alles, was sinnlich wahrnehmbar ist, entstand erst, als der Mensch physisch, mineralisch wurde. Durch die physische Runde machen wir den mineralischen Körper immer vollkommener und entwickeln auch unseren Astralkörper. Der wird in der nächsten Runde so entwickelt sein, wie heute der physische Körper. Der Mensch wird dann wie in einem Luftreiche schweben. Dann ist der Mensch ein freies Wesen geworden, dann ist er wirklich ein tierisches Wesen geworden. Die Tierheit wird dann erst im Menschen zum Ausdruck kommen. Der astrale Körper des Menschen wird hier unter dem Bilde der Tiere gemeint, weil der astrale Mensch sich frei bewegt in der Astralwelt, wie die Walfische im Wasser, die Vögel in der Luft und so weiter. - Das ist die fünfte Runde oder der fünfte Tag. In der sechsten Runde ist des Menschen Kama-Manas-körper ausgebildet, der niedere Denkkörper, was wir heute verborgen tragen in der physischen Hülle. Der Mensch wird dastehen in der sechsten Runde als im wahren Sinne des Wortes Mensch, nicht mehr in einer  Hülle eingeschlossen. Mit dem Menschen zu gleicher Zeit werden die höheren Tiere ausgebildet. Der Kama-Manas-körper erlangt dann die höhere Stufe der Tierheit. Gott sprach: ·Lasst uns Menschen machcn> [I Mose 1,26] Dann erst wird der Mensch das, was er werden soll. Er schuf ihn männlich und weiblich. [I Mose 1,27] Der Mensch entwickelt sich durch die Geschlechtlichkeit hindurch zu einem Wesen, welches männlich und weiblich sein wird. Im Urtext steht: Er schuf den Menschen männlich-weiblich. Jetzt erst bekommt der Mensch wirklich Herrschaft über die Tiere. Die Macht, die Magie bekommt er erst, wenn der eigentliche Mensch befreit ist am sechsten Tag. - Am siebenten Tage war der Mensch Gott-ähnlich geworden. In der siebten Runde ist der Mensch wieder im ArupaZustande; selbst schöpferisch, selbst Gott geworden, daher heißt es: Gott ruhete am siebten Tage. [I Mose 2,2] Die vierte Runde ist die wichtigste für das Menschenleben. Der Mensch war früher weniger dicht gewesen. Moses sagt: Er nahm an die festen Stoffe der Erde. [entspricht I Mose 2,7] Er wurde mit Staub umgeben. Er nahm die mineralischen Gesetze an. Er wird aus dem Staub der Erde gebildet, und die lebendige Seele wird ihm eingeformt. Als der Mensch in der lemurischen Rasse feste Formen - Knochengerüst - bekommt, da entsteht auch die Geschlechtlichkeit. Die Verfestigung ging zusammen mit der Einteilung in die Geschlechter. Im zweiten Kapitel schildert Moses den Menschen, der später entstand in der lemurischen Rasse, in der Zwei-Geschlechtlichkeit. In allen Mysterien wurde das gelehrt. Erst in der vierten Runde entstehen die Pflanzen- und Tiergebilde, wie sie heute sind. Während der Entwicklung des Menschen spalteten sich die Pflanzen und Tiere von ihm ab. Vorher waren die niederen Tiere entstanden. Die warmblütigen Tiere entstanden erst mit dem Menschen. Die Tiere entwickelten sich dadurch, dass sich zurückgebliebene Menschen  abspalteten. Die Tiere sind dekadente Menschennaturen. Sie passen nicht mehr in die heutigen Verhältnisse hinein. Es sind auf früheren Stufen stehengebliebene GeschÖpfe. Die ursprünglichen Tierformen spalteten sich zuerst ab, dann erst entstanden die beiden Geschlechter der Menschen. Früher verwendete der Mensch seine ganze Produktionskraft nach außen. Früher pflanzte sich der Mensch aus sich selbst fort. Als er die Fähigkeit des Eindringens in die dichte Materie verloren hatte, verwendete er die Produktionskraft zur Hälfte als Denkorgan. Der Mensch wurde einerseits ein geschlechtliches Wesen, andererseits bildete er eine Hälfte seiner Produktionskraft innerlich zum Denkorgan aus. Er bekam nun die Fähigkeit, den Geist mit seinem Gehirn zu verarbeiten. Der Geist befruchtete ihn jetzt. Gleichzeitig mit der Teilung in zwei Geschlechter entstand der denkende Mensch. Er erkannte Gutes und Böses. In der Zeit bildeten sich auch das Rückenmark und das Gehirn aus. Das ist die Schlange, die im Menschen selbst entstand. Er ging durch das Amphibien-Stadium hindurch. Dieses Wesen war sein eigener Verführer. Es begann sich auszubilden mit dem Beginne seines Durchgehens durch die Geschlechtlichkeit. - Rückenmark und Gehirn bildeten sich zuerst bei den Amphibien aus, und beim Menschen im amphiboiden-Zustande.  ÜBER DIE BEDEUTUNG DER KATHOLISCHEN MESSE IM SINNE DER MYSTIK Köln, 17. März 1905 Wer den Ursprung der katholischen Messe kennenlernen will, der muss sie zurückverfolgen, geschichtlich, bis in die Mysterien. Mysterien sind Kultstätten, in denen das höhere Wissen nicht nur gelehrt und erworben wird, sondern in denen die betreffenden Erscheinungen auch vorgeführt werden. Die Mysterien haben eine besondere populäre Form angenommen in den Kultusströmungen, die von Persien und Ägypten herüberkamen. Diese sind es, aus denen die Messe hervorgegangen ist. Wer vor dem Erscheinen Christi Kenntnis erlangen wolke von höheren Welten, der musste als Schüler in eine Geheimschule aufgenommen werden. Er musste zuerst lernen, wie Welt und Mensch entstanden sind. Er lernte kennen eine Auseinandersetzung über die Weltentstehung und die Bedeutung des Menschen innerhalb der Welt. Man unterrichtete ihn darüber, wie der göttliche Weltengeist überall Gestalt angenommen hat. In Mineralien, Pflanzen, Tieren und so weiter sah man Gestaltungen des Weltengeistes. Der Mensch ist ein Zusammenfließen von all dem, was auch in der Welt ist. Paracelsus hat einmal gesagt: Alle Wesenheiten der Welt sind Buchstaben, und der Mensch ist das Wort, in dem sich alle diese finden. - Der Mensch ist der Mikrokosmos im Makrokosmos. Wie sich die göttliche Wesenheit spaltet in viele Einzelheiten, um dann wieder vereinigt zu werden im Menschen, das wurde dem Schüler gelehrt. Das Weitere fußte darauf, dass man den Schüler diese Spaltung des Göttlichen und die Wiedereinkehr in den Menschen erleben ließ. Der Mensch hat in die Welt hineingebracht niedrige Begierden, Leidenschaften und Triebe. Die niederen Tierformen sind dekadente Produkte vom Menschen. Alks, was in den Tieren von niederen Leidenschaften zum Ausdruck kommt, hat der Mensch in die Welt hineingebracht. Ein ursprünglicher Zustand der Welt war der, wie wir  ihn in der mineralischen Welt jetzt verwirklicht sehen. Der Edelstein hat kein Verlangen, keine Begierde, keinen Wunsch; keusch und anspruchslos ist der Edelstein. Man denke sich die anderen Wesenheiten mit derselben keuschen, anspruchslosen An, dann hat man das Ideal des Geheimschiilers vor sich. Es musste in ihm lebhaft das Gefühl erwachen: Du musst wieder so werden wie die reine, begierdelose Schöpfung, die so keusch aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen ist. - Er opferte alles Niedere hin - das war die <Katharsis>, die Reinigung von Trieben, Begierden, Leidenschaften - dies entspricht der ·Opferung> oder <Oblätio> in der Messe, dem zweiten Teil der Messe. Der erste Teil ist die Verkündigung oder das <Evangelium>, wo die Botschaft von der Auflösung des Weltengeistes in der Natur mitgeteilt wurde, das verstandesmäßige Einsehen, wie die Welt geworden ist. Darauf folgt als zweiter Teil die Opferung. Der Geheimschiiler musste den Willen haben, den Weg zurückzumachen zu der ursprünglichen keuschen Schöpfungsgestalt. Wenn er dazu bereit war, wurde er zu den eigentlichen Mysterien zugelassen. Er musste bei den ägyptischen Mysterien dann drei Tage lang in einem abgeschlossenen Raum allein zubringen und wurde in einen Bewusstseinszustand versetzt, in dem er höhere Arten von Wahrnehmungen machen konnte. Das Heruntersteigen des Gottes in die Welt und das Verteilen erlebte er jetzt in der Seelenwelt oder der Astralwelt, nachdem er selbst bereit war, sich in ähnlicher Weise zu opfern. Er erlebte zunächst ein Bild, von dem ihm durch eine sichere Vorstellung klar war: Dies warst du einmal in derjenigen Zeit, wo du noch ohne Triebe und Leidenschaften warst, wo du noch wunschlos warst. Sein eigenes Bild in urferner Vergangenheit sah er, ein Menschenbild auf höherer Stufe. Das zweite war, dass er sah, wie dies Menschenbild auf höherer Stufe ein männliches Menschenbild aus sich hervorgehen ließ, dessen Gesicht strahlte wie die Sonne. Dies war der Osiris. Er sah das Hervorgehen des Osiris aus dem Urmenschen, umgeben von einer strahlenden Aura. Aus dem zweiten Bilde wurde dann die gegenwärtige Gestalt, nachdem sich eine zweite Wesenheit abgesondert hatte - Isis -, es wurde herausgeboren Florus, der jetzige Mensch. Nun war er eine erweckte Seele.  In dem gegenwärtigen Menschen hat man, wenn er schlafend daliegt, zunächst den physischen Menschen, dann den ÄtherkÖrper und ferner die eigentliche Aura, die sich aus dem Schlafenden heraushebt. Der Mensch befindet sich in seiner Aura; er hat dann den physischen Leib verlassen. Drinnen in der Tiefe der Tempelmysterien erlebte der Geheimschiiler die geschilderten Zustände bewusst im Astralleib. Er war dann ein <Verwandelter>, ein <Konsekrierter>. Wer in dieser Weise verwandelt ist, nimmt die Lichterscheinungen der niederen Wesen wahr. Dieser Vorgang war die dritte Stufe der Mysterien, die Nerwand1ung· des Menschen in seine astrale Gestalt. Dann war der Geheimschiiler sich darüber klar geworden: So, wie du den Osiris gesehen hast, so warst du auch einmal; du bist astralisch gewesen und dann physisch geworden; ein zweites Mal sollst du dir vornehmen, verkörpert zu werden. Durch freien Entschluss sollte die Seele wieder zurückkehren in den physischen Leib. Wenn er wieder herausging aus den Mysterien, sollte er den physischen Leib bewusst an sich tragen. Jetzt bekam er auch einen neuen Namen. Er verspürte ihn als seinen urewigen Namen. Jeder von uns hat einen solchen Namen, den er in allen seinen Inkarnationen trägt. Diesen ewigen Namen trug der Eingeweihte. Er war freiwillig inkarniert in seinem Leib. Der Mensch spricht jetzt Ich zu seinem eigenen Leibe. Der aber eingeweiht war, der wusste, dass er nicht dasselbe ist wie sein Leib. Er trägt seinen Leib auf dem Rücken. Ein solcher ist in seinem Leibe gekreuzigt, er ist der in der Materie Gekreuzigte. Jetzt tritt er hinaus und tut das alles bewusst, was er früher unbewusst getan hatte. Diese Vereinigung mit dem Leibe nannte man ·Communio>, den vierten Vorgang in den Mysterien. Derjenige, der auf diese Weise verwandelt und mit seinem Leibe wieder vereinigt ist, der war erst ein wirklicher Eingeweihter. Nun erschien Christus auf Erden. Diese Erscheinung Christi auf Erden bedeutete, das dasjenige, was sich früher in den Mysterien abgespielt hatte, sich jetzt vor der Welt im physischen Räume abspielte. Früher waren die Einzelnen hindurchgegangen durch die Mysterien. Alles dies war nun ein historisches Ereignis geworden, ein wirklich  geschichtliches Ereignis in dem Opfertod des Christus Jesus. Nun hat Christus Jesus ein Erinnerungszeichen gestiftet als Andenken an diese Mysterien. Diejenigen, welche sich Christus anschlossen, sollten nicht mehr zu schauen brauchen. Schauen heißt: <in ein Mysterium schauerin Nicht mehr durch die Mysterien schauen lernen musste derjenige, welcher zur inneren Erkenntnis kommen sollte. Er konnte beim äußeren Zeichen bleiben. Dieses äußere Zeichen hat eine tiefere Bedeutung. Die drei obersten Glieder in der menschlichen Wesenheit sind Atma, Budhi, Manas. Früher, als man vom <Menschen> sprach, hat man von Atma, Budhi, Manas gesprochen. Damals glaubten alle daran, dass jedes Leben nur eines war in einer langen Reihe unter vielen, und dass es ein verdientes Leben war. Davon war der Mensch ganz durchdrungen. Zu gleicher Zeit hatte das persönliche Leben etwas, worüber der Mensch im Grunde hinausblickte. Er schrieb ihm nicht einen großen Wert zu. Die Aufgabe der ersten zwei Jahrtausende nach Christus war nun, dass die Menschheit erzogen wurde für das höhere Ich durch KarnaManas. Ernst und groß sollte das persönliche Leben genommen werden. Ungefähr zwei Jahrtausende bringt der Mensch im Devachan zu. Während dieses Zeitraumes wird die ganze Menschheit durch eine solche Inkarnation hindurchgehen, wo Wert auf das Persönliche gelegt wird. Christus ging mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg - das heißt ins Heiligtum. Das war die Hinführung zum devachanischen Schauen. Dort sahen sie Moses und Elias neben Jesus. <E1> - bei <Eliäs> - heißt der Wcg>, Moses heißt die <Wahrheit> - die sittliche Wahrheit -, Jesus ist das <Leben'. Jesus sagt den Jüngern: Elias ist wieder erschienen. Johannes war dieser Elias. Er sagte ihnen weiter: Saget es aber nicht, bis ich wiedererscheine. - Sie sollten nicht von der Wiederverkörperungslehre sprechen, bis er in einem neuen Weltenzyklus wiederkommen würde. Zwei Jahrtausende lang sollte die Welt den Wen des Persönlichen kennenlernen. Das, was sich hindurchzieht von einer Inkarnation des Menschen zur ändern, das ist die feinere Materie des Menschen, das Wasser, das Geistige. Darauf bezieht sich auch: «Der  Geist Gottes brütete über den Wasserm, den Gewässern - die Menschen. Der unpersönliche Mensch ist durch das Wasser symbolisiert. Wein ist das Symbol für den persönlichen Menschen. Christus verwandelt das Wasser in Wein. Er stiftete aus der unpersönlichen Religion eine Religion der Persönlichkeit. Wie sich das Wasser zum Wein verhält, so verhält sich die unpersönliche Natur des Menschen zur persönlichen. Wer die Reinkarnationslehre begreifen kann und sich über die Persönlichkeit erheben will, der muss sich des Weines enthalten. Wer den Wein genießt, der wird niemals zu einer eigenen Anschauung kommen von dem, was unpersönlich ist im Menschen. Der niedere Leib sollte veredelt und verklärt werden, deshalb sollte zwei Jahrtausende hindurch das Christentum ohne die Wiederverkörperungslehre leben. Christus war erschienen, um die Persönlichkeit zu heiligen. Zum Zeichen dafür, dass Christus das ganze Opfer übernommen hat, welches früher in den Mysterien vor sich ging, stiftete Christus das Messopfer. Darin wiederholte sich der Mysterien-Akt in einem äußeren Zeichen. Die äußere Handlung der Messe ist folgende: Der Priester geht mit dem Ministranten zum Altar. Zuerst kommen ein Vorbereitungsakt, das <Stäffdgcbct> und das <Kyhc Eleisonn Die tiefere Messe besteht aus vier Teilen: <Evangelium', Dpferung' - Oblatio, <Wandlung> und <Kommunion>. Bei dem <Evangelium> wird ein Stück aus den Evangelien gelesen. Rechts am Altar geschieht das. Der eigentliche Altar ist so gebaut, dass er nach Osten geht. Der Priester steht auf der Nordseite. Hier liest er die Botschaft vor. Dies bezieht sich darauf, dass der Mensch in der ersten Wurzelrasse, der polarischen, auch im Norden war, von dort immer mehr in die Materie hinabstieg. Der zweite Teil der Messe ist die <Oblätio> oder ·Opfcrungn Der Priester opfert das, was den höheren Menschen darstellt, so wie früher der Mensch sich selbst geopfert hatte. Der Kelch ist das äußere Symbol für das menschliche Herz. Das, was wir im Herzen haben, stellt etwas Zukünftiges dar; es ist jetzt weniger ausgebildet, aber enthält das Spirituelle. Wenn der Mensch nicht mehr in der Materie denkt, sondern im Geistigen, dann wird das Herz das Denkorgan sein. Heute  ist das Herz noch persönlich. Der Wein im Kelch stellt das Persönliche dar. Die Oblate bedeutet das Gehirn. Brot und Wein werden nun verwandelt in die höhere Natur, in Christus selbst. Die Opferung bewirkt die Umwandlung des Menschen. Dieser Akt wird leise gesprochen, sodass ihn nur der Priester selbst hören kann. Dies ist eine sinnbildliche Andeutung dafür, dass das eigentlich Göttliche im Menschen etwas ist, was er nur mit sich selbst spricht. Jeder Mensch kann auch nur zu sich selbst Ich sagen. Deshalb konnte die jüdische Geheimlehre nur mit besonderer Scheu den Namen aussprechen lassen, den Namen Jahwe, der das eigentliche Ich im Innern ist. Deshalb werden auch die Worte beim <Offertorium> halb schweigend, halb murmelnd gesprochen. Daher ist der dritte Teil die <Wandlung> im Messopfer. Dies alles stellt dar, dass etwas in der äußeren Natur als ein Sinnbild dasteht für das, was die Gottheit selbst ist. In der gröberen Materie und in der feineren Materie ist die Gottheit dargestellt. Das Brot und der Wein, Leib und Blut. In dem Augenblick, wo das Bewusstsein voll erwacht ist, dass wir es zu tun haben mit der verwandelten Materie, dann haben wir auf dem Altare in der Tat in der Hostie eine solche Materie, wie sie in unserem Gehirn, und in dem Wein eine solche Materie, wie sie in unserem Herzen - im Blute - ist. Der Priester bricht die Hostie in einer bestimmten Weise, in eine bestimmte Anzahl Stücke, und zwar in neun Stücke: CorporMio O Pass4o NMUvüm O O Circu~>iAb O ^'6^ Mo"rs O Ru4urreaio O Gloria O Tnv'  1. Corporatio = Verkörperung 2. Nativitas = Geburt 3. Circumcisio = Umhüllung 4. Apparitio = Erscheinung 5. Passio = Leiden 6. Mors = Tod 7. Resurrectio = Auferstehung 8. Gloria = Herrlichkeit 9. Regnum = Reich Diese neun Stückchen repräsentieren den verwandelten Menschen, der an dem Höheren teilnimmt. Es sind die neun Teile des Menschen. Die Glieder, die der Mensch innerhalb seiner Persönlichkeit erlebt, sind 1 bis 7, und 8 und 9 ragen über die Persönlichkeit hinaus, darum werden sie nebenan hingelegt. So vereinigt sich der Mensch in der <Kommunion> mit seiner siebengliedrigen Natur und strebt an 8 und 9: <Gloria> und <Regnum>. Dies wird begleitet von dem Paternoster. Zunächst kommt im Paternoster der Hinweis auf den seienden Gott des Himmels, dann «Dein Name», der Name Gottes, des Logos, der in Christus Fleisch geworden ist, dann «Dein RCichm Das Ganze ist ein Gleichnis für die daseiende Welt. Der Mensch soll seine Kommunion mit der daseienden Welt verstehen. Erst der Mensch, der aus den Mysterien herauskam, der verstand die Welt. Das kommt im Paternoster zum Ausdruck. Bei besonders festlichen Gelegenheiten kommt noch der Umgang mit dem <Sanctissimum> hinzu, das ist die geweihte Monstranz, innerhalb welcher der heilige Leib darinnen ist. Oben an der Monstranz ist eine sonnenähnliche Rundung mit Strahlen, die Rundung ruht in einer halbmondförmigen Hülle. So wurden auch Osiris und Isis dargestellt. Die Vereinigung von Isis und Osiris, das steht als <Sanctissimum> über der Messe, ein Symbol für den Zustand, als die Sonne noch den Mond umschloss. Kein Priester, der nicht geweiht ist oder befugt ist, die ·Stolä> zu tragen, darf das Messopfer lesen. Die Stola ist das eigentliche Priesterkleid. Der Priester trägt zunächst einen Rock, dann die <Albä>, ein  hemdartiges Kleid mit Gürtel, dann ein symbolisches Kleidungsstück, dann die Stola, die über der Brust gekreuzt ist, darüber die <Cäsülä>. Die Stola bedeutet das eigentliche Insignium der priesterlichen Würde. Darum, wenn er die Stola trägt, fühlt er sich als Diener der Kirche. Er darf dann nicht mehr seine eigene Meinung verkünden. Die persönliche Meinung bewahrt er; er sagt sich, sie kann auch falsch sein, und er verkündet, was Jahrtausende hindurch geglaubt worden ist. Die neue Zeit leitete alles Spirituelle ins Materielle im vierzehnten, fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. Die Menschen lernten die Welt nach den materiellen Verhältnisse beurteilen. Nach Galilei und Kopernikus wurde die ganze Aufmerksamkeit herabgezogen auf den physischen Plan. Alles war durch das Karma bedingt. Der Protestantismus hatte als spätere Religion kein Verständnis mehr für das Messopfer. Wenn wir die Messe zelebrieren sehen und hören, mit vollem Verständnis, so haben wir den letzten Abglanz der in den alten ägyptischen Pyramiden vollzogenen Weihe vor uns. Aus dem Sonnenmenschen Osiris ist der physische Mensch entstanden; zu dem Sonnenmenschen soll er wieder werden. Er ist unbewusst von der Sonnenhöhe herabgestiegen; bewusst soll er wieder zu ihr hinaufsteigen. Sonnenhelden sind die, welche mit solcher Sicherheit auf ihrem seelischen Wege gehen, wie die Sonne auf ihrer Bahn. Diese Sonnenhelden haben den sechsten Grad der Initiation erreicht. Die Grade der Initiation waren bei den Persern: erstens ein Rabe, zweitens ein Geheimer, drittens ein Streiter, viertens ein Löwe, fünftens ein Perser, sechstens ein Sonnenheld - Sonnenläufer -, siebtens ein Vater.  ÜBER DIE PLANETARISCHE ENTWICKLUNG Köln, 18. März 1905 Zunächst muss man sich die verschiedenen Bewusstseinszustände vorhalten, durch die der Mensch hindurchgegangen ist. Er ist jetzt im Zustand des hellen Tagesbewusstseins. Vorher ist er durch drei andere Zustände des Bewusstseins durchgegangen. Das erste Bewusstsein war eine Art Allbewusstsein, dumpfer Art, so wie es heute etwa der Stein hat, der im All lebt, aber in einem dumpfen Bewusstseinszustand dahinbrütet. Diesen Zustand kann man pathologisch auch noch jetzt hervorrufen. In der tiefen Trance fangen die Menschen oft an, Weltensysteme zu zeichnen; aber sie haben über ihr Bewusstsein keine Kontrolle. Im zweiten Bewusstseinszustand, dem des traumlosen Schlafes, kann der Mensch alles Lebendige wahrnehmen. Jede Nacht macht der Mensch diesen Zustand durch. Er ist dann in einer An PÄanzentrance; er führt währenddessen die [vegetativen] Funktionen ganz gut aus. Der Bewusstseinszustand ist der des Traumschlafes, der viel heller ist als der vorhergehende; aber auch da empfängt der Mensch keine Sinneseindrücke wie im Wachzustand. Damals sahen die Menschen die Dinge nicht, aber es stieg ein Seelenbild in ihnen auf. Jetzt befinden wir uns im vierten Bewusstseinszustand. Die vorhergehenden Bewusstseinszustände waren ebenso an andere Planeten geknüpft, wie unser Wachbewusstsein an die Erde geknüpft ist. Der Mensch ist ein Ergebnis, herausgeboren aus den Verhältnissen, in denen er sich bewegt. Esoterisch heißt der erste Planet der Saturn, der zweite die Sonne und der dritte Mond, der vierte ist die Erde. Auf dem Saturn ging der Mensch schon durch die verschiedenen Formzustände hindurch. In der Mitte der ersten Runde - also des ersten Elementarreiches - wurde der Saturn physisch. Bei dem Saturn kommt es auf die erste Runde an. Die folgenden sechs Runden sind auf dem Saturn für den Menschen nicht von besonderer Bedeutung. Da haben andere Wesen aus früheren Weltenzyklen ihre Entwick lung vollendet. Während der siebten Runde auf dem Saturn war der Mensch so weit, dass er physisch wurde; aber er hatte einen Körper, der bloß ovalig, kugelig war. Dieser Zustand war weder der Geburt noch dem Tode unterworfen. Dieser physische Körper ging durch die ganze Saturnentwicklung hindurch. Man kÖnnte sich vorstellen, dass der ganze Saturn zusammengesetzt ist aus einzelnen Menschenkugeln, eine Maulbeere; ein MorulaStadium war der Saturn. Das Ganze schlief hinüber von einem Pralaya zu einem anderen Manvantara, dem Sonnenzustand. Don war der Mensch in einer An Pflanzentrance. Erst während der zweiten Runde der Sonne erlangte der Mensch das Neue. Dort entwickelte sich sein Bewusstsein zu einer Art menschlichen Pflanzentrance. Dort hatte der Mensch nicht mehr einen unsterblichen physischen KÖrper. Das Ganze war ein All-Leben, ein lebendiger Organismus, der neue Menschenkugeln aus sich heraussonderte. Die dritte bis siebte Runde auf der Sonne ist für den Menschen nicht von Bedeutung, sondern nur für andere Wesen. Auf der Sonne taucht auch schon ein zweites Reich neben dem Menschen auf, nämlich ein besonderes Mineralreich. Die Mineralien dort wachsen noch, sie sind noch mehr pflanzähnlich. Sie sind dem Menschenreich noch so ähnlich und noch nicht so abgetrennt wie jetzt. Nach einem Pralaya beginnt das Monden-Manvantara. Da entwickelt sich das Bilderbewusstsein des Traumschlafes. In der dritten Mondenrunde wird dieses eigentliche Mondstadium entwickelt. Der Mensch wird da ein bildbewusstes Wesen, äußerlich wie eine Art Tierzustand. In der ersten Runde auf dem Monde hat er den Saturn wiederholt, in der zweiten Runde die Sonne. In der dritten Runde des Mondes bildet er den neuen, den eigentlichen Mondzustand aus. Die vierte bis siebte Runde sind für ihn auf dem Monde nicht von großer Bedeutung. Sie sind abflutend auf dem Mond. Nun beginnt die Erdenentwicklung. In der ersten Runde findet eine Wiederholung des Saturnzustandes, in der zweiten Runde eine Wiederholung des Sonnenzustandes, und in der dritten Runde findet eine Wiederholung des Mondenzustandes statt. In der vierten Runde tritt erst der eigentliche Erdenzustand ein, der Zustand des  Wachbewusstseins. In der vierten Runde geht der Mensch durch den Arupa-Zustand der Form, dann durch den Astralzustand, dann durch den physischen. Jetzt hat er durchgemacht in der ersten Runde auf der Erde das Saturnstadium, das Mineralreich; in der zweiten Runde das Sonnenstadium, das Pflanzenreich; in der dritten Runde das Mondstadium, das Tierreich. In der vierten Runde kommt erst der eigentliche Mensch heraus. Die äußerlichen Unterschiede bei den vier Stadien sind folgende: Auf dem Saturn ein stummes dunkles Dasein. Man würde damals nichts gesehen haben, auch nicht hellseherisch. Auf der Sonne beginnt alles aufzuleuchten. Dort beginnt das geistige Ertönen. Dieses Tönen der Sonne überträgt sich in der Sonnenrunde - der zweiten Runde auf der Erde - auf den Menschen. Der Mensch ist in der zweiten Runde ein tönendes Wesen. Seinen eigenen Ton bekam jeder. Jeder Mensch hat seinen besonderen Ton, den er bedeutet in der Welt. Auch jetzt hat er noch diesen Ton, er ist innerlich tönend. Auf dem Monde war er physisch ein leuchtendes Wesen. Was er heute nur noch astral isg das war der Mensch damals physisch, nämlich leuchtend. Er war ein Stern, ein Leuchtwesen auf dem Monde. Dieser Zustand wurde auf der Erde in der dritten Runde wiederholt. In der vierten Runde kam erst auf der Erde das Neue hinzu. Nachdem er durch den Arupa-Zustand, den Rupa-Mental-Zustand und durch den Astralzustand hindurchgegangen war, wurde der Mensch in der vierten Runde physisch. Erst in der feinsten physischen Äthermaterie bildete der Mensch sich aus, in der polarischen Rasse, im Beginne unserer physischen Entwicklung. Die polarischen Menschen waren Äthermenschen. Sie wiederholten noch einmal das Saturnstadium. Kugeln waren sie beim Beginn der physischen Erdbildung und unsterblich. Ein unsterbliches Geschlecht bewohnte damals den Pol. Dann ging der Mensch über in das Sonnenstadium. Vorher war alles noch aufgelöst, ätherisch. Dann sonderte sich der Mensch als ein Luftwesen ab in der Hyperboreerzeit. Er bildete da eine Art Kugel, die innerlich tönte, vibrierte, erzitterte und auf Stoß und Druck reagierte. Dadurch nahm er die Veränderung in der Außenwelt wahr. Das Sonnenstadium der Hyperboreerzeit hörte  dadurch auf, dass die feinsten Stoffe sich hinauszogen; nur gröbere Stoffe zurückblieben, die anfingen zu leuchten. Im Beginne der Hyperboreerzeit gliederte sich die heutige physische Sonne aus der Erde heraus. Dadurch wurde eine gewaltige Katastrophe hervorgerufen auf der Erde. Das allgemeine Leben wurde herausgezogen. Jetzt beginnt der Mensch, sich zweigeschlechtlich fortzupflanzen. Im Beginne der lemurischen Zeit, also während der dritten Wurzelrasse, traten die gröberen Stoffe aus der Erde heraus, die die Erde nicht mehr brauchen konnte. Das ist der physische Mond, der damals aus der Erde herausgesondert wird. Auch da fand wieder eine große Katastrophe auf der Erde statt. Nun bekamen alle [menschlichen] Wesen Eigenwärme. Bis dahin waren alle Menschen in einer An Lichtstadium. In der lemurischen Zeit kam als viertes Stadium das der Eigenwärme hinzu. Der Mensch war auf der Sonne ein tönendes, auf dem Monde ein leuchtendes und wurde auf der Erde ein eigenwarmes Wesen. Alle Tiere, die Eigenwärme haben, haben sich erst danach vom Menschen abgespalten. Erst durch die Eigenwärme konnte Karna in die Menschen einziehen. Nur die Menschen und Tiere mit Eigenwärme haben Karna. Der Fisch ist heute noch ein Schläfer, leidenschaftslos. Von der Mitte der lemurischen Zeit an wird der Mensch selbst innerlich warm, karnisch, leidenschaftlich. Früher wurde das Heranreifen des Menschen von außen bewirkt. Damals brütete die allgemeine Wärme den Menschen aus, die Wärme, die die Erde umgab. Diese hat der Mensch dann in sich aufgesogen. Darauf deutet die Prometheus-Mythe hin. Die Wärme wurde in den Menschen hineingebracht vom Himmel. Der Mensch wurde ein Feuerwesen. Damit erlangte er Leidenschaft, vorher besaß er keine Leidenschaft, keine Eigenwärme. Daher heißt es von der früheren Zeit: Der Geist Gottes brütete über dem Gewässer - Menschenseelen. Dies war die Wärme, die alles zum Reifen bringt. Jetzt ist der Mensch dagegen ein eigenwarmes Geschöpf. Diese Zustände hatte es früher noch nicht gegeben. Die früheren Zustände hatte der Mensch auf früheren Planeten gelernt. Diesen neuen Zu stand lernte er auf der Erde. Nun wurde die Erde sich selbst überlassen, nachdem sie Eigenwärme bekommen hatte. Aber große Führer waren da, die der Menschheit einen Ruck geben konnten. Solche Wesen studierten die Verhältnisse, die über die Zustände der Erde hinaus waren. Das waren die Manus, Führer, göttliche Wesen. Sie mussten einen Planeten studieren, von dem man lernen konnte, was die Erde noch brauchte. Der Planet war der Mars. Der Mars sieht für den Hellseher so aus, als ob Menschen schon auf ihm gewohnt hätten. Die abgelegten Kama-Hiillen findet man auf dem Mars. So wie eine Art Schlangenbalg, der liegengeblieben ist, sehen diese Kama-Hiillen aus. Es ist Karna, das fähig ist, mit dem Geiste befruchtet zu werden. Ein solches Stadium musste auf einem anderen Planeten studiert werden, auf dem die Wesen gerade so weit waren, dass sie dieses Stadium zurückgelassen hauen. Ein weiteres Stadium fanden die Manus auf dem Merkur; das Kama-Manas-Stadium. Dieses war erforderlich für die Erde. Das Kama-Stadium des Mars musste befruchtet werden mit dem Manas-Stadium des Merkur. Wiederholungen waren für die Erde das Saturn-, Sonnen- und Mondenstadium. Das Mars- und das Merkurstadium kamen neu hinzu. Das Einfließen der Merkurkräfte wird dargestellt durch den Schlangenstab des Merkur. Der Hermesstab stellt dar den Einschlag der Monade des Geistes. Der Hellseher zählt bei der Planetenentwicklung die Erde selbst nicht. Er sagt, sie sei Mars und Merkur zusammen. Die Erde hat noch drei Runden durchzumachen. Diese sind wichtig für die folgenden Planetenstadien. In der fünften Runde tritt sie ein in das Pflanzenreich. Sie lebt dann in einer Art Paradies, im Garten Eden. Dort wird das unterste Reich das Pflanzenreich sein. Alles, was der Mensch hervorbringt, wird dort eine Pflanze sein. Damit bereitet der Mensch das vor, was auf dem nächsten Planeten sein wird. Dieser nächste Planet wird esoterisch Jupiter genannt. Es ist der Jupiter, der aus der Erde entstehen wird. Die sechste Runde, das Tierreich, ist eine Vorbereitung für den sechsten Planeten, die Venus - so genannt wegen der Ähnlichkeit mit der Venus. Auf dem siebten Planeten, dem Vulkan, folgt die Vollendung. Kein bloß physisches Gehirn kann  den Zustand des letzten Planeten ausdenken. Nur für den Hellseher ergibt sich die Möglichkeit, über den Vulkan etwas zu wissen. Die großen Weisen haben diese Planetenentwicklung niedergeschrieben, und jeder kann sie lesen in den Wochentagen. Man fängt mit dem Sonnabend an: Saturntag, Sonntag, Montag, Marstag, Merkurtag, Jupitertag, Venustag und wieder Saturntag - Vulkan. Marstag und Merkurtag stehen zusammen für die Erde. Mars entspricht dem Gott Tin und Merkur dem Wotan der Deutschen - siehe Tacitus' Germania. Bei allen Völkern haben die Wochentage den Namen von der okkulten Entwicklung. Der Donnerstag, Jupitertag, stellt die Zukunft dar; daher ist er den Okkultisten besonders heilig. Für den Okkultisten würde der nächste Sonnabend immer der Vulkantag sein, der wieder mit dem Saturntag zusammenfällt. Die Zeiträume, die auf den Planeten durchlaufen werden, umfassen viele Millionen Jahre. Auf der Erde findet eine Wiederholung alles dessen statt, was schon dagewesen ist. Jede Vorstellung ist eine Wiederholung, jedes Kunstprodukt ist eine Wiederholung. Wiederholend ist das äußere, helle Tagesbewusstsein. Auf dem nächsten Planeten tritt ein psychischer Bewusstseinszustand ein. Der unterscheidet sich von dem jetzigen Zustand dadurch, dass der Mensch aus dem Zustand der Eigenwärme in einen leuchtenden Zustand eintritt, Eigenlicht entwickelt. Er wird da bewusst ein leuchtendes Wesen. Er kann dort bewusst leuchtende Farben hervorbringen. Er kann dort das Licht umgestalten zu leuchtender Imagination. In der fünften Runde des fünften Planeten wird der Mensch eine Leuchtform, ein Schein geworden sein. Heute kann der Hellseher im Astralraum leuchtende Formen hervorbringen; er nimmt dadurch den Zustand der fünften Runde des fünften Planeten voraus. Aber er muss mit Erdenkräften wirken. I...] Auf dem sechsten Planeten tritt das iiberpsychische Bewusstsein ein. Dieses ist magisch. Das geschaffene Lichtwesen bleibt. Dort hat der Mensch ein magisches Bewusstsein. Auf dem Vulkan wird er das Bewusstsein der siebten Stufe erreicht haben, er wird spirituell sein. Davon kann man nur in einer Zeichensprache reden, aber nicht in einer gewöhnlichen Sprache. Von der Erde ab sind die letzten Run den Vorbereitungen für die folgenden Planeten. Der tiefere Wesenskern im Menschen macht diese ganze Entwicklung durch. In dem Kugelwesen des Saturn war der Mensch schon als ein Punkt vorhanden. Ein Faden geht durch alle Bewusstseinszustände hindurch. Alle Stadien durchläuft der Mensch. Seit dem Marsstadium, seit der Mensch warmes Blut, Eigenwärme hat, tritt auch der Streit ein. Vorher war er ein friedliches Wesen, besaß keine Leidenschaft. In den niederen Tiergattungen mit kaltem Blut ist kein Streit - Kessler, ein russischer Naturforscher hat dies bestätigt. Der Faden, den man schon auf dem Saturn fand und der sich bis zum Vulkan hindurchzieht, nennt man das Pitri-Wesen. Im Kleinsten drückt sich das Größte aus. Als der Mensch Blut bekam, fing sein Astralkörper an, die Form anzunehmen, die er jetzt an sich trägt. Er entwickelte sich durch fünf Rassen in der lemurischen Zeit, ferner durch sieben in der atlantischen Zeit wie schon durch fünf in der arischen Zeit. In den Rassen findet wieder eine Wiederholung der früheren Zustände statt. Das religiöse Bewusstsein des alten indischen Volkes erkannte den Ein-Gott; dies ist der Keim zu allen späteren Religionen. Das war eine Wiederholung des polarischen Erdenstadiums. In der persischen Rasse finden wir eine Wiederholung des Hyperboreerstadiums und bei den Chaldäern und Ägyptern die Dreieinigkeit, eine Wiederholung der lemurischen Zeit mit Einschlag von Karna in der vierten Unterrasse des vierten Erdenstadiums. Kama-Manas tritt hinzu.  DIE APOKALYPSE DES JOHANNES II Köln, 19. März 1905 Das, was das Christentum der Welt geworden ist, bereitete sich lange vor. Der Kernspruch des Christentums ist <Sclig - von Seele erfüllt - sollen die Menschen sein, welche glauben, wenn sie auch nicht schauen.' Von einem religiösen Hauch war alles durchdrungen in den ältesten Zeiten. Wer etwas wissen sollte von den Geheimnissen der Welt, wurde vorbereitet zu seinem göttlichen Beruf in Mysterienschulen. Dort wurde er eingeführt in die Rätsel des Daseins. Dazu dienten auch die ägyptischen Geheimschulen. Da musste der, der eingeweiht werden sollte, vor allen Dingen im Leben eine gewisse Reife erlangt haben. Dann musste man sich ganz bestimmten Übungen unterziehen, welche den Menschen bereit machten, sich von dem Sinnlichen zu befreien, die Leidenschaften zu reinigen, sodass der Mensch nicht mehr klebte an den Anschauungen, die durch die Tore der Sinne kommen. Er musste sich davon frei machen und eine bestimmte Reife erlangen. Man bekam in den Mysterienschulen einen wissenschaftlichen, okkulten Unterricht. Darin wurde dem Schüler klar gemacht, wie der Geist sich ausgestaltet hat. Man dachte sich einen schlafenden Gott im Stein, dann einen Gott, der etwas mehr Bewusstsein hat in der Pflanze und so weiter. Der Weltengeist wachte dann vollends im Menschen auf. Alle Wissenschaften waren von diesen Anschauungen durchdrungen. Man wusste, wie sich der Mensch durch die Reiche hindurch entwickelt hat. Goethe hat das auch in der Entwicklung des Homunculus dargestellt. Alles, was in der Natur draußen ausgebreitet ist, ist gleichsam ein ausgebreiteter Mensch. Verwandt ist jedes einzelne Glied des Menschen mit etwas draußen in der Welt. Der Arzt im Sinne des Paracelsus hat den Zusammenhang zwischen einem Heilmittel und dem menschlichen Organismus erkannt; dass der Mensch verwandt gewesen ist mit irgendetwas in der Natur. Er sah die Gottheit in der Natur ausgebreitet und im Menschen  wieder zusammengefasst. Wenn der Mensch diese Erkenntnis erlangt hatte, wenn er bestimmte Übungen durchgemacht hatte, wurde er in einem völlig abgeschlossenen Raum in einen anderen Bewusstseinszustand gebracht. Da machte der Mensch einen ganz bestimmten Prozess durch, der dreieinhalb Tage dauerte. Er erlebte jetzt im Seelenraum in der Wirklichkeit, was er im Unterricht gelernt hatte, nämlich den Hervorgang des Florus aus Isis und Osiris. Der Gott stieg wirklich hinab auf die Erde, und indem er hinabstieg, wurde er in die Naturreiche ausgebreitet. Der Mensch lernte, sich dann als geistiges Wesen zu erfassen. Eine Grablegung, eine Auferstehung und eine Himmelfahrt erlebte der Schüler in allen religiösen Mysterien. Die tiefsinnigen Mythen, die sinnbildliche Darstellungen großer Weltenwahrheiten sind, sind nicht ausgeklügelt. Die germanischen Mythen zeigen auch im Einzelnen, in wunderbarer Weise anschaulich, was der Mysterienschiiler erlebt. Was von Wotan und so weiter erzählt wurde, waren sinnbildliche Erlebnisse in den Mysterien. Im Astralen erlebte der Mysterienschüler die Herabsteigung des Gottes, das Ausbreiten des Gottes, Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt. Das alles trägt sich im Astralraum immer zu. Es ist ein bekanntes Erlebnis in dem Astralraum. Das, was im Altertum die Mysten schauen konnten, sollten die Menschen im Christentum glauben, wenn sie auch nicht schauten. Das Christentum war eine mystische Tatsache. Was sich für den Mysterienschüler im Astralraum vollzogen hat, das hat auf dem physischen Plan als Menschenwerdung Christi stattgefunden. Vorausempfunden hatte der Mysterienschiiler dies alles. Das Physische ist nur eine Verdichtung dessen, was im Seelenraum geschieht. Jede äußerliche Handlung, welche in der physischen Welt geschieht, ist nur eine Verdichtung einer oft wiederholten Handlung im Astralraum. Dort finden vorher rhythmische Wiederholungen dessen statt, was physisch geschehen soll. Nichts geschieht im Physischen, was sich nicht im Astralraum vorher oft wiederholt hat. Das Physische ist ein Heraustreten auf den physischen Plan von  dem, was im Astralraum vorhergegangen war. Die Menschwerdung Christi war das physische Werden eines astralen Erlebnisses. Paulus war der Erste, der die Menschwerdung Gottes in sich erlebte, der sie innerlich erlebte. Für ihn wurde die Überzeugung lediglich aus dem Gang nach Damaskus geschöpft. Man konnte nach der Menschwerdung Christi auf dem physischen Plan Naturmystiker werden im Gegensatz zu dem Seelenmystiker des Altertums. Dadurch, dass Christus da war, ist etwas bewirkt worden, was vorher nicht da war. Mystiker wie die des Christentums waren vorher nicht da. Budhi, Gnade oder Gnosis, die zweite Fähigkeit der hÖheren Dreiheit, konnte man nur durch die Mysterien erlangen. Christus konnte nur aufleben im Innern durch den im Fleisch inkarnierten Logos. Die Mysterienschüler im Altertum nannte man Propheten. Sie erzählten ihre Erlebnisse aus dem Astralraum, die sich dort erst wiederholt abspielten, ehe sie physisch wurden. Alles, was heute Mysterium ist, wird Wirklichkeit in der Zukunft. Alles Geheime wird einmal offenbar werden. Die Erfüllung des alten Mysteriums ist die Menschwerdung Christi. Damit war die Möglichkeit gegeben, etwas Neues zu erzählen, was in der Zukunft geschehen soll, wenn die Zeit erfüllt ist. Die Menschen haben sich in dieser Runde durch mehrere Wurzelrassen entwickelt, sie stehen jetzt in der fünften Wurzelrasse. In ihr soll die Verstandesenrwicklung vor sich gehen. Die vorhergehende Wurzelrasse war die atlantische, die auf dem untergegangenen Kontinent Atlantis lebte. Sie hatte noch nicht unseren denkenden Verstand, sie hatte noch ein [intuitives] Anschauungsvermögen. Das geistige Leben im Innern im Sinne des materiellen Zeitalters nennt man in der okkulten Sprache ein <versiegeltes Büch>. Man hat die Möglichkeit, das Innere zu verbergen. Ein Löwe, ein Fisch werden ihren Charakter offen zur Schau tragen; der Mensch tut das aber jetzt nicht. Seitdem er die äußeren Eindrücke mit seinen Leidenschaften verarbeitet, ist er ein versiegeltes Buch. Das beginnt mit der fünften Wurzelrasse. Zuerst beginnt das in der indischen Kultur. In den Veden haben wir noch einen schwachen Abglanz dieser alten  indischen Kultur. Die zweite Kultur war die persische, die dritte die ägyptisch-babylonisch-assyrische, namentlich aber die alten Semiten. Das Judentum ist ein Hauptausdruck derselben. Die vierte Kultur ist die, welche etwa um Achthundert vor Christus beginnt, die Verwandtschaft besitzt mit der Druidenkultur und mit der keltischen. Innerhalb der vierten Unterrasse wird das Christentum gegründet. In einem geistvollen Mythus wird die Überwindung der dritten Unterrasse durch die vierte Unterrasse ausgedrückt im trojanischen Krieg. Homer war ein Mystiker, ein <blinder Seher> - das ist der ständige Ausdruck der Mystiker, womit man den Seher bezeichnete. Es ist der trojanische Krieg die äußere, sinnbildliche Ausgestaltung der Ablösung der dritten Unterrasse durch die vierte Unterrasse, die Ablösung der Priesterkultur durch die Könige. Erst in der vierten Unterrasse kam der kombinierende Verstand ganz zur Ausbildung. Das, womit der Mensch in der vierten Unterrasse die dritte Unterrasse überwunden hat, ist der kombinierende Verstand, die Schlauheit des Odysseus. Das Pferd ist das Sinnbild für den Verstand. Es ist auch das Symbol für eine jegliche Unterrasse innerhalb der fünften Wurzelrasse. Das, was in den vier ersten Unterrassen versiegelt worden ist, das ist der Verstand in der verschiedensten Gestalt. Durch das Christentum wird der Verstand verinnerlicht, spiritualisiert. Die Mission des Christentums wird sich erst in der sechsten Unterrasse erfüllen. Diese Mission wird vorhergesagt, die Menschen werden in der sechsten Unterrasse sich so entwickelt haben, dass das entsiegelt sein wird, was jetzt im Menschen verborgen ist. Die Siegel werden allmählich fallen durch das mystische Lamm am Throne Gottes. Während der sechsten Unterrasse werden sechs Siegel gelöst. Dadurch wird dargestellt, wie der Verstand nach und nach herauskommt. Das erste Siegel: ein weißes Pferd erscheint. Das ist, was geschah mit der ersten Unterrasse, die auszog, um Gegenden Asiens zu bevölkern, mit der ersten weltlichen Kultur. Die LÖsung des zweiten Siegels bedeutet die ganze Kultur der zweiten Wurzelrasse, die sich auf den Krieg stützt. Der Okkultismus sieht diese Zustände nicht als vergangen an. Wir haben auch heute neben den anderen Kulturen  noch die Kultur der zweiten Unterrasse, das rote Pferd. Dies ist auch ein verhüllter Verstandesstandpunkt. Beim dritten Siegel erscheint das schwarze Pferd, das Symbol der dritten Unterrasse - bei der das Gesetz, die Gerechtigkeit zum Ausdruck kommt. Paulus schreibt über dieses Gesetz im Gegensatz zur Gnade. Der Gott der dritten Unterrasse war ein Gott der Gerechtigkeit. Der Reiter auf dem schwarzen Pferd hält die Waage in der Hand als Symbol dafür. Das vierte Pferd, ein fahles Pferd, bedeutet das Ersterben der niederen Natuq das Begreifen dessen, was das höhere Leben ist. Beim fünften Siegel beginnt das höhere Leben. Da erscheint nicht wieder ein Pferd. Das weiße Gewand der Seelen ist die äußere Hülle, die sie bekommen, wenn das Innere erweckt ist. Das sechste Siegel ist das letzte, das eröffnet werden kann. In der fünften atlantischen Unterrasse waren es die Ursemiten, welche auszogen und die Unterrasse der fünften Wurzelrasse gründen sollten. In allen Unterrassen der fünften Wurzelrasse ist ein Einschlag dieser Ursemiten. In der siebenten Unterrasse wird der Mensch Christum nicht nur mystisch fühlen, sondern erkennen. Diese Erkenntnis wird dargestellt durch geistiges Tönen. Der Geistesmensch wird dann imstande sein durch Initiation das innere Wort zu vernehmen, das eine Vorahnung des Hellhörens ist. Das wird durch die Posaunen ausgedrückt. Die sieben Unterrassen der sechsten Wurzelrasse werden angedeutet durch das Hinaustönen in die Welt durch die Posaunen der Engel. Die sechste Wurzelrasse ist ein Gegenbild der lemurischen Wurzelrasse. Darin hört das individuelle Karma wieder auf. Es tritt ein hÖherer Zustand auf. Dann erlangt der Mensch selbstbewusst, was er vorher in einem traumhaften Zustand durchgemacht hat. - In der sechsten Wurzelrasse kommt die Entscheidung. Der Eine vereinigt sich ganz mit dem Materiellen, der Andere ganz mit dem Geistigen. Der Engel des Abgrunds zieht den Menschen hinunter, der sich belastet mit der Verwandtschaft mit der Materie. Der Mensch hat die Verwandtschaft mit dem Materiellen so groß gemacht, dass er davon hinabgezogen wird. Die Abgliederung von Sonne, Erde und Mond entwickelt sich  umgekehrt in der sechsten Unterrasse. Die beiden, Sonne und Mond, werden dargestellt als die zwei Zeugen irdischer Entwicklung. Mit der siebenten Wurzelrasse geht die Erde über in den astralen Zustand. Dies schildert die Apokalypse. Alles wird herausgeboren in dem astralen Globus. Dann wird alles auf der Erde aufstrahlen und wird sich seelenhaft herausleben. Sonne und Mond heben sich dann seelenhaft heraus. Das ist das Weib, mit der Sonne bekleidet und der Mond zu ihren Füßen. Sie trägt in ihrem Körper den Zustand, den die Erde durchmachen wird. Der Astralkörper entwickelt sich heraus aus dem Menschentier. Das Tier mit sieben Häuptern ist das, was von den sieben Rassen zurückgeblieben ist. Die sieben Teile sind die sieben Teile des Menschen, und die drei sind die verborgenen höheren Teile, die Logoi. Das zweihörnige Tier: Das Horn bedeutet immer einen Globus. Die sieben Globen sind sieben Hörner. Die Erde stellt zwei solche Globen für den Okkultisten dar. Mars und Merkur bilden für ihn zusammen die Erde. Die Erde ist im astralen Mars und Merkur das zweihörnige Tier. Die Globen setzt der Okkultist auf die Hunderterstellen. Auf die Einerstellen setzt er die Unterrassen, auf die Zehnerstellen die Wurzelrassen, auf die Hunderterstellen den Globus. Bei der sechsten Unterrasse der sechsten Wurzelrasse auf dem mentalen Globus, dem sechsten, macht Johannes Halt. Er sagt, wo das Menschentier angelangt ist, nämlich bei der Weisheit, die Zahl 666. Was sich nun durch ein Manvantara hindurch entwickelt, nennt der Apokalyptiker eine neue Erde, ein neues Jerusalem. Das alte nennt er Babylon. Das ist das, was bei der ganzen Runde das Hauptsächliche war: Kama-Manas, das Charakteristische für die ganze vierte Erdenrunde. Babylon ist in der fünften Runde überwunden, Karna ist dann überwunden. In der fünften Runde ist das Ergebnis des Karma zu sehen. Die Menschen werden auf dem Antlitz tragen, was sich in ihnen ausgebildet hat. Die meisten erreichen dann in ihrer Entwicklung, dass sie ihr Karma geregelt haben; aber die sich zu egoistischen Zwecken höhere Erkenntnisse angeeignet haben, werden ausgeschieden aus  der Entwicklung. Sie kommen in die achte Sphäre. In die werden diejenigen verfallen, die sich selbst aus Egoismus ausscheiden. Während der fünften Runde kann die Ausscheidung noch nicht vollständig geschehen. Von dem Manichäischen geht das Erkennende aus. Aber Schaffendes, Bleibendes kann nur aus dem Budhi-Element hervorgehen. Während der fünften Runde entscheidet sich, was abgetrennt wird. Aber während der sechsten Runde geht die völlige Trennung vor sich. Erst in der budhischen Entwicklung der sechsten Runde geht dies vor sich. Das Loslösen des Bösen von der Erde wird in Kap. 17, Vers 10 der Apokalypse beschrieben. Fünf sind gefallen, eine ist - die sechste Runde - und eine wird kommen - die siebente Runde. Das Tier, das gewesen ist, geht ins Verderben; es ist das Absondern des Bösen in die achte Sphäre.  NOVALIS' DICHTUNG «HEINRICH VON OFTERDINGEN» Köln, 26. April 1905 Werfen wir einen Blick auf das kurze Leben des Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis. Novalis ist mehr eine Erinnerung an ein früheres Leben als ein Leben selbst, eine feine Persönlichkeit, eine Individualität, die von Anfang an die tief innigste Geistigkeit als Anlage in sich hatte. Man ist immer wieder erstaunt, wie Novalis die höchste Intellektualität, das schärfste Denken mit einer wunderbaren Spiritualität verbindet. Er war ausgebildeter Bergbautechniker, der Mathematik und die physikalischen Fächer vollständig beherrschte, der das mathematische Denken mit einer feinen, zarten und doch feurigen, äthergleichen Geistigkeit verband, der dieses harmonisch darlebte in einer Weise, für die vielleicht kein zweites Beispiel im Leben zu finden ist. Man muss nachfühlen können, was in Novalis' Aussprüchen, in seinen Fragmenten enthalten ist, um zu bemerken, wie tief er in das innere Gefüge der Welt eingedrungen ist. Man muss auch nachfühlen können seinen Enthusiasmus für die Mathematik. Sie ist ihm ein großes Gedicht, das in die Weltengeheimnisse einführt. Der Mensch sinnt nach über die Zusammenhänge von Raum und Zeit. Wenn er sich erfüllen kann mit der Harmonie der Sterne, die nach ewigen Gesetzen um die Sonne kreisen, mit den Formkräften, die innerhalb der Erde wirken in Erzadern, Kristallbildungen und so weiter, dann kann er das lebendige Wesen der Welt empfinden. Novalis ist erfüllt von einem wahren Enthusiasmus für die Mathematik. Er nennt die Mathematik, die solche Wege des Verstehens weisen kann, eine erhabene Religion. Wunderbar ist es, wie er diese scheinbar trockene Wissenschaft mit inbrünstiger Verehrung zu umfassen vermag. Die Sinnenwelt war für ihn nur als Spiegelung ewig lebendiger geistiger Tatsachen vorhanden, die in Naturgesetzen sich der irdischen Wahrnehmung offenbaren.  Novalis fasste eine tiefe Liebe zu einem dreizehnjährigen Mädchen, welches bald nach der Verlobung starb. Die Erschütterung, die er durchlebte, war eine ungeheure. Sie öffnete ihm die Tore zur geistigen Welt. Novalis spricht mit der Verstorbenen wie mit einer Lebenden; sein eigenes weiteres Leben nannte er ein ·Ihr-Nachstcrbenn Sie ist ihm immer gegenwärtig. [Die Freundschaft, die ihn später mit einem anderen Mädchen verbindet, kann eine übersinnliche genannt werden. Sie ist ihm wie ein Sinnbild für das geistige Wesen, das darüber schwebt und mit dem er ganz zusammenfließt.] Es war in ihm eine Kraft der Spiritualität, die beispiellos dasteht in der neuen Zeit. Novalis war in früheren Leben durch tiefe Einweihungen geschritten. So trat er in dieses Leben mit der Anlage zu einer wahren, realen Erfassung des Weltgeschehens. Wie ein [Meteor] erschien er am geistigen Himmel, überall Geist ausstreuend in einer Weise, wie sie nur selten in den Kundgebungen der neueren Geister zu finden ist. Zwei Pole umfassten die frische, jugendliche Natur des Novalis: eine große Intellektualität und eine tiefe Spiritualität. Der ganze Reichtum seines mannigfaltigen gestaltenden Denkens floss ihm zusammen zu einer umfassenden Allheitsempfindung, die in einem göttlichen Urgrund ihren Lebensquell hatte. Er empfand überall den Urgrund als den Geist. Dieses Bewusstsein nannte Novalis <Mägic'. Die schaffende, schöpferische Phantasie, das Fühlen der Seele war ihm eine Nachbildung des großen Weltenfühlens; sie wurde ihm zum magischen Idcalisniusn Er erlebte sein Ich als verwandt mit dem Ich aller anderen Wesen, und alle Wesen empfand er als untereinander verwandt. So verschmolz Novalis mit dem geistigen Weben und Leben der Natur. In den «Lehrlingen zu Sais» findet man die Geschichte des Jünglings <Hyäziiith>, der ein inniges Verhältnis zu den Wesen der Natur hat. Ein herzlicher Freundschaftsbund besteht zwischen ihm und dem Mädchen <RoscOliitc>. Die Tiere des Wäldes, die Blumen des Feldes sind ihm Genossen seiner Geheimnisse. Es wird erzählt, wie er einem Mann mit einem langen Bart begegnet, der ein Buch hat, aus dem Hyazinth viel lernt. Nun treibt es ihn, das zu suchen, was  das innerste Wesen des Menschen ausmacht. Dieses, was der Mensch suchen muss, nannte Novalis <dic blaue Blumen Es ist das Aufsuchen des höheren Selbst im Menschen. Wir finden dieses bedeutsame Symbol auch in der orientalischen Mystik als die Lotosblume. Sie ist ein Symbol für das höhere Ich, des keuschen, geläuterten Menschentums, in dem das Ich sich entfalten kann. Noch ist es wie von Blumenblättern umschlossen - später wird es Früchte und Samen bringen. Novalis hatte sich ein solches Wissen aus seinen früheren Inkarnationen mitgebracht. Es wird uns nun erzählt, wie Hyazinth nach dem Lande der Geheimnisse wandert, immer suchend, bis er eine verschleierte Gestalt findet. Als er den Schleier hinwegzieht, erblickt er <Rosenblijtchen>. In Novalis' «Flymnen an die Nacht» ist sein Erleben der kosmisch-menschlichen Einheit lyrisch zum Ausdruck gekommen. So auch in den <Gcistlich«i Liedern·, diesem erschütternden Dokument der Verschmelzung mit dem Christus. Alles, was er der Welt hat sagen wollen, hat Novalis angelegt in dem Roman Aleinrich von Ofterdingem. Er starb aber darüber, bevor er ihn vollenden konnte. Was er auszuführen beabsichtigte, wollen wir uns vor die Seele führen. Wir werden in die Zeit des Wartburg-Sängerkrieges versetzt, in der Heinrich jung war. Doch führt uns der Gang der Ereignisse hinüber aus der Gegenwartswelt in eine Märchenwelt. Zurückversetzen müssen wir uns in die Zeit, da die Gegend des atlantischen Ozeans noch Land war. Ein reges Leben gab es einst dort, Menschen, deren Treiben in der Tat den jetzigen Menschen wie ein Märchen vorkommen würde. Es war ein Land, auf dem Regen und Sonnenschein nicht so verteilt waren, wie sie es jetzt sind. Die Sonne war von Nebeln verdeckt, die Luft wässrig. Nicht umsonst haben die nordischen Sagen die Atlantis ·Niflheim>, das heißt Nebelheim, genannt. Es gab dort keine Scheidung von Regen und Sonnenschein, sondern nur einen allmählichen Übergang von Wasser zur Luft. Ein Regenbogen wäre dort nicht möglich gewesen. Die Geschehnisse jener alten Zeiten sind erhalten in den Sagen über die Sintflut, die Arche, den Regenbogen, und man steht staunend vor den unendlich tiefen Wahrheiten, die in  den alten religiösen Urkunden enthalten sind. Zunächst sieht man in der biblischen Erzählung des Regenbogens ein Sinnbild. Aber wir stehen hier vor einer Tatsache: Ein Regenbogen wäre in der alten Atlantis noch nicht möglich gewesen. Es ist einer jener heiligen Momente, die den okkulten Forscher überwältigen, wenn er sich im Schauen zurückversetzt in diese älteren Zeiten. In dieses alte Reich, von dem man wirklich als von einem Märchenreich sprechen kann, blickte Novalis Seherauge hinein. Der Mensch hatte damals noch nicht seinen klügelnden Verstand; er lebte das Leben der Natur mit. Er baute sich sein Haus in der Weise, dass es herauswuchs aus den Felsen und Pflanzen. Es gab damals noch keine Mythen. Was sind denn die Mythen, die sich unsere Völker erzählen? Die Gabe, Welten in der Dichtung herauszugestalten, ist erst unserer nachatlantischen Rasse eigen; die atlantische hatte sie nicht. Aber die Atlantier hatten noch die Gabe, Pflanzen zur Verwandlung zu bringen, sogar Tiere und Menschen. Die Verwandlungskünste der Circe in der Odyssee deuten hin auf solche Verwandlungskräfte der Menschen. Alles, was der Mensch aus seinem Innern als Mythe hervorbringt, hatten die Menschen auf der Atlantis erlebt und mit eigenen Augen gesehen. Die großen Dichter unserer Zeit haben die Bilder ihrer Dichtungen von dem erhalten, was sie auf der Atlantis selbst gesehen hatten. Novalis verwebt seine eigenen Erinnerungen mit der Geschichte des Meinrich von Ofterdingem und lässt in seinen Erzählungen die alte Atlantis aufleben. Dann führt er uns in neuere Zeiten hinein, in die Zeit der Städtegründungen. Diese Zeit bringt mit sich das Heraufkommen des Bürgertums und die materielle Kultur. Mit dem Entstehen des Bürgertums ist die äußere, materielle Kultur verknüpft. Da wird das, was vorher Dichtung war, zu etwas anderem. Der Ursprung unserer Dichtung weist hin auf die Mysterien. Wir müssen uns in die Zeit versetzen, wo heilige Mysterien der Inspirationsquell waren für die Dichtungen eines Homer oder Aischylos und Sophokles, wo uralte Kultur die Grundlage gelegt hat für das, was in Homer und Aischylos als geistige Kraft wirkte. Da wurden die Gereinigten erst nach langen Prüfungen zu den höheren Mys terien zugelassen, den Urmysterien, die im Übersinnlichen, in der Astralwelt verliefen. Aber es gab einen Abglanz davon in späterer Zeit zum Beispiel in den Eleusinien. Da wurde das sogenannte Urdrama gegeben. Es wurde dargestellt, wie Gott, die Weltenseele, in die Materie hinabgestiegen ist und wie der herabsteigende, leidende und auferstehende Gott Wege der ErlÖsung weist. Es war der Chor, welcher in dem alten griechischen Mysteriendrama wie in einem Echo die Sprache des kosmischen Geschehens wiedergab. Bei Aischylos erleben wir den Übergang des alten heiligen Urdramas in das weltliche Drama. Es erblüht aus einem Zweige, der aus dem Mysterienwesen herausgewachsen ist. Der andere Zweig war die Philosophie, und der dritte Zweig war die Religion. In den Mysterienstätten besaßen die Alten die Einheit von Religion, Dichtung und Wissenschaft. Es wurde dort die Wissenschaft anschaulich vorgeführt. Als drei Zweige aus einer Wurzel wirkten diese Gebiete neben- und ineinander. Erst später gingen sie auseinander. Diese Trennung der drei Gebiete war notwendig, damit jedes in seiner Art vollkommen werden konnte. So mussten sie denn eine Zeit lang auseinanderstrebende Wege gehen. Große Geister suchen das wieder zu vereinigen, was sich in dieser Weise hat trennen müssen. Daher finden wir das Streben nach Vereinigung der Künste in solchen Erscheinungen wie zum Beispiel in dem musikalischen Drama von Bayreuth. Es liegt das Bestreben vor, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das wieder die drei Gebiete des Geisteslebens auf Erden umfasst. Poesie ist aus der Wahrheit hervorgegangen. Ursprünglich war die Dichtung nichts anderes als das Kleid der Wahrheit. Novalis blickt auf die Urzeit zurück, in der die Dichter in ihren Werken einen Ausdruck der höchsten Wahrheit zu prägen trachteten. Richten wir unseren Blick auf die Urdichtungen der Menschheit, so finden wir in ihnen in der Tat diesen Ausdruck. In Atlantis war der Mensch noch mit der Natur, mit seinem Gott verwandt, und die Mysterien gaben Darstellungen der so erlebten Realität. Später lebten Erinnerungen an diese Zeiten in den Mythen auf. Diese Erinnerungen waren für Novalis etwas Heiliges, Wirkliches. Er sagte sich: In der Zukunft wird wieder Wirklichkeit werden, was die Menschen noch als Erin nerung verborgen in sich tragen. Was wir aus unserer Imagination als Dichter schaffen und damit zum Bewusstsein bringen werden, das wird einmal Tatsache werden. Es wächst die gegenwärtige Welt zu einer neuen geistigen Wirklichkeit heran. Dadurch, dass die Menschen die Keime der Dichtung in das materielle Leben hineintragen, wächst auch aus dem materiellen Leben etwas ganz Besonderes hervor. Die Führerin auf dem Wege zu diesem Neuen ist ihm ·Sophia·, die Weisheit. In die Zeit der aufgehenden Städtekultur versetzt Novalis die Geschehnisse seiner Handlung, in jene Zeit, wo das äußere Leben beginnt, materiell zu werden, wo es übergeht in das bürgerliche Element des physischen Planes. Die Träger der Zukunft sind für ihn die Dichter. In die materielle Kultur wird der Same der Dichtung gelegt. Novalis lässt den Heinrich von Ofterdingen eine Art Seher sein. Er träumt von der blauen Blume, Träume, die nicht wie andere Träume sind, sondern eine Abspiegelung der geistigen Wirklichkeit. Er lässt ihn Verschiedenes erleben: Sagen und historische Ereignisse werden lebendig, so zum Beispiel leuchtet die Zeit der Kreuzzüge herein, das Spirituelle, das aus dem Orient nach Europa hereinfloss, in der Schilderung der Gefangenen auf dem Schloss. Das Wichtigste für Heinrich ist die Begegnung mit einem Bergmann, der fast sein ganzes Leben unter der Erde zugebracht hat. Es wird geschildert, was man empfinden kann, wenn man so in den Schächten unter der Erde arbeitet. Die Sterne des Himmels leuchten ihm entgegen wie die Zukunft. In den Tiefen der Erde findet er gleichsam seine Vergangenheit. Die Metalle sind dem Menschen wundersam verwandt. Was im Laufe der Jahrtausende sich da unten entwickelt hat, das Geheimnis der göttlichen Weltordnung, bringt der Bergmann mit, drängt sich dem Bergmann entgegen. Die Selbstlosigkeit in der Arbeit wird uns vor Augen geführt, wenn beschrieben wird, wie das Gold zum Vorschein gebracht wird. Den Bergmann interessiert nur, wie das Gold aus der Erde hervorkommt: Darin erkennt er die schaffende Gottheit. Es ist eine schÖne, moralische Schilderung des selbstlosen Interesses an dem, was sonst die Selbstsucht der Menschen entflammt. Der Bergmann, der immer im  Finstern wirkt, hat erst die rechte Vorstellung von der Großartigkeit des Lichts. Heinrich macht dann die Bekanntschaft mit dem alten Einsiedler in der Höhle. Dieser hat eine reiche Lebenserfahrung hinter sich und trägt sie in ein Buch ein. Er spricht davon, dass nur der ein wirklicher Geschichtsschreiber isc der in allem Vergänglichen ein Gleichnis des Unvergänglichen sieht. Diese Begegnung vertieft wieder die Erfahrungen Heinrichs. Dann lernt Heinrich in Augsburg den Meister Klingsor kennen, der ein Seher ist. In einem Märchen vernehmen wir von ihm, was die Zukunft der ganzen Menschheit sein wird: Eine höhere Welt wird herausgeboren werden aus dieser Welt. Ein dichterischer Zauber liegt in der Erzählung der Liebe des Jünglings zu Mathilde, die sich später wieder als Cyane entpuppt - ein Hinweis darauf, dass das Vergängliche ein Sinnbild des Unvergänglichen ist. Er weiß, dass aus dem, was jetzt harte, steinerne Gegenwartswirklichkeit ist, in Zukunft eine andere Welt herauswachsen wird. Dann wird das Aufgehen in der astralischen Welt geschildert: Das Land Astralis versinnbildlicht uns die Evolution, die Entwicklung. Die Dichtung wird zu einer magischen Kraft, die die Menschen umgestaltet. Novalis glaubt an die zauberische Kraft der Phantasie, da, wo sie nicht zügellos dahinflutet, sondern sich unter die Führung der Sophia stellt und die ganze Welt mit der Kraft des schöpferischen Eros durchdringt. Einen wiederverkörperten Pythagoreer dürfen wir in Novalis sehen.  YOGA UND UNIO MYSTICA Köln, 27. April 1905 . Yoga heißt das Anstreben der Vereinigung mit dem Urquell der göttlichen Wahrheit. Derjenige, der das anstrebt, ist ein Yogi. Ein Yogi muss eine bestimmte Lebensweise führen; dadurch sucht er, in sich den Quell der Wahrheit zu öffnen. Gewisse Dinge, die ein Yogi anstreben muss, sind in unserem [abendländischen] Leben nicht auszuführen. Deshalb sind aber diese Dinge doch wahr. Manchmal ist das Verzichtleisten besser als das Nichtverzichtleisten auf die Entwicklung. Zum Beispiel bringt jedes Töten den Menschen in der Entwicklung zurück. Der Hindu hält so etwas streng ein. Er würde zum Beispiel Ungeziefer nicht töten. Innerhalb unseres abendländischen Lebens kann man aber eine solche Regel nicht einhalten, wenn sie auch richtig bleibt. Der Mensch erreicht die Vereinigung mit dem Urquell der göttlichen Wahrheit dadurch, dass er seine drei Körper immer mehr reinigt. Im christlichen Mysterium sagt sich der Myste: Ich soll erreichen die Vereinigung- die Unio - mit dem Heiligen Geist, dem Wort oder dem Sohn und dem Vater: Das wird erreicht durch Reinigung des astralischen Körpers, des Ätherkörpers und des physischen Körpers. Wenn der astrale Körper gereinigt ist, dann kann der Mensch sich vereinigen mit dem Heiligen Geist. Wenn wir uns Gedanken über die Welt bilden wollen, so müssen Gedanken darinnen sein. Die ganze Welt muss den Plan in sich tragen, den man nachher denkt. Der [schaffende] Weltgedanke heißt bei den Freimaurern der ·Große Baumeister· und bei den Christen der ·Heilige Geist·. Wenn man die Welt anschaut, findet man Weisheit. Die ganze Welt, bis in jede Einzelheit, ist durch diese Weisheit aufgebaut. So ist zum Beispiel ein Knochen aus unendlich feinem Gebälk so weise [gebaut], dass kein Ingenieur es nachdenken könnte. Überall findet man den weisheitsvollen Gehalt der Welt, den wir herausholen im alltäglichen Denken und in der Wissenschaft.  Der gewöhnliche Mensch bedenkt nicht, sein Handeln so einzurichten, dass es in den Weltenplan hineinpasst. Der Yogaschiiler verwandelt seine Triebe; er folgt bewusst den logischen Gesetzen. Dadurch arbeitet sein Astralkörper nicht mehr in sein Ich hinein, sondern sein Ich durchleuchtet seinen Astralkörper. Auf diese Weise erlangt er die Katharsis. Dann wird er eins mit der göttlichen Weisheit; das ist die Unio mit dem göttlichen Geist. Unser Astralisches vereinigt sich dann mit dem Geiste der Welt. Das ist nur stufenweise zu erreichen, indem der Mensch bestimmte Meditationen durchmacht. Er versucht, in seinem Innern zu leben, dadurch dass er sich in einer bestimmten Weise nach Anweisungen Erfahrener bestimmten Übungen hingibt. Die Religionen streben an, den Menschen mit Gedanken auszufüllen, die von Raum und Zeit unabhängig sind. Unsere alltäglichen Gedanken sind zum großen Teil hervorgebracht durch die Umgebung in Raum und Zeit. Man überlege nur einmal, wie viele von unseren Gedanken entstanden sind dadurch, dass wir zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Verhältnissen, an einem bestimmten Orte, in einer bestimmten Umgebung leben. Die Unio mit dem Heiligen Geiste oder dem Weltenbaumeister ist die erste Stufe des Yoga, die unseren Triebmenschen zu einem Tugendmenschen macht. Der Mensch prägt dann in seinem Handeln der Welt das Ewige ein, wenn er sich regelmäßig, seien es auch nur wenige Minuten am Tage, mit Ewigkeitsgedanken befasst. Wenn auch die Handlungen äußerlich gleich aussehen bei Meditierenden und Nichtmeditierenden, so wirkt alles, was von einem Meditierenden ausgeht, ganz anders, weil vom allgemeinen Weltengeist etwas in seine Handlungen einfließt. Auch der Ätherkörper muss umgewandelt werden. Er wird während der Umwandlung des AstralkÖrpers auch nebenher schon bearbeitet. Der astralische Leib kann durch große, ideale Gefühle, durch Versenkung in große Wahrheiten umgewandelt werden; das geht aber nicht über das Seelische hinaus. Aber das Arbeiten an dem Ätherleib geht über das Seelische hinaus. [Um das zu erreichen,] muss der Mensch diejenigen Dinge studieren, die mit seiner äußeren Natur  zusammenhängen, zum Beispiel die Temperamente. Gewöhnlich herrscht eines der Temperamente beim Menschen vor. Der Melancholiker lässt wenig von außen auf sich wirken, hängt aber diesen Wirkungen sehr nach. Der Phlegmatiker lässt auch wenig auf sich einwirken, er hängt aber diesen Wirkungen nicht sehr nach. Bei dem Choleriker findet eine starke Einwirkung [von außen] statt und auch eine starke Nachwirkung. Bei dem Sanguiniker sieht man gleichfalls starke Eindrücke, aber keine Nachwirkungen. Nur wenn man sich in dieser Weise richtig erkennt, kann man eingreifen in seine Temperamenten-Ausbildung. Der Yogi muss Harmonie in die vier Temperamente bringen. Das greift schon hinunter in den Ätherkörper. Viel hat derjenige erreicht, der zum Beispiel imstande ist, durch Selbsterziehung seine Aufmerksamkeit zu zügeln. Viel hat der erreicht, der aus einem jähzornigen Menschen ein besonnener Mensch geworden ist. [Gewöhnlich gibt der Mensch die Temperamentsanlagen, die er mitbrachte, auch beim Tode wieder ab]. Man muss sich vertiefen in die Art, wie die Temperamente wirken. Der Yogi studiert sie und macht auch die Anwendung. Er ist fort und fort darauf bedacht, die fehlenden Seiten seines Wesens zur Ausbildung zu bringen. Hat man es dazu gebracht, sein Temperament zu ändern, so hat man viel erreicht. Wenn aus einem Stürmer ein harmonischer Mensch geworden ist in einem Leben, so ist das viel bedeutsamer, als wenn ein Mensch sein ganzes Leben harmonisch war. Mit jeder Änderung der Lebensweise legt sich der Mensch ein Stück Lebenskraft zu. Mancher hält es nicht aus, an dem Temperament zu arbeiten. Hält er es aber aus, so gewinnt er an Lebenskraft; er wird zu gleicher Zeit jünger. Das geht auch so mit dem Physischen, wenn er seine Lebensweise ändert. Wenn er es aushält, wenn er mehrmals mit Erfolg mit sich eine solch gründliche Veränderung machen kann, dann wird er auch an Jahren sich zulegen, er wird dann jünger. Es ist dieses Eingreifen in das Innere ein wirklicher Verjüngungsprozess. Der Ätherleib ist der Träger des Lebens, [und wenn der menschliche Geist in diesen Ätherkib hineinarbeitet, führt er ihm geistige Kräfte, Verjiingungskräfte zu].  Der Yogi muss die Lebensfunktionen zu geregelten machen; er muss das tun, was die Evolution fordert. Wer verstehen will, wie er sich als Yogi zu ernähren hat, der muss ein wenig die Zusammenhänge mit der Natur berücksichtigen. [Auch in seiner Nahrung muss er den Zusammenhang des Menschenkörpers mit der Natur berücksichtigen.] Wir können in der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit verschiedene Strömungen beobachten. In der Zeit von Augustinus bis Calvin hat das innere Leben im Christentum eine große Vertiefung erlangt in der Mystik. Die äußere Wissenschaft stand dagegen still. Es war damals eine Involution der Wissenschaft und eine Evolution des mystischen Lebens. Dann, von Kopernikus an, begann eine Involution des mystischen Lebens und eine Evolution der Wissenschaft. Jetzt hat wieder eine Evolution des mystischen Lebens begonnen. So pendelt das Leben hin und her. Solche Stauungen und Vorwärtsbewegungen hat der Mensch in seiner Evolution durchgemacht. Die erste große Stauung war bei dem Eintritt des Menschen in das Saturn-Dasein. Er kam von einer anderen Entwicklung da hinein. Er hätte ohne das eine einseitige hohe Entwicklung durchmachen können, aber er hätte nicht zur Erde gelangen können. Das SonnenDasein ist dann ein Fortschritt der Entwicklung; das Mond-Dasein ist eine Stauung. Das Erden-Dasein ist ein Equilibrium. Auf dem Saturn war der Mensch ein mineralisches Wesen; das war eine Stauung. Auf der Sonne war er pflanzlich; das war eine Förderung. Auf dem Monde trat wieder eine Stauung ein und auf der Erde das Gleichgewicht. Don muss der Mensch selbst wählen, ob er in der Stauung bleiben will oder ob er sich zu neuen Daseinsstufen weiterentwickeln will. Alles, was tierisch ist, was auf der Mondwelle entstanden ist, bedeutet eine Rückentwicklung. Alles, was auf der Sonne ist, fördert den Fortschritt. Daher ist es so, dass die Pflanzennahrung fördernd wirkt. In der tierischen Nahrung dagegen befindet sich hemmende Mondenkraft. Dadurch bringt der Mensch sich selbst zurück. Zunächst haben wir bei der Entwicklung der Erde den Menschen so, dass er zuerst auf der Erde die früheren Zustände wiederholt. Es  ist ein großer Unterschied zwischen dem, was im Tierreich warmblütig ist, und dem, was kaltblütig ist. Tiere mit warmem Blut entstehen dadurch, dass von innen heraus Karna wirkt. Die Leidenschaft, das Karna, bringt das warme Blut hervor. Bei den Fischen [als Beispiel für die Kaltblüter] dagegen wirkt Karna als Weltenkama von außen. Das Fischei wird von der Sonne ausgebrütet. So ist es bei allen kaltblütigen Tieren. Die warmblütigen Tiere sind dem Menschen am verwandtesten. Für den, welcher anstrebt, sein Karna zu reinigen, ist es eine gute Übung, wenn er sich alles warmblütigen Tieres enthält. Isst er ein Stück Fleisch, so isst er das ganze Tier. Ungeteilt sitzt das Karna des Tieres in jedem einzelnen Stück Fleisch. Bevor der Mensch auf der Stufe war, warmblütig zu werden, hat er von außen den Körper erwärmt. Bei den niederen Tieren wirkt auch noch das Karna von außen. Ein Fisch ist der Ausdruck des ganzen Weltenkamas. Wenn man einen Fisch isst, isst man das ganze Weltenkama mit. Er [, der Mensch,] wirkt dann im Grunde genommen gegen die Entwicklung, weil er sich mit den Stauungen von außen verwandt macht. Er verschwistert sich mit etwas, was ungeheuer hemmend ist. Ähnlich ist es mit dem Genuss von Eiern. Sie sind geformt durch das allgemeine Karna. Man saugt mit ihnen das allgemeine Karna auf. Günstig dagegen ist für den Yogi alles, was direkt an der Sonne wächst: KÖrner, Obst und so weiter. Weniger günstig ist das, was in der modrigen Erde, unter der Erde gedeiht, auch alles zwiebelartige, knoblauchartige. Auch Kartoffeln gehören nicht zu den förderlichen Dingen. Die Kartoffel ist ein in die Erde verpflanzter Stamm, ein Spross einer älteren Pflanze, die über der Erde gewachsen ist. Sie ist erst mit der späteren Erdenentwicklung in die Erde hineingewandert. Die lauchartigen Pflanzen wuchsen auf dem Monde fest in dem Lebendigen darinnen. So ist auch die Mistel eine schädliche Pflanze, eine Parasitenpflanze. Manche Pflanzen sind ebenso schädlich wie zum Beispiel niedere Tiere, Schnecken und so weiter. [Die Mistel, die noch heute parasitär auf dem Lebendigen wurzelt, ist ein Überbleibsel des Mondes; auch Pilze, die auf einem Boden gedeihen, der noch Lebendiges enthält.  Im Menschen sind zwei Naturen, eine niedere und eine höhere. [So schrieb Goethe:] Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust: Die eine will sich von der ändern trennen; Die eine hält in derber Liebeslust Sich an die Weh mit klammernden Organen, Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust Zu den Gefilden hoher Ahnen. Alles, was zur Ausbildung des warmen Blutes, Fleisches, von Muskeln, Knochen gehört, ist niederer Natur. Fleisch, Muskeln, Knochen sind etwas, was sich verhärtet hat aus der Mondenenrwicklung. Die Erdenentwicklung soll eine Höherentwicklung werden. Darum soll der Mensch nur das genießen, was mit ihr zusammenhängt.] Alles nun, was mit dem Leben selbst zusammenhängt am Tiere, was zu dem Lebensprozess des Tieres gehört, ist fördernd, zum Beispiel Milch und alles, was daraus bereitet wird. Vom okkulten Standpunkt aus wirken Milch, Käse und so weiter fördernd, weil sie zum fördernden Lebensprozess des Tieres gehören. [Milch ist deshalb fÖrderlich, auch deshalb, weil die Tiere sie freiwillig hergeben. Manche suchen Ersatz für die Fleischnahrung, besonders solche, die vegetarisch leben, weil sie nicht töten wollen. Sie nehmen zur Ernährung solche Pflanzen, die dem Tier ähnliche Stoffe enthalten: Sie essen Hülsenfrüchte. Diese sind aber der okkulten Entwicklung hinderlich. Sie stammen insofern ab von dem Monde, als sie in eine Hülle eingebettet liegen. Sie sind dadurch von der Sonnenluft getrennt und streben der Verhärtung zu. Daher sind sie der okkulten Entwicklung nicht günstig. Ihr Genuss erzeugt oft schlimme Folgen. Das Traumleben wird unrein durch sie, es wird wüst und wirr. Das kann man oft beobachten bei Vegetariern. Das Schauen der höheren Welten soll aber mit dem Schauen im Traum beginnen. Es ist daher anzustreben, dass dieses Schauen nur reine, schöne Bilder aufsteigen lässt. Auch Wurzeln streben der Verhärtung zu. FÖrderlich dagegen ist alles, was vom Sonnenlicht umspielt wird: Blüten, Blätter, Früchte. Aus dem Mineralreich ist alles schädlich, was sich aus minerali schen Lösungen als Bodensatz absondert, zum Beispiel alle Salze. Sie sollen möglichst vermieden werden.] Wein gibt es erst seit dem Erdenzyklus. Der wäre früher unmöglich gewesen. Alles, was die Zusammensetzung des Spiritus hat, verschwindet in der Zukunft wieder. Vor zweitausendsechshundert Jahren war Wein eine große Seltenheit. Achthundert Jahre vor Christus hat der Weingenuss begonnen. Früher war es etwas außerordentlich Seltenes. Achthundert Jahre vor Christus beginnt ein neuer Weltenzyklus, die vierte Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Bei den vorhergehenden Rassen spielte der Spirituosengenuss eine geringe Rolle. Bei den ersten Rassen war es vollständig ausgeschlossen, dass sie Wein tranken. Sie wussten, dass der, welcher Wein genießt, nicht über die vier Prinzipien, die ihm die Natur gegeben hat, hinaus kann. Er kann den Astralkörper nicht so weit läutern, dass sich das Manasische entwickelt. Die alten Inder wussten das; erst die späteren Perser kannten etwas den Weingenuss. Wirklich eingeführt wurde der Weingenuss erst in der vierten Unterrasse. In dieser Rasse sollte der Mensch absehen von den oberen Prinzipien. [Seine irdische Persönlichkeit sollte herauskommen und durch eigene Arbeit des Menschen geläutert werden.] Er sollte seine irdische Persönlichkeit läutern. Es war die Erziehung in Kama-Manas, die Auferstehung des Fleischlichen, des Persönlichen in Kama-Manas [- Noah - Melchisedek -]. Im Christentum ging die Erziehung des Menschen darauf hinaus, Wert zu legen auf die Persönlichkeit, auf das eine Leben zwischen Geburt und Tod. Dem ägyptischen Sklaven war es noch natürlich, dass er einstmals wiederkommen würde. Die Lehre von Reinkarnation und Karma sollte eine Zeitlang ausgeschlossen sein, damit das Wertvolle der Persönlichkeit, von Kania Manas, herauskam. Das wird physisch bewirkt durch den Weingenuss. Im Christentum ist es erlaubt, Wein zu trinken. Wasser ist in Wirklichkeit das Getränk dessen, der in die höheren Welten hinaufschauen will, Wein ist das Getränk dessen, der nicht in die höheren Welten hinaufschauen will. Der Yogi muss deshalb von dem Weingenuss absehen, weil er nur dann zum wirklich Ergreifen der höheren Welten kommen kann. Wenn der Mensch daran geht,  seinen Ätherkörper zu bearbeiten, muss er sich selbst in dieser Weise in die Hand nehmen. Das Bearbeiten des Astralkörpers verläuft sozusagen innerhalb der Seele. Das Bearbeiten des Ätherkörpers geschieht durch Wirkung auf das Temperament und Läuterung des physischen Körpers. Wenn der Mensch den Ätherkörper unter die Macht seines Ich zwingt, dann wird der Mensch so, dass er in sich aufnimmt, was im Weltenplan als [geistige] Substanz wirkt. [Zur richtigen Denktätigkeit gehört, dass man logisch folgern kann. Dasselbe bewirkt der Kaffee im Verdauungsgebiet nach unten und im Denken nach oben [...I. Er bewirkt folgerichtig geordnete logische Denktätigkeit, aber unselbstständig I...]. Will der Mensch aber selbstständig werden im Denken, muss er sich frei machen vom Verlangen nach Kaffee. Sprunghaftes, innerlich haltloses Denken hat sein Korrelat im Tee. Es bewirkt zerstreuende Kräfte im Oberen. Es handelt sich darum, wie der Mensch werden soll. Verschwinden sollen die Organe, die er mit den Raubtieren gemein haq werden sollen die Organe, die Pflanzen verlangen. Solche Nahrung soll der Mensch zu sich nehmen, die den Sinn seines Werdens erfasst. Ja nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Eiweißstoffe. Hülsenfrüchte enthalten zu viel Eiweiß. Die sie essen, werden überwältigt von einer unteren Vorstellungsweise. Der Vegetarier muss zugleich sich eine spirituelle Vorstellungsweise aneignen. Erfasset die Natur in ihrem Werden! [...I Bedeutung des Abendmahles: überzugehen von der Ernährung vom toten Tier zunächst zur Ernährung von der toten Pflanze. Das soll abgelöst werden durch eine Ernährung, die nicht das Leben in den Pflanzen abtötet [...I. Am Ende der fünften Kulturepoche wird nichts Tierisches mehr genossen werden. Durch den Christus wird der physische Leib abgetötet beim ganzen Menschengeschlecht. Mitte der sechsten Wurzelrasse gibt es keinen physischen Leib mehr. Da wird der Mensch ätherisch sein. Dann wird der Mensch selbst eine mineralische Nahrung im Laboratorium herstellen. Am Ende der atlantischen Zeit wird alles getan [...I, was den  Egoismus hervorbringt. In der sechsten Kulturepoche der fünften Wurzelrasse wird das Ich wieder zu höherer Entwicklung kommen. Meditation: Ich breche den Hochmut der Philister Und reiße ihnen das blutige Fleisch aus dem Munde Und die Greuel aus ihren Zähnen Fürwahr, dein KÖnig wird bei dir einziehen. Gerecht ist cr, voll Sieges und voll Demut Und er reitet auf einem Esel, Auf einem jungen Füllen der Eselin. Hosiana [···1 Der Herr wird ihm helfen Wie edle Steine werden sie Auf seinem Boden sich erheben. Denn was haben sie doch Gutes Und was haben sie doch Schönes: Korn, das die Jünglinge [...I Und Most I...] Der die Jungfrauen blühen macht. [Sach9,647) Blut der Pflanzen, das das vegetative Blut behält und die Milch. ([Soma] war ein Rauschgetränk bei den Indern aus Reis.)] Das Denken ist die Substanz, die durch Wortwerden zu uns fließt. [Durch das Wort kann Mensch zu Mensch das mitteilen, was als Denken substantiell in einem jeden lebt.] Die Luftwelle ist nur die Form für diese Substanz. Man denke sich dies auf die Welt angewendet. Alles ist zunächst in äußeren Formen dort: Mineralien, Pflanzen und Tiere. Der äußeren Welt entspricht das göttliche Wort. Dieses gÖttliche Wort tönt in die Welt, und es entstehen die Formen der Dinge. In der göttlichen Seele ruht der verborgene Vater-Gedanke. Dann strömt er hinaus als das göttliche Wort[, der zweite Logos]; dann wird das göttliche Wort zu den Formen der Dinge. Den Geist begreifen wir als die Form der Dinge; aber das Wort selbst ist darinnen in den Formen. [Es ist auch darinnen in der Menschenform.] Bei  der Veränderung des Ätherkörpers findet die Vereinigung mit dem Worte statt, welche der Yogi anstrebt. [Das strebt der Yogi an, dass er in den lebendigen Strömungen seines Ätherkörpers das Wort der schaffenden Gottheit erlebt.] Dann wird er zum Chela. Dann hört er mit dem Ätherkörper den Logos in allen Dingen erklingen. Das ist die Vereinigung mit dem Sohne. Die dritte Stufe ist die Vereinigung mit dem Vater. Das ist die Stufe der Meisterschaft. [Da kann der Mensch selber an seinem physischen Körper fortbauen.] Dem Yogi schwebt als das große Prinzip eines vor: die Vereinigung mit dem Vater. Er sagt sich: In dem Maße, wie du der Gottheit ähnlich wirst, näherst du dich der Gottheit. [Das geschieht zuerst durch die Läuterung des Astralkörpers. Er erlangt dadurch die Unio mystica, die Vereinigung mit seinem göttlichen Selbst. Dann strebt er weiter. Er erlebt die Vereinigung mit dem Sohn, indem er Weltendenken, Weltenfiihlen durch seinen umgewandelten Ätherleib miterlebt. Und endlich das Letzte ist, dass der Mensch die Vereinigung mit dem Vater erlebt und damit bewusst an seinem physischen Leibe arbeitet. Das ist die große Perspektive, die Arbeit des Menschen für die Zukunft des Menschengeschlechtes.] Ergänzung aus der Mitschrift uon Camilla Wandrey So ist Yoga der Weg zur höheren Erkenntnis, auch zur Anteilnahme an den höheren Welten überhaupt. Yoga heißt Verbindung mit dem göttlichen Urgrund des Daseins, mit den geistigen Quellen der Welt. Der Yogi entwickelt in sich selbst die Kräfte, nun einzudringen in diese Welten des Ursprungs. Er sucht die Quellen der Erkenntnisse, die aus dem geistigen Leben selber stammen. Wer Yogi werden will, muss sich unbedingt aneignen den Glauben an eine Höherentwicklung des Menschengeschlechtes, doch nicht einen blinden Glauben, sondern einen tätigen Glauben, dass man hinauskommen kann über den jetzigen Zustand des Menschengeschlechtes, dass Kräfte innerhalb der Menschennatur entwickelt werden können, die noch nicht  zum Ausdruck kommen, die auf die Entwicklung warten. Yoga ist ein Weg, der vielfach in Enthaltsamkeit besteht, der Geduld, Ausdauer beansprucht. Im heutigen Kulturleben ist es zwar schwer dazu zu kommen, Yoga zu erreichen. Deshalb war die theosophische Bewegung notwendig. Man kann fragen, in wie viel Zeit Yoga zu erreichen sei. Das hängt ab von dem betreffenden Menschen, der Yoga anstrebt. Es kann Inkarnationen dauern, es kann siebzig Jahre dauern, sieben Jahre; es kann Menschen geben, die in sieben Monaten, sieben Wochen, ja in sieben Stunden dazu kommen. Es hängt ab von der Stufe des Daseins, auf der ein Mensch steht. Oftmals kann er weiter sein, als er selber weiß. Er kann vielleicht innerlich schon fähig sein, seine Willenskräfte und Geisteskräfte in höheren Welten zu betätigen. Es kann auch sein, dass jemand in einer früheren Inkarnation viel weiter war, als er heute gekommen ist. In diesem Leben ist es vielleicht durch die Bedingungen des physischen Lebens nicht herausgekommen, was schon in ihm war. Die früher erlangten Kräfte müssen dann durch die Kräfte des jetzigen Lebens wieder herausgeholt werden. Es könnte zum Beispiel jemand ein weiser Priester gewesen sein mit magischem Willen, dieses müsste nun in späterer Inkarnation herausgeholt werden. Vielleicht ist aber die Gehirnentwicklung in der späteren Inkarnation nicht so weit, um das zu ermöglichen. Vielleicht fehlen auch andere Kräfte. Vielleicht fehlt Liebe und Güte. Dann kann man nicht die früheren Kräfte wieder herausholen, und es dauert so bei dem einen länger, bei dem ändern kürzer, bis Yoga erreicht ist. Vor allem ist notwendig, eine mÖglichst intime Herstellung eines inneren Lebens, um das zu erforschen, was in uns ist. Man muss sich den Begriff Yoga immer mehr entfernen von dem, was äußerlich tumultuarisch ist. Yoga muss ganz geschehen in der Abgeschlossenheit des inneren Lebens. Niemals sollten höhere geistige Eigenschaften entwickelt werden, ohne dass gleichzeitig der Charakter gestärkt wird. Wie eine blaue und eine gelbe FlijssigkeiL wenn sie gemischt werden, eine grüne Flüssigkeit ergeben, so sind die geistigen und physischen Kräfte des Menschen vereint. Wenn man das Geistige herausholt, dann bleibt die  physische Natur sozusagen als Bodensatz zurück. Viel hängt davon ab, dass diese richtig gemischt bleiben. Dadurch wird der Mensch ein bestimmter Mensch, dass diese höhere mit der niederen Natur verbunden ist. Beim Yogi wird die höhere Natur weggezogen, und alle diejenigen Eigenschaften, die im Menschen schlecht sind, treten dann hervor, wenn nicht absolute Charakterentwicklung nebenhergeht. Immer muss man darauf gefasst sein, wenn man Yoga anstrebt, dass einem die merkwürdigsten Dinge im Leben entgegentreten. Das waren zum Beispiel die Versuchungen des heiligen Antonius. Wenn man ernsthaft anfängt, Yogaübungen zu machen, muss man darauf gefasst sein, dass die niedere Natur herauskommt. Manche bis dahin wahrhaften Menschen beginnen zu lügen, zu schwindeln, unzuverlässig zu werden. Das geschieht, wenn nicht in strengstem Sinne von dem Yogaschükr verlangt wird, beständig den Charakter zu festigen. In alten echten Yogaschulen wird deshalb auf die Entwicklung der Moralität das größte Gewicht gelegt. - Annie Besam sagt: Geistige Schulung ohne moralische kann nur auf Abwege führen. Die Yogaschulung besteht darin, dass der Mensch gewisse Dinge, die er sonst unbewusst tut, ins Bewusstsein heraufführt. So wird der sonst unbewusste Atmungsprozess vom Schüler ins Bewusstsein heraufgeholt. Die Hatha-Vogaschulung legt auf diesen Prozess von vornherein das größte Gewicht. Sie aber führt nur bis zu einem gewissen Punkt in der Entwicklung. Sie bricht ab bei der Erkenntnis des Astralen. Darum sollte der Mensch nicht den Hatha-Voga-, sondern den Raja-Voga-Weg beschreiten. Der führt den Schüler, wenn er richtig und mit Ernst und Ausdauer und Hingabe gegangen wird, in die höchsten geistigen Welten hinein. In der Raja-Yogaschulung wird ein solcher Prozess wie der Atmungsprozess betrachtet als ein Teil des Ganzen. Noch manche andere Dinge, die wir unbewusst ausführen, müssen wir ins Bewusstsein überführen. Der Gedankenprozess wird zum großen Teil nicht beachtet. Wir müssen lernen, mit Aufmerksamkeit den inneren Prozess des Denkens zu verfolgen. Nur durch vollständige Ruhe dem Äußeren gegenüber kann man das. Kein Gedanke aus der äußeren Welt darf in der Seele sein. Und dann müssen wir selbst Gedanken in diese Ruhe  hineinbringen und die ganze Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gedanken richten. Am besten ist es, sich hinzugeben an einen Gedanken, der Kraft enthält. Bewusst in vollständiger äußerer Abgeschlossenheit im Innern sich hingeben an einen solchen Gedanken, sich ganz hineinsenken, das ist Meditation. Intim muss der Schüler immer wieder mit solchen Gedanken leben, ganz darauf ruhen in aller Stille. Der europäische Kulturmensch kann es schwer zustande bringen, sich lange in einen solchen Begriff zu vertiefen. Aber der Yogi muss das. Er entwickelt dadurch Kräfte in seiner Seele, die vorher nicht da waren. Die Kräfte kommen herauf aus den unbewussten Seelentiefen, wenn wir so stille in uns ruhen in einem Gedanken. Die Gedanken des gewöhnlichen Lebens rufen die Seele auf zu den verschiedenen Affekten. Man muss aber lernen, nicht geführt zu werden von den Seelenkräften, sondern sie zu führen. Man muss lernen, einen aufsteigenden Zornesausbruch zurückzuhalten. Alle Affekte und Leidenschaften müssen in unserer Hand bleiben. Vollständige Beherrschung und Zügelung unseres Innern müssen wir erlangen. Das wird erreicht durch diese stille Hingabe an Gedanken, die Kräfte enthalten. Jede Übung bedingt eine Gegenübung, dass nicht eine einseitige Überentwicklung zur Missbildung führt - wie beim Turnen. Die sogenannten Nebenübungen sind sehr wichtig. Zum Meditieren ist notwendig: 1. Festsetzen eines Kraftgedankens in der Seele — Konzentration. 2. Sich mit dem Gedanken identifizieren. 3. Eine Zeit darinnen bleiben in voller Ruhe. Zusammenhängend mit solcher Gedankenschulung ist die Regelung des Atemprozesses. Wenn er allein in Angriff genommen wird, ist es Hatha-Yoga; wenn es ein Teil ist der anderen Schulung, Raja-Voga. Darauf beruhen die sieben Grade der persischen Einweihung: Rabe, Okkulter, Streiter, Löwe, Perser, Sonnenläufer, Vater. Sonnenläufer waren diejenigen, welche ihr Leben zu einem ganz rhythmischen gemacht hatten. Da ordnete der Mensch sein denkendes, fühlendes Seelenleben ganz in den Naturprozess ein. Alles in der Natur lebt im Rhythmus: die Sonne, der Mond, die Wandelsterne  gehen oder kommen in einem bestimmten Rhythmus. Pflanzen und Tiere hängen in einer ganz bestimmten Weise mit den Jahreszeiten zusammen. Alles, was draußen lebt, lebt im Rhythmus; auf Rhythmus beruht das Leben. Beim Menschen aber ist alles Willkür geworden, die Willkür des Astralleibes. Er macht das Leben unrhythmisch. Der Mensch muss ihn wieder rhythmisch machen, denn Rhythmus erzeugt Kraft, Leben. Darum muss der Yogi jeden Tag zu bestimmter Stunde meditieren. Wenn er heute um sieben Uhr und morgen um elf Uhr, dann wieder einen Tag gar nicht meditiert, ist der Rhythmus gestört. Wenn man sich aber vornimmt, jeden Tag um sieben Uhr ein Gebet zu sprechen, dann um zwölf Uhr eines und vor dem Schlafengehen wieder eines, dann sind das feste Punkte, die Rhythmus in ein Leben bringen. Ein Teil der Rhythmisierung des Lebens ist noch die Rhythmisierung des Atemprozesses. Das hängt zusammen mit den tiefen Dingen, die zwischen dem Menschen und dem ganzen Weltenall bestehen. Die Pflanze und der Mensch gehören in gewisser Weise zusammen. Der Mensch atmet Sauerstoff ein und atmet Kohlensäure aus. Bei der Pflanze ist es umgekehrt. Sie gibt den Sauerstoff ab, und aus der Kohlensäure, die der Mensch ausatmet, bildet sie sich, indem sie den Kohlenstoff zurückbehält, ihren Leib. - Apfelbäume zum Beispiel brauchen Kinder, die um sie herum spielen. - So besteht ein Zusammenhang zwischen der Pflanze und der Menschennatur. Die Pflanze wächst rhythmisch nach Naturgesetzen. Sie ist durch und durch keusch, da sie noch nicht das astrale Leben in sich hat. So steht sie auf der einen Seite höher als der Mensch, auf der anderen Seite tiefer. Sie steht als Ideal vor dem Yogi. Er muss ihr ähnlich werden durch Rhythmisierung des Atemprozesses. Der Yogi weiß, dass der Mensch einstmals imstande sein wird, das Pfhnzendasein in sich aufzunehmen, den Prozess, den er jetzt der Pflanze überlässt, in sich auszuführen. Das heißt, er wird den Kohlenstoff in sich behalten und bewusst damit seinen Körper aufbauen. Der Mensch wird ein Organ in sich entwickeln, durch welches er den Sauerstoff in sich bereitet, dass er ihn nicht den Pflanzen zu entziehen braucht. Diesen Sauerstoff verbindet er mit dem Kohlenstoff zur  Kohlensäure und lagert dann in sich selbst den Kohlenstoff wieder ab. Dadurch wird er später sich sein Körpergeriist selber aufbauen, wie es heute die Pflanze tut. Sein Leib wird bestehen aus durchsichtig klarem weichem Kohlenstoff. Dadurch verwandelt er seinen Leib in den <Stein der Weiscnn Das ist eine Zukunftsperspektive, die der Yogi heute schon vorwegnimmt durch seinen rhythmisierten Atmungsprozess, den er nach der Anweisung des Lehrers ausführt. Er atmet rhythmisch ein, behält den Atem länger in sich. Dadurch entwickelt man in sich Kohlenstoff - und nähen sich dadurch der Pflanzennatur, indem man ihn zum Aufbau seines Leibes braucht. Der Yogi verbündet sich so nach und nach mit dem göttlichen Urgrund des Daseins, er wird Mitschöpfer an der Welt. Er erlebt neue Welten. Wenn wir schlafen, können wir die herrlichste Musik nicht hören. Sie ist da; wir vernehmen sie nicht. So ist der Mensch ein Schlafender gegenüber den höheren Welten. Und so wie es ein Aufwachen gibt gegenüber den Melodien dieser Welt, so gibt es ein Aufwachen in der geistigen Welt durch den rhythmisierten Atmungsprozess. Legt man sein ganzes Seelenleben bewusst hinein in den Atmungsprozess, dann beginnt die imaginative Erkenntnis. Das gewöhnliche Leben bringt uns durch die Sinne des physischen Leibes die materielle Erkenntnis. Die imaginative Erkenntnis besteht darin, dass wir imstande sind, in der Seele Bilder zu erwecken, die keine bloßen Visionen sind, sondern die im Urgrund des Daseins begründet sind. Die äußere Welt regt in unserer Seele auch nur Bilder an, Vorstellungen, die ihr entsprechen. Bilder, die durch den Yogaprozess eintreten, regen das Innere in der richtigen Weise an. In der richtigen Weise, das heißt: wahr. Sie entsprechen der die Welt durchflutenden Wahrheit, die Weisheit ist. Dazu muss der Mensch aber selber innerlich wahr sein. Das ist die Schwierigkeit bei der Yogaschulung. Solange der Mensch persönliche Wünsche hat, kann er in der höheren Welt nicht die Wahrheit von der Unwahrheit unterscheiden. Damm die immer wieder geforderte Notwendigkeit, selbstlos zu werden, allem Persönlichen zu entsagen. Dem pythagoreischen Schüler wurde gesagt: Nur dann kann man über das Leben nach dem Tode etwas erfahren, wenn es dem Men schen ganz gleichgültig geworden ist, ob er noch lebt oder nicht. Alles Persönliche muss ausgeschaltet werden. Wo im Innern der persönliche Wunsch ausgeschaltet ist, da drückt sich aus Weisheit, da kann die die Welt durchflutende Weisheit hineinleuchten. Der Mensch kommt dann zur imaginativen Erkenntnis. Die dritte Stufe ist die des rationellen Willens; und die vierte Stufe die der [Intuition]. Bei der dritten Stufe handelt es sich um das vollständige Zügeln dessen, was in uns ist als Wunsch, Trieb, Begierde, Leidenschaft, durch den erstarkten Willen. Solange man das nicht vollständig beherrscht, macht man nur die Wahrheit illusionär. Man muss entwickeln absolute innere Ruhe, Geduld, Ausdauer, Standhaftigkeit. Man darf die unerlässliche Harmonie mit seiner Umgebung nie verlieren. Wenn der klügste Mensch hier einschliefe, er könnte dort mit seiner Klugheit nichts empfangen. Man würde ihn da für irrsinnig halten. Aller Irrsinn ist Mangel an Harmonie mit der Umgebung. Dann kann man nicht weiterkommen, wenn das eintritt. Nicht ein trunkener Mensch soll man werden, sondern ein nüchterner, sagt Platon, und das gilt für den Menschen, der Yoga anstrebt. Selbst seine alltäglichen Pflichten darf er in keiner Weise versäumen. Unbedingt notwendig ist das bei der Yogaschulung. Und darin ist es wichtig, Bescheidenheit zu entwickeln. Nur unter dem Einfluss der höchsten Bescheidenheit kann man von den höheren Welten sprechen in der richtigen Weise. Ein innerer hoher Grad von Bescheidenheit muss neben der Yogaschulung hergehen. Der orientalische Schüler hat es leichter in der Achtung und Schätzung anderer Menschen; der westliche hat es schwerer damit. Aber darauf kommt viel an. Auch ist es notwendig, ein tiefinnerstes Vertrauen zum Lehrer zu haben. Das ist notwendig, weil man einen festen Punkt haben muss. Der Yogaschüler verlässt in gewisser Weise die ganze übrige Welt. Sein Verhältnis zur Welt ändert sich, kehrt sich sozusagen um. Alle Dinge bekommen eine neue Bedeutung. Er wird fremd seiner Umgebung gegenüber, alle Dinge ändern sich; eine gewisse geistige Alchemie geht mit ihm vor. Nun muss er alles, was die physische Welt von ihm verlangt, aus einem gewissen inneren Pflichtgefühl tun. Er muss ihr gegenüber einen ganz neuen Gesichtspunkt finden. Wenn der Yogi  da nicht volle Charakterstärke entwickelt, dann kann er leicht den Zusammenhang mit seiner Umgebung verlieren. Darum ist ihm der feste Punkt der Lehrer. Im Orient sieht der Guru den Lehrer an als Verkörperung der Gottheit im Menschen. In Wirklichkeit ist es so, dass in der höheren Menschennatur, die der Lehrer entwickelt haben muss, wirklich göttliche Wesen da sind, wirksam sind. Dem orientalischen Menschen erscheint es selbstverständlich, dass im Guru ein höheres Wesen da ist. Das ist im Abendlande nicht der Fall. Wenn jemand im Abendlande die Yogaschulung durchmacht, findet er im inneren Vertrauen zum Lehrer auch die Möglichkeit, zum Ziele zu kommen.  DIE BERGPREDIGT Köln, 2. Dezember 1905 Die Bergpredigt wird gewÖhnlich nicht in ihrer vollen Tiefe gewürdigt aus dem Grunde, weil sie von vielen aufgefasst wird als eine Predigt, die der Herr vor allem Volk gehalten haben soll. Sie ist aber in Wahrheit nicht an das Volk gerichtet, sondern ·auf dem Berge> gesprochen. Das bedeutet: im intimen Heiligtum, wo man die Geheimnisse der Religion mitteilt. Mit dem Volk spricht Jesus in Gleichnissen, aber wenn er mit den Jüngern allein ist, legt er ihnen noch allerlei besonders aus. <Äijf dem Berge' bedeutet <im Mysterium·. Die bedeutendste Unterweisung <äijf dem Berge> ist die, die man die ·Verklärung> nennt. Da spricht Jesus mit seinen Jüngern davon, dass es eine Reinkarnation gibt. Er sagt ihnen: Johannes der Täufer ist Elias, sie haben ihn nur nicht erkannt. - Dort auf dem Berge der Verklärung waren für die Jünger Jakobus, Petrus und Johannes Zeit und Raum überwunden; sie schauten Wesen, die nicht mehr inkarniert waren: Moses und Elias. <E1> bedeutet das Ziel, der Weg. <Moscs> bedeutet die Wahrheit; in der Mitte steht Christus - das Leben. So sahen die Jünger vor sich: den Weg, die Wahrheit und das Leben. Wenn man diese Szene liest, findet man, dass die Jünger ein bedeutsames Wort sprechen. Im Pfad derJüngerschaft werden drei Stufen unterschieden. Die erste Stufe ist die des heimatlosen Menschen, die zweite Stufe ist die, auf welcher der Mensch in der geistigen Welt <Hiiuen bautn Auf dieser Stufe waren damals die Jünger, darum sprachen sie: Hier lasset uns Hütten bauen. Jesus hatte die drei Jünger, die auf der zweiten Stufe der Chelaschaft standen, mit sich ins Mysterium genommen. Alles, was ·auf dem Berg> gesprochen wird, bedeutet, dass wir es zu tun haben mit einer intimen Offenbarung an die Schüler. Es heißt: Als Jesus das Volk sah, ging er hinweg auf den Berg, und seine Jünger setzten sich zu ihm. [Mt 5,1]  Auch wenn man diesen Satz nur wörtlich versteht, sieht man ein, dass es sich nicht um eine Predigt vor dem Volke handelt. Er ging weg mit seinen Jüngern. Wir haben es also mit einer intimen Unterweisung zu tun, die nur vor den vertrauten Schülern gesprochen werden soll. Diese sollen dann wiederum die anderen lehren, die draußen sind. Es wird in der Bergpredigt von zwei Welten gesprochen. Daraus können wir lernen, wie sich Sinnliches und Übersinnliches verhält. Der Mensch muss sich erst langsam und vorsichtig daran gewöhnen, beim Betreten anderer Welten die Dinge zu beurteilen. In der astralen Welt erscheint alles als Spiegelbild, sogar bei den Zahlen ist das so. Zum Beispiel 364 ist in der Astralwelt 463. Was hier in der Welt in einer gewissen Richtung geht - in der astralen Welt erscheint es im Spiegelbild. Menschen, die durch pathologische Zustände hellsehend werden, erzählen von furchtbaren Tieren, die auf sie losstürzen. Das sind die niederen Leidenschaften des Menschen; die erscheinen in der astralen Welt im Spiegelbild. Was vom Menschen ausgeht, kommt im Astralen auf ihn zu. Die Leidenschaften kommen ihm als Gestalten von außen entgegen. Das ist ein Beispiel dafür, wie das Innere im Spiegelbild erscheint, wenn wir es in der höheren Welt wahrnehmen. Jedes Ding, alles hier in der sinnlichen Welt, hat ein reales Spiegelbild in der übersinnlichen Welt. Schon der erste Satz in der Bergpredigt weist darauf hin. Man muss berücksichtigen, dass die Sprache geistiger ist, als man glaubt. <Sclig> hängt zusammen mit dem Wort Seele. Auch im Griechischen ist das so. <Sclig sein> heißt, die Seele zur Entfaltung bringen. So wie <hcilig' zusammenhängt mit dem Worte <hci1 sein>, <gesund sciii>, <rein seinn Der Heilige Geist ist der gesunde Geist, der ganz rein ist. Selig ist der, der die Seele entfaltet hat, der zum Übersinnlichen aufgestiegen ist. Stück für Stück legt der Herr den Jüngern dar, wie sie selig werden, wie sie aufsteigen. Die erste Seligpreisung heißt: Selig sind, die da betteln um Geist, denn sie finden durch sich selbst die Reiche der Himmel. [Mt 5,3]  Das heißt, in ihrem Selbst ist das Königreich der Himmel. Das ist der tiefe Zusammenhang zwischen der sinnlichen und der übersinnlichen Welt. Wer sich sehnt nach dem Geiste, der findet in sich das Spiegelbild seines Strebens, die Reiche der Himmel. Das ist der naturgemäße Zusammenhang zwischen unserem Streben und dem Spiegelbilde, den Reichen der Himmel. Es kann nichts geschehen in der sinnlichen Welt, was nicht in der übersinnlichen sein Gegenbild hätte. Verachten wir den Geist, so flieht der Geist. Streben wir nach Geist, so strömt uns das Spiegelbild entgegen. So setzt Christus immer seinen Jüngern die Zusammenhänge auseinander. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie werden durch sich selbst getröstet werden. [Mt 5,4] Selig sind, die sanftmütig sind, denn ihnen wird das Reich der Erde werden. [Mt 5,5] Die nicht das in sich ausgebildet haben, was man sanftmütig nennt, die zornmütig sind, die können nicht das notwendige Gegenbild, das Erdenreich nämlich, für sich haben. Man soll nicht versuchen, in das Himmelreich einzudringen, ohne dass man erst das Erdenreich erlöst hat und es dann mitbringt in das Himmelreich. Wir sind auf der Erde da, um alles das, was auf der Erde ist, zu erlösen, zu vergöttlichen. Wie die Biene hinfliegt über die Fluren, den Honig aus den Blüten sammelt und ihn in den Bienenstock hineinträgt, so fliegt die Seele über die Welt, um Erfahrungen zu sammeln und sie in das Reich der Himmel zu bringen. Wir müssen lernen, die Welt an uns herankommen zu lassen und sie in uns wirken zu lassen. Wenn wir alles in uns aufnehmen, wenn wir der Erde Sanftmut und volle Ertragsamkeit entgegenbringen, so wird sie uns auch etwas bringen. Selig sind, die da hungern nach Gerechtigkeit, denn sic werden in sich Sättigung finden. [Mt 5,6] [Selig sind die Barmherzigen; denn sic werden Barmherzigkeit erlangen. [Mt 5,7]] Wie Nord- und Südpol notwendig zusammengehören, so gehören notwendig das eine Glied der sinnlichen Welt und das andere in der übersinnlichen Welt zusammen.  Selig sind die, deren Herz rein bleibt, denn es wird sich ihnen durch sie selbst Gott enthüllen. [Mt 5,8] Nur im reinen Herzen enthüllt sich Gott. Der Mensch, der nicht imstande ist, das Herz rein zu machen von alledem, was ihm von der Sinnenwelt zufließt, der kann nicht das Gegenbild in seinem Herzen erleben. Ist das Herz rein von Sinnenstoff und Gedächtnisstoff, dann kann es Gott schauen. Dasjenige aber, welches voll ist von Sinnesund Gedächtnisstoff, das schließt die Gottheit aus. Es ist das Bild und das Gegenbild: Das reine Herz - die Gottheit. Selig sind, die da üben brüderlichen Frieden, denn sie werden durch sich selbst Kinder Gottes. [Mt 5,9] Als Jesus dies seinen Jüngern erklären wollte, sagte er: Es gibt Kinder Gottes und Kinder der Menschen. Die Kinder Gottes wollen Kinder Gottes bleiben; die Kinder der Menschen wollen Kinder Gottes werden. Die Kinder Gottes nennt man auch die Nachkommen Abels, die Kinder der Menschen die Nachkommen Kains. Die Abkömmlinge Abels sind nicht heruntergestiegen zur größten menschlichen Arbeit und Mühsal; sie nehmen, was von Gott stammt, an, auch das Blut und bringen es Gott zum Opfer. Die Kinder der Menschen sind tiefer herabgestiegen. Sie müssen opfern von dem, was sie selbst durch ihre Arbeit errungen haben. Darin liegt ein tiefer Gegensatz im seelischen Leben des Menschen. Die Kinder Abels waren im Allgemeinen Priester, die schöpfen wollen aus der trancehaften Inspiration, die das nehmen, was Gott gibt und es ihm opfern. Gott hat in uns entzündet die trancehafte, unbewusste Inspiration. Dagegen gibt es eine vollbewusste Weisheit, die sich der Mensch erarbeitet auf diesem Erdenrunde. Kains Kinder sind die Menschen, welche diese Wissenschaft erobern. Wären die Menschen Abels Kinder geblieben, so wären sie am Gängelbande der göttlichen Natürlichkeit geführt worden; aber Gott wollte sie frei sein lassen Kains Kinder müssen sie werden. Dies führte zunächst zur Unfriedfertigkeit. Das hat dazu geführt, dass Kain seinen Bruder erschlagen hat. Die Kainskinder müssen wieder in sich die Friedfertigkeit entwickeln, dann werden sie wieder durch sich selbst Kinder Gottes werden.  Das ist ein Satz, der vor allen Dingen die Grundauffassung derjenigen widerlegt, die glaubten, dass man das alte Abel-Prinzip wieder aufleben lassen müsste. Sie sagen: Die Menschen sind nicht danach, dass sie, wenn sie einmal Kainskinder gewesen sind, wieder Abelkinder werden können. - Darum will der Jesuitenorden die Menschheit in ihrer Dumpfheit bei der Göttlichkeit zu erhalten suchen. Er will das BÖse dadurch bekämpfen, dass er den Menschen gar nicht die Möglichkeit gibt, frei zu werden. Der Jesuitenorden widerspricht geradezu diesem Satz, dass die Menschen wieder Kinder Gottes werden können durch sich selbst, und glaubt allerdings im Sinne Jesu zu handeln. Ignatius von Loyola sagte: Wir wollen die Menschen gar nicht so tief heruntersteigen lassen. - Das Gute sollte auf Kosten des Lichtes erhalten bleiben. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn sie finden in sich selbst die Reiche der Himmel. [Mt 5,10] Hier sehen wir den Gegensatz desjenigen, was im ersten Satz gesagt wird. Das Betteln um Geist geht von dem Menschen selbst aus. Hier finden wir das, was von außen wirkt; da bildet sich das Spiegelbild im Innern, das dem entgegentreibt. Immer klarer wird uns, dass diese Grundtendenz in der Bergpredigt liegt. Wir gewinnen dadurch ein tieferes Verständnis für das, was Christus seinen Jüngern gibt, <äüf dem Berge', im Mysterium. Wenn man die radikal scheinenden Sätze von diesem Gesichtspunkt ansieht, so lernt man dies verstehen. In der sinnlichen Welt sind wir voneinander getrennt. In dem Augenblick, wo wir uns in der übersinnlichen Welt fühlen, sind wir eine Einheit. Nur in der Sinnenwelt sind wir viele. Wir glauben, dass unsere physische Haut eine Grenze ist. Wir sind aber nicht durch die voneinander getrennt. Das ist eine Illusion. Wir gehen darüber hinaus und sind miteinander verbunden. In Wahrheit stecken wir ineinander. Wenn wir das intuitiv gefühlsmäßig erfassen, dann werden wir zu einer anderen Auffassung unserer Mitmenschen kommen. Wir werden fühlen, wenn der Mitmensch seinen Zorn auf uns richtet, so sind in Wahrheit wir selbst derjenige, der den Zorn auf uns richtet. Denken  wir uns ein Band geschlungen von Seele zu Seele, dann fühlen wir, wie die Trennung aufhört, und wir fühlen, dass wir gar kein Recht haben, die Intention eines anderen so zu empfinden, als ob sie nicht zu uns gehörte. Jesus wollte den Jüngern klar machen, dass es nicht auf die äußere Gerechtigkeit ankommt, sondern auf das Sich-Hineinfiihlen in die Seele des anderen. Er sagt: Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: <Aügc um Auge und Zahn um Zahn.· Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstehen sollt dem Übel. [Mt 5,38-39] Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, auf dass ihr begreifet, dass ihr eine Einheit seid. [Mt 5,44-45] Es soll also nicht gelten <Aügc um Auge, Zahn um Zahn>, sondern ich muss mich verantwortlich fühlen für das, was der andere tut. Das Denken im Übersinnlichen soll da zum Ausdruck kommen. So jemand meinen Rock fordert und ich fühle mich eins mit ihm, so werde ich nicht anstehen, ihm alles zu geben. Ist mein Rock sein Rock, so ist auch mein Mantel sein Mantel. Ich gehe nicht eine Meile mit ihm, sondern zwei. Dass ich es bin, der ganz in dem ändern lebt, das drückt Christus hiermit aus. Wir müssen übersinnlich denken, ganz loskommen von der Sinnlichkeit. Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiße cs aus und wirf cs von dir. [Mt 5,29] Der Mensch hat Gelüste; er kann sie befriedigen nur durch die körperlichen Organe. Die Möglichkeit, diese Gelüste zu befriedigen, hängt ab von den körperlichen Organen. Kamaloka entsteht dadurch, dass der Mensch, wenn er stirbt, noch Gelüste hat nach dem, was nur die körperlichen Organe ihm bieten können. Er muss sich erst angewöhnen, nicht mehr sinnliche Organe zu gebrauchen. Wir sollen schon hier, in dieser Welt, die Sinne so gebrauchen, dass wir das Geistige aus den Dingen mit Hilfe der Sinne herausziehen. Indem wir das Sinnliche anschauen, sollen wir uns fortwährend zum Geiste erheben. In demselben Maße bereiten wir uns vor für das Devachan. Das spricht Christus aus, wenn er sagt:  Ärgert dich aber dein rechtes Auge, [so reiße es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verderbe, als dass der ganze Leib in den Dunst der Hölle geworfen werde]. [Mt 5,29-30] Wenn das rechte Auge dich verführt, im Sinnlichen zu bleiben, dann mache dich frei von dem, woran das Auge haftet. Ein physisches Ausreißen ist natürlich damit nicht gemeint. In jedem Satz der Bergpredigt ist eine tiefsinnige Mysterienweisheit angedeutet, wie Sinnliches und Übersinnliches zusammenhängen. Hier legt Jesus den Jüngern das Wesen des Kamaloka dar, ferner lehn er sie: Der Mensch soll niemals das Übersinnliche zu sinnlichen Zwecken missbrauchen. Die Gottheit soll niemals gezwungen werden, etwas zu tun, was nicht in den kosmischen Gesetzen selbst liegt. Wir sollen die übersinnliche Sphäre nicht herunterholen, sondern uns zur übersinnlichen Welt erheben. Die Versuchung ist groß, zum Beispiel im Spiritismus, die Manifestationen der geistigen Welt sehen zu wollen. Der Mensch will da die geistige Welt herunterholen, statt sich hinauf zu entwickeln. Die Wahrheit des Spiritismus ist nicht zu leugnen, aber die Methode wird angegriffen. Wir wollen nicht in die übersinnliche Sphäre eingreifen durch unsere sinnliche Sphäre. Christus schärft die Verderblichkeit des Eides ein, weil man nicht in das Übersinnliche eingreifen soll, man soll nicht den Himmel herunterziehen zur Bekräftigung irdischer Angelegenheiten. Nicht bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl, nicht bei der Erde, denn sic ist seiner Füße Schemel. [Mt 5,34-35] Wenn ihr das Übersinnliche haben wollt, sollt ihr euch zu dem Übersinnlichen erheben. Die übersinnlichen Gesetze soll niemand anrühren. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Die Rechte, die die Zöllner haben, die sollen wir nicht haben. Wir sollen wissen, dass zwischen <mein> und <dciii> die große Einheit waltet. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht also auch die Zöllner I...]? [Mt 5,46] Ihr sollt vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. [Mt 5,48]  Ihr sollt bewusst handeln, aus der übersinnlichen Welt heraus. Auch der Schluss der Rede enthält tiefe okkulte Gesichtspunkte. Viele glauben, zu der Wahrheit gekommen zu sein durch allerlei Künste. Es handelt sich aber nicht allein darum, die höheren Kräfte zu erringen, sondern auch darum, sie in den Dienst der Menschheit zu stellen. Es ist nicht so leicht;, sich dasjenige unbedingt zu bewahren, was bewahrt werden muss, wenn der Mensch zu hÖheren Kräften aufsteigt. Ganz bestimmte Beobachtungen kann man machen bei den Menschen, die ihre höheren Kräfte entwickeln und nicht zu gleicher Zeit auch ihren Charakter auf höhere Stufen heben. Sie werden dann leicht unvollkommener als vorher. Man nehme an, man habe eine Lösung aus zwei Stoffen, zum Beispiel eine rote und eine blaue Flüssigkeit gemischt vor sich; es wäre eine Mischfarbe. So ist der Mensch im alltäglichen Leben gemischt aus seiner niederen und seiner höheren Natur. So wie der Mensch gewöhnlich ist, hindert die höhere Natur seine niedere Natur daran, zu argen, radikalen Exzessen zu kommen. Durch das Ineinanderstecken der höheren und der niederen Seele werden wir im gewöhnlichen Leben vor solchen radikalen Exzessen bewahrt. Die höhere Entwicklung bedeutet das Herausziehen der höheren Seele aus der niederen. So wird die höhere Seele offenbar; aber die niedere Seele steht dann für sich verlassen da. So haben wir bei der okkulten Höherentwicklung die höhere, aber auch die niedere Natur - jede für sich. Daher kommt bei Menschen, die sich okkult entwickeln, die niedere Natur ganz heraus. Daher ist notwendig, neben der okkulten Entwicklung einhergehend, die Entwicklung des Charakters, der Moralität, der vollen Selbstbeherrschung. Die auf der Erde herrschende Moralität ist der feste Felsboden, auf welchem wir ruhen müssen. Wenn wir nicht auf ihm aufbauen, bauen wir auf Sand. Jesus sagt: Es werden viele zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir uns nicht die höhere Fähigkeit des Weissagens angeeignet? [Mr 7,22] Es wäre sonderbar, wenn Christus alle diejenigen ·Übeltäter' nennen wollte, die sich diese Fähigkeit erworben haben. Er spricht hier  von denjenigen, die neben den höheren Fähigkeiten nicht auch eine höhere Moralität erworben haben. Wer meine Rede hört ... - damit meint er seine Lehren, die er ihnen gegeben hat; man soll sie aufnehmen mit dem übersinnlichen Bewusstsein - am Schluss steht: Das Volk entsetzte sich über seine Lehre. [Mt 7,28] Als Jesus seine Lehren beendet hatte, hörte man im Innersten, im Allerheiligsten, dass draußen ein Aufstand unter dem Volke entstanden war. Das spielte sich außer dem <Berge> ab. Das Volk hatte die Bergpredigt nicht gehört; der letzte Satz steht in gar keiner Beziehung zu dem anderen. Die Bergpredigt ist von Christus-jesus nur für seine Jünger gehalten, um den ganzen Charakter der übersinnlichen Welt den Jüngern zum Ausdruck zu bringen. Sie sollten seine Apostel dadurch werden, dass er ihnen im Allerheiligsten seine vertrautesten Absichten mitteilte. Durch dieses Wissen wurden ihre Worte, die sie vor der Welt redeten, beflügelt.  III. MITGLIEDERVORTRÄGE IN DÜSSELDORF  ÜBER DEN GOTTESBEGRIFF Düs$eldom 19. Januar 1905 Der Inder steht vor einem ganz ändern Fall als der Europäer, wenn er über den Gottesbegriff gefragt wird. Er bezeichnet das Höchste als ·Brahman> oder er spricht gar nicht darüber. Bei uns ist durch Jahrhunderte hindurch weniger das mystische Erleben gepflegt worden, sondern mehr das abstrakte Denken. Die heutige Menschheit ist so wenig gewohnt, an die Zwischenstufen zwischen den Menschen und dem höchsten Gott zu denken, dass der moderne Mensch sich diese Zwischenstufen nicht leicht vorstellen kann. Die Mystiker erkannten Mittelwesen zwischen dem Menschen und der höchsten Gottheit: Seraphim, Cherubim, Throne, Weisheiten, Mächte, Gewalten, Urkräfte, Erzengel und Engel. Man hat sich früher bemüht, solche Wesen zu erkennen. Zuerst wollte man die Wesen kennenlernen, die über dem Menschen stehen. Schon auf der Erde treten wir in Beziehung zu Wesen, die nicht auf dem physischen Plan leben, sondern auf dem Astral- oder Mentalplan. Der Mensch lebt auf diesen drei Planen; es gibt aber Wesen, die nicht auf den physischen Plan heruntersteigen, und es gibt andere, die nicht einmal bis zu dem Astralplan heruntersteigen, sondern nur auf dem Mentalplan verweilen, so zum Beispiel die Devas, die Götter der Inder. Der Mystiker, der von diesen Wesen einen Begriff bekommt, wird sich keinen Begriff vom höchsten alleinigen Gott machen wollen, wenn er nicht stufenweise aufsteigt. Der Europäer von heure kennt diese Stufenfolge nicht mehr. Was ist das Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen? Wie kommt es, dass die Gottheit den Menschen geschaffen hat und dass die Welt sich erst nach und nach entwickelt hat? Solche Fragen beschäftigen das europäische Denken. Diese Fragen sind äußerst schwer zu beantworten. Um sich über sie etwas aufklären zu kÖnnen, dazu gehört wenigstens etwas von dem, was man Yoga nennt: die innere Entwicklung. In alten Mysterien musste man zu diesem  Zweck durch die Katharsis hindurchgehen. Es wurde dem Schüler gesagt: Du kannst dich erst dann über die Unsterblichkeit der Seele unterrichten, wenn du kein Verlangen nach Unsterblichkeit mehr hast. - Dies wurde in den alten Mysterien gelehrt. Der Mensch muss diesen Fragen so gegenüberstehen wie den Fragen der Mathematik gegenüber. Dabei spricht die Leidenschaft, das Gefühl nicht mit; darum unterscheidet der Mensch da ganz objektiv. Wir müssen allen Fragen gegenüber, auch den hÖchsten, uns eine Leidenschaftslosigkeit angewöhnen. Wenn die Begierck in diesen Fragen nicht mitsprechen würde, dann würde Übereinstimmung herrschen, auch in solchen Fragen wie über den Gottesbegriff. Der Pythagoreer verlangte von seinem Schüler zuerst die Katharsis. Das war auch bei der Gnosis so. Die Gnostiker nannten ihre Lehre über diese Fragen <Mäthcsis>. Die gnostische Lehre über diese Fragen hieß deshalb Mathesis, weil sie leidenschaftslos war wie die Mathematik. Immer mehr muss die Leidenschaft schwinden, immer ruhiger muss die Seele werden, um diese Fragen in der rechten Weise zu behandeln. Dann fragt der Mensch vor allem danach: Wie steht das Göttliche zu der Welt selbst? Wenn wir zurückgehen in der Zeit, von unserem Standpunkt aus, wollen wir sehen, ob wir göttlichen Wesen begegnen. Vor uns entstanden drei Reiche: Mineral-, Pflanzen- und Tierreich. Der Mensch hat alle Eigenschaften dieser drei Reiche in sich. Er hat die Gesetze des Mineralreiches in sich; er ist ein physisch-chemisches Laboratorium; das ist seine mineralische Natur. Er besitzt Leben und die Kraft, sich fortzupflanzen. Ferner besitzt er eine tierische Natur, denn er hat Empfindung. Er kann zum Beispiel einen Stoß von außen in seinem Innern empfinden. Wie ist der Mensch dazu gekommen, die vier Reiche in sich einzuschließen? Er hat sich auf Kosten der anderen Reiche zu seinem jetzigen Standpunkt entwickelt. Bevor der Mensch Mensch wurde, hatte er die drei anderen Reiche in sich. Da waren alle Mineralien, alle Pflanzen, alle Tiere noch vollkommener, als sie heute sind. Wir können uns das an einem Beispiel klar machen: Eine Flüssigkeit, die aus vier verschiedenen Flüssigkeiten zusammengesetzt ist, hat dadurch bestimmte Eigen schaften; wir ziehen nun eine Flüssigkeit als Essenz heraus. So ist der Mensch als Essenz aus den anderen Reichen herausgezogen worden. Sein Höhersteigen ist erkauft mit einem Tiefersinken der anderen Reiche. Gehen wir noch weiter zurück, so ist da das Tierische noch nicht heraus, aber das Mineralreich und das Pflanzenreich sind noch vollkommener als später. Das Tierreich war noch nicht als Essenz herausgezogen; es hat sich erst auf Kosten des Mineralreiches und des Pflanzenreiches entwickelt. So geht es weiter zurück bis zu dem Zeitpunkt, wo das Mineralreich noch das Pflanzen-, Tier- und Menschenreich in sich hatte als Mineralreich. Man muss dies auch gefühlsmäßig erkennen, dann versteht man erst das Mitleid mit allen Wesen. Der Theosoph sagt sich: Dieses Tier habe ich auf meinem eigenen Wege zurückgelassen, damit ich mich entwickeln konnte; auf Kosten der anderen Wesen habe ich mich entwickelt, daher muss das Mitgefühl durch solche Erkenntnisse entstehen. So geht es auch im Menschenreich. Wenn sich das Heilige entwickeln soll, so müssen so und so viele hinuntergestoßen werden in die Dekadenz. Für jeden Heiligen sind mehrere Verbrecher in der Welt. Wenn es nur einen Mittelzustand gäbe, so gäbe es keine Entwicklung. Die Entwicklung ist ein Herausholen des Feineren aus dem früheren Zustand. Unsere jetzige Entwicklung besteht darin, dass der Mensch die Welt mit seinem Verstande bearbeitet. Alles, was er tut, dient dazu, das Mineralreich zu bearbeiten, sei es nun durch Maschinenbau oder dadurch, dass einer eine Grube gräbt und so weiter. Immer neue Kräfte werden entdeckt, wodurch das Mineralreich bearbeitet wird. Der Künstler arbeitet den Geist in das Mineralreich hinein. Er fügt zu neuen Gebilden zusammen, was im Mineralreich lebt. Leben können wir durch den Geist noch keinem Wesen einverleiben, aber der Mensch arbeitet im Mineralreich formend durch seinen Geist. Er hat das Mineralreich früher abgestoßen, damit er später Stoff zum Verarbeiten hätte. Nun durchdringt er das ganze Mineralreich mit seinem Geiste; er wird es dadurch erlösen. Dadurch macht er wieder gut, was er damals verbrochen hat. Allmählich wird das gan ze Mineralreich im Geiste aufgelöst sein, verarbeitet sein. Es wird eine Absorption des Mineralreiches durch den Geist herbeigeführt. So wird im ersten Zyklus ein Reich abgestoßen, das im vierten Zyklus wieder verarbeitet wird: das Mineralreich. Im zweiten Zyklus wird das Pflanzenreich abgestoßen, welches im fünften Zyklus verarbeitet wird. Das Tierreich wurde im dritten Zyklus abgestoßen und wird im sechsten Zyklus wieder aufgenommen werden. Im siebenten Zyklus wird der Mensch das Menschenreich erlösen. Auf diese Weise geschieht auch die Entwicklung im Kleinen. Wenn ein Heiliger sich entwickelt, werden andere Menschen hinuntergestoßen. Dadurch aber, dass er vorauseilt, kann er nachher den anderen helfen, das Versäumte nachzuholen, kann sie erlösen. Dadurch gibt es Leben, gibt es Entwicklung. Dieses Bewusstsein muss den Menschen mit jenem allumströmenden Mitgefühl mit der Welt erfüllen. Er soll niemals sich einen höheren Entwicklungsgrad aneignen wollen, ohne damit ändern helfen zu wollen. Wir müssen die untergeordneten Wesen erlösen. Wir sind verpflichtet zu leben, um diese Wesen zu erlösen, denn wir haben unsere ganze Entwicklung auf Kosten der übrigen Welt gemacht. Alles ist herausgequollen, abgestoßen von einem anderen, damit das andere sich höher entwickeln könne. Wenn wir zurückkehren in der Entwicklung, ehe die verschiedenen Reiche abgestoßen wurden, dann finden wir geistige Wesenheiten. Auch das Mineralreich, wie es anfangs war, ehe Pflanzen-, Tierund Menschenreich sich herausentwickelten, ist vorher von etwas anderem abgestoßen worden. Da kommt man zu einem Gegensatz zwischen der physischen Welt und der geistigen Welt, die dadurch, dass sie sich höher entwickelte, das Mineralreich abgestoßen hat. Die geistigen Wesenheiten haben Mineral-, Pflanzen-, Tier- und Menschenreich hinuntergestoßen, damit sie sich hÖher entwickeln konnten. Dann wurden sie unsere Führer und schöpferischen Geister. Das ist der arupische Gegensatz zwischen der physischen und der geistigen Welt oder zwischen der irdischen und der göttlichen Welt. Wenn wir [noch weiter] zurückgehen, kommen wir zu einem Gott, der ganz vollkommen war. Wir fragen uns hier in Europa:  Warum hat diese Gottheit die Welt erschaffen, etwas von sich abgesondert? Wenn wir den Entschluss fassen würden, jeden einzelnen Gedanken ebenso vollkommen zu machen, wie wir selbst sind, so würde das bedeuten, dass wir einen ersten freien Entschluss fassen, nämlich: unsere Vollkommenheit auf jeden unserer Gedanken zu übertragen. Ähnlich war der Anfang des Wirkens der Gottheit. Die Gottheit fasste den Entschluss, ein jedes Glied in [seinem] eigenen Inhalte vollkommen zu machen, wie sie selbst ist. Das kann sie nur dadurch, dass sie einem Teil der Glieder die Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Diese können nur vollkommen werden dadurch, dass sie sich selbst allmählich so vollkommen machen, wie die Gottheit selbst ist. Das aber bedingt notwendig, dass einige sich auf Kosten der anderen Glieder entwickeln. Wenn ein einziges Glied der Gottheit sich so vollkommen machte, wie die Gottheit selbst ist, dann würde dieses Glied die ganze Gottheit ausfüllen. Sollte dies plötzlich in einem Augenblicke geschehen, so könnte es das nur auf Kosten der Vernichtung aller anderen Glieder erlangen. Nur die langsame Entwicklung macht es möglich, dass das einzelne Glied sich allmählich vollkommen heraushebt. Das kann man auch im Seelenleben beobachten. Wenn wir einen Gedanken fassen, treten alle anderen Gedanken in den Schoß des Unbewussten zurück. Eine wirkliche Entwicklung ist nur möglich in der Zeit. Wenn ein einzelnes Glied [aus dem Schoß] der Gottheit heraustrat, so musste dafür ein anderes zurücktreten und unvollkommener werden, als es früher war im Schoße der Gottheit selbst. Damit entstand der Unterschied zwischen dem Guten und dem BÖsen. Es ist nicht möglich, dass ein Gutes entsteht, ohne dass sein Widerpart, das Böse, auch entsteht. Das Gute hat sich auf Kosten des Bösen entwickelt. Ein Teil aus der Gottheit sollte sich zur Vollkommenheit entwickeln, daher musste ein anderer Teil zurückgestoßen werden. Das Vorgeschrittene muss das Zurückgebliebene fortwährend zum Nachholen anspornen. Ursprünglich fand das Hervortreten einzelner statt und demgemäß das Zurückstoßen anderer, die dann nachholen mussten. Über der Menschheit standen höhere geistige Wesenheiten, die sich auf Kosten anderer entwickelt hatten. Diese Wesenheiten,  die höher stehen, holen die Wesenheiten, die tiefer stehen, nach. So ist das Böse in der Welt entstanden, dasjenige, was gerade uns die Möglichkeit gibt, höhere Vollkommenheit zu erlangen. Indem wir das Böse in das Gute verwandeln, schaffen wir Entwicklung. Es gibt sonst keine Möglichkeit, jedes einzelne Glied der Gottheit der Gottheit selbst ähnlich zu machen. Uns darf es nicht einfallen, mit irgendeiner Krafg die wir jetzt haben, die Gottheit umfassen zu wollen. Unser menschlicher Verstand ist nicht das Höchste in uns; er ist ausgeschieden worden, damit andere, höhere Fähigkeiten sich entwickeln können. Er ist ausgeschieden von oben herunter und soll von anderen Fähigkeiten nachgeholt werden. Immer wieder wird er aufsteigen. Wir leben in der Gottheit und entwickeln uns zur Gottheit hin. Die Wesen werden immer wieder nachgeholt und zu höheren Stufen hinaufgeführt. Wir wollen nicht mit dem Verstand die Gottheit umspannen. Unsere Meinung von der Gottheit muss in eine immer schönere Meinung übergehen. Die Wahrheit kann nicht als begrenztes Vorstellungsgebilde gefasst werden. Die Wahrheit ist lebend. Ich lebe in der Gottheit, aber ich kann die Gottheit nur soweit begreifen, soweit meine Erfahrungen reichen. Ich kann die Gottheit nur erkennen, soweit ich sie wahrnehmen kann, nicht über das Wahrgenommene hinaus. Die Entwicklung soll stattfinden, weil Gott in seiner unendlichen Liebe alle seine einzelnen Glieder so vollkommen hat machen wollen, wie er selbst ist. Es war ein freier Entschluss, keine Notwendigkeit. Es war ein Opfer. Dadurch haben wir eine Entwicklung der einzelnen Glieder der Gottheit zur Gottähnlichkeit. Durch ihr Werk kommt das, was als MÖglichkeit der Vollkommenheit in ihr liegt,, zum Vorschein.  ÜBER DIE LEBENSFÜHRUNG EINES GEISTIG STREBENDEN Dü$seldorh 20. Januar 1905 Es kommt bei der richtigen spirituellen Lebensführung darauf an, zwei Gesichtspunkte ins Auge zu fassen: die eigene Vervollkommnung und unser Wirken im Dienste der Menschheit. Es könnte scheinen, als ob die eigene Vervollkommnung den Egoismus befördert. Das tut sie auch in einem gewissen Grade. Aber der Theosoph muss fort und fort versuchen, seinen Mitmenschen zu helfen. Nicht umsonst heißt es: dWenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Gartenm - Selbstvervollkommnung soll nicht im egoistischen Sinne vorgenommen werden. Unser Wahlspruch muss sein: ·Nimm nichts, ohne den Willen zu haben, dafür zu geben.» Du wirst umso mehr von der Welt erhalten, je mehr du bereit bist, der Welt zu geben. - Menschen, die in der Entwicklung weiterkommen wollen, können es erleben, dass man am besten vorwärtskommt, wenn man im Sinne dieser Sätze lebt. Gewöhnlich glaubt man, man komme nur durch Studium vorwärts. Aber man kommt vorwärts durch die geringste Handlung des Mitgefühls. Können sich die Menschen überwinden, eine Wohltat zu erweisen, dann kommt ihnen das zu, was sie vorher durch Studium vergebens gesucht haben. Man muss das Leben zu einer Lektion machen. Die Menschen bilden sich ihre Grundsätze aus Urteilen heraus. Man muss sich aber die Ansichten abgewöhnen, die sich aus Neigung oder Abneigung gebildet haben. Man muss sein Urteil bilden auf dem Grunde der Erfahrung. Ein etwas vorgeschritten« Okkultist gewöhnt sich systematisch seine Sympathien und Antipathien ab. Bei jedem neuen Menschen lässt er das zu sich sprechen, was er an dem Menschen sieht. Möglichst wenig Meinung wird der Theosoph aussprechen, aber Tatsachen wird er sprechen lassen, die er auf dem physischen Plan oder anderen Plänen erlebt hat. Immer mehr wird er sich abgewöhnen, Meinungen zu haben, und sich angewöhnen,  Erfahrungen zu machen. Wenn wir in dieser Weise in der Erkenntnis vorwärtsschreiten, dann wandelt sich unser ganzes Wesen um. Der Geistessucher versucht, sein Denken so auszubilden, dass daraus das Leben zu ihm spricht. Er sagt sich nicht: «Dies ist ein Verbrecher, das ist ein Heiliger» oder: «Dies ist eine gute, das ist eine schlechte Handlung> Er denkt vielmehr bei dem Verbrecher daran, wie der Verbrecher zu seiner Handlung gekommen sein mag, ob er selbst vielleicht daran mit schuld ist. Der Verbrecher könnte in einem früheren Leben in Beziehung zu ihm gestanden haben, er könnte zum Beispiel sein Schüler gewesen sein, den er nicht richtig erzogen hat. Der Unentwickelte benutzt sein Denkvermögen zum Kritisieren, der Entwickelte sucht Gesichtspunkte, von denen aus er die Dinge betrachtet. Er sucht die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung. «Beachtet wohl das Symbol der Schlange!», wird den okkulten Schülern eingeschärft. Man muss die ganze Welt von dem Gesichtspunkt von Karma und Reinkarnation betrachten. Das ist die Schlange, die sich ringelt und sich selbst in den Schwanz beißt. Wenn man die Welt unter dem Gesichtspunkt von Karma und Reinkarnation betrachtet, so wird dies Symbol für uns zur Tatsache. Wenn der Mensch sich so einen Mittelpunkt schafft, wird er gerecht gegen die ganze Welt. Er lässt jegliches Ding in seinem Rechte bestehen. Wir schreiten in unserer Lebensführung vorwärts, wenn wir den Menschen selbst nicht beurteilen, sondern ihn stehen lassen und verstehen. Wir nehmen dadurch einen Schleier von uns fort. Das Urteil bildet vor unseren Augen einen Schleier. Es ist das Verwunden, von dem in «Licht auf den Weg» gesprochen wird: Ehe vor den Meistern kann die Stimme sprechen, muss das Verwunden sie verlernen. Damit schaffen wir uns nicht nur die MÖglichkeit, ganz objektiv uns zu verhalten, sondern wir schaffen uns einen festen Kern. Ein Mensch, der mir unsympathisch ist, an den verliere ich mich selbst. Wenn ich mein Gefühl der Antipathie unterdrücke, so lasse ich ihn auf seinem Standpunkt stehen und bleibe selbst auf meinem Standpunkt. Dadurch gewinnt man eine absolut feste Stütze. Wenn man  sich seinen Neigungen und Antipathien hingibt, wird man gerade dadurch lieblos; nicht aber durch das objektive Verhältnis - dann kann die Selbstbeobachtung in fruchtbarer Weise einsetzen. Dann können wir ungemein viel von der Welt lernen, wenn wir die Dinge an ihrem Orte stehen lassen. Auch der Weiseste kann von einem Kinde viel lernen, wenn die Dinge an ihrem Orte stehen gelassen werden. Gewöhnlich sagt derjenige, der vollkommener werden will, bei manchen Dingen: Das kann ich nicht tun, denn man muss das Vollkommene tun. - Es ist nicht immer richtig, seine Vervollkommnung als ersten Grundsatz zu befolgen, zum Beispiel nicht, wenn man die anderen Menschen dadurch stark verletzt. Zum Vollkommenheitsstreben gehört auch Resignation, zum Beispiel jedes Töten hält die okkulte Entwicklung zurück. Aber mit Rücksicht auf unsere jetzige Kultur muss man oft auf einen Grad der Vollkommenheit verzichten. Dadurch, dass man sich absondert, kann man vollkommener werden, aber vielleicht fügt man anderen dadurch Leid zu. Es ist eine recht gefährliche Art, bloß in abstraktem Sinne auf die eigene Vervollkommnung zu sehen. Wir sollen in dem Kulturmilieu arbeiten, in dem wir sind und nicht herausfallen aus unserer Kultur. Wir gewinnen nur dadurch innere Freiheit, dass wir mit Gelassenheit die Welt durchschreiten, objektiv werden. Geistiges Vorwärtsschreiten, gepaart mit Resignation sollen wir in der richtigen Weise erstreben. Man gewinnt viel an seelischer Festigkeit, wenn man nur zum Beispiel nach einem Ding, das man gerne wissen möchte, nicht fragt. Man muss sich dann fest vornehmen, das nicht zu erfragen. Ebenso kann man den Mitteilungstrieb unterdrücken oder sich eine Gewohnheit abgewöhnen. Man beachte die kleinsten Kleinigkeiten des Lebens, dann liegt in der Betrachtung der Kleinigkeiten das richtige Entwicklungsmittel. Wir müssen niemals nur um unseretwillen die Welt behelligen, sondern nur um der anderen willen. Je mehr man auf die anderen hinhorcht, desto freier wird man. Damit hängt zusammen die Fähigkeit zum Erringen eines allerersten Urteils. Man muss nicht ohne Weiteres die vorhergehenden Erlebnisse für nachher folgende maßgebend sein lassen.  Das ist der <Gläübc> in den theosophischen Schriften, der macht die Bahn frei für ein objektives Wirken in der Außenwelt. Man muss sich sozusagen zwischen den Zeilen des Lebens vervollkommnen. Dasjenige fördert am meisten die Entwicklung des Menschen, von dem der andere am allerwenigsten bemerkt.  DIE ALTNORDISCHEN GÖTTERSAGEN Düsseldorfam 22. März 1905 Es gibt nichts, was innerhalb der Mythenkunde zu gleicher Zeit so tief in das theosophische Denken hineinführt wie die nordische Sagendichtung. Wenn der Europäer sich da hineindenken kann, kann er von da aus den Weg finden und immer tiefer eindringen in die esoterischen Gebiete. Es ist nur für vorgerückte Stadien der Lebensauffassung ein Verständnis für diese Sagen des nordischen Mythus zu erlangen. Die nordischen Mythen waren im Wesentlichen der Gegenstand der nordischen Mysterien. Man unterscheidet westeuropäische und nordeuropäische Mysterien. In Skandinavien und in Russland hatte man die Drottenmysterien, in England und im Westen die Druidenmysterien. Beide Mysterien sind verschwunden. <Druide> heißt ·Eichen Der Priester oder der Weise in der nordischen Welt hieß <dic Eichen Die Ablösung des nordischen Götterglaubens wird uns in einem schÖnen Mysterium mitgeteilt. In der Überwindung der Eiche durch Bonifatius sehen wir den Kampf des Christentums mit dem Druidenmysterium. Der Grundzug der nordischen Mysterien ist ein tragischer. Über allen Mythen Mitteleuropas und des Nordens liegt etwas Tragisches. Die Götterdämmerung stellt den Untergang der nordischen Götterwelt dar. Nach deren Untergang soll sich ein neuer Sonnengott, ein neuer Baldur, geltend machen. In den ändern, nicht nordischen Mysterien liegt stets ein Zug voll Hoffnung und Zuversicht. Was in den Mysterien voraus erlebt wurde, sollte sich erfüllen. Die Apokalypse sagt eine Zukunft voraus, in der das Christentum sich erfüllen soll. In der nordischen Mythe war etwas anderes vorausgesagt worden. Dort wurde der Untergang der nordischen GÖtter erlebt durch das Christentum. Von da aus muss man das neue Mysterium verstehen, durch die vier Stufen hindurch. Die erste Stufe ist die der ersten nordischen Unterrasse der fünften  Wurzelrasse. In Mitteleuropa wurde das Christentum ausgebreitet in der fünften Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Vorhergegangen waren vier Unterrassen. Das Geheimnis der vier Unterrassen besteht darin, dass sie darauf hinblicken, wie das Christentum in der fünften Unterrasse das Vorhergehende ablösen sollte. Wir gehen jetzt zurück in eine dunkle Vergangenheit, zu der ersten Unterrasse der fünften Wurzelrasse auf nordischem Boden. Es gab damals im Norden die Drotten-Einweihungen. Man stellte in primitiven Tempeln, die halb Natur, halb Gebäude waren, ein heiliges Zelt her, darin wurden zwei Gottheiten als die Welt regierend dargestellt: Hu und Ceridwen. Hu ist Osiris, Ceridwen ist Isis, der Mensch ist Florus. Man wurde in drei Grade eingeweiht: erstens: [Eubaten], zweitens: Barden, drittens: Druiden. Wer in die drei Grade eingeweiht war, machte eine Verwandlung durch, sodass er durch die Erweckung seiner höheren Fähigkeiten zu dem Gotte Baldur wurde. Der Myste musste sich sagen: Du musst der wiederbelebte Baldur werden, der von dem Gotte Loki getötet worden ist. Dann wurde ihm der Einweihungs-Met gereicht und der EinweihungsRing gegeben. Der Met ist dem indischen Soma-Trank entsprechend. Bei der nordischen Einweihung wurde dem Eingeweihten zuerst die Erdentwicklung klargemacht, die vorhergehenden Zustände auf den früheren Planeten. Auf der Erde sollen wir so lange lernen, bis wir über die Möglichkeit zu irren hinauskommen. Es wird sich dann unser Leben in eine Art Rhythmus verwandeln, in Bezug auf nur ganz helle Geistestätigkeit. Das logische Denken ist erst allmählich aus einem Entwicklungsprozess entstanden. Später wird sich ein allgemein menschliches Sittlichkeitsgefiihl entwickeln wie jetzt logisches Denken. Was auf einem Planeten Irrtum ist, ist auf dem nächsten Krankheit. Was heute auf der Erde Irrtum bleibt, wird auf dem nächsten Planeten Krankheit sein, in demselben Maße, wie die Wesen, die des Irrtums fähig sind, zurückgeblieben sind. Wir hätten heute nicht den harmonischen Organismus, wenn nicht aus dem Chaos des Mondes diese Harmonie herausgebildet worden wäre. Die wunderbare Organisation unseres Körpers verdanken wir der Mondentwicklung.  Was noch an Krankheit in unserer Zeit ist, das ist zurückgeblieben vom Monde als dort vorhandener Irrtum. Das ist das, was bei der Mondentwicklung nicht zur Vollendung gelangt ist. Das war die Anschauung der Druidenmysterien. Für das Stehengebliebene nahm man eine Pflanze als Nachkomme der Mondentwicklung. Unsere Pflanzen wachsen aus der mineralischen Erde. Der ganze Mond war ein lebendiges Wesen. Da entwickelten sich die Pflanzen auf diesem Lebewesen. Dort war kein eigentliches Mineralreich, sondern nur ein Steinpflanzenreich sowie ein Tierreich, welches zwischen dem heutigen Pflanzen- und Tierreich mittendrin liegt. Die Mistel war das Symbol für das, was vom Monde zurückgeblieben war. Sie braucht ihre Nahrung aus dem Lebendigen heraus. Sie ist das Symbol aller die Erde zurückhaltenden und schädigenden Wesenheiten und Produkte. Der Herr, der auf der Erde noch herrschte vom Monde her, das ist Loki, der auf die Erde hereingebracht hatte, was auf dem Monde seine eigentliche Entwicklungsphase hätte finden müssen. Baldur ist der Gott der Sonne, der Bringerin alles Lebens, der wirkenden Sonnenkräfte. Loki ist sein notwendiger Gegner. Baldur wurde von schweren Träumen geängstigt, die sich nachher erfüllen sollten. Alle Geschöpfe leisten einen Eid, Baldur nicht zu verletzen, nur die Mistel nicht; keiner kann ihn töten, nur das Schädliche in der Erdenenrwicklung. Darum wird die Mistel von Hödur nach Baldur geworfen. Hödur ist die blinde, mechanische Notwendigkeit, die sich dessen bedienen muss, was früher zurückgeblieben ist, um Baldur zu überwinden. Das war der eine Teil des Mysteriums. Der andere Teil war, dass die blinde, mechanische Notwendigkeit überwunden wurde dadurch, dass durch das Christuserlebnis Harmonie hereingebracht wurde. In Christus muss ein neuer Baldur auferstehen. Es gab da eine Gesellschaft von zwölf großen Eingeweihten. Ein Dreizehnter war ihr Führer. Er war damals den zwölf anderen noch nicht voraus. Diesen Eingeweihten nannte man Sige oder Sig. Als er ein bestimmtes Alter erreicht hatte, war er fähig, seine Individualität einer höheren Individualität zu überlassen, eine höhere Individualität in sich aufzunehmen. Das ist eines der höchsten Mysterien - beim  Christus-jesus das Herabkommen der Taube. Die Individualität des Sig wurde ausgewechselt in die Individualität des Odin oder Wotan. Das ist derselbe, der schon zur Zeit der Atlantier als großer Eingeweihter gelebt hatte. Während des Unterganges der atlantischen Rasse wurde das damals tropische Europa allmählich ein kaltes Nebelreich. Es erstehen die Überreste der Atlantier aus dem Eislande heraus. Das Hervorgehen des Wotan wird so dargestellt, dass zunächst die Eismassen da sind. Daraus rettet sich das, was herüberkommt aus der atlantischen Welt. Die Kuh Audhumbla beleckt die Eismassen. Durch zwei Inkarnationen geht Wotan, durch Buri und BOr. Dann wird er Wotan aufgrund der Chela-lndividualität des Chela Sig. Alles, was in dem Chela Sig war, wird das, was mit dem Namen Sig zusammengesetzt ist. Bei der ersten Unterrasse ist es Wotan, dem gegenüber stehen Hönir oder Wile und Loki oder Wc. Wotan musste, nachdem er sich inkarniert hatte, eine schwere Prüfung durchmachen. Neun Tage lang, nachdem er verwundet worden war an der Seite, wo das Herz liegt, musste er am Galgenholze hängen. Dann kam Mimir und lehrte ihn die Runenschrift - Vorbild der Christus-Tatsache. Dann kam seine Auferstehung. Dies war die Einweihung der ersten Unterrasse der fünften Wurzelrasse. Wotan stellte nun im Mysterium die Entstehung der Menschheit selbst dar. Zuerst entstand unsere Erde, aber ohne die Mineralien und Pflanzen. Alles war beschlossen in einer großen Individualität, das war der Riese Ymir. Er wurde von Wotan, Wile und Wc überwunden. Es entstand aus ihm - dem Adam-kadmon - die ganze Erde. Aus seiner Hirnschale machten sie das Himmelsgewölbe und so weiter. Es war der makrokosmische Mensch. Aus ihm formen die GÖtter die Erdengebilde. Aus dem Körper des Riesen gehen auch Zwerge hervor, die im Innern der Erde leben. Aus den Pflanzenmenschen, die die drei Götter finden, aus Ask und Embla - aus Esche und Ulme - gestalteten sie den physischen Menschen. Die drei Götter bauen die Hüllen der Menschen auf: Wotan oder Odin - Sthula sharira Wile oder Hönir - Linga sharira Wc oder Loki - Kama/karana sharira  Wotan-Odin gab den Geist, Hönir-Wile gab das Leben und die Gesetzmäßigkeit, Loki-We gab die Wärme und die Farbe, das Karna. So waren die menschlichen Hüllen von den Göttern aufgebaut. Der Zwerg ist der kleine Mensch, der eigentlich das Geistige ist. Das war der Funke, der kam, um den Menschen von der Mitte der lemurischen Zeit an zu befruchten, der sich zu Manas, Buddhi und Atma ausbilden wird. Das menschliche Ich muss sich erst in der Tiefe gestalten, sonst würde es gleich durch das Sonnenlicht in ein starres Mineral verwandelt werden. Die Einweihung für die zweite Unterrasse war folgende: Wotan soll den Weisheitstrank haben, die zweite Unterrasse soll sich langsam heraufentwickeln zu demselben Stadium. Die Weisheit wird gebildet durch den Riesen Suttung. Der hütet den Weisheitstrank. Die Tochter des Riesen ist Gunnlöd. Wotan kann zu dem Weisheitstrank nicht hinkommen. Daher verwandelt er sich in eine Schlange und kommt in das Heiligtum der Gunnlöd. Dort bleibt er drei Tage. Die Schlange ist das Selbst, mit der Weisheit begabt. Was sich in der lemurischen Zeit begeben hat, wiederholt sich jetzt. Die drei Götter finden den Zwerg Andwari als Hecht und Otter, den Sohn Hreidmars. Otter hat die Gestalt eines Fischotters. Er wird von Loki erschlagen. Der Vater soll den Balg des Otter innen und außen mit Gold ausstaffiert bekommen. Das bedeutet das Durchdringen des Menschen mit dem Golde der Weisheit. Vorher haben sich Sthula sharira, Linga sharira und Karana sharira ausgebildet. Loki tötet das, was früher auf der Erde war, Otter, und bringt die Weisheit, das Gold hinein. Außer dem ändern Gold war da noch ein goldener Ring. Der Mensch war, bevor er in unsere jetzige Erdenentwicklung gekommen ist, in ganz anderen Verhältnissen. Er empfing damals die Eindrücke nicht durch die Tore der Sinne. Der Ring bedeutet das Einschließen in die Sinnesempfindungen, welche das Selbst zu einem Sonderwesen machen - Nibelungenring. In der dritten Unterrasse wurden Wotan und die, die zu ihm gehören, noch einmal eingeweiht. Er hatte den Weisheitskelch in die Wohnung der Götter gebracht. Dort wurde der Weisheitstrank oder  Weisheitskelch gehütet von Mimir. Der hatte die Weisheit, die uns weiterführte. Beim Übergang aus der lemurischen Rasse hatte der Mensch nur ein Auge, durch das er noch nicht von der Außenwelt abgeschlossen war. Damit konnte er wahrnehmen, was ihm nützlich oder schädlich war. Beim Abschließen des Menschen durch den Ring der Sinnlichkeit ist dieses Auge zurückgetreten. Die Begabung, die er nun bekam, musste durch ein Opfer erkauft werden. Wotan musste sich die neue Begabung durch das Hinopfern des zyklopischen Auges erkaufen - nicht durch eines der beiden anderen Augen. Die Wölsungen und deren Nachkommen des Wotan, Sigmund, Sigurd, Siegfried, das ist das Geschlecht der Eingeweihten innerhalb der vierten Unterrasse. In Siegfried findet die letzte der Einweihungen statt. Er überwindet den Drachen, das heißt die niedere Natur. Er wird nun unverwundbar für alles Niedere. Er reinigt sich durch die Reinigung, die Katharsis, durch das Bewusstsein des HÖheren. Er muss durch das Feuer der Leidenschaft geläutert hindurchgehen. Dadurch erwirbt er Brunhilde. Verwundbar bleibt er nur an der Stelle, wo man das Kreuz trägt. Man sagte, dass der nächste Eingeweihte dort nicht verwundbar sein würde. In die altnordische Sagenwelt ragt herein aus der atlantischen Zeit der König Atli - Atlanti. Er ist der große atlantische Eingeweihte. Er weicht nur vor dem Vertreter des christlichen Eingeweihten, vor dem Päpste, zurück.  YOGA Düsseldovf 4. Dezember 1905 Alle die Erkenntnisse, welche in der theosophischen Literatur den Menschen gebracht werden, stammen natürlich aus einer Quelle. Auf die Frage «Wie kommt man dazu?», muss geantwortet werden: Yoga ist der Weg zu höheren Erkenntnissen, auch zu der Anteilnahme an den höheren Welten überhaupt. ·Yogä> heißt: Verbindung mit dem göttlichen Urgründe des Daseins, mit den geistigen Quellen der Welt. Derjenige, welcher Yoga treibt, wird ein Yogi genannt, das ist ein Mensch, der in sich die Fähigkeiten und Kräfte zu entwickeln sucht, um in die geistigen Welten einzudringen. Zwischen dem, der den Begriff des Yoga erfasst hat, und dem, der heute Kenntnisse zu erwerben sucht, besteht ein großer Unterschied. Letzterer sucht möglichst viel von der Außenwelt in seinen eigenen Geist hineinzubringen. Der Yogi dagegen sucht alle die Quellen der Erkenntnis auf, die aus dem geistigen Leben selbst stammen. Er geht von der ihm gewissen Tatsache aus, dass es eine Entwicklung gibt, dass des Menschen Entwicklung, wie sie jetzt ist, eine Stufe ist, und dass in ihm Kräfte und Fähigkeiten schlummern, die noch herauskommen müssen, und dass, wenn wir sie herausholen, wir wirklich in höhere Welten eintreten können. Wer Yogi werden will, der muss sich aneignen den unbedingten Glauben an die Höherentwicklung des Menschen, nicht einen blinden Glauben, sondern den tätigen Glauben, dass man aufwärts kommen kann, dass man Kräfte entwickeln kann, die vorher noch nicht zum Ausdruck kommen. Aber dies kann nicht von heute auf morgen geschehen. Yoga ist ein Weg, der vielfach in Entsagung besteht, der gesucht werden muss mit Geduld und Ausdauer. Die Menschen in unserem heutigen Kulturleben können sehr schwer dazu kommen, Yoga zu erreichen. Deshalb war die theosophische Bewegung notwendig. Subba Rao hat gesagt, als man ihn fragte, in wie viel Zeit man eine Einweihung erlangen könne: Es kann siebzig Inkarnationen dauern, manchmal auch nur sieben,  bei manchen dauert es siebzig Jahre, bei manchen sieben Jahre, und es kann Menschen geben, die in sieben Tagen dazu kommen, andere sogar in sieben Stunden. Es hängt natürlich davon ab, auf welcher Stufe der Reife ein Mensch steht. Der Mensch kann vielleicht weiter sein, als er selbst weiß. Innerlich kann ein Mensch heute schon befähigt sein, seine Willens- und Geisteskräfte in der geistigen Welt zu betätigen. Es kann sein, dass jemand in einer früheren Inkarnation viel weiter war, als er heute gekommen ist. Vielleicht konnte in dieser Inkarnation durch die Bedingungen des physischen Leibes nicht herauskommen, was schon in ihm war; nun müssen die früher erlangten Kräfte durch die Kräfte des jetzigen Lebens herausgeholt werden. Es könnte zum Beispiel jemand ein weiser Priester gewesen sein mit magischen Fähigkeiten. Dies müsste nun in der späteren Inkarnation durch die Kräfte der betreffenden Inkarnation herausgeholt werden. Vielleicht ist die Gehirnentwicklung in der späteren Inkarnation nicht so weit, um das zu ermöglichen. Es können auch andere Kräfte sein, die fehlen, vielleicht die Liebe und Güte; dann kann man die früheren Kräfte nicht wieder herausholen. Darum dauert es bei dem einen Menschen kürzer, bei dem anderen länger, bis er die Einweihung erreicht. Es handelt sich darum, durch eine möglichst intime Herstellung des inneren Lebens zu erforschen, was schon in uns ist. Man muss den Begriff von Yoga immer mehr entfernen von allem Äußeren, Tumultuarischen, und sich denken, dass Yoga geschehen wird in der Abgeschlossenheit des innersten Lebens. Vor allem ist zu berücksichtigen, dass niemals solche höheren geistigen Eigenschaften entwickelt werden sollten, ohne dass gleichzeitig der Charakter gestärkt wird. Man denke sich eine gelbe und eine blaue Flüssigkeit gemischt, dann entstände eine grüne Flüssigkeit. So wie die gelbe und die blaue Flüssigkeit, wenn sie gemischt werden, eine grüne ergeben, so sind die geistigen und physischen Kräfte des Menschen vereint. Wenn man die geistige Natur herausholt, dann bleibt die physische Natur sozusagen als Bodensatz zurück. Viel hängt davon ab, dass die beiden Naturen [richtig] gemischt sind. Dadurch ist der Mensch ein bestimmter Mensch, dass die höhere Natur mit  der niederen Natur verbunden ist. Bei der Yogaschulung wird die höhere Natur herausgezogen, und alle diejenigen Eigenschaften, die im Menschen schlecht sind, die treten dann hervor, wenn nicht absolute Charakterentwicklung nebenher geht. Man muss darauf gefasst sein, wenn man Yoga anstrebt, dass einem die merkwürdigsten Dinge im Leben entgegentreten. Das sind die Versuchungen des Heiligen Antonius. Wenn man ernsthaft anfängt mit Yogaübungen, dann muss man darauf gefasst sein, dass aus der niederen Natur allerlei herauskommt. Manche vorher wahrhaftige Menschen fangen an zu lügen, zu schwindeln, ihrem Charakter nach unzuverlässig zu werden. Das geschieht, wenn nicht im strengsten Sinne bei der Yogaschulung verlangt wird, dass die Schüler beständig ihren Charakter festigen. Auch die Gelegenheiten zu verkehren treten dann wie herbeigezaubert auf. Darum wird in allen echten Yogaschulen zuerst auf die Entwicklung der Moralität gesehen. Annie Besant sagt immer wieder den Abendländern: Eine geistige Schulung ohne moralische Hebung des Charakters könne nur auf Abwege führen. Yoga besteht darin, dass der Mensch gewisse Dinge, die er sonst unbewusst tut, ins Bewusstsein heraufhebt. Unbewusst vollzieht der Mensch gewöhnlich den Atmungsprozess; der wird vom Yogaschüler aus dem Unterbewussten ins Bewusstsein heraufgehoben. Jene Yogaschulung, die von vornherein auf den Atmungsprozess das größte Gewicht legt, die Hatha-Yogaschulung, führt nur bis zu einem gewissen Punkte der Entwicklung; da bricht sie ab. Weiter als bis zur Erkenntnis des Astralen geht sie nicht. Von Anfang an soll man den Hatha-Voga-Weg nicht beschreiten, sondern den RajaYoga-Weg. Der betrachtet einen solchen Prozess wie den Atmungsprozess als einen Teil eines großen Ganzen. Dazu gehört noch viel mehr, dass wir die Dinge, die wir vorher unbewusst ausführen, ins Bewusstsein hineinbringen. Ein großer Teil unserer Gedankenprozesse wird von uns nicht beachtet. Wir müssen lernen, mit Aufmerksamkeit den inneren Prozess des Denkens zu verfolgen. Das kÖnnen wir, indem wir in uns vollständige Ruhe gegenüber der Außenwelt herbeiführen. Dann müssen wir selbst Gedanken in diese Ruhe hineinbringen und die Aufmerksamkeit auf den bestimmten  Gedanken lenken. Am besten ist es, wenn wir solchen Gedanken uns hingeben, die eine Kraft enthalten. Dies bewusste Sich-hineinVersenken in einen Gedanken, das nennt man Meditieren. Auf das Intim-mit-einem-Gedanken-Leben, darauf kommt es an. Man kann meditieren mit einem bestimmten wertvollen Gedankeninhalt. Man muss ganz darauf ruhen in aller Stille. Man könnte es auch machen mit einem alltäglichen Gedanken, zum Beispiel mit dem Gedanken <Tisch> und sich klar machen, was das ist. Die meisten machen sich gar nicht klar, was ein Tisch ist, nämlich dass auf mehrere Beine eine Gewichtsmasse sich verteilt. Man kann suchen, sich kontemplativ den Begriff des Tisches klar zu machen. Man sehe sich gewisse Bilder großer Maler an [...I. Bei manchen ist man befriedigt, wenn man schwebende Figuren sieht, bei anderen dagegen ist man gar nicht befriedigt. Bei einigen Bildern fühlt man, dass der Maler förmlich in den Figuren lebte, bei anderen, dass er die Figuren nur von außen gesehen hat. Der europäische Kulturmensch wird sehr schwer es zustande bringen, sich lange in einen solchen Begriff zu versenken. Aber der wirkliche Yogi muss sich immer mehr in den Begriff versenken. Während wir so im Innern leben, dann entwickeln sich in unserer Seele Kräfte, die vorher nicht da waren. Wenn wir auf einem Begriff mit der Seele ruhen, dann kommen diese Kräfte heraus. Man muss die Zügel in der Hand haben und sein Seelenleben so betrachten, dass man immer die Zügel in der Hand hat. Dazu ist ein gutes Vorbereitungsmittel dieses stille In-sich Ruhen in Gedanken. Die Gedanken des Lebens rufen die innere Seele auf zu den verschiedensten Affekten. Man muss lernen, nicht geführt zu werden von den Seelenkräften, sondern sie zu führen. Man muss lernen, dass man Gelegenheit hat, sein Inneres immer mehr zu stärken, sodass man einen Zornausbruch zurückhalten kann, dass man Hass zurückhalten kann. Alle Affekte und Leidenschaften müssen wir in unsere Hand bekommen, sodass nichts mit uns durchgeht. Vollständige Beherrschung und Zügelung unseres Inneren müssen wir erreichen. Das wird erreicht durch die stille Hingabe an den Gedanken. Zum Meditieren ist notwendig: Erstens das Festsetzen eines Ge dankens in sich, zweitens sich mir dem Gedanken identifizieren, drittens dann eine Zeit lang darinnen bleiben. Man muss in einen Gedanken, zum Beispiel in den Begriff des Tisches hineinkriechen, den Willen damit identifizieren. Dann tritt Samadhi ein, das ist das Versenken in den Gegenstand. Zusammenhängend mit einer solchen Gedankenschulung ist die Regelung des Atmungsprozesses. Wenn dieser allein in Angriff genommen wird, von Anfang an, so ist das Hatha-Voga. Wenn es einen Teil der anderen Schulung bildet, so ist es Raja-Voga. Der Yogi muss gewisse Zeiten des Atmens beobachten, dann kommt er in ein rhythmisches Leben. Darauf beruhen die sieben Grade der persischen Einweihung: Raben, Okkulte, Streiter, Löwen, Perser, Sonnenläufer, Väter. Sonnenläufer wurden diejenigen genannt, die so weit gekommen waren, ihr Leben zu einem ganz rhythmischen zu machen. Dadurch ordnet sich der Mensch ein in den ganzen Naturrhythmus. Die Sonne kommt nach jedem Jahr wieder an denselben Punkt zurück. Alles geschieht bei ihr rhythmisch. Auf Rhythmen beruht alles im Leben. Will der Mensch etwas erlangen, so muss er in sein Leben Rhythmus hineinbringen. Die Pflanzen und die Tiere hängen in ganz bestimmter Weise mit den Jahreszeiten zusammen. Beim Menschen ist zunächst alles der Willkür des Astralleibes unterworfen, und die macht sein Leben unrhythmisch. Das bringt Unordnung in sein Leben. Er muss es nun wieder rhythmisch machen. Wenn ich nun jeden Tag zu einer bestimmten Stunde, zum Beispiel um sieben Uhr morgens, meditiere, so bringe ich Rhythmus in mein Leben. Aber wenn ich statt um sieben Uhr zwischendurch, um zehn Uhr oder zu einer anderen Zeit, meditiere, dann ist der Rhythmus gestört. Auch wenn der Mensch sich vornimmt, jeden Tag um sieben Uhr morgens ein Gebet zu sprechen, ferner um zwölf Uhr mittags und vor dem Schlafengehen, dann sind das drei feste Punkte, die Rhythmus in unser Leben bringen. Ein Teil des Rhythmisierens des Lebens ist auch das Rhythmisieren des Atmungsprozesses. Es hängt das zusammen mit ganz tiefen Dingen, die zwischen dem Menschen und dem Weltenall bestehen. Pflanze und Mensch gehören in einer gewissen Weise zusammen. Der Mensch atmet Sauerstoff ein und  Kohlensäure aus, die Pflanze macht es umgekehrt. Es besteht in der ganzen Evolution ein Zusammenhang zwischen der Pflanzen- und der Menschennatur. Die Pflanze wächst rhythmisch nach Naturgesetzen. Sie ist noch ganz durch und durch keusch, weil sie noch nicht das astrale Leben in sich hat. Sie steht auf der einen Seite höher als der Mensch, auf der anderen Seite steht sie tiefer. Als ein Ideal steht sie vor dem Menschen. Der Mensch muss ihr ähnlich werden durch eine Rhythmisierung des Atmungsprozesses. Wenn man einatmet und den Atem länger anhält, so entwickelt man in sich Kohlensäure, man nähert sich dadurch der Pflanzennatur. Wenn der Yogi allmählich in bewusster Weise sich hineinlebt in das, was er vorher unbewusst getan hat, dann gehen um ihn ringsherum neue Welten auf. Er erlebt dann neue Welten. Wenn wir schlafen, würden wir die herrlichste Musik nicht hören. So ist der Mensch zunächst ein Schlafender gegenüber den geistigen Welten. Und so wie das Aufwachen gegenüber den Melodien, so gibt es ein Aufwachen in der geistigen Welt durch den Atmungsprozess. Legt man sich bewusst in den Atmungsprozess hinein, dann beginnt die imaginative Erkenntnis. Das gewöhnliche Sehen ist materielle Erkenntnis. Die imaginative Erkenntnis besteht darin, dass wir imstande sind, Bilder zu erwecken, die keine bloßen Visionen sind, sondern die im Urgrund des Daseins begründet sind. Auch wenn man die gewöhnliche Welt anschaut, so hat man im Grunde genommen nur Bilder. Alles in der Außenwelt ist ein Bild. Die Bilder der Außenwelt entsprechen der materiellen Erkenntnis. Die Bilder, die durch den Yogaprozess eintreten, die werden im Inneren angeregt in der richtigen Weise angeregt. Es kommt bei dieser ganzen Welt, die dann in uns aufgeht, darauf an, dass sie innerlich wahr ist. Das ist die Schwierigkeit bei der Yogaschulung. Solange der Mensch persönliche Wünsche hat, kann er in dieser Welt nicht leicht die Wahrheit von der Unwahrheit unterscheiden. Deshalb diese Notwendigkeit, selbstlos zu werden. In den pythagoreischen Schulen hat man den Leuten klar gemacht: Über das Leben nach dem Tode kÖnnt ihr erst dann etwas erfahren, wenn es euch ganz gleichgültig geworden ist, ob ihr nach dem Tode noch  lebt oder nicht. - Alle persönliche Aspiration ist in Bezug auf diese eine Frage ausgeschaltet. Wenn der persönliche Wunsch ausgeschaltet ist, da, wo es auf die Imagination ankommt, dann drückt sich in der Imagination die Wahrheit aus. Die dritte Stufe ist die Stufe des rationellen Willens. Da erfährt man auch, wie das Wahre gemacht wird, den Willen, durch den etwas gewollt wird. Die vierte Stufe ist die Stufe der Intuition. Es handelt sich bei der Yogaschulung um das Zügeln alles dessen, was in uns ist: Wunsch, Trieb, Begierde und Leidenschaft. Solange wir das nicht beherrschen, macht es uns die Wahrheit illusionär. Absolute innere Ruhe, Geduld, Ausdauer, Standhaftigkeit kommen bei der Yogaschulung vor allen Dingen in Betracht. Gewisse Charaktereigenschaften sind dabei unerlässlich. Nie dürfen wir die Harmonie mit unserer Umgebung verlieren, sonst ist es aus mit unserem Fortschritt. Wenn der klügste Mensch einschliefe und dann auf dem Mars aufwachte, könnte er mit seinen Fähigkeiten auf dem Mars nichts anfangen. Man würde ihn dort für irrsinnig halten. Alles Irresein ist Mangel an Harmonie mit der Umgebung; dann kann man nicht weiterkommen, wenn das eintritt. Nicht ein trunkener Mensch soll man werden, wie Platon sagt, sondern ein nüchterner Mensch, und seine alltäglichen Pflichten in keiner Weise versäumen. Das ist unbedingt notwendig bei der Yogaschulung. Dann ist noch wichtig, Bescheidenheit zu entwickeln. Nur unter dem Einfluss höchster Bescheidenheit kann man in richtiger Weise von den Erfahrungen in den höheren Welten sprechen. Ein ganz immens hoher Grad von Bescheidenheit muss neben der Yogaschulung einhergehen. Der orientalische Schüler kann sich leicht erringen das Gefühl der Achtung, der Schätzung des Lehrers. Darauf kommt es in diesem Falle sehr viel an. Das tiefinnerste Vertrauen zum Lehrer ist bei der Yogaschulung notwendig, weil man einen festen Punkt haben muss. Der Yogaschiiler verlässt ja in gewisser Weise die ganze übrige Welt. Sein Verhältnis zur Welt ändert sich. Alle Dinge bekommen dann eine neue Bedeutung. Er wird fremd seiner Umgebung gegenüber. Er muss sich alle Dinge umwandeln. Eine gewisse geistige Alchemie geht mit ihm vor.  Er muss nun alles aus dem inneren Pflichtgefühl tun. Er behandelt alles von einem neuen Gesichtspunkte aus. Die Art und Weise, wie er zu den Dingen steht, ändert sich ganz und gar. In einer gewissen Weise wird der Mensch seiner Umgebung entfremdet. Wenn er nicht die volle Charakterstärke entwickelt, kann er dann leicht den Zusammenhang mit der Umgebung verlieren. Der feste Punkt für den Yogaschüler war immer der Lehrer, der ihm ein Haltepunkt war, den er seinen Guru nennt, den er wie die Verkörperung der Gottheit im Menschen ansieht. In Wirklichkeit ist es so, dass in höheren Menschennaturen wirklich göttliche Wesen da sind. Es erscheint dem orientalischen Menschen dies selbstverständlich, dass in dem Guru eine höhere Wesenheit lebt. Im Abendlande ist das nicht der Fall. Wenn jemand eine Yogaschulung im Abendlande sucht, dann findet er auch im Abendlande die Möglichkeit, zum Ziele zu kommen. Das größte Übel der Yogaschulung wäre Ungeduld. Aber die überwindet man, wenn man Reinkarnation und Karma als Wirklichkeiten erkennt. Das muss als Gefühl in uns leben, dass man das jetzige Leben zwischen Geburt und Tod tatsächlich als eines unter vielen ansieht. ln einer Mitschrift uon Anna Rebmann ist noch die folgende Tabelle angehängt: Materiales Erkennen Gegenstand Bild Begriff Ich 1. Stufe (Sensation) Imaginatives Erkennen , Illumination Bild Begriff Ich 2. Stufe Wilknsartiges Erkennen . Inspiration Begriff Ich 3. Stufe Intuition Ich 4. Stufe Schwan I  IV. MITGLIEDERVORTRÄGE IN HAMBURG  DIE WOCHENTAGE - SIBYLLENWEISHEIT Hamburg, 9. April 1905 Auch in den täglichen Dingen liegt tiefe Weisheit verborgen. Es haben auch die Namen der Wochentage eine tiefe Bedeutung. ln ihnen spiegelt sich die lange Entwicklung, die unsere Erde durchgemacht, seit sie sich in feuerflüssigem Zustand befunden hat. Sie ist durch verschiedene Durchgangsstufen durchgegangen, innerhalb welcher sich der Mensch bis zu seiner jetzigen Organisation und Gestalt heranentwickelt hat. Wir gehören zur fünften Wurzelrasse unserer Erde. Die ersten Stämme waren die herübergekommenen Atlantier, die auf der Atlantis, dem überfluteten Erdteil, einst wohnten. Die Überlieferung von der großen Flut, welche die Atlantis zerstörte, finden wir in der Geschichte der Sündflut oder Sintflut aufbewahrt in den Sagen aller Religionen. Was unsere Rasse vor allem von den Atlantiern unterscheidet, ist die Gabe des Intellektes. Die Atlantier hatten noch keinen Verstand. Bei ihnen wurde erst das Gedächtnis ausgebildet und die Sprache. Der dritten Rasse, der lemurischen, fehlte auch die Sprache. Die Körper der Atlantier waren noch nicht fertig geformt. Ihnen fehlte das Vorderhirn, das noch in der Entwicklung begriffen war. Sie konnten nicht kombinieren, keine Schlüsse ziehen, doch beherrschten sie in hervorragendem Maße die niederen Kräfte der Natur, durch die sie einen starken Einfluss auf Menschen und Tiere ausüben konnten. Die Lemurier, die dritte Rasse, bewohnte einen Kontinent zwischen dem jetzigen Asien, Afrika und Australien. Vulkanische Katastrophen haben diesen Weltteil aufgelöst. Die Lemurier hatten noch kein Gedächtnis. Die letzten Überbleibsel dieser Rasse, an denen man diese Tatsachen beobachten kann, befinden sich noch in Australien. Ihre Sprache bestand nur in Lauten, die nicht als Verständigungsmittel dienten, sondern Zaubermittel waren. Die Worte besaßen magische Kräfte. Die Körper dieser Menschen waren noch weich. Sie  besaßen die Fähigkeit, vermittelst ihrer Willenskraft die Gliedmaßen auszudehnen, wie die niederen Tiere heute Fangarme ausstrecken und einziehen können. - In der Mitte der lemurischen Zeit entwickelten sie das Selbstbewusstsein, wodurch der Mensch sich von den Tieren unterscheidet. Die Tiere haben den physischen KÖrper, Ätherkörper und Astralkörper mit dem Menschen gemein; erst das Ich-Bewusstsein macht den Menschen zum Menschen. Die Bedeutung des Ich ist in ihrer Tiefe einzigartig. <Ich> ist das Unaussprechliche, das Göttliche. Keiner kann zu dem ändern ·Ich> sagen. Und es ist zugleich vertraulich und intim. Nur zu mir selbst kann ich <Ich> sagen. Es ist das einzige Wort, das auf keinen anderen anwendbar ist. Die drei niedrigen Prinzipien, Sthula sharira, Linga sharira und den Astralkörper besaß der Mensch vom Monde her, das vierte Prinzip des Selbstbewusstseins kam auf der Erde dazu. Dies höhere Prinzip, das neue Ich, brachten die Führer der Menschheit aus der Marswelt herüber. Vorher war der Astralkörper nur fähig, durch die Suggestion der Eingeweihten zu funktionieren; der Mensch musste erst seelisch im Bilde sehen, um zu empfinden. - Der Mars ist ein Vorgänger der Erde. Dort waren die Astralkörper schon weiter entwickelt als auf der Erde. Nun fand ein Einfluss statt, den wir als Marsstadium bezeichnen können. In der Mitte der atlantischen Rasse, in der fünften Unterrasse, bei den Ursemiten kam das Denken hinzu. Doch konnten sie noch nicht kombinieren, es war Gedächtnisarbeit. Denken kam durch einen Merkureinschlag, der dem Menschen die Fähigkeit brachte, sich weiterzuentwickeln. Aus dieser fünften Unterrasse der vierten Wurzelrasse hat sich die fünfte Wurzelrasse später entwickelt. In der esoterischen Lehre werden unter ·Erde> Mars und Merkur verstanden. Vor der lemurischen Rasse waren die KÖrper luftfÖrmig, noch früher ätherisch auf einem astralischen Weltenkörper, der sich dann zum ätherisch-irdischen verdichtete. Die ersten irdischen Formen waren Wiederholungen von früheren Zuständen und Runden. Auf dem Mond, dem großen, noch nicht von der Sonne getrennten, lebten die hyperboreische Rasse und die polarische Rasse. Erst während der lemurischen Epoche  spaltete sich der Mond ab. Zur Zeit der Hyperboreer und Polarmenschen waren Sonne und Mond noch vereint. Osiris, die Sonne, und Isis, der Mond, gebaren Florus, die Erde, auch die menschliche Seele. Und schon früher hat das Weltall durch ein ganzes Pralaya schon andere Metamorphosen durchgemacht. - Vor der lemurischen Epoche bildeten also Sonne, Mond und Erde noch ein Ganzes. Don wurde der Astralkörper ausgebildet. Es wurde die Möglichkeit zu Lust und Leid entwickelt. Mineralien und Pflanzen waren einander noch sehr ähnlich. Die Mineralien wuchsen, ähnlich wie die Pflanzen. Der Mensch lebte auf einem Sumpfboden. Die Erde hatte noch nicht ihre feste Gestalt. Pflanzen wuchsen aus dem Mineralreich hervor. Auch das Mineral lebte. Alles lebte, Lebendiges wuchs auf Lebendigem. - Ein Überbleibsel aus dieser Epoche sehen wir an den Schmarotzertieren und -pflanzen. Die Mistel ist ein solches Schmarotzergewächs, das nur auf anderen Pflanzen sein Dasein fristen kann. Sie ist ein Typus von einem zurückgebliebenen Lebewesen, das den Mondenzustand nicht überschritten hat. Sie spielt in der nordischen Sage eine große Rolle: Der böse Loki tötet den Baldur mit einer Mistel. Nur dieser Parasit vom Monde konnte eine tödliche Macht über Baldur, den Sonnengott, haben, weil er vor der Sonne gewesen ist. Es gibt auch niedere Tiere, die den Mondenzyklus nicht vollendet haben, und diese umgeben sich daher mit einer Schale, um sich gegen die Außenwelt zu schützen; sie wären den Erdeinflüssen sonst nicht gewachsen. Der Mondepoche geht die Sonnenepoche voran. Der Sonnenkörper war unser aller Wohnplatz, wir sind Sonnenkinder. Von daher stammt unsere pranische Lebenskraft. Vorher hatte der Mensch nur einen physischen Körper. Dort erhielt er den Ätherkörper. Vor der Sonne war der Saturn. Als Planet war er physisch. Diese physische Materie war der Ursprung des Mineralreichs. Sie bildete den Körper des Menschen. Seine übrigen Körper ruhten noch in Gott. Wir haben uns den Übergang vom Saturn zur Sonne, von der Sonne zum Mond nicht sprungweise zu denken, sondern etwa so: Der Saturn umfasste das ganze Gebiet des späteren Sonnensystems. Die Sonne sonderte sich ab von den überschüssigen Teilen, welche die  Menschen nicht zu der Bildung ihres physischen Körpers brauchten. Man spricht dabei von ·Abspaltenn Auf der Sonne, die nun also noch Mond und Erde in sich schloss, bildete sich der Ätherleib des Menschen, indem er die pranische Lebenskraft empfing. Als die Sonne abgespalten war, bewegte sich der große Mond, inklusive Erde, um die Sonne, aber ohne sich um sich selbst zu drehen. Er war dazu noch nicht beweglich genug, denn das Astrale entwickelte sich erst auf dem Monde. Und erst als diese Lebenskraft von den Menschen und der Erde aufgesogen war, spaltete sich der Mond nun aus der überschüssigen Materie, den Schlacken ab und bildete den Trabanten der Erde, als welchen wir ihn kennen. Auf der Erde ist dann zu den vier niedrigen Prinzipien das Manas hinzugekommen, und seine Aufgabe ist es, den Menschen zu entwickeln bis zur Budhi-Stufe. In der Mitte der lemurischen Rasse kam der Marseinschlag. Von ihm erhielten wir das Selbstbewusstsein. Vom Merkur kommt das Budhi-Prinzip. Die Budhi-Stufe umfasst das Hellsehen, die Kontinuität des Bewusstseins, das dann nicht durch Schlaf und Tod unterbrochen wird. Das Bewusstsein erstreckt sich dann bis ins Devachan und auf die Planeten. Es ist dies die Entwicklung von Manas zu Budhi. Diese soll in der sechsten und siebenten Rasse ihre Vollendung erreichen. Darüber weit hinaus geht die Entwicklung des Jupiter und der Venus. Vulkan ist noch nicht sichtbar; er kann nur von den Eingeweihten wahrgenommen werden. Der Zustand auf dem Jupiter ist ein solcher, dass, wenn ein gewöhnlicher Mensch dahin versetzt werden könnte, er wahnsinnig werden würde, denn ihm würden alle Mittel fehlen, zu begreifen, was da vorgeht, und er würde sich den dortigen Bewohnern durchaus nicht verständlich machen können. Die Mitteilung geschieht dort nur durch Gedanken, die eine Lichtwirkung hervorrufen. Die Lichtgestalten, die hervorgerufen werden, sind aber nur Schein, während auf der Venus die Gedankenformen nicht nur objektiv sind, sondern wirkliche Wesenheiten. Die Gedankenkraft ist da so groß, dass sie wirkliche Wesen schafft. Der Vulkan kann von Wesen, die mit Gehirn begabt sind, nicht gedacht werden.  Um den Menschen diese sieben Stufen der planetarischen Entwicklung stets im Gedächtnis zu erhalten, haben die großen Weisen, die Hüter und Leiter der Menschheit, den sieben Wochentagen die Namen der Gestirne gegeben. Die ursprünglichen Namen haben sich zwar nicht in allen Sprachen erhalten, aber in vielen der modernen Sprachen sind sie nachweisbar: deutsch englisch Sonnabend lSamsrag Saturday Sonntag , _ __ Sunday Montag Monday Dienstag - Ziu Tuesday Mittwoch Wednesday Donnerstag Thursday Freirag Friday holländisch Zatcrdag Zondag Maandag Dinsdag Woensdag Dondcrdag Vrydag italienisch Sabbato Domenica Lunedi Mandl Mercoledi Giovdi Venerdi Das Zählen der Tage fing bei den Alten an am Sonnabend, Samstag. Es sollen die sieben Wochentage dem Menschen eine dauernde Erinnerung daran sein, dass er aus dem Kosmos herausgewachsen ist. Als die Menschheit sich in Staaten zusammenschloss, die nach Gesetzen regiert wurden, als Parlamente entstanden, wie wir sie heute haben, vergaß sie den Ursprung dieser Gesetze. Das war vor Zeiten anders. Man war sich der großen geistigen Gesetze wohl bewusst. Man kannte die eine Wahrheit und wusste, dass nur eine Wahrheit sein kann. Aus den Ursemiten entwickelte sich die fünfte Wurzelrasse. Wir können sie in sieben Kulturepochen einteilen. Die erste, die urindische, wurde von den sieben weisen Rishis geleitet. Sie war ganz auf das Übersinnliche, das umfassende Göttliche gerichtet. Die UrMeder und Perser hatten ein Zwei-Göttersystem. Sie sahen Licht und Schatten, nannten sie Ormuzd und Ahriman, das gute und das böse Prinzip. Bei den Babyloniern und Ägyptern nahm der Götterkult weitere Form und Gestalt an. In all diesen Kulturen besaßen die Priester allein die Weisheit und regierten die Völker, die selbst  noch nicht intellektuell entwickelt waren. Die Entwicklung der Staaten und die Priesterherrschaft bestanden lange nebeneinander, verschmolzen ineinander. Lassen wir schematisch die Epochen an uns vorüberstreifen. Vor sieben- bis achttausend Jahren, als die atlantische Kultur in die nachatlantische überging, erkannten die Weisen, dass jede Kultur sieben Phasen zu durchlaufen habe. 1. Phase: Der große göttliche Einschlag wird durch Gesetze bestimmt. 2. Phase: Liebe soll alles regieren. 3. Phase: Auswirken der Leidenschaften. 4. Phase: Kama-Manas, - Künste und Wissenschaften. 5., 6. und 7. Phase: Manas, Buddhi, Atma-Prinzip wirken sich aus. Dieser Überblick für eine künftige Kulturepoche, dieser siebengliedrige Plan wurde niedergelegt in den sibyllinischen Büchern. So war es weniger Voraussicht, nach welcher die Weisen handelten und Völker leiteten, sondern vielmehr ein Aufbauen nach einem ganz bestimmten, von hohen göttlichen Wesenheiten nach ewigen Gesetzen geordneten Plan. In Mythen und Sagen ist uns manches aus der vorgeschichtlichen Zeit überliefert. So führt uns der Trojanische Krieg den Kampf der dritten und vierten Unterrasse vor Augen. Troja mit seinen Göttern wurde von der Schlauheit des Odysseus überlistet. Seine Klugheit, die in dem hölzernen Pferd verkÖrpert war, brachte Troja zu Fall. Auch die Laokoon-Gruppe gibt uns ein Bild von dem Ringen des Verstandes mit der Kraft der Priesterweisheit; oder, besser gesagt: Die Priesterkultur wird überwunden von der Klugheit. Aeneas, der Sohn des Anchises und der Aphrodite, wurde der Stammvater der RÖmer. Die sieben rÖmischen KÖnige sind mythisch zu betrachten, wie es auch bereits von den Geschichtsforschern geschieht. Romulus versinnbildlicht die dauernde kosmische Substanz des physischen Leibes; Numa Pompilius die ganze Kraft des Lebens, das kriegerische Element, das Selbstbewusstsein, den Gottesdienst. Unter Tullus Hostilius findet die Eroberung von Albalonga statt. Die Alba longa war das Gewand der Priester. Die Eroberung durch die  Römer bedeutet, dass das höhere Gesetz der Budhi die Oberhand gewinnen wird über die Priesterherrschaft, bei welcher der einzelne Mensch nur durch die Priester von den höheren Gesetzen Kunde erhielt während er allmählich in Selbstbewusstheit selbstverantwortlich nach dem Höchsten streben soll. Die Entstehung des Plebejertums fällt in diese Entstehungszeit des niederen Manas. Ancus Marcius: staatlicher und städtischer Ausbau. Gründung der Hafenstadt Ostia. Der römische Bürger als vorläufiger Ich-Träger. Tarquinius Priscus, der fünfte römische KÖnig, der Etrusker, der von außen kommt. Er stellt den Teil des Manas, des Geistselbsts, dar, der die drei niederen Glieder mit den drei höheren verbindet. Scrvius Tullius: Klasseneinteilung nach Vermögen, Census, Hebung der Plebejer, Einschlag der Budhi. Tarquinius Superbus, der Erhabene: höchste Ausbildung der unumschränkten Königsgewalt, Ziel: Atman, der Geistesmensch. Die Theosophie bringt Ordnung auch in das Chaos der geschichtlichen Forschung. Auch die Staaten werden nach ganz bestimmten Gesetzen aufgebaut. Immer finden wir die Siebenteilung, nach welcher sich alles entwickelt. An dem Faden dieses Einschlags lösen sich die Geheimnisse und Wirrnisse, die uns sonst unlösbar erscheinen. Fragenbeantwortung Herr Hube tat eine Frage bezüglich der Entwicklung der Sinne. Daraufantwortete Herr Dr. Steiner: Die Sinnesorgane auf dem Mond waren ganz andere als später auf der Erde. Zum Beispiel konnte das Salz wahrgenommen werden, aber nicht gesehen in dem jetzigen Sinne des Wortes. Nur durch das Gesehene entsteht das Bild im Astralen. - Es gibt vier Arten von Äther: Wärmeäther, Lichtäther, chemischer Äther und Lebensäther. Der Lebensäther oder Prana hat zwei Pole: Elektrizität und Leben. Die Lemurier hatten zuerst kaltes Blut, die Erde selbst gab ihnen die nötige Wärme; dieser Vorgang ist treffend geschildert in den Worten: «Ijer Geist brütete über den Wasserm - der Materie. Erst der Astralleib konnte im Menschen Wärme erzeugen.  Die Lichtempfindung trat erst allmählich auf, als die Sonne sich von der Erde trennte. Zuerst nur ein Empfinden von Licht und Finsternis; es entwickelt sich allmählich ein Sehwerkzeug, das heute nicht mehr vorhanden ist, sich aber noch in der Sage von dem einen Auge des Zyklopen erhalten hat. Mit der Ausbildung der Augen, die erst entstehen konnten, als die Sonne der Erde das Licht spendete, verlor der Mensch das Wahrnehmungsvermögen für das Seelische in der Umgebung. Die Seele wurde immer mehr zum Spiegel der Außenwelt. Der ätherische Vorfahr des Menschen war im Grunde genommen ein einziges HÖrorgan; das Ohr entwickelte sich erst später. - Der Tastsinn ist dem Menschen geblieben; er verteilt sich über den ganzen Körper, der empfindet. Die Bedeutung des Mondes in seinem jetzigen Zustand Er hat noch bestimmte Wirkungen auf den Astralkörper, hat auch Einfluss auf die Fortpflanzung, auf Ebbe und Flut und die gemeine Befruchtung. Auf die Frage nach den Kanälen auf dem Mars äußerte Dr. Steinek dass schon die Wissenschaft diese Entdeckung als einen Irrtum bezeichnet. Die Entwicklung der Marsbewohner ist eine viel höhere als die unsrige; sie ist nicht nach unserem Maßstab zu messen. Die Wochentage in Deutsch, Schwedisch und Französisch: deutsch Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag schwedisch französisch Lördag , _ Samedi Söndag Dimanche Mändag Lundi ,_ Tisda.g__ _ Mardi Onsdag Mercrcdi Torsdag Jeudi Fredag Vendrcdi  DIE GEISTIGE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN Hamburg 15. Oktober 1905 Wir haben gestern die Zusammensetzung des menschlichen KÖrpers bis zur Entwicklung des Ich besprochen und kommen heute zur Entwicklung des geistigen Menschen. Hier eröffnen sich uns Perspektiven für die fernere Entwicklung, die wir in ihrem Endziel in unserem gegenwärtigen Bewusstsein nicht übersehen und voll zu begreifen vermögen. Das menschliche Ich hat im Laufe der Zeiten tiefgehende Veränderungen erfahren, die konform gehen mit eben so tiefgehenden Veränderungen unserer Erde. Man täuscht sich, wenn man glaubt, der Mensch früherer Zeiten hat genau so ausgesehen oder in seiner geistigen Entwicklung genau die Stelle eingenommen wie heute. Ein Wesen, das wir heute kaum als Mensch bezeichnen würden, hat die vorzeitige Erde bevölkert. Erst mit Ende der Atlantis hatte sich das menschliche Ich so weit entwickelt, dass man von einem bewussten Ich sprechen kann. Man kennt die Stelle, und zwar in der Nähe des heutigen Irlands, an der sich das menschliche Ich so weit gehoben hat, dass man von einem bewussten Ich, von einer Bewusstseinsseele, sprechen kann. Erst von diesem Zeitpunkt ab sind die physikalischen Verhältnisse der Erde so weit gediehen, dass von einer Scheidung von Luft und Wasser gesprochen werden kann. Erst diese alten Irländer vermochten die Sonne so zu sehen, wie wir sie sehen. Vor dieser Zeit, während der atlantischen und lemurischen Periode lebten die damaligen Menschen in einer Art Luftwasser-Ozean, einer am besten mit dem Nebel zu vergleichenden Vermengung von Luft und Wasser, durch die die Sonne nur als eine Art kalte Scheibe, wie wir sie bei starken Nebeltagen erblicken, durchschien. Regen und Sonnenschein gab es nicht. Unsere alte germanische Sage spricht von jenem Zeitpunkt als von dem Nifelheimn Die Seele hatte sich damals noch nicht nach außen entwickelt.  Sie sah einen Gegenstand nicht als solchen, sie fühlte ihn mehr und erlebte ihn eigentlich nur innerlich. Begegnete uns damals ein uns unsympathischer Mensch, so sahen wir ihn nicht als Menschen, sondern erlebten eine Farbenerscheinung, die uns unangenehm berührte. Wir können dies am besten vergleichen mit dem Schmerzgefühl; wir sehen den Schmerz auch nicht, wir fühlen ihn nur. Wenn auch primitiv, so war doch damals schon die Sprache vorhanden und ermöglichte uns, unserem Empfinden Ausdruck zu geben. Der Mensch besaß Verstand, aber dieser Verstand war kein reflektiertes Bewusstsein, die menschliche Seele war lediglich zu einer Verstandesseele gediehen. Im alten Lemurien, der früheren Periode unserer Erde, besaß der Mensch überhaupt nur innerliches Empfinden, keine Sprache. Er hatte nur eine Empfindungsseele. - Der Zustand unseres Erdballes war noch mehr als flüssig anzusehen. Dem Menschen standen noch keine Füße zur Fortbewegung zur Verfügung; er hätte sie auch in den ihn umgebenden Elementen nicht brauchen können. Seine Bewegung war mehr einem Schwimmen ähnlich; damals atmete der Mensch genauso wie heute die Fische: durch Kiemen. Er hatte keine Lungen, zur Balancierung gebrauchte er eine Luftblase. Doch hatte schon während dieser Perioden der Mensch seine Empfindungsseele, seine Verstandesseele und seine Bewusstseinsseele zum Tier hinzuentwickelt. Dann erst spross das Ich innerhalb der Seele auf, durch eine fortgesetzte Umwandlung, eine fortgesetzte Vereinigung des Astralleibes, der fortgesetzt von den kosmischen Kräften seiner Entwicklung dem Menschen zugeführt wurde. Erst zu Ende der Atlantischen Periode konnte der Mensch anfangen, sich bewusst zu entwickeln. Erst jetzt begann die Arbeit von innen nach außen, während vorher lediglich eine Kräfteentwicklung von außen nach innen in Frage kam. Wir müssen uns klar werden, dass die früher besprochenen drei Stufen kein Umwandlungsprodukt, keine eigentliche Entwicklung des menschlichen Ich bedeuten, sondern mehr eine Absonderung der Empfindungs-, Verstandes- und Bewusstseinsseele als Teile der menschlichen Seele. Erst mit dem Bewusstsein wird das Tierische im Astralleib umgesetzt und  verwandelt. Das Resultat der Bewusstseinsarbeit des Ich an seinem Astralleib ist das Geistselbst oder Manas. In diesem Stadium hatte der Mensch erst moralische Begriffe, Logik - kurz reine Verstandesarbeit -, er hatte die Möglichkeit, sein Ich umzugestalten, aber lediglich in Bezug auf seinen Astralleib. Religion und Kunst, die reine Freude am Schönen wirkten stärker als moralische Begriffe, sie erzeugten den Lebensgeist oder Budhi. Hier konstatieren wir eine direkte Vergeistigung des Ätherleibes, nicht mehr des Astralleibes. Ein Chela, ein Schüler gestaltet mit vollem Bewusstsein seinen Leib um; er will bis in den Lebensleib alles umarbeiten, alles vergeistigen. Er hat ausgelernt, wenn aus seinem Lebensleib ein Lebensgeist geworden ist. Der Mensch hat in seiner Gewalt seine moralischen Begriffe, er kann aus Erfahrung lernen, aber er kann erst im hochentwickelten Stadium daran denken, diejenigen Eigenschaften, die ihren Sitz in seinem Ätherleib haben - Temperament, Gewohnheiten, Charakter, Gedächtnis - umzugestalten, zu vergeistigen. Aber er lernt dies ungemein langsam. Zum Verständnis dient uns ein Vergleich mit unserer Kindheit. Wir haben schnell und ungemein viel gelernt zu dem, was wir schon vor zehn Jahren wussten, aber wir haben an unserem Charakter nur äußerst wenig verändert. Diejenigen Temperamentsregungen, die uns als Kind anhafteten, sind in der Hauptsache uns in unserem Alter noch geblieben, sogar unsere Schriftzüge haben sich im Grund vollständig erhalten. Die Aufgabe des Chelas ist diese Änderung, diese Umfiihrung des Lebensleibes schneller zu machen, mit einem Wort: ein anderer Mensch zu werden, die Hauptkräfte des Ätherleibes gewissermaßen zuriickzuentwickeln, in die Gewalt des Bewusstseins zu bekommen. Noch viel schwieriger ist diese Umfiihrung des physischen Leibes in einen Geisteskib. Alle Funktionen unseres physischen KÖrpers gehen in unserem gegenwärtigen Entwicklungsstadium uns vollständig unbewusst vonstatten. Wir wissen, dass etwa unser Pulsschlag sich vom Kind zum Erwachsenen ganz bedeutend verlangsamt, aber diese Verlangsamung vollzieht sich uns vollständig unbewusst. Wir  haben sie nicht in der Gewalt. Alles in unserem Körper geht einer Veränderung entgegen ohne unser Wissen, ohne unseren Willen. Der fortschreitenden Entwicklung bleibt es vorbehalten, diese Änderungen unserer Lebensfunktionen zu einer bewussten zu machen. So ist es namentlich dem fortgeschrittenen Menschen möglich, seine Atmung und so weiter bewusst zu ändern. Es findet eine bewusste Vereinigung mit der kosmischen Kraft, die unseren physischen Leib aufgebaut hat, statt. Der Atman oder der Geistesmensch entsteht. Bei einer solchen Höhe der Entwicklung hat der Chela seine Aufgabe längst vollendet. Den Meister hat diese Stufe geschaffen. Aber alle diese Veränderungen haben das Ich zur Voraussetzung, wie das Lungenatmen nur als äußerer Ausdruck für das Entstehen des Ich anzusehen ist, [...I so ist die Erlangung der vollständigen Gewalt über seine körperlichen Funktionen der äußere Ausdruck für die Erstehung des Geistesmenschen. Bei einem Rückblick über das Gesagte sehen wir, wie zuerst der Aufbau des menschlichen Körpers unbewusst durch die natürlichen Kräfte erfolgt, wie die Entstehung und Ausbildung des Ich erfolgt, und wie das bewusste Ich dann durch die Tatkräfte des Chelas und des Meisters eine bewusste Läuterung und Umgestaltung des Leibes, eine vollständige Vergeistigung herbeiführt. Eine Erschließung neuer Welten ist die Folge. Zweimal wiederholt sich das Empfinden einer neuen Geburt. Das Empfinden bei Umwandlung des Lebensleibes in Lebensgeist und des physischen Leibes in ein geistiges Leben entspricht dem Empfinden bei der Loslösung des Kindes aus dem Mutterschoß. Alle größeren Religionen haben diese Dreiteilung des geistigen Menschen in Atman, Budhi und Manas zur Grundlage. In der christlichen Religion entspricht Atman dem Vater, Budhi dem Sohne Wort, Manas dem heiligen Geist.  ÜBER DIE DEUTSCHE MYTHOLOGIE Hamburg, 10. Dezember 1905 Die Götter- und Heldensagen der nordischen Völker beruhen auf tiefen okkulten Tatsachen. Auch innerhalb Europas gab es in uralten Zeiten okkulte Logen der weißen Bruderschaft. Von Schottland bis hinauf nach Nordrussland. Sie hießen <Trotten-Logen> oder <Druiden-Logenn Diesen Logen war die Entwicklung des geistigen Lebens der alten Völker anvertraut. Druide kommt her von Drus [...I. Die Sage, dass Bonifatius die Eiche gefällt habe, als er das Christentum brachte, ist ein schönes Gleichnis dafür, dass die alte hochreligiöse Druidenreligion durch das Christentum überwunden worden ist. Sechshundert bis siebenhundert Jahre vor Christi Geburt geriet die alte Religion in Verfall. Der letzte Teil zog nach Süden. Die uralten Trusker, woraus später die Etrusker wurden, siedelten sich in Italien an; weiter östlich zog ein anderer Zweig nach dem alten Griechenland. Wenn wir die Sache der nördlichen Bevölkerung als Ganzes nehmen, so finden wir einen tiefen Zusammenhang auf geistigem Gebiete, zwischen dem Westen und dem Osten. Sehen wir den Buddhismus an. Diese hochgeistige Religion fand in ihrem Geburtslande Indien eigentlich kaum eine bleibende Stätte, sie wurde bald von dem Brahmanismus aufgesogen; dagegen hat sie Fuß gefasst in den Völkern, die von den Atlantiern abstammen, den Mongolen. Die uralten Germanen stammen auch von Atlantis her. Die Verwandtschaft der Religionen tut sich durch die Namen kund. Der nordische Gott <Wotäti· ist gleichbedeutend mit <Btiddhä>. Die uralte Religion stammt von Atlantis her. Sie kannte sehr wohl den untergegangenen Weltteil. Die letzten Nachklänge der alten Druidenreligion erloschen unter der Herrschaft der Königin Elisabeth; da wurden die letzten Druidenlogen aufgehoben. Die alte Lehre kannte zwei Überlieferungen. Im Süden lebte die Überlieferung von der durch das Feuer untergegangenen lemurischen  Rasse, im Norden die Erinnerung an das durch Wasser untergegangene Atlantis. Die erstere wurde in der Sage versinnbildlicht durch <Muspelheim>, das warme Sonnenland, und die zweite durch <Nifc1heim>, das Nebelland. Auch die Verwandtschaft der alten Ägypter mit den nordischen Völkern zu verfolgen, ist hochinteressant. Wir können sie in den Religionen verfolgen. Osiris wird von seinem Bruder zerstückelt und die Stücke umhergestreut, woraus dann die Erde entsteht. Sie finden in Ägypten viele Osiris-Gräber, wo die Stücke vom Osiris-Leichnam gleichsam begraben waren. Im Totenbuch wird Osiris - das höhere Ich - direkt angeredet: <Dic Osiris> und so fort. Die Aufgabe der Priesterschaft bestand darin, den toten Osiris im Menschen aufzuwecken. Im Norden haben wir den Riesen Ymir. Der wird erschlagen, und aus seinen Teilen entsteht die Erde. Aus seinen Haaren sind die Wälder gemacht, aus seinen Knochen die Felsen, aus seinem Blut die Flüsse und so fort, alle seine Glieder werden aufgeteilt. 'Wir erkennen, dass diese Mythe aus derselben Quelle geschöpft worden ist wie die Osiris-Verehrung. Die Edda ist ein Nachklang der Einwanderung von Atlantis. <Eddä> und <vcdä> ist dasselbe Wort. So erkennen wir den Zusammenhang zwischen allen uralten und alten Religionen. Die ganze Geschichte über Europa ist aufbewahrt in den Heldensagen. Auf den großen nordischen Eingeweihten <Sig·, der für Europa eingeweiht wurde, führen alle die Sagen zurück. <Siegfried>, ·Sieglinde', ·Sigurcb sind alles Namen, die auf ihn zurückweisen. An Tiefe übertrifft die nordische Überlieferung noch das, was aus Indien kommt. Was uns an all den Sagen auffällt, ist das prophetische und tragische, das alles durchzieht. Alles weist hin auf das, was da kommen soll. Wir sehen das an der Götterdämmerung. Man wusste, dass die Götter, die man verehrte, keine dauernde Verehrung finden würden. Man sagte zu ihnen: Ihr seid da für den Norden, aber ein anderer wird nach euch kommen, der höher ist als ihr. An der Geschichte des Siegfried ist noch deutlich zu erkennen, was mit der Initiation gemeint ist. Er hat den Lindwurm getötet, hat sich in seinem Blut gebadet, ist unverwundbar geworden - alles  Dinge, die die Initiation versinnbildlichen. Der Eingeweihte ist unverwundbar - nur eine Stelle zwischen den Schulterblättern war verwundbar, und das ist die Stelle, an der Christus sein Kreuz getragen hat und dadurch auch diese Stelle unverwundbar gemacht hat. Siegfried musste durch Christus abgelöst werden. Das wird in den Nibelungen dargestellt. Wir sehen da im Mittelalter den Übergang der beiden Strömungen, die schließlich zusammenflossen: die alte heidnische Strömung und die neue christliche Strömung. Die alte heidnische führt direkt zurück auf den Untergang von Atlantis. Von den Franken wurde sie abgelöst und in die christliche StrÖmung hinübergeleitet. Die Nibelungen kommen aus dem Nebelheim, dem Land, das von Wasser und Nebel umgeben ist. Der Nibelungenhort ist in den Rhein versenkt. Für die Völker gehörte der Rhein mit zu den großen Wassern, die Atlantis mit der goldenen Stadt und allen Schätzen verschlungen hatten. Dann sehen wir die Tafelrunde des Königs Artus. Sie repräsentiert die <Wcißc Loge· des alten Heidentums. Immer schärfer treten die Gegensätze im Mittelalter hervor und zwar in der Gestalt der <Ghibellinen> = Nibelungen - der Kaiserpartei - und der <Wibelungen> = Welfen, der Partei des Papstes, des Christentums. Was da von dem Christentum hereinkam nach Europa, kam nicht allein von christlichen Mönchen, sondern auch von orientalischen Bruderschaften. Die große geistliche Bruderschaft der NVeißen Logc>, die <Gral-Loge>, brachte das Tiefste des Christentums. Barbarossa will den Gral holen. Er erreicht sein Ziel nicht, sondern ertrinkt auf dem Wege. Er war seiner Zeit weit voraus und konnte daher seine Aufgabe noch nicht erfüllen. Nun wartet er im Kyffhäuser, bis der Geist seines Volkes soweit vorgeschritten ist, dass er es weiterführen kann. Die Entwicklung hatte noch nicht ihren Tiefpunkt erreicht. Es gibt solche, die nicht so tief mit hinabgehen können, die müssen wanen, bis die anderen durch die Tiefe hindurch zu ihrem Standpunkt herangekommen sind, dann können sie mit ihnen weitergehen. So sitzt Barbarossa und wartet. Die Raben sollen ihm Bescheid bringen, wenn es so weit ist. Die Raben sind die Eingeweihten des ersten Grades, sie sind Kundschafter, sie bringen Kunde aus der Welt des Geistes.  Der Kaiser - die Krieger - hat die Einweihung nicht gefunden. Wer ist geeignet, sie zu suchen? Dieser Typus ist repräsentiert durch ein großes edles innerliches Gemüt. Der reine Tor: Parzival. Der heilige Gral ist doch herübergekommen zur Zeit Barbarossas, aber er wird nur in Dumpfheit empfunden. Parzival sieht ihn, aber aus Unwissenheit, aus falscher Auffassung des Frageverbots versäumt er die Frage. Nun muss er alle Grade der Einweihung durchmachen. Er muss sich bewähren als Kind seiner Zeit, im weltlichen Rittertum. Durch Zweifel geht er hindurch: [Ast Zwifel Herzen Nachgebur..>] Endlich, nachdem er alles chirchgemacht, kommt er zum Gral. Da ist die ganze Initiation symbolisch dargestellt. Sein Nachfolger war Lohengrin. In der Geschichte des Mittelalters sahen wir das Aufblühen einer großen Kulturbewegung. Es entstanden blühende Städte und in ihnen das schaffende, rührige, aber mehr in sich abgeschlossene Bürgertum. Von Schottland bis Nowgorod entstand ein Kreis blühender Städte. Das bedeutet einen großen Fortschritt in der Weltenenrwicklung. Diese Entwicklung des Bürgertums entspricht der weiblichen Seite des Menschen. Das Männliche sucht das Seine in der Außenwelt, repräsentiert durch [Lücke in der Mitschrift] Das Innere des Mannes ist weiblich, es muss befruchtet werden von der großen NVeißen Loge·. Das wird uns dargestellt in der Lohengrin-Sage. Das aufblühende Städtewesen wird repräsentiert durch Elsa von Brabant. Sie ruft Lohengrin, den Ritter des heiligen Gral, zu ihrem Schutze an, vermählt sich mit ihm und verliert ihn wieder, weil sie nach seiner Herkunft fragt. Es besteht ein heiliges Gesetz bei den Eingeweihten, dass man nicht nach ihrer leiblichen Herkunft fragen darf. Lohengrins Bote ist der Schwan. Es ist dies der dritte Grad der Chelaschaft, der so bezeichnet wird: Sie wissen den Namen aller Dinge. Wolfram von Eschenbach, gestorben im Jahr 1225, dem wir die Parzival-Sage verdanken, konnte weder lesen noch schreiben. Auch Jakob BÖhme, der arme Schuster, wird sich nicht mit Bücherlesen abgegeben haben; darum hat er uns doch solche geistige Wahrheit  und Weisheit hinterlassen. Walter von der Vogelweide rühmte von sich, als etwas ganz Besonderes, dass er lesen und schreiben könne [...I, das war im Mittelalter eine gar seltene Kunst. In all diesen Götter- und Heldensagen des Nordens ist die Grundlage des Okkukismus enthalten, die der große Eingeweihte <Sig> verkündet hat. <Wotan> hat vier Initiationen durchgemacht, um die fünfte Unterrasse der fünften Wurzelrasse vorzubereiten, welche die Aufgabe hatte, die griechische mit der keltischen Rasse zu verschmelzen. Die vierte Unterrasse hatte ihre Größe im Süden. Hier im Norden wurde dementsprechend gegengearbeitet. Vier Stufen mussten hier erst durchgemacht werden, während sich unten im Süden schon hohe Kultur entwickelte. Vom Süden kam das Christentum. Im Norden wurden vier Elementarklassen des <Wotan> durchgemacht, damit man imstande sei, das Christentum aufzunehmen. NVotan·, <Willc>, <Wc· - Die Dreiheit. Die schöpferische Kraft, der Wille und Wc- die Kraft des Gemütes wurde ausgebildet, der tragische Zug, der durch alles hindurchgeht. Was haben die alten Deutschen von den Druiden gelernt? Ein Beispiel: Versetzen Sie sich auf den Mond. Dort waren die unteren drei Reiche nicht das, was sie jetzt auf der Erde sind. Das Mineralreich war noch nicht fest geworden, es war noch lebendig, beweglich, am besten zu vergleichen einer Spinatmasse oder eher mit dem Torf als dem Felsen. Steine gab es damals noch nicht. Das Leben war noch nicht daraus entwichen. Ebenso verhielt es sich mit dem Pflanzenreich. Die damaligen Pflanzen konnten nur auf Lebendigem wachsen. So wuchs Lebendiges auf Lebendigem. Nun haben manche Wesen das Ziel, was auf dem Monde vorgesteckt war, nicht erreicht. Es gibt jetzt noch Pflanzen, die nicht imstande sind, aus der toten Erde ihr Leben zu fristen, sie können nur auf Lebendigem wachsen; man nennt sie Schmarotzerpflanzen. Dazu gehört unter anderem die Mistel, die nur auf Bäumen wachsen kann, sie ist eine Mondpflanze. Der Mistelsaft ist gegnerisch zur Erde, daher wird oder wurde er als Gift in der Arznei gebraucht. Wir sehen aus dem Vorhergehenden, dass auf dem Monde die drei Reiche noch nicht ganz voneinander getrennt waren. Das Mineral reich war pflanzenähnlich, und das Pflanzenreich stand zwischen Pflanzen- und Tierreich. Wenn man gewisse Pflanzen anfasste, brachten sie Töne hervor. Die Erdensonne ist ·Baldur'. Das, was noch die Mondnatur an sich hat, wird durch <Loki> symbolisiert, der ist Baldurs Feind. Loki will Baldur umbringen. Was nimmt er, um ihn zu töten? Nichts von dem, was auf der Erde war, konnte ihm etwas anhaben, er benützt den blinden Hödur, den nur dumpf bewussten, und der erschlägt Baldur mit der Mistel. Alle diese Dinge kann nur der erkennen, dem die Erdverhältnissc bekannt sind. Zur Zeit der alten Druiden sind uns diese Dinge von den Druidenpriestern als Märchen erzählt worden. So sind wir vorbereitet worden, dass wir heute Theosophie verstehen können. Die Eingeweihten reden zu den Seelen, nicht zu den jeweiligen Menschen. So bereitet uns die heutige Theosophie wieder vor für die Wirklichkeit der späteren Zeitalter. Diuerses uennutlich aus einer Fragenbeantu'ortung [mit Kommentaren des Mitscbreibenden/ Richard Wagner hat die großen Wirklichkeiten intuitiv erfasst und in seinen großen Opern wiedergegeben. Verschiedene Versuche sind von den geistigen StrÖmungen gemacht worden, um diese Wirklichkeiten der Menschheit von heute vor Augen zu führen. Wie Richard Wagner als Künstler inspiriert wurde, so ist auch der Versuch gemacht, die Wahrheit dem Verstandesbewusstsein klar zu machen. Nietzsche war als Werkzeug dazu auserwählt. Sein Gehirn hat nicht standgehalten. Er musste den Versuch mit dem Tode büßen. [...I Die europäische Rasse war zu dickfellig. Es hat alles nichts genützt, bis Helena Petrovna Blavatsky es durchgebracht hat. - Wir hatten es mit Kali Yuga, der finsteren Zeit zu tun. Wir stehen in der Mitte der fünften Wurzelrasse und haben den Tiefpunkt überschritten. Jesus Christus: Als das Christentum entstand, war Jesus von  Nazareth ein hochentwickelter Chela, dritter Grad, der Schwan. Für den ist die ganze Welt, was für den gewöhnlichen Menschen das menschliche Ich ist, das heißt er kennt das wahre Göttliche in jedem Dinge. Er kennt die ganze Welt innerlich. Jedes Ding sagt ihm seinen wahren Namen. [Auf die Bitte um nähere Erklärung versuchte Dr. Steiner es uns so klar zu machen:] Während ich mit Ihnen spreche, bewege ich die Luft, die Schallwellen schlagen an ihr Ohr und Sie nehmen die Worte in der Seele auf. Die Luft ist in fortwährender Bewegung, die Gehörnerven fangen den Schall auf. Nun denken Sie sich die Luft mit ihren verschiedenen Schwingungen, denn jedes Wort bringt verschiedene Schwingungen hervor [...I. Denken Sie sich nun, dass vom Anfang, ehe ein Ding wurde, ein Wort für jedes Ding gesprochen wurde, und dass die Luftwellen, die dieses Wort bildeten, fest wurden, starr gemacht wurden. Denken Sie sich, meine Worte würden starr gemacht, dann würden sie hier sichtbar auf den Fußboden fallen. Das war in der Tat der Hergang bei der Schöpfung. Christus kann in der astralen Welt gefunden werden. Meister Jesus lehrt, wie wir Christus finden. Christus wird wiederkommen als spiritueller Mensch, wenn er sich in der sechsten Wurzelrasse wieder verkörpern wird. Er wird einen Vorläufer haben, den Johannes den Täufer. Die Sonne stand im Frühling zur Zeit Christi im Widdeg daher Christus = das Lamm. Sie rückt aber langsam vor. Früher stand sie im Zeichen des Stiers, daher der Stierdienst; noch früher in den Zwillingen, Perser - Ormuzd und Ahriman. Eine Sonnenperiode dauert zweitausendsechshundert Jahre. Jetzt kommt sie zu den Fischen. Im Mittelalter wurde hingewiesen auf die Zeit der Fische. Ein Element, ein Meer geistigen Lebens sollte kommen. Später kommt der Wassermann, nach zweitausendsechshundert Jahren. Die Tempelherren lehrten, dass Johannes wiederkommen werde - Johannes der Täufer 1···].  V. MITGLIEDERVORTRAG IN LUGANO  DAS VERGÄNGLICHE UND DAS EWIGE Lugano, 10. Januar 1906 Unser Denken, Fühlen und unser Sehnen bewegen sich nach zwei Richtungen und führen uns zu zwei Vorstellungen dessen, was immerfort um uns ist, das Vergängliche, und dessen, wonach der Mensch sich sehnt, das Ewige, über das er Aufklärung erhofft, das er zu enträtseln sucht, weil es ihm als Lebensrätsel erscheint. Die Wahrheit, welche der Mensch sucht, ist zu allen Zeiten dieselbe gewesen; aber die Menschen sind nicht immer dieselben; und so sind zu allen Zeiten, je nach der Entwicklung der Menschheit, die Antworten auf die Fragen nach der Wahrheit verschieden gegeben worden. Die Geistesrichtung, welche uns heutzutage die Antwort auf die Frage nach dem Ewigen in heute angebrachter Weise geben will, nennt man die theosophische. Sie ist in den letzten vier Jahrzehnten zur Entfaltung gelangt. <Thcosophic> heißt wörtlich: Gottesweisheit. Das meint die heutige Bewegung aber nicht, dass wir Weisheit von Gott erhalten wollten; die Gottheit, nach der wir ausschauen, ist auch für den Theosophen dasjenige, dem er sich fortwährend nähern will, das er aber nicht mit Begriffen umfassen kann; denn es kommen Zeiten, wo wir ganz andere, viel höhere Erkenntnisse haben werden von dem Gottesbegriff, von dem, wozu wir aufschauen. Es wäre also vermessen, mit den heutigen Fähigkeiten die Gottheit umfassen zu wollen. Ebenso wenig können wir von der Zukunft sagen, dass sie es tun wird. Die Weisheit von Gott verbreiten, das will die Theosophie; eine andere Art der Erkenntnis will sie einleiten. Das, was der Mensch mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstande kombinieren kann, nennt er Erkenntnis. Aber betrachten wir nun einmal, wie viel noch in der Seele vorhanden ist, wenn wir absehen von alledem, was wir einen Tag über an dem gegebenen Ort - Lugano - und der gegebenen Zeit - heute - erleben. Ganz anders würden wir empfinden, wenn wir statt in Lugano, etwa in Moskau - statt heute, vor hundert Jahren lebten. Lassen Sie uns  also das an Ort und Zeit Gebundene einmal abwerfen und suchen, wie viel dann in der Seele noch bleibt. Was der Mensch gewöhnlich unter Erkenntnis versteht, hängt mit Ort und Zeit zusammen; und der das annimmt, ist der vergängliche Mensch. Der tiefere Wesenskern im Menschen aber erkennt nicht durch die Sinne. Er erkennt das, was überall, zu allen Zeiten seine Gültigkeit hat. Die Religionen wollen dem Menschen Kunde geben von diesem nicht an Ort und Zeit Gebundenen. Und der Sinn des Religiösen ist die Verbindung zwischen Menschlichem und Ewigem. Theosophie ist Erkenntnis dieses inneren Menschen, seines WesensKernes. Theosophie ist nicht Erkenntnis von etwas anderem, als was um uns herum ist, sondern nur von einem anderen Teil desselben. Nehmen Sie an, ein Blindgeborener wäre in diesem Zimmer glücklich operiert worden. Dieselben Gegenstände sind noch da wie vorher, aber nun mit ganz anderen Offenbarungen für ihn. In ähnlicher Weise erfährt der Mensch durch die Theosophie von denselben Dingen, wie vorher - von Menschen, Pflanzen, Tieren und Mineralien -, aber er erfährt andere Eigenschaften von ihnen. Wie die Operation da ist, um dem Blinden denselben Gegenstand für das Auge sichtbar zu machen, so die Theosophie, um auf eine andere Erscheinung der Dinge hinzuweisen, auf das, was ihm neue geistige und seelische Eigenschaften an den Dingen sind. Sie erscheinen ihm dadurch in anderen engeren Beziehungen zu den Menschen und der ganzen übrigen Welt. Auf diese Weise wird der Mensch emporgehoben, die Dinge erhalten eine neue Bedeutung für ihn. Es ist die Theosophie ein Wissen vom unvergänglichen Teil im Menschen. Was der unvergängliche Wesenskern des Menschen, was das Wesen des Gottesmenschen ist, können wir ermessen an dem Worte Goethes: Wär nicht das Auge sonnenhaft, Wie könnt die Sonne es erblicken. Läg nicht in uns des Gottes Kraft, Wie könnt uns Göttliches entzücken. Das Auge muss dem Sonnenstrahl entgegenkommen; ebenso die innere Kraft der Seele der strömenden Kraft der Gottheit. Die Mystiker  haben das in ihrer Art ausgedrückt; zum Beispiel Angelus Silesius, mit den Worten: Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren. Die Erkenntnis durch den ewigen Wesenskern ist eine andere Art des Wissens, als die durch unsere Sinne und den Verstand. Wir unterscheiden daher verschiedene Arten der menschlichen Natur, sofern der Mensch ewig oder vergänglich ist. Gewöhnlich wird der Mensch sehr einheitlich aufgefasst. Den Menschen können Sie mit Augen sehen, er ist für Ihre Sinne wahrnehmbar wie das Mineral. Aber- wenn auch der Anatom den Leichnam zerschneidet, so erfährt er immer nur das, was er mit Augen sehen und mit Händen greifen kann. Der Mensch, den er beobachtet, ist ganz gleich der außen befindlichen leblosen Natur. Physikalische und chemische Vorgänge gehen in seinem Leibe ebenso vor sich. Dieser Mensch ist dasselbe, wie die Mineralien sind; etwas komplizierter zwar, aber doch dasselbe wie die übrige physische Welt in sich vereinigend. Das ist aber nicht der ganze Mensch, sondern der allererste Teil des Menschen. So ist ein Unterschied vorhanden zwischen den anderen physischen Körpern und dem menschlichen Körper. Wenn wir einen Menschen nachbilden und hacken von diesem nachgemachten Menschen die Hand ab, bleibt sie eine Hand; hacken wir sie vom wirklichen Menschen ab, so verdorrt sie; meine Hand hat ihre Existenzmöglichkeit nur mit mir. Außer mir bleibt sie keine Hand. Ein Arzt wird einwerfen: «Das ist ganz natürlich, denn es zirkuliert kein Blut mehr in ihr.» Aber die Frage ist: Warum braucht meine Hand Blut und die andere nicht? Und somit kommen wir auf das zweite Glied der menschlichen Wesenheit; der ganze KÖrper ist ein Lebendes, wie der Kristall nicht ist. Solche Wesenheiten, von denen ein Stück abgenommen, nicht mehr dasselbe bleibt, nennt man ·1ebende Wesenn Wir Menschen haben also noch diesen Lebensleib, der macht, dass die einzelnen Teile zusammengehalten werden; und diesen Lebensleib nennen wir Ätherkib. Er ist für den Theosophen etwas ebenso Wirkliches wie der  physische Leib. Und ebenso wie den physischen mit allen Mineralien haben wir den Ätherleib mit allen Pflanzen gemein. Der Mensch ist eine Pflanze; er wächst und pflanzt sich fort, denn diese Eigenschaften hängen am Ätherleib. Wesentlicher noch als dieser ist das dritte Glied. In demselben Räume wie der physische Leib und der Ätherleib befindet sich eine Summe von Lust und Leid - eine Summe von Instinkten und Trieben, Gedanken und Vorstellungen, die sich ebenso mit einem Schwerte durchhauen lassen, wie der physische und ätherische Leib. Seit Jahrhunderten hat man diesem Dritten den Namen Astralkörper gegeben. Ihn haben wir mit allen Tieren gemeinsam. Der Mensch ist also ein Wesen, das alle drei Naturreiche- Mineralien, Pflanzen, Tiere- in sich vereinigt. Dies hat Goethe erkannt, und Schiller dokumentiert es mit den schönsten Worten in seinem ersten Brief an Goethe: Lange schon habe ich, obgleich aus ziemlicher Ferne, dem Gang Ihres Geistes zugesehen und den Weg, den Sie sich vorgezeichnet haben, mit immer erneuerter Bewunderung bemerkt. Sie suchen das Notwendige der Natur, aber Sic suchen es auf dem schwercsten Wege, vor welchem jede schwächere Kraft sich wohl hüten wird. Sic nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu bekommen; in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Individuum auf. [Brief vom 23. August 1794] Ein Naturforscher aus dem Anfange des neunzehnten Jahrhunderts - Lorenz Oken - nennt den Menschen einen Extrakt aus allen Eigenschaften des Tierreichs harmonisiert. Paracelsus, der große Arzt des Mittelalters, sagt: Was ausgebreitet in einzelnen Buchstaben, ist vereinigt der Mensch; die ganze Natur muss man buchstabieren, dann kann man sich den Menschen zusammensetzen. So haben wir also Mineral, Pflanze, Tier, im physischen Leib, Ätherleib und Astralleib den Menschen seiner dreigliedrigen Wesenheit nach. Feinsinnige Naturen erkennen noch ein Viertes; so Jean Paul, der von sich erzählt: Als junger Knabe stand ich einst vor einer Scheune. Da kam mir plötzlich ein ganz neuer Gedanke: Du bist ein Ich, und mir war jetzt, als habe ich in das Vergangene meines Wesens hineingeschaut.  Wenn wir die Dinge benennen, so finden wir, dass ein jedes Ding seinen besonderen Namen hat, als Tisch, Stuhl, Bank, einen Namen, mit dem jeder das Betreffende bezeichnen kann. Nur der Mensch hat einen Namen, den er nur für sich aussprechen kann; sich selbst beigeben kann. Die tiefen Geister der Religionen entwickeln immer dies Gefühl. Deshalb haben die Juden das den unaussprechlichen Namen Gottes genannt, Jahve, das Ich. Ich kann mein Ich nicht von außen, nur aus tiefstem Innern erfassen. In meinem Innern kündet sich der Gott in meiner Seele an. Dieses Ich hält alles Übrige zusammen, und die Arbeit des Ich an den drei ändern KÖrpern ist Weltentwicklung. Das Ich beherrscht die ganze Tierheit in sich und veredelt sie. Als Darwin einst in eine Gegend kam, wo Menschenfresser lebten, sagte er zu ihnen, es sei nicht gut, Menschen zu essen. Er erhielt zur Antwort, wie er das denn wissen könne. Da er doch nie Menschenfleisch gekostet habe, könne er doch nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht sei. Unter 'gut' und <schlccht> verstand der Wilde nur das Angenehme und Unangenehme. Die Kenntnis, dass Menschenfressen etwas Ungehöriges sei, hat sich entwickelt dadurch, dass das Ich am Astralleib gearbeitet hat. Anfangs sind die Begierden roh, das Ich veredelt sie, es durchackert den Astralleib - Begierdenleib - so, dass er zum Geschöpf des eigenen Ich gemacht wird. Ich folge dann nicht mehr meinen Trieben, sondern dem, was mein Ich - meine Pflichten - mir vorschreiben. Einen solchen Astralleib, der ganz verwandelt ist, nennen wir als fünftes Glied Manas. Der heutige Mensch hat dieses Stadium teilweise erreicht. Hat er den ganzen Astralleib durchgearbeitet, so wird er reif, auch seinen Ätherleib durchzuarbeiten. Ist ihm dies gelungen, so hat er sechstens Budhi erreicht und kann von dem Budhi-Plan aus zuletzt auch den physischen Leib bearbeiten. Wenn er den physischen Leib beherrscht, wird in ihm siebtens sein ganzes Wesen - Atma - erweckt. So haben wir den Menschen in seiner Siebengliedrigkeit: vier niedere Glieder und zuletzt drei höhere, die der Mensch sich selbst entwickelt. Auch der Astralleib ist zum Teil Ergebnis der Arbeit des Ich. Was geschieht nun, wenn der Mensch stirbt? Da haben wir nun den physischen Körper vor uns. Man hat Tod und Schlaf verglichen;  doch ist der Schlaf etwas anderes, ein Zustand, in dem der Mensch zeitweilig gar nicht das ist, was er eigentlich ist. Was hat der schlafende Mensch vom gewöhnlichen? Die physischen und chemischen Prozesse — Verdauung und die anderen Lebensprozesse gehen ebenso vor sich wie beim Wachen; Lust und Leid sind vergessen. Wenn wir den Schlafenden stechen, fühlt er es erst, wenn er aufwacht. Im schlafenden Menschen liegen physischer und Ätherleib - oder Lebensleib - vor Ihnen. Der Astralkörper Begierdenleib - ist nicht dabei, sonst würde der Schlafende auch Lust und Leid empfinden. Das Ich mit dem Astralkörper ist fort. Der Schlaf ist also ein Herauslösen des Astralkörpers - Begierdenleib. Unterbrochen wird der Schlaf zunächst durch Träume. Träume aber sind nicht wie wache Erlebnisse. Wir unterscheiden dreierlei Träume: Erstens: Erinnerungen an das alltägliche Leben, Reminiszenzen. Zweitens: Wahrnehmungen aus der Umgebung, aber auf besondere Art. Wir sehen vielleicht die Lampe, aber nicht wie sie dasteht. Das Ticken einer Uhr neben unserm Bett erschallt im Traum vielleicht wie Pferdegetrappel - sinnbildlich ausgedrückt. Der Traum ist also zweitens ein Sinnbildschaffer. Einer Bäuerin träumt zum Beispiel, sie geht vom Dorf in die Stadt, tritt in die Kirche, um die Predigt zu hören. Der Pfarrer auf der Kanzel hebt die Hände. Seine Hände verwandeln sich in Flügel. Plötzlich, statt zu sprechen, fängt er an zu krähen und draußen hat der Hahn gekräht. Dies ist die bildliche Art, wie der Traum wirkt und schafft. Der Astralkörper ist der große Symboliker, er verwandelte das Hahnengeschrei in das symbolische Bild. Drittens: Die Art der Träume kennzeichnet sich als Reste der Erlebnisse des Astralleibes, wenn er aus dem physischen gdöst, in einer anderen Welt - der Astralwelt - weilt. Die Träume können ausgebildet, statt chaotisch, in großer Regelmäßigkeit herbeigeführt werden. Der Tod: Wenn der Mensch stirbt, dann geschieht etwas anderes; nicht nur der Astralleib löst sich los, sondern er nimmt auch den Ätherleib mit. Der schlafende Mensch lebt, der gestorbene Mensch lebt aber nicht mehr, weil er den Ätherleib - Lebensleib - verloren hat. Der Ätherleib wird nach einiger Zeit der übrigen Ätherwelt übergeben. Dann bleibt noch der Astralleib mit dem Ich. Er besteht  aus zwei Teilen: Aus dem, was nicht durchgearbeitet ist und aus dem, was der Mensch schon hineingearbeitet hat. Alles, was von außen verliehen ist, muss er nach dem Tode abgeben; und zwar gibt er das Tierische ab in der Kamaloka-Zeit - Astralwelt. In ihr wird die Aufgabe gestellt, die Hülle, welche man nicht kultiviert hat, abzustreifen; dann besitzt man noch, was man an seinem Ich rein herausgearbeitet hat. Auf das Kamaloka folgt der Devachan, der Ort, wo alles Göttliche lebt, nämlich das Ich, und was es vergöttlicht hat an seinem Astralleib. Da wird der Mensch reif, neuerdings auf diese Erde zurückzukehren, und das, was er hier braucht, muss er im neuen Leben an sich nehmen. Er veredelt im neuen Leben seinen Astralleib immer mehr. Das kann er nur, wenn er einen neuen Ätherleib bekommt. Dieses Wieder-zu-sich-Nehmen der niederen Glieder führt zur Reinkarnation. Ewig ist, was der Mensch hineingearbeitet hat in seinen Astralkörper; vergänglich, was er ablegen muss, nämlich das, was er noch nicht durchackert hat. Wenn er soweit ist, dass er seinen ganzen Astralkörper durcharbeitet hat, muss er ebenso - auf höherer Stufe, seinen Ätherleib durcharbeiten. Einen solchen Menschen nennen wir Chela. Die Weisheitslehre unterscheidet zwischen dem bloßen Kulturmenschen und dem Chela. Im alten Griechenland gab es Schulen, in denen nicht nur die große Kultur bewirkt, sondern auch Chelas - Eingeweihte - gebildet wurden. Von einem solchen verlangte man, dass er eine Katharsis - Reinigung, Läuterung - durchgemacht habe. Dann erst werden die Budhi und der Christus erweckt. Der Unterschied zwischen dem Kulturmenschen und dem Chela ist im Tode folgender: Stirbt ein Chela, so löst sich sein Ätherleib nicht mehr im Weltenäther auf, sondern es bleibt soviel vorhanden, als das Ich hineingearbeitet hat. Der Chela findet hernach seinen Ätherleib wieder vor, um ihn bei der Wiederverkörperung zu beziehen; während der Kulturmensch einen neuen bekommt. Auf den Ätherleib wirkt zum Beispiel, was die Religionen vorschreiben: wahre Frömmigkeit. Innere Weisheit auf sich wirken lassen, konserviert den Ätherleib. Bücher, die innere Weisheit bieten,  sind unter anderen: [«Das Buch der göttlichen TrÖstung»]; Sätze der ·Nachfolge Christi»; im «Neuen Testamerm enthält das Evangelium des Johannes vom dreizehnten Kapitel an weckende Sätze, die das Innere des Menschen, ewige Kraft in ihm erwecken. In «Licht auf den Weg» - niedergeschrieben von Mabel Collins - ist jeder Satz weckend. Ätherkraft stärkend sind daraus besonders folgende vier Sätze: Bevor das Auge sehen kann, muss es der Tränen sich entwöhnen. Bevor das Ohr vermag zu hören, muss die Empfindlichkeit ihm schwinden. Ehe vor den Meistern kann die Stimme sprechen, muss das Verwunden sic verlernen. Und ehe vor ihnen stehen kann die Seck, muss ihres Herzens Blut die Füße netzen. Ein anderes Mittel ist das Aufsuchen weltlicher Wahrheiten. Wissen und Weisheit wirken auf den Astralleib. - Vertiefen in die Werke der Schönheit - Raffaels Madonnen. Schönheit in sich einströmen lassen, wirkt auf den Astralleib. Der Chela verwandelt diese Arbeit in eine bewusste. Wenn der Chela seinen Ätherleib durchgearbeitet hat, dann hat er daran zu arbeiten, dass er seinen physischen Leib unter seine Herrschaft bekommt. Indem ich meinen Astralleib bearbeite, werde ich ein edlerer Mensch - weiser und besser - und kann als solcher andere dazu anhalten, sich zu veredeln. Das ist eine Wirkung von Mensch zu Mensch; es wird der gute und weise Mensch einen wohltätigeren Einfluss üben, als der gegenteilige. Der Ätherleib hat seine Fähigkeit nicht nur in der physischen Welt, sondern auch in der Gedankenwelt. Durch Imagination, durch Gedanken kann auf andere gewirkt werden. Ich kann die Gedanken meiner Seele anderen zusenden. Sprechen, Ermahnen ist Wirken in der physischen Welt. Ebenso können Wirkungen in der übersinnlichen Welt geübt werden in dem Maße, als der Ätherleib durchgearbeitet und schlummernde Kräfte geweckt werden. Indem man die Gedanken bis in das Werkzeug verfolgt, macht man die Kräfte des physischen Leibes zu überirdischen. Dieses Ideal ist Atma - oder wie der Christ sagt: die Gemeinschaft mit dem Vater.  Wer so an sich arbeitet, greift in das Ewige hinein. Der Stein zerfällt, wird von der Erde aufgenommen; auch die Pflanze gibt ihren physischen KÖrper an die Erde ab, ihren Ätherkörper an den Weltenäther. Der Mensch gibt wie das Mineral seinen physischen Körper an die physische Materie - wie die Pflanze ihren Ätherkörper an den Weltenäther. Der Astralkörper löst sich nach und nach im Kamaloka auf, doch nicht das, was durchgearbeitet wurde. Es bleibt etwas übrig. Der Mensch macht sich unvergänglich durch das, was er in seinen Körper hineingearbeitet; er schafft sich einen Wesenskern. Der physische Körper ist weiter als der Astralleib; er hat nicht solchen Teil, der schlecht ist. Betrachten wir zum Beispiel einen Oberschenkelknochen. Er ist nicht eine kompakte Masse, sondern - in mikroskopischer Betrachtung - ein wunderbares Gerüst, wie es kein Ingenieur konstruieren könnte. Kein Balken ist stärker als er just sein muss. So etwas wird von keinem Architekten gebaut - das wird draußen im Kosmos konstruiert. Das Menschenherz mit all seinen Fasern, der ganze physische Leib ist ein solches Produkt der göttlichen Ordnung. Der Astralleib macht fortwährend Attacken auf den physischen Leib. Das Herz ist gut. Nun kommt der Astralleib - Begierdenleib mit Wein, Tee und anderen Reizmitteln und stört seinen normalen Schlag. Es braucht lange Zeit, bis der Astralleib es dahin bringt, dass er ebenso weise ist wie der physische. Dann aber kann er an seinem Ätherleib arbeiten. Wenn auch der Ätherleib weise ist, wird der physische bearbeitet; den physischen Leib stärkt er in der Zukunft. Wer wirkt denn aber heute in seinem physischen Leib? Die Gottheit; sie schafft an den Gliedern der Menschennatur, an denen der Mensch noch nicht selbst schafft. Gehen wir auf das Beispiel der abgehauenen Hand zurück. Die Hand kann nur bestehen am Leibe; von ihm entfernt, verdorrt sie. Ebenso: Würde ich nur einige Meilen über die Erde hinausgehoben, so würde ich verdorren wie die abgehauene Hand. Daraus folgt: Als physischer Mensch bin ich an den Platz gebunden, an den ich gestellt bin. Wie ich die Hand nicht für sich betrachten kann, so kann ich den Menschen nicht ohne die Erde be trachten. Der Mensch ist kein Leib für sich, sondern ein Stück vom ganzen Erdorganismus. Er kann nur bei den Eigenschaften bestehen, die dieser bietet. Bei zweihundert Grad Wärme zum Beispiel könnte er nicht existieren. Wie unser Organismus von der Seele, so ist der ganze Erdorganismus von der Erdseele belebt. Der <Gcist der Erde> in Goethes «Faust» ist keine Phrase, sondern Wahrheit. Wer in sich den Ätherkib erweckt, kann mit höheren Geistern verkehren, wie Goethe, dem der Erdgeist sich offenbart: ln Lebensfluten, im Tatcnsrurm Wall' ich auf und ab, Wehe hin und her! Geburt und Grab, Ein ewiges Meer, Ein wechselnd Weben, Ein glühend Leben So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid. Der physische Körper ist ein Glied des planetarischen Organismus. Der Ätherkörper ist ein Glied des planetarischen Äthers. Im Äthergeist lebt der Geist, den man Budhi oder christlich <Sohn> nennt; im physischen Leib lebt der ·Vatcrgcistm Durch den Astralleib, durch den Ätherleib und den physischen Leib kommen wir zu Gott. Astral ist der ·Gcist>, den wig wenn er gut geläutert ist, den ·Heiligen Gcist> nennen. Im Ätherleib haben wir die Vereinigung mit dem Sohne. Im physischen Leib finden wir den Vatergeist, den Geist des planetarischen Lebens. Solche Wahrheiten liegen allen Religionen zugrunde. Die Theosophie will diese Wahrheiten erwecken. Die theosophische Weltanschauung will den suchenden Seelen Anhaltspunkte geben. Der Mensch ist aus dem Ewigen entsprungen. Vermag er nichts über Gehirnmoleküle, so vermag er doch viel über seine Gedanken; und wir erobern die niederen Naturen, indem wir jene dem Göttlichen nähern. Der Mensch muss in der Aufeinanderfolge der Zeiten verschiedene Fähigkeiten ausbilden. Im uralten Indien ist das, worauf nur  der Chela zurückblicken kann, in der Dichtung der ·Veda· eingeschlossen. In europäischen Gegenden ist durch die Druiden - heilige Männer, große Lehrer - ähnlich wie in der Veda heiliges Wissen niedergelegt. Die <Eddä> ist dasselbe wie Veda. In Buddha zeigen sich in anderer Weise dieselben Weisheitslehren. Buddha wird Wotan im Germanischen: <Bodä> wird <Wotä>, aus <Wotä> wird ·Wotann So haben wir denselben Schlüssel zur deutschen Mythologie. In der hebräischen Geheimlehre haben wir das <Ich> - das 'Jao' - 'jchovä>. Im Christentum den Christus. Von den Geistern der Weisheit unterrichtet die Ewigkeit. Später kam eine Zeit, in welcher die physische Welt erobert wurde [...I. Diese Eroberung der physischen Welt hat die geistige zurücktreten lassen. Jetzt tritt deshalb die Theosophie ein, um den überhandnehmenden Materialismus durch etwas Geistiges zu ersetzen. Früher haben die verschiedenen Religionen in den einzelnen Völkern je nach deren Bedürfnissen gelehrt. Heute hat der Materialismus den ganzen Erdball umsponnen; es muss also auch das Geistige den ganzen Erdball umfassen. Die Erdenmenschheit muss ein geistiges Ganzes werden. Dies ist das Ziel der Theosophie. Wie im Materiellen die Menschen sich überall verstehen, wie ein Scheck den ganzen Erdball als gängige Münze durchläuft, sollen überall Wahrheit und Weisheit gängige Münzen werden. Dass sich die Menschen allerwärts verstehen lernen und ihre Gedanken austauschen wie den Scheck gegen Münze, das ist unser Ziel - und darum die Forderung der Brüderlichkeit unter den Menschen, die erste, welche die Theosophische Gesellschaft stellt. Die letzten Jahrhunderte haben zeitliche Güter erobert. Die Kultur hat Schichten auf die Erdmasse getragen, welche von ihrem Entwicklungsgänge Zeugnis ablegen. Erst in den obersten Schichten findet man Menschenreste. Millionen Jahre weiter und alles, was wir jetzt arbeiten, wird ebenso eine Schicht bilden um den Erdball und eine gleichförmige Kulturgeschichte abgeben. Für die Zukunft, in welcher nicht nur das Materielle, sondern das Ewige, Unvergängliche das ganze Weltall umfassen wird, arbeitet die Theosophie. Darum legt sie so großen Wert auf den Kern der Brüderschaft.  So wie jetzt die Menschen in materiellen Mitteln sich verstehen, so werden sie künftig auch in den Seelen sich verstehen, wenn sie das Ewige erwecken, denn in den Seelen erschließt sich das Ewige. Durch das Ewige, das in uns selbst ist, wird das Ewige erst erschlossen- und vom Vergänglichen zum Ewigen, das ist der Weg, der uns von der Theosophie vorgeschrieben ist.  ANHANG  Lit) 'k lkü/w & H' l"" :p . /7%Kg4ec QL' rr4pXo? rµ" |JL/1 A dm bG"m·mj &' k"'~( rrt b:k« cc, :7 "Urft C"CN , i ,Al%r,M log rUv 'Ü:a b"jf iC; .g jjkj'—+ ,4~ µ ~a~ m H µ41 "' ü. M': +~ igj+r (11200""i") ,Lj m .·¢rm7"X-l '"·' " j'a ~,~ EvA a H ^·/ P'"· "7 " 4i "tl ±"'/hµµü'/ x:,··.-k" ( Xo;'"'f'o 1(J'jm4 Yhujäv, ·L¢-—k _°4" " / Hµ4'1 gm/·u¶ gl vc^A~' } <u rifha'y"l t"" /"" """ dj /·/,u',t M·ui4u'"' m& fry ALr% Fj. ' /' —A- " lV µ U4 " . ' <L h;ae.44k··"~ -'"" , Kl ~Jc~ Aä:jb· ±/4ImP"' Faksimile zu Rudolf Steiners Übertragung der Seligpreisungen (Mt 5,3-9) aus dem Notizbuch 124 zum Vortrag vom 19. Juni 1905 388  Zu dieser Ausgabe Entstehung Der vorliegende Band enthält von Rudolf Steiner in den Orten Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Lugano im Jahr 1905 sowie 1906 gehaltene Mitgliedervorträge. Er schließt unmittelbar an den Band GA 90a an, der Berliner Mitgliedervorträge der Jahre 1903 und 1904 enthält. Der Vortrag vom 10.Januar 1906 in Lugano wurde in diesen Band aufgenommen, weiler zeitlich und thematisch nah zu den anderen Vorträgen dieses Band steht und die weiteren noch unpublizierten Mitgliedervorträge aus dem Jahre 1906 bereits anderen Bänden (z.B. GA 111) vorbehalten sind. Oft ist nicht mehr nachvollziehbar, inwieweit es sich um Mitschriften von Zwcigvorträgen, um Mitschriften zu Ausführungen RudolfSteiners in kleineren Kreisen oder sogar um private Lehrstunden für Einzelpersonen handelte. Vermutlich waren in dieser Anfangszeit der theosophischen Arbeit Rudolf Steiners die Grenzen auch fließend. Einen Großteil der in diesem Band behandelten Themenkreise hat Rudolf Steiner gleichzeitig oder später für sein schriftliches Werk ausgearbeitet. Hier sei insbesondere hingewiesen auf: - Die Mystik im Aufgang des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung (1901, GA 7) - Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums (1902, GA 8) - Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung (1904, GA 9) - Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? (1904-1905, GA 10) - Aus der Akasha-Chronik (1904-1908, GA 11) - Die Stufen der höheren Erkenntnis (1905-1908, GA 12) - Lucifer-Gnosis, grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie (1903-1908, GA 35) Textgestalt Textgrundlagen: Die jeweilige Textgrundlage ist in den Hinweisen im Anhang zu Beginn jedes Vortrages angegeben. Einige Vorträge wurden bereits im Nachrichtenblatr oder in den ·Beiträgen> oder anderen Periodika abgedruckt, was jeweils - so weit bekannt - in den Hinweisen nachgewiesen ist. Die Wiedergabe der Textgrundlagen folgt den im Archivmagazin Nr. 5/2016 publizierten Editionsrichtlinien, was eine möglichst transparente und quellennahe Herausgabe ermöglichen und die Bandbreite zwischen den Bedingtheiten  der Mitschreibenden einerseits und der inhaltlichen und dokumentarischen Nähe zu Rudolf Steiner andererseits sichtbar machen soll. Der Sprachgestus wurde soweit möglich beibehalten, leichte stilistische und grammatikalische Glättungen wurden nicht einzeln ausgewiesen, größere und namentlich inhaltliche Eingriffe des Herausgebers stehen in eckigen Klammern (11)· Die zugrundeliegenden Mitschriften sind von unterschiedlicher Qualität. Das Spektrum reicht von bruchstückhaften Notizen bis zu ausführlichen Übertragungen von Mitschriften inklusive Fragenbeantwortungen, von persönlichen Notizen bis hin zu weitgehend objektiven Wiedergabeversuchen des von Rudolf Steiner Vorgebrachten, es reicht auch von inhaltlich fragwürdigen Notaten bis zu klar gegliederten und stringenten Mitschriften. In ihrer Zusammenstellung werden sie zu eindrücklichen Dokumenten der von Rudolf Steiner geleisteten Aufbauarbeit in den Anfangsjähren der theosophischen Arbeit. Wenn nicht anders angegeben, folgtderTitel des Vortrages derTextgrundlage. Ebenso folgen die Bibelzitate der Textgrundlage, wenn nicht anders vermerkt. Im Gegensatz zu den ausgewiesenen Bibelzitaten, die eingerückt und in kleinerer Schrift gesetzt sind, werden freie Bibelübertragungen von RudolfSteiner eingerückt und in der Grundschriftgröße dargestellt. Gliederung: Die beiden Bände GA 90a und GA 90b versammeln bislang noch nicht publizierte Mitglicdervorträge und stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang zu den bereits herausgegebenen Bänden der Gesamtausgabe (GA 88, 89, 92, 93, 93a sowie 264 ff). Die chronologische und lokale Anordnung soll inhaltlich zusammenhängende Bögen aufzeigen. Wiederholt beispielsweise Rudolf Steiner im Berliner Zweig anfänglich das Thema der Welt- und Bewusstseinsentwicklung aufgrund der theosophischen Tradition, so lässt er daraufhin eine Reihe von Vorträgen über die Apokalypse (Apokalypse I bis VII, GA 90a) folgen, um anschließend wieder die beiden Themenkreise <Kosmologie> und ·Apokalypse» zusammen in einer Reihe von Vorträgen zu besprechen (Die Apokalypse und Theosophische Kosmologie I bis VI, GA 90b). Die theosophisch-östliche Überlieferung wird auf diese Weise allmählich in die christlich-westliche Esoterik überführt. Dem folgen schließlich Vorträge zum individuellen Schulungsweg (Erkenntnis der höheren Welten I bis III, GA 90b). Zwischen diesen Hauptetappen behandeln die Vorträge vielfältige anderweitige Themen. Mitten in eine Reihe von Vorträgen über die Welt- und Erdentwicklung schiebt Rudolf Steiner einen Vortrag über das Hellsehen und die menschliche Aura ein, um damit für die weiteren Ausführungen einen besseren Verständnisboden bereiten zu können (Vortrag vom 12. Januar 1904). Die Gliederung der Vorträge nach Orten bzw. Zweigen (Logen) trägt dem Umstand Rechnung, dass Rudolf Steiner je nach Ort und Zuhörerschaft andere Themen behandelte und auch den Darstellungsstil entsprechend anpasste. So sprach beispielsweise RudolfSteiner Überdie Bedeutung der katholischen Messe und über Noualis'Dicbtung ·Heinrich uon Ofterdingen· vor den Mitgliedern  in Köln, über Yoga in Köln und Düsseldorf und über nordische Mythologie in Düsseldorf und Hamburg (alle in GA 90b). Zum leichteren Verständnis der in den hier wiedergegebenen Mitschriften noch vielfach verwendeten östlich-theosophischen Terminologie wurde dem Anhang ein <Thcosophischcs Glossar· beigefügt. In diesem Zusammenhang sei auf den Sonderhinweis auf Seite 435 f. hingewiesen. Hinweise zum Text I. Yorträge in Berlin Zum Vortrag vom 1. Januar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer handschriftlichen Reinschrift von Marie Steiner-von Sivcrs (Vonragsregister-Nummcr 994e I). Der Titel stammt vom Herausgeber. 20 Kimdalini: Siehe Theosophisches Glossar im Anhang. 21 Sbamo: Oder Schamo, früher gebräuchlicher Name für Wüste Gobi. Die zweibeitliche /Religion/: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 22 Osiris: Übersetzt etwa <Sitz des Aügcs>, der ägyptische Gott des Jenseits, der Wiedergeburt und des Nils. Zum Osiris-Mythos gehören Isis (Schwester und Gattin des Osiris) und ihr Sohn Horus. Zu den in Kaiserzeit und Spätantike im Römischen Reich verbreiteten Mysterienkulten gehörte der ursprünglich aus Ägypten stammende Isis- und Osiriskult. Er entwickelte sich wohl im späten Hellenismus aus dem altägyptischen lsiskuh. ZKm Vortrag vom 2. Januar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung handschriftlicher Notizen von Marie Steiner-von Sivers (Vonragsregisrer-Nummer 994f I). Der stichwortartige Stil wurde zur besseren Lesbarkeit durch den Herausgeber leicht geglättet, ohne aber dabei inhaltliche Änderungen vorzunehmen. - Der Titel stammt vom Herausgeber. 25 lsbwara: Zu den theosophischen Begrifflichkeiten siehe Theosophisches Glossar im Anhang. 26 Jason: Jason ist eine Heldengestalt der <A%onautensagep der griechischen Mythologie. Zum undatierten Vortrag (DK Vergottung des Menschen - die Aufgabe der Künste) Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von handschriftlichen Notizen von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsregister-Nummer 877n I), deren stichwortartiger Stil  zur besseren Lesbarkeit durch den Herausgeber leicht geglättet wurde, ohne aber dabei inhaltliche Änderungen vorzunehmen. - Der Titel stammt vom Herausgeber. - Die Zuordnung des Vortrages auf Anfang 1905 ist unsicher. Der Abdruck im vorliegenden Band erfolgt aufgrund verschiedener Abwägungen: ln Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis des Menschen (GA 283) sind im Anhang Notizen von Mathilde Scholl wiedergegeben. In der Notiz, die auf den 22. Januar 1905 datiert ist, wird die Plastik als die Kunst der physischen Welt, die Malerei als die Kunst, die der astralen Welt entstammt, und die Musik als die Kunst, die dem Mentalplan entsprinµ beschrieben. Hierzu ließe sich die Äußerung Rudolf Steiners im vorliegenden Vortrag beziehen, dass es ihm vortags vergönnt gewesen sei, «ijber die drei Künste und ihre Entwicklung zu sprechen, indem ich sie darstellte als ein Spiegelbild jener Welten, die unserer jetzigen vorangegangen sind·. Allerdings folgen dann als Künste die Architektur, die Plastik und die Malerei. In den Vorträgen zum Wesen des Musikalischen im Jahr 1906 (ebenfalls GA 283) bezieht sich Rudolf Steiner, wie auch im vorliegenden Vortrag, immer wieder auf Anhur Schopenhauer. Im Vortrag Das Wesen der Künste, den Rudolf Steiner am 28. Oktober 1909 in Berlin hielt (u.a. in Kunst und Kunsterkenntnis, GA 271)), werden neben anderen Künsten explizit auch Architektur, Plastik und Malerei mit verschiedenen Regionen und Wesen der geistigen Welt in Bezug gesetzt, nicht aber wie im vorliegenden Vortrag in Bezug auf die drei Elementarreiche. 28 Nun war es mir gestem vergönnt: Ort und Datum des Vortrages, auf den Rudolf Steiner verweist, konnten nicht ausfindig gemacht werden. 30 Die Sonne tönt nach alter Weise: Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Prolog im Himmel, Vers 243. Tönend wird für neue Ohren ... Unerhörtes bOn sich nicht: Johann Wolfgang von Goethe, Faust ll, 1. Akt, Anmutige Gegend, Vers 4667-4674. 31 Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Mwik: Erstlingsbuch von Friedrich Nietzsche, publiziert 1872. 32 Die anderen drei Künste stellen die Vergangenheit dar: Rudolf Steiner bezieht sich offensichtlich auf die sogenannten cSchönen Kiinste·: Musik, Literatur und darstellende Kunst ordnet er der Zukunft zu, während er offenbar Malerei, Bildhauerei und Architektur eher der Vergangenheit zuordnet. 33 /So spricht der Herr zu den drei Erzengeln Gabriel, Michael, Raphael im Prolog im Himmel in Goethes ·Faust· I.]: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Friedrich Schiller: Die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen erschienen erstmals 1795 als Zeitschriftenbeiträge. 1801 erschien Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen in Buchform. Zum Vortrag uom 30. Januar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregister-Nummer 1016a I). Wenn nicht anders angegeben, sind die Einfügungen der maschinenschriftlichen Übertragung von Notizen von Walter Vegelahn entnommen (Vortragsregister-Nummer 1016a VII). - Der Titel dieser Vortragsreihe stammt vom Herausgeber.  34 in der ich nicht anwesend sein konnte: Rudolf Steiner befand sich vom 3. bis 20. (bzw. 23.) Januar auf Vortragsreise in den Städten Stuttgart, München, Nürnberg, Jena, Weimar, Köln, Godesberg, Bonn, Düsseldorf, Hamburg. 35 Hctt Scbomem Jan Arnoldus Schouten, 1883-1971, holländischer Theosoph, Mathematiker aus Delft. Charles Webst« Leadbeater: 1847-1934, englischerTheosoph. Sein Buch Die AstralEbene, ihre Szenerie, ihre Bewobner und ihre Phänomene war 1903 in deutscher Übersetzung erschienen. 36 Alfred Perg Sinnett: 1840-1921, englischer Autor und Theosoph. Sein Buch EsoteZic Buddbism erschien erstmals 1883 in London, in deutscher Übersetzung 1884 in Leipzig unter dem Titel Die esoterische Lehre oder Geheimbuddhismus. Helena Petrouma Bkuatsky: 1831-1891, Begründerin der Theosophischen Gesellschaft. Ihre Werke Isis Unueiled und Tbc Semi Doctnine gelten als Grundlagenwerke der Theosophie. Isis Unueiled - A Master Key to tbe Mysteries of Ancient and Modem Science and Tbeology, erstmals 1877 erschienen (deutscher Titel Isis entschleiert); die Geheimlehre erschien erstmals in englischer Sprache im Jahre 1888 unter dem Titel Tbc Secret Doctrine. 39 Während hier /aufdem astralen Globus/: Einfügungen in eckigen Klammern durch den Herausgeber. 40 uübrend hier /aufdem intellektuellen Globus] ... und Vorstelhngmelt: Einfügungen in eckigen Klammern durch den Herausgeber. wird sich von der Tonwelt /absteigender/ Linie: Im Stenogramm steht an dieser Stelle «auf-ab-s[cig¢ndcr·. ln der Mitschrift von Franz Seiler findet sich hier ·aufsteigender·. dass dies /aufdem Rupa-Globus/ ein armer Ton ... durcbgemacbt bat: Einfügungen in eckigen Klammern durch den Herausgeber. 42 ln Bezug auf die Globen ... dem Mars und dem Merkur entsprechen würde: In der Mitschrift von Walter Vegelahn lautet diese Stelle: ·Man glaubte nun, als die ersten Lehren den europäischen Laienschiilem gegeben wurden, irrtümlich, dass wir vorher auf dem Mars gelebt hätten, und später auf dem Merkur leben würden. Doch kann gar nicht davon die Rede sein. Dem Esoteriker ist es sogleich klar; denn Mars und Merkur sind physische Planeten, während die beiden Globen, der vor dem jetzigen Zustand und der, welcher nach uns sein wird, astrale Globen sind. Mars und Merkur sind so wie unsere Erde physisch ausgestaltet und haben eine ebensolche Planetcnkcttc.· 46 66 bedeutet bei dem Esoteriker nicht 66, sondern /6X6=/36: Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. Zum Vortrag uom 6. Februar 190$ Textgmndhge: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregistcr-Nummer 1019 A I). Wenn nicht anders angegeben sind die Einfügungen in eckigen Klammern der maschinenschriftlichen Übertragung von Notizen von Walter Vegelahn entnommen (Vonragsregister-Nummer 1019 B I).  52 Da unten im vierten Zustand: Bezieht sich vermutlich auf eine von Rudolf Steiner während des Vortrages angefertigte Skizze, die aber in den vorliegenden Vortragsmitschriften nicht dokumentiert ist. 53 Tanias, Gunas [und weitere indisch-theosophische Begriffe]: Siehe Theosophisches Glossar im Anhang. 62 Die Tiere, die zk der gleichen Zeit entwickelt waren in der lemurischen Zeit, waren Reptilien, Saurier und ähnliche. Parallel mit den Atlantiem entwickelten sieb dann die Säugetiere: In der Mitschrift von Walter Vegclahn heißt es hier: ·Die Lemuricr warfen die Reptilien ab. Die Atlantier die Säugetiere.· 63 einem zweiten Band zu meinem Buch <Tbeosopbie»: Geplant war ein Fortsetzungsband zu Rudolf Stciners Theosophie, GA 9, in dem die Kosmologie behandelt werden sollte. Ein unvollendetes Fragment hierzu ist in Bewusstsein - Leben Form. Grundprinzipien dergebtembenscba/tlicben Kosmologie, GA 89, publiziert. Der geplante Fonsetzungsband ist jedoch nicht zustande gekommen. Stattdessen schrieb Rudolf Steiner eine wesentlich ausführlichere Darstellung der Kosmologie, die aber erst 1910 unter dem Titel Die Geheimwissenschaft im Umriss, GA 13, erschien. 64 Cbakrams: Rudolf Steiner erwähnt hier nur sechs Chakren. Zu Beginn seiner Lehrzeit hat er das siebente Chakram nicht beschrieben. Siehe dazu auch Rudolf Steiner: Kundälini - Geistige Wabmehmungskraft icnd höheres Lebenselement, herausgegeben, ausgewählt und kommentiert von Andreas Meyer, Basel 2017. Zum Vortrag vom 13. Februar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stichwortartigen Mitschrift von Walter Vegelahn (Vortragsregister-Nummer 1022 B I). 67 um in der Lemurischen zu werden: Hinter ·werden· befindet sich in der Textgrundlage kein Punkt. seine Bescbäftigung einrichten. Durch den Tastsinn konnte er/sicb/seinen Weg bahnen, [um]: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 68 und das musste man auf/anderen/ Weltenkörpem: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Zum Vortrag vom 20. Februar 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Walter Vegelahn (Vortragsregister-Nummer 1025 lV). 74 Vergängh'cbes ist nur ein GleiChnis: Aus Johann Wolfgang von Goethes Faust ll, Bergschluchten (Chorus Mysticus): ·Alks Vergängliche ist nur ein Gleichnis; das Unzulängliche, hier wird's Ereignis; das Unbeschreibliche, hier ist's getan; das Ewig-Weibliche zieht uns hinan·, Vers 12104 ff. sechs Lotusblumen: Siehe Hinweis zu Seite 64, Stichwort Chakrams. 76 Licht au/den Weg: Im englischen Original Light on tbe Patb von Mabel Collins.  Mabel Collins (Pseudonym, eigentlich Minna Cook bzw. Mrs. Keningak Cook, manchmal auch Mrs. Kcnningdalc Cook) 1851-1927, britische Autorin, Theosophin und Tierschützerin. - Der zweite und dritte Satz der Einleitung von Teil I lauten: ·Bevor das Auge sehen kann, muss es der Tränen sich enrwöhnen. Bevor das Ohr vermag zu hören, muss die Empfindlichkeit ihm schwindcn·, Leipzig 1898, S. 5. Die beiden folgend zitierten Sätze sind der vierte und fünfte dieser Einleitung. 77 So wird dann auf dem späteren Globus der Geist die Körper bewegen. /Formzustände/: ·Formzustände· handschriftlicher Nachtrag in der Textgrundlage. Zum Vortrag uom 27. Febnuw 1905 Textgrundlage: Stichwortartige maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Walter Vegelahn (Vortragsregister-Nummer 1028 lV). 79 nicht aber kann es eine Verstandeswissenscbaft /uom Geiste/ geben: ln eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 81 was er hier physisch schafft, /geschieht/ dort: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 82 Der Mensch /i$t/ dann eine große Pflanze: ln eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Es werden durch seine Tätigkeit ... alles /wird/ dann nur noch wachen: Zeilenumbruch und Interpunktion wie in der Textgrundlage. Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. 85 Sodass/uon]dersechten an Atma, sonst u'ürde sie ibrtiefstes Ich nicht haben ausbilden können: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Zum Vortrag uom 6. März 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Walter Vegelahn (Vortrags'egister-Nummer 1034 I). 88 im Osten in der <gedrückten· Rasse: Das Wort ·gedriickten· findet sich als handschriftlicher Eintrag in einer Auslassungsliicke in der Textgrundlage. 89 wenn nicht diese Zurückgebliebenen [...I da wären, um eine neue An uon Mineralreich zu entwickeln: In der Textgrundlage ist sinngefährdend das ·nicht» zweimal gesetzt: ·wenn nicht diese Zurückgebliebenen nicht da wärerb um eine neue Art von Mineralreich zu entwickeln·. 90 Es tritt dann auf ein Wesen, dessen Karma bestimmt ist, abgeschlossen ... Sonnenhafte Wesen: Zeilenumbruch und Interpunktion wie in der Textgrundlage. 91 Und das Wort ist Fleisch geworden: joh 1,14. Mit dem Ich wird die Gottheit ausgesprochen: ln der Textgrundlage ist die Silbe ·aus· von ·ausgesprochen· handschriftlich durchgestrichen und zu ·an· abgeändert. Der Satz hieße dann: ·Mit dem Ich wird die Gottheit angesprochen.·  Zum Vortrag vom 21. April 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von stichwortartigen Aufzeichnungen von Bertha Reebstein (Vortragsregister-Nummer 1074a B 11). Einfügungen in eckigen Klammern, so weit nicht anders vermerkr, aus der maschinenschriftlichen Übertragung der Notizen von Marie Steiner-von Sivcrs (Vortragsregister-Nummer 1074a A I). - Der Titel stammt vom Herausgeber. 93 Empedokles: ca. 495-ca. 435 v. Chr., vorsokratischer Philosoph. Führte als mutmaßlicher Schüler der Pythagoreer die vier Wurzelkräfte (Rhizomata) oder Elemente (Feuer, Luft, Wasser, Erde) in die Lehre der mitteleuropäischen Naturanschauungen ein. - Von Empedokks wird erzählt, dass er seinen Leib zum Beweis der Weiterexistenz seines Geistwescns in den Ätna stürzte. 93 Wenn Du den Leib verlassend: In dieser Form bei den Fragmenten des Empedokks nicht zu finden. In dem von Rudolf Steiner sonst oft bcigezogcnen Werk von Vincenz Knauer Die Hauptprobleme der Philosophie (Wien und Leipzig 1892, S. 97) werden diese Verse ohne nähere Angabe als Worte Heraklits zitiert. - Die Sätze finden sich in den Goldenen Sprücben des Pythagoras: ·Wann du die Hülle gestreift, dich zum freien Äther cmporschwingst, / wirst unsterblich du sein, unvergänglichen, göttlichen WCsens», zitiert nach P. Hieronymus Schneeberger Die goldenen Sprüche des Pythagoras, Würzburg 1861/62, 11. In Die Weisheit des Empedokles von Bernhard Heinrich Carl Lommatzsch, Berlin 1830, 45 ist zu finden: ·Ebenso heißt es am Schluss der pythagoreischen goldenen Sprüche, in einer Stelle, welche Jamblichus nach Fabricius Behauptung dem Empedokles beilegt (Kath. 44 etc.): <Doch wenn den Leib verlassend zum freien Äther Du kamest I Wirst unsterblicher Gott Du, seliger, nicht mehr crsterbend,· wofür auch Empedokles in ändern Stellen den Ausdruck Unsterblichkeit braucht» 94 BLäulicb-uiolett ist ein Zeichen der Hingebung und allen /äbnlicben/ Gefühlen: Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. 96 Und in ·Faus> Il: Siehe Faust ll, erster Akt, Anmutige Gegend, Ariel Vers 46664667. Selig sind: joh 20,29. In der Luther-übersetzung heißt es: ·Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!· Aristides: Publius Aelius Aristides, 129-ca. 189 n.Chr., griechischer Rhetor. Für die zitierte Stelle vgl. Aelii Aristides Smymaei Hieroi Logoi, II: 32. cf. ed. Br. Keil, Vol: II, 401. Sophokles: 497/496 v. Chr.-406/405 v. Chr., Dichter der griechischen Klassik. Die zitierte Srclk bezieht sich evtl. auf das Sophokks-Fragmcnt: ·Wie hochbeglückt gelangen jene ins Schattenreich, die eingeweiht sind. Sie leben dort allein, den ändern ist nur Not und Ungemach bestimmt.· Rudolf Steiner nimmt auf dieses Fragment Bezug in dem Kapid Mysterien und My$lerienu7ei$heit in Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums, GA 8. Zitiert nach Carl du Prei Die Mystik der alten Griechen. Tempelscblaf- Orakel - Mysterien - Dämon des Sokrates, Leipzig 1888, S. 100. 97 Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben: joh 14,6. 98 Der Simplon-, der St. Gottbard-Dwcbsticb: Der Simplon-Tunnel-Durchstich erfolgte am 24. Februar 1905, der Gotthard-Tunnel-Durchstich erfolgte bereits am 29. Februar 1880.  98 Das Cbistentum als mystiscbe Tatsache: Rudolf Steiner publizierte im September 1902 sein Buch Das Christentum als mystische Tatsache (GA 8). Paulus spricht zuerst das Wort <Thcosopbib aus: Paulus spricht im Ersten Korintherbrief und im Epheserbrief von <Sophiä tOll Theou' (= Theosophie, Weisheit Gottes): I Kör 1,21, 1,24, 2,7 und Eph 3,10. Siehe hierzu u.a. Vortrag in Berlin, I. März 1906 in: Die Welträtsel und die Anthroposophie, GA 54, Dornach 1983: ·Das Wort Theosophie ist später erst entstanden. Zuerst wurde es gebraucht von dem Apostel Paulus. Es ist aber ein gemeinsames Eigentum aller tiefer Erkennenden gewesen, und wir brauchen uns nur einzulassen auf dasjenige, was innerhalb des vergeistigten Christentums als Theosophie vorhanden war, als göttlicher Begriff, als Begriff vom göttlichen Leben, und Sie werden die Tatsache des Geistes gleich in einer ganz ändern Weise erfassen können, als das mit den heutigen Begriffen, wie sie noch gang und gäbe sind, möglich istx Stürzet alle auf mich ihr Felsen und zerstöret mich ... denn leb bin stärker als ihk wenn ich mähe Bestimmung e7fülle: Bezieht sich auf Johann Gottlieb Fichte: Einige Vorlesungen überdie Bestimmung des Gelehrten, Jena und Leipzig 1794, S. 70, Schluss der dritten Vorlesung. Wörtlich lautet diese Stelle: ·Ich hebe mein Haupt kühn empor zu dem drohenden Felsengebirge, und zu dem tobenden Wassersturz, und zu den krachenden, in einem Feuermeer schwimmenden Wolken, und sage: Ich bin ewig und trotze eurer Macht. Brecht alle herab auf mich, und du Erde, und du Himmel, vermischt euch im wilden Tumulte, und ihr Elemente alle - schäum« und tobct und zerreib« im wilden Kämpfe das letzte Sonnenstäubchen des Körpers, den ich mein nenne; - mein Wille allein mit seinem festen Plane soll kühn und kalt über den Trümmern des Weltalls schweben; denn ich habe meine Bestimmung ergriffen, und die ist dauernder als ihr; sie ist ewig, und ich bin ewig, wie sie.» Mein Vater bat mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet war: joh 17,24. ln der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: ·Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, dass sic meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward.· Mir ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden: Mt 28,18. Zum Vortrag uom 19. Juni 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregister-Nummer: 1105 B I). Die Einfügungen in eckigen Klammern entstammen einer maschinenschriftlichen Übertragung von Aufzeichnungen von Bertha Reebstein (Vortragsregistcr-Nummer 1105 C I), einer maschinenschriftlichen Übertragung von Notizen von Walter Vegelahn (Vortragsregister-Nummer 1105 A I) oder sind vom Herausgeber; sie sind jeweils in den Hinweisen entsprechend ausgewiesen. - Bibelzitate wie in der Textgrundlage. - Zu den Seligpreisungen siehe Anhang; siehe ebenso Mantriscbe Sprüche, Seelenübungen Bd. /1, GA 268, S. 326. - Siehe auch den Vortrag vom 2. Dezember 1905 in Köln in diesem Band. 100 dass u'ir in der nächsten Zeit großen Ereignissen: ln den Aufzeichnungen von Bertha Reebstein steht statt ·großem «schweren». die Bergpredigt am Anfang der Evangelien: Mt 5. 100 l'Ctat c'est mol: Handschriftliche Ergänzung in der Mitschrift von Franz Seiler. Leitspruch des monarchischen Absolutismus, der Ludwig XIV. zugeschrieben wird.  101 Wolfgang Kirchbach: 1857-1906, Dichter und Schriftsteller, lernte Rudolf Steiner im Giordano-Bruno-Bund kennen. Siehe hierzu u.a. Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe Nr. 79/80 sowie Briefe Band 11: 1890-1925, GA 39. Kirchbachs Buch Was lehrte Jesus? erschien 1897/98 in Berlin. 102 dass der Christus Jesus in intimster Weise tiefe Wahrheiten /ausspracb/: Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. 103 meine Vorträge über die Astrahuelt und über den uierdimensionalen Raum: Über die astrale Welt, sechs Vorträge in Berlin, 28. Oktober bis 2. Dezember 1903, enthalten in: Über die astrale Welt und das Deuacban, GA 88. - Siehe auch: Die vierte Dimension, sechs Vorträge in Berlin, 24. und 31. März, 17., 24., 31. Mai und 7. Juni 1905, enthalten in: Die uiene Dimension. Mathematik und Wirklichkeit, GA 324a, Dornach 1995. 105 Sehnsucht [im Physischen] ist der eine Pol, Erfüllung im Geistigen ist der andere PoL" Einfügungen in den eckigen Klammern aus den Aufzeichnungen von Bertha Reebstein. ln der Mitschrift von Walter Vegclahn heißt es hier: ·Sehnsucht in der physischen Welt hat zur Folge Erfüllung in der astralen Welt.· Barmherzigkeit ist der eine Pol, Barmherzigkeit ist auch der andere Pol: ln den Aufzeichnungen von Bertha Reebstein heißt es hier: ·Barmherzigkeit - Reinheit des Schaums». Ganz entsprechend lautet diese Stelle bei Walter Vcgdahn: ·Barmherzigkeit der eine Pol - die Reinheit des Schaums der anderc.· So könnte ich Ihnen noch eine große Anzahldieser sogenannten pathologischen Pole anführen: ln der Mitschrift von Walter Vegelahn steht statt ·pathologischen· das Wort ·pythagoreischen». Und was sieb hier aus dem niederen Selbst als Erfüllung hinaufschwingt in das höhere Selbst, das wird Sehnsucht aufder höheren Ebene: Diese Stelle lautet in der Mitschrift von Walter Vegdahn: ·Und was sich hier aus dem niederen Selbst heraufschwingt in das höhere Selbst, wird Erfüllung in einer höheren Ebene finden.· 106 Das fünfzehnte Kapitel beginnt wie folgt: Die zitierte Stelle entstammt Johann Wolfgang von Goethes Wilbelm Meisten Wandeijabre, Drittes Buch, 15. Kapitel, Hamburger Ausgabe, München 1982, S. 449. 107 Selig sind die Bettler um Geist: Zu der Übersetzung der Seligpreisungen durch Rudolf Steiner siehe den Abdruck aus dem Notizbuch 124 im Anhang. /nacb denen er sich im niederen Selbst gesehnt bat/: Einfügung aus der Mitschrift von Walter Vegdahn. Es kommt das Reich Gottes nicht in einer /äußeren/ Wabmehmung und damit ist eine sinnlicbe Wahrnehmung gemeint: ln eckigen Klammern sinngemäße Ergänzung.durch den Herausgeber. Die Aussage bezieht sich auf Lk 17,20. In der Luther-Ubersetzung lautet diese Stelle: ·Da er aber gefragt ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden.· Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes bt unter euch: Bezieht sich auf Lk 17,21. ln der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: Man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder da ist es! Denn sehct, das Reich Gottes ist inwendig in euch. 108 mit denen ihr /sebt/: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber: In der Mitschrift von Franz Seiler steht «wahrnehmt» statt ·seht».  108 [mit den Himmeln/: Einfügung aus der Mitschrift von Walter Vegclahn. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden in ibrem böberen Selbst die Erde besitzen: In der Mitschrift von Walther Vegclahn finden sich für diese zweite Seligpreisung zwei andere Varianten: a) ·Se1ig sind die Sanftmütigen, denn sie werden in ihrem Selbst an der Erde ihren Anteil haben.· b) ·Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden in ihrem höheren Selbst die Erde als ihren Anhang schaffen.· /Aber es bestebt hier nicht eine notwendige Verknüpfung. Nicht gemeiht ist dabek dass die Seligen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, in sich selbst gesättigt werden/: Handschriftlicher Nachtrag in der Mitschrift von Walter Vegelahn. 109 [Wie sich die Sehkraft des Auges nur entwickeln kann, wenn die Knistall-Linse rein ist/: Einfügung aus der Mitschrift von Walter Vegdahn. VIll) Selig sind die, welche man: ln der Mitschrift von Franz Seiler steht hier «Lich[» statt «Reich». In allen anderen Mitschriften steht ·Reich·. 110 mähe Wagner-Vonräge: Siehe Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft, vier Vorträge in Berlin am 28. Mär6 5., 12. und 19. Mai 1905, enthalten in: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, GA 92. was ich einmal die mördliche Strömungp und die «üdliche Strömungp in unserem Kulturleben genannt habe: Siehe hierzu Rudolf Steiner: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, GA 92. 111 Kanna ist kein fatalistisches Naturbuch: In der Mitschrift von Walter Vegelahn lautet diese Stelle: «Karma ist kein fatalistisches Gesetz, Karma ist ein Naturgesetz.· /u'ird Kanna nicht neues Kanna erzeugen/: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. ln der Mitschrift von Franz Seiler lautet diese Stelle: ·wie Karma nicht neues Karma erzeugt" 112 Als ich einige Stunden uor dem Vortrag in einer Zeitung übeT den abgegangenen ungarischen Minister Stephan /Tsza/: Einfügung in den eckigen Klammem durch den Herausgeber. Stephan Tisza: 1861-1918, von 1903 bis 1905 Ministerpräsident Ungarns; 1913 bis 1917 einflussreicher Politiker Österrcich-Ungarns. Leitartikel der «iVeuen Freien Presse· in Wien: Leitartikel in Neue Freie Presse, Morgenblatt, Wien, Sonntag, 18. Juni 1905, Nr. 14661. Der Satz hejßt ungefähr: Der Satz lautet im Originalwonlaut: ·Was ihn aus dem Gewöhnlichen schon zu einer Zeit herausgehoben hat, da niemand wissen konnte, dass mit seinem Sturze ein folgenschwerer Abschnitt in der Entwicklung des Reiches beginnen werde, was ihm stets eigen war, war das vollständig Ernsthafte in seinen Gedanken und Zidcn.· Zwei Menschen [der Familie Rotbscbild/: Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. Welthaus Rothschild, Fünfpfeil: Der Begründer des Bankhauses Rothschild in Frankfurt, Mayer Amschd Rothschild (1744-1812) hatte fünf SÖhne, die in verschiedenen Ländern Filialen gründeten und dort zu Ansehen und Reichtum gelangten. Amschd Rothschild (1773-1855) in Frankfurt, Salomon Rothschild (1771-1855) in Wien, Nathan Rothschild (1777-1836) in London, Kaiman (Karl) Rothschild (1788-1855)  in Neapel und Jakob (James) Rothschild (1792-1868) in Paris. Das Wappen der Familie Rothschild zeigt u.a. eine Hand, die fünf Pfeile hält. 113 Dieses fün/bk"ttrige Kleeblatt /der Rotbscbilds] hatte: Einfügung in den eckigen Klammern durch den Herausgeber. Rothschild bekam einmal Besuch von einem Staatsmann: Diese Anekdote wird dem Senior der Familie Rothschild, Mayer Amschel Rothschild zugeschrieben, der den Besuch des Fürsten von Thurn und Taxis erhielt. 114 Paulus ist der erste gewesen, der das Wort TbeosophiC gebraucht bat: Siehe Hinweis zu Seite 98. /in meinem Buche · Tbeo$opbie»/: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Zum Vortrag vom 26. Juni 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Walter Vcgelahn (Vonragsregister-Nummer 1106 A I). In eckigen Klammern - wenn nicht anders vermerkt - Ergänzungen aus einer maschinenschriftlichen Übertragung von Franz Seiler (Vonragsregister-Nummer 1106 B I). Für die Hinweistexte wurden zusätzlich beigezogen Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer1106 C I) und von Bertha Reebstein (Vortragsregister-Nummer 1106 D I), beide maschinenschriftliche Übertragungen. - Die Bibelzitate folgen der Textgrundlage. Vom Herausgeber ergänzte Bibelzitate stehen in eckigen Klammern. 116 was sich zwischen den Jahren 3 und 33 in Palästina abgespielt habe: In anderen Aufzeichnungen heißt es ·in den Jahren I bis 33» (unbekannte Autorschaft, Vortragsregister-Nummer 1106 C I) bzw. ·zwischen den Jahren 1 od. 4 und 33· (unbekannte Autorschaft, Vortragsrcgister-Nummer 1106 D). 119 sondern weil sie im Astrahto/j ihre KCiqoerlichkeit haben: ln der Mitschrift von Franz Seiler steht an dieser Stelle: ·wei1 sie in jenem feinen Stoff, den wir Äther nennen, ihr unterstes, ihre niederste Körperlichkeit haben.· 120 Wir ,sollen nicbt bloße Besucher sein: ln der Mitschrift von Franz Seiler lautet diese Stelle: ·Das gab ihnen Kraft. Sie sagten sich: Nicht umsonst ist der Mensch auf diese Erde versetzt; wir sollen nicht bloß Besucher sein, wir wollen diese Erde so umgestalten, dass diese Erde selbst immer spiritueller und immer geistiger wird. Alles Materielle wollen wir mit der Kraft des dieses Materielle umschlingenden Geistes umarbeiten, denn was wir dieser Erde tun, das haben wir dem Gott getan. - Ob wir Staatspapiere oder Aktien haben, ob wir ein Produkt oder eine Institution hervorbringen, das sind Glieder in einer großen Kette. Wir sind gleichsam die Glieder, Boten der Götter. Die Götter können es nicht selbst bewirken, aber sie können es durch die Menschen. Der Mensch soll die Erde umgestalten, dass cr auf der Erde heimisch werde.· In anderen Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsrcgister-Nummcr 1106 C I) heißt es am Ende dieser Stelle: ·Die Gottheit will die Erde umgestalten zum Paradies; die Götter wollen, dass dies durch die Menschen geschieht; diese sollen Besitz sammelnm 121 daher bat er auch in der Verkk'rungsszene seinen JUngem den Auftrag gegeben, von der Wkderuerkörperung nichts zk sagen: Siehe Mt 17,9. Da sprach sieb Jesus so aus: Elias ist schon gekommen, aber sie haben ibn nicht erkannt: Siehe Mt 17,12.  in Neapel und Jakob (James) Rothschild (1792-1868) in Paris. Das Wappen der Familie Rothschild zeigt u.a. eine Hand, die fünf Pfeile hält. 113 Dieses fün/bk"ttrige Kleeblatt /der Rotbscbilds] hatte: Einfügung in den eckigen Klammern durch den Herausgeber. Rothschild bekam einmal Besuch von einem Staatsmann: Diese Anekdote wird dem Senior der Familie Rothschild, Mayer Amschel Rothschild zugeschrieben, der den Besuch des Fürsten von Thurn und Taxis erhielt. 114 Paulus ist der erste gewesen, der das Wort TbeosophiC gebraucht bat: Siehe Hinweis zu Seite 98. /in meinem Buche · Tbeo$opbie»/: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Zum Vortrag vom 26. Juni 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Walter Vcgelahn (Vonragsregister-Nummer 1106 A I). In eckigen Klammern - wenn nicht anders vermerkt - Ergänzungen aus einer maschinenschriftlichen Übertragung von Franz Seiler (Vonragsregister-Nummer 1106 B I). Für die Hinweistexte wurden zusätzlich beigezogen Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer1106 C I) und von Bertha Reebstein (Vortragsregister-Nummer 1106 D I), beide maschinenschriftliche Übertragungen. - Die Bibelzitate folgen der Textgrundlage. Vom Herausgeber ergänzte Bibelzitate stehen in eckigen Klammern. 116 was sich zwischen den Jahren 3 und 33 in Palästina abgespielt habe: In anderen Aufzeichnungen heißt es ·in den Jahren I bis 33» (unbekannte Autorschaft, Vortragsregister-Nummer 1106 C I) bzw. ·zwischen den Jahren 1 od. 4 und 33· (unbekannte Autorschaft, Vortragsrcgister-Nummer 1106 D). 119 sondern weil sie im Astrahto/j ihre KCiqoerlichkeit haben: ln der Mitschrift von Franz Seiler steht an dieser Stelle: ·wei1 sie in jenem feinen Stoff, den wir Äther nennen, ihr unterstes, ihre niederste Körperlichkeit haben.· 120 Wir ,sollen nicbt bloße Besucher sein: ln der Mitschrift von Franz Seiler lautet diese Stelle: ·Das gab ihnen Kraft. Sie sagten sich: Nicht umsonst ist der Mensch auf diese Erde versetzt; wir sollen nicht bloß Besucher sein, wir wollen diese Erde so umgestalten, dass diese Erde selbst immer spiritueller und immer geistiger wird. Alles Materielle wollen wir mit der Kraft des dieses Materielle umschlingenden Geistes umarbeiten, denn was wir dieser Erde tun, das haben wir dem Gott getan. - Ob wir Staatspapiere oder Aktien haben, ob wir ein Produkt oder eine Institution hervorbringen, das sind Glieder in einer großen Kette. Wir sind gleichsam die Glieder, Boten der Götter. Die Götter können es nicht selbst bewirken, aber sie können es durch die Menschen. Der Mensch soll die Erde umgestalten, dass cr auf der Erde heimisch werde.· In anderen Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsrcgister-Nummcr 1106 C I) heißt es am Ende dieser Stelle: ·Die Gottheit will die Erde umgestalten zum Paradies; die Götter wollen, dass dies durch die Menschen geschieht; diese sollen Besitz sammelnm 121 daher bat er auch in der Verkk'rungsszene seinen JUngem den Auftrag gegeben, von der Wkderuerkörperung nichts zk sagen: Siehe Mt 17,9. Da sprach sieb Jesus so aus: Elias ist schon gekommen, aber sie haben ibn nicht erkannt: Siehe Mt 17,12.  Zum Vortrag uom 18. August (1905?) Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von handschriftlichen Notizen von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsrcgistcr-Nummcr 1110x I). - Der Titel stammt vom Herausgeber. 129 Atma besteht beim Menschen aus sieben Prinzipien: Das siebte Prinzip ist Atma selbst. Siehe weiter unten in dieser Mitschrift. Die sieben Prinzipien sind also: Auna, aurischc Hülle, Budhi, Manas, Karna Manas, Kame Physis. Zum Vortrag vom 20. August (1905?) Tmgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von handschriftlichen Notizen von Marie Steiner-von Sivcrs (Vonragsregister-Nummer I 110y). Der Titel stammt vom Herausgeber. - Siehe auch Vortrag vom 13. Juni 1904 in GA 90a auf den Seiten 176-178. Zum Vortrag vom 9. Oktober 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregister-Nummer 1035a A I). 136 leb habe mir das letzte Mal erlaubt, einige Worte über die Aiyfgabe oder die Bedeutung eines theosophischen Zweiges zu sprechen: Siehe Vortrag vom 2. Oktober 1905 (ohne Titel) in Rudolf Steiner Grundelemente der Esotenik, GA 93a. CarlJentsch: 1833-1917, auch Karl Eduard Gottlieb Jentsch, deutscher Theologe, Archivar, Schriftsteller und Publizis[. hat in der -Zukunf> Ideen geäußert: Rudolf Steiner bezieht sich auf den Aufsatz ·Die Dogmatik ist top von Karl Jentsch in: Die Zukunft, Nr. 53/1905, S. 1-9. 137 Giordano Bruno Bund: Kulturell-literarische Vereinigung im Berlin der Jahrhundertwende. Siehe hierzu Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe Nr. 79-80/ 1983, 8-11. Gesellschaft für ethische Kultur: Siehe hierzu Rudolf Steiner: Eine ·Gesellscbaft für ethische Kultj¥r» in Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 18871901, GA 35. 140 Lucifer - Gnosis, Heft 27: Aufsatz von Rudolf Steiner Tbeosopbie, Siulicbkeit und Gesundheit in Lucifer - Gnosis Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitscbni/ten ·Luzi/er· und ¢Lucifer - Gnosib 1903-1908, GA 34, Dornach 1987, S. 175-181. 142 Ludwig Bücbner:l82>1899, deutscher Arzt, Naturwissenschaftler und Philosoph. Rudolf Steiner bezog sich gerne auf Büchners Schrift Kraft und Stoff, die 1855 erschienen war. Jakob Molescbou: 1822-1893, Naturforscher und Philosoph niederländischer Herkunft. Karl Vogt: 1817-1895, deutscher Physiologe, siehe z.B. seine Physiologischen Briefe an die Gebildeten aller Stände.  150 Liebt aufden Weg: Siehe Hinweis zu Seite 76. Ehe uor den Meistern kann die Stimme sprechen: Aus Licht aufden Weg von Mabel Collins, Vierter Satz der Einleitung von Teil I, Leipzig 1898, S. 5. 152 Der Physiologe Nussbäumen Vermutlich nimmt Rudolf Steiner hier Bezug auf Darstellungen von Theodor Ziehen in der dreizehnten Vorlesung seines Leitfaden der Pbysiologiscben Psychologie in 15 Vorlesungen, Jena 1893. Exemplare dieses Buches befinden sich in der Bibliothek Rudolf Stciners, jeweils mit zahlreichen Anstreichungcn. Zum Vortrag vom 16. Oktober 1905 Textgmndhge: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vonragsregistcr-Nummer 1144 A I). Wenn nicht anders angegeben, sind die Einfügungen in eckigen Klammern der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsregister-Nummcr 1144 C I), einer handschriftlichen Mitschrift von Mathilde Scholl (Vortragsregister-Nummer 1144 D), einer maschinenschriftlichen Übertragung unbekannter Autorschaft (Vonragsregistcr-Nummer 1 144 G) entnommen oder sind vom Herausgeber; sic sind jeweils in den Hinweisen entsprechend ausgewiesen. 153 Versammlung des Besant-Zu'eiges: Die Versammlung fand am Freitag, 20. Oktober 1905 stau. Generalversammlung: Ein Bericht über die dritte ordentliche Generalversammlung der deutschen Sektion derTheosophischen Gesellschaft am 22. Oktober 1905 findet sich in den von Mathilde Scholl herausgegebenen Mitteilungen für die Mitglieder derdeutscben Sektion der Tbeosopbiscben Gesellschaft vom November 1905 (Nachdruck Dornach 1999). ln der Versammlung am nächsten Montag werde ich sprechen über ·Okkultismus, Esoterik und Tbeosopbie·: Der Vortrag mit dem ursprünglichen Titel Theosophie, Esoterik, Okkdtibnus und alltägliches Leben vom 23. Oktober 1905 ist unter dem Titel Die Beziehung der okkulten Erkenntnisse zum alltäglichen Leben publiziert in: Die Tempellegende und die Goldene Legende als symboliScher Ausdruck uergangener und zukünftiger Entuüklungsgebeimnisse des Menschen. Aus den lnbalten der Esoterischen Stunden, GA 93, Dornach 2014. 156 /So, wie die Hottentotten 'waren wir; im Gönlichen werden wir einsi sein/: Einfügung in eckigen Klammern aus der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers. In der Mitschrift von Franz Seiler heißt dieser Satz: ·Wie der Hottentotte Göttenat nichts heute ist, so waren wir selbst; wie Gott lebt, so werden wir einst seinn 157 /Der Stein draußen bt dk Ursache, dass gewisse Dinge in dir sind. Fühle, indem du Minerale anschaust: Das bist du]: Einfügung aus der Mitschrift von Marie Steinervon Sivers. 158 [und wollen wir lernen, was wir in der Zukunft sein werden]: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Mitschrift von Franz Seiler heißt es hier: ·und wollen wir lernen, was sie sein werdem·. ln der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers heißt es an dieser Stelle: ·Das, was diese heute sind, werden wir einst sein. Wir können uns über unser eigenes Selbst in der Zukunft nur aufklären lassen von denen, die weiter gekommen sind.·  158 Licht auf den Weg: Siehe Hinweis zu Seite 76. 159 Erwarte das Blühen der Blume in der Stille nach Sturmgebraus: Meditationssatz aus Licht au/den Weg von Mabcl Collins, Teil I, Satz 21, Leipzig 1898, S. 11. Pbaidon: Werk Platons (428-347 v. Chr.), Dialog des Sokrates mit u.a. seinem Schüler Phaidon über die Unsterblichkeit der Seele. 162 Suche den Weg in der inneren Versenkung: Meditationssatz aus Licht auf den Weg von Mabd Collins, Teil I, Satz IB; Suche den Weg, indem kühn: Meditationssatz aus Licht auf den Weg von Mabd Collins, Teil I, Satz 19, Leipzig 1898, 9. jDie Welten, die jenseits des Todes liegen, sie können gesehen werden zion unseren älteren Brüdern]: Einfügung aus der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers. 164 das hinter ibnen spricht, /eine Indioidualitätj die Meister ist: Einfügung in eckigen Klammern durch den Herausgeber. Ganz undgar ergeben sie /die Gründer der theosophischen Gesellschaft]: In eckigen Klammem sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 165 Diese zwei Sätze passen im Grunde genommen zusammen: In der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers lautet diese Passage: ·Alle Weisheit und Kraft ist in ihnen eingeschlossen: Sie fassen die eine Wahrheir zusammen, dass alles, was um uns ist, zusammengeflossen ist und uns zu unserem gegenwärtigen Standpunkt gebracht hat. Sic selbst sind eine Brücke zwischen dem, was sich entwickelt hat und sich noch entwickeln wird» /Alles, was lebt ist ein Spiegel unseres Atberkörpers/: Einfügung aus der handschriftlichen Mitschrift von Mathilde Scholl. 166 sondem um dessentwillen, dass wir /so/ werden: ln eckigen Klammern sinngemäße Einfügungen durch den Herausgeber. Sondern dem Beispiel /unserer älteren Brüder/ sollen wir nachstreben: In eckiµm Klammern sinngemäße Einfügungen durch den Herausgeber. 167 Nichts haben wir in uns selbst ... über den Pforten aller okkdten Schulen: Einfügung aus einer handschriftlichen Fassung von Mathilde Scholl. Der Profane kann sie nicht nur nicht lesen: Einfügung aus Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer 1144 G). Zum Vortrag uom 22. Oktober 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer Mitschrift von Franz Seiler mit eingetragenen Korrekturen von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsregister-Nummer 1150a III). Der Vortrag wurde ohne Fragenbeantwortung bereits publiziert in: Die Tempellegende und die goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entu'icklungsgeheimnisse des Menschen. Aus den Inhalten der Esoterischen Schule, GA 93, S. 199-214. Die vorliegende Fassung folgt den editorischen Richtlinien wie in Zu dieser Ausgabe dargestellt. 169 Ich möchte noch einmal bekannt geben: Die erste Bekanntgabe erfolgte eventuell während der vorangegangenen Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft.  169 Um zebn Ubr wird der Vortrag für Herren stattßnden, um halb zwölf Uhr für Damen: Siehe: Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ahsdruck vergangener und zukünftiger Enttuickbngsgebeimnisse des Menscben. Aus den Inhalten der Esoterischen Scbule», GA 93, S. 21 5-242. Besam-Zweig: Damaliger Name des Berliner Zweiges. 171 was ·in Kürze·, in der Zukunft geschehen soll: Siehe Off 1,1. ln der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: ·Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gou gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soIL» 174 Lehre der SpbäTenmu$ik des Pythagoras: Ein Grundzug der Weltanschauung des Pythagoras (um 582 v. Chr. bis um 500 v.Chr) war, dass die Weh als ein harmonisch geordnetes Ganzes (Sphärenharmonie) gedacht wurde. 180 Kentucky: Dieses Beispiel wird von Rudolf Steiner sehr oft angeführt. ln den amerikanischen HÖhlen stieß man zuerst auf das Phänomen der rudimentären Organe. Siehe Charles Darwin: Entstehung der Arten, 5. Kapitel: Gesetze der Abänderung. 181 u'as in der Welt gewirkt und gekraftet bat, /später/ von unserem Inneren auF genommen 'worden ist: ln eckigen Klammern sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Mitschrift von Franz Seiler steht an dieser Stelle ·friiher· statt ·später·. 185 Sie können das nachlesen im Luzifer-Heft Nr. 14 und IS: Siehe Rudolf Steiner: Lucifer - Gnosis, grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie 1903-1908, GA 34. 185/ 186 Selig sihd, die da betteln ... in siCh selbst: Bei beiden Stellen handelt es sich sehr wahrscheinlich um freie Übersetzungen von Rudolf Steiner. 187 Cbnisucs führte dieJünger in der VerkLärungsszene: Siehe Mt 17,1-13. Zaratbustra/Zomaster: äZoroaster» ist der griechische Name für das avestische <Zarathustra). - Nach dem antiken Verständnis lebte Zarathustra weit vor der geschichtlichen Zeit, wie etwa eine Aussage des griechischen Historikers Plutarch bezeugt. Ihm zufolge wirkte Zarathustra etwa 5000 Jahre vor dem Trojanischen Krieg, der im 12. oder 13. Jahrhundert stattgefunden haben muss (in: Moralische Abhandlungen, III. Band, Frankfurt a. M. 1786, Kapitel 46): ·Einige meinen, es gebe zwei einander entgegen arbeitende Götter, einen Bildner des Guten, einen des Bösen. Einige hingegen nennen den besseren Gott den ändern Dämorü dies tut auch Zoroaster der Mag[i)er, der 5000 Jahre älter sein soll als der Trojanische Krieg. Er nennt den einen Horomazes, den ändern Areimanios, und fügt die Erklärung hinzu, jener ähnele unter den wahrnehmbaren Dingen zumeist dem Lichte, dieser hingegen der Finsternis und Unwissenheit [...]." 188 Laokoon-Gmppe: Die bedeutendste Darstellung des Todeskampfs Laokoons und seiner Söhne in der bildenden Kunst. Wiederentdeckung im Jahr 1506. Die Skulptur der Bildhauer Hagcsandros, Polydoros und Athanadoros aus Rhodos ist nur in einer 1,84 Meter hohen Marmorkopie aus der zweiten Hälfte des I. Jahrhunderts v. Chr. oder dem Anfang des I. Jahrhunderts n.Chr. erhalten. Das Original war vermutlich eine um 200 v. ChL entstandene Bronzeplastik aus Pergamon, die nicht erhalten ist. Ancbises: Gestalt aus der griechischen Mythologie, ein Spross aus altem trojanischem Königsgeschlecht, Bruder des Laokoon, Vater des trojanischen Helden Aeneas, den er mit der Göttin Aphrodite gezeugt hatte. Sie verbot ihm, davon zu  berichten. Im Rausch übertrat er jedoch das Verbot und wurde deshalb durch einen Blitz des Zeus gelähmt (und/oder geblendet). Am Ende des Trojanischen Krieges musste Aeneas ihn also auf seinen Schultem aus dem brennenden Troja tragen. 188 Alba longa: Stadt im antiken Italien, etwa 20 Kilometer südöstlich von Rom, am Westufer des Albaner Sces. Man vermutet, dass das heutige Castd Gandolfo, die Sommerresidenz der Päpste, Alba Longa entspricht. Denn sie fragten ihn ja selbst: Siehe Mi 11,7-14. 190 Die Stelle von Noah habe ich damals ,allegorisch genommen: Diese Ausführungen beziehen sich vermutlich auf die in Aus der Akasha-Cbronik (GA11) zusammengestellten Aufsätze in: Lucifer - Gnosis Nr. 14-35 aus den Jahren 1904-1908. 191 Sieg/Sig: Siehe hierzu u.a. Rudolf Steiner: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, GA 92, Vorträge in Berlin, 21. Oktober 1904, 5. Mai 1905 und Vortrag in KÖln, 3. Dezember 1905; sowie Vortrag in München, I. Mai 1907 in: Aus der Bilderscbnµ der Apokalypse des Johannes, GA 104a; sowie Vortrag in StuttgarL 14. August 1908 in: Welt, Erde und Mensch, deren Wesen und Entwicklung sowie ihre Spiegelung in dem Zusammenhang zwischen ägyptischem Mythos und gegenwärtiger Kultur, GA 105. Zum Vortrag vom 30. Oktober 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vortragsregister-Nummer 1160a A I). Einfügungen in eckigen Klammern - wenn nicht anders vermerkt - aus der maschinenschriftlichen Übertragung der Mitschriftnotizcn von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsregister-Nummcr 1160a B I). 193 Uniuer$ität$profes$or Wundt: Wilhelm Maximilian Wundt (1832-1920), deutscher Physiologe, Psychologe und Philosoph MÖglicherweise bezieht sich Rudolf Steiner hier auf Wundts Völkerpsychologie, Band 2: Mythus und Religionen, Leipzig 1906. dass die übersinnlichen Wesen in [keiner/: Korrektur aufgrund der Mitschrift von Marie Steiner-von Sivers. In der Mitschrift von Franz Seiler steht an dieser Stelle ·klarer" statt ·keincrm 195 /u'ie der Erdboden für den Samen]: Einfügung aus der Mitschrift von Marie Steinervon Sivers. In der Mitschrift von Franz Seiler heißt es an dieser Stelle: ·wie die Bohne zum physischen Erdbodcn·. 196 Bevor das Auge sehen kann: Zweiter Satz der Einleitung von Teil I in: Liebt auf den Weg von Mabel Collins, Leipzig 1898, S. 5. Paracelsus: Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, getauft als Thcophrastus Bombastus von Hohenheim, ca. 1493-1541, nannte sich ab 1529 Paracelsus; Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph. 203 Da können die Kräfte nicht hinein, die ihn entwickeln könnten, und die Folge dauon iSt, dass er in der [Entwicklung] zurückbleibt. Wer lügt, schließt sieb uon der Kraft aus, die er ein- und ausströmen /1assen]muss: Einfügung in den eckigen Klammern durch den Herausgeber. 204 Odysseus: Held der griechischen Mythologie. Odysseus gehörte zu den bekanntesten griechischen Heroen im Trojanischen Krieg. Seine dabei vollbrachten Taten  werden von Homer in der Ilias, seine zehnjährige Irrfahrt auf der Heimreise in der Odyssee geschildert. Während all seiner Abenteuer zeichnete er sich vor allem durch außergewöhnlichen Verstand und listige Ideen aus. 204 Laokoon: Siehe Hinweis zu Seite 188. 205 Natur bat weder Kern noch Schale: Aus Johann Wolfgang von Goethes Gedicht Ultimatum. 207 Letzten Donnerstag versuchte ich: Am Donnerstag, 26. Oktober 1905 hatte Rudolf Steiner im Berliner Architektenhaus über Die soziale Frage und die Tbeosopbie gesprochen, gedruckt in: Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe Nr. 88/1985: S. 11-25, vorgesehen für GA 68b. Zum Vortrag uom 6. Nouember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stichwortartigen, handschriftlichen Mitschrift von Marie Steiner-von Sivcrs (Vonragsrcgister-Nummer 1168 I). Das Auslassungszeichen [...I zcigt an, dass Abkürzungen, die von Marie Steiner-von Sivers verwendet wurden, nicht eindeutig aufgelöst werden konnten bzw. dass eine Lücke in der Mitschrift besteht. Alle anderen eckigen Klammern zeigen Einfügungen durch den Herausgeber an. Zum Vortrag vom 11. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung stichwortartiger Aufzeichnungen von Bertha Reebstcin (Vortragsregistcr-Nummer 1203 A I u. B I). Wenn nicht anders vermerkt, sind die Einfügungen in eckigen Klammern der maschinenschriftlichen Übertragung von Notizen von Alfred Reebstein entnommen (Vortragsregister-Nummer 1203 B I). - Der Titel dieser Vortragsreihe stammt vom Herausgeber. - Zu den Inhalten dieses Vortrages siehe insbesondere Rudolf Steiner: Die Stufen der höheren Erkenntnß, GA 12. 213 Sie haben uon den Geistem gehört, die sich am Menschen /aufscbließen/: In eckigen Klammern sinngemäße Korrektur durch den Herausgeber: In den Aufzeichnungen von Bertha Reebstein steht ·ausschließen· statt ·aufschlicßcn». Der Hinweis ·Sie haben von den Geistern gehört ...· bezieht sich auf den vorhergehenden Mitgliedervortag in Berlin vom 6. November 1905 in diesem Band. Die Namen der /uier/ Stufen des Wahrnehmens jsind/: Einfügungen in eckigen Klammern sind sinngemäße Änderungen durch den Herausgeber aufgrund der Aufzeichnungen von Alfred Reebstein. ln der Aufzählung von Bertha Reebstein finden sich nur die Stufen des materiellen, des imaginativen, des inspirativen (hier «willensartiges» oder ·voluntaristisches Erkennen» genannt) Erkennens. Es ist das untergeordnete, nurfür das alltägliche Leben /uertuendete Erkennen]: In eckigen Klammern sinngemäße Ergänzung durch den Herausgeber. Da ist das Gewebe dessen, aus dem sieb die Erkenntnis zusammengesetzt 1.../: Diese Notiz endet ohne Satzzeichen; es folgt ihr die Bemerkung ·Zum imaginativen Erkennen ist schon notwendig, was Donnerstag angefiihn·, die hier aufgrund des unklaren Zusammenhanges nicht wiedergegeben wurde.  213 3. das uokntavistiscbe (u'iüensartige) Erkennen: Man bat es nicht mehr mit Bildem zu tun. Alle Bilder-Erkenntnü gehört den astralen Welten an, alle Willenserkenntnis gebön der mentalen Welt an: Diese Passage taucht in den Aufzeichnungen von Bertha Reebstcin zweimal auf, wird hier aber nur einmal abgedruckt. 214 Der unaussprecblicbe Name /Jabu'e/: Oder Jehova; in eckigen Klammern sinngemäße Änderung durch den Herausgeber: ln den Aufzeichnungen von Bertha Rcebstein steht an der Stelle von ·Jahwcm ·Tao·. - Tao: oder Däo, wörtlich Weg, Straße, oder Pfad, bezeichnet nach den Lehren des Konfuzius den «echten Wegµ der tugendsamen Lebensführung; umfasst spirituelle Weisheiten, die nach Rudolf Steiner ihre Quelle im Wissen der Atlantier von der alles durchwebenden Kraft des göttlichen Tao haben. Tao ist dieselbe Kraft, die auch mit dem deutschen Wort Tau oder dem hebräischen Taw, dem letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets, bezeichnet wird. Nach kabbalistischer Deutung ist Taw der siebente der sieben doppelten Konsonanten, die den Planetcnsphären zugeordnet werden. Taw entspricht nach den meisten Überlieferungen der Mondsphäre. Nach Rudolf Steiner handle es sich dabei um dieselbe geheimnisvolle psychophysische Viralkraft, die Edward Bulwer-Lytton (1803-1873) Vnil genannt hat. Diese Kraft sei eigentlich die pflanzliche Wachstumskraft. - ln der theosophischen Tradition war auch die Verwendung des <1äo>, die phönizische Urform für das hebräische 'jähwc>, üblich. - Zu der vielfältigen Auslegung und Symbolik des Tetragrammas ('Jahwe· - Stammgott der Hebräer) siehe Fußnote 47, 255-258 inJKbiläum$ausgabe 400Jahre RosenkreuzerManifeste, Basel 2016. Alk Dinge künden dann die in ihnen liegenden Worte: In den Aufzeichnungen von Bertha Reebstein folgt an dieser Stelle: ·(Das Jnncre Woit> ist eine Versinnbildlichung zur Verdeutlichung dessen, was vorliegt.)?" 215 drei Johannisgrade: Das sind: ·Lehrling·, ·Geselky und «Nkister'. 216 /Atma/: Ergänzung durch den Herausgeber. Schiller hat es ganz theosophisch awgedrückt: «Sie suchen das Norwcndige der Natur, aber Sie suchen es auf dem schweresten Wege, vor welchem jede schwächere Kraft sich wohl hüten wird. Sie nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu bekommen; in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Individuum auf.· Aus dem Brief von Schiller an Goethe vom 23. August 1794, zitiert nach: Bniefwecbsel zu'iscben Schiller und Goethe, herausgegeben von Richard Mülkr-Freicnfds, Band I, 1794-1797, Berlin 1924, S. 5-9. Wenn das Ich sich ausbildet, wird es auch so rbytbmiscb wie der physische Leib: Inhaltlich naheliegender scheint: ·..., wird cs auch so rhythmisch wie der ätherische Leib». 217 Am Ätberleib? sind besonders Mondgötter tätig gewesen: Interpunktion wie in der Textgrundlage. Inhaltlich naheliegender scheint: Am Astralleib sind besonders MondgÖtter tätig gewesen. Helena Petrouna Blauatsky: Siehe Hinweis zu Seite 36. 218 [Throne]: Ergänzung durch den Herausgeber. Zum Vortrag vom 18. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vonragsrcgistcr-Nummer 1209 A I).  219 Ich möchte beutefortfahren in der Betrachtung derjenigen Dinge, die wir vor acht Tagen an/ingen: Siehe Vortrag vom ll. Dezember 1905 in diesem Band. Vortrag über die Weisheitslehren des Christentums: Öffentlicher Vortrag von Rudolf Steiner am 8. Dezember 1905 in Bremen mit dem Titel Die Weisheitslehwn des Cbnistentums. Hiervon liegen keine Aufzeichnungen vor. 231 Die Sonne tönt: Siehe Hinweis zu Seite 30. 232 bcm Abschlussjetzt noch /die Uiene/Sti¢/e: In eckigen Klammem sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. ln der Textgrundlage heißt cs hier ·Zum Abschluss jerzt noch die dritte und vierte Srufe.· 233 in meinem ·Luzifen: Von Rudolf Steiner herausgegebene Monatszeitschrift im Rahmen der Theosophischen Gesellschaft. Die erste Ausgabe erschien im Januar 1904, die letzte im Mai 1908. Anfangs figurierte diese allein unter dem Titel Luzifer. Durch Fusion mit dem Österreichischen Publikationsorgan ¢Gnosis> ergab sich die Lucifer - Gnosis. Der Begriff <Luzifcr» war von Rudolf Steiner allein dem Sinngehalt ·Lichtträger» nach gewählt worden und explizit nicht mit Bezug auf die gleichnamige geistige Macht. 234 Annie Besam: 1847-1933, britische Theosophin, Frauenrechtlerin, Autorin und Politikerin. ZKm Vortrag vom 28. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung einer stenografischen Mitschrift von Franz Seiler (Vonragsregistcr-Nummer 1212 A I und 1212 G I). - Siehe auch Rudolf Steiner: Die Tempellegende und die Goldene Legende als symboliscber Ausdruck vergangener und zukünftiger Entujicklbcngsgeheimnisse des Menschen. Aus den Inhalten der Esoterischen Scbule, GA 93, Dornach 2014, Hinweis der Herausgeberin zu Seite 285. 238 Das Dionysische im Gegensatz zum Apollinischen: Ein ursprünglich von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) aufgestelltes und später durch Friedrich Nietzsche (1844-1900) popularisicrtcs Begriffspaar. <Apol1oMsch· sicht für Form und Ordnung und <diotiysisch· für einen grenzenlosen Schöpfungsdrang. 239 /dass ich die künstlerische Phantasie als minderwertiger binstellen wollte als das Hellseben/: Sinngemäße f\nderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage lauter diese Stelle: ·dass ich die künstlerische Phantasie als etwas Minderwertiges hinstellen wollte als das Hellschcn·. 240 und u'o /anstel/e des Bildes/ die Inspiration eintritt: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage lautet diese Stelle: ·und wo für das Bild die Inspiration eintnüm 243 Wir sind nicht dazu geschaffen: Siehe hierzu zum Beispiel Goethes Aufsatz Der Versuch als Mittler zwischen Objekt und Subjekt aus dem Jahr 1792, in: Goethe Werke, Hamburger Ausgabe, Bd. 13: Naturwissemcbaftlicbe Scbn/ien 1, S. 10-20. 244 « Was ist berrlicberals Gold?· fragte der König: Zeilen aus Das Märchen von Johann Wolfgang von Goethe. Zitiert nach Hamburger Ausgabe, Band 6, München 1988, 215.  248 Zwei Dinge evfüllen: ·Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.· Aus Immanuel Kant: Knitik der praktiscben Vernunft, Kap. Bescbluss. Zitiert nach Immanuel Kant, Werke in zehn Bänden, herausgegeben von Wilhelm Wcischedcl, Darmstadt 1968, S. 300. 249 Aber das Neue, was wir in der stummen Steinwelt erkennen, ist gerade das, was uns so bocb erbeben würde /über/ das, ZUäS uns so schwach macht: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 250 ArtburScbopenbauer: 1788-1860, deutscher Philosoph. Rudolf Steiner bezieht sich an dieser Stelle auf Schopenhauers Werk Die Weh als Wille und Vorstellung. ln seinen Weimarer Jahren (1890-1897) besorgte Rudolf Steiner für die Coua 'sche Bibliotbek der Weltliteratur eine zwölfbändige Ausgabe sämtlicher Werke Schopenhauers. II YORTRÄGE IN KÖLN Zum Vortrag uom 16. Januar 1905 Textgmndkge: Handschriftliche Mitschrift von Mathilde Scholl (Vonragsregistcr-Nummer 1002 I). Bibelzitate wie in der Textgrundlage. - Der Titel dieser Vortragsreihe stammt vom Herausgeber. 256 Selig sind, die da: joh 20,29. In der Luther-Übersetzung heißt cs: ·Sclig sind, die nicht sehen und doch glauben!· 260 Clemens Alexandnimcs: Clemens von Alexandria (ca. 150-215 n.Chr.), griechischer Theologe. Onigines: ca. 185-253. Kirchenlehrer, Schüler des Klemens von Alexandrien und dessen Nachfolger in der Alexandrinischen Kathechetenschule. Erstgeborene von den Toten: Off 1,5. Unserejetzige Wurzelrasse-/die ariscbe/, diefünfte - entwickelte sich in ibrer ersten Unterrasse im heutigen Indien: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage heißt es: ·Unscre jetzige Wurzelrasse (die fünfte) entwickelte sich in ihrer ersten Unterrasse, der arischen, im heutigen Indicn.· 262 Die Sonne tönt: Siehe Hinweis zu Seite 30. Zum Vortrag uom 17. Januar 1905 Textgrundlage: Handschriftliche Mitschrift von Mathilde Scholl (Vortragsrcgister-Nummer 1003 I). Bibelzitate wie in der Textgrundlage. 265 Der war durch ein /Pralaya/ hinübergescbhfen in den Erdenzustand: ln eckigen Klammern sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. ln der Textgrundlage steht ·Nfanvantara» statt · Pralaya".  Zum Vortrag vom 17. März 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von Notizen von Mathilde Scholl (Vortragsregister-Nummer 1043 A I). - Der Titel stammt vom Herausgeber. ln einem Brief vom 26. Januar 1905 schreibt Mathilde Scholl aus Köln an Rudolf Steiner: ·Würde es möglich sein, dass Sie hier für die Mitglieder einmal über die Bedeutung der Messe im Sinne der Mystik sprechen?· Bei seinem nächsten Besuch in Köln ging Rudolf Steiner auf diese Bitte ein und sprach am 17. März 1905 im kleinen Kreise über den Mystcrienursprung der katholischen Messe. Ein Stenograf war nicht zugegen. Nachstehend werden die Notizen wiedergegeben, die Mathilde Scholl sich von Rudolf Steiners Ausführungen gemacht hat. Da sie nicht stenografieren konnte, sind ihre Notizen zwangsläufig fragmentarisch. Der Text Mathilde Scholis ist eine referatartige Zusammenfassung des Vonragsinhaltes. Der Vortrag wurde erstmals in Beiträge zur RudolfSteiher Gesamtausgabe Nr. 110/1993, 3-9, publiziert. - In der Bibliothek von Rudolf Steiner findet sich die erste DruckAusgabe von Albenus Magnus De Mistenio Misse. Gedruckt bei Johannes Czeyner in Ulm, 1473. Über die vier Teile der katholischen Messe und ihr Hervorgehen aus den Mysterien sprach Rudolf Steiner u.a. am 4. November 1906 in München (publiziert in: Kosmogonie. Populärer Okkultismus. Das Johannes-Euangelücm. Die Theosophie anband des Jobannes-Emngeliums, GA 94, Dornach 2001), am 11. Januar 1919 in Dornach (publiziert in: Der Goetheanismus, ein Umuiundlungsimpuls und Aufmtebungsgedanke. Menschenwissenschaft und Sozialu'issenscbaft, GA 188, Dornach 1982) und am 14. Juni 1921 in Stuttgart (publiziert in: Vorträge und Kurse über chrisdicb-religiöses Wirken I: Anthroposophische Grundlagen für ein erneuertes cbristlich-religiöses Wirken, GA 342, Dornach 1993). - Siehe auch Die Zeremonie der Messe im Anhang von Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, GA 90a. 271 Paracelsus hat einmal gesagt: Siehe auch Hinweis zu Seite 196. Siehe Astronomü magna oder die ganze Pbilosopbä saga der Großen und Kleinen Welt (1537/38): ·Denn alle creata seind buchstaben und blich«, des menschen herkörnen zu beschreiben.· Aus: Theophrast von Hohenheim gen. Paracelsus, Sämtliche Werke, I. Abteilung, hrsg. von Karl Sudhoff, München-Bcrlin 1929; XII, S. 32. 274 erzogen wurdefür das böbere leb: In der Textgrundlage ist mit Bleistift über dem Wort «höhcrc" « ?(persönliche)" notiert. Christus ging mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg: Mt 17,1. ln der Luthcr-Übersctzung lautet diese Stelle: ·Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg.· Jesus sagt den JUngem: Elias ist wieder erschienen: Mt 17,12. ln der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: ·Doch ich sage euch: Es ist Elia schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten.· 275 «D« Geist Gottes brütete über den Wasserm, den Geu'ässem: Gen 1,2. ln der Luther-Übersctzung lautet diese Stelle: ·Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wassern 276 Der Pniester bricht die Hostie in einer bestimmten Weise: Die Mysterientradition, die dem Brechen der Hostie in neun Teile zugrunde liegt, ist in der römisch-katholischen Liturgie weitgehend verloren gegangen. Sie lebte noch in der altspanischen,  der sogenannten mozarabischen Liturgie (Mozaraber sind im islamischen Spanien lebende Christen). Siehe hierzu das Buch von Nikolaus Gihr: Das beilige Messopfer, dogmatisch, liturgisch und ascetiscb erklärt, Freiburg i. Br. 1902, Seite 666, das sich auch in Rudolf Steiners Bibliothek befindet. - ln der Erstveröffentlichung in den Beiträgen zur Gesamtausgabe Nr. 110/1993 steht in der Skizze statt ·Passio» das Wort ·Mors·. In der Textgrundlage heißt es ·Passio·. 278 Galileo Galilei' 1564-1642, italienischer Universalgelehrter, Philosoph, Mathcmariker, Ingenieur, Physiker und Astronom. Zum Vortrag vom 18. März 1905 Textgmndhge: Maschinenschriftliche Übertragung vermutlich einer Mitschrift von Mathilde Scholl (Vonragsregister-Nummcr 1045 A II). 279 erführt während dessen die/uegemiuen/Fmktionen: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber ln der Textgrundlage heißt es anstau ·vegetativ» ·vegetarisch·. 280 Morula: Von lateinisch ·morum·, Maulbeere. ln der Biologie als Maulbeerkeim· ein Entwicklungsstadium der frühen Embryogenese mehrzelliger Lebewesen. 282 Nun bekamen alle [menschlichen] Wesen Eigenwärme: ln eckigen Klammem sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Der Geist Gottes brütete über dem Gewässer: Siehe Hinweis zu Seite 275. 284 Tuitus' Germania: Publius Cornelius Tacitus, ca. 58-ca. 120 n.Chr., bedeutender römischer Historiker und Senator. Die Germania ist eine kurze ethnographische Schrift des römischen Historikers Tacitus über die Germanen. Aber er muss mit Erdenkräften wirken /.../: In der Textgrundlage folgen die schwer nachvollziehbaren Sätze: ·Auch sogar ein Buddha muss das auf dieser Erde. Er ist daher auf der Erde gekreuzigt, weil er auf der Erde nur mit Kräften der Erde wirken kann.· 285 Ke$$lek eussiscber Naturfowcber: Karl Fjodorowitsch KCSSiCß 1815-1881, russischer Zoologe mit dem Schwerpunkt der Ichthyologie, formulierte erstmals das Prinzip der gegenseitigen Hilfeleistung. Siehe auch: Die Welträtsel und die Anthroposophie, GA 54, Vortrag vom 12. Oktober 1905. Zum Vortrag uom 19. März 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung vermutlich einer Mitschrift von Mathilde Scholl (Vortragsrcgistcr-Nummcr 1047 III). 286 Selig - von Seele erfüllt - sollen die Menschen sein: Siehe Hinweis zu Seite 256. Homunculus: Siehe Johann Wolfgang von Goethes Faust ll, zweiter Akt, Laboratorium. Paracelsus: Siehe Hinweis zu Seite 195 und Seite 269. 287 Das Christentum war eine mystische Tatsache: Siehe Hinweis zu Seite 98. 288 sie baue nocb ein /intuitives/ Anscbauungsuermögen: Sinngemäße Änderung durch den HcrausgebeL In der Textgrundlage steht statt ·intuitivcs· ·ins[ruk[ives». 290 Paulus schreibt über dieses Gesetz im Gegensatz zur Gnade: Siehe u.a. Gal 3.  Zum Vortrag uom 26. April 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung vermutlich einer Mitschrift von Mathilde Scholl mit eingetragenen Korrekturen von Marie Steiner-von Sivers (Vortragsregistcr-Nummer 1077 A III). 293 Noualis: Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, 1772-1801, deutscher Schriftsteller und Philosoph der Frühromantik. - Siehe auch Hclla Wicsbcrgcr: Marie Steiner und die Noualisforscbung Rudolf Steinen in: Beiträge zur Rudo1/ Steiner Gesamtausgabe Nr. 43/44 sowie Rudolf Steiner: Das Weibnacbtsmysterium. Noua/is der Seher und Cbristuskünder. Vier Vorträge Berlin 1908/1909 und Köln 1912. 294 Die Freundscbaft, die ihn später: Ohne die Korrekturen von Marie Steiner lautet diese Passage in der Textgrundlage: ·Später trat ihm ein anderes Mädchen nahe. Er trat ihr in übersinnlicher Weise entgegen, sodass es für seine Gemiitswek vollständig zusammenfloss mit dem edlen Wesen, das er geliebt hatte. Sie war für ihn wie ein Symbol. Das Sinnliche wurde für ihn ein Sinnbild für das geistige Wesen, das darüber schwebt und für seine Gcmütswdt, mit dem er ganz zusammenfloss mit dem Wesen, das er geliebt hatte. Es war in ihm eine Anlage der Spiritualität die beispiellos dasteht in der neuen Zcit.· - Seine zweite Verlobung ging Novalis im Dezember 1798 mit der Tochter des Berghauptmanns und Freiberger Professors Johann Friedrich Wilhelm von Charpentier (1738-1805) ein: Julie von Charpenticr (1778-1811). Meteor: Ohne die Korrektur von Marie Steiner steht hier in der Textgrundlage « Kome> stau «Meteor». Die Lehrlinge z1¢ Sais: Titel eines naturphilosophischen Romanfragments von Novalis. Verfasst von 1798 bis 1799; 1802 posthum erschienen. 295 Hymnen an die Nacht: Entstehungszeit 1799/1800, herausgegeben 1800. Geistliche Lieder: Herausgegeben 1802. Heinvicb von Ofterdingen: Romanfragment, herausgegeben 1802. Zum Vortrag uom 27. April 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung vermutlich einer Mitschrift von Mathilde Scholl (Vortragsrcgistcr-Nummer 1078 A I); Ergänzungen in eckigen Klammern - soweit nicht anders angegeben - aus einer maschinenschriftlichen Übertragung von Camilla Wandrey (Vortragsregistcr-Nummer 1078 C I). - Mit diesem Vortragsthema ging Rudolf Steiner auf die Frage eines Mitgliecles ein. 300 sind in unserem /abendLändiscben/ Leben nicbt auszufübren: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. So ist zum Beispiel ein Knochen aus unendlich feinem Gebälk so u'eise /gebaui/: ln eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 301 Der gewöhnliche Mensch: ln den Aufzeichnungen von Camilla Wandrcy lautet diese Passage: «Dcr gewÖhnliche Mensch richtet sein Denken nicht so ein, dass es in den Weltenplan hineinpasst. Der Yogi abeh der sein Triebleben überwunden hat, folgt bewusst den logischen Gesetzen der Welt in seinem Denken. Er sucht die schaffenden Weltgedanken nachzudenken. Er denkt durch die Gottesgedanken und  arbeitet auf diese Weise nicht mehr seinen Astralleib hinein in sein Ich, wie es der Mensch tut, der seinem Triebleben nachgibt, sondern das Ich durchflutet immer mehr den Astralleib. Auf diese Weise erlangt er die Katharsis und wird nach und nach eins mit der göttlichen Weisheit. Das ist die Unio mit dem göttlichen Geist, und das macht den Triebmenschen zu einem Tugendmenschen.· 301 /Um das zu erreichen]: Sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 302 Bei dem Choleriker ßndet eine starke Einwirkung /uon außen) stall: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 303 [Gewöbnlicb gibt der Mensch die Temperamentsanhgen, die er mitbrachte, auch beim Tode wieder ab]: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Mitschrift von Mathilde Scholl heißt es hier: ·GewÖhnlich geht der Mensch mit den Temperamentanlagen, die er mitbrachte, auch beim Tode wieder ab.· 304 Bei den Fkcben /als Beispiel für dic Kaltblüter/ dagegen: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. Ed, der Mensch,] u'irkt dann: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 305 [So schrieb Goethe]: Einfügung durch den Herausgeber. Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust: Johann Wolfjang von Goethe: Faust I, 5. Akt, Vor dem Tore, Vers 1112-lll7. 307 und im Denken nach oben 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey "(7)"· aber unselbstständig 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(Literaten sitzen im Kaffeehaus)". Massel die Natur in ibrem Werden! 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(Goethe)·. Goethes Art und Weise einer lebendigen Naturbetrachtung zum Beispiel niedergeschrieben in seinem Gedicht Die Metamorphose der P/7anzen von 1798; dort finden sich die Zeilen: ·Werdend betrachte sie nun, wie nach und nach sich die Pflanze, stufenweise geführt, bildet zu Blüte und Frucht.· Leben in den Pflanzen abtötet /.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(durch Geruch?)·. Am Ende der atlantischen Zeit wird alles getan 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey "(durch den Genuss des Toten)". 308 Hosianna 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(cnthält das Schöpfungswort)·. Köm, das die Jünglinge 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(altc Sonncnnahrung)". Und Most 1.../: Hier folgt in den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey ·(alte Mondcnnahrung)". /Soma/: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber: ln den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey stand an dieser Stelle ·Sana» statt ·Soma». 309 /Das geschieht zuerst durch die Läuterung des Astralkörpm ... des Menschengescblechtes/: Passage übernommen aus den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey.  ln der Mitschrift von Mathilde Scholl heißt es hier: ·Darauf kommt es an. Dass, die Unio mystica, geschieht durch die Läuterung. Die Vereinigung mit dem Logos wird durch geläuterte Gedanken ausgeführt. Das letzte ist, wenn der Mensch bewusst an seinem physischen Leibe baut.· 309 Ergänzung aus den Aufzeicbnungen uon Camilla Wandrey: Sehr ähnliche Ausführungen finden sich im Vortrag vom 4. Dezember 1905 in Düsseldorf, abgedruckt in diesem Band. 311 Antonius uon Padua: ca. 1 195-1231, Theologe, Franziskaner und Prediger, Heiliger, einer der 36 Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche. Annie Besam: Siehe Hinweis zu Seite 234. 314 Stein der Weisen: Rudolf Steiner bezeichnet vielfach den Kohlenstoff als ·Stein der Weisen>, u.a auch in: Geüteswissenscbaftlicbe Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327. Hierbei nimmt er öfters auch Bezug auf Carl Arnold Komm (1745-1824); siehe hierzu insbesondere Hermann Kopp: Über den Verfall der A/lcbemie und die hermetiscbe Gesellschaft aus dem Jahr 1845. 315 und die uiene Stufe die der /lntuition/: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. ln der Mitschrift von Mathilde Scholl steht statt ·Intuiiion· «Initiation». Nicht ein trunkener Mensch soll man 'werden, sondern ein nücbtemek sagt Platon: Möglicherweise bezieht sich Rudolf Steiner hier auf Platons Symposion. Zum Vortrag vom 2. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Mathilde Scholl (Vonragsrcgister-Nummer 1190 A I). Bibelzitate wie in der Textgrundlage, wenn nicht anders angegeben. - Zu den Seligpreisungen siehe Anhang; siehe ebenso Mantrische Sprüche, Seelenübwngen Bd. 11, GA 269, Dornach 1997, 326. ln den verschiedenen Mitund Abschriften zu diesem Vortrag finden sich zahlreiche Varianten, die ausführlich in GA 4la dokumentiert sind. - Siehe auch Vortrag vom 19. Juni 1905 in Berlin in vorliegendem Band. 317 Er sagt ihnen: Johannes der Täufer ist Elias, sie haben ihn nur nicht erkannt: Siehe Mt 17,12. In der Luther-Übersetzung lauter diese Stelle: ·Doch ich sage euch: Es ist Elia schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wolken. Also wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnenn Verklärung: Siehe Mt 17,1-9. diC zweite Stufe ist die, aufwelcher der Mensch in der geistigen Welt J4ütten baut·: vgl. hierzu Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?, GA 10, Kapitel Veränderungen im Traumleben des Geheimscbülers. Hier Lasset uns Hütten bauen: Siehe Mt 17,4. ln der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: ·Petrus aber antwortete und sprach zu Jcsu: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen: dir eine, Mose eine und Elia eine.· 319 /Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. /Mt 5,7//' Ergänzung durch den Herausgeber. 321 Ignatius von Loyola: 1491-1556, Hauptbegründer der Gesellschaft Jesu, die später zum Jesuitenorden wurde.  322 So jemand meinen Rock fordert: Siehe Mt 5,40. In der Luther-Übersetzung lautet diese Stelle: ·Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mante1.· Ich gebe nicht eine Meile mit ihm, sondem zwei: Siehe Mt 5,41. In der LutherÜbersetzung lautet diese Stelle: ·Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwci.· Ärgert dich aber dein rechtes Auge, /so rejße es aus und wirfes von dir. Es ist besser für diCh, dass eines deiher Glieder uerderbe, als dass der ganze Leib in den Dunst der Hölle geworfen werde/: ln eckigen Klammer Einfügung durch den Herausgeber. 323 Tim nicht also auch die Zöllner 1../: In der Textgrundlage folgt hier: ·(Heiden)·. III. YORTRÄGE IN DÜSSELDORF Zum Vortrag uom 19. Januar 1905 Textgmndkge: Maschinenschriftliche Übertragung der Mitschrift von Mathilde Scholl mit Korrekturen von Marie Steiner-von Sivcrs (Vonragsrcgistcr-Nummer 1007 VII). Der Vortrag wurde bereits am 5. August 1945 publiziert in: Was in der Anthroposophiscben Gesellscbaft uorgeht. Nachrichten für deren Mitglieder, Nr. 31/1945: 121-122. 332 ein jedes Glied in /seinem/ eigenen Inhalte uollkommen zu machen: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. ln der Textgrundlage steht hier ·ihrem» statt ·seinem·: ·ein jedes Glied in ihrem eigenen Inhalte vollkommen zu machen·. Wenn ein einzelnes Glied /aus dem Schoß/ der Gottheit: Einfügung in den eckigen Klammern durch den Herausgeber. Zum Vortrag vom 20. Januar 1905 Textgrundkige: Maschinenschriftliche Übertragung von Mathilde Scholl mit Korrekturen von Marie Steiner-von Sivers (Vonragsregister-Nummer 1009 lV). - Der Vortrag wurde bereits am 12. August 1945 publiziert in: Was in der Anthroposophischen Gesellschaft uorgeht. Nachrichten für deren Mitglieder, Nr. 32/1945: 125-126. 334 Wenn die Rose selbst sieb schmückt, schmückt sie auch den Garten: Aus einem Aphorismus von Friedrich Rücken: ·Möge jeder still beglückt, seiner Freuden wanen! Wenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Ganen.· Friedrich Rücken (1788-1866), alias Freimünd Raimar, deutscher Dichter, Lyriker und Übersetzer arabischer, hebräischer, indischer und chinesischer Dichtung. 335 Ehe vor den Meistern kann die Stimme sprechen: Aus Licht aufden Weg von Mabcl Collins, Vierter Satz der Einleitung von Teil I, Leipzig 1898, S. 5. Zum Vortrag uom 22. März 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von Aufzeichnungen von Hilde Stockmeyer (Vonragsregisrer-Nummer 1051 I). - Siehe auch den Vortrag vom IQ. Dezember 1905 in diesem Band. 338 Bonifatius: um 673-754 (oder 755), Missionar und Kirchenreformer in Frankenreich, Missionserzbischof, päpstlicher Legat für Germanien. Laut Willibald von  Mainz soll Bonifatius die dem heidnischen Gott Thor geweihte Donareiche in Geismar im Jahr 723 gefällt haben. Aus ihrem Holz soll er eine dem Petrus geweihte Kapelle errichtet haben. 339 Eubaten: Sinngemäße Änderung durch den Herausgeber. In der Textgrundlage steht hier statt ·Eubaten» ·Storizen oder dergl.». 341 Bei der ersten Unterrasse ist es Wotan, dem gegenüber steben Hönir oder Wile und Loki oder Wc: Vermutlich ist hier stau <Loki· ·Lodur> gemeint. Vergleiche hierzu Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie, GA 121, Dornach 2017, Vortrag in Christiania (Oslo), 14. Juni 1910, dort heißt es: ·Ähnliche Erzengelwesen haben wir in den Genossen des Odin vor uns, in Hönir, welcher die Kraft des Vorstelkns verleiht, und in Lodur, welcher dasjenige verleiht, was der Rasse noch am nächsten liegt, also Hautfarbe und Blutcharakter. ln diesen zwei Wesen haben wir also Erzengelwesen zu sehen, die sozusagen mehr nach der normalen Seite hin liegen. Die abnormen haben wir dann in den Wesen zu erkennen, die als Wile und Wc auftreten. Das sind Wesenheiten, die mehr noch im Innern, im Intimen der Seele wirken, wie ich es im vergangenen Vortrage klargelegt habe.· Wotan oder Odin ... das Kama: Hier bestehen in derTextgrundlage Unsicherheiten. Hinter ·Kama» und hinter ·Karana sharira· finden sich Fragezeichen; es ist auch die Frage, ob <Wc> und <wik> vertauscht worden sind und ob cs statt <Lokb ·Lodur· heißen müsste. Zum Vortrag vom 4. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung vermutlich einer Mitschrift von Mathilde Scholl (Vortragsregister-Nummer 1194 A I). Sehr ähnliche Ausführungen finden sich in der Ergänzung aus den Aufzeichnungen von Camilla Wandrey zum MitgliederVortrag vom 27. April 1905 in Köln (in diesem Band). Zusätzlich wurden die Aufzeichnungen von Anna Rebmann hinzugezogen (Vonragsregister-Nummer 1194 A V). 344 Subba Rao: (1856-1890), indischer Gelehrter. Diese Aussage ist hier zitiert nach dem Buch von Annie Besam Der Pfad der Jüngerschaft, das 1905 in deutscher Übersetzung erschienen ist. Rudoli Steiner hat dieses Buch in der Zeitschrift Luzifer - Gnosis besprochen, publiziert in: Lucifer- Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und BeTicbte aus den Zeitschriften ·Luzifer' und <Lüci/w Gnosis·, GA 34, Dornach 1987. 345 dass die beiden Naturen [richtig] gemiScht sind: In eckigen Klammern sinngemäße Einfügung durch den Herausgeber. 346 Heiliger Antonius: Siehe Hinweis zu Seite 311. Annie Besam: Siehe Hinweis zu Seite 234. 347 Man sehe sich gewisse Bilder großer Maler an 1.../: der Satz wird in der Textgrundlage mit dem wenig verständlichen Relativsatz fortgeführt: ·dic Kombinationen gemacht haben·. 348 Samadbi: Zu den indischen Begriffen siehe Theosophisches Glossar im Anhang.  350 Nicht ein trunkener Mensch soll man werden: Siehe Hinweis zu Seite 313. 351 ZurTabelle: Vgl. Vorträge vom 11., 18. und 28. Dezember 1905 in Berlin (·Erkenntnis der höheren Weken·) in diesem Band. lV. Yorträge in Hamburg Zum Vortrag 9. Apnil 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft mit Korrekturen von Marie Steiner-von Sivers (Vonragsregistcr-Nummcr 1066 I). - Der Vortrag wurde ohne die Fragenbeanrwortung bereits am 9. September 1945 publiziert in: Was in der Antbroposopbiscben Gesellschaft uorgebt. Nachnichten für deren Mitglieder, Nr. 36/1945, 141-143. - Siehe auch Vortrag vom 15. Februar 1905 in diesem Band. 355 Stbda sbarira: Zu den indischen Begriffen siehe Theosophisches Glossar im Anhang. 359 Sibyllinische Bücher: Sammlung von Orakelsprüchen in griechischen Hexametern; wurden in Krisenzeiten des Römischen Reiches konsultiert. Laokoon: Siehe Hinweis zu Seite 188. Zum Vortrag vom IS. Oktober 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von Notizen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer 1142 I). Don heißt es bezüglich des Ortes ·vermutlich Hamburg·. 362 Wir haben gestem die Zusammensetzung: Am Samstag, 14. Oktober 1905 hielt Rudolf Steiner einen öffentlichen Vortrag zum Thema Ursprung und Wesen des Menschen in Hamburg, der in GA 68b (Der Kreülauf des Menschen durch die Sinnes-, Seelen- und Geisteswelt) publiziert werden wird. 365 Abu alle diese Veränderungen ... für das Entstehen des leb anzusehen ist 1.../: An dieser Stelle folgt in der Textgrundlage: ·(·und er blies ihm den lebendigen Odem ein")", aus 1 Mos 2,7. Zum Vortrag vom 10. Dezember 1905 Textgrundlage: Maschinenschriftliche Übertragung von Notizen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer 1201 oder 1202 I). Don heißt es bezüglich des Ortes: ·Orr unbckannr (Hamburg?, Bremen?)». In: Das Vom'agswerk RudolfSteiners von Hans Schmidt, Dornach 1978) ist als Ort ·Hamburg· angegeben. - Siehe auch den Vortrag vom 22. März 1905 in diesem Band. 366 Dmide kommt her von Drus /.../: In der Textgrundlage folgt hier: ·(Eichc)·. Die Herkunft des Wortes <Druid· ist umstritten. Plinius vermutete, der Name gehe auf die altgriechische Vokabel <drys» für Eiche zurück. Nur bei griechischen und römischen Autoren wird das Wort als Pluralform druidae· bzw. <druides» genannt. Ein rekonstruiertes keltisches Wort wäre ·druwids> (Singular), ältere Form ·doarewids·,  was so viel wie Noraussehender», &Vahrsager' bedeutet. Der erste Teil <dru· kann sowohl ·Eichc» bezeichnen als auch Eigenschaften wie dicht, kräftig, vieb. Der zweite Teil geht auf die indogermanische Wurzel ·wcid> zurück und steht so mit dem griechischen <eidonp (·ich erblickte/erkannte·), dem lateinischen <vidco' ('ich sehe·) und letztlich auch dem deutschen ·wisscm in einer Reihe. 366 Die Druiden wirkten als Eingeweihte in den Druidcn-Mystericn und in den skandinavischen Mysterien, den sog. Drotten- oder Trotten-Mysterien, und bildeten die geistige Elke der Kelten. - Zu den Drottcn-Mysterien vgl. auch den Vortrag vom 30. September 1904 in: Die Tempellegende und die Goldene Legende, GA 93. 366 Bonifatius: Siehe Hinweis zu Seite 338. 369 1· Ist Z'u'ifel Herzen Nacbgebur ... ·/: Korrektur durch den Herausgeber. In der Textgrundlage stehe ·Wenn Zwicvcl des Herzens Nachcbur·. Erste Textzeile aus Wolfram von Eschenbachs (um 117O-um 1220) Parziual (I, I). Jakob Böhme: 1575-1624, deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph. 370 Walter uon der Vogehueide: ca. 1170-ca.1230, bdcutendstcr deutschsprachiger Lyriker des Mittelalters. Walter von der Vogelweide rübmte von sich, als etwas ganz Besonderes, dass er lesen und schreiben könne /. ../: In der Tcxtgrundlagc folgt an dieser Stelle «(der in Büchern las)». Vielleicht bezieht sich diese Stelle auch auf Hartmann von Aue, der in seinem Annen Heinrich von sich berichtete, dass cr in Büchern las. 371 Er musste den Versuch mit dem Tode büßen: ln der Tcxrgrundlage folgt die zusammenhanglose Zeile: ·Margherita Albana Mignaty hat SchurC inspiriert. ... Gobens.· Interpunktion so wie in der Textgrundlage. - Edouard SchurC, 1841-1929, Schriftsteller, Dramatiker. Die Griechin Margherita Albana-Mignary nahm durch ihre tiefen geistigen Einblicke entscheidenden Einfluss auf SchurC. Die grundlegenden Gedanken der Lcs Grands lniriCs entstanden im Zusammensein mir ihr. Im Herbst 1887, zwei Jahre vor dem Erscheinen des Buches, starb Margherira Albana-Mignaty. 371 Helena Petrouna Blauatsky: Siehe Hinweis zu Seite 36. 372 Nun denken Sie sich die Luft mit ihren verschiedenen Schwingungen, denn jedes Wort bringt verschiedene Schwingungen beruo' 1.../: ln der Textgrundlage folgt hier: ·(vergleiche die Schallwellen, die auf Glasplatten sichtbar gemacht werden können, vermiucls feinem Sand)·. Gemeint sind die sogenannten Chladnischen Klangfiguren. Johannes der Täufe'/.../: ln der Textgrundlage folgt hier noch die folgende Passage: ·Über die Zeitdifferenz bezüglich der Geburt Christi, die von einigen Theosophen auf hundert Jahre früher als die geschichtliche Annahme geschaut worden war, äußerte sich Dr. Steiner: Er hält fest an der Tradition. Er meint, die Annahme des früheren Datums beruhe auf einem Sehfehler, durch Verschiebung der Perspektive könne im okkulten Schauen leicht eine Verwechslung zwischen Raum und Zeit stattfinden. Es handelt sich um Pontius Pilatus. Weil sie den nicht um die Zeit gefunden haben, daraus ist der Irrtum entstanden. Nach seiner Anschauung sei er bei der Kreuzigung nicht in Jerusalem anwesend gewesen, sondern in Cäsarem daher sei es ganz natürlich, dass man ihn in Jerusalem nicht gefunden habe. Es handelt sich in den verschiedenen Berichten um eine Ortsdifferenz.  372 Dass der Name Pontius Pilatus fälschlich ins Glaubensbekenntnis hineingekommen ist, das begründet noch nicht, dass Pontius Pilatus nicht gelebt habe. Das ist richtig, dass es im Ursymbol heißt <Poiitos pilctoi>. Der Sehfehler sei schuld, dass das Auge sich auf eine andere Figur gerichtet habe. Dieser Fehler ist ausgegangen von Frau Blavatsky. Mead hat es weitergegeben. Er gibt alle verschiedenen Lesarten, ohne eine Verständigung dazu zu geben. Steiner meinte scherzend, cs erinnere ihn an jene Satten, die sich gegenseitig aufgefressen hätten, sodass nur die Schwänze noch blieben. Als Jesus am Kreuz ausrief: ·Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassenb, das sei der Moment gewesen, in dem Christus wirklich den Leib Jesu verließ. Jesus haue dem Christus wirklich seinen Leib gelassen. Chrisrus war für drei Jahre in dem köstlich reinen, hoch entwickelten Leib des Jesus wirklich inkarniert. (So ist es also korrekt zu sagen, Christus ist für uns gestorben, nicht Jesus - und doch - AW). Auf meine Frage nach dem Leichnam erhielt ich die willkommene Bestätigung. dass er wirklich nicht verwest ist. Unser christlicher Glaube hat Recht behalten. Gelobt sei Gott! Der heilige Leib hat sich sofort in seine Atome aufgelöst. Christ ist erstanden. Er zeigte sich seinen Jüngern, hat sie noch jahrelang unterrichtet. Und er wird wiederkommen. Jesus ist infolge seines großen Opfers, dass er seinen Leib dem Christus zum Tempel gegeben, bald Meister geworden. Er lebt seitdem - mit kurzen Unterbrechungen als inkarnierter Mensch auf der Erde und wacht über der Kirche Christi> - ·Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen·, Mk 15,34 und Mt 27,46. - Mcad George Roben Stow Mead (1863-1933), englischer Autor, Theosoph und Gründer der Quest Society. Autor von Did Jesus live 100 Years B.C. ?, London and Benares 1903. V. Vortrag in Lugano Zum Vortrag vom 10. Januar 1906 Textgmndkge: Maschinenschriftliche Übertragung von Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vonragsregister-Nummer 1218 II). In einer anderen maschinenschriftlichen Übertragung von Aufzeichnungen unbekannter Autorschaft (Vortragsregister-Nummer 1218 I) heißt es unter dem Titel ·nach dem Stenogramm einen Vortragcs·; ein entsprechendes Stenogramm liegt dem Archiv allerdings nicht vor. 375 Goethe, Wär' nicht das Auge sonnenbaft: Aus: Paraphrase, siehe: Zur Farbenlebre, Didaktischer Teil, Einleitung, in: Goethes Werke. NatwwissenschaftliCbe Schriften, herausgegeben von Rudolf Steiner, Dritter Band, Beiträge zur Optik. Zur Farbenlehre (Bd. I), Stuttgart 1890 (Reprint GA Ib, Dornach 1975), 88; sowie Zahme Xenien, III. 376 Wird Christus tausendmalzu Betblebem geboren: Im Originalwonlaut: «Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du blicbest doch in alle Ewigkeit verloren.», in: Cherubinischer Wandersmann, Erstes Buch, Spruch 61 von Angelus Silesius (1624-1677). 377 Lange schon habe ich: Aus dem Brief von Schiller an Goethe vom 23. August 1794 aus Jena, zitiert nach Briefu'echsel zwischen Schiller und Goethe, herausgegeben von Richard Miilkr-Freienfds, Band I, 1794-1797, Berlin 1924, S. 5-9.  377 Lorenz Oken: 1779-1851, eigentlich Lorenz Okenfuß, deutscher Naturforscher, Naturphilosoph, vergleichender Anatom und Physiologe. U. a. erster Rektor der Universität Zürich. Paracelsus, der große Arzt des Mittelalters, sagt: Siehe Hinweis zu Seite 196 und zu Seite 271. ALs junger Knabe: Aus Jean Paul: Selberlebensbescbreibung, 2. Vorlesung. Sie erschien zuerst in der postum von Christian Otto herausgegebenen Wahrheit ausJean Pauls Leben. Kindbeitsgescbichte uon ihm selbst geschnieben, Breslau 1826-1828. Die Stelle lautet wörtlich: ·Nie vergcss' ich die noch keinem Menschen erzählte Erscheinung in mir, wo ich bei der Geburt meines Selbstbewusstseins stand, von der ich Ort und Zeit anzugeben weiß. An einem Vormittag stand ich als ein sehr junges Kind unter der Haustüre und sah links nach der Holzkge, als auf einmal das innere Gesicht <ich bin ein ich> wie ein Blitzstrahl vom Himmel vor mich fuhr und seitdem leuchtend stehen blieb: Da haue mein Ich zum ersten Male sich selber gesehen und auf ewig. Täuschungen des Erinnerns sind hier schwerlich gedenkbar, da kein fremdes Erzählen in eine bloß im verhangnen Allerheiligsten des Menschen vorgefallnc Begebenheit, deren Neuheit allein so alltäglichen Nebenumständen das Bleiben gegeben, sich mit Zusätzen mengen konnte.· Zitiert nach Jean Paul: Sämth'ehe Werke, Miinchen/'Wien: Carl Hanser, 1987; Abteilung I, Sechster Band, S. 1061. 378 den unaussprecblicben Namen Gottes genanntJabue, das Ich: ln der erst genannten Mitschrift steht an dieser Stelle maschinenschrifltich «Iao·; handschriftlich ist mit Fragezeichen «jahve» ergänzt. Siehe Hinweis zu Seite 214. 381 ·Das Buch der göttlichen Tröstl¢ng»: ln der erst genannten Mitschrift steht hier ·Das Buch der ewigen Dinge·. Unter diesem Titel liegt u.W. kein entsprechendes Werk vor. Möglicherweise hat Rudolf Steiner vom Buch der göttlichen Tröstung. Vom edlen Menschen von Meister Eckhart gesprochen. Nachfolge Cbisti" Die Nachfolge Christi (De imitationc Christi) von Thomas a Kempis (1380-1471), um 1418. Licht auf den Weg: Siehe Hinweis zu Seite 76. Bevor das Auge sehen kann: Zweiter bis fünfter Satz der Einleitung von Teil I in: Licht auf den Weg von Mabel Collins, Leipzig 1898, S. 5. 383 ln Lebens/luten, im Tatenstunn: Aus Johann Wolfgang von Goethes Faust I, Nacht, Vers 501-509. 384 Später kam eine Zeit, in welcher die physische Welt erobert wurde [..j: In der erst genannten Mitschrift folgt hier: ·(Kopernikus)·.  Glossar zu den indisch-theosophischen Beg'iffen Im Beginn seiner geisteswissenschaftlichen Lehrtätigkeit knüpfte Rudolf Steiner an die seinen Zuhörern vertrauten indisch-theosophischen Bezeichnungen an, ersetzte aber allmählich die Sanskrit-Begriffe durch deutsche Termini. Im Vortrag vom 10. Oktober 1905 in Berlin (in: Grundelemente der Esoterik, GA 93a) äußerte er sich darüber so: «Anfangs [für eine neuzeitliche spirituelle Bewegung] war ein Einschlag von Indien notwendig, weil Europa selbst [d.h. in den Schulen der Rosenkreuzer im Mittelalter] zu wenig Ausdrücke ausgebildet hatte, um die Lehren einzuführen. [..J Solche Ausdrücke sind jedoch vorhanden in der morgenländischen Methode des Lehrens, die noch von den allerältesten Indern stammen, die den Unterricht der alten Rishis gehabt haben. Diese indischen Ausdrücke sind noch nicht von dem materialistischen Zeitalter beeinflusst. Manche Dinge müssen auch wir noch mit indischen Worten bezeichnen. Aber alles, was heute in den okkulten Lehren vorkommt, war auch bei den Rosenkreuzern im Mittelalter und im Beginn der Neuzeit vorhandem» A Ad(b)ibuddha: Transzendenter Buddha, gilt als Verkörperung absoluter Wahrheit, Urbuddha. Entsprechend Adi-Atma und Adi-Deva. Ätberleib: Lebensleib, Bildekräfteleib. Äther-Doppelleib: Theosophische Bezeichnung für den Ätherleib. Abamkara/Abankara: WÖrtlich Jch-Machcr'; das Ego, eigenständiges Selbst; ermöglicht das Denken in Vorstellungen. Ich, Selbstbewusstsein, Persönlichkeit. Akasba-Cbronik: Weltgedächtnis, unvergängliches Geschichtsbuch; an der Grenze der geistigen Welt (Devachan). Ananda: Wonne, Freude, Segen, Glückseligkeit. Antakbarana: Selbstlose niedere Selbsterkenntnis. Arbat: djer Wiirdige>, ist nach indisch-theosophischer Bezeichnung ein Eingeweihter, Geheimlehrer, Adept, Mahatma oder Meister. Rudolf Steiner gebrauchte diese Bezeichnung gelegentlich in seinen frühen Vorträgen. Arupa, arupiscb: Körperlos, formlos, geistig. astral: Seelisch. Astralleib: Begierdenleib, Empfindungsleib, Körper des Verlangens. astrale Welt: Seelenwelt, Begierden-, Wunschwelt. Atma: Das siebente Prinzip des Menschen, sein höheres göttliches Selbst. Von Rudolf Steiner auch Geistesmensch genannt. Attuara: Bedächtigkeit.  Asura: Geister der Persönlichkeit, Geister des Egoismus, Hierarchie der Archai. Auatar: Vom sanskritischen Avatara, was so viel wie <Absticg» bedeutet; im Hinduismus die Manifestation des höchsten Prinzips (Brahman) oder eines göttlichen Aspektes, der die Gestalt eines Menschen oder Tieres annimmt. In der Theosophie bezeichnet Avatar allgemein die Inkarnation des Göttlichen. - Vishnu zeigt sich in einer Vielzahl von Manifestationen. Um die Weltordnung (Dharma) im Sinne einer gerechten kosmologischen und menschlichen Ordnung zu schützen, inkarniert er sich, wenn die Weltordnung ins Schwanken zu geraten droht. Diese Inkarnationen werden Avatare genannt. Es gibt eine Stufenfolge von zehn Avataren: - Matsya: Fisch, zieht in der großen Flut die Arche. - Kurma: Schildkröte, trägt den Berg Mandara beim Quirlen des Milchozeans auf ihrem Panzer. - Varaha: Rieseneber, rettet die Erde in Gestalt der Göttin Bhudevi aus dem Urozean. - Narasimha: Mann mit Löwenkopf, tötet den Dämon Hiranyakashipu. - Vamana: Zwerg, wächst zum Riesen heran und misst mit drei Schritten die Welt aus. - Parashurama: <Rama mit der Axt>, Vishnu in Menschengestalt als Rächer eines Brahmanenmordes. - Rama: der Held des Epos Ramayana, nicht mit der sechsten VishnuInkarnation identisch. - Krishna - der Schwarze>, Verkünder der Bhagavad Gita. - Buddha - manchmal auch <Balarama·, der Bruder Krishnas. - Kalki - zukünftige Inkarnation Vishnus als Reiter auf dem Pferd, der den Dharma wiederherstellt. Als die bekanntesten und bedeutendsten Avatare werden Rama sowie Krishna betrachtet. B Bodbisattva: Wird in einer der nächsten Verkörperungen ein Buddha. <Erleuchtungswesen>, hat im eigenen Ich seine Göttlichkeit entdeckt; hat die Arhat-Stufe erreicht. Verkörpert sich aus der Liebe zu den Menschen, um ihnen beizustehen. Brahman: In der hinduistischen Philosophie die unveränderliche, unendliche, immanente und transzendente Realität; der ewige Urgrund von allem, was ist. Die älteste Bedeutung des Wortes in den Veden ist ·heiliges Wort> oder ·heilige Formeb, auch ·heilige Kraftn Seit den Upanishaden steht ·Brahman> für das unwandelbare Absolute, behielt jedoch daneben die ursprüngliche Bedeutung der ¢heiligen Rcdc> bei. Budbi: Theosophisch Weltseele oder Weltgemiit und als sechstes Prinzip der menschlichen Wesenheit: die geistige Seele. Von Rudolf Steiner ·Lebens geist· genannt. Zur Schreibweise mit einem oder zwei ·d· vgl. Rudolf Steiners Vortrag vom 8. Dezember 1904 in Berlin, in: Spirituelle Seelenlehre und Weltbetrachtung, GA 52, S. 405. Siehe auch H.P. Blavatsky, Die Geheimlehre, Einleitung. Buddhi: Erkenntnisvermögen, Unterscheidungskraft. C Cbakra: Organ des Astralleibes; Rad, Lotusblume. Cbela (Tscbeia): Geistesschüler. Cbit: Abstraktes Bewusstsein, Erkenntnis, Denken. D Dangma: Tibetisch; reine Seele; Bezeichnung für einen höchstentwickelten Hellseher, dessen geistiger Blick über das Devachan hinausreicht. Deuacban: Geisteswelt ~ Plane. Deua: Die dem Gott dienenden Götter, die Himmlischen oder die Leuchtenden; Götter, Halbgötter, überirdische Wesen. Dharma: Im Buddhismus vor allem die Lehre des Buddha von den vier edlen Wahrheiten; Gesetz, Ordnung, Recht und Sitte, Ethik und Moral. Dhyan- Cboban: Planetengeister, vervollkommnete Menschen früherer Runden. Christlich: Erzengel. Dbyani: Engel. Durga: Wörtlich: Die schwer Zugängliche, die schwer zu Begreifende; die gütige und strafende Göttin der Vollkommenheit, die als Saraswati, Lakshmi, Ambika und Ishvari sowie in anderen Formen erscheinen kann und unter anderem Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit verkörpert. G Gunas: Die drei Grundeigenschaften Sattwa, Rajas, Tamas. I Indriya: Zu Indra gehörig; ein außerordentliches Vermögen, Krafttat; der männliche Samen; Sinnesfähigkeit, Sinnesvermögen; Sinn, Sinnesorgan, Organ. Zu den Indriyas zählen die Wahrnehmungsfähigkeiten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten usf.) und die Handlungsfähigkeiten (Sprechen, Greifen, Gehen, Ausscheidung, Fortpflanzung usf.). Isbtwara: Herr, Bezeichnung des höchsten Gottes, oft Bezeichnung Shivas.  J Jujuksba ~ Siehe Manas K Kama: Allgemeine Astral- bzw. Wunsch- oder Begierdenmaterie. Kamaloka: WÖrtlich <Ort der Begicrdc>, wird in der christlichen Terminologie als Fegefeuer (lat. purgatorium) bezeichnet. Kama-Manas: Irdisches Bewusstsein oder niederes Manas, im Gegensatz zum höheren Manas (Budhi-Manas). Von Rudolf Steiner auch Verstandesseele genannt. Kama-Rupa: Astralleib, Begierdenleib; Kama-Materie zu einem Leib («upa') geformt. Karana Sbarira: Geistselbst, auch Kausalkörper. Kausalkörper: In der indisch-theosophischen Terminologie der Teil von Äther- und Astralleib, der als eine ewige Entelechie von Inkarnation zu Inkarnation weiterbesteht. Kundalini: Eine Form der Devi; Kundalini-Schlange, <Schlangenkraft·, ätherische Kraft im Menschen. Sie ruht am unteren Ende der Wirbelsäule, symbolisch dargestellt als eine im untersten Chakra schlafende, zusammengerollte Schlange (Sanskrit: kundala = gerollt, gewunden). L Laya: Auflösung; Laya-Voga ist Teil des Kundalini-Yoga, das u.a. auf die sieben Chakren konzentriert ist. Linga-Sbarira: Seelenleib, Astralleib. Lipika: Schreiber; die Herren des Karmas, tragen Taten und Gedanken in die Akasha-Chronik ein, als Schicksalsgötter auch geistige Helfer von Inkarnation zu Inkarnation. Loka: Plan, Ebene, Aufenthaltsort. Es werden sieben Ebenen unterschieden: I. Bhurloka = Erdenwelt (sinnlich wahrnehmbare Welt); 2. Bhuvarloka = Astralebene zwischen Erde und Sonne, Aufenthaltsort der Halbgötter; Atmosphäre, Bereich der Lebenskräfte; 3. Svarloka = Ebene zwischen Sonne und Polarstern, Himmelsebene, Ebene des Gottes Indra; 4. Maharloka = Aufenthaltsort der Weisen und Erleuchteten. 2—4 werden zusammengefasst als Antarloka = mentale oder emotionale Ebene, Innen- oder Zwischenwelt, Ebene der Geister, Engel und Devas. 5. Janaloka = Kreativebene, Aufenthaltsort der Söhne des Brahma; 6. Taparloka = Ebene der Entsagung, der Strenge; 7. Satyaloka = Ebene der Wahrheit und Wirklichkeit, Ebene des Brahma. 5-7 werden zusammengefasst als Brahmaloka = Götterwelt, Kausalplan.  Lunarpitris ~ Pitris; werden von Rudolf Steiner mit den Söhnen oder Geistern des Zwielichtes (Engel) gleichgesetzt. M Mahabuddba: Der große Buddha. Mahaparaniruanaplan ~ Plane. Mahapralaya: Maha, großes Pralaya. Maharajas: Großer Führer, großer König. Mahat: Etwas Großes, Bedeutendes; die heilige Weisheit; universelle Intelligenz, umfassendes Bewusstseins; bringt sowohl Manas (Prinzip des Denkens) als auch Ahamkara, den Egoismus oder das Gefühl des ·Ich bin Ich> ins niedere Manas. Mala: Schmutz, Unrat, Unreinheit, Ausscheidungsprodukt, Abfallprodukt. Manas: (auch Jujuksha) wörtlich <Denken>. Als Prinzip des Menschen von Rudolf Steiner Geistselbst genannt. Manasaputras: Wörtlich cDic geistgeborenen Söhne·, die Venus-Söhne, die sieben oder zehn geistgeborenen SÖhne Brahmas. Manu: Bedeutet im Sanskrit Mensch·. Manu gilt im Hinduismus als der Stammvater der Menschen. Ein Manu tritt jeweils zu Beginn einer neuen Menschheitsepoche auf. Manuantara: Zusammenziehung von manu-antara, das Lebens- oder Zeitalter eines Manu oder ein Weltentag, die äußere Offenbarung eines planetarischen Entwicklungszustandes. Jedes Weltensystem macht sieben solcher äußerlich offenbaren Zustände durch, die durch eine Weltennacht (Pralaya) voneinander getrennt sind. Jedes Manvantara wird von einem bestimmten Manu geleitet. Manvantara wird auch ·offener Kreislauf' genannt, im Gegensatz zur Periode der Auflösung oder Ruhe: Pralaya: cgesch]ossener Kreislauf' Mayaui-Rupa-körper: Illusions-Leib oder Manifestationskörper, ein temporärer Astralleib, der willentlich und voll bewusst aus dem Mentalkib gebildet wird. Er wird durch Gedanken aus astralem Stoff gebildet und daher auch als ·Gedankenkörpm bezeichnet. Ein geistiger Leib, den sich nur der Adept aus dem Mentalleib bilden kann. Maitreya: Der Buddha der Zukunft, der große, kommende Weltkhrer. Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort <maitri' abgeleitet, das mit universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit übersetzt werden kann. Mondpitris ~ Pitris, Lunarpitris. Moksha ~ oder Mukti bedeutet in den indischen Religionen Erlösung oder Befreiung, oft auch als Erleuchtung bezeichnet. Moksha ist allgemein das  letzte der vier Lebensziele. Die anderen sind Wohlstand (Artha), Religion, Gesetz oder Ordnung (Dharma), Lust oder Leidenschaft (Karna). N Nirmanakaya: Erleuchtete Menschheitslchrer, die sich aufgrund eines allumfassenden Mitgefühls der Menschheit zuwenden. So viel wie manifestierter Körper> oder <Emanationskörper>. Der übersinnliche Leib, durch den ein Buddha nach seiner letzten Inkarnation dennoch in das Erdengeschehen hineinwirkt. Niruanaplan ~ Plane. P Paraniruanaplan ~ Plane Pitris: Väter oder Vorfahren der Erdenmenschen auf der Mond- und Sonnenentwicklung (Lunarpitris bzw. Solarpitris) Plane: Theosophische Bezeichnung für die sieben Plane, Ebenen oder Welten, von Rudolf Steiner später durch deutsche Ausdrücke ersetzt: Theosophische Bezeichnung Physischer Plan Astralplan, Astralwelt Devachan/Mentalplan Rupa-Oevachan Arupa-Devachan Budhiplan Nirvanaplan Anthroposophische Bezeichnung physische Welt, irdische Welt Seelenwelt, imaginative Welt Geistesland, Geisterland, Welt der Sphärenharmonie, Welt der Inspiration niederes Devachan, himmlische Welt höheres Devachan, Vernunftwelt, Welt der Intuition Welt der Vorsehung Gotteswelt, in der es weder Raum noch Zeit gibt. Diese Welt über der Welt der Vorsehung ist eine solche, ·für die es in ganz ehrlicher und richtiger Weise den Namen in den europäischen Sprachen noch nicht geben darf.» (Rudolf Steiner im Vortrag vom 25. Oktoberl909, GA 116)  Paranirvanaplan Mahaparanirvanaplan Die noch über Nirvana liegende Welt. Die höchste Welt. Prajapatis: Personifikation der Schöpferkraft. Pmkriti: Urmaterie, die kosmische, die ursprüngliche, nicht verursachte Ursache phänomenaler Existenz, formlos, grenzenlos, unbeweglich, ewig und alldurchdringend; zwei Zustände: nicht-manifestiert (Avyakta) und manifestiert (Vyakta). Zusammengesetzt aus drei Gunas (Eigenschaften): Tamas (Trägheit, Dunkelheit und Chaos), Rajas (Rastlosigkeit, Bewegung und Energie) und Sattva (Gleichgewicht, Harmonie und Frohsinn). Pralaya: Dasein während einer Ruheperiode zwischen zwei Manvantaras, in der alles Offenbare im Nichtoffenbaren aufgelÖst ist; auch geschlossener Kreislauf genannt. Prana: Lebensatem, Lebenshauch; im Hinduismus Leben, Lebenskraft oder Lebensenergie;. allgemeines Lebensprinzip; in den physischen Leib gegossen = Ätherleib Puja: Verehrung, Ehrerbietung. Purusha: Mann, Mensch, Menschheit, Person, Urseele. Purusha (Geist, Mensch) steht im Gegensatz zu Prakriti (Natur, Urstoff). Nach einem Schöpfungsmythos im Rigveda ist Purusha der Urmensch, aus dessen Körper in einem Selbstopfer die Welt hervorkommt. R Rajas: Leidenschaft, absolutes Verlangen, Rajas ist die Leidenschaft, die Rastlosigkeit, Bewegung, Energie. Eine der drei Gunas (Eigenschaften) der feinstofflichen Materie (" Gunas ) Rassen ~ Siehe hierzu Sonderhinweis auf Seite 435ff. Wurzelrassen (in der englischen theosophischen Literatur: Rootraces) = die sieben Hauptzeitalter der Erdenentwicklung: 1. polarische Zeit 2. hyperboräische Zeit (Austritt der Erde aus der Sonne) 3. lemurische Zeit (Austritt des Mondes) 4. atlantische Zeit (geht mit der Sintflut unter) 5. nachatlantische Zeit (sieben Gemeinden der nachatlantischen Zeit) 6. Hauptzeitalter (Zeit der sieben Siegel; Wiedereintritt des Mondes) Z Hauptzeitalter (Zeit der sieben Posaunen; Wiedervereinigung mit der Sonne)  Unterrassen (in der englischen theosophischen Literatur: Subraces) = Kulturepochen der atlantischen Zeit: I. Rmoahals (Gefühle, Sinncsgedächnis, Sprache) 2. Tlavatli (Erinnerung, Ahnenkult) 3. Ur-Tolteken (persönliche Erfahrung) 4. Ur-Turanier (persönliche Machtfülle) 5. Ur-Semiten (Urteilskraft, Rechnen) 6. Ur-Akkadier (Anwendung der Urteilskraft, ·Gesetze·) Z Ur-Mongolen (verlieren die Macht über die Lebenskräfte, behalten aber den Glauben daran) Kulturepochen der nachatlantischen Zeit: 1. Urindische Kulturepoche (7227-5067 v. Chr.) 2. Urpersische Kulturepoche (5067-2907 v. Chr.) 3. Ägyptisch-chaldäisch-babylonisch-semitische Kulturepoche (2907-747 v. Chr.) 4. Griechisch-lateinische Kulturepoche (747 v. Chr-1413 n. Chr.) 5. Germanisch-anglo-amerikanische Kulturepoche (1413-3573 n. Chr.) 6. Slawische Kulturepoche 7. Amerikanische Kulturepoche Rupa, rupiscb: In Erscheinung tretend, geformt, Körper. Rupa-manasiscb: Geistige Form. Runden: Es werden unterschieden: Sieben Bewusstseinszustände, sieben Reiche oder Lebenszustände und sieben Formzustände. Jeder Bewusstseinszustand umfasst sieben Lebenszustände, und jeder Lebenszustand umfasst wiederum sieben Formzustände (Summe 343 Zustände). Die Lebenszustände oder Reiche (auch Lebensstufen oder Elementarreiche) werden auch <Runden· genannt. Die Formzustände werden auch <Globen' genannt. Die sieben Runden sind: Erstes Elementarreich (Elementarreich der strahlenden Farben), zweites Elementarreich (Elementarreich der freien Töne), drittes Elementarreich (Elementarreich der farbigen Formen), Mineralreich (Mineralreich der farbigen Körper), Pflanzenreich, Tierreich, Menschenreich. - Rudolf Steiner verwendet diesen Begriff auch im Sinne der planetarischen Entwicklungsstufen. S Samadbi: Sanskrit: Versenkung, Sammlung; Aufmerksamkeit auf etwas richten; bezeichnet einen Bewusstseinszustand jenseits von Wachen, Träumen und Tiefschlaf; auch Einswerden mit dem Mediationsinhalt. Sandha: Übereinkommen, Vertrag; Versprechen, Gelöbnis; Vereinigung. Sangha: Versammlung, Menge, Gemeinschaft. Sanwa/Sattu'(u)a: Licht, Erkenntnis (" Gunas)  Samsara: Wörtlich beständiges Wandern, der immerwährende Zyklus des Seins, der Kreislauf von Werden und Vergehen, der Kreislauf der Wiedergeburten. Sät: Das abstrakte Sein. Sattu'(u)a: In der indischen Philosophie und im Hinduismus eine der drei Gunas (Eigenschaften). Sattwa meint Klarheit, Güte, Harmonie, Ausgeglichenheit. Sbakti, Kriya und lccha: Aktivität, eine der drei Hauptenergien Shivas. Kriya Shakti eine der Grundkräfte der göttlichen Mutter, Devi. Kriya heißt Handlung, Kriya Shakti meint Tatkraft, Aktivität. Die göttliche Mutter, die Göttin, manifestiert sich als Jnana Shakti, Iccha Shakti und Kriya Shakti in jedem Menschen: Jnana Shakti ist die Kraft der Erkenntnis; Iccha Shakti ist die Kraft des Wollens; Kriya Shakti ist die Kraft des Tuns. Sbarira: Hülle, Leib. Sbraddba: Glaube, Vertrauen, Zuversicht, Treue, Aufrichtigkeit; aber auch: Lust, Gelüst, Verlangen, Appetit, Neugier. Die Fünfte der sechsfachen Tugenden (Shatsampat) eines spirituellen Aspiranten. Die fünf weiteren Tugenden des Shatsampat sind: Shama (Gleichmut), Dama (Kontrolle der Sinne), Uparati (Vermeiden der Sinne), Titiksha (Duldungskraft) und Samadhana (geistige Ruhe, Harmonie). Solarpitris, Sonnenpitris ~ Pitris, entsprechen der Hierarchie der Archangeloi oder den Geistern des Feuers. Sthula-Sharira: Der grobstoffliche, physische Leib. T Tamas: Dunkelheit, geistige Finsternis, Unwissenheit. Eine der drei Gunas (Eigenschaften) der feinstofflichen Materie. U Upadbi: Bestimmung oder Begrenzung. V Vitarka: Urteilen, argumentieren; Sa-Vitarka, Nir-Vitarka = Identifikation mit dem Physischen  Namenregister Adam-kadmon 341 Aeneas 359 Ahriman 358, 372 Aischylos 296 f. Anchises 188, 359 Ancus Marcius 360 Andwari 342 Angelus Silesius 376 Antonius von Padua, Heiliger 311, 346 Aphrodite 359 Ares 69 Aristides 96 Artus 368 Ask 341 Atli 343 Audhumbla, Kuh 341 Augustinus 303 Baader, Benedict Franz Xaver von 127 Baldur 338f., 356, 371 Barbarossa 368 f. Besant, Annie 233, 311, 346 Blavatsky, Helena Petrovna 36f., 217, 371 Böhme, Jakob 369 BOr 341 Bonifatius 338, 366 Brahma 265, 328 Brunhilde 70, 343 Bruno, Giordano 93 Buddha 75, 83, 97, 114, 366, 384 Büchner, Ludwig 142 Buri 341 Calvin 303 Ceridwen 339 Circe 296 Clemens von Alexandrien 260 Collins, Mabel 159, 381 Cusanus, Nikolaus 93 Cyane 299 Darwin, Charles 378 Dionysos 69, 188 f. Donar 72 Elias 121, 124, 189, 274, 317 Elsa von Brabant 369 Embla 341 Empedokles 93, 96 Erda 69f. Faust 31 f, 61, 96, 383 Fichte, Johann Gottlieb 98, 127, 159 Freya 69, 72 Galilei, Galileo 278 Goethe, Johann Wolfgang von 31 f., 61, 74, 87, 106, 110, 204f., 231, 243 f., 262, 286, 305, 377f., 383 Grimm, Gebrüder 148 Gunnlöd 342  Hardenberg, Friedrich von 293 Harnack, Adolf von 122 Hartmann, Eduard von 136 Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 127 Heinrich von Ofterdingen 293 f. Hermes 70 Hermes Trismegistos 97 Hödur 340, 371 Hönir 341f. Homer 189, 204, 237, 289, 296 Homunculus 286 Florus 22, 272, 287, 339, 356 Hreidmar 342 Hu 339f. Hyazinth 294f. Ignatius von Loyola 321 Isis 272, 277, 285, 339, 356 Jakobus, der Apostel 121, 274, 317 Jason 26 Jahve, Jahwe 214, 258, 274f., 378 Jehova 91, 217, 246 f., 384 Jentsch, Carl 136 Johannes der Täufer 189, 274, 3 17, 372 Johannes der Evangelist ll5f., 121, 147, 171, 189, 256f., 261 f., 274, 286f., 291, 317, 381 Judas, der Iskariote 123 f. Jupiter 69, 72, 283f. Kant, Immanuel 248, 268 Karl der Große 143 Kessler, Karl Fjodorowitsch 285 Klingsor 299 Kopernikus, Nikolaus 71, 278, 303 Krishna 97 Kronos 69 Laokoon 188, 204, 359 Lazarus 258 Leadbeater, Charles Webster 35 f., Leibniz, Gottfried Wilhelm 98 Leonardo da Vinci 179 Lohengrin 214, 232, 369 Loki 339f., 356, 371 Makarie 106 f. Manu 21, 283 Mathilde 299 Meister Jesu 372 Melchisedek 306 Merkur 69, 72, 283 f. Michelangelo 29, 179 Mimir 341f. Mokschott, Jakob 142 Moses 97, 121, 265 f., 274, 317 Newton, Isaac 98 Nietzsche 31, 238, 371 Noah i90f., 306 Novalis 293 f. Numa Pompilius 359 Nussbaumer (Physiologe) 152 Odysseus 204, 289, 359 Oken, Lorenz 377 Ormuzd 358, 372 Osiris 22, 272 f., 287, 339, 356, 367  Pallas Athene 69 Paracelsus 196, 271, 286, 377 Parzival 369 Paul, Jean 377 Paulus, Apostel 97f., 114, 288f. Petrus 121f., 274, 317 Phaidon 159 Platon 83 f., 93, 159, 246, 315, 350 Prometheus 282 Pythagoras 30, 93, 174 Rao, Subba 344 Raffael 29, 159, 174, 381 Romulus 359 Rosenblütchen 295 Rothschild 112 f., 123 Saint-Martin, Louis Claude de 127 Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph 127 Schiller, Friedrich 33, 216, 377 Schopenhauer, Arthur 30 f., 250 Schouten, Jan Arnoldus 35 Servius Tullius 360 Sig 340f., 367f. Sigmund 343 Sigurd 343, 367 Siegfried 191, 343, 367f. Sieglinde 191, 367 Sinnett, Alfred Percy 36f. Sophokles 96, 296 Stifter, Adalbert 152 St. Martin, Louis Claude de 127, Suttung 342 Tacitus, Cornelius 284 Tarquinius Priscus 360 Tarquinius Superbus 360 Tin 284 Tisza, Stephan 112 Tullus Hostilius 359 Uranos 69 Venus 69, 72 Vogt, Karl 142 Wagner, Richard 110, 371 Walter von der Vogelweide 370 Wc 341 f., 370 Wilhelm Meister 106 Will lWile 341 f. Wodan lWotan 69, 72, 284, 287, 341 f., 366, 370, 384 Wundt 193 Ymir 341, 367 Zarathustra 83, 97 Zeus 69, 232 Zyklop 343, 361